Kradblatt Ausgabe Juli 2019

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Sicherheit im Kleinen …

Bisweilen gibt es ja das Gemecker,

dass im Osten Deutschlands alle

Straßen im Bestzustand sind, die im

Westen dafür zu Schlaglochpisten verkommen.

Dass dem nicht so ist, haben

wir bei unserer Kradblatt-Leserreise

nach Mecklenburg-Vorpommern erlebt.

„Hüben wie drüben“ gibt es nagelneue

und echt üble Pisten.

Am allgemeinen Straßenzustand kann

man als Einzelperson nun nicht so ganz

viel ändern. Was aber immer wieder ein

Ärgernis und auch eine Gefahr darstellt,

gerade für uns Motorradfahrer, sind

Schlaglöcher, Spurrillen, abgenutzte

Fahrbahnoberflächen, Bitumen-Schmierereien

oder übermäßig rutschige Markierungen!

Diese muss und sollte man

Editorial

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nicht einfach so hinnehmen, denn sie

bedrohen nicht nur uns selbst sondern

auch andere.

Die Mühe, die Gefahrenstelle der

zuständigen Straßenverkehrsbehörde

zu melden, macht sich aber wohl kaum

jemand von uns – ich ehrlich gesagt

auch nicht. An wen wendet man sich,

welche Unterlagen muss man ausfüllen?

Schon beim Gedanken an die deutsche

Bürokratie hat man die Gefahrenstelle

vergessen und konzentriert sich auf die

nächste Kurve. Einzig bei echt akuter

Gefahr wähle ich die 110 und melde diese.

So wie neulich, als ich auf einer Ölspur in

einer Autobahnauffahrt schlingernd und

wohl nur dank meines fleißigen Schutzengels

einem Sturz entging.

Straßenbauliche Mängel kann man

aber eigentlich recht einfach melden:

Das Institut für Zweiradsicherheit (IfZ) hat

bereit 1996 einen Meldebogen initiiert,

den man über die Website www.ifz.de

herunterladen und per E-Mail oder Post

versenden kann. Nun ist so ein Meldebogen

heutzutage natürlich schon wieder

Mega-Oldschool und auch mir persönlich

zu aufwendig. Tipp: einfach die App

„MOTO“ des IfZ aufs Smartphone laden,

die gibt’s für iOS und Android in den entsprechenden

Stores.

Neben vielen guten Infos, z.B. zu

Bestimmungen in Reiseländern, IfZ-Kampagnen,

Sicherheitstrainings usw. findet

sich die Funktion „Meldebogen“. So lässt

sich die Gefahrenstelle per Smartphone-

Kamera fotografieren und/oder im Textfeld

beschreiben. Wer keinen Bock auf

die Rumtipperei hat, aktiviert einfach

die Diktierfunktion seines Handys. Einzig

und allein eine GPS-Standortbestimmung

wäre noch wünschenswert. Der über die

App gemeldete straßenbauliche Mangel

wird dann vom IfZ an die zuständige

Behörde weitergeleitet. Einfach mal runterladen,

die App ist kostenlos.

Ein weiterer Punkt zu Sicherheit betrifft

unsere Bekleidung, gerade bei den

aktuellen Temperaturen von z.T. über 30

Grad Celsius. Das ist muckelig warm und

gerade an der Ampel rinnt so mancher

Schweißtropfen kitzelnd vom Rücken in

die Kimme. Trotzdem: tragt zumindest

einen rudimentären Schutz. Biker-Jeans

verhindern hässliche Abschürfungen und

sind trotzdem bequem, eine Jacke oder

ein Protektorenhemd mit Mesh, stark

perforierte leichte Handschuhe und luftige

Stiefel, alles ohne Membran, helfen

ungemein und schützen dennoch mehr

als Shorts und T-Shirt. Manch einer kennt

im Internet sicher die Bilder von Brittany

Morrow, die 2005 als Sozia in Sweatshirt

und Jeans abgeflogen und gerutscht ist.

Kürzlich postete sie auf Instagram ein Update.

Sie fährt immer noch leidenschaftlich

Motorrad, was man ja gut verstehen

kann, aber die Narben sind auch nach

all den Jahren heftig. Tut euch das nicht

an, euer Händler hat für jedes Wetter die

passende Kleidung! Und jetzt raus aufs

Bike, genießt den Sommer!

Marcus Lacroix

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