Löbau ERLEBEN - Ausgabe 01 / 2019

MediaLight

Die zweite Ausgabe vom Magazin „Löbau erleben“ ist erschienen. Es gibt wieder einiges zu berichten über das Löbauer Engagement im Ehrenamt und die Angebote, die Vereine für die Löbauer und die Einwohner der umliegenden Gemeinden bereit halten. Wir wünschen viel Spaß beim lesen.

...rund um die Stadt

Traditionsfirmen

Löbauer

Traditionsfirmen

vorgestellt

Weltenbummler

Sanierungsprojekt

„Heimathafen“

Sportlich geht’s zu

GRATIS!

zum Mitnehmen

Ausgabe 01 | 2019

Juli 2019

Der OSC stellt

sich vor


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Kerstin Stefaniak & Team

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Besuchen Sie uns in unseren Apotheken und auf unserer Homepage,

um sich über unsere aktuellen Angebote und Aktionen zu informieren.

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Der Sommer ist Smooiie

Der Sommer ist Smooiee

LÖBAUERLEBEN

2


Liebe Leserinnen

und Leser,

Aus dem Inhalt

wir bedanken uns bei Ihnen für das große Interesse

für unser Magazin. Es ist sowohl von Ihnen, aber auch

von unseren Werbepartnern sehr gut angekommen

worden. Alle Exemplare konnten schnell an die Interessenten

gebracht werden. Bei den vielen Auslagestellen

in der Stadt waren die Broschüren in wenigen

Tagen ausgegangen, so dass schnell nachgelegt werden

musste. Viele Gespräche mit Leserinnen und Lesern,

mit Werbepartnern, Einrichtungen etc. durch uns und

durch Mitglieder des Vereins „LÖBAULEBT“ haben uns

bestärkt, dieses neue Blatt weiter fortzuführen und

halbjährlich herauszugeben. Nun also die 2. Ausgabe.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß, gute Unterhaltung und

Freude beim Lesen.

Neues von LÖBAULEBT e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4–6

Löbauer Traditionsfirmen vorgestellt

Bergquell Brauerei Löbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8–9

Die Alte Apotheke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10–11

Tischlerei Pötschke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12–13

Sanierungsprojekt Heimathafen . . . . . . . . . . . . . . Seite 18–19

Beratungsangebote der AWO . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22–24

OSC – ein Wegweiser durch

alle Abteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26–28

Kommt Zeit – kommt Naht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 38–39

Hans-Henner Niese

und das Team von Media-Light

Grußwort von LÖBAULEBT e.V.

„Du bist beliebt, begehrt und hoffentlich bald aus Löbau

nicht mehr wegzudenken.“ Das war eins der Feedbacks,

die wir auf die erste Ausgabe von Löbau erleben

bekommen haben. Dabei hielt die betreffende Dame

das Magazin lächelnd in die Höhe und sprach es direkt

an. Da sind wir fast ein bisschen rot geworden. Ja, im

ersten Heft steckte tatsächlich viel Herzblut von allen

Beteiligten. Wir als Verein waren in der Lage unser

Projekt ‚Löbau vereint’ in das Heft zu integrieren

und einer bestimmten Anzahl von Vereinen kostenfreie

Seiten für ihre Präsentation zur Verfügung zu stellen.

Auch im zweiten Heft konnten wieder Seiten für spannende

Beiträge aus der Löbauer Vereinslandschaft reserviert

werden. Die Resonanz der Vereine war sehr gut,

die Seiten waren schnell ausgebucht. Wir bedanken uns

herzlich bei allen Vereinsmitgliedern, die bei unseren

Vereins-Check Seiten mitgemacht haben. Bei Interesse

an einer Vereinsvorstellung hier in einem der nächsten

Hefte nehmt einfach Kontakt mit LÖBAULEBT auf und

schreibt eine kurze E-Mail an bettina@loebaulebt.de.

Wir sind uns sicher, es gibt noch ganz viel zu berichten

über das Löbauer Engagement im Ehrenamt und die

Angebote, die Vereine für die Löbauer und die Einwohner

der umliegenden Gemeinden bereit halten.

Herzliche Grüße,

Bettina Hennig

Impressum

Unsere Redaktion ist offen für Ihre Meinung zum neuen

Magazin. Schicken Sie uns Ihr Lob oder auch konstruktive

Kritik an: post@media-light-loebau.de

Sie haben Ideen für neue Beiträge, Themen oder möchten

Ihren Beitrag der Öffentlichkeit vorstellen? Dann schreiben

Sie uns an und erläutern Sie uns kurz, prägnant und

informativ Ihre Geschichte!

Die nächste Ausgabe

erscheint 12|2019.

Herausgeber: Werbeagentur Media-Light Löbau,

Ernst-Thälmann-Str. 63, 02708 Großschweidnitz

post@media-light-loebau.de, www.media-light-loebau.de

Projektleitung: Hans-Henner Niese, Werbeagentur Media-Light

Konzept & Idee: Bettina Hennig, Hans-Henner Niese

Verantwortlich für Satz & Gestaltung: Sharon Hille, Werbeagentur Media-Light

Autoren: Redaktion, Arnd Krenz, Bettina Hennig, Vereine

Texte: Arnd Krenz / Bergquell Brauerei Löbau (S.8–9), Wieland Schäfer (S. 10–11),

Tischlerei Pötschke (S. 12–13), Verein OFC-Abteilungen (S. 26–28) siehe Texturheber

Bildnachweis: Titelbild: Nora alias Nora Nilpferd, siehe Bildurheber

Anzeigenakquise: Roswitha Beil, Hans-Henner Niese, Werbeagentur Media-Light

Verteilung: Kostenlos an kommunale Einrichtungen der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaften

von Löbau, sowie Einrichtungen in Löbau und Umgebung. An

alle mitwirkenden Vereine, Verbände, Firmen und Hilfsorganisationen und publikumswirksamen

Auslagestellen.

Für die Richtigkeit der Werbeaussagen übernimmt die Werbeagentur Media-Light

Löbau keine Gewähr. Haftungsausschluss besteht auch für redaktionelle und technische

Fehler. Der Nachdruck, auch auszugsweise, ist untersagt.

Copyright: Werbeagentur Media-Light Löbau, 2019, all rights reserved

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LÖBAUERLEBEN


von LÖBAULEBT e.V. & Bettina Hennig

IN DEN NEUEN RÄUMEN

Nach der letzten Ausgabe von Löbau erleben ist in unserem

Verein eine Menge passiert. Die wichtigste Neuigkeit,

wir haben endlich neue Räume bezogen. Dieses

Projekt beschäftigte uns seit ca. 1,5 Jahren. In der Zeit

haben wir mehr als 10 Leerstandsimmobilien besichtigt.

Wir waren auf der Suche nach einem geeigneten

Ladengeschäft, welches das Potenzial für eine Vielfältige

Nutzung bietet. Fündig wurden wir nun in der Bahnhofstraße

26. Seit Anfang April findet ihr uns in diesem

schönen Gründerzeitgebäude, welches in alten Tagen

das ehrwürdige Café Rutsch beherbergte. Uns stehen

auf zwei Etagen ca. 250 qm zur Verfügung.

Die Räume standen bei Mietvertragsabschluss leer.

Die Bausubstanz ist in einem akzeptablen Zustand, allerdings

sind die Räume stark renovierungsbedürftig.

Damit sind wir gerade beschäftigt. Vom Vermieter gab

es auch grünes Licht für leichte Umbauten und Grundrissveränderungen.

Wir möchten Räume schaffen, die

wir auf verschiedene Art und für unterschiedlichste

Veranstaltungsformate nutzen können. Dabei stehen

vor allem drei Themen im Vordergrund.

In der unteren Etage planen wir einen kleinen Makerspace

für technisches Sichausprobieren in einem

außerschulischen Lernort mit Computer, 3-D Drucker

oder -schnittstelle. In den Winterferien konnten wir in

unseren Büroräumen in der Brunnenstraße einen Testlauf

mit einer Gruppe Gymnasiasten starten. Sieben Jugendliche

aus der Gruppe gehören nun zu unserem Planungsteam

dazu. Mit der Beteiligung der Jugendlichen

können wir uns ein sehr gutes Bild vom Bedarf unserer

jungen Zielgruppe machen und Angebote gemeinsam

entwickeln. Diese Kooperation ist wunderbar spannend

und sehr mehrwertig für beide Seiten.

In einem weiteren Teil der Räume möchten wir einen

Coworking Space einrichten. Die Flächen, die von Einzelpersonen

oder Teams zum Arbeiten genutzt werden

können. Diese sind ausgestattet mit einem Schreibtisch

und einem schnellen Internetzugang. Da teilen

sich Menschen Büroflächen, die ganz unterschiedliche

Tätigkeiten und Themen bearbeiten, meist aber nicht

zwingend Selbstständige oder Freelancer. Die Vorteile

am Coworking sind ein gemeinschaftliches Arbeitsumfeld

und die Möglichkeit Pausen gemeinsam zu verbringen.

Der dabei entstehende Austausch ist von sehr

großem Mehrwert. Nicht selten ergeben sich aus diesen

Gesprächen Businessoptionen oder der Blick fürs eigene

Geschäft wird durch externe Impulse noch einmal geschärft.

Coworking Flächen haben sich in den Großstädten

sehr gut etabliert und erobern nun die Städte in der

Kategorie 50.000 bis 100.000 Einwohner. Aber auch in

Kleinstädten wie Löbau haben Coworkingflächen Potenzial.

Tobias Kremkau, erfahrener Coworking Manager

aus Berlin beschreibt dies so:


Je schlechter es einer Wirtschaft geht, um so

mehr blüht der Coworking Markt. In Frankreich

oder Spanien haben heutzutage junge Leute

häufig nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit

oder Selbstständigkeit. Also kommen viele


in

Coworking Spaces und tauschen sich aus.

Kremkau eröffnet gerade selber einen Coworking Space

im ländlichen Brandenburg.

Aber es müssen nicht nur unbedingt die Selbstsändigen

und die, die im weitesten Sinne in einem kreativen Bereich

tätig sind, im Coworking Raum arbeiten. Warum

soll nicht mal der lokale Handwerker sein Büro verlassen

und beispielsweise einen Rechnungsnachmittag in

LÖBAUERLEBEN

4


inspirierender Umgebung einlegen, in dem es zudem

noch einen guten Kaffee gibt.

Das Thema Coworking ist eng verzahnt mit der Etablierung

eines Gründerlabors. Seit August 2018 ist LÖ-

BAULEBT an Bord der Kulturhanse und lässt sich bei

dem Aufbau eines Gründerlabors professionell begleiten.

In den regelmäßigen Werkstätten bearbeiten wir

zahlreiche Themen, die wichtig für Gründungen und

Selbstständigkeit sind. In den vergangenen Monaten

haben wir uns beispielsweise in Workshops intensiv mit

der Finanzierung von Gründungen, der Geschäftsfeldentwicklung

oder der Geschäftsfeldpotenzialanalyse

für zukünftige Gründer beschäftigt, immer im Blick die

besonderen Rahmenbedingungen im ländlichen Raum.

Durch das Netzwerk der Kulturhanse sind wir mit einem

sehr guten Beraterpool verbunden, der gerade für

neue Gründer zahlreiche Hilfestellungen anbieten kann.

Durch unsere Nähe zum Gründernetzwerk Neugeister

e.V. können wir darüber hinaus Gründungswillige

schnell und unkompliziert mit erfolgreichen Gründern

der Oberlausitz ins Gespräch bringen. Menschen mit

Gründungsgedanken sind herzlich eingeladen, mit uns

Kontakt aufzunehmen oder unsere Veranstaltungen

zu diesem Thema zu besuchen. In Kooperation mit

dem Neugeister e.V. und der Innovos Unternehmensberatung

findet vom 3. bis 4. September 2019 wieder

ein Gründerkurs statt, der sich sehr eng an die einzelnen

Bedürfnisse und Fragestellungen der Teilnehmer

5

LÖBAUERLEBEN


orientiert. Infos zu dieser Veranstaltung gibt es bei Sylvio

Pfeiffer-Prauß unter sylvio@loebaulebt.de

Unser dritter Nutzungsansatz verbindet sich stark mit

unserem Ziel, das kulturelle Leben in unserer Heimatstadt

weiter zu fördern.

Vor allem die Räume in der ersten Etage, da wo sich

in früherer Zeit ein Tanzcafé mit Glasbodendiele befand,

sind die Nutzungsmöglichkeiten vielfältiger als

in unseren Büroräumen in der Brunnenstraße. In der

Bahnhofstraße 26 sind wir in der Lage für bis zu 150

Personen für verschiedenen Anlässe zu bestuhlen. In

diesen Räumen möchten wir unser eigenes Veranstaltungsprogramm

fortführen aber auch die Fläche externen

Vereinen, Akteuren und Veranstaltern zur Verfügung

stellen. Die ersten Kooperationen dieser Art haben

wir bereits durchgeführt. So konnte zum Beispiel eine

Theatercrew eine Aufführung zu einem Demokratieprojekt

realisieren. Auch konnten wir schon Kurzmieter für

Meetings begrüßen. Unser Anliegen hier ist es vor allem

verschiedenen Akteuren und Veranstaltern eine Fläche

zur Verfügung zu stellen, die sie flexibel und mit einfachen

Mitteln an ihre Bedürfnisse anpassen können. Es

sollen Veranstaltungen angeboten werden, die einen

Austausch unter dem Publikum und ein gewinnbringendes

Miteinander fördern. Vorstellbar sind Lesungen,

Vorträge, Workshops oder Theateraufführungen.

Wir als Verein werden in Kürze das Thema Kino besetzen.

Wir haben das Glück, mit Jörg Krause einen

wirklich passionierten Cineasten an unserer Seite zu

haben. Auf Jörgs Gespür für gute Filme ist eindeutig

verlass. Zuletzt konnten wir uns davon bei seiner partiellen

Auswahl der Filme im Rahmen des Neiße Film

Festivals überzeugen. Unsere Vorstellungen im Sudhaus

im Mai waren sehr gut besucht. Für einen dauerhaften

Kinobetrieb in der Bahnhofstraße 26 werden Filme im

Vordergrund stehen, die eine inhaltliche Tiefe besitzen

und im Idealfall im Nachgang die Besucher in Gespräche

über Inhalt, Emotionen, Überraschende Wendungen

und dergleichen verwickeln. Wenn uns das gelingt

sind wir unserem Bestreben, das gute Miteinander und

die Gemeinschaft in Löbau zu unterstützen, wieder ein

Stück näher gekommen.

St. Oberholz, Coworking-Space Berlin,

gemanagt von Tobias Kremkau

ÜBER UNSERE

FACEBOOKSEITE

HTTPS://WWW.FACEBOOK.COM/

LOEBAULEBT

INFORMIEREN WIR ÜBER

UNSERE VERANSTALTUNGEN.

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Bilder: © LÖBAULEBT e.V.

Für Nutzungsanfragen der Bahnhofstraße 26 stehen

die E-Mail Adressen b26@loebaulebt.de oder sylvio@

loebaulebt.de zur Verfügung. Wir freuen uns auf Nachrichten.

Wir unterstützen

die Kiosk-Sanierung

des Vereins

LÖBAULEBT e.V.

Ronny Seibt

Dachdeckermeister

Georgewitzer Straße 6

02708 Löbau

Telefon 0 35 85 47 73 15

Mobil 0152 22 96 52 40

info@dachdecker-ldk.de

LÖBAUERLEBEN

6


www.jobs-oberlausitz.de

Gute Arbeit in einer guten Region

Mit jobs-oberlausitz.de hat die Oberlausitz ein umfassendes

Stellenportal, welches gezielt Jobs sowie Ausbildungs-

und Studienplätze einheimischer Unternehmen

veröffentlicht. Beim Blick in die Jobliste fällt auf, die

Zeit für einheimische Bewerber und Rückkehrer ist sehr

günstig, auch zahlreiche Löbauer Unternehmen sind

auf der Suche nach Verstärkung. „Besonders Rückkehrer

schätzen den schnellen, konzentrierten Überblick über die

freien Stellen in der Region. Das ist ein großer Vorteil von

jobs-oberlausitz im Vergleich mit überregionalen Portalen“,

so Mike Altmann, Geschäftsführer des Vereins Lausitz

Matrix, der die Seite betreibt.

Neben dem Jobportal gibt es einen Bewerbermarkt, in der

Unternehmen nach zukünftigen Mitarbeitern suchen können.

Wer auf Jobsuche ist oder sich mit dem Gedanken einer

beruflichen Veränderung trägt, kann in diesem Bereich

sein persönliches Profil kostenfrei hinterlegen. Unternehmen

sehen dies anonymisiert und können bei Interesse

eine Kontaktanfrage senden. Dieses Angebot steht auch

Interessenten offen, die im Rahmen des Freiwilligendienstes

den beruflichen Einstieg in Angriff nehmen wollen.

Ein Tipp für Vereine: Tätigkeiten im Ehrenamt werden

kostenlos veröffentlicht.

Eine Auswahl aktueller Positionen in und um Löbau.

Klingt für Sie etwas spannend, dann schauen Sie sich gern

unter www.jobs-oberlausitz.de die vollständige Stellenbeschreibung

an.

Aktuelle Jobangebote

Ausbildung Sozialassistent (m/w/d)

Diakoniewerk Oberlausitz e.V. • Löbau • Ausbildung

Erzieher*In

Diakonie Löbau-Zittau gGmbH • Löbau • Teilzeit

Mitarbeiter technischer Service - Innendienst (m/w/d)

ULT AG • Löbau • Vollzeit

Mitarbeiter Gerätemontage (m/w/d)

ULT AG • Löbau • Vollzeit

IT-System-Administrator (m/w/d)

ULT AG • Löbau • Vollzeit

Werkstudent im Bereich Entwicklung (m/w/d)

ULT AG • Löbau • Studium

Werkstudent im Bereich Personalmanagement (m/w/d)

ULT AG • Löbau • Studium

Bediener (m/w/d) für die Laserschneidanlage

Palfinger Platforms GmbH • Seifhennersdorf • Vollzeit

Mitarbeiter (m/w/d) für das Auftragszentrum

Palfinger Platforms GmbH • Seifhennersdorf • Vollzeit

Wareneingangsprüfer (m/w/d) Trägerfahrzeuge /

Auslieferaudit

Palfinger Platforms GmbH • Löbau • Vollzeit

Finanz- / Bilanzbuchalter / Steuerfachangestellte (m/w/d)

Schönlein Verkehrstechnik GmbH • Löbau • Vollzeit

Kalkulator Verkehrs- und Baustellensicherung (m/w/d)

Schönlein Verkehrstechnik GmbH • Löbau • Vollzeit

Baustellensicherungsmonteure / Mechatroniker /

Fahrbahnmarkierer (m/w/d)

Schönlein Verkehrstechnik GmbH • Löbau • Vollzeit

Bauleiter (m/w/d) Verkehrs- und Baustellensicherung

Schönlein Verkehrstechnik GmbH • Löbau • Vollzeit

Steuerfachangestellte (w/m/d)

medatax Sachsen Stb GmbH • Löbau • Teilzeit

Elektroingenieur (m/w/d)

Ickrath Land Messner, Ingenieurbüro für Elektroenergieanlagen

Löbau • Vollzeit

Servicetechniker*In für Sicherheitstechnik (m/w/d)

Sicherheit Sockel • Löbau • Vollzeit

Heilerziehungspfleger (m/w/d)

AWO Oberlausitz • Löbau • Teilzeit

Erzieher (m/w/d)

AWO Oberlausitz • Löbau • Teilzeit

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AWO Oberlausitz • Löbau • Freiwilligendienst

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Ebersbach-Neugersdorf, Zittau • Schülerpraktikum

kaufmännischer Sachbearbeiter (m/w/d)

Krankenhausservicegesellschaft Löbau-Zittau mbH • Zittau,

Ebersbach-Neugersdorf • Teilzeit

Bauleiterassistent/Abrechner (m/w/d)

STL Bau GmbH & Co. KG • Löbau • Vollzeit

Bauleiter / Projektleiter (m/w/d) im Straßen-, Tief- und

Rohrleitungsbau

STL Bau GmbH & Co. KG • Löbau • Vollzeit

Kosmetiker/ Nageldesigner oder Fußpfleger (m/w/d)

Kosmetikstudio Cornelia • Löbau • Vollzeit

Mitarbeiter (m/w/d) Außendienst

Prosperplast GmbH • Löbau • Vollzeit

Möbel- und Küchenmonteur (m/w/d)

Starke Objekteinrichtungen GmbH • Schönbach • Vollzeit

Assistenz Verwaltung und Empfang (m/w/d)

Starke Objekteinrichtungen GmbH • Schönbach • Vollzeit

Mitarbeiter technischer Einkauf (m/w/d)

Starke Objekteinrichtungen GmbH • Schönbach • Vollzeit

Mitarbeiter Arbeitsvorbereitung (m/w/d)

Starke Objekteinrichtungen GmbH • Schönbach • Vollzeit

Weitere Jobs und ständig aktualisierte Angebote auf www.jobs-oberlausitz.de

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LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Einst war es das Alltagsgetränk für Leute von

hier, heute sind die Marken Bergquell Brauerei

Löbau und Lausitzer Porter weit über die Grenzen

der Oberlausitz bekannt. Überall horchen

Bierfreunde auf, denn das Motto der Brauer

„Wir leben Bier“ macht sie doppelt sympathisch.

Sie stecken in ihre Produkte nicht nur Hopfen

und Malz, sondern ebenso eine gehörige Portion

Herzblut und Leidenschaft.

Der Weg hat sich gelohnt

Steffen Dittmar Geschäftsführer und Inhaber

der Bergquell-Brauerei Löbau

Vor über 170 Jahren schlossen sich die innerstädtischen

Bierhöfe zusammen und gründeten die Löbauer

Braukommune. Sie erwarben das alte Malzhaus am

Theaterplatz und errichteten 1846 an dessen Stelle ihr

neues Brauereigebäude. 1871 wandelten die Brauer ihre

Kommune in eine Aktiengesellschaft um und firmierten

fortan unter dem Namen „Löbauer Bergquell“. Erfolg

allerdings war der Gesellschaft zunächst nicht beschieden.

Erst als 1888 Direktor Julius Sandt den Betrieb

übernahm, ging es aufwärts. Ähnlich war es nach dem

Ende der DDR. Pläne zur Sanierung der alten Brauerei

scheiterten, eine Neue wurde im Gewerbegebiet West

aufgebaut. Im Jahre 1999 kam Steffen Dittmar an Bord.

Als Malzmönch machte er sich zu Fuß von Eibau in Richtung

Löbau auf, um den Betrieb zu übernehmen. Der

Weg hat sich gelohnt! Zusammen mit seiner Belegschaft

verwandelte er die Brauerei in eine der modernsten Europas.

Ab 1999 konnte sie ihre Bierproduktion von 7.000

auf heute 200.000 Hektoliter steigern. Möglich gemacht

haben das menschlicher Einsatz und zahlreiche Investitionen,

wie beispielsweise in eine Lager- und Logistikhalle

sowie eine neue Abfüllanlage. Auch in Sachen

Umwelt bzw. Energiesparen steht die Bergquell Brauerei

nicht hintenan. EquiTherm heißt ihr System, mit dem

sie jährlich rund 250.000 Kilowattstunden thermische

Energie einspart.

Oberlausitzer Biere mit Tradition

Ob für ‚starke Männerkehlen‘ oder ‚zarte Gaumen‘, die

Bergquell-Brauerei hat für jeden Geschmack das Passende

in ihren Fässern und Flaschen. So wie die Mitarbeiter

gemäß eigener Devise ihr Bier leben, pflegen sie gleichzeitig

heimische Traditionen. Top Marke der Brauerei ist

© Daniel Koch

© Wolfgang Wittchen

LÖBAUERLEBEN

8


So wie die Mitarbeiter

gemäß eigener Devise

ihr Bier leben, pflegen

sie gleichzeitig

heimische Traditionen.

dabei das „Lausitzer Porter“. Schon 1895 wurde es hier

gebraut und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Dunkel, süffig und mit weniger Alkohol ausgestattet,

darf es auf keiner Party fehlen. Besonders beim weiblichen

Geschlecht findet es, wie das Kirsch- und Erdbeer-

Porter, immer wieder sympathischen Zuspruch. Bei den

hellen Brauspezialitäten dagegen steht das Bergquell-

Pilsener weit oben in der Gunst der Kunden. Feinherb

mit starkem Hopfenaroma sowie gebraut nach dem

deutschen Reinheitsgebot, nehmen es Getränkehändler

in Dresden, Hamburg, Passau und anderswo gern

in ihr Sortiment. Dasselbe trifft auf die übrigen Sorten

zu. Deren Liste ist lang. Sie reicht vom einfachen Hellen

über das Lausitzer Hefeweizen bis zum Goldenen Reiter.

Daneben stellt Bergquell noch eine Reihe saisonaler Biere

her: zum Beispiel das Lausitzer Bergbock sowie das

Bergquell Festbier im Frühjahr und im Winter.

© Steffen Scholz

© Katharina Grotter (links, rechts)

Abheben mit Porter

Um das Löbauer Bier optimal zu vermarkten, geht die

Bergquell-Brauerei zuweilen spektakuläre Wege. So hat

sie seit einiger Zeit zwölf Percheron-Pferde (eine Kaltblutrasse

aus Frankreich) in ihrem Besitz, die bei Bierauslieferungen

und Umzügen samt Fuhrwerk und originalgetreuen

Kutschern für Staunen und Beifall sorgen.

Das Gleiche trifft auf die einmalige Trabbi-Ausschank-

Flotte zu. Überall, wo sie auftaucht, zieht sie Neugierige

Steffen Dittmar mit der einzigartigen

Bergquell-Trabi-Ausschankflotte

an. Das kann auf Volksfesten und Messen, wie beispielsweise

der vom 2. bis 4. August stattfindenden internationalen

Berliner Biermeile oder der im November vom

3. bis 5. geöffneten ISS GUT in Leipzig sein. Und wer

nach dem Genuss eines Löbauer Bergquell Bieres nicht

nur geistig abschweben will, dem sei eine reale Luftfahrt

mit dem Porter-Ballon oder dem Porter-Ultraleichtflugzeug

wärmstens empfohlen.

Mitarbeiter der Bergquell-Brauerei am Flaschenfüller

9

LÖBAUERLEBEN

Das Brauereigebäude


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Löbaus ältester Betrieb

– die Alte Apotheke

Vielleicht haben einige aufmerksame Leserinnen

und Leser der Erstausgabe von „Löbau erleben“

am Altmarkt die Alte Apotheke vermisst.

Es ist schon verwunderlich, dass sich die erste

Löbauer Apotheke nicht am Markt befand, was

in den anderen fünf der Sechsstädte der Oberlausitz

– Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban,

Zittau – selbstverständlich war.

Der erste um 1608 erwähnte Löbauer Apotheker, Johann

Seiler, war jedoch so arm, dass er aus der Stadtkasse

„18 Gr. 4 Pfg. vor Kreuter vor das Sattelroß im

Marstall“ erhielt. Da ist es nicht verwunderlich, dass er

mit seiner Apotheke, deren Gründung am 1. September

1611 vom örtlichen Rat genehmigt wurde, in das kurz

nach der Reformation etwa um 1562 verlassene Franziskanerkloster

einzog. Sein Nachfolger Georg Griffner

betrieb bis 1666 die Apotheke ebenfalls im Kloster.

Curt Brückner hätte alle Möglichkeiten gehabt, die Apotheke

an den Markt zu verlegen. Er vermied das, wohl

ahnend, dass Konkurrenz nicht mehr aufzuhalten war.

Bei der Gründung der Johannis-Apotheke im Jahr 1909

konnte er noch Einfluss auf den Standort nehmen:

- Nicht zwischen dem Bahnhof und seiner Apotheke

- Nicht am Alt- oder Neumarkt

- Von der Mitte des Marktes sollte die neue Apotheke in

der Zittauer Straße genausoweit entfernt sein wie seine

Apotheke

Dessen Nachfolger, Dr. Johann Zeidler, verlegte die

Apotheke in die Kirchgasse 4 (heute Nicolaistraße 4).

Während vom Kloster nichts mehr erhalten ist, überstanden

die Keller in der Nicolaistraße alle Stadtbrände

und dienten der Likörfabrik C. A. Lippert als Herstellungs-

und Lagerräume. Nach Dr. Zeidler blieben fünf

weitere Nachfolger an diesem Standort.

Schließlich verlegte Carl Benjamin Kanig die Apotheke

1817 in das wohl günstig erworbene Grundstück

Kirchgasse 4, ab 1886 Bahnhofstraße 2. Sein dritter

Amtsnachfolger Johann Heinrich Brückner kam aus

Kamenz und begründete im Gebäude Bahnhofstraße 2

eine 110-jährige Familientradition. Unter seinem Sohn,

dem in Löbau hoch angesehenen Curt Brückner erlebte

die Apotheke eine Blütezeit.

Genau im nächsten Gebäude außerhalb der „Bannmeile“

entstand die Johannis-Apotheke.

Alter Standort der „Alten Apotheke“

Bilder: © Alte Apotheke

LÖBAUERLEBEN

10


Die Brückner-Ära endete mit der Verstaatlichung der

Alten Apotheke 1954. Auf Gerhard Hellriegel folgte

1968 Wieland Schäfer, der die Apotheke, nicht aber das

Gebäude, am 15.09.1990 von der Treuhandgesellschaft

käuflich erwerben konnte. Durch den Einsatz von hervorragenden

Architekten und Baubetrieben konnte die

Alte Apotheke am 3. Juni 1991 mit einer Einrichtung

eröffnen, die jedem Vergleich mit den Altbundesländern

standhielt.

1996 kehrte Wieland Schäfers

Tochter, die Apothekerin Birgit

Schleicher, nach Löbau zurück.

Gemeinsam prägten sie fortan

über 23 Jahre – davon 13 Jahre in der

Rechtsform der Offenen Handelsgesellschaft (OHG)

die Entwicklung der Apotheke. Im Jahr 2011 – kurz vor

dem 400-jährigen Jubiläum – erfolgte der Umzug in

die modernisierten geschichtsträchtigen Gebäude

Altmarkt 5/6.

Die nach modernsten Gesichtspunkten gestaltete Alte

Apotheke ist mit ihrem dritten Umzug an dem Ort angekommen,

wo sie in anderen Städten von Anfang an

war – am Altmarkt gegenüber dem Rathaus.

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Altmarkt 5/6

gegenüber dem Rathaus

02708 Löbau

Telefon (03585) 40 30 20

www.alte-apotheke-loebau.de

11

LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

TISCHLEREI PÖTSCHKE GMBH

investiert in neue Fensterbau-Technologien

Umwelt- und Klimaschutz

werden groß geschrieben, das

hat nicht zuletzt das aktuelle

Wahlergebnis gezeigt.

Für uns als Fenster- und Fassadenbauer

kein neues Thema, denn

seit Einführung der neuen Energiespar-Verordnung

ist das Verlangen

nach neuen Fenstersystemen in

den Ausführungen Holz und Holz-

Alu, Energiespar-und Passivhausfenster

seit Jahren groß.

Das bedeutet 3-fach Verglasungen

bei immer stärkeren Bautiefen

und für unsere Mitarbeiter und

Der neue Spritzroboter im Einsatz

Referenz moderner Fassadenbau in Berlin

Monteure vor Allem immer höhere

Gewichte der Elemente.

Wir haben auf diese Anforderungen

reagiert und in 2018/2019

nochmals investiert.

Mit Unterstützung der SAB und der

Hausbank wurde die Werkstattfläche

durch einen Anbau erweitert.

Die Produktionsabläufe wurden

durch die Installation einer vollautomatischen

Oberflächenabteilung

mit Spritzroboter und einer, den

gesamten Produktionsbereich

durchlaufenden Transport-Hängebahn

erleichtert.

Die Endmontage ist mit Krananlagen

und drehbaren sowie absenkbaren

Montageeinrichtungen ausgestattet,

so dass bis zur Verladung

der Elemente keine wesentlichen

schweren Handarbeiten durchzuführen

sind.

40 Mitarbeiter sind froh über

die Arbeitsbedingungen und ein

Arbeitsklima, was Freude an der

Bilder: © Tischlerei Pötschke

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Niedrigenergie-Fenster

Passivhausfenster bis U W 0,6

Verbundfenstersysteme mit und ohne Beschattung

Schmalrahmen-Altbaufenster

Holz-Aluminiumfenster

Wintergärten

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Weststraße 18 | 02708 Löbau

T (03585) 47 46 - 0

F (03585) 47 46 48

info@poetschke-fensterbau.de

www.poetschke-fensterbau.de

LÖBAUERLEBEN

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Lesestoff für

den Sommer

Referenz: Denkmalfenster am Haus Schlockwerder in Löbau

Arbeit und den Erfolgen macht.

Zahlreiche Referenzen, so die Fenster im Militärhistorischen

Museum in Dresden oder dem Quartier QF an

der Frauenkirche, hochwertigste Wohnbauten in München,

Berlin, Frankfurt/M., die Sanierung der Alten

Post in Hamburg uvm. zeugen von der Vielfätigkeit der

Aufträge, die wir realisieren konnten.

Die Tischlerei Pötschke, die vor 3 Jahren ihr 160. Firmenjubiläum

feiern konnte, gehört mit derart innovativen

Fertigungsabläufen zu einem gefragten Partner

für Architekten, Planer, Baufirmen und privaten Bauherren

deutschlandweit.

Aus einer Hand kompetente Beratung, Planung, Zeichnung,

Fertigung und Montage nach höchsten Qualitätsansprüchen

zu bekommen, ist ein Markenzeichen

der Firma.

Diese Ansprüche an uns selbst geben wir auch an unsere

späteren neuen Mitarbeiter-/innen weiter. Derzeit

sind drei Azubis in der 3-jährigen Ausbildung zum

Tischler beschäftigt und auch dieses Jahr beginnen

zwei junge Menschen Ihre Ausbildung in diesem interessanten

und abwechslungsreichen Handwerksberuf

bei uns.

www.poetschke-fensterbau.de

„Verratene Liebe“

Seiten: 176

ISBN: 978-3-9819677-0-8

Preis: 14,95 EUR

„Das behexte Lenchen“

Seiten: 144

ISBN: 978-3-9819677-1-5

Preis: 13,45 EUR

Erschienen im

13

LÖBAUERLEBEN


Aufregende Geschichte hautnah erleben

..

die Gemauerte MUhle Bellwitz

Nördlich der Stadt Löbau

erstreckt sich über rund

1,5 Kilometer die Georgewitzer

Skala. Das Löbauer

Wasser hat sich hier ein

wildromantisches Tal gegraben,

an dessen Ende man

auf einer weiten Lichtung

links zur Gemauerten Mühle

gelangt. So unscheinbar,

wie das Anwesen auf den

ersten Blick ausschaut, ist

es keineswegs. An diesem

Ort verbirgt sich ein Stück

europäischer und oberlausitzer

Geschichte, die uns

bis heute beschäftigt.

Strada Antiqua Lusatiae – die

erste Straße in die Oberlausitz

Die Anfänge des Gehöfts gehen bis

ins frühe 10. Jahrhundert zurück.

Nachdem nämlich der ostfränkische

König Heinrich I. (der Vogler)

anno 928 sich den östlich der Elbe

siedelnden slawischen Stamm der

Milzener tributpflichtig machte, ließ

er in das Gebiet eine Straße bauen.

An ihr befanden sich zahlreiche

Burgwälle, einer davon unmittelbar

an einer Furt zwischen Kittlitz und

Zoblitz. Heinrich I. brauchte ihn

zur militärischen Sicherung seiner

Interessen sowie als Ort zu leistender

Abgaben. Von dieser hölzernen

Anlage ist heute allerdings nur ein

Hügel geblieben.

Vom Müller zum Räuber

Wann genau, ist nicht mehr herauszubekommen.

Wahrscheinlich war

es Mitte des 13. Jahrhunderts, als

ein Müller an dieser Stelle seine Arbeit

aufnahm. Der Ort erschien ihm

ideal, denn an der Furt über das

heutige Löbauer Wasser herrschte

reger Betrieb. Die erste schriftliche

Erwähnung der von ihm gegründeten

Mühle trägt das Datum 17. September

1625. Aus dem Dokument

geht hervor, dass Siegmund von

Belbitz (heute Bellwitz) die Mittraks

Mühle, wie sie damals hieß, an Peter

von Gersdorf auf Radmeritz und

Malschwitz verkaufte. Über weitere

Eigentümer ist ab 1806 wieder etwas

zu vernehmen. Von einem Johann

Gottlob Eye ist zu lesen, dass sein

Mühlenbetrieb nicht genug abwarf

und er sich deshalb auf die Räuberei

verlegte. Beim Überfall auf die

Mühle im Höllengrund bei Großschweidnitz

fasste man Eye, urteilte

ihn im Kretscham Dürhennersdorf

ab und hing ihn kurzerhand auf.

Danach muss die Gemauerte Mühle

einige Zeit leer gestanden haben.

1819 brannte sie ab und Johann

Bartusch baute sie wieder auf. So

jedenfalls steht es auf einer steinernen

Tafel, die noch heute über der

Eingangstür zur Gaststätte hängt.

von Arnd Krenz

Von der Georgewitzer Skala in

die gemauerte Mühle

1880 kaufte ein gewisser Kühlmorgen

aus Löbau das Anwesen.

Er tat das in einer Zeit, in der die

Menschen in zunehmendem Maße

ihre Freizeit entdeckten und an

Wochenenden gern wanderten. Für

Löbauer war die Georgewitzer Skala

dazu wie geschaffen. Nichts lag

für Kühlmorgen also näher, als aus

seiner am Ausgang der Skala gelegenen

Mühle eine Restauration zu

machen. Diese lief nach einer Weile

derart gut, dass im Jahre 1900 nicht

irgendwer, sondern der verdiente

1871er Kriegsveteran Herman Rebner

den Zuschlag zum Kauf bekam.

1920 baute dessen Sohn eine Veranda

an, rekonstruierte das Wasserrad

und versorgte so das Gebäude

mit Strom. Später führte Johanne

Liebelt die Gaststätte weiter, bis sie

nach dem Krieg für lange Zeit erneut

leer stand. 1982 sanierte Bernd

Engelmann mit seiner Partnerin

Bilder: © Thomas Reinelt

LÖBAUERLEBEN

14


Elfriede Thomas das Ausflugslokal.

Leider musste er es mangels Rentabilität

im Jahre 2005 für den Dauerbetrieb

schließen.

Ein historischer Platz – heute

noch lebendig

Herausragende historische Bedeutung

erlangte die Gemauerten Mühle

während der Napoleonzeit. Anfang

September 1813 tobten, reichlich

einen Monat vor der Völkerschlacht

bei Leipzig, in der Oberlausitz harte

Gefechte. Am 4. des Monats war die

Lage so, dass sich die Preußen unter

Marschall Blücher gegen die von

Westen anrennenden Franzosen

zurückzogen. Um das Löbauer Wasser

schnell überwinden zu können,

errichtete der Feldmarschall an der

Furt bei der Gemauerten Mühle drei

Feldbrücken. Unmittelbar auf der

riesigen Wiese dahinter hielt er vom

4. zum 5. September

ein Biwak ab.

Die spannende Geschichte

jener Zeit

sowie dieses Ortes

zu bewahren, hat

sich der ehemalige

Wirt der Gemauerten

Mühle, Bernd Engelmann,

zur Aufgabe

gemacht. Gerade ist

er dabei, im alten

Wachhaus nebenan

ein kleines Museum einzurichten.

Bald wird es fertig und für Besucher

zugänglich sein. Wer nicht warten

will, kann Bernd Engelmann gern

heute schon mit Fragen löchern.

Kommen Sie doch einfach mal vorbei

an der Gemauerten Mühle Bellwitz.

Es lohnt sich, denn nicht nur

innen, auch in den Außenanlagen

gibt es interessante Dinge zu sehen.

Sie erreichen das Anwesen zu Fuß

über die Georgewitzer Skala sowie

mit dem Fahrzeug über die S122.

Zwischen Kittlitz und Oppeln führt

rund 500 Meter nach dem Ortsausgang

Kittlitz rechts ein Weg hinunter

zur Gemauerten Mühle.

www.napoleonzeit1813.de

15

LÖBAUERLEBEN


von Arnd Krenz

Das Haus Altmarkt 10 –

interessante Vergangenheit

und eine tolle Story

Von der Südwestecke des Altmarktes, gleich gegenüber

dem Sechsstädtebrunnen, gelangen Sie über einen Hof

direkt zur Teichpromenade. Besonders Gäste, die zum

ersten Mal hier durchgehen, staunen nicht schlecht. Haben

sie den langen Hausdurchgang am Altmarkt 10 passiert,

stehen sie in einem hübsch gestalteten Innenquartier.

Klein aber oho würde der Fachmann sagen. Dieser

zwischen 1998 und 1999 sanierte Wohnbereich hat Stil

und strahlt Charme aus. Er ist sozusagen eine Minioase

abseits des Markttrubels und vermittelt Ruhe sowie Geborgenheit.

Die Architekten haben keine Mühe gescheut

und sich, wie bei der Gestaltung der anderen Quartiere

der Löauer Innenstadt, etwas einfallen lassen. Gleich

rechter Hand haben sie den ehemaligen Pferdestall zu

einem netten Wohnhaus umgebaut. Geradeaus steht ein

Gaststättengebäude und daneben führt eine nostalgisch

anmutende Treppe hinaus auf den breiten Fußweg der

Teichpromenade.

Das Baugrundstück Altmarkt 10 gehört zu den ältesten

Löbaus. Das ist logisch, liegt es doch am Ursprung der

Stadt, dem 1221 urkundlich erwähnten „Opidum Lubaw“.

Früher standen hier zwei tief unterkellerte giebelständige

Häuser. Nachweislich wohnten darin ein Bürgermeister,

mehrere Kaufleute und ein Rittergutsbesitzer. Um

das Jahr 1800 erwarb Johann Gottlob Hildebrand das

Grundstück. Ein für Löbau bedeutender Mann, denn er

gründete im Tal des Löbauer Wassers die erste Rot- und

Buntgarnfärberei der Stadt. Von ihm kaufte um 1840

der Rittergutsbesitzer Karl Heinrich Pohlank das Haus.

Diesem haben wir auch ein Wasserbassin zu verdanken,

auf dem heute die Gaststätte steht. Er baute diese Zisterne,

um darin das Abwasser der nahe gelegenen Baderei

für Löschzwecke zu sammeln. Richtig geholfen hat es

offenbar nicht, denn im Jahre 1853 brannte das Haus,

zusammen mit anderen auf der Südseite, ab. Wieder

aufgebaut machten es die nachfolgenden Besitzer zum

Geschäftshaus. Die älteren Löbauer erinnern sich noch:

Darin befand sich die Firma Arthur Weise & Co., ein

Ofenbau- und späteres Schildergeschäft.

Richtig Furore allerdings verursachte das Haus Mitte

des 19. Jahrhunderts. Ganz Löbau schüttelte den Kopf

und lachte über eine kaum zu toppende Kriminalgroteske,

bei der sich Bürgermeister und Gendarmen voll

zum Deppen machten. Man schrieb den 21. Februar

1845. Eben war Gendarm Ulbrich nach verdientem Feierabend

in seiner Wohnung angekommen, da klopfte es.

Außer Atem stand ein Junge vor der Tür und meldete:

„Herr Gendarm, der Strumpfwirker Protze an der

Badergasse schickt mich. Sie möchten bitte schnell

kommen. Ich glaub, bei ihm tut’s scheechn (spuken).“

Ulbrich passte das gar nicht.

„Ja ja es scheecht – wahrscheinlich bei Euch im Koppe“,

murmelte er in seinen Bart. Aber was hilft’s, er war

immer im Dienst. Also Uniformrock wieder an, Tschako

auf, den Säbel angeschnallt und ab über den Markt zu

Protzes. Zum Glück hatte er es nicht weit.

Am Haus angekommen, hämmerte der gegen die Tür.

Der Hausherr öffnete und führte ihn direkt Parterre

in ein Zimmer an der Hofseite. Es gehörte zum kleinen

Logis des Tischlermeisters Leonhardt. Der saß beim

Bilder: © MLL, Redaktion (links), © Arnd Krenz (rechts)

LÖBAUERLEBEN

16


Eintreten des Gendarmen am Tisch. Mit ihm ein anderer

Mieter des Hauses, der Maler Fischer. Man wünschte

sich in Ehrerbietung einen schönen Abend und ohne

Umschweife fing Protze an, sich zu beschweren:

„Herr Gendarm, bei uns klopft und pocht es in einem

fort. Besonders des Nachts, sodass meine Mieter kaum

noch schlafen können.“

Die Zwei am Tisch pflichteten ihm bei und Tischler

Leonhardt ergänzte:

„Es scheint von unten aus dem Keller zu kommen.“

Und Fischer:

„Manchmal derart stark, dass ich es bei mir eine

Treppe hoch noch höre!“

Damit er es auch hören könne, hob Ulbrich Ruhe gebietend

die Hand, doch es blieb still.

„Jetzt ist freilich nichts“, meinte Leonhardt, „aber

kommen Sie mal um die Geisterstunde!“

Der Gendarm lachte spöttisch.

„Ha, meint Ihr wirklich es spukt?“ ...

Nein, so richtig meinten sie es nicht, sondern eher, dass

die sich die Pohlanks im Nachbarhaus hochkriminell

betätigen, indem sie Falschgeld prägen. Bürgermeister

Friedrich nahm die Meldung begierig auf und witterte

Morgenluft. Er vermutete eine Sensation, bei der er sich

trefflich profilieren konnte. Wie die Story weiterging

und vor allem, wie sie endete, lesen sie im Buch: „Verratene

Liebe – Geschichten und Sagen aus Löbau“.

Sie erhalten das Buch in jeder Buchhandlung oder können

es im Internet bestellen.

Das Gleiche trifft auf die zweite Ausgabe der Historischen

Pfade „Das behexte Lenchen – Begebenheiten

und Sagen aus der Oberlausitz“ zu. Lesen Sie hier neben

der Hexengeschichte aus Zittau, wie zwei nach Wien zogen,

um die Oberlausitz zu retten oder was sich die Menschen

hierzulande über den Böhmischen Wenzel, einem

berühmten Räuberhauptmann, zu erzählen wussten.

Die Bücher erscheinen in dem der Werbeagentur

Media-Light angeschlossenen Litte-Verlag Großschweidnitz.

Von der Gestaltung über das Lektorat

bis zum Druck übernimmt der Verleger Hans-Henner

Niese mit seinem Team alle nötigen Arbeiten, um Ihr

Buch zu editieren und es erfolgreich am Markt zu platzieren.

Auch junge bzw. neue Autoren sind im Verlag

willkommen.

Sollten Sie also schriftstellerische Ambitionen haben,

setzen Sie sich einfach mit einem der Mitarbeiter in

Verbindung und lassen sich beraten.

Physio

Am

Inh. H. Ciemek

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therapie

Altmarkt

Mo – Do: 7.00 – 19.00 Uhr • Fr: 7.00 – 12.00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

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17

LÖBAUERLEBEN


Sanierungsprojekt Heimathafen

von Bettina Hennig

Und weg ist es vom hiesigen Immobilienmarkt.

Das schmalste Haus Löbaus, das sogenannte

Handtuchhaus ist derzeit eine große Baustelle.

Im Innenbereich wurde bereits viel entkernt

und historisches freigelegt, die Sanierungsarbeiten

schließen sich gerade an. Bauherren

sind Steve (35, gebürtiger Löbauer) und Chris

(32, aus Westfalen stammend), zwei wunderbar

sympathische Weltenbummler, die ihren

neuen Lebensmittelpunkt in Löbaus Innenstadt

fanden. Kurz vor Weihnachten 2018 haben sie

ihre Sachen in Ihrem bisherigen Wohnort München

zusammengepackt und den Umzugswagen

Richtung Löbau beladen.

den großen Routen unterrichtet er als Dozent für die

Handwerkskammer den sächsischen Nachwuchs. Die

Arbeit auf dem Schiff genießen die beiden sehr. „Für

mich ist es wichtig, dass eigentlich jeder Tag wie ein

Urlaubstag ist. Es ist Freiheit einen Beruf zu haben, der

mich inhaltlich komplett ausfüllt und ich dabei viel von

unserer Welt kennen lernen kann. Dann kann ich mein

bestes geben und bin 110% für meine Kunden da.“ verrät

Steve.

Auf der anderen Seite ist es für Steve und Chris wichtig,

einen Ort zu haben, der sie nach ihren mehrwöchigen

Einsätzen auf See mit Ruhe, Entschleunigung und

Beständigkeit erwartet. Das alles haben sie in Löbau

gefunden. Dabei war der Hauskauf gar nicht so schnell

beabsichtig. Dass sie sesshaft werden möchten, und

unter die Hausbesitzer gehen wollen, war beschlossen.

Wo dieser Ort nun sein sollte, war im Dezember 2015

allerdings noch komplett offen. Der schicksalhafte

Weihnachtsspaziergang änderte die Situation.

Sie sahen das Handtuchhaus, verliebten sich in das Ge-

Bilder: Chris/Steve privat

Überhaupt packen sie viel ein und aus in ihrem Leben.

Beide arbeiten momentan auf Kreuzfahrtschiffen. Steve

sorgt als Personal Trainer und ausgebildeter Sporttherapeut

für ausreichend Bewegung unter den Passagieren

an Bord. Neben der Trainingsbegleitung arbeitet Steve

als Dozent für Ernährungs- und Trainingswissenschaften

und schreibt für diese Themengebiete für Fachzeitschriften.

Chris ist als Friseurmeister und Stylist für

die Kreuzfahrtgäste da. In seine Hände begeben sich

die Passagiere sehr gern, denn gerade im Urlaub haben

sie Zeit und Lust eine neue Frisur oder ein neues

Styling auszuprobieren. Während seiner Zeit zwischen

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Baumarkt Löbau GmbH & Co. KG

Weststraße 1 • 02708 Löbau

Telefon 03585 47 67 0

www.obi.de

LÖBAUERLEBEN

18


äude und erkannten das Potenzial,

welches dieses Haus für beide bietet.

„Die Kreuzfahrtkarriere wird

irgendwann zu Ende sein, dann

wollen wir wieder als Selbständige

in unseren Berufen arbeiten. Dafür

ist das Haus in der Inneren Zittauer

Straße perfekt“ so Chris. Im Erdgeschoss

werden die Gewerberäume

einziehen, die oberen Etagen sind

Wohnbereiche, in denen viele historische

Details erhalten bleiben.

Trotz aller Liebe für die Weltenbummlerei

freuen sich die beiden

auf ihren Heimathafen in Löbau.

„Im Vergleich zur Großstadt München

fühlen wir uns hier angekommen“,

sagen sie. „Jeden Tag treffen

wir bekannte Gesichter, haben

einen guten Freundeskreis und

kurze Wege zur Familie. Und wir

genießen es, die Menschen in ihren

Persönlichkeiten wahrzunehmen.

Die Menschen sind herzlich und offen.

Wir haben Platz für Besucher,

die ein paar Tage bleiben, wie zum

Beispiel Chris’ Familie. Das alles ist

für uns sehr große Lebensqualität.“

Ohne dieses Gefühl von Zuhause

„Jeden Tag treffen wir

bekannte Gesichter, (...).

Das alles ist für uns sehr

große Lebensqualität.“

würden wir wahrscheinlich unsere

bewegten Berufswege gar nicht so

entspannt und mit Freude gehen

können.

Ich könnte Steve noch ewig zuhören

(während Chris gerade einen

Einsatz in Südostasien hat), wie

er von seinen Reisen erzählt, dem

Leben an Bord, von den Zodiac

Ausflügen in der Antarktis oder von

der verlassenen russischen Stadt

auf Spitzbergen. Sein Angebot, uns

hier mit auf eine kleine Reise durch

Europas Norden zu nehmen, habe

ich natürlich gern angenommen.

Viel Freude beim Blick durch Steves

Kameralinse!

Reiseerinnerungen

Spitzbergen in

Norwegen

Im hohen Norden

Chris

Dolce Vita in Sizilien

19

LÖBAUERLEBEN


Das Löbauer Kinder- und Jugendtelefon

wird 25 Jahre alt

Bereits 1994 ging das „Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche“

im damaligen Landkreis Löbau an den Start.

Die Trägerschaft übernahm die Evangelische Jugendarbeit

Löbau-Zittau. Seit 2018 ist der Diakonisches Werk

Bautzen e.V. neuer Träger des Kinder- und Jugendtelefons

(KJT).

Heute zählt Löbau zu einem von fast 80 deutschlandweiten

KJT-Standorten, die der Dachverband „Nummer

gegen Kummer“ vereint. Wenn Kinder die kostenlose

Telefonnummer 116111 anrufen, können sie darauf

vertrauen, dass sie ihren Namen nicht nennen müssen

und alles Besprochene vertraulich behandelt wird. Das

macht es ihnen leichter, offen über ihre Probleme oder

Fragen zu sprechen.

Koordinatorin Kinder- und Jugendtelefon

Bautzen-Löbau, Anne Friedland

Tel.: 03585 416347

kjt.bautzen-loebau@diakonie-bautzen.de

www.diakonie-bautzen.de

Die Anrufe nehmen geschulte

Telefonberater/-innen montags

bis samstags von 14.00 bis

20.00 Uhr entgegen.

Allein in Löbau gingen im Jahr 2018 knapp 5.000 Telefonanrufe

ein. Dabei sind die Anrufenden durchschnittlich

14 Jahre alt und überwiegend männlich. Die Gesprächsinhalte

sind vielfältig. So kommen Themen wie

Mobbing, Liebeskummer, Süchte, Trennung der Eltern

sowie physische und psychische Gewalt zur Sprache.

Jeder Anruf ist in Inhalt und Anliegen einmalig. Dies

erfordert von den Telefonberater/-innen, einfühlsam

zu sein, geduldig zuzuhören und gemeinsam nach Lösungsansätzen

zu suchen. Manchmal reicht es schon,

dass jemand aufmerksam zuhört. Das kann Entlastung

schaffen.

Die Arbeit am Sorgentelefon ist ehrenamtlich. Um den

Kindern und Jugendlichen gute Gesprächspartner sein

zu können, werden alle zukünftigen Telefonberater/-innen

über ein halbes Jahr lang geschult. Nach erfolgreichem

Abschluss der Schulung erfolgt die Aufnahme in

das bestehende Mitarbeiterteam. Alle Telefonberater/-

innen nehmen an regelmäßigen Treffen zur Supervision

und an jährlichen Weiterbildungsmöglichkeiten teil.

Damit jeder hilfesuchende junge Mensch beim Sorgentelefon

auch jemanden erreicht, suchen wir für

unseren Standort Löbau ständig neue Mitarbeiter/-innen.

Gegenwärtig engagieren sich zwölf ehrenamtliche

Telefonberater/-innen in, Ende des Jahres 2019 sollen es

bereits zwanzig sein.

Sollten auch Sie Interesse an dem Ehrenamt beim

Kinder- und Jugendtelefon haben, sprechen Sie uns

einfach an.

LÖBAUERLEBEN

20


Begegnungen im

„Cafe International“

Was verbinden Sie mit dem Wort „Café“?

Kaffeeduft, gemütliche Atmosphäre, anregende

Gespräche, Begegnungen und Meinungsaustausch

… Wussten Sie eigentlich, dass es das erste Café

schon 1554 in Konstantinopel gab? Und die erste

Kaffeestube im deutschsprachigen Raum 1673 in

Bremen? Das älteste bis 2018 noch betriebene Café

„Zum Arabischen Coffe Baum“ steht in Leipzig und

hat nachweislich ab 1711 Kaffee ausgeschenkt.

Heute sind Cafés vielfach Orte der Begegnung ganz

unterschiedlicher Art.

Das Flüchtlings- und Integrationsprojekt „Smile“

bei der Diakonie Löbau-Zittau stellte sich diesem

Anspruch und schuf das „Cafe International“.

Finanziert wird es seit Januar 2017 über das Deutsche

Hilfswerk aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie.

In diesem „Cafe International“ finden alle Interessierten

immer 14-tägig mittwochs von 16.00 bis

18.00 Uhr einen Ort für persönliche Begegnungen

und Gespräche bei Kaffee und Kuchen.

In herzlicher Atmosphäre können die Gäste sich

unterhalten, essen, trinken und über vielfältige Themen

des Lebens hier austauschen.

Ein Aphorismus von Marie Curie

„Was man zu verstehen gelernt hat,

fürchtet man nicht mehr“ sagt in

wenigen treffenden Worten aus,

welches Anliegen mit diesem Café

behutsam umgesetzt wird

Die neu restaurierten Räume im

Stadthaus direkt am Altmarkt 17 in

Löbau bieten dazu einen wunderbaren Hintergrund.

Wenn auch Sie sich davon angesprochen fühlen und

Interesse an freundlichen Gesprächen und anregenden

Kontakten zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft

haben oder als Pate einen Flüchtling oder eine

Flüchtlingsfamilie unterstützen möchten, dann kontaktieren

Sie uns sehr gern. Seien Sie herzlich eingeladen

und kommen Sie vorbei.

Wir freuen uns, Sie kennenzulernen und sind

sicher, Sie werden sich wohlfühlen!

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21

LÖBAUERLEBEN


Familienbüro „Satellit“

immer gut beraten

Wer sich schon einmal auf den Weg

gemacht hat, wird es bestätigen können,

dass Ratsuchende und Interessierte

herzlich willkommen sind

im Familienbüro „Satellit“.

In den letzten Wochen und Monaten

sind in über 180 Beratungen (!)

Löbauer Bürgerinnen und Bürger

in schwierigen familiären Lebenssituationen,

interessierte Mütter und

Väter mit Blick auf „Themen der Erziehung“

oder Hilfesuchende bei der

Beantragung von Sozialleistungen

unterstützt worden. Zu beobachten

ist, dass gerade das Ausfüllen der

recht komplizierten Antragsformulare

und das Beibringen geforderter

Nachweise wiederholt für Verunsicherung

sorgt.

Bürgerinnen und Bürger, Ratsuchende

und Interessierte, die

bereits im Familienbüro „Satellit“

gewesen sind, erzählen nicht selten,

dass Sie gut beraten worden sind.

Die meisten von Ihnen fühlen sich

entlastet, mit Ihren Anliegen ernstgenommen

und nach der Beratung

gestärkt für die Herausforderungen

im Alltag.

Bereits nachdem das Familienbüro

„Satellit“ im November 2018 an den

Start gegangen ist, bewegten die

Löbauer Bürgerinnen und Bürger

wiederkehrend Fragen nach rechtssicheren

Auskünften.

Dies war Anlass und Herzensangelegenheit

zugleich, im Rahmen der

integrierten Beratung einen Rechtsanwalt

zu gewinnen, der Ratsuchenden

und Interessierten in den

Räumen des Familienbüros eine kostenlose

Erstberatung anbieten kann.

Seit Jahresbeginn steht der Zittauer

Rechtsanwalt Torsten Wildner jeden

zweiten Donnerstag im Monat,

in der Zeit von 9 – 12 Uhr im

SATELLIT für Ihre individuellen

Fragen zur Verfügung.

Er vertritt Mandanten schwerpunktmäßig

im Familienrecht, Sozialrecht,

Erbrecht, Mietrecht und Steuerrecht.

Im Familienbüro „Satellit“ hat Rechtsanwalt

Torsten Wildner bis jetzt am

häufigsten zum Erbrecht und Testament,

zum Sozialrecht sowie zur

Nutzung/Ausschöpfung geeigneter

Rechtsmittel beraten.

Mehrere Bürgerinnen und Bürger

begleitet er inzwischen in sogenannten

Widerspruchsverfahren, nachdem

diese Bescheide von Behörden

zugestellt bekamen, die sie mit anwaltlicher

Hilfe anfechten wollten.

Unabhängig von Ihrem Lebensalter,

von Ihrer familiären Situation, ob

Sie allein, getrennt, in Ehe oder Part-

LÖBAUERLEBEN

22


Das Herz entscheidet.

nerschaft – mit oder ohne Kinder

– leben, können Sie unser Beratungsangebot

kostenfrei nutzen.

Zu den Sprechzeiten jeweils Dienstag

und Donnerstag von 9 – 12 Uhr und

13 – 17 Uhr finden Ratsuchende Hilfe

und Unterstützung bei Sozialarbeiterin

Carina Schindler-Meusel.

Das Familienbüro „Satellit“ versteht

sich in erster Linie als eine Koordinierungs-

und Vernetzungsstelle mit

„Lotsenfunktion“. Erfahrungsgemäß

können zwischen Ratsuchenden und

zuständigen Ämtern, Behörden, Beratungsstellen

sowie ortsansässigen

Wohnungsunternehmen „Brücken

gebaut werden“, sodass sowohl

Menschen, die Hilfe und Unterstützung

benötigen als auch Ratgebende

zueinanderfinden.

Auf Ihren Besuch freut sich Sozialarbeiterin

Carina Schindler-Meusel.

Das Familienbüro „Satellit“ ist ein

gefördertes Projekt der Europäischen

Union, des Freistaates Sachsen

und der Stadt Löbau.

Kontaktdaten:

Sporgasse 1 in 02708 Löbau

Telefon (03585) 45 21 905

E-Mail: satellit@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

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Ambulanter Pflegedienst Löbau

Richard-Müller-Straße 14 | 02708 Löbau

Tel.: (03585) 45 25 153 I E-Mail: pflegedienst-loebau@awo-oberlausitz.de

Ambulanter Pflegedienst Görlitz

Krölstraße 46 | 02826 Görlitz

Tel.: (03581) 46 41 64 I E-Mail: pflegedienst-goerlitz@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

EIN HERZ FÜR JEDES ALTER

23

LÖBAUERLEBEN


Ein Angebot der

Die Erziehungs- und

Familienberatung

Bei Fragen rund um

die Familie.

„Mein Kind ist so wütend,

was soll ich nur

tun?“, „Max macht

keine Hausaufgaben.“,

„Celine ritzt sich.“ Diese

oder ähnliche Anliegen

hören die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der AWO Erziehungs- und Familienberatung

sehr oft. Ausgebildete Sozialpädagogen,

Pädagogen und Psychologen sind Ansprechpartner für

vielfältige Aufgaben in Familien und Fragestellungen

zur Erziehung und Entwicklung von Kindern.

Ambulanter Pflegedienst Löbau

Richard-Müller-Straße 14 | 02708 Löbau

Tel.: (03585) 45 25 153 I E-Mail: pflegedienst-loebau@awo-oberlausitz.de

Ambulanter Pflegedienst Görlitz

www.awo-oberlausitz.de

von Bettina Hennig / AWO KV Oberlausitz

„Wir sind eine Anlaufstelle

für alle an der Erziehung

beteiligten Personen, die vor

Krölstraße 46 | 02826 Görlitz

Tel.: (03581) 46 41 64 unterschiedlichen I E-Mail: pflegedienst-goerlitz@awo-oberlausitz.de

Herausforderungen

stehen“,

EIN HERZ FÜR JEDES ALTER

Donnerstag von 10.00 – 12.00 Uhr in die Beratungsstelle

in der Straße der Jugend 1 in Löbau kommen. In

dieser Zeit kann ohne vorherige Anmeldung ein Anliegen

besprochen werden.

„Wir sind eine Anlaufstelle für alle an der Erziehung

beteiligten Personen, die vor unterschiedlichen Herausforderungen

stehen“, so Ricardo Friedrich, Mitarbeiter

der Beratungsstelle. Das Angebot richtet sich an Eltern,

Großeltern, Stiefeltern, Pflegeeltern und weitere Personen,

unabhängig vom Sorgerecht. Auch Kinder und

Jugendliche bis 21 Jahre sowie Fachkräfte aus Kita und

Schule können Kontakt mit der Beratungsstelle aufnehmen.

Schwerpunkte der Beratung sind u.a. Herausforderungen

in der Schule und in der Häuslichkeit, die

Unterstützung bei der Bewältigung von Entwicklungsschritten

und auch Fragen, die sich aus einer Scheidungsund

Trennungssituation der Eltern ergeben. Jedes Anliegen

wird individuell betrachtet und dabei gemeinsam

besprochen, wie der Beratungsprozess verlaufen kann.

In den Sitzungen wird u.a. mit Methoden der Biografiearbeit,

der Familientherapie, der Spieltherapie und der

Trauerbegleitung gearbeitet. Getrennte und geschiedene

Eltern werden mediativ (vermittelnd) begleitet. Zusätzlich

gibt es separate Gruppenangebote für getrennte

Eltern sowie deren Kinder.

„Unsere Angebote sind gut nachgefragt. Teilweise gibt

es Wartezeiten, vor allem wenn die Beratung am Nachmittag

stattfinden soll“, sagt Ricardo Friedrich. Anmeldungen

zur Beratung sind persönlich, telefonisch zu

den Öffnungszeiten oder per E-Mail möglich. Außerdem

können Hilfesuchende zur offenen Sprechzeit jeden

Die Arbeit des Teams unterliegt der Schweigepflicht.

Das Angebot der Erziehungs- und Familienberatung ist

kostenfrei. Finanziert wird es vorrangig vom Landkreis

Görlitz. Die AWO Oberlausitz übernimmt einen Eigenanteil.

Kontakt:

Arbeiterwohlfahrt KV Oberlausitz e.V.

Erziehungs- und Familienberatung

Straße der Jugend 1 in 02708 Löbau

Tel: (03585) 86 22 68

E-Mail: erziehungsberatung@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

Öffnungszeiten:

Montag 09.00 – 12.00 Uhr

Dienstag 09.00 – 12.00 Uhr

14.00 – 18.00 Uhr

Donnerstag 09.00 – 12.00 Uhr

Freitag

09.00 – 12.00 Uhr

Donnerstag von 10.00 Uhr – 12.00 Uhr offene

Sprechzeit ohne Voranmeldung.

Weitere Termine sind nach Vereinbarung möglich.

LÖBAUERLEBEN

24


Das

„Hand-in-Hand-Kaffee“

in Löbau

Mike Schnitter - DRK

Seit der letzten Ausgabe von LöbauErleben hat sich

einiges in der Inneren Zittauer Straße 28 getan. Nicht

nur, dass aus dem „Hand-in-Hand-Kaffee“ ein Treffpunkt

geworden ist, sondern auch das sich die Mitarbeiter

leicht verändert haben.

Seit Mai unterstützt nun Herr Köpp unsere bisherige

Mitarbeiterin Frau Fritsch in den Arbeiten des

Treffpunkts. Herr Köpp ist bisher als Leiter des Obdachlosenheimes

in Löbau tätig gewesen und bringt,

nicht nur deswegen, viel Erfahrung in der Arbeit mit

Menschen in sozialen Schieflagen mit. Gemeinsam

können die beiden nun das Angebot noch ein erweitern

und stehen allen Löbauer Bürgerinnen und Bürgern

für viele alltägliche Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Und das völlig kostenlos aber gewiss nicht umsonst.

Aktuell werden folgende Veranstaltungen angeboten:

• „Jobs on the Rocks – Hilfe bei Bewerbungen und Co.

› Sie brauchen Hilfe bei einer Bewerbung oder sind sich

nicht sicher ob Ihre Unterlagen richtig und vollständig

sind? Kommen Sie mit Ihren Unterlagen vorbei und

wir schauen uns Ihre Bewerbung zusammen an

• Engagement in der Stadt – aber wo?

› Sie suchen einen Verein in dem Sie ehrenamtlich

Tätig werden können? Wir finden den passenden Verein

und unterstützen Sie bei der Kontaktaufnahme.

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• Hilfe bei Formularen

› Sie haben einen Antrag

den Sie nicht verstehen

oder es verwirrt Sie, was

z. B die Krankenkasse

wissen möchte? Ich helfe

Ihnen beim Ausfüllen der

verschiedenen Formulare

oder helfe Ihnen bei der Suche

des richtigen Ansprechpartners

• Aktion „Vereine zu Gast“: unser Treffpunkt bietet

den ortsansässigen Vereinen die Möglichkeit sich zu

präsentieren. Sie können das Schaufenster gestalten

oder sich im gesamten Aufenthaltsraum ausbreiten

– und alles völlig kostenlos.

• Unterstützung bei Behördengängen

Wir sind

ein Anlaufpunkt

für interessierte

Löbauer zu

verschiedenen

Anliegen

• Kaffeeklatsch-Runden mit verschiedenen Themen

rund am Haus, Hof und Familie

• Verschiedene wechselnde Angebote und Vorträge,

z.B. zum Thema Versicherungsschutz

Kommen Sie gern einfach vorbei oder vereinbaren

einen individuellen Termin. Wir freuen uns, wenn wir

Sie bei der Lösung Ihrer Probleme rund um das Thema

Arbeitssuche oder bei einer oben genannten Sache unterstützen

können.

T R EFFPUNKT

Hand-in-Hand-Kaffee

Innere Zittauer Straße 28

Löbau - Innenstadt

kostenlose Teilnahme

• Unterstützung bei Bewerbungen

„jobs on the rocks“

• Vermittlung von sozialen, kulturellen und

sportlichen Vereinskontakten

• Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

• interkulturelle Förderung

• gemütlicher Frauen-Kaffee-Klatsch

Telefon:

213 98 81

Montag

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Kontakt:

Innere Zittauer Str. 28 in Löbau

Tel.: 03585 – 213 98 81

Email: hihk@drk-loebau.de

nach Vereinbarung

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

09.00 – 12.00 Uhr

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

nach Vereinbarung

25 LÖBAUERLEBEN


Oberlausitzer Sportclub Löbau e.V. (OSC)

Ein Wegweiser durch alle Abteilungen

von OSC e.V &

Bettina Hennig

Der „Oberlausitzer Sportclub

Löbau e.V.“ (OSC) wurde am

10.01.1991 gegründet. Er ist

Nachfolger der Armeesportgemeinschaft

der Offiziershochschule

Löbau (ASG OHS Löbau)

und des Ostsächsischen

Handballclubs Löbau e.V..

Damals waren 561 Mitglieder in

den Sportarten Schwimmen, Handball,

Fußball, Gymnastik, Billard,

Kempo und Tennis organisiert und

sportlich tätig.

1992 wurde die Abteilung Leichtathletik

im Oberlausitzer Sportclub

Löbau e.V. gegründet bzw. aufgenommen.

Heute nach 28 Jahren gibt es leider

nur noch vier Abteilungen mit

230 Mitgliedern in den Sportarten

Gymnastik, Leichtathletik, Kempo/

Ju-Jutsu und Volleyball. Die Mitglieder

werden von 14 Übungsleitern

betreut und es engagieren sich

über 15 ehrenamtliche Mitglieder

für diesen Verein. Die Hälfte der

Mitglieder sind Kinder und Jugendliche.

Als Trainingsstätte haben alle Abteilungen

die Sporthalle des Gymnasiums

in Löbau. In den Schaukästen

auf dem Prommenadenring

informieren die Leichtathleten, die

Volleyballer und die Karatekämpfer

von ihren sportlichen Aktivitäten.

Für den Verein ist es wichtig nicht

nur Nachwuchs in den Trainingsgruppen

zu haben, sondern auch

Mitglieder, die sich für eine ehrenamtliche

Tätigkeit interessieren

und aktiv werden. „Gerade heute,

wo der Bürokratismus immer erst

überwunden werden muss, gilt

es, sich neben der Trainings- und

Wettkampftätigkeit auch im Verein

einzubringen. Viel zu oft liegt die

Vereins- und Abteilungsarbeit nur

in wenigen Händen“ fasst Hans-

Jürgen Rösler, Vorsitzender des

OSC die aktuelle Situation zusammen.

Nach einem Wunsch für seinen

Verein gefragt, antwortet der Vorsitzende

spontan: „Von der Politik,

dem Landratsamt Görlitz und der

Stadt Löbau erhoffe ich mir, dass

auch in Zukunft unsere Kinder

und Jugendlichen die Sportstätten

kostenfrei nutzen dürfen und somit

viele einer sinnvollen sportlichen

Freizeitgestaltung nachgehen können“.

Die Abteilungen des OSC vorgestellt

Abteilung Gymnastik

Unsere Gymnastikgruppe besteht schon seit 1977 (damals

noch ASG Vorwärts Löbau) und wurde mit Gründung

des OSC Löbau e.V. vor mehr als 28 Jahren als eine

eigenständige Abteilung übernommen. Der damalige

Abteilungs- und Übungsleiter Hans Jürgen Rösler absolvierte

mit den Sportfreundinnen jeden Montag von

18.00 bis 19.00 Uhr Trainingsstunden. Seit mehreren

Jahren fungiert unsere Sportfreundin Simone Rönsch

als Übungsleiter und seit der Übernahme des Vorsitzes

des „OSC Löbau e.V.“ durch den Sportfreund Hans Jürgen

Rösler, ist die Sportfreundin Christa Rothaupt für

die Abteilung Gymnastik verantwortlich.

Sportfreundin Simone Rönsch bemüht sich sehr um

ausgewogene und freudbetonte Übungsstunden, in denen

sie auch immer das Alter unserer Frauen berücksichtigt.

Der Altersdurchschnitt unserer Sportgruppe beträgt

ca. 68 Jahre. Unsere Sportgruppe kann auf eine jahrelange

kontinuierliche Teilnahme ihrer Sportfreundinnen

verweisen. Interessant und erfreulich ist, dass in

den über 40 Jahren ihres Bestehens, die Gruppe eine

große Beständigkeit und sehr geringe Fluktuation hat.

Neben dem Spaß und der Freude an der wöchentlichen

sportlichen Betätigung, sind zusätzliche gemeinsame

Unternehmungen, die die Sportgruppe durchführt, einen

Grund für den festen Zusammenhalt und das gute

Klima, was die wöchentliche hohe Beteiligung und das

Leben der Sportgruppe der Abteilung Gymnastik wesentlich

prägt.

Foto: Christa Rothaupt

LÖBAUERLEBEN

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Abteilung Leichtathletik

Sport macht gemeinsam mehr Spaß – Der Oberlausitzer

Sportclub Löbau e.V., Abteilung Leichtathletik „Die

Eisernen“.

Mit ca. 100 Mitgliedern ist die Abteilung Leichtathletik

die stärkste Abteilung des OSC Löbau e.V.. Die Wurzeln

der Eisernen reichen bis ins Jahr 1985 zurück, als sich

vier passionierte Läufer zu einer Laufgruppe zusammenschlossen.

1989 war die Laufgruppe auf 15 Läufer

gewachsen. Die Gründung der Abteilung Leichtathletik

mit dem Beinamen „Die Eisernen“ innerhalb des OSC

Löbau e.V. erfolgte 1992.

Die Abteilung Leichtathletik besteht aus vier Trainingsgruppen.

In der Gruppe 1 und 2 trainieren Kinder bis 13

Jahre, die Trainingsgruppe 3 ist Trainingsheimat der 14

bis 25 Jährigen und in Gruppe 4 trainieren Erwachsene

ab 26 Jahre.

Neben dem Freizeitsport umfasst das Training vor allem

in den Kinder- und Jugendgruppen alle Grundlagentechniken

der Leichtathletik, wie Laufen, Werfen und

Springen. Dafür werden im altersgerechten Rahmen

Krafttraining, Stretching, Koordination und Ausdauer

trainiert. Die Kindergruppen sind bei den Eltern gut

nachgefragt. Aufgenommen wird ab der 1. Klasse. Derzeit

trainieren hier jeweils ca. 20 Kinder.

Durch die sehr gute methodische Arbeit der Trainer

und Übungsleiter konnte die Abteilung den Status „Talentstützpunkt

der Sportart Leichtathletik“ vom Landessportbund

Sachsen ab 2019 für drei Jahre zuerkannt

werden.

Trainiert wird Sommer wie Winter. Im Winter werden

die Sporthallen des Geschwister Scholl Gymnasiums

genutzt.

Prominenteste Sportlerin der Eisernen ist die Skilangläuferin

Julia Belger, weiterhin Mitglied und aktive Läuferin

in der Abteilung Leichtathletik.

Wünsche der „Eisernen“ wären einerseits die Gewinnung

neuer Mitglieder, vorallem für die Trainingsgruppen

3 / 4, und zum anderen die Sanierung eines der

beiden Stadien in Löbau, um die Leichtathletik in Löbau

auszubauen und zukunftsfähig zu machen!

Informationen u.a. zu Trainingszeiten oder Ansprechpartner

können auf der Homepage der Abteilung Leichtathletik

www.osc-loebau-dieeisernen.de oder auf

https://www.facebook.com/oscloebaudieeisernen/

eingesehen werden.

Fotos: Gerhard Rumpf

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LÖBAUERLEBEN


Abteilung Volleyball

„Wir punkten mit Emotionen“ – das ist das Motto der

Volleyballer des Oberlausitzer Sportclub Löbau e.V. Die

rund 70 Mitglieder der „Löwen“ verbindet dabei eins:

Die Freude am Sport, der Spass am Volleyballspiel und

das Zusammensein mit Freunden auf und neben dem

Feld. Die Sportler trainieren das ganze Jahr über in vier

Trainingseinheiten – Männer, Frauen und Jugend – und

nehmen jede Saison auf’s Neue am Spielbetrieb des Bezirks

Ostsachsen in der Kreisklasse, Bezirksklasse oder

Bezirksliga sowie Jugendmeisterschaften teil. Wenn

im Sommer aus organisatorischen Gründen die Halle

geschlossen bleibt, geht es ins heimische Herrmannbad

„Beachen“.

Foto: Florian Gärtner

Abteilung Kempo

Kempo, im chinesischen Ursprungsland ein gebräuchlicher

Oberbegriff für alle Kampfkunstsysteme.

Die Abteilung Kempo ist eine Sektion des Oberlausitzer

Sportclubs Löbau e.V., welcher seit 1991, besteht.

Wir sind Mitglied im Landessportbund, Kreissportbund,

Sächsischen Ju-Jutsu Verband, Deutschen Ju-

Jutsu Verband und zusätzlich in der Self-Defense and

Close Combat Organization. Dadurch können in der

Abteilung verschiedene Kampfkunstarten trainiert und

im Zuge von Lehrgängen weitere beschnuppert werden.

Eine Teilnahme an entsprechenden Wettkämpfen und

Turnieren der Verbände wird gern unterstützt. Dabei

konnte die Abteilung bereits einige Erfolge verzeichnen.

aktiv und bunt gemischt im Dojo, eine Sporthalle des

Geschwister-Scholl-Gymnasiums Löbau.

Das Dojo ist ein Ort, an dem Kampfkünste gelehrt und

geübt werden, welcher jedoch auch eine Stätte der Meditation

sein kann.

Foto: Janette Kubisch

Wir selbst bieten die Kampfkunstarten Ju-Jutsu, SaCO,

Gjogsul sowie Selbstverteidigung an.

Derzeit trainieren 15 Erwachsene und seit 2013 auch

21 Kinder und Jugendliche in einer Jugendgruppe

Ansprechpartner im Überblick Oberlausitzer Sportclub Löbau e.V.

Vorsitzender: Hans-Jürgen Rösler E-Mail: hajueroesler@aol.com

Gymnastik: Abteilungsleiterin Christa Rothaupt E-Mail: rothaupt@gmx.eu

Leichtathletik: Abteilungsleiterin Anita Strauch E-Mail: anita.strauch@t-online.de

Volleyball: Abteilungsleiter Ronny Löchel E-Mail: ronny.loechel@gmail.com

Kempo: Abteilungsleiter Thomas Kretschmer E-Mail: thomaskretschmer@web.de

LÖBAUERLEBEN

28


Wohnen

in der Stadt am Berg

Löbau befindet sich derzeit

im Wandel. Nicht nur die Verkehrsführung hat sich

deutlich zum Vorteil entwickelt, auch das Stadtbild erstrahlt

vielerorts im neuen Glanz. Fuhr man vor dem

Tag der Sachsen aus Richtung Bautzen in das Stadtzentrum,

passierte man zahlreiche renovierungsbedürftige

Häuser, an denen die mehr als nachvollziehbare Forderung

„Wann wird saniert?“ plakatiert wurde.

Im Wandel befinden sich auch die Einwohnerinnen und

Einwohner und ihre Wohnbedürfnisse. Längst hat die

in den Achtzigern begehrte „Platte“ an Bedeutung verloren

und das nicht erst in den letzten beiden Jahren.

Die Gründe hierfür sind vielseitig. Der Wunsch nach

fußnahen Einkaufsmöglichkeiten, weniger Ballung

oder offenen und modernen Wohnkonzepten, sowie der

Schritt in das Eigenheim. Was bleibt sind schwindende

Mieterzahlen, so dass die Wohnungsunternehmen mit

der Frage konfrontiert sind, wie mit ansteigendem Leerstand

und dem gleichzeitigen Bedarf an zentrumsnahen

Wohnraum umgegangen werden soll.

Die Entscheidung zum Rückbau liegt nahe und wird

hier und da mit dem Slogan „Sanieren statt Planieren“

kritisiert. Dabei schafft der Abriss unleugbare Vorteile.

Den sogenannten „Geisterhäusern“ weichen Grünflächen,

die das Gesamtbild des Wohnviertels deutlich

aufwerten und Platz für Erholung und vieles mehr bieten.

Für die Wohnungsunternehmen bedeutet der

Abriss vor allem jedoch das Freiwerden von Kapital.

Denn Leerstände verursachen Kosten und binden somit

Jana Müller

notweniges Geld, welches zur

Schaffung von attraktivem Wohnraum benötigt wird.

Natürlich hat die „gute alte Platte“ längst nicht ausgedient,

aber das freigewordene Kapital kann nun sinnvoll

in den Erhalt und die Verbesserung der verbleibenden

Wohnviertel investiert werden. Und darüber hinaus in

die Schaffung von fehlendem Wohnraum, wie beispielsweise

im Stadtzentrum.

Denn gehen „Ur-Löbauer“ mit verschlossenen Augen

durch die Innenstadt lädt das zum Träumen ein. Die Ruinen

verwandeln sich wieder in das, was sie einst waren:

attraktiver Wohnraum für Jung und Alt in einer lebendigen

Stadt. Ein Traum, der dank Städtebaulicher Förderprogramme

nach und nach Realität wird. Auch ortsfremde

Investoren tragen einen wesentlichen Teil zur

Sanierung der Innenstadt bei und entlasten damit vor

allem die kommunalen Wohnungsunternehmen. Denn

eines ist sicher, ausbleibende Mieten durch Leerstand

sind kontraproduktiv für eine langfristige und zukunftsfähige

Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes.

Löbaus Bausubstanz verjüngt sich via „Facelifting“

damit Wohnungen ein Zuhause und keine zweckmäßigen

„Produkte“ bleiben. Ein Wandel, der Jung und Alt,

vor allem jedoch unserer Stadt, zugutekommt.

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LÖBAUERLEBEN


Zum Entspannen schön –

das Herrmannbad in Löbau

von Arnd Krenz

Sommer, Sonne, Badespaß! An warmen Tagen

heißt das für Löbauer: ab ins Herrmannbad.

Die meisten – vor allem Kinder – können das

Gelände an der Vorwerkstraße leicht zu Fuß

erreichen. Ihr Vergnügen ist groß, denn sie

schwimmen in einem der modernsten Freibäder

Sachsens. Dass sein Bestehen auf ein Testament

zurückgeht, wissen dabei die Wenigsten.

Endlich Geld – endlich ein Bad

10.000 Mark vermache ich der Stadt Löbau zum Zwecke

der Errichtung eines Freischwimmbades, welches den

Namen „Herrmann Bad“ führen soll. Reicht das Kapital

zum Zeitpunkt der Erbauung nicht aus, sind die bis

dahin angefallenen Kapitalzinsen dazuzurechnen. So

jedenfalls bestimmte es der Garnhändler Emil Bruno

Herrmann in seinem am 13. Januar 1903 aufgesetzten

Testament. Nachdem ihn die Angehörigen ein Jahr

später zu Grabe getragen hatten, nahm die Stadt sein

Vermächtnis wohlwollend an. Schon lange sondierte sie

Grundstücke für eine Badeanstalt. Keines wollte recht

passen, und ehrlich gesagt: Es fehlte auch am nötigen

Geld. Jetzt allerdings sah das anders aus. Nach geraumer

Zeit befand der neu gebildete Schwimmbadausschuss

die Bleichwiese an Benneckes Buntpapierfabrik

als geeignet. Einstimmig beschloss daraufhin der Stadtgemeinderat,

auf diesem Platz ein 1.200 Quadratmeter

großes Wasserbecken zu versenken. Als die Herren

jedoch erfuhren, solch ein Bau würde mit allem Drum

und Dran rund 33.300 Mark kosten, ruderten sie zurück.

Nur 1.000 Quadratmeter dürfen es werden, legten

sie in ihrer Sitzung am 11. Mai 1905 fest. Doch der Teufel

steckte im Detail. Mit Nachkalkulationen belief sich die

Rechnung am Ende auf satte 38.324,92 Mark. Aber was

sollte der Geiz! Endlich hatte man ein Freibad. Die Stadt

nahm einen Kredit über 27 314 Mark auf und eröffnete

am 16. Juli 1906 im Rahmen einer bescheidenen Feier

ihr neues Herrmannbad.

Badefreuden, aber bitte sittsam getrennt

Gleich am ersten Tag erstürmten die Löbauer zu hunderten

in ihr neues Bad. Die Freude war groß, denn was sie

Bilder: © MLL, Redaktion (Herrmannbad), © Tirachard / Freepik (oben links)

LÖBAUERLEBEN

30


sahen, war für damalige Verhältnisse beinahe luxuriös.

Ein imposanter Holzbau bildete den Eingang, drinnen

befanden sich 16 abschließbare Zellen, ein Duschraum,

ein Wärterraum, eine Toilette und am Beckenrand ragte

ein Sprungturm 3 Meter in die Höhe. Zudem hatte sich

die Brauerei bereit erklärt, das täglich anfallende heiße

Ablaufwasser unentgeltlich ins Schwimmbecken zu leiten.

Dadurch war das Becken stets angenehm warm und

die Stadt in der Lage, die Badesaison bis in den September

hinein zu verlängern. Selbstredend hatte das unter

Wahrung strengster Sittsamkeit zu erfolgen. Damit keiner

die herumtollenden Nackedeis von der Vorwerkstraße

bzw. den Vorwerkfeldern (heute Löbau Ost) aus beobachten

konnte, stand an der Seite eine drei Meter hohe

Bretterwand. Auch dass nur einmal vorhandene Becken,

stellte die Stadtväter vor Probleme. Männer und Frauen

öffentlich zusammen im Wasser – das ging überhaupt

nicht! Also führten sie getrennte Badezeiten ein. Für

20 Pfennige (bzw. Kinder für 10 Pfennige) waren die

Herren der Schöpfung an Arbeitstagen von 6 Uhr früh

bis 9 Uhr und die Damen von 9 Uhr bis 11 Uhr dran.

So lief es über den gesamten Tag. Jedes Mal ertönte 15

Minuten vor dem Wechsel ein Glockenzeichen und das

jeweilige Geschlecht hatte das Terrain zu verlassen. Bis

1928 hielt diese Praxis, danach war die verklemmte Zeit

vorbei und das Herrmannbad von früh bis abends für

jedermann offen.

Von Grund auf saniert ein Schmuckstück

In über 100 Jahren hat das Löbauer Herrmannbad sicher

um die 2 Million Besucher gesehen. Es überstand

den 1., den 2. Weltkrieg und blieb auch zu DDR-Zeiten

die einzige öffentliche Badegelegenheit vor Ort. Nach

der Wende änderte sich daran – bis auf ein Intermezzo

der freigegebenen Schwimmhalle an der Georgewitzer

Straße – nichts. Letztere schloss 1995 ihre Pforten und

verfiel. Glücklicherweise musste das Herrmannbad ihr

Schicksal nicht teilen. Die Stadt hielt es instand, rekonstruierte

hier und da, aber im Grunde blieb die Anlage

die Alte. Erst im Zuge der Vorbereitung auf die 6. Sächsische

Landesgartenschau bot sich Gelegenheit, das Bad

komplett zu renovieren und umzubauen. 3 getrennte

Edelstahlbecken wurden eingelassen, ein veränderter

Eingangsbereich, eine Breitrutsche, ein neues Sanitärgebäude

mit WC, Duschen und vieles mehr kamen hinzu.

Selbst auf das einstmals von der Brauerei erwärmte

Wasser brauchen die Badegäste heute nicht verzichten.

Eine Solaranlage auf dem Dach des Technikgebäudes

hält die Beckentemperatur über die gesamte Saison konstant

zwischen 21 und 27° Celsius. Damit ist das Löbauer

Herrmannbad, wie bereits 1906, eines der modernsten

Freibäder Sachsens. Je nach Wetterlage kann es sogar

bis in den Oktober hinein offenbleiben. Die Menschen

in der Umgebung honorieren das und kommen gern

hierher. Zugegeben – es sind nicht mehr die 44.000 aus

dem Jahr der Wiedereröffnung. Doch immerhin kamen

auch 2018 weit über 20.000 Gäste, um Spaß zu haben

und sich im kristallklaren Wasser die Hitze des Tages

wegzuspülen.

Danke Bruno Herrmann – wir werden dein

Testament nie vergessen!

Text-Quellen: Stadtarchiv Löbau, Akte Rep 3 Nr. 175, Vol. I und II.

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LÖBAUERLEBEN


der Oberlausitzer P onfall

Überzogene Rache:

Von Arnd Krenz

Vor über 470 Jahren erlebten die Oberlausitzer

Sechsstädte einen in der Geschichte beispiellosen

Fall politischen und wirtschaftlichen

Niedergangs. Schuld daran waren keine Katastrophen

oder kriegerische Zerstörungen, sondern

über Jahre angestaute Wut, Intrigen und

Denunziationen. Die Pön (Strafe) war ein Akt

überzogener Rache, der vieles nie wieder werden

ließ, wie es einmal war.

,,

Selbstbewusste Städte vs. landständiger Adel

Angefangen hatte alles mit dem Erstarken der Städte

und der Entwicklung eines „freien“ Bürgertums. Bereits

ab dem Mittelalter waren diese wehrhaften Bollwerke

im Lande immer wieder Motor der wirtschaftlichen und

politischen Entwicklung. Das war in der später sogenannten

Oberlausitz nicht anders. Hier taten sich 1346

die Städte Görlitz, Bautzen, Zittau, Lauban, Kamenz und

Löbau in einen Bund zusammen, der im Grunde nichts

Anderes tat, als seine wirtschaftlichen Interessen zu sichern.

Begünstigend kam hinzu, dass das Markgraftum

Oberlausitz keine eigene, ausgleichende, Fürstendynastie

besaß, sondern anderen nur als Nebenland angeschlossen

blieb. Vor 470 Jahren gehörte die Oberlausitz

zum Königreich Böhmen, die Sechsstädte unterstanden

direkt dem Landesherrn. Der allerdings war weit und

beschäftigte sich nur am Rande mit den Belangen der

Region. Die praktische Regierung übte eine ständische

Körperschaft aus, die regelmäßig in Bautzen (damals

Budissin) zusammenkam. Sie bestand aus den vier

Standesherrschaften, den vier geistlichen Stiften, dem

landsässigen Adel sowie den sechs königlichen Städten.

Traten Probleme auf, mussten die Abgesandten Kompromisse

finden. Oftmals zwang dabei der Stärkere dem

Schwächeren seinen Willen auf. Konflikte, insbesondere

mit dem Landadel, blieben nicht aus. Der Hass aufeinander

wuchs und Rachegedanken entstanden.

Ein lustloses Fußvolk

Kaiser Karl V. und König Ferdinand I.

Auch als nach 1517 die Ideen Luthers Anhänger fanden,

waren die Oberlausitzer Sechsstädte richtungsweisend.

Entgegen ihrem König Ferdinand I., der mit seinem

Hauptland katholisch blieb, entschieden sie sich für die

evangelische Lehre. Ein Widerspruch, den Ferdinand

I. offenbar tolerierte, der ihn jedoch nicht hinderte, die

Oberlausitzer Städte aufzufordern, gegen ihre Glaubensbrüder

in den Krieg zu ziehen. An der Seite seines

Bruders, Kaiser Karl V., sollten sie 1546/47 Waffenhilfe

wider die im Schmalkaldischen Bund organisierten

evangelischen Fürsten leisten. Für die Dauer von zwei

Monaten hatten die landständigen Adligen 1.000 Reiter

und die Städte 500 Mann Fußvolk zu stellen. Jegliches

Verhandeln war zwecklos! Zähneknirschend musste

jede Stadt Truppen zusammenwürfeln. Am 25. Februar

1547 setzten sie sich vereint Richtung Elbe in Marsch.

Dort angekommen blieb den lustlosen Männern indes

nichts weiter übrig, als zu warten. Wie das Schicksal es

fügte, marschierte die kaiserliche Streitmacht nämlich

erst am 13. April von Eger ab und traf am 23. April im

Lager westlich von Meißen ein. Im Gegensatz zu den

Reitern des Oberlausitzer Adels hatten es die Fußsoldaten

jedoch vorgezogen, zu verschwinden. Pünktlich nach

Ablauf der Zweimonatsfrist wollten sie wieder zu Hause

sein. Ungehalten darüber schrieb Ferdinand I. noch am

selben Tag den Städten und forderte die Verlängerung

des Kontingents auf weitere zwei Monate. Doch es war

zu spät! Am 24. April fochten Katholische und Evangelische

bei Mühlberg die entscheidende Schlacht aus. Sie

endete mit einem Sieg der kaiserlichen Truppen, und

das (man sollte es kaum glauben) ohne Mithilfe der 500

städtischen Hansel aus der Oberlausitz.

Die Stunde der Rache war gekommen

Die Städte erhielten das Schreiben des Königs erst am

Tag nach der Schlacht. Ihre Bestürzung war groß, Bür-

LÖBAUERLEBEN

32


germeister und Ratsherren ahnten Schreckliches. Hastig

rüsteten sie die Leute wieder ein und schickten sie

retour ins kaiserliche Lager. König und Kaiser rümpften

angesichts ihres Sieges allerdings die Nase. Obwohl an

der Sache nicht unschuldig, war Ferdinand I. entschlossen,

den Städten für ihr „Vergehen“ einen Denkzettel zu

verpassen. Der wäre vielleicht nicht allzu hart ausgefallen,

wenn nicht der Oberlausitzer Adel seine Stunde

für gekommen hielt, sich an den Städten, ob der über

Jahrhunderte dauernden Drangsale und Benachteiligungen,

zu rächen. Vornehmlich den Männern um den

Erzkatholiken Dr. Ulrich von Nostitz gelang es, mit Verleumdung,

Denunziation und Intrige, den König gegen

die Widersacher aufzuhetzen.

Eine überzogene Strafe

Bange Monate des Wartens vergingen, bis am 9. August

des Jahres 1547 in den Städten ein Schreiben des Königs

einging: Jede von ihnen hatte eine Abordnung auf

die Prager Burg zu schicken. Als die Vertreter am 30.

August dort ankamen, war der Schrecken groß. Sie wurden

unverzüglich eingesperrt und mit dem Vorwurf des

Ungehorsams und der Untreue gegenüber dem König

konfrontiert. Das sofort aufgesetzte Gnadengesuch half

wenig. Dem Adel war es gelungen, die Städte derart in

Misskredit zu bringen, dass diese eine überzogen harte

Pön erwartete. Alle über die Jahrhunderte erlangten

Privilegien gingen verloren. Die Landgüter waren an den

Schlacht bei Mühlberg (Holzschnitt)

König abzutreten, die Kanonen und Kirchenkleinodien

abzugeben. Außerdem mussten die Städte gemeinsam

100.000 Gulden Strafe zahlen, die Zunftordnungen

galten nicht mehr und die Sechsstädte büßten das Braumonopol

in ihren Weichbildern ein. Am 10. September

durften zwei Männer pro Stadt nach Hause fahren, um

die Strafartikel bekannt zu geben. Die Bürger daheim

konnten kaum glauben, was sie zu hören bekamen. Wie

kann der König nur so dumm sein, meinten viele. Denn

das, was er ihnen im September anno 1547 verordnete,

bedeutete nichts weiter als den wirtschaftlichen Ruin

der Städte. Die Macht des Sechsstädtebundes war gebrochen

– fortan hatte der Adel das Sagen in der Oberlausitz.

Die Strafe wird korrigiert

Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg

Lange dauerte es nicht, da sah Ferdinand I. seinen Fehler

ein. Die königlichen, Städte derart zu bestrafen, damit

hatte er sich selber geschadet. Stück für Stück erhielten

die Sechsstädte ihre Privilegien zurück. Sie durften ihre

Landgüter zurückkaufen, ab 1559 die freie Ratswahl

durchführen sowie drei Jahre später die Gerichtsbarkeit

wieder ausüben. Nichtsdestotrotz änderten sich nach

dem Pönfall die gesellschaftlichen Verhältnisse in der

Oberlausitz grundlegend. Die aus dem Mittelalter überkommene

Übermacht der Städte war gebrochen und

die zentrale Gewalt konzentrierte sich beim Oberamt

in Bautzen. Dennoch blieb die Oberlausitz noch über

Jahrhunderte ein von den vier Ständen regiertes Land.

Das änderte sich unter der späteren Zugehörigkeit zum

Kurfürstentum Sachsen nicht. Erst nach der Teilung

der Oberlausitz im Jahre 1815 war damit für den preußischen

Teil Schluss – mit der Einführung einer neuen

Verfassung 1831 auch für den sächsischen Teil.

33

LÖBAUERLEBEN


Dribbeln,

Balance halten,

Tore schießen.

von Bettina Hennig

Abt. Radball – SV Lok Löbau e. V.

Dribbeln, Balance halten, Tore schießen. Und

das alles mit dem Vorderrad. Abteilung Radball

vom SV Lok Löbau e.V.

Was passiert, wenn ein kleiner, unachtsamer Hund vor

das Fahrrad eines amerikanischen Kunstradfahrers

läuft und er diesen gelernt kunstvoll und sanft mit

dem Vorderrad unfall- und verletzungsfrei zur Seite

befördert? Ein neuer Sport ist erfunden. Zugetragen, so

erzählt man es sich, soll sich das ganze zum Ausgang

des 19.Jahrhunderts in Amerika, im Bundestaat New

York haben. Der Hund wurde durch einen Polo-Ball ersetzt.

Im Jahre 1893 fand das erste Spiel mit einem Ball

statt und seither wird Radball als Teamsport betrieben.

Schnell breitete sich diese Sportart nach Europa aus.

Gespielt wird entweder in einem Zweier-, Fünfer- oder

Sechserteam. Bis auf den 6er-Rasenradball, wird Radball

in der Halle gespielt. Ein Spiel dauert 14 Minuten,

nach sieben Minuten ist Halbzeit. Der Nachwuchs spielt

etwas verkürzt, jeweils zwei Runden von vier oder sechs

Minuten. Die Fahrräder sind Spezialanfertigungen. Geforderte

Kompetenzen sind Geschicklichkeit, Ausdauer,

Kraft und Koordinationsfähigkeit.

Radball hat auch in der Oberlausitz eine lange Tradition.

Bereits zu DDR Zeiten wurde in Ligen gespielt und

es gab mehrere Radballmannschaften, so auch seit den

1950er Jahrenin Bischdorf. Nach der Wende schlossen

sich die Bischdorfer Radballer dem SV Lok Löbau an.

Die Abteilung Radball spielt aktuell in vier Teams von

der Bezirksklasse bis zur Oberliga. Die aktuelle Spielsaison

der Oberliga Sachsen schlossen die Radballer

Marcel Döring und Johannes Gsuck als Vizemeister

ab. Nun gehen die Wettkampfspiele weiter, Marcel und

Johannes nehmen an der Aufstiegsrelegation für die

2. Bundeliga in Frankfurt am Main teil.

Der größte sportliche Erfolg des Vereins ist bisher ein

Deutscher Vizemeistertitel im 6er-Rasenradball im

heimischen Löbau 2006 und im Nachwuchsbereich

hatten wir im 2er-Radball eine Bronzemedaille bei der

Deutschen Meisterschaft 1999 in Herzogenrath (damals

schon Döring/Gsuck). Dazu kommen auch viele Sachsenmeistertitel

im Nachwuchs und auch Elitebereich

Neben diversen Pokalspielen stehen im Juni die Sachsenmeisterschaft

im 6er Radball an, im November fährt

eine Delegation zur Hallensport WM und das neue Jahr

startet traditionell mit dem Löbauer Neujahrspokal mit

Teilnehmern aus Tschechien und Deutschland.

Die Basis für die 30 Vereinsmitglieder der Radballer

vom SV Lok Löbau ist die Turnhalle in Bischdorf. Der

Verein ist stolz auf die lange Verweildauer seiner Mitglieder.

Dies trifft auch auf Marcel Döring zu, aktiver

Radballer seit 1991. Am Radball fasziniert ihn vor allem

der hohe sportliche Anspruch. „Neben Koordinationsvermögen

sind vor allem Kraft und Ausdauer sehr

wichtig. Im Training werden der Körper und auch die

Sinne gleichermaßen gefordert.“ so Marcel. „Wir trainieren

jeden Dienstag und Donnerstag. Unser jüngstes

Vereinsmitglied ist acht Jahre alt. Das ist ein gutes Alter,

um mit dem Sport zu beginnen. Aufgrund des hohen

Koordinations- und Geschicklichkeitsvermögen ist ein

Einstieg im Erwachsenenalter eher schwierig“, so Marcel.

Für das Training werden die Fahrräder gestellt, eine

Anschaffung eines eigenen Rades ist nicht nötig.

LÖBAUERLEBEN

34


Im Moment trainieren die Radballer gänzlich ohne

Sponsoren. „Das Thema Sponsoring haben wir in

den letzten Jahren leider etwas außen vorgelassen.

Im Vordergrund stand die Konzentration auf

das Training und die regelmäßige Teilnahme an

den Spieltagen der Ligen und Pokale. Da wir alle

beruflich sehr gut eingebunden sind, ist die aktive

Sponsorengewinnung eine große zeitliche Herausforderung“

so Marcel. „Über eine Kontaktaufnahme

von möglichen Unterstützern würden wir uns daher

absolut freuen“.

Nach dem Kennenlernen mit Marcel finde ich, das

Radball ein richtig toller Sport ist. Es ist immer wieder

so erfrischend, Menschen zu treffen, die für das

was sie tun richtig brennen. Interessierte Eltern und

Kinder sind sehr herzlich eingeladen, einfach mal

beim Training vorbeizuschauen.

Info’s im Überblick

Trainingstage:

Dienstag und Donnerstag

von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr in

der Turnhalle Bischdorf

Mitglieder: 30

Mitgliederbeiträge pro Jahr:

Kinder

30 EUR

Jugendliche

36 EUR

Erwachsene

60 EUR

Aktive Erwachsene 100 EUR

Kontakt und weitere Informationen über

https://www.facebook.com/lokloebau/

Marcel Döring Tel: 0174 2137409

Illustration: René Seidel

35

LÖBAUERLEBEN


Die Postdistanzsäule

am Neumarkt Löbau

Ein Musterbeispiel sächsischer

von Arnd Krenz

Traditionsp flege und Handwerkskunst

Die Löbauer haben lange

darauf gewartet. Erst

musste die Säule für den

Bau eines Kreisverkehrs

Platz machen, nun steht

sie sicher und abseits

vom Verkehr am Rande

des Neumarktes. Hell

erstrahlt sie in neuer

Pracht, denn die Stadt hat

sie von Grund auf sanieren

lassen und uns damit ein

Stück sächsischer Postgeschichte

zurückgegeben.

Als vor 300 Jahren Sachsen

vermessen wurde

Insgesamt besitzt Löbau drei

Postdistanzsäulen. Damit ist

die Stadt Spitzenreiter in der

Oberlausitz und auch sachsenweit

steht sie in dieser

Hinsicht an vorderster

Stelle. Nur Freiberg zieht

mit drei solcher Denkmäler

gleich.

Wie ist es dazu gekommen?

Im Jahre 1713 beauftragte

der sächsische Kurfürst

August der Starke den in

geografischen Fragen bewanderten

Skassaer Pfarrer

Adam Friedrich

Zürner, das Land zu vermessen. Er legte ein einheitliches

Meilenmaß fest und ließ auf dieser Grundlage an

wichtigen Post- und Handelsstraßen Säulen aufstellen.

Die Städte hatten vor ihren Toren zusätzlich Postdistanzsäulen

zu errichten. Darauf entstand ein Riesenstreit,

weil die jeweiligen Räte die Stelen selbst bezahlen

sollten. Nicht jede Kommune beugte sich dem Willen

des Kurfürsten. Es gab Kompromisse, nur Löbau machte

offenbar keine. Die Stadt ließ vor allen Toren, also

dem Zittauer-, dem Bautzener- sowie dem Görlitzer Tor,

eine solche Distanzsäule aufstellen. Zum Glück sind sie

bis heute erhalten.

Zeit oder Entfernung – das ist die Frage

Die Straßen ließ Zürner mit Kutschen vermessen, an

denen ein Zählwerk angebracht war. Die Räder hatten

den Umfang einer Dresdner Rute, das sind heute 4,531

Meter. Nach jeweils 1.000 Umdrehungen, so hatte es der

Kurfürst festgelegt, war eine sogenannte Wegestunde

erreicht und bei 2.000 eine kursächsische Meile.

Die Strecken sind mit 1/8 Genauigkeit in(Wege)Stunden

auf den Schäften der Postdistanzsäulen eingraviert. Wie

wir sehen, handelt es sich nicht um eine Zeit- sondern

eine exakte Entfernungsangabe. Ob gewollt oder nicht,

entspricht sie ungeachtet dessen der Durchschnittsgeschwindigkeit

eines damaligen Fuhrwerkes.

Das ergibt nach jetzigen Maßstäben:

1.000 x 4,531 m = 4531 m = 4,531 km =

eine Wegestunde und

2.000 x 4,531 m = 9062 m = 9,062 km =

eine kursächsische Meile

Bilder: © MLL, Redaktion (Postmeilensäule, links), © Arnd Krenz

LÖBAUERLEBEN

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Ein Blickfang am Ausgang der

Inneren Bautzener Straße

Die Löbauer Postdistanzsäulen

bestanden ursprünglich aus Waltersdorfer

Sandstein. Angefertigt

vom Zittauer Steinmetzmeister

Gottlob Friedrich Engler und dem

Zittauer Bildhauer Christian Gottlob

Kretschmar, sind sie 1724/25

entstanden. Die Stadt hat die Säulen

aber wahrscheinlich erst im Jahr

1729 aufgestellt. Lange sollte ihr Dasein

allerdings nicht währen, denn

nach Kürzung der Meile auf umgerechnet

7,5 Kilometer, vermaß das

Königreich zwischen 1859 und 1865

das Land erneut. Die Postsäulen

wurden hinfällig und Löbau hat sie

entfernt – teilweise eingelagert bzw.

umgesetzt. Völlig verschwunden

war die Distanzsäule am Neumarkt,

bis jemand 1953 das alte Wappenteil

auf dem Grundstück Poststraße 5

wiederentdeckte. Daraufhin ließ die

Arbeitsgemeinschaft Philatelie des

Kulturbundes Löbau die Säule restaurieren

und 1957 auf dem Bautzener

Platz wieder aufstellen. Im Jahre

1971 nahm der Löbauer Malermeister

Rimpel noch eine farbliche Auffrischung

vor, dann verwitterte das

gute Stück zusehends. Erst 2018, im

Zusammenhang mit dem Bau des

Kreisverkehrs am Neumarkt, gab

die Stadt die Postdistanzsäule in

die Hände der Firma Hain Steinrestaurierung

zur Generalüberholung.

Am Ausgang der Inneren Bautzener

Straße ist sie mit ihrem fast 300

Jahre alten Originalwappen jetzt

wieder ein Blickfang.

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LÖBAUERLEBEN


K o m m t Z e i t –

K o m m t N a h t

von Bettina Hennig

Im kleinen Dorf

Wohla bei Löbau

befinden sich der

Showroom und die

Produktionsstätte

der jungen und erfolgreichen

Firma

bre.parat. Dort werden

Taschen für Insulinpumpenträger

hergestellt und in

die ganze Welt verschickt.

Neben dem

Nähbereich gibt

es seit März 2019

einen neuen Stoff

Showroom, welcher

die Herzen von

kreativen Menschen ganz schnell höher schlagen lässt.

Anker, Pinguine, Traktoren, Blumen, Seesterne, Karos,

Streifen, Pünktchen und noch viel mehr, sorgen sofort

für gute Laune und machen richtig Lust auf Nähen und

Gestalten. Die Stoffkollektion ist sehr aktuell und wird

mit allerlei Zubehör rund ums Thema Nähen ergänzt.

Wer näht oder überlegt, die Nähmaschine mal wieder zu

ölen, sollte auf jeden Fall mal bei den freundlichen Mitarbeiterinnen

im hübschen Stofflädchen vorbei schauen.

Ich durfte mich mit Peggy Kraft, der Gründerin von

bre.parat, die zwischen Wohla und Wiesbaden pendelt,

unterhalten. Ihre Gründer-Geschichte ist spannend und

sehr beeindruckend. Nicht umsonst wurde sie von der

Bundesinitiative „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“

ausgezeichnet.

Wann haben Sie Ihre Firma gegründet? Was führte zur Firmengründung

und Selbstständigkeit?

Genäht habe ich eigentlich schon immer. Um meine

selbst genähten Sachen verkaufen zu können, habe ich

2006 ein Nebengewerbe angemeldet. 2009 wurde ich

von der Mutter eines diabeteskranken Kindes angesprochen,

ob ich für die Insulinpumpe ein Täschchen nähen

könnte. Nach mehreren Fehlversuchen war die erste

brauchbare Pumpentasche geboren. Die Mutter bestellte

gleich mehrere Täschchen und rührte kräftig die

Werbetrommel. 2013 beschloss ich mich mit meinem

Nebengewerbe auf Diabeteszubehör zu spezialisieren

und 2016 kündigte ich schließlich meinen Job bei einer

Bank.

Wieviele Mitarbeiter haben Sie? Was machen diese bei Ihnen

genau?

Unser Team besteht neben mir aus 4 Schneiderinnen

bzw. Näherinnen, die sich um die Produktion der Diabetesprodukte

kümmern und einer Bürokraft.

Was ist Ihre Produktpalette und wer sind die Kunden?

Wir produzieren Diabeteszubehör mit hohem Tragekomfort.

Anfänglich spezialisierten wir uns auf Kinder

mit Insulinpumpe. Wir entwickelten verschiedene Tragevarianten,

damit die Insulinpumpe für die Kinder cool

verpackt aber trotzdem kaum spürbar ist. Die Anfragen

im Laufe der Zeit haben uns gezeigt, dass auch erwachsene

Diabetiker schöne Diabetesprodukte im Alltag

benötigen. Der Großteil unserer Kunden sind aber nach

wie vor Kinder und Jugendliche.

Warum produzieren Sie in Wohla und nicht in Wiesbaden?

Bis 2015 habe ich alle Produkte weitgehend allein in

meinem Nähzimmer genäht. Bei größeren Aufträgen

haben mein Bruder und meine Mutter beim Zuschneiden

und Nähen geholfen. Ab 2015 können einige Produkte

über die Krankenkassen abgerechnet werden und

die Bestellungen wurden mehr. Da meine Mutter zu diesem

Zeitpunkte ohne Arbeit war und schon gut in dem

Thema drin war, habe ich sie angestellt und ein kleines

Ladengeschäft in Löbau angemietet. Als wir 2016 eine

weitere Mitarbeiterin suchten, war klar, dass die Produktion

komplett in Löbau bleibt. Durch den erhöhten

Material- und Mitarbeiterbedarf sind wir dann Ende

2016 in ein größeres Objekt nach Wohla gezogen.

Bilder: ©Bettina Hennig

LÖBAUERLEBEN

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In welchen Mengen produzieren Sie nun in Wohla?

Wir versenden ca. 400 Pakete im Monat. 50% private

Bestellungen, 50% Großhändler und Apotheken

Warum schätzen Ihre Kunden Ihre Produkte? Haben Sie

Konkurrenz?

Neben den kindgerechten und passgenauen Produkten

schätzen unsere Kunden unseren Service. Wir versuchen

jeden Sonderwunsch zu erfüllen und gewähren

trotz Maßanfertigung ein Umtauschrecht. Ein Vorteil

ist selbstverständlich, dass einige Produkte über die KK

abgerechnet werden können. Gestartet sind wir konkurrenzlos.

Mittlerweile gibt es ein paar Mitbewerber.

Haben Sie Zukunfts-Pläne für Ihr Unternehmen?

Wir werden unsere Produktpalette ausbauen und künftig

weitere medizinische Hilfsmittel, z. B. für Stomaund

Dialysepatienten anbieten.

Neben der Herstellung der Diabetes-Produkte haben

wir in Wohla einen Stoff-Showroom für alle am Nähen

interessierte Kunden. Ein Ziel konnten wir zu Jahresbeginn

umsetzen, wir haben den Verkaufsraum erweitert

und neu gestaltet. Unsere Kunden finden nun eine Vielzahl

von Stoffen sowie Zubehör und Dekorationsartikel

rund um das Thema Stoff und Naht.

Wie oft sind Sie in Löbau und Umgebung? Was fällt Ihnen

zu Löbau ein?

Ich bin ungefähr alle 6-8 Wochen vor Ort. Zum Glück

habe ich ein tolles Team, welches selbständig arbeitet

und auch mal Entscheidungen alleine trifft. Löbau war

für mich als Dorfkind der erste Stadtkontakt. Hier bin

ich zur Musikschule gegangen und später auf das Gymnasium.

Heute sehe ich Löbau als idyllische Kleinstadt.

Wenn Sie drei Wünsche für Löbau hätten, was wären diese?

Wenn es um die Innenstadt geht, hat Löbau natürlich

mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie andere

Städte auch. Attraktive Innenstädte sind ein Magnet

und somit natürlich wünschenswert. Ich hoffe, dass Löbau

attraktive Konditionen für Unternehmen bietet, die

sich in Löbau ansiedeln möchten. Am allermeisten wünsche

ich Löbau, dass engagierte Menschen und Vereine

unermüdlich weitermachen und von der Politik gehört,

unterstützt und gefördert werden.

Möchten Sie unseren Lesern noch etwas mitteilen, was sie

interessieren könnte?

Da erlaube ich mir einen Hinweis auf unseren regelmäßig

stattfindenden Stoffmarkt. Zusätzlich zu unseren

Öffnungszeiten veranstalten wir regelmäßig einen

ganzen Tag im Zeichen schöner Stoffe. Neben dem Kauf

von Stoffen, Diabeteszubehör und Kurzwaren ist er eine

gute Plattform zum Austausch mit anderen kreativen

Nähfreunden. Der nächste Markt findet am 29. Juni

2019 statt.

Vielen Dank Frau Kraft für Ihre Zeit.

Kontakt:

bre.parat

Am Schloss Wohla 6

02708 Löbau

Telefon 03585 – 219 86 96

www.breparat.de

Öffnungszeiten

Montag-Freitag 9.30 Uhr – 16.30 Uhr

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