Berliner Zeitung 02.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

Mecklenburg-Vorpommern erlebt das schwerste Feuer seiner Geschichte – Panorama Seite 28

Kolumne

von Götz Aly

Seite 8

13°/19°

Ein wenig Regen

Wetter Seite 2

Senat: Abstimmung

übers Grundeinkommen

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 10

www.berliner-zeitung.de

Sea-Watch: Die Kapitänin

bleibt unter Hausarrest

Tagesthema Seite 2

Dienstag,2.Juli 2019 Nr.150 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Er brauchte keine Worte:

Mordillo (1932 –2019)

Feuilleton Seite 23

Hertha BSC

Der

erste

Saisonsieg

VonPaul Linke

Marko Grujic,

bleibt noch eine

Saison bei Hertha.

Eskommt selten vor, dass Marko

Grujic die Orientierung verliert

in einem Stadion. Eigentlich kennt er

sich dort bestens aus, vor allem im

Mittelfeld, wo ein schier hellseherischer

Blick für Zeit und Raum gefragt

ist, wo man Mitspieler in Szene setzt,

entgleiste Spielzüge doch noch sicher

ins Ziel navigiert. Im vergangenen

Dezember war Grujic trotzdem

kurzverwirrt.

Der Leihspieler

des FC Liverpool

hatte soeben

sein erstes

Bundesligator für

Hertha BSC geschossen,

er

wollte sich dafür

angemessen feiern

lassen, aber

der innere Stadionkompass

war

noch nicht richtig kalibriert; jedenfalls

lief Grujic nach Westen, nicht

nach Osten, wo in Berlin die Heimtorpartys

stattfinden, so dass die Partykurve

diesmal länger warten musste.

Am Montag ist Hertha in die neue

Saison gestartet, und die zunächst

beste Nachricht auf dem Trainingsplatz

lautete: Grujic, 23, serbischer

Nationalspieler, Marktwert 20 Millionen

Euro, hat einen neuen Leihvertrag

unterschrieben, er wird ein

weiteres Jahr in Berlin bleiben. Noch

besser wirddie Nachricht für Hertha,

wenn man bedenkt, dass es viele andere

Klubs gab, die Grujic gern verpflichtet

hätten; auch Werder Bremen

und Eintracht Frankfurtsuchen

ja einen Ballverteiler, der Kopfballstärke

mit Zweikampfhärte, Tempo

mit Torgefahr kombiniert. Viermal

noch traf Grujic in der vergangenen

Saison für Hertha. Orientierungsprobleme

hatte er kein zweites Mal.

Zu den größten Fans von Marko

Grujic zählt –und daran muss man

sich noch gewöhnen –der ehemalige

Trainer Pal Dardai. Sein Urteil: der

beste Mittelfeldspieler bei Hertha

seit zwanzig Jahren. Dieses Lob in

Überübergröße war sicherlich auch

ein Grund dafür, warum Michael

Preetz all seine Überzeugungskünste

aufbringen musste. Herthas Manager

sagte zuletzt:„Ich werdealles versuchen,

dass der Junge auch nächstes

Jahr in Berlin spielt.“ Der Junge

wollte das übrigens auch, von Anfang

an fühlte er sich wohl, verstanden

und ganz wichtig: gebraucht.

Grujic wurde bei Roter Stern Belgrad

ausgebildet und ging dann auf

Fußballwanderschaft. In Liverpool

nimmt man aber keine Gesellen auf,

sondernnur Meister,was –und auch

das ist noch ungewöhnlich –Ante

Covic vomersten Arbeitstag an unter

Erwartungsdruck setzt. Noch weiß

niemand, ob Preetz mit seiner Wiederholungswahl

der Trainermarke

Eigenbau richtig liegen wird. Denn

noch ist Covic, 43, nur theoretisch einer,

der Spieler formen und entwickeln

kann. Dass Liverpool und Grujic

ihm diese Fähigkeiten zutrauen,

dürfte Covic beruhigen, ihm bei der

Orientierung helfen. SportSeite 20

Friede,

Freude,

Museum

Einst war sie

Avantgarde, jetzt ist die

Berliner Loveparade

Zeitgeschichte.

Berlin Seite 9

Grüne für Pflegekosten-Deckel

Der Eigenanteil von Betroffenen soll festgeschrieben werden. Mehrbelastung müssten Versicherungen zahlen

VonTimot Szent-Ivanyi

Die Grünen wollen Pflegebedürftige

und deren

Angehörige finanziell

deutlich entlasten. Das

geht aus einem noch nicht veröffentlichten

Positionspapier der Grünen-

Bundestagsfraktion hervor, das der

Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland, RND) vorliegt.

Danach forderndie Grünen in ihrem

Konzept einer „doppelten Pflegegarantie“,

dass die Eigenanteile der

Pflegebedürftigen künftig festgeschrieben

und gedeckelt werden.

Gleichzeitig soll garantiert werden,

dass die Pflegeversicherung alle darüber

hinausgehenden Kosten, die

für eine angemessene Versorgung

der Pflegebedürftigen notwendig

sind, übernimmt. Das soll nicht nur

für die stationäre Pflege im Heim,

sondern auch für die ambulante

Pflege zu Hause gelten. Für die Angehörigen

wollen die Grünen eine dreimonatige

bezahlte Freistellung einführen,

in der Berufstätige die Pflege

ihrer Angehörigen organisieren können.

Zusätzlich sollen jedes Jahr

zehn Tage mit Lohnfortzahlung flexibel

freigenommen werden können,

wenn sich die gesundheitliche Situation

verschlechtert oder zum Beispiel

ein Arztbesuch notwendig ist.

„Die Bundesregierung diskutiert

zwar Verbesserungen in der Pflege,

hat aber kein Konzept, wer für die

Kosten aufkommen soll. Wir wollen

verhindern, dass am Ende allein die

Pflegebedürftigen die Kosten tragen“,

sagte Fraktionschefin Katrin

Göring-Eckardt. Mit der doppelten

Pflegegarantie würden die Kosten für

die Pflegebedürftigen kalkulierbar,

erklärte die Grünen-Politikerin.

Derzeit müssen Heimbewohner

im Schnitt etwa 1800 Euro im Monat

aus der eigenen Tasche dazuzahlen.

Der Betrag setzt sich zusammen aus

den Kosten für Unterkunft und Verpflegung,

für Instandhaltung und

Modernisierung der Heime sowie

aus den Pflegeaufwendungen. Letztere

belaufen sich auf durchschnittlich

660 Euro im Monat.

Einweiterer massiver Anstieg dieser

Kosten wird erwartet, weil die

große Koalition mit mehreren Gesetzesänderungen

durchsetzen will,

dass überall in der Branche Tariflöhne

gezahlt werden. Das verteuert

die Pflegeversicherung nach den bislang

abgeschlossenen Tarifverträgen

jährlich um bis zu fünf Milliarden

Euro.„Die immer weiter steigenden

Pflegekosten bringen viele Menschen

an ihre finanziellen, psychischen

und physischen Belastungsgrenzen“,

kritisierte die Grünen-Gesundheitspolitikerin

Kordula

Schulz-Asche. Den Pflegeanteil wollen

die Grünen deckeln und festschreiben.

Dazu fordern sie unter

anderem, dass die sogenannte Behandlungspflege

im Heim wie bisher

schon im ambulanten Bereich künftig

vonder Krankenversicherung bezahlt

wird. Dadurch könne der Eigenanteil

im Heim um die Hälfte gesenkt

werden, heißt es in dem Positionspapier.

Außerdem sieht das

Konzept einen Steuerzuschuss des

Bundes für die Pflegeversicherung

vor. Mit dem Geld soll unter anderemdie

soziale Absicherung der pfle-

„Wir brauchen ein vom Grunde auf verlässliches

und zukunftsfähiges Angebot für alle.“

Aus dem Grüne-Positionspapier zur Pflege

genden Angehörigen bezahlt werden.

DieAufwendungen hierfür werden

bisher aus Beitragsmitteln gezahlt.

Die Grünen räumen ein, dass die

Deckelung der Eigenanteile auch im

ambulanten Bereich dazu führen

könnte, dass die Pflegebedürftigen

dann auf Kosten der Solidargemeinschaft

möglichst viele Leistungen

beanspruchen. Um das zu verhindern,

sollen künftig bundesweit geltenden

Kriterien eingeführt werden,

die den individuellen Pflegebedarf

unter Berücksichtigung der Gegebenheiten

vor Ort definieren. Diese

Aufgabe solle von einem „Case-Management“

übernommen werden,

das von der Pflegeversicherung finanziert

werde, aber unabhängig

vonihr agieren könne.Die vondieser

Stelle festgelegten Pflegebedarfe sollen

dann verbindlich sein.

Um die Arbeitsbedingungen der

Pflegekräfte zu verbessern, fordern

die Grünen eine tarifliche Bezahlung

aller Beschäftigten in der Branche

und die Einführung verbindlicher

Personalquoten. „Ohne diese Gegenmaßnahmen

droht ein massiver

Pflegenotstand, bei dem zu befürchten

ist, dass viele Ältere professionelle

Pflegeleistungen entweder

nicht erhalten oder nicht bezahlen

können“, so die Grünen in ihrem

Konzept. „Wir können bei der Pflege,

auf die sich alle Menschen im Alter

verlassen wollen, nicht immer nur

reparieren und nachbessern. Wir

brauchen ein vom Grunde auf verlässliches

und zukunftsfähiges Angebot

für alle“, heißt es weiter.

Für die Angehörigen existiertderzeit

nur die Möglichkeit, zehn Tage

mit Lohnfortzahlung freizunehmen,

um sich um einen Pflegebedürftigen

zu kümmern. Zahlt der Arbeitgeber

das Einkommen nicht weiter, weil

entsprechende Tarifverträge fehlen,

hat der Angehörige alternativ Anspruch

auf das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld.

Diese Sozialleistung

beträgt 90 Prozent des ausgefallenen

Nettoeinkommens. Zudem

haben Arbeitnehmer den

Anspruch auf eine sechsmonatige

Pflege-Zeit. In dieser Zeit gibt es aber

keinen Lohnersatz. Die Betroffenen

können lediglich ein zinsloses Darlehen

der Regierung beantragen.

ARCHIV

Krach um Plan

des Senats zum

Wohnungsbau

Linke wirft SPD

„Obstruktion“ vor

VonUlrich Paul

Berlin braucht dringend Klarheit

darüber, wo die benötigten

Wohnungen in der Hauptstadt entstehen

sollen, doch eine Senatsentscheidung

über den Stadtentwicklungsplan

(Step) Wohnen, der darüber

Auskunft geben soll, wird seit

Wochen von der SPD-geführten Senatskanzlei

blockiert. Und das, obwohl

das Werk nach Auskunft der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung

fertig ist.

Am Montag kam es deswegen in

der Runde der Staatssekretäre, die

die Senatssitzung am Dienstag vorbereitet,

zum Eklat. Nachdem klar

war,dass es der Step Wohnen erneut

nicht auf die Tagesordnung der Sitzung

der Landesregierung schaffen

würde, warf Bau-Staatssekretär Sebastian

Scheel der Senatskanzlei

„Obstruktion“ vor. Die SPD wiederum

verlangt eine Anpassung des

Plans an die aktuellen Zuwanderungszahlen.

Außerdem fordert sie

Bekenntnisse zu einem verstärkten

Neubau, wie es heißt. In der Linken

sieht man darin den wiederholten

Versuch der SPD,sich als die bessere

Wohnungsbau-Partei zu profilieren.

Nach dem Krach in der Staatssekretärsrunde

geht Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher

(Linke) in die Offensive. „Der Stadtentwicklungsplan

Wohnen 2030 ist

fertig –und wird dennoch seit Wochen

nicht imSenat beschlossen“,

kritisiertsie.„Ausmeiner Sichtist das

falsch“, so Lompscher. „Der Stadtentwicklungsplan

Wohnen 2030 bildet

die planerische Grundlage, um

den dringend benötigten Wohnungsbau

in unserer Stadt gemeinsam

mit den Bezirken vorzubereiten

und dann zügig zu realisieren“, so

die Senatorin.„Ersolltedaher umgehend

beschlossen werden.“

DerStep Wohnen geht davonaus,

dass in Berlin bis zum Jahr 2030 rund

194 000 Wohnungen benötigt werden,

um die wachsende Zahl der Einwohner

zu versorgen. Der Step Wohnen

basiertwie alle anderen Pläne der

Landesregierung auf der vom Senat

2016 beschlossenen und 2017 aktualisierten

Bevölkerungsprognose. Im

Step Wohnen werden Flächen für

rund 200 000 neueWohnungen nachgewiesen.

Berlin Seite 10

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2* Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Tagesthema

Seenotrettung

Der Streit um das Vorgehen der Kapitänin des Flüchtlingsschiffs „Sea Watch 3“ und ihre anschließende Festnahme weitet sich aus.

Die italienische Regierung verbittet sich Hinweise aus Deutschland –auch vom Bundespräsidenten.

Mission „Sophia“

Bundeswehr

zieht

Soldaten ab

Die Bundesregierung hat entschieden,

das Mandat für die

Flüchtlingsmission „Sophia“ im

Mittelmeer (Eunavfor Med) nicht

zu verlängern. „Das im Operationshauptquartier

Rom (ITA) eingesetzte

deutsche Personal wird

daher seine Arbeit (...) zum

30.06.2019 einstellen“, heißt es im

Schreiben des Befehlshabers des

Einsatzführungskommandos der

Bundeswehr, Generalleutnant

Erich Pfeffer, anden Bundestags-

Verteidigungsausschuss, das der

Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vorliegt.

Die EU hatte „Sophia“ 2015

mit dem Ziel gestartet, Schleppern

ander libyschen Küste das

Geschäft zu erschweren. Der Beiname

„Sophia“ stammt von einem

somalischen Mädchen, das

während des Einsatzes der Bundeswehr

an Bord der Fregatte

„Schleswig-Holstein“ zur Welt

kam. Die Rettung schiffbrüchiger

Flüchtlinge war nicht das vorrangige

Ziel, das internationale Seerecht

verpflichtete die eingesetzten

Kriegsschiffe aber dazu.

Seit in Rom der rechtspopulistische

Innenminister Matteo Salvini

den Kurs in Flüchtlingsfragen

bestimmt, steht „Sophia“ in

Frage. Italien stellt das Oberkommando

der Flüchtlingsmission

und hatte zuletzt die Seenotrettung

verweigert. Dieeingesetzten

deutschen Kriegsschiffe wurden

nur noch außerhalb der Flüchtlingsrouten

eingesetzt.

Das deutsche Mandat wurde

deshalb Anfang des Jahres nicht

mehr offiziell verlängert und die

Fregatte „Augsburg“ aus dem Einsatzgebiet

abgezogen. Da diese

Maßnahme nur vorübergehend

sein sollte,beließ die Bundeswehr

zehn Soldaten im „Sophia“-

Hauptquartier in Rom. Diese Soldaten

sollen nun mit unverzüglicher

Wirkung abgezogen werden.

Entwicklungsminister Gerd

Müller (CSU) vertrat inder Passauer

Neuen Presse die Ansicht,

die EU müsse eine neue europäische

Sofortregelung zur Seenotrettung

im Mittelmeer beschließen.„Ausgerechnet

jetzt überlässt

die EU die Flüchtlinge auf dem

Mittelmeer ihrem Schicksal und

beendet die Mission Sophia“,

sagte Müller. Dies sei „ein unerträglicher

Zustand angesichts von

fast 600 Ertrunkenen im Mittelmeer

allein dieses Jahr“. (mit dpa)

Carola Rackete musste eine

weitere Nacht im Hausarrest

verbringen. Eine Ermittlungsrichterin

im sizilianischen

Agrigent vertagte am

Montagabend die Entscheidung

über einen möglichen Haftbefehl

oder die Freilassung der Sea-Watch-

Kapitänin auf Dienstag. Rackete

hatte zuvor bei einer dreistündigen

Vernehmung Fragen zum Ablauf der

unerlaubten Einfahrt des Flüchtlingsrettungsschiffs

„Sea Watch 3“

mit 40 Migranten an Bord in den Hafen

vonLampedusa beantwortet.

Bei dem nächtlichen Manöver

vom Samstag war ein Schnellboot

der Zollpolizei vorübergehend an

der Mole eingeklemmt worden. Die

Staatsanwaltschaft wirft der Kapitänin

Widerstand und Gewaltanwendung

gegen ein Kriegsschiff vor.

Staatsanwalt Luigi Patronaggio,

der Racketes Festnahme angeordnet

hatte, sprach nach der Vernehmung

von einem heiteren Klima der Zusammenarbeit.

Er betonte aber, die

„Sea Watch 3“ habe sich nicht, wie

von der Kapitänin angegeben, in einer

humanitären Notlage befunden.

Verhältnis belastet

Die Festnahme der 31 Jahre alten

Deutschen belastet das ohnehin angespannte

deutsch-italienische Verhältnis

erheblich. Dass mit Bundespräsident

Walter Steinmeier auch

der ranghöchste Vertreter des deutschen

Staates Kritik am italienischen

Vorgehen geäußert hat, kam bei der

rechtspopulistischen Regierung in

Rom nicht gut an. „Den deutschen

Bundespräsidenten bitten wir höflich,

sich um das zu kümmern, was

in Deutschland passiert“, schrieb Innenminister

und Lega-Chef Matteo

Salvini auf Twitter.„Er soll seine Mitbürger

bitten, dass sie vermeiden,

die italienischen Gesetzezubrechen

und zu riskieren, Männer der italienischen

Ordnungskräfte umzubringen.“

Salvini nannte Rackete eine

Verbrecherin und sprach von einer

„Kriegshandlung“.

Steinmeier hatte am Sonntag im

ZDF gesagt, wer Menschenleben

rette, könne nicht Verbrecher sein.

Resonanz: Weit über eine Million

Euro Spenden für die deutsche Hilfsorganisation

Sea Watch sind nach

der Festnahme ihrer Kapitänin Carola

Rackete wegenihrer unerlaubten

Einfahrtinden Hafen der italienischen

Insel Lampedusa am Sonnabend

bereits eingegangen.

Konfrontation

auf Sizilien

VonRegina Kerner,Rom

Carola Rackete am Montag mit Beamten der Guardia di Finanza auf Sizilien.

Deutschland: Über den Aufruf der

beiden Fernsehmoderatoren Jan

Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf

im Internet (https://www.leetchi.com/c/leben-retten-ist-kein-verbrechen-lasst-uns-die-seenotretterretten)

kamen bis Montagmittag

mehr als 815 000 Euro zusammen.

SPENDENBEREITSCHAFT

Motto: „Wer Menschenleben rettet,

ist kein Verbrecher! Wersein Leben

einsetzt, um das Leben anderer zu

retten, wird niemals ein Verbrecher

sein!“, schreiben Böhmermann und

Heufer-Umlauf in ihrem Spendenaufruf.

„Diesem Unrecht tatenlos zuzusehen,

ist keine Option.“

ANSA

Italien: Aufder Facebook-Seite

(https://www.facebook.com/donate/70401511672

0055) wurden

mehr als 426 000 Euro gesammelt.

Nach Angaben des Nachrichtenportals

Watson stecken hinter dem Aufrufmehrere

Gruppen eines „Nationalen

antifaschistischen Netzwerks“.

Man dürfe von Italien als EU-Gründungsstaat

erwarten, dass es mit einem

solchen Fall anders umgehe.

Premier Giuseppe Conte berichtete

am Montag am Rande des EU-

Gipfels in Brüssel, Kanzlerin Angela

Merkel habe ihn auf die Kapitänin

angesprochen. Er habe ihr geantwortet,

dass sich auch in Italien die

exekutive Macht von der gerichtlichen

unterscheide. Die Regierung

könne nicht eingreifen. „Es liegt in

den Händen der Justiz.“ Conte wirft

Racketevor,die Migranten zur politischen

Erpressung und für einen persönlichen

Kampf benutzt zu haben.

DieZeitung La Stampa kommentierte,

Steinmeiers Worte hätten die

Konfrontation befeuert. „Um Carola

Rackete ist ein Armdrücken zwischen

Italien und Deutschland in

Gang.“ Staatspräsident Sergio Mattarella

nannte die Beziehungen äußerst

solide.Ermahnte in der Migrationsdebatte

aber leisereTönean.

Dekret zur Ausweisung vorbereitet

Rackete war aus dem Hausarrest in

einem Privathaus auf Lampedusa

per Boot nach Sizilien gebracht worden.

Italienische Medien hatten spekuliert,

dass sie freikommen könnte.

Salvini hatte für diesen Fall schon

vorab die Ausweisung angekündigt.

„Wenn die Haft für die Kommandantin

bestätigt wird, wird eseinen Prozess

geben. Andernfalls ist schon ein

Dekret zur Ausweisung fertig, um sie

ins erste Flugzeug nach Berlin zu setzen“,

schrieb er am Samstag auf Facebook.

Rackete dürfte dann fünf

Jahrenicht nach Italien einreisen.

Staatsanwalt Patronaggio ermittelte

im August 2018 auch gegen Salvini.

Dem Minister war Freiheitsberaubung

vorgeworfen worden, weil

er dem Flüchtlingsrettungsschiff Diciotti

ebenfalls tagelang die Landung

verweigerte. Zum Prozess kam es

nicht, da der Immunitätsausschuss

des Parlaments das ablehnte.

Regina Kerner fürchtet,

dass sich das Verfahren gegenRackete

hinziehen wird.

Strafe: Für das unerlaubte Einfahren

sieht Italiens Regierung bis zu

150 000 Euro Strafe vor. Das Spendengeld

sei für die Gerichtskosten,

erklärte Sea-Watch-Sprecher Ruben

Neugebauer.Und wenn die„Sea-

Watch3“beschlagnahmt bleibt,

„brauchen wir ein neues Schiff“.

„Solange die

Staaten sich einer

konsequenten

Seenotrettung

verweigern oder

sie nicht leisten

können, ist die

privat organisierte

Rettung

aus Seenot legitim,

ja gefordert.“

Stefan Heße,

Erzbischof von Hamburg und

Sonderbeauftragter der Deutschen

Bischofskonferenz

für Flüchtlingsfragen

„Wenn es konkrete

Vorwürfe

der italienischen

Behörden gibt,

müssen sie auf

rechtsstaatlichem

Wege und

so schnell wie

möglich geklärt

werden.“

Martina Fietz,

stellvertretenden Sprecherin

der Bundesregierung

„Mir sind die

Bewertungen

von Salvini egal.

Als Bürger

Europas habe

ich volles Verständnis

für diese

Frau, die mutig

gehandelt hat.“

Günther Oettinger (CDU),

EU-Haushaltskommissar

„Rackete hat in

einer absoluten

Notlage gehandelt.“

Gerd Müller (CSU),

Bundesentwicklungsminister

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute ist esüberwiegend stark bewölkt. Sehr vereinzelt gibt es Regenschauer,

und es werden 18bis 21 Grad gemessen. Der Wind weht mäßig

aus West. In der Nacht ziehen Wolkenfelder durch, die gelegentlich die

Sterne verdecken. Dabei belaufen sich die Tiefsttemperaturen auf 7Grad.

Biowetter: Die Witterung verursacht

vermehrt Gelenk-, Muskel-, Gliederund

Narbenschmerzen. Das allgemeine

Wohlbefinden kann durch

Wittenberge

Kopfweh und Migräneattacken beeinträchtigt

12°/20°

werden.

Pollenflug: Bei der aktuellen Wetterlage

fliegen Pollen von Linden, Sauerampfer,

Brennnesseln, Gräsern

und Spitzwegerich inmäßiger bis

hoher Konzentration.

Gefühlte Temperatur: maximal 19Grad.

Wind: mäßig aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

12°/20° 13°/19°

Luckenwalde

11°/21°

Prenzlau

10°/18°

Cottbus

12°/20°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

wolkig wolkig stark bewölkt

9°/19° 10°/21° 15°/25°

Frankfurt

(Oder)

13°/20°

Über dem Atlantik hat sich Hoch Winnie aufgebaut und das westliche Europa mit

sonnigen Abschnitten erfasst. Mitteleuropa wird hingegen noch von tieferem

Luftdruck bestimmt. Zwischen der Tiefebene und Nordwestrussland überwiegen

oft Wolken mit zeitweiligen Schauern. Ein schwaches Gewitterband reicht von

den Alpen über die Karpaten bis nach Südwestrussland.

Sylt

12°/16°

Hannover

10°/18°

Köln

11°/22°

Saarbrücken

12°/26°

Konstanz

18°/24°

Hamburg

10°/15°

Erfurt

10°/21°

Frankfurt/Main

15°/25°

Stuttgart

15°/24°

Rügen

11°/16°

Rostock

12°/15°

Magdeburg

11°/19°

Nürnberg

12°/24°

München

16°/25°

Dresden

13°/20°

Deutschland: Heute gibt es stellenweise

Regenfälle bei vielen Wolken,

örtlich aber auch Sonnenschein, und

die Temperaturen klettern amTage

auf 15bis 26 Grad. Nachts sinken

die Werte dann auf 13bis 6Grad.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus westlichen Richtungen. Morgen

scheint zeitweise die Sonne. Vereinzelt

fällt Regen aus dichten Wolken.

Die Höchsttemperaturen machen bei

17 bis 25Grad halt, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus Nord.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 18°-19°

Nordsee: 17°-19°

Mittelmeer: 23°-31°

Ost-Atlantik: 16°-20°

Mondphasen: 02.07. 09.07. 16.07. 25.07.

Sonnenaufgang: 04:48 Uhr Sonnenuntergang: 21:32 Uhr Mondaufgang: 04:23 Uhr Monduntergang: 21:19 Uhr

Lissabon

25°

Las Palmas

22°

Madrid

35°

Reykjavik

14°

Dublin

17°

London

23°

Paris

23°

Bordeaux

28°

Palma

33°

Algier

31°

Nizza

28°

Trondheim

10°

Oslo

19°

Stockholm

14°

Kopenhagen

17°

Berlin

19°

Mailand

32°

Tunis

34°

Rom

33°

Warschau

22°

Wien

26° Budapest

31°

Palermo

30°

Kiruna

10°

Oulu

13°

Dubrovnik

31°

Athen

33°

St. Petersburg

21°

Wilna

21°

Kiew

29°

Odessa

33°

Varna

30°

Istanbul

32°

Iraklio

28°

Archangelsk

16°

Moskau

24°

Ankara

28°

Antalya

34°

Acapulco 35° Gewitter

Bali 33° heiter

Bangkok 30° bewölkt

Barbados 28° heiter

Buenos Aires 16° wolkig

Casablanca 21° wolkig

Chicago 34° Gewitter

Dakar 27° heiter

Dubai 39° sonnig

Hongkong 35° wolkig

Jerusalem 32° sonnig

Johannesburg 15° sonnig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 15° Regen

Los Angeles 22° sonnig

Manila 28° Schauer

Miami 35° wolkig

Nairobi 27° Schauer

Neu Delhi 46° heiter

New York 30° wolkig

Peking 34° wolkig

Perth 19° wolkig

Phuket 33° wolkig

Rio de Janeiro 30° wolkig

San Francisco 21° heiter

Santo Domingo 33° sonnig

Seychellen 27° Gewitter

Singapur 34° wolkig

Sydney 21° wolkig

Tokio 29° Schauer

Toronto 30° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 3 *

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Seite 3

In der

Hölle

Libyens

Ein Boot mit Migranten an der libyschen Küste. Den meisten von ihnen bleibt nur der Fluchtversuch über das Meer oder ein Leben in Sklaverei.

IMAGO IMAGES

Das Smartphone liegt auf dem

Opaltisch und gibt nur Freizeichen

von sich. Michelangelo Severgnini

wischt den Anruf weg

und klickt einen neuen Kontakt in seinem

WhatsApp-Adressbuch an. Die Verbindung

baut sich auf, aber niemand nimmt ab.„Hassan

Libya“ antwortet nicht. Severgnini versucht

es nun bei „George Libya“. Wieder ist

nur der Freiton zu hören. DieInternetverbindung

nach Libyen, dem nordafrikanischen

Bürgerkriegsland, ist unzuverlässig.

Dann knackt es in der Leitung, jemand

nimmt den Anruf an. „Hallo Bro, hier spricht

Miche,wobist du? Wiegeht es dir?“, ruft Severgnini

in die Freisprechanlage seines Mobiltelefons.

Durch das Rauschen in der Verbindung

nach Libyenerzählt George,wie die

Miliz vonMisurata ihm sein Geld abgeknöpft

hat.„Sie kommen in unsereUnterkünfte und

bedrohen uns.“ Er sei deshalb abgehauen

aus Misurata.

Michelangelo Severgnini, ein italienischer

Filmemacher, hat in der tunesischen

Stadt Medenine eineWohnung gemietet.Von

dort führt erseit April 2019 jeden Tagsolche

Gespräche mit Migranten zwischen den libyschen

Fronten. Severgnini, 44 Jahre alt, hat

im vergangenen Jahr damit begonnen, über

den Messenger-DienstWhatsApp Kontakt zu

Tausenden Migranten in Libyen aufzubauen.

Waserdafür benötigt, gibt die moderne

Technik her.Severgnini will nicht allzu

sehr ins Detail gehen. Er sorgt sich um die Sicherheit

seiner Gesprächspartner in Libyen.

Er verrät aber,dass er die Nummer vonMenschen

herausfinden kann, die sich in Libyen

in soziale Netzwerke einwählen. So sei es

ihm gelungen, Berichte von Menschen innerhalb

und außerhalb der Internierungslager

für Migranten zu sammeln, erklärt er. Er

veröffentlicht sie in einem Podcast im Internet.

Er trägt den Namen „Exodus“.

Die allmächtigen Milizen

George erzählt Michelangelo Severgnini

nun, dass er seinen Freund auf dem Wegzurücklassen

musste. Ein Schuss habe ihn ins

Bein getroffen. Kein Krankenhaus wollte einen

Afrikaner behandeln. Wasergetan hat,

um die Schmerzendes Freundes zu lindern?

„Ich habe ihmWasser gegeben“, sagt George.

Er sein nun in der libyschen Hauptstadt Tripolis,

erzählt er. Sie ist seit April umkämpft

zwischen den Truppen der international anerkannten

Regierung von Premierminister

Fayiz as-Sarradsch und jenen des mehr oder

weniger offen von Ägypten, Russland und

Frankreich unterstützen Herrschers über

den Osten Libyens,Chalifa Haftar.

In Tripolis geht Georges Überlebenskampf

nun weiter. Die Regierungstruppen

des Premierministers bestehen aus unzähligen

Milizen. Sie sind während und nach der

Revolution von 2011 gegen den Machthaber

Gaddafi entstanden.

An jedem der Checkpoints in der Hauptstadt

verrät die dunkle Hautfarbe George,

den Migranten aus dem Südsudan. Er wird

versuchen, Arbeit zu finden. Er kann nur mit

Geld die allmächtigen Milizen bestechen.

Aber oft werde der Lohn in Libyen anMigranten

nicht ausgezahlt, meint er. Warum

denn auch, wenn die Afrikaner mit dem

Gewehr im Nacken diese Arbeit auch umsonst

tun. Für George scheint nun alles

vom nächsten Verdienst abzuhängen. Er

sagt, er wisse, dass seine Überlebenschancen

nicht gut sind. „Sie töten uns,als wären

wir weniger wert als Tiere“, sagt er.

Michelangelo Severgnini hat sich schon

lange vordem Ausbruch des jüngsten Konflikts

mit der Lage der rund 700 000 Afrikaner

in Libyenbeschäftigt. DieLage im Land

habe sich seinem Eindruck nach für die

Migranten nach 2016 geändert, sagt er.

Fayiz as-Sarradsch wurde im März 2016

Ministerpräsident einer international anerkannten

Übergangsregierung. Die Hoffnung,

Sarradsch könne Libyen aus den

Klauen der Milizen befreien, erfüllte sich

nicht. Sarradschs Macht blieb selbst in der

Hauptstadt Tripolis abhängig vom Wohlwollen

lokaler Verbände.

Seit Beginn der Offensive seines Gegners

Chalifa Haftars im April ist er mehr

denn je auf die Gunst der Warlords angewiesen.

Denn der Militär aus Gaddafi-Zeiten

verfügt über diszipliniertere Truppen.

Schon 2016 habe sich abgezeichnet, wie

stark die Regierung die Kooperation mit

den Milizen sucht, sagt der Filmemacher

Severgnini. „Die Milizen bekamen für ihre

Unterstützung von as-Sarradsch grünes

Licht für ihr Geschäft mit den Migranten“,

sagt er.

Severgnini nennt die circa 700 000 Afrikaner

im Land die derzeit wichtigste Ressource

für Libyens Milizen. Sieseien bedeutender als

das Öl des Landes,sagt er.Die Kämpfer könnten

in einem Land mit rund sieben Millionen

EinwohnernHunderttausende ohne Lohn für

sich arbeiten lassen.

Eine Menge Geld ließe sich mit Erpressung

verdienen, meint Severgnini. Zunächst

seien da die Ersparnisse für die

Überfahrt nach Europa. Sind diese Mittel

aufgebraucht, blieben die Verwandten zu

Hause als Finanzquelle, sagt er. Der Italiener

erklärt, wie das Geschäft in Zusammenarbeit

mit den afrikanischen Menschenschmugglern

funktioniert. „Die libyschen

Milizen arbeiten mit der Mafia in Nigeria

oder Ghana zusammen. Sie schicken

ihren Kontaktleuten Videos vongefolterten

Migranten und die stellen dann eine Lösegeldforderung

an die Angehörigen“, sagt

er. Außerdem böte die Kontrolle über die

Migranten die Möglichkeit, Europa der libyschen

Übergangsregierung gewogen zu

machen, meint Severgnini. Je mehr Migranten

nach Libyen kämen, desto reicher

und mächtiger würden die Milizen der Regierung,

schlussfolgerter.

Deren Gegner, Chalifa Haftar, wisse genau,

dass die Migranten das Pfund sind,

Tausende

afrikanische

Migranten werden in

Libyen ausgebeutet,

gequält, getötet.

Ein italienischer

Filmemacher gehört

zu den wenigen, die

sich für ihr Schicksal

interessieren.

Er versucht, ihnen von

Tunesien aus zu

helfen

VonCedric Rehman, Medenine

Für seine Arbeit braucht Michelangelo Severgnini

nur eine Internetverbindung.

CEDRIC REHMANN

ALGERIEN

TUNESIEN

Medenine

Zuwara

ITALIEN

Malta

Lampedusa

Tripolis

LIBYEN

GRIECHEN-

LAND

Bengasi

Kreta

Mittelmeer

BLZ/GALANTY

mit dem die Milizen wuchern, meint der

Italiener. Haftar begann seine Offensive

gegen die libysche Übergangsregierung

nicht zufällig mit Eroberungen im Süden

des Landes im März2019.

„Er hat die wichtigste Fluchtroute unter

seine Kontrolle gebracht, um die Milizen

vom Nachschub an Migranten abzuschneiden“,

sagt Severgnini. Denn auch

das Stocken seiner Offensive „Vulkan der

Wut“ könnte mit den Migranten zu tun haben.

Regierungsnahe Milizen verschleppten

Tausende illegaler Migranten in Lager.

Sie befinden sich oft zwischen den Fronten.

„Haftar kann nur vorrücken, wenn er

ohne Rücksichtnahme durchmarschiert

und ein Blutbad anrichtet. Das würde ihn

international ächten“, sagt Severgnini.

Der Filmemacher humpelt auf Krücken

auf den Balkon seiner Wohnung in Medenine,

umdort eine Zigarette zu rauchen. Er

hat einen Gips am rechten Bein. Eine

Sehne ist vor einigen Wochen bei einem

Unfall gerissen. Er musste sich in Italien

behandeln lassen und setzte sich, sobald es

ging, wieder in einen Flieger nach Tunesien.

Eigentlich ist die räumliche Nähe, die er

in Medenine zur libyschen Grenze hat, gar

nicht so wichtig für seine Arbeit. Alles,was er

braucht, ist eine Internetverbindung. Dass er

mit der Hilfe modernster Technik Informationen

über das libysche Mittelalter und

seine Henkersknechte besorgen kann, ohne

das dies bisher ein öffentliches Echo hervorruft,

beweist für ihn das Versagen Europas.

Die Möglichkeiten seien vorhanden, die

Blackbox Libyen auszuleuchten, aber es

gebe kein Interesse daran, meint er. Denn

dann müsste gerade die italienische Regierung

den Sinn ihrer Allianz mit Tripolis in der

Flüchtlingspolitik hinterfragen.

Er denkt an eine Lösung für die humanitäre

Krise in Libyen. Evakuiere die internationale

Gemeinschaft die Afrikaner aus Libyen,

könne sie danach entscheiden, wer

Anrecht auf Asyl hat und wer als Wirtschaftsmigrant

in seine Heimat zurückkehren

muss. „Viele meiner Kontakte sind bereit

zurückzugehen, wenn sie jemand aus

Libyenherausholt“, sagt er.

Der Wind treibt das Elend an die Küsten

Tunesiens und lässt Mongi Slim vom Roten

Halbmond in Medenine keine ruhige Minute.

Slim isst sein Mittagessen mit seinem

Mobiltelefon am Ohr. Als ein weiteres Gerät

klingelt, nimmt er es an das andere Ohr und

sprichtauf beiden Apparaten weiter.

Slim ist eigentlich nur ein Apotheker in

der 65000 Einwohner zählenden Stadt. Er

koordiniert außerdem für den Roten Halbmond

die Betreuung von Flüchtlingen –ehrenamtlich.

Es sind bis auf wenige Ausnahmen

nur Afrikaner. Libyer flüchten bisher

noch in die ruhigerenTeile ihres Landes. Einige

Migranten schafften es zu Fußdurch die

Wüste,erzählt er.Die libyschen Berber in der

Küstenstadt Zuwara setzen aber die meisten

der in Tunesien ankommenden Migranten

gegen Geld in Gummiboote.Der Wind treibt

die Migranten dann in tunesische Gewässer,

wenn sie nicht vorher kentern. So wie jüngst

ein Boot mit Bangladeschern an Bord. Ein

ägyptisches Schiff rettete die Flüchtlinge vor

dem Ertrinken und Slim verhandelte mit der

tunesischen Regierung und Vertretern des

südasiatischen Landes darüber,was mit den

Bangladeschern geschehen soll. Tunesien

ließ sie schließlich an Land, nachdem Bangladesch

die Rückführung akzeptiert hatte,

erzählt Slim.

Wie kann es sein, dass Menschen aus

Südasien sich Tausende Kilometer entfernt

im libyschen Bürgerkrieg wiederfinden, um

dann die Flucht auf einem Gummiboot zu

wagen? Es gebe Verbindungen zwischen der

Mafia in Bangladesch und den libyschen Milizen,

habe er bei seinen Verhandlungen erfahren.

Es scheint, als hätte sich unter Kriminellen

in aller Welt herumgesprochen, welche

Goldgrube Libyenist.

Mongi Slim bereitet sich auf das

Schlimmste vor. So schwierig es für die Migranten

sei, sich den Milizen zu entziehen,

so verzweifelt versuchten sie es doch. Im

Moment hielten sich 1200 Flüchtlinge in

Medenine auf, sagt er. „Aber es werden jeden

Tag mehr und die Unterkünfte sind

voll“, sagt der Helfer.Slimkann keine Logik

in der Politik der Europäer erkennen. Die

Tunesier bekämen keine Mittel, um Migranten

zu versorgen, während Libyen, das

sich um keine Menschenrechtskonvention

schere, mit Geld überhäuft werde. Tunesien

könne so zur Lücke im Zaun werden,

der Europa vor Migranten schützen soll.

„Wir werden sie nicht aufhalten können“,

sagt Slim.

Mitder Tochter zu Fußdurch die Wüste

In einem Gebäudeabseits des Zentrums von

Medenine leben jene, die vielleicht schon

bald versuchten könnten, die tunesische Lücke

zu passieren. Der Sudanese Abdulrasur

Omar Kharul aus der Konfliktregion Darfur

trug seine Tochter auf den Schultern, als er

vorwenigen Tagen nach erfolgreicher Bestechung

der Milizen die Wüste von Libyen

nach Tunesien überquert hat –und zwar zu

Fuß. Die Schulter schmerze noch, sagt er.

Aber was macht das schon. Sein Freund neben

ihm hat sein Baby inden Kämpfen um

Tripolis verloren und starrtjetzt nur verloren

an die Wand.

Die beiden Männer berichten von den

Entführungen durch die Milizen, von Zufällen,

denen sie ihr Leben verdanken. „Die Libyer

rufen uns Afrikaner nur abd –Sklave“,

sagt Kharul. DerSudanesewirdsich erst einmal

daran gewöhnen müssen, wieder

Mensch sein zu dürfen.

Cedric Rehman hat schon 2011 aus

Tunesien über dieses Thema berichtet.

Die Lagehat sich nun extrem verschärft.


4* Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Leipziger Philharmonie hält

an Einladung Gysis fest

Nach dem Wirbel um einen Auftritt

Gregor Gysis bei einer Veranstaltung

am 9. Oktober in Leipzig hat die Philharmonie

Leipzig die Einladung des

Linken-Politikers bekräftigt. Zu dem

Konzertinder Peterskirche sei nicht

nur Gysi, sondernauch ein „bedeutender

Bürgerrechtler“ eingeladen,

sagte Orchester-Vorstand Michael

Köhler am Montag in Leipzig. Dessen

Name solle im Laufe der Woche

bekanntgegeben werden. Es gehe

der Philharmonie weiter darum, unterschiedliche

Zeitzeugen zu Wort

kommen zu lassen. Gegen den Auftritt

Gysis in der Kirche am geschichtsträchtigen

9. Oktober haben

frühereDDR-Bürgerrechtler in einem

offenen Brief protestiert. (dpa)

Hubschrauber der

Bundeswehr abgestürzt

EinHubschrauber der Bundeswehr

ist am Montag im niedersächsischen

Aerzen abgestürzt. Nach ersten Erkenntnissen

der Polizei kam mindestens

ein Mensch ums Leben. Zur

Ursache gab es zunächst keine Angaben.

DasInternationale Hubschrauberausbildungszentrum

in Bückeburgist

etwa 30 Kilometer vonder

Absturzstelle entfernt. (dpa)

Eurofighter:Keine Hinweise

auf technischen Defekt

Nach dem Absturzvon zwei EurofighterninMecklenburghat

das

Luftwaffen-Geschwader keine Hinweise

auf einen Fehler an den

Kampfflugzeugen. „Bedingt dadurch,

dass wir den Flugbetrieb

heute wieder aufnehmen und auch

die Eurofighter-Flotte insgesamt

nicht den Flugbetrieb eingestellt hat,

ist ersichtlich, dass wir nicht voneinem

technischen Defekt an einer der

Maschinen ausgehen“, sagte Gero

vonFritschen, Kommodoredes Luftwaffengeschwaders

73. (dpa)

Koalition in Bremen steht,

Sieling geht

Am Ziel (v.l.): Alexandra Werwath (Grüne),

Sascha Karolin Aulepp (SPD) und Felix

Pithan (Linke).

DPA

SPD,Grüne und Linke haben sich

auf einen Vertragfür eine rot-grünrote

Regierung in Bremen verständigt,

die aber nicht mehr vonBürgermeister

Carsten Sieling (SPD) angeführtwird.

DieKoalitionäreversprachen

am Montag bei der Vorstellung

des 140-seitigen Vertragswerkes für

das Bundesland ein neues Kapitel

und einen Neuaufbruch. Sieling

kündigte seinen Rückzug an, will

aber sein Mandat im Landesparlament

wahrnehmen. Rot-Grün-Rot

ist eine Premierenicht nur in Bremen,

sondernineinem westdeutschen

Bundesland. (dpa)

Raketeneinschlag

auf Zypern

Eine Rakete mutmaßlich russischer

Herstellung hat in der Nacht zum

Montag den türkischen Teil der Insel

Zyperngetroffen. DerAußenminister

vonNordzypern, Kudret Ozersay,

erklärte,das Geschoss sei vermutlich

durch einen israelischen Luftangriff

auf Ziele in Syrien ausgelöst worden.

DieRakete habe ihr Ziel verfehlt und

sei rund 50 Kilometer vonNikosia

entfernt eingeschlagen. (AFP)

„Wir brauchen ein zentrales Abitur“

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann über Partei-Arroganz und Fairness im Schulsystem

Bildung ist ihr Thema: Elf

Jahre lang war Susanne Eisenmann

Bürgermeisterin

für Kultur, Bildung und

Sport in Stuttgart. Hier erklärt die

CDU-Spitzenkandidatin für die

Landtagswahl 2021, was sich in der

deutschen Bildungslandschaft ändern

muss und was ihre Partei tun

kann, umWähler zurückzugewinnen.

Frau Eisenmann, in der CDU Baden-

Württemberg gibt es einen Parteichef

und zusätzlich Sie als Spitzenkandidatin.

Auf die Bundes-CDU übertragen,

würde das bedeuten: Eine Parteivorsitzende

und ein Kanzlerkandidat.

Es gibt nicht nur einen Weg. Das

muss man nach Lage entscheiden.

Voraussetzung ist, dass man als Team

arbeiten kann. Annegret Kramp-Karrenbauer

macht als Parteivorsitzende

den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur

geltend und das ist richtig so.

Aber die Zeiten sind vorbei, in denen

die Verbindung vonParteivorsitz und

Kanzlerkandidatur zwangsläufig ist.

Den Automatismus akzeptieren die

Parteimitglieder nicht mehr.

In Ihrem Bundesland wird 2021 gewählt,

einige Monate vordem nächsten

Bundestagswahl-Termin. Würden

Siesich freuen, wenn es vorher im

Bund Neuwahlen gäbe?

Stabilität ist wichtig für das Land.

Deswegen hoffe ich auf eine Fortsetzung

der Koalition, die gewählt ist

und noch Aufgaben vor sich hat. Ich

kann nur hoffen, dass die Koalitionspartner

im Bund verantwortungsbewusst

handeln.

In Baden-Württemberg ist die CDU

Juniorpartner unter einem Ministerpräsident

der Grünen. Im Bund liegen

die Grünen in Umfragen vor der

Union. Istdas ein kurzfristiger Hype?

Es wärefalsch, diese Entwicklung

als Hype wegzuwischen. DieGrünen

sind unser politischer Hauptgegner.

Aber die CDU darf nicht wie ein Kaninchen

auf die Schlange starren,

sondern muss ihre eigene Position

definieren. Da haben wir Nachholbedarf.

Dazu gehört es, den Bürgern

mehr zuzuhören. Derzeit stellen wir

die Fragen, auf die wir Antworten geben,

lieber selber.Esist keinWunder,

dass viele sich da nicht mitgenommen

fühlen.

Wasmuss die CDU ändern?

Wir müssen es ernst nehmen,

wenn die Jungen fragen: Washinterlasst

ihr uns? Es ist arrogant, wenn wir

die „Fridays-for-Future“-Demonstranten

dann auffordern, erstmal ein

fertiges Konzept vorzulegen oder eigenes

Geld zu verdienen. Einanderes

Beispiel ist das Urheberrecht. Da

spricht viel für die Entscheidung, die

ZUR PERSON

PHOTOTHEK.NET/THOMAS KOEHLER

Susanne Eisenmann wurde 1964 geboren. Sie studierte Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft

in Stuttgartund promovierte im Fachbereich Philosophie.

CDU-Mitglied ist Eisenmann seit ihrem 16. Lebensjahr.InStuttgartwar sie elf Jahre lang Bürgermeisterin

für Kultur,Bildung und Sport.

Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg ist Eisenmann seit Mai 2016.

Aufstand gegen Merkel

in der EU getroffen wurde. Aber deswegen

sollte man die Demonstranten

nicht als Bots und gesteuertbezeichnen.

Die CDU wird weiter verlieren,

wenn sie ein Oberlehrer-Image hat

mit dem Motto: Setzen, Ruhe!

Washeißt das für den Klimaschutz?

Da brauchen wir mehr Power und

schnelleres Handeln. Und wer keine

CO 2 -Steuer will, muss die Alternative

benennen. DieCDU muss aufpassen,

dass sie nicht selbst irgendwann den

Stempel„Dagegen-Partei“ bekommt.

Apropos dagegen: Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek hat an die Länder

appelliert, Plänen für einen Nationalen

Bildungsrat zuzustimmen, um

Bildungsangebote vergleichbarer zu

machen.Warum blockieren Sie?

Ichhalte denVorschlag, einen Nationalen

Bildungsrat einzurichten,

für komplett falsch. Niemand

braucht ein zusätzliches beratendes

Gremium, das bedrucktes Papier

ohne verbindliche Wirkung produziert.

Wir brauchen selbstständige

Länder, die aus eigener Kraft gemeinsam

Dinge voranbringen.

Wiewollen Sieden Schulanschluss für

Kinder vereinfachen, die von einem

Bundesland ins nächste umziehen?

Eines ist klar: Esgeht nicht mehr

an, dass zwischen den Ländernkeine

vergleichbaren Bedingungen herrschen.

Es bewerben sich schließlich

alle um die gleichen Studienplätze.

Wir brauchen in Deutschland innerhalb

vonfünf bis zehn Jahren ein zentrales

Abitur und auch für andere

Schulabschlüsse zentrale Prüfungen.

Praktisch heißt das für das Abitur:Am

Ende muss es nicht nur deutschlandweit

dieselben Prüfungsaufgaben geben,

sondern auch einheitliche Regeln

dafür, welche Fächer ins Abitur

eingebracht werden. Damit all das

funktioniert, brauchen wir auch vergleichbareLehrpläne.

Davonsind sie weit entfernt.

Die Länder diskutieren die richtigen

Fragen, aber sie bewegen sich zu

langsam. Da müssen die Kultusminister

sich tatsächlich einen Ruck geben.

Ich nehme mich da selbst nicht

aus. Die Kultusministerkonferenz

muss sich vom langsamen Tanker

zum Schnellboot entwickeln, um für

bundesweit vergleichbare Bedingungen

zu sorgen. Am Ende muss ein entsprechender

Staatsvertrag zwischen

den Bundesländern stehen. Es muss

Schluss damit sein, dass jemand einen

Studienplatz nicht bekommt,

weil in seinem Bundesland das Abitur

schwerer war als in anderen.

DasGespräch führten Tobias Peter

und Daniela Vates.

Auch bei den deutschen Konservativen wächst der Unmut über die geplante Vergabe der EU-Spitzenposten

VonRasmus Buchsteiner

und Damir Fras, Brüssel

ten. In der EVPkam es zudem zu einer

Art Aufstand gegen Merkel. Die konservativen

Amtskollegen der Kanzlerin

rebellierten, weil der Spitzenkandidat

der EVP, Manfred Weber (CSU),

mit dem Posten des Parlamentspräsidenten

abgefunden werden sollte.

Kritik kam auch aus Deutschland.

„Wenn die Staats- und Regierungschefs

nicht in der Lage sind, die Personalien

zu lösen, dann sollte das Parlament

das Heft des Handelns an sich

reißen“, sagte der CSU-Europaabgeordnete

Markus Ferber. „Ich weiß

nicht, warum ich fünf Monate für

Manfred Weber Wahlkampf gemacht

habe und jetzt Frans Timmermans

wählen muss.“ Auch habe Timmermans

bisher nicht bewiesen, dass er

im EU-Parlament über eine Mehrheit

verfüge. Ferber kritisierte auch eine

mögliche Gipfel-Festlegung auf Weber

als Parlamentspräsident: „Ein Europäisches

Parlament, das sich gefallen

lässt, dass über seinen Präsiden-

Mehr als 20 Stunden saßen sie in

unterschiedlichen Runden zusammen,

doch sie konnten sich nicht

einigen. Überraschend hat EU-Ratspräsident

Donald Tusk am Montag

die Verhandlungen der Staats- und

Regierungschefs über die Top-Jobs in

der EU auf diesen Dienstag verschoben.

Der Niederländer Frans Timmermans

ist dem Vernehmen nach

zwar weiter Favoritfür den Posten des

Kommissionspräsidenten, doch der

Widerstand vor allem aus Osteuropa

und Italien gegen den Sozialdemokraten

ist nach wie vorstark. Ob es gelingen

wird, am Dienstag ein Personalpaket

zu schnüren, blieb offen.

Die Zeit drängt. Am Mittwoch

wählt das Europaparlament seinen

Präsidenten oder seine Präsidentin.

Das ist ein Pflock im EU-Personaltableau,

den die Staats- und Regierungschefs

lieber selbst einschlagen

wollen. Doch selbst der Verhandlungsmarathon

von Sonntagnachmittag

bis Montagmittag brachte

keine Lösung. Neu besetzt werden

müssen die Posten des Kommissionspräsidenten,

des Ratspräsidenten,

des Parlamentspräsidenten sowie des

Hohen Beauftragten für die Außenpolitik.

Zuletzt lag der Vorschlag auf

dem Tisch, dass Timmermans Kommissionspräsident

werden sollte.Der

Ratsvorsitz sollte ebenso an die Europäische

Volkspartei (EVP) gehen wie

der Posten des Parlamentspräsidenten.

DieLiberalen sollten den EU-Außenminister

besetzen.

Zu einer Abstimmung kam es jedoch

nicht. Polen, Ungarn, Tschechien

und Italien wehrten sich gegen

Timmermans: Im Zuge seiner bisherigen

Zuständigkeit für den Schutz

der Rechtsstaatlichkeit war der Sozialdemokrat

häufiger mit den östlichen

EU-Staaten aneinander geraten

von den Staats- und Regierungschefs

entschieden wird, schwächt

sich selbst.“

Merkel spielte den Streit herunter.

Mit Blick auf Polen und Italien sagte

sie,dass große Mitgliedstaaten nicht

mit den Vorschlägen vom Montag

hätten leben können. Es sei zwar

theoretisch möglich, Länder mit insgesamt

100 Millionen zu überstimmen.

Daswäreaber nicht klug, sagte

Merkel, weil das Spannungen erzeuge,mit

denen die Staats- und Regierungschefs

die nächsten fünf

Jahre umgehen müssten. Merkel

sprach von „verschiedenen Enden“,

die man zusammenbringen müsse.

Anders klang Frankreichs Präsident

Emmanuel Macron. Er kritisierte

die Vertagung des Gipfels

scharf: „Unsere Glaubwürdigkeit ist

tief beschädigt. Mit diesen überlangen

Treffen, die zu nichts führen, vermitteln

wir ein Bild Europas,dem die

Ernsthaftigkeit fehlt.“

Mit

Eisenstangen

ins Parlament

Ausschreitungen bei

Protesten in Hongkong

Bei Massenprotesten gegen die

Regierung ist es in Hongkong zu

Zusammenstößen zwischen der Polizei

und Demonstranten gekommen.

Polizisten setzten am Montag,

dem 22. Jahrestag der Rückgabe der

ehemaligen britischen Kronkolonie

an China, Schlagstöcke und Pfefferspray

gegen Demonstranten ein,

weil diese Straßen und Teile des Regierungsviertels

besetzt hielten. Insgesamt

beteiligten sich Zehntausende

an den Protesten. Nach Regierungsangaben

wurden mindesten 25

Menschen bei den Zusammenstößen

verletzt.

Einige Demonstranten drangen

mit Gewalt in den Legislativrat –

Hongkongs Parlament –ein. Immer

wieder rammten sie Eisenstangen

und einen Transportwagen gegen

eine Glasfront des wichtigen Regierungsgebäudes,

bis diese splitterte.

Andere Protestler begannen am

Abend, Teile aus dem Metallzaun vor

dem Gebäude zu entfernen. Viele

trugen Schutzbrillen und Masken.

Auch nutzten sie aufgespannte Regenschirme

–das Symbol der Hongkonger

Demokratiebewegung –, um

sich vordem Pfefferspray der Polizei

zu schützen.

Demonstranten haben sich mit Schutzbrillen

und Masken gerüstet.

DPA

Anders als sonst üblich verfolgten

Regierungschefin Carrie Lam und

ihre Gäste die Fahnenzeremonie

zum Jahrestag nicht im Freien, sondern

auf einem Bildschirm ineinem

nahe gelegenen Kongresszentrum.

Am 1. Juli 1997 hatte Großbritannien

seine Kronkolonie Hongkong

an China zurückgegeben. Eigentlich

stehen den Hongkongernlaut Rückgabevertrag

bis 2047 mehr Freiheiten

zu als den Chinesen in der Volksrepublik.

Doch immer mehr Hongkonger

fühlen, dass Peking schon

jetzt ihreRechte beschneidet.

DasAuslieferungsgesetz würde es

Hongkongs Behörden erlauben, von

China beschuldigte Personen an die

Volksrepublik auszuliefern. Kritiker

warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig

und diene der politischen

Verfolgung. Auch drohten Folter und

Misshandlungen.

Lam entschuldigt sich

Lam hatte das Auslieferungsgesetz

nach dem Aufschrei in der Bevölkerung

zwar auf Eis gelegt. Die Demonstranten

wollen aber weiter protestieren,

bis das Gesetz offiziell zurückgenommen

wird, inhaftierte

Mitglieder der Protestbewegung freikommen

und Polizisten bestraft

werden, die schon bei einem Protest

am 12. Juni gewaltsam gegen Demonstranten

vorgegangen waren.

Lam entschuldigte sich am Montag

für ihr Vorgehen. Siehabe aber in

guter Absicht gehandelt: „Ich werde

meine Lektion lernen und sicherstellen,

dass die zukünftige Arbeit der

Regierung enger und besser auf die

Bestrebungen, Gefühle und Meinungen

der Gemeinschaft eingeht“,

sagte Lam. Die Hongkonger Führung

müsse dringend ihren Regierungsstil

reformieren, was von ihr

selbst ausgehen werde. Sie versprach,

sich um Wohnraum zu kümmern

und das Bildungs- und Gesundheitssystem

zu stärken. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 5 *

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Politik

Das NewYorkPride Weekend markiertden Höhepunkt der Feierlichkeiten zum sogenannten Stonewall-Jubiläum.

DDP USA/GABRIELE HOLTERMANN-GORDEN

Im Zeichen des Regenbogens

Mit einer Reihe von Demonstrationen feiern die New Yorker die Errungenschaften der Schwulenbewegung. Doch die Fortschritte sind in Gefahr

VonNikolaus Bernau, New York

New York City hat seit dem

Freitagnachmittag vergangener

Woche einen

neuen Feiertag: Aufeiner

gut besuchten Kundgebung an der

Bar Stonewall Inn erklärte Bürgermeister

di Blasio den 28. Juni zum

städtischen „Stonewall-Day“. Großer

Jubel, Fahnenschwenken, laute

Trommelmusik der legendären

Samba-Band, die seit Jahrzehnten

zum festen Teil der Pride-Aufzüge

gehört. Später kam dann noch Lady

Gaga auf die Bühne in Greenwich

Village und gab der Veranstaltung

Glamour,nachdem Politiker und Aktivisten

an das Erbe derjenigen erinnert

hatten, die sich vor einem halben

Jahrhundert gegen die Übergriffe

der Polizei gewehrthatten.

Gleiches Adoptionsrecht für alle,

das Ende der Diskriminierung vorallem

von Transsexuellen im Militär –

der offene Zugang zu diesem gilt vielen

in den USA als der Ausweis bürgerlicher

Gleichberechtigung

schlechthin –eine bessere Gesundheitsversorgung

und Wohnungspolitik,

Schluss mit der Verachtung

durch Trump &Cound ihrem faktischen

Staatssender Fox News: Das

waren so etwa die aktuellen Themen

aller Reden. NewYorkCity ist demokratisches

Kernland, di Blasio bewirbt

sich derzeit um die Präsidentschaftskandidatur

der Demokraten.

Es ist also nur klug, auch die Stimmen

von Schwulen, Lesben, Bisexuellen,

Transsexuellen und Transvestiten,

der Queeren, Inter-und Nicht-

Sexuellen einzusammeln. Alleine in

New York State dürften das statistisch

deutlich mehr als eine Million

sein.

Wichtige Wählerstimmen

Beim DykeMarch geht es um Rechte, um Sicherheit und Sichtbarkeit. DDP USA/ERIK MCGREGOR

Dass man sie wenigstens als Demokrat

in den USA berücksichtigen

muss,umWahlen gewinnen zu können,

das ist sicher eines der wichtigsten

Ergebnisse der breiten Regenbogenkoalition

LGBTQ- oder Pride-Bewegung,

wie sie inzwischen fast allgemein

genannt wird. DerKampf für

ihreRechte ist zum liberalen und linken

Mainstream geworden, vergessen

scheint auch die Verwicklung

etwa der Demokraten in die Unterdrückungspolitik

der 1950er- bis

1980er-Jahre.

Heute ist wenigstens in NewYork

das über die Straße gerufene Kompliment

für eine besonders bunte

Demonstrations-Ausstaffierung mit

Regenbogenfliege, Fahnen und Brillen

und der freundliche Gruß

„HappyPride“ Normalfall geworden.

Es scheint schlichtweg keine Schwulen-Hasser

mehr zu geben: Jeder Bezirk

hat seine Pride-Stadtfeste, und

gefeiert wird zusammen. Auf den

vielen Partys sind Lesben, Schwule,

Trans- und Bisexuelle und alle Hautfarben

und Herkünfte imTanzrausch

vereint. Allenfalls die Klassengrenzen

halten in dieser Stadt noch, befestigt

durch die oft happigen Eintrittspreise.

Doch ist das Erreichte bedroht.

Diese Angst prägte vor allem den alternativen

Queer Liberation March.

Er zog amSonntagvormittag durch

den nördlichen Teil des südlichen

Manhattan zum Central Park. Hier

waren keine amerikanischen Fahnen

zu sehen, dafür Regenbogenfahnen

und Protestplakate noch und

noch. Hier marschierten viele Veteranen

der Schwulen- und Lesbenpolitik,

der Aids-Selbsthilfe-Organisationen,

die bis in die späten 1990er in

den USA ohne jede Hilfe des Staats

gegen die Katastrophe kämpfen

mussten, hier waren auch die Huren

und die Stricher zu sehen, zeigten

transsexuelle Männer ihre nackte

Brust mit den Operationsnarben.

Offensiv wurde für die Absetzung

vonTrump geworben. Immer wieder

ging es um das Recht auf Familienplanung

–also das auf Abtreibung,

und scharf war die Kritik an der

Flüchtlingspolitik: Dass die Regierung

Trump sogar kleine Kinder in

Lager steckt, sie dort Dreck, Hunger

und Belästigungen aussetzt, hat in

den USA in den vergangenen Wochen

Entsetzen ausgelöst –weit über

die Parteigrenzen hinweg.

Tief verachtet ist hier die Kaperung

der Regenbogenfarben durch große

Firmen und Konzerne. Mit dem

„Pink-Washing“ solle nur verdeckt

werden, dass auch heute noch Menschen

ihrer Veranlagung wegen entlassen

werden können, dass Arzneimittelpreise

und Versicherungskosten

zu hoch sind, die Diskriminierung

bei Kreditvergaben und in der Wohnungspolitik

immer noch üblich ist.

Berlin fehlt einfach

Mitsolcher Kritik wurde die äußerlich

wohl schärfste Unterscheidung zum

großen World Pride markiert. Er

führte entlang der Fifth Avenue,

durch das geradezu irrwitzig überfüllte,enge

GreenwichVillage und die

Christopher Street und dann die 7.

Avenue wieder hoch im Stadtplan.

Hier gabesunter den angeblich etwa

vier Millionen Feiernden auch ganze

Kohorten von Angestellten großer

Banken und Finanzunternehmen,

einheitlich im T-Shirt ihrer Arbeitgeber

gekleidet, ohne auch nur den

Hauch einer Kritik an den bestehenden

Verhältnissen oder wenigstens

der Andeutung eines individuellen

Aufstehens für das eigene Recht. So

etwas kann gesehen werden als Teil

des errungenen Rechts auf Sicht- und

Unsichtbarkeit. Oder eben als blanke

Werbeaktion für die Firmen.

Zu diesem Marsch gehören übrigens

immer auch ausländische Delegationen.

Aus Kanada selbstverständlich,

obwohl der Pride Marchin

Toronto inzwischen eigene Bedeutung

erhalten hat, aus Mexiko,

Frankreich, Brasilien, aus Großbritannien.

Berlin fehlte, die Stadt der ersten

Schwulenbewegung des 20. Jahrhunderts.

Ziemlich peinlich für die

Hauptstadt, das Jubiläum in der

Stadt der zweiten Schwulenbewegung

zu ignorieren. Undsomussten

Hamburg mit Elbphilharmonie und

München mit Lederhosen sowie

Chemnitz und Rostock Deutschlands

LGBTQ-Bewegungen vertreten–schwimmend

im Einhornbadering.

Nikolaus Bernau

ärgerte sich über das Fehlen

Berlins in NewYork.

Abschied von der Erdogan-Partei

Nach der Wahlniederlage in Istanbul planen prominente AKP-Politiker eine Abspaltung. Der türkische Staatspräsident wittert Verrat

VonFrank Nordhausen

dung in zwei bis drei Monaten erfolgen

werde. Einem Babacan-Berater

zufolge solle deren Politik „zurück zu

den Wurzeln“ der AKP aus deren Anfangsjahren

führen: wirtschaftliche

und demokratische Reformen,

Antikorruptionsprogramme,

eine westlich

ausgerichtete Außenpolitik.

Ali Babacan stand als

türkischer Wirtschaftslenker

bis 2015 für einen liberalen

ökonomischen Kurs,

Abdullah Gül machte sich

als moderierender Staatspräsident

einen Namen.

Gül hat in den vergangenen Jahren

immer wieder vorsichtige Kritik an

der zunehmend autoritären Politik

Erdogans geübt.

Vergangene Wocheerklärte er unumwunden:

„Absolute Autorität ist

Ali Babacan, Erdogan-Kontrahent

Lange haben sie sich zurückgehalten,

nach der Wahlniederlage ihres

Bürgermeisterkandidaten in Istanbul

kommen sie aus der Deckung.

Hochrangige Mitglieder der

regierenden islamischen „Partei für

Gerechtigkeit und Fortschritt“ (AKP)

vonStaatspräsident Recep Tayyip Erdogan

wollen im Herbst eine neue

konservative Partei ins Leben rufen,

die die Partei spalten könnte.

Damit wird nun quasi-offiziell,

was seit Monaten als Gerücht kursierte.

Ander Spitze der neuen Partei

werden voraussichtlich populäre

liberale AKP-Politiker stehen, die

von Erdogan kaltgestellt wurden

und ihre Unzufriedenheit mit seinem

wachsenden Autoritarismus

wiederholt äußerten: der frühereVizepremierminister

und „Wirtschaftszar“

Ali Babacan und der

ehemalige Staatspräsident Abdullah

Gül.

„Alles wird gut werden“, so kommentierte

Ex-Staatschef Gül die erneute

Niederlage seiner eigenen Partei

bei der Wiederholungswahl in Istanbul

am 23. Juni. Dass Gül damit

das Wahlkampfmotto des siegreichen

Kandidaten Ekrem Imamoglu

von der sozialdemokratischen CHP

zitierte, werteten Beobachter als

starken Hinweis auf die kurz bevorstehende

Gründung der neuen Partei.

Auch ein Name ist angeblich

schon gefunden, wie die regierungsnahe

Zeitung Habertürk amMontag

meldete: „Partei für Unabhängigkeit

und Recht“.

In- und ausländische Medien zitierten

in den vergangenen Tagen

hochrangige AKP-Dissidenten mit

den Worten, dass die Parteineugrünnicht

nachhaltig.“ Das zielte direkt

auf Erdogan. Ali Babacan besuchte

den Präsidenten vergangene Woche,

um ihm seinen Rücktritt aus dem

Gremium der AKP-Gründer zu erklären.

Vermutlich wollen Babacan

und Gül versuchen,

Abgeordnete aus der AKP-

Fraktion im Parlament he-

PHOTOTHEK.NET

rauszubrechen. Gemeinsam

mit den drei Oppositionsparteien

könnte die

neue Gruppe einem Vorschlag

der CHP folgen, ein

neues Verfassungsreferendum

über Erdogans Präsidialsystem

herbeizuführenund

ihn damit zu stürzen. Prominente

AKP-Veteranen werden bereits

als Unterstützer gehandelt.

Diewirtschaftliche Rezession, die

rasende Inflation und Enthüllungen

über die Verschwendungssucht der

Regierung lassen die AKP-Basis rasant

erodieren, wie die Wahlwiederholung

in Istanbul bewies. Imamoglu

hat dort seinen Vorsprung in

weniger als drei Monaten von rund

13 000 auf 800 000 Stimmen ausbauen

können.

Auf diese erstaunliche Stimmenvermehrung

bezogsich amWochenende

ein weiteres früheres AKP-

Schwergewicht, dem die Gründung

einer AKP-Abspaltung nachgesagt

wird: Ex-Ministerpräsident Ahmet

Davutoglu. Deutlicher als seine beiden

Noch-Parteifreunde überschritt

er mit einer flammenden Rede die

innerparteiliche rote Linie der Kritik

am übermächtigen Vorsitzenden.

Die AKP sei nicht die „Partei einer

Person, einer Familie oder einer

Gruppe“, sagte er. „Staatsstruktur

und Familienbande müssen unbedingt

getrennt werden.“

Da Babacan und Gül den wegen

seiner Syrienpolitik unpopulären

Davutoglu nicht in ihrer Partei haben

wollen, hat dieser sich nun wohl

für den Versuch entschieden, die

AKP voninnen heraus zu erneuern.

Mehrheit ist erstmals unzufrieden

Parteichef Erdogan aber findet keinen

Umgang mit der ungewohnten

innerparteilichen Kritik. Im AKP-

Führungsgremium habe er sich über

den „Verrat“ seiner alten Parteifreunde

Babacan und Gül beklagt,

schrieb Hürriyet. Womöglich ist dem

Präsidenten nicht klar,dass die Kritiker

eine wachsende Stimmung in

der Bevölkerung widerspiegeln.

Nach einer repräsentativen Erhebung

des renommierten Istanbuler

Metropoll-Instituts ist eine Mehrheit

der Bevölkerung erstmals seit Jahren

mitdem Staatschef unzufrieden


6* Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

2.4.19

3.4.19

MÄRKTE

▲ 12521,38 (+0,99 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

2.4.19

Stand der Daten:01.07.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

1.7.19

▲ 65,17 (+0,96 %)

1.7.19

▼ 1,1349 (–0,27 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom01.07.zum Vortag

1.7.19

Nemetschek 56,05 +5,85 WWWWWWWWWWW

Infineon NA 16,20 +4,18 WWWWWWWW

DialogSemic. NA 36,90 +4,06 WWWWWWWW

Dürr 31,16 +3,97 WWWWWWWW

Wirecard 152,85 +3,24 WWWWWWW

Siltronic NA 66,20 +3,05 WWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom01.07.zum Vortag

Rocket Internet 24,62 WWWWWW –2,92

DeliveryHero 39,40 WWW –1,23

Norma Group NA 36,04 WWW –1,10

1&1 Drillisch 29,00 WWW –1,09

Fraport 74,84 WWW –1,01

CarlZeissMeditec 85,95 WWW –0,92

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 01.07. ±% z. 28.06.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,69

3537/2909 3497,59

CAC 40(FR) +0,52

5611/4556 5567,91

S&P UK(UK) +0,95

1569/1323 1517,10

RTS (RU) +1,53

1410/1033 1401,64

IBEX (ES) +0,72

9972/8286 9264,60

Dow Jones (US) +0,42

26952/21713 26712,00

Bovespa (BR) +0,54

102617/72848101509,39

Nikkei (JP) +2,13

24448/18949 21729,97

Hang Seng (HK) –0,20

30280/24541 28546,74*

Stx Singap. 20 (SG) +1,85

1635/1350 1628,65

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Advanzia */**

advanzia.com - 1,00 1,00

NIBC Direct */**

nibcdirect.de 0,75 0,75 0,75

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,70 0,70 0,70

Akbank

akbank.de 0,41 0,41 0,41

Ikano Bank

ikanobank.de 0,34 0,34 0,34

ING *

ing.de 1,00 1,00 1,00

Santander

santander.de 0,03 0,03 0,03

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

commerzbank.de 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse (Online)

berliner-sparkasse.de 0,01 0,01 0,01

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,001 0,001 0,001

Sparda Berlin (Online)

sparda-b.de - 0,001 0,001

BBBank

bbbank.de 0,00 0,00 0,00

Mittelwert von 85 Banken 0,18 0,18 0,18

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Die Post verlangt fürdie Zustellungeines Standardbriefes jetzt 80 Cent.

Das Schriftliche auf Papier

hat seinen Preis.Und der

hat sich mit Beginn des

neuen Monats noch einmal

deutlich erhöht. Die Deutsche

Post verlangt jetzt für einen Standardbrief,

der innerhalb Deutschlands

verschickt wird, 80 Cent –also

zehn Cent mehr als bislang. DiePostkarte

kostet mit 60 Cent sogar 15 Cent

mehr. Esist die erste Erhöhung seit

2016. Undsie kommt unter fragwürdigen

Umständen zustande. Beim

Kompaktbrief – bis 50 Gramm – sind

es nun 95 Cent (bisher 85) und beim

Großbrief bis 500 Gramm sind es

1,55 Euro (bisher 1,45).

Eigentlich wollte der teilstaatliche

Konzern die Aufschläge schon zum

1. Januar einführen. Doch die Bundesnetzagentur

verlangte zusätzliche

Informationen darüber, wound

wie im Briefgeschäft die Kosten anfallen.

Diese wurden nun nachgereicht.

Parallel dazu hat die Bundesregierung

auf den letzten Drücker

eine Verordnung aktualisiert, die die

Berechnungsgrundlagen für das zulässige

Portoverändert–genauer gesagt:

Der Post werden größere Spielräume

gewährt. Für Wettbewerbsexperten

ist das ein zusätzliches Ärgernis,

zumal etwa Justus Haucap von

der Uni Düsseldorf schon zuvor beklagt

hatte, dass die Politik der Post

ohnehin zu viele Vorteile gewähre.

DassderKonzernnichtnacheigenem

Gutdünken das Porto festlegen

Dem

Kraftfahrt-Bundesamt

(KBA) kommt beim Kampf

gegen den Dieselskandal in Deutschland

eine zentrale Rolle zu. Wenn es

aber stimmt, was Bayerischer Rundfunk

(BR) und „Handelsblatt“ nun

herausbekommen haben, war das

KBA dabei lange auf Kuschelkurs –

unddasindirekterKonfrontationmit

Strafverfolgern. DieVorwürfe gipfeln

darin, dass die Staatsanwaltschaft

dem KBA mit einer Razzia gedroht

und den Vorwurfder Strafvereitelung

in den Raum gestellt habe.

DieBehörde,die dem Bundesverkehrsministerium

unterstellt ist,

schweigt zu dieser Darstellung. Die

Staatsanwaltschaft will diesen Teil

der Enthüllungen nicht kommentie-

Von Frank-Thomas Wenzel

Von Thomas Magenheim

Fragwürdige Umstände

Die Portoerhöhung der DeutschenPost stößt bei Konkurrenten auf Kritik

Das Briefporto

Entwicklungdes Preises für einen Standardbrief (bis 20Gramm) seit der Postreform

1996 (in Cent),inDeutschland

seit 1. Juli 80 Cent

80 Cent

70 Cent

60 Cent

50 Cent

1997

*DM-Preise umgerechnet in Euro

56 Cent*

kann und es sich vonder Agentur,die

dem Wirtschaftsministerium untergeordnet

ist, genehmigen lassen

muss, hängt mit zweierlei zusammen.

Einerseits ist der Ex-Monopolist

im Briefgeschäft nach wie vor

marktbeherrschend.Zweitensgiltfür

die Post die Pflicht zum Universaldienst.

Sie muss sowohl bei Briefen

als auch bei Paketen einen flächendeckenden

Service anbieten. Dasbedeutet

nicht nur Sendungen abliefern,

sondern auch Briefkästen leeren

und Agenturen betreiben. Im

Gegenzug ist die Post unter anderem

vonder Umsatzsteuer befreit.

Doch Infrastruktur kostet Geld –

insbesondere der finale Abschnitt

KBA beim Dieselskandal im Zwielicht

Die Behörde soll mit Audi sehr sanft umgegangen sein –zum Ärger derStaatsanwaltschaft

ren.DasVerkehrsministeriumbeteuert,

dass das KBA vollumfänglich mit

der Staatsanwaltschaft kooperiere.

Das ist möglicherweise heute so.

In den Jahren nach dem Bekanntwerden

des Dieselabgasskandals war es

den Berichten zufolge ganz anders.

„Zum wiederholten Male sehe ich

mich veranlasst, Sie darauf hinzuweisen,

dass eine nur eingeschränkte

Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden

den Straftatbestand

der (mindestens versuchten) Strafvereitelung

erfüllen kann“, zitieren

sie aus dem Schreiben eines Münchner

Staatsanwalts an die Adresse von

KBA-Chef EkhardZinke.

Zuvor hätten die Ermittler das

KBA dringend gebeten, zuerst sie zu

informieren, wenn bei der Untersuchung

von Audi-Dieselmotoren

55

58 60 62

70 Cent

2000 2005 2010 2015 ’18’19

BLZ/GALANTY;QUELLE: DEUTSCHE POST, DPA

des Zustellens bis zur Haustür des

Empfängers. Die steigenden Aufwendungen

fürs Personal (die Gewerkschaft

Verdisetzte deutliche Tariferhöhungen

durch) sind das

Hauptargument der Post für das Plus

beim Briefporto.Zugleich verweisen

die Manager darauf, dass die Zahl der

Sendungen sinkt. Nach Berechnungen

der Netzagentur haben die Gelben

voriges Jahr 12,1 Milliarden Briefe

abgeliefert. 2010 waren es noch

14,7 Milliarden.

Was der Portoaufschlag bringt,

wird öffentlich nicht kommuniziert.

Als sicher gilt ein Umsatzplus in der

Größenordnung eines dreistelligen

Millionen-Euro-Betrags. Genau hier

mögliche Betrugssoftware entdeckt

würde.Die Behörde habe zuerst den

Autobauer underst später die Ermittler

informiert. Daraufhin hätten

Staatsanwälte mit einer Razzia beim

KBA gedroht.

Diskutabel ist das Verhalten des

KBA auch in einem anderen Punkt.

Demnach hat die Behörde bei Audi

nicht nur eine Abschaltvorrichtung

beanstandet, sondern vier verschiedene

Varianten und dann Anfang

2018 schließlich Rückrufe veranlasst.

Als rechtlich unzulässig habe das

KBA aber nur eine Variante eingestuft,

erklärtdas Bundesverkehrsministerium

auf Anfrage. Drei weitere

„Abgasstrategien“ habe die Behörde

als „zweifelhaft hinsichtlich der Zulässigkeit“

bewertet, aber gleichwohl

ihreBeseitigung gefordert.

FOTO: JULIAN STRATENSCHULE/DPA

setzt die Kritik der Konkurrenten an.

Sie beklagen mangelnde Transparenz.

So ist zum Beispiel nicht klar,

wie stark die Nachlässe sind, die

Großkunden wie Banken oder Versicherungen

bekommen. Sicher ist

aber, dass kleinere Unternehmen

kaum Chancen auf Rabatte haben –

die Porto-Erhöhung trifft also neben

Privatleuten auch den Mittelstand.

DerBundesverband Briefdienste fordert

seit geraumer Zeit eine Markttransparenzstelle,die

die Preisstrategie

der Post offenlegt.

Überdies macht sich der Bundesverband

Paket und Expresslogistik

(BIEK) dafür stark, die Universaldienst-Regularien

zumindest beim

Paketgeschäft abzuschaffen, da zahlreiche

Anbieter längst ebenfalls flächendeckend

aktiv sind. Ferner gelte

es,die Regeln für die Berechnung des

zulässigen Portos deutlich zu verschärfen.

Siesollen sich künftig strikt

an dem Kostenniveau orientieren,

das ein Unternehmen im harten

Wettbewerb erreichen müsste.

Hinter all dem steckt der Vorwurf,

dass die Post verdeckte Monopolgewinne

im Briefgeschäft einfahre, die

dann genutzt würden, um das Paketgeschäft

zu subventionieren – wodurchderKonkurrenzkampf

verzerrt

werde. Bei all dem schwingt immer

mit, dass der Staat nach wie vor mit

gut 20 Prozent an der Deutschen Post

beteiligt ist und unterstellt wird, dass

die Bundesregierung insgeheim mit

dem Vorstand kollaboriere, um eine

hohe Dividende zu sichern.

„Aus Sicht der Staatsanwaltschaft

handelt es sich um unzulässige Abschalteinrichtungen“,

teilt die

Staatsanwaltschaft München 2auch

zu den drei Varianten mit, die das

KBA lediglich als zweifelhaft eingestuft

hatte.

Jurist Martin Führ von der Hochschule

Darmstadt, der Gutachter im

Abgasuntersuchungsausschuss des

Bundestags war, stützt die Sicht der

Staatsanwälte.Ererkenntinallenvier

Varianten zweifelsfrei Abschaltvorrichtungen,

die nicht dem Motorenschutz

dienten. Denn in diesem Fall

hätte man die Programmzeilen nicht

einfach per Update beseitigen können.

Dass nur eins der vier Programme

als rechtswidrig gerügt wurde,

helfe Audi bei der Abwehr von Kundenklagen,

meint Führ.

Deutsche Bank

auf

Schrumpfkurs

Bis zu 20000Jobs sind

offenbar gefährdet

Von Jörn Bender

Deutsche-Bank-Chef

Christian

Sewing hat „harte Einschnitte“

angekündigt –und könnte bald liefern.

Biszu20000 Jobs stehen offenbar

bei Deutschlands größtem Geldhaus

auf der Kippe.Eswäreein historischer

Schnitt: Mehr als jede fünfte

der zuletzt knapp 91500 Vollzeitstellen

würde gestrichen. Treffen dürfte

es vor allem das seit zwei Quartalen

verlustreiche Investmentbanking.

Schon in dieser Woche könnte es

zu einer entsprechenden Ankündigung

kommen, hieß es in Berichten

des „Wall Street Journals“ und der

Nachrichtenagentur Bloomberg.

Sprecher der Deutschen Bank wollten

sich zu den vonInsidern gestreuten

Informationen nicht äußern. Offiziell

entschieden ist bisher anscheinend

noch nichts.Doch allein die Erwartung,

dass der tiefgreifende Konzernumbau

unmittelbar bevorsteht,

gabdemDax-KonzernamMontagan

der Börse Rückenwind. Die zuletzt

gebeutelte Aktie sprang zeitweise

über die 7-Euro-Marke.

Klarheit gibt es bereits über weitere

Einschnitte im Zuge der Postbank-

Integration: In der vergangenen Woche

war die Neuaufstellung der Zentrale

der DB Privat- und Firmenkundenbank

mit Standorten in Frankfurt

und Bonn vereinbart worden. Dort

werden bis Ende 2020 rund 750 Vollzeitstellen

gestrichen – ohne betriebsbedingte

Kündigungen. Verhandelt

wirdderzeit über die Zusammenlegung

des Bereichs Operations,

zu dem Kontoservice und Kreditabwicklung

gehören. Im Gespräch ist

dort die mögliche Streichung von

1200 Vollzeitstellen.

Postbank doch nicht verkauft

Privatkundenvorstand Frank Strauß

hatte klargestellt, dass der Umbau

nicht beendet ist: „Wir werden kontinuierlich

über die nächsten Jahre

weiter abbauen. Der Bereich wird

weiter schlanker werden.“ Seit Anfang

2017 bis zum Ende des ersten

Quartals 2019 wurden in dem Segment

5500 Vollzeitstellen abgebaut.

Im Frühjahr 2017 hatte sich die Deutsche

Bank entschieden, die Postbank

doch nicht zu verkaufen, sondern in

ihr Privat- und Firmenkundengeschäft

einzugliedern.

Weitaus härter wird esaller Voraussicht

nach die Unternehmensund

Investmentbank treffen, in der

esEndeMärzdiesesJahresinsgesamt

38300 Vollzeitstellen gab. Der ehemalige

Privatkundenchef Sewing

hatte bei der diesjährigen Hauptversammlung

keinen Zweifel an seiner

Entschlossenheit gelassen, den Bereich

radikal zu entrümpeln. „Wir haben

immer noch zu hohe Kosten, die

wir nicht direkt einer Leistung für

unsere Kunden zuordnen können“,

sagte Sewing im Mai. Das Investmentbanking,

das vorder Finanzkrise

mit Milliardengewinnen glänzte,

hat sich in den vergangenen Jahren

immer mehr zur Bürde für die Deutsche

Bank entwickelt. Etliche Prozesse

und Strafzahlungen in Milliardenhöhe

haben ihreWurzeln in dem Geschäftsbereich.

(dpa)

ChristianSewing, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen Bank. FOTO: ARNE DEDERT/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 7 *

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Wirtschaft

Abschied

von der

Billigware

In China verkauft Aldi

höherwertige Produkte

Von Jörn Petring

Kann Aldi in China gelingen, woran

immer mehr ausländische

Supermarktketten scheitern? Gerade

hat Aldi Süd seine ersten zwei Filialen

inShanghaieröffnet,daziehtsichmit

dem französischen Konzern Carrefour

der nächste Konkurrent aus dem

chinesischen Markt zurück. Der

größte Einzelhändler Europas kündigte

vergangene Woche den Verkauf

von 80 Prozent seines China-Geschäfts

für rund 620 Millionen Euro

an Suning.com an. Der chinesische

Konzern hat sich außerdem die Option

gesichert, auch die übrigen

20 Prozent zu übernehmen.

Für Carrefour und seine rund

200 Supermärkte in der Volksrepublik

ging es zuletzt bergab.Die Umsätze

waren 2018 um fast 6Prozent auf

4,1 Milliarden Euro gesunken. Der

harte Wettbewerb mit heimischen

Anbietern und die in China rasant

wachsende Konkurrenz durch das

Onlinegeschäft werden dafür als

Hauptgründe gesehen.

Hohe Onlinequote

China wird laut der Marktforscher

von IDG zwar in vier Jahren die USA

als größten Lebensmittelmarkt der

Welt ablösen. Doch besonders ausländische

Ketten haben Probleme,

sich auf die geänderten Kaufgewohnheiten

der Chinesen einzustellen.

Chinas Mittelklasse hat keine

Lust mehr, erst endlose Regalreihen

abzusuchen und sich dann in langen

Schlangen an den Kassen einzureihen.

Warum auch, wenn man sich

Obst, Fleisch und Gemüse ebenso

gut an die Haustür liefern lassen

kann?

Laut einer Untersuchung des

Marktforschungsfirma Nielsen wurden

zuletzt bereits 18 Prozent der sogenannten

schnelldrehende Waren

wie verpackte Lebensmittel, Getränke,Toilettenartikel,

rezeptfreie Medikamente

und andereVerbrauchsmaterialien

in China online gekauft.

Um mithalten zu können, haben

sich ausländische Ketten wie Walmart

mit einer der chinesischen E-

Commerce-Plattformen verbündet,

wenn sie sich nicht ganz verabschiedet

haben. Chinas Onlinehandelsgiganten

Alibaba und JD.com oder Lieferdienste

wie Meituan beliefernimmer

mehr Kunden schnell mit Einkäufen

aus dem Supermarkt oder

Restaurant um die Ecke.Aldi hat dies

erkannt und will es besser machen

als Carrefour.Vor zwei Jahren tastete

sich Aldi Süd zunächst mit einer reinen

Onlinepräsenz auf der zu Alibaba

gehörende Handelsplattform

Tmall vor. Auch in den ersten stationären

Märkten setzt Aldi nun auf den

Onlinetrend. Kunden können dort

auch mit einem Miniprogramm in

der in China stark verbreiteten Allzweckapp

Wechat im Laden bestellen

und bekommen im Umkreis von

drei Kilometernsofortgeliefert. Mittelfristig

sollen in China nach unbestätigten

Berichten zehn Filialen aufgebaut

werden –langfristig sogar 50

bis 100. In China setzt Aldi nicht auf

Billigware, sondernauf ausgesuchte,

höherwertige Produkte. (dpa)

Eineder beidenFilialendes Discounters

AldiinShanghai. FOTO: ANDREW MEREDITH/DPA

Iran wendet sich von Atomdeal ab

Atomenergiebehördebestätigt Überschreiten des Uranlimits –den Europäern renntdie Zeit davon

Von Marina Kormbaki

Das Atomabkommen mit dem

Iran steht vor dem endgültigen

Aus. DieIslamische Republik hat größere

Mengen von niedrig angereichertem

Uran angehäuft hat als im

Atomabkommen erlaubt. Entsprechende

iranische Medienberichte

bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde

IAEA am Montag.

Nach dem 2016 in Kraft getretenen

Atomabkommen liegt die Obergrenze

bei 300 Kilogramm. Wenn der Iran

diese Markeüberschreitet, verletzt er

damit das Abkommen.

Zugleich verschärfte Außenminister

Sarif den Tongegenüber den

USA. DerIranwerde sich dem amerikanischen

Druck nicht beugen. „Wir

erwidernDruck mitGegendruck und

Widerstand, genauso wie wir Respekt

mit Respekt beantworten“, sagte Sarif

amMontag. Die Eskalation des

Konflikts erfolgt mit Ansage: Für den

7. Juli hatte der Iran bereits angekündigt,

Uran wieder höher anzureichern.

Atmungsaktiv aus Abfall

Hersteller von Outdoor-Kleidung werben zunehmend mit nachhaltigen Produktionsmethoden

Von Thomas Magenheim

Die Manager Antje vonDewitz

und Ryan Gellert

sind bekennende Bewunderer

der Umweltaktivistin

Greta Thunberg und ihres

Schülerprotests „Fridays for Future“.

Dewitz ist Chefin des baden-württembergischen

Bergsportausrüsters

Vaude und Gellert Europa-Chef des

US-Konkurrenten Patagonia. Beide

Firmen gelten in ihrer Branche als

Umweltpioniere.

Damit liegen sie voll im Trend, wie

die jetzt in München neu gestartete

Outdoor-Fachmesse zeigt. „Wir

brauchen ein Outdoor for Future“,

propagiertDewitz. In Sachen Mikroplastik

und Textilchemikalien sei die

eigene Branche eine der Hauptquellen

für Umweltbelastung, gesteht die

Vertreterin des Familienunternehmens

aus Tettnang selbstkritisch.

Mittlerweile stellt sie aber ein Umdenken

auf breiter werdender Front

fest.

MitNachhaltigkeit werben immer

mehr Outdoor-Firmen, und viele Innovationen

sind ausgesprochen

grün. So hat der italienische Bekleidungsgarnhersteller

Aquafil ein Material

erfunden, das aus Nylonabfall

wie ausgedienten Fischernetzen Fasernfür

Outdoor-Bekleidung macht.

In Haltbarkeit, Atmungsaktivität und

Reißfestigkeit soll es sich nicht von

herkömmlichen Nylonfasern unterscheiden.

Ab Sommer 2020 wird die

Econyl genannte Faser von Bekleidungs-

und Schuherstellernverwendet.

Jede Tonne Econyl spare sieben

Tonnen Fässer Rohöl und knapp

sechs Tonnen Kohlendioxid-Emissionen

ein, rechnet Aquafil vor.

Textilfaser mitKaffeesatz

Großkonzerne fischen mittlerweile

Plastikmüll aus den Ozeanen, um daraus

Schuhe zu fertigen. AndereMarken

setzen auf Kreislaufwirtschaft

mittels spezieller Fasern, die Outdoor-Jacken

komplett wiederverwertbar

machen. Dasist für Umwelt

undMensch wichtig,weil traditionell

gefertigte Outdoor-Ware oft Schadstoffe

enthält, die beim Verbrennen

auf Müllhalden gefährliche Gifte freisetzt.

Wieder andere Marken verwenden

natürliche Rohstoffe und

verarbeiten Texilfasern mit Kaffeesatz

zu einem Funktionsstoff namens

„S.Cafe“. Entsprechende

Membranen bestünden zu einem

Viertel aus Kaffeeöl und hätten eine

geruchshemmende Wirkung, wird

geworben.

Einfach sei es nicht, bei einer vorwiegend

in Asien produzierenden

MancheOutdoor-Jacke bestehtaus wiederverwertetem Abfall.

Sehnsuchtsort: Moderne

Menschen verbringen

95 Prozent ihrer Zeit in geschlossenen

Räumen, haben

Studien ermittelt. Das

macht das Draußen vielfach

zu einem Sehnsuchtsort,

den die Outdoor-Branche

seit einigen Jahren gezielt

propagiert.

KLETTERHALLEN IM DUTZEND

Trendsportarten: Mit neuen

Trendsportarten wie Klettern

und Bouldern–Kletternohne

Seil an Felsbrocken –wird

Outdoor-Aktivität zugleich in

die Städte geholt. So werden

seit 2010 in Deutschland im

Schnitt zwei Dutzend Boulder-

und Kletterhallen im

Jahr errichtet.

US-Präsident Donald Trump war

vorgut einem Jahr aus dem Nuklearabkommen

unter Verweis auf Irans

aggressives Auftreten im Nahen und

Mittleren Osten ausgestiegen. InzwischenhabendieUSAdieWirtschaftssanktionen

und das Ölembargo

gegen den Iran wieder voll in Gang

gesetzt. Dadurch verschärft sich die

tiefe Wirtschaftskrise im Land. Das

Kalkül der Amerikaner sieht vor, dass

der innenpolitische Druck auf das

Regime so groß wird, dass es sich zu

neuen Verhandlungen mit Washington

genötigt sieht.

Derweil versuchen die verbliebenen

Partner des Atomabkommens –

Deutschland, Großbritannien,

Frankreich sowie Russland und China

–, Teheran zurVertragstreuezubewegen.

Dazu habendie europäischen

Partner die Tauschbörse Instex gegründet:

Über die Zweckgesellschaft

sollen Firmen unter Umgehung der

US-Sanktionen Geschäfte mit dem

Iranmachenkönnen.Zunächstistdie

Tauschbörse für den ImporthumanitärerGütervorgesehen.

FOTO: SVEN HOPPE/DPA

Umsatz: Die Hälfte der rund

5,8 Milliarden Euro, die die

Outdoor-Branche europaweit

im vergangenen Jahr

umgesetzt hat, entfällt auf

Bekleidung.Die Bekleidung

soll möglichst nicht nur zum

Sport, sondernauchabseits

davongetragen werden können.

Branche glaubhaft grüne Beschaffungsketten

zu etablieren, räumt Dewitz

ein. Nachhaltiges Wirtschaften

verursache bei Vaude im Schnitt

10 bis 15 Prozent höhereKosten. Vom

Verbraucher verlangeman für solche

Ware 5bis 8Prozent mehr.Sie seialso

schlechter kalkuliert.

Seit sich Vaude aber 2009 gezielt

dem Umweltgedanken verschrieben

hat, hätten sich die Umsätzeauf heute

über 100 Millionen Euro verdoppelt.

Dennoch stellen Dewitz und

Gellertfest, dass Verbraucher in Umfragen

zwar betont grün eingestellt

seien, aber nicht konsequent entsprechend

kaufen.

Die Öko-Strategie kann sich dennoch

lohnen. So waren 2018 die Umsätze

der Outdoor-Branche europaweit

erstmals nach Jahren des

Wachstums um etwa ein Prozent auf

5,8 Milliarden Euro rückläufig. Auch

für 2019 erwarten Branchenverbände

kaum ein besseres Resultat. Patagonia

dagegen konnte voriges Jahr

zweistelligeUmsatzzuwächseverbuchen,

sagt Gellert. Er istauch für dieses

Jahr optimistisch.

Gratwanderung

Dennoch bleibe die Kombination

von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

eine Gratwanderung. „Aber

wenn Sievor einer Klippe stehen, innehaltenundumkehren,istdasdann

wirklich ein Rückschritt?“, fragt der

Manager rhetorisch. „Gesunde Natur

ist unsere Geschäftsgrundlage“,

assistiert Kollegin Dewitz. Der Anblick

einer im Meer treibenden Plastikmüllinsel

von der Fläche Zentraleuropas

habe sie geschockt. DerUmstand,

dass diese nur einen Prozent

allen Plastikmülls in der Welt darstelle,noch

mehr,bekennt die in Sachen

Nachhaltigkeit leidenschaftlich wirkende

Managerin.

Mit Münchens Messechef Klaus

Dittrich zusammen ist sich das Managerduo

jedenfalls einig, dass

Nachhaltigkeit immer mehr zu

einem wesentlichen Verkaufsargument

der Branche wird. „Wir sind

stolz, dass Europas größte Outdoor-Messe

in München angekommen

ist“, bekennt der Ausstellungsmanager

zudem. Davorwar sie jahrelang

in Friedrichshafen am Bodensee

beheimatet. Unter anderem

mit größerer Fläche und einer eigenen

Internetplattform, die nicht

nur an den vier Messetagen, sondern

ganzjährig aktiv ist, hat Dittrich

sie schließlich an die Isar gelockt.

Zur Premiere stellen über 1000

Firmen aus, etwa ein Zehntel mehr

als zuletzt am Bodensee.

Am Freitag verkündeten die Europäer,

dass Instex nun „arbeitsfähig“

sei. Allerdings findet sich bisher kein

Interessent. DieAngst davor,mit US-

Sanktionen belegt zu werden, hält

Unternehmen von Geschäften mit

dem Iran ab.UnterHochdruck versuchen

nun die Instex-Architekten, Firmen

zu finden.

Ihre Hoffnung ist, mit einem geglückten

Geschäftsabschluss den

Iranern einen gesichtswahrenden

Verbleib im Abkommen zu ermöglichen.

Dieiranische Regierung pocht

allerdings auf den Ausgleich der wirtschaftlichenVerluste,die

der Islamischen

Republik durch die massiven

US-Sanktionen entstehen. Das wiederum

können die Europäer nicht

leisten; das betonte Außenminister

Heiko Maas bei seinem Besuch in Teheran

vordreiWochen.

Sollte der Iran wie angekündigt

vertragsbrüchig werden und die

Urananreicherung so hochfahren,

dass der Baueiner Atombombe möglich

ist, bleibt auch den europäischen

Partnern sowie den UN-Vetomächten

Russland und China nichts anderesübrig,als

ihrerseits Sanktionen zu

verhängen. Den Hardlinern in der

US-Regierung böte sich wiederum

ein Anlass für eine militärische Konfrontation

mit dem Iran.

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour

ruft zur zurückhaltenden Beurteilung

der Berichte über das iranische

Atomprogramm auf. „Entscheidend

für die Bombenfähigkeit des

iranischen Atomprogramms ist nicht

die 300-Kilogramm-Grenze des angereicherten

Urans, sondern die

Überschreitung der 3,67 Prozent

Strahlungsgrenze. Wir sollten den

nächstenBerichtderInspektorender

internationalen Atomenergie-Agentur

abwarten und nicht auf jeden

Bluff der iranischen Seite eingehen“,

sagte er dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND). Der Auftrag an

Deutschland, Großbritannien und

Frankreich sei klar: „Die Europäer

müssen jede Minute, die ihnen

bleibt, nutzen, um die Iraner von

einem Verbleib im Abkommen zu

überzeugen.“

Japan straft

Südkorea ab

NACHRICHTEN

Japan hat Beschränkungen fürAusfuhren

nach Südkorea verhängt.

Hintergrundsei eineVerschlechterung

der „Beziehungen voninternationalem

Vertrauen“ zum Nachbarn,

hießesinTokioüberdie am Montag

in KraftgetretenenSanktionen. Südkorea

kündigte eine Beschwerde vor

der Welthandelsorganisation an.

Südkorea werdevon der Liste der

„weißen Nationen“entfernt,teilte

das Handelsministerium mit.Auf

der Liste sind Länderwie die USA

oder europäische Staaten, für die nur

minimale Handelsbeschränkungen

gelten. Detailszuden Hintergründen

wurdennicht bekannt. (dpa)

Schaeffler verkauft

Werk an Manager

Schaeffler treibt den Umbau seiner

Autozuliefersparte voran. Das

Unternehmen hat sein Werk in

Hamm (Sieg) im Landkreis Altenkirchen

an das Management verkauft,

wie der fränkische S-Dax-Konzern

am Montag mitteilte.Allebisherigen

110 ArbeitsplätzeamStandortsollen

erhalten bleiben. Mitsofortiger Wirkung

werdedas Management zum

neuen Eigentümer.Zum Kaufpreis

äußerte sich Schaeffler nicht. Das

Geschäft soll schon bald in trockene

Tücher gebracht werden, kartellrechtliche

Zustimmungen braucht

das Unternehmen dafür nach eigenen

Angaben nicht. (dpa)

Entlassungen bei

Pralinenhersteller Leysieffer

Leysieffer will sein Sortiment stärkerauf

die Kunden ausrichten. FOTO: FRISO GENTSCH/DPA

DerSanierungsprozess des insolventen

Osnabrücker Pralinen- und

Schokoladenherstellers Leysieffer

erreicht die nächste Stufe: Am Montag

eröffnete das Amtsgericht Osnabrück

das Verfahren in Eigenverwaltung

über das Vermögen des Unternehmens.AnfangApril

hatte das

Traditionsunternehmen einen Antrag

auf ein Insolvenzverfahren in

Eigenregie gestellt. Als erste Restrukturierungsmaßnahmen

seien bereits

zwei Filialen in Hamburgund

eine in Aachen geschlossen worden.

20 Mitarbeiternsei dabei gekündigt

worden. Derzeit beschäftigt Leysieffer

etwa 290 Mitarbeiter.AmSanierungskonzept

werdegearbeitet. So

sollten der Vertrieb ausgebaut und

das Produktprogramm stärker an

die Kundenbedürfnisse angepasst

werden. (dpa)

Arbeitslosigkeit

auf Elfjahrestief

DieArbeitslosigkeit im Euro-Raum

geht weiter zurück. Im Maifiel die

Arbeitslosenquote in den 19 Euro-

Länderngegenüber dem Vormonat

um weitere0,1 Prozentpunkte auf

7,5 Prozent, wie das Statistikamt

Eurostat am Montag mitteilte.Das

istder niedrigste Stand seit Juli 2008.

In den 28 EU-Ländernging die Quote

ebenfalls um 0,1 Punkte auf

6,3 Prozent zurück. Dasist der tiefste

Stand seit Beginn der monatlichen

Aufzeichnungen Anfang des Jahrtausends.Inder

EU waren im Mai

15,65 Millionen Menschen arbeitslos,imEuro-Raum

waren es

12,35 Millionen Menschen. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Meinung

EU-Gipfel

ZITAT

Ausschlafen und

weiterverhandeln

Damir Fras

ist gespannt, wie die Angebote der

Timmermans-Fans aussehen.

Die EU ist nicht handlungsfähig, weil

sie sich nicht einmal nach einem

mehr als 20-stündigen Verhandlungsmarathon

auf ihr künftiges Spitzenpersonal

einigen kann. DieStaats- und Regierungschefs

der EU-Staaten geben ein ganz

schlechtes Bild in der Öffentlichkeit ab.

Dasist alles richtig und kritikwürdig. Und

doch ist es ein wenig zu einfach. Koalitionsverhandlungen

in Deutschland sind

auch noch niemals in einer Nacht abgeschlossen

worden.

Der Vorschlag Deutschlands, Frankreichs,

Spaniens und der Niederlande,

den niederländischen Sozialdemokraten

Frans Timmermans zum neuen EU-Kommissionschef

zu machen, ist auf zu erbitterten

Widerstand gestoßen. Nicht nur in

Osteuropa und Italien war Timmermans

nicht vermittelbar. Sogar die konservativenKollegen

vonMerkel rebellierten. Das

hilft zwar dem konservativen Spitzenkandidaten

Manfred Weber nicht weiter. Er

hat das Rennen um den Kommissionsposten

verloren. Aber es war ein klares Signal,

dass das Wort der Bundeskanzlerin

in Europa an Gewicht verloren hat.

Hätten die Staats- und Regierungschefs

am Montag über den Vorschlag abgestimmt,

dann wären die Gräben in Europa

noch breiter geworden. Sielaufen ohnehin

schon kreuz und quer von Nord nach Süd

und vonOst nach West. DieSache musste

verschoben werden, sonst hätten sich mit

Polen und Italien zwei große Staaten düpiertgefühlt.

DieZusammenarbeit im Europäischen

Rat wäre noch schwieriger geworden

als sie es ohnehin schon ist.

DieVerschiebung gibt allen Beteiligten

die Gelegenheit, Schlaf nachzuholen und

sich neu zu sortieren. Es wird nun darauf

ankommen, welches Angebot die Timmermans-Befürworter

machen.

Berliner Grundeinkommen

Zeitaufwendig, aber

nicht chancenlos

Melanie Reinsch

sieht eine Chance für das solidarische

Grundeinkommen.

Das solidarische Grundeinkommen

hatte es nicht leicht. DieIdee des Regierenden

Bürgermeisters Michael Müller

(SPD), Langzeitarbeitslose wieder in Lohn

und Brot zu bekommen, indem neue Stellen

beim Land geschaffen werden, sehen

immer noch viele kritisch und als überflüssigen

Alleingang Müllers. Doch der

hat es nun hartnäckig durchgeboxt, weil

er sich dieses Experiment nicht aus den

Fingern nehmen lassen wollte –auch um

seiner selbst willen. Dienstag soll es nun

im Senat beschlossen werden. Nachdem

der SPD-Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil seine Unterstützung ablehnte,

musste Müller auch noch die Jobcenter

überzeugen, die zeitweise genervt auf die

Idee reagierten, auch weil derVorstoß parallel

zu Heils Bundesteilhabechancengesetz

lief, das ebenfalls Arbeitslosen eine

Perspektiveaus HartzIVgeben soll.

Damit Müller das Projekt nun nicht

um die Ohrenfliegt, muss genau hingesehen

werden: Dazu muss bei jedem potenziellen

Kandidaten überprüft werden, ob

bisher nicht alle Möglichkeiten für den

ersten Arbeitsmarkt ausreichend ausgeschöpft

worden sind. Die Arbeitslosen

müssen mit Hilfe von Weiterbildungen

während des Pilotprojektes begleitet werden

– und zwar immer unter der Prämisse:

Ist eroder sie schon wieder bereit

für den ersten Arbeitsmarkt?

Zudem muss darauf geachtet werden,

dass keine bestehende Arbeit und damit

Angestellte verdrängt werden.

Dasalles kostet Zeit, ist aufwendig und

einzelfallabhängig. Nur wenn Land und

Jobcenter diese häufig kritisierten Punkte

im Blick behalten, hat das SGE eine

Chance auf Erfolg. Auch für Müller, der

das gut gebrauchen könnte.

Brüsseler Katastrophen-Inszenierung

Den Bremer Bürgermeister stellt

immer die SPD. Wen würde es

aufregen, wenn man diese Regel

in die Landesverfassung

schriebe? Im Jahr 1946 gewann Bremens SPD

die ersteWahl nach dem Krieg, seither hat sie

den Schlüssel zum Rathaus immer nur in der

eigenen Partei weitergereicht. So ist es auch

jetzt wieder.

Carsten Sieling, scheidender SPD-Bürgermeister,

grüßt im Moment seines Abgangs

von der Bühne als Verlierer und Held

zugleich. Zwar hatte er seine SPD bei der

Wahl am 26. Mai auf ein Allzeit-Tief geführt.

Danach aber war er immerhin stark genug,

ein Abwehrbündnis mit Grünen und Linkspartei

zusammenzuzimmern. Drei gegen einen:

So konnte der unkonventionelle CDU-

Mann Carsten Meyer-Heder gestoppt werden,

dessen Partei erstmals seit 73 Jahren

stärkste Kraft in Bremen geworden war.

Im Verzicht Sielings aufs Spitzenamt wird

mancher jetzt hanseatische Noblesse erkennen.

Sieling hat das rot-grün-rote Bündnis in

der Tatnicht für sich selbst geschaffen, sondern

für seine Partei. VonEdelmut zu sprechen

wäreaber übertrieben.

Machtpolitisch ist Rot-Grün-Rot, wie jede

Koalition, eine ganz und gar schnörkellose

Veranstaltung. Parlamentarische Systeme erlauben

auch Bündnisse gegen die stärkste

Kraft. Die CDU kann ein Lied davon singen.

Im Jahr 1976 holte Helmut Kohl sein bis dahin

bestesWahlergebnis (48,6 Prozent) –doch ungerührt

setzte der mit deutlichem Abstand

Zweitplatzierte Helmut Schmidt sein Bündnis

mit dem Drittplatzierten, der FDP,fort.

Heute wie damals gibt es sogenannte Königsmacher

in den Parlamenten. Seinerzeit

waren es die Liberalen, die untermStrich genug

Macht hatten, Kanzler zu ernennen und

Bis zum 8. Mai 2019 war ich zwölf Jahre

lang Mitglied des Stiftungsrats des Jüdischen

Museums Berlin (JMB), seinerzeit berufen

vonBundespräsident Horst Köhler.In

diesem Aufsichtsgremium dominieren Vertreter

aus Politik und Ministerien, insbesondere

die jeweiligen Kulturstaatsminister,seit

2013 Staatsministerin Monika Grütters.

Mit dem jähen Rücktritt des JMB-Direktors

Peter Schäfer hatte ich nichts mehr

zu tun.

Professor Schäfer ist Altjudaist. Die Art,

wie er die Quellen philologisch und historisch

zusammenführt, um seine Ergebnisse

anschaulich zu präsentieren, verdient Bewunderung.

Die Lektüre seiner Schriften

bringt auch jedem interessierten Laien Gewinn.

Allerdings ist ein herausragender Wissenschaftler

noch lange kein guter Museumsdirektor,aber

es gehörtsich nicht, einen

solchen Mann wegen einer Lappalie einfach

vomHof zu jagen.

Anlass dafür war einer von vielen Tweets

des JMB, der auf einen Artikel der taz hinwies,

indem es um die Kritik von 240 jüdischen

und israelischen Wissenschaftlernan

dem jüngst gefassten Beschluss des Bundestages

geht, der die Boykottbewegung gegen

Israel (BDS) als durchweg antisemitisch

einstuft. Der Tweet war von den männlichen

Spitzen des Museums thematisch für

richtig befunden worden. Beurlaubt wurde

eine nachgeordnete Frau. Nunkann man in

der Sache verschiedener Meinung sein –ich

zum Beispiel kaufe gerne israelische Pro-

Koalitionen

Bremer

Rechnung

Matthias Koch

meint, dass das rot-grün-rote Bündnis in der Hansestadt vorallem

für die CDU eine Warnung sein muss –auch im Bund.

zu entlassen. Heute sind es die Grünen, die

sich zwischen Schwarz-Grün und Rot-Grün-

Rot entscheiden können, wie es ihnen gerade

beliebt.

Jede Partei, so geht nun mal das Spiel, will

ganz schlicht maximalen Einfluss. Die SPD

ist in Bremen noch so intakt und so normal,

dass dort niemand von „Erneuerung in der

Opposition“ fabuliert; man will regieren,

weil es schon immer so war und weil man es

kann. Die Grünen spürten, dass sie an der

Seite einer matten, einfach nur weiter machenden

SPD mehr Einfluss haben würden

als im Bündnis mit einer offensiv spielenden

CDU, die vieles bei ihrem beabsichtigten

Neubeginn in Bremen hätte ändern wollen.

Und die Linkspartei freut sich, dass nun ein

KOLUMNE

Tohuwabohu

im Jüdischen

Museum Berlin I

Götz Aly

Historiker

HEIKO SAKURAI

rot-grün-rotes Bündnis erstmals in einem

westdeutschen Bundesland vorgeführt werden

kann. In all dem liegt zusammengerechnet

die geradezu zwingende Logik von Rot-

Grün-Rot in Bremen.

Könnten ähnliche Überlegungen auch im

Bundestag angestellt werden, etwa nach der

Wahl 2021? Für die Sozialdemokraten gibt es

eine Tücke. Anders als in Bremen hätte die

SPD im Bund aktuell keine Chance, als

stärkste Kraft auch den Kanzler zu stellen. Sie

müsste sich also auf das Risiko einlassen,

zerrieben zu werden zwischen einem grünen

Regierungschef und einem weiter nach links

tendierenden Koalitionspartner.Esdroht ein

schmerzhafter Zangengriff, der in der Rückschau

noch das Elend der Sozialdemokraten

in den Merkel-Jahren wie ihr Goldenes Zeitalter

erscheinen lassen könnte. Nur wenn,

wie in Bremen, der Posten des Regierungschefs

herausspringt für die SPD, macht für

sie ein Dreierbündnis mit Grünen undLinkspartei

einen Sinn.

Für die CDU bedeutet Bremen ein Warnsignal.

Die Union darf erstens nicht darauf

vertrauen, dass Grüne, Linke und SPD nicht

auch im Bund zusammenfinden, wenn sich

die Möglichkeit bietet. Und sie kann zweitens

nicht damit rechnen, allein mit der

überraschend schwachen FDP eine Koalition

bilden zu können. Rechnerisch am

ehesten realistisch erscheint derzeit

Schwarz-Grün. Dies setzt aber voraus, dass

die CDU bei den neuen Königsmachern

keine neuen Aversionen auslöst. Würde sich

die CDU, und sei es auch nur in den ostdeutschen

Bundesländern, für Koalitionen mit

der AfD öffnen, könnte sie gleich ein grünrot-rotes

Bündnis im nächsten Bundestag

einkalkulieren: als mächtigen gegenläufigen

Pendelschlag.

dukte und bin strikt gegen den BDS –,aber

die Bundesstiftung Jüdisches Museum Berlin

versteht sich als Ort der Kontroversen.

Sie versendet häufig Tweets mit Lesehinweisen

zu Fragen, die die Arbeit des Hauses

im weitesten Sinne tangieren, ohne damit

selbst Stellung zu beziehen. Für diese Offenheit

standen Gründungsdirektor Michael

Blumenthal und die langjährige Vizedirektorin

Cilly Kugelmann. Professor Schäfer,von

Blumenthal und Grütters 2014 dem

Stiftungsrat alternativlos als Direktor präsentiert,

hat diese Linie beibehalten. Das

fand und finde ich richtig. DasJüdische Museum

Berlin ist weder ein Organ der jüdischen

Gemeinden in Deutschland noch der

israelischen Regierung. Selbstverständlich

wird die Nähe zur jüdischen Welt in diskursiver

Weise gepflegt –jedoch nicht direktiv.

Auf den Tweet des JMB reagierte Josef

Schuster,Präsident des Zentralrats der Juden

in Deutschland, ungewöhnlich harsch: „Das

Maß ist voll. Das Jüdische Museum Berlin

scheint gänzlich außer Kontrolle geraten zu

sein.“ Ins selbe Horn stieß der israelische

Botschafter („beschämend“), ein paar Monate

zuvor hatte sich Benjamin Netanjahu

bei der Bundeskanzlerin wegen der angeblich

einseitigen Jerusalem-Ausstellung des

Jüdischen Museums Berlin beschwert und

die Streichung staatlicher Zuschüsse gefordert.

All das geht zu weit! DerZentralrat der Juden

in Deutschland verfügt über einen gesetzlich

garantierten Sitz im Stiftungsrat des

JMB.Inden zwölf Jahren, die ich überschaue,

haben die leider häufig wechselnden und

oftmals wenig redefreudigen Vertreter des

Zentralrats allen wesentlichen Beschlüssen

zugestimmt –auch der Ernennung von Professor

Schäfer.Dieser Umstandrelativiertdie

Generalkritik von Präsident Schuster durchaus.

Der Tweet allein kann es nicht gewesen

sein. Diewirklichen Probleme des Museums

liegen tiefer.Fortsetzung folgt.

„Sie ist lustig

und guter Dinge und

sieht der ganzen

Sache eigentlich

gelassen ins Auge.“

Ekkehart Rackete,

Vater der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete,

über die aktuelle Stimmung seiner Tochter.

Am Sonntag hatte er mit ihr telefoniert.

AUSLESE

Treffen an der Grenze

für die Kameras

Mit seinem Treffen mit dem nordkoreanischen

Machthaber Kim Jong

Un hat der US-Präsident nicht nur im

Wortsinne eine Grenzeüberschritten. Mit

diesem Schritt werde„einem Staat Legitimität

und Status verliehen, der nach Einschätzung

der UN für beispiellos grauenhafte

Verletzungen der Menschenrechte

verantwortlich ist und dessen einziges diplomatisches

Werkzeug sein Atomwaffenprogramm

ist –und das ohne eine augenfällige

Gegenleistung“, urteilt der in

London erscheinende Guardian.Die Präsidenten

vor Trump verweigerten den

Handschlag, schreibt die Amsterdamer

Zeitung De Telegraaf: „Sie wollten die

Führer eines unmenschlichen Regimes

nicht auf eine Stufe mit sich selbst stellen.

Trump sieht die Dinge anders. Erglaubt,

dass er KimzuZugeständnissen bewegen

kann, indem er ihm durch medienträchtige

Gipfeltreffen zu Anerkennung verhilft.“

Auch die Amsterdamer Zeitung verweis

darauf, dass es bislang keine nordkoreanischen

Gegenleistungen gab.

Beiden Staatschefs gehe es vor allem

um die Inszenierung, meint Hospodarske

noviny aus Tschechien: „Donald Trump

hat wieder einmal gezeigt, dass er sich

auf die Macht der Bilder und der großen

Gesten versteht.“ Ergebnisse? „Es bleibt

(…) an Donald Trump, den Beweis für

seine Fähigkeiten als ‚Dealmaker‘ in der

Geopolitik zu erbringen“, meint der

Kommentator der französischen Zeitung

Le Figaro. Tobias Miller

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Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 – S eite 9 *

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Berlin

WieMedizin-Comics

die Aufklärung

verbessern

Seite 18

Alt und kriminell –wie umgehen mit betagten Straftätern? Seite 11

Barista-Attacke –Balzac-Cafés werden auf Espresso House umgeflaggt Seite 17

Stadtbild

Tanz mit dem

Waschbär

Julia Haak

beobachtet neugierig die

neuen Mitbewohner.

Der Berliner, der aufs Land zieht,

muss sich mit einer Tatsache

abfinden: Er wird dort nicht allein

sein. Damit sind jetzt nicht die vielen

anderen Berliner gemeint, die auch

aufs Land gezogen sind, weil ihnen

die Stadt zu laut und zu voll geworden

ist. Hier soll es eher um die tierischen

Mitbewohner gehen.

Wir sind ja schon einiges gewöhnt.

Spitzmäuse zum Beispiel, die

niedlich aussehen und unter dem

Küchenschrank wohnen. Auch Marienkäfer

haben wir viele. Wenn es

Winter wird, kriechen sie zu Hunderten

in die Fensterdichtungen in der

irrigen Annahme, bis zum Frühjahr

werde ja wohl niemand, der noch

ganz bei Trost ist, die Fenster wieder

öffnen. Es gibt die drei Dutzend Katzen

der einen Nachbarn, die durch

den Garten laufen und das Rudel

Hunde der anderen, die gern bellen,

wenn einer am Haus vorbeiläuft.

Neulich tollte eine Fuchsfamilie

im Garten herum. Sie wohnt hinter

der Remise. Ein großes Loch tat sich

dort imFrühjahr plötzlich auf. Wir

wissen nun, weresgegraben hat. Die

drei jungen Füchse sind mittlerweile

soweit, dass sie den Bau verlassen.

Sie springen im Garten herum, untersuchen

die Regentonne und wirken

ganz harmlos. Bloß nicht anfassen,

rät ein Bekannter. Hatten wir

auch nicht vor, aber man kann vielleicht

nicht vorsichtig genug sein.

Seit dieser Woche haben wir nun

Waschbären. Eine ganze Familie:

Mutter und sechs oder sieben Kinder.

Plötzlich saßen sie auf dem

Dach der Remise,zogen die Äste der

Weide zu sich, kugelten übereinander,

kletterten abwechselnd runter

und wieder rauf, balancierten auf

Metallstreben, guckten frech über

die Dachkante und wirkten nicht so,

als ob sie diesen tollen Platz mit

Überblick übers Geschehen freiwillig

jemals wieder aufgeben wollten.

Kann man ja auch verstehen.

Es ist nur so,Waschbären, das sagt

jedenfalls das Internet, richten gern

richtig viel Schaden unter den Dächern

an. Sie zerfetzen die Dämmung

und bauen daraus Nester. Sie

sind allerdings sehr reinlich und benutzen

ein Klo, also immer dieselbe

Stelle. Aber will man die nun gerade

auf dem eigenen Dach haben?

Die Frage stellt sich, und die Antwort

liegt auf der Hand. Aber was

macht man? Geld kann man den Bären

janicht bieten, um sie zum Auszug

zu bewegen, wie man es gern in

der Stadt mit Mietern macht, die

man so schnell wie möglich loswerden

will.

Wirhaben uns erstmal entschlossen,

den Waschbären etwas zu bieten.

Radio nämlich. Das fanden sie

allerdings nicht so cool. Die ganze

Nacht so ein Gedröhn. Einfach zu

laut auf dem Land. Sie sind dann

wieder ausgezogen. Mit Kind und

Kegel. Gestern hab ich sie auf dem

Dach der Nachbarngesehen, da war

es dann wohl schön ruhig. Vielleicht

war aber auch einfach nur der Sender

schuld. Immer nur Nachrichten,

das mochten sie vielleicht nicht.

UnsereWaschbären hätten wahrscheinlich

Reggae bevorzugt. So sehen

sie jedenfalls aus. Die Frisur

stimmt schon mal. Na ja, vielleicht

gibt’s ja Musik beim nächsten Mal.

Bunt und laut: Millionen Menschen feierten bei der Loveparade in den 90er-Jahren ausgelassene Partys.

Die Liebe gehört ins Museum

Die Loveparade läuft jetztals Ausstellung und Multimedia-Schauinder AltenMünze –kuratiertvon Dr.Motte

VonFlorian Thalmann

Genau 30 Jahre ist es her,

dass rund 150 Menschen

über den Kurfürstendamm

zogen, im Gepäck

drei Autos und eine Musikanlage.

Eine kleine Veranstaltung, angemeldet

als politische Demo, versehen

mit dem lapidar klingenden Motto

„Friede, Freude, Eierkuchen“ –und

dennoch der Auftakt zu einem großen

Kapitel der Berliner Geschichte.

Die Party, die sich am 1. Juli 1989 im

Westteil der Stadt abspielte, fand

bald ihreFortsetzung. Undzog Jahre

später als „Loveparade“ Millionen

Techno-Jünger nach Berlin. Nun

wirdder Parade eine Ausstellung gewidmet

–inder Multimedia-Schau

„nineties berlin“ in der Alten Münze.

Nicht ohne Dr.Motte

„Dr. Mottes Loveparade“ kommt natürlich

nicht ohne den Erfinder der

Parade aus –Matthias Roeingh alias

Dr. Motte kuratierte die Ausstellung,

gemeinsam mit Michael Geithner.

Roeingh war voreinem Jahr zu Gast,

als die Ausstellung zum Berlin der

90er-Jahre eröffnete, und schon damals

war die Loveparade vertreten.

„Aber es war klar,dass wir einen größeren

Raum brauchen, um alles

rund um die Parade darzustellen“,

sagt er.„Denn sie war eines der wichtigsten

Elemente der 90er-Jahre.“

Die Sonderausstellung wirft einen

Blick auf die Geschichte des

Techno-Fests, die simpel begann.

„Gefühlt sind wir im ersten Jahr mit

20 Leuten losgetigert, aber das war

egal“, sagt Matthias Roeingh. „Wir

hatten eine Idee –und haben einfach

gemacht.“ Innerhalb von Wochen

organisierten sie das Gerüst der Parade,

suchten einen Wagen für die

Anlage, bastelten Plakate. Am1.Juli

zogen sie los. „Die Gefühle, die wir

damals hatten, kann man kaum beschreiben.

Wirhatten keine Ahnung,

wie so etwas organisiert sein muss.

Wirwaren unschuldige Lämmer,die

über die Straße stolperten, aber die

Musik ließ alle Unsicherheiten verschwinden.“

Es dauerte nicht lange,

bis die Parade zum Massenphänomen

wurde: 1991 reisten erstmals

Angehörige der Techno-Szene aus

verschiedenen Städten nach Berlin.

Erfinder der Loveparade: Dr.Motte kuratierte die neue Ausstellung.

Da ist Musikedrin: In der Ausstellung darf jeder ans DJ-Pult.

ANDREAS KLUG

ANDREAS KLUG

Alljährlich vervielfachte sich die Teilnehmerzahl.

Der Höchststand war

1999 erreicht –damals feierten rund

1,5 Millionen Menschen auf der Strecke

zwischen Ernst-Reuter-Platz

und Brandenburger Toreine ausgelassene

Party.

In der Ausstellung erinnert ein

besonderes Dokument an jene Ausgabe

der Loveparade: Die Rede, die

Dr. Motte zu Beginn hielt. „Es ist das

Original, das er in den Händen

hatte“, sagt Geithner. Das Besondere:

Nach dem Erfolg der Vorjahre

findet sich auf dem ersten Blatt der

Satz „Hier in diesem Augenblick haben

sich eine Million Menschen versammelt,

um miteinander ihre Musik

zu hören und danach zu tanzen.“

Neben denWorten„eine Million“ hat

Dr. Motte „1,5“ vermerkt. „Es zeigt,

dass man nach 1998, wo schon eine

Million Besucher kamen, nicht ahnen

konnten, dass es doch 1,5 werden“,

sagt Geithner.

Auch die Südseemuschel, die der

Loveparade-Erfinder in seiner Abschlusskundgebung

im Jahr 2000

nutzte, ist in einer Vitrine zu sehen.

Viermal blies er in jenes Horn,das als

ältestes Instrument der Menschheit

gilt. Die Rede bestand lediglich aus

den Worten „Back to the Roots. Unsere

Welt ist Klang“ und wurde als

IMAGO IMAGES/PMAX

„UnsereWelt ist krank“ missverstanden.

Fotos,Videos und weitereExponate

aus privaten Sammlungen

komplettieren die Ausstellung. Die

Schau soll auch dem „besonderen

Spirit“ eine Plattform geben. „Der

kalte Krieg war beendet, die Leute

lebten in einer optimistischen Zeit.

Dafür bot die Loveparade eine ideale

Fläche“, sagt Geithner. „Und das

wirkt bis heute.“ Spreche man mit

den Menschen, die dabei waren,

werde deutlich: Das Feeling, das die

Parade ausmachte,gibt es noch.

Absturzund Katastrophe

Danach schlitterte das Event in unsichere

Zeiten: 2001 wurde der Veranstaltung

der Status als Demonstration

aberkannt, die Finanzierung

wurde schwieriger,die Rechte an der

Marke „Loveparade“ wurden verkauft.

Einendgültiges Ende fand das

Techno-Fest 2010 mit dem Unglück

in Duisburg–bei einer Massenpanik

kamen 21 Menschen ums Leben.

Darauf angesprochen findet auch

Roeingh klareWorte.„Ichmussmich

sehr darüber wundern, dass 21 Menschen

starben, aber noch heute niemand

verurteilt ist“, sagt er. „Aus

meiner Sicht ist es ein Skandal.“

Nachfolgekonzepte scheiterten –die

„B-Parade“ kam nie zustande, der

„Zug der Liebe“ brachte nicht annähernd

so viele Besucher wie die Liveparade

auf die Straße.„Wenn man so

etwas heute auf die Beine stellen

würde, müsste man mit allen reden,

bräuchte zwei JahreVorbereitung, es

würde Millionen kosten – wer bezahlt

das?“ Roeingh kritisiert auch

die Politik. „Wie kann es sein, dass

gewachsene und etablierte Kultur

zugunsten von noch mehr Bürokomplexen

aus der Berliner Landkarte

radiertwerden, ohne,dass vorhergemeinsam

ein neuer,adäquater

Standortgefunden wird?“, sagte er in

einer Rede zur Eröffnung der Ausstellung.

Er wolle die Berliner Clubs

hiermit –ersei so frei –zum „Kulturschutzgebiet“

ernennen. „Die Politik

muss, zusammen mit den Clubs,

eine Lösung finden. Wir brauchen

für die Flächen, die bebaut werden,

einen gewissen Prozentteil Kultur,

sonst stirbt diese Stadt vorsich hin“,

sagt er der Berliner Zeitung danach.

„Und das dürfen wirnicht zulassen.“

NACHRICHTEN

Arbeitslosigkeit

geht weiter zurück

DieArbeitslosigkeit in Berlin ist im

vergangenen Monat weiter zurückgegangen.

152 615 Menschen waren

im Juni arbeitslos gemeldet, 816 weniger

als noch im Mai, teilte die Regionaldirektion

der Bundesagentur für

Arbeit mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat

sank die Zahl um 854. Die

Arbeitslosenquote blieb mit 7,8 Prozent

unverändertimVergleich zum

Vormonat. Auch bundesweit sinken

die Zahlen. DieBundesagentur für

Arbeit zählte 20 000 Arbeitslose weniger

als im Maiund 60 000 weniger

als ein Jahr zuvor.Die Gesamtzahl

sank damit auf 2,216 Millionen. Die

Arbeitslosenquote blieb unverändertbei

4,9 Prozent. (dpa)

Junihitze sorgt für neuen

Rekordmonat in Freibädern

Deraußergewöhnlich warme Juni

hat den Berliner Schwimmbädern

die höchsten Besucherzahlen seit

Jahren beschert. Mehr als eine Million

Gäste seien im vergangenen

Monat gezählt worden, teilten die

Berliner Bäderbetriebe mit. Damit

sei der bisherige Spitzenwertaus

dem Juli 2013 übertroffen worden –

damals hatten sich 978 000 Besucher

abgekühlt. Beibeiden Werten

sind Schul- und Vereinssportmit

eingerechnet. Allein am Sonntag

strömten 82 000 Menschen in die

Bäder. (dpa)

Vorbereitung zur Sanierung

der Hedwigs-Kathedrale

Mitdem Abbau der Kirchenorgel haben

in der Hedwigs-Kathedrale die

Vorbereitungen zur Sanierung des

katholischen Hauptgotteshauses in

Mitte begonnen. In den kommenden

Tagen sollen weitereEinrichtungsstücke

gesichertwerden, teilte

das Erzbistum am Montag mit. Außerdem

werdeder Baunach Schadstoffen

untersucht. Als erstes solle

die Kuppel saniertwerden. Mittlerweile

habe auch der Denkmalschutz

den Umbau genehmigt, auch die

Förderbescheide vomBundund

dem Land Berlin liegen nach Angaben

des Erzbistums vor. DieKirche

soll 2023 wieder öffnen. (dpa)

Forscher suchen

kosmische Staubkörner

Meteorite hinterlassen Krater auf der

Erde? Nicht immer.Viele sind so winzig,

dass sie auf Berliner Dächernlanden,

ohne Schaden anzurichten. Für

die Suche nach solchen Mini-Staubkörnernaus

dem All suchen Berliner

Forscher nun freiwillige Helfer.„An

der ersten Aktion am 30. Juli 2019

können zehn Interessierteteilnehmen“,

teilte das Museum für Naturkundemit.

Mitder Ausbeute aus dem

Projekt„Mikrometeorite –Der kosmische

Schatz Berliner Dächer“ wollen

Wissenschaftler weiter forschen. Den

Angaben zufolge fallen täglich mehrere

Tonnen der nur 0,2 bis 0,3 Millimeter

kleinen Teilchen auf die Erde.

„Nach einer kurzenEinführungsollen

Mitwirkende mit Hilfe vonStereomikroskopen

mögliche Mikrometeorite

ausProben des gesammelten Materials

heraussuchen“, so dasMuseum.Wersichfür

dieTeilnahme

interessiert, soll laut Angaben eine E-

Mail mit dem Betreff„Teilnahme am

30. Juli“ an die Adresse„mikrometeorite@mfn.berlin“

schicken. (dpa)


10 * Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Fußgängerin schwer verletzt.

Eine 64-Jährige ist am Sonntagabend

in Reinickendorfvon einem

Auto angefahren und schwer verletzt

worden. EinAuto habe sie nach Zeugenaussagen

an einer Tankstelleneinfahrtinder

Ollenhauerstraße erfasst

und gegen einen geparktenWagen

gedrückt, teilte die Polizei am

Montag mit. DieFraustürzte und

wurde schwer an beiden Beinen verletzt.

Dergenaue Hergang des Unfalls

war zunächst unklar.Das Auto

sei trotz des Unfalls weitergefahren.

Rettungskräfte brachten die Schwerverletzte

in eine Klinik. Laut Polizei

bestand keine Lebensgefahr.

Frau am Flughafen festgenommen.

Eine mit Haftbefehl gesuchte Frau ist

am Sonntagmorgen am Flughafen

Schönefeld festgenommen worden.

Die28-Jährige wollte in die ukrainische

Hauptstadt Kiew fliegen, so die

Polizei am Montag. Beider Ausreisekontrolle

stellten die Beamten fest,

dass gegen die Frau ein Haftbefehl

wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe

vorlag. Da sie den ausstehenden

Betrag von395 Euro nicht vor

Ortbegleichen konnte,muss sie voraussichtlich

für 79 Tage in Haft.

Bankautomat gesprengt.

Unbekannte haben in Marzahn einen

Geldautomaten gesprengt. Kurz

zuvor wurde auf dem Vorplatz der

Bank in der Mehrower Allee am frühen

Montagmorgen ein Taxifahrer

vonzweiMaskierten mit einer

Schusswaffe bedroht, teilte die Polizeimit.

DasDuo forderte den Taxifahrer

mit vorgehaltener Waffe auf

wegzufahren. Anschließend hörten

Zeugen einen lauten Knall. Beamte

entdeckten dann den aufgebrochenen

Geldautomaten. DieUnbekannten

sollen ohne Beute auf einem Roller

geflüchtet sein. In der Bank wurden

mehrereScheiben und Inventar

beschädigt, niemand wurde verletzt.

Denkmal beschmiert.

Unbekannten haben am Sonntagabend

das Denkmal für die im Nationalsozialismus

verfolgten Homosexuellen

im Tiergarten mit schwarzer

Farbe beschmiert. Mitarbeiter einer

Sicherheitsfirma stellten die Beschädigung

des Mahnmals in der Ebertstraße

gegen 21.15 Uhrfest, teilte die

Polizei am Montag mit. Derpolizeiliche

Staatsschutz ermittelt.

Das Mahnmal im Tiergarten in noch intaktem

Zustand

QUEER.DE

Radfahrer prallt gegen Auto.

Ein49Jahrealter Radfahrer ist bei einer

Kollision mit einem Auto in Neukölln

schwer verletzt worden. Der

Mann stieß am Sonntag an der Kreuzung

Richardplatz/Richardstraße

mit einem Auto zusammen, sagte

eine Sprecherin der Polizei. Vermutlich

habe er das vonrechts kommende

Auto übersehen. DerRadfahrerprallte

demnach mit seinem Kopf

gegen die Windschutzscheibe des

Autos und kam mit schweren Kopfverletzungen

in ein Krankenhaus.

AttackeamBahnhof Hermannstraße.

Fünf Unbekannte haben in der

Nacht zu Sonntag einen Mann am S-

Bahnhof Hermannstraße in Berlin-

Neukölln attackiertund ihn am Kopf

verletzt. Nach Polizeiangaben griffen

die Täter den 30-Jährigen gegen

1.20 Uhrinder Vorhalle des Bahnhofes

an. Sieschlugen dabei nicht

nur mit Fäusten auf ihr Opfer ein,

sondernnutzten auch Bierflaschen

und eine Metallkette.Zudem sollen

noch weiterePersonen vonder

Gruppe angegriffen und verletzt

worden sein. DiePolizei sucht nun

nach Zeugen. (dpa)

Rauch über der Stadt

Der Brand auf dem Gelände einer Autoverwertungsanlage am Rande

von Marzahn hat die Feuerwehr auch am Montag weiter beschäftigt.

Das Feuer war am Sonntagabend in einer etwa 1200 Quadratmeter

großen Halle auf dem Gelände ausgebrochen. Dabei bildete sich eine

dichte Rauchsäule, die weithin sichtbar war, auf dem Foto sind die

Hochhäuser nahe der Storkower Straße zu sehen. Am Montag waren

die Flammen unter Kontrolle, jedoch fänden noch Restlöscharbeiten

Umstrittenes Grundeinkommen kommt

Der Senatwillandiesem Dienstagdas neue Anstellungsmodell für Langzeitarbeitslose beschließen

VonMelanie Reinsch

Viel wurde über das solidarische

Grundeinkommen

(SGE) diskutiert und gestritten.

Arbeitsagenturen

brachen zwischenzeitlich die Gespräche

ab, doch inzwischen sind

die Konflikte hier beigelegt: Nun soll

es kommen, das solidarische Grundeinkommen,

das der Regierende

Bürgermeister Michael Müller (SPD)

als AlternativezuHartz IV im vergangenen

Jahr zum ersten Mal ins Gespräch

gebracht hat. An diesem

Dienstag soll es im Senat beschlossen

werden. Das SGE –nicht zu verwechseln

mit dem bedingungslosen

Grundeinkommen, das Geld ohne

Arbeit garantiert – soll Langzeitarbeitslosen

eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige

Anstellung

bei Kommunen oder landeseigenen

Unternehmen und Trägern ermöglichen.

Bezahlt wird Tarif- oder Landesmindestlohn.

Kita-Helfer oder City-Lotsen

Wie: Das solidarische

Grundeinkommen soll Langzeitarbeitslosen,

die bisher

keine Beschäftigung im ersten

Arbeitsmarkt fanden, die

Möglichkeit einer unbefristeten,

sozialversicherungspflichtigen

Stelle geben. Die

Jobs sind freiwillig und dürfen

keine bestehende Arbeit

verdrängen. Es wird Tarifoder

Landeslohn gezahlt.

Bis Ende 2020 sollen so Schritt für

Schritt etwa 1000 Langzeitslose, die

maximal drei Jahrearbeitslos waren,

eine neue Beschäftigung finden.

Fünf Jahre soll das Projekt gefördert

werden, bei Abschluss eines Arbeitsvertrags

wirdzudem garantiert, dass

die Arbeitnehmer danach vomLand

übernommen werden, sofern sie bis

dahin nicht in den ersten Arbeitsmarkt

integriertwerden konnten.

Als Jobs kommen zum Beispiel

unterstützende Tätigkeiten in Kitas,

Seniorenheimen, Nachbarschaftstreffpunkten

oder in der Schule in

Frage, City-Lotsen, die an touristischen

Hotspots Informationen zur

Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs

geben oder aber Mobilitätshelfer,die

ältereMenschen begleiten.

Grundregel: Sie alle dürfen keine

bestehende Arbeit verdrängen. Teilzeitmodelle

zum Beispiel für Alleinerziehende

sollen möglich sein.

Außerdem werden die Arbeitnehmer

während dieser Zeit weiterqualifiziert

und gecoacht, damit sie so

auch die Chance bekommen, wieder

im ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung

zu finden.

Wenn das SGE am Dienstag im

Senat beschlossen wird, dann soll

die Verwaltungsvorschrift zum Solidarischen

Grundeinkommen am 12.

Juli im Amtsblatt veröffentlicht werden

–damit startet dann zeitgleich

das sogenannte Interessenbekundungsverfahren,

mit dem die potenziellen

Arbeitgeber ihre neuen Jobs

anmelden können.

42 000 Berliner kommen in Frage

Die Senatsverwaltung für Integration,

Arbeit und Soziales prüft daraufhin,

ob das Stellenangebot im

Sinne des SGE auch förderfähig ist

und den Kriterien entspricht. Das

heißt auch: Ob das Angebot in Konkurrenz

zu einer schon bestehenden

Stelle steht. Die Jobcenter beziehungsweise

die Arbeitsagentur kann

die Bewerber anschließend vermitteln,

also ihnen diese konkreten Angebote

vorlegen. Mitte Juli soll die

Vermittlung starten. Etwa 42 000

Menschen kommen dafür nach den

jüngsten Arbeitsmarktzahlen für

Berlin in Frage.Die Jobs des solidarischen

Grundeinkommens sind ein

DIE IDEE

Wo: Die Jobs gibt es künftig

bei öffentlichen Verwaltungenund

landeseigenen Unternehmen

und Trägern, also

auch bei der BVG. Die Felder

reichen vonunterstützenden

Tätigkeiten in Bildungseinrichtungen

oder im ÖPNV,wo

die Arbeitnehmer Lotsentätigkeiten

übernehmen. Andere

Jobs: Betreuungsdienste,

Kita-Helfer.

Wer: Berechtigt ist, wermindestens

ein Jahr arbeitslos –

also am Übergang zum ALG II

steht –und höchstens drei

Jahre arbeitslos ist. Werinteressiertist,

muss sich bewerben.

Vermittelt werden

die Jobs über die Jobcenter.

Aktuell sind dies nach den

Zahlen des Arbeitsmarktberichtes,

der am Montag erschien,

42000 Menschen.

DPA/THOMAS PFAFFE

statt, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Zeitweise waren hundert Feuerwehrleute

im Einsatz. Sieverhinderten, dass die Flammen auf benachbarte

Gebäude übergriffen. Die Lagerhalle nahe des S-Bahnhofs Gehrenseestraße

selbst war nicht zu retten, sie stürzte vollständig ein. In

der Halle lagerten nach ersten Erkenntnissen Autoteile wie Getriebe,

Lampen und Motorenbauteile.Eshabe auch mehrereExplosionen gegeben,

hieß es.Zur Brandursache gab es keine Informationen.

freiwilliges Angebot für Langzeitarbeitslose,

die maximal drei Jahre arbeitslos

waren –nach Übergang in

das ALG 2.Esgibt keine Sanktionen,

wenn jemand ein Angebot nicht annehmen

möchte.

Die Arbeitgeber können sich unter

den Bewerbern dann ihren Kandidaten

aussuchen und einstellen.

Man rechnet damit, dass noch im

Juli die ersten Arbeitsverträge zustande

kommen.

Das SGE hatte zuvor immer wieder

für Kritik gesorgt –auch im Bund.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

wollte von Müllers Grundeinkommen

nichts wissen, da Heil ein eigenes

Gesetz auf denWeggebracht hat,

um Langzeitarbeitslosen einen Weg

aus Hartz IVaufzuzeigen.

Das „Bundesteilhabechancengesetz“

trat am 1. Januar 2019 in Kraft.

Die Sorge: Müllers SGE überschneidet

sich mit Heils Bundesgesetz.

Müller betonte dabei stets, dass sich

das Teilhabechancengesetz an Menschen

richte,die schon viele Jahrearbeitslos

seien. Das SGE setze früher

ein und verhindere, dass Menschen

überhaupt so lange erwerbslos blieben,

verteidigte Müller seine Idee.

Durch die Abfuhr aus dem Bund

muss das Land Berlin das Pilotprojekt

nun aus eigener Tasche zahlen.

Kosten: Maximal 38,7 Millionen Euro

jährlich, wenn zeitgleich 1000 Arbeitslose

beschäftigt sind.

Auch in Berlin stößt das SGE auf

Kritik. Florian Swyter,wirtschaftspolitischer

Sprecher der FDP-Fraktion,

ist der Meinung, dass das SGE Langzeitarbeitslosen

die Chance verbaue,

sich in den ersten Arbeitsmarkt zu

integrieren, da es sich lediglich um

steuerfinanzierte Beschäftigungen

im zweiten Arbeitsmarkt handele.

„Es wäre viel wichtiger, den langjährigen

Arbeitslosen die Möglichkeit

zu geben, sich für den ersten Arbeitsmarkt

zu qualifizieren, anstatt sie

mit Ersatzbeschäftigung auf das Abstellgleis

zu schieben“, sagte Swyter.

IHK sieht Vorsprung skeptisch

Auch die Industrie- und Handelskammer

(IHK) sieht das solidarische

Grundeinkommen skeptisch. Constantin

Terton, Bereichsleiter Fachkräfte

&Innovation, sagt, dass beim

solidarischen Grundeinkommen der

„Teufel im Detail“ stecke. „Das solidarische

Grundeinkommen richtet

sich insbesondereanMenschen, die

erst ein oder zwei Jahre arbeitslos

sind. DieErfahrung zeigt, dass Menschen

umso besser in den ersten Arbeitsmarkt

vermittelbar sind, je kürzer

sie arbeitslos waren. Insofern ist

genau diese Zielgruppe auch für Unternehmen

sehr interessant“, so Terton.VordieWahl

gestellt würden sich

sicherlich viele wegen der Perspektive

auf eine unbefristete Weiterbeschäftigung

für das SGE entscheiden.

„Dadurch gehen sie den privaten

Arbeitgebernverloren.“

Zudem gibt die IHK zu bedenken,

dass das Konzept nur Tätigkeiten bei

öffentlichen Arbeitgebern vorsähe.

Dadurch bestünde die Gefahr von

Wettbewerbsverzerrungen oder Verdrängung

regulärer Beschäftigung.

Kritisch wäre es, wenn der kommunale

Arbeitgeber eine regulär beschäftigte

Person durch jemanden

ersetze, der das solidarische Grundeinkommen

erhalte.

20 000 neue

Wohnungen

pro Jahr nötig

Wieauf das Wachstum der

Stadt reagiert werden muss

VonUlrich Paul

Die Aufgabe ist gigantisch. Berlin

wächst seit dem Jahr 2011 jährlich

im Schnitt um rund 40 000 Menschen.

Allein in den fünf Jahren bis

2016 stieg die Zahl der Berliner um

rund 245 000 Menschen – so viele

Einwohner,wie die Stadt Kiel hat.

Auch wenn nach der Bevölkerungsprognose,auf

die sich der Senat

stützt, voneinem schwächer werdenden

Zuwachs auszugehen ist, wird

Berlin laut dem jetzt vorliegenden

Stadtentwicklungsplan (Step) Wohnen

2030 voraussichtlich 430 000 Einwohner

mehr haben als im Jahr 2010.

Um den Wohnungsbedarfzudecken,

müssen dem Stadtentwicklungsplan

zufolge bis 2030 insgesamt 194 000

Wohnungen errichtet werden. Dabei

ist schon eingerechnet, dass unter der

SPD-CDU-Regierung von 2011 bis

2016 rund 80 000 Wohnungen zu wenig

entstanden.

Während Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher (Linke)

den Step Wohnen für beschlussreif

hält, fordert die SPD Nachbesserungen.

Zum Stichtag 31. Dezember

2018 übersteige die tatsächliche Bevölkerungszahl

die Prognose bereits

um mehr als 30 000 Einwohner, erklärt

die SPD-Abgeordnete Iris

Spranger.„Das muss in einem Planwerk,

das für das kommende Jahrzehnt

Gültigkeit haben soll, berücksichtigt

werden –auch wenn die bisherige

Prognose offizieller Senatsbeschluss

ist.“ Spranger führt als

weiteren Kritikpunkt den Umgang

mit Kleingartenflächen an. Laut Step

Wohnen könnten bis zu 7000 Wohnungen

auf Kleingartenflächen ent-

Wo darf gebaut werden? Das ist in Berlin

häufig umstritten.

IMAGO IMAGES

stehen. Damit diese Flächen letztlich

doch nicht bebaut werden müssen,

wolle die Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung ab 2025 Ersatzflächen

für diese 7000 Wohnungen suchen.

Das sei „kein seriöser Umgang“

mit den Kleingärtnern, kritisiert

Spranger. Im Step Wohnen

müssten Flächen ausgewiesen werden,

„die dann auch tatsächlich bebaut

werden sollen“, so die SPD-Abgeordnete.

In Kreisen der Linken

wird die Kritik zurückgewiesen. Der

Umgang mit den Kleingartenflächen

sei mit der Umweltsenatorin abgestimmt,

heißt es.Abweichungen von

der Bevölkerungsprognose können

aus Lompschers Sicht kein Grund

sein, die Zustimmung zum Step

Wohnen aufzuschieben. Der Plan

werde, ebenso wie alle anderen

Fachplanungen des Landes, angepasst,

„wenn neue Prognosewerte

vorliegen“, sagt sie.

In den nächsten Jahren werden

laut Step Wohnen 20 000 Wohnungen

jährlich benötigt. Darunter „vor

allem gemeinwohlorientierte Wohnungen“,

wie es heißt, alsoWohnungen

mit günstigen Mieten. Zu den

geplanten Neubauflächen gehören

unter anderem 14 neue Stadtgebiete,

die teilweise seit Jahren geplant werden.

Darunter die Buckower Felder,

die Wissenschaftsstadt in Johannisthal/Adlershof

und die Insel Gartenfeld.

Als weiteres Gebiet soll der geplante

Zukunftscampus von Siemens

in Spandau geprüft werden.


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 11 *

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Berlin

Gefängnisse, die speziell für die Bedürfnisse von Alten ausgestattet sind, gibt es in Berlin nicht. Der betagteste Gefangene der deutschen Hauptstadt ist inzwischen 85 Jahre alt.

IMAGO IMAGES

Alt werden hinter Gittern

Der demografische Wandel machtauch vor den Gerichten und Gefängnissen nicht halt –die Zahl derbetagten Verurteilten und Inhaftierten steigt auch in Berlin

VonKatrin Bischoff

Jürgen Schleicher sieht so aus,

wie man sich einen Trainer vorstellt.

Groß und athletisch. Er

sitzt in seinem kleinen Büroder

Sporthalle der Justizvollzugsanstalt

(JVA)Tegel –einem der größten Gefängnisse

Deutschlands.

In dem schlauchartigen Raum

stehen zwei Fußballpokale und einige

Ordner. Schleicher ist 57 Jahre

alt, hat in Leipzig Sport studiert und

arbeitet seit der Wende im allgemeinen

Vollzugsdienst, seit neun Jahren

ist er in Tegel Sportbeamter. Einer

vondreiTrainern, die mit den Gefangenen

in der JVAarbeiten.

Er erzählt, dass das Vollzugsgesetz

keine sportliche Betätigung für

Inhaftierte vorgesehen habe, als er

Bediensteter wurde. Mittlerweile ist

der Sport sogar Pflicht für jene, die

jünger als 21 Jahre sind, für die Älterenfakultativ.Und

es gibt sogar Seniorensportindem

Gefängnis.

Fünfmal in der Woche treffen sich

in der Sporthalle betagte Betrüger,

Totschläger und Mörder,die in Tegel

ihre langjährigen Haftstrafe absitzen.

Um fit zu bleiben. Sie machen

ihre Sportstunde vor den Jüngeren.

Dabeisein dürfen wir aber nicht.

Senior ersticht Lebenspartnerin

Zum Anfang gab es Rückengymnastik

für die Senioren unter den Strafgefangenen,

so erzählt es Schleicher.

Dann durften sie auf das Fahrrad-Ergometer.

Nun ist die Liste der Sportangebote

für Alte länger. Esgibt neben

einem leichten Fitnesstraining

auch Walken, Tischtennis, Fußball

und Volleyball für Ältere. Handball

sei bei ihnen aus dem Programm genommen

worden, dafür sei nun Badminton

im Angebot, erzählt er.

Sport baue Aggressionen ab. Und

dies sei gut für die Resozialisierung.

Ab dem 40. Lebensjahr dürfen die

„Langstrafer“ in Tegel zum Seniorensportkommen.

„Daist beim Fußball

oder Volleyball viel mehr Ruhe drin,

als wenn 20-Jährige Fußball spielen“,

sagt Schleicher.JüngereGefangene

nehmen in der Regel wenig

Rücksicht auf ältereInhaftierte.

Dass es Seniorensport gibt, ist

nicht ungewöhnlich. Derdemografische

Wandel macht auch vorden Inhaftierten

der Justizvollzugsanstalten

nicht halt. Auch Gerichte müssen

sich zunehmend mit betagten Angeklagten

auseinandersetzen. Alter

schützt vor Strafe nicht. Doch wie

umgehen mit Leuten, die älter als 70

Jahre sind, die vielleicht noch krank

sind –aber eine schwere Straftat begangen

haben?

In Berlin sorgten im ersten Halbjahr

zwei Fälle für Schlagzeilen. Im

Januar wurde ein 78-Jähriger verurteilt,

weil er in einem Neuköllner

Pflegeheim seinen Bettnachbarn erdrosselt

hatte. Den Mann, der im

Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben

wurde, hatte das ständige

Husten des Mitbewohners genervt.

Das Urteil: viereinhalb Jahre Haft

wegen Totschlags im minderschweren

Fall. Der Haftbefehl gegen den

schwerkranken Verurteilten wurde

zunächst bis zum Antritt der Freiheitsstrafe

nicht aufgehoben, weil

man nicht wusste, wohin mit dem

Mann. Pflegeheime in Berlin wollten

ihn nicht nehmen. Er blieb im Haftkrankenhaus.

Im Mai wurde der 78-jährige

Hans-Joachim U. von einer Schwurgerichtskammer

zu fünf Jahren Haft

verurteilt. Der einstige Feuerwehrmann

hatte seine 77 Jahre alte Lebensgefährtin,

mit der er nach dem

Todseiner Ehefrau zwölf Jahre zusammengelebt

hatte,inSpandau mit

einem Messer erstochen. Totschlag

im Affekt, urteilten die Richter.

Der Angeklagte habe Angst gehabt,

vordem Nichts zu stehen, weil

sich seine Lebensgefährtin von ihm

habe trennen wollen. Der lungenkranke

Angeklagte, der zum Laufen

einen Rollator benötigt, wurde während

des Prozesses mit einer Nasensonde

mit Sauerstoff versorgt.

„Die Zahl der älteren Angeklagten

nimmt zu“, sagt Paul Vogel. Der Anwalt

hat in seiner Arbeit diese Erfahrung

gemacht. Er vertrat auch den

einstigen Feuerwehrmann Hans-

Joachim U. im Verfahren wegen Totschlags.

Es sei aber eher die Ausnahme,

dass alte Menschen ihre Lebensgefährten

umbringen, sagt Vogel.

Er nennt den Fall seines

Mandanten absolut tragisch: Hans-

Joachim U. habe als Feuerwehrmann

sein Leben lang Menschen geholfen.

Er habe jahrelang straffrei gelebt,

bis zu diesem Messerangriff.

„Mein Mandant ist kein Gewalttäter,

Nicht ohne Rollator:Der Ex-Feuerwehrmann Hans-Joachim U. nach einem Prozesstag.

Etwa4000 Menschen sitzen

derzeit in Berlin eine

Haftstrafe ab.Von den Inhaftierten

hatten 2018 insgesamt

142 Strafgefangene

das 60. Lebensjahr überschritten.

2016 waren es

133 Gefangene.

GERIATRISCHE BETREUUNG IN VIER ZENTREN

aber er wurde bis ins Letzte ausgenutzt“,

sagt der Anwalt. Mansei aber

erleichtert, dass keine höhere Strafe

herausgekommen sei. Der Anwalt

sagt, dass er glaube, dass Hans-Joachim

U. nach Tegel verlegt werde.

„Aber er wird wohl nicht sehr lange

dortsein.“

Schließlich sollen Strafgefangene

in Deutschland nicht in Haft sterben.

Nach Ansicht des Anwalts sind die

Berliner Gefängnisse nicht so gut auf

den demografischen Wandel vorbereitet

wie etwa die Haftanstalten in

Bayern. „Ich habe das Gefühl, hier

gibt es zu wenig Personal“, sagt er.

Die Zahl der Alten im Gefängnis

wächst bundesweit. Zwar gingen die

Die Justizvollzugsanstalt

Konstanz, Außenstelle Singen,

war die erste Strafanstalt

nur für Senioren. Menschen,

die das 62. Lebensjahr

erreicht hatten und mindestens

15 Monate Haft vor

sich haben, sitzen dortein.

Diese Idee hat der Bund der

Strafvollzugsbediensteten:

Es sollten für die Betreuung

alter und gebrechlicher

Strafgefangener bundesweit

in vier Gefängnissen Zentren

für die geriatrische Betreuung

eingerichtet werden.

Zahlen aller verurteilten Straftäter

laut statistischem Bundesamt von

773 901 im Jahr 2012 auf 739 487 im

Jahr 2016 zurück. Doch gleichzeitig

stieg die Zahl der über 70-jährigen

Verurteilten von13688 auf 14 483.

Baden-Württemberg war das

erste Bundesland, das eine Haftanstalt

eigens für Alte eröffnete. Inder

Justizvollzugsanstalt Konstanz, Außenstelle

Singen, gibt es 50 Haftplätze.

Dort verbüßen nur über 62-

Jährige ihreGefängnisstrafen in barrierefreien

Zellen. Bedienstete dort

erhielten laut Justizministerium eine

Weiterbildung zum Sportübungsleiter

und eine ergotherapeutische

Ausbildung.

„Die demografische Entwicklung

spiegelt sich auch in unseren Gefängnissen

wider: Wenn die Gesellschaft

im Durchschnitt immer älter

wird, steigt auch der Anteil älterer

Gefangener“, sagt der baden-württembergische

Justizminister Guido

Wolf (CDU). Deswegen seien auch

beim Neubau der JVARottweil spezielle

Unterbringungsmöglichkeiten

für ältereGefangene vorgesehen.

Die gibt es auch im Berliner Justizvollzug

–inden derzeit vorhandenen

21 barrierefreien Hafträumen

mit behindertengerechten Toiletten

–inder JVATegel sind vier davon vorhanden.

In der Haftanstalt für

Frauen sind es zwei barrierefreie

Hafträume.

Eine eigene Seniorenanstalt wie

in Baden-Württemberg sei aber

nicht in Planung, heißt es aus der

Berliner Justizverwaltung. „Wir wollen

die älteren Gefangenen nicht isolieren“,

begründet Justizsenator Dirk

Behrendt (Grüne) diese Entscheidung.

Wenn ein alter Mensch in Haft

pflegebedürftig werde, könne er begnadigt

werden, um nicht in Haft

sterben zu müssen. In einem Pflegeheim

werdeerbesser betreut.

2017 starben sechs Menschen in

Berlins Knästen eines natürlichen

Todes,ein Jahr darauf waren es fünf.

Wie alt die Menschen waren, dazu

machte die Justizverwaltung keine

Angaben.

Dabei wächst auch in Berlin die

Zahl der alten Inhaftierten.Warenim

Jahr 2010 nur drei Prozent der Strafgefangenen

älter als 60 Jahre, so stieg

die Zahl sechs Jahre später auf vier

Prozent. Das waren in absoluten

Zahlen 133 Menschen. Vor einem

Jahr hatten bereits 142 Strafgefangene

das 60. Lebensjahr überschritten.

Davon waren neun Inhaftierte

75 Jahrealt und älter.

Derälteste Gefangene in Berlin ist

85. Der Mann sitzt laut Justizverwaltung

seit Februar 1969 in Haft und

wolle nicht mehr entlassen werden.

Er seihospitalisiert.

Dieses Nicht-mehr-Herauswollen

aus den Zellen bei älteren Gefangenen

und die damit einhergehenden

psychischenVeränderungen soll

der Seniorensport inTegel verhindern.

Auch in derJVA Heidering gibt

es speziell für ältere Gefangene dieses

Offerte. „Wir wollen mit dem

Sportangebot die Menschen aus ihren

Hafträumen und somit aus ihrer

Isolation herausholen“, sagt der

Sportbeamte Jürgen Schleicher, um

dann die ersten Teilnehmer am Seniorensportinder

Halle zu begrüßen.

Antoni S. etwa. Der 64-Jährige

trägt einen Jogginganzug und Turnschuhe.

Erhat ein rundes, freundliches

Gesichtmit wachen Augen. Antoni

S. ist gelernter Fernsehtechniker.

DerPole sitzt wie etwa 60 andere

Männer in Tegel eine lebenslange

Freiheitsstrafe ab.Wegen Mordes.

Weil er, wie er sagt, den Peiniger

seiner Tochter umgebracht habe. Er

ist seit drei Jahren in Tegel, hat aber

zuvor bereits in anderen Haftanstalten

Teile seiner Strafe verbüßt. Wenn

alles gut gehe, so sagt Antoni S.,

komme er vielleicht im Jahr 2025

wieder in Freiheit.

Sozialer Verwahrlosung entgehen

Seine Familie halte nach der Tatzu

ihm, erzählt der Mörder. Seine in

Berlin lebende Schwester besuche

ihn regelmäßig. Doch was ihn wirklich

aufrecht erhalte, das sei der

Sport. Antoni S. war früher Radrennfahrer,

erhat eine Mädchenfußballmannschaft

trainiert. In Tegel nimmt

er regelmäßig an den Sportangeboten

für Senioren teil, wenn es geht

Tagfür Tag. Dasist wieein Maßband,

das Wehrpflichtige bis zum Tagihrer

Entlassung immer kürzerschneiden.

Daseinen über Wasser hält.

Antoni S. spielt oft Tischtennis,

wofür er sich vorder Haft überhaupt

nicht begeisternkonnte.

Auch NorbertK.kommt regelmäßig

aus Haus Vzum Seniorensport.

Dort sitzen die verurteilten Mörder

und Totschläger. „Früher habe ich

Spinning gemacht. Jetzt bin ich beim

Badminton und beim Joggen dabei“,

erzählt der 59-Jährige. Sport bedeute,

auch andere Inhaftierte zu

treffen. „Mit Sport entgeht man der

sozialenVerwahrlosung.“ Norbert K.

sagt, er habe sich ein Leben ohne

Sport nie vorstellen können. Und er

wolle, wenn er rauskomme, mit seinem

Sohn wieder zum Skifahren.

Katrin Bischoff

hält SportimKnast für

eine sehr gute Idee.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Berlin

Linke:

Mietautos auch

am Stadtrand

Carsharing-Firmen sollen in

Pflicht genommen werden

Anbieter von Mietfahrzeugen wie

Autos,Fahrrädernund E-Tretrollern

inBerlin sollten nach einer Forderung

der Linken verpflichtet werden,

auch in den Außenbezirken

präsent zu sein. Damit sollten auch

die Bezirke,indenen es bislang keine

derartigen Mietmodelle gibt, „endlich

zum Zuge kommen“, sagte der

Berliner Linken-Abgeordnete Kristian

Ronneburg. Möglich sei folgendes

Modell: Wenn eine Firma inder

Innenstadt eine bestimmte Anzahl

an Miet-Fahrzeugen platziere,

müsse sie im Gegenzug auch in den

Außenbezirken eine Mindestzahl

anbieten. Ronneburg kritisierte, nur

wenige Vermieter würden ihreAngebote

bereitwillig über den S-Bahn-

Innenring ausweiten, weil Stadtteile

wie Spandau oder Kaulsdorf ihnen

dafür nicht lukrativ erschienen. Die

Linke will ihren Vorschlag im Herbst

mit den KoalitionspartnernSPD und

Grünen diskutieren. Dabei könne es

um ein Konzessionierungsverfahren

gehen, mit dem das Land bestimmte

Vermietungskontingente für einen

bestimmten Zeitraum vergibt.

Wie viele Miet-Fahrzeuge in Berlin

insgesamt stehen, kann die Senatsverkehrsverwaltung

nicht sagen.

Das geht aus einer Antwort auf

eine Linken-Anfrage zu Leihfahrrädernhervor.

DieFirmen hätten dazu

keine präzisen Angaben gemacht.

Die FDP verlangte am Montag

mehr Disziplin der Nutzer beim Abstellen

von Rollern und Rädern, um

Geh- und Radwege frei zu halten. Der

FDP-Abgeordnete Henner Schmidt

mahnte, das Einhalten der Regeln

durch die Vermieter müsse eingefordert

werden. „Wenn dies nicht ausreicht,

sollte das Abstellen von Leihfahrrädern,

E-Rollern und E-Scootern

als Sondernutzung öffentlichen

Straßenlandes behandelt werden.“

Der Senat hatte Regeln für die

Vermieter der neuen E-Tretroller

aufgestellt: Die E-Scooter dürfen

nicht imWegstehen, mehr als vier an

einer Stelle sind nicht erlaubt und

kaputte Roller müssen binnen

24 Stunden entfernt werden. DieFirmen

hatten zugesichert, sich daran

zu halten. Trotzdem sieht man in

Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain

und Neukölln immer wieder Mieträder

und Miet-Roller, die sich an

Straßenecken häufen oder enge

Gehwege blockieren. (dpa)

Vorliebe für Teppiche: Christoph Rumpf

STEFANIE GIESINGER

weihte bei der aktuellen Mercedes-

Benz Fashion Week im E-Werk inder

Wilhelmstraße die erste Reihe ein.

DieEröffnungsshowder Modewoche

zeigte Christoph Rumpf, der dazu

vom Titelsponsor nach dem Gewinn

des Grand Prix beim 34. Internationalen

Festival der Mode,Fotografie und

Modeaccessoires in Hyères eingeladen

worden war.Womit es gleich unkonventionell

losging, denn Rumpf

schreckt auch nicht davor zurück,

Teppiche zu sperrigen Mänteln zu

verarbeiten. In Stefanie Giesinger hat

er damit einen neuen Fangewonnen.

Die Gewinnerin der neunten Staffel

von Germany’s Next Topmodel

wünschte sich jedenfalls nach der

Schau in der Sponsoren-Lounge ein

gemeinsames Foto, das sie auch

prompt bekam. Und wenn sie nicht

so wahnsinnig hohe Schuhe getragen

hätte,wäreder Designer dabei fast so

groß wie sie gewesen.

CHRISTOPH RUMPF

erklärtseine Vorliebe für Teppiche als

Grundstoffe seiner Entwürfe mit den

Materialeigenschaften, die ihm gefallen,

aber auch mit seiner Art der Beschaffung,

bei der er auf Upcycling

und damit auf Nachhaltigkeit setzt:

„Ich verbringe meine Wochenenden

auf Flohmärkten und besorge dort

mein Material. Dort gibt es richtig

viele Teppiche.“ Wenn für ihn alles

nach Plan läuft, dann wird er im

nächsten Sommer Diplom-Designer

sein. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Christoph Rumpf schafft es nicht einmal,

sich auf der FashionWeek Shows

vonKollegen anzuschauen:„Ich fahre

CHRISTIAN SCHULZ

Geht nach Hamburg: Guido Maria Kretschmer DPA/PEDERSEN Liebt hohe Schuhe: Stefanie Giesinger CHRISTIAN SCHULZ

Mit Teppichen vom Flohmarkt

vonAndreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Christoph Rumpf eröffnet

die Fashion Week

schon heute Abend zurück nach

Wien. Weil ich zu Hause sein will,

wenn die Kollektion geliefert wird.

Undweil ich bis zu meinem nächsten

Termin am 11. Juli in Parisnoch einiges

fertigmachen muss.“

GUIDO MARIA KRETSCHMER

zeigte ebenfalls am Eröffnungstag

seine Kollektion im E-Werk. Womit es

einem Hamburger Versandhaus gelang,

auf dem Umweg über ein „presented

by...“ den eigenen Namen (für

Kreuzworträtselfreunde: vier Buchstaben,

auch der Vorname eines beliebten

friesischen Komikers) ins E-

Werk zu schmuggeln. Die Treue von

Kretschmer zum Zentrum der Fashion

Week im E-Werkstärktdie Modewoche

und liegt im Trend. Auch

Michael Michalsky, der sich in den

vergangenen Jahren mit seiner Style-

Nite separierte und damit weniger

bekannten Designern das Feld überließ,

ist wieder zurück. Undhilft dabei,

das Gerede vonder rapide gesunkenen

Relevanz der Fashion Week zu

beenden, das nach der Ausgabe im Januar

schon wie ein Abgesang klang.

Kretschmer ändert gerade viel in seinem

Leben. DieFinca auf Mallorca, in

der er Gäste wie Hollywoodstar Goldie

Hawn beherbergte, wird nach 22

Jahren verkauft. Für 1,7 Millionen

Euro,wie man hört. Undwoerschon

mal dabei ist, wird auch der Hauptwohnsitz

von Berlin nach Hamburg

verlegt. In der Hafenstadt hat er mit

seinem Ehemann Frank Mutters was

Schickes im eleganten StadtteilBlankenese

gekauft.

INKA BAUSE

musste sich durchringen und hat mit

dem Besuch der Show vonGuido MariaKretschmereine

große Ausnahme

gemacht: „Ich bin nur aus Liebe zu

ihm hier, das bleibt auch bei dieser

Fashion Week wieder meine einzige

Show.Schließlich gehöreich nicht zur

Modebranche und es setzt mich unter

Stress, den genau zur Klamotte

passenden Nagellack finden zu müssen,

um zwischen diesen schönen

Menschen hier nicht unangenehm

aufzufallen.“

KILIAN KERNER

zeigte am späten Montag seineKreationen.

Trotzdem taucht er mit seinem

Namen nicht im Ablaufplan auf.

Stattdessen steht da KXXK, was auf

ein weit verbreitetes Problem bei Designern

hindeutet: Irgendwann verkracht

man sich mit einem Investor

und stellt bei einem Blick in die Verträge

entsetzt fest, dass dem inzwischen

der eigene Name gehört. Mit

„Kilian“ oder „Herr Kerner“ ansprechen

darf man ihn noch. Er muss

bloß bei der Benennung der Kollektionen

kreativ & vertragstreu sein.

Kerner hatte erst im Januar sein

Comeback bei der FashionWeek gefeiert.

Er erzählte mit seiner aktuellen

Kollektion die Geschichte eines Sommertages,andem

man frei hat: „Dieses

Thema für die Kollektion ist einfach

daraus entstanden, dass ich

mich in meiner Arbeit gerade sehr befreit

fühle und es genieße, ohne

Druck und Erwartungen zu entwerfen.“

Einige der Outfits gingen direkt

nach der Show in den Onlinestore:

„Dieser neueWegist für mich die perfekte

Möglichkeit, eigene Kollektionen

herauszubringen, ohne direkt ein

Label zu gründen.“

Unter den Gästen: Schauspieler Jannik

Schümann, der Hose und T-Shirt

von Kerner trug. Jella Haase, die neben

ihm saß, applaudierte zum

Schluss beim Auftritt des Designers

Kilian Kerner nicht. Siefilmte.Das öffentlich

zu posten, ist ihr Applaus.

Hakan Tassoll

Immunität

verlieren

Staatsanwaltschaft ermittelt

wegen Trunkenheitsfahrt

Der Berliner Linke-Politiker Hakan

Tassoll für die Strafverfolgung

nach einem Autounfall unter

Alkoholeinfluss seine parlamentarische

Immunität verlieren. Diesen

Antrag stellte die Staatsanwaltschaft

beim Abgeordnetenhaus, wie eine

Sprecherin der Behörde am Montag

auf Anfrage mitteilte.Zuvor hatte die

Bild-Zeitung berichtet. Über den Antrag

muss nach der Sommerpause

der Rechtsausschuss des Parlaments

entscheiden.

Hakan Tas war Mitte Dezember

betrunken mit seinem Auto gegen

einen Laternenmast gekracht und

dann weitergefahren. Polizisten beobachteten

den Unfall und kontrollierten

den Politiker kurz darauf.

Nun wird gegen ihn wegen des Verdachts

der Unfallflucht und des Autofahrens

unter Alkoholeinfluss ermittelt.

Tashatte erklärt, er bereue

seinen Fehler zutiefst und wolle die

Konsequenzen tragen. Im Parlament

verlor er diverse Posten.

Abgeordnete genießen parlamentarische

Immunität vorStrafverfolgung,

um die Arbeitsfähigkeit des

Parlaments sicherzustellen. Allerdings

schützt dies einzelne Abgeordnete

nicht vor Strafe, denn die Immunität

kann aufgehoben werden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft

sind die Ermittlungen gegen

Tasnoch nicht abgeschlossen.

Auch der FDP-Politiker Marcel

Luthe hat 2018 seine Immunität verloren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

gegen ihn in zwei Verfahren –

einmal wegen des Verdachts auf Körperverletzung,

einmal wegen des

Verdachts auf Verletzung der Unterhaltspflicht.

(dpa, BLZ)

Baute betrunken einen Unfall, verliert

jetzt die Immunität: Hakan Tas DPA/PEDERSEN

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Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 17 *

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Berlin/Brandenburg

Nur in den

Mooren

glimmt es noch

Eine Million Liter Wasser auf

Brand in Lieberoser Heide

Trotz größerer und kleinerer

Feuer in Brandenburg amWochenende

scheint sich die Lage in

den Waldbrandgebieten etwas zu

entspannen. Der Großbrand in der

Lieberoser Heide, bei dem zeitweise

etwa 100 Hektar in Flammen standen,

ist nach Angaben von Kreisbrandmeister

Christian Liebe noch

nicht vollständig gelöscht. Es gehe

von den verbleibenden Feuern aber

keine Gefahr der Ausbreitung mehr

aus.Feuerwehrleute vorOrt kontrollierten

regelmäßig Glutnester.Vor allem

die Moore sind nach Angaben

des Landkreises noch Brandherde.

Löschhubschrauber der Bundespolizei

kamen am Wochenende in

der Lieberoser Heide nicht zum Einsatz.

Sie hatten in der vergangenen

Woche die Feuerwehrleute aus der

Luft unterstützt. Insgesamt warfen

die Hubschrauber nach Angaben der

Bundespolizei 1069 Mal Wasser aus

der Luft ab –das waren mehr als eine

Million Liter Wasser.

Bei anhaltender Hitze mussten

die Feuerwehrleute am vergangenen

Wochenende zu Dutzenden Bränden

ausrücken. Unter anderem

brannte in Märkisch Buchholz

(Dahme-Spreewald) ein Waldstück,

das etwa einen Hektar groß ist. Etwa

80 Einsatzkräfte waren mit 21 Löschfahrzeugen

vor Ort. Das Feuer

konnte Sonntagnacht gelöscht werden,

teilte die Polizei mit. Der Brand

könnte nach Polizeiangaben durch

die Entzündung von Altmunition

entstanden sein. Es wurden Ermittlungen

eingeleitet.

Feuer in der Nähe der Autobahn

Auch in der Nähe der Autobahnanschlussstelle

Glindow (Potsdam-

Mittelmark) war am Sonntag in einem

Waldstück ein Feuer ausgebrochen.

Nach Angaben der Feuerwehr

brannte es an der Landstraße L90

auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld.

Etwa 50 bis 60 Einsatzkräfte

waren mit 25 Fahrzeugen vor Ort.

DasFeuer ist inzwischen gelöscht.

Kleine Waldgebiete und Wiesenabschnitte

brannten auch bei

Trampe (Barnim) und Dannenwalde

(Oberhavel). Zudem brach ein kleiner

Brand in der Höhe des Berliner

Mauerwegs aus. Kleinere Feldbrände

gab es in Schöneiche (Oder-

Spree) und Müncheberg sowie östlich

von Reichenow (beides Märkisch

Oderland). Alle Feuer konnten

nach Angaben der Feuerwehr gelöscht

werden. (dpa)

Blick in ein Espresso House: An diesem Dienstag eröffnet die erste Filiale in Berlin.

Die Barista-Attacke

Gegen Einstein und Starbucks: Coffeeshop-Kette Espresso House flaggt Balzac-Cafés um

VonJochen Knoblach

Der hauptstädtische Kaffee-Ausschank

ist in Bewegung.

Nachdem die

Hamburger Coffeeshop-

Kette Balzac Coffee vor zwei Jahren

vergleichsweise still und leise von

dem schwedischen Kaffeebar-Betreiber

Espresso House übernommen

wurde, tritt der neue Eigentümer

nun erstmals in Berlin unter eigenem

Namen auf. An diesem

Dienstag wirddie ehemalige Balzac-

Filiale in der Schönhauser Allee

Nummer 116 als Espresso House

wiedereröffnen. Und dabei wird es

nicht bleiben. Die Schweden-Kette

hat in der Hauptstadt große Pläne:

VonPrenzlauer Berg aus soll Berlin

erobertwerden.

Die Strategie dafür haben die

Skandinavier, die sich selbst im Premiumbereich

der modernen großstädtischen

Kaffeehaus-Branche verorten,

vielfach erprobt. Mit nordischer

Landhaus-Gemütlichkeit im

üppig dekoriertem Ambiente wie aus

dem Ikea-Musterbau und schwedischen

Spezialitäten soll die verwöhnte

Berliner Kaffeetrinker-Gemeinde

überzeugt werden. In mehreren

Hundert Coffeeshops hat das offenbar

funktioniert. „Für viele Gäste

sind unsere Shops ein zweites Zuhause“,

sagt Nikolas Niebuhr,

Deutschlandchef der Kette. Der Laden

in der Schönhauser Allee misst

160 Quadratmeter.65Plätzegibt es.

Mit Zimtschnecken, Blaubeerkuchen

und Chocolateballs will sich

Espresso House von der bekanntermaßen

vielfältigen Konkurrenz unterscheiden.

Außerdem gibt es die

obligatorischen Salate, Wraps, Focaccias

und Bagels. Als besonders

wird indes der Kaffee hervorgehoben.

Dieser werde zubereitet von

zertifizierten Baristas, die dafür die

hauseigene Akademie absolviert haben.

Die Bohnen röstet Espresso

House in der eigenen Rösterei in

Schweden, wofür laut Espresso

House nur die hochwertigsten fünf

Prozent aller Kaffeebohnen der Welt

ausgewählt werden. Natürlich geht

es um „den besten Kaffee der Welt“.

Niebuhr geht fest davon aus, dass

der Umsatz in der Filiale an der

Schönhauser Allee um „mehr als 20

Prozent“ zulegen wird.

Der Umbau der Filiale in Prenzlauer

Berg ist aber tatsächlich nur

der Anfang. Bis Ende nächsten Jahres

sollen auch die restlichen Berliner

Balzac-Filialen zu Espresso-

House-Cafés umgestaltet werden.

Im September ist die am Naturkundemuseum

in der Chausseestraße

an der Reihe.ImOktober folgen zwei

Cafés in Steglitz und am Potsdamer

Platz.

Die Balzac-Kette wurde 1998 in

Hamburg von zwei Schwestern gegründet.

2011 fusionierte sie mit

dem ebenfalls aus Hamburg stammenden

Konkurrenten World Coffee

und hatte zuletzt knapp 50 Filialen in

„Für viele Gäste sind unsere Shops

ein zweites Zuhause.“

Nikolas Niebuhr, Deutschlandchef Espresso House

ESPRESSO HOUSE

Deutschland. Im Sommer 2017

übernahm dann Espresso House aus

Schweden die Balzac-Kette.

Espresso House hatte sein erstes

Café 1996 in Schweden eröffnet und

gilt heute mit 430 Coffeeshops in

Schweden, Norwegen, Finnland,

Dänemark und Deutschland als die

führende Premium-Coffeeshop-

Marke inden nordischen Ländern.

Nach eigenen Angaben zählt man

täglich mehr als 90 000 Besucher in

den Cafés, also im Schnitt 200 pro

Geschäft. Eigentümer ist übrigens

die in Luxemburg ansässige und zuletzt

mit einem hohen dreistelligen

Millionenverlust belastete JAB Holding

Company der deutschen Reimann-Familie,

der unter anderem

auch die Marken Jacobs, Dr. Pepper,

Senseo und Tassimo gehören.

Ob es tatsächlich gelingt, den Berliner

Café-Markt zu erobern, wird

sich zeigen. Denn die Konkurrenz ist

groß und gut aufgestellt. Starbucks

etwa betreibt in Berlin insgesamt

21Filialen, Einstein Kaffee führt in

der Stadt 19 Geschäfte, elf hat die

Kette Coffee Fellows.

Beim Berliner Unternehmen Einstein

Kaffee,das bereits seit mehr als

40 Jahren existiert, sieht man die Offensive

der Schweden mit bemerkenswerter

Gelassenheit. „Wir haben

schon viele Trends, aber auch

viele Mitbewerber kommen und gehen

sehen“, sagt Stefanie Hoffmann

aus dem Management der Kette.

Einstein Kaffee setze auf Tradition

und eine treue Stammkundschaft,

die nach eigenen Angaben in vielen

Filialen 80 Prozent der Besucher ausmacht.

So wolle man weiter „gesund

wachsen“. Ein bis zwei neue Filialen

pro Jahr plant das Unternehmen

nach ihren Angaben. Im September

soll am Kudamm, Ecke Joachimstaler

Straße die 20. Berliner Filiale eröffnet

werden.

Espresso-House-Chef Niebuhr ist

dennoch bereit für die Attacke. Ist

2020 der Umbau der übernommenen

Balzac-Läden abgeschlossen,

beginne die Expansion. „Ich rechne

in Berlin mit bis zu fünf neuen Filialen

jährlich.“

NACHRICHTEN

69-jährige Frau stirbt

bei Badeunfall

Beieinem Badeunfall in Eichwalde

(Dahme-Spreewald) ist am Montag

eine Frau ums Leben gekommen.

Nach Polizeiangaben hatten Badegäste

beobachtet, wie die 69-Jährige

leblos im Wasser trieb.Wiederbelebungsversuche

blieben erfolglos.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte

die Frau bereits im Vorfeld ein medizinisches

Problem. Nunwirddie genaue

Todesursache ermittelt. (dpa)

Neuer Wachschutz nun in

KZ-Gedenkstätten tätig

Nach dem Skandal um Wachschützermit

rechtsextremen Verbindungen

arbeitet in den KZ-Gedenkstätten

Sachsenhausen und Ravensbrück

ein neuer Wachschutz. Die

Firmamit Sitz in Oranienburgwurde

mit einer aufwendigen Ausschreibung

ausgewählt, teilte die Gedenkstättenstiftung

mit. (dpa)

Ministerium für Speicherung

von Autokennzeichen

Dieautomatische Kennzeichenerfassung

(KESY)aneinigen Brandenburger

Autobahnen bleibt „unverzichtbares

unterstützendes Einsatzmittel

für die Polizei“. Zu diesem Ergebnis

kommt eine Prüfgruppe,die

vomInnenministerium eingesetzt

wurde.Deren Abschlussbericht

wurde am Montag dem Innenausschuß

des Landtags zur Verfügung

gestellt. DieÜberwachung führe„regelmäßig

zu Fahndungs- und Ermittlungserfolgen

bei Straftaten von

erheblicher Bedeutung, welche auf

andereArt und Weise nur schwer zu

erzielen wären“, heißt es. (bla.)

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Klasse 5: 3098 x338,70 Euro

Klasse 6: 33 097 x63,40 Euro

Klasse 7: 68 390 x30,60 Euro

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18 Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Wissenschaft

Unbekannte

Seen unter dem

Grönlandeis

Ärzte fordern

Impfpflicht

gegen Masern

Der Schild ist kein dicker,

auf der Erde liegender Block

Nur so sei die Krankheit zu

besiegen, erklärt Verband

Unter dem Grönländischen Eisschild

befinden sich viele bisher

unbekannte Seen. Sie liegen vor allem

am Rand des Eisschilds.Das haben

Forscher aus Großbritannien

und den USA bei der Analyse vonRadardaten

herausgefunden. Ihre Erkenntnisse

könnten dazu beitragen,

das hydrologische System des Eisschilds

besser zu verstehen.

Grönland enthält die zweitgrößte

permanent vereiste Fläche der Welt.

Doch unter der Eisschicht, die bis zu

drei Kilometer dick ist, ist nicht alles

gefroren. Eingesperrte Wassermassen

bilden kilometerlange Seen. Bisher

waren vier davon bekannt. Eine

Studie, die im Fachmagazin Nature

Communications erschien, zeigt

nun, dass es weit mehr gibt. DieForscher

identifizierten an 56 weiteren

Stellen Wasser unter dem Eis. Das

Team der britischen Lancaster University

hatte Daten von Radaruntersuchungen

ausgewertet, darunter

die eines Nasa-Projekts, bei dem

Flugzeuge den Eisschild überflogen.

Die Forscher analysierten Daten

von mehr als 500 000 überflogenen

Kilometern. Insbesondere amRand

des Eisschilds fanden sie auf diese

Weise an 54 Orten Wasser unter dem

Eis. Der größte See ist knapp sechs

Kilometer lang. Außerdem entdeckten

sie zwei Seen mit Hilfe spezieller

Messungen zur Höhenänderung der

Eisoberfläche.

„Diese Studie gibt uns zum ersten

Mal einen Überblick darüber, wo

sich unter dem grönländischen Eisschild

Seen formen“, sagte die Studienautorin

Jade Bowling. „Das ist

wichtig, um deren Einfluss auf das

hydrologische System unter dem Eis

und die Bewegung der Eismassen

abzuschätzen, und wir erfahren

mehr über die thermale Beschaffenheit

des Eisschilds.“

DieSeen liegen laut der Studie vor

allem im Norden und Osten des

Schilds. Sie befinden sich zwar an

dessen Rand, aber noch in den Regionen,

die auch im Sommer nicht

schmelzen. DieForscher bezeichnen

diese Seen als stabil, da das Wasser

dort sehr lange gespeichert ist. Zwei

der nun entdeckten Seen sind jedoch

hydrologisch aktiv. Sie entstehen

im Winter und entleeren sich

während der Schmelze imSommer.

Dabei bewegen sie die Eisschichten

und bewirken Höhenunterschiede.

Zwei weitere solcher Seen waren

schon zuvor bekannt.

Die Forscher gehen davon aus,

dass weit mehr Seen existieren

könnten, und hoffen auf weitere Satellitendaten.

Denn die Wasserspeicher

könnten wertvolle Informationen

enthalten: „Diese Seen ermöglichen

es uns,nach extremen Lebensformen

zu suchen, und

Bodenproben können Rückschlüsse

über Umweltveränderungen geben“,

sagte Co-Autor Stephen Livingstone.

Die Forscher hoffen außerdem,

mit Hilfe der Ergebnisse

besser abschätzen zu können, wie

der Eisschild auf steigende Temperaturen

reagieren wird. Frühere Studien

hatten die Entstehung vonaktiven

Seen unter dem Eisschild direkt

mit dem Klimawandel in Zusammenhang

gebracht. (dpa/fwt)

Der Grönländische Eisschild aus dem All

gesehen, Aufnahme von 2016.

NASA

Bilder aus dem Aufklärungs-Comic zur Herzkatheter-Untersuchung,entwickelt von Kardiologen der Berliner Charité.

Koronarangiografie“, „Ballondilatation“,

„arterieller

Katheter“ – das sind Begriffe,mit

denen viele Ärzte

täglich zu tun haben. Siestehen auch

im Aufklärungsbogen für Patienten,

die eine Linksherzkatheter-Untersuchung

vorsich haben. Doch viele verstehen

nicht, was gemeint ist. Denn

die wenigsten haben ein Medizinstudium

hinter sich. Undnur ein Teil der

Patienten gibt die Begriffe zur Übersetzung

ins Internet ein.

Mediziner der Charité Universitätsmedizin

Berlin haben aus diesem

Grund eine sehr anschauliche Form

der Aufklärung entwickelt. Miteinem

etwa 20-seitigen Comic informieren

sie die Patienten über die Abläufe und

Risiken dieses Routineeingriffs, ohne

zu verharmlosen. In der Broschüre

wird inWort und Bild erklärt, wie die

Herzkranzgefäße untersucht werden

und wie sich der Patient danach verhalten

sollte. Eine frühere Studie

hatte gezeigt, dass viele Patienten

trotz Aufklärung das Prinzip der

Herzkatheteruntersuchung nicht

vollständig erfassten und somit falscheVorstellungen

hatten.

Trotz der farbigen Illustrationen

und der einfachen Sprache wirkt die

Darstellung nicht simpel. DasHeft erinnert

eher an sogenannte Graphic

Novels – ins Comicformat übertragene

Romane, meist für erwachsene

Leser. Der Patient wird mit seinen

Fragen, Sorgen und Ängsten ernst genommen,

was im Medizinbetrieb viel

zu selten geschieht. „Der Comic soll

natürlich nicht das persönliche Gespräch

mit dem Patienten ersetzen“,

sagte die Kardiologin Verena Stangl,

die den Medizin-Comic an der

Charité mit einem Team entwickelte.

Ihren Erfahrungen zufolge kommen

dem Patienten die Nachfragen jedoch

manchmal erst, wenn der Arzt gerade

zur Tür hinaus ist. Ein Comic besitzt

auch den Vorteil, dass der Patient die

Geschwindigkeit beim Erfassen des

Inhalts bestimmen kann.

Mehr Wissen und weniger Angst

Am Anfang gab es auch Unsicherheiten:

Würden sich nicht manche Patienten

veralbertfühlen, wenn man ihnen

einen Comic in die Hand drückt?

DieRückmeldungen seien aber positiv

gewesen, sagte Stangl. Eine kürzlich

publizierte Studie mit Daten von

rund 120 Patienten zeigte: Probanden,

die die Bildergeschichte bekamen,

hatten weniger Angst vor dem

Eingriff und konnten mehr Fragen

dazu richtig beantworten als Teilnehmer,die

nur die Standard-Aufklärung

mit Gespräch und Infobogen erhielten.

Auch war die Comic-Gruppe laut

der im Fachblatt Annals of Internal

Medicine veröffentlichten Studie zufriedener

mit der Aufklärung. Wie

Stangl ankündigte,sollen auch für andere

kardiologische Eingriffe Comics

erarbeitet werden. Die Version zur

Herzkatheteruntersuchung wolle die

Uniklinik standardmäßig einsetzen.

Auch andere Kliniken hätten Interesse

signalisiert, so die Medizinerin.

Bisher ist vonPatienten oft Eigeninitiative

gefragt, wenn sie etwas

nicht verstanden haben. Man kann

zum Beispiel auf Internetseiten von

Selbsthilfegruppen oder Stiftungen

Nah am Patienten

Medizin-Comics sind eine Möglichkeit, die

Aufklärung zu verbessern –aber nicht die einzige

VonGisela Gross

BRAND/GAO/HAMANN/MARTINECK/STANGL/CHARITÉ BERLIN

verständlich aufbereitete Angaben

finden. Es gibt sogar „Diagnosen-

Dolmetscher“ und Übersetzer für

Arztbriefe.Aber viele älterePatienten

nutzen kein Internet. Außerdem

muss man auch im Medizinbetrieb

berücksichtigen, dass Menschen unterschiedliche

Bildungsvoraussetzungen

haben. Erst in der vergangenen

Woche regten Krebsforscher auf

einer Konferenz in Berlin an, auch für

die Aufklärung über das Thema Krebs

und wichtige Präventionsmaßnahmen

anschauliche Formen zu finden.

Etwa zu Fragen wie: Welche Vorzüge

hat eine Darmspiegelung? Wie bereitet

man sich vor? Waspassiert dabei

und welche Risiken gibt es?

DasGespräch ist nicht zu ersetzen

Ansätzewie ein Comic seien „prima“,

wenn es im Gespräch gelinge, eine

Brücke zu schlagen vonden allgemeinen

Infos hin zum Einzelfall, sagte

Ansgar Jonietz vom Internetportal

washabich.de. Auf der Internetseite

können Patienten Arztbefunde kostenfrei

von Medizinstudenten in verständliches

Deutsch übersetzen lassen.

Außerdem werden Kommunikationskurse

für angehende Mediziner

angeboten.

Es sei generell wichtig, dass Patienten

nach einem Arzt-Gespräch etwas

Schriftliches in die Hand bekommen,

das sie zu Hause nachlesen können,

sagte Jonietz. Beim Arzt seien Patienten

manchmal aufgeregt, hinzu

kämen Ängste und Sorge. Frage später

die Familie nach, was der Arzt gesagt

habe,könne es schwer fallen, die

Einschätzung wiederzugeben.

Im Medizinstudium habe Kommunikation

lange keine Rolle gespielt,

sagte Jonietz, und auch heute

sei der Anteil noch zu gering. Manchen

Ärzten sei gar nicht bewusst,

dass ihr Sprachgebrauch nicht allgemeinverständlich

ist. In den Kursen

gehe es um das Vokabular und das

Vermitteln komplexer Sachverhalte.

„Wenn der Patient nicht versteht,

was mit ihm passiert, ist er auch nicht

bereit mitzuarbeiten“, sagte Jörg-

Andreas Rüggeberg vom Berufsverband

der Deutschen Chirurgen. Er ist

aber etwas skeptisch, was Medizin-

Comics im Allgemeinen anbelangt:

Schriftliche Maßnahmen seien immer

standardisiert, wichtiger sei es,

im Gespräch auf den einzelnen Patienten

einzugehen. „Das ist der

Schlüssel.“ Nach Rüggebergs Erfahrung

hat dieWissbegierde vonPatienten

ohnehin auch Grenzen, etwa

wenn es um technische Details von

Operationen geht. „Manche sagen,

sie wollen es lieber gar nicht so genau

wissen.“

„Wir müssen alles tun, um falsche

Angespanntheit zu vermeiden, aber

die persönliche Aufklärung ist nicht

zu ersetzen“, sagte der Vorstandschef

der Deutschen Herzstiftung, Dietrich

Andresen. Als Kardiologe verdeutliche

er Patienten die Abläufe einer OP

jedes Malaufs Neue,zum Beispiel mit

Zeichnungen auf Papier, und er versuche

auch sprachlich, sich auf sein

Gegenüber einzulassen – etwa mit

Begriffen aus dessen Berufsfeld, ergänzend

zur Fachsprache. Diese Zeit

müssten sich Ärzte auch im Klinikalltag

nehmen. (dpa, BLZ)

Der Berufsverband der Kinderund

Jugendärzte zeigt sich davon

überzeugt, dass die Masern in

Deutschland ohne eine Impfpflicht

nicht ausgerottet werden können. Er

wandte sich am Wochenende entschieden

gegen die Einschätzung des

Deutschen Ethikrates, dass die von

der Bundesregierung geplante Impfpflicht

in Kitas und Schulen nicht gerechtfertigt

sei. Es sei wirklichkeitsfremd,

wenn das Gremium zwar die

moralische Pflicht zur Impfung anerkenne,

die rechtliche Pflicht aber ablehne,erklärte

derVerband.

DieKinder-und Jugendärzte täten

viel, um Elternüber Nutzen und Risiken

aufzuklären, Impfbücher zu kontrollieren

und an ausstehende Impfungen

zu erinnern, so der Verband.

Viele Elternkämen aber erst gar nicht

in die Praxen oder ließen ihren Kindernnicht

die wichtige Zweitimpfung

geben. Grund sei meist Vergesslichkeit

und Nachlässigkeit.

„Das Ansteckungsrisiko für ihreeigenen

Kinder und erst recht für andereKinder

übersehen diese Eltern“,

kritisierte der Berufsverband. „Daher

fordernwir:Sowie es eine allgemeine

Schulpflicht zum Wohle der Kinder

und der ganzen Gesellschaft gibt,

sollte es auch eine allgemeine Impfpflicht

geben, nachdem alle gut gemeinten

Aufklärungskampagnen der

letzten Jahre nicht dazu geführt haben,

die MaserninDeutschland auszurotten.“

Der Ethikrat hatte erklärt, die

Impfpflicht für Kinder in Kitas und

Schulen sei wegen der hohen Impfquoten

in diesen Altersgruppen nicht

gerechtfertigt. Grundsätzlich sei es

keine reine Privatangelegenheit, ob

man sich gegen eine hochansteckende

Infektionskrankheit impfen

lasse. Angesichts einer solchen „moralischen

Pflicht“ sei aber zu prüfen,

für wenauch eine Rechtspflicht erforderlich

sei. (dpa)

Originalfilme

der Mondlandung

werden versteigert

Die Nasa-Aufnahmen sollen

sehr gut erhalten sein

Z

um 50. Jahrestag der Mondlandung

sollen in NewYork die Original-Filmaufnahmen

des Ereignisses

versteigertwerden. DiedreiFilmrollen,

auf denen insgesamt zwei

Stunden und 24 Minuten lang zu sehen

ist, wie Neil Armstrong und Buzz

Aldrin als erste Menschen den Mond

betreten, könnten bei der Auktion

am 20. Juli bis zu umgerechnet etwa

1,7 Millionen Euro einbringen, teilte

das Auktionshaus Sotheby’samFreitag

in NewYorkmit.

Die Aufnahmen seien von der

Nasa selbst während der Mondlandung

am 20. Juli 1969 gemacht worden

und seitdem nur dreimal angesehen

worden, deswegen handele es

sich um die schärfsten und am wenigsten

technisch veränderten Bilder,

hieß es vom Auktionshaus. Die

drei Filmrollen waren in einem Stapel

von insgesamt 1150, die der Ingenieur

Gary George 1976 bei einer

Auktion der US-Raumfahrtbehörde

Nasa für 217,77 Dollar kaufte.Weder

die Nasa noch Käufer George vermuteten

die Aufnahmen in dem Stapel,

aber Jahrzehnte später entdeckte der

Ingenieur sie zufällig und hat sie nun

zum Verkauf freigegeben.

Bei Christie’s kommen rund 200

Raumfahrt-Objekte unter den Hammer

–unter anderem das Original-

Handbuch des Mondlanders von

Apollo 11, das bis zu neun Millionen

Dollar bringen könnte. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 19 *

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Sport

„Und dann

fällt alles

auseinander“

Zverev blamiert sich in

Runde eins von Wimbledon

Alexander Zverev schüttelte immer

wieder ungläubig den Kopf,

packte schließlich flugs seine Tasche

und verließ eilig den Schauplatz seiner

nächsten herben Grand-Slam-

Enttäuschung. Der 22-Jährige hat in

Wimbledon eine krachende Erstrundenpleite

kassiert und damit ein

denkwürdiges deutsches Debakel

besiegelt. An einem „schwarzen

Montag“ im Rasen-Mekka von London

schieden alle sieben zum Auftakt

geforderten Deutschen in der

ersten Runde aus – inklusive des

wohl aussichtsreichsten männlichen

Kandidaten.

Zverev verlor auf dem CourtNr. 1

gegen den Tschechen Jiri Vesely 6:4,

3:6, 2:6, 5:7 und kassierte damit erstmals

seit den French Open 2017 wieder

eine Auftaktniederlage bei einem

Grand-Slam-Turnier. „Das war ein

typisches Grand-Slam-Match für

mich. Ichbin gut gestartet, dann gehen

zwei, drei Dinge schief und irgendwie

fällt alles auseinander“,

sagte Zverev: „Mein Selbstvertrauen

ist gerade weniger als Null.“

Zudem deutete Zverev anschließend

an, durch den schwelenden

Rechtsstreit mit dem ehemaligen

Manager Patricio Apey extrem belastet

zu sein.„Die letzten zwei Tage waren

sehr hart für mich. Was gerade

los ist, ist abartig“, sagte er:„Ichdarf

nichts Offizielles sagen. Es tut mir

weh. Ichdachte wir sind Freunde.“

Auf seinen Durchbruch auf Major-Ebene

muss der Weltranglistenfünfte

nun auch nach seinem 17. Anlauf

weiter warten. Stattdessen

reihte er sich ein in die außergewöhnliche

deutsche Niederlagenserie

zum Beginn des Major-Highlights.

DertapfereKohlschreiber

Zuvor hatte nämlich bereits Philipp

Kohlschreiber trotz tapferer Gegenwehr

gegen Titelverteidiger Novak

Djokovic 3:6, 5:7, 3:6 verloren. Auch

Hat ein Grand-Slam-Trauma:

Alexander Zverev.

GETTY IMAGES/BRUNSKILL

für Zverevs Bruder Mischa, Peter Gojowczyk

(München), Cedrik-Marcel

Stebe (Mühlacker) sowie bei den

Frauen Mona Barthel (Neumünster)

und Anna-Lena Friedsam (Neuwied)

war bereits Runde eins Endstation.

Nicht einmal einen Satzgewinn hatte

das deutsche Sextett dabei feiern

können.

Zverev hatte dagegen anfangs

noch auf Kurs gelegen. Doch im

zweiten Durchgang kippte das

Match. Vesely,der in Wimbledon bereits

zweimal im Achtelfinale gestanden

hatte, schaffte beim Stand von

3:3 sein erstes Break und marschierte

anschließend zum Satzausgleich.

Auch im dritten Durchgang

führte er früh mit 3:0 und ließ sich

diesen Vorsprung nicht mehr nehmen.

„Ich habe ein unglaubliches

Match gespielt, von vorne bis hinten“,

sagte Vesely anschließend.

Am Dienstag stehen sechs weitere

Partien mit deutscher Beteiligung

auf dem Plan. Das Gute dabei: Weil

Titelverteidigerin Angelique Kerber

in ihrem Auftaktmatch (14.00 Uhr

MESZ/Sky) auf ihre Fed-Cup-Kollegin

Tatjana Maria (Bad Saulgau)

trifft, ist mindestens ein deutscher

Sieg garantiert. (sid)

Plötzlich Hauptdarsteller

Deutschlands U21-Coach Stefan Kuntz ist nach Rang zwei bei der EM vor allem stolz auf seine Mannschaft

VonTobias Schächter,Udine

Und plötzlich stand Thomas

Schaaf auf dem Podium.

In der Hand hielt

der ehemalige Bundesligatrainer

von Werder Bremen und

Eintracht Frankfurt den „Goldenen

Schuh“, die Auszeichnung für den

Torschützenkönig der U21-Europameisterschaft

2019 in Italien. Schaaf,

Technischer Direktor beim SV Werder,

beobachtet schon lange Spiele

bei Großereignissen für die Uefa.

Sonntagnacht überreichte der 58-

Jährige in Anzug und Krawatte Luca

Waldschmidt die Trophäe des besten

Torschützen. Ein großer Trost für

den Stürmer, der gerade das EM-Finale

mit Deutschland gegen Spanien

mit 1:2 verloren hatte. Sieben Tore

hat der Freiburger in fünf Spielen geschossen,

kein Spieler hat auf dieser

Talenteschau je zuvor mehr Tore gefeiert.

Waldschmidt bedankte sich

artig und drückte Schaaf die Hand.

Die beiden kennen sich gut,

Schaaf hat dem quirligen Lockenkopf

im April 2015 zu seinem Bundesligadebüt

bei der Eintracht verholfen,

ihn bei einem Spiel in Dortmund

für Sony Kittel eingewechselt.

Den Durchbruch in der Bundesliga

schaffte Waldschmidt erst in der vergangen

Runde in Freiburg. Undhätte

Deutschland das Finale zum zweiten

Mal nacheinander gewonnen und

Waldschmidt ein Tor geschossen,

wäre wohl er und nicht der Spanier

Fabian Ruiz zum „Spieler des Turniers“

gewählt worden. Aber den

Spanierngelang nicht nur die Revanche

für die Finalpleite vor zwei JahreninPolen,

auch Mittelfeldstratege

Fabian vom SSC Neapel wurde verdient

mit dem Lorbeer des besten

Turnierspielers bedacht.

Riesenpaket an Erfahrungen

Hat sich europaweit Beachtung erspielt: Luca Waldschmidt

Nachfolger: Joachim Löw

spricht erstmals über einen

möglichen Nachfolger als

Bundestrainer:Stefan Kuntz

ist einer vonzweiKandidaten.

Die erste Reise nach seiner

Krankheitspause führte

Löw zum EM-Finale der U21.

HEADHUNTER LÖW

Namen: Er empfahl Kuntz,

56, weiter.Eine verbandsinterne

Lösung sei für die Zeit

nach ihm naheliegend. Es

gebe zwei Trainer beim DFB,

die absolut Fähigkeiten als

Bundestrainer hätten: Stefan

Kuntz und Marcus Sorg.

FRANK HOERMANN/SVEN SIMON

Nähe: „Beide haben sehr

viel Empathie, das ist wichtig

bei den jungen Spielern,

dass man Zugang zu ihnen

bekommt“, sagte Löw,dessen

Vertrag bis nach der WM

2022 läuft, der vonKuntz bis

nach Olympia 2020.

Dies- und jenseits des Kanals

So ein Nachwuchsturnier bietet ja

immer auch eine Bestandsaufnahme

über den Zustand des Nachwuchses

im Land. Trainer Stefan

Kuntz war „sehr stolz“ auf seine

Mannschaft, die Spieler hätten ein

„Riesenpaket an Erfahrungen“ gemacht.

„Wir wollten alle einen

Schritt weiter machen bei dieser EM,

die meisten meiner Spieler haben

mehrere nächste Schritte gemacht“,

lobte Kuntz. Die Frage wird sein, ob

die Spieler an diesen Erfahrungen

wachsen werden. TorwartAlexander

Nübel beispielsweise wurde in den

zwei Turnierwochen mit allem konfrontiert,

was Profis im Verein sonst

über eine ganzeSaison erleben: Erstmals

stand er voll im Fokus der bundesweiten

Öffentlichkeit und erregte

mit einem Interview in der Bild-Zeitung,

in dem er seine Ambitionen für

die A-Elf unterstrich, ambivalente

Reaktionen. Dann hielt er die Mannschaft

mit Weltklasseparaden im

letzten Gruppenspiel gegen Österreich

(1:1) und im Halbfinale gegen

Rumänien (4:2) im Turnier, bevor er

im Finale krass patzte: Vordem entscheidenden

0:2 durch Dani Olmo

ließ er einen Schuss von Fabian in

die Mitte abprallen (69.). Stefan

Kuntz sagt: „Das wird auch für Alex

ein Schritt sein, den er für den Rest

seiner Karriere irgendwann gebrauchen

kann. Wenn er jetzt eine Karriere

wie Oliver Kahn macht, dann

hat der Fehler seinen Zweck erfüllt.“

Spannende Frage

Die deutsche U21 hat sich dieser

Tage in Italien als Mannschaft präsentiert,

die mit einem vom Trainer

geschickt geförderten Teamgeist das

Publikum begeisterte. Relativierend

muss gesagt werden, dass die Gegner

bis ins Finale –Dänemark (3:1), Serbien

(6:1), Österreich und Rumänien

–nicht zu den stärksten gehörten.

Die Deutschen wurden von ihrem

Teamgeist und ihrerWettkampfhärte

getragen –die aber in den filigraneren

und talentierteren Spaniern ihre

Grenzen fanden.

Dieganz großen Talente der spielberechtigten

Jahrgänge 1996 bis

1999 haben sich schon in der A-Elf

festgespielt: Leroy Sané, Julian

Brandt, Kai Havertz, Timo Werner

und Thilo Kehrer. Auch Kapitän Jonathan

Tah und Rechtsverteidiger

Lukas Klostermann können Einsätze

in der A-Nationalmannschaft vorweisen.

Dem Schalker Torwart Alexander

Nübel ist eine Karriereinder

Nationalmannschaft zuzutrauen.

Starke Spieler wie Mahmoud Dahoud,

Maximilian Eggestein, Nadiem

Amiri oder Florian Neuhaus

haben das Problem, dass auf ihren

Positionen in der A-Elf die Konkurrenz

riesig ist. Und wie die Perspektivebeispielsweise

vonWaldschmidt

aussieht, ist eine spannende Frage.

Vereine wie Lazio Rom zeigen Interesse.

Sein Erfolg in Italien, so der

Freiburger, sei das Ergebnis einer

Entwicklung über ein ganzes Jahr im

Verein. Waldschmidt katapultierte

sich auf der EM-Bühne in zwei Wochen

von einem Nebendarsteller in

der Bundesliga zu einem europaweit

beachteten Talent. Nunwirdsich zeigen,

wie er mit denVerlockungen der

großen Fußballwelt umgeht.

Englands Fußballfrauen können im WM-Halbfinale gegen die USA auf große Fanunterstützung zählen

VonFrank Hellmann, Lyon

Sogar Wetten soll es schon geben.

Fällt auf der Insel die Marke von

zehn Millionen Fernsehzuschauern?

Es könnte gut sein, dass so viele Fußballfans

einschalten, wenn am

Dienstag (21 Uhr/ZDF) das Halbfinale

der Frauen-WM zwischen England

und den USA bei der BBC läuft.

Bislang haben sich bereits 22,2 Millionen

Menschen die fünf WM-Partien

der „Three Lionesses“ angesehen.

Sechs Millionen beim souveränen

3:0 im Viertelfinale gegen Norwegen

– und damit mehr die

EM-Qualifikationsspielen der Männer

im März. In Le Havre spielte das

Team um Kapitänin Steph Houghton

passenderweise erstmals so adrett

wie Trainer Phil Neville am Spielfeldrand

angezogen ist. Dieenglische Effektivität

wirkt weltmeisterlich, und

nicht wenige sind überzeugt, dass

der Rekordweltmeister sich nur noch

von einem Gegner aufhalten lässt,

der die Unterstützung aus der Heimat

spürt, wie Jade Moore versicherte.

„Kanada war wirklich sehr,

sehr weit weg, aber jetzt spielen wir

direkt vorunserer Tür“, sagt die Mittelfeldspielerin

des FC Reading.

Für konservative Politiker sind

die Nationalspielerinnen bereits

Idole. „Ich möchte, dass jedes Kind

die Ausdauer, den Mut und die Entschlossenheit

der Lionesses hat“,

schrieb Bildungsminister

Damian Hinds. Mit Kampagnen

wie„This Girl Can“

sollen an Schulen die Hürden

abgebaut werden,

dass Mädchen Sport treiben

–und dafür sind jetzt

kickende Idole da.

Teammanager Neville

verlangt, dass seine Spielerinnen

gegen die USA über

die Schmerzgrenze gehen.

Sie müssten ihr „bravery level“, das

Tapferkeitslevel, um 20 Prozent erhöhen,

fordert der Coach. Sollte die

Power der US-Girls doch obsiegen,

hätte sein Ensemble wenigstens die

Qualifikation für die Olympischen

Spiele 2020 in Tokio sicher,nachdem

–imGegensatz zu den Männern –

eine Einigung mit dem schottischen,

walisischen und irischen Fußball-

Verband zustande kam. Die Präsenz

Englands Coach

Phil Neville

beim Olympischen Fußballturnier

sei „absolut fundamental“ für die

Entwicklung, findet Neville.

Einig sind sich Verband und Vereine

auf der Insel, dass ihr Doppelpass

zur Entwicklung des Frauen- und

Mädchenfußball ruhig ein bisschen

was kosten darf. Undsoist

das Mutterland des Fußballs

im weiblichen Bereich

im Eiltempo auf der Überholspur.

Spielerberater wie

Dietmar Ness, der mehr als

zwei Dutzend WM-Teilnehmerinnen

betreut, berichten

zudem voneiner anhal-

AFP

tend hohen Nachfrage nach

ausländischen Topspielerinnen.

„Wir haben so viele

Schritte in den vergangenen Jahren

gemacht“, sagt Emma Hayes, die Managerin

der Chelsea Ladies,„da ist eine

internationale Trophäe das letzte fehlende

Teil.“

Ihr Klub scheiterte in diesem Jahr

noch im Halbfinale der Women’s

Champions League am Seriensieger

Olympique Lyon, aber irgendwann

soll die Women’s Super League (WSL)

die weibliche Königsklasse mal so do-

minieren wie das männliche Pendant.

Der deutsche Markt darf ruhig

alsVehikel dienen. DerFCArsenal hat

erst dem FC Bayern drei weitereNationalspielerinnen

–die Deutsche Leonie

Maier, die Niederländerin Jill

Roord und die Österreicherin Manuela

Zinsberger – abgeluchst, um

sich dann die Bayern-Frauen zur Saisoneröffnung

einzuladen. Am 28. Juli

kommt es nämlich im Emirates-Stadium

zur ersten Gemeinschaftsveranstaltung

von Männer und Frauen:

Erst spielen die Arsenal Ladies, dann

kicken Pierre-Emerick Aubameyang

und Mesut Özil.

Aber manchmal braucht es die

männlichen Zugpferde auch gar

nicht mehr. Das Wembleystadion

soll nach Willen der Football Association

(FA) allein mit dem Frauen-

Länderspiel England gegen

Deutschland am 9. November gefüllt

werden. Ob die DFB-Frauen dann

vielleicht sogar bei einem Weltmeister

oder Vizeweltmeister antreten,

entscheidet sich am Dienstagabend

im ausverkauften Stade de Lyon. Vor

einer Rekordkulisse. Wie es sich gehört,

wenn Englands Frauen spielen.

NACHRICHTEN

Durant wechselt zu den

Brooklyn Nets

BASKETBALL. Paukenschlag bei der

Eröffnung des Transferfensters in

der nordamerikanischen Basketball-

Liga NBA: Kevin Durant verlässt die

Golden State Warriors und wechselt

zu den Brooklyn Nets.Das gab der

30-Jährige in der Nacht zu Montag

bekannt. Durant soll in NewYorkin

vier Jahren 164 Millionen Dollar (145

Millionen Euro)verdienen. Der

zweimalige MVP der NBA-Finalserie

wirdwohl die komplette Saison

2019/20 wegen seiner gerissenen

Achillessehne verpassen. Beiden

Nets dürfte er auf Spielmacher Kyrie

Irving treffen, den es vonden Boston

Celtics ebenfalls nach Brooklyn

zieht. Auch DeAndreJordan (New

York Knicks) soll Medienberichten

zufolge dortunterschreiben.

Casillas kehrtzum Team des

FC Portozurück

FUSSBALL. Zwei Monate nach seinem

Herzinfarkt ist der früherespanische

Nationaltorhüter Iker Casillas

zur Mannschaft des FC Portozurückgekehrt.

„Zurück an die Arbeit.

Erster Tag“, schrieb der 38-Jährige

bei Twitter zu einem Foto,das ihn

mit Teamkollegen auf dem Vereinsgelände

zeigt.

Dortmund holt Abwehrtalent

Moreyvom FC Barcelona

FUSSBALL. DerWechsel vonMateu

Moreyvom FC Barcelona zu Borussia

Dortmund ist perfekt. Der19

Jahrealte spanische Jugend-Nationalspieler

unterschrieb einen Vertrag

bis zum 30. Juni 2024. Moreygewann

2017 mit der spanischen U17-

Nationalmannschaft die Europameisterschaft.

Thole/Wickler ziehen ins

WM-Sechzehntelfinale ein

BEACHVOLLEYBALL. Deutschlands

derzeit bestes Männerduo Julius

Thole und Clemens Wickler ist bei

der WM in Hamburgindie Runde

der letzten 32 eingezogen. DieLokalmatadoren

gewannen auch ihr zweites

Gruppenspiel gegen die Iraner

Arash Vakili/Bahman Salemi mit 2:0

(21:18, 22:20) und sind in der Gruppe

Lnicht mehr voneinem der beiden

ersten Plätzezuverdrängen, die die

direkte Qualifikation für das Sechzehntelfinale

bedeuten.

Sportmediziner Klümper

gestorben

ALLGEMEIN. Derumstrittene deutsche

Sportarzt Armin Klümper ist tot.

Wieerst durch eine Todesanzeige in

der FAZbekannt wurde,starb Klümper

am 23. Juni im Alter von84Jahren

in Kapstadt. Derehemalige Leiter der

skandalumwitterten Freiburger

Sportmedizin war im Jahr 2000 nach

Südafrika ausgewandert. Eine Patientin

Klümpers war die SiebenkämpferinBirgit

Dressel, die am 10. April

1987 an Multiorganversagen starb.

IhrTod ist bis heute nicht aufgeklärt.

ZAHLEN

Tennis

133. Championships in Wimbledon

Männer,1.Runde: Djokovic (Serbien) -Kohlschreiber

(Augsburg) 6:3, 7:5, 6:3; Vesely (Tschechien)

-A.Zverev(Hamburg) 4:6, 6:3, 6:2, 7:5;

Bautista Agut (Spanien/23) -Gojowczyk (München)

6:3, 6:2, 6:3; Opelka (USA) -Stebe (Vaihingen)

6:3, 7:6 (7:4), 6:1; Darcis (Belgien) -M.Zverev(Hamburg)

6:2, 6:4, 6:4

Frauen, 1. Runde: Margarita Gasparjan (Russland)

-Anna-Lena Friedsam (Andernach) 6:4, 6:4;

Marie Bouzkova(Tschechien) -Mona Barthel

(Neumünster) 6:3, 6:3; Julia Putinzewa (Kasachstan)

-Naomi Osaka (Japan/2) 7:6 (7:4), 6:2


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 – S eite 20

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Sport

VomSchlitzohr zum Cheftrainer:Ante Covic.

CONTRASTPHOTO/BEHRENDT

Bestens vorbereitet

Herthas neuer Trainer Ante Covic überzeugt an seinem ersten Taginder Verantwortung mit hintergründigen Antworten und einer gehörigen Portion Charme

VonSebastian Schmitt

Schlag 14 Uhr marschierten

sie der Reihe nach durch die

Tür zum Presseraum von

Hertha BSC. Vorneweg Mediendirektor

Max Jung, gefolgt von

Ante Covic, der mit einem breiten

Grinsen das Auditorium begrüßte

und auf dem Podium mittig Platz

nahm, auf ihn folgte Manager Michael

Preetz, der für den Moment

dann doch einen eigentlich viel zu

finsteren Blick vor sich hertrug. Immerhin

sollte dieser Termin ja so etwas

wie der Anfang einer neuen Ära

bei den Blau-Weißen sein, der TagX

für den neuen Cheftrainer Covic, 43,

der das Team weiterentwickeln, ja in

die Spitzengruppe der Bundesliga

und damit in den Europapokal führensoll.

Sei’s drum. Preetz, Herthas Rekordtorschütze,

und Covic, der ehemalige

Profi und langjährige Nachwuchscoach,

erweckten jedenfalls

einen vertrauten Eindruck. Man

kennt sich eben seit Jahren, was

Preetz ja auch in seinen ersten Worten

zum Ausdruck brachte. Er

schlussfolgerte daraus: „Es war an

der Zeit, dass er diese Chance bekommt.“

VonGerland geprägt

Da konnte und wollte Covic nicht widersprechen,

überzeugte im Anschluss

mit einer bemerkenswerten

Eloquenz. „Viele Menschen sehen in

Herausforderungen Risiken – ich

sehe lieber die Chancen“, sagte er

beispielsweise,umimAnschluss voller

Selbstbewusstsein über die Bürde

seines neuen Jobs zu parlieren. „Ich

bin dem Verein sehr dankbar, aber

ich habe hier in den vergangenen

Jahren gute Arbeit geleistet. Ichgehe

in mein zehntes Jahr als Trainer.Jetzt

ist der richtige Zeitpunkt für mich,

den kommenden Schritt zu machen.“

In eine Schublade wolle er

sich nicht stecken lassen.„Man sollte

Trainer nicht auf Laptop- oder Old-

School-Trainer festlegen. Es braucht

eine gesunde Mischung.“ Die habe

er unter Jürgen Röber und Hermann

Gerland erlebt. „Die beiden haben

mich geprägt, weil ich gemerkt habe,

dass es in diesem Geschäft auf eine

gewisse Menschlichkeit ankommt.“

Trainingslager: Am 3. Juli

reist die Berliner Hertha für

eine Woche ins Trainingslager

nach Neuruppin. Dortsteht

unter anderem das Testspiel

am 7. Juli gegenden Drittligisten

Eintracht Braunschweig

an.

Das klang gut, genauso wie seine

Ausführungen zum Stichwort

Schlitzohr. Hätte er als Spieler so

eine Leidenschaft für den Jobgehabt

wie als Trainer, erklärte Covic, hätte

er womöglich eine ganz andere Karriereals

Profi hingelegt. Im Umkehrschluss

wäre erdann aber vielleicht

nicht so ein guter Trainer geworden.

Da war einer also gut vorbereitet

auf seinen ersten Taginder Verantwortung.

Unddawar einer, nämlich

Preetz, ebenfalls gut vorbereitet auf

HERTHAS PLAN FÜR DEN SOMMER

Testspiele: Am 13. Juli findet

das Jubiläumsturnier

beim Karlsruher SC statt.

Am 17. Juli und 20. Juli, stehen

für Hertha die beiden

Testspiele gegendie Zweitligisten

FC ErzgebirgeAue und

VfL Bochum an.

Tour: Vier Tage später geht’s

ins Trainingslager nach Stegersbach

(Österreich). Am

25. Juli spielt Hertha dortgegenFenerbahce

Istanbul. Es

folgt der Test am 3. August in

London beim Premier-

League-Club Crystal Palace.

all die drängenden Fragen, die der

125-Millionen-Euro-Deal mit Investor

Lars Windhorst hervorgerufen

hat. „Wir werden jetzt nicht durchdrehen,

sondern unserer Strategie

treu bleiben“, sagte der Manager.

Und: „Wir werden nach jungen,

hungrigen, entwicklungsfähigen

Spielern fahnden. Aber klar ist, dass

wir jetzt auch Geld in den Kader fließen

lassen können.“ Der Geldregen

veränderenatürlich den Handlungsspielraum.

„Wir möchten in den

kommenden Jahren weiter nach

oben. Wir werden aber nicht Bayern

München oder Borussia Dortmund

attackieren. Aber im Vergleich zur

vorherigen Saison wollen wir uns

verbessern.“

Einen Teil der Windhorst-Millionen

könnte schon für die Vertragsverlängerung

vonSpielmacher OndrejDuda

eingesetzt worden sein. Der

24-jährige Slowake, nach zwei

durchwachsenen Jahren in der vergangenen

Spielzeit Herthas Topscorer

(elf Tore, sechs Assists), verlängerte

seinen ursprünglich bis 2021

laufenden Vertrag umweitere zwei

Jahre.

Kampfansage an Union

Dazu meldete Hertha bei Marko

Grujic endlich Vollzug. DerSerbe des

FC Liverpools hievte –wenn er gesund

war –das Berliner Spiel bereits

im vergangenen Jahr auf ein neues

Level und bleibt den Blau-Weißen

für eine kolportierte Gebühr von

rund zweieinhalb Millionen Euro

plus Gehalt ein weiteres Jahr erhalten.

Natürlich sehr zu Freude von

Covic: „Es gab viele Stimmen, dass

die Mannschaft jetzt bei einem

neuen Trainer auseinanderbricht. Es

ist uns gelungen, diese Spieler zu

halten. Wir können uns über die

Qualität der beiden freuen.“

Auf Valentino Lazaro muss Covic

dagegen verzichten. Der spielstarke

Österreicher wechselt für 22 Millionen

Euro zum Serie-A-Klub und

Champions-League-Teilnehmer Inter

Mailand. „Wir sind auch ein Wirtschaftsunternehmen.

Sportlich ist es

einVerlust, aber so ein Angebot kann

man kaum ablehnen“, erklärte der

Fußballlehrer nüchtern den Verlust.

Seine Spielphilosophie und ob es

weitere neue Spieler braucht, werde

sich erst im Laufe der Vorbereitung

zeigen.

Konkreter und eine ArtKampfansage

lieferte Covic zu den bevorstehenden

Derbys mit Aufsteiger und

Stadtrivalen 1. FC Union: „Wir wollen

aus den beiden Spielen sechs

Punkte holen und die blau-weißen

Farben durch die Stadt tragen.“ Eine

Aussage,die ihm zusammen seinem

Charisma zunächst ordentlich Rückendeckung

bei allen Herthaner geben

wird.

Verzichten, um zu wachsen

Warum Zugang Keven Schlotterbeck den 1. FC Union als die beste Option für die Entwicklung seiner Karriere als Abwehrspieler sieht

VonMathias Bunkus, Bad Saarow

Was hat er nicht schon mitgefiebert.

Am Fernseher versteht

sich. Denn als Union sich mit dem

VfB Stuttgart umdie Eliteliga duellierte,

wusste Keven Schlotterbeck

schon genau, wohin ihn sein Weg

führen sollte. „Was man da mitbekommen

hat, das fühlte sich toll an“,

meinte der 22-Jährige,den die Eisernen

für ein Jahr vomLigakonkurrenten

SC Freiburgausgeliehen haben.

Der Kontakt zu den Köpenickern

hatte schon länger bestanden. Denn

nachdem er im Breisgau als Innenverteidiger

an den etablierten

Stammkräften nicht vorbeikam,

meist in der Reserve sein Dasein fristete,

wollte er Spielpraxis suchen.

„Ich brauchte das für den nächsten

Schritt“, meinte der 1,89 mgroße Abwehrrecke,

der in Freiburg mit seinem

Bruder Nico, 19, und einem

weiteren Nachwuchsspieler in einer

WG gewohnt hatte. Liga zwei wäre

für den –wie er selbst sagt –Spätentwickler

der logische Schritt gewesen.

Doch dann wendete sich durch

das Verletzungspech der Arrivierten

in der zweiten Saisonhälfte das Blatt.

KevenSchlotterbeck fand sich in der

Bundesligaelf wieder.DreiMal sogar

zusammen mit seinem jüngeren

Bruder, der im Gegensatz zu ihm

schon früh den Weg in das Nachwuchszentrum

der Badener gefunden

hatte. Der ist ebenso ein Linksfuß.

Und auch weil Keven kein Bruderduell

führen wollte, stand für ihn

früh fest, dass er sein Glück woanders

suchen wollte.

Hart im Nehmen

„Er hat eine gute Spieleröffnung, besitzt

ein gutes Kopfballspiel und ist

stark imEins gegen Eins“, beschrieb

Manager Oliver Ruhnert die Vorzüge

des Zugangs. Hart imNehmen ist er

auch. Zwar musste er sich nach dem

Kommt aus einer fußballverrückten Familie: Keven Schlotterbeck

IMAGO IMAGES/KOCH

len können, Polizist zu werden, wenn

es mit der Profikarrierenicht geklappt

hätte.

Die scheint mit bisher neun Erstligaspielen

auf demWegzusein. Und

Vormittagstraining den Fuß tapen

lassen, aber er tat das als nebensächlich

ab. „Das ist nur ein Schlag. Am

Nachmittag geht es weiter“, meinte

der Abiturient, der sich hätte vorstelso

kurios es klingt, diese unerwartet

eingetretene Erfolgsgeschichte erschwerte

das angedachte Leihgeschäft.

„Die Freiburger hatten schon

ein paar Bauchschmerzen, dass ich

zu einem Ligakonkurrenten wechseln

wollte“, gibt Schlotterbeck zu.

Doch mit der Rückkehr der Platzhirsche

ins Team von Christian Streich

sah das aus Weinstadt stammende

Mitglied einer fußballverrückten Familie

–sein Onkel Niels kickte für

Freiburgund Hannover, sein Cousin

Marvin Zimmermann kickt für die

Reserve vonHannover96, Papa Marc

und Mama Susanne fiebern mit ihrenKindernimmer

im Stadion mit –

seine Chancen auf Spielpraxis

schwinden. Union erschien ihm als

die bessere Option. Zumindest für

die nächsten zwölf Monate.„Danach

muss man weiter schauen“, gibt der

Defensivmann zu.

Für Trainer Urs Fischer, der nach

dem Abgang vonMarvin Friedrich Ersatz

brauchte,eröffnen sich neue Perspektiven

in der Hintermannschaft.

MitSchlotterbeck als Partner vonFlorian

Hübner kann der frühere Hannoveraner

vonder ungewohnten linken

Stopperposition der letzten Spielzeit

wieder auf seine bevorzugte

rechte Seite wechseln. WasamMontag

im Training auch gleich machte.

Nun soll für ihn ein Traum in Erfüllung

gehen.„Als ich in Backnang erstmals

im Herrenbereich spielen

musste, dauerte es etwas, bis ich damit

zurechtkam. Ich war abissle zu

fescht gebaut gewesen“, berichtete er

im schönsten Schwäbisch. Feschter

im Sinne vonetwas übergewichtig.

Etwas, das er durch eine veränderte

Ernährungsweise, Krafttraining

und Disziplin in den Griff bekam.

Auch wenn er dadurch auf einiges

verzichten musste. „Das stört

mich aber nicht. Im Fußball hat man

vielleicht zwölf Jahre. Danach kann

man immer noch leben.“


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Stimmen für die bessere

Welt: TanyaTagac,

Beth Ditto und Neil

Young Seiten 24 und 25

„Der Realität ein Schnippchen schlagen.“

Harry Nutt in seinem Nachruf auf den Cartoonisten Mordillo Seite 23

Kino auf dem Land

Der Himmel

über der Mark

Harry Nutt

macht einen

Verbesserungsvorschlag.

Die brandenburgische Prinzenstadt

Rheinsbergerfreut sich eines

stolzen Kulturlebens. Gerade

wird eine Freilichtbühne errichtet,

auf der am 19. Juli Domenico Cimarosas

Oper „Gli Orazi eiCuriazi“ in

einer Inszenierung des neuen Intendanten

Georg Quander einen Steinwurf

entfernt vom beliebten Kurt-

Tucholsky-Museum Premiere hat.

Und wer nach dem Rheinsberger

Kino-Programm sucht, wird bei einer

Internet-Recherche ebenfalls

nicht enttäuscht, sonderngroßzügig

auf Kinos in der weit gefassten Umgebung

verwiesen, zum Beispiel in

Neuruppin, Neustrelitz, Wittstock

oder Wusterhausen. Ein Kino gibt es

in dem kulturaffinen Städtchen

Rheinsbergleider nicht mehr.

Das Soforthilfeprogramm für

Kinos auf dem Land wird den

Rheinsbergernbei ihrem Bedürfnis

nach Lichtspielgenuss nicht helfen.

Die nun von Kulturstaatsministerin

Monika Grütters aufgelegte

Förderung in Höhe von fünf

Millionen Euro ist ausdrücklich dafür

vorgesehen, bereits bestehenden

Kinos unter die Arme zu greifen.

Bis zu25000 Euro können pro

Kino für Modernisierungsmaßnahmen

und programmbegleitende

Investitionen beantragt werden.

Man sei darum bemüht, heißt es in

einer Pressemitteilung der Kulturstaatsministerin,

alles dafür zu tun,

„dass der Kulturort Kino weiterhin

in ganz Deutschland auch abseits

der Metropolen erhalten bleibt“.

Eine gute Idee, die der Erkenntnis

Rechnung trägt, dass das Stadt-

Landgefälle beim Zugang zu kultureller

Bildung besonders groß ist.

Natürlich gibt es auch in Rheinsberg

Filme zu sehen. So kuratierte

unlängst Knut Elstermann eine

Reihe mit historischen Werken über

Friedrich den Großen –imSchlosstheater.

Das ist übrigens ein gutes

Beispiel dafür, dass nicht nur Geld

für die Restaurierung von Toiletten

ausgegeben werden muss. Kino im

ländlichen Raum braucht auch Programmauswahl

und -begleitung.

Der Verleger Elmar Faber (1934–2017), fotografiert2014, sein Autor Christoph Hein (geboren 1944), aufgenommen 2018.

Die Literatur ist unteilbar

Zum Briefwechsel zwischen dem Verleger Elmar Faber und dem Schriftsteller Christoph Hein

VonCornelia Geißler

Als Elmar Faber 1983 die Leitung

des Aufbau-Verlags

übernahm, sahen ihn die

Mitarbeiter und Autoren

zunächst als exotisches Wesen an.

Kamerdoch vonEdition Leipzig, einem

Haus, dessen prachtvolle Bildbände

fast ausschließlich für den Export

inden Westen produziert wurden.

Bei Aufbau aber erschienen die

Bücher von Christa Wolf und Helga

Königsdorf, von Erwin Strittmatter

und Hermann Kant, die in die Gesellschaft

wirkten.

Christoph Hein, der dort damals

bereits Erzählungen veröffentlicht

hatte und seine viel diskutierte Novelle„Der

fremde Freund“, war misstrauisch.

Man sieht es den ersten

Briefen an, die beide miteinander

wechselten. Die„vertrauensvolle Zusammenarbeit“,

von der Hein anfangs

schreibt, klingt wie eine Forderung.

Als er später, Kritik kaum verhehlend,

nach Büchern „vom krausen

Rand der Literatur“ fragt, hält

Elmar Faber ihm entgegen: „Die Literatur

ist unteilbar, unteilbar wie

der Geschmack des Publikums. Ich

darf, so glaube ich und als Verleger

zumal, beiden nicht irgendwo eine

Ecke oder Kante abzuschneiden versuchen.“

Er verteidigt die Vielfalt des

Programms.Worüber er dabei nicht

schreibt, wissen beide nur zu gut:

Dass das Büchermachen in der DDR

abhängig war von den Urteilen der

Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel

im Ministerium für Kultur.

„Ich habe einen Anschlag auf Sie

vor“ heißt das Buch, in dem die Briefe

gesammelt sind. Damit startet der

Verlag Faber &Faber neu, der nach

demTodElmar Fabers und wegen der

Arbeit seines Sohnes Michael Faber

als Leipziger Kulturbürgermeister einige

Jahre pausierte. Esist ein schönes

Buch, mit nachtblauem Vorsatzpapier

und Schutzumschlag versehen,

in der eleganten SchriftWarnock

im Flattersatz gesetzt. Von1983 bis

2017, mit längeren Pausen, kann man

verfolgen, wie aus einer Arbeitsbeziehung

eine Freundschaft wuchs.

Die beiden Männer schreiben

einander wenig über Privates, viel

aber über ihre Sorgen um die Lesekultur

– von unterschiedlichen

Standpunkten. Während Faber zwar

einräumt, dass es „doch immer nur

die Hälfte der produzierten Bücher

ist, die sich wie warme Semmeln verkaufen

läßt“, schildert Christoph

Hein die Mangelwirtschaft: „Unsere

Buchhandlungen haben kein Sortiment,

sondern lediglich ein Rudiment

vonBüchern.“ DerVerleger redet

seinem Autor einiges schön. Der

bleibt widerborstig.

Später bildet sich hier ein Teil des

Dramas der Abwicklung der DDR-

Verlage am Beispiel von Aufbau ab.

Elmar Faber sollte mit dem Vorwurf,

er sei Stasi-Mitarbeiter gewesen, aus

dem Amt getrieben werden. Als

Christoph Hein den Treuhand-Verantwortlichen

nach Belegen fragte,

hatte der sie nicht dabei und konnte

sie auch später nicht beibringen. Faber

ging vonselbst, gründete mit seinem

Sohn das neue Unternehmen –

davon handeln weitereBriefe.

So aufschlussreich sich vieles hier

darbietet, muss doch oft in Fußnoten

erklärt werden, was nachgewachsene

Leser nicht wissen können.

Leider hat den Herausgeber Michael

Faber oder seine Mitarbeiter

da die Sorgfalt etwas verlassen. Vertipper

bei Jahreszahlen sind verzeihlich,

dass Christoph Heins Kinderbuch

mal „Ein WildpferduntermKachelofen“,

mal „Das Wildpferd…“

heißt, weniger. Einige Angaben sind

gar zu knapp. Zulange musste Gerhard

Wolf für die Bücher unangepasster

Autoren kämpfen, als dass

LAIF/JÖRG GLAESCHER, BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

„in den später 1980er-Jahren“ als Erscheinungszeit

hier angemessen benannt

wäre.„Außer der Reihe“ gab es

von 1988 bis 1991. Und wenn vermerkt

ist, die „Sendesignale der beiden

westdeutschen Programme“

seien im Dresdener Raum nicht

empfangbar gewesen, geht die Ironie

verloren, mit der Hein von

„merkwürdigen Faltungen der Erdoberfläche“

spricht. Es war das „Tal

der Ahnungslosen“.

Es ist ein Buch für Leser mit Erfahrung.

Kulturgeschichtlich interessant

werden sie viele Mitteilungen

zum Stand der Projekte finden, auch

den gereizten Ton in der Zeit des

Übergangs,als beide sich mühen, ihr

Werk in das andereWirtschaftssystem

zu retten. Wie gewitzt Autor und Verleger

um das Erscheinen des Romans

„Horns Ende“ rangen, wird aber erst

in der beigefügten Grabrede

deutlich, die Hein auf

Elmar Faber hielt.

Christoph Hein/

ElmarFaber:

Ich habeeinen Anschlag

auf Sievor

Der Briefwechsel. Faber

&Faber,Leipzig 2019.

158 S.,22Euro

NACHRICHTEN

Museen wollen mehr Geld für

koloniale Aufarbeitung

Museen benötigen nach Auffassung

des Deutschen Museumsbundes

dauerhaft mehr Geld, um ihrekoloniale

Vergangenheit aufarbeiten zu

können. Mitden vorhandenen finanziellen

und personellen Mitteln

sei es nicht möglich, systematisch

nach der Herkunft jedes einzelnen

Ausstellungsobjektes zu forschen,

sagte der Präsident des Deutschen

Museumsbundes,EckartKöhne,am

Montag in Bremen. Jedes Naturkundemuseum

sowie Kunst- und kulturgeschichtliche

Museum brauche für

diese Aufgaben ein zusätzliches

Team aus sechs bis acht Experten, erklärte

er bei derVorstellung des überarbeiteten

Leitfadens zum Umgang

mit Sammelgut aus kolonialen Kontexten.

(BLZ/dpa)

TilSchweiger spielt bei

Actionfilm in den USA mit

DerSchauspieler TilSchweiger dreht

einen Actionfilm mit Superstar

Bruce Willis.Erwerde in knapp zwei

Wochen für den Dreh in den US-

Bundesstaat Louisiana fliegen, sagte

Schweiger am Montag in Passau. In

dem Film mit dem Titel „Run of the

Hitman“ spiele er nicht den Bösen,

sondernden Guten. „Eine Kampfmaschine.“

Dafür müsse er nun

noch etwas trainieren. DieProduzenten

des Filmes hätten bei seiner

amerikanischen Agentin angefragt,

erzählte Schweiger.„Ichhabe das

Drehbuch gelesen, fand es super

und habe Ja gesagt.“ (dpa)

Maler Wolfgang Klähn in

Hamburg gestorben

DerHamburger Maler Wolfgang

Klähn ist am Sonntag im Alter von89

Jahren gestorben, wie seine Tochter

am Montag der Deutschen Presseagentur

(dpa) bestätigte.ImNorden

war Klähn bereits vor50Jahren in

den Kunsthallen in Kiel und Bremen

sowie in Lübecker Museen gezeigt

worden. Einem breiten Publikum ist

Klähn vorallem mit Landschaftsaquarellen

und Federzeichnungen

vonder Insel Sylt bekannt geworden.

Klähn lebte seiner Tochter zufolge

bis zuletzt in seinem Atelierhaus in

Blankenese. (dpa)

UNTERM

Strich

Meine Tiere

Der Kult

um die Biene

VonHilal Sezgin

Eswar ein strahlender Junitag, Wald und

Wiesen standen voll im Saft und die Holunderbüsche

in überbordender Blüte. Ein

Summen kündigte das Nahen von Insekten

an. Mehr und mehr Bienen kamen angeflogen

und kreisten in der Luft. Sieließen sich in

einer Pappel in meinem Garten nieder,bis in

etwa fünf Metern Höhe ein Gebilde aus tausenden

kleinen Körpernhing.

Solche Schwärme von Honigbienen sind

in Maiund Juni nicht selten, wenn man „naturnahe“

Imker im Dorfwohnen hat, die das

Schwärmen nicht wie kommerzielle Imker

künstlich unterbinden. Die alte Königin

fliegt los,und ihr folgen mehreretausend Arbeiterinnen

und suchen ein neues Zuhause.

Nunwohne ich am Waldrand und war zuversichtlich,

dass der Schwarm bald etwas

finden würde. Doch in der Nacht ging ein

starkes Gewitter nieder. Amnächsten Morgen

hing die Traube als stummer, regloser

Klumpen am Baum. DerWetterbericht prophezeite

weitereGewitter.

Die Situation dieser Bienen bedrückte

mich zunehmend, ich weiß gar nicht,

warum. DasImage der Honigbiene ist voneinem

Mythos wundervoller „Natürlichkeit“

umflort, für den ich unempfänglich bin.

Denn heutige Bienen sind Zuchttiere, Königinnen

werden teils künstlich befruchtet.

Manche Menschen sprechen von „Massentierhaltung“.

DasSchwärmen, das der Imker

unterbindet, weil es so viele Honigvorräte

kostet, erfüllt auch seuchenhygienische

Zwecke: Das Volk verkleinert sich, die Brutphase

wird unterbrochen, die Vermehrung

der Milben zurückgeschraubt. Doch was den

Bienen gut tut, freut halt nicht unbedingt

HENDRIK JONAS

den Imker oder seine Kunden.Wieviele Ökos

loben den gesunden und vitaminreichen

Honig! Sie schmieren sich den Honig aufs

Brot, während die Bienen übernWinter nur

Zuckerwasser erhalten. Gleichzeitig jammern

diese Honigliebhaber, wie wenig widerstandskräftig

heutige Bienen sind.

Überhaupt wird umdie Honigbienen ein

mediales Aufheben gemacht, als ob sie allein

in der Lage wären, Blüten zu befruchten.

Undals ob ausgerechnet die Imker es seien,

die das Insektensterben aufhalten können!

Eher ist das Gegenteil der Fall: DieHonigbienen,

von Menschen gepäppelt, machen den

Wildbienen Konkurrenz.

So gesehen also hätte ich die Bienen vielleicht

ihrem Schicksal überlassen sollen,

aber ich konnte einfach nicht. Ichbeschloss,

ihnen einen Bienenstock aufzustellen, wo sie

ihren Honig behalten durften. Ichfand einen

Imker,der mir den Schwarmaus dem Baum

holte, und suchte einen Laden für Imkereibedarfauf.

Derkleine Raum war mit lauter Souvenirund

Liebhabersachen gefüllt, und jede enthielt

Honig. Es gab Honigseifen, -schaumbad,

-wein, -schnaps, -rum, -kekse, Honiggummibärchen

undsoweiter. Der Ladeninhaber,

selbst ein passionierter Imker, stellte

mir eine Erstausstattungzusammen.

„Wollten Sie schon immer Bienen haben?“,

fragte er.

„Nein, nie!“ sagte ich. „Die sind mir halt

einfach zugeflogen.“

Zu Hause stellte ich den Kasten unterm

Pflaumenbaum auf, ein Brettchen für den

berühmten Bienentanz wurde vor den Eingang

geklemmt. Ichbin gespannt. DieKunst

der Bienen, Futterplätze zufinden, zu kommunizieren

und sich zu orientieren ist legendär.

Dann soll man sie doch machen lassen!

AufihreArt,für ihre Art.


22 Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Feuilleton

Sie liest, er malt

Vier Männer,drei Frauen: Eine Ausstellung in Quedlinburg zeigt die Feiningers als Künstlerfamilie –ein Mini-Bauhaus für den Privatgebrauch

VonChristian Eger

Der Volksmund meint es

zu wissen: Hinter einem

erfolgreichen Mann steht

immer eine starke Frau.

Aber was heißt hier Stärke? Stark zu

sein im Verzicht oder im Durchsetzen,

im Dienen oder Drängen? Im

Fall vonJulia (1880–1970) und Lyonel

Feininger (1871–1956) ist die Frage

nicht leicht zu beantworten.

Sicher ist, dass die Kunststudentin

den um neun Jahreälteren Mann,

den sie 1907 heiratete, vom Job des

Pressezeichners weg ins freie Künstlertum

lenkte. Klar ist auch, dass sie

ihre eigenen Künstlerpläne aufgab.

Oder nur noch insoweit pflegte, wie

sie ihrem Ehemann nützlich waren.

„Du kannst in kurzer Zeit ganz

wertvolle Sachen lernen in Bezug auf

technische Methoden und Hilfsmittel,

die teilst du mir dann später alle

mit, nicht wahr?“, schreibt Lyonel

1905 an Julia, die an der Kunstschule

in Weimar studierte. 1906 bettelt er

wieder:„Lerne weiter und rege mich

immer mehr an, zu noch besseren Arbeiten.“

Niezuvor so sichtbar

Lyonel und Julia Feininger im Bauhaus Atelier,1927. HARVARD ART MUSEUMS/BUSCH-REISINGER MUSEUM, GIFT OF T. LUX FEININGER ©VGBILD-KUNST, BONN 2019

So ist esgekommen. In einem 1927

im Dessauer Meisterhaus fotografierten

Moment steht Julia nicht hinter

ihrem Mann, der an der Staffelei malt,

sondern sitzt hinter ihm, ganz so, als

würde sie ihn dirigieren. Er bekam die

Kunst, sie das gesellschaftliche Gehäuse

–und mit diesem eine Familie,

die so intensiv mit der Kunst lebte,

dass das in der Feininger-Galerie in

Quedlinburg eine eigene Ausstellung

wert ist.

„Die Feiningers – ein Familienbild

am Bauhaus“ heißt die von Galeriedirektor

Michael Freitag kuratierte

Schau, die zu den originellsten

Beiträgen zur 100-Jahr-Feier des

Bauhauses zählt, dem Feininger

seit1919 angehörte. Dabei war diese

Familie immer auch ihr eigenes Bauhaus,

denn hier wurde gemalt, getischlert,

fotografiert. DieSöhne Andreas

(1906–1999), Laurence (1909–

1976) und TheodoreLux (1910–2011)

sind jeweils namhafte Männer geworden,

Andreas als Fotograf sogar

weltberühmt. Dessen schwedische

Ehefrau Wysse Feininger (1912–

2006), die der alte Lyonel als ein „süßes

Wesen“ bestaunte,machte ihren

Wegvon der Bauhaus-Schülerin zur

Designerin. Aber auch Feiningers

Tochter aus erster Ehe, Lore

(1901–1991), wurde eine Fotografin,

die es noch zu entdecken gilt.

Die Quedlinburger Schau

macht es möglich. Nie zuvor sind

die Feiningers in der Zusammenschau

präsentiert, nie zuvor ist so

viel Feininger-Material aus bislang

verborgenen Quellen gezeigt worden.

Lyonel Feiningers leicht angerostete

Leica, mit der er nachts

in Dessau fotografierte; der von

Andreas Feininger als Gesellenstück

am Bauhaus gezimmerte

Stuhl; sensationell eindrückliche

farbige Architekturstudien von T.

Lux Feininger: Alles das ist hier zu

haben. Die Nebeneinander-Präsentation

der Familie zeigt dabei,

wie künstlerische Tätigkeiten,

Techniken und Motive hin- und

hergingen. Auch zwischen Julia

und Lyonel.

Mit denen geht es los. Im Juli

1905 begegnen Julia und Lyonel

einander zum ersten Mal an der

Ostsee; nach zwei Monaten ist

klar, dass jeder die eigene Ehe auflöst.

Fotografien und Zeichnungen

sind zu sehen, darunter eine, die

er und sie gemeinsam von einem

Baumstamm gefertigt hatten.

Dass Julia eine solide Künstlerin

ist, belegt ihr Porträt der Susanne

Hornbostel. Im Jahr 1907 malen er

und sie im ähnlichen Duktus.Für Lyonel

geht es in die Kunst, für Julia in

die Familie.1922 porträtiertOtto Dix

die dreifache Mutter:eine Dame mit

Matrosenkragen. Seesüchtig waren

die Feiningers alle.

Anregung durch die Kinder

Zeichnungen der Söhne zeigen, wie

sich der Vater bei der abstrahierten

Bildsprache der Kinder bediente.

Wie diese wiederum die Neigung zu

Lokomotiven, Schiffen und Städten

übernahmen. Laurence, Komponist

und katholischer Priester, hinterließ

Zeichnungen und Partituren. Der

Maler T. Lux Fotos und Gemälde.

Andreas ist mit einigen seiner Foto-

Klassiker dabei: Coney Island 1949,

jüdischer Friedhof in Queens 1948.

Und seine Halbschwester Lore, die

als Fotografin für Ullstein arbeitete

und privat komponierte. 1979 gehörte

Lore zuden Mitgründern vom

„Arbeitskreis Frau und Musik“.

Die See, die Musik, die Technik:

Diese Leidenschaften teilen alle.Das

typische Feininger-Familienmitglied

wäre ein Zug fahrender Seemann,

der Akkordeon spielt. Noch etwas

fällt auf: Bis auf Laurence, der 1976

bei einem Autounfall starb, wurden

alle jüngeren Feiningers mindestens

90 Jahre alt. Sollte das nicht nur an

den Genen liegen, wäredas eine gute

Bauhaus-Reklame.

DieFeiningers –ein Familienbild am Bauhaus

Bis 2. September. Feininger-Galerie,

Quedlinburg,Schlossberg 11.Mi–Mo,

feiertags 10–18Uhr.Zudem bis 13. Oktober:

Das Bauhaus für Kinder, interaktiveSchau

für6-bis 12-Jährige.

Traumreisen für unsere Leser

Vom Broadway-Klassiker bis zum Ostseetraum

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Foto: johan persson

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Flusskreuzfahrt

im Vollcharter

Travemünde

Herbstliche Tage am Ostseestrand

©nicko cruises Flussreisen GmbH

mit DuMont-

Verlagsbegleitung

©LTM_Katja Schulenburg

Freuen Sie sich auf eine

preisgekrönte Inszenierung

des Broadway-Klassikers

WEST SIDE STORY. Erleben

Sie die Semperoper und

drei Sommertage im Elbflorenz.

Auch die Regionen

rund um Dresden bieten

zahlreiche Sehenswürdigkeiten

und Landschaften

mit vielen Ausflugsmöglichkeiten

für Ihren Kurzurlaub.

29.07. –31.07.2019

ab € 239,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·2Übernachtungen im Hyperion Hotel

Dresden am Schloss mit großen Frühstücksbuffet

·Geführter Spaziergang durch die

barocke Innenstadt (ca. 2Std.) am

2. Tagum10Uhr ab Hotel

·Musicalkarte „West Side Story“ in der

Semperoper am 30.07. um 19.30 Uhr,

Preisklasse 2

·1xhausgebackener Apfelstrudel mit

Vanilleeis im Gewölbekeller-Restaurant

Pulverturm ander Frauenkirche

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: € 80,–

Diese Kreuzfahrt zwischen

Potsdam und der Hansestadt

Stralsund vorbei an

den deutschen Ostseeinseln

verspricht jeden Tag

spannende, kontrastreiche

Erlebnisse. Nach dem Besuch

unserer polnischen

Nachbarn in Stettin wird

unsere Flusskreuzfahrt zur

„Seefahrt“.

02.08. –10.08.2019

ab € 1.679,–

Preis p. P. in der Zweibettkabine

Im Preis enthaltene Leistungen:

·1xÜ/F im NH Potsdam mit BBQ

·8Tage Kreuzfahrt inder geb. Kat. inkl.

Vollpension

·Literarischer Abend mit Dr. Wein

·Rückfahrt Stralsund –Berlin mit DB,

Klasse 2

·M-Tours Live Kreuzfahrtleitung an Bord

·umfangreiches Ausflugsprogramm u.a.:

-Klosterruine Chorin &Schiffshebewerk

Niederfinow

-Inselrundfahrt Wollin

-Inselrundfahrt Usedom

-Rügens Norden mit Kreidefelsen

-Inselrundfahrt Hiddensee

-Potsdam, Stettin, Greifswald, Stralsund

Begleiten Sie Ihr Berliner

DuMont Leserreisen-Verlagsteam

aufeinen kleinen

herbstlichen Kurzurlaub an

die schöne Ostsee indas

mondäne Seebad Travemünde.

Ausgangspunkt ist

das familiär geführte Maritim

Strandhotel Travemünde,direktamMeer

und mit

einmaligemPanoramablick

auf die Lübecker Bucht.

25.10. –27.10.2019

ab € 369,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Fahrt imkomfortablen Reisebus ab/bis

Berlin Südkreuz

·2xÜ/F im Maritim Strandhotel

·Geführter Spaziergang Travemünde

·Schifffahrt nach Lübeck

·Stadtführung in Lübeck inkl. historisch.

Seefahrerviertel

·Eintritt St. Marienkirche und Rathaus

·Kaffee-/Kuchentafel im Café Niederegger

·2-Gang-Abendessen im Fischereihafen

·3-Gang-Abendessen im Ostsee-Restaurant

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: € 30,–

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Reisen und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter i. S. d. G.: M-tours Live Reisen GmbH, Puricellistraße 32, 93049 Regensburg


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 23

· ·

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Feuilleton

Allein

zwischen den

Baracken

Martine Letterie erzählt

über „Kinder mit Stern“

VonBarbaraWeitzel

Zuihrem sechsten Geburtstag bekommt

Rosa einen roten Bolero

geschenkt. DerGrund für ihren Jubel

ist jedoch nicht die Farbe oder der

hübsche Schnitt. Es ist ein besonderes

Kleidungsstück, denn an das

kurze Jäckchen ist ein Sterngeheftet.

Der Stern, endlich. Man bekommt

ihn erst, wenn man sechs Jahre alt

ist. Ab jetzt gehörtRosa zu den wirklich

großen Kindern. „Wie schön!“

Rosa springt auf und schlingt die

Arme um Mamas Hals. „Jetzt habe

ich einen eigenen Stern!“

Momente wie diese in Martine

Letteries Buch „Kinder mit Stern“ –

die behutsame Übersetzung ins

Deutsche stammt von Andrea Kluitmann

–sind für Erwachsene kaum

zu ertragen. Sie sorgen zugleich dafür,

dass es für Kinder lesbar, hörbar

ist, die noch zu jung für Anne Franks

Tagebuch oder das rosa Kaninchen

sind. Die Freude von Rosa, Ruth, Jules,

Klaartje, Leo und Bennie an Geschenken,

Festen, neuen Freunden

wirkt wie ein Gegengewicht zu den

Schrecknissen und Verlusten, die sie

und ihre Familien erleiden müssen.

Bennie bekommt zum Geburtstag

eine Staubbrille. Dasind alle schon

im Lager Westerbork. Läden gibt es

dort nicht, deswegen hat Bennie gar

nicht mit einem Geschenk gerechnet.

Und nun das! Künftig wird er

keinen Sand mehr in den Augen haben

und aussehen wie ein Pilot!

Gegen das Vergessen

Die Geschichten von Rosa, Ruth, Jules,

Klaartje, Leo und Bennie sind

wahr. Letterie hat viele Gespräche

mit Menschen geführt, die als Kinder

in Westerbork überlebt haben. Den

etwa 1000, die zurückkehrten, stehen

18 000 gegenüber, die weiter

transportiert wurden in den Tod,

darunter sehr kleine Kinder und sogar

Babys. Das steht im Nachwort,

das Buch selbst endet hell: „Klaartje

nickt: ,Und jetzt ist Frieden, ja,

Mama? Und eswird nie mehr Krieg

geben!‘ Mama gibt ihr einen Kuss:

,Das wollen wir hoffen.‘“

Wenige Seiten vorher sieht man

sie in einer der zarten Illustrationen

von Julie Völk sehr allein zwischen

den Baracken stehen. Ihre Freundin

musste in einem der Züge mitfahren.

Es ist eines von vielen Bildern, die

man so schnell nicht vergisst und

wieder ist man froh, dass in „Kinder

mit Stern“ die Hoffnung das letzte

Wort hat und in den Stimmen der

Kinder immer gegenwärtig ist.

Keine Woche vergeht, ohne dass

irgendwo Juden wegen ihres Glaubens

bedroht werden. Eine Partei

sitzt im Deutschen Bundestag, die

antisemitische Stimmungsmache

mindestens duldet. Im Mai wurden

Porträts von Überlebenden, die der

Mannheimer Fotograf Luigi Toscano

in Wien zeigte, mit Hakenkreuzen

verschmiert und zerschnitten. Es

sind Bilder von Zeitzeugen, die im

Zuge der gemeinsamen Arbeit „Gegen

das Vergessen“ zusammen mit

Toscano auch in Schulen gehen und

ihreGeschichten erzählen.

„Ein wichtiges Buch gegen das

Vergessen“, heißt es auf der Verlagsseite

über „Kinder mit Stern“, und

das kann man ohne schlechtes Gewissen

zitieren. Bald sind die letzten

Zeitzeugen gestorben. Bücher wie

dieses sorgen dafür, dass ihre Lebensgeschichten

auch kommenden

Generationen Mahnung sind und

Hoffnung. Ihre – und die

der Millionen, die nie

erzählen konnten.

Martine Letterie/Julie

Völk (Illustration): Kinder

mit Stern. Ausdem Niederländischen

vonAndrea

Kluitmann. Carlsen, Hamburg

2019. 128 S.,11

Euro. Ab 10 Jahre

Wenn man einmal nicht weiter wusste, hatten Mordillos Figuren immer auch ein Stück Lebenshilfe parat.

Die Kunst, dem Abgrund zu trotzen

VonHarry Nutt

Zum Toddes argentinischen Zeichners und Animationskünstlers Mordillo

Der Zeichner wurde als

Guillermo Mordillo 1932 in

Buenos Aires geboren. Im

Jahre 1977 wurde er im kanadischen

Montreal auf

dem Salon International de

L’Humour zum besten Zeichner

der Welt gekürt.

ZUR PERSON

IMAGO IMAGES

In Deutschland erschienen

Mordillos Cartoons seit

Ende der 60er-Jahre im Magazin

Stern. Große Popularität

erlangte er mit einem

Werbespot für die Fernsehlotterie

„Ein Platz an der

Sonne“.

Der Name Mordillo klingt,

als sei er der Eigenname

einer Kunstsprache –

aber eine, die man nicht

lernen muss. Mordillo ist nämlich

eine Ausdrucksform, die sogleich

überall verstanden wird. Das liegt

zum einen daran, dass Guillermo

Mordillo, der 1932 in Buenos Aires

geboren wurde, sehr weit herumgekommen

ist auf demWegzur beruflichen

Erfüllung. Als Sohn spanischer

Einwanderer in Argentinien schloss

er 1948 eine Ausbildung als Illustrator

an der Journalistenschule von

Buenos Aires ab,und seine leicht zugänglichen

Cartoonserien, die später

weltweit in zahlreichen Magazinen

veröffentlicht wurden, verstand

er zuallererst als journalistische

Form. Von Kunst jedenfalls mochte

Mordillo nicht sprechen, es sei denn,

seine Werke würden einmal in den

großen Museen, dem Prado in Madrid

oder dem Louvre inParis, ausgestellt

werden.

Genau das aber hatte Mordillo

nicht nötig, denn bald waren seine

stilisierten Figuren überall präsent.

Siezeigen Menschen in Alltagssituationen,

die sich gewitzt aus der Affäre

ziehen und der Realität ein Schnippchen

zu schlagen wissen. Zum Markenzeichen

wurde dabei jene Figur,

die einsam vor sich hintrottet, als

plötzlich der als Linie gezeichnete

WegimNichts endet. Eine existenzielle

Ausnahmesituation, für die nach

kurzem Innehalten der Zeichner

eine Lösung parat hat. DieFigur zaubert

einen Stift hervor und verlängertdie

unterbrochene Linie kurzerhand

selbst. Das Cartoonleben geht

weiter.Diese Artvon Leichtigkeit war

zugleich die verborgene Philosophie

von Mordillos seltsamen Knubbelfiguren,

die beim Betrachter stets

auch das mobilisierten, was in der

Psychologie als Kindchenschema

bekannt ist. Für seine in dieWelt hinausgeworfenen

Wesen gibt es keinen

Abgrund, der nicht mit Einfallsreichtum

und Unerschrockenheit zu

überwinden wäre.

Nachdem Mordillo in den späten

40er-Jahren zunächst Kinderbücher

illustriert hatte, wechselte er zum

Studio des argentinischen Trickfilmpioniers

José Burone Bruché und

war an mehreren Märchenfilmen als

Zeichner beteiligt. Lehrjahreineiner

Branche, die längst als Industrie bezeichnet

werden konnte, die viele

fleißige Hände brauchte, aber nicht

unbedingt künstlerische Individualität

förderte. Mitte der 50er-Jahre

wechselte Mordillo alsWerbegrafiker

nach Peru, aber schon bald zog es

ihn nach NewYork, wo er vomFilmstudio

Paramount Pictures angestellt

und als Zeichner für populäre

Serien wie „Popeye“ und „Little

Lulu“ eingesetzt wurde.

Ohne Geld und Sprachkenntnisse

ging er 1963 nach Paris, wo er sich

schließlich als Karikaturist bei der

Zeitschrift Paris Match durchsetzte

und seine Cartoons bald auch vom

deutschen Magazin Sternübernommen

wurden.

In Deutschland begann zu dieser

Zeit gerade die Blütezeit des Witzbildes,

und Mordillo war neben Loriot

der zweite Zeichner, den man sofort

an seinem ganz eigenen, unverschnörkelten

Strich wiedererkennen

konnte. Das verlief keineswegs widerspruchsfrei,

denn während sich

in den 70er-Jahren vor allem im Milieu

der Alternativzeitschriften eine

Künstlertreffpunkt mit neuem Profil

politische Karikatur mit ganz eigenem

Strich und gesellschaftspolitisch

schärfer werdendem Witz etablierte,

musste sich Mordillo, der

später auch den Werbespot für die

Deutsche Fernsehlotterie „Ein Platz

an der Sonne“ zeichnete, den Vorwurf

gefallen lassen, mit seiner Art

der bildnerischen Weltsicht eher

harmlos zu sein und sich an Nebensächlichkeiten

aufzuhalten.

Mordillo war zu dieser Zeit längst

nicht mehr nur Zeichner, sondern

jenseits von Disney einer der weltweit

erfolgreichsten Animationskünstler,

der multimedial operierte

und Poster, Kalender, Plüschtiere,

Postkarten, Spielfiguren und Puzzles

sowie CD-ROMs und ein Computerspiel

produzierte. Spätestens seit

den späten 70er-Jahren konnte er

sich ein mondänes Leben zwischen

Mallorca, Monaco und Paris leisten,

die fehlenden Sprachkenntnisse

hatte er beinahe mühelos erworben.

Und obwohl Mordillo hin und wieder

als unpolitischer Bildkünstler

betrachtet wurde, war er einer der

ersten, die nach der Ermordung seiner

Kollegen der Satirezeitschrift

Charlie Hebdo am 15. Januar 2015 in

ParisStellung bezog. Er zeichnete einen

traurigen Clown mit einem Bleistift

in der Hand und bezeichnete

den Terroranschlag als tiefe Zäsur,

nach der in der Welt seiner Kunst

nichts mehr so sein werdewie zuvor.

Nun werden die Clowns in aller

Welt erneut ihre Stifte erheben. Am

Sonnabend ist Guillermo Mordillo

im Alter von 86 Jahren in seinem

Haus auf Mallorca gestorben.

Schloss Wiepersdorf hat am Montag offiziell die Arbeit als Kulturstiftung des Landes Brandenburg aufgenommen

Schloss Wiepersdorf, als ehemaliger

Wohnsitz des Dichterpaars

Bettina und Achim von Arnim ein

bedeutender Ort der deutschen Romantik,

steht nun unter der Trägerschaft

des Landes Brandenburg. Die

Landes-Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf

(Teltow-Fläming) hat am

Montag offiziell ihre Arbeit aufgenommen.

In den vergangenen Monaten

seien ein Konzept entstanden,

eine Webseite gestaltet und erste

Veranstaltungen geplant worden,

sagte Gründungsbeauftragte Annette

Rupp am Montag in Potsdam.

Für den Betrieb stellt das Land jährlich

rund 720 000 Euro bereit. Bislang

hatte die Deutsche

Stiftung Denkmalschutz

Schloss Wiepersdorfbetrieben.

Vorbereitet wird

nach den Angaben die

Wiedereröffnung des

Hauses und die Ankunft

der ersten Stipendiaten

2020. In

diesem Jahr vergibt

das Ministerium statt der Wiepersdorf-Stipendien

bis zu zehn Aufenthaltsstipendien

im Künstlerdorf

Schöppingen (Nordrhein-Westfalen).

Die rot-rote Landesregierung

habe seit 2014 den Kulturetat von

122 Millionen Euro

auf 168 Millionen

Euro erhöht, sagte

Brandenburgs Kunstministerin

Martina

Münch (SPD).

Neu geschaffen

wurden das Landesmuseum

Schloss Wiepersdorf

im Landkreis Teltow-Fläming für Moderne

Kunst in Cottbus und

Frankfurt (Oder), die

Brandenburgische Gesellschaft für

Kultur und Geschichte, die Musikkultur

Rheinsberg und die drei

neuen Landesstiftungen für das

Kleist-Museum, Park Branitz und

Schloss Wiepersdorf.

DPA/BERND SETTNIK

IMAGO IMAGES

Die neu eingeführte Denkmalhilfe

habe positive Effekte, sagte

Münch. Damit könnten zahlreiche

Einrichtungen und Angebote gesichert

werden. In den kommenden

Jahren gebe es neue Herausforderungen,

unter anderem durch den

Ausbau der Digitalisierung oder den

Strukturwandel in der Lausitz.

Das Schloss Wiepersdorf ist

Deutschlands ältestes Künstlerhaus,

schon in der DDR wurde es Autoren

zeitweilig als Arbeitsort überlassen,

Anna Seghers und Christa Wolf etwa.

Nach der deutschenVereinigung vergab

hier bis 2004 die Stiftung Kulturfonds

Stipendien. (dpa/BLZ)

NACHRICHTEN

Wiener Symphoniker holen

neuen Chef aus Dresden

DerOrchesterdirektor der Sächsischen

Staatskapelle Dresden, Jan

Nast, wirdzum 1. Oktober Intendant

der Wiener Symphoniker.Der Hornist

und Kulturmanager werde

Nachfolger vonJohannes Neubert,

teilten die Symphoniker am Montag

mit. „Mit JanNast ist es gelungen, für

mein Orchester einen Mann voninternationaler

Erfahrung und ausgezeichnetem

Rufzugewinnen“, erklärte

der Chefdirigent der Wiener

Symphoniker Philippe Jordan. Der

53-jährige gebürtige Berliner Nast

setzte sich unter 55 Bewerbern

durch. (dpa)

Dresdner Ostrale Biennale

zeigt Werkeaus 34 Ländern

Beider Internationalen Ausstellung

zeitgenössischer Künste Ostrale Biennale

2019 in Dresden sind Arbeiten

vonrund 180 Künstlernaus 34

Nationen in Teilen einer leerstehenden

Tabakfabrik zu sehen. Unter

dem Leitwort„ismus“ haben die Kuratoren

mehr als 300 Werkealler

Genres versammelt –von großformatigen

Gemälden bis zu Videoinstallationen

und Performances,wie

die Veranstalter am Montag mitteilten.

DiePräsentation am Hauptort

der 12. Ostrale mit rund 250 Arbeiten

wirdam3.Juli eröffnet. Bereits seit

Mitte Juni gibt es „Satelliten“ an fünf

Ausstellungsorten mit jeweils zu ihrerGeschichte

ausgewählter Kunst,

darunter in der ehemaligen Stasi-

Haftanstalt. (dpa)

Doku über Gewalt erhält

katholischen Filmpreis

EinDokumentarfilm über Gewalt

vonPolizisten und Ku-Klux-Klan-

Anhängerngegen junge Afroamerikaner

erhält in diesem Jahr den katholischen

Fritz-Gerlich-Preis.

„What yougonna do when the

World’s on Fire?“ vonRoberto Minervini

führeeindringlich die Zerbrechlichkeit

des Lebens und der Gesellschaft

sowie die Bedrohung der

Menschenwürde vorAugen, begründete

die Jury anlässlich der Preisverleihung

am Dienstag auf dem Filmfest

München. DieAuszeichnung ist

mit 10 000 Euro dotiert. (dpa)

190 000 Besucher bei

„Mantegna und Bellini“

Zwei Legenden der Renaissance haben

erfolgreich Besucher nach Berlin

gelockt. Mehr als 190 000 Menschen

sind für die am Sonntag zu

Ende gegangene Ausstellung „Mantegna

und Bellini. Meister der Renaissance“

in die Gemäldegalerie

gekommen, wie die Staatlichen Museen

zu Berlin am Montag mitteilten.

DieAusstellung präsentierte

die wichtigsten Arbeiten Bellinis

(um 1435–1516) und Mantegnas

(um 1431–1506) im direkten Vergleich

der beiden Künstler.Dafür

hatten die Berliner Museen in Kooperation

mit der National Gallery

in London 94 Arbeiten der italienischen

Renaissance-Maler zusammengestellt.

(dpa)

TOP 10

Sonntag,30. Juni

1 Fußball-EM ARD 9,20 32 %

2 Tagesthemen ARD 8,27 27 %

3 Tagesschau ARD 5,17 21 %

4 Sportschau, Studio ARD 5,01 20 %

5 Formel 1 RTL 4,36 28 %

6 IngaLindström ZDF 3,65 12 %

7 heute ZDF 3,01 14 %

8 Julia Leischik sucht RTL 3,00 14 %

9 Formel 1, Berichte RTL 2,90 19 %

10 TerraX ZDF 2,88 12 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

ETI (✆ 278 53 01)

20.00 Saal: EinigeNachrichten an das All (Absolventenklasse

der ETI Schauspielschule Berlin)

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(✆ 54 90 51 92)19.30: Phaidon (Gastspiel Anselm

Lipgens, Hagnot Elischka)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Der Spielekönig (Improtheater Paternoster)

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Die Zähmung der Widerspenstigen!

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

20.00: Die Vögel

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Spreeperlen. Eine Berlin-Revue

KABARETT/VARIETÉ

Cafe Spreeblick /Zille Stube (✆ 242 52 47)

15.00: Mit Zille in der juten Stube (Albrecht Hoffmann).

Anm. erf.

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Weltretten für Anfänger

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Wermit wem? (TheatersportBerlin)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

19.00: Gurkeoder Banane (Die Gorillas)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

Tati goes Underground (Metzer Str.2)

20.30: English Stand-up Comedy–Open Mic (Nir

Gottleid (Host)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Der Staats-Trainer (IngoAppelt)

KLASSIK

Französische Friedrichstadtkirche (✆ 20 64 99 22)

15.00: Kilian Nauhaus,30Minuten Orgelmusik,

Orgelwerkeaus verschiedenen Epochen

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: The 12 Tenors, Millennium, Hommageandie

Welthits des letzten Jahrtausends –klassische Arien,

Pop-Hymnen, Rock-Klassiker

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

13.00 Lernzentrum: Handgemacht: Upcycling-Workshop,

Workshop (ab 8J.)

Bröhan-Museum (✆ 32 69 06 00)

10.00 Werkraum: Geheimbund der Künstler*innen.

Der „Vereinigung der XI“auf der Spur (ab 8bis 12 J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Deutsches Technikmuseum (✆ 90 25 40)

10.00 Ladestraße, Junior Campus: Sommerferienprogramm:

Junior Campus: Mathemachen, Workshop

(ab 5J.)

11.00: Sommerferienprogramm: Entdeckungstour:

Aufgroßer Fahrt, Treff: Eingangshalle (ab 6J.)

13.00, 14.00, 15.00 Ladestraße, Bildungsraum:

Sommerferienprogramm: Coding robots –Roboter

steuern, Workshop (ab 9J.)

FEZBerlin (✆ 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt der Kinder (ab 6bis

14 J.)

galerie weisser elefant (✆ 28 88 44 54)

10.00: Sich Farb-Räume erobernund darin gestalten,

Workshop. Hantieren im Raum mit Objekten vor

Farbe. Anm. erf.

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902776163)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00, 14.00: Welcome to diversCITY! Queer in

Schöneberg und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: AufBiegen ohne Brechen-Eisstiele fürs

Handgelenk, Wochenwerkstatt

14.00: Zöpfe flechten fürs Klima, Bezahlwerkstatt

(3 Euro)

Museumsdorf Düppel (✆ 802 66 71)

17.00: Kleine Summer School: Wasser und

Globalisierung –Campen im Museumsdorf Düppel,

Sommer-Camp für 12- &13-Jährige(ab 12 bis 13

J.). Anm. erf.

MärkischesMuseum (✆ 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

Planetarium am Insulaner (✆ 790 09 30)

10.30: Lars–der kleine Eisbär

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Peter und der Wolf (ab 4J.)

Puppentheater Firlefanz (✆ 283 35 60)

16.00: Das tapfereSchneiderlein, (ab 3bis 8J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: Lütt Matten unddie weiße Muschel, Schauund

Puppenspiel (ab 5bis 9J.)

W. M. Blumenthal Akademie (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz

1)

10.00: Arche NoahArtlab –Neue Lebensorte aus

Recyclingmaterialien kreieren, Leitung: Barbara Antal

(ab 9bis 12 J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Polnisches Institut Berlin (✆ 24 75 81 17)

19.00: LiteraturPOLSKA:Joanna Bator,Lesung und

Gespräch

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: LSD–Liebe Statt Drogen

FÜHRUNG

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

11.00, 12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –

Die AusstellungamPotsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Emil Nolde

und der Nationalsozialismus

Museum für Kommunikation (✆ 20 29 40)

18.30: Gesten –gestern,heute, übermorgen

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

10.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00: Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

Puppenspiel

Mein alter

Freund

Lütt Matten

Viele Menschen erleben das

Glück des Lesens in der

Kindheit so, dass ihnen ein

Buch lange im Kopf und im

Herzen bleibt. Eines meiner

Lieblinge ist „Lütt Matten und

die weiße Muschel“ vonBenno

Pludra, die Geschichte eines

Jungen, der am Meer lebt und

davon träumt, ein paar Fische

zu fangen. Seine Eltern haben

nicht viel Zeit für ihn, die anderen

Kinder lachen ihn aus,

nur das Mädchen Mariken versteht,

was er will. Benno PludrasSprache

hat einen warmen

Klang, der lange nachhallt, das

habe ich später beim Vorlesen

meines Kindheitsbuches gespürt.

Jetzt gibt es die Geschichte

auf der Bühne, das

Theater Geist gastiertdamit in

der Schaubude. Lütt Matten

und Mariken sind Puppen, sie

werden vom Schauspieler Michael

Schwager geführt, der

selbst die Erwachsenen darstellt.

Cornelia Geißler

LüttMatten und dieweißeMuschel

10 Uhr (auch am 3. und 4. 7.), Schaubude,

GreifswalderStr.81–84

Kreischen

und Seufzen

Stimmen für die bessere Welt –

in dieser Woche zweimal aus Kanada

und einmal aus den Südstaaten

Die kanadische Inuit-Sängerin und Performerin TanyaTagac gastiertamMittwoch im Berghain.

Der Kehlgesang der kanadischen

Inuit entstand

als Zeitvertreib für die

Frauen, während die

Männer zur Jagd verschwanden.

Konzipiert ist er als eine Art schwesterliches

Duell: Die beiden Kontrahentinnen

stehen sich dicht bis zu

den Nasenspitzen gegenüber, um

sich sodann anzuhecheln, anzubrummen

und mit rhythmisch melodischen

Lauten anzusingen –solang

bis eine keine Luft mehr oder einen

Lachanfall bekommt. Die kanadische

Kirche verbot den Spaß als

unzüchtig und dämonisch.

Tanya Tagac hat die Tradition in

die zeitgenössische Musik übertragen.

Sieverzichtet auf die Gesangspartnerin

und hechelt, brummt

und singt vorzugsweise allein. Allerdings

produziert sie dazu eine

eklektische Musik, zu der die Streicher

des Kronos Quartetts ebenso

passen wie Industrial-harte Beats,

allerlei Geräusche und Elektronik,

die sich mit Tagacs Stimmakrobatik

zu einer vielstimmigen Glossolalie

verbinden. Kein Wunder mithin,

dass sie durch die isländische Extremsängerin

Björk bekanntwurde,

die sie 2004 auf ihr Album „Medulla“

eingeladen hat.

Im Gegensatz zu Björks extaktischen

Schwelgereien bewegt sich Tagac

eher geräuschig abstrakt, setzt

Röcheln und Knurren gegen helles

bis orgastisches Kreischen und Seufzen.

Sie arbeitet zwar auch mit Rappern

und verwandten Seelen wie

Mike Patton. Aber Texte verwendet

sie fast nie. Ihre eigenwillig physische

und sehr sinnliche Intensität

vermittelt trotzdem eine politische

Botschaft. Tagacs Sounds behaupten

einerseits selbstbewusst die Kultur

der Inuit, lassen aber auch die Wut

und Empörung über die Unterdrückung

des Volkes durch die kanadische

Regierung mitschwingen. Explizit

spricht sie vonArmut undAusgrenzung,

von der Zerstörung der

Lebenswelt durch Klimawandel und

Fracking in ihren öffentlichen Auftritten,

die trotz der nicht gerade

leicht zu hörenden Kunst weithin

wirken –sie ist, spätestens seit sie

2014 den Polaris-Preis gewonnen

hat, zugleich Inuit-Ikone und Indie-

Popstar. Übrigens malt die studierte

bildende Künstlerin auch in flammenden

und lebendigen Farben Bil-

Markus Schneider

empfiehlt den Avantgarde-Kehlgesang

TanyaTagacs, den Trotzton der Überzeugung

vonGossip und das ewig währende

Folkrock-Falsett Neil Youngs.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Tolkien 15.00;

Rocketman 17.30,20.15

Cinema Paris (✆ 881 3119) Ein Becken voller

Männer 15.00, 20.30; Ein Becken voller Männer

(OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 15.30, 20.30; Ein Becken

voller Männer 17.50

Delphi LUX (✆ 322 931040) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Burning 14.00, 17.10,

20.20; Ramen Shop (OmU) 14.00;The Dead Don‘t

Die (OF) 16.00, 18.30, 21.00; All MyLoving 14.40,

17.20, 20.00; Magie der Wildpferde 14.30; Zwischen

den Zeilen 16.40, 19.00; OBeautiful Night

21.15; They Shall Not Grow Old (OmU) 14.00,

16.15, 18.30, 20.45; Yoga: Die Kraft des Lebens

14.00; Sunset 16.00; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord (OmU) 19.00; Mid90s (OmU) 21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Britt-Marie war hier

18.00; Eine moralische Entscheidung 20.00; All My

Loving 17.45; The Dead Don‘t Die 20.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Pets II 16.00, 18.00,

20.50;Jussi Adler-Olsen:Verachtung 18.00, 20.40;

TKKG 16.00; The Dead Don‘t Die 18.10, 20.30;

Britt-Marie war hier 16.15; Roads 18.30; Rocketman

17.20,20.00; Nur eine Frau 15.45,20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 2966) Pets II 11.15;

3D: Pets II 13.15, 15.30, 17.45, 20.00; John Wick

III 22.30; Drei Schritte zuDir 12.40; Pets II 15.15,

17.30; 3D: Aladdin 19.45, 22.45; Men inBlack:

11.45;TKKG 14.15; 3D: Aladdin 16.45; Hauptrolle

Berlin: Die endlose Nacht 20.00; 3D: Pets II 22.50;

Aladdin 11.40, 14.30; Ein Becken voller Männer

17.20,20.10; 3D: Pets II 23.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.30, 14.50; 3D: Men inBlack:

17.30; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 20.20; X-Men 23.10; Avengers: Endgame

11.20; Drei Schritte zuDir 15.00, 17.40; Men

in Black: 20.20; Long Shot 23.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 11.00, 16.15; Ein Becken voller

Männer 13.15; Pets II (OF) 18.30; Drei Schritte zu

Dir 20.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Eine moralische

Entscheidung 11.00; Luft zum Atmen –40

Jahre Opposition bei Opel inBochum 13.00; Das

schönstePaar 14.30;Mister Link 16.00; Fuck Fame

–Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie (OmU)

17.45; Free Solo (OmU) 19.15; Nur eine Frau (DFmenglU)

21.00; Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

22.30; Once Again (OmU) 11.00;

Under the Tree 12.45; Streik –Enguerre (OmU)

14.15; Edie –Für Träume ist esnie zu spät (OmU)

16.15; Eine moralische Entscheidung (OmU)

18.00; Rocketman (OmU) 19.45; Dave Made a

Maze (OmU) 21.45; Diamantino (OmU) 23.15;

Macht das alles einen Sinn? (DFmenglU) 11.00;

Green Book –Eine besondere Freundschaft (OmU)

12.45; Yoga: Die Kraft des Lebens (OmU) 15.00;

PokemonMeisterdetektiv Pikachu 16.30;Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit18.15; Burning 20.15;

Border 22.45

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Roads (OmU) 18.00; Burning –Beoning

(OmU) 20.00; Das Ende der Wahrheit 22.45;

Der Funktionär 16.00; Esta todo bien –Alles ist gut

(OmU) 17.30; Push –Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmU) 19.00; Kleine Germanen 20.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Rocketman 13.45,

18.15,21.20; Monsieur Claude II13.45;Avengers:

Endgame 13.45; Men in Black: 14.00, 16.45,

19.30; IMAX 3D: Born to be Wild –Zurück in die

Wildnis 14.00; 3D: Pets II 14.30, 17.00, 19.45;

Drei Schritte zu Dir 14.45, 17.30, 20.15; Aladdin

14.45, 16.15; Pets II15.00, 17.30; Mister Link

15.00; Godzilla 2 15.00; IMAX 3D: Under The

Sea 15.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 15.15;

Rocketman (OF) 15.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.30; IMAX 3D: Aladdin 16.30; 3D: Godzilla

216.40; John Wick III 17.20, 19.15; Dancing

Queens 17.30, 19.50; Ein Becken voller Männer

17.50, 20.45; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 18.00, 21.00; X-Men 18.15; Long

Shot –Unwahrscheinlich,aber nichtunmöglich (OF)

18.20; 3D: X-Men 19.15; 3D: Aladdin 19.45; Men

in Black: (OF) 20.30; Brightburn 21.00; 3D: Men

in Black: 21.15

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Der Fall Collini

18.00; Das melancholische Mädchen 20.20; Lords

of Chaos (OmU) 22.00; Das Leben meiner Tochter

18.00;Berlin Bouncer (OmU) 19.50; Under the Tree

–Undir trenu (OmU) 21.50

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Drei Schritte zu

Dir 11.00, 13.50, 17.00, 19.50; Aladdin 11.00,

14.00, 17.00, 19.30; 3D: Pets II 11.10, 13.40,

16.30, 19.40; Willkommen im Wunder Park 11.15;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.15, 14.00;

Royal Corgi 11.30; Pets II 11.45, 14.15, 17.10;

Avengers: Endgame 13.30; TKKG 14.10; Long Shot

–Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 16.40,

19.50; Godzilla 216.50; Men in Black: 17.15; 3D:

Men in Black: 20.00; John Wick III 20.00; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 20.15

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Die kleinen Hexenjäger

13.00; Yuli 14.35; Unheimlich perfekte Freunde

16.35; Das Familienfoto 18.15; Rocketman 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Alfons Zitterbacke

11.50;Aladdin 11.50,14.20,17.10,20.00;

3D: Pets II12.00, 14.10, 17.00, 20.00; 3D: Aladdin

12.00; TKKG 12.10, 14.30; Royal Corgi 12.15,

14.00; Willkommen im Wunder Park 12.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 15.10; Pets

II 13.00, 15.00, 16.00, 18.10; Rocketman 14.15;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.40, 17.20; Drei

Schritte zu Dir 14.50, 17.40, 19.45; Avengers:

Endgame 16.20, 19.30; Godzilla 2 16.50; Men

in Black: 17.15, 20.15; Long Shot 17.30, 19.40;

John Wick III 19.50; Dancing Queens 20.10; X-Men

20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A The Dead Don‘t Die

(OmU) 17.30, 20.00, 22.20; B Nur eine Frau

17.30,19.30,21.40

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Eine moralische

Entscheidung (OmU) 17.45; Burning (OmU)

17.45; Nuestro tiempo –Our Time (OmU) 20.00;

Das melancholische Mädchen (DFmenglU) 20.30

Moviemento (✆ 692 4785) TKKG 10.00, 12.15,

14.30, 16.45; Inna de Yard (OmU) 19.00; Rocketman

(OmU) 21.15; Willkommen bei den Hartmanns

10.00; Eine moralische Entscheidung (OmU)

12.30, 20.00; Alfons Zitterbacke 14.45; Sunset

(OmU) 17.00; Roads (OmenglU) 22.15; Rocketman

(OmU) 13.15; CheckerTobi 16.00; High Life (OmU)

18.00; Border (OmU) 20.30

Sputnik (✆ 694 11 47) All My Loving (OmenglU)

17.00; Roads (OmU) 19.00; Rocketman (OmU)

21.00; B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin

(OmenglU) 23.00; Mamacita (OmU) 17.00; Wo

ist Kyra? –Where Is Kyra? (OF) 18.15; OBeautiful

Night (OmenglU) 20.00; Burning –Beoning (OmU)

21.30; Kinobar im Sputnik Filmclub (OmU) 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Ein Becken voller Männer

17.30, 20.15; New Der Klavierspieler vom Gare du

Nord 16.00; Rocketman 18.15;The Dead Don‘t Die

20.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) TKKG 10.00,

15.00; Rocca verändert die Welt 10.00, 12.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 15.00; Pets

II 10.00, 12.15, 14.00; Alfons Zitterbacke 10.00,

12.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 12.30; Aladdin

14.15, 17.00, 20.00;

Drei SchrittezuDir 14.30, 17.00, 19.45; 3D: Pets II

16.00,18.00,20.00; Men in Black: 17.15, 20.15;

Ein Becken voller Männer 17.15,20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Ein Becken

voller Männer 13.00, 20.30; Der Klavierspieler vom

Gare duNord 13.00, 18.00; Ballon 13.00; TKKG

15.30; Pets II 15.45; 3D: Pets II 17.45, 20.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

18.00; X-Men 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.15; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 11.30; Willkommen

im Wunder Park 11.45; Royal Corgi 11.45, 14.15;

TKKG 12.00; 3D: Pets II 12.00, 14.30, 17.00,

20.00; Aladdin 12.00,14.00,17.00; Pets II 12.30,

15.00, 17.30; Drei Schritte zu Dir 14.00, 17.00,

19.45; Men inBlack: 14.30, 17.15;Avengers: Endgame

15.15; Rocketman 16.45; Brightburn 17.15;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nichtunmöglich

19.45; Godzilla 219.45; John Wick III 19.50; X-

Men 20.00; 3D: Men in Black: 20.00; Sneak Preview

20.30

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Mirai: Das Mädchen aus

derZukunft 17.00;Nur eine Frau (OmenglU) 18.45;

Wenn Fliegen träumen (OmenglU) 20.45; Mamacita

(OmU) 18.00; Fuck Fame –Die Geschichte von

Elektropop-IkoneUffie (OmenglU) 19.45; Under the

Tree –Undir trenu (OmU) 21.30

Babylon (✆ 242 59 69) DerFall Collini 17.15; New

York: Frances Ha (OmU) 17.30; New York: Radio

Days (OF) 18.15; New York: So wie wir waren –The

WayWeWere (OF) 19.30; NewYork: Night On Earth

(OmU) 19.30; New York: Birdman oder die unverhoffte

Macht der Ahnungslosigkeit –Birdman orthe

UnexpectedVirtue ofIgnorance (OmU) 20.00; New

York: Der unsichtbare Dritte –North by Northwest

(OmU) 21.45; New York: Die Zeit nach Mitternacht

–After Hours (OF) 22.00; NewYork: French Connection

I–Brennpunkt Brooklyn (OmU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Rocketman (OmU) 12.15, 14.45, 17.15, 20.00,

22.45; Der Klavierspieler vom Gare duNord (OmU)

11.00, 15.15, 19.45; Alfons Zitterbacke 13.15;

Monsieur Claude II (OmU) 17.30; Greta (OmU)

22.15

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Der Fall

Collini 11.00; After Passion 11.00; Royal Corgi

11.10; Men in Black: 11.10, 14.15; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 11.20, 14.00; Aladdin 11.20,

13.30, 16.30;

Drei Schritte zu Dir 11.30, 14.00, 16.40, 20.00;

3D: Pets II 12.10, 14.30, 17.00, 19.30, 23.15;

Pets II 12.30, 15.00, 17.30; TKKG 13.30; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 14.10; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.20; Avengers: Endgame

16.00; Dancing Queens 16.45, 19.20; 3D: Men in

Black: 16.50, 19.40, 22.20; 3D: Godzilla 217.00,

22.50; X-Men 17.20; 3D: Aladdin 19.30; John

Wick III 19.50, 23.00; 3D: X-Men 20.00, 23.00;

Rocketman 20.10; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 20.15, 23.10; 3D: Avengers:

Endgame 22.00; Ma –Sie sieht alles22.45; Brightburn

23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Sunset (OmU)

14.45; Nuestro tiempo –Our Time (OmU) 17.45;

B-Movie: Lust &Sound in West-Berlin (OF) 21.15;

Berlin Babylon (Omdt+englU) 14.30; Ein Becken

voller Männer (OmU) 16.30, 19.00; Nuestro tiempo

–Our Time (OmU) 21.30; Zwischen den Zeilen

–Doubles vies (OmU) 15.15; Inna de Yard –The

Soul ofJamaica (OmU) 17.30; The Dead Don‘t Die

(OmU) 19.45, 22.00; Britt-Marie war hier –Britt-

Marie var här (OmU) 14.45; All MyLoving 17.00;

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 19.30,

21.15; Burning –Beoning (OmU) 14.00, 21.00; O

Beautiful Night (OmenglU) 17.00, 19.00

International (✆ 24 75 60 11) Ein Becken voller

Männer 16.00, 18.40; The Dead Don‘t Die (OmU)

21.20

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Ich und die Kaiserin

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

X-Men 12.00, 17.05; Willkommen imWunder Park

12.00;Royal Corgi 12.00;Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.45, 17.00; Pets II 12.00, 14.30,

17.00,19.30; Men inBlack: 12.00, 14.00,16.50,

19.45; Drei Schritte zu Dir 12.00, 14.00, 16.50,

19.40; Aladdin 12.00, 14.15, 17.10, 19.55; 3D:

Pets II 12.30, 15.00, 17.30, 20.00; TKKG 14.40;

Pets II (OF) 14.45, 17.15, 19.45; Mister Link

14.45; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 17.05; John Wick III 19.40; Hollywoodtürke

20.00; X-Men (OF) 20.05

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Zwischen den Zeilen –

Doubles vies (OmU) 13.00; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft 15.30; Sunset (OmU) 17.30; Ein

Becken voller Männer (OmU) 20.00; Burning –Beoning

(OmU) 22.15

Neues Off (✆ 62 70 95 50) The Dead Don‘t Die

(OF) 17.00, 19.30, 22.00

Passage (✆ 68 23 70 18) The Dead Don‘t Die

(OmU) 18.15, 20.45; Sneak Preview 22.30; Rocketman

(OmU) 18.15, 20.15; NureineFrau17.45,

20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Ein Becken voller Männer

(OmU) 18.00, 20.40; They Shall Not Grow Old

(OF) 17.15, 21.45;They Shall Not Grow Old (OmU)

19.30;Tolkien (OmU) 18.40; OBeautiful Night (DFmenglU)

21.10; Burning –Beoning (OmU) 18.15,

21.30; Men in Black: (OF) 17.45; Burning –Beoning

(OmenglU) 20.20

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Men in Black: 13.45, 16.45; Aladdin 13.55,16.50,

19.45; Godzilla 214.20; 3D: Pets II 14.30,17.00,

20.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.35;

Pets II 15.00, 17.30; GlamGirls: Hinreißendverdorben

17.10; Rocketman 17.20; John Wick III 19.30;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

19.40; 3D: Men inBlack: 20.00; Brightburn 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) BabyWolfgang präsentiert:

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 11.00;

OBeautiful Night (OmenglU) 12.00, 19.10; Nuestro

tiempo –Our Time (OmU) 12.30, 18.00; Das

melancholische Mädchen (OmenglU) 14.10; Wir

Kinder aus Bullerbü 16.00; Mo &Friese unterwegs

16.00; High Life (OmU) 16.50; Das melancholische

Mädchen (m. Gast) 21.00; Burning –Beoning

(OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Pets II

15.45, 18.40, 20.45; Ein Becken voller Männer

17.45,20.30; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

16.10

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Ein Becken

vollerMänner 15.15, 20.30; Ein BeckenvollerMänner

(OmU) 17.50; TKKG 15.45;The Dead Don‘t Die

(OmU) 18.00; The Dead Don‘t Die 20.20; Pets II

16.00, 18.00, 20.00; Rocketman 15.50; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 18.30; Rocketman

(OmU) 20.50; Burning 17.00, 20.10

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.00;

Mister Link 11.40; Royal Corgi 11.45; Dumbo

11.45; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 11.50; Pets II 12.15, 14.30, 17.00; TKKG

12.30, 14.50, 16.40; 3D: Pets II 12.40, 15.00,

17.20, 20.00; Tolkien 14.00, 19.45; Nur eine Frau

14.00; Aladdin (OmU) 14.00, 16.30, 22.30; Ein

Becken voller Männer 14.20, 17.20, 19.30; Britt-

Marie war hier 16.30; Rocketman 17.00; Der Fall

Collini 17.10; Zwischen den Zeilen 19.00;


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 25

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Tagestipp

KALENDER

der aus der Inuit-Welt, Jagdmotive,

Tierporträts, Landschaften. Ihr Auftritt,

vom CTM organisiert, wird indes

eine literarisch-musikalische

„Hybrid-Performance“. Sie liest aus

ihrem Buch „Split Tooth“, einer Mischung

aus Autobiografie und Fiktion,

in der sie von den Härten einer

Jugend in der eisig endlosen Weite

der Arktis erzählt und sie mit der arktischen

Tierwelt und mythischen

Motiven der Inuit verwebt.

In einer anders frostigen Lebenswelt

hat Beth Ditto ihren künstlerischen

Ausdruck gefunden. Als queere

Frau inÜbergröße hatte sie einige

Gründe, sich in Searcy, Arkansas,

wosie herkommt, nicht immer

wohl zu fühlen und der offiziösen

Welt und ihren Werten nicht zu

trauen. „Standing in the WayofControl“,

das dritte Album ihres Trios

Gossip von 2006 markierte für die

2001 gegründete Band den Beginn

einer Karriere, in der sich Ditto den

Kontrollinstanzen nicht nur mit ihrem

Synthie-Post-Punk in den Weg

stellte, sondern auch als LGBT-Aktivistin

und stolzes XL-Haute-Couture-Model.

Nach dem letzten Album

von 2012 löste sich die Band

POP

TanyaTagac

3. 7., Berghain. 19 Uhr.

Neil Young

3. 7., Waldbühne. 18.30 Uhr.

Gossip

4. 7., Tempodrom. 20 Uhr.

REBECCA WOOD

auf, Dittobeschäftigte sich mit Mode

und veröffentlichte eine Soloplatte.

Ob die nun anstehenden Gossip-

Termine eine wirkliche Reunion

werden oder nur, wie angekündigt,

eine europäische Partytour (sie waren

auf unserem Kontinent stets erfolgreicher

als in den USA) zum

zehnten Jahrestag ihres vierten Albums

„Music for Men“, scheint noch

nicht klar.

Zurück nach Kanada: Neil Young

war musikalisch meistens besser,

wenn er das Sendungsbewusstsein

für die extrakurrikulären Aktivitäten

aufsparte, aber mit seinem Engagement

gegen Gen-Food, Fracking und

RassismusinKanada trifft er sich mit

TanyaTagac, so wie er sich in –dann

doch gelungenen – älteren Politsongs

mit Ditto-näheren Themen

wie dem „Southern Man“ oder den

Studenten-Unruhen in „Ohio“ beschäftigt

hat. Ich fand seine letzten

Alben mit sympathischer Old-

School-Energie hingerockt, aber

nicht gerade Klassiker. Muss jaauch

nicht, nach 50 Solojahren. Im Konzert

indes fand ich ihn immer musikalisch

beeindruckend und performerisch

klasse.

Freiluftkino

Wir

wollen

rein

Esist das Jahr der Jubiläen,

1969, 1989, immerzu war

irgendwas. Ein Ereignis von

historischer Bedeutung droht

dabei zu kurzzukommen. Am

21. Juni 1989 kam in der DDR

der Film„Dirty Dancing“ in die

Kinos. Das Tanzmärchen aus

Amerika bildete im Sommer

des Missvergnügens so etwas

wie den kinematografischen

Fluchtpunkt für viele,die nicht

fliehen wollten oder konnten.

Dabei kam es am Potsdamer

Jugendzentrum „Druschba“

zu Szenen, die rückblickend

durchaus bizarr wirken. Zu einer

Zeit, die davon geprägt

war, dass viele raus wollten,

versammelte sich vor dem

Kulturhaus eine Menschenmenge,

die „wir wollen rein“

skandierte. Gegeben wurde

ein „Dirty Dancing“-Tanzkurs

mit Unterweisung in Mambo,

Boogie und Rock’n’Roll. Den

Film zur Geschichte gibt es

heute. Frank Junghänel

DirtyDancing 21.45 Uhr,Freiluftkino

Kreuzberg im Hof des Künstlerquartiers

Bethanien, Zugang über Adalbertstraße

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durch die

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, Soldiner Straße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Konzert

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Jonas Friese Quartet

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

21.30: LosEspíritus (Psychedelic Rock and Blues)

Kino Wolf (✆ /9 21 03 93 33)

19.30 Studio: Howling Wolf –Musikhören auf Abwegen:

Tomas Bächli (Klavier)

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Bluesrock-Session mit Heinz Glass u. a.

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Cleaning Each Other feat. ElsVandeweyer

(vibes)

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.00: The Zig Zag Jazzed Up Jam Session, host: Uri

Gincel

Zitadelle Spandau (✆ 35 49 44 29 7/)

18.00: Citadel Music Festival: Def Leppard, special

guests: Europe, John DivaAnd The Rockets Of Love

CLUB

Birgit &Bier (✆ 01 52 33 92 09)

23.00: OMG It’sTuesday, Channel X, Special Guests

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: Super Tuesday, RayBang,Dick Nasty

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchens Discodienstag,Clärchen &friends

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Bellmeria, CindySize, Jenson

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: The House of Presents

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.59: Encore.Une.Fois

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00 Spiegelsaal: Argentinischer Tango, Gaia,

Leandro

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan, Josefina und

Antoine

MUSEEN

Alte Nationalgalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kunst des19. Jahrhunderts, Spitzweg,Manet,

Renoir,Cézanne u. a., Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20

Uhr

10.00: Gustave Caillebotte. Der malende Mäzen der

Impressionisten, Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Anne Frank Zentrum (✆ 288 86 56 00)

10.00, 10.00: Anne Frank. hier &heute, Di-So/Feiert.

10-18 Uhr

10.00: Alles über Anne, Di-So/Feiert. 10-18 Uhr

Anti-Kriegs-Museum (✆ 45 49 01 10)

16.00: StändigeAusstellung des Anti-Kriegs-Museums,

tgl. 16-20 Uhr,Gruppen n. Vereinb.: 402 86 91

16.00: Die Revolution –Rätedemokraten gegen

Gewalt und Krieg 1919-2019, tgl. 16-20 Uhr

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

10.00: Lotte Laserstein.Von Angesicht zu Angesicht,

Mi-Mo 10-18 Uhr

Bröhan-Museum (✆ 32 69 06 00)

10.00: Jugendstil, Di-So/Feiert. 10-18 Uhr

10.00: Skandal! Mythos! Moderne! Die Vereinigung

der XI in Berlin, Di-So/Feiert. 10-18 Uhr

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí–Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

DDR Museum Berlin (✆ 847 12 37 31)

10.00: Geschichte zum Anfassen, tgl. 10-20, Sa

10-22 Uhr

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund Zeugnissen,

tgl. 10-18 Uhr

10.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

tgl. 10-18 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadtder Spione, tgl. 10-20 Uhr

Feuerwehrmuseum Berlin (✆ /38 71 09 33)

9.00: Die Berliner Feuerwehr vonden Anfängen bis

zur Gegenwart, Di/Do 9-16, Mi 9-19, Fr/Sa 10-14

Uhr;Feiert. geschl.

Jüdisches Museum (✆ 25 99 33 00)

10.00: StändigeAusstellung desJüdischen Museums (bis

2019 wg Umbau geschl.), Mo 10-22, Di-So 10-20 Uhr

12.00 Museumsgarten: Ganzfeld „Aural“, James

Turrell, tgl. 12-18 Uhr

10.00: res.o.nant, Mischa Kuball, tgl. 10-20 Uhr

10.00: Awie Jüdisch. In 22 Buchstaben durch die

Gegenwart, tgl. 10-20 Uhr

10.00: DAGESH-Kunstpreis: Open, Closed, Open, Liat

Grayver,YairKira, Amir Shpilman, tgl. 10-20 Uhr

10.00: This Place, WendyEwald, Martin Kollar, Josef

Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress u. a., tgl. 10-20 Uhr

Kupferstichkabinett (✆ 266424242)

10.00: In besterGesellschaft. Ausgewählte Erwerbungendes

Berliner Kupferstichkabinetts 2009-2019,

Di-Fr 10-18, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

Käthe-Kollwitz-Museum (✆ 882 52 10)

11.00: Mehr als ein Leben. Dauerausstellung des

Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, Käthe Kollwitz, tgl.

11-18 Uhr

11.00: Verein der Berliner Künstlerinnen: 12 aus46,

tgl. 11-18 Uhr

Museum Berggruen (✆ 32 69 58 15)

10.00: Picasso und seine Zeit, Di-Fr 10-18, Sa/So/

Feiert. 11-18 Uhr

10.00: Klee und die Abstraktion, Hans (Jean) Arp,

Sophie Taeuber-Arp, Erich Buchholz, Lyonel Feininger,

Hannah Höch, Piet Mondrian, Georg Muche, Oskar

Schlemmer,KurtSchwitters, Di-Fr 10-18, Sa/So/

Feiert. 11-18 Uhr

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

(✆ 28 59 94 07) 10.00: Blindes Vertrauen –

versteckt am Hackeschen Markt 1941-1943, tgl.

10-20 Uhr

10.00: „... und immer wieder bewundernwir Eure

mit aufopfernder Liebe primagepackten Pakete“, tgl.

10-20 Uhr

Museum derStille (✆ 27 89 19 90)

14.00: Dauerausstellung des Museums der Stille,

Nikolai Makarov. Modelle: Stephan Braunfels, Max

Dudler,Gewers&Pudewill, MichaelMarshall u. a.,

Di-So 14-19 Uhr

Museum in der Kulturbrauerei (Knaackstr.97)

10.00: Nach dem Mauerfall (1990-1995), Daniel

Biskup, Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Museum The Kennedys (Auguststr.11-13)

10.00: Die Kennedy-Sammlung,Di-Fr 10-18, Sa/

So 11-18 Uhr

Pergamonmuseum. Das Panorama

(Am Kupfergraben 2) 10.00: Pergamon. Meisterwerke

der antiken Metropole und 360°-Panorama von

Yadegar Asisi, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Stasi Museum Berlin (✆ 553 68 54)

10.00 Haus 1: Staatssicherheit in der SED-Diktatur,

Mo-Fr 10-18, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

Trabi-Museum Berlin (✆ 30 20 10 30)

10.00: DieWelt der Trabis, tgl. 10-18 Uhr

Urban Nation –Museum for Urban Contemporary

Art (Bülowstr.7)10.00: UNique.UNited. UNstoppable,

Di-So 10-18 Uhr

KINO

Der Klavierspieler vom Gare du Nord 19.00; Preview:

Unsere große kleine Farm 19.30; Sneak

Preview (OmU) 20.00; The Dead Don‘t Die (OmU)

20.15, 23.00; Burning –Beoning (OmU) 21.30;

Avengers: Endgame (OmU) 21.30; Pets II(OmU)

22.15; Ein Becken voller Männer (OmU) 22.30;

High Life (OmU) 22.50

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Der Funktionär 18.15;

Adam und Evelyn 19.30; Ayka (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Happy Lamento

(OF) 17.30; Rote Räte- Die bayrische Revolution

aus der Sicht von Augenzeugen 19.00; Deckname

Jenny (OmenglU) 20.00; Der Himmel über Berlin

(OmenglU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Aladdin

14.10, 17.05,19.50; Men inBlack: 14.15,17.05,

19.50; Ein Becken voller Männer 14.15, 17.05,

19.55; Drei Schritte zu Dir 14.15, 17.00, 19.45,

22.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.25;

Pets II 14.30, 17.00; Godzilla 2 14.30, 22.45;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.45; 3D: Pets II

15.00, 17.30, 20.00, 22.45; Dancing Queens

15.00, 17.30; X-Men 17.00; Brightburn 17.25,

22.50; Jussi Adler-Olsen: Verachtung 17.30; John

Wick III 19.40, 22.45; 3D: X-Men 19.45, 22.40;

Long Shot –Unwahrscheinlich,abernicht unmöglich

19.55, 22.45; Rocketman 20.00; The Dead Don‘t

Die 20.05,22.45; 3D: Men in Black: 22.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi

11.00; Drei Schritte zu Dir 11.10, 14.10, 17.10,

20.15; 3D: Pets II 11.15, 13.45, 16.15, 19.20,

22.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 11.20;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.25, 14.00;

Pets II 11.45, 14.15, 16.45, 19.50; Drachenzähmen

leicht gemacht 3:Die geheime Welt 11.50;

TKKG 12.15, 14.45; Avengers: Endgame 12.15;

Aladdin 13.30, 16.30; Men in Black: 14.00; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 14.20; X-Men 16.25;

Der Fall Collini 16.45;3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.55; Dancing Queens17.05, 19.55; 3D:

Men inBlack: 17.20, 20.15, 23.10; 3D: Avengers:

Endgame 19.15; 3D: Aladdin 19.30, 22.40; Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

19.40, 22.50; John Wick III 19.45, 23.00; 3D: X-

Men 22.35; 3D: Godzilla 222.50; Ma –Sie sieht

alles 23.15; Brightburn 23.15

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 3004)

Rocketman 14.45, 17.40, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) VanGogh:Ander Schwelle

zur Ewigkeit 18.00; Der Fall Collini 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19)The Dead Don‘tDie (OmU)

18.00,20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) TKKG

10.00, 12.40, 15.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

10.00, 12.20, 14.45; Pets II 10.00, 12.15,

14.30, 17.00, 17.50, 20.00; 3D: Pets II 10.00,

12.30, 15.00,17.30, 19.50; Men inBlack: 10.00,

17.00, 20.15; Royal Corgi 12.10; Drei Schritte zu

Dir 14.10, 17.10, 20.00; Long Shot – Unwahrscheinlich,aber

nicht unmöglich 19.45

Kino imKulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 16.00, 20.15;Sunset

Over Hollywood (OmU) 18.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Dancing Queens

15.00, 17.30, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

TKKG 10.00, 12.10, 14.10; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.00, 14.45; Pets II 10.00,

12.30, 15.00, 16.30, 17.30, 19.30; 3D: Pets II

10.00, 12.15, 14.30, 17.00, 20.00, 22.30; Mister

Link 10.00, 12.40; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

10.00, 12.15; Aladdin 10.00, 12.05, 14.15,

17.25, 20.15; Drei Schritte zuDir 14.35, 17.20,

19.00, 22.50; Men in Black: 14.45, 17.20, 20.05,

22.55; Ein Becken voller Männer 17.05, 20.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich,aber nichtunmöglich

20.00, 22.00; John Wick III 22.00; X-Men 22.55;

Brightburn 23.05

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) Royal Corgi

10.00; Pünktchen und Anton 10.00; Pets II 10.00,

14.00, 16.00; Aladdin 10.00, 15.15, 17.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.00; 3D: Pets II

12.00, 18.15, 20.30; Drei Schritte zuDir 12.00,

15.15, 18.00, 20.30; TKKG 12.30; Godzilla 2

15.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben 18.15,

20.30; Men in Black: 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Atteyat AlAbnoudy: Permissible

Dreams (OmenglU; m.Einführung u. Gast)

20.00; Magical History Tour: Panzerkreuzer Potemkin

–Restaurierte Fassung –Bronenosec Potjomkin

(OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

3D: Pets II 12.30, 15.10, 16.15, 17.45, 20.30,

23.00; Avengers: Endgame 12.30, 16.15, 20.30;

Pets II 13.00, 14.00, 16.45, 19.00; PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 13.10,20.10; VanGogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Aladdin 13.20; After

Passion 13.30; 3D: X-Men 13.40, 20.00, 23.10;

Royal Corgi 13.40; Hollywoodtürke 13.40, 23.10;

Ein Becken voller Männer 13.40, 16.50, 20.00,

23.15; Willkommen im Wunder Park 13.50; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 13.50; TKKG 14.00; Men in

Black: 14.00; Drei Schritte zuDir 14.00, 16.45,

19.50, 23.00; Dancing Queens 14.45, 17.30,

20.15; Tolkien 16.20; 3D: Men in Black: 16.30,

19.50, 23.00; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 16.30, 19.45, 23.00; Godzilla 2

16.30; Der Klavierspieler vom Gare duNord 16.30;

Monsieur Claude II 16.40; 3D: Aladdin 16.40,

19.30, 22.50; Bohemian Rhapsody 16.45; Rocketman

16.50, 20.00; X-Men 17.00; Der Junge muss

an die frische Luft 17.10; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.15; Jussi Adler-Olsen: Verachtung

19.20, 23.00; Ma –Sie sieht alles 19.30, 22.20;

John Wick III 19.40, 23.00; Der Fall Collini 19.50;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.10; 3D: Godzilla

220.20; Brightburn 20.20, 23.00; 3D: Avengers:

Endgame 22.00; The Dead Don‘t Die 22.30;

Nur eine Frau 22.50; Greta (2019 USA) 23.00;

Friedhof der Kuscheltiere 23.10

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

X-Men (OF) 13.30;Avengers: Endgame (OF) 13.30;

Aladdin (OF) 13.30, 16.45; Men in Black: (OF)

13.40, 17.15; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich (OF) 13.45, 19.20; Pets II (OF)

14.00, 16.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –

Pokemon Detective Pikachu (OF) 14.25; 3D: Pets II

(OF) 14.30, 17.00, 19.30, 22.10; The Dead Don‘t

Die (OF) 16.30, 22.30; Brightburn (OF) 16.45,

23.15; Tolkien (OF) 16.50; Dancing Queens –Poms

(OF)17.30, 20.00; 3D: Aladdin (OF)19.00,22.20;

John Wick III (OF) 19.30, 22.45; 3D: X-Men (OF)

19.50, 23.00; Rocketman (OF) 20.00; 3D: Men

in Black: (OF) 20.20, 22.30; 3D: Godzilla 2(OF)

23.00

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: ABeautiful

Planet 11.30; 3D: X-Men (OF) 13.00; 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 15.50; 3D: Men in

Black: (OF) 17.00, 20.00, 22.55

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) Burning –Beoning

(OmU) 18.30; Inglourious Basterds (OF)21.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) TKKG 10.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.30, 15.00;

Pets II 10.00, 12.00, 14.00, 16.00, 18.00; Mister

Link 10.00; Aladdin 10.00, 12.30, 15.00, 17.30,

20.00; Godzilla 212.00; 3D: Pets II 12.30, 15.00,

17.00, 20.15, 22.30; Drei Schritte zu Dir 15.00,

17.30, 20.00, 22.30; X-Men 17.30; 3D: Men in

Black: 20.00, 22.30; John Wick III 20.00,22.30

Casablanca (✆ 677 57 52) TKKG 13.45; Gundermann

15.45; All My Loving 18.15; Rocketman

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Pets II 11.30, 14.00, 16.30; Drachenzähmen leicht

gemacht 3: Die geheime Welt 11.30; Avengers:

Endgame 11.30, 15.30; Alfons Zitterbacke 11.35;

TKKG 11.40, 14.00; Royal Corgi 11.45; Ostwind 4

–Aris Ankunft 11.45; Mister Link 12.00; 3D: Pets

II 12.10, 14.40, 17.10, 19.30, 22.00; Aladdin

14.00, 16.35; Men in Black: 14.15, 17.10, 22.20;

Drei Schritte zu Dir 14.20,16.50, 19.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.25; Bailey: Ein Hund

kehrt zurück 14.45; X-Men 17.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.10; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 17.30; 3D: Men inBlack: 19.20;

3D: Aladdin 19.30; 3D: Godzilla 219.40, 22.45;

John Wick III 19.45, 22.50; 3D: X-Men 20.00;

Rocketman 20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 20.00, 22.55; 3D: Avengers:

Endgame 22.00; Hollywoodtürke 22.45; Ma –Sie

sieht alles 23.00; Brightburn 23.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) X-Men

12.00, 19.50; TKKG 12.00, 14.30; Royal Corgi

12.00, 14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.00, 14.50, 18.15; 3D: Pets II 12.00, 14.30,

16.50, 19.30; Bailey: Ein Hund kehrt zurück12.00;

Pets II 12.30, 15.00,16.00, 17.30,20.00; Aladdin

14.00, 17.00, 19.50; Drei Schritte zu Dir 14.20,

17.00, 19.45; Men in Black: 17.00, 20.40; 3D:

Pets II (OF) 17.20; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 19.40

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 1976) Roads

18.30

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Das melancholische

Mädchen 19.00; Nuestro tiempo –Our Time

(OmU) 20.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Pets II 10.30,

12.30, 14.30, 16.30, 18.30, 20.30; Alfons Zitterbacke

10.00; TKKG 13.00, 15.15; Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 17.30; Rocketman 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85)Yoga: Die Kraft

des Lebens 16.00; Zwischen den Zeilen 18.00;

Roads 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) TKKG 13.00;

Aladdin 15.15; Ein Becken voller Männer 17.45,

20.15; Rocketman 17.45

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Renzo Piano: Architekt des

Lichts 18.00; Tangerine Dream.Revolution of Sound

20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Ein Becken voller Männer

15.15,20.30; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

18.00

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) B-Movie:

Lust &Sound in West-Berlin (OF) 21.45

Freiluftkino Insel imCassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Die Mission der Lifeline (OmenglU) 22.00

Freiluftkino Kreuzberg Dirty Dancing (OmU) 21.45

Freiluftkino Rehberge RBG (OmU) 21.45

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Paterson

(OmU) 21.45

Open-Air-Kino SchlossparkBiesdorf (✆ 9987481)

Yuli 21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Maria Stuart,

Königin von Schottland 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31) Colette –Eine Frau schreibt Geschichte

(OmU) 21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Unheimlich perfekte Freunde 10.00; Die Ziege: Ali

Mizah wa Ibrahim: Ali, the Goat and Ibrahim –Ali

Mizah wa Ibrahim (OmU) 17.00; Atlas 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) KinderWagenKino:

Pets II 10.30; Tolkien14.00;Pets II 14.00,

16.15, 18.30, 20.45; Willkommen imWunder Park

14.30; TKKG 16.30; Ein Becken voller Männer

16.30, 18.30, 21.15; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord 18.30; Wenn Fliegenträumen 19.00;Wenn

Fliegen träumen (m. Gästen) 19.00; Rocketman

20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Willkommen im Wunder Park 11.00; 3D: Pets II

11.00, 14.15, 17.00, 20.00; Men in Black: 11.00,

14.00, 16.45; Aladdin 11.00,13.45, 17.00; Avengers:

Endgame 11.10, 15.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.15, 14.00; Pets II11.15, 13.45,

16.45; Royal Corgi 11.20; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 13.45; TKKG 14.15;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich16.45,20.00;

Rocketman17.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.10; 3D: Men in Black:

19.30; John Wick III 19.40; Godzilla 219.45; 3D:

Aladdin 19.45; 3D: X-Men20.00; Brightburn 20.15

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Pets II

10.00, 15.00, 17.15; 3D: Pets II19.30

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.15; Under the

Tree 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) MisterLink

11.45; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.45;TKKG 12.00, 14.30; Royal Corgi

12.00; 3D: Pets II 12.00, 14.30, 17.00, 19.30;

Asterix 12.00; Aladdin 12.05, 14.10; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.10, 14.40; Willkommen

imWunder Park 12.15; Pets II 12.30, 15.00,

17.30, 20.00; Men inBlack: 14.15; 3D: Godzilla

214.15, 17.00, 19.45; Drei Schritte zu Dir 14.15,

17.00,19.45; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.15;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.45; 3D: Men in

Black: 16.50, 20.15; 3D: X-Men 17.00; 3D: Aladdin

17.05, 19.30; Dancing Queens 17.10, 19.45;

Rocketman 17.25; 3D: Avengers: Endgame 19.30;

John Wick III 20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 20.15

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Bibi

Blocksberg 10.00; Pets II 10.00, 14.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00; 3D: Pets II 12.00,

16.00, 18.15, 20.30; 3D: Men in Black: 12.00;

TKKG 12.00; Aladdin 15.00, 17.45; Men in Black:

15.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 18.15;

Drei Schritte zuDir 20.30; Edie –Für Träume ist es

nie zu spät 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Pets II 10.00, 13.00, 15.00, 17.00; Willkommenim

Wunder Park 12.00; Aladdin 12.10, 14.45, 20.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.15; 3D: Pets

II 14.00, 16.00, 18.00, 19.30; Drei Schritte zuDir

14.30, 17.15, 20.15; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.30; Men in Black:

20.20

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

X-Men 17.00; 3D: Men inBlack: 19.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Men in

Black: 15.15; Pets II 15.45; 3D: Pets II 17.45,

20.00; Godzilla 218.15; John Wick III 20.45


26 Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019

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Netzwerk

DOKUS

Computer

können nicht

lügen

VonTorsten Wahl

Wer versteht schon alle Zusammenhänge

der vernetztenWelt?

Werkennt sich wirklich aus mit den

technischen Veränderungen? Und

was bringt die digitale Zukunft für die

Menschheit? Im ZDF philosophiert

der Astrophysiker Harald Lesch seit

zehn Jahren sehr anschaulich über

den Umgang mit der Technik.

Überwachung. „Man schaut auf uns,

man schaut nach uns“ –soeröffnet

Harald Lesch seine Folge über die

immer ausgefeiltere digitale Überwachung

der Menschen. Zwei Beispiele

aus dem Flughafen führen vor,

wie weit die schon geht. EinFluggast

wird von Sicherheitsleuten beiseite

genommen –die digitale Erkennung

hatte erfasst, dass er gegen den

Strom der Passagiere gelaufen war.

Undwer wird zielgerichtet aus einer

überbuchten Maschine aussortiert?

Wenigflieger, die weniger Profit versprechen!

Am Extremfall China führt

„Leschs Kosmos“ vor, wie stark die

Überwachung zur Anpassung des

Einzelnen führt. In Schweden wiederum

haben sich viele Menschen

RFID-Chips unter die Haut transplantieren

lassen, mit denen sie ganz

leicht bezahlen und sich ausweisen

können. „Wir sind Nichtschwimmer

im Daten-Ozean, den wir selbst erzeugt

haben“, resümiertLesch –und

lobt alle Bestrebungen, die Sammelwut

der digitalen Konzerne einzudämmen.

Unter Beobachtung –Wenndie Daten dich verraten

Donnerstag,4.Juli um 0.15 Uhr bei ZDFinfo,

in der ZDF-Mediathek bis zum 4. Juni 2020

Gefahr oder Hilfe: Wie schlau sind Computer

wirklich?

ZDF/COLOURBOX.DE

Robotik. In seiner Ausgabe zur

Künstlichen Intelligenz zeigt „Leschs

Kosmos“, wie weit Roboter noch entfernt

davon sind, Menschen zu ersetzen–bei

einem Wettbewerb in Amerika

scheiternsie bei einem Parcours

über unwegsames Gelände. Die Katastrophe

vonFukushima hatte aber

deutlich gemacht, wie dringend Roboter

gebraucht werden. Die halbstündige

Folge zeigt auch, wo die

größten Potenziale der schlauen Maschinen

liegen, führt sehr anschaulich

und verständlich vor, wie das

„Deep Learning“ überhaupt funktioniert.

So könnten Stellenbewerbungen

nach objektiven Kriterien bewertet

werden –vorausgesetzt, die

Vorgaben stimmen! Denn Computer

haben keine Vorurteile und können

nicht lügen. Auch die Chancen des

autonomen Autos werden begutachtet.

„Ich habe mehr Angst vor dummen

Menschen mit schlauen Maschinen

als umgekehrt“, fasst Harald

Lesch zusammen.

K.o.durch KI? KeineAngst vor schlauen

Maschinen! in der ZDF-Mediathek bis zum 28.

Mai 2020

Torsten Wahl lässt sich

gern durch „Leschs

Kosmos“ führen.

Digitaler Drogenkampf

In denUSA

sind zu viele

Patienten von

Opiatenabhängig. Eine

Computersimulation soll

Auswege zeigen

VonEva Wolfangel

Die Energiebranche reagiert auf

die wachsende Gefahr von Hackerangriffen

auf die Stromversorgung

in Deutschland. Am Montag eröffnet

der größte deutsche Stromnetzbetreiber

Innogy in Essen ein

Trainingszentrum, in dem die Abwehr

digitaler Attacken geübt wird.

DerStromkonzernwill in der„Cyberrange-e“

genannten Trainingsanlage

nicht nur die eigenen Mitarbeiter

für den Kampf gegen unsichtbare

Gegner schulen. Auch andere

Energieversorger und Netzbetreiber

sollen in Essen testen können, ob

ihre Sicherheitsvorkehrungen gegen

Opiate sind psychoaktive

Substanzen, die aus dem

Milchsaft des Schlafmohns

gewonnen werden.

Opioide sind synthetisch

hergestellte Substanzen, die

eine morphinähnliche Wirkung

haben.

Die USA leiden derzeit unter

der schlimmsten

Opiat-Krise,die der Kontinent

je gesehen hat:

täglich sterben rund 100 Menschen

an Überdosierungen von Schmerzmitteln,

die sie illegal erwerben, oder

durch Heroin. Auf die Droge steigen

Süchtige häufig um, wenn der Arzt

ihnen keine opiathaltigen Schmerzmittel

mehr verschreibt. Anders als

in Deutschland verschreiben Ärzte

diese dort viel freigiebiger. Opiate

sind bei den unter 50-Jährigen zur

häufigsten Todesursache avanciert,

zudem steigt die Zahl der Neuinfizierungen

mit HIV, weil unsaubere

Spritzen weitergegeben werden.

DerDatenwissenschaftler Georgiy

Bobashev und seine Kollegen versuchen,

mittels Computersimulationen

die Stellschrauben zu finden, an denen

die Verantwortlichen drehen

müssen, um die Krise in den Griff zu

bekommen. Ansatzpunkte gegen

diese Krise gäbe es viele: vonder Verstärkung

der Polizeipräsenz über eine

Aufklärung der Ärzte über die Gefahren

der ausufernden Verschreibung

opiathaltiger Schmerzmittel und die

Aufklärung der Süchtigen bis hin zu

Praxen, in denen Süchtige saubere

Spritzen bekommen oder sichere Ersatzdrogen

wie Methadon unter Aufsicht

einnehmen können. Aber was

hilft am besten?

„Abhängige wissen einfach besser

Bescheid, woher man Stoff bekommt“,

sagt Bobashev. Das führt

dazu, dass sie teilweise Freunde mitversorgen,

die keinen so guten Kontakt

zu Dealernhaben. „Und mit diesem

Privileg sind sie einfach stets die

ersten, die eine Spritze benutzen.“

Der Erste nutzt meist eine unbenutzte

Spritze und steckt sich deshalb

nicht an. Der Wissenschaftler

und seine Kollegen wissen das nun,

weil sie eine Multi-Agenten-Simulation

programmiert haben, in der sie

verschiedene Szenarien durchspielen

können, um zu sehen, welche

Maßnahmen am besten gegen die

Opiat-Epidemie helfen.

Mankann sich diese Simulationen

vorstellen wie den digitalen Nachbau

einer Stadt. Die Forscher

bevölkerndie Stadt mit virtuellen

Agenten beispielsweise

auf der Grundlage

von Volkszählungsdaten,

so dass Alter und Einkommensverteilung

einer realen

Stadt entsprechen. Jeder

einzelne Agent ist autonom,

er hält sich an die programmierten

Routinen.

SCHMERZMITTEL

Das Medikament wird vor

allem in der Schmerztherapie

eingesetzt. Wegenihrer

Wirkung und, bei falscher

Anwendung,der Gefahr,abhängig

zu werden, sind die

Mittel rezeptpflichtig.Dafür

gibt es in Deutschland besondere

Rezepte.

Georgiy

Bobashev

In den USA werden Opioide

so häufig verschrieben, wie

in in keinem anderen Land -

und zu massiven Problemen,

weil immer mehr Menschen

süchtig wurden. Mit einem

Milliarden-Programm soll

nun gegenden Missbrauch

vorgegangen werden.

Bobashevs Agentensimulation

Paintown modelliert das

Verhalten von 10000 Patienten, die

unter chronischen Schmerzen leiden,

70 Drogenhändlern, 30 Ärzten,

zehn Notaufnahmen und zehn Apotheken.

Die einzelnen Agenten sind

über soziale Netzwerke verbunden.

Einmal in jedem simulierten Monat

besucht jeder Patient seinen Arzt und

bekommt Schmerzmittel verschrieben.

Zu Anfang nehmen die Patienten

jeden Tagdie verschriebene Dosis,

allerdings nimmt die Wirkung im

Laufe der Zeit ab.Übersteigt das Verlangen

eines Patienten die Wirkung

seiner Pillen, kann er entweder versuchen,

seinen Arzt zu überreden mehr

zu verschreiben, zu einem anderen

Arzt gehen oder sich auf dem

Schwarzmarkt versorgen.

Die Geschwindigkeit,

mit der die Wirkung der

Opiate nachlässt, die

RTI.ORG

Wahrscheinlichkeit, mit

der ein Patient sich illegal

Drogen besorgt oder die

Dichte der Vernetzung

zwischen Dealern und Patienten

– die Werte für

diese Parameter haben

Wissenschaftler anderer

Disziplinen, wie Soziologen oder

Mediziner,dazugeliefert:Die Grundlage

der Simulation sind klassische

Feldforschung im Drogenmilieu, Interviews

mit Abhängigen und Dealern,

ein Beobachten der Situation

oder der Vorgehensweise der einzelnen

Akteure. Dazu kommen Daten

aus großen nationalen Erhebungen,

aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen

und klinischen Versuchen.

Die Forscher ließen die Simulation

Trainingscamp gegen Cyberattacken

Der Stromkonzern Innogy eröffnet neues Übungszentrum gegen Angriffe aus dem Netz

Eindringlinge funktionieren. Das

Trainingszentrum ist nach Angaben

von Innogy das erste dieser Art im

deutschsprachigen Raum.

Mitzunehmender Digitalisierung

und dem Zusammenwachsen von

Stromnetzen und Internet öffnen

sich immer mehr Einfallstorefür Cyberattacken.

Ein Blackout in ganzen

Landstrichen könnte im schlimmsten

Fall die Folge sei. So wie 2015 in

der Ukraine, als Hacker mehrere

Umspannwerke übernahmen und

Hunderttausende Haushalte stundenlang

ohne Strom waren. Dass es

Angreifer auch in Deutschland bis in

zentrale Bereiche der Stromversorgung

schaffen könnten, sei „womöglich

nur eine Frage der Zeit“, hatte

der Präsident des Bundesamts für Sicherheit

in der Informationstechnik

(BSI), Arne Schönbohm, bereits vor

einem Jahr gewarnt.

Auch Norbert Pohlmann, Direktor

des Instituts für Internetsicherheit

an der Westfälischen Hochschule

Gelsenkirchen, ist überzeugt:

„Cyberangriffe werden in Zukunft

eine größere Rolle spielen.“ Stromnetze

seien wegen ihrer zentralen

Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft

ein besonders attraktiver

ISTOCKPHOTO

über fünf virtuelle Jahre hinweg ablaufen

und konnten so durchspielen,

wie sich die Gesamtsituation verändert,

wenn die Gegebenheiten von

außen verändert werden. Bobashev

kann damit quasi „vorspulen“ und

vorausschauend ausprobieren, was

geschieht, wenn einzelne Faktoren

geändertwerden.

Was geschieht, wenn die einzelnen

einen besseren Zugang zu Notaufnahmen

haben? Was passiert,

wenn ein Dealer verhaftetwird? Was

passiert, wenn die Polizei ein Medikament

mit sich führt, das als eine

Art„Gegengift“ im Falle einer Überdosis

wirkt? In diesen Daten lassen

sich nicht nur Korrelationen ausmachen,

sondern Kausalitäten: Welche

Ursache führt zu welchem Effekt?

Mankannquasi zusehen.

Eine kurzfristige Lösung für das

Drogen-Problem haben die Datenwissenschaftler

jedoch auch nicht

gefunden. „Ein wichtiger Faktor ist

Bildung und Aufklärung“, sagt Bobashev.

Injenen Bundesstaaten, in

denen Abhängige frische Spritzen

bekommen und darüber aufgeklärt

werden,wie sie zumindest eine HIV-

Ansteckung vermeiden können,

sterben durchschnittlich weniger

Menschen. Dazu kommt als weiterer

wichtiger Punkt zur Vermeidung von

Drogentoten, wie die Simulation

zeigt: eine engmaschige Kontrolle

der Verschreibungspraxis starker

opioidhaltiger Schmerzmittel. „Wir

können zeigen, dass es langfristig

hilft, wenn Ärzte die Erstdosierung

möglichst niedrig halten und die

Mittel insgesamt nicht länger als

zwei Monate verschreiben.“ Langfristig

bedeutet jedoch nach den Daten

der Simulation etwa zehn Jahre.

„Täglich sterben Menschen“, sagt

Bobashev, „wir haben eigentlich

überhaupt keine Zeit zu forschen,

wir sollten soforthandeln.“

Angriffspunkt für fremde Staaten

oder Terroristen. „Das erhöht die

Wahrscheinlichkeit, dass sie attackiertwerden.“

Waspassiert, wenn sich Hacker in

die Steuerzentralen von Versorgern

oder Netzbetreibern einschleichen

und dortAbläufe manipulieren, wird

künftig in einem Bürogebäude in der

Nähe der Essener Innogy-Zentrale

simuliert. „War Gaming“ nennt der

Energiekonzern martialisch das

Live-Rollenspiel, für das die Steuerungsanlagen

einer Netzleitstelle des

teilnehmenden Unternehmens

nachgebaut wurden. (dpa)

Eine Cloud für

die Schulen in

Brandenburg

Pilotprojekt beginnt

im September

Tabletcomputer,

Wlan-Router,

Docking-Stationen und große

Flachbildschirme an den Wänden –

in immer mehr Schulklassen Brandenburgs

wird Lernen und Lehren

digital vermittelt. Anfang September

startet an 54 Schulen ein Pilotprojekt

zur digitalen Vernetzung. In der

Schul-Cloud werden Bildungsangebote

und -medien gespeichert, die

Schüler und Lehrer von jedem Ort

aus mit dem PC oder Smartphone

per Internet abrufen können. Laut

Bildungsministerium soll es im

kommenden Schuljahr eine Ausschreibung

für weitere 49 Schulen

geben, die sich 2020/2021 beteiligen

können.

Die Cloud ist Teil der digitalen

Ausrüstung der märkischen Schulen,

für die in den kommenden Jahren

168 Millionen Euro investiert

werden sollen. Davon stellt die Bundesregierung

151 Millionen Euro für

den „Digitalpakt Schule“ bereit, 17

Millionen Euro steuern Land und

Schulträger bei.

Die 24Grund- und 30 weiterführenden

Schulen, an denen die Cloud

erprobt werden soll, hatten zuvor an

zwei „medienfit“-Programmen teilgenommen.

Für die medientechnische

Ausstattung sowie Fortbildungs-

und Beratungsprogramme

gibt das Land bis 2020 rund 5,7 Millionen

Euro aus.

Nach Ansicht des CDU-Bildungsexperten

Gordon Hoffmann,

der mit einem Fraktionskollegen

eine Anfrage an die Landesregierung

zur digitalen Bildung stellte,

ist die Einführung der vom Hasso-

Plattner-Institut (HPI) und weiteren

Experten entwickelten und

vom Bundesbildungsministerium

geförderten Schul-Cloud längst

überfällig. „Brandenburgist bei der

digitalen Bildung noch immer ein

Entwicklungsland“, kritisiert der

Landtagsabgeordnete. Andere

Bundesländer seien viel weiter. Mit

dem in Potsdam ansässigen HPI

habe das Land „Kompetenzen, die

bundesweit ganz vorn sind, aber

nicht genutzt werden“.

Tablet statt Tafel: In Brandenburg soll der

Unterricht umgestellt werden.

IMAGO

Laut Hoffmann geht das HPI davonaus,dass

in Brandenburgderzeit

gerade einmal 20 Prozent der Schulen

über den für die Cloud erforderlichen

schnellen Internetanschluss

verfügen.„Vonder Wlan-Ausrüstung

der Schulen ist dabei noch gar nicht

dieRede.“Mitte 2021 soll untersucht

werden, ob die Cloud sich bewährt

hat und auf alle Schulen übertragen

werden kann.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

(GEW)sinddie Mittel für die digitale

Bildung viel zu gering. Zwar werde

derKaufvon technischem Gerätunterstützt,

für die Folgekosten müssten

jedoch die Schulträger aufkommen,

kritisiert GEW-Landeschef

Günther Fuchs. Auch der Datenschutz

an den Schulen sei bislang

unzureichend. Seiner Ansicht nach

ist auch die Frage ungeklärt, wie die

neuen Techniken mit ihren Möglichkeiten

eingesetzt werden sollen.

Wichtig sei es, die Schüler zu einem

kritischen Umgang damit zu befähigen.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55 (für

HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG)Meister des

Alltags 11.15 (für HG)Gefragt –Gejagt 12.00 (für

HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00

(für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00 (für

HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturmder Liebe

16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für HG)Die

Tierärzte –Retter mit Herz 17.00 (für HG) Tagesschau

17.15 (für HG)Brisant 18.00 (für HG)Gefragt–Gejagt

18.50 (für HG) WaPo Bodensee. Das

schwächste Glied 19.45 (für HG) Wissen voracht –

Natur 19.55 (für HG) Börse voracht 20.00 (für

HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Um Himmels Willen

Liebe geht durch den Magen

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Verwundungen. Arztserie

21.45 (für HG) FAKT

Das MDR-Magazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Die Beste aller Welten

Drama, A/D 2017

0.15 (für HG) Nachtmagazin

0.35 (für HG) Schwester Weiß

Drama, D2015

2.05 Tagesschau

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Wolfram Kons, Roberta Bieling 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12. Moderation:

Katja Burkard 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte –

Mein Leben 17.00 Meine Geschichte –Mein

Leben 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Nachtschwestern

Schicksalsschläge. Arztserie

Mit Ines Quermann, Mimi Fiedler, Oliver

Franck u.a.

21.15 (für HG) Sankt Maik

Virgin Mary für ein Halleluja

22.15 Doc meets Dorf

Ein Pflaster macht noch keine Narbe

23.10 Schmidt –Chaos auf Rezept

Wahnsinn. Comedyserie

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

Die verlorene Liebe im fremden Land

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Zeigt uns eure Heimat 20.15 (für HG)

Umschau 21.00 (für HG) Der Osten –Entdecke

wodulebst 21.45 (für HG) Aktuell 22.05

(für HG) Klappfix, Hering,Luftmatratze 22.50

(für HG) Polizeiruf 110. Kein Paradies für Elstern.

TV-Kriminalfilm, DDR 1974 23.55 (für

HG) Morden imNorden 0.45 (für HG) FAKT

1.15 (für HG) Umschau 2.00 (für HG) Der Osten

–Entdecke wodulebst

Bayern

16.15 (für HG) Wir inBayern 17.30 Regional

18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 (für HG) Gesundheit! 19.30

(für HG) Dahoam isDahoam 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort. Kleine Herzen.

TV-Kriminalfilm, D2007 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Capriccio

22.30 (für HG) Wie die Kunst zum Porzellan

kam –Bayerns weißes Gold. Dokumentarfilm,

D2019 23.15 nacht:sicht 23.50 BR-Klassik

0.40 (für HG) Dahoam is Dahoam 1.10 (für

HG) Wir inBayern

Vox

13.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 14.55 Shopping Queen 16.00 Makel?

Los! 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00

First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Sing meinen

Song –Das Tauschkonzert. Die Songs des

Abends 23.20 Michael Patrick Kelly –Mission:

Peacebell 0.15 nachrichten 0.35 (für HG) Medical

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Unter den Augen der Kirche 1.35 (für HG)

Medical Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Bis dass der Toduns scheidet

Super RTL

15.00 Dragons –Die Reiter von Berk 15.25

Bugs Bunny &LooneyTunes 15.50 Hotel

Transsilvanien –Die Serie 16.15 Zak Storm –

Super Pirat 16.45 King Julien 17.15 What's

New Scooby-Doo? 17.40 Inspector Gadget

18.10 ALVINNN!!! und die Chipmunks 18.40

Woozle Goozle und die Weltentdecker 19.10

Bugs Bunny &LooneyTunes 19.40 Angelo!

20.15 Snapped –Wenn Frauen töten 21.10

Snapped –Wenn Frauen töten 22.10 Snapped

–Wenn Frauen töten 23.05 Snapped –

Wenn Frauen töten 23.50 Comedy total

Sport1

9.00 Teleshopping 14.30 Normal. Magazin der

Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien

15.00 YukonGold. Zahltag 16.00 Alone. Winds

of Hell 17.00 Lost&Sold. Dreckwäsche 17.30

Container Wars. Uzi außer Rand undBand 18.00

Beachvolleyball: Weltmeisterschaften. Gruppenphase

Herren undLucky Loser Damen 21.30

Beachvolleyball: Weltmeisterschaften. 5. Tag,

Gruppenphase 22.30 Die PS-Profis Schule. Viel

Rauch um nichts 23.00 Die PS-Profis –ImEinsatz.

Hardrocker untermMesser 0.00 Sport-Clips

ZDF

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SOKO Stuttgart. Klassenfahrt inden Tod

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für

HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Krons letzte

Reise 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Köln. Von fremder Hand

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

Kein wasserdichtes Alibi

20.15 (für HG) Fußball: Weltmeisterschaft

der Frauen

Halbfinale: England –USA

Moderation: Sven Voss

Kommentar: Claudia Neumann

Aus dem Stade de Lyon in Lyon (F)

23.05 (für HG) Markus Lanz

0.20 heute+

0.35 Neu im Kino

„Tel Aviv on Fire” von Sameh Zoabi

0.40 Der Adler –Die Spur desVerbrechens

Codename:Thanatos

TV-Kriminalfilm, DK 2006

Sat.1

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Christian

Wackert, Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! Moderation:

Daniel Boschmann, Karen Heinrichs 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Whiskey Cavalier

Der Trust. Actionserie

Mit Scott Foley, Lauren Cohan, Ana

Ortiz u.a.

21.15 Whiskey Cavalier

Herz und Hirn. Actionserie

22.15 Lethal Weapon

Mister Verlässlich. Actionserie

23.10 Focus TV –Reportage

Feuer und Flamme! –Das große Geschäft

mit dem Grillen.Reportagereihe

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

Gast: Maite Kelly

14.15 (für HG) In aller Freundschaft 15.00

(für HG) In aller Freundschaft 15.45 Heimathäppchen

16.00 (für HG) Aktuell 16.15 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Abenteuer Erde

21.00 (für HG) Quarks 21.45 (für HG) Aktuell

22.10 (für HG) Tatort. TV-Kriminalfilm, D1997

23.40 (für HG)Tatort. TV-Kriminalfilm, D1974

1.20 Quarks 1.45 Erlebnisreisen 2.00 Lokalzeit

aus Köln 2.30 Lokalzeit ausAachen

NDR

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 17.10 (für HG) Seehund,

Puma &Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für

HG) NaturNah 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Visite 21.00 (für HG) Dr.Wimmer

–Gesund durch den Sommer 21.45 (für

HG) aktuell 22.00 (für HG) Tatort. Es wirdTrauer

sein und Schmerz.TV-Kriminalfilm, D2009

23.30 (für HG) Polizeiruf 110. Feindbild. TV-

Kriminalfilm, D2011 1.00 (für HG) Die Erbschaft

1.55 (für HG) 3nach 9

Kabel eins

9.25 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15

Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05 Castle

14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 Hot Shots! Die

Mutter aller Filme. Parodie, USA 1991 21.55

Hot Shots 2:Der 2. Versuch. Parodie, USA

1993 23.40 Hot Shots! Die Mutter aller Filme.

Parodie, USA 1991 1.10 Late News 1.15 Hot

Shots 2: Der 2. Versuch. Parodie,USA 1993

RTL 2

10.00 Frauentausch 12.00 Die Geissens –

Eine schrecklich glamouröse Familie! 13.00

Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 14.00 Die Wollnys –Eine schrecklich

große Familie! 15.00 Hilf mir! Jung,pleite,

verzweifelt ... 16.05 Krass Abschlussklasse

17.00 News 17.10 Krass Schule –Die jungen

Lehrer –Wie alles begann 18.05 Köln 50667

19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Zwei Familien

–ZweiWelten 22.20 Armes Deutschland –

Stempeln oder abrackern? 0.20 Autopsie Spezial

1.10 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

8.30 Radsport: Französische Straßen-Meisterschaften

9.00 Radsport: Giro d'Italia 19.30

Horse Excellence. Die Pferdesport-Highlights der

Woche 20.00 Eurosport News 20.10 Snooker:

World Main Tour 21.00 ERC All Access 21.30

Motorsport: Blancpain GT World Challenge Europe

22.00 Rallyecross: Titans-RX 22.30 WATTS.

Die Radsport-Spezial-Ausgabe der Eurosport-

Clipshow 22.50 Eurosport News 23.00 Olympische

Spiele. Flag and Family 0.30 Radsport:

Britische Straßen-Meisterschaften

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

3SAT, 20.15 UHR TV-KOMÖDIE

Chaos-Queens: Ehebrecher ...

Ausgerechnet an ihrem gemeinsamen Hochzeitstagstirbt Amelies (Margarita

Broich,r.) Mann Robertaneinem Herzinfarkt.Tochter Louise(MariaEhrich),die

ausBerlin zu Besuch kommt, findet stattFeiernden eine Reihe Trauernder

vor. UndAmelie selbstbraucht eine Weile,umzurückins Lebenzufinden,

wobeiPfarrerBenedikteine entscheidendeRolle zu spielen scheint. Keiner kann

so schöntrösten wieer. Dochdann findet Louise heraus, dassAmelie nichtdas

einzige Schafinder Herdeist,dem PfarrerBenedikts besondere Zuwndung zuteil

wird.Und dann hatLouisejaauch noch ein eigenesProblem,von dem noch keiner

weiß:sie istschwanger.„Chaos-Queens:Ehebrecher und andereUnschuldslämmer“

istder Auftakteiner Reihe vonKomödien-Vorlagender BestsellerautorinKerstin

Gier („Männer und andereKatastrophen“).

(Dtl./2018)

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ARTE, 20.15 UHR DOKUMENTATION

Foto: 3sat

Exklusiv für Abonnenten!

Wüste Zusätzlich Prinzenspiele–Der zur gedruckten Ausgabe: neue Golfkrieg

die Berliner Zeitung als E-Paper.

Innerhallb wenigerJahrehat sichindrei

Überallhin mitnehmen &mobil informiert bleiben arabischen Königreichen ein Generati-

vollzogen. An der Spitze stehen

Auf bis zu drei Geräten gleichzeitig lesenonswechsel

Zoomfunktion –höherer Lesekomfort nunjunge Fürsten, die sich gern als Modernisierer

inszenieren, dabei ein archaisches

Regime aufrechterhalten und einander in

MDR WDR Gleich anrufen und Angebot bestellen: einem bizarrenEgo-Kriegzuüberbieten versuchen:

Derkatarische Emir Tamim Al Tha-

Arte

(030) 240025 ni, der die Fußball-WM ins Land holte,der

berliner-zeitung.de/vorteil saudische Kronprinz MohammedBen Sal-

*bei bestehendem Printabonnement (Mo. –Sa.) nur

4,99 €statt 29,99 €. Ihnen steht ein gesetzliches

Widerrufsrecht zu. Alle Informationen über dieses Recht

und die Widerrufsbelehrung fnden Sie unter

www.berliner-zeitung.de/widerruf

Berliner Verlag, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

8

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9 2 4

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MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

1 5

7 9

7

8 6

man, der sich im Jemen als Kriegsherrversucht,

UndMohammedBen Zayed, der die

Vereinigten Arabischen Emiratezur größten

Militärmachtder Region aufrüstet.

(Frk./2019)

Foto: Arte

8 4

3 8

2 7

SUDOKU

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AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 1.7.2019

MITTEL mittel

5 2 8 6 4 1 7 3 9

7 9 6 2 3 5 4 1 8

3 1 4 7 9 8 2 5 6

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8 3 1 9 7 2 5 6 4

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM 1.

1.7.2019

7. 2019

SCHWER schwer

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6 9 2 1 7 5 4 3 8

3 1 5 4 2 8 9 6 7

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7 2 9 6 8 4 1 5 3

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9 8 6 7 1 2 3 4 5

1 4 3 8 5 6 2 7 9

2 5 7 9 4 3 8 1 6

5.30 Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb. zuhause

in berlin &brandenburg 7.20 Brisant 8.00

Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 In aller

Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft 10.30

Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin

Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10 Verrückt

nach Meer 14.00 Lecker aufs Land (3) 14.45

Traumhäuser 15.15 Expedition in die Heimat

16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Bilderbuch

Berlin-Neukölln

Reportagereihe

21.00 Bilderbuch

Kreuzberg.Reportagereihe

21.45 rbb24

22.00 „Wie soll ich sagen ...?”

22.45 „Wie soll ich sagen ...?”

23.30 Die Stadt und die Macht

Klartext. Krimiserie

0.20 Tiger Girl –Die Serie Dramaserie

0.40 Tiger Girl –Die Serie Dramaserie

1.00 Brandenburg aktuell /Abendschau

ProSieben

8.35 The Middle 9.30 Fresh off the Boat

10.25 Mike &Molly 10.45 How IMet Your Mother

11.40 2Broke Girls. Can-Drew Andrew/2

Broke Girls: The Movie. Comedyserie 12.30

Mom. Gefahr im Verzug.Comedyserie 12.55

Twoand aHalf Men. Eine Leiche zur Hochzeit/

Allein, inkontinent und ungeliebt/Die Mutterfigur.Comedyserie

14.20 The Middle. Der Kaffee-Alarm/Der

Tisch. Comedyserie 15.15 The

Big Bang Theory. Die Geschenk-Hypothese/

Monte der Roboter/Der Freundschafts-Algorithmus/In

der Kreditklemme. Comedyserie 17.00

taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Enter the Matrix/Durch Diggs und dünn. Zeichentrickserie

19.05 Galileo

20.15 Big Countdown

Die 50 größten Erfolgsgeschichten

Moderation: Annemarie Carpendale

Die Moderatorin widmet sich der Karriere

vonAmy Winehouse, sowie einer

grimmig dreinschauenden Katze.

22.30 Die Simpsons Alles Schwindel

23.00 Die Simpsons Neutronenkrieg und

Halloween

23.30 Die Simpsons Homer und der Revolver

0.00 Die Simpsons Bart ist mein Superstar

0.25 Big Countdown

Die 50 größten Erfolgsgeschichten

15.45 Grenzenloses Frankreich 16.40 (für HG)

Xenius 17.10 Magische Orte in aller Welt

17.40 Mexiko –Die Wächter des Waldes 18.30

Tierisch urban 19.20 Arte Journal 19.40 (für

HG) Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15

Wüste Prinzenspiele –Der neue Golfkrieg

21.15 Algerien: Ein Land erwacht 22.10 Mossul,

nach der Schlacht 23.10 Der Minenräumer

von Mossul. Dokumentarfilm,S2018

0.35 Arte Journal 0.55 Die Frauen der Terrormiliz

1.50 Das Mädchen ohne Hände. Animationsfilm,

F2016

3Sat

14.00 KwaZulu-Natal 14.45 (für HG) Universum

15.30 (für HG) Universum 16.15 (für HG)

Universum 17.00 (für HG) Universum 17.45

Universum 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Chaos-Queens: Ehebrecher

und andere Unschuldslämmer. TV-Komödie, D

2018 21.45 kinokino 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Der Einsiedler 23.15 Anders wohnen

0.05 Reporter 0.25 10vor10 0.55 Der große

Schamane –Heilkunst inder Kalahari 1.40

KwaZulu-Natal 2.25 (für HG) Universum

Phoenix

16.30 Kicken für die Karriere –Stivi und Mehmet

geben alles 16.45 Die Weltmeisterinnen –

Als Bergisch Gladbach Geschichte schrieb

17.30 phoenix der tag 18.00 Re: 18.30 Metropolen

von unten 19.15 ZDF-History 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Der Südwesten von

oben 21.00 NRW von unten 21.45 Wir müssen

reden! Kein Fleisch, keine Flüge, kein Auto

mehr – wie retten wir das Klima? 22.15

phoenix runde 23.00 phoenix der tag 0.00

phoenix runde 0.45 Der Südwesten von oben

1.30 NRW von unten 2.15 ZDF-History

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Mirette ermittelt 16.50

(für HG) Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer des

jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.15

Sam 18.35 Beccas Bande –Mit Mut wird alles

gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Lassie

19.25 (für HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für

HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live 20.10

Club der magischen Dinge

Dmax

12.15 A2 –Abenteuer Autobahn 13.15 Yukon

Men –Überleben in Alaska 14.15 Das Survival-Duo:

Zwei Männer,ein Ziel 15.15 Lone Star

Law –Die Gesetzeshüter von Texas 16.15

Highway Cops 16.45 Highway Cops 17.15

Fast 'N' Loud 18.15 Fast 'N' Loud 19.15 A8 –

AbenteuerAutobahn 20.15 Steel Buddies –

Stahlharte Geschäfte 21.15 112: Feuerwehr

im Einsatz 22.15 Made to Defend –Fregatte

im Einsatz 23.15 Dein bestes Stück –Gebracht,

gemacht 0.15 Im Angesicht des Feuers

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Quarks 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Mythen um Tüten –

Die WahrheitüberVerpackungsmüll 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 45 Min 20.00

Tagesschau 20.15 Hartaber fair 21.32 Wahre

Größe –Alltag vonkleinwüchsigenMenschen

22.00 Marktcheck 22.45 Die Tagesschau vor 20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 FAKT 0.00 Umschau

0.45 Schätze der Welt 1.00 Nachtmagazin

1.20 Camping in derStadt 1.50 Brandenburgaktuell

2.20 Thüringen Journal 2.50 Extra 3.02 SWR

Landesschau Rheinland-Pfalz 3.47 Extra

ONE

7.15 Utta Danella:Prager Geheimnis. TV-Liebesdrama,

D2012 8.45 Alfredissimo! 9.15 Brisant

9.55 Dawson's Creek 10.40 Dawson's Creek

11.25 Lindenstraße 11.55 Sturmder Liebe 12.40

Sturmder Liebe 13.30 Um Himmels Willen 14.20

Das bisschen Haushalt. TV-Komödie, D2003

15.50 Dawson'sCreek 16.35 Dawson's Creek

17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei 18.40

Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15

Doctor Who 21.00 Doctor Who 21.45 Hustle–Unehrlich

währtamlängsten 22.35 Torchwood

23.35 Doctor Who 0.20 Doctor Who 1.05 Hustle–

Unehrlich währtamlängsten 1.55 Torchwood

2.55 Zapp 3.25 Die Kanzlei 4.15 Lindenstraße

ZDF NEO

8.30 Lafer! Lichter! Lecker! 9.15 Baresfür Rares

10.05 Bares für Rares 11.00 kaputt und ...zugenäht!

11.45 Die Rettungsflieger 12.30 Die Rettungsflieger

13.15 Monk 14.00 Monk 14.35 Kommissar

Stolberg 15.35 Die Rettungsflieger 16.20

Die Rettungsflieger 17.10 Monk 17.50 Monk

18.30 Baresfür Rares 19.20 Bares für Rares

20.15 München Mord. TV-Kriminalfilm,D2019

21.45 Du bist nicht allein. TV-Thriller,D2018

23.15 Tanken –mehr alsSuper 23.40 Tanken –

mehr alsSuper 0.10 Hanna Svensson –Blutsbande

1.10 Hanna Svensson –Blutsbande 2.05

ID:A –Frau ohne Vergangenheit. Thriller,DK2011

3.45 TerraX4.30 TerraX

ZDF INFO

12.45 Dirty Fashion –Die Geheimnisse der Modeindustrie

13.30 (für HG) Die großen Irrtümer der

Globalisierung –Handel, Kriege, Flüchtlinge 14.15

Ausgebeutet und misshandelt –Großbritanniens

neue Sklaven 15.00 Das vergessene Amerika –

Eine Stadt kämpftums Überleben 15.45 Blutige

Reifen. Dokumentarfilm,USA 2014 17.00 Jagd

auf Öltanker –Piraten am Horn von Afrika 17.45

Pokerums Öl 18.45 Ursprung derTechnik 19.30

Hightech derAntike 20.15 (für HG) Sturm über

Europa 21.45 ZDF-History 22.30 Gladiatoren –

Kampfmaschinen derAntike 23.15 (für HG) Sturm

über Europa 0.45 (für HG) heute-journal 1.15 (für

HG) Arme Stadt, reiche Stadt

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Morgenlandfestival Osnabrück Mit Werken

vonAzmeh, Jabri, El-Khoury, Alyamani, Rafea,

ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik-Werkstatt Vom Krieg gezeichnet: Beethovens

Streichquartett op. 95, ca. 56 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Chormusik,ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (30/34). Es

liest Iris Berben, ca.30Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (30/34),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Sprechstunde Herpes-Infektionen und Gürtelrose.

Gast: Prof. Dr.med.Hartmut Hengel

(Ärztlicher Direktor des Instituts für Virologie,

Universitätsklinikum Freiburg).Mit Martin Winkelheide,

ca. 80 Minuten

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature „Verstehst du Sesshafter mich

Jenischen?” Von einem Volk der „Fahrenden”.

VonViktoria Balon, ca.45Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Plötzlich wuchsen Schorsch Brüste.

Medikamententests an Männern mit geistiger

Behinderung.Mit Robert Glatzeder,Mirko Böttcher,Joachim

Schönfeld, Ilka Teichmüller. Von

Charly Kowalczyk, ca. 57 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Märkische Wandlungen Oderbruch Museum

Altranft. Werkstatt für ländliche Kultur und ein

ganz besonderes Museum. Von Gudrun Ruthenberg,ca.

56 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musikszene Nippon Sounds. Japans Musikszene

von Improvisation bis Idol Pop,

ca. 45 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Christina Bjordal. Mit Lothar Jänichen,

ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Worldwide Harmonica.

Mit Peter Rixen, ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazz live Petros Klampanis Trio (2/2). Mit Petros

Klampanis (Kontrabass, Stimme, Elektronik),

Kristjan Randalu (Piano), Bodek Janke

(Schlagzeug,Perkussion)., ca.55Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 150 · D ienstag, 2. Juli 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Nikolaj Coster-Waldau,dänischer

Schauspieler und als solcher bekannt

in der Rolle der alten Ekelbacke

Jaime Lannister („Game of Thrones“)

steht jederzeit für Selfies mit

den Fans bereit, allerdings nicht allerorts.Sowurde

der Schauspieler

(48) unlängst bei einer Comicmesse

in Köln voneinem Fanauf dem Stillen

Örtchen um ein Foto gebeten.

Kein Problem, doch für das Bild sei er

dann doch lieber vordie Tür gegangen,

so der Däne,der sich auf der

Messe den Fragen der Fans stellte.

Gelassen blieb Coster-Waldau auch

bei der Kritik zum Abschluss der unglaublich

erfolgreichen Fantasy-Serie,

dieser sei einfach „unvermeidbar“

gewesen.

Megan Rapinoe will lieber das Repräsentantenhaus

als das Weiße Haus

besuchen. Dieamerikanische Fußballerin,

die eine Einladung ins Kapitol

angenommen hatte,hat den Präsidenten

ihres Landes mit der Bemerkung

verärgert, nach der

Frauen-Fußball-WM einen Besuch

in dessen Amtssitz zu boykottieren.

Derließ sich wie gewohnt nicht lumpen

und antwortete spitz via Twitter,

Rapinoe (33) solle „erst mal gewinnen“,

bevor sie rede.Trump mal wieder

ganz der Gentleman. Recht hat er

an dieser Stelle allerdings.

Theresa May hat bei ihrem vorerst

letzten EU-Gipfel

Zeit für das Wesentliche gefunden:

Cricket. Via

Schwazubude Twitter veröffentlichte

sie ein Foto,

auf dem sie sich während

des Brüsseler

Gipfels ein Match auf

einem Laptop anschaut.

Mayjubelte,

dass sie endlich Zeit

für das „phantastische

Spiel“ zwischen

der englischen

Mannschaft

und Indien bei der Cricket-Weltmeisterschaft

finde. (mpw./mit

dpa/AFP)

Sie liebt Cricket und nun hat

sie auch Zeit, ihren Sportintensiv

zu verfolgen. AP/F. AUGSTEIN

TIERE

Ach, gäbe es doch nur jeden Tageine

köstliche Eistorte. DPA/H.-C. DITTRICH

Ein Pinselohrschwein möchte man

sein –das mögen Siedenken beim

Anblick dieses Bildes und den aktuellen

Temperaturen, die am Wochenende

den vorläufigen Sommersiedepunkt

in der deutschen

Hauptstadt erreichten. DasPinselohrschwein

im ZooHannoverindes

wurde mit einer Gemüseeistorte verwöhnt

und schleckte sich an dieser

in angenehmereTemperaturgefilde.

Gefühlt jedenfalls.Doch die Temperaturen

sind kein Problem für das

Tier,denn es stammt ursprünglich

aus dem westlichen und zentralen

Afrika, wo es bekanntlich auch

schon mal wärmer wird. DasSäugetier

ist nicht wählerisch in Bezug auf

seinen Lebensraum, so wirdesihm

im Gehege in Hannoverwohl auch

einigermaßen zusagen. Beider Verpflegung!

(mpw.)

Der Rauch vermittelt eine ungefähre Dimension des FeuersinMecklenburg-Vorpommern- Man kann ihn bis nach Sachen riechen.

Flammendes Inferno

Beim schwersten Brand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns ist noch kein Ende in Sicht

VonGerald Kleine Wördemann,

Juliane Schultz, Frank Pfaff

Auf einem ehemaligen

Truppenübungsplatz

bei Lübtheen wütet der

wohl schlimmste Waldbrand

der Geschichte Mecklenburg-Vorpommern.

DerRauch ist

in Berlin und sogar noch in Sachsen

zu riechen. Bis zum Abend

dehnte sich das Feuer laut Einsatzstab

bis auf eine Fläche von

470 Hektar (4,7 Quadratkilometer)

auf dem etwa 6000 Hektar großen

früheren Militärgelände aus.Das Gelände

sei hochgradig mit Munition

belastet, was die Löscharbeiten erheblich

erschwere, sagt Mecklenburg-Vorpommerns

Umweltminister

Till Backhaus (SPD)

Warnung an Schaulustige

„Die Sicherheit von Leib und Leben

hat jetzt oberste Priorität“, sagt

Backhaus. Die Feuerwehrleute dürfen

sich aus Sicherheitsgründen

dem Brandgebiet nur bis auf 1000

Meter nähern. Mit Hilfe von Löschpanzern

und Löschhubschraubern

werde versucht, das vom Wind immer

wieder angefachte Feuer einzudämmen.

Die Flammen hätten sich

vor allem am Boden ausgebreitet,

vereinzelt aber auch Baumkronen

erreicht. Backhaus und auch Innenminister

Lorenz Caffier (CDU) warnten

Schaulustige dringend davor,

sich dem Brandgebiet zu nähern. „In

diesem Gebiet hat niemand etwas zu

suchen. Dort besteht höchste Lebensgefahr“,

sagte Backhaus.

Nach Angaben von Landrat Stefan

Sternberg (SPD) wurden in der

Nacht und am Morgen drei Ortschaften,

die an den Brandherd grenzen,

vorsorglich evakuiert. Dabei handele

es sich um Alt Jabel, Jessenitz-Werk

und Trebs.Betroffen seien insgesamt

650 Menschen, die zumeist bei Verwandten

und Bekannten untergekommen

seien oder in der Turnhalle

vonLübtheen. Zudem sei ein Ferienlager

mit 100 Kindern geräumt worden.

Die Kinder seien bei ihren Familien

in Sicherheit.

„Die Lage ist weiterhin angespannt.

Es geht im Moment nicht um

das Löschen des Brandes.Esgeht um

die Sicherung der Ortschaften, um

Leib und Leben“, sagte Sternberg,

der schon am Sonntagabend Katastrophenalarm

ausgelöst hatte.Weitere

Evakuierungen seien nicht aus-

Betroffen sind rund

4,7 Quadratkilometer auf einem

früheren Truppenübungsplatz

bei Lübtheen

rund 50 Kilometer südwestlich

vonSchwerin. Das Gelände

soll hochgradig mit

Munition belastet sein.

Schleswig-

Holstein

Hamburg

Niedersachsen

50 km

Lübtheen

geschlossen. Ein in der Nähe des

Brandes befindliches Werk für Deodorants

habe aus Sicherheitsgründen

die Produktion eingestellt, die

Gasleitungen dorthin seien abgeriegelt

worden. Direkt am Brandherd

liegt ein Zerlegungsbetrieb des Munitionsbergungsdienstes,der

besonders

vor dem Feuer geschützt wird.

„Wir haben alle Maßnahmen getroffen,

um das zu sichern. Aber das ist

natürlich eine zusätzliche, erhebliche

Belastung“, erklärte Caffier.

500 Meter vom Wald entfernt

steht Bernd Rathje im Garten seiner

Nachbarin und streckt die

Arme gen Himmel: „Ich habe den

Eindruck, dass die Kommunikation

nicht funktioniert“, sagt der

Rentner. „Gestern Abend war das

Feuer viel näher und es ist nichts

passiert“, sagt er. Und heute hat er

im Radio gehört, dass nun evakuiert

werde. Gepackt hat der Rentner

noch nichts.„Wassoll ich denn

auf die Schnelle mitnehmen, außer

ein paar Papieren?“

FEUER UND URSACHE

Die Feuerwehrleute dürften

sich aus Sicherheitsgründen

dem Brandgebiet nur bis auf

1000 Meter nähern. Mit

Löschfahrzeugen wird versucht,

das vomWind immer

wieder angefachte Feuer einzudämmen.

Schwerin

Mecklenburg-

Vorpommern

DEUTSCHLAND

Sachsen-

Anhalt

Brandenburg

Nach offiziellenAngaben ist

dasFeuer das größte in der

Geschichte des Bundeslandes.

Als Ursache vermuten

dieBehörden Brandstiftung.

Denbisherigen Erkenntnissen

zufolgesoll dasFeuer an drei

Stellen ausgebrochen sein.

Berlin

Stettin

POLEN

BLZ/GALANTY

„Das hätte viel schneller gehen

können“, sagtein freiwilliger Feuerwehrmann,

der in dem 150-Seelen-

Ort Alt Jabel lebt. Schon am Vormittag

zog dichter Qualm um die

Häuser. Die Flammen waren nur

noch ein paar Hundert Meter vom

Ort entfernt. „Es gab trotzdem keinen

Einsatzbefehl. Es hieß, wir sollten

zu Hause bleiben und Fußball

gucken“, berichtet der 34-Jährige,

der seinen Namen nicht nennen

will. Natürlich habe sich er und

seine Kameraden nicht daran gehalten

und trotzdem schon mal die

Schläuche ausgerollt.

Erst am Abend rief der Landkreis

Alarm aus –und ließ den Ort evakuieren.

Am Montag stehen die Feuerwehrleute

von Alt Jabel 800 Meter

entfernt von ihren eigenen Häusern

hinter dem Ortseingangsschild und

pumpen Löschwasser aus einem

Waldschwimmbad in die Feuerwehrfahrzeuge.Alle

paar Minuten ist

an der Wasserentnahmestelle ein

dumpfer Knall zu hören. Der Wald

DPA/JENS BÜTTNER

war bis vorwenigen Jahren ein Truppenübungsgebiet

der Bundeswehr,

Panzergrenadiereaus Hagenownutzendas

Areal für Schießübungen, bis

zur Wende schoss hier die Nationale

Volksarmee der DDR. Der Wald ist

voller Munition, Schilder warnen vor

Lebensgefahr und dem Betreten.

Heute ist es ein Biosphärenreservat.

„Handfeuerwehr, Blendgranaten

und große Geschosse zur Panzerabwehr,hier

liegt alles“, sagt der Feuerwehrmann.

Das Problem sei schon

lange bekannt, aber keiner habe sich

um die Altlasten gekümmert–weder

die Bundeswehr,noch der Landkreis

oder das Land.

Laut Backhaus liegen auf dem

Gelände nicht nur Munition und

Granaten von Manövern, sondern

auch große Mengen an Sprengmitteln

aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Bei Lübtheen habe die Marine

ihr Munitions-Hauptlager unterhalten,

das 1945 gesprengt worden

sei. Dabei sei die Munition aber

nicht vollständig explodiert. Nach

Tests auf dem Gelände gehe man davon

aus, dass das betroffene Gebiet

hochgerechnet noch mit bis zu 45,5

Tonnen Munition verseucht sei. Das

sei auch der Grund, warum die Einsatzkräfte

einen Abstand von

1000 Metern einhalten müssten.

„Sie können sich vorstellen, dass uns

das handicapt bei den Bekämpfungsmaßnahmen,

wenn man dort

nicht reinfahren kann, nicht löschen

kann oder vonoben das Wasser reinbringen

kann“, sagte Backhaus.„Wir

brauchen jetzt eine Technologie

hierher, die in der Lage ist, dieses

Thema zu beherrschen. Wir im

Lande haben sie nicht“, sagte der Minister.

Vier Hubschrauber von Bundeswehr

und Bundespolizei beteiligten

sich an den Löscheinsätzen. Zudem

wurden zwei Bergepanzer der Bundeswehr

erwartet, die Schneisen

zum Schutz vor dem sich ausbreitenden

Feuer ziehen sollten. Auch

der Löschpanzer einer privaten

Firmawar weiterhin im Einsatz. Daneben

waren etwa 400 Einsatzkräfte

von Feuerwehren, Polizei, Katastrophenschutz,

Bundeswehr und Rettungsdiensten

in der Region Lübtheen.

Im Laufe des Vormittags hatte

sich das Feuer nach Angaben des

Landkreises nur geringfügig ausgedehnt.

„Die Lage ist nach wie vor

hochbrisant“, sagte ein Sprecher des

Landkreises.

Autofahrer retten Unfallopfer

vor Fahrzeugbrand auf A1

Nach einem Auffahrunfall auf der

Autobahn 1Richtung Hamburghaben

Autofahrer einen verletzten 24-

Jährigen aus dem Wrack seines gasbetriebenen

Wagens gezogen, ehe

das Auto in Flammen aufging. Da

auch der Handwerkerwagen, auf den

der junge Mann im morgendlichen

Berufsverkehr bei Hollenstedt aufgefahren

war,zweiGasflaschen geladen

hatte,sei die Feuerwehr mit fünf

Fahrzeugen angerückt, teilte die Polizei

am Montag mit. Diebeiden Autos

wurden vonden Flammen zerstört.

DerUnfallfahrer kam ins Krankenhaus,die

Handwerker kamen

mit dem Schrecken davon. (dpa)

Menschen widersetzen sich

Verbot von Gay-Pride-Parade

Dietürkische Polizei ist am Sonntag

in Istanbul mit Tränengas gegen Aktivisten

vorgegangen, die trotz eines

Verbots der Gay-Pride-Parade für die

Rechte vonHomosexuellen demonstrierthaben.

Tausende Menschen

versammelten sich in der

Nähe der zentralen Istiklal-Straße

und dem Taksimplatz, wo die Parade

eigentlich stattfinden sollte.Bereits

zum fünften MalinFolge war die

jährliche Gay-Pride-Parade vom

Gouverneur der Stadt abgesagt worden.

DiePolizei ließ jedoch Ansammlungen

in Nebenstraßen zu,

wo die Organisatoren der Istanbuler

LGBT-Bewegung eine Erklärung verlasen.

Anschließend setzte die PolizeiTränengas

ein, um die Teilnehmer

auseinanderzutreiben. (AFP)

Die Demonstranten versuchen vor dem

Tränengas zu fliehen. AP/LEFTERIS PITARAKIS

Planschbecken zu schwer –

Balkon stürzt ab

Unter dem Gewicht eines prall gefüllten

Planschbeckens ist ein Balkon

in Stuttgartzusammengebrochen,

mehrereMenschen wurden

verletzt. DasBecken mit einem

Durchmesser von3Meternund einer

Höhe von70Zentimeternwar

an einem der heißesten Tages des

Jahres auf dem Balkon im 1. Stock

des Hauses aufgestellt worden.

„Weil der Holzbalkon an der Seite

eingebrochen ist, auf der das Becken

stand, gehen wir davon aus,

dass das auch der Grund war“,

sagte eine Polizeisprecherin am

Montag. (dpa)

Millionengewinn für

Schleswig-Holsteiner

EinLottospieler aus Schleswig-Holstein

hat in der Lotterie Eurojackpot

1,644 Millionen Euro gewonnen.

DerSpieler aus dem Kreis Ostholstein

hatte bei der Ziehung alle fünf

Eurojackpot-Zahlen richtig und zusätzlich

eine der beiden Eurozahlen,

wie ein Sprecher vonNordwest-

Lotto am Montag sagte.Sein Einsatz

betrug gerade einmal 8,60 Euro.Es

ist der zweite Millionengewinn

beim Lotto in diesem Jahr in Schleswig-Holstein.

Im Aprilhatte ein

Spielteilnehmer in der Lotterie

GlücksSpirale 2,1 Millionen Euro

gewonnen. (dpa)


www.berliner-zeitung.de/sonderbeilagen

BERLIN BEWEGER

IMMOBILIEN UND PROJEKTENTWICKLUNG

BILDER: GETTYIMAGES/LEONTURA; BLUEJAYPHOTO

Berlin boomt

Die Metropole platzt aus allen Nähten.

Hält der Trend an? Ein Statusbericht.

Kieze im Wandel

Der Zuzug führt vielerorts zu einem

neuen Stadtbild, vor allem am Stadtrand.

Bauen im Bestand

Nachverdichtung als Chance –wie neue

Orte an alten Plätzen entstehen können.

Anzeigen-Sonderveröffentlichung Nr. 38|2.Juli 2019


BERLIN BEWEGER

Anzeigen-Sonderveröffentlichung |02. Juli 2019

Schlussmit

Boomtown

Berlin?

Die Immobilienpreise steigen kontinuierlich.

Experten bezweifeln, dass es so weitergeht.




























Grundsätzlich istdamit

zu rechnen, dassder

Zuzug nach Berlin anhält.

Dr.Peter Hettenbach

GF-institut





























In Schulzendorf entstehen exklusive

Immobilien nach KfW-55-Standard.

Mehr als Küchenträume

Gute Handwerkerfinden?Dank RuderKüchenkönnensichdas Kunden nun sparen.

Stark in der Metropolregion

hit.-Unternehmensgruppe,Ihr Bauträgerund Projektentwicklerseitüber45Jahren

Das traditionsreiche Fachgeschäft Ruder Küchen

und Hausgeräte GmbH ist inBerlin anfünf Standorten

sowie in Hamburg und Köln vertreten und versteht

sich als Kompetenzzentrum für Wohnungsmieter,

Hauseigentümerund Bauherren. Seit Anfang desJahres

trumpft Ruder Küchen mit einer sinnvollen Sortimentserweiterung

auf. Das Fachgeschäft

bietet seinen Kunden

nun auch die professionelle

Planung und Umsetzung

von Wohnzimmer, Bad, Flur

und Hauswirtschaftsraum

an. Schließlich ergibt es Sinn,

nicht nur bei Küchenmöbeln

auf höchste Qualität zuachten. Und Handwerkertermine

zu bekommen, ist schon seit Langem nicht mehr so

einfach. Da liegt es auf der Hand, dass Kunden gern alle

wichtigen Wohnraumfrageninerfahrene Hände geben.

Ruder Küchen ist ein solcher Partner, der neben dem

Anspruch an das Design der Küche auch alle anderen

Faktoren im Blick behält ‒ zum Beispiel die Vernetzung

von Geräten. Viele Hersteller machen inzwischen

mit Hightech inder Küche auf sich aufmerksam. Miele,

Bosch oder Siemens kommen mit Hausgeräten auf

„Seit Jahresbeginn plant Ruder Küchen

und Hausgeräte nun auch Wohnzimmer,Bäder,

Flure und Hauswirtschaftsräume für Kunden.

den Markt, die über sogenannte Touchscreens intuitiv

per Fingerdruck bedient werden können. So kann etwa

die Temperatur imBackofen auf das Grad genau eingestellt

werden. Und von unterwegs wird mit dem Smartphone

kontrolliert, welche Lebensmittel sich noch im

Kühlschrank befinden. Der digitale Einkaufszettel ist

keine Zukunftsmusik mehr,

er erobert immer mehr den

Alltag und erleichtert das

Leben. Einige Hersteller liefern

inzwischen Systeme, die

nichtnur dieRezeptvorschläge

präsentieren, sondern direkt

dazu die passende Einkaufsliste

und das Geschäft, welches diese nach Hause

liefert. Wermehrdarüber wissen möchte,kannsich zum

Kochevent bei Ruder Küchen anmelden und sich ausführlich

informieren.

Ruder Küchen berät individuell inwirklich jeder Preisklasse.

Servicewirdgroßgeschrieben, dieTÜV-Zertifizierung

für Servicequalität von der Planung bis zur Montage

und gut ausgebildete Planer, die auf Wunsch auch

vor Ort eine Küche oder die weiteren Räume planen,

runden das Angebotab.

Schulzendorf ‒Stadt der1.000 Gärten

Umgeben von ökologisch wertvoller Landschaft der Dahme-Seenregion

entsteht an der Ernst-Thälmann-Straße

das Wohnquartier „Ritterschlag“ auf einem Gesamtareal

mit einer Fläche von ca. 67.000 m². Insgesamt 58 Ensemblehäuser,

112Doppelhaushälften und vier Einfamilienhäuser

nach KfW-55-Standard realisiert die hit. in den

nächsten Jahren.Die Grundstücksgrößen variieren vonca.

152m²bis ca. 692 m² und beherbergen zukünftig Häuser

mitWohnflächenvon ca. 84 m² bisca. 148m².

ZurkomfortablenAusstattung gehören Fußbodenheizung,

Rollläden, zwei Stellplätzepro Einheit, Barrierefreiheitinausgewählten

Objekten und viele weitere Annehmlichkeiten.

Die ersten Häuser werden bereits Ende 2019/Anfang 2020

bezugsfertig sein. Sieben Ensemblehäuser und 22 Doppelhaushälften

stehen exklusiv für Kapitalanleger zur

Verfügung. Sie bieten eine vermietbare Wohnfläche von

ca.3.885 m²,eineangenommene Mieteinnahmefür 29 Einheiten

in Höhe von 489.510 Euro p. a. bei einem Kaufpreis

inklusive 58 Pkw-Stellplätzen in Höhevon 10.962.700 Euro.

Zernsdorf‒wohnen, wo andere Urlaub machen

Auf dem Gelände des ehemaligen Betonwerks ander

Karl-Marx-Straße entsteht das „Quartier Seeblick“. Das

überwiegend nach Süden ausgerichtete Grundstück

überzeugtmit seiner traumhaftenWasserlage am Krüpelsee.17Ensemblehäuserund

22 Doppelhaushälften

werden mit Wohnflächen von ca. 90 m²bis 148 m²

verteilt auf dreibis sechs Zimmer realisiert.

Die hohe Wohnqualität ist unter anderem der Fußbodenheizung,Rollläden,

einemStellplatz undBarrierefreiheit

in den ausgewählten Objekten zuverdanken. Auch

für diesesProjekt istdie Fertigstellungfür 2020 geplant.

Hoppegarten‒Rennbahngemeinde im Erpetal

Inmitten einerwunderschönenWaldfläche entstehenzwei

Mehrfamilienhäuser in nahezu direkter Nachbarschaft der

Niederungen des „Neuenhagener Mühlenfließes“ und der

dortansässigen„MEDIAN Klinik Hoppegarten“, infußläufigerNäheder

Galopprennbahn.

Es werden 33 Eigentumswohnungen nach KfW-

55-Standard mit Wohnflächen von ca. 52 m² bis 81m²

errichtet, die sich auf jeweils zwei bis drei Zimmer

verteilen. Die Wohnungen zeichnen sich durch Fußbodenheizung,

Personenaufzug, Videogegensprechanlage,

Stellplatz und vieles mehr aus. Fertiggestellt

werden sie voraussichtlich 2020.

Ruder Küchen und Hausgeräte GmbH |Pfarrstraße 124 |10317 Berlin |

(030) 55 77 26 15 | zentrale@m-ruder.de | www.m-ruder.de

Hanseatische Immobilien Treuhand |Ahornstraße 16 |14163 Berlin |

(030) 2509250-0402 |pb-berlin@hit-immobilien.de | www.hit-immobilien.de


Immobilien und Projektentwicklung

02 /

03

BILD: GETTYIMAGES/MICHAELA BECHINIE

































Wenn die Zinsen steigen,

werden die Preisestagnieren

oder sogarsinken.

René Bernhardt

Makler,Bernhardt &Wiesner































Mechthild Henneke

Impressum

Berliner Verlag GmbH

Geschäftsführer: Jens Kauerauf

Vermarktung und Umsetzung:

BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien)

Geschäftsführer: Andree Fritsche

Projektleitung: Anica Böhme

Kontakt: berlin.rundertisch@dumont.de

Verlag: Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Anzeigen: Postfach 02 12 84, 10124 Berlin

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,

Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin

Konzeption, Redaktion und Layout:

mdsCreative GmbH

Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Geschäftsführer: Klaus Bartels

Projektverantwortung: Nadine Kirsch

Berlin bleibt attraktiv

Hauptstadtfaktor: Obwohl die Immobilienpreise zuletzt deutlich

zulegten, bleibt Berlin für Investoren wie Bewohner anhaltend attraktiv.






















































QUELLE: KNIGHT FRANK GLOBAL RESIDENTIAL CITIES INDEX












FürProjekte, die Wohnraum schaffen

Sie suchen die passende Finanzierung für Bau, Sanierung oder Modernisierung

IhrerImmobilie? Wir haben sie.Kompetent, zuverlässig und mit dem Ziel,

IhrBauvorhaben erfolgreich zu gestalten. Sprechen Sie mit uns!

Hotline Immobilienförderung: 030 /2125-2662

ibb.de/vermieter_investoren


BERLIN BEWEGER

Anzeigen-Sonderveröffentlichung |02. Juli 2019

Wandel nach

Stadtteilen

Mitunter scheint es so, als sei die Haupstadt schon

völlig zugebaut. Doch in vielen Vierteln tut sich was.

Bild: Ziegert BANK- UNd immoBilieNcoNSUltiNg
















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Effizienter

Klimatechnik

gehört die

Zukunft

WieGebäude zu Leuchttürmen der

Energiewende werden können.

Über Klimaschutz wird zurzeit viel diskutiert. Er ist

fürdie Deutschendas derzeitwichtigsteund drängendste

Problem, wie eine Umfrage der Forschungsgruppe

Wahlen Anfang Juni ergab. Bestandsgebäude

habenerheblicheCO 2

-Einsparpotenziale. Durchdachte

Energiekonzepte machen Bestandsimmobilien zukunftssicher

und verwandeln sie in Vorzeigeobjekte.

Eingutes Beispiel:der Steglitzer Kreisel.

„ Intelligente Energiekonzepte

setzen auf eine dezentrale und

vernetzte Versorgung. So lassen

sich die Potenziale, die in jedem

Quartier stecken, optimal und

kosteneffizient nutzen.

Gunnar Wilhelm, Geschäftsführer

der GASAG Solution Plus

Viele Jahre stand der weithin sichtbare Büroturm leer.

Jetzt entwickelt die CG Netz-Werk GmbH, eine Kooperation

der CG-Gruppe und von GASAG Solution Plus,

die Immobilie zueinem Leuchtturmprojekt für praktizierten

Klimaschutz. Schon äußerlich verwandelt sich

das Gebäude grundlegend. Ausdem schlichtenZweckbau

wird ein eleganter, lichtdurchfluteter Wohntower,

derhöchste Berlins. Aber auch dieenergetische Versorgung

ist zukunftsweisend. Zwei Blockheizkraftwerke,

Zukunftsweisende energetische Versorgung für den

lichtdurchfluteten WohntowerSteglitzer Kreisel.

zwei Wärmepumpen, drei Kompressions- undzweiFotovoltaikanlagenauf

demDachund an derFassadedes

Parkhauses werden das Steglitzer Wahrzeichen künftig

mit nachhaltig erzeugter Energie versorgen. Der grüne

Stromaus denSolaranlagentreibtdie Kompressionsanlagen

und die beiden Wasser/Wasser-Wärmepumpen

an. Durch diese intelligente Kombination der verschiedenen

Energieerzeuger ist das Gebäude extrem klimaeffizient.

DieBilanz:über60Prozent wenigerCO 2

-Emissionen

gegenüber einer Fernwärmeversorgung. Und

die Besitzer und Mieter werden dauerhaft von niedrigenEnergiekostenprofitieren.

Um das Gebäude fit für die Verkehrswende zu machen,

sei Elektromobilität von Anfang an mitgedacht

und konzeptionell integriert worden, erläutert Daniel

Noltevon derGASAG SolutionPlusGmbH. „Damitsich

Elektromobilität durchsetzen kann, müssen möglichst

viele private Stellplätze mit Ladesäulen ausgestattet

werden. Denn Nutzer wollen ihr Fahrzeug indirekter

Nähe zur Wohnung aufladen“, sagt Nolte. Daneben

ist die Ladeinfrastruktur ein wichtiger Teil des Lastmanagements

imGebäude, denn inden Batterien der

Fahrzeuge wird der Strom aus den Blockheizkraftwerken

und Solarmodulen zwischengespeichert. 206 der

242 Tiefgaragenplätze werden deshalb über E-Ladepunkte

verfügen. Die GASAG bietet den Bewohnern

hierfürindividuelleMobilstromverträge an.

Im Wandel begriffen ist auch der Wohnpark Mariendorf.

Seit 2016 wurde die in den 1960er-Jahren erbaute

Siedlung der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag sozialverträglich

modernisiert und dabei zu einer „Smart

City“umgestaltet.Die GASAGSolutionPlussetzt fürdie

Siedlung mit 31 Gebäuden und rund 800 Wohnungen

ein ambitioniertes, dezentralesEnergiekonzeptum.

Modernste Blockheizkraftwerke und Gaskessel sowie

eine Power-to-Heat-Anlage versorgen die Haushalte

mitWärme undMieterstrom.Zusätzlich hatdie GASAG

Bild: bloomimages

Solution Plus jetzt Fotovoltaikanlagen installiert, die in

die energetisch sanierten Fassaden zweier Gebäude

integriert wurden. Die Häuser wurden sozusichtbaren

Zeichen der Energiewende. Ineinem nächsten Schritt

werden die Fotovoltaikanlagenanein Batteriespeichersystem

angeschlossen. Dort wird der selbst erzeugte

Stromzwischengespeichert, wenn mehr Stromerzeugt

wird als benötigt. Der Batteriespeicher sorgt so dafür,

dass der Strom aus dem Quartier weitgehend von den

Mieterinnen undMietern genutztwerdenkann.

Der CO 2

-Ausstoß der Siedlung wird durch ein Bündel

intelligent vernetzter Maßnahmen von jährlich 26,4

auf nur noch 9,7 Kilogramm pro Quadratmeter sinken.

Das bedeutet eine Reduktion von rund 70 Prozent.

Das intelligente Energiekonzept sichert zugleich die

Zukunftsfähigkeitdes gesamten Quartiersund bedeutet

einen hohen Wohnwert für die Mieterinnen und

Mieter.2017wurde das Projektmit demBerliner Klimaschutzpreisausgezeichnet.

GASAG | Henriette-Herz-Platz 4 | 10178 Berlin | (030) 7072 0000-0 | www.gasag.de | service@gasag.de


Immobilien &Projektentwicklung

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Bild: Ziegert BANK- UNd immoBilieNcoNSUltiNg gmBh



















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Treptow-Köpenick:

Hier gibt es noch große

Neubaupotenziale.

Till Johannes

Brühöfener-McCourt

Ziegert Immobilienconsulting
























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Ingrid Bäumer

Bilder: BAUWeNS/KSP JürgeN eNgel ArchiteKteN


IBB –

Partner beim

Wohnungsbau

BerlinsFörderbankunterstützt Investoren

über denWohnungsneubaufonds

Berlin wächst und die Stadt braucht dringend neue Wohnungen.

2018 wurden 16 706 (Vorjahr: 15 669) errichtet. Allein im Neubau entstanden

davon 14 463 Wohnungen, 12,9 Prozent mehr als 2017. Eine wesentliche

Rolle bei der Schaffung bezahlbarer Wohnungen spielt die Investitionsbank

Berlin (IBB). Mit ihren Programmen spricht sie Vermieter,

Investoren und Genossenschaften, aber auch selbst nutzende Wohneigentümer

an. Im Rahmen des „IBB-Wohnungsneubaufonds“ ist sie mit

der Umsetzung des landeseigenen Programms zur Förderung des Mietwohnungsbaus

betraut. Neben mietpreisgebundenen werden auch frei

finanzierte Wohnungen gefördert. Für beide Varianten werden Förder- und

Kreditmittel zur Gesamtfinanzierung eines Projektes zur Verfügung gestellt.

So leitet die IBB unter anderem Produkte der KfW wie etwa das Programm

„KfWEnergieeffizientBauen 153“ durch. ZurSchließung derGesamtfinanzierung

bietet siezudem das „IBB-Förderergänzungsdarlehen“ an.

BezahlbarenWohnraum schaffen. Um den Wohnungsbau weiter anzukurbeln

undvor allembezahlbarenWohnraum zu schaffen, habenLandund IBB

die Wohnungsbauförderung kontinuierlich verbessert. „Von allen in einem

Projekt, das einem städtebaulichen Vertrag unterliegt, errichteten Wohnungen

sollen 30Prozent mietpreisgebunden errichtet werden“, sagt Andreas

Tied,BereichsleiterImmobilien-und Stadtentwicklunginder IBB. In besonderenFällenkanndieser

Anteil sogarnochhöherausfallen.„DieseWohnungen

können durch öffentlicheBaudarlehenaus demIBB-Wohnungsneubaufonds

zu sehr attraktivenKonditionengefördert werden.Eswirdein Darlehen zu 0,0

Prozent Zinsen und einem volumenabhängigen Verwaltungskostenbeitrag

von 0,3 Prozent bis 0,6 Prozent für eine Laufzeit von 30Jahren herausgegeben.“Tiedzufolge

sollte derInvestorwenigstens20Prozentder Gesamtfinanzierungaus

Eigenkapital bestreiten.

Zwei Modelle. Generell stehen zwei Fördermodelle zur Verfügung. Modell 1

betrifft die Förderung mit öffentlichen Baudarlehen bis 91 000 Euro pro geförderter

Wohnung und maximal 1300 Euro pro Quadratmeter geförderter

Wohnfläche.„Aufden ausgezahltenBetragdes öffentlichen Baudarlehens wird

ein Tilgungszuschuss in Höhe von 25 Prozent gewährt“, soTied. „Die AnfangsmieteimFörderobjektbeträgtmonatlich

maximal6,50Europro Quadratmeter

Aus Plänen wirdWohnraum –bei der IBB sind

Vermieterund Investoren an der richtigen Adresse.

Wohnfläche. Modell 2betrifft die Förderung mit öffentlichen Baudarlehen bis

70 000 Euro progeförderter Wohnungund maximal 1000 Euro proQuadratmeter

geförderter Wohnfläche. Die Anfangsmieten betragen bei diesem Modell

anfänglich monatlich 8,00 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Dieses Modell

„ Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen,

haben das Land und die IBB die

Wohnungsbauförderung verbessert.

kann aber nur dann fürbis zu 20 Prozentder WohnungeninAnspruch genommen

werden, wenn für mindestens 30Prozent der insgesamt zuerrichtenden

Wohnungen öffentliche Baudarlehen nach Modell 1genutzt werden. Gedacht

ist es, um Mietwohnraum für Haushalte mit mittleren Einkommen zuschaffen.

„Bei beiden Modellen ist für den Bezug der Wohnung die Vorlage eines in

Berlin gültigen Wohnberechtigungsscheins (WBS) erforderlich“, erklärt der IBB-

Experte. „Generell soll mindestens ein Viertel der geförderten Wohnungen an

WBS-Inhaber mit besonderem Wohnbedarf vermietet werden.“ Wichtig: Damit

Vermieter undInvestorendie Mittelaus demIBB WohnungsneubaufondsinAnspruch

nehmen können, ist in einem ersten Schritt die Aufnahme in das Wohnungsneubauprogramm

bei der Programmleitstelle der Senatsverwaltung für

Stadtentwicklungund Wohnen zu beantragen.Nacherfolgter Aufnahme kann

dann derkonkreteAntragauf Förderungbei derIBB gestellt werden.

Förderung auch von Energiegutachten. Neben der wichtigen Förderung

des Mietwohnungsneubaus ist die IBB auch bei der Finanzierung

der energetischen Gebäudesanierung, dem altersgerechten Umbau von

Wohnraum und imEnergieberatungsbereich aktiv. Über ihre Tochter, die

IBB Business Team GmbH, fördert sie mit dem Projekt „ENEO“ Energiegutachten.

Als Kooperationspartner mit dabei ist die Berliner Energieagentur

(BEA). ENEO richtet sich an alle Eigentümer von Wohnimmobilien in Berlin

wieetwaprivate Vermieter,Investoren, Wohnungsgenossenschaftensowie

Wohnungsunternehmen. Mit Zuschüssen von bis zu 2000 Euro zu den Energieberatungskosten

wird die Erstellung von Energiegutachten durch ausgewählte

externe Energieberaterinnen und -berater gefördert. Eine kostenlose

individuelle Betreuung sowie Informationen zuden Sanierungsempfehlungenergänzendas

Angebot.

Bild: IBB

IBB | Investitionsbank Berlin Betreuung Immobilien-Großkunden | Bundesallee 210 | 10719 Berlin | 030 21 25 34 88 | immobilien@ibb.de | www.ibb.de


BERLIN BEWEGER

Anzeigen-Sonderveröffentlichung |02. Juli 2019

Eine neue

Zeit für Berlin

Berlins Immobilienmarkt steht vor großen Herausforderungen.

Knapp zwei Jahre nach dem Start der rot-rot-grünen Koalition zogen

Berlins Gestalter beim Runden Tisch des Berliner Verlags eine

Zwischenbilanz –und diskutierten über die drängendsten Probleme.

Dana Heidner















































































DerMietendeckel

soll nicht für die

Erstvermietung von

Neubauten gelten.















































































DIE TEILNEHMER DES

RUNDEN TISCHES

Mit dem Senatsbeschluss haben wir ein

Zeichen gegen eine Entwicklung gesetzt,

von der Mieter sich bedroht fühlen.

KATRIN LOMPSCHER, SENATORIN FÜR

STADTENTWICKLUNG UND WOHNEN

Umweltschutz bewegt die Menschen

auch beim Bauen. Das müssen

wir im Auge behalten.

MATTHIAS TRUNK,

VORSTANDSMITGLIED DER GASAG AG

Unsere Strategien sind ganz klar auf

Metropolen mit Wachstum und Nachfrage

an Immobilien eingestellt.

DR. STEFAN POPP, GESCHÄFTSFÜHRER DER

HANSEATISCHE IMMOBILIEN TREUHAND GMBH


06

/

07

BILDER: BENJAMIN PRITZKULEIT





47.700




15.900


Vertreter aus Immobilienbranche undWohnungswirtschaft

folgtender Einladung zurGesprächsrunde der Berliner Zeitung.



3.644.826










































DerMietendeckel

solle Mietern helfen,

aber Unternehmen

nicht verschrecken.






























































i

VERANSTALTUNGSREIHE „RUNDER TISCH“

Der „Runde Tisch“ des Berliner Verlags und

der Berliner Zeitung bringt regelmäßig Spitzenvertreter

wichtiger Wirtschaftszweige

aus der Region zusammen. Am „Runden

Tisch“ imBerlin Capital Club nahmen wichtige

Akteure und Entscheider teil, um über

Wege aus der Wohnungsknappheit und die

Zukunftder Hauptstadt zu diskutieren.




1.500.000






6,4%

Augenmaß ist nötig: Mieternhelfen

und die privaten Unternehmen

nicht verschrecken.

Der Mietendeckel begünstigt auch

Besserverdienende.Wir müssen uns um

die wirklich Bedürftigen kümmern.

Ich wünsche mir die Möglichkeit

eines Ausgleichs zwischen Wunsch

und Wirklichkeit.

Mehr Ausbildungsmöglichkeiten

sind notwendig,sowie auch mehr

Motivation in den Fachbetrieben.

DR. JÜRGEN ALLERKAMP, VORSTANDSVORSITZENDER

BEI DER INVESTITIONSBANK BERLIN (IBB)

INGO MALTER, GESCHÄFTSFÜHRER DER

STADT UND LAND WOHNBAUTEN-GESELLSCHAFT MBH

UTE SCHAEFER, LEITERIN KUNDENBETREUUNG UND

PROKURISTIN BEI DER BERLINER STADTREINIGUNG (BSR)

MARIO RUDER, GESCHÄFTSFÜHRENDER

GESELLSCHAFTER DER RUDER KÜCHEN

UND HAUSGERÄTE GMBH


BERLIN BEWEGER

Anzeigen-Sonderveröffentlichung |02. Juli 2019