Kradblatt Ausgabe Juli 2019

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Mit der Tuareg über die Alpen

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diese kleine Motorisierung gibt es fast

nur in Italien.

In der heutigen Zeit führen nicht alle

Wege nach Rom sondern zur Facebook-Gruppe,

Aprilia Tuareg und ETX in

Italien. Und dort habe ich solange Verkäufer

angeschrieben bis irgendwo im

Süden, 90 Kilometer hinter Neapel, mir

und meinem rudimentären Italienisch

jemand folgen konnte.

Giuseppe hatte eine passende Tuareg

Wind zu verkaufen. Der Preis war

o.k. und ich davon fest überzeugt, dass

man irgendwie mit der italienischen

Zulassung das Motorrad übernehmen

kann, es in stabile Verhältnisse überführt,

zulässt und der Wüstenbewohner eine

neue Heimat findet.

Wer sich mit diesem Thema in den letzten

Jahren beschäftigt hat, der wird jetzt

den Kopf schütteln und an Worte wie:

Impossibile, Libretto, Targa und Guardia

Finanza denken. Mir war das egal – mit

der festen Überzeugung, die italienische

Bürokratie unter Kontrolle bringen zu

können, stieg ich in den Flieger.

Von Neapel aus ging es dann mit

dem Überlandbus bis Avellino weiter.

Zwei Cappuccino später holte Giuseppe

mich dort ab und per Fiat, womit auch

sonst, ging es weiter in die Berge nach

Lioni, denn dort stand das Objekt der

Begierde für mich bereit.

Mit den Papieren sind wir zur Agencia

Nittoli, einem staatlich lizenzierten

Makler, gefahren. Lange Diskussionen

und 150 Euro später, mein Italienisch

war schon fast verhandlungssicher,

Links nach Neapel, rechts nach Rom und geradeaus

direkt ans Meer. Stilecht neben einer Pegaso geparkt.

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