Berliner Zeitung 03.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

Sie gibt Gas, sie will Spaß: WieSupercar Blondie zur Influencerin wurde – Seite 3

Dahlem –

mehr als nur

Depot

Seite 20

11°/20°

Mal Sonne, mal Wolken

Wetter Seite 2

Glücklich: Kapitänin

Rackete ist frei

Politik Seite 5

www.berliner-zeitung.de

WM-Halbfinale: Der Glanz

der Niederländerinnen

Sport Seite 17

Mittwoch, 3. Juli 2019 Nr.151 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Sie trauen sich: Zwei

wollen die SPD führen

Politik Seite 4

Tennis

Coco will

die Beste

werden

VonDoris Henkel

Man hätte sie für Mutter und

Tochter halten können, als sie

nach dem Spiel auf Wimbledons

Centre Court aufeinander zugingen.

Auf der einen Seite Venus Williams,

die ältereder legendären Schwestern

und mit 39 Jahren älteste Spielerin

des Turniers,links Cori Gauff, mit 15

Jahren und knapp vier Monaten die

jüngste. Miss Cori, die lieber Coco

genannt werden

möchte, streckte

die Hand aus

und nutzte die

besondere Gelegenheit,

um der

bewunderten

Gegnerin mitzuteilen,

was ihr

Cori Gauff hat Tennis-Legende

Venus

Williams besiegt.

sehr am Herzen

lag. Danke für alles,

was du für

diesen Sport getan

hast, sagte sie.

Es spricht einiges dafür, dass mit

diesem Handschlag am späten

Nachmittag des 1. Juli offensichtlich

wurde, was Fachleute schon länger

vermuten –dass die junge Amerikanerin

auf sehr ähnlichen Pfaden unterwegs

ist wie die berühmtesten

und erfolgreichsten Schwestern des

Sports, Serena und Venus Williams.

Die Eltern Gauff orientieren sich bei

vielen Entscheidungen am Beispiel

von„big daddy“ Williams, wobei für

die nächste und übernächste Generation

afroamerikanischer Spielerinnen

vieles leichter ist als damals für

den Pionier Richard Williams und

seine Töchter.

Cori Gauff, aufgewachsen in Atlanta

in Georgia und dann wegen besserer

Trainingsmöglichkeiten umgezogen

nach Delray Beach in Florida,

ist noch zu jung, um bei allen Turnieren

mitspielen zu dürfen, was ihr

nicht gefällt. Sie hat absolut kein

Problem damit, die Welt des Tennis

wissen zu lassen, wie sie sich die Sache

vorstellt. „Ich will die Beste werden“,

sagt sie. Das wollen viele, aber

entscheidend auf demWegzugroßen

Zielen ist ja oft die Kunst der kleinen

Schritte. Sowie die Einstellung, mit

der sie ins Spiel gegen ihr Idol auf dem

berühmtesten Tennisplatz der Welt

gegangen war. „Mein Traum war zu

gewinnen. Und das ist passiert. Ich

denke,dass sich die Leute einfach zu

viele Grenzen setzen.“

Im Moment gehörtsie noch nicht

zu den besten 200 Spielerinnen der

Welt, aber das könnte schon nach einem

weiteren Sieg inWimbledon der

Fall sein. Und auch das ist sicher

nicht mehr als eine Zwischenstation.

Sie hat keine Angst vor großen Worten,

aber sonst scheint sie ein herzerfrischend

normaler Teenager zu sein

–„definitiv ziemlich albern“ nach ihrer

eigenen Beschreibung. Unddefinitiv

gut beraten. Seit sie 13 ist, wird

sie von Roger Federers Management-Firma

Team8 betreut, und es

war ein vielsagendes Bild, als Federers

Manager und Partner bei Team8,

Tony Godsick, nach dem Sieg von

Cori Gauff gegen Venus Williams mit

breitestem Lächeln applaudierte.

Geschichtsstunde

Das Ernst-Thälmann-Denkmal soll erweitert werden –und historisch

eingeordnet. Das Land Berlin und der Bezirk Pankow suchen mit einem

Wettbewerb nach innovativen Konzepten. Berlin Seite 11

Müllers solidarisches Angebot

Senat beschließt die Berliner Alternative zu Hartz IV für jährlich bis zu 1000 Langzeitarbeitslose

VonMelanie Reinsch

Die Freude war dem Regierenden

Bürgermeister

Michael Müller (SPD)

durchaus anzusehen:

Sein Solidarisches Grundeinkommen,

gedacht als Alternative zu

Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat

beschlossen worden. Trotz Gegenwind,

Kritik und Bedenken ist der

Startschuss für das bundesweit einmalige

Modellprojekt nun gefallen.

Noch im Juli, so hofft man, sollen

erste Verträge abgeschlossen sein.

„Ich will nicht zugucken, dass

Menschen jahrelang von einer kurzfristigen

Maßnahme in eine andere

geschickt werden und am Ende doch

perspektivlos dastehen“, so Müller.

Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose

bekommen nun die

Chance, wieder eine unbefristete,

sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

zu finden. Angestellt

werden sie bei öffentlichen Verwaltungen

oder landeseigenen Unternehmen

und Trägern. DieBezahlung

erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn.

Das Projekt ist auf fünf

Jahre angelegt. Insgesamt kommen

rund 42 000 Menschen für das Solidarische

Grundeinkommen in

Frage. Esrichtet sich an Menschen,

die mindestens ein Jahr arbeitslos

waren und es höchstens seit drei Jahrensind.

Man könne mit dem Solidarischen

Grundeinkommen die Aufgaben,

die in der Stadt bewältigt werden

müssten, mit den Arbeitsuchenden

zusammenbringen, die eine

dauerhafte Beschäftigung suchen.

„Ich möchte ihnen ein gutes Angebot

machen“, sagte Müller. Gleichzeitig

betonte er, dass es immer erstes

Ziel sein müsse, Erwerbslose in

den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Das Solidarische Grundeinkommen

beginnt dann, wenn man

diesen Anschluss nicht gefunden

hat“, erklärte der Regierende Bürgermeister

weiter.

Damit reagiert Müller auf einen

der Kritikpunkte unter anderem aus

der Opposition oder auch von der

Industrie- und Handelskammer

(IHK), dass Arbeitslose zu früh dem

Arbeitsmarkt entzogen würden.

Zudem sollen die Beschäftigten

der neu geschaffenen Jobs innerhalb

der Laufzeit des Modells gecoacht

und weiterqualifiziert werden. Ziel

ist, dass sie sich entweder aus der Beschäftigung

heraus auf eine Stelle in

einem anderen Unternehmen bewerben

oder innerhalb des Unternehmens

in eine höhere Position

wechseln und damit nicht mehr das

Grundeinkommen beziehen. Zu Beginn

wird mit Arbeitgeber und Arbeitnehmer

eine Qualifizierungsmaßnahme

entwickelt. So haben die

Arbeitgeber fünf Jahre Zeit, die Bezieher

auf vakante Stellen im Unternehmen

vorzubereiten.

Auch die BVG wird ein Arbeitgeber

für das Solidarische Grundeinkommen

sein. Voraussichtlich 120

Jobs soll es dortgeben. DieTätigkeiten

reichen zudem von unterstützenden

Arbeiten in Schulen, im

Quartiersmanagement und in Kitas

über City-Lotsen, die im Nahverkehr

aushelfen, und Mobilitätshelfern bis

„Ich will nicht zugucken, dass Menschen

jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme

in eine anderegeschickt werden und am Ende

doch perspektivlos dastehen.“

Michael Müller (SPD),

Regierender Bürgermeister von Berlin

hin zu Jobs in der Umweltbildung

oder bei Wohnungsbaugesellschaften.

„Das sind alles Bereiche, die in

unserem Lebensalltag eine Rolle

spielen. Die Jobs sind zusätzliche“,

betonte Müller, „sie sollen niemandem

den Arbeitsplatz wegnehmen.“

Bis Ende 2020 sollen alle Jobs vergeben

sein. Nach Ablauf des Projektes,

also im Jahr 2025, verspricht das

Land eine Weiterbeschäftigung,

wenn die Bezieher bis dahin nicht

wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriertwerdenkonnten.

DasProjekt

wird fortlaufend von einem Beirat,

bestehend aus Gewerkschaften, Verbänden,

Senatsverwaltungen und der

Bundesagentur für Arbeit, begleitet.

Berlin lässt sich dieses Angebot

für Langzeitarbeitslose einiges kosten:

jährlich maximal 38,7 Millionen.

Im ersten Jahr, wenn noch nicht

1000 Menschen das Grundeinkommen

beziehen, rechnet man mit weniger,

genau wie im letzten Jahr,

wenn die Verträge wieder auslaufen.

Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil (SPD) hatte Müllers Alleingang

in Berlin eine Absage erteilt. Er

wollte das Modellprojekt nicht unterstützen.

Unter anderem, weil im

Januar das „Bundesteilhabechancengesetz“

in Kraft trat, das Langzeitarbeitslosen

ebenfalls den Wiedereinstieg

ins Berufsleben erleichtern

soll. Eine Voraussetzung dafür

ist, das man mindestens sechs Jahre

in den letzten sieben Jahren HartzIV

bezogen haben muss.

Müllers Ansatz mit einem Konzept,

das direkt beim Übergang zu

HartzIVgreift, kommt Heils Bundesgesetz

damit nicht in die Quere. Inwieweit

Heil und Müller in dieser Sache

vielleicht doch noch zusammenfinden,

hängt wohl maßgeblich vom

Erfolg in Berlin ab.

Mit dem sprachlich leicht zu verwechselnden

bedingungslosen

Grundeinkommen hat das Berliner

Modell nichts gemein. Am Dienstag

hat der Verein Mein Grundeinkommen

wieder monatliche Grundeinkommen

von1000 Euro verlost. Das

Geld kommt aus Spenden. Der Unterschied

ist schnell erklärt: Für das

bedingungslose Grundeinkommen

muss man nicht arbeiten, man bekommt

es einfach so.

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4

Gipfel schlägt

von der

Leyen vor

CDU-Politikerin soll Chefin

der EU-Kommission werden

B undesverteidigungsministerin

Ursula von der Leyen soll neue

EU-Kommissionspräsidentin werden.

DieEU-Staats- und Regierungschefs

nominierten die CDU-PolitikerinamDienstag

bei ihrem Sondergipfel

in Brüssel offiziell und durchbrachen

damit eine tagelange Blockade

bei der Besetzung von EU-Spitzenposten.

Bundeskanzlerin Angela

Merkel (CDU) musste sich allerdings

nach eigenen Worten enthalten, weil

die SPD nicht mitzog. Auch im EU-

Parlament, das vonder Leyenwählen

müsste,regte sichWiderspruch.

Vonder Leyen könnte, wenn sie

denn vom Parlament bestätigt wird,

die erste Frau an der Spitze der EU-

Kommission werden. Ihre Nominierung

ist eine große Überraschung

nach wochenlangem Postenstreit

seit der Europawahl. Merkel wollte

ursprünglich den Spitzenkandidaten

der Europäischen Volkspartei,

Manfred Weber, als Kommissionschef.

Als der CSU-Politiker vorallem

beim französischen Präsidenten

Emmanuel Macron auf Widerstand

stieß, stellte sich Merkel hinter den

Sozialdemokraten Frans Timmermans,

der aber vor allem in den osteuropäischen

Ländern nicht durchsetzbar

war.

Bei Verhandlungen am Sonntag

und Montag hatten sich die 28 EU-

Staaten gegenseitig blockiert. Deshalb

legte EU-Ratschef Donald Tusk

am Dienstag ein Kompromisspaket

vor. Neben von der Leyen als Kommissionschefin

waren darin vorgesehen

der liberale belgische Ministerpräsident

Charles Michel als Ratspräsident

und der spanische Außenminister

Josep Borrell als

Außenbeauftragter. Ein Sozialist soll

für zweieinhalb Jahre Präsident des

EU-Parlaments werden.Inder zweiten

Hälfte der Legislaturperiode

könnte EVP-Fraktionschef Weber

diesen Posten übernehmen. Weber

gab am Dienstagabend offiziell sein

Mandat als Spitzenkandidat der EVP

zurück und verzichtete damit auf das

Amt des Kommissionschefs.

Timmermans soll sein Amt als Vizepräsident

der EU-Kommission behalten.

Die französische Chefin des

Internationalen Währungsfonds,

Christine Lagarde, soll Präsidentin

der Europäischen Zentralbank werden.

(dpa) Politik Seite 4

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2* Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Tagesthema

Waldbrand

Die Flammen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz

Lübtheen haben sich auf mehr als 600 Hektar ausgebreitet.

Die Bundeswehr setzt jetzt schweres Gerät ein.

Die Feuerwalze

VonFrank Pfaff

Eine Satellitenaufnahme vom Montag zeigt den ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen und die darauf brennenden Wälder.

ESA/DPA/COPERNICUS

Der verheerende Waldbrand

auf dem ehemaligen

Truppenübungsplatz

bei Lübtheen in

Mecklenburg hat sich in der Nacht

zum Dienstag weiter ausgedehnt.

Dennoch schöpfen die Verantwortlichen

Zuversicht, das Feuer unter

Kontrolle bringen und schließlich löschen

zu können. „Wir gehen nun

von der Verteidigung auf Angriff

über“, sagte der Landrat des Kreises

Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg(SPD),

am Dienstag.

Dabei setzen die Löschkräfte auf

massive Hilfe der Bundeswehr, die

mit schwerer Technik anrückte und

sichereWege in das stark mit Munition

belastete Brandgebiet öffnen

soll. Wegen der Hitze kommt es dort

regelmäßig zu Detonationen alter

Munition, weshalb Löschtrupps bislang

nicht direkt in das Brandgebiet

vordringen konnten. Zur Unterstützung

der Feuerwehren, die vom

Rand her das Ausbreiten der Flammen

unterbinden, waren am Dienstag

erstmals auch Wasserwerfer der

Polizei im Einsatz.

780 Menschen in Notunterkünften

Am Montagabend war wegen der

ständig drehenden Winde Volzrade

als vierter Ort vorsorglich geräumt

worden. Doch seien all diese Dörfer

am Rande des Brandherdes,der sich

laut Sternberg amDienstag auf eine

Fläche von etwa 600 Hektar ausgeweitet

hatte, gesichert. Somit bestehe

vorerst keine Gefahr, dass das

Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern

Geesthacht Trebs

Lüneburg

10 km

Lübtheen

Jessenitz-Werk

Volzrade

evakuierte Dörfer

ehemaliger Truppenübungsplatz

Lübtheen

(Größe: 6000 Hektar)

Brennende Fläche

600 Hektar =6km 2

Alt Jabel

2km

B216

Feuer auf Gebäude übergreife.Zuvor

waren schon Alt Jabel, Jessenitz-

Werk und Trebs evakuiert worden.

Nach Angaben eines Sprechers sind

damit rund 780 Menschen von Evakuierungen

betroffen. Wie lange sie

noch in Notunterkünften oder bei

Verwandten ausharren müssen, war

noch unklar. Ministerpräsidentin

Manuela Schwesig (SPD) unterbrach

am Dienstag ihren Urlaub, umsich

am Abend ein Bild von der Lage vor

Ortzumachen.

A24

Dannenberg

Elbe

Schwerin

B5

B191

Stand 2.7., 12.00 Uhr

Ludwigslust

A14

Die Sicherung der Orte bleibe

auch weiterhin Priorität Nummer 1,

doch müsse mit Blick auf die Dauer

des Einsatzes auch die unmittelbare

Brandbekämpfung verstärkt werden,

hieß es.„Wir arbeiten hier mit

2500 Kräften über den Tag. Wie

lange wir das mit dem ehrenamtlichen

Potenzial noch aufrechterhalten

können, wissen wir nicht.

Darum geht jetzt alle Kraft in die

Richtung, dass wir so schnell wie

möglich löschen, löschen, löschen.

Waldbrandgefahr in Deutschland

sehr geringe

Gefahr

Stand 01.07.2019

Bremen

Niedersachsen

Nordrhein-

Westfalen

Schleswig-Holstein

Hessen

Hamburg

Das Feuer muss weg“, betonte

Sternberg. Der Brandgeruch war

auch in Berlin deutlich zu spüren.

Wie der Chef des Landeskommandos

Mecklenburg-Vorpommern,

Brigadegeneral Gerd Kropf,

sagte, wurden bei der Planung des

Räumpanzer-Einsatzes auch Bundeswehrangehörige

zurate gezogen,

die auf dem 2013 stillgelegten

Übungsplatz tätig waren. Mit deren

Hilfe seien früher befahrene Wege

ausfindig gemacht worden, die von

Thüringen

Mecklenburg-

Vorpommern

sehr hohe

Gefahr

Brandenburg

Berlin

Sachsen

BLZ/GALANTY; QUELLE: AFP, DWD, DPA

dichtem Buschwerk befreit würden.

„Ziel ist es, bis Mittwochmorgen so

viele Schneisen zu schaffen, dass die

Einsatzleitung der Feuerwehr entscheiden

kann, wie und wo ihre

Kräfte eingesetzt werden“, sagte

Kropf.

Während am Boden die Vorbereitungen

für den großen Löschangriff

liefen, setzten die Löschhubschrauber

ihreEinsätzefortund ließen unablässig

Wasser über dem Brandgebiet

ab. Die Zahl der Helikopter war

am Dienstag von vier auf sechs erhöht

worden. Der Feuerwehrverband

forderte eine bessere Ausrüstung

der Wehren. „Es wäregut, wenn

wir in Deutschland zehn weitere

Hubschrauber mit der Möglichkeit

hätten, Außenlastbehälter zu transportieren“,

sagte Verbandsvizepräsident

Karl-Heinz Knorr.

Nach den Worten von Innenminister

Lorenz Caffier (CDU) sind insgesamt

zwölf Wasserwerfer der Polizei

imEinsatz, die teils auch aus anderen

Bundesländern stammten. Er

machte ebenso wie sein Kabinettskollege,

Umweltminister Till Backhaus

(SPD), erneut deutlich, dass

mittelfristig Verbesserungen beim

Brandschutz auf munitionsbelasteten

Flächen notwendig sind und sie

dabei in erster Linie den Bund in der

Pflicht sehen. Es müssten Lösungen

gefunden werden, wie man in ganz

Deutschland solchen Katastrophen

begegnet, technisch und personell.

Verdacht der Brandstiftung

Unterdessen verdichteten sich die

Hinweise, dass das verheerende

Feuer auf dem Truppenübungsplatz

mit großerWahrscheinlichkeit gelegt

wurde. „Es verhärtet sich der Verdacht,

dass es sich um Brandstiftung

handelt“, sagte Sternberg (SPD). Befragungen

würden laufen. Ob es bereits

Verdächtige gibt, sagte Sternbergnicht.

Am Montag hatte die Polizei

einen Zeugenaufruf gestartet,

um verdächtige Beobachtungen zu

melden. (dpa)

Badeparadies

mitEigenanreise

Z. B. STRANDBAD

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berlinerbaeder.de|

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BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute können sehr lokal Regenschauer niedergehen. Wolken und Sonne

wechseln sich ab. Dabei werden 19 bis 21Grad anvisiert, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus nordwestlichen Richtungen. In der Nacht

kühlt es bis auf 7Grad ab. Dazu ist der Himmel wechselnd bewölkt, vielerorts

zeigen sich auch die Sterne.

Biowetter: Stoffwechsel und Durchblutung

laufen beschleunigt ab. Als

Folge kann es bei Menschen mit

hohem Blutdruck zu Beschwerden

kommen. Auch Rheumatiker müssen

mit Schmerzen rechnen.

Pollenflug: Derzeit fliegen Pollen

von Linden, Sauerampfer, Brennnesseln,

Spitzwegerich und Gräsern

in mäßiger bis hoher Konzentration.

Gänsefußpollen fliegen schwach.

Gefühlte Temperatur: maximal 20Grad.

Wind: schwach aus Nordwest.

Wittenberge

8°/21°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

9°/21° 11°/20°

Luckenwalde

9°/21°

Cottbus

9°/19°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

wolkig Regenschauer Regen

10°/20° 15°/23° 13°/20°

Prenzlau

8°/20°

Frankfurt

(Oder)

9°/20°

Hoch Winnie sorgt von den Britischen Inseln bis ins zentrale Mitteleuropa für trockenes

und sonniges Wetter. Ein umfangreiches Tief über Skandinavien und

Nordwestrussland bringt unterdessen in Skandinavien und imBaltikum viele

Wolken und Schauer. Auch das nördliche Zentraleuropa wird davon erfasst.

Rund um die Alpen bleibt es leicht gewittrig.

Sylt

10°/17°

Hannover

9°/20°

Köln

12°/23°

Saarbrücken

13°/26°

Konstanz

15°/25°

Hamburg

10°/18°

Erfurt

9°/22°

Frankfurt/Main

13°/26°

Stuttgart

12°/24°

Rügen

10°/17°

Rostock

9°/18°

Magdeburg

10°/20°

Nürnberg

9°/25°

München

14°/25°

Dresden

10°/20°

Deutschland: Heute zeigt sich phasenweise

die Sonne. Schauer gibt es

eher im Norden. Die Temperaturen

steigen auf 17bis 26 Grad. Nachts

gehen die Wertedann auf 12 bis

7Grad zurück. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus nordwestlichen

Richtungen. Morgen gibt es im

Norden viele Wolken und vereinzelt

Regen. Sonst ist es teils sonnig,

teils wolkig bei Höchstwerten von

15 bis 26Grad. Der Wind weht an

der Küste inBöen stürmisch aus

Nordwest, sonst schwach bis mäßig.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 16°-18°

Nordsee: 16°-18°

Mittelmeer: 23°-31°

Ost-Atlantik: 16°-20°

Mondphasen: 09.07. 16.07. 25.07. 01.08.

Sonnenaufgang: 04:48 Uhr Sonnenuntergang: 21:32 Uhr Mondaufgang: 05:21 Uhr Monduntergang: 22:15 Uhr

Lissabon

26°

Las Palmas

23°

Madrid

35°

Reykjavik

14°

Dublin

20°

London

23°

Paris

24°

Bordeaux

32°

Palma

33°

Algier

34°

Nizza

29°

Trondheim


Oslo

19°

Stockholm

18°

Kopenhagen

17°

Berlin

20°

Mailand

32°

Tunis

36°

Rom

34°

Warschau

18°

Wien

25° Budapest

27°

Palermo

31°

Kiruna

12°

Oulu

14°

Dubrovnik

31°

Athen

35°

St. Petersburg

18°

Wilna

18°

Kiew

24°

Odessa

30°

Varna

32°

Istanbul

34°

Iraklio

29°

Archangelsk

20°

Moskau

19°

Ankara

31°

Antalya

35°

Acapulco 36° heiter

Bali 33° heiter

Bangkok 28° Schauer

Barbados 29° wolkig

Buenos Aires 11° wolkig

Casablanca 21° wolkig

Chicago 33° Gewitter

Dakar 28° Schauer

Dubai 39° sonnig

Hongkong 33° Gewitter

Jerusalem 31° sonnig

Johannesburg 17° sonnig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 16° bedeckt

Los Angeles 20° heiter

Manila 33° wolkig

Miami 34° Gewitter

Nairobi 25° bedeckt

Neu Delhi 44° heiter

New York 32° bewölkt

Peking 37° sonnig

Perth 22° sonnig

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 32° heiter

San Francisco 22° heiter

Santo Domingo 32° heiter

Seychellen 28° Gewitter

Singapur 33° Gewitter

Sydney 17° bewölkt

Tokio 29° bedeckt

Toronto 29° heiter


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 3 *

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Seite 3

Pedal auf Metall

Alex Hirschi alias Supercar Blondie und der AMG Vision Gran Turism aus dem Superheldenfilm „Justice League“ –irgendwo auf der superspeziallackierten Motorhaube ist ein kleiner Kratzer.

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

Esgibt Menschen, die Dinge tun, von

denen anderenur träumen. Es sind

Träume,die außerhalb der normalsterblichen

Verdienstgrenzen liegen,

Träume vonschillernden Lebensverläufen,

die Stoff bieten für Fernsehshows. Alex

Hirschi ist so ein Mensch. Sie tut solche

Dinge. Und im August bekommt sie eine eigene

Sendung. DieTräumer können ihr dann

folgen. Auf ihren Reisen mit den schnellsten

und teuersten oder außergewöhnlichsten

Autos der Welt. Auf Luxusreisen, die sonst

den Reichsten der Reichen vorbehalten sind.

Oder gefährlichen Gangstern.

VorzweiJahren saß Hirschi in einem Ferrari

488 Spider –670 PS, Höchstgeschwindigkeit

325 km/h, ab 236 750 Euro UVP –und

fuhr über eine für den normalen Verkehr abgesperrte

Autobahn vonSaudi-Arabien nach

Dubai. Der zuständige Minister hatte alle

tempohemmenden Bodenwellen entfernen

lassen, sechs Monate waren Bauarbeiter damit

beschäftigt. Hirschi war mit knapp sechzig

anderen Fahrern vom Supercars Club

Arabia unterwegs, über ihnen schwebte ein

Polizeihubschrauber als Eskorte. Ein Clubmitglied

hatte die richtigen Kontakte.

Nach der Wüstenfahrt beschloss Hirschi,

ihren Jobals Radiomoderatorin zu kündigen

und ein neues Leben als Influencerin zu beginnen.

Damals hatte sie noch nichts dagegen,

so genannt zu werden. Damals hieß sie

auch noch nicht Supercar Blondie. Damals

hatte sie keine neun Millionen Freunde und

Follower auf Facebook, Instagram, YouTube,

die wissen wollten, warum ein Ford Mustang

Eleanor zwei Millionen Dollar kostet oder

was bei „MyFirst German Autobahn Experience“

passiert. ZumBeispiel das hier auf der

Überholspur:„Ausdem Weg, ihr Idioten. Ich

habe nur einen Tag in Deutschland.“ Geflucht

und gefilmt bei über 200 km/h.

Miteiner Stretchlimousine nach L.A.

Es ist ein heißerTagimJuni, und im Innenhof

der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg gibt es

ein kleines Problem. Es ist so klein, dass es

kaum auffällt. Manmuss sich schon über die

silberne Motorhaube beugen, um es zu erkennen.

Ja, doch, da ist er –ein Kratzer im

sonnenempfindlichen Superspeziallack eines

AMG Vision Gran Turismo. Mit diesem

Auto ist Ben Affleck gefahren, also Batmans

bürgerliches Gesicht Bruce Wayne im Superheldenfilm

„Justice League“. Das Gaspedal

ist so groß wie ein Brotschneidebrett. Wenn

man es durchdrückt –geschieht nichts. Dieses

Auto ist nur eine Attrappe.

Der Aufpasser von Mercedes ist mit der

knarzenden Flügeltür beschäftigt, den Kratzer

hat er noch nicht bemerkt. Hofft jedenfalls

Nik Hirschi, Mann, Manager und ständiger

Kamerabegleiter vonSupercar Blondie.Vor einem

Jahr hat er seinen Jobinder Finanzbranche

von Dubai aufgegeben. Seitdem sind sie

Alex Hirschi liebt das Autofahren, schon mit elf wusste sie,

wie man eine Gangschaltung bedient. Sie ist eine Influencerin geworden.

Als Supercar Blondie präsentiert sie ihren Followern die schnellsten und

teuersten Supersportwagen. In Zeiten des Klimawandels ist sie natürlich

auch Anfeindungen ausgesetzt. Stört sie das?

ein Team, das um die Autowelt reist. Sieist die

Darstellerin. Er setzt sie in Szene, ist froh,

wenn er mal fahren darf. Gemeinsam verkaufen

sie Autoträume, während sich das Klima

wandelt. In einem Video sagt Hirschi: „Leute

wie du und ich, die in Zukunft nicht auf das

Autofahren verzichten wollen.“

Das Ehepaar tourt zurzeit durch Europa,

macht Werbung für die neue Show auf Insight

TV,inder Supercar Blondie die Autokultur

in den USA vorstellen wird. Etwa Lowrider

in Miami, das sind Spezialwagen mit

Hydraulikpumpen im Kofferraum, die auf

Knopfdruck springen können. Sie wird aber

auch „gefährliche Gangs“ treffen und sagt:

„Die Liebe zu ihren Autos hindert sie daran,

aufeinander loszugehen.“ Wer wissen will,

was passierte,nachdem sie ein Gangsterauto

beschädigt hatte,muss wohl einschalten.

WasHirschi, 33, schon immer hatte: Begeisterung

für Autos, eine kindliche Freude

am Fahren, seit ihr Vater sie zum ersten Mal

auf seinen Schoß setzte,sie ans Steuer ließ in

der australischen Provinz. Zwölf Stunden

verbrachte die Familie auf den Highways,

um Verwandte zu besuchen. Das war genug

Zeit für ein kleines Mädchen, um sich bequemere

und vor allem schnellere Autos auszumalen.

Mit elf konnte Hirschi eine Gangschaltung

bedienen, zum dreizehnten Geburtstag

wünschte sie sich eine Stretchlimousine

für eine Fahrtnach Los Angeles.

Heute sagt Hirschi: „Wenn ich in ein Supercar

steige, fühle ich mich lebendig und

frei. Ich starte den Motor und habe das Gefühl,

alles kontrollieren zu können. Niemand

schreibt mir vor, was ich machen, wo ich hinfahren

soll.“ Pedal to the metal. Das Gaspedal

bis zum Unterboden durchgedrückt. Bis

sie lachen muss am Lenkrad, in einen Geschwindigkeitsrausch

verfällt.

Immer mehr Fahrerngeht es ähnlich, der

Rasertourismus boomt. Autofreunde aus aller

Welt bezahlen viel Geld, um ohne Tempolimit

über deutsche Autobahnen zu brettern.

Ginge sonst nur in Afghanistan, Bhutan, Burundi,

Haiti, Mauretanien, Myanmar, Nepal,

Nordkorea, Somalia, Vanuatu und im indischen

Bundesstaat Uttar Pradesh.

VonPaul Linke

Es existiert keine exakte Definition, was

ein Supercar, also einen Supersportwagen,

ausmacht. Eine Leistung von über 500 Pferdestärken

sollte er aber schon auf die Straße

bringen, dann mindestens eine Viertelmillion

Euro kosten, ein spezielles Design haben

und möglichst viel verspieltes Hightech im

Innenraum. Oder einfach als Faustregel merken:

Lamborghini aufwärts.

Hirschi hat einen, den Huracan 610-4,

von 0auf 100 in 3,4 Sekunden, sie nennt ihn

Lucy.Vor fünf Monaten zeigte sie ihremVater,

wie man ihn ohne Verletzungsgefahr fährt.

Hirschi sagt: „Ich habe schon immer davon

„In Zukunft wird man

Autos nicht mehr mit

dem Motorsound assoziieren.

Die nächste

Generation wird mehr

Wert legen auf Technik

und Ausstattung.“

Alex Hirschi, Influencerin

geträumt, ein Supercar zu besitzen.“ Ihrerstes

Auto? EinMitsubishi Lancer.

Mercedes hat ihr nicht uneigennützig das

Filmauto ausgeliehen, die Autoindustrie öffnet

ohnehin dankbar alle Werkstüren –„exklusiver

Zugang“– für Supercar Blondie. Sie

hat Einfluss,Reichweite,Fans auf allen wichtigen

Märkten. Im Februar wurde sie von

Arabian Business als eine der 30 einflussreichsten

Frauen der arabischen Welt ausgezeichnet.

DasEsquireMiddle East Magazine

kürte sie zum Influencer des Jahres 2018. Als

sie 60 000 Follower auf Instagram hatte, begannen

sich Autohersteller für sie zu interessierten,

begann sie,Geld zu verdienen.

In der Kulturbrauerei biegt Hirschi ihr Basecap

in Form und sagt:„Ich mag es nicht, Influencerin

genannt zu werden, ich bin ein

Content Creator.“ Sieschaffe einzigartige Inhalte,

arbeite rund um die Uhr, ohne freie

Wochenenden, habe kaum Urlaub, sie sei

unabhängig bei ihrer Arbeit. „Als Nebenprodukt

habe ich Einfluss.“ Influencer oder Content

Creator, Testimonial oder Markenbotschafter

–die feinen Unterschiede sind für

die Werbebranche wichtig. Grundsätzlich

gilt: Aufdie Glaubwürdigkeit kommt es an.

Konsumenten wie Tedachtensehrdarauf.

„Supercar Blondie fährtdie Autos,die ich niemals

fahren werde“, sagt der Tourist aus Kalifornien.

„Aber sie erklärt mir die Technik so,

dass ich alles verstehe.“ Tedkann es kaum fassen,

dass er vor der geführten Fahrradtour

durch Berlin seine Lieblings-YouTuberin trifft.

Er fragt sie nach einen Autogramm, einem

Selfie und: „Wann kommt deine neue Mütze

in den Shop?“ Mit jedem ihrer Videos soll

Hirschi einen fünfstelligen Betrag verdienen.

Voreiner Woche war sie in Frankreich bei

Bugatti, bekam ein Firmentaschentuch im

Wert von 500 Euro geschenkt, bestaunte das

teuerste Auto derWelt, La Voiture Noire, das

19 Millionen Euro kostet. Danach, bei BMW

in München, durfte sie –geschützt von drei

neugierige Passanten abwimmelnden Bodyguards

–indenVision Next 100 einsteigen; in

ein Konzeptauto mit Sensoren am Lenkrad,

die den Herzschlag messen und wo ein smart

balancierender Becherhalter dafür sorgt,

dass Beschleunigung nicht mit Kaffeeflecken

auf den recycelten Kohlefasern endet. „Sie

denken an Sachen, von denen du gar nicht

weißt, dass du sie brauchst“, sagt Hirschi im

Video. Aufsichtsratschef Norbert Reithofer

meinte bei der Präsentation des Vision Next

100 vor drei Jahren: „Der beste Weg, die Zukunft

vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“

Kevin Kühnerts Idee, BMW zu verstaatlichen,

scheint so abwegig nicht zu sein.

Als Hirschi neulich in der Schweiz war,in

der Heimat ihres Mannes,hatte sie einen neongelben

Mercedes gestellt bekommen. Sie

wollte unbedingt ein Modell fahren, das man

selten sieht auf europäischen Straßen. In Du-

bai, derWelthauptstadt der Supercars,wosie

seit zehn Jahren lebt, wäre sie damit nicht

aufgefallen. „Die Schweizer waren richtig geschockt“,

erzählte Hirschi der Pendlerzeitung

20 Minuten. Sie sei angeschrien worden,

man habe Erklärungen vonihr verlangt.

Ihre Reaktion: „Wenn mich jemand kritisierte,

entgegnete ich: Nehmt das Leben

doch nicht so ernst.“

Hirschi hat sich daran gewöhnt, verspotten

und angefeindet zu werden. Sie sei jetzt

immun, sagt sie. In vielen Kommentaren

wird ihr die Expertise in Autofragen abgesprochen,

weil sie nun mal eine Frau ist. Bei

Truckrennen kommt es vor, dass einer zu ihr

kommt und fragt: „Na, Schätzchen, geht es

dir auch gut, bist du schon mal Auto gefahren,

brauchst du ein bisschen Hilfe?“ Hirschi

sagt: „Männer sind nicht mit all dem Autowissen

auf die Welt gekommen, man lernt

das, jeder kann das lernen.“ Sie möchte

Frauen dazu ermutigen, sich mit Autos und

Technik zu beschäftigen, vielleicht Naturwissenschaften

zu studieren. Hirschi sagt:

„Wenn Frauen zu mir aufschauen, mich um

Rat fragen und dadurch selbstbewusster

werden, dann ist das doch schön, oder?“

Aber es gibt doch bestimmt klimaneutralereVorbilder

als sie,oder?

Weltrekordfahrtmit 447,23 km/h

Das Lieblingsauto von Alex Hirschi alias Supercar

Blondie ist der Koeniggsegg AgeraRS,

der offiziell schnellste Supersportwagen der

Welt: 1176 PS, angeblicher Regelverbrauch

14,7 Liter,Listenpreis 2112 275 Euro,gebaut

in Schweden. VorzweiJahren auf einer abgesperrten

Straße in Nevada erreichte eine

Sonderanfertigung eine nach zwei Läufen

durchschnittliche Geschwindigkeit von

447,23 km/h. Bei Bugatti ärgern sie sich immer

noch über den Weltrekordverlust.

Hirschi mag aber auch Elektroautos oder

Hypercars mit Hybridantrieb, sie glaubt,

dass die Menschen schon noch umdenken

werden, bevor es zu spät ist. Sie wagt eine

Prognose: „In Zukunft wird man Autos nicht

mehr mit dem Motorsound assoziieren. Die

nächste Generation wird mehr Wert legen

auf Technik und Ausstattung, auf die Fragen:

Welche Gadgets wird mein Auto haben?

Wann kommt das nächste Update?“ Menschen

seien fasziniertvon Elektroautos,weil

es etwas Neues sei. „Sie haben schon einen

V8, V10, V12, sie haben einen Ferrari und

Lamborghini, und jetzt wollen sie eben auch

ein Elektroauto.“ Das müssen diese Menschen

sein, die Dinge tun, vondenen andere

lieber nicht träumen sollten.

Paul Linke

fährteinen Golf IV und ist interessiert

an smarten Getränkehaltern.


4** Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Grüne stellen Scheuer

Ultimatum zur Maut

DieGrünen stellen Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU) ein

Ultimatum zur vollständigen Aufklärung

über die Vertragsdetails zur gestoppten

Pkw-Maut. Sollte er ihre

Fragen nicht bis zum 10. Juli beantwortet

haben, „weisen wir Siedarauf

hin, dass wir in Verhandlungen mit

den Fraktionen der FDP und der

Linkspartei zur Einsetzung eines

Parlamentarischen Untersuchungsausschusses

eintreten werden“,

heißt es in einem Schreiben von

FraktionsvizeOliver Krischer. (rb.)

Mehr Personal in Ämternfür

schnelleren Wohnungsbau

Bund und Länder sollen den Kommunen

mehr Geld geben, das Baurecht

soll vereinfacht und das Personal

in den Planungsämterndeutlich

aufgestockt werden –diese und weitereEmpfehlungen

gibt die Baulandkommission

im Kampf gegen

die Wohnungsnot. „Wir brauchen

eine gute Bodenbevorratung und

kompakte,rechtssicherePlanungsund

Bauprozesse“, erklärte am

Dienstag der Kommissionsvorsitzende

MarcoWanderwitz (CDU),

Staatssekretär im Bundesbauministerium.

(AFP)

Die dunkle Vergangenheit

der Bundesanwaltschaft

DieBundesanwaltschaft war in ihren

Anfangsjahren nach dem Zweiten

Weltkrieg vonJuristen mit NS-Vergangenheit

durchsetzt. 1953 seien 22

der 28 Mitarbeiter des höheren

Dienstes ehemalige NSDAP-Mitglieder

gewesen, sagte der Rechtswissenschaftler

Christoph Safferling am

Dienstag in Karlsruhe.Das seien rund

80 Prozent. DieZahlen stammen aus

einem Forschungsprojekt im Auftrag

vonGeneralbundesanwalt Peter

Frank, das seit 2017 läuft. (dpa)

Biden sackt in Umfragen ab,

Harris legt zu

Kamala Harris siegte bei der ersten Fernsehdebatte

der US-Demokraten. GETTY IMAGES

Derdemokratische US-Präsidentschaftsbewerber

JoeBiden ist nach

der ersten TV-Debatte mit seinen Rivalen

in Umfragen abgesackt. Einer

CNN- Umfrage zufolge bleibt der

frühereVizepräsident an der Spitze

des demokratischen Bewerberfelds.

Seine Zustimmungswerte sanken

aber von32Prozent im Maiauf jetzt

22 Prozent. Dagegen konnte die Senatorin

Kamala Harris nach der TV-

Debatte deutlich zulegen und steht

mit 17 Prozent auf Platz zwei. (AFP)

Fall Susanna: Staatsanwalt

will Höchststrafe

Im Mordprozess um den gewaltsamen

Todder Mainzer Schülerin Susanna

fordertdie Staatsanwaltschaft

eine lebenslange Haftstrafe für den

Angeklagten Ali B..Vor dem Wiesbadener

Landgericht beantragte die

Anklagevertretung, wegen des Mordes

an dem 14-jährigen Mädchen für

den irakischen Flüchtling die besondereSchwereder

Schuld festzustellen.

DerAngeklagte habe ein Verbrechen

begangen, das an Abscheulichkeit

kaum zu überbieten sei, so die

Staatsanwältin. (dpa)

Michael Roth aus Hessen und Christina Kampmann aus Nordrhein-Westfalen wollen die SPD aus der Krise führen.

Die ersten Kandidaten

Christina Kampmann und Michael Roth bewerben sich als Doppelspitze für den SPD-Vorsitz

VonTobias Peter

Michael Roth (48)wurdeimhessischen Heringen

geboren. Zurzeit ist er als Staatsminister

im Auswärtigen Amtfür Europathemen zuständig.

Von2009 bis 2014 warerSPD-Generalsekretär

in Hessen.Auch arbeitete er als Dozent

fürPolitikwissenschaften an der FU Berlin.

Stell dir vor, die SPD wählt

eine neue Parteispitze–und

niemand kandidiert. Eine

Zeit lang sah es so aus, als

würde es nur Absagen geben. Doch

das ist jetzt vorbei.

Michael Roth und Christina

Kampmann wollen sich als Duo um

den Parteivorsitz der SPD bewerben,

wie sie gegenüber der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland)

erklärthaben. Gemeinsam wollen

der Staatsminister im Auswärtigen

Amt und die frühereNRW-Familienministerin

der Partei neues

Selbstbewusstsein verleihen. Und:

Falls sie gewählt werden, dann wollen

sie sich mit voller Kraft der neuen Aufgabe

widmen. Roth würde dann sein

Amt als Staatsminister aufgeben.

WeramEnde mit dem 48-Jährigen

aus dem Landesverband Hessen und

der 38 Jahre alten Landtagsabgeordneten

mit dem Wahlkreis Bielefeld

um die Parteispitze konkurriert, ist

noch unklar. Diese Unsicherheit hat

viel mit dem schwierigen Zustand zu

tun, in dem sich die SPD nach dem

Absturz bei der Europawahl auf 15,8

Prozent und dem Rücktritt von Parteichefin

Andrea Nahles befindet. Ein

weiterer Punkt ist aber auch das Verfahren,

wie die Parteiführung gefunden

werden soll.

Seit Montag können sich Kandidaten

offiziell im Willy-Brandt-Haus

melden, Bewerbungsschuss soll

aber erst der 1. September sein.

Diese lange Frist ist auch auf die

Neuerung zurückzuführen, dass

diesmal Einzelkandidaten, aber

auch Duos antreten dürfen. Den

Duos werden in der SPD besonders

gute Chancen eingeräumt. Sie müssen

aus Frau und Mann bestehen

und sich vorabfinden –weil die SPD

eine Doppelspitzevermeiden will, in

der es dann atmosphärisch und inhaltlich

nicht rundläuft.

Werimmer antreten will –allein

oder im Duo –,braucht die Unter-

DAS DUO

Christina Kampmann (38) wurde in Güterslohgeboren

und ist Landtagsabgeordnete in

Nordrhein-Westfalen. Von2015 bis 2017 war

siedortMinisterin für Familie,Kinder,Jugend

und Sport.Sie ist Diplom-Verwaltungswirtin

und hateinen Master in European Studies.

stützung vonfünf Unterbezirken, einem

Bezirk oder einem Landesverband

der SPD. Zugleich gilt: Bei den

Sozialdemokraten, die sich gerade

zum zweiten Malmit mäßigem Erfolg

in einer großen Koalition befinden,

könnte diesmal das Gesetz außer

Kraft sein, dass politische Schwergewichte

die besten Chancen haben.

In einer solchen Situation entsteht

im politischen Berlin schnell ein illustres

Stadtgespräch. Die76-jährige Gesine

Schwan, Politikwissenschaftlerin

und Leiterin der SPD-Grundwertekommission,

hat verlauten lassen, sie

könne sich eine Kandidatur vorstellen

–auch gemeinsam mit Juso-Chef

Kevin Kühnert. Mit ihm abgesprochen

war das nicht. Kühnert, gerade

Ende des Personalpokers

30 geworden, spielt offenkundig

durch, welche Chancen er für sich

und seine Inhalte sieht –inwelcher

Konstellation auch immer.Jedenfalls

äußertersich nicht.

Der niedersächsische Innenminister

Boris Pistorius (SPD) wiederum

hat gesagt, wenn es bei Juso-

Chef Kevin Kühnert und Gesine

Schwan als einzigen Kandidaten

bleibe, „würde ich mir überlegen,

auch anzutreten“. Für den Fall seiner

Bewerbung kündigte er an, wenn

überhaupt werde erimTandem antreten.

Als aussichtsreicher möglicher

Bewerber gilt auch SPD-Generalsekretär

Lars Klingbeil. Der 41-

Jährige aus Soltau dürfte allerdings –

wie auch Pistorius – genau darauf

schauen, was der niedersächsische

Ministerpräsident Stephan Weil tut.

Gegen ihn würde Klingbeil wohl

nicht antreten. Doch auch Weil hat

sich noch nicht geäußert.

Bei den Frauen wird immer wieder

Bundesfamilienministerin Franziska

Giffey als Kandidatin genannt –

in allen möglichen Doppelspitzen-

Kombinationen. Sie ist allerdings

wegen Plagiatsvorwürfen in Sachen

ihrer Doktorarbeit in Schwierigkeiten,

im schlimmsten Fall könnte die

Freie Universität Berlin ihr den Titel

aberkennen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich in Brüssel auf die Besetzung der EU-Spitzenposten verständigt

VonRasmus Buchsteiner und Damir Fras

Bundeskanzlerin Angela Merkel

wirkte erleichtert, als sie am

Dienstagabend in Brüssel das Ergebnis

tagelanger Verhandlungen über

das Spitzenpersonal in der EU verkündete.Die

deutscheVerteidigungsministerin

Ursula von der Leyen

(CDU) soll den Top-Job bekommen

und neue Kommissionspräsidentin

werden. DasEU-Parlament muss der

Personalie allerdings in zwei Wochen

noch zustimmen. Angesichts der heftigen

Kritik vorallem aus den Reihen

der Sozialdemokraten ist das noch

keine ausgemachte Sache.

Sollte das Parlament zustimmen,

dann würde zum ersten Mal seit 52

Jahren die Leitung der Brüsseler Behörde,

eine Art EU-Regierung, wieder

an Deutschland gehen. Zumersten

Mal wäre auch eine Frau an der

Spitze der EU-Kommission. Merkel

musste sich bei der Abstimmung

über von der Leyen enthalten. Ihr

Koalitionspartner SPD wollte der

Kanzlerin kein grünes Licht für die

Personalie vonder Leyen geben. Alle

Ursula von der Leyen, 60, derzeit noch Verteidigungsministerin

DPA

ten in der EU-Kommission geschaffen

werden. Die Französin Christine

Lagarde soll neue Präsidentin der Europäischen

Zentralbank werden.

Klarer Verlierer des Postenpokers

ist der CSU-Mann ManfredWeber.Er

hatte sich vergeblich bemüht, als

Spitzenkandidat der Europäischen

Volkspartei neuer EU-Kommissionspräsident

zu werden. Doch dagegen

leistete vor allem Frankreichs Präsident

Emmanuel Macron erbitterten

Widerstand. Weber gab am Abend

anderen 27 Staats- und Regierungschefs

stimmten für die 60 Jahre alte

CDU-Politikerin aus Niedersachsen.

Der Belgier Charles Michel wurde

zum neuen EU-Ratspräsidenten und

damit zum Nachfolger von Donald

Tusk gewählt. DerSpanier Josep Borrell

soll neuer Außenbeauftragter der

EU werden. Für den niederländischen

Sozialdemokraten Frans Timmermans

und die Liberale Margrethe

Vestager aus Dänemark sollen herausgehobene

Vizepräsidenten-Possein

Mandat als Spitzenkandidat zurück

undverzichtete damit auch formal

auf den Job ander Spitze der

Kommission. Er solle sich nun, so die

Kanzlerin, mit einem Osteuropäer die

Präsidentschaft im Europäischen

Parlament teilen. Im Gespräch für

die ersten zweieinhalb Jahreauf diesem

Posten war der frühere bulgarische

Premier Sergei Stanischew. Für

Weber wäre, wenn der Plan aufgeht,

die zweite Hälfte von 2022 an vorgesehen.

Heftige Kritik

PHOTOTHEK.NET/THOMAS IMO

Ob das Personalpaket vom Europaparlament

gebilligt wird, ist unklar.Am

Dienstagabend regte sich bereits heftige

Kritik. DerfrühereVorsitzende der

sozialdemokratischen Fraktion, der

Deutsche UdoBullmann, erklärte,von

der Leyen sei nicht akzeptabel: „Wir

können das Spitzenkandidaten-Prinzip

nicht einfach über Bord werfen,

weil das Ergebnis derWahl einigen Regierungschefs

nicht in den Kram

passt.“ Die europäischen Grünen

sprachen von einem „abgekarteten

Spiel im Hinterzimmer“.

Stephan E.

widerruft

Geständnis

Neuer Haftbefehl wegen

Mordes an Walter Lübcke

Im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten

Walter Lübcke

hat der dringend tatverdächtige Stephan

E. am Dienstag sein Geständnis

widerrufen. Das teilte sein Anwalt

Frank Hannig auf Anfrage mit.

„Herr E. hat in der Tatsein Geständnis

heute in der Verhandlung widerrufen.

DerBundesgerichtshof (BGH)

hat einen Haftbefehl erlassen, Herr

E. bleibt in Haft“, erklärte der Dresdner

Anwalt. Er war nach eigenen Angaben

am Dienstag vom Bundesgerichtshof

als Verteidiger von E.bestellt

worden.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft

kommentierte den Widerruf

nicht. DemSWR zufolge,der sich auf

Ermittlungskreise berief, ist der Widerruf

eher taktischer Natur.Das ursprüngliche

Geständnis des 45-Jährigen

sei so detailreich gewesen,

„dass durch den Widerruf keine Auswirkungen

auf die weiteren Ermittlungen

zu erwarten seien“.

Stephan E. wurde am Dienstagvormittag

nach Karlsruhe gebracht,

wo ein Ermittlungsrichter über das

weitereVorgehen im Fall Walter Lübcke

entscheiden sollte. Die Bundesanwaltschaft

hatte erst am Morgen

einen Haftbefehl gegen E. beim BGH

erwirkt. Bei der Anhörung soll Stephan

E. dann sein Geständnis widerrufen

haben. E. hatte gestanden,

Lübcke Anfang Juni getötet zu haben.

Der45-Jährige ist mehrfach vorbestraft

und war in früheren Jahren

durch Kontakte in die rechtsextreme

Szene aufgefallen.

Hannig gilt als sehr gut vernetzter

Anwalt – weit über die sächsische

Stephan E. nach dem Haftprüfungstermin

beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe DPA

Landeshauptstadt hinaus. Im Gegensatz

zu Stephan E.s erstem

Pflichtverteidiger Dirk Waldschmidt,

ein NPD-Mann, ist Hannig keiner,

der sich auf rechtsextreme Mandanten

spezialisierthat.

Gastredner bei Pegida

Dennoch finden sich unter seinen

Fällen etliche interessante: Nach Angaben

von„Correctiv“ leitete Hannig

2015 die Gründungsversammlung

des „Pegida Förderverein e.V.“inAnwesenheit

von Lutz Bachmann. Ein

Amt übernimmt er nicht. Bei Pegida

tritt er ein Mal als Gastredner auf:

2017 erklärte er unter Jubel der Anwesenden

seine Rolle im „Arnsdorf-

Prozess“. Dorterreichte er als Verteidiger

die Einstellung des Prozesses

gegen vier Männer, die einen psychisch

kranken Flüchtling mit Kabelbindern

aneinen Baum vor einem

Supermarkt festbanden.

Hannig vertritt neben Stephan E.

unter anderen den Dresdner Justizbeamten,

der im Fall der tödlichen

Messerattacke in Chemnitz den

Haftbefehl ins Netz gestellt haben

soll.

2010 zeigte er als CDU-Mitglied

Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen

des Kaufs von Datenträgern aus

der Schweiz mit den Namen von

Steuersündern an. Zu DDR-Zeiten

war Hannig inoffizieller Mitarbeiter

der Staatssicherheit. Erst im April

wurde er vordem Dresdner Amtsgericht

zu einer Geldstrafe in Höhe von

1500 Euro wegen Subventionsbetrugs

verurteilt. (jps./dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 5 **

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Politik

Rackete auf freiem Fuß

Die italienische Justiz hebt den Hausarrest für die deutsche „Sea Watch 3“-Kapitänin auf. Innenminister Salvini reagiert mit einer Wutrede auf die Entscheidung

VonRegina Kerner,Rom

Nach vielen bangen Stunden

des Wartens gab es

am Dienstagabend endlich

Klarheit: Carola Rackete

kommt nach knapp vier Tagen

Hausarrest frei. Die Kapitänin des

Flüchtlingsrettungsschiffes „Sea

Watch 3“ könne nicht des Widerstands

und der Gewalt gegen ein

Kriegsschiff bezichtigt werden, befand

die Ermittlungsrichterin von

Agrigent, Alessandra Vella. Rackete

habe ihre Pflicht erfüllt, indem sie

Menschenleben auf See rettete, wodurch

ihreunerlaubte Hafeneinfahrt

vom Sonnabend gerechtfertigt sei.

Auch sei es ihre Pflicht gewesen, mit

den geretteten Migranten Lampedusa

anzusteuern, da Libyen und

Tunesien nicht als sichereHäfen angesehen

werden könnten.

Schnellboot eingeklemmt

Rackete hatte die „Sea Watch 3“ trotz

eines Verbots in italienische Gewässer

und dann in den Hafen vonLampedusa

gesteuert. Beim Anlegemanöver

wurde ein Schnellboot der militärisch

organisierten Polizeitruppe

Guardia di Finanza kurzzeitig eingeklemmt.

Die Staatsanwaltschaft

wirft ihr deshalbWiderstand und Gewalt

gegen ein italienisches Kriegsschiff

vor, zudem Begünstigung der

illegalen Einreise. Sie hatte für Rackete

ein Aufenthaltsverbot für die

Provinz Agrigent gefordert, zu der

Lampedusa gehört. Dem folgte die

Richterin nicht. Allerdings ist damit

das juristische Verfahren gegen Rackete

nicht abgeschlossen.

„Wir sind erleichtert, dass unsere

Kapitänin frei ist“, twitterte die Hilfsorganisation

Sea Watch. Ihr Gegenspieler,

Italiens Innminister Matteo

Salvini, reagierte hingegen mit einer

mehr als 15 Minuten dauernden

Wutrede in einem Facebook-Video.

„Für die italienische Justiz ist es kein

ausreichender Grund ins Gefängnis

zu gehen, wenn man Gesetze missachtet,

ein Polizeiboot rammt und es

bewusst in Kauf nimmt, fünf Männer

zu töten. Unddas soll Justiz sein? Ich

bin angeekelt, aber ich gebe nicht

auf.“ Es sei eine Verfügung vorbereitet,

um die „kriminelle Kapitänin“

auszuweisen, weil sie eine Gefahr für

die nationale Sicherheit darstelle.

„Sie wirdinihr Deutschland zurückkehren,

wo man nicht so tolerant

wäre, wenn eine Italienerin einen

Anschlag auf das Leben deutscher

Polizisten verüben würde.“

Salvini ignorierte damit, dass die

Staatsanwälte vonAgrigent bereits einen

weiteren Vernehmungstermin

mit Rackete für kommenden Dienstag

festgesetzt haben. Der Innenminister

hatte die Justiz mehrfach aufgefordert,

schwereStrafen gegen die „reiche,gelangweilte

deutsche Gesetzesbrecherin“

zu verhängen. Angesichts der Kritik

aus dem Ausland hatte er erklärt, er

erwarte sich Schweigen und Respekt,

vorallem aus Deutschland.„Italien hat

den Kopf erhoben“, schrieb er nach

Racketes Freilassung. „Wir sind stolz,

unser Land zu verteidigen.“ Europäische

Führer könnten Italien nicht

Chris Grodotzki, Marie Naaß und Ruben Neugebauer von Sea-Watch (v.l.) äußernsich

in Berlin bei einer Pressekonferenz anlässlich der Festnahme ihrer Mitstreiterin. DPA

mehr behandeln, als wäreeseine Kolonie.

Rackete droht allerdings nach wie

vor eine Haftstrafe. Der ermittelnde

Staatsanwalt Luigi Patronaggio hatte

nach ihrer rund dreistündigen Vernehmung

am Montag betont, die

Hafeneinfahrt sei ein „gewagtes Manöver“

der Kapitänin gewesen, für

das keine Notwendigkeit bestand.

Denn die Migranten auf der „Sea

Watch 3“ hätten in den Tagen zuvor

medizinische Hilfe erhalten. Rackete

habe das Polizeiboot bewusst und

mit Absicht an die Mole gequetscht,

so der Staatsanwalt.

Viele Spenden

Außerdem müsse geklärt werden, ob

der Rettungseinsatz von Sea Watch

am 12. Juni unweit der libyschen

Such- und Rettungszone tatsächlich

notwendig war. „Wir werden die genauen

Umstände prüfen“, sagte Patronaggio.

„Wir werden auch prüfen,

ob es Kontakt mit Menschenhändlerngab

und ob der zufällig war oder

beabsichtigt.“ Zudem müsse geklärt

werden, ob Libyens Häfen als sicher

gelten könnten. Rackete hatte nach

der Rettung von53Migranten um Zuweisung

eines sicheren Hafens gebeten

und war angewiesen worden, die

Menschen nach Libyen zurückzubringen.

Siehatte das verweigert.

Sollte es zu einer Anklage kommen,

könnte sich ein Prozess lange

hinziehen. DasVerfahren gegen den

deutschen Kapitän des Hilfsschiffs

„Cap Anamur“, der 2004 wegen fast

derselben Umstände wie Rackete vor

Gericht gestellt worden war, dauerte

fünf Jahre. Er endete mit Freispruch.

Eine Anhörung von Staatsanwalt

Patronaggio im Justizausschuss des

Abgeordnetenhauses in Rom am

Dienstag deutete allerdings darauf

hin, dass es vielleicht gar keine Anklage

geben wird. Dortbetonte er,es

sei durch internationales Recht untersagt,

Migranten in das Bürgerkriegsland

zurückzuschicken. Auch

sei in bisherigen Ermittlungen in keinem

Fall bewiesen worden, dass es

Absprachen zwischen Hilfsorganisationen

und Schlepperbanden gab.

Salvini hingegen behauptet, die Seenotretter

seien kriminelle Komplizen

der Menschenhändler.

In Deutschland solidarisierten

sich die Demonstranten mit Rackete.

Nach Angaben der Polizei protestierten

Hunderte Menschen in Berlin,

Köln und FrankfurtamMain und verlangten

die Freilassung der 31-Jährigen.

Bereits am Montag versammelten

bis zu 300 Menschen vordem italienischen

Konsulat in Frankfurt am

Main. Am Dienstag trafen sich rund

20 Menschen in Berlin zu einer

Mahnwache vor der italienischen

Botschaft.

Auch die Spenden schnellen in die

Höhe. Der Aufruf der Fernsehmoderatoren

Jan Böhmermann und Klaas

Heufer-Umlauf brachte bis Dienstagabend

mehr als 945 000 Euro ein. Auf

einer italienischen Facebook-Seite

wurden mehr als 435 000 Euro gesammelt.

Zwei islamischeVereine aus

Köln sagten 10 000 Euro an Sea-

Watch zu. (mit dpa)

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Insights BV. Insgesamt 229.855 Bewertungen in 36 Kategorien. Mehr Informationen unter www.haendlerdesjahres.de ²Im Auftrag vonn-tvhat DISQ vom23.01.-25.03.19 insgesamt 808Verbraucher,die in den letztensechs Monaten bei einemLebensmittel-Discountereingekauft hatten, befragt. Im Mittelpunkt

der Panel-Befragung standen dieMeinungen derVerbraucher zu denAspekten Preise, Produktsortiment, Qualitätder Lebensmittel, Serviceund Filialgestaltung. Darüber hinaus flossen dieWeiterempfehlungsbereitschaft und Kundenärgernisse in die Gesamtwertung ein. Mehr Informationen unterhttps://disq.

de/2019/20190509-Lebensmittel-Discounter.html. ³Lidl hatnach Ansicht der vonYouGovbefragten Verbraucher dasbestePreis-Leistungs-Verhältnis in der Kategorie Lebensmitteleinzelhandel. Mehr Informationen unter: https://yougov.de/news/2019/02/14/lidl-dm-und-deichmann-erneut-die-preis-leistungs-s/

• ⁴ImAuftrag des FRUCHTHANDEL MAGAZINhat die GfKNürnbergimHerbst 2018 mehr als9.000 Haushaltenach ihrer Meinung zumObst-und Gemüseangebotder verschiedenen Handelsgruppen, einschließlich der Kategorie Discount, und in verschiedenen Kategorienbefragt.ImGegensatz zu vielen anderen

Preisen wirdhier nicht das einzelne Geschäft oder dieeinzelne Abteilung, sondern die Leistung der gesamten Handelsgruppe bewertet.Mehr Informationen zum Retail Award2019 und zu denRetail Awards 2016 und 2017 unter lidl.de/retail


6* Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Hauptstadt

Nördl.

Polarkreis

Rovaniemi

FINNLAND

5,5

Millionen

Einwohner 2018

In Finnland leben die glücklichsten Menschen der Welt. Trotz rauen Klimas

und monatelanger Dunkelheit im Norden des Landes. Woher nehmen die

Finnen ihre gute Laune? Ein paar Thesen

3,2 Millionen Saunen gibt es in Finnland –

das sind 0,58 Saunen für jeden Finnen.

Wenn sich zwei eine Schwitzkammer

teilen, ist sogar noch für Gäste Platz.

Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Helsinki

Estland

Finnland

Frankreich

Glücklich ist nur,wer

auch mal völlig aus sich

herausgehen kann. In

Finnland gibt es 53,2

Heavy-Metal-Bands per

100 000 Personen. Das

sind pro Kopf die meisten

weltweit. Bei den

entsprechenden Konzerten

lässt sich wunderbar

der Frust von der

Seele schütteln und die

ganze Wutherausgrölen.

Und wenn man

möchte, schreit man

einfach vor Glück.

Zypern

Belgien

Bulgarien

Dänemark

Deutschland

Glücks-Rat

Griechenland

Am 1. Juli hat Finnland den Vorsitz des

Rates der EU übernommen. Wasbedeutet das

für Europa? Und was ist das für ein Land, in dem die

zufriedensten Menschen der Welt leben und

Sozialdemokraten noch Wahlen gewinnen können?

VonTanja Brandes und Isabella Galanty

Irland

Italien

Kroatien

Lettland

Freiheit ist die Voraussetzung,umglücklich

zu sein. Das gilt auch

für die Freiheit der

Medien. Auf der von

Reporter ohne Grenzen

herausgegebenen

Rangliste der Pressefreiheit

landet Finnland

2019 auf Platz 2

(Deutschland: 13).

Zusätzlich sorgt es bei

den Finnen angeblich

für Begeisterung,wenn

ihr Land in der ausländischen

Presse eine Rolle

spielt. „Suomi mainittu!“

ist der Ausdruck,

der dieses Gefühl

bezeichnet. Heißt so

viel wie „Finnland

wurde erwähnt!“.

PaavoNurmi,

Kimi Räikkönen,

Aki Kaurismäki... in

Finnland gibt es viele

Berühmtheiten. Keine

aber hat es zu solchem

Weltruhm gebracht wie

der Weihnachtsmann:

Pro Jahr bekommt er

700 000 Briefe aus

aller Welt. Sein Wohnsitz

ist Korvatunturi in

Lappland. Woanders

wohnen wollte er zum

Glück noch nie.

Offizielle

Landessprachen

Finnisch

88,9%

Schwedisch

5,3%

1900 Einwohner

haben

Sámi

als Muttersprache

Vereinigtes

Königreich

Ungarn

Tschechien

Schweden

Am 1.Juli hat Finnland planmäßig die EU-Ratspräsidentschaft

übernommen, ohne großes Aufsehen oder

Medienecho. Inder Schaltzentrale der Europäischen

Union hatte man andere Sorgen: Brüssel rang um die

Benennung eines Kommissionspräsidenten, und auch andere

Spitzenposten wollten vergeben werden. Da kann ein verhältnismäßig

geräuschlos verlaufender Amtswechsel schon mal zur Randnotiz

werden. Dass für das nächste halbe Jahr nun die Finnen den

Vorsitz über die Geschäfte im Ratder Europäischen Union führen,

ist trotzdem Grund genug, einen genaueren Blick auf das Land im

Norden zu werfen –und auf die Institution, die gemeinsam mit

dem EU-Parlament der europäische Gesetzgeber ist.

Es ist nicht ganz einfach, den Überblick über die verschiedenen

EU-Einrichtungen zu behalten –zumal sich ihreNamen in verwirrender

Weise ähneln. Unter der Einrichtung des Europäischen

Parlamentes (hier sitzen die EU-Abgeordneten) können sich die

meisten noch etwas vorstellen. Die EU-Kommission (gewissermaßen

die Regierung der EU) wiederum ist durch den

Posten-Poker der letzten Tage in den Fokusgerückt.

Beim Rat der Europäischen Union besteht akute Verwechslungsgefahr

mit dem Europäischen Rat. Letzterer

ist das höchste EU-Organ. Hier treffensichdie Staatsund

Regierungschefs pro Halbjahr zweimal zu den

EU-Gipfeln. DerEuropäische Rattrifft grundsätzliche

politische Entscheidungen, kann aber

keine Gesetzebeschließen.

Das ist –zusammen mit dem EU-

Parlament –die Aufgabe des Rates

der Europäischen Union.

Dessen Zusammensetzung

variiert,

Spanien

Slowenien

Slowakei

Rumänien

Finnische Frauen erhielten 1906 das aktive und passive Wahlrecht –als erstes europäisches

Land überhaupt. Das allein warschon ein großes Glück. Auch sonst ist Finnland Pionier,wenn es

um Belangeder Gleichberechtigung geht: Das geschlechtsneutrale finnisches Pronomen

„hän“, das „er“, „sie“ „es“ oder jemand anderes bedeuten kann, stand 1543 erstmals in

einer gedruckten Schulfibel und hat sich bis heute gehalten. Inzwischen gilt hän als Symbol

für die Gleichstellung aller Geschlechter.Mit demTitel „Hän Honour“ werden weltweit Personen

oder Initiativen ausgezeichnet, die sich um die Gleichstellung verdient gemacht haben.

je nach politischem Themenbereich treffen sich die zuständigen

Minister der EU-Länder,weswegen das Gremium auch Ministerratgenannt

wird. Entscheidungen fallen hier nach dem Prinzip der

doppelten Mehrheit. Dasheißt, vonden 28 Mitgliedstaaten müssen

mindestens 16 zustimmen (55 Prozent), die gleichzeitig mindestens

65 Prozentder EU-Gesamtbevölkerung stellen. Beider Außen- und

Steuerpolitik müssen Beschlüsse einstimmig gefasst werden.

Beiden Tagungen des Ratesführt(außer beim Ratder Außenminister)

die zuständige Ministerin oder der Minister des EU-Mitgliedstaats

denVorsitz, der den Ratsvorsitz innehat.Womitwir wieder bei

den Finnen wären, die den Staffelstab von Rumänien übernommen

haben.

In Finnland leben laut Weltglücksbericht die glücklichsten

Menschen derWelt. Mankannnur hoffen, dass sich das mit dem

Ratsvorsitz auf den Rest Europas überträgt – nach Brexit-

Kampf und Rechtsruck könnte der Staatenbund ein bisschen

Glück ganz gut vertragen. DieVoraussetzungen stehen unter

den neuen Chefs nicht schlecht: Nicht nur im eigenen Land

strebt die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten

Antti Rinne eine ehrgeizige Klimapolitik an.

Finnland hat angekündigt, den Klimaschutz auch zum

Schwerpunkt der Ratspräsidentschaft machen. Derzeit

blockieren Polen, Tschechien, Ungarn und

Estland eine Erklärung, wonach die EU in gut 30

Jahren klimaneutral sein soll. Finnland hat

sich nun das Ziel gesetzt, die Blockade-

Staaten davon zu überzeugen, ihren

Widerstand aufzugeben. Wenn

das gelänge, hätte Europa

wirklich allen Grund

zur Freude.

Portugal

Polen

Österreich

Niederlande

Litauen

Luxemburg

Malta

Den Zustand, sich allein zu Hause zu betrinken, ohne das Bedürfnis, öffentlichkeitstaugliche

Kleidung anzulegenund ohne jegliche Absicht, die Wohnung noch

zu verlassen, kennen wahrscheinlich viele Menschen in ganz Europa.

Doch sind die Finnen wohl das einzigeVolk, das für diesen Zustand ein Extra-Wort

erfunden hat: Kalsarikännit beschreibt das oben genannte Phänomen.

Damit ist alles gesagt, und man muss nichts weiter erklären. Wasfür ein Glück!

Lebenserwartung

78

Jahre

84

Jahre

Kaltgemäßigt sei

das finnische Klima,

behauptet Wikipedia.

Das mag eine Frageder

Relationen sein, aber

eine durchschnittliche

Höchsttemperatur von

17,2 Grad (im Juli) hat

nicht viel gemäßigtes.

Für Finnen ist das

natürlich noch längst

kein Grund, auf

Sommerfreuden zu

verzichten: Gegrillt wird

einfach zu allen vier

Jahreszeiten.

PLATZ DER REPUBLIK

Vollgas vor der

Zwangspause

Tanja Brandes

überVersuche, sich in (und von) der Politik zu erholen

Das deutsche Parlament macht

derzeit Pause. Ganz korrekt ist

diese Behauptung eigentlich nicht,

schließlich wirdder Bundestag nicht

zwei Monate lang dichtgemacht. Sitzungsfreie

Zeit ist die korrekte Bezeichnung

für die Parlamentarische

Sommerpause im Juli und August.

Natürlich hören die Abgeordneten

mit dem letzten Junitag auch

nicht auf zu arbeiten und fangen erst

im September wieder an. Sie nutzen

die vorübergehend aufgehobene Anwesenheitspflicht

in Berlin stattdessen

zum Beispiel, um ausgiebiger in

ihren Wahlkreisen unterwegs zu

sein. Und auch Parlamentarier fahrenmal

in den Urlaub.Allzu weit weg

sollten sie aber nicht reisen, schließlich

können auch während der sitzungsfreien

Zeit unter bestimmten

Voraussetzungen Plenarsondersitzungen

einberufen werden.

Trotz alledem geht es im Regierungsviertel

derzeit etwas entspannter

zu. Das war vergangene Woche

noch ganz anders.

An den letzten Sitzungstagen vor

der Sommerpause herrschte im Bundestag

Hochbetrieb. 28Punkte standen

allein am letzten Donnerstag auf

der Tagesordnung, unter anderem

ging es um die Grundsteuerreform,

das Atomabkommen mit dem Iran,

die Internationale Lage der Menschenrechte

von Homo- und Transsexuellen

und die Anpassung des Datenschutzrechts.

Die Sitzung dauerte

bis zwei Uhrnachts. AmFreitag ging

es so weiter: Förderung von Unternehmensgründungen,

Klimapolitik

(begleitet von „Fridays-for-Future“-

Protesten vordem Reichstag), Rehabilitierung

von Opfern des SED-Unrechts,Wohngeldstärkungsgesetz.

Offensichtlich gilt für den Parlamentsalltag

das gleiche Phänomen,

das die meisten Menschen aus persönlicher

Erfahrung kennen: Dieletzten

Arbeitstage vor dem Urlaub werden

mit Terminen zugepackt, alle E-

Mails, die sich angesammelt haben,

müssen noch beantwortet werden.

Wo es geht, arbeitet man vor, wo es

nicht geht, sucht man händeringend

nach einer Vertretung. Alles nur, damitman

den Urlaub mit dem Gefühl

antreten kann, die nächsten zweiWochen

ohne Laptop und Diensthandy

verbringen zu können. Ein Vorsatz,

den Umfragen zufolge zwei Drittel

der Deutschen ohnehin nicht durchhalten.

Unter Politikern dürfte die

Quote der Erholungsschummler

nochhöher sein –dafür spricht schon

die Aktivität etlicher Abgeordneter in

den sozialen Netzwerken, die auch

zur Urlaubszeit nicht abreißt. Werin

der Politik arbeitet, hat es schwerer

als andere, für ein paar Tage oder

auch nur Stunden wirklich abzuschalten

(für die Medienbranche gilt

übrigens ähnliches). Zu groß ist das

zwischen Gewohnheit und Zwang

pendelnde Bedürfnis nach Informationsaufnahme

und -wiedergabe.

Natürlich gibtesauchPolitiker, die

sich des Problems bewusst und bereit

sind, zum Äußersten zu greifen, um

der Lage Herr zu werden. VonKollegen

hörte ich, sie seien zur Urlaubszeit

am Strand schon völlig unbekleideten

Politikernbegegnet. So ein Zusammentreffen

macht auf den ersten

Blick keinen seriösen Eindruck, ist

aber eine vorausschauende Maßnahme.

Einem nackten Mann kann

man bekanntlich nicht in die Tasche

greifen. Und ein Handy lässt sich

auch nicht verstauen.


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

3.4.19

▲ 12526,72 (+0,04 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

3.4.19

Euro in US-Dollar

3.4.19

Stand der Daten: 02.07.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

2.7.19

▼ 62,56 (–4,08 %)

2.7.19

▼ 1,1301 (–0,42 %)

Quelle

2.7.19

Österreich

verbietet Glyphosat

Österreich hat als erstes Land in der

EU den Einsatz des umstrittenen

Unkrautvernichters Glyphosat verboten.

DerNationalrat stimmte am

Dienstag mit großer Mehrheit einem

Antrag der SPÖ zu. Dernationale Alleingang

ist rechtlich umstritten.

DasVerbot könnte EU-Recht widersprechen,

da die EU Glyphosat noch

bis Ende 2022 erlaubt. DiekonservativeÖVP

sprach in der Parlamentsdebatte

voneinem „Schlag ins Gesicht

der Bauern, die den Wirkstoff

sachgerecht anwenden“. Nach dem

Platzen der Koalition vonÖVP und

FPÖ hat Österreich derzeit eine

Übergangsregierung. DerWirkstoff

Glyphosat steht in dem Verdacht,

krebserregend zu sein. Er wurde von

der heutigen Bayer-Tochter Monsanto

als Herbizid auf den Marktgebracht.

(dpa)

Gewinner

aus DAXund MDAX vom02.07.zum Vortag

Henkel Vz. 89,34 +3,76 WWWWWWW

Hann. Rückvers. NA145,60

+1,82 WWWW

Beiersdorf 108,05 +1,79 WWWW

Vonovia NA 43,12 +1,70 WWW

RWESt. 22,26 +1,60 WWW

E.ONNA 9,76 +1,55 WWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 02.07. zumVortag

GrenkeNA 89,35 WWWWWWWWWWW –6,83

ProSiebenSat.1 13,64 WWWWWW –3,60

GEA Group 24,17 WWWWWW –3,55

Hella 42,32 WWWWWW –3,51

Commerzbank 6,19 WWWWW –2,72

Aurubis 42,08 WWWWW –2,43

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 02.07. ±% z. 01.07.

Euro Stoxx 50(EU) +0,30

3537/2909 3507,98

CAC 40(FR) +0,16

5611/4556 5576,82

S&P UK(UK) +0,83

1569/1323 1529,69

RTS (RU) – 0,24

1410/1033 1398,26

IBEX (ES) +0,18

9972/8286 9281,50

Dow Jones (US) +0,06

26952/21713 26734,03

Bovespa (BR) –0,21

102617/73450101124,57

Nikkei (JP) +0,11

24448/18949 21754,27

Hang Seng (HK) +1,06

30280/24541 28850,14

Stx Singap. 20 (SG) +0,19

1635/1350 1631,80

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Targobank

targobank.de 3,10 3,10 3,10

Commerzbank

069/98660966 3,74 4,98 4,74

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,69 3,69

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de 4,95 5,95 6,25

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,19 4,29 4,36

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

Gouda, Whisky,Oliven–auf all diese europäischen Produkte soll ein Strafzoll erhobenwerden.

Trump will Käse teurer machen

Von Frank-Thomas Wenzel

Die US-Regierung droht

der EU mit neuen Strafzöllen

auf Whisky,Oliven,

Käse undandereProdukte

als Vergeltung für staatliche Hilfen

für den europäischen Flugzeugbauer

Airbus. Wir erläutern, was Präsident

Trump im Schilde führt und wie die

Europäer sich wehren können.

WarumkommtdieDrohungmitzusätzlichen

Einfuhrhürden ausgerechnet

jetzt?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

Einer dürfte sein, dass Trump mit immer

neuen Volten versucht, bei seinen

Anhängern Aufmerksamkeit zu

erzeugen –erhat bereits die Wahlen

im Herbst 2020 im Blick. Möglicherweise

hofft er zudem darauf, die EU

in einer geschwächten Situation zu

treffenundZwietrachtunterdenMitgliedsländernsäen

zu können. In der

Union wirdderzeit um die Besetzung

von Spitzenposten gerungen, und

schwierige Verhandlungen über den

Brexit kommen näher.

Wasgenau hat die US-Regierung nun

unternommen?

SiehateineListemitGüternveröffentlicht,

für die Einfuhrzölle erhöht

werden könnten, was deren Absatz in

den USA deutlich schmälern würde.

Dazu zählen Oliven, Whisky, Käse,

aber auch Gusseisenrohre. Das Gesamtvolumen

beträgt 4 Milliarden

Dollar (3,5 Milliarden Euro) jährlich.

Von Claus Haffert

Das Stromnetz in Deutschland ist

an mehreren Tagen im Juni in

eine kritische Situation geraten, weil

zeitweise weniger Strom produziert

wurde als benötigt. Ein Blackout hat

nach Einschätzung der Bundesnetzagentur

aber nicht gedroht. „Es bestand

keine Gefahr für die sichere

Stromversorgung in Deutschland“,

teilte ein Behördensprecher in Bonn

mit. Die Gründe für das starke Ungleichgewicht

zwischen Erzeugung

und Verbrauch seien noch nicht eindeutig

geklärt.

„Die Lage war sehr angespannt

und konnte nur mit Unterstützung

der europäischen Partner gemeistert

werden“, teilten die Übertragungsnetzbetreiber

Amprion, Tennet,

US-Regierung droht der Europäischen Unionmit neuen Strafzöllen

SiekommenzueinerbereitsimFrühjahr

beschlossenen Liste mit europäischen

Produkten im Wert von

21 Milliarden Dollar hinzu.

Werden die Sanktionen nun unmittelbar

in Kraft gesetzt?

Nein.Wiesohäufig handeltessich

um eine Drohung, mit der Trump seine

Kontrahenten offenbar in die Defensive

zwingen und bei seinen Anhängern

Agilität demonstrieren will.

Der Handelsbeauftragte Robert

Lighthizer kündigte an, am 5. August

eine Expertenanhörung zu der erweiterten

Liste zu veranstalten. Die

Zölle sind überdies als Vergeltung in

einem Streit über Subventionen für

Airbus gedacht –der Konflikt wirdvor

der Welthandelsorganisation (WTO)

ausgetragen.

Wie beurteilen US-Unternehmen die

Drohungen?

Wie schon bei vorangegangenen

Diskussionen und Beschlüssen über

Strafzölle kritisieren Verbände die

Pläne der Regierung massiv. Sobetonte

der Spirituosenverband

Destilled Spirits Council, die Branche

leide unter bereits bestehenden Restriktionen

–von Landwirten bis zu

Einzelhändlern. Viele Produkte haben

sich im Zuge diverser Handelsstreitigkeiten

bereits verteuert.

Washat es mit den Hilfen für Flugzeugbauer

auf sich?

Seit anderthalb Jahrzehnten läuft

vor der WTO ein Mammutverfahren

Zeitweise unterversorgt

In Deutschland wurde an einigen Tagen im Juni wenigerStrom produziert als benötigt

50Hertz und TransnetBW mit. Am 6.

und 12. Juni sowie am vergangenen

Dienstag habe die zu geringe Stromeinspeisung

in das deutsche Netz „jeweils

zu einem Absinken der Netzfrequenz

im gesamten europäischen

Verbundnetz geführt“.

Die Übertragungsnetzbetreiber

sind für die Stabilität der Stromversorgung

verantwortlich, sie müssen

dafür sorgen, dass genauso viel

Stromeingespeist wird, wie auch genutzt

wird. Schwankungen gleichen

sie mithilfe der für den Notfall vorgesehenen

Regelenergie aus. An den

drei Tagen im Juni habe der Bedarfan

dieser Regelenergie im Schnitt mehr

als sechs Gigawatt betragen. Das sei

doppelt so viel gewesen, wie vertraglich

bereitgestanden habe.„Diese Ereignisse

waren sehr ungewöhnlich,

gegen Airbus und Boeing. Die WTO

sieht auf beiden Seiten Verstöße

gegen ihr Regelwerk für staatliche

Unterstützungen. Das bedeutet

auch, die EU und die USA dürften im

Prinzip jeweils mit Strafzöllen reagieren.

EinSchiedsgericht der WTOwill

MitteAugustüberdieHöhevonmöglichen

Einfuhrabgaben entscheiden.

Lighthizer geht indes von einem

Schaden für die US-Ökonomie von

jährlich 11 Milliarden Dollar aus.

Warum erhalten so mächtige Firmen

wie Boeing und Airbus überhaupt Subventionen?

Die Entwicklung neuer großer

Passagiermaschinen ist ohne staatliche

Hilfen praktisch unmöglich. Die

Kosten und Risiken sind so groß, dass

ein Fehlschlag bei einem neuen Jetmodell

die Pleite von Boeing oder

Airbus bedeuten könnte.Imkonkreten

Fall ging es auch um den Riesenflieger

A380. Unter anderem erhielt

Airbus vomdeutschenStaat großzügigeKrediteundkonntesierelativbequem

mit jeder verkauften Maschine

Schritt für Schritt abstottern.

Wäre auch eine friedliche Einigung

möglich?

Experten haben immer wieder gefordert,

den Streit vorder WTOzubeenden,

und vorgeschlagen, dass sich

die EU und die USA auf gemeinsame

Subventionsmechanismen für Flugzeugbauer

einigen. Das würde letztlich

auch Verlässlichkeit für Boeing

und Airbus bringen. Ob dies mit

aber wir haben sie beherrscht“, sagte

eine Sprecherin des Netzbetreibers

Tennet. Um das Ungleichgewicht

zwischen Erzeugung und Verbrauch

zu schließen, mussten die Netzbetreiber

zusätzliche Kapazitäten beschaffen.

Neben Lieferungen aus

dem Ausland sei zusätzlicher Strom

an der Börse beschafft worden. Auch

auf Angebote von Firmen, ihren

Stromverbrauch gegen Bezahlung

abzuschalten, habe man zurückgegriffen,

sagte die Tennet-Sprecherin.

Das seien festgelegte Prozesse, die

gegriffen hätten. Die Kosten für die

Notmaßnahmen landen über die

Netzentgelte bei den Stromkunden.

Als Konsequenz aus den Engpässen

haben die Netzbetreiber inzwischen

die ausgeschriebene Menge

der Stromreserve zur Netzstabilisie-

FOTO: CARSTEN REHDER/DPA

Trump machbar ist, ist fraglich. Es sei

denn, er will den Wählernbeweisen,

dass er es schafft, einen langwierigen

Konflikt zu lösen, um damit Jobs bei

Boeing zu sichern. Taktisch klug wäre,

solch eine Einigung kurz vor der

Präsidentschaftswahl imHerbst2020

zu erzielen.

Wie reagiertdie Europäische Union?

Die EUhat bereits im April eine

Liste für Strafzölle auf Produkte aus

den USA mit einem jährlichen Einfuhrwert

von 12 Milliarden Dollar

vorgelegt hat. Die Palette reicht von

Ketchup über Nüsse bis zu Videospielkonsolen

und Fahrradpedale.

Dabei geht es um Vergeltung für die

staatlichen Hilfen, die die US-Regierung

über viele JahreBoeing gewehrt

hat.

Was sind die Knackpunkte für einen

Kompromiss?

Trump hat mit der neuen Liste

den Preis für eine Einigung mit den

Europäernnoch einmal deutlich erhöht.

Nicht zu vergessen sind dabei

die drohenden Zusatzabgaben für

EU-Autoexporte in die USA. Rechnet

man alles zusammen, könnte

das dieKonjunkturinder EU massiv

beeinträchtigen. Experten weisen

indes immer wieder darauf hin,

dass esdem Präsidenten vor allem

darum geht, den Agrarmarkt auf

dem alten Kontinent für US-Produkte

zu öffnen. Dagegen wehrt

sich aber die französische Regierung

vehement.

rung erhöht. Dieser Schritt sei vorgezogen

worden, so die Tennet-Sprecherin.

Dieerhöhte Nachfrage führte

zeitweise zu heftigen Kursausschlägen

an der Strombörse. Mittlerweile

beobachte man aber wieder eine

Normalisierung.

Bundesnetzagentur und Übertragungsnetzbetreiber

wollen jetzt klären,

wie es zu der Unterversorgung

gekommen ist. Daswerde aber einige

Zeit dauern. Die dafür notwendigen

Daten würden erst in einigen Wochen

vorliegen, hieß es vonseiten der

Netzbetreiber. Marktteilnehmer sehen

inungenauen Verbrauchs- und

Erzeugungsprognosen einen Grund

für die Probleme. Die Stromhändler

hätten zu wenig Strom geordert und

sich darauf verlassen, dass genügend

Regelenergie vorhanden sei. (dpa)

Thermomix bald

aus China

Wegen einer gesunkenen Nachfrage

in Europa soll die Küchenmaschine

Thermomix nicht länger am Sitz des

Unternehmens VorwerkinWuppertal

gefertigt werden. DieProduktion

laufe dortvoraussichtlich im Dezember

2019 aus,sagte ein Firmensprecher.Vorwerk

will 200 Vollzeitstellen

am Stammsitz abbauen. Einzelne

Thermomix-Komponenten

sollen in Wuppertal weiter produziertwerden

etwa Motoren und

Messer.Wachstumschancen sieht

VorwerkinAsien. Deshalb soll dort

eine neue Thermomix-Fertigung

entstehen. Größter Produktionsstandortbleibe

aber das Thermomix-StammwerkinFrankreich,

betont

Vorwerk. (dpa)

Autoexporte

gehen zurück

Autos steheninWilhelmshaven zurVerladung

nach Überseebereit. FOTO: WAGNER/DPA

Diedeutsche Autobranche kämpft

weiter mit einer schwächelnden

Nachfrage aus dem Ausland. Im ersten

Halbjahr wurden knapp 1,9 Millionen

Autos exportiertund damit

rund 15 Prozent weniger als im gleichen

Zeitraum des Vorjahres,teilte

der Verband der Automobilindustrie

(VDA) mit. Daswirkte sich auch auf

die Produktion aus,die mit 2,5 Millionen

Autos bis Juni 12 Prozent

unter Vorjahresniveau lag. Rund drei

Viertel aller Pkw werden in Deutschland

für den Exportproduziert.

Deutlich zufriedener stimmten die

Branche die Zulassungszahlen im

Inland: Rund 1,8 Millionen Fahrzeuge

wurden hierzulande in den ersten

sechs Monaten zugelassen und damit

etwa ein Prozent mehr als in den

ersten sechs Monaten des vergangenen

Jahres.(dpa)

Nike zieht umstrittenen

Turnschuh zurück

Nike verzichtet wegen Kritik an einer

umstrittenen alten US-Flagge auf

einen Turnschuh, der als Sonderausgabe

für den Nationalfeiertag

„4th of July“ geplant war.Das „Air

Max“-Modell hätte eigentlich diese

Woche in den Verkauf gehen sollen,

wurde jedoch kurzfristig wieder zurückgezogen,

berichtete das „Wall

Street Journal“ am Dienstag. Konkret

geht es um eine als „Betsy Ross

Flag“ bezeichnete Version, die in

den 1770er-Jahren während der

Amerikanischen Revolution entworfen

wurde.Das Symbol sei anstößig,

da es aus einer Ärader Sklaverei

stamme,meinten Kritiker.


8* Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Meinung

Wohnungsnot

ZITAT

Günstiges Bauland

ist ein Anfang

Ulrich Paul

findet die Vorschlägeder zuständigenKommission

gut.

Ja, es hört sich gut an, was die Baulandkommission

vorschlägt, die nach dem

Wohngipfel im vergangenen Jahr eingesetzt

wurde, um Vorschläge gegen die

Wohnungsnot zu machen. Derwichtigste

Vorschlag ist zweifellos,die Haushaltsordnungen

auf allen öffentlichen Ebenen so

zu gestalten, dass eine verbilligte Abgabe

von Grundstücken für den bezahlbaren

Wohnungsbau möglich wird. Wertvolle

Bauflächen müssten dann nicht mehr an

den Meistbietenden verkauft werden.

Zwar gibt es schon jetzt die Möglichkeit,

dass der Bund eigene Flächen für den

Bau von Sozialwohnungen verbilligt abgibt,

doch in Städten wie Berlin stoßen

diese Regelungen an ihre Grenzen. Trotz

Verbilligung ist hier manches Bauareal in

zentraler Lage immer noch zu teuer –jedenfalls,wenn

die Stadt dortWohnungen

mit günstigen Mieten errichten will. Denn

vor den zulässigen Abschlägen wird zunächst

der volle Wert der Grundstücke ermittelt.

Undder ist oftmals schon horrend

hoch. Die vorliegende Verbilligungsrichtlinie

des Bundes muss deswegen überprüft

und an die Realität angepasst werden.

Doch nicht nur der Bund, auch die

Länder müssen die Vergabe der Grundstücke

stärker reglementieren.

Die Vergabe von preisgünstigen

Grundstücken ist die Basis dafür, preiswerteWohnungen

zu schaffen. Um preiswerteWohnungen

auf Dauer zu erhalten,

ist aber mehr notwendig. Etwa die Wiedereinführung

derWohnungsgemeinnützigkeit

als Gegenmodell zur rendite-getriebenen

Immobilienwirtschaft. Dazu

gehört, dass Sozialwohnungen dauerhaft

ihre Bindung behalten und nicht irgendwann

zu freifinanzierten Wohnungen

werden. Es gibt Wege zum preiswerten

Wohnen, man muss sie nur gehen wollen.

Mordfall Lübcke

Wertloser Widerruf

eines Geständnisses

JanSternberg

erklärtdie Strategie des neuen Anwalts

vonStephan E.

Jetzt müssen wir Stephan E. wieder den

„mutmaßlichen Lübcke-Mörder“ nennen.

Denn der 45-Jährige hat am Dienstag

in der Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof

in Karlsruhe sein Geständnis widerrufen.

Dasteilte sein neuer Anwalt, der

Dresdner Frank Hannig, mit.

Neuer Anwalt, neue Strategie. Das ist

nicht ungewöhnlich –und verdient dennoch

einen genaueren Blick. E.s erster Anwalt

Dirk Waldschmidt ist in der NPD aktiv,ervertritt

fast ausschließlich Mandanten

aus der Szene. Wenn E. als Held und

Märtyrer der Bewegung wahrgenommen

werden will, dann ist dieseWahl verständlich.

So ist auch das –nun widerrufene –

Geständnis zu verstehen: als doppelte

Botschaft an die rechtsextremen Kreise

draußen. Stephan E. zeigte sich als derjenige,der

Worten Taten folgen lässt, er fütterte

seine Sympathisanten mit Details zu

Planung und Ausführung. Und zugleich

zeigte er, dass er bereit ist, als Einzelner

verurteilt zu werden, der nichts über Verbindungen

und Netzwerke preisgibt.

Sein neuer Anwalt ist zwar in Pegida-

Kreisen unterwegs und hat einschlägige

Mandate übernommen. Und erhat sich

für die in Dresden starkrechtspopulistisch

angehauchten Freien Wähler in den Stadtrat

wählen lassen. Dennoch ist Hannig

kein Szene-Mann, sondern vor allem ein

erfahrener Verteidiger. Erweiß auch, dass

Stephan E. in seinem Mitteilungsdrang genügend

Beweise offenbarthat, als dass der

Widerruf an der Beweislage etwas ändern

würde. Aber das Verfahren wird komplizierter

und langwieriger –und vielleicht

lässt sich der Generalbundesanwalt auf einen

Deal ein, um das zu verhindern. Zu

verlieren hat der jetzt wieder mutmaßliche

Lübcke-Mörder damit nichts.

Pessimisten

Die gute Nachricht: Trotz allem ist

Europa noch nicht am Ende.Die

Gräben zwischen den Mitgliedsstaaten

sind tief, gerade in der

Flüchtlingspolitik. Aber Romund Berlin sind

noch zu gesichtswahrenden Lösungen bereit

–selbst wenn ein Zerwürfnis so eskaliert ist

wie die Festsetzung der deutschen Seenotretterin

Carola Rackete, die in Italien wegen

der Aufnahme von53Migranten der Schlepperei

beschuldigt wird. Am Ende muss Rackete

nicht in einem italienischen Knast

schmoren. Siewirdsogar vonsovielen Deutschen

unterstützt, dass sie dank einer guten

Million Euro an Spenden die Strafzahlungen

nicht mehr fürchten muss.EineWelle der Solidarität

rollt durchs Land, und auch die Geretteten

dürfen in Europa bleiben.

Leider enden damit die guten Nachrichten.

Denn wer anführt, die große Sympathie

für Rackete gebe Grund zur Hoffnung, konzentriert

sich zu sehr auf die Helden- und

vergisst die Vorgeschichte.Esist fast ein Jahr

her, dass Innenminister Salvini erstmals einem

Rettungsschiff das Anlegen in Italien

verweigerte. Die EU und vor allem die Bundesregierung,

Außenminister inklusive, hätten

längst eine Lösung finden müssen. Stattdessen

wurde die EU-Rettungsmission beendet,

allein in diesem Jahr ertranken bislang

mindestens 584 Menschen im

Mittelmeer. Die Gesamtbilanz seit 2015, als

die Krise nach Italien und Griechenland mit

großer Verspätung auch Deutschland erreichte:

Fast 15 000 Männer,Frauen und Kinder

starben beim Fluchtversuch über das

Mittelmeer. Die Flüchtlinge aus dem Wasser

zurück in die libyschen Folterlager zu bringen,

wäreübrigens völkerrechtswidrig.

Der Streit über die Rettungscrew um Rackete,die

das nicht mehr hinnehmen wollte,

Mein Sohn bekam neulich sein Abiturzeugnis.

Zwei Siebtklässler moderierten

die Feier. Ihre Frage an die Älteren: Wer

weiß denn schon genau, in welche Richtung

es ab Herbst gehen soll? Gedämpfte Heiterkeit

im Saal. VomAbschlussjahrgang, so weit

überschaubar,meldete sich –niemand. Klar,

kein Abgänger wollte sich hier zum Horst

machen. Aber auch repräsentativeren Umfragen

zufolge hegt nur knapp jeder zweite

Abiturient längerfristige Pläne.

Manche schieben ein Freiwilliges Soziales

Jahr ein, andere worken und traveln in Neuseeland.

Ein nicht ganz kleiner Teil hält sich

an den Buchtitel„Ich chill’erst mal und dann

mach’ ich nichts“. Auch diese Phase ist in

Ordnung, solange sie nicht bis Mitte 30 dauert

und das Elternhaus die geringe Erwerbsneigung

ausgleicht. The Kids Are Alright. Sie

suchen und finden, früher oder später. Ich

überlege,obich sie beneide.

Bei uns –daist er, der alte, weiße Onkelsatz

–gab es das nicht. Meinereiner wurde

noch polytechnisch beschult. Ich leistete

schon mit 13 alle zwei Wochen PA –Produktive

Arbeit –und lötete Lautsprecher beim

VEB Stern-Radio. Von klein auf wurden wir

unterwiesen, an den künftigen Arbeitsplätzen

zuvörderst nicht uns selbst, sondern

Frieden und Sozialismus zu verwirklichen,

und zwar pronto.

Erst einmal Neuseeland? Guter Scherz. Es

war undenkbar, nach der letzten Zeugnisübergabe

weder Lehrstelle noch Studienplatz

zu haben. Als hinreichend abenteuer-

Migration

Ikonen

unterwegs

Steven Geyer

schreibt, dass der Einsatz vonAktivistinnen wie Carola Rackete

wichtig ist, aber politische Lösungen nicht ersetzen kann.

ist deshalb rein symbolisch – gerade mit

Blick auf die Bundesregierung. Denn als die

„Sea Watch 3“ auf freien GewässernumHilfe

bat und Italien sie samt Flüchtlingen hätte

anlegen und weiterziehen lassen; als sich etliche

deutsche Gemeinden zur Aufnahme

bereit erklärt hatten – da verweigerte das

deutsche Innenministerium die Erlaubnis.

Horst Seehofer will jeden Präzedenzfall einer

Alleinaufnahme vermeiden, denn nichts hält

CDU und CSU so zusammen wie der

Schwur,„2015 darf sich nicht wiederholen“.

So gleichen sich deutsche und italienische

Politik in Motiv und Resultat: Dichtmachen!

Mitdem Unterschied, dass Deutschland und

gerade seine CSU-Innenminister das Problem

jahrelang schlicht Italien überlassen

KOLUMNE

Ohne Ziel

in Richtung

Zukunft

André Mielke

Autor

lich bis asozial gegolten hätte schon der Gedanke

an einen einjährigen Bewusstseinserweiterungstrip

durch den BezirkGera.

DerBegriff Orientierungsphase war noch

nicht erfunden. Weniger Chancen, geringere

Risiken. Im Zweifelsfall durfte man sich frei

dafür entscheiden, seine persönlichen Interessen

mit den gesamtgesellschaftlichen Erfordernissen

in Einklang zu bringen. Wereinen

objektiv wichtigen Schritt nicht gehen

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

hatten –bis die Wähler so frustriert waren,

dass sie den heutigen rechtspopulistischen

Machthabernins Amt verhalfen.

Nun ist es zwar die bessere Geschichte,

Kapitänin Rackete als mutige Kämpferin gegen

die rechten Hardliner zu stilisieren –

oder, wie die Gegenseite, sie als zu Unrecht

gefeierte Rechtsbrecherin zu verdammen.

Zur Wahrheit gehört aber, dass die humanitäre

Hilfe von kriminellen Schleppern ausgenutzt

wird, die den Hoffnungslosen die Rettung

vordem Ertrinken als immerhin fünfzigprozentige

Chance auf eine Zukunft imgoldenen

Europa verkaufen. Unddass viel mehr

Migranten auf dem Weg zur nordafrikanischen

Küste in der Saharasterben –ohne Millionenspende

und ohne Galionsfigur. Wahr

ist auch, dass die Regierungen Nordafrikas

keine Auffanglager in ihren Ländern wollen,

in denen man sich um einen legalen Weg

nach Europa bewerben könnte. Kurz: Eine

Lösung der Migrationskrise ist hochkomplex

–und entscheidet sich nicht daran, wann Carola

Rackete wieder in Deutschland ist.

Da geht es ihr wie den anderen Aktivisten,

die zu Ikonen wurden: Ein Schulstreik mit

Greta Thunberg ist leichter organisiert als

eine bessere EU-Klimapolitik. Die Frage, ob

Edward Snowden Held oder Verräter ist, debattiert

sich einfacher als Wege aus der digitalen

Überwachung. Die Freilassung von

Pussy Riot setzt mehr Leidenschaft frei als diplomatische

Annäherungen an den Kreml.

Unddoch muss klar sein, dass die Lösung

für all das nicht in abgeschotteten Nationalstaaten,

sondernineinem gemeinsamen Europa

liegt –aber auch, dass die Bürger dabei

mitgenommen werden müssen.Der Fall Rackete

zeigt, dass es viele Willige gibt. Und

dass Europa weit davon entfernt ist, diesem

Anspruch gerecht zu werden.

wollte, wurde subjektiv in die Spur geschoben.

Falls es dann nicht funktionierte,fühlte

der junge Mensch sich nicht unbedingt –wie

heute oft –als Versager,sondernkonnte dem

Staat die Schuld geben. Dasist einVorteil von

Diktaturen. Nach drei Studienjahren hatte

ich mein sogenanntes Einsatzgespräch. Ein

Herr fragte:„Sie möchten also zum Satiremagazin

Eulenspiegel?“ Statt meiner antwortete

der zweite Herr: „Ja. Aber wir wollen,

dass Siezur Berliner Zeitung gehen.“

Solche Verfahren erscheinen mir nicht

zeitgemäß. Aber etwas mehr Handreichung

dürfte es manchmal schon sein. Ständig

heißt es,Firmen und Behörden suchten händeringend

Nachwuchs: Ingenieure, Informatiker,

Ärzte, Lehrer, Handwerker. Beim Fußball

funktioniertdas so,dass die Top-Vereine

ihre Häscher schon durch die Kinderligen

scheuchen. Aus der Schule meines Sohnes

ist mir dergleichen nicht bekannt. Standen

bei den Leistungskurs-Tutoren je Scouts von

Konzernen und Wirtschaftsverbänden auf

der Matte und bettelten um die Namen potenzieller

Neuverpflichtungen? Darum, ein

paar Schülerneine exklusiveBetriebsbesichtigung

oder einen Laborferienjob anbieten

zu können? Einzig die Bundeswehr wurde

mal vorstellig, aber da gab es Proteste.

Folgerichtig warteten nach der Abi-Feier

draußen auch keine Unternehmens-Recruiter

und balgten sich um ziellose Talente.

Könnte man doch mal machen. So schlecht

ist das Berliner Abitur nun auch wieder

nicht.

„Die großen Aufgaben wie

Frieden, Sicherheit, Klimaschutz,

Migration, Digitalisierung,

ökonomische Stabilität

können wir nicht

im nationalen Alleingang

stemmen.“

Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident, im Spiegel

über globale Lösungen in politischen Krisenzeiten

AUSLESE

Kein „Weiter so“

in Bremen

Inder Nacht zum Montag einigte sich die

Bremer SPD mit Grünen und Linken auf

einen Koalitionsvertrag. Anders als zunächst

vermutet, wird die rot-grün-rote

Regierung nicht der bisherige Bürgermeister

Carsten Sieling von der SPD führen: Er

gab am Montag seinen Rücktritt bekannt.

Die Süddeutsche Zeitung nennt Sielings

Schritt „taktisch klug“. „Und er ist honorig.

Sieling saß zwar viel zu kurz imRathaus,

um an den Problemen Bremens maßgeblich

schuld zu sein. Außerdem kann man

dem Sozialdemokraten die katastrophale

Lage seiner Partei längst nicht allein anlasten.

Dennoch übernimmt er die Verantwortung

dafür, dass die Wähler seine SPD

nach 70 Jahren als führende Regierungspartei

auf Platzzweihinter der Union verwiesen

haben. Und erermöglicht einen

Neuanfang an der Spitzedes Senats.“

Die Neue Osnabrücker Zeitung hält es

für überfällig, dass Carsten Sieling dieVerantwortung

für die Wahlschlappe der Sozialdemokraten

bei der Bürgerschaftswahl

im Mai übernimmt. „Die SPD hat

eine langjährige Bastion verloren und ist

erstmals seit 73 Jahren nicht mehr

stärkste Partei in der Bremer Bürgerschaft.

Ein einfaches ‚Weiter so‘ war folglich

nicht möglich.“ Allerdings, so die

Neue Osnabrücker Zeitung, befreie Sielings

Verzicht aufs Bürgermeisteramt Rot-

Grün-Rot nur teilweise vondiesemMakel.

„Es bleibt der Schönheitsfehler,dassnicht

die stärkste Fraktion, sprich die CDU, den

Regierungschef stellt.“ Tanja Brandes

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Warm und sonnig wie

nie: Ein Rückblick

auf den Juni

Seite 12

Kunst für Thälmann: Bezirk will das Denkmal erweitern Seite 11

Nach Zoff im Senat: Stadtentwicklungsplan Wohnen soll kommen Seite 13

Stadtbild

Barfuß statt

Lackschuh

Torsten Landsberg

bleibt vorerst bei der

Schuhsohle.

Eine Physiotherapeutin hat während

der Behandlung mal empfohlen,

bei jeder Gelegenheit barfuß

zu laufen, am besten über Wiesen

und ähnlich unebenes Terrain. Viele

Verspannungen, Blockaden und

Fehlstellungen kämen daher, weil es

unsereFüße heutzutage kaum mehr

gewohnt seien zu arbeiten: weil wir

die meiste Zeit sitzen und dann,

wenn wir aufstehen, gepolsterte

Sohlen alles abfedernwürden.

Eine über die bloße sommerliche

Barfüßigkeit am Seehinaus gehende

Variante findet mittlerweile immer

mehr Anhänger: Der Verzicht auf

Schuhe und alles,was eine Sohle hat

– und zwar mitten im Alltag der

Stadt. Kinder laufen samt Elternvon

der Haustür barfuß zum Eisladen,

Erwachsene lassen nach dem Besuch

im Volkspark die Schuhe einfach

im Rucksack. Einem ehemals

überzeugten, irgendwann aber

durch Glassplitter bekehrten Flip-

Flop-Träger mit manchmal zu großer

Fantasie nötigt das Respekt ab.

Denn auch die ohnehin unerfreuliche

Vorstellung, in einem unaufmerksamen

Moment in Exkremente

zu treten, potenziert sich barfuß in

ungeahnte Regionen des Ekels.

Mit nackten Füßen durch die

Stadt laufen, anders als im Urlaub

unvermeidlich mit schmutzigen

Sohlen, das war lange Zeit eine von

Otto-Normal-Bewohnern abschätzig

beäugte und einem„asozial“ tituliertem

Spektrum zugeordnete Eigenheit.

Später kamen ein paar Esoteriker

dazu, die ihre blanken Füße

mit Pluderhosen in bunten indischen

Mustern kombinierten. Wer

einmal barfuß durch Goa gelaufen

ist, lässt sich danach auch in der

Stadt nicht mehr in Schuhe zwängen.

Jedenfalls nicht vordem nächsten

Herbst.

Nunist ein Trend erkennbar,vielleicht

dem heißen Sommer geschuldet.

EinMann mittleren Alters,ineinen

klassischen grauen Anzug gewandet,

eine lederne Aktentasche

im Takt seines Gehens schwingend,

entschied sich vor ein paar Tagen

zum Feierabend für barfuß statt

Lackschuh. Eine kompromisslose

Entscheidung –ehrlicher als Barfußschuhe

und stilsicherer als die Modelle

mit eigenen Kammern für jeden

Zeh, die aber ohnehin nur von

Menschen getragen werden, die

auch Liegefahrrad fahren.

Was aber wird aus dem Barfußtrend,

wenn die Saharawinde abflauen

und die heißen erst zu milden,

schließlich zu frischen und

letztlich zu kalten Temperaturen

schrumpfen? Dann konkurrieren die

körperlichen Befindlichkeiten miteinander.Kalte

Füße,sosagte es mal

ein Hausarzt, seien nämlich ein

prima Wegbereiter für Erkältungen.

Nicht immer ein schöner Anblick: nackte

Füße.

IMAGO STOCK&PEOPLE

Mehr als 8200 Taxis gibt es in Berlin. Doch Fahrgäste wandernab. Deshalb wird die App MyTaxi in FreeNow umgetauft und vermittelt bald auch Fahrten mit Mietwagen.IMAGO IMAGES

Noch mehr Konkurrenz für Taxen

Brancheverliertimmer mehr Kundenanbilligere Mietwagen. Unternehmenfordernflexible Tarifgestaltung

VonPeter Neumann

Hohe Kosten, strenge Regeln

und ein Wettbewerb,

der immer härter

wird: Es ist nicht einfach,

als Taxiunternehmer zu bestehen.

Jetzt muss sich die gebeutelte Branche

auch in Berlin auf zusätzliche

Konkurrenz einstellen. Die App My-

Taxi, die derzeit ausschließlich Taxifahrten

vermittelt, erweitert ihr Angebot.

Unter dem neuen App-Namen

FreeNow können die Nutzer

bald auch Mietwagen inklusive Fahrerbuchen

–zuFahrpreisen, die unter

den Taxitarifen liegen. Das stößt

auf Kritik. Detlev Freutel vom Taxi-

Verband Berlin Brandenburg: „BMW

und Daimler, denen FreeNow gehört,

wollen so werden wie Uber“ –

der große US-Fahrtenvermittler.

„Das Taxi ist in unserer DNA. Es

gibt keinen Anlass,das aufzugeben“,

beteuerte Alexander Mönch, der

Deutschland-Chef vonFreeNow,am

Dienstag. 2009 wurde die App My-

Taxi scharf geschaltet. Heute ist sie

Marktführer und vermittelt in über

hundert europäischen Städten die

Dienste von mehr als 100 000 Taxifahrern.

In Deutschland kommen in

diesem Jahr 16 Städte hinzu, zum

Beispiel Dresden und Rostock. Das

Taxisharing Mytaximatch, das es

auch in Berlin gibt, wirdausgebaut.

FreeNowgegen Uber und Berlkönig

Doch so stabil die Taxibranche

wirkt, ihre Basis erodiert. „Kunden

wandern ab–vor allem die jungen,

preissensiblen“, stellte Mönch fest.

„Dem Taxi laufen die Nutzer davon.“

Immer häufiger würden andere

Angebote genutzt. Uber vermittelt

Mietwagen, in denen Chauffeure

am Steuer sitzen. Auch das

Ride Sharing, ein Mittelding zwischen

Sammeltaxi und Rufbus, gewinnt

an Bedeutung. In Berlin wird

es vertreten durch den Berlkönig,

einem Unternehmen der Berliner

Verkehrsbetriebe (BVG) und der

Mercedes-Benz-Firma Via Van, sowie

durch das einstige Start-up Clever

Shuttle, das heute mehrheitlich

der Deutschen Bahn gehört.

Die Fahrpreise sind niedriger als

in Taxis –kein Wunder, wenn man

kapitalkräftige Geldgeber im Rücken

hat, die andauernde Defizite ausgleichen.

Die neuen Dienste wirken zudem

moderner als die Taxibranche.

DieBehörden haben die Entwicklung

lange unterschätzt, sagte Alexander

Mönch. Dabei sei die Konkurrenz

seit zwei Jahren immer deutlicher

spürbar: „Wir müssen uns

dem internationalen Wettbewerb

stellen, damit uns die Felle nicht davon

schwimmen. Um Kunden nicht

zu verlieren, werden wir damit beginnen,

Gegenangebote zu starten.“

Mietwagen mit Fahrer werden bei

FreeNow die Taxis als neue Buchungsoption

ergänzen. Los geht es

Ende Juli in Hamburg. Bis Ende August

wird die App inFrankfurt am

Main und Berlin erweitert, drei weitere

Städte folgen 2019. „Wir wollen

auch in diesem Bereich die Nummer

1werden“, sagte Mönch. In Berlin

werden zunächst 600 bis 700 Fahrzeuge

eingesetzt, in Hamburg sollen

es 150 sein. „Für uns steht Free Now

vor allem für ein Freiheitsgefühl“,

sagte Marketing-Chef Thomas Zimmermann.

„Dazu gehört eine Auswahl

in Sachen Mobilität, egal wo

und wann man unterwegs ist.“ So

sollen elektrische Tretroller der

MarkeHivekünftig auch in Deutschland

vermietet werden –wo, ist noch

ungewiss.Derzeit gibt es die E-Scooter

in sieben europäischen Städten.

In Berlin sind rund 2000 Mietwagen

und zirka 8200 Taxis konzessioniert,

sagte Mönch. Ihre Aufgaben

sind identisch: Menschen ans Ziel

Beim Starttermin am Dienstag in Berlin: Ein BMW und ein Daimler flankieren Thomas

Zimmermann (l.) und Alexander Mönch von FreeNow.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

bringen. Allerdings sind Taxis in rigidereRegelwerke

eingebunden. So gilt

für sie innerhalb festgelegter Gebiete

eine Beförderungspflicht. Auch dürfen

Taxifahrer nur die Tarife berechnen,

die behördlich genehmigt worden

sind. Für Mietwagen ist die Fahrpreisgestaltung

dagegen frei, und es

ist zulässig, dass die Preise in Zeiten

großer Nachfrage steigen.

„So lange es bei starren Tarifen

bleibt, wird das Taxi immer mehr

Kunden verlieren. Dies wäre der Anfang

vom Ende des Taxigewerbes“,

mahnte Mönch. Darum setze er sich

dafür ein, dass die Branchen Taxi und

Mietwagen zu einem „reformierten

Gemeinschaftsgewerbe“ verschmelzen

–mit einem flexiblen Tarif, der

aber Unter- undObergrenzen hat.

In der Taxibranche ist man schon

länger nicht gut auf MyTaxi zu sprechen.

Dorterinnertman sich an den

Plan, die Provision für jede vermittelte

Fahrtvon sieben auf 25 Prozent

zu erhöhen. „Er wurde zwar zurückgezogen,

aber ich hatte das Gefühl,

dass sie sich nicht damit zufriedengeben

werden“, sagte Hermann

Waldner, Chef der Funkzentrale Taxi

Berlin sowie Vizepräsident des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen.

Dass bald auch Mietwagenfahrten

vermittelt werden, sei erklärbar,

weil dafür höhereProvisionen üblich

seien –zum Beispiel 25 Prozent. Weil

zugleich aber nur niedrige Fahrpreise

erlöst werden, seien Mietwagenbetreiber

einem enormen Druck

ausgesetzt, so Waldner. Das erhöht

Berichten zufolge deren Bereitschaft,

Fahrpersonal zu Niedriglöhnen

und schwarzzubeschäftigen.

Berliner Behördeist überlastet

Selbst die wenigen Regeln, die es für

diese Branche gebe, würden häufig

nicht eingehalten. In Berlin müssten

die Mietwagen nicht mal Wegstreckenzähler

haben, sagte Taxi-Experte

Wilfried Hochfeld. Die Pflicht,

nach jeder Tour zum Betriebssitz zurückzufahren,

sofern esnicht direkt

einen Anschlussauftrag gibt, würde

ebenfalls oft nicht beachtet. Alles in

allem leide die Taxibranche unter erheblichen

Wettbewerbsnachteilen.

In Berlin wäre esdie Aufgabe des

Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten,

die Regeleinhaltung

zu kontrollieren. „Doch

für die zehn bis 15 Mitarbeiter ist das

nicht leistbar“, meinte Mönch. Er

versicherte, dass bei FreeNow alle

Richtlinienbeachtetwürden.

„BMW und Daimler versuchen

panisch, Uber hinterherzulaufen.

Dasist keine Option fürdie Verbraucher“,

sagte Michael Müller, Präsident

des Bundesverbands Taxi und

Mietwagen. „Denn nur das Taxi garantiertMobilität

für alle durch feste

Tarife, die von den Kommunen festgelegt

werden. FreeNow wird zu

mehr Verkehr und Stausführen.“

NACHRICHTEN

Open-Air-Ausstellung zur

friedlichen Revolution

Direkt an der einstigen Mauer erinnertjetzt

eine Ausstellung unter

freiem Himmel an die friedliche Revolution

vor30Jahren. DieSchau vor

dem Abgeordnetenhaus soll am

Mittwoch eröffnet werden. Auf

20 Tafeln werden mehr als 100 Fotos

und Dokumente präsentiert, teilte

die Bundesstiftung zur Aufarbeitung

der SED-Diktatur mit. DieStiftung

organisierte die Ausstellung mit dem

Ost-Beauftragten der Bundesregierung,

Christian Hirte. (dpa)

Baukammer:Findlinge in

Bergmannstraße gefährlich

DieFindlinge auf der Bergmannstraße

in Kreuzbergsind nach Ansicht

der Baukammer ein „gefährlicher

Eingriff in den Straßenverkehr“.

DasPlatzieren der großen Steinbrocken

gegen Falschparker sei ohne

Absperrungen und Warnlampen im

Dunkeln eine akute Gefährdung der

Verkehrsteilnehmer,hieß es in einer

Mitteilung der Vereinigung von

Bauingenieuren am Dienstag. Der

Bezirkmache sich mit der Aktion

möglicherweise sogar strafbar. (dpa)

Zwei Kinder bei Waldbrand in

Westend verletzt

In der Murellenschlucht in Westend

sind am Dienstag etwa 3000 Quadratmeter

Waldboden in Brand geraten.

DieFeuerwehr war seit dem

Nachmittag mit 65 Kräften vorOrt.

In der Nähe des Brandortes hätten

die Einsatzkräfte zwei Kinder mit

Rauchvergiftung gefunden und in

ein Krankenhaus gebracht, sagte ein

Sprecher der Feuerwehr.Der Brand

sei noch nicht unter Kontrolle.Zur

Brandursache lagen zunächst keine

Erkenntnisse vor. (dpa)

Mehrere E-Scooter-Fahrer

bei Unfällen schwer verletzt

Seit rund zwei Wochen sind sie auf

Straßen in Deutschland erlaubt: Mit

dem neuenVerkehrsmittel E-Scooter

häufen sich in Berlin die Unfälle.Allein

am vergangenen Wochenende

seien vier Menschen nach Stürzen

vonElektro-Tretrollernstationär

aufgenommen worden, sagte eine

Sprecherin des Unfallkrankenhauses

Berlin in Marzahn. Zwei leichter

verletzte E-Roller-Fahrer konnten

die Klinik nach einer Behandlung

wieder verlassen. DiePolizei hat seit

der Zulassung der E-Scooter sieben

Unfälle und einige Verkehrsverstöße

registriert. Polizisten vermuten,dass

täglich Hunderte Male gegen das

Verbot, auf Gehwegen zu fahren, verstoßen

wird. In einer ersten Bilanz

appellierte die Polizei am Dienstag

an die Fahrer,sich vordem Startmit

dem Roller vertraut zu machen. (ls.)

Ein Helm schützt vor Kopfverletzungen,

auch bei E-Scooter-Fahrern. DPA/R. WEIHRAUCH


10 * Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Berlin

Luftig,leicht und elegant: Models bei der Maisonnoée-Show im E-Werk. Auch kleine Mädchen stolzierten ganz selbstbewusst über den Laufsteg. GETTY IMAGES/SEBASTIAN REUTER (4)

Ein Schal aus gewaltfreier Seide

RENATE KÜNAST

hätte man früher eher nicht in der

ersten Reihe bei der Mercedes-Benz

FashionWeek vermutet. Auch weil die

grüne Basis Auftritte in solchen Zusammenhängen

gern bei Wahlgängen

auf Parteitagen abgestraft hat.

Klar also, dass die Politikerin sich nie

vonFirmen einladen ließe,die Näherinnen

schlecht behandeln, im Herstellungsprozess

für schöne Kleidung

Hässliches mit der Umwelt anstellen

und Wegwerfmode produzieren. Bei

der nachhaltig arbeitenden Firma

Neonyt gehört sie allerdings zu den

Stammgästen, man könnte die frühere

Ministerin schon fast als Maskottchen

bezeichnen: „Ich war schon

dabei, als Neonyt noch ,The Key to’

hieß. Das ist fast 20 Jahre her. Und

zwischendurch hieß es Green Fashion.“

Denneuen Namen findet die

ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin

besser, weil der nicht so

nach Öko-Zimtlatschen klingt: „Neonyt

vermittelt die Nähe zu den

Trends.“ Sie selbst hatte zur Modenschau

ein älteres Stück der Firmaangelegt,

das sie sich vorJahren gegönnt

hat:„Das ist ein Schal aus gewaltfreier

Seide.“ Sie spürt, dass diese Bezeichnung

erklärungsbedürftig ist:„Bei der

Herstellung von gewaltfreier Seide

werden die Seidenraupen nicht, wie

sonst üblich, mit heißem Wasser

überbrüht.“

An der Show von Nenonyt gefiel

der Grünen diesmal besonders ein

Aspekt: „Wow! Plötzlich gibt es viele

Männer, die Mode vorführen. Und

für die gibt es auch vieles zum Vorführen.“

Wasdie Herren da über den

Laufsteg trugen, fand sie allerdings

nicht hundertprozentig ins richtige

Leben übertragbar: „Es war für den

normalen Mann wohl etwas zu kess

Model, Moderatorin, Schauspielerin:

Fiona Erdmann

CHRISTIAN SCHULZ

kombiniert.“ Für sie lautet die Botschaft

der Neonyt-Schau, mit der der

Betrieb auf dem Laufsteg im E-Werk

am Dienstag startete: „Auch Männer

können jetzt schicke Ökomode tragen“

Es gibt keine Ausreden mehr.

Direkt nach der Show konnte

man übrigens erleben, welche Art

vonFans sich gemeinsame Fotos mit

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Bei der Fashion Week genießt Renate

Künast grüne Mode und Nanna

Kuckuck freut sich über Plissee

Katrin Wrobel und Wolfgang Umla verbindet ein gemeinsames Hobby: nämlich die Hühnerzucht.

CHRISTIAN SCHULZ

Renate Künast wünscht und bekommt.

Vorgestellt haben sie sich so:

„Wir haben einen Bio-Laden im

Schwäbischen...“

MICHAEL MICHALSKY

kann sich über deutsche Modekäufer

manchmal nur noch wundern:

„Ein einstelliger Euro-Preis ist ganz

sicher kein fairer Preis für ein T-Shirt

–essei denn, es ist vomFlohmarkt.“

DerDesigner,der seine neue Kollektion

zum Abschluss der Modewoche

am Mittwochabend vorstellen wird,

hat einen guten Tipp für Käufer von

Kleidung: „Jeder hat die Möglichkeit,

ins Etikett zu schauen, um zu sehen,

wo das Produkt hergestellt wurde.“

Mit gewaltfreier Seide um den Hals:

Renate Künast

CHRISTIAN SCHULZ

Und inBangladesh, wo viele Konzerne

herstellen lassen, seien die

Löhne nun mal besonders gering

und die Arbeitsbedingungen extra

schlecht. Er vergleicht: „Die Menschen

regen sich über Massentierhaltung

auf. Weil sie aber das Gefühl

haben, sie müssten sieben Tage die

Woche Fleisch essen, gehen sie in

den Supermarkt und nehmen die

Wurst für 1,99. So ist es auch bei Bekleidung.

Irrsinn.“

KATRIN WROBEL

hätte bei der Fashion Week alles

Mögliche erwartet, aber nicht diese

Begegnung.Wolfgang Umla, seit Jahren

die gute Seele der Mercedes-

Benz-Lounge, erwies sich im Gespräch

nämlich als Mensch, mit dem

sie das Hobby teilt und stundenlang

Erfahrungen austauschen kann. Ihr

gemeinsames Thema ist die Hühnerzucht.

Beide können schon lange

nichts mehr mit Supermarkt-Eiern

anfangen, sondern wurden Selbstversorger

und beschenken Freunde

mit frischen Eiern. Die ehemalige

Miss Germany hält deshalb Zwerghühner

(und musste alle Backrezepte

auf die kleinereEiergröße umschreiben).

Umla hat sich seltenen

Hühnerrassen verschrieben: „Die legen

zwar weniger Eier, aber mir ist

das egal! Diesind einfach schön.“

NANNA KUCKUCK

schaute sich die Maisonnoée Show

im E-Werk an. Die Berliner Mode-

Designerin lobte anschließend kollegial:„Die

Kids auf dem Laufsteg haben

mich geflasht. Wie cool die waren!“

Undein Material fand sie in der

Kollektion besonders schick. Wassie

allerdings nicht überraschte:„Plissee

ist immer schön!“

FIONA ERDMANN

saß ebenfalls bei Maisonnoée in der

ersten Reihe.Und tat etwas,was man

am Laufsteg eher selten sieht. Und

was gegenüber den Models auch ein

bisschen gemein war: Sie futterte.

Popcorn aus der Geschenketüte, die

sie auf ihrem Platz vorgefunden hatte.

Ganz ohne Laufsteg

Während der eintägigen Konferenz Fashiontech treffen sich im Festsaal Kreuzberg Mode- und Technologieunternehmen. Keine Stadt ist dafür passender als Berlin

Alt-Treptow, Am Flutgraben 2. Im

dortigen Festsaal Kreuzberg findet

am Donnerstag die wohl einzige

Veranstaltung der am Montag begonnenen

Berlin Fashion Week statt,

die ohne Laufsteg auskommt. Fashiontech

heißt sie, wird nun bereits

zum zehnten Mal durchgeführt und

ist eine Konferenz, auf der sich Fachbesucher

über die Zukunft der Mode

austauschen. Allerdings geht es weder

um Rocklängen noch Trendfarben,

sondernumMode als Geschäft.

InVorträgen und Podiumsgesprächen

werden sich etablierte Unternehmen,

Start-ups,Marketingexperten,

Modeblogger und Influencer

darüber informieren, was es Neues

gibt an der Schnittstelle von Mode

und Technologie.Esgeht um Digitalisierung

und die Entwicklung neuer

Geschäftsmodelle. Die Teilnehmerliste

der Fashiontech Berlin ist folglich

ein Mix aus zwei Welten. Vertreten

sind Modefirmen wie Adidas,

Boss oder Tommy Hilfiger, die im

Festsaal auf Unternehmen wie Microsoft,

Electronic Arts oder Rocket

Internet treffen werden. Aufder Rednerliste

finden sich der Designer Michael

Michalsky, Gant-Chef Brian

Grevy oder die Berliner Schuhlabel-

Gründerin Luisa Krogmann.

So werden während der Konferenz

Firmen, die nach dem Digital-

First-Prinzip gegründet wurden,

über ihre Erfahrungen berichten. In

der Kategorie„Street Culture“ geht es

vor allem darum, wie Mode von sozialen

Medien beeinflusst wird. Die

Marken Moschino, Jack &Jones und

Champions berichten, wie sie die

Mit Hilfe einer VR-Brille kann man auf digitale Modenschau gehen.

DPA/BRITTA PEDERSEN

Millionen Menschen fesselnden

Sparten „E-Sports &Gaming“ nutzen.

Vorträge aus dem Bereich Sustainable

Future widmen sich nachhaltiger

Mode und dürften besonders

gut besucht sein. Immerhin gibt

es in Berlin mehr als 30 Modelabels,

die Nachhaltigkeitskriterien in der

Produktion der Kollektionen berücksichtigen.

Wenngleich die Fashiontech nur

einen Bruchteil der Fashion-Week-

Besucher anlocken wird, so ist die

Konferenz vielleicht sogar die für

Berlin bedeutsamste Veranstaltung

innerhalb der Modewoche. Denn

tatsächlich existieren in dieser Stadt

zwei Wirtschaftsfelder nebeneinander

wie wohl nirgendwo sonst. Zum

einen ist Berlin nicht nur Arbeitsort

für mehr als 600 Designer.Mit insge-

samt 2800 Firmen hat Berlin die

höchste Dichte an Modeunternehmen

in Deutschland. Mehr als

25 000 Jobs sind mit ihnen verbunden,

mit einem Jahresumsatz von

zusammen 5,5 Milliarden Euro ist

Berlin einer der wichtigsten Standorte

der deutschen Modeindustrie.

Zugleich ist diese Stadt die Digitalhauptstadt

des Landes. Die Branche

der Informations- und Kommunikationstechnik

wächst seit 2004

jährlich im Schnitt um sechs Prozent.

Fast 90 000 Menschen sind in

diesem Wirtschaftsbereich beschäftigt,

in dem mit zehn Milliarden Euro

inzwischen mehr Umsatz erwirtschaftet

wird als in den Unternehmen

des Baugewerbes. Idealbedingungen

also für ein Treffen vonMode

und Technologie. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 11 *

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Berlin

Kommunist mit Kommentar

Senat und Bezirk Pankow wollen das monumentale Denkmal von Ernst Thälmann in Prenzlauer Berg historisch erklären und künstlerisch gestalten lassen

VonMikeWilms

Erich Honecker persönlich

weihte es vor 33Jahren ein:

Seitdem prägt das monumentale

Ernst-Thälmann-

Denkmal des Bildhauers Lew Kerbel

die Greifswalder Straße zwischen

Danziger Straße und S-Bahnhof.

Doch inzwischen empfinden immer

mehr Menschen die sozialistische

Heldendarstellung aus DDR-Zeiten

als fragwürdig. Vorallem junge Anwohner

wissen nur wenig über den

Arbeiterführer und KPD-Politiker

Thälmann. Der Bezirk Pankow will

dieser Entwicklung gerecht werden –

und das Denkmal erweitern.

Kunstwettbewerb startet

Das 13Meter hohe Bronze-Monument

soll in Zukunft nicht mehr für

sich allein stehen, sondern umeine

historische Kommentierung ergänzt

werden. Allerdings wünschen sich

die Verantwortlichen in Land und

Bezirk mehr als eine einfache Steinplatte

mit einem erklärenden Text. In

einem seit Montag laufenden, bundesweit

offenen Kunstwettbewerb

werden nun, so heißt es in der Ausschreibung,

„innovative künstlerische

Konzepte“ gesucht. Ein möglicher

Siegerentwurf müsse eine kritische

Auseinandersetzung mit der Figur

Thälmann leisten und zugleich

„zur Belebung des Ortes beitragen“ .

Die Bezirksverordnetenversammlung

Pankow hatte bereits im

Jahr 2013 gefordert, die Geschichte

Das Ernst-Thälmann-Denkmal in der Greifswalder Straße erinnertseit 1986 an den KPD-Politiker und Arbeiterführer.

des Denkmals auch Zugezogenen

und jüngeren Anwohnern ohne

DDR-Sozialisation näherzubringen.

Doch dem Bezirk fehlten lange Geld

und Personal, um den Beschluss

umzusetzen. Inzwischen stehen, wie

es in einer Bezirksmitteilung heißt,

insgesamt 180 000 Euro für die Umgestaltung

bereit. Darin sind sowohl

Honorar-, als auch Material- und

Herstellungskosten enthalten. Läuft

alles planmäßig, soll der Kunstwettbewerb

bis April 2020 enden. Die

bauliche Umsetzung des Siegerentwurfs

soll 2021 beginnen.

IMAGO IMAGES/JÜRGEN RITTER

Zeitlich überschneiden könnte

sich das Erweiterungsvorhaben mit

der geplanten Sanierung des Ernst-

Thälmann-Denkmals. Das Landesdenkmalamt

will, wie berichtet, Granitsockel

und Bronzebüste ab 2020

erneuern. Ein Experten-Team um

den Berliner Restaurator MarioJehle

hatte festgestellt, dass sich als Folge

zu hoher Luftfeuchtigkeit Rost durch

die Stahlkonstruktion frisst. Diese

stützt im Innern das insgesamt 50

Tonnen schwere Monument und

verhindert, dass es einstürzt.

Schutzschicht für den Stahl

Die Landesdenkmalschützer planen

nun, die befallenen Stahlträger vom

Rost zu befreien und die Stützen mit

einer Schutzschicht zu versehen.

Um zu verhindern, dass weiter zu

viel Feuchtigkeit in den Hohlraum

eindringt, soll die Belüftung des

Denkmal-Innernverbessertwerden.

Weiterhin ist vorgesehen, dass Risse

und Verschmutzungen an dem Thälmann-Kopf

beseitigt werden. Außerdem

erhält der Kopf eine Schicht aus

Wachs, umden neuen Bronzeglanz

zu schützen.

Die Sanierung kostet nach Angaben

des Landesdenkmalamts zwischen

100 000 und 150 000 Euro. Im

Zuge der Arbeiten wirdauch der seit

Jahren mit Graffiti beschmierte Granitsockel

gereinigt. Fraglich ist, wie

lange dieser danach unbeschmiert

bleibt. Eine farbabweisende Schutzschicht

ist offenbar nicht geplant.

Fest steht aber, dass die bröckelnde

Treppe, die zum Denkmal hinaufführt,

ebenfalls saniertwird. Diedort

bereits provisorisch eingesetzten Zementplatten

sollen durch schönere

Granitplatten ersetzt werden.

Neues Berufsbild an Berliner Schulen?

Die Linke will Studienabbrecher auch als Lehrassistenten einstellen

VonAnnika Leister

Der Lehrermangel ist enorm. 550

Vollzeit-Stellen sind unbesetzt,

1000 Menschen unterrichten ohne

volle Qualifikation, und die Pensionierungswelle

wird bis 2023 weiter

anhalten. Die Berliner Linke hat am

Dienstag zahlreiche Ideen vorgestellt,

die helfen sollen, die Lage zu

entspannen. Sie zielen darauf ab, einerseits

die Bedingungen für Lehrer

an Schulen zu verbessern und

andererseits Lücken im Bewerbungsprozess

zu schließen, durch

die potenziell geeignete Bewerber

nach Meinung der Linken verloren

gehen. Außerdem will die Linke mit

sogenannten Lehrassistenten ein

ganz neues Berufsbild für nicht vollqualifizierte

Lehrer schaffen –neben

den Quer- und Seitensteigern, auf

die Berlin ohnehin schon verstärkt

setzt. Damit greift die Linke eine Idee

auf, die 2005 und 2006 bereits von

SPD-Bildungssenator Klaus Böger

angeregt, seither immer wieder diskutiert,

aber nie umgesetzt wurde.

Um die Attraktivität des Berufs zu

steigern, fordert die Linke unter anderem

eine höhereVergütung für Referendare,

die zeitliche und örtliche

Bündelung von Seminaren, Zuschläge

an Brennpunktschulen, die

Einstellung von Verwaltungsexperten,

Werkstattleitern und Krankenschwestern

sowie eigene Schreibtische

für Lehrer,andenen sie in Pausen

ungestört arbeiten können. Außerdem

solle das Casting-Verfahren

für Bewerber, bei dem sich zurzeit

Schulleitungen aus mehreren Bezirken

zusammenschließen, vereinfacht,

zentralisiert und über ein Online-Portal

digitalisiertwerden.

Besonders nimmt Regina Kittler,

bildungspolitische Sprecherin der

Linken, diejenigen in den Fokus, die

Lehramt im Bachelor studierthaben,

aber danach nicht in den Master

wechseln –und demzufolge trotz begonnenem

Studium niemals Lehrer

werden. Sie machten mit 45 bis 50

Prozent der Bachelor-Studenten

eine sehr hohe Zahl aus, soKittler.

Sie fordert eine Verbleibsstudie, um

zu erfahren, warum und wohin die

„Wir sind nicht

bloß in einer

Mangelsituation,

wir sind in einer

echten Notlage.“

Regina Kittler (Linke),

bildungspolitische

Sprecherin

Studenten wechseln. „Wir wissen

zurzeit einfach nicht, warum die

Quote so hoch ist“, so Kittler.

Kittler will diese Zielgruppe –die

den Bachelor begonnen oder in der

Tasche hat, aber den Master nicht –

außerdem mit einem Berufsbild

doch noch an die Schulen locken,

das es noch zu schaffen gilt: Als Lehrassistenten

sollen sie in Schulen unterstützende

Tätigkeiten übernehmen

–wie zum Beispiel das Korrigierenvon

Klassenarbeiten. Hauptamtliche

Lehrer sollten durch sie

entlastet werden.

Koalitionspartner und Gewerkschafter

stehen Kittlers buntem

Ideen-Strauß teils aufgeschlossen,

teils äußerst skeptisch gegenüber.

Grüne wie SPD sehen wenig Sinn in

Verbleibsstudien für Bachelor-Stu-

DIE LINKE

denten. „Haben wir immer wieder

versucht, letzten Endes ist der Rücklauf

gering“, sagt Ina Czyborra, wissenschaftspolitische

Sprecherin der

SPD. Man könne Studienabbrecher

eben nicht dazu zwingen, ihre

Gründe zu benennen. Die Initiative

für eine solche Studie,teilt die Schulsenatsverwaltung

außerdem mit,

müsse von den Hochschulen selbst

ausgehen.

Die Einrichtung von Lehrassistenten

können sich Grüne wie Linke

durchaus vorstellen –umnicht nur

Studienabbrecher, sondern auch Erzieher

und Menschen mit im Ausland

erworbenen Qualifikationen

leichter an Schulen zu bringen. „Das

könnte die Durchlässigkeit erhöhen“,

sagte Marianne Burkert-Eulitz,

bildungspolitische Sprecherin der

Grünen, der Berliner Zeitung.

Arne Schaller von der Lehrergewerkschaft

GEW sieht Lehrassistenzen

hingegen kritisch. Das könnte

eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft

an Schulen befördern, so Schaller.

Außerdem stelle Berlin ja bereits Seiten-

und Quereinsteiger ein und sei

bei der Anerkennung von Qualifikationen

über die Zeit auch immer

„kreativer und flexibler“ geworden.

„Der Markt an Quereinsteigern ist

ausgeschöpft“, so Schaller.

Wiedie Senatsverwaltung für Bildung

auf Anfrage am Dienstag mitteilte,

arbeite man bereits daran, die

Bezahlung für Referendare zu verbessern.

Ein weiteres von Kittler angesprochenes

Problem habe man

außerdem schon behoben: Studenten,

die bereits alle Studienleistungen

und Prüfungen nachweisen

können und lediglich noch auf ihr

Zeugnis warten, dürfen sich seit diesem

Schuljahr auch ohne Zeugnis

bewerben. Bis spätestens 30. September

müssen sie das Zeugnis

nachreichen, können aber bereits einen

Ausbildungsvertrag erhalten.

Zuvor mussten Referendare insolchen

Fällen ein ganzes Schuljahr

warten.

Nach Stand vom21. Juni hätten so

346 Personen mehr einen Ausbildungsvertrag

erhalten können –das

mache 54,5 Prozent aus.

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12 Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Berlin

Das Berliner Wetter imJuni 2019

Temperatur Monatsmittel: 22,8°C heiter wolkig bedeckt Regenschaueregeschauer

Regen Gewitter Schnee-

Schnee-

Schneefall Nebel

Langjähriges Monatsmittel: 17,3°C

°C

Niederschläge gesamt: 66,4 l/m 2 45

Langjähriges Monatsmittel

Niederschlag:

Sonnenschein gesamt:

Langjähriges Monatsmittel:

60,0 l/m 2

340 h

219 h

40

35

30

Temperatur

Wärmster Tag: 38,5°C

Niederschlag

l/m2

30

25

20

Temperatur

Tagesmaximum in Grad Celsius

2019 2018

Tagesminimum

2019 2018

Niederschläge

in Liter pro Quadratmeter

2019 2018

25

20

15

0

15

Kälteste Nacht: 12,4°C

10

5

0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

BLZ/GALANTY;QUELLE:WETTERKONTOR GMBH AUF DER BASIS VON DATENDER WETTERSTATION TEMPELHOF

Monat der Rekorde

Der Juni geht als der wärmste und sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Statistik ein

VonSabine Deckwerth

Heiß, heißer, am heißesten:

Der Monat Juni

schlug alle Rekorde.Und

das gleich in zweifacher

Hinsicht. Zum einen in punkto

Durchschnittstemperatur, zum anderen

in Sachen Sonnenschein. So

erlebten die Berliner einen Monat

mit durchschnittlich 22,8 Grad Celsius

und damit einen so heißen Juni

wie noch nie im Laufe derWetteraufzeichnungen

seit 1881. Normal sind

in der Region für einen Juni Durchschnittswerte

von 17,3 Grad Celsius.

„Die Werte lagen somit mit plus 5,5

Grad Celsius über dem langjährigen

Mittel“, erklärt Meteorologe Stefan

Zender vom Wetterdienst Wetterkontor.„Dasist

extrem.“

Bei den Sonnenstunden sieht es

ähnlich aus. Insgesamt schien die

Sonne im vergangenen Monat 340

Stunden lang. Normal sind 219 Stunden.

Summa summarum gab es also

121 Sonnenstunden mehr als für einen

Juni üblich – der vergangene

Monat ging somit auch als der sonnigste

in die Statistik ein. DerRekord

davor lag für Berlin bei 324,6 Sonnenstunden,

das war im Jahr 1992.

Apropos langjähriges Mittel: Dieses

wird aus statistischen Erhebungen

über einen Zeitraum von30Jahren

ermittelt. Den Zeitraum selbst

gibt die WMO, die Weltorganisation

der Meteorologen, als Norm vor. Die

Ab ans Wasser:Gedränge am Sonntag am Schlachtensee.

hier erwähnten langjährigen Mittel

beziehen sich auf den Zeitraum 1981

bis 2010.

Derheißeste Tag, der jemals in einem

Juni in Berlin gemessen wurde,

war der vergangene Sonntag mit 38,5

Grad, registriertander Wetterstation

Tempelhof. Der letzte Rekord in

Tempelhof wurde im Jahr 2000 erreicht,

mit 35,9 Grad. Am wärmsten

in Deutschland war es übrigens an

diesem letzten Juni-Tag in Kitzingen

GETTY-IMAGES/ADAM BERRY

in Bayern mit 40,3 Grad. Schuld war

Wüstenluft aus Nordafrika, die direkt

nach Europa strömte. „Der Klimawandel

zeigt sich deutlich“, sagt

Zender. Auffällig sei, dass sich das

Wetter weniger wechselhaft zeige als

früher.Wetterlagen hielten sich über

einen längeren Zeitraum .Ist es einmal

richtig heiß und trocken, dann

bleibt dies eine ganzeWeile so.„Luftströme

in großer Höhe bewegen sich

langsamer“, sagt Zender. Dieses

Wasserspiele: Auch die Stadt hat einiges zu bieten.

Phänomen werde gerade wissenschaftlich

untersucht.

Fahrgäste der Bahn bekamen die

Folgen der SommerhitzeimJuni besonders

zu spüren. Gewitter und Böschungsbrände

legten Strecken

lahm, Baustellen mussten umgeplant

werden. Die Folge: Nur 69,8

Prozent der Fernzüge waren nach Informationen

der Deutschen Presse-

Agentur pünktlich. Das waren zehn

Prozentpunkte weniger als noch im

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Mai und der schwächste Juni-Wert

seit sechs Jahren. Dabei zählt der

Konzern alle Züge als pünktlich, die

weniger als sechs Minuten nach

Fahrplan eintreffen. Auch im Regionalverkehr

gab es mehr Verspätungen

als zuvor. Ein Trost für die Fahrgäste:

Nach Bahnangaben liefen die

Klimaanlagen in den Wagen stabil.

Anfang Juni waren Gewitter mit

Starkregen und Hagel übers Land gezogen,

Bäume fielen auf Oberleitun-

gen, Strecken wurden unterspült. In

der zweiten Monatshälfte musste

das Unternehmen wegen der Hitze

bei Bauarbeiten umplanen, zudem

habe es Verspätungen und Ausfälle

durch mehr als 50 Böschungsbrände

gegeben, hieß es.

Ungeachtet eines kühlen Maiund

vieler Gewitter fehlt es den Böden in

Nord- und Ostdeutschland immer

noch an Wasser. Inden betroffenen

Gebieten herrsche in Teilen ein „erheblicher

Trockenheitsstress“, sagte

der Leiter der Klimaforschungsabteilung

des Rückversicherers Munich

Re, Ernst Rauch, am Dienstag.

Für eine Aussage, ob den Bauern

nach dem Dürresommer 2018 erneut

eine Missernte und hohe Verluste

drohten, ist es nach Einschätzung

des Geowissenschaftlers jedoch

zu früh. Die unterdurchschnittliche

Bodenfeuchte ist eine

Folge der letztjährigen Dürre, bisher

hat es nicht ausreichend geregnet,

um das Defizit auszugleichen.

Der vergangene Sommer 2018 in

Europa passe „perfekt in das Szenario,

das die Klimaforscher schon vor

20 Jahren prognostiziert haben“,

sagte Rauch: heißere, trockenere

Sommer und feuchtere, wärmere

Winter.„Die Indizienlage ist mittlerweile

so stark, dass wir davon ausgehen

müssen, dass sich diese Entwicklung

in den nächsten Jahren

und Jahrzehnten ähnlich fortsetzen

wird.“ (mit dpa)

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Berlin

Müller erklärt Frieden

Der Senat legt den Streit um den Stadtentwicklungsplan Wohnen bei. Er soll um den Hinweis auf zusätzliche Neubau-Aktivitäten ergänzt werden

VonUlrich Paul

War da was? Hatte die

Linke der SPD-geführten

Senatskanzlei

nicht gerade erst vorgeworfen,

den ausgearbeiteten

Stadtentwicklungsplan Wohnen aus

dem Hause vonBausenatorin Katrin

Lompscher (Linke) zu blockieren?

Alles nicht so schlimm, wenn es nach

dem Regierenden Bürgermeister Michael

Müller (SPD) geht.

„Wir haben miteinander festgehalten,

dass es offensichtlich aufseiten

der Linkspartei zwischen Fraktion

und Senat ein Kommunikationsproblem

gegeben hat, weil wir

gar keinen Konflikt miteinander haben“,

sagte Müller am Dienstag nach

der Sitzung der rot-rot-grünen Landesregierung.

Denn es sei „ganz unstrittig“,

dass Berlin den Stadtentwicklungsplan

Wohnen brauche.

Durch den Beschluss zum Mietendeckel

am 18. Juni sei nur eben eine

neue Situation eingetreten. Und die

verlange, dass festgehalten werden

soll, was zusätzlich für den Wohnungsneubau

und die Beschleunigung

der Bauaktivitäten getan

werde. Dazu solle Lompscher jetzt

eine Vorlage erarbeiten. Er gehe davon

aus, dass der Senat noch in der

Sommerpause den Stadtentwicklungsplan

beschließe,sagte Müller.

Extranachgefragt

Der Konflikt zwischen der Linken

und der SPD, die sich seit dem Verlust

des Stadtentwicklungsressorts

immer wieder als die bessere Wohnungsbau-Partei

zu profilieren

sucht, ist damit vorerst vonhöchster

Seite für beendet erklärt worden. Allerdings

kurz vor einer Eskalation.

Denn so harmonisch, wie Müller die

Berlin wächst. Bis zum Jahr 2030 werden laut dem Stadtentwicklungsplan Wohnen 194 000 Wohnungen benötigt. Die Flächen dafür gibt es.

Beratung im Senat skizzierte, soll es

dem Vernehmen nach keineswegs

gewesen sein. Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher musste

unter dem TagesordnungspunktVerschiedenes

schon extra nachfragen,

warum es ihr Stadtentwicklungsplan

(Step) Wohnen bisher nicht auf die

Tagesordnung der Landesregierung

geschafft habe, obwohl er doch seit

Wochen ausgearbeitet vorliege. Sie

war zuvor mit mehreren Versuchen

gescheitert, den Plan im Senat beschließen

zu lassen. VonSPD-Seite

waren zuletzt nicht nur Forderungen

im Zusammenhang mit dem Mietendeckel

erhoben, sondern grundsätzliche

Zweifel angemeldet worden.

So verlangte etwa die SPD-Abgeordnete

Iris Spranger,dass die Abweichungen

von der

Bevölkerungsprognose im Step

Wohnen berücksichtigt werden

müssten. Denn Berlin sei bisher stärker

gewachsen als gedacht. Lompscher

antwortete darauf, dass der

Step Wohnen angepasst werde,

Die Aufgabe: Berlin wächst

seit dem Jahr 2011 jährlich

im Schnitt um rund 40 000

Menschen. Bis zum Jahr

2030 müssen nach dem vorliegenden

Entwurf des Stadtentwicklungsplans

Wohnen

194 000 Wohnungen errichtet

werden, um den Bedarf

zu decken.

DER BEDARF

Der Plan: In den kommenden

Jahren werden nach

dem Stadtentwicklungsplan

Wohnen 20 000 Wohnungen

jährlich in Berlin benötigt.

Darunter sind „vor allem gemeinwohlorientierte

Wohnungen“,

wie es heißt –also

Wohnungen mit günstigen

Mieten.

Die Bauflächen: Zu den

Neubauflächen gehören unter

anderem 14 neue Stadtgebiete.

Darunter die BuckowerFelder,die

Wissenschaftsstadt

in Adlershof

und die Insel Gartenfeld. Als

weiteres Gebiet soll der Zukunftscampus

vonSiemens

in Spandau geprüft werden.

wenn neue Prognosewerte vorliegen

–wie alle anderen Pläne auch.

Eine grundsätzliche Abkehr von

den Zahlen, die einen Bedarf von

194 000 neuen Wohnungen bis 2030

sehen, soll es jetzt dem Vernehmen

nach nicht geben. Wohl auch, weil

eine Erhöhung der Ziele nicht unbedingt

zu mehr Bauaktivitäten führen

würde. Schließlich sind bebaubare

Flächen knapp und die Kapazitäten

der Bauwirtschaft begrenzt.

Die Vorschläge für zusätzliche

Anstrengungen und Beschleunigungen

im Neubau sollen nun nach Auskunft

aus Koalitionskreisen in einen

IMAGO-IMAGES

Begleittext zum Stadtentwicklungsplan

Wohnen eingearbeitet werden.

So steht am Ende der Auseinandersetzung

ein Kompromiss, bei dem

sich die SPD auf die Fahnen schreiben

kann, sich für die zusätzlichen

Neubau-Aktivitäten eingesetzt zu

haben. DieLinke wiederum kann für

sich reklamieren, dass der von

Lompscher erarbeitete Step Wohnen

auf gutemWegist, auch wenn die Zustimmung

im Senat noch aussteht.

Dass die SPD am Ende so geräuschlos

zum Friedensschluss mit der Linken

bereit war, könnte auch daran

gelegen haben, dass für den Neubau

nicht nur Lompscher, sondern auch

Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD) verantwortlich ist. Er müsste

bei einer gewünschten Ausweitung

des Bauprogramms dafür sorgen,

dass es ausreichend Flächen gibt –

und diese ankaufen.

Dieoppositionelle FDP nutzte die

zwischenzeitliche Störung des Koalitionsfriedens

zur Kritik am rot-rotgrünen

Senat. „Beim wichtigsten

Thema der Stadt herrscht weiterhin

Eiszeit in der Koalition“, sagte FDP-

Fraktionschef Sebastian Czaja. Statt

konsequent die Stadtentwicklungspolitik

zu beschleunigen, fehle es an

gemeinsamen Zielen im Senat. „Die

andauernden Muskelspiele im Senat

sind nichts als Kraftprotzerei ohne

einen Mehrwert für den angespannten

Wohnungsmarkt in Berlin.“

Konter der Senatorin

Stadtentwicklungssenatorin Lompscher

konterte Müllers Äußerung,

wonach es offensichtlich aufseiten

der Linkspartei zwischen Fraktion

und Senat ein Kommunikationsproblem

gegeben habe, mit den

Worten: „Zwischen der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung und

Wohnen und der Linksfraktion gab

und gibt es eine reibungslose Kommunikation

zum Stadtentwicklungsplan

Wohnen 2030.“ Die Senatorin

zeigte sich aber zugleich versöhnlich.

Nach der Erörterung im Senat

sei klar, dass der Plan in einer der

nächsten Senatssitzungen beschlossen

werden könne. Umdie Aktivierung

der Flächenpotenziale zu ermöglichen,

werde die Stadtentwicklungsverwaltung

darlegen, was die

verschiedenen Ressorts dazu beitragen

müssen, um Hemmnisse zu

überwinden. Ein versteckter Hinweis

darauf, dass der Finanzsenator

damit rechnen muss,für den Ankauf

von Bauflächen in die Pflicht genommen

zu werden. Voraussichtlich

am 6. August soll der Step Wohnen

nun beschlossen werden.

Ulrich Paul ist gespannt,

wie langeder SPD-Frieden

mit der Bausenatorin hält.

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Öl ............ Heizöl

Gas .......... Erdgas, Flüssiggas

FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk

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Hz ............ Brennholz, Holzpellets,

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14 Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Für den Intensivtäterist

staatliche Obhut gefragt

Berlin: „Elfjähriger Junge bedroht Verkäuferin

mit einer Schere“ von Lutz

Schnedelbach und Eric Richard

(28. Juni)

Mit großem Entsetzen las ich diesen

Artikel! Wiekann so ein Intensivtäter

frei herumlaufen und als schlechtes

Vorbild für andere Kinder dienen?

Offensichtlich ist das häusliche Milieu,

in dem er lebt, nicht in der Lage

Wertezuvermitteln. Dann ist staatliche

Obhut gefragt. Dasist kein Dummer-Jungen-Streich,

da sind Grenzen

überschritten worden! Die Gesellschaft

muss vor solchen Wiederholungstätern

geschützt werden

und darf ihnen nicht ausgeliefert

sein. DiePolitik macht ihreHausaufgaben

nicht, die Leidtragende ist die

Bevölkerung, sie wird verunsichert,

gefährdet. Wehret den Anfängen!

Waspassiertnun mit dem Jungen?

Marion Tobias, per E-Mail

Ein Fahrzeug als

Waffe gegen Seeleute

Thema: „Seenotrettung: Konfrontation

auf Sizilien“ von Regina Kerner

(2. Juli)

Seenotrettung, egal, werdainNot ist

und wie er in diese Situation geraten

ist, hat immer äußerste Priorität. Das

sollte auch ein wild gewordener,jeglichen

Sinn für die Realität verlorener

italienischer Innenminister zur

Kenntnis nehmen.

Was sich aber hierzulande als

Hype in Richtung einer gegen alle

Regeln des internationalen Seerechts

Frau Rackete entwickelt, ist

nicht hinnehmbar. Wer wie sie ihr

Fahrzeug als Waffe gegen italienische

Seeleute einsetzt, Gesundheit

und Leben der Menschen gefährdet

und dabei vorsätzlich selbst den Tod

in Kauf nimmt, hat das Recht verwirkt,

jemals wieder verantwortlich

ein Schiff zu führen.

GertNehring,Berlin-Lichtenberg

Die Entscheidung von Frau Rackete,

ihre Passagiere anLand zu bringen,

war die einzig richtige, weil ethisch

und moralisch angezeigt. Für diese

Entscheidung gebührt ihr mehr als

Respekt und Hochachtung. Vor allem

angesichts des hohen persönlichen

Preises, den dieser Akt normaler

Menschlichkeit sie womöglich

kosten wird.

Die Bundesregierung sollte alles

in Bewegung setzen, damit Frau Rackete

ihr Leben als freie und engagierte

Bürgerin Europas fortsetzen

kann.

Christian Schäler,per E-Mail

Sie wollte nur Lampedusa ansteuern.

Dazu benutzte sie die Geretteten

als Faustpfand in der Gewissheit,

ihnen wirdesmit jedem Tagschlechter

gehen. Die Leidtragenden sind

die geretteten Menschen.

Frank Nowak, per E-Mail

Auf dem Fliegerhorst Laagebei Rostock starten zwei Eurofighter zu einer Übung.

Der sinnlose Todeines Kampfpiloten

Politik: „Trümmerteile in Sichtweite eines Kindergartens: Nach dem Absturz

von zwei EurofighterninMecklenburg-Vorpommernwird über Übungstiefflüge

in Urlaubsgebieten debattiert“, von Daniela Vates

(26. Juni)

Es geht doch nicht ausschließlich um den sinnlosen Tod eines

Kampfpiloten. Es hätte auch um den Todvieler Zivilisten gehen

können. Es geht auch um eine Flugzone der gesamten Nato zu militärischen

Übungszwecken über Nord-Ostdeutschland. Das sind

hochsensible naturgeschützte Biotope, Erholungs- und Touristenregionen.

Ich erlebte es selbst, dieses tagelange Dröhnen in der

Luft, auch zwei wahnsinnige Überschallknalle. Esherrscht Krieg

Es ist schwer,Privates und Politisches zusammenzubringen

Report: „Im Osten geht der Sommer

auf: Zu Gast bei Fremden“ von Paul

Linke

(22. Juni)

Es ist nicht so einfach, das Mit- und

Gegeneinander zu beschreiben. Ein

Dorf und seine zwei Seiten, ein Plus

und ein Minus, die einen nichts

mehr erwidern lassen. Es ist schwer,

Privates und Politisches zusammenzubringen.

Ich bin auch perplex,

wenn ich feststellen muss, dass

meine beste Freundin, gleiche Ost-

Sozialisation wie ich, politisch heute

schon sehr anders tickt als ich. Damit

muss ich umgehen lernen, aber

deswegen natürlich nicht das Gespräch

mit ihr darüber verlernen.

Auch ich sitzeinRunden, wo dieVorzüge

der AfD gepriesen oder besser

die Versäumnisse der heute herrschenden

Politik beschimpft werden.

Was darauf sagen? Hinzu

kommt die Wendeproblematik. Das

ist ein riesiges Erfahrungsbecken,

aus dem versäumt wurde,inden vergangenen

drei Jahrzehnten zu

schöpfen. Wenn, dann tat man das

meist ohne hinzuschauen. In meinem

Freundes- und Bekanntenkreis

drehen sich gerade jetzt viele Gespräche

um unsere gemeinsame

DDR-Herkunft. Wir haben mit Verblüffung

feststellen müssen, dass

wir, obwohl ähnlich sozialisiert und

aufgewachsen, zum Teil völlig konträre

Erfahrungen und Meinungen

zur DDR haben. Dashat uns wirklich

überrascht. Es wird sehr spannend

sein, das fortzusetzen. Denn auch

wir mussten feststellen, wir glauben

uns zu kennen und wissen doch zu

wenig voneinander.

Ulla Büchner,per E-Mail

über unseren Köpfen, nicht nur eine gigantische Umweltzerstörung

nebst CO 2 -Ausstoß.

Christina Schönau, Berlin-Pankow

Erstmalig seit Ende des „Kalten Krieges“ wurden wir im Urlaub an der

Feldberger Seenplatte durch einen Überschallknall geweckt, dazu tagelang

durch ein Dröhnen in der Luft, verursacht durch Luftkampfübungen,

zugelärmt. Dasgesamte Dorfwar in heller Aufregung. DerTod des

Soldaten sollte uns Mahnung sein: Diese immer höchst gefährlichen

Luftkampfübungen müssen sofort gestoppt werden. Der nächste Unfall

kommt bestimmt. Rudolf Kempin, Berlin-Pankow

Junge Männer stacheln

sich gegenseitig an

Facebook: „Schwimmmeister schlagen

Alarm: mehrere Freibad-Vorfälle in

den vergangenen Tagen“

(30. Juni)

Meine Kinder tun mir leid, dass sie

auf diese schönen Sommer-Erlebnisse

verzichten müssen.

Antonio Bertolini

DPA

In dem Bericht werden Zustände beschrieben,

die schon seit Jahrzehnten

bestehen. Ein allgemeiner Respektverlust

gegenüber Erwachsenen

und anderen Menschen. Hier wieder

Migranten als alleinige Verursacher

derartiger Zustände anprangern zu

wollen, ist einfach nur fremdenfeindlich.

Junge Männer in Gruppen

haben oft ein negatives Rudelverhalten

und stacheln sich gegenseitig an,

sich als echte Kerle zu gebaren. Imponiergehabe!

Hähnchenkämpfe!

Mirjam Aaron-Zach

Ich gehe schon Jahre nicht mehr ins

Freibad.Wenn ich schwimmen gehe,

dann in ein teures Spaßbad mit 25-

Meter-Becken oder an einen FKK-

Strand. Man kann sicher sein, dass

man dort diese Stressköppe nicht

trifft.

Jörg Ilchmann

Seit fast 50 Jahren gehe ich in Berliner

Freibäder. Das war schon in den

70ern die Regel. So etwas passiert,

wenn Haufen hormongeladener

Halbstarker bei der Hitze aufeinandertreffen.

Istnicht toll, aber scheint

die Natur der Sache zu sein.

Constance van Vreugdenrijk

Es sind viele unausgegorene

Fragen zum E-Auto da

Wirtschaft: „Made in Berlin: E-Auto laden

in wenigen Minuten“ von Jochen

Knoblach (28. Juni)

Wenn man die gesamte Bilanz des E-

Autos von der Erzeugung bis zum

Betrieb auf der Straße betrachtet,

kann die nicht wirklich besser sein

als die vomVerbrenner. Die Herstellung

der Batterie ist nun wirklich

kein sauberes Geschäft. DieUmweltschädigung

findet nicht bei uns statt,

sondern in den Abbauländern für

die Rohstoffe. Die Stromerzeugung

ist auch nicht wirklich sauber. Die

viel gepriesene Windenergie ist

ebenfalls für die Umwelt nicht besonders

gut. Alle jammern über Insektensterben

und haben nur die

Landwirtschaft im Fokus. Die Windräder

tragen auch ihren Teil dazu bei.

DasE-Auto ist auch nicht die Lösung

der Probleme. Essind so viel unausgegorene

Fragen da.

Jörg Markwardt, Berlin-Steglitz

Briefe oder Postkarten haben

schon andere Erlebnisqualität

Facebook: „Deutsche Post: Porto

steigt deutlich –Standardbrief kostet

künftig 80 Cent“ (30. Juni)

Je weniger Leute die Briefpost nutzen,

desto mehr wird eszukünftig

kosten. Irgendwie müssen die Angestellten

schließlich bezahlt werden.

VonTechnik und Transportmal ganz

abgesehen.

Ramona Trenkler

Briefe oder Postkarten verschicken

hat in mancherlei Hinsicht schon

eine andere Erlebnisqualität als selbigen

Inhalt digital zu versenden.

Fühlt sich für mich ganz anders bzw.

besser an als E-Mail oder Messenger-

Nachricht.

Oliver Segner

Meinen Ausbildungsplatz habe

ich auf azubis.de gefunden!


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 15 *

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Berlin/Brandenburg

POLIZEIREPORT

Radfahrerin lebensgefährlich verletzt.

Eine Radfahrerin ist am Dienstag

voneinem Kleintransporter erfasst

und lebensgefährlich verletzt worden.

Wiedie Polizei mitteilte,hatte

die 34-Jährige die Karl-Marx-Allee

überquert. Laut Zeugen soll sie bis

zur Mittelinsel gefahren sein und

dann versucht haben, noch bei Rot

die zweite Fahrbahn zu überqueren.

Dabei wurde sie vondem Wagen erfasst,

stürzte und erlitt schwere

Kopfverletzungen. Rettungskräfte

brachten sie in ein Krankenhaus.

Fußgänger verletzt.

Beieinem Verkehrsunfall in Britz

wurde in der Nacht zum Dienstag ein

31-jähriger Fußgänger schwer verletzt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen

befuhr ein 21-Jähriger kurz

nach Mitternacht mit seinem Renault

den BuckowerDamm in Richtung

Hochspannungsweg. DerFußgänger

wollte vonrechts kommend

die Fahrbahn überqueren und

wurde vondem Fahrzeug erfasst,

teilte die Polizei mit. DerMann kam

verletzt in ein Krankenhaus.Der Renault

wurde sichergestellt.

Einer der vier

Einbrecher

POLIZEI

Fahndung nach

Einbrechern.

DiePolizei bittet

um Mithilfe bei

der Fahndung

nach vier Einbrechern.

Siewaren

am 15. Aprilin

der Residenzstraße

in Reinickendorfinei-

nen Spätkauf und einen Handyshop

eingedrungen. Hinweise nimmt

jede Polizeidienststelle entgegen.

Fotos der vier Männer sind auf der

Internetseite www.Polizei.Berlin.de

zu sehen.

Raub mit Pistole.

Zwei Jugendliche sind am Dienstagmorgen

in einem Imbiss in der

Schwarnweberstraße in Reinickendorfausgeraubt

worden. Die16und 18

Jahrealten Brüder hatten gegen 3.45

Uhraneinem Automaten gespielt und

gewonnen. Zwei Unbekannte hielten

ihnen eine Pistole entgegen und verlangten

den Gewinn. DieOpfer übergaben

das gewonnene Geld. DieTäter

flüchteten mit ihrer Beute.

Drei Autos angezündet.

In der Müller-Breslau-Straße in Charlottenburgsind

am Dienstagmorgen

drei Autos angezündet worden. Der

VW,der Opel und der Renault brannten

aus.Verletzt wurde niemand. Die

Polizei vermutet vorsätzliche Brandstiftung.

Hinweise auf ein politisches

Motiv der Brandstifter haben die Ermittler

bislang nicht. (ls.)

Alles geschluckt

Ein Arzt hilft einer Patientin beim Suizid –Freispruch. Nun befasst sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall

VonKatrin Bischoff

Die verabredete SMS bekam

Christoph Turowski

mittags, um exakt

12.32 Uhr. „Dank Dir, alles

geschluckt“, schrieb Anja D. aus

Zehlendorfihrem Hausarzt, bei dem

sie seit 13 Jahren in Behandlung war.

Anja D. litt seit ihrer Jugend am Reizdarmsyndrom,

einer schmerzhaften,

unheilbaren Krankheit. Siehatte

Krämpfe, Schmerzen und Angst zu

essen. Der Tag, an dem sie die SMS

schrieb, war der 16. Februar 2013.

Die 44-Jährige hatte unzählige rezeptpflichtige

Schlaftabletten mit

dem Wirkstoff Phenobarbital genommen.

Siewollte sterben. DieTabletten

hatte ihr Hausarzt verschrieben

–Christoph Turowski.

Der Arzt eilte, wie vereinbart, zu

der Wohnung seiner Patientin.

Anja D. hatte ihm zuvor einen Schlüssel

gegeben.Turowski fand die Frau in

ihrem Bett –intiefer Bewusstlosigkeit.

Auf dem Nachttisch lagen mehrere

leere Tablettenschachteln und

drei Abschiedsbriefe: an die Mutter,

an den Sohn, an die Freundin. Der

Arzt kam wieder und wieder.Amvierten

Tagwar Anja D. tot. Hätte Turowski

seine Patientin retten müssen?

Um diese Frage wird inDeutschland

seit Jahren gestritten. Jetzt soll

sie höchstrichterlich entschieden

werden.

Niemit Anklage gerechnet

An diesem Mittwoch befasst sich der

Bundesgerichtshof (BGH) mit dem

Fall. Denn das Berliner Landgericht

hat im Märzdes vergangenen Jahres

den Arzt vomVorwurfder Tötung auf

Verlangen freigesprochen. Es war ein

mutiges Urteil, das die Vorsitzende

Richterin Bettina Sy gesprochen hat.

Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft

Revision ein.

Die Berliner Entscheidung wird

nun vom 5.Strafsenat des BGH in

Leipzig überprüft. Ebenso wie ein

ähnlich gelagerter Fall aus Hamburg.

Es sehe danach aus, als wolle der

Vorsitzende Richter Norbert Mutzbauer

noch am selben Tageine Entscheidung

verkünden, sagt eine

Sprecherin des BGH am Dienstag.

Christoph Turowski wird bei der

BGH-Entscheidung im Gerichtssaal

sein. Obwohl er sich dortnur vonseinen

Anwälten vertreten lassen

müsste. „Ich erwarte, dass der Freispruch

bestätigt wird“, sagt Turowski

der Berliner Zeitung. Es gebe dazu

keine Alternative, alles andere wäre

ein Skandal. Zumal der Generalbundesanwalt

in der Stellungnahme vom

September 2018 offenbar erklärte,am

Christoph Turowski (Mitte) mit seinen Anwälten 2018 vor Gericht

VERFASSUNGSBESCHWERDE GEGEN PARAGRAF 217

Patientenverfügung: Im

September 2009 trat das

Patientenverfügungsgesetz

in Kraft. Die Patientenverfügung

regelt beispielsweise

bei schwerster Erkrankung

die Anwendung oder Ablehnung

lebenserhaltender

Maßnahmen.

Berliner Urteil sei nichts auszusetzen.

Laut Turowski hatte Anja D. zu Lebzeiten

den klaren Willen geäußert,

sterben zu wollen. Sie hatte zuvor

schon mehrere Selbstmordversuche

unternommen.

Gesetzesänderung: Paragraf

217 verbietet seit Dezember

2015 die „geschäftsmäßigeFörderung

der Selbsttötung“. Verstöße

werden mit bis zu drei Jahren

Haft oder Geldstrafe geahndet.

Geschäftsmäßig heißt

aber nicht gewerbsmäßig.

OLAF WAGNER

Verfassungsbeschwerde:

Sechs Ärzte und deren Patienten

haben gegenden Paragrafen

Verfassungsbeschwerde

eingelegt. Im April

wurde vordem Bundesverfassungsgericht

verhandelt.

Mit einer Entscheidung wird

im Herbst gerechnet.

Die Anklage kam im Juli 2015, als

Turowski in den Ruhestand ging.

„Damit hatte ich nie im Leben gerechnet“,

sagt er. Zumal zu diesem

Zeitpunkt bereits das Patientenverfügungsgesetz

galt und Anja D. den –

wenn auch nur mündlichen –

Wunsch zu sterben deutlich gemacht

habe. Erst danach wurde der

Paragraf 217 eingeführt, der die geschäftsmäßige

–also von Ärzten unterstützte

– Förderung des Suizids

unter Strafe stellte.

Der 70-jährige Mediziner gibt zu,

aufgeregt zu sein. Weil er in diesem

Verfahren –wie auch schon in dem

Berliner Prozess – im Mittelpunkt

stehen wird. Etwas,das er nie gewollt

habe. „Ich will in Leipzig das letzte

Wort ergreifen“, sagt Turowski. Er

hoffe zudem, dass das erwartete

BGH-Urteil auch Einfluss auf die

Verfassungsbeschwerde von sechs

Ärzten gegen den Paragrafen 217

habe. Die Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht

gegen den Paragrafen

fand bereits im April dieses

Jahres statt. Eine Entscheidung wird

im Herbst erwartet.

Sterbehilfe kriminalisiert

Beim Humanistischen Verband hat

man schon Sekt kalt gestellt. Gita

Neumann sagt, sie erwarte vomBGH

die Bestätigung des Freispruchs der

beiden Ärzte. „Es wird ein richtiges

und wichtiges Urteil sein“, sagt Neumann.

Bisher hätten sich alle Entscheidungen

auf ein BGH-Urteil von

1984 gestützt, bei dem ein Arzt zwar

einen „Freispruch dritter Klasse“ erhalten

habe. In dem auch erklärt

worden sei, dass der Arzt, der neben

einer sterbenden Patientin gewartet

hatte, falsch gehandelt habe. „Die

BGH-Richter sagten damals,dass jeder

Suizidversuch wie ein Unfall zu

bewerten ist“, erklärtNeumann. Das

bedeute, jeder Arzt müsse eingreifen,

jeder andere Mensch Hilfe holen.

Diese Entscheidung habe all die

Jahre wie ein Damoklesschwert

über den Medizinern geschwebt.

Ebenso wie der vor vier Jahren eingeführte

Paragraf 217. „In anderen

westlichen Ländern wurde die Sterbehilfe

liberalisiert, in Deutschland

wurde sie kriminalisiert“, sagt Neumann.

Turowski hat nie bereut, der

schwerst chronisch kranken Anja D.

beim Sterben geholfen zu haben. Er

habe ihre Leidensgeschichte genau

gekannt, schließlich sei er 13 Jahre

ihr Hausarzt gewesen. „Ich hatte als

Mediziner keine andere Wahl“, sagt

er. Ansonsten hätte er gegen sein

ärztliches Gewissen verstoßen und

gegen die christliche Nächstenliebe.

Eine langjährige Freundin von

Anja D. hat im Berliner Prozess ausgesagt,

der Selbstmordsei Anjas ausdrücklicher

Wille gewesen – nach

jahrelangem Leiden. „Sie konnte

und sie wollte nicht mehr.“

NACHRICHTEN

226 Jugendliche

machen Abitur mit 1,0

226 Schülerinnen und Schüler haben

ihr Abitur in Brandenburgmit

1,0 abgeschlossen. Derlandesweite

Durchschnitt lag im Schuljahr

2018/19 bei 2,3, teilte das Bildungsministerium

am Dienstag mit. Insgesamt

hatten 9729 Schülerinnen die

Prüfung abgelegt. DieEinser-Abiturientinnen

und -Abiturienten machen

2,4 Prozent der 9262 Prüflinge

aus,die das Abitur im vergangenen

Schuljahr bestanden haben. (dpa)

Fehlendes Personal sorgt

weiter für Zug-Ausfälle

Noch den ganzen Juli über müssen

Bahn-Reisende in Berlin-Brandenburgmit

Zugausfällen rechnen.

Grund sei unter anderem fehlendes

Personal, sagte ein Bahnsprecher.

Zudem würde die Situation durch

Großereignisse verschärft: Sonderzüge

etwa zur Landesgartenschau in

Wittstock oder zu Open-Air-Konzerten

bänden viele Mitarbeiter,deren

Zahl ohnehin sehr knapp sei. Auch

Bauarbeiten führten zu Einschränkungen

im Verkehr.Linien müssten

unterbrochen werden, Züge könnten

nicht durchfahren. (dpa)

Waldbrandgefahr

bleibt hoch

Trotz sinkender Temperaturen bleibt

die Waldbrandgefahr in Brandenburghoch.

Für fast alle Landkreise

gilt weiter die Waldbrandgefahrenstufe

fünf, teilte das Umweltministerium

mit. Ausnahmen bildeten die

Landkreise Uckermark, Oberhavel,

Oder-Spree und die Stadt Frankfurt

(Oder). Dortsei die Gefahrenstufe

auf vier herabgesetzt worden. (dpa)

Fünf wertvolle Goldmünzen

im Abfall entdeckt

Etwa so groß wie ein 50-Cent-Stück,

aber ein vielfach höherer Wert:Bei

archäologischen Grabungen in

Frankfurt(Oder) sind sechs Goldmünzen

entdeckt worden. Diejeweils

3,4 Gramm schweren Geldstücke

stammen vermutlich aus dem

16. Jahrhundert, wie am Dienstag bei

der Präsentation berichtet wurde.

Siewaren in ein Kleidungsstück genäht,

das versehentlich im Abfall

landete,sodas Landesamt für Denkmalpflege

und Archäologisches Landesmuseum.

In den nächsten Tagen

werden die SchätzeimFrankfurter

Stadtmuseum gezeigt. (dpa)

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16 Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Wissenschaft

Berliner

sollen Mücken

sammeln

Blut der Opfer gibt Hinweise

auf Artenvielfalt in der Stadt

Forscher wollen mithilfe von Mücken

die Artenvielfalt in Berlin erforschen.

Siebrauchen dafürdie Unterstützung

vonBürgern. Diese sollen

in ausgewählten Gebieten in zwei

Zeiträumen zwischen Juli und September

Mücken sammeln, wie das

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung

(Leibniz-IZW) am

Dienstag mitteilte. Das Projekt steht

unter Federführung des Berlin-Brandenburgischen

Instituts für Biodiversitätsforschung

(BBIB), einem Zusammenschluss

vonneun Instituten,

die zur Biodiversität forschen. Das

Leibniz-IZW gehörtdazu.

Die Forscher wollen über die Mückensammlung

konkret„den Einfluss

der Verstädterung auf die Artenvielfalt

in der Hauptstadtregion“ untersuchen,

wie es aus dem Leibniz-IZW

heißt. Wie das passiert, erklärt die

Wissenschaftlerin Camila Mazzoni,

die am Leibniz-IZW eine Vorstudie

durchgeführt hat: „Das Blut, das

weibliche Stechmücken einsaugen,

kann man mit molekularbiologischen

Methoden untersuchen und so

herausfinden, an welchen ,tierischen

Opfern‘ die Mücken gesaugt haben.“

In der Vorstudie habe man aus

acht verschiedenen Mückenarten bereits

fünf verschiedene „Opfer“ bestimmen

können: Rotwild, Damwild,

Wildschwein, Fuchs und Amsel. Im

Vergleich zu anderen Methoden der

Biodiversitätsbestimmung – etwa

Sichtungsmeldungen oder Auswertung

vonKamerafallen-Fotos –könne

diese Methode mehr als nur zur Artbestimmung

beitragen. „Die vonden

Mücken genommenen Blutproben

kann man für genetische Analysen

nutzen“, sagt Camila Mazzoni. Die

Vorstudie zeige laut Leibniz-IZW

auch, dass die verschiedenen Mückenarten

sehr wählerisch in der Vorliebe

ihrer Opfer seien und nach dem

„Blutmahl“ in der Nähe ihrer Opfer

blieben. Dies sei eine wichtige Voraussetzung

für die Bestimmung der

Artenzusammensetzung eines Ortes.

Um wirklich belastbare Ergebnisse

zu erhalten, sollen so viele vollgesaugte

Mücken wie möglich in grünen

und bewaldeten Gegenden von

Berlin gefangen werden. Dafür sucht

das Forscherteam zwei Gruppen von

Freiwilligen, die bei Spaziergängen in

vorher ausgewählten Gegenden Mücken

sammeln. Informationen über

die genaue Methode gibt es laut Leibniz-IZW

während eines Workshops.

DieAusrüstung dafür wirdgestellt.

Die erste „Mückenjäger“-Gruppe

soll vom 20. Juli bis 15. August 2019

sammeln. Anmeldeschluss ist der 15.

Juli. Der Workshop findet am Sonnabend,

20. Juli, von 10bis 12 Uhr im

Botanischen Garten Berlin statt

(freier Eintritt). DerSammelzeitraum

der zweiten Gruppe reicht vom 17.

August bis 15. September. Anmeldeschluss

ist der 10. August. DerWorkshop

im Botanischen Garten ist für

Freitag, 16. August, von 17.30 bis

19.30 Uhr, oder Sonnabend, 17. August,

von 10bis 12 Uhr geplant. Das

Datum werdelaut Leibniz-IZW durch

Abstimmung der Freiwilligen bestimmt.

(BLZ)

Anmeldung unter:

mueckenjaeger@izw-berlin.de

Bald ziehen Leute aus, um sie zu fangen:

vollgesaugte Stechmücken. DPA/PATRICK PLEUL

Mit Solarspiegeln testet das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Flüssigmetalle als neue effiziente Trägermedien für Solarkraftwerke.

Viel Strom bunkern –aber wie?

VonEckartGranitza

Speicher und Trägersysteme

für große Energiemengen

sind das größte Problem auf

dem Weginein CO 2 -neutrales

Energiesystem. Denn wenn der

Wind heftig weht oder die Sonne kräftig

scheint, aber kaum jemand Strom

verbraucht, entsteht ein Problem:

Der Strom muss zu Niedrigstpreisen

verramscht werden. Oder man muss

ganze Wind- oder Solarparks vorübergehend

stilllegen. Zwar ist es bereits

heute prinzipiell möglich, elektrische

Energie in Batteriespeichern

und Pumpspeicherkraftwerken zu

speichern. Allerdings können in

Deutschland aus topografischen

Gründen kaum weitere Pumpspeicherkraftwerke

gebaut werden. Batteriespeicher

in dieser Größenordnung

sind wiederum schlicht zu teuer

und nicht langlebig genug.

„In einem strombasierten Energiesystem

brauchen wir –und nicht

nur wir,sonderndie ganzeWelt –zuverlässige

Speichermethoden. Vorallem

für die sehr unregelmäßig produzierenden

alternativen Energien wie

Wind und Sonne“, sagt André Thess,

Chef des Instituts für Technische

Thermodynamik am Deutschen Zentrum

für Luft- und Raumfahrt(DLR).

Thess und seine Kollegen forschen in

Stuttgart und Köln an der Entwicklung

flexibler und nahezu verlustfrei

arbeitender Energiespeicher, sogenannter

Carnot-Batterien.

Wärme wirdfestgehalten

Neue Speichermethoden sollen der Energiewende zum Durchbruch verhelfen

Umwandlung. Strom wird

generell nicht direkt gespeichert,

sondernindirekt, indem

man ihn in mechanische

oder chemische Energie

umwandelt. Kondensatoren

dienen meist nur der

kurzzeitigen Speicherung.

Vereinfacht formuliert sind Carnot-

Batterien große Wärmespeicher, bei

denen Stromauf der einen Seite hineingeht

und am anderen Ende wieder

herauskommt –wenn er gebraucht

wird. Der Strom, der beispielsweise

vonWindgeneratoren erzeugt wurde,

wird dabei von Hochtemperaturwärmepumpen

in Wärme umgewandelt.

Ein Speichermedium – Flüssigsalz,

Steine, Keramik oder seit neuestem

auch Flüssigmetalle –hält die Wärme

fest. Bei Bedarf wird sie per Dampfkraftprozess

in Stromzurückverwandelt.„Sokönnen

wir nicht nur nahezu

verlustfrei elektrische Energie speichern,

sondern wir können sie sogar

noch zusätzlich als Hochtemperaturwärme

für Industrieprozesse oder als

Kälte für die Kühlung von Rechenzentren

nutzen“, sagt Thess.

Das Herzstück einer solchen Carnot-Batterie

ist ein Hochtemperaturwärmespeicher.

Soetwas gibt es in

Stuttgart schon. Dort erproben die

Wissenschaftler unterschiedliche

Konzepte, Betriebsweisen und Speichermaterialien.

Die Strukturen werden

durch aufwendige Computersimulationen

optimiert. Durch Rohrsysteme

mit Radialrippen aus Graphit

oder Aluminium wird die

thermische Energie mittels einer Gasoder

Dampfströmung auf die jeweiligen

Speichermaterialien übertragen.

„Nur wenn ihreFormgebung und ihre

Größe auf den Millimeter stimmen –

ähnlich wie die Profile von Tragflügeln

bei Flugzeugen –gelingt eine verlustarme

und effektive Wärmeübertragung“,

sagt DanBauer,Abteilungsleiter

der Thermischen Prozesstechnik.

Er forscht in Stuttgart ander für

eine Carnot-Batterie geeignetsten

Speicherart–einem sogenannten aktiven

Latentwärmespeicher.

„Ein Latentwärmespeicher kann

die ihm zugeführte thermische Energie

in Form von latenter –also versteckter

–Wärme durch einen Phasenwechsel

von fest zu flüssig speichern“,

erklärtBauer.„Dasist besonders

effizient, weil dabei keine

Temperaturänderung – also auch

kein Temperaturverlust –auftritt. Zukünftige

Carnot-Batterien könnten

damit sehr hohe Wirkungsgrade erreichen.“

Als Speichermedium werden

Salzewie Natriumnitrat oder eine

organische Verbindung wie beispielsweise

Paraffine eingesetzt.

DerVorteil von Latentwärmespeichern

gegenüber anderen Speichern

BISHERIGE SPEICHERUNG

Pumpspeicher. Nicht benötigter

Strom wird in Pumpspeicherwerken

dazu genutzt,

um Wasser in hohe

Speicherbecken zu pumpen.

Im Bedarfsfall treibt das

Wasser dann Turbinen zur

Stromerzeugung an.

Druckluft und Chemie. Mit

Strom kann man auch Luftin

Kavernen zusammenpressen,

um später damit Gasturbinen

anzutreiben. Chemisch wird

Strom in Batterien gespeichert.AuchWasserstoff

kann

als Medium genutzt werden.

So sieht der Latentwärmespeicher der Zukunft aus. Er steht in Stuttgart.

DLR STUTTGART

–etwa dem Warmwasserspeicher –

besteht darin, dass sie bei sehr geringer

Temperaturdifferenz eine relativ

große Wärmemenge proSpeichervolumen

aufnehmen und die Energie

über einen langen Zeitraum verlustarm

festhalten können. Die gespeicherte

Wärme wird erst beim Erstarrendes

Speichermediums wieder abgegeben.

Die spätere Wärmeabgabe

erfolgt dann auf dem ursprünglichen

Temperaturniveau.

Allerdings: Noch existieren keine

Wärmepumpen, mit denen man

Strom in Hochtemperaturwärme

über 200 Grad Celsius umwandeln

kann. Außerdem müssen die Komponenten

Wärmepumpe, Wärmespeicher

und Wärmekraftmaschine aufeinander

abgestimmt werden.„Wenn

Sie ein altes Telefon mit einem Fotoapparat

zusammenkleben, haben Sie

noch lange kein Smartphone. Und

die Carnot-Batterie ist so etwas wie

das Smartphone der Energiespeicherung“,

sagt Thess.Erund seine Kollegen

wollen zu denen gehören, die dieses„Smartphone

der Energiespeicherung“

als erstes bauen.

DasVerhalten vonFlüssigmetallen

als Speichermedium wiederum erforscht

Thomas Wetzel, Professor für

Wärme- und Stoffübertragung im

Karlsruher Institut für Technologie

KARLSRUHER INSTITUT FÜR TECHNOLOGIE

(KIT). Er will herausfinden, ob diese

flüssigen Metalle später auch für Carnot-Batterien

eingesetzt werden können.

Als Versuchsfluide werden Blei,

Blei-Wismut, Natrium und Indium-

Gallium-Zinn eingesetzt „Schon jetzt

können wir sagen, dass flüssige Metalle

hervorragende

Wärmetransporteigenschaften haben

und bei sehr hohen Temperaturen

einsetzbar sind“, fasst Wetzel die

bisherigen Ergebnisse zusammen.

Zukunftslösung Carnot-Batterie

Zwar kann Wetzel seine Flüssigmetalle

noch nicht in einer Carnot-Batterie

einsetzen, aber als Trägermedien

für große Solarkraftwerke werden

sie in Karlsruhe schon getestet.

Dabei zeigte sich, dass Flüssigmetalle

eine viel höhere Effizienz erreichen

können als die bis jetzt üblichen thermischen

Öle oder Salze. Während Öle

nur bei Temperaturen bis etwa 200

Grad und Salzebis etwa 570 Grad Celisus

chemisch stabil bleiben, schaffen

Flüssigmetalle bis zu 700 Grad

und möglicherweise noch mehr.

Diese Steigerung der Effizienz ist vor

allem für Regionen mit viel Sonne wie

Südeuropa, Afrika, Asien, die südliche

USA und Südamerika interessant.

Vor allem die Drittweltländer

müssten, sollen dieWeltklimaziele erreicht

werden, ohnehin das fossile

Zeitalter überspringen und mit alternativen

Energien Stromproduzieren.

Als Pilotprojekt hat Wetzels Karlsruher

Team einen Solarofen aufgebaut,

in dem derWärmetransportmit

den erhitzten Flüssigmetallen getestet

wird. Dabei wirdSonnenstrahlung

punktuell konzentriert und so ein

Wärmeträgermedium, wie eben flüssiges

Metall, erhitzt. „Durch Kombination

der hervorragenden Wärmetransporteigenschaften

der Metalle

mit preiswerten Speichermaterialien

wie Salzen oder Quartzitkies können

entsprechende Kraftwerke mehr als

20 Prozent kostengünstiger als bis

jetzt Stromproduzieren“, sagtWetzel.

Ist die erste Carnot-Batterie erst

einmal gebaut, wollen die Forscher

nicht kleckern, sondern klotzen. Ihre

Idee: Kohlekraftwerke ließen sich –

unter Verwendung der vorhandenen

Turbinen, Generatoren und Netzanbindung

–inriesige thermische Energiespeicherkraftwerke

umrüsten.

Auch hier könnten Flüssigmetalle die

entscheidende Rolle spielen: „Das

Kernelement einer solchen Anlage,

der thermische Speicher, könnte mit

flüssigen Metallen besonders effizient

betrieben werden“, sagt Thess.

Für den Professor der Thermodynamik

ist die Carnot-Batterie die wirkliche

Zukunftsalternative der Energiespeicherung

im großen Maßstab.

Aids-Erreger

aus dem

Erbgut entfernt

Leider hat das bisher vorerst

nur bei Mäusen geklappt

Ein HIV-Heilmittel steht auf der

Wunschliste vieler Forscher,Ärzte

und Patienten ganz oben. Jetzt haben

US-Forscher eigenen Aussagen zufolge

den Aids-Erreger HIV erstmals

aus dem Erbgut lebender Tiere entfernt.

Gelungen sei das mit einer

Kombination vonmodernen Medikamente

und Gentechnik mittels der

sogenannten GenschereCrispr/Cas9,

wie die Forscher im Fachjournal NatureCommunications

berichten.

Lange hatte eine HIV-Infektion

als Todesurteil gegolten. Inzwischen

lässt sich der Aids-Erreger mit antiretroviralen

Medikamenten gut in

Schach halten. Dennoch ist eine Heilung

von Aids bisher nicht möglich.

DieMittel können die Erregerlast bei

Patienten zwar unter die Nachweisgrenze

senken. Allerdings erreichen

sie nicht jene Viren, die inaktiv in

Zellen des Körpers ruhen.

Dies soll Forschern der Temple

University in Pennsylvania und der

University of Nebraska nun gelungen

sein –zumindest bei fünf von13

behandelten Mäusen. Bis zu fünf

Wochen nach der Kombinations-

Behandlung sei das Virus nicht

mehr nachweisbar gewesen, so die

Forscher.Mit der Therapie seien somit

auch jene Viren erreicht worden,

die inaktiv im Erbgut der Körperzellen

ruhen. Die Studie markiere

„einen wichtigen Schritt hin

zur Entwicklung eines möglichen

Heilmittels für die HIV-Infektion

beim Menschen“, hieß es von der

Temple University. Die Ergebnisse

der Kombi-Therapie seien vielversprechend,

es brauche allerdings

noch weitereForschung.

„Wir haben jetzt einen klaren

Pfad zu Versuchen an Affen und

möglicherweise klinischen Studien

bei Menschen binnen eines Jahres“,

sagte Kamel Khalili, einer der beteiligten

Forscher vonder Temple University.

(dpa)

Frauen mit

dickeren Beinen

leben gesünder

Studie zu Normalgewichtigen

nach den Wechseljahren

Ältere Frauen mit Fettdepots an

den Beinen haben ein stark vermindertes

Risiko für Herz-Kreislauf-

Erkrankungen. Dasgilt zumindest für

normalgewichtige Frauen nach den

Wechseljahren, wie US-Forscher vom

AlbertEinstein College of Medicine in

New York herausgefunden haben.

Sitzt das Fett dagegen am Bauch, besteht

ein erhöhtes Risiko für solche

Leiden. Die Studie ist im European

HeartJournal erschienen.

Innerhalb einer Zeit von18Jahren

zeigte sich bei den 2683 normalgewichtigen

Studienteilnehmerinnen:

DasViertel mit dem meisten Bauchfett

hatte ein fast doppelt so hohes Risiko

für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

wie das Viertel mit dem wenigsten

Bauchfett. Bei den Beinen zeigte

sich eine gegenteilige Tendenz:

Frauen, die dort besonders viel Fett

deponierten, hatten ein um 40 Prozent

niedrigeres Risiko als Frauen mit

sehr wenig Beinfett.

DasBeinfett schade im Gegensatz

zu Bauchfett zumindest bei einigen

wichtigen Stoffwechselvorgängen

nicht, schreiben die Forscher.Esgebe

Hinweise darauf, dass die Beine „ein

idealer Platz zum Fettspeichern“

seien. Zwar sage die Studie nichts

über jüngere Frauen und über Männer

aus.Aus früheren Studien sei aber

bekannt, dass eine Reduktion des

Bauchfetts zu besseren Herz-Kreislauf-Werten

führen könne. (dpa/fwt)


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 17 **

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Sport

Gruppenphase

ist

Lernphase

Ludwig/Kozuch ziehen ins

WM-Sechzehntelfinale ein

Als Gruppensiegerin hat Beachvolleyball-Olympiasiegerin

Laura Ludwig mit ihrer neuen Partnerin

Margareta Kozuch bei der

Heim-Weltmeisterschaft in Hamburg

die Runde der letzten 32 erreicht.

„Natürlich ist es immer toll,

wenn man die Gruppenphase bei einer

WM übersteht“, sagte Ludwig

nach dem lockeren 2:0 (21:10, 21:9)

gegen die Außenseiterinnen Tochukwu

Nnoruga/Francisca Ikhiede

aus Nigeria: „Wir haben viel gelernt.“

Mit dem zweiten Sieg im dritten

Spiel sicherten sich die Hamburgerinnen

sogar noch Platz eins vorden

punktgleichen Brasilianerinnen Carol/Maria

Antonelli, gegen die das

deutsche Duo imzweiten Gruppenspiel

noch eine Niederlagen hinnehmen

musste. Zum Auftakt hatten

Ludwig/Kozuch im Stadion am Rothenbaum

einen Erfolg gegen die

US-Amerikanerinnen Kelly Larsen/Emily

Stockman (2:0) gefeiert,

die die Gruppe ebenfalls mit fünf

Punkten auf Rang drei abschlossen.

DasPublikum als dritte Frau

Bei kühlen 17 Grad Celsius und teils

schwierigen Bedingungen leisteten

die Nigerianerinnen zumindest zwischenzeitlich

ein bisschen Gegenwehr.

Probleme bereiteten sie dem

deutschen Nationalteam vorden Augen

von Bundestrainer und Ludwig-

Ehemann Imornefe Bowes sowie

SöhnchenTeoaber nicht.Titelverteidigerin

Ludwig, die bereits ihreachte

WM bestreitet, nutzte nahezu jede

Pause, umihrer weniger erfahrenen

Partnerin noch den einen oder anderen

Tipp zu geben. Das Team spielt

erst seit sechs Monaten zusammen,

daher gehören die beiden in Hamburgnicht

zum Favoritenkreis.

„Wir haben sehr, sehr viel trainiertinden

letzten Wochen. DieZeit

ist natürlich begrenzt. Die Erfahrung,

die muss über die Spiele kommen,

über die Turniere. Unser großes

Ziel ist es, konstant zu zeigen,

was wir können“, sagte Ludwig. „Wir

sind hier schon konstanter als in den

Turnieren zuvor, und wir wollen unser

Potenzial voll abrufen können“,

ergänzte Kozuch.

Obenauf: Ludwig (r.) und Kozuch sind in

der Runde der letzten 32. GETTY IMAGES/HARDT

Auch die Unterstützung der Fans,

die bereits um die Mittagszeit zahlreich

erschienen waren, ist für Ludwig

ein entscheidender Faktor:„Das

Publikum ist unsere dritte Frau auf

dem Court. Hamburgist einfach verrückt

nach Beachvolleyball.“

Zum Abschluss der Gruppenphase

der Frauen verpassten Kim

Behrens/Cinja Tillmann (Münster/Baden-Württemberg)

eine Überraschung

gegen die Favoritinnen

Heather Bansley/Brandie Wilkerson

aus Kanada knapp. Das Duo verlor

mit 1:2 (21:14, 19:21, 13:15), zog als

eine der besten vier Gruppendritten

aber ebenfalls direkt in die Runde

der letzten 32 ein.

Aufwen Ludwig/Kozuch am Mittwoch

in der Runde der letzten 32 treffen,

war bei Redaktionsschluss dieser

Ausgabe noch nicht bekannt. DasErfolgsrezept

für die kommende Aufgabe

haben die beiden allerdings parat.„Wir

machen einfach das,was unser

Trainer sagt“, so Ludwig. (sid)

Kurz vor der Krönung

Unions Robert Andrich gibt Beispiel, wie man sich über Umwege den Traum vonder Bundesliga erfüllenkann

VonMathias Bunkus, Bad Saarow

Robert Andrich kletterte

nach der Vormittagseinheit

als letzter in den wartenden

Mannschaftsbus,

der die Union-Profis zurück ins Hotel

am Scharmützelsee bringen

sollte. Ertat das unter dem strafenden

Blick vonBusfahrer SvenWeinel,

der auf die Abfahrt drängte. Doch

Andrich war ein gefragter Mann

nach dem Training. Zumeinen hatte

sein Onkel Frieder, langjähriger

DDR-Oberligaspieler und später

Trainer bei Vorwärts Frankfurt und

dem EFC Stahl, dem Neffen seine

Aufwartung gemacht. Dann galt es,

zahlreiche Autogramme zu schreiben.

Deutlich mehr als sonst bei seinem

ehemaligen Klub Heidenheim,

vondem ihn die Köpenicker für rund

1,1 Millionen Euro losgeeist hatten.

„Ist doch schön“, sagte er und unterzog

sich der berufsständischen

Pflicht des Signierens vonFan-Utensilien

mit wesentlich mehr Freude

als dem quälenden Aufbauprogramm

am Rande des Platzes von

Eintracht Reichenwalde. Daersich

seit zwei Tagen mit Wadenproblemen

herumplagt, konnten die Fitnessgurus

der Köpenicker ihn gesondert

und individuell traktieren.

Doch das Üben mit dem Bällchen

und den Kollegen hätte dem Mittelfeldspieler,der

nach seinem Wechsel

aus Wiesbaden nach Heidenheim 25

Spiele für den Zweitligisten absolviert

hatte, sicherlich mehr Freude

bereitet. „Das alles ist nicht so wild.

Nur ein bisschen muskulär. Kein

Grund zur Sorge“, sagte Andrich, der

in der kommenden Saison die Nummer

30 auf dem Rücken tragen wird.

In Heidenheim hatte er noch die 23

getragen. Ein großes Geheimnis

steckt aber nicht dahinter. Sie war

halt frei, viele andere attraktive

Nummernbereits vergeben.

Smiley als Tattoo

Vielleicht wird die 30 aber eines Tages

ja auch auf seinem Köper verewigt.

Weil er mit ihr das erste Bundesligaspiel

seiner Karriere macht.

Undein Plätzchen auf seinem Body,

der branchenüblich durchaus einige

Tattoos aufzuweisen hat, wird er

schon finden. Doch selbst da zeigte

Quälen für die Bundesliga: RobertAndrich

MATTHIAS KOCH

Eine Prinz und eine Prinzessin

sich der 1,89 Meter große Mittelfeldspieler

sehr bodenständig. Die Geburtsdaten

seiner Eltern hat er auf

sich verewigt. Etwas ausgefallener ist

da schon das Bildchen auf seiner

maladen Wade. Ein Smiley ist da zusehen.

Verziert mit einer Krone und

Roberts Geburtsjahrgang 1994.

Dass der gebürtige Potsdamer,

der bei Hertha BSC groß geworden

ist, in seiner Jugendzeit schon einige

Sträuße mit den Rot-Weißen ausgefochten

hat, ist klar.Doch blau-weiß

schlägt sein Herz nicht mehr nach

den Umwegen über Dresden, Wiesbaden

und Heidenheim. „Ich bin inzwischen

menschlich reifer geworden“,

sagt er über sich selber.Und in

familiäre Konflikte gerät er auch

nicht.„Mama und Papa sind Fanvon

dem Verein, bei dem ich spiele“, erklärte

er mit einem Lachen.

Seit Monaten mit Union in Kontakt

DerKontakt zu Union bestand schon

seit mehreren Monaten. „Das ehrte

mich, dass sie Interesse an mir gezeigt

haben. Union spielt ja schon

seit einigen Jahren oben in der Zweiten

Liga mit“, sagte Andrich. Verraten

hat er es niemandem. Nicht mal

mit Maxi Thiel hat er darüber gesprochen.

„Ich wollte nicht, dass es

dann womöglich heißt, der ist mit

dem Kopf woanders,falls es mit dem

Wechsel nicht klappt. Die Vereine

mussten sich ja erst einigen“, so

Andrich.

Zweimal stand er bei den Charlottenburgernkurzvor

dem Profidebüt.

Doch zu einer Einwechslung kam es

nicht. Über Umwege hat es nun

doch mit der Bundesliga geklappt.

„Klar hätte ich auch als 20-Jähriger

da schon gerne gespielt. Aber jeder

dieser Schritte hat mich sportlich

weitergebracht. Ich würde diesen

Wegwieder so gehen“, meint Andrich.

In Dresden löste er einst sogar

deshalb seinen Vertrag auf, obwohl

Dynamo gerade in die Zweite Liga

aufgestiegen war,weil er sich beiWehen

Wiesbaden dauerhafte Spielpraxis

versprach. Eine Entscheidung,

die sich im Nachhinein als richtig erwies.Und

nun die Krönung erfahren

soll.„Ich habe in den Jahren gemerkt,

dass ich das Zeug dazu habe, ganz

oben Fuß zufassen. Ich freue mich

jetzt einfach drauf“, sagt er.

Im Halbfinale der Frauen-WM setzen die Niederländerinnen auf die Klasse von Vivianne Miedema und Lieke Martens

VonFrank Hellmann, Lyon

Als während einer kurzen Pause

vorder malerischen Kulisse rund

um das Stade du Merlo in Oullins die

orange-schwarzfarben gekleideten

Spielerinnen meinten, sich aus den

Trinkflaschen bespritzen zu müssen,

klickten die Auslöser der Fotografen

von der schattigen Tribüne wie ein

Maschinengewehr. Endlich ein Beleg

für holländische Heiterkeit. Obwohl

die „Oranjeleuwinnen“ bei EM

2017 und WM 2019 übergreifend elf

Partien hintereinander gewonnen

haben und heute ab 21 Uhr das

Halbfinale gegen Schweden bestreiten,

wo sie sich für das Finale gegen

Titelverteidiger USA durchsetzen

wollen, hatten die Protagonisten Kritik

aus der Heimat einstecken müssen.

Zu unterkühlt, zu mühselig, zu

ausrechenbar sei die Spielanlage,weil

sich Trainerin Sarina Wiegmann beharrlich

weigert, von ihrem 4-3-3-

System mit immer denselben Gesichtern

auch nur ansatzweise abzuweichen.

„Wir wissen selbst, dass wir

nicht den besten Fußball gespielt haben,

aber am Ende haben wir schon

unglaublich viel erreicht“, entgegnete

Vivianne Miedema.

DieMittelstürmerin erinnertinihrer

Spielweise an die deutsche Rekordtorjägerin

Birgit Prinz. Wenn sie

mit langen Schritten und leicht gebeugter

Haltung losstürmt, ist das ja

LiekeMartens (l.) hat nicht nur beim Torjubel einige Follower.

genau die Masche,mit der die zweifache

Weltmeisterin und Weltfußballerinin241

Länderspielen für Deutschland

128 Tore erzielte. Die Nummer

neun der Niederlande steht in 80 Auswahlspielen

bei 61 Treffern. Mit 22

Jahren. Keine andereMittelstürmerin

verfolgt bei dieser WM so fokussiert

ihre Kernaufgabe, ummit Kopf und

Fußzum Abschluss zu kommen.„Die

Leute erwarten vonmir,dass ich Tore

schieße“, sagt die bei der WM bislang

dreimal erfolgreiche Miedema. Sie

wohl am meisten.

Die 1,75 Meter große Torjägerin

negiertgar nicht, dass sie ein höheres

Niveau erreicht hat als vor zwei Jahren.

Weil sie auch bei Arsenal Ladies

GETTY IMAGES/HEATHCOTE

reihenweise überragende Leistungen

anbot, hat sie die Women’s Super

League (WSL) in England zur besten

Spielerin ausgezeichnet. Die zuvor

drei Jahre beim FC Bayern spielende

Angreiferin wird nun daran gemessen,

dass sie bei der EM 2017 im Halbfinale

gegen England (3:0) und im Finale

gegen Dänemark (4:2) mit ihren

Führungstoren den Startschuss für

die Oranjes-Party gab.

Eher Künstlerin als Kämpferin

An ihre Popularität kommt nur Lieke

Martens heran. Eher Künstlerin als

Kämpferin. Lieber Vorbereiterin als

Vollstreckerin. Ihre Aktionen strahlen

oft eine Eleganz aus,weshalb die nie-

derländische Nummer elf beim FC

Barcelona genau den richtigen Arbeitgeber

gefunden hat. Viele Landsleute

wollen in ihr die weibliche Version

eines Johan Cruyff erkennen.

Die Übungsstunde verfolgte die

26-Jährige am Dienstag allerdings

ausschließlich sitzend auf einer Getränkebox.

IhrFuß braucht zwischen

den Spielen inzwischen immer eine

Schonung. Eine alte Zehenverletzung

macht ihr zunehmend zu schaffen.

Nachdem Martens ihre Mannschaft

mit einem Doppelpack gegen Japan

(2:1) vordem Ausscheiden bewahrte,

hatte sie vor dem Viertelfinale gegen

Italien (2:0) gar nicht mehr trainieren

können. Biskurzvor Anpfiff stand ihr

Mitwirken auf der Kippe. Letztlich

hielt sie auch dank Schmerztablette

90 Minuten durch. „Wenn das Adrenalin

durch den Körper fließt, kann

man viel schaffen“, erklärte die 108-

fache Nationalspielerin.

Martens strahlt den höchsten Glamourfaktor

aus. Ihr folgen allein auf

Instagram eine Million Fans. Einige

ihrer Anhänger vergleichen sie mit einer

Prinzessin, die das Spiel der

Frauen einfach schöner macht. So

sind Miedema und Martens jede auf

ihre Art zu Idolen aufgestiegen. Früher

gingen ihre Landsleute noch mit

den Trikots vonRobben oder Sneijder

zu einem Frauen-Länderspiel. Jetzt

sind die Jerseys mit Miedema und

Martens in der Überzahl.

NACHRICHTEN

Kerber gibt sich gegen

Maria keine Blöße

TENNIS. Angelique Kerber ist mit einem

Sieg im deutschen Duell in

Wimbledon gestartet. DieTitelverteidigerin

aus Kiel gewann am

Dienstag 6:4, 6:3 gegen Tatjana Maria

und vermied einen Tagnach dem

Erstrunden-Aus vonAlexander Zvereveine

weiteredeutsche Enttäuschung.

Aufdem CentreCourtsetzte

sich Kerber gegen die Weltranglisten-65.

durch. In der zweiten Runde

bekommt sie es mit Lauren Davis

aus den USA zu tun. Vorjahres-Halbfinalistin

Julia Görges folgte ihr und

LauraSiegemund ebenfalls in die

zweite Runde.Bei den Männernkamen

Jan-LennardStruff und Dominik

Köpfer weiter.Damit stehen fünf

Deutsche in Runde zwei.

Fast 300 russische Sportler

unter Dopingverdacht

DOPING. DieWelt-Antidoping-

Agentur verdächtigt nach der Auswertung

der Daten aus dem Moskauer

Analyselabor fast 300 russische

Athleten des Dopings.Das gehe

aus der Analyse von578 Stichproben

hervor, teilte die Wada am Dienstag

mit. Von43der insgesamt 298 verdächtigen

Sportlernseien Beweise

für mögliche Verstöße gesammelt

worden. Diese sollen an die nationalen

Verbände weitergeleitet werden.

DieAuswertung der Proben werde

sich noch einige Monate hinziehen.

DFB-Team bezieht Quartier

in Herzogenaurach

FUSSBALL. Diedeutsche Nationalmannschaft

schlägt ihr EM-Quartier

2020 in Herzogenaurach auf. Das

gab der Deutsche Fußball-Bund in

einem Video in den Sozialen Medien

bekannt. Diefränkische Kleinstadt

liegt knapp zwei Busstunden vonder

Münchner Arena entfernt, wo das

DFB-Team im Falle der Qualifikation

bei der EM in einem Jahr (12. Juni bis

12. Juli) mindestens zwei Gruppenspiele

bestreiten wird.

Füchse starten Saison

beim SC DHfK

HANDBALL. DieFüchse Berlin starten

zum Auftakt der neuen Bundesliga

Saison am 25. August (16 Uhr)

beim SC DHfK Leipzig. Im ersten

Heimspiel ist eine Woche später(1.

September) der HC Erlangen zu Gast

in der Schmelinghalle.DreiTage später

(4. September) spielen die Füchse

erneut zu Hause.Dann kommt zum

dritten Spieltag der GDWMinden in

die Hauptstadt.

ZAHLEN

Fussball

Frauen-WM, Halbfinale

England -USA 1:2 (1:2)

Niederlande -Schweden Mi., 21.00

Tennis

Grand-Slam-Turnier in Wimbledon

Frauen, 1. Runde: u. a.Angelique Kerber (Kiel/5)

-Tatjana Maria (Bad Saulgau) 6:4, 6:3; Julia Görges(Bad

Oldesloe/18) -Elena Ruse (Rumänien)

7:5, 6:1; Monica Niculescu (Rumänien) -Andrea

Petkovic (Darmstadt) 2:6, 6:2, 7:5; Laura Siegemund

(Metzingen) -Katie Swan (Großbritannien)

6:2, 6:4

Männer,1.Runde: u. a. Jiri Vesely (Tschechien) -

Alexander Zverev(Hamburg/6) 4:6, 6:3, 6:2, 7:5;

Jan-Lennard Struff (Warstein/33) -Radu Albot

(Moldau) 6:4, 6:3, 6:2; Dominik Köpfer (Donaueschingen)

-Filip Krajinovic (Serbien) 6:3, 4:6, 7:6

(11:9), 6:1; Roger Federer (Schweiz/2) -Lloyd

Harris (Südafrika) 3:6, 6:1, 6:2, 6:2; Rafael Nadal

(Spanien/3) -Yuichi Sugita (Japan) 6:3, 6:1, 6:3;

Sam Querrey(USA) -Dominic Thiem (Österreich/5)

6:7 (4:7), 7:6 (7:1), 6:3, 6:0


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 – S eite 18 *

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Sport

Sein Wille geschah

Vorzwanzig Jahren gewann Lance Armstrong zum ersten Mal

die Tour de France. Dank des ausgeklügeltsten Dopingprogramms in

der Geschichte des Sports dominierte er mit seinen Unterstützern

die Radsportszene über Jahre hinweg

VonStephan Klemm

Düstere Vorzeichen: 1999 fuhr Lance Armstrong nicht nur einem Unwetter,sondernauch allen Konkurrenten davon.

DPA/OUDENAARDEN

Das Anwesen im texanischen

Austin hat einen

Wert vonzehn Millionen

Dollar, spanischer Kolonialstil,

725 Quadratmeter Wohnfläche,ein

Idyll, alles perfekt scheinbar.

Doch seinem Besitzer Lance Armstrong

gefällt der Standort einer riesigen

Eiche nicht. Also lässt er sie 50

Meter nach Osten verpflanzen, das

kostet 200 000 Dollar, das ist es ihm

aber wert,weil es seinWille ist, der zu

geschehen hat. Undergeschieht.

Vergleichbares ereignete sich vor

21 Jahren beim Auftakt des Cascade-

Classic-Rennens in den USA: ein

Kinder-Wettkampf ist angesetzt,

Armstrong soll die Kleinen begleiten.

Fünfjährige sind dabei und auch ein

Zehnjähriger, der die Führung übernimmt.

Armstrong, zurück nach seiner

Krebserkrankung, übersprintet

den Jungen noch vor der Ziellinie

und gewinnt das Rennen. Er hasst es,

zu verlieren. Und gönnt selbst KindernbeiWohltätigkeitsveranstaltungen

keinen Erfolg gegen sich. Weil es

sein Wille ist, der geschieht. Ein Jahr

vor seinem ersten Tour-de-France-

Sieg, bei dem er ähnlich gnadenlos

sein Werk verrichtete.

Vor20Jahren dominierte er seine

Gegner,gewann souverän, war überzeugend

in allen Facetten des härtesten

und bedeutendsten Radrennens

der Welt. Und nicht nur Kenner der

Szene fragten sich: Wie ist das möglich?

Kann das wahr sein?

Doch für den Texaner Armstrong,

zu diesem Zeitpunkt 27 Jahrealt, liefen

die Dinge großartig. Er war ein

Held, auferstanden von den Todgeweihten,

er hatte eine am 2. Oktober

1996 diagnostizierte Hodenkrebserkrankung

samt Metastasen in der

Lunge, imBauchraum und im Gehirn

überstanden, was ihn zu einem

Lazarus der Sportwelt aufsteigen

ließ, der Millionen von Krebspatienten

weltweit Hoffnung spendete,

dass sich diese Krankheit überwinden

lässt und ein tolles Leben danach

möglich ist. Wasfür eine Story.

Armstrongs Erscheinen fügte sich

glänzend in die Tour-Propaganda jenes

Jahres, die von einem „Rennen

der Erneuerung“ träumte. Denn

1998 durchlebte die Frankreich-

Rundfahrt eine Tour de Farce, ein

Doping-Rennen mit dem Ausschluss

des französischen Top-Teams Festina

wegen Dopingmissbrauchs, Polizei-Razzien,

aus dem Rennen fliehenden

Teams und streikenden Fahrern.

Nun aber erschien ein Krebs-

Überlebender,sauberer lässt sich ein

Teilnehmer nicht denken, und gewinnt

das Rennen. Undwieder:Was

für eine Story.

Vermeintliche Erlösung

Gleichwohl werden die Tour-Verantwortlichen

zum Start ihres neuen

Rennens an diesem Sonnabend im

belgischen Brüssel gewiss nicht

Lance Armstrongs gedenken, der sie

vor 20Jahren eben nur vermeintlich

erlöst hat. Obwohl die Tour-Historiker

ansonsten gerne an jeden runden

Geburtstag erinnern. Denn: Die

Armstrong-Saga ist eine durchweg

auf Lügen fußende Geschichte.

Armstrong gewinnt im Sommer

1999 den Tour-Prolog, Gelbes Trikot

am ersten Tag. Die Welt staunt über

den neuen Star des Radsports. Die

Zuschauer jubeln. Die Tour-Organisatoren

feiern ihr Glück und die

Armstrong-Story. Der ist auch beim

Zeitfahren in Metz, achte Etappe,

nicht zu schlagen. Daszuvor abgegebene

Gelbe Trikot erobert erzurück

und behält es bis zum Ende.

Früh hat Lance Armstrong entschieden,

ohne Skrupel oder Reue

vorzugehen, schreibt die US-Autorin

Juliet Macur in ihrer meisterhaft recherchierten

Armstrong-Biografie

mit dem Titel: „Lance Armstrong.

Wie der erfolgreichste Radprofi aller

Zeiten die Welt betrog.“ Seit 1995

nahm er Epo, ein Blutdopingmittel,

das Ausdauersportlern eine ungeheuerliche

Leistungssteigerung ermöglicht.

An seinem Krankenbett

sagte Armstrong 1996 vor ihm vertrauten

Menschen, er habe folgende

leistungssteigernde Substanzen eingenommen:

„Wachstumshormone,

Kortison, Epo, Steroide und Testosteron“,

also das komplette Paket aus

Auch US-Präsident George W. Bush zeigte sich gerne mit Lance Armstrong.

IMAGO IMAGES

der Apotheke.War es das ganzeZeug,

das Armstrongs Krebs wachsen ließ?

Er bezweifelt das.

Armstrong wusste,dass er bei seinem

Comeback wieder dopen

musste, was ihn laut Macur auch

nicht abgeschreckt habe. ImGegenteil:

Nach allem, was man durch den

im Oktober 2012 veröffentlichten

Bericht der US-Antidoping-Agentur

(Usada), der Armstrong enttarnte,

weiß, bauten Armstrongs Mannschaften

ein„massives Teamdopingsystem“

auf, „das umfassender war

als jedes zuvor entdeckte in der Ge-

schichte des Sports“. Denn Armstrong

gewann ja nicht nur 1999 die

Tour,sondernauch noch 2000, 2001,

2002, 2003, 2004 und 2005. Siebenmal

in Serie. Einsurrealer Rekord.

Travis Tygart, der Chef der Usada,

schreibt in seinem Armstrong-Bericht:

Es handele sich bei den aufgedeckten

Fakten um „das am meisten

ausgeklügelte, professionellste und

erfolgreichste Dopingprogramm,

das der Sport jemals gesehen hat.“

Das Urteil: lebenslange Sperre für

Armstrong und Verlust aller seiner

Siege seit dem 1. August 1998. Im Januar

2013 schließlich gab Armstrong

bei der Talk-Masterin OprahWinfrey

voreinem weltweiten Millionenpublikum

öffentlich zu, gedopt zu haben.

Er entlarvte sich als Lügen-Prediger

für die vielen sich an ihm orientierenden

Krebskranken in der

Welt. Armstrongs sieben Tour-Titel

wurden gelöscht. Bald darauf postete

er trotzig ein Bild auf Twitter. Es

zeigt ihn, auf einem Sofa liegend, an

der Wand sieben hell erleuchtete

Gelbe Trikots, eines für jeden seiner

Tour-Siege. Dazu stellte er einen

Kommentar: „Bin wieder in Austin

und hänge ab.“ In seiner Welt hält er

sich für unbesiegbar.

Der Regierungsstil des arroganten

Chefs war stets herrisch, Armstrong

selbst war von Hybris und

Herrschsucht befallen. Bis zuseiner

Enttarnung gelang es ihm stets, die

Dinge in seinem Sinne zu lenken,

sein Wille geschah bei seinen einstigen

Teammitgliedern, seinen Begleiternund

Unterstützern. Kritiker und

Rechercheure, die viele seiner Betrügereien

bereits aufgedeckt hatten,

brachte er mit einer Klagewelle zum

Schweigen. Zudem profitierte er von

Kontakten in die Politik, so dass eine

Ermittlung – sein US-Postal-Team

war eine staatliche Organisation –

eingestellt wurde, ehe die Usada

übernahm und ihr Urteil sprach.

100 Millionen verbliebene Dollar

Nun half Armstrong niemand mehr.

Sponsoren verließen ihn, Einnahmen

in Höhe von 75Millionen Dollar

fielen weg. Auch seine Krebsstiftung

musste er verlassen. Undweil er

für US Postal fuhr, war noch ein

Schadensersatzprozess anhängig.

Der wurde 2018 nach einer Zahlung

in Höhe von fünf Millionen US-Dollar

an die US-Regierung eingestellt.

Geblieben sind ihm nach eigenen

Angaben 100 Millionen betrügerisch

erwirtschaftete Dollar.

Macur hat Armstrong an dem Tag

besucht, an dem er seineVilla in Austin

verlassen und eines seiner Statussymbole

aufgeben musste,weil er sie

sich nicht mehr leisten konnte. Die

Autorin erlebte einen trotzigen

Mann, kämpferisch weiterhin, doch

auch gebrochen, weil er seine lebenslange

Sperre für alle Veranstaltungen

in den olympischen Sportarten

erhielt, was für ihn, dessen Lebenselixier

Wettkämpfe sind, einem

„Todesurteil“ gleichkommt. Sein

Wille geschieht nicht mehr. Armstrongs

wohl härteste Strafe.

„Das ist einfach abartig“

Alexander Zverev deutet nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon an, dass er sich in einem extrem problematischen und damit auch leistungshemmenden Umfeld bewegt

VonDoris Henkel, London

Man könnte über Vorhand und

Rückhand reden, über fehlende

Sicherheit beim Aufschlag und

das Problem, wie aus einer kleinen

Sammlung vonFehlerninletzter Zeit

fast zwangsläufig große entstehen.

Und wie diese Fehler am Ende zu

vermeidbaren Niederlagen führen.

Wie injenem Spiel, das Alexander

Zverev am Montagnachmittag in der

ersten Runde der All England Championships

gegen den Tschechen Jiri

Vesely vom Weltranglistenplatz 108

verlor. Aber das Spiel ist der kleinere

Teil eines Problems, zum größeren

gehört der ganze Rest. „Die letzten

beiden Tage hier waren sehr hart“,

erklärte Alexander Zverev nach seiner

14. Niederlage in diesem Jahr.

„Aber das ist grad mein Leben, was

hier passiert.“

EinLeben, in dem es offenbar auf

zu vielen Ebenen zu heftig kracht.

Immer noch und immer wieder. Als

Zverev vor gut drei Monaten in

Miami berichtete, erbefinde sich in

einem Rechtsstreit mit seinem früheren

Manager Patricio Apey, hatte

er vermutlich noch keine Ahnung,

was aus dieser Geschichte werden

würde. Wie sie überhaupt angefangen

hat? „Der Anfang war,als ich die

World-Tour-Finals in London gewonnen

hab.“ Ausgerechnet der bisher

größte Erfolg seiner Karriere im

November vergangenen Jahres als

Ausgangspunkt, nicht leicht zu begreifen,

oder? Die Antwort klingt ein

wenig kryptisch: „Nach dem Erfolg

kommt seine Arbeit, und da kommen

viele Dinge dann raus.“

Aber es geht vermutlich nicht nur

um Geld. Nicht zu übersehen ist,

dass auf beiden Seiten auch verletzte

Gefühle im Spiel sind. Apey hatte damals

im Märzineiner Mitteilung geschrieben,

er sei schockiert, enttäuscht

und traurig, dass Zverev und

dessen Familie nicht versucht

hätten, auf einem

privaten Wegeine Lösung

zu finden, sondern stattdessen

ohne jede Warnung

vor Gericht gezogen seien.

Er hatte den hoffnungsvollen

Junior übernommen,

als der 15 war, und im

Laufe der Jahre war eine

Verbindung entstanden,

die beide Seiten wohl als

freundschaftlich betrachteten. Inzwischen

sind die Parteien gleichermaßen

fassungslos über die Reaktionen

der Gegenseite. „Er versucht

jetzt halt, mein Leben so schwer wie

möglich zu machen“, sagt Zverev.

„Ich darf nichts Offizielles sagen,

Will doch nur Tennis

spielen: Zverev

aber das ist einfach abartig, das können

Siesich nicht vorstellen.“

Aber es gibt ja nicht nur diesen

Streit und juristische Fragen, sondernauch

eine Vakanz, die

sein Leben belastet. Wenn

ein Spitzenspieler wie Zverev,

der zu den Besten der

Welt gehört, sämtliche Termine

und Anfragen selbst

koordinieren muss, weil

GETTY IMAGES/BRUNSKILL

der frühere Manager nicht

mehr im Amt ist und ein

neuer nicht an Bord ist

oder sein darf, dann kann

man sich vorstellen, wie

viel Zeit dabei draufgeht. Schwer zu

sagen im Moment, wie lange es so

weitergehen wird. „Das hängt viel

vonanderen Sachen ab“, sagt Zverev,

„ich bin sehr wütend darüber.“

Doch auch internläuft es nicht so

richtig rund. Im August vergangenen

Jahres holte Deutschlands bester

Tennisspieler als zweiten Trainer neben

seinem Vater Alexander senior

Altmeister Ivan Lendl ins Team. Seither

werden beide unter der Rubrik

Coach geführt, doch es wird immer

deutlicher, dass die Zusammenarbeit

nicht wie gewünscht funktioniert.

Bei den French Open in Paris

wurde Zverev vom Vater betreut,

Lendl war angeblich wegen einer

Pollen-Allergie zu Hause geblieben.

In Wimbledon fehlt Vater Zverev, offizielle

Begründung: Er wolle sich erholen

und sei derzeit in Hamburg.

Das Ganze hat mit erbaulichem

Miteinander wohl nicht allzu viel zu

tun, und mittendrin steht Zverev,der

vielleicht längst spürt, dass er eine

Entscheidung treffen muss, aber

nicht weiß, wie er das machen soll.

Soll er sich von Lendl trennen, der

wenig Interesse zeigt, ihn während

des ganzen Jahres zu begleiten?

Oder,was deutlich schwieriger wäre:

Soll er seinen Vater überzeugen, dass

es an der Zeit sein könnte, nur noch

Vater und Sohn zu sein, aber nicht

mehr Trainer und Spieler?

Auch diese Geschichte belastet

ihn, keine Frage, deshalb geht es im

Moment um mehr als Doppelfehler,

vergebene Breakchancen und eine

nach wie vornicht überzeugende Bilanz

bei Grand-Slam-Turnieren. Bevorersich

nach der Niederlage in der

ersten Runde mit unbekanntem Ziel

aus Wimbledon verabschiedete,

sagte Zverev:„Das ist kein einfaches

Jahr für mich. Ich werde versuchen,

das zu ändern. Aber alle großen

Champions haben solche Jahre, und

ich denke, dass ich da rauskommen

werde.“ Erist 22 Jahre alt und die

Nummer fünf der Welt, und so sieht

sein Leben dieser Tage aus.


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 – S eite 19 *

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Feuilleton

Die Stiftung Preußischer

Kulturbesitz hat

neue Pläne für Dahlem.

Seite 20

„Sie kennt sich mit dem System aus, ohne Teil des Systems zu sein.“

Frank Junghänel über die Fußball-Expertin und frühere Nationaspielerin Nia Künzer. Seite 21

Energiewende

Spart Euch

das mal!

Thomas Klein

fragt sich, werwirklich Opfer

für das Klima bringt.

Beim Durchsehen alter Texte über

eine Besprechung von„ACrude

Awakening: The Oil Crash“ von 2006

gestolpert. Daswar die hohe Zeit der

unabhängig produzierten Dokus,

mit Aufklärungsarbeit wollte man

der reaktionären Politik George W.

Bushs begegnen. In dem Film formulieren

Basil Gelpke und Raymond

McCormack, unterstützt von Wissenschaftlern

und (ehemaligen) Öl-

Managerneine klareThese: DerWelt

geht der Spritaus,private Autofahrerei

oder Flugreisen gehören bald der

Vergangenheit an. So ist es dann

erstmal nicht gekommen. DieFilmemacher

unterschätzten die Petrol-

Branche, die ihr Angebot durch Fracking,

Schiefer-Vorkommen und –

politisch flankiertvon rechten Populisten

wie Trump oder Bolsonaro –

Förderung in einst geschützten Gebieten

aufrecht erhält.

Klar ist, dass man von der Industrie,

ob von Öl-Firmen, Billig-Fliegern

oder Autobauern, keinen echten

Wandel erwarten kann, da wird

höchstens werbewirksam am kosmetischen

Detail herumgedoktort.

Aber echter Wandel tut not: Der Klimawandel

mit seinen „Extremwetterlagen“,

das Aussterben von Flora

und Fauna, das Plastik im Meer und

in der Nahrungskette sind nur die

Spitze eines inzwischen rasch

schmelzenden Eisbergs.

Doch ein Umdenken wird meist

nur behauptet, aber nicht umgesetzt.

Der SUV ist so unmoralisch

und egoistisch wie die Flugreise für

zwölffuffzich, Einweg-Mode und

Wegwerf-Plastik sind immer noch

überall. Auch die E-Mobilität ist

letztlich nur ein „Weiter wie immer“

–Energieverbrauch mit herbeigeredetem

Öko-Siegel, Bequemlichkeit,

nur ohne sichtbaren Auspuff. Echte,

nötige Veränderung würde indes

wehtun. Doch der gesellschaftliche

und politische Wille,wirkliche Opfer

zu bringen, fehlt immer noch, dabei

wären langsam Steuern, Strafen,

Sparmaßnahmen fällig: Das Ölgeht

uns noch nicht aus, aber die Zeit

läuft trotzdem ab.

Die geliebte Mäzenin

Ein ganz besonderer Ankauf für das Brücke-Museum: Rosa Schapire, gemalt von Karl Schmidt-Rottluff

VonIngeborg Ruthe

Rosa Schapire, die Herbschöne

mit den markanten

Gesichtszügen, war für

den Brücke-Expressionisten

Karl Schmidt-Rottluff das, was

die Sammlerin Gertrude Stein für Picasso

gewesen ist: Vertraute, beste

Freundin in jeder Lebenslage, verehrte,geliebte

Mäzenin.

Schmidt-Rottluff hat die emanzipierte

Kunsthistorikerin, eine Frau,

die Hindernissen und Konventionen

entschlossen trotzte, oft gemalt, in

diesem Fall im Jahr 1915. Damals,

kurz vor der Einberufung an die

Front im Ersten Weltkrieg, steckte

der Expressionist gerade in seiner

produktiven Holzschnitt- und Holz-

Skulpturen-Phase.Das ist in der harten,

fast maskenhaften Stilistik dieses

Öl-Porträts auch nicht zu übersehen.

DasExpressivewirdhier gleichsam

kubistisch.

Einanderer guter Freund der Porträtierten,

der Kunsthistoriker Wilhelm

Niemeyer, der mit Schapire in

Hamburg die expressionistischen

Zeitungen „Kündung“ und „Rote

Erde“ herausgab, wollte dieses

Hauptwerk damals unbedingt haben.

Er kaufte es aus Schmidt-Rottluffs

Berliner Atelier heraus für seine

Privatsammlung und vererbte es

später seinen Nachfahren.

Die1874 in Brody,Österreich-Ungarn,

geborene Jüdin Rosa Schapire

promovierte 1904 als eine der ersten

Frauen überhaupt, zu einer Zeit, in

der diesen der Zugang zu Universitäten

regulär noch gar nicht erlaubt

war. Sie trat sogar der Brücke-

Gruppe als passives Mitglied bei,

wurde später Herausgeberin des

druckgrafischen Werkverzeichnisses

Schmidt-Rottluffs.

Die beiden waren kein Liebespaar,

der Maler war ja glücklich verheiratet;

es muss geistig sehr geknisterthaben

zwischen ihnen. Schapire

kaufte eine Menge seiner Arbeiten,

Ölgemälde, Holzskulpturen, Aquarelle,

Grafik. Schmidt-Rottluff stattete

ihreWohnung in der Hamburger

Osterbekstraße 43 aus,inder sie seit

1908 lebte,und baute ihreMöbel. Er

entwarf für sie Kleidung, auch

Schmuck. Über ihr Wohnzimmer

schrieb der Maler Franz Radziwill,

der sie ab 1920 häufig besuchte:„Nur

in diesem Raum, den wir Schmidt-

Auf der Vorderseite des Schmidt-Rottluff-Bildes von 1915: „R. S.“ (Rosa Schapire)

BRÜCKE MUSEUM /VG BILDKUNST BONN 2019 (2)

Und auf der Rückseite des Schapire-Porträts die Überraschung: Eine verworfene Ansicht

der „Kurischen Nehrung“ von 1913, vom Maler pragmatisch einfach umgenutzt.

Rottluff-Zimmer nannten, lebte sie,

dort erlebte sie vor den Bildern und

Gegenständen ihrer Liebe sich und

die anderen...“

Ein Schapire-Aquarell-Bildnis

von 1909 gehört dem Brücke Museum,

zwei Porträts hängen in der

Tate Modern London. Dort starb

Schapire 1954, im Exil nach der

Flucht aus Nazideutschland. Alle anderen

Mitglieder ihrer Familie wurden

Opfer des Holocaust. In London

setzte Rosa SchapireihreBemühungen

für den vonden Nazis verfemten

deutschen Expressionismus fort.

Unlängst wurde das expressive

Bildnis in den blaugrünbraungelben

Farben aus dem Niemeyer-Familien-Nachlass

bei Sotheby’s London

angeboten. DasBrücke-Museum erfuhr

glücklicherweise zeitig genug

vonder Versteigerung. DieKarl-und-

Emy-Schmidt-Rottluff-Stiftung und

die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung

boten entschlossen mit, erstanden

das Gemälde „R.S.“, für 200 000

Pfund. Damit bekam das seit 2017

von Lisa Marei Schmidt geleitete

Haus einen Markstein imSchmidt-

Rottluff-, damit im Brücke-Bestand.

Werke aus der „ethnologischen“

Phase der Gruppe besaß die Sammlung

bislang nämlich kaum, schon

gar nicht von Schmidt-Rottluff, der

dem 1967 gegründeten Museum einen

Großteil seines Werkes als

Stammkapital vermacht hat.

Zudem stellt das Bild, das am

Dienstag im Dahlemer Brücke Museum

erstmals der Öffentlichkeit

vorgestellt wurde, ein Kuriosum dar.

Das konturenscharfe Konterfei der

intellektuellen Dame R. S. prangt auf

der Vorderseite, die bei Malern auch

„Butterseite“ heißt. Auf der Rückseite

aber –das Motiv gibt’s fürs Brücke

Museum sozusagen inklusive –

ist eine Landschaft mit Turmhaus zu

sehen, eine Ansicht der Kurischen

Nehrung von 1913. Wahrscheinlich

hielt der Maler das Motiv für nicht

gelungen, wollte es aber auch nicht

wegwerfen. Also dient es ganz pragmatisch,

zugleich aber auch wie ein

rätselhafter Gruß,als Rückseite.

Die Ausstellungsmacher im Brücke

Museum wollen sich was einfallen

lassen: Wie präsentiert man eine

Gemälde, das nicht an der Wand

hängen kann? Das geht, wie man in

Altmeistersammlungen sehen kann,

auch in Vitrinen, mitten im Raum.

NACHRICHTEN

100 000 Besucher im neuen

Bauhaus-Museum Weimar

Knapp drei Monate nach der Eröffnung

hat das neue Bauhaus-Museum

inWeimar die Zahl von100 000

Besuchernerreicht. Dies teilte die

Klassik Stiftung Weimar am Dienstag

mit. DasInteresse an dem neuen

Haus und der Design-Schule Bauhaus

sei ungebrochen. DerArchitekt

Walter Gropius hatte das Bauhaus

vor100 Jahren als Schule neuen Typs

für Kunst, Design undArchitektur in

Weimar gegründet. (dpa)

Sibylle Berg erhält den

Thüringer Literaturpreis

DieAutorin Sibylle Berg wirdmit

dem Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet.

Dasteilte die Staatskanzlei

des Bundeslandes am Dienstag mit.

DieJurywürdigte die in Weimar geborene

Schriftstellerin dafür,„in stilistischer

und struktureller Klarheit“

politische und gesellschaftliche Veränderungen

und ihreAuswirkungen

auf den Menschen zu beschreiben.

Berg schreibt Romane,Theaterstücke,Hörspiele

und Kolumnen. Der

Thüringer Literaturpreis,der mit

12 000 Euro dotiertist, wirdam3.

September in Erfurtverliehen. Der

Preis wirdseit 2005 alle zwei Jahre

vergeben. Zu den Preisträgernzählen

Lutz Seiler,Wulf Kirsten und

Kathrin Schmidt. (dpa)

Poster-Museum in

Manhattan eröffnet

DieMuseumsmetropole NewYork

hat eine Ausstellungshalle dazubekommen.

DasPoster House im

Stadtteil Chelsea widmet sich nach

eigenen Angaben als bislang erstes

und einziges Museum in den USA

exklusiv Plakaten. ZumAuftakt zeigt

das Museum, das eine Sammlung

mit rund 7000 Plakaten aus mehr als

100 Ländernbesitzt, eine Ausstellung

über den tschechischen Künstler

Alphonse Mucha und eine über

die deutsche Künstlergruppe Cyan.

Diezehn Millionen Dollar (etwa 8,9

Millionen Euro), die für Gründung

des Museums und Renovierung des

Hauses gebraucht wurden, kamen

aus Spenden zusammen. In

Deutschland gibt es das Deutsche

Plakat-Museum in Essen. (dpa)

UNTERM

Strich

Fontane der Woche

Schwurbelnde

junge Männer

VonAndreas Scheffler

Als der spätere Geheimrat Konrad Duden

in jungen Jahren eines seiner ersten

Poeme vor dem Königs Wusterhausener

Dichterkreis Mein Havelland zum Besten geben

durfte, wurde er von einem zufällig anwesenden

Apotheker,dem berüchtigten Kritiker

Theodor Fontane, als „Malapropist“ tituliert.Vonwüstem

Zorn entflammt, stürmte

der junge Konrad direktemang in eine nahegelegene

Klause und schrieb dort wie im

Rausch in einer Nacht das Buch nieder, das

ihn binnen kurzer Zeit berühmt machen

sollte. Theodor Fontane indes irrte und

wirrte monatelang ziellos durch die Mark

Brandenburg.“

Diese kleine Anekdote schrieb vor30Jahren

die Dahlemer Dichterin Kvara Bistroj,

und man kann mit ziemlicher Sicherheit davon

ausgehen, dass sie von vorne bis hinten

erfunden ist. Kein Königs Wusterhausener,

der bekanntlich südlich vonBerlin zu Hause

ist, würde seinen Literaturclub nach dem

Havelland benennen, welches im Westen

Brandenburgs gelegen ist. Und Konrad Duden

und Theodor Fontane sind sich vermutlich

niemals begegnet, zumal der niederrheinische

Lehrmeister, soviel wir wissen, niemals

in der schönen Mark Brandenburgwar,

in welchem wiederum der Neuruppiner

Fontane so ausgiebig unterwegs gewesen ist.

Dennoch malt uns die charmante Räuberpistole

ein aufschlussreiches Bild des

Märkers: die Karikatur eines aufgeblasenen

Besserwissers, der mit Fremdwörtern um

sich wirft. So haben wir Fontane vor Augen.

Und dieses Bild ist auch jenes, welches wir

mehrheitlich zu unseren Schulzeiten von

dem kultivierten Langweiler hatten.

BARBARA WREDE

Ich erinnere mich ebenfalls an einige

Schulkollegen, tatsächlich nur Jungs, die

sich auf seltsame Weise mit Fontane anfreundeten.

Auf junge Frauen schien er

nicht den geringsten Eindruck zu machen.

Ein paar junge Männer aber, jene, die sich

mit dem unterschwelligen elitären Anspruch

des Gymnasiums, welches ich damals

besuchte, identifizierten, gingen in

den „Irrungen“ und „Wirrungen“ des Fontane’schen

Schwurbels voll auf.

Ich denke an den Unterprimaner Malte,

einziger Sohn eines Lehrerehepaars,der den

Heinz-Rühmann-Film „Die Feuerzangenbowle“

dem Anschein nach einige Male zu

oft gesehen hatte.Gleichwohl in der Schülervertretung

aktiv, vertrat er die Auffassung,

dass Sextaner und Quintaner ihm gelegentlich

zu Diensten zu sein hatten, etwa, wenn

es um das Überbringen von Nachrichten an

eine potentielle Geliebte ging. Auch pflegte

er einen zackigen und formellen Sprachstil,

den er allerdings gelegentlich brach. Dies bewahrte

ihn davor, als Original durchzugehen,

ohne zur Witzfigur zu werden. Ebenso

schaffte es während meiner Jahre auf dem

Gymnasium der eine und andere Lehrer, als

liebenswürdiger Kauz, dem man heute mit

einem respektvollen Lächeln gedenkt, in

Pension zu gehen.

Es gab damals eine Zeit, wenn die Schülervertretung

getagt hatte und der Punkt

„Verschiedenes“ überging in „gemütliches

Beisammensitzen“ und „gemeinsamer Umtrunk“,

da ließ sich der Primaner Malte auf

das Chaiselongue, das im SV-Raum stand,

fallen und deklamierte: „So, hier wollen wir

bleiben: Den Lawn im Rücken, diesen Efeu

neben uns und eine kahle Wand en vogue.“ –

Ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Aber

der Terminus Technicus des „Malapropismus“

war mir seinerzeit noch nicht geläufig.


20 Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Feuilleton

So sah einmal die Berliner Bau-Moderne aus: Ein Teil des Museumskomplexes in der Lansstraße, der nun nach einer neuen Bestimmung sucht.

IMAGO

Nur Depot ist nicht genug

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz plant endlich, den Kulturstandort Dahlem als Museumszentrum zu erhalten

VonNikolaus Bernau

Um das Humboldt-Forum,

seine nachgebauten

Schlossfassaden und

die Ausstellungen zur

Kunst- und Kulturgeschichte Asiens,

Afrikas,Nord- und Südamerikas,des

Pazifikraums und Australiens, aber

auch Europas ist viel gestritten worden.

Kaum bekannt ist indes, dass

von den Beständen vor allem des

Ethnologischen Museums und des

Museums für Asiatische Kunst dort

allenfalls fünf Prozent ausgestellt

werden. Wasgeschieht mit den restlichen

95?

Für deren Zukunft will nach Informationen

der Berliner Zeitung

der Präsident der Stiftung Preußischer

Kulturbesitz, Hermann Parzinger,

am Donnerstag dem Stiftungsrat

ein Konzept vorlegen: Die

seit den 50er-Jahren bis 1972 erweiterten

Museumsbauten in Dahlem

sollen demnach zum „Forschungscampus“

werden, mit den

Werkstätten, den Restaurierungsateliers,

Büros und Verwaltungen,

vor allem aber den großen Depots.

Ebenfalls einziehen soll hier die

bisher in Charlottenburg gezeigte

Abgusssammlung der Freien Universität.

Sie käme zu den Abgussund

Abformungsbeständen in den

Museen nichtwestlicher Kulturen

hinzu. Schließlich entstünde hier

Raum für eine neue Bibliothek als

Zentrum des Forschungscampus’.

Siesoll aus den vereinigten Beständen

der Museumsbibliotheken und

jener des Instituts für Museumswesen

gebildet werden. Nachdem die

Niederländer in einem Akt wissenschaftlicher

Selbstkastration die

Bibliothek des Tropen-Instituts in

Amsterdam vor einigen Jahren verkauft

haben, könnte in Dahlem etwas

weltweit Führendes entstehen.

Laut eines Raumverteilungskonzepts,

das der Berliner Zeitung vorliegt,

reichen die vorhandenen Bauten

gerade aus, umdie etwa 550 000

Nummern umfassenden Sammlungen

endlich angemessen verwahren

zu können. Derzeit sind die Bestände

im Magazinbau regelrecht

zusammengepfercht, das zudem

schon seit mehr als einem Jahrzehnt

nur mit immer neuen Sondergenehmigungen

der Feuerwehr betrieben

werden darf. Ob es neu gebaut werden

muss, lässt das Konzept offen.

Die Räume darin sind aber viel zu

eng für die Sammlungen. Außerdem

sollen endlich die oft in jeder Hinsicht

großen Bestände des Museums

Europäischer Kulturen aus dem Bau

Zur Geschichte.Inden Dahlemer

Museen befanden sich

einst das Ethnologische Museum,

das Museum für Asiatische

Kunst und die Gemäldegalerie.

Die ältesten Planungen

für den Komplex reichen

bis 1914 zurück.

umgelagert werden, der dem Geheimen

Staatsarchiv gehört, das damit

seine Notmagazine im Moabiter

Westhafen aufgeben könnte.

Neu errichtet werden soll lediglich

ein Gang, der in direkter Linie

durch die beiden Innenhöfe die Eingänge

an der Takusstraße und an der

Arnimallee miteinander verbindet.

Vorgesehen sind Proberäume für die

Museen und Schaudepots. Nicht

vorgesehen ist allerdings die vom

Bezirk Steglitz-Zehlendorf erhoffte

Mitnutzung dieser Bauten für lokale

Initiativen und Kunstausstellungen.

Allenfalls in den Proberäumen

MUSEUMSZENTRUM DAHLEM

Zur Gegenwart. Heute enthält

der Baukomplex Dahlem

ausschließlich die Sammlung

des Museums Europäischer

Kulturen der Staatlichen

Museen zu Berlin. Der

Haupteingang befindet sich

an der Arnimallee 25.

Zur Zukunft. Das Ethnologische

Museum und das Museum

für Asiatische Kunst

werden künftig im Humboldt-

Forum beheimatet sein. Neben

einem Depot soll in Dahlem

ein Forschungscampus

entstehen.

könnte sie befriedigt werden. Doch

welche Rechtfertigung gäbe es eigentlich

für den Bund und die anderen

Bundesländer als den Trägern

der Preußen-Stiftung, derlei lokale

Interessen zu bedienen? Schließlich

beteiligt sich Berlin auch nicht an

der Finanzierung von Kulturzentren

etwa in Rostock oder Sindelfingen.

Der Begriff Forschungscampus

Dahlem und nicht etwa Humboldt-

Zentrum oder so ähnlich ist auch Teil

einer Selbstbehauptungsstrategie

der Staatlichen Museen: Die neue

Betreiber-GmbH des Humboldt-Forums

wächst derzeit mit politischer

und finanzieller Unterstützung

durch den Bund deutlich. Obwohl

sie nur die Veranstaltungen organisierten

sollte, werden inzwischen

auch Wissenschaftler und Fachleute

für Ausstellungswesen, Ethnologie

und Asiatische Kunst eingestellt. Die

Staatlichen Museen als Besitzer der

Sammlungen, die im Humboldt-Forum

ausgestellt werden sollen, leiden

dagegen weiter unter viel zu geringen

Betriebsetats. Nicht einmal

die wenigen Restauratoren- und Forscherstellen,

die für die Vorbereitung

des Umzugs frei gemacht wurden,

sind auf Dauer gesichert.

Immerhin: SPK-Chef Hermann

Parzinger schließt sich mit seinem

Konzept endlich jenen Mitarbeitern

an, die schon bei der Konzeption

des Humboldt-Forums um

2001 herum sagten: Lasst uns Dahlem

zum zweiten Standort des

Humboldt-Forums machen. Bisher

stand dem die Planung eines Zentraldepots

in Friedrichshagen im

Weg, die bis in die 1990er-Jahre zurückreicht

–also in die Zeit vor der

Konzeption des Humboldt-Forums.

Deswegen wurde das Projekt

Friedrichshagen intern seit spätestens

2001 immer wieder kritisiert,

weil dort jene Bauten erst errichtet

werden müssten, die in Dahlem

vorhanden sind. Zudem hätten

zeitraubende Wege zwischen den

Ausstellungen und dem Arbeitszentrum

der Museen zurücklegt

werden müssen, und die Forschenden

in den Universitäten wären

buchstäblich von ihrem Material

abgehängt worden.

Kurz: Esgibt kein halbwegs einleuchtendes

Argument, an den Planungen

für Friedrichshagen festzuhalten,

außer dem, dass ein Neubau

einmal beschlossen wurde. Allerdings

gibt es unter den Mitarbeitern

der Preußenstiftung durchaus auch

Kritik an Parzingers neuem Konzept,

dasihrer Ansicht nachzukurzgreift.

Bisher sollen in Dahlem nur diejenigen

Sammlungen konzentriert

werden, dieschon dort sind.Warum

nicht gleich ganze Sache machen

undauchdie Bestände vorallemder

archäologischen Sammlungen, aber

auch Depots der Nationalgalerie

hierher umlagern, den ganz großen

Forschungscampus, etwas wirklich

Neueswagen undnicht nurdie Fortsetzung

desBestehenden?

Nikolaus Bernau

will den StandortDahlem

nicht aufgeben.

Immer

und

überall.

Nur im

E-Paper:

Rätsel, Videos,

Sonderausgaben

u.v.m.

www.berliner-kurier.de/mobil


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 21

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Feuilleton

Ein Spotify

für

Zeitungen?

Überlegungen zur Zukunft

des Digital-Journalismus

VonCornelia Geißler

Taz zahl ich“, heißt es auf der Internetseite

der Tageszeitung,

auch wenn das Angebot taz.de eigentlich

komplett kostenlos ist.

16 453 Nutzer hatten bis Dienstagnachmittag

bereits freiwillig für Artikel

Geld ausgegeben. Will man sich

beim Neuen Deutschland einen Text

aufrufen, kommt die Freiwilligkeit

polterig daher:„Ja,herrgottnochmal,

es kostet!“, steht da in großen Buchstaben,

deutlich kleiner folgt: „Auch,

wenn’s nervt –wir müssen die laufenden

Kosten für Recherche und

Produktion decken.“ Bei anderen

Online-Portalen erscheint lediglich

die Aufforderung zur Registrierung

oder zur Bezahlung einzelner Texte.

Es herrscht wenig Ordnung auf

dem Online-Markt der Informationsmöglichkeiten.

Die Landesanstalt

für Medien NRWhat am Dienstag

in Berlin dazu eine Studie vorgestellt.

Gut drei Viertel der Bevölkerung

hätten eine ausgeprägte

Gratis-Mentalität mit Blick auf journalistische

Angebote im Netz, ergab

die Befragung vongut 6000 Internetnutzern,

berichtete die Deutsche

Presse-Agentur (dpa). „Die Zahlen

lassen sich nicht beschönigen“,

sagte Tobias Schmid, Direktor der

Landesanstalt für Medien NRW.

Die Gründe dafür dürften in den

Ursprüngen des Internet-Journalismus

liegen. Als die Zeitungen und

Zeitschriften begannen, ihre Artikel

auch online anzubieten, wurde anfangs

gar nicht die Frage nach einer

Bezahlung dieser Angebote gestellt.

Man hatte selbstverständlich die

Abonnenten der gedruckten Ausgaben,

die Internet-Nutzer kamen zusätzlich

dazu. Mittlerweile aber sinken

die Abo-Zahlen, das Interesse

hat sich mehr in den Internet-Bereich

verlagert, ohne dass der redaktionellen

Aufwand dort ausreichend

bezahlt würde.

Darauf befindet sich manchmal auch eine

kluge Zeitung.

IMAGO IMAGES/LEUNG CHOPAN

Aussichtsreich seien, so die Autorender

Studie,thematisch möglichst

vielfältige Plattformen, wie sie sich

mit Spotify für Musik oder mit Netflix

für Filme und Serien etablierthätten.

DiePreisschwelle liege bei zehn Euro

im Monat. Die Befragten hätten angegeben,

bereit zu sein, für ein Plattform-Modell

zu bezahlen, bei dem

die journalistischen Inhalte personalisiertund

kuratiertsind. Derraue

Tonund die unsachlichen Debatten

auf News-Seiten stießen viele Nutzer

dagegen ab.

Der Bundesverband Deutscher

Zeitungsverleger (BDZV) informiert

auf seiner Internetseite detailliert,

welche Bezahl-Modelle hierzulande

derzeit genutzt werden. Vonden 229

Zeitungen mit Paywall nutzen die

meisten Modelle, bei dem einzelne

Texte bezahlt werden. 26 Zeitungen

verfügen über eine sogenannte harte

Bezahlschranke, bei der grundsätzlich

eine Gebühr fällig ist –obnur für

einen Artikel, für einen Tagoder monatsweise.

Dies sind neben dem

Handelsblatt ausschließlich Regionalzeitungen

in den alten Bundesländernwie

die Braunschweiger Zeitung,

die Salzgitter- oder Rhein-Zeitung.

(mit dpa)

Stephanie Baczyk, ARD-Kommentatorin bei der Frauenfußball-WM RBB/NDR/C. SPIELMANN Nia Künzer,Weltmeisterin von 2003 und Frauenfußballexpertin der ARD NDR/M. GRANDE

Die Nordhälfte der Welt ist im Meer versunken

Sie verdient viele Leser: Lesley Nneka Arimah erzählt kunstvolle und lebensnahe Geschichten

VonSabine Rohlf

Kühl und kompetent

Fußballfernsehen: Stephanie Baczyk und Nia Künzer sind die Gewinnerinnen der WM in Frankreich

VonFrank Junghänel

Wäre das Turnier der

Frauenfußball-WM so

verlaufen, wie sich das

die Fernsehleute von

ARD und ZDF vorgestellt hatten,

dann würde am heutigen Mittwoch

die deutsche Mannschaft gegen die

Niederlande antreten. Was hätte es

nicht alles zu erzählen gegeben über

die Oranjes mit ihren Wohnwagen.

Aber nun ist es ganz anders gekommen,

auch wenn Bernd Schmelzer

das nicht für möglich hielt.

Der ARD-Chefkommentator bei

dieser WM hatte sich beim Viertelfinale

gegen Schweden mit der Bemerkung

disqualifiziert, dass Spiele

der DFB-Frauen gegen die Skandinavierinnen

so etwas wie„Dinner for

One“ wären. „Man freut sich drauf,

obwohl man weiß wie’s ausgeht.“

Auch angesichts der Bilanz der letztjährigen

Männer-WM wäre etwas

mehr Demut vorder Konkurrenz angemessen

gewesen. Es war im vorigen

Jahr viel von den Lehren die

Rede, die aus dem Abschneiden der

Löw-Elf zu ziehen seien. Eine Lehre

in Sachen medialer Begleitung wäre

es gewesen, Spiele nicht schon vor

dem Anpfiff zu gewinnen.

In Abwandlung eines beliebten

Sprichwortes (Was kümmert mich

meine Kommentiererei von gestern)

darfBernd Schmelzer das Halbfinale

der Schwedinnen besprechen und

am Sonntag wohl auch das Endspiel,

während sich seine Kollegin Stephanie

Baczyk bereits am Wochenende

per Twitter aus dem Turnier verabschiedet

hat.„LetzterTagetaurevoir!

HatSpaß gemacht!“

Die ARD-Sportabteilung verpasst

damit die Chance,einer Gewinnerin

der diesjährigen WM jenes Podium

zu bieten, das sie sich mit ihrer sachlichen

und zurückhaltenden Art des

Kommentierens verdient hat. Die

32-jährige Sportjournalistin, die

nicht nur im Fußball firm ist, sondernauch

Sozialwissenschaften und

Kulturmanagement studiert hat,

bringt einen Tonindie Live-Übertragungen

ein, der sich von dem

drrrruckvollen Fabulieren etlicher

ihrer männlichen Kollegen und auch

ihrer Kollegin Claudia Neumann im

ZDF wohltuend abhebt. Stephanie

Baczyk begleitet das Spiel mit einer

gewissen Gelassenheit, sie analysiert

Situationen, erklärt die Regeln und

wenn sie sich geirrt hat, scheut sie

sich auch nicht, sich zu korrigieren.

Dabei achtet sie auf ihre Sprache

Inder siebten ihrer 13 Geschichten

erzählt Lesley Nneka Arimah von

einem ganz speziellen Lied: Menschen

singen es, sobald sie einer

Schwangeren begegnen, zum Beispiel

in einem Bus. Eine schöne Sitte,

allerdings nur für Frauen, in deren

Bauch tatsächlich ein Kind wächst

und die sich darüber freuen. Nicht

für solche wie die Friseurgehilfin

Ogechi, um die es hier geht, die

ebenfalls in diesem Bussitzt, und die

sich nacheinander aus Baumwollbüscheln,

Papier, Garn, Plastikabfällen

oder schließlich Menschenhaar Babys

bastelt. Sie liebt und füttert ihre

Geschöpfe, bis sie kaputt gehen und

sterben oder aber, wie das letzte aus

Haar, sich merkwürdig zu verhalten

beginnen.

Man kann das verrückt finden

oder gruselig, so oder so ist es eine

rätselhafte,dabei federleichte Erzählung,

die uns viel über den Kummer

einer Frau, über Schwangerschaftssitten

in einem afrikanischen Land

und über die Kunst des Erzählens

lehrt.

Denn was hier „wirklich“ passiert

und was nicht, ist bis zum Ende offen,

die Erzählerin bewegt sich in

und zwischen den magischen, metaphorischen

und gesellschaftskritischen

Dimensionen ihres Stoffs,

ohne sich auf eine Seite zu schlagen.

WeramEnde sagt, Ogechi sei an ihrem

Kinderwunsch irre geworden,

springt bei weitem zu kurz.

Viele Geschichten dieser Autorin

zeigen ihrelebhafte Phantasie.Ineiner

ist die nördliche Hälfte der Welt

im Meer versunken und es scheint

mithilfe einer mathematischen

Weltformel möglich, Gefühle zu errechnen

und zu verändern. In einer

anderen steigt eine tote Mutter aus

einem Bilderrahmen. Aber Arimah

kommt auch ohne magische oder

und tappt kaum mal in die Floskelfalle.Bei

ihr brennt es nicht im Strafraum

lichterloh und da wird auch

keine Zeit vonder Uhrgenommen.

Wie jede Frau am Fußballmikrofon

musste die RBB-Journalistin

hässliche Kommentare über sich in

den sozialen Medien lesen, als sie

2015 bei der WM in Kanada zum ersten

Mal für die ARD kommentierte.

Umso besser, dass es diesmal nicht

nur einigen Zuspruch vom Fernsehpublikum

gab, sondern auch eine

Würdigung von berufener Seite:

„Einmal mehr ist die Regelsicherheit

und -souveränität von ARD-Kommentatorin

Stephanie Baczyk auch

in strittigen Situationen bemerkenswert“,

lobte sie der Schiedsrichter-

Podcast „Collinas Erben“.

WasStephanie Baczyk hinter dem

Mikrofon auszeichnet, beweist ihre

temporäreARD-Kollegin NiaKünzer

nun schon seit Jahren zuverlässig vor

der Kamera. Siehält eine kühle,aber

immer freundliche Distanz zu dieser

fußballerischenWelt, die sich aus der

TV-Perspektive ansonsten so sehr

um die Überwindung jeder Distanz

bemüht. Weder macht sie sich mit

den Spielerinnen gemein noch mit

dem Zuschauer, und sie versucht

auch nicht mit ihrem Moderator

fantastische Elemente aus, etwa

wenn sie die trostlose Situation einer

Witweseziert, die mit ihren Töchtern

im Haushalt ihrer Schwester lebt. Im

Mittelpunkt steht kein Geist oder

Zauber, sondern ein mageres,

freundliches Lieblingshuhn, das geschlachtet

wird, um die Tochter der

Witwe zu bestrafen. Abhängigkeit,

Schmerz und Freiheitsdrang verdichten

sich in einem Moment, der

jede Facette dieser tieftraurigen Familiengeschichte

leuchten lässt. So

schreiben können nicht viele,vor allem

nicht in ihrem Debüt.

Zu erzählen hat Arimah, die in

England geboren wurde, inNigeria

aufwuchs und heute in den USA lebt,

genug. Es geht um Migration, Familien,

Rückkehr und Trennungen,

aber auch, wenn nicht vorallem, um

das Leben in Afrika.

Im Mittelpunkt stehen größtenteils

Mädchen und Frauen, Mütter

und Töchter.Viele vonihnen sind ei-

Claus Lufen diese kleinen ironischen

Spielchen zu spielen, mit denen sich

Experten gernprofilieren.

Nia Künzer, Weltmeisterin von

2003 und zu ihrer aktiven Zeit mit

vier Kreuzbandrissen geplagt, weiß,

worüber sie redet, sie weiß aber

auch, dass es noch wichtigeres als

Fußball gibt. Sie kennt sich mit dem

System aus,ohne Teil des Systems zu

sein. Nicht nur das unterscheidet sie

von ihren männlichen Kollegen. Sie

ist auch noch erfreulich uneitel.

Nach Beendigung ihrer Karriere

hat Nia Künzer Pädagogik studiert,

als Unicef-Botschafterin setzt sie

sich für Mädchenfußballprojekte in

Namibia und für die Schulbildung in

Bangladesch ein. Seit zwei Jahren ist

NiaKünzer im Regierungspräsidium

Gießen als Dezernatsleiterin für den

Bereich Integration, Sozialbetreuung

und Ehrenamt tätig und somit

auch für die Flüchtlingsarbeit.

Man muss das alles nicht wissen,

um ihrePräsenz im Studio würdigen

zu können, aber wenn man es weiß,

findet man eine Erklärung dafür,woher

diese Souveränität rühren mag.

Kürzlich hat die ARD den Vertragmit

Nia Künzer um weitere zwei Jahre

verlängert. Aber erst einmal ist sie

am Sonntag beim Finale dabei.

gensinnig und ecken an. Siestehlen,

lügen, treffen falsche Entscheidungen,

wehren sich gegen die Beschränktheit

des ihnen vorgezeichneten

Lebens. Umdaraus helle Hoffungsschimmer

zu machen, sind

diese Storys zu ehrlich. Und dennoch

entfalten sie eine Energie,über

die genauer nachzudenken lohnt.

Es ist ein Rätsel, warum diese in

England und den USA mit Lob und

Preisen überhäuften Erzählungen

bei uns nicht in einem der großen

Verlage erschienen. Aber zum Glück

gibt es ja die kleinen, offenbar aufmerksameren,

in diesem Falle den

Verlag CulturBooks aus Hamburg,

der Arimahs Storys übersetzte und in

die Buchläden brachte. Man kann

sich dafür nur bedanken.

LesleyNneka Arimah: Wasesbedeutet,wenn

ein Mann ausdem Himmelfällt. Erzählungen.

Ausdem Englischen vonZoë Beck.CulturBooks,

Hamburg 2019, 195 S. ,20Euro.

Langsam steigt

der

Frauen-Anteil

Oscar-Akademie lädt

842 neue Mitglieder ein

Die deutschen Schauspieler Nina

Hoss und Sebastian Koch können

der Oscar-Akademie beitreten.

Sie zählen zu den 842 Filmschaffenden,

die vonder Academy of Motion

Picture Arts and Sciences in diesem

Jahr als neue Mitglieder eingeladen

werden.WiederVerband am Montag

(Ortszeit) in Beverly Hills mitteilte,

stehen unter anderem 21 Oscar-

Preisträger auf der Liste. Die neuen

Mitglieder der Academy, sie kommen

aus insgesamt 59 Ländern, dürfen

künftig bei der Vergabe der Oscars

mit abstimmen.

Neben Hoss und Koch gehören zu

den Dutzenden ausgewählten Darstellernunter

anderem die bisher als

Sängerin bekannte Lady Gaga, der

Schwede Alexander Skarsgård und

der französische Alt-Star Jean-Louis

Trintignant. Der

in Berlin lebende

syrische Regisseur

Talal Derki

ist mit den drei

deutschen Produzenten

seines

Film „Of Fathers

and Sons – Die

Kinder des Kalifats“

als Mitglied

IMAGO IMAGES/DAVE BEDROSIAN

eingeladen. Die

Doku über Kinder radikaler Islamisten

in Syrien war in diesem Jahr für

einen Oscar nominiert. Weitere

deutsche Filmschaffende auf der

Liste: die Regisseurin Ulrike Ottinger,

die Szenenbildnerin Silke Buhr

und die Filmemacherin Doris Dörrie,

die als Autorin eingeladen ist.

Man kann sich keine Mitgliedschaft

erkaufen, man wird berufen.

DerWeg in die Akademie führt über

eine Oscar-Nominierung oder über

andere, besondere Verdienste um

den Film. Es gibt 17 Berufszweige,

darunter stellen die Schauspieler die

größte Gruppe dar.Einladungen gingen

unter anderem auch an Produzenten,

Kameraleute, Kostüm-Designer

und Drehbuchautoren.

Die Oscar-Akademie setzt ihre

Bemühungen um mehr Vielfalt fort.

Ihren Angaben zufolge machen

Frauen die Hälfte der neuen Kandidaten

aus.Damit würde der Frauenanteil

in der rund 9000 Mitglieder

starken Organisation nun auf 32 Prozent

ansteigen, verglichen mit 25

Prozent im Jahr 2015. Der Anteil farbiger

Mitglieder würde nach Aufnahme

der neuen Zugänge auf 16

Prozent anwachsen, eine Verdopplung

seit 2015.

Seit der Kontroverse im Jahr 2016

um die „weißen Oscars“, als zum

zweiten Mal inFolge bei den Nominierungen

Afroamerikaner in den

vier Schauspielkategorien völlig

übersehen wurden, schöpft die Akademie

bewusst aus einem vielfältigerenund

auch jüngerem Pool.

Im vorigen Jahr hatte der Verband

über 900 neue Mitglieder eingeladen,

darunter aus Deutschland die

Schauspielerin Diane Kruger,die Filmemacherin

Katja Benrath und den

Komponisten Hauschka. Benrath

und Hauschka waren beide für Oscars

nominiertgewesen. (dpa)

TOP 10

Montag,1.Juli

Nina Hoss,

neue Oscar-Jurorin

1 Endabrechnung ZDF 4,33 16 %

2 Bauer sucht Frau RTL 3,91 15 %

3 Tagesschau ARD 3,85 16 %

4 heute-journal ZDF 3,63 14 %

5 Brennpunkt ARD 3,24 12 %

6 heute ZDF 3,21 16 %

7 Extra RTL 2,69 13 %

8 RTL aktuell RTL 2,68 14 %

9 SOKOMünchen ZDF 2,63 16 %

10 GZSZ RTL 2,63 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

ETI (✆ 278 53 01)

20.00 Saal: EinigeNachrichten an das All (Absolventenklasse

der ETI Schauspielschule Berlin)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Männerschlussverkauf

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(✆ 54 90 51 92) 19.30: Romeo &Julia (Globe

Ensemble Berlin)

HZT Berlin in den Uferstudios (Uferstr.23)

18.00 Studio 9: MA SODA301 Research Presentations:

Strangely Familiar (Minna Partanen). Anm. erf.

19.30 Studio 8: MA SODA301 Research Presentations:

Spirited Dancing(JorgedeHoyos). Anm. erf.

Komödie am Kurfürstendamm im SchillerTheater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Die Zähmung der Widerspenstigen!

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

20.00: Die Umschülerinnen –oder die Komödie der

unbegabten Kinder (Vanessa Stern)

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Die Tagebücher vonJohn Rabe (Gastspiel

Jiangsu Centre for Performing Arts)

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

18.00: Die Vögel

20.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Spreeperlen. Eine Berlin-Revue

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

19.30: Chicago–The Musical

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: The Golden Gmilfs (Jurassica Parka, Destiny

Drescher,Margot Schlönzke, Ryan Stecken, PanAm

Drag Airlines u. TomBola)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Ding Show(ImproBerlin)

20.00: Weltretten für Anfänger

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Simply The Best –Das Tina Turner Musical

(Dorothea „Coco“ Fletcher)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Lina Lärche (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Der Staats-Trainer (IngoAppelt)

Zilles Stubentheater (✆ 66 30 93 18)

15.00: Zille allein zu Haus. Anm. erf.

19.00: Iss doch Wurscht ... Anm. erf.

KLASSIK

Französische Friedrichstadtkirche

(✆ 20 64 99 22) 20.00: Kilian Nauhaus,

Orgelkonzert, Werkevon Johann Sebastian Bach,

César Franck und Joseph Rheinberger

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

18.15: FlandersBoysChoir,Ltg.Dieter VanHandenhoven,

Dirk Vermeir (Klavier), Gregorianisch bis Gjeilo

–Chormusik aller Zeiten, Kurzkonzert

Pfarrkirche Weißensee (✆ 965 22 39)

19.30: Johannes Gebauer (Violine), Colette Merkel

(Texte und Violine), Irina Gebauer (Viola), Martin

Seemann (Violoncello), Thomas Lanz (Cembalo),

Sommerkonzert, Cordula Ludwig (Figuren) –„Ein

Sommernachtstraum“ – gelesen, musiziert, gezeigt

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie

(✆ 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Königliche Schlosskonzerte, Werkevon Mozart, Haydn

&Salieri, mit Menü

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: The 12 Tenors, Millennium, Hommageandie

Welthits des letzten Jahrtausends –klassische Arien,

Pop-Hymnen, Rock-Klassiker

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

15.00 Kinderbibliothek: Ferienprogramm: Ferienspaß

mit SchneckeDaisy,Vorlesen und Basteln in der

Kinderbibliothe (ab 5J.)

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Bröhan-Museum (✆ 32 69 06 00)

10.00 Werkraum: Geheimbund derKünstler*innen.

Der „Vereinigung der XI“auf der Spur (ab 8bis 12 J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

11.00: Ferienprogramm: GeheimnisseamHof –Ein

Kriminalfall im Königshaus Friedrichs des Großen,

Treff: Zeughaus (ab 8bis 12 J.)

Deutsches Technikmuseum (✆ 90 25 40)

11.00 Altbau, 2. OG, Papiertechnik: Sommerferienprogramm:

In der Werkstatt: Papier schöpfen,

Workshop (ab 6J.)

FEZ Berlin (✆ 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt der Kinder (ab 6bis

14 J.)

Freilichtbühne an der Zitadelle (✆ 333 40 22)

15.30: 15. Sommer-Familientheater-Reihe: Pippi

Langstrumpf –wie allesbegann ..., Berliner Kinder-

Theater (ab 4bis 9J.)

Freizeitforum Marzahn (✆ 542 70 91)

10.00: 13. Kinder-Hof-Sommer:Heut ist im Schlosse

großer Ball, Nine Mond (ab 2bis 8J.)

galerie weisser elefant (✆ 28 88 44 54)

10.00: Sich Farb-Räume erobernund darin gestalten,

Workshop. Hantieren im Raum mit Objekten vor

Farbe. Anm. erf.

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

17.00: Die Bremer Stadtmusikanten –Mitspieltheater

(ab 4J.)

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in derGemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00, 14.00: Welcome to diversCITY! Queer in

Schöneberg und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00:1,2,3,Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: AufBiegen ohne Brechen-Eisstiele fürs

Handgelenk, Wochenwerkstatt

me Collectors RoomBerlin (Auguststr.68)

12.00: Art&Kids, Offenes Kinderprogramm

Museumsdorf Düppel (✆ 802 66 71)

17.00: Kleine SummerSchool: Wasser und

Globalisierung –Campen im Museumsdorf Düppel,

Sommer-Camp für 12- &13-Jährige(ab 12 bis 13

J.). Anm. erf.

Märkisches Museum (✆ 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

PalaisPopulaire (✆ 202 09 30)

10.00: Mode-Ferienworkshop: Summer of Fashion,

Workshop

Planetarium am Insulaner (✆ 790 09 30)

10.30: Raumschiff Erde

Rock ’n’ Roll

Der

Sound der

Hollowbody

Die Stray Cats kamen einst

daher,als seien sie immer

schon dagewesen. Das lag an

dem Rockabilly-Sound, der einem

der „Zurück-in-die-Zukunft“-Filme

entsprungen

schien und sein Echtheitsgefühl

durch den vonLee Rocker

hart angeschlagenen Kontrabass

bezog. Dass auch die

StrayCats eine Geschichte haben,

stellte ihr letztes Album

unter Beweis, das „40“ heißt

und auf die lange Geschichte

des Trios anspielt. Das ist aber

nur bedingt richtig, denn die

Stray Cats haben sich genau

einmal mehr zusammengetan,

als sie sich auch wieder

getrennt haben. Die Nettoanwesenheit

der Band ist also

entsprechend kürzer. Lee Rocker

sagt über das neue Album

jedoch, es fühle sich so an wie

das erste, und Brian Setzer ist

noch immer ganz stolz auf

seine alte Hollowbody-Gitarre,

während Slim Jim dazu trommelt.

HarryNutt

StrayCats 20 Uhr,Columbia-Halle, Columbiadamm13–21

Kultureller Brückenschlag

In den Theaterferien findet Musik oft in den Kirchen statt –

aber dort ist nicht nur Kirchenmusik zu hören

Und wo gehen wir nun

hin, da in allen Konzertsälen

und Opernhäuserngeputzt

wird?

Die Kirchen sind immer offen,

und es geht dort nicht nur fromm

und abendländisch zu. „Open

Chamber“ sind zunächst einmal vier

renommierte Berliner Musiker mit

vorwiegend historischer Aufführungspraxis:

die Geigerin Catherine

Aglibut, der Blockflötist Martin Ripper,

die Violonistin Annette Rheinfurth

und der Lautenist Andreas

Nachtheim. Da das allein noch nicht

sonderlich „open“ ist, kommt noch

Wu Wei hinzu, der die chinesische

Mundorgel Sheng und die mit dem

Bogen gestrichene Laute Erhu spielt

– Instrumente mit einer Tradition

von mehreren tausend Jahren. Der

1970 in China geborene und heute in

Berlin lebende Wu Weiist einer der

größten Virtuosen dieser uralten Instrumente.

Auch westliche Komponisten

haben am Sheng oder der japanischen

Form namens Sho schon

lange Gefallen gefunden, Wu Weihat

bereits Werke von John Cage,Toshio

Hosokawa oder Jörg Widmann zur

Uraufführung gebracht und auch die

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

Eignung des Instruments für Jazz

unter Beweis gestellt.

Mit den Berliner Barockspezialisten

noch in größerer Besetzung traf

er 2012 zum ersten Malbeim Rheingau

Musikfestivalzusammen, mit ihnen

spielt er sowohl barocke wie

auch traditionelle chinesische Musik

–und man mag es nicht glauben,

aber beide Stile teilen doch so viel,

dass sich der Übergang nahezu

zwanglos bewerkstelligen lässt: den

hellen, klar konturierten Klang,

FreudeanMotorik, die Basierungauf

ostinaten Bewegungen und Modellen.

Muss manvon „Crossover“sprechen?

Trotz des Titels „East meets

West“ nicht, denn um den kommerziell-spekulativen

Anforderungen

dieses Genres zu genügen, sind diese

Musiker viel zu sehr auf ihre Sache

konzentriert, ist das Projekt auch zu

klein. Dreimal tritt es jetzt auf, zweimal

in Brandenburg (Potsdam und

Melzow), einmal in Berlin.

Es geht nicht nur fromm zu, aber

auch: DerRias-Kammerchor geht als

letztes der städtischen Ensembles in

die Ferien und verabschiedet sich im

Berliner Dom mit einem gigantischen

Werk: der 53stimmigen Missa

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Tolkien 15.00;

Rocketman 17.30,20.15

Cinema Paris (✆ 881 3119) Ein Becken voller

Männer 15.00, 20.30; Ein Becken voller Männer

(OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 15.30, 20.30; Ein Becken

voller Männer 17.50

Delphi LUX (✆ 322 931040) Rocketman (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Burning 14.00, 17.10,

20.20; Ramen Shop (OmU) 14.00;The Dead Don‘t

Die (OF) 16.00, 18.30, 21.00; All MyLoving 14.40,

17.20, 20.00; Magie der Wildpferde 14.30; Zwischen

den Zeilen 16.40, 19.00; OBeautiful Night

21.15; They Shall Not Grow Old (OmU) 14.00,

16.15, 18.30, 20.45; Yoga: Die Kraft des Lebens

14.00; Sunset 16.00; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord (OmU) 19.00; Mid90s (OmU) 21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Britt-Marie war hier

18.00; Eine moralische Entscheidung 20.00; All My

Loving 17.45; The Dead Don‘t Die (OmU) 20.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Pets II 16.00, 18.00,

20.50; Jussi Adler-Olsen 18.00, 20.40; TKKG

16.00; The Dead Don‘t Die 18.10, 20.30; Britt-

Marie war hier 16.15; Roads 18.30; Rocketman

17.20,20.00; Nur eine Frau 15.45, 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 2966) Pets II 11.15;

3D: Pets II 13.15, 15.30, 17.45; 3D, Preview:

Spider-Man: Far From Home 20.00; John Wick III

23.00; Drei Schritte zu Dir 12.40; Pets II 15.15,

17.30; 3D: Aladdin 19.45, 22.45; Men in Black:

12.10; TKKG 14.45; 3D: Aladdin 17.10; Preview:

Traumfabrik 20.15; 3D: Pets II 23.10; Aladdin

11.40,14.30; EinBeckenvoller Männer17.20; 3D,

Preview: Spider-Man: Far From Home (OF) 20.10;

3D: Pets II 23.10; Pokemon MeisterdetektivPikachu

12.30, 14.50; 3D: Men in Black: 17.30; 3D: Pets

II 20.20; X-Men 22.45; Avengers: Endgame 11.20;

Drei Schritte zu Dir 15.00, 17.40; Ein Becken voller

Männer 20.15; Men in Black: 23.00; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 11.00, 16.15; Ein Becken

vollerMänner13.15; Pets II (OF)18.30;Drei Schritte

zu Dir 20.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Burning –

Beoning (OmenglU) 11.00; La casa lobo – Das

Wolfshaus (OmU) 13.30; Pettersson und Findus

14.45;Mister Link 16.00; Fuck Fame (OmU) 17.45;

Free Solo (OmU) 19.15; Nur eine Frau (DFmenglU)

21.00; Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

22.30; OnceAgain (OmU) 11.00;

Under the Tree (OmU) 12.45; Christo (OmU) 14.15;

Edie (OmU) 16.15; Eine moralische Entscheidung

(OmU) 18.00; Rocketman (OmU) 19.45; Dave

Made aMaze (OmU) 21.45; The Wild Boys (OmU)

23.15; Macht das alles einen Sinn? (DFmenglU)

11.00; Sunset (OmU) 12.45; Yoga: Die Kraft des

Lebens (OmU) 15.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.30; Van Gogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit –AtEternity‘s Gate (OmU) 18.15; Burning

–Beoning (OmU) 20.15; Border 22.45

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Roads (OmU) 18.00; Burning –Beoning

(OmU) 20.00; Das Ende der Wahrheit 22.45;

Der Funktionär 16.00; Esta todo bien –Alles ist gut

(OmU) 17.30; Push –Für das Grundrecht auf Wohnen

(OmU) 19.00; War ofArt (OmU) 20.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Rocketman 13.45,

18.15; Avengers: Endgame 13.45; IMAX 3D:

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

14.00; Men in Black: 14.00, 16.45; 3D: Pets II

14.30, 17.00, 19.45; Green Book –Eine besondere

Freundschaft 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.45; Drei Schritte zu Dir 14.45, 17.30,

20.15; Pets II 15.00, 17.30; Mister Link 15.00;

Godzilla 215.00; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

15.15; Aladdin 15.20, 17.45; Rocketman (OF)

15.30; 3D: Godzilla 216.40; IMAX 3D: Men in

Black: 17.00; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 17.20, 20.00; John Wick III 17.20,

21.00; Dancing Queens 17.30, 19.50; Ein Becken

voller Männer 17.50, 20.45; X-Men 18.15, 21.20;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nichtunmöglich

(OF) 18.20; 3D: Aladdin 19.45; Preview:Traumfabrik

20.00; Preview, IMAX 3D: Spider-Man: Far From

Home 20.00; Preview: Annabelle III 20.15; Men in

Black: (OF) 20.30; Brightburn 21.00; 3D: Men in

Black: 21.15

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Der Fall Collini

18.00; Das melancholische Mädchen 20.20; Lords

of Chaos (OmU) 22.00; Eine moralische Entscheidung

(OmU) 18.00; Liebesfilm (OmenglU) 20.00;

TheWild Boys –Les garcons sauvages (OmU) 21.50

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Avengers: Endgame

13.30; 3D: Pets II 13.40,16.30,19.40; Aladdin

13.45, 16.45, 19.50; Drei Schritte zuDir 13.50,

17.00, 19.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.00; TKKG 14.10; Pets II 14.15, 17.10; Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

16.40; Godzilla 216.50; Men in Black: 17.15; Preview:

Traumfabrik 19.45; 3D, Preview: Spider-Man:

Far From Home 20.00; 3D: Men inBlack: 20.00;

John Wick III 20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Die kleinen Hexenjäger

13.00; Das Familienfoto 14.35; Unheimlich perfekte

Freunde 16.25; Rocketman 18.05; Yuli 20.15

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Alfons Zitterbacke

11.50;Aladdin 11.50,14.20,17.10,20.00;

3D: Pets II12.00, 14.10, 17.00, 20.00; 3D: Aladdin

12.00; TKKG 12.10, 14.30; Royal Corgi 12.15,

14.00; Willkommen im Wunder Park 12.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 15.10; Pets

II 13.00, 15.00, 16.00, 18.10; Rocketman 14.15;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.40; Drei Schritte

zu Dir 14.50, 17.40, 19.45; Avengers: Endgame

16.20; Godzilla 2 16.50; Men inBlack: 17.15;

Brightburn 17.20; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.30, 19.40; John Wick III

19.50; 3D, Preview: Spider-Man: Far From Home

20.00; Dancing Queens 20.10; Preview: Traumfabrik

20.15; X-Men 20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A The Dead Don‘t Die

(OmU) 17.30, 20.00, 22.20; B Nur eine Frau

17.30, 19.30, 21.40

fsk am Oranienplatz (✆ 614 2464) Eine moralische

Entscheidung (OmU) 17.45; Burning –Beoning

(OmU) 17.45; Nuestro tiempo –Our Time

(OmU) 20.00; Das melancholische Mädchen (DFmenglU)

20.30

Moviemento (✆ 692 47 85) TKKG 10.00, 12.15,

14.30, 16.45; Inna de Yard –The Soul ofJamaica

(OmU) 19.00; Rocketman (OmU) 21.15; Der kleine

Nick 10.00; Eine moralische Entscheidung (OmU)

12.30, 20.00; Alfons Zitterbacke 14.45; Sunset

(OmU) 17.00; Cold War: Der Breitengrad derLiebe –

Zimna wojna (OmenglU) 22.15; Rocketman (OmU)

13.15; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 16.00; High Life (OmU) 18.00; Roads

(OmenglU) 20.30; Climax (OmU) 22.45

Sputnik (✆ 694 11 47) Push –Für das Grundrecht

auf Wohnen (OmU) 17.15; Roads (OmU) 19.00;

Burning –Beoning (OmU) 21.00; Von Bienen und

Blumen(OmenglU) 17.00; Mamacita (OmU) 18.45;

Wo ist Kyra? –Where Is Kyra? (OF) 20.00; OBeautiful

Night (OmenglU) 21.45; Kinobar imSputnik

Berlin Bouncer 21.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Ein Becken voller Männer

17.30, 20.15; New Der Klavierspieler vom Gare du

Nord 16.00; Rocketman 18.15; The Dead Don‘t Die

20.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) TKKG 10.00,

15.00; Rocca verändert die Welt 10.00, 12.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 15.00; Pets

II 10.00, 12.15, 14.00; Alfons Zitterbacke 10.00,

12.15; Mister Link 12.00; Bailey 12.30; Aladdin

14.15, 17.00; Drei Schritte zu Dir 14.30, 17.00,

19.45; 3D: Pets II 16.00, 18.00, 20.00; Men in

Black: 17.15, 20.15; Ein Becken voller Männer

17.15,20.15; 3D, Preview: Spider-Man II20.00

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Ein Becken

voller Männer 10.00,17.50; Der Klavierspieler vom

Gare du Nord10.15, 15.30; TKKG 13.00;Long Shot

13.00, 20.30; Pets II13.15, 15.40; Ballon 15.15;

3D: Pets II 17.45,20.00; X-Men 18.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30, 14.15; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 11.30; Willkommen

im Wunder Park 11.45; Royal Corgi 11.45; TKKG

12.00; 3D: Pets II 12.00, 14.30, 17.00, 20.00;

Aladdin 12.00, 14.00, 17.15; Pets II 12.30, 15.00,

17.30; Drei Schritte zuDir 14.00, 17.00, 19.45;

Men in Black: 14.30, 17.15, 20.00; Green Book

–Eine besondere Freundschaft 14.30; Avengers:

Endgame 15.15; Rocketman 16.45; Brightburn

17.15; Long Shot 19.45; John Wick III 19.50; Preview:

Traumfabrik 20.00; 3D, Preview: Spider-Man:

Far From Home 20.00; Preview: Annabelle III 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke 17.00;

Mamacita (OmU; m. Gast u. Gespräch) 19.00; All

My Loving 21.00; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

–Mirai no Mirai (OmU) 18.00; Wenn Fliegen

träumen (OmenglU) 20.00; Liebesfilm (OmenglU)

21.45

Babylon (✆ 242 59 69) KinderWagenKino: Der

Fall Collini 11.00; Monsieur Claude II (OmU)

17.15; New York: Tootsie (OmU) 17.15; New York:

Citizen Kane (OmU) 17.30; New York: Being John

Malkovich (OF) 19.15; New York: Taxi Driver (OmU)

19.30; Macht das alles einen Sinn? 19.45; New

York: Gangs of New York (OmU) 21.30; New York:

The Wolf of Wall Street (OF) 21.45; NewYork: Inside

Man (OF) 22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Rocketman (OmU) 12.15, 14.45, 17.15, 20.00,

22.45; Der Klavierspieler vom Gare duNord (OmU)

11.00, 15.15, 19.45; Alfons Zitterbacke 13.15;

Monsieur Claude II (OmU) 17.30; Border –Gräns

(OmU) 22.15

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.00,14.20; Der Fall Collini

11.00; Royal Corgi 11.10; Men in Black: 11.10,

14.15; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 11.20,14.00;

Aladdin 11.20, 13.30, 16.30; Drei Schritte zuDir

11.30, 14.00, 16.40, 20.20; 3D: Pets II 12.10,

14.30,17.00, 19.30,23.15; Pets II 12.30, 15.00,

17.30; TKKG 13.30; Rocketman 13.50; Avengers:

Endgame 16.00; Dancing Queens 16.45, 19.20;

3D: Men inBlack: 16.50, 20.00, 22.20; 3D: Godzilla

217.00, 23.00; X-Men 17.20; 3D: Aladdin

19.30; Preview: Traumfabrik 19.45; John Wick III

19.50, 23.10; 3D, Preview: Spider-Man: Far From

Home 20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 20.15, 22.50; 3D: Avengers: Endgame

22.00; Ma –Sie sieht alles 22.45;3D: X-Men

23.00; Brightburn 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Sunset (OmU)

14.45; Nuestro tiempo –Our Time (OmU) 17.45;

Unsere Erde II 21.15; Berlin Babylon (Omdt+englU)

14.30; Ein Becken voller Männer (OmU) 16.30,

19.00; Nuestro tiempo –Our Time (OmU) 21.30;

Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU) 15.15;

Inna deYard –The Soul ofJamaica (OmU) 17.30;

The Dead Don‘t Die (OmU) 19.45, 22.00; Britt-

Marie war hier –Britt-Marie var här (OmU) 14.45;

All My Loving 17.00;Preview: Rebellinnen: Leg‘ dich

nicht mit ihnen an! –Rebelles (OmU) 20.00; Das

melancholische Mädchen (OmenglU) 22.00; Burning

–Beoning (OmU) 14.00, 21.00; OBeautiful

Night (OmenglU) 17.00, 19.00

International (✆ 24 75 60 11) Ein Becken voller

Männer 16.00, 18.40; The Dead Don‘t Die (OmU)

21.20

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Der Herr auf Bestellung

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

X-Men 12.00, 17.05; Willkommen imWunder Park

12.00;Royal Corgi 12.00;Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.45, 17.00; Pets II 12.00, 14.30,

17.00, 19.30; Men inBlack: 12.00, 16.50; Drei

Schritte zu Dir12.00, 14.00, 17.15; Aladdin 12.00,

14.15, 17.10, 19.55; 3D: Pets II 12.30, 15.00,

17.30, 20.00; TKKG 14.40; Pets II (OF) 14.45,

17.15, 19.45; MisterLink 14.45; Der Flohmarkt von

Madame Claire 15.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.05; John Wick III

19.50;Preview: Spider-Man: FarFromHome 20.00;

X-Men (OF) 20.05; Preview: Spider-Man: Far From

Home (OF) 20.15; Preview:Annabelle III 20.30

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Mirai: Das Mädchen aus

der Zukunft 13.00; Mamacita (OmU) 14.50; War of

Art (OmU) 16.20; Zwischen den Zeilen –Doubles

vies (OmU) 18.15; Cinephilia: Überraschungsfilm

(OmenglU) 20.00; Ein Becken voller Männer (OmU)

22.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) The Dead Don‘t Die

(OF) 17.00,19.30,22.00

Passage (✆ 68 23 70 18) The Dead Don‘t Die

(OmU) 18.15, 20.45; Rocketman (OmU) 18.15,

20.15; Nur eine Frau 17.45,20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Ein Becken voller Männer

(OmU) 18.00, 20.40; They Shall Not Grow Old

(OF) 17.15, 21.45;They Shall Not Grow Old (OmU)

19.30;Tolkien (OmU) 18.40; OBeautiful Night (DFmenglU)

21.10; Burning –Beoning (OmU) 18.15,

21.30; Men in Black: (OF) 17.45; Burning –Beoning

(OmenglU) 20.20

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Men

in Black: 13.45, 16.45, 20.15; Godzilla 214.20;

3D: Pets II 14.30, 17.00, 20.00; Green Book

14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.35;

Pets II 15.00,17.30; Glam Girls 17.10; Rocketman

17.20; Aladdin 17.20; Long Shot 19.40; Preview,

3D: Spider-Man II 20.00; Preview: Annabelle III

20.00; Preview:Traumfabrik 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) High Life (OmU) 12.00,

18.50; Burning –Beoning (OmU) 12.20; Das melancholische

Mädchen (OmenglU) 14.10, 19.20;

Tonari no Totoro –MeinNachbar Totoro16.00;Mo&

Friese unterwegs 16.00; OBeautiful Night (OmenglU)

17.00; Uchronia (OmenglU) 21.00; Nuestro

tiempo –Our Time (OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Pets II

15.45, 18.40, 20.45; Ein Becken voller Männer

17.45,20.30; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

16.10

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Ein Becken

vollerMänner 15.15, 20.30; Ein BeckenvollerMänner

(OmU) 17.50; TKKG 15.45;The Dead Don‘t Die

(OmU) 18.00; The Dead Don‘t Die 20.20; Pets II

16.00, 18.00, 20.00; Rocketman 15.50; Der Klavierspieler

vom Gare duNord 18.30; Rocketman

(OmU) 20.50; Burning 17.00, 20.10

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Tolkien (OmU) 14.00, 19.45; Pokemon MeisterdetektivPikachu14.00;

Eine moralischeEntscheidung

(OmU) 14.00;Aladdin (OmU) 14.00,16.30, 19.30,

22.30; Ein Becken voller Männer (OmU) 14.20,

17.00, 19.30, 22.30; TKKG 14.30, 16.40; Pets II


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

Die Berliner Barockspezialisten Open Chamber,verstärkt durch Wu Wei, (links).

Salisburgensis,und so gigantisch das

Werk,sogigantisch der Name seines

Schöpfers: Heinrich Ignaz Franz Biber

vonBibern. DenAdelstitel erhielt

Biber 1690 als 46-Jähriger für seine

Verdienste als einer der größten Geiger

seinerZeit, Kapellmeister in Salzburg

und geheimnisvoller Komponist.

Sein berühmt-berüchtigstes

Werk sind vielleicht die Rosenkranz-

Sonaten,15Stücke über die freudenreichen,

die schmerzenreichen und

die glorreichen Mysterien der Christenheit

für eine immer wieder anders

gestimmte Violine und Basso

continuo. Nicht nur in diesen Werken,

auch in extrovertierteren Stücken

wie den „Sonatae tam Aris

quam Aulis servientes“, den „sowohl

für Altar als auch Hof dienlichen Sonaten“

ist einem, als hätte Biber viel

Bedeutung hinein geheimnisst, die

man heute gar nicht mehr recht versteht.

Und dann hört man die grandiose

Passacaglia für Violine solo aus

den Rosenkranz-Sonaten und ist

wieder ganz unmittelbar ergriffen

von der Konzentration auf die Entfaltung

des Klangs und den Ausdruck

ganz kleiner Wendungen –das

Stück ist vielleicht nicht so kunstvoll

KLASSIK

Rias-Kammerchor

4. 7., 20 Uhr,Berliner Dom,

Am Lustgarten

Open Chamber

5. 7., 20 Uhr,Heiligkreuzkirche,

Zossener Str.65

M. IGERS

wie Bachs Chaconne fürVioline solo,

klingt aber besser und wirkt nicht

weniger intensiv.

Zu den Pflichten Bibers als Kapellmeister

gehörte selbstverständlich

auch die Komposition geistlicher

Musik, und der Salzburger Dom

mit seinen vielen Emporen bietet

dem Ehrgeiz ein reiches Feld: Biber

schrieb zum 1100-jährigen Bestehen

des Bistums Salzburgs eine Raummusik

für zwei achtstimmige Chöre,

16 Solisten, zwei Streichergruppen,

Trompetenensembles und was die

Waffenkammer sonst noch hergibt.

Natürlich geht es nicht um reale 53-

stimmigkeit, die etwa die gelegentliche

40-stimmigkeit vonThomasTallis’

„Spem in alium“ noch einmal

überbieten würde. Es geht um

prächtige Entfaltung gewaltiger

Klangmassen, und die Faustregel

lautet: Je mehr Akustik, umso weniger

Kunst, das gilt für Salzburg wie

für den Berliner Dom. Hört mansich

Bibers Messeüber den Kopfhöreran,

wird man vielleicht denken: Naja…

Als reale Klangskulptur jedoch, die

von allen Seiten her den Raum in

Schwingungen versetzt, vermag das

Stückzuüberwältigen wie weniges.

Folk &Blues

TomWaits

àla

Carte

Ende der 70er-Jahre gab es

in West-Berlin eine Klubszene,

die einiges dafür tat, an

Gerde’sFolkklub im New Yorker

Greenwich Village zu erinnern,

der BobDylans Biografie

stark beeinflusst hat. In Berlin

indes konnte man der Liedermacherszene

dabei zusehen,

wie sie sich freisang, und der

Gitarrist Franz de Byl steuerte

in jenen Jahren regelmäßig ein

paar Akkorde bei. Seine Karriere

hatte er als 15-Jähriger in

der Bottroper Schülerband

The Goons begonnen, später

hospitierte er dann bei Bluesgrößen

wie Alexis Korner und

John Mayall. Franz deByl hat

sich später immer an das Repertoire

seiner großen Vorbilder

gehalten, wobei der unvergleichliche

TomWaits für ihn

einen immer größeren Stellenwert

erhielt. Und während ein

weiteres Idol, Neil Young, die

Waldbühne beglückt, zieht de

Byl einmal mehr Klubatmosphärevor.

HarryNutt

FranzdeByl 20 Uhr,Art Stalker,Kaiser-

Friedrich-Str. 67

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Kasperund das Krokodil vomNil

PuppentheaterFirlefanz (✆ 283 35 60)

16.00: Der Froschkönig,Puppenspiel nachdem

Märchen (ab 4bis 8J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: Lütt Matten und die weiße Muschel, Schauund

Puppenspiel (ab 5bis 9J.)

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

16.00: Puppenspiel des Dr.Faustus, Ein Faust für

Kinder

W. M. Blumenthal Akademie (Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz

1)

10.00: Arche Noah Artlab –Neue Lebensorte aus

Recyclingmaterialien kreieren, Leitung: Barbara Antal

(ab 9bis 12 J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Café Manstein (✆ 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Verfahren

Lettrétage (✆ 692 45 38)

20.00 Lettrétage: Literature! And the Political? A

Dialogue between Readers, Writers, Publishers and

Academics, Public Talk

LiteraturhausBerlin (✆ 88 72 86 -0)

19.00 Kaminzimmer:Nana im Morgengrauen, Park

Hyoung-su, Lesung und Autorengespräch, Mod.:

Barbara Wahlster.Anm.erf.

FÜHRUNG

AlliiertenMuseum (✆ 818 19 90)

15.00 Cafeteria,Nicholson-Gedenkbibliothek:

Innenansichten des Kalten Krieges

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

11.00, 12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –

Die Ausstellung am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

15.00: Demokratie-Labor, Treff: Ausstellungshalle

18.00 Zeughaus: Streitobjekte. Deutsche

Demokratiegeschichte als Differenzgeschichte, Treff:

Zeughaus

Gipsformerei (✆ 32 67 69 11)

10.00: DieProduktions- undLagerstätten im

historischen Stammhaus der Gipsformerei, Treff:

Verkaufsraum

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Kunstund

Politik, Treff: Foyer

me Collectors RoomBerlin (Auguststr.68)

12.00: Forschen, Entdecken, Verstehen –Die Wunderkammer

Olbricht, Treff: CounterimmeCollectors

Room Berlin

Museum für Fotografie /Helmut Newton Stiftung

(✆ 266 42 42 42) 18.00: Ruhrkohle –Vom Schacht

in den heimischen Ofen. Ein Firmenporträt vonLudwig

Windstosser,Treff: Foyerdes Museums für Fotografie

Neukölln Reinhold Steinle (✆ /85 73 23 61)

17.00: Rathaus(turm) Neukölln, Reinhold Steinle,

Treff: Neukölln-Info-Center (im Rathaus)

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

10.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durchdie

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, Soldiner Straße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte –Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhausfür Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

StattReisen Berlin (✆ 455 30 28)

18.00: non solo Casanova.Italienische Träume für

Berlin, Treff: Humboldt-Universität, am Helmholtz-Denkmal

im Ehrenhof, Unter den Linden 6(Bus 100,

200, TXL, Haltestelle Staatsoper), Preise: 11,- €/

erm. 8,- €

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Spielleute-Session

ART Stalker (✆ 22 05 29)

20.00: TomWaits àlacarte: Franz de Byl +Band

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Vandojam meets Robin’sNest

BadenscherHof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Roland Satterwhite’sTolyqyn, Blue Wednesday

Show

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

20.00: TanyaTanaq, Rabih Beaini

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

20.00: Bhab Bhabie (Rap)

Café Olé (✆ 75 50 31 20)

20.00: Michael Gechter’sVocal-Jazz-Project, cool

wednesday

Columbiahalle (✆ 69 81 28 14)

20.00: StrayCats, 40th AnniversaryTour

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

20.00: The Mighty Mighty Bosstones

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: Ben Kraef (sax), Hans Ulrik(sax),

Anders Mogensen (dr), Andreas Lang (b)

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session–Rock &Pop

Schlot (✆ 448 21 60)

20.00: USAFE Band +Long John &his Ballroom

Kings, 70 Jahre Luftbrücke–Sonderkonzert: Swing

Patrol Berlin

Waldbühne (✆ 018 06 57 00 70)

18.30: Neil Young mit Promise of the Real

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: Caustic Minds, Wild Wednesday

Yorckschlösschen (✆ 215 80 70)

21.00: Ernies Mittwochscocktail

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.00: Super Funky Soul Wednesdays with Keith

Tynes

CLUB

Ava (Warschauer Pl. 18)

23.00: Techno Mittwoch, Daniel Boon, Centraz,

Salvatore Foglia, Yannick Müller,Backstube

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Herz &Leber,Noëlia, DonnyDunkel, Sebastian

Gabriel, Seeleâ

Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19)

20.00: Kuschelparty

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: Piano Bar with Jacu &

Supernoa

Solar Berlin (✆ 016 37 65 27 00)

18.00: Berlin Legends presents Valis

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.00: Exhale

WaterGate (✆ 61 28 03 94)

23.55: Mittwoch: Set In Motion, Molly,DASCO,Lewin

Paul &Tom, Allidé, Room Service (live)

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt, Evan &Friends

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso –TangoArgentino

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Argentinischer Tango, Michael Rühl &friends

KINO

14.30, 17.00; 3D: Pets II 15.00, 17.20; Britt-Marie

war hier (OmU) 16.30; Rocketman (OmU) 17.00,

22.30; Der Fall Collini 17.10; Zwischen den Zeilen

(OmU) 19.00; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

(OmU) 19.00; Preview: Traumfabrik 19.45; Preview:

Spider-Man: Far From Home 20.00; Pets II (OmU)

20.00, 22.15; Burning (OmU) 21.30; Avengers:

Endgame (OmU) 21.30; Jussi Adler-Olsen (OmU)

22.50;The Dead Don‘t Die (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Der Funktionär 18.15;

Adam und Evelyn 19.30; Ayka (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Der Himmel über

Berlin (OmenglU) 18.00; Rote Räte 20.15; Nuestro

tiempo –Our Time (OmU) 21.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Aladdin

14.10, 17.05; Men in Black: 14.15, 17.05;

Ein Becken voller Männer 14.15, 17.05, 19.55;

Drei Schritte zu Dir 14.15, 17.00, 20.00, 22.45;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.25; Pets II

14.30, 17.00; Godzilla 214.30, 22.45; Bailey: Ein

Hund kehrt zurück 14.45; 3D: Pets II 15.00,17.30,

20.00, 22.45; Dancing Queens 15.00, 17.30,

20.00; X-Men 17.00; Brightburn 17.25, 22.50;

Jussi Adler-Olsen: Verachtung 17.30; John Wick III

19.40, 22.45; 3D: Men inBlack: 19.50, 23.00;

Preview: Traumfabrik 20.00; Preview, 3D: Spider-

Man: Far From Home 20.00; Rocketman 20.00;

Preview:Annabelle III 20.00; 3D: X-Men 22.40; The

Dead Don‘t Die 22.45; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi

11.00; Drei Schritte zu Dir 11.10, 14.10, 17.10,

20.15; 3D: Pets II 11.15, 13.45, 16.15, 19.20;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 11.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.25, 14.00; Pets II

11.45,14.15, 16.45,19.50; Drachenzähmenleicht

gemacht 3: Die geheime Welt 11.50; TKKG 12.15,

14.45; Avengers: Endgame 12.15; Aladdin 13.30,

16.30; Men in Black: 14.00; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 14.20; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich 16.15; Rocketman 16.50; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.55; Dancing

Queens 17.05, 19.55; 3D: Men inBlack: 17.20,

20.15; 3D: Aladdin 19.40; Preview: Traumfabrik

19.45; John Wick III 19.45; 3D, Preview: Spider-

Man: Far From Home 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 3004)

Rocketman 14.45, 17.40, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) VanGogh:Ander Schwelle

zur Ewigkeit 18.00; Der Fall Collini 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19)The Dead Don‘tDie (OmU)

18.00,20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) TKKG

10.00, 12.40; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

10.00,12.20, 14.45; Pets II 10.00, 12.15, 14.30,

17.00, 17.50, 20.00; 3D: Pets II 10.00, 12.30,

15.00, 17.30, 20.15; Men in Black: 10.00,17.00;

Royal Corgi 12.10; Drei Schritte zu Dir 14.10,

17.10; Der Flohmarkt von Madame Claire 15.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

19.45; Preview: Traumfabrik 20.00; Preview:

Spider-Man: Far From Home 20.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 16.00,20.15; Monsieur

Claude II 18.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Dancing Queens

15.00, 17.30, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

TKKG 10.00, 12.10, 14.35; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.00, 14.45; Pets II 10.00,

12.30, 15.00, 16.30, 17.30, 19.30; 3D: Pets II

10.00, 12.15, 14.30, 17.00, 20.00, 22.30; Mister

Link 10.00, 12.40; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

10.00, 12.15; Aladdin 10.00, 12.05, 14.15,

17.25; Men in Black: 14.45, 17.20, 22.55; Der

Flohmarkt von Madame Claire 15.00; Ein Becken

voller Männer 17.05, 20.00; Drei Schritte zuDir

17.20, 22.50; Preview:Traumfabrik 20.00; Preview:

Spider-Man: FarFrom Home20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 20.00,22.00;

Preview: Annabelle III 20.30; John Wick III 22.00;

X-Men 22.55; Brightburn 23.05

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) Willkommen

im Wunder Park 10.00; TKKG 10.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00; Pets II 10.00,

14.00, 16.00; RoyalCorgi 12.00; 3D: Pets II 12.00,

18.15, 20.30; Drei Schritte zuDir 12.00, 15.15,

18.00; Aladdin 12.00, 15.15, 17.45, 20.30; Godzilla

215.15; Rocketman 18.00; Preview: Traumfabrik

20.30; 3D, Preview: Spider-Man: Far From

Home 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) DAAD-Stipendiat Nelson

Carlo De Los Santos Arias: Cocote (OmenglU; m.

Diskussion) 19.00; DAAD-Stipendiat Nelson Carlo

De Los Santos Arias: Meteorlar –Meteors (OmenglU;

m. Einführung) 21.30; Magical History Tour: Die

Regenschirme von Cherbourg –Les parapluies de

Cherbourg (OmU) 20.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

3D: Pets II 12.30, 15.10, 16.15, 17.45, 20.30,

23.10; Avengers: Endgame 12.30, 16.15, 20.30;

Pets II 13.00, 14.00, 16.45, 19.15;Pokemon MeisterdetektivPikachu

13.10,20.10;Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Aladdin 13.20; After

Passion 13.30; 3D: X-Men 13.40, 20.00, 23.10;

Royal Corgi 13.40; Monsieur Claude II 13.40,

17.00; Hollywoodtürke 13.40, 23.10; Ein Becken

voller Männer 13.40, 16.50, 20.00, 23.15; Willkommen

im Wunder Park 13.50; Bailey: Ein Hund

kehrt zurück 13.50; TKKG 14.00; Men in Black:

14.00; Drei Schritte zuDir 14.00, 16.45, 19.50,

23.00; Dancing Queens 15.00, 17.10, 20.15; Tolkien

16.20; 3D: Men in Black: 16.30,19.50,23.00;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

16.30, 19.45, 23.00; Godzilla 216.30, 20.30; Der

Klavierspieler vomGareduNord16.30; 3D: Aladdin

16.40, 20.20, 22.50; Bohemian Rhapsody 16.45;

Rocketman 16.50, 20.00; X-Men 17.00; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.15; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 17.30; 3D, Preview: Spider-

Man: Far From Home 19.30, 23.00; Ma –Sie sieht

alles19.30,22.20; John Wick III 19.40,23.00;Preview:

Traumfabrik 20.00; Brightburn 20.20, 23.00;

The Dead Don‘t Die 21.40; Nur eine Frau 22.50;

Jussi Adler-Olsen: Verachtung 23.00; Friedhof der

Kuscheltiere 23.10

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00)

X-Men (OF) 13.30; Avengers: Endgame (OF) 13.30;

Aladdin (OF) 13.30, 16.10; Men in Black: (OF)

13.40, 17.15; Pets II (OF) 14.00, 16.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 14.25; 3D: Pets II (OF) 15.00, 17.25,

19.15, 23.15; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber

nicht unmöglich (OF) 16.25; Tolkien (OF) 16.35;

Brightburn (OF) 16.45, 23.15; Dancing Queens –

Poms (OF) 17.30, 20.00; 3D: Aladdin (OF) 19.00,

22.20; Rocketman (OF) 19.20; John Wick III (OF)

19.30, 22.45; 3D, Preview: Spider-Man: Far From

Home (OF) 20.00; 3D: Men in Black: (OF) 20.20,

23.10; 3D: X-Men (OF) 21.45; The Dead Don‘t Die

(OF) 22.30; 3D: Godzilla 2(OF) 22.40

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00)3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.30; 3D: Men in

Black: (OF) 12.45, 17.00; 3D: Pandas 15.40; 3D,

Preview: Spider-Man: Far From Home (OF) 20.00;

3D: X-Men (OF) 23.10

TREPTOW

Astra (✆ 636 1650) TKKG 10.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 12.30, 15.00; Pets II

10.00, 12.00, 14.00, 16.00, 18.00, 19.00; Mister

Link 10.00; Aladdin 10.00, 12.30, 15.00; Godzilla

212.00; 3D: Pets II 12.30, 15.00, 17.00, 20.15;

Drei Schritte zu Dir 15.00, 17.30; X-Men 17.30;

Men in Black: 17.30; Preview: Traumfabrik 20.00,

22.30; 3D, Preview: Spider-Man II 20.00, 22.30;

Preview: Annabelle III 20.00, 22.30; 3D: X-Men

21.00; 3D: Men in Black: 22.30

Casablanca (✆ 677 57 52) TKKG 14.15; Edie

16.15; Stan &Ollie 18.30; Zwischen den Zeilen

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Pets II 11.30, 14.00, 16.30; Drachenzähmen leicht

gemacht 3 11.30; Avengers: Endgame 11.30,

15.30; Alfons Zitterbacke 11.35; TKKG 11.40,

14.00; Royal Corgi 11.45; Ostwind 411.45; Mister

Link 12.00; 3D: Pets II 12.10, 14.40, 17.10, 19.30;

Aladdin14.00,16.35; MeninBlack:14.15, 17.10;

Drei Schritte zu Dir 14.20,16.50, 19.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.25; Bailey 14.45; X-

Men 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.10; Glam Girls 17.30; 3D: Aladdin 19.30; 3D:

Godzilla 219.40; Preview: Traumfabrik 19.45; John

Wick III 19.45; 3D, Preview: Spider-Man II20.00;

Rocketman 20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) X-Men

12.00; TKKG 12.00, 14.30; Royal Corgi 12.00,

14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 12.00,

18.15; 3D: Pets II 12.00, 14.30, 16.50, 19.30;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 12.00; Pets II12.30,

15.00, 16.00, 17.30, 20.00; Aladdin 14.00,

17.00, 19.50; Drei Schritte zu Dir 14.20, 17.00;

Der Flohmarkt von Madame Claire 15.00; Men in

Black: 17.00, 20.40; Pets II (OF) 17.20; Preview:

Traumfabrik 20.00; Preview: Spider-Man: Far From

Home 20.00; Preview: Annabelle III 20.30

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 1976) Roads

18.30

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Das melancholische

Mädchen 19.00; Nuestro tiempo –Our Time

(OmU) 20.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) TKKG 13.00,

15.15; Der Klavierspieler vom Gare du Nord 17.30;

Ein Traum in Erdbeerfolie (OmenglU) 20.00; Pets II

10.30, 12.30, 14.30, 16.30, 18.30, 20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) All MyLoving

15.30; Zwischen den Zeilen 18.00; Roads 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05)TKKG 13.00; Der

alte deutsche Film: Stimme des Herzens 15.45;

Yoga: Die Kraft des Lebens (OmU) 18.00; Ein Becken

voller Männer (OmU) 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Renzo Piano: Architekt des

Lichts 18.00; Tangerine Dream.Revolution of Sound

20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Ein Becken voller Männer

15.15,20.30; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

18.00

FREILUFTKINOS

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Five

Fingers for Marseilles (OmU) 21.45

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Unsere

Erde II 21.45

Freiluftkino Kreuzberg The Favourite (OmU) 21.45

Freiluftkino Rehberge 25 km/h 21.45

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Berlin

Bouncer (OmenglU; m. Gästen) 21.45

Open-Air-KinoSchlossparkBiesdorf (✆ 998 74 81)

Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 21.30

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Roads

(OmU) 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31) Border –Gräns (OmU) 21.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)Prop

und Berta10.00;Vom Lokführer,der die Liebe suchte

17.00; Das Leben ist ein Fest 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Mister Link

10.00; Alfons Zitterbacke 10.00; Pets II 10.30,

14.00, 16.15, 18.30, 20.45; Die unglaublichen

Abenteuer von Bella 10.30; Willkommen im Wunder

Park 14.30; Ein Becken voller Männer 15.00,

17.30, 20.30; TKKG 16.30; Tolkien 18.00; Germania

18.45; Preview: Traumfabrik 20.00; Rocketman

21.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Willkommen im Wunder Park 11.00; 3D: Pets II

11.00, 14.15, 17.00, 20.00; Men in Black: 11.00,

14.00, 16.45; Aladdin 11.00, 13.45, 17.00;

Avengers: Endgame 11.10, 15.30; They Shall Not

Grow Old 11.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.15, 14.00; Pets II 11.15, 13.45,16.45; Bailey:

Ein Hund kehrt zurück 13.45; TKKG 14.15; Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

16.45,20.00; Rocketman 17.00;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.10; 3D:

Men in Black: 19.30; John Wick III 19.40; Godzilla

219.45; Preview: Traumfabrik 20.00; Preview, 3D:

Spider-Man: Far From Home 20.00; Preview:Annabelle

III 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Der Flohmarktvon

MadameClaire 15.00; Pets II 17.15; 3D:

Pets II 19.30

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Die sagenhaften Vier –Marnies Welt 15.00; Under

the Tree 17.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) MisterLink

11.45; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.45;TKKG 12.00, 14.30; Royal Corgi

12.00; 3D: Pets II 12.00, 14.30,17.00, 19.30;Asterix

12.00; Aladdin 12.05, 14.10; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.10, 14.40; Willkommen im

Wunder Park 12.15; Pets II 12.30, 15.00, 17.30,

20.00; Men in Black: 14.15; 3D: Godzilla 214.15,

17.00; Drei Schritte zu Dir 14.15, 17.00, 20.05;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 14.15; Glam Girls:

Hinreißendverdorben15.00; 3D: PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 16.45; 3D: Men inBlack: 16.50,

20.15; 3D: X-Men 17.00; 3D: Aladdin 17.05,

19.30; Dancing Queens 17.10, 19.45; Rocketman

17.20; 3D: Avengers: Endgame 19.30; Preview:

Traumfabrik 19.45; 3D, Preview: Spider-Man: Far

From Home 20.00; John Wick III 20.00

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Pets II

10.00, 14.00; Royal Corgi 10.00; TKKG 10.00; 3D:

Pets II 12.00, 16.00, 18.15,20.30; Aladdin 12.00,

15.00, 17.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.00; Men in Black: 15.00; Drei Schritte zu Dir

17.45, 20.30; 3D, Preview: Spider-Man: Far From

Home 20.30

fFilmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Royal Corgi 12.00; Aladdin 12.10, 14.45; TKKG

12.15; Pets II 13.00, 15.00, 17.00; 3D: Pets II

14.00, 16.00, 18.00, 20.20; Drei Schritte zu Dir

14.30, 17.15, 20.15; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 17.30; Preview: Traumfabrik

19.45; Preview, 3D: Spider-Man: Far From

Home 20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Willkommen im Wunder Park 16.00; X-Men 17.45;

3D: Men in Black: 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pets II

15.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.15;

3D: Pets II 17.45, 20.00; Rocketman 18.15; Men

in Black: 20.45


24 * Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Bitcoin fällt deutlich

unter 10 000 US-Dollar

UPGRADE

Das nervige

Geräusch

am Meer

VonJörg Hunke

Unangenehm ist das schon, wenn

man entspannt am Strand liegen

will, aber ständig irgendwelche

Leute mit ihren Smartphones Fotos

machen. Worauf ist die Linse nur gerichtet?

Wann drückt der Besitzer ab?

Undist man vielleicht selbst mit auf

dem Bild, weil da ein Voyeur unterwegs

ist? Solche Fragen braucht kein

Mensch. Vorallem nicht im Urlaub,

wenn es darum geht, sich zu entspannen

und loszulassen.

Vor19Jahren ging es los mit der

Handy-Fotografie. Samsung brachte

sein Klapphandy SCH-V200 auf den

Markt. Das erste Phänomen war die

ständige Verfügbarkeit. Wer sein

Handy in der Tasche hatte, konnte

fotografieren. Klick, ständig und

überall. „Nur was für Schnappschüsse“,

war sich die Foto-Industrie

sicher. Nicht die erste Fehleinschätzung

bei der digitalen Revolution.

Fotografieren war nicht mehr

teuer, auf einmal machte es jeder.

Am Anfang noch nicht im großen

Stil, denn die Speicherkapazität ließ

nicht mehr als 20 Fotos zu. Aber bald

schon war das kein einschränkendes

Kriterium mehr, neue Arten der Fotografie

kamen dazu. Stichwort: Selfie.Vor

fünf Jahren gelang der Schauspielerin

Ellen DeGeneres das weltweit

meistgeteilte Gruppen-Selfie.

Bei der Oscar-Verleihung waren

auch Jennifer Lawrence, Meryl

Streep, Julia Roberts, Channing Tatum,

Angelina Jolie, Bradley Cooper,

Brad Pitt, Kevin Spacey, Jared Leto

und Lupita Nyong auf dem Bild zu

sehen. Und irgendwann gehörten

auch Apps wie Instagram, die zu Fotoplattformen

wurden, zum Alltag.

Das war nur der Anfang. Wer

heute seine neuen Smartphones im

Urlaub dem Stresstest unterzieht,

der merkt sehr schnell, wie leistungsfähig

die Geräte geworden

sind. Und sie werden von Generation

zu Generation noch besser.Wer

es in der freien Zeit mag, sich Konzerte

oder Opernaufführungen unter

freiem Himmel anzusehen, war

eine Zeit lang genervt, weil einige

Handynutzer nicht in der Lage waren,

ihren Blitz auszustellen. Das

helle Licht lenkte ab vom eigentlichen

Vergnügen.

Inzwischen ist das kein Problem

mehr.Immer mehr Anwender haben

einen Weggefunden, wie sich auch

bei schwierigen Lichtverhältnissen

ohne Blitz sehr gut arbeiten lässt. Sogar

ohne Stativ, wie es Profis und

Hobbyfotografen in Zeiten der Spiegelreflexkameranoch

gelernt haben.

Googles Pixel-Geräte bekommen

von Experten gerade im Bereich der

Kameratechnik immer Höchstnoten.

Zu Recht, denn werbei schwierigen

Lichtverhältnissen den Nachtmodus

aktiviert, erhält eine Aufnahme,

die aus vielen Bildern zusammengesetzt

wurde und so

superscharfund zudem bestens ausgeleuchtet

ist.

Alles gut und schön, wenn nur die

Nutzer wüssten, dass es auch eine

Privatsphäregibt. Unddas Recht am

eigenen Bild. Werseine Ruhe im Urlaub

haben will, kann fremde

Handy-Fotografen darauf hinweisen,

dass er nicht mit auf dem Bild

sein möchte.Immerhin.

Jörg Hunke

ist auch bei Instagram zu

finden: @jhunke44

Die Zahl der älteren Nutzer wird immer größer,aber viele finden sich nur schwer zurecht.

Immer mittendrin

Einfach machen: Das Berliner Start-up Nepos will Senioren helfen, sich im Internet sicher zu bewegen

VonMarie Steffens

Heide Siegert ist verzweifelt.

Schon seit zweieinhalb

Stunden sitzt sie vor

ihrem neuen Smartphone

und versucht, es einzurichten.

,,Die Passwörter stimmen nicht miteinander

überein“ –dieser Text erscheint

auf dem Bildschirm. Was

kann sie nur tun? Es fällt ihr schwer,

die kleinen Buchstaben zu erkennen,

die wegen der Verschlüsselung nur

ganz kurzzusehen sind. Irgendwann

sagt sie frustriert: ,,Ich gebe auf.“

Unterschiedliche Oberflächen

So geht es vielen Senioren, denen die

immer neuen Herausforderungen

der digitalen Technik irgendwann zu

viel werden. Ihnen fällt es schwer,

mit der Digitalisierung Schritt zu

halten. Laut D21-Digital-Index

2018/19 gibt es mehr als 13 Millionen

,,digital abgehängte“ Menschen

in Deutschland, die meisten sind älter

als 65 Jahre. Dasist erschreckend,

wenn man bedenkt, dass Deutschland

das Land mit der zweitältesten

Bevölkerung der Welt ist. Der demografische

Wandel ist einer der Megatrends

des Jahrhunderts. Von Startups

wirderallerdings kaum wahrgenommen.

Das findet Paul Lunow

schade –und so hat er mit seinem

Geschäftspartner Florian Schindler

das Start-up Nepos gegründet.

Vor vier Jahren ging es los.

Schindler ist Besitzer eines Tech-

Fonds und gut vernetzt. Lunow bezeichnet

sich als leidenschaftlichen

Programmierer. Als Privat-Administrator

seiner Familie erlebte er jahrelang

die Überforderung seiner Großtante

Luise, so steht es auf der

Homepage. Lunow fand es unfair,

dass die Älteren ausgegrenzt werden.

Das Start-up Nepos setzt darauf, den älteren Nutzernmit einfachen Symbolen das Navigieren

im Netz zu erleichtern.

NEPOS

Immer selbstverständlicher werdees

beispielsweise, sich für Flugreisen

online einzuchecken. Auch politische

Willensbildung verlagere sich

immer mehr ins Internet. Das führe

dazu, dass Senioren ohne Internet

immer weniger beteiligt sind, sagt

Lunow.

Dabei könne das Internet gerade

für Senioren viele Vorteile bieten.

,,Ältere Menschen, die beispielsweise

ihr Haus nicht mehr verlassen

können, aber ihr Leben lang in die

Philharmonie gegangen sind, könnten

nun Konzerte genießen, ohne

vorOrt zu sein“, sagt Lunow. Sich auf

dem Sofa zurücklehnen und die Musiker

auf dem Bildschirm über

www.digitalconcerthall.com erleben.

Senioren neue Perspektiven zu

eröffnen –das sei das Hauptmotivation,

sagt Lunow.

Das Hauptproblem bei seiner

Großtante lag darin, dass alle Oberflächen

unterschiedlich sind. „Wenn

ich gelernt habe, mich bei Easyjet

problemlos einzuchecken, heißt das

nicht, dass ich mich auch ganz einfach

bei Lufthansa zurechtfinde“,

sagt Lunow. Senioren haben aber

meist nicht mehr die Motivation,

sich in immer wieder neue Abläufe

und Systeme einzuarbeiten.

Um die Frustration über das immer

neue Erlernen zu verhindern,

entschied sich Lunowdafür eine einheitliche

Oberfläche zu bauen, derenAbläufe

einmal erlernt und dann

auf alle Programme angewendet

werden können. Jedes Bedienelement

hat eine Funktion, große Pfeile

weisen schrittweise den Weg. Senioren

können so die gleichen Apps

nutzen wie jüngere Menschen. Somit

schaffe Nepos keine „kleine Senioren-Internetecke“,

sagt Lunow.

DasStart-up schließt Kooperationen

mit anderen Unternehmen, die eine

Schnittstelle bereitstellen, die es

dem Start-up wiederum erlaubt, auf

ihre Inhalte zuzugreifen. Diese Inhalte

werden dann automatisch in

Millionen-Bußgeld für Facebook

EYEEM

die universelle Oberfläche integriert.

Angefangen hatten Lunow und sein

Team mit der Arbeit an einem leicht

bedienbaren Tablet. Siebauten einen

Prototypen, den sie gemeinsam mit

Berliner Senioren testeten. Im Endeffekt

konnten sie jedoch nicht genug

Kapital einsammeln, um die Produktion

zu starten, trotz einer Crowdfunding-Aktion.

Aber die Idee war geboren. ,,Wir

kriegten fortlaufend Anrufe von den

Menschen und Firmen, die Interesse

an dem Tablet hatten“, sagt Lunow.

Aus diesem Grund machten die beiden

Gründer weiter, setzen jetzt vor

allem auf die Software. Eine erste

Testversion ist bereits unter

nepos.app finden. Im Moment sind

Oberflächen für Podcasts,Mails und

Nachrichten verfügbar.

Skepsis der Investoren

Auch wenn die Geschäftsidee auf

den ersten Blick plausibel erscheint,

ist es noch immer nicht leicht, Investoren

zu finden. Den beiden

Gründern gelang es mit der Zeit

aber, Geldgeber wie Rolf Schrömgens,

den Trivago-Mitgründer,Werner

Conrad vom Elektronikhändler

Conrad, Christian Vollmann, den

Gründer der Nachbarschafts-Plattform

Nebenan.de, und ProSieben-

Sat.1 anzuwerben. Generell stoße

das Thema zwar auf großes Interesse,

große Geldgeber schrecke es

aber trotzdem ab.

Oft würden Interessenten nicht

verstehen, dass es sich um ein langfristiges

Projekt handele,daauch die

nächsten Generationen irgendwann

an den Punkt kommen werden, in

dem sie dem rasanten Tempo der Digitalisierung

nicht mehr folgen können.

Unddann könnte Nepos helfen,

sagt Lunow.

Bundesamt wirft dem Unternehmen fehlende Transparenz beim Umgang mit Hasskommentaren vor

Wegen fehlender Transparenz

beim Umgang mit Hasskommentaren

soll das Online-Netzwerk

Facebook ein Bußgeld von zwei Millionen

Euro zahlen. Das teilte am

Dienstag das Bundesamt für Justiz

mit, das einen entsprechenden Bußgeldbescheid

gegen das Unternehmen

verhängt hat.

VorzweiJahren hatte der Bundestag

das umstrittene Netzwerkdurchsetzungsgesetz

verabschiedet, mit

dem Internet-Plattformen zu einem

härteren Vorgehen gegen Hass,

Hetze und Terror-Propaganda verpflichtet

werden. Klar strafbare Inhalte

müssen binnen 24 Stunden gelöscht

werden, auf Nutzerbeschwerden

soll nach spätestens 48 Stunden

reagiert werden. Zudem müssen die

Unternehmen alle sechs Monate einen

Bericht über ihren Umgang mit

Beschwerden veröffentlichen.

Beanstandet werden nun die Ausführungen

von Facebook für das

erste Halbjahr 2018. „Der Bericht

führt nur einen Bruchteil der Beschwerden

vonNutzernüber rechtswidrige

Inhalte auf“, heißt es in der

Mitteilung des Bundesamts.

Konkret bemängelt wird, dass nur

jene Beschwerden aufgeführt seien,

die über das schwer zu findende

„NetzDG-Formular“ eingereicht

worden seien. In der Regel würden

die Nutzer jedoch auf den alternativen

„Flagging-Meldeweg“ geleitet.

Dass die dort eingegangenen Beschwerden

in dem Berichtnicht aufgeführt

werden, führt nach Einschätzung

der Prüfbehörde jedoch

zu einem „verzerrten Bild“ über das

Ausmaß rechtswidriger Inhalte. Der

Facebook-Bericht listet für das erste

Halbjahr 2018 lediglich 886 Be-

schwerden auf, was zu 362 gelöschten

oder gesperrten Inhalten geführt

habe. Der Bußgeldbescheid ist noch

nicht rechtskräftig, weil Facebook

Einspruch dagegen einlegen kann.

Ganz andere Sorgen hatte das

Unternehmen an seinem Firmensitz

im Silicon Valley. Nachdem ein verdächtigen

Fund gemeldet worden

war,musste die Poststelle im kalifornischen

Menlo Park geschlossen

werden. Befürchtet wurde,dass eine

Sendung das tödliche Giftgas Sarin

enthalten könnte.Doch derVerdacht

bestätigte sich nicht. (dpa)

Aufden Höhenflug folgt der Rückschlag:

DerKurs der Kryptowährung

Bitcoin hat am Dienstag seinen Sinkflug

der vergangenen Tage fortgesetzt.

Am Vormittag fiel die älteste

und bekannteste Digitalwährung auf

der HandelsplattformBitstamp bis

auf 9713 US-Dollar.Damit hat der

Bitcoin einen guten Teil seiner starken

Gewinne der letzten Wochen

eingebüßt. Auch für andereDigitalwährungen

ging es in den vergangenen

Tagen bergab.Seit Anfang April

hatte der Bitcoin massiv um zeitweise

rund 235 Prozent zugelegt. Als

Grund wurde vorallem das steigende

Interesse großer Unternehmen

und Investoren an Kryptowährungen

genannt. (dpa)

Kreditbank: Online-Zugang

funktioniertwieder

DerOnline-Zugang für die Kunden

der Deutschen Kreditbank (DKB)

funktioniertwieder.„Aktuellkönnen

unsereKunden wieder uneingeschränkt

über die DKB-Webseite

und unsereDKB-App auf das Internetbanking

zugreifen“, teilte die Online-Bank

am Dienstag mit. Am Tag

zuvor war der Zugriff bis in den

Abend hinein gestört. Transaktionen

im Hintergrund, etwa Gehaltseingänge,liefen

der Bank zufolge aber

weiter.Kunden hätten auch weiter

mit Kartebezahlen können. Der

Grund für die Probleme war am

Dienstag zunächst weiter unklar.

„Ein externer Zugriff kann weiterhin

ausgeschlossen werden“, hieß es.

„Die DKB versichert, dass für die

Kunden kein Sicherheitsrisiko besteht

beziehungsweise bestand.“

Nunseien Serverkapazitäten erweitertworden.

(dpa)

E-Books aus dem Microsoft

Store nicht mehr lesbar

WerE-Books bei Microsoft gekauft hat,

bekommt sein Geld zurück.

DPAX

DenVerkauf elektronischer Bücher

in seinem Storehatte Microsoft bereits

Anfang Aprileingestellt. Ab sofortläuft

nun auch die Nutzungsmöglichkeit

für alle E-Books aus,die

Kunden aus dieser Quelle heruntergeladen

haben. Egal, ob kostenlos

oder kostenpflichtig: Alle diese Bücher

sind nun nicht mehr lesbar.

Hintergrund ist ein digitales Rechtemanagement

(DRM), das in jedem

E-Book hinterlegt ist und voneinem

DRM-Serverkontrolliertwird. Diesen

Computer schaltet Microsoft

schlichtweg ab –allerdings nicht,

ohne Käufer vonE-Books zu entschädigen.

Sieerhalten dem Unternehmen

zufolge den Preis für alle gekauften

E-Books erstattet. (dpa)

Bußgeld für Vodafone wegen

unterlaubter Werbung

Vodafone soll wegen unerlaubter

Telefonwerbung 100 000 Euro zahlen.

Einen entsprechenden Bußgeldbescheid

gab die Bundesnetzagentur

am Dienstag bekannt. Nach

Erkenntnissen der Bonner Behörde

haben Vodafone und beauftragte

Call-Center bei Kunden oder Ex-

Kunden angerufen, um sie zur

Rücknahme der Kündigung beziehungsweise

zur Rückkehr zu bewegen

–obwohl die erforderlichen

Einwilligungen der Kunden hierzu

nicht vorlagen. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 25

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-

Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Die Tierärzte –Retter mit Herz

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant

18.00 (für HG) Gefragt –Gejagt 18.50 (für

HG) Hubertund Staller 19.45 (für HG) Wissen

voracht –Werkstatt 19.55 (für HG) Börse vor

acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Fußball: Weltmeisterschaft

der Frauen

Halbfinale: Niederlande –Schweden

Moderation: Claus Lufen. Expertin: Nia

Künzer.Kommentar: Bernd Schmelzer

Aus Lyon (F)

23.00 (für HG) Elternschule

Dokumentarfilm, D2018

0.30 (für HG) Nachtmagazin

0.50 (für HG) Die Heiland –Wir sind

Anwalt Verlorene Unschuld

1.35 (für HG) Die Heiland –Wir sind

Anwalt Tiefer Fall. Anwaltsserie

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12. Moderation:

Katja Burkard 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte –

Mein Leben 17.00 Meine Geschichte –Mein

Leben 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin. Moderation: Sandra

Kuhn 18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin. Moderation:

Frauke Ludowig 18.45 aktuell 19.05

(für HG)Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Die 25...

Büro-Nerd Gwilym Pugh wird zum

Supermodel /Iris Grace &Katze

Thula /Oma Betty wird mit Justin

TimberlakeTickets überrascht

Moderation: Sonja Zietlow

22.15 sternTVFall Carola Rackete: Wie geht

es für die Seawatch-Kapitänin weiter? /

Einsatz über den Wolken: sternTV

begleitet die Retter der Flugambulanz

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) CSI: Den Tätern auf der

Spur Wachet auf. Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

Soukaina(Halima Karaouane,l.) undNoha

(LoubnaAbidar,r.), Randabund Hlimalebenineiner

WohngemeinschaftMarrakesch

und verdienen ihr Geld alsProstituierte.

Gesellschaftlich geächtet,erfahren dievier

Frauen in ihrer WG den Halt und das Gefühl

vonFamilie,dasssie brauchen. Filmema-

BEREITS AB

MDR WDR cher Nabil Ayouch gelangein sehenswertes 00 Arte

15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) MDR um vier 17.45 (für HG) Aktuell

18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für HG) Sandmann

19.00 (für HG) MDR Regional 19.30

(für HG)Aktuell 19.50 (für HG) Zeigt uns eure

Heimat 20.15 (für HG) Exakt 20.45 (für HG)

Heute Mama, morgen Papa 21.15 (für HG) Die

Spur der Täter 21.45 (für HG) Aktuell 22.05

(für HG)Tatort. Kalter Engel. TV-Kriminalfilm, D

2013 23.35 (für HG) Kanzleramt Pforte D

0.20 (für HG) Kroymann 0.50 (für HG) Eine

Sommerliebe zu dritt. TV-Romanze, D2016

Bayern

14.40 (für HG)Wer weiß denn sowas? 15.30

(für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten 16.00

(für HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG)Rundschau 19.00 (für HG) Stationen

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Münchner

Runde 21.00 (für HG) Kontrovers 21.45 (für

HG) Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Dopen

bis das Herz versagt? 22.45 Friedenspreis des

Deutschen Films –Die Brücke 0.20 kinokino

0.35 Manifesto. Drama,D/AUS 2015

Vox

14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 Makel?

Los! 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00

First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das perfekte

Dinner 20.00 Prominent! 20.15 (für HG)

Das Wichtigste im Leben 21.10 (für HG) Das

Wichtigste im Leben 22.05 (für HG) Law &

Order: SpecialVictims Unit 23.00 (für HG) Law

&Order: Special Victims Unit 23.55 nachrichten

0.15 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Aussage gegen

Aussage 1.10 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

14.10 Inspector Gadget 14.40 ALVINNN!!!

und die Chipmunks 15.00 Dragons –Die Reiter

von Berk 15.25 Bugs Bunny &LooneyTunes

15.50 Hotel Transsilvanien –Die Serie

16.15 Zak Storm –Super Pirat 16.45 King

Julien 17.15 What's New Scooby-Doo? 17.40

Inspector Gadget 18.10 ALVINNN!!! und die

Chipmunks 18.40 Woozle Goozle 19.10 Bugs

Bunny &LooneyTunes 19.40 Angelo! 20.15

(für HG) Dr.House 21.05 (für HG) Dr.House

22.00 (für HG) Dr.House 23.00 (für HG) Dr.

House 23.50 Comedy total

Sport1

14.30 Yukon Gold. Alles oder nichts 15.30

Alone. Rain of Terror 16.30 Lost &Sold. Pferdestärken

17.00 Lost &Sold. Höhenflug

17.30 ContainerWars. Wer zuletzt lacht 18.00

Beachvolleyball: Weltmeisterschaften. Runde

der letzten 32Damen und Lucky Loser Herren

21.30 Sport-Quiz. Anrufen, richtig Sport-Fragen

beantworten und Geld- oder Sammelpreise

gewinnen: Beim Sport1-Quiz haben die Zuschauer

die Chance, ihr Wissen und Geschick

rund um das Thema Sport zutesten.

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich 10.30

(für HG) Notruf Hafenkante. Lucky Punch 11.15

(für HG)SOKO Stuttgart. Doppelleben 12.00

heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-

Mittagsmagazin 14.00 heute –inDeutschland

14.15 Die Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute

Xpress 15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00

(für HG)heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Ein Testamentkommt selten

allein 17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG) hallo

deutschland 17.45 (für HG) Leute heute 18.00

(für HG) SOKO Wismar. Der Hai aufdem Dach

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Die Spezialisten

–ImNamen derOpfer. Ostalgie

20.15 (für HG) Das Traumschiff

Cook Islands. TV-Familienfilm, D2015

Mit Heide Keller, Nick Wilder,Sascha

Hehn, Harald Schmidt u.a.

Regie: Stefan Bartmann

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Arme Kindheit in

Deutschland Dokumentationsreihe

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Die Schnitzel-Industrie Das Geschäft

mit Deutschlands Schweinen

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Christian

Wackert, Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! Moderation:

Karen Heinrichs, Christian Wackert 19.00

Genial daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 In den Schuhen meiner Schwester

Komödie, USA/D/GB 2005

Mit Cameron Diaz, Toni Collette, Shirley

MacLaine, Mark Feuerstein, Ken

Howard, Richard Burgi u.a.

Regie: Curtis Lee Hanson

22.55 akte 20.19 Spezial

Gefahr durch Implantate

23.55 SAT.1 Reportage

Kassensturz –Der Pfennigfuchser

0.55 SAT.1 Reportage

Spaßurlaub! Boom im Badeparadies

Reportagereihe

12.45 (für HG) Aktuell 13.05 (für HG) Wilder

Wilder Westen 13.50 (für HG) Zoo-Babies

14.15 (für HG) In aller Freundschaft 15.00

(für HG) In aller Freundschaft 15.45 Heimathäppchen

16.00 (für HG) Aktuell 16.15 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00 (für

HG) Der beste Deal 21.45 (für HG) Aktuell

22.10 die nordstory 23.10 (für HG) Mordkommission

Istanbul. TV-Kriminalfilm, D2018

NDR

17.10 (für HG) Seehund,Puma &Co. 18.00

Ländermagazine 18.15 (für HG) Wie geht das?

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG) Expeditionen

ins Tierreich 21.45 (für HG) aktuell

22.00 (für HG) Neues aus Büttenwarder. Danke

Föhn 22.25 (für HG) Neues aus Büttenwarder.

Stau 22.50 (für HG) Ich leih' mir eine Familie.

TV-Komödie, D 2006 0.20 Hafenpolizei.

Die neue Spur 0.45 (für HG) Die Erbschaft

2.30 Die Tagesschau vor 20Jahren

Kabel eins

8.30 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.25 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15

Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05 Castle

14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal,Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle! Wir

kümmern uns drum 20.15 Volcano. Katastrophenfilm,

USA 1997 22.25 Die Stunde der

Patrioten. Thriller,USA 1992 0.45 Volcano.

Katastrophenfilm, USA 1997 2.25 Watch Me –

das Kinomagazin 2.35 Late News

RTL 2

14.00 Die Wollnys –Eine schrecklich große

Familie! 15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt

... 16.05 Krass Abschlussklasse 17.00

News 17.10 Krass Schule –Die jungen Lehrer

–Wie alles begann 18.05 Köln 50667

19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Teenie-Mütter

–Wenn Kinder Kinder kriegen 21.15 Teenie-Mütter

–Wenn Kinder Kinder kriegen 22.15

Die Babystation –Jeden Tagein kleines Wunder

23.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

0.15 Die Forensiker –Profis am Tatort 1.05

Die Forensiker –Profis am Tatort

Eurosport 1

14.30 Radsport: Flandern-Rundfahrt 15.30

Radsport: Paris-Roubaix 16.30 Radsport: Lüttich-Bastogne-Lüttich

17.30 ERC All Access

18.00 Olympische Spiele. Flag and Family

19.30 ERC All Access 20.00 Eurosport News

20.05 Radsport: Britische Straßen-Meisterschaften

22.00 WATTS. Die Radsport-Spezial-

Ausgabe der Eurosport-Clipshow 22.45 Eurosport

News 23.00 Radsport: Critérium du Dauphiné

0.00 Radsport: Critérium du Dauphiné

1.00 Radsport: Critérium du Dauphiné

ARTE, 20.15 UHR DRAMA

Mr. Holmes

Ende der 1940er Jahrehat sichSherlockHolmes (Ian McKellen) ausder geschäftigenMetropole

London zurückgezogen. In der südenglischen Grafschaft

Sussex will sichder in die Jahregekommene Meisterdetektiv zur Ruhe

setzen und seinem Hobby, der Bienenzucht, nachgehen. An seiner Seite: die

früh verwitweteHaushälterin Nunround deren Sohn Roger, der einmal selbst

ein großer Detektiv werden will. Vonfortschreitender Senilitätgeplagt kann

sichHolmes nurnochschwerlich an seinen letzten Fall erinnern. Da ihm dies

keine Ruhe lässt,mussdie legendäreSpürnasegemeinsam mit Nachwuchs-

Detektiv Rogernocheinmal eine letztegroße Reiseantreten. Regisseur Bill

Condon zeigteinen gänzlichanderen Holmes,als es das Publikum gewohnt ist

–großartigverkörpertvon IanMcKellen.

(Gbr./USA/2015)

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ARTE, 22.45 UHR DRAMA

Much Loved

Foto: Arte

HEXENTANZPLATZ,BODETAL &ROSSTRAPPE –

33,EURO

MITDEM HARZ-BERLIN-EXPRESS Drama, DIREKT das Einblicke ZUMZIELORT in dieallgemeine SituationThaleErlebniswelt:Mit

der Frauen in dermarokkanischen

Glas-

Verbringen Sieeinen unvergesslichen Taginder Seilbahnen

Kabinenbahn Hexentanzplatz, Rodelbahn Harzbob, Gesellschaft SesselliftRosstrappe, gibt.Bei dem Funpark den Filmfestspielenin

undder neuenSpassinselfür Kinder. Direktverbindungvon

CannesBerlin 2015

nach

wurde

Thale –woimHarzder Film vonder

Teufel losist.

Kritik

INFOS: WWW.ABELLIO-MITTELDEUTSCHLAND.DE&WWW.SEILBAHNEN-THALE.DE/SUPERKOMBI

überauswohlwollend aufgenommen, in Marokkoselbst

wurde„Much Loved“ ausmoralischen

Gründen Tel. 03947 verboten.

/2500 • info@seilbahnen-thale.de

Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH

SeilbahnenThale Erlebniswelt

Tel. 0800/2235546

(Frk./Marok./2015)

Foto: Arte

SUDOKU

NORMALVARIANTE -mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

6 4

7 1

5 9 8

8 1 4 5

1 3

2 9

8 7 5

6 2

3 5

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

2

6

4 7 1 8

2 1 9

6

4

7

9

6 1 5

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 2.7.2019

2019

MITTEL mittel

9 4 5 2 8 6 1 3 7

2 1 8 5 7 3 6 4 9

6 7 3 4 9 1 8 5 2

8 5 4 7 1 9 3 2 6

3 2 7 6 4 8 5 9 1

1 9 6 3 2 5 4 7 8

4 8 1 9 3 7 2 6 5

5 3 9 8 6 2 7 1 4

7 6 2 1 5 4 9 8 3

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM 2.

2.7.2019

7. 2019

SCHWER schwer

4 1 5 6 7 3 8 2 9

3 7 8 4 2 9 1 5 6

9 6 2 5 8 1 7 3 4

2 5 3 8 4 6 9 1 7

1 4 9 7 3 2 5 6 8

6 8 7 1 9 5 3 4 2

5 9 4 2 1 7 6 8 3

7 2 1 3 6 8 4 9 5

8 3 6 9 5 4 2 7 1

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau

8.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

9.00 In aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft

10.30 Rote Rosen 11.20 Sturmder Liebe

12.10 Tierärztin Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10

Verrückt nach Meer 14.00 Lecker aufs Land

14.45 Hessen-Reporter 15.15 Sonnenaufgang

4.45 Uhr–Die BrandenburgerFrühaufsteher

16.00 rbb24 16.15 Werweiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Die Ernährungs-Docs

Diabetes Typ1/Fußpilz /Divertikulose

21.00 Hirschhausens Check-up

Wie die Mitte des Lebens gelingt

Mit Eckart von Hirschhausen

21.45 rbb24

22.00 Geheime Jäger der Serengeti

22.45 Die Lena und der Ruf der Arktis

23.30 Die Musketiere Freunde und Feinde

0.25 Die Musketiere DasAttentat

Abenteuerserie

1.15 Die Ernährungs-Docs

Diabetes Typ1/Fußpilz /Divertikulose

ProSieben

5.05 Mike &Molly 5.25 Mom 5.40 Twoand a

Half Men 6.55 The Big Bang Theory 8.40 The

Middle 9.30 Fresh off the Boat 10.30 Mike &

Molly.Detective Michael Biggs 10.50 How I

Met Your Mother 11.45 2Broke Girls. Reboot

in Brooklyn 12.35 Mom. Meine Erzfeindin, ihr

Vater und ich. Comedyserie 13.00 Twoand a

Half Men 14.20 The Middle. Die etwas andere

Nacht/Die Spüle. Comedyserie 15.15 The Big

Bang Theory. Die Streichelmaschine/Die Kissen-Katastrophe/Das

Placebo-Bier/Business

im Wohnzimmer.Comedyserie 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Der

Herr der Gene/Besuch der alten Herren. Zeichentrickserie

19.05 Galileo. Magazin

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Feuer und Flamme. Krankenhausserie

Mit Ellen Pompeo, Justin Chambers,

Chandra Wilson u.a.

21.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Fehlversuche. Krankenhausserie

22.15 Grey'sAnatomy –Die jungen Ärzte

Abschied. Krankenhausserie

23.15 Lucifer

Alle für Decker.Krimiserie

0.10 Two and aHalf Men

Sei stark, Wonder Woman!

Comedyserie

13.40 Süßes Gift. Thriller, F/CH 2000 15.20

Magische Orte in aller Welt 15.45 (für HG) Israel

–Der Norden 16.40 (für HG) Xenius 17.10

Magische Orte in aller Welt 17.40 Tibet –Ritoma,

ein Dorf imBasketballfieber 18.30 Tierisch

urban 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re:

20.10 Anderswo in Europa 20.15 (für HG) Mr.

Holmes. Drama,GB/USA 2015 21.55 (für HG)

Das Erbe der Pina Bausch 22.50 Much Loved.

Drama, F/M 2015 0.30 Arte Journal 0.50 Bellissima.

Drama, I1951 2.45 (für HG) Naturparadiese

mit Zukunft

3Sat

14.50 Wilder Westen. Gebirge /Great Plains /

Wüsten 17.00 (für HG) Terra X.Unter Grizzlys:

Das Abenteuer beginnt /Drama in der Wildnis

18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten?

21.00 (für HG) 45 Min 21.45 (für HG) Chemnitz

–Stadt der vielen Gesichter 22.00 (für HG)

ZIB 2 22.25 (für HG)Tag und Nacht. Drama, A

2010 0.00 (für HG) Neues von den Flaschensammlern

0.30 10vor10 1.00 Slowenien-Magazin

1.25 (für HG) Im Zauber der Wildnis

Phoenix

12.45 phoenix plus 14.00 phoenix vor ort

14.45 phoenix plus 16.00 Geheimpost an den

Westen –Widerstand im DDR-Strafvollzug

16.45 ZDF-History 17.30 phoenix der tag

18.00 Das Drama um die Sozialwohnungen

19.15 NRW von unten 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Russlands versteckte Paradiese

21.00 (für HG) Geheimnisvolle Orte 21.45 (für

HG) heute-journal 22.15 phoenix runde 23.00

phoenix der tag 0.00 phoenix runde 0.45

Russlands versteckte Paradiese 1.30 (für HG)

Geheimnisvolle Orte 2.15 Geheimes Kuba

Kika

13.20 (für HG) Lassie 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 H2O –

Plötzlich Meerjungfrau 15.45 Sherlock Yack –

Der Zoodetektiv 16.25 Mirette ermittelt 16.50

(für HG) Hexe Lilli 17.35 Die Abenteuer des

jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.00 (für HG) Mascha und der Bär 18.15

Sam 18.35 Beccas Bande –Mit Mut wird alles

gut! 18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Lassie

19.25 (für HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für

HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live 20.10

Club der magischen Dinge

Dmax

16.45 Highway Patrol 17.15 Fast 'N' Loud

18.15 Fast 'N' Loud 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn

20.15 Auction Hunters –ZweiAsse machen

Kasse 21.15 Hardcore Pawn: Das härteste

Pfandhaus Detroits 22.15 VintageTech Hunters

–Technik mit Kultfaktor! 22.45 Slobby's

World –Verrückte Retro-Welt 23.15 Bad Buddies

–Echte Schadenfreu(n)de 0.15 Mythbusters

1.10 Mythbusters 2.00 Mythbusters 2.55

Mythbusters 3.50 Mythbusters 4.45 Hardcore

Pawn: Das härteste Pfandhaus Detroits

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 betrifft

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Saarland

4.0 –Wie die Digitalisierungunser Leben

verändert 19.45 Shift 20.00 Tagesschau 20.15

FAKT 20.45 Die Angst vordem Wolf 21.17 Münchner

Runde 22.03 Tagesthemen 22.10 Markt

22.55 Extra 23.00 Tagesthemen 23.07 DieTagesschau

vor 20 Jahren 23.25 Kontrovers 0.10 Menschen

hautnah 0.55 Extra 1.00 Nachtmagazin

1.20 extra3Spezial 1.50 Extra 2.00 Nachtmagazin

2.20 Thüringen Journal 2.50 Schätze der Welt

ONE

12.00 Sturmder Liebe 12.45 Sturm der Liebe

13.35 Um Himmels Willen 14.25 BornholmerStraße

–Die unglaubliche, aber wahreGeschichte von

HaraldSchäfer. TV-Drama,D2014 15.55

Dawson's Creek 16.35 Dawson's Creek 17.20

Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei 18.40 Sturm der

Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies

Poirot. Die großen Vier.TV-Kriminalfilm, GB

2013 21.40 ActionMan –Bankraubfastperfekt.

Kriminalfilm, F/I 1967 23.20 Vier gegen die Bank.

TV-Gaunerkomödie, D1976 0.50 Agatha Christies

Poirot. Die großen Vier. TV-Kriminalfilm, GB 2013

2.20 Vier gegen die Bank. TV-Gaunerkomödie, D

1976 3.55 DieKanzlei 4.50 Um HimmelsWillen

ZDF NEO

5.10 Frag den Lesch 5.25 TerraX6.10 TerraX

6.50 TerraX7.35 Topfgeldjäger 8.30 Lafer!Lichter!Lecker!

9.15 Bares für Rares 10.05 Bares für

Rares 11.00 kaputt und ... zugenäht! 11.45 Die

Rettungsflieger 12.30 DieRettungsflieger 13.15

Monk 14.35 Kommissar Stolberg 15.35 Die Rettungsflieger

17.10 Monk 18.30 Bares fürRares

19.20 Bares fürRares 20.15 (für HG)Wilsberg.

Miss-Wahl. TV-Kriminalfilm, D2007 21.45 (fürHG)

Ein starkesTeam. Stumme Wut. TV-Kriminalfilm, D

2007 23.15 Turistas –Mörderisches Paradies.

Mysterythriller,USA 2006 0.35 (für HG)Wilsberg.

Miss-Wahl. TV-Kriminalfilm, D2007 2.05 TerraX

2.50 TerraX3.35 TerraX4.20 TerraX

ZDF INFO

8.30 Hochbetrieb im Leihhaus–Letzter Ausweg

für Verzweifelte 9.15 TerraXpressXXL 10.45 (für

HG) Brüllend heiß! Ganz Deutschlandschwitzt

11.15 DieFeuerwache 12.00 Einsatzfür Christoph

29 12.45 Um Leben und Tod–Dauereinsatz für

denNotarzt 13.30 DieFeuerwache 14.15 (für HG)

Wiegerecht ist Deutschland? 15.00 (fürHG) Genugzum

Leben? –Hartz IV aufdem Prüfstand

15.45 (für HG)ArmeStadt,reiche Stadt 16.30

Armes reiches München –Die dunkle Seiteder

Bayernmetropole 17.15 In der Schuldenfalle

18.00 Wo die Armut wohnt 18.45 Die Kanada-Saga

21.45 1491 –Amerika vorKolumbus 0.45 (für

HG) heute-journal 1.15 DieKanada-Saga

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Gaetano Donizetti –L'Ange de

Nisida /LaFavorite., ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Bachfest Leipzig Bach versus Marchand. Mit

Werken von Marchand, J.S. Bach, Froberger,

J.S. Bach, ca.87Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik spezial Eine Komponistengilde –

Die römische Compagnia dei Musici.,

ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Die Berliner Konzertreihe

„Kontraklang”., ca. 56 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Johann Sebastian Bach: Concerto

d-Moll nach den Kantaten BWV 146 und 188

sowie dem Konzert BWV 1052 (Bart Jacobs,

Orgel; Les Muffatti), ca. 30 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Klangwerkstatt Berlin, ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (31/34). Es

liest Iris Berben, ca. 30 Minuten

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Norbert Zähringer liest aus seinem

Roman „Wo wir waren” (1/2),ca. 30 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Einer zahlt seine Schuld” Mit Paul Henckels,

Thea Grodtczinsky,Alois Garg,Hans Timerding,

Otto Ernst Lundt, Hanns Bernhardt, Günther

Gube, Wolfgang Golisch, Willy Reichert, Paul

Dättel, Arno Ebert, Horst Beilke,Ernst Sladeck,

Hilde Engel, Margret Hoffmanns, Sonja Karzau,

Kurt Ebbinghaus, Klaus Friedrich, Georg Michael,

Albert Pasch, Wolfgang Regentrop, Benno

Schurr, Joost Siedhoff, Alexander Zawadzki.

Regie: Axel Eggebrecht, ca. 57 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Siri Hustvedt: „Damals” (31/34),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Painkillers. Die Opiatkrise in den USA.

Von Lorenz Rollhäuser,ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Dorothea Jaburek., ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge Lieder.Salzburger

Stier 2019. Die Schweizer

Preisträgerin Patti Basler,ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 151 · M ittwoch, 3. Juli 2019 – S eite 26 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Tatjana Gsell war länger nicht zu

Gast in dieser Kolumne,nun muss

sich das Trash-TV-Inventar jedoch

erneut mit der deutschen Justiz auseinandersetzen:

DerFall des bei einem

Raubüberfall in seiner Villa getöteten

Schönheitschirurgen Franz

Gsell hat jahrelang die Justiz beschäftigt

und geht nun in die Fortsetzung.

DasVerfahren gegen seine

WitweTatjana Gsell (in Teilen 48)

wirdinBezug auf ihreVerurteilung

wegen versuchten Versicherungsmissbrauchs

und Vortäuschens einer

Straftat wieder aufgenommen,

wie das Oberlandesgericht Nürnbergmitteilte.Die

Sauregurkenzeit

hat ihren Höhepunkt also ganz offensichtlich

noch nicht erreicht.

Kim Kardashian gibt nach und ändert

den Namen ihrer Unterwäsche-

Marke„Kimono“. Viele Japaner kritisierten

Kardashians Namenswahl als

respektlos und selbst der Bürgermeister

vonKyoto schaltete sich ein:

„Ich bitte Sie, die Entscheidung

nochmals zu überdenken, Kimono

als Namen für Ihre Kollektion zu verwenden“,

schrieb Daisaku Kadokawa.

„Kimono ist eine traditionelle

Bekleidung, die aus unserer reichhaltigen

Natur und Geschichte hervorgegangen

ist.“

Jason Statham ist ein Star auch in der

digitalen Welt. In einem wirklich beeindruckenden

Video zeigt der Actionheld

(51), wie er den Schraubverschluss

einer Wasserflasche mit einem

Fußtritt öffnet, nachdem er sich

elegant und mit Anmut um die eigene

Achse gedreht hat wie weiland

Bruce Lee.3,8 Millionen

mal wurde der Clip in knapp

zwölf Stunden aufgerufen.

Dahinter verbirgt sich

das virale Phänomen

„#bottlecapchallenge“.

Unter dem

Hashtag veröffentlichen

seit Ende

Juni Nutzer,aber

auch Prominente

ähnliche Videos in

sozialen Netzwerken

und nominieren

andere, es ihnen

gleichzutun.

(mpw./mit

dpa/AFP)

Der Mann kann’s

einfach, er hat’s

drauf!

IMAGO

TIERE

Macht Pause auf einer Distelblüte:

ein Schachbrettfalter. DPA/SILAS STEIN

Dieses fragile Kleinod der Natur ist

ein Schachbrettfalter (Melanargia

galathea) und als solcher der

Schmetterling des Jahres 2019. Der

BUND NRWund die Arbeitsgemeinschaft

Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen

möchte mit der Auszeichnung

auf die Bedrohung der

Schmetterlingsartdurch die intensiveLandwirtschaft

aufmerksam

machen. DieWeibchen lassen ihre

Eier auf blütenreichen und nährstoffarmen

Wiesen fallen, die aufgrund

vonDüngung oder einer

Mahd vorEnde Juli in Deutschland

mittlerweile selten geworden sind.

(mpw.)

Er war einfach zu bedienen

und kostete relativ wenig:

Vor 40Jahren, Anfang Juli

1979, präsentierte der japanische

Elektronikkonzern Sony den

ersten Walkman und revolutionierte

mit dem kleinen Gerät das Konsumverhalten

der Hörer. Mit der „Walkmania“

begann das Zeitalter der

mobilen Mediennutzung: Ob in

Bussen, Bahnen, Flugzeugen, beim

Joggen oder Rollschuhfahren –in

den Metropolen der Welt tauchten

plötzlich junge Menschen

mit Kopfhören auf. Heutzutage

ist das Abspielen von

Songs auch unterwegs online

jederzeit möglich, damals

fand der Musikgenuss stationär

auf Konzertbühnen, in

Diskotheken oder zu Hause

vordem Radio oder Fernseher

statt. Einen Hauch von Hörerfreiheit

gab es höchstens noch im Auto,

allerdings waren hier Radios und

Kassettenplayer fest verbaut.

„Kiss“ in der Wanne

DastragbareAbspielgerät für Musikkassetten

vonSony war ein knapp

400 Gramm schweres Stück

Plastik mit dem sperrigen Produktnamen

„TPS-L2“ und kostete rund 125

Dollar.Fortan war die Lieblingsmusik

zu jeder Zeit und an jedem Ortverfügbar.

Der kleine blau-silberne Klotz

wurde vonTokio aus direkt zu einem

grandiosen Erfolg. Innerhalb vonnur

acht Wochen waren die ersten 30 000

Stück vergriffen. In Deutschland begann

derVerkauf desWalkman im Februar

1980, und der heiß geliebte Kassettenplayer

wurde auch hierzulande

ein riesiger Erfolg. So hat die Popmusik

ihren Siegeszug zu nicht unmaßgeblichen

Teilen dem Walkman zu

verdanken, Teenager konnten ihr

über die Musik transportiertes Lebensgefühl

plötzlich überall mit hin

nehmen, kein Jugendfilm des kommenden

Jahrzehnts kam mehr ohne

das begehrte Accessoire aus, egal ob

„Flashdance“ mit Jennifer Beals,„Zurück

in die Zukunft“ mit Michael J.

Fox“, „Footlose“, „Beetlejuice“ und so

weiter.

Unvergessen die Szene, inder Julia

Roberts in „Pretty Woman“ im

Schaumbad liegend den Hit „Kiss“

kräht, der Zuschauer hörtkeine Musik,

nur Roberts charmant-falschen

Gesang, den sie trägt Kopfhörer. Dabei

war der Walkman wie auch die

CD zu Beginn an für den Gebrauch

klassischer Musik ersonnen worden:

Der Legende nach wollte Sony-Mitbegründer

Masaru Ibakas auch auf

Langstreckenflügen seine geliebten

40

Als die Musik

laufen lernte

Vor40Jahrenrevolutionierte der erste Walkmanden

Musikgenuss und war imageprägend für eine

ganze Generation von Teenagern

VonMichael Ossenkopp und Marcus Weingärtner

Entspannung mit Walkman: George Michael

im Jahr 1988

GETTY/MICHAEL PULLAND

klassischen Werke von Bach und

Beethoven hören. Deshalb habe er

seine Mitarbeiter im Frühjahr 1979

angewiesen, ein entsprechendes Gerät

zu entwickeln. Da die Techniker

in den Sony-Werkstätten gerade an

einem portablen Abspiel- und Diktiergerät

für Journalisten namens

„Pressman“ arbeiteten, fügten sie

dem Prototypen lediglich Kopfhörer

hinzu, und der tragbareMusikspieler

„Walkman“ war geboren.

Hingegen behauptete Sony-Firmengründer

Akito Morita in seiner

1986 erschienenen Autobiografie

„Made in Japan“, selbst Erfinder des

Walkman gewesen zu sein: „Die

Walkman-Idee nahm Gestalt an, als

Ibuka eines Tages mit bekümmertem

Gesicht eines unserer Tonbandgeräte

in mein Büro brachte. Auf

Teeniestar mit Tanztalent: Jennifer Beals

mit Walkman

GETTY/HULTON ARCHIVE

Der erste Walkman kam im Jahr

1979 auf den Markt und war

sofortein Riesenerfolg.

meine Frage nach dem Grund seiner

Verstimmung meinte er:„Ichhöreso

gern Musik, aber ich möchte auch

niemanden stören. Ich kann aber

auch nicht den ganzen TagzuHause

bleiben und Stereo hören. Deshalb

nehme ich das Gerät zur Arbeit mit –

bloß, es ist einfach zu schwer.“ Morita

persönlich habe die Apparatur

„Walkman“ getauft.

Der restlichen Welt war egal, wer

den Walkman erfand: Schon bald

avancierte der Kassettenspieler unter

Jugendlichen zum wichtigen Statussymbol,

schnell sprangen auch andere

Firmen der Unterhaltungselektronik

auf den Zug auf und boten eigene,

portable Versionen an. Und

Sony entwickelte sein Erfolgsprodukt

weiter,eswurde kleiner,verfügteüber

zwei Kopfhörer-Ausgänge,umsimultanes

Hören zu ermöglichen, Radioempfang,

Dolby-Rauschunterdrückung

und eine Aufnahmefunktion.

DerWalkman beeinflusste aber nicht

nur die Hi-Fi-Industrie,mit Musik auf

den Ohren nahmen vor allem inden

USA auch sportliche Betätigungen

wie Joggen, Aerobic und Radfahren

spürbar zu.

Terror fürs Trommelfell

DPA

Plakate in Münchener und Aachener

U-Bahnen mit dem Slogan „Aus dem

Walkman tönt es grell –dem Nachbarnjuckt’s

im Trommelfell“ warnten

vor der „Belästigung“. Erst der Übergang

von Kopfhörern zuzweigeteilten

Ohrstöpseln entspannte die Lage.

1983 wurden in den USA 236 Millionen

Kassetten verkauft und überholten

damit erstmals das bis dahin populärste

Medium Langspielplatte.

Dieser Erfolg basierte größtenteils auf

dem Walkman, Kassetten mit einer

Spieldauer von zweimal 45Minuten

boten Platz für rund zwei LPs.

Der Freiburger Ethnologe Werner

Mezger hielt 1985 in seinem Buchbeitrag

„Diskothek und Walkman“ fest:

„Der Walkman bieteteine im Grunde

widersinnige Möglichkeit, inmitten

anderer Menschen mit sich selbst

und seiner Musikallein zu sein.“ Kulturpessimisten

sahen in der tragbaren

Musikanlage ein Gerät für „Einzelgänger

und Asoziale“. Die freiwillige

Isolation und Abgeschiedenheit

vonder Umwelt der Walkman-Träger

deuteten sie als Anzeichen einer zunehmenden

Anonymisierung der

Gesellschaft. In China wurde die

Walkman-Nutzung sogar als persönliche

Abschottung gegen das kommunistische

System verurteilt.

Nach dem Walkman hatte Sony

1984 den CD-Player „Discman“ herausgebracht,

1992 erschien der erste

Minidisc-Walkman, danach gab es

MP3-Walkmen. Der Abstieg der

„Walkmänner“ begann im Jahr 2001,

als Apples iPod herauskam und innerhalb

kürzester Zeit wegen seines

großen Speichers den Markt beherrschte.

Obwohl die „Walkmania“

längst vorbei ist, begegnet uns der

„Walkman-Effekt“ immer noch tagtäglich.

DenBegriff prägte der japanische

Sozialwissenschaftler Shuhei

Hosokawa. Er stellte fest, dass Geräte

wie der Walkman unser Stadtbild verändert

hätten. Die Menschen konzentrierten

sich nicht mehr auf ihre

Umwelt, sondern hauptsächlich auf

den eigenen Bereich. Werkennt das

nicht? In öffentlichen Verkehrsmitteln,

Wartezimmern oder Cafés: Alle

starren nur noch auf das Display ihres

Smartphones.

14 Tote bei Brand auf

russischem U-Boot

Beieiner schweren Havarieauf einem

russischen U-Boot sind mindestens

14 Menschen ums Leben gekommen.

Siestarben bei einen Brand während

einer Forschungsfahrtintiefen Gewässern,

wie das russischeVerteidigungsministerium

am Dienstag mitteilte.Die

Männer seien an giftigen

Gasen erstickt. DasU-Boot befinde

sich nun in einem Stützpunkt der russischen

Nordflotte nahe Murmansk.

DerVorfall habe sich bereits am Montag

ereignet. (dpa)

Blinder Passagier stürzt aus

Flugzeug in Londoner Garten

Einblinder Passagier ist aus einem

Flugzeug direkt in einen Garten in

London gestürzt. Sein gefrorener

Körper schlug Augenzeugen zufolge

nur knapp neben einem Mann auf,

der ein Sonnenbad nahm. DerMann

hatte sich im Fahrwerk einer Maschine

vonKenya Airways versteckt.

DerTote war am Sonntagnachmittag

beim Landeanflug auf den Flughafen

Heathrow in die Tiefe gestürzt. Die

Polizei entdeckte später in der Fahrwerksanlage

eine Tasche,Wasser

und Lebensmittel. Nach Angaben

vonAugenzeugen soll der Körper des

Mannes„ein Eisblock“ gewesen sein.

Laut Kenya Airways flog die Maschine

mit dem blinden Passagier

knapp 7000 Kilometer. (dpa)

Forscher benennen Spinne

nach KarlLagerfeld

Lebt nun auch weiter in der Welt der Insekten:

Kaiser Karl.

DPA/CHRISTOPHE ENA

Forscher der Universität Hamburg

haben in Australien eine neue Spinnenartentdeckt

und sie nach dem

Modeschöpfer Karl Lagerfeld

(1933–2019) benannt. DieSpinnen-

Artheißt nun offiziell„Jotus karllagerfeldi“.„Das

Tier erinnerte uns von

den Farben her an den reduzierten

Stil Karl Lagerfelds.Die schwarzen

Beinglieder assoziierten wir zum Beispiel

mit den Handschuhen, die er

immer trug, und die riesigen schwarzenAugen

mit seiner Brille“, erklärte

Danilo Harms, dessen Team dieneue

ArtimFachblatt EvolutionarySystematics

beschreibt. Im Vergleich zu

anderenVertretern der GattungJotus,

deren Färbung mit knalligen Rot- und

Blautönenüberzeugt, neige die neue

Arteher zu Understatement: Siehat

schwarz undweißgefärbte Beineund

Tastorgane.Die Springspinne hat

große,schwarze Augen und einen

weißen„Kentkragen“. (dpa)

Verschwundenes Mädchen:

Vatikan lässt Gräber öffnen

36 Jahrenach dem mysteriösen Verschwinden

eines italienischen Mädchens

lässt der Vatikan zwei Gräber

auf dem deutschen Pilgerfriedhof

beim Petersdom öffnen. Damit soll

überprüft werden, ob die Leiche von

Emanuela Orlandi möglicherweise

auf dem Gebiet desVatikanstaats bestattet

wurde.Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners

war 1983 nicht nach

Hause gekommen. Bisheute ist unklar,was

mit der damals 15-Jährigen

passierte. (dpa)