SchlossMagazin Juli 2019 Bayerisch-Schwaben und Fünfseenland

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36 | kunst + kultur | Jesus Christ Superstar

Heiliger Rock auf der

Freilichtbühne

Text Hannelore Eberhardt-Arntzen

fotos Jan-Pieter Fuhr

Musical Jesus Christ Superstar

Die Rock-Oper aus der Feder des Komponisten Andrew Lloyd Webber und des Texters

Tim Rice ist seit Anfang der 70er Jahre Kult. Bis zum 28. Juli wird nun „Jesus Christ Superstar“

auf der grandiosen Freilichtbühne Am Roten Tor in Augsburg aufgeführt und dürfte

aus vielerlei Gründen zum Hit des Jahres avancieren.

Die Schöpfer des Werkes hatten sich „die größte Story, die je erzählt

worden ist“ vorgenommen, die „unzweifelhaft größeren

Einfluss auf die Menschheit gehabt habe als irgend eine andere –

einen Einfluss kolossalen Umfangs“ (Texter Rice): die Passionsgeschichte,

die letzten Tage im Leben Jesu. In packenden Rhythmen und berührenden

Melodien erzählt Webbers Musical über die Geburt einer

Weltreligion die Geschichte von menschlichen Träumen und Sehnsüchten

ebenso wie von der Gefahr des Glaubens, der zum Fanatismus wird.

Der Herausforderung, dieses Stück in die Moderne zu transportieren und

gleichzeitig das Flair der mitreißenden Kult-Songs und die zeitlos-zentralen

Begriffe Liebe und Zweifel bewegend mit Leben zu füllen, stellte

sich das Produktionsteam mit Erfolg, wie die Premiere bewies.

„Am Anfang war

der Song“

Die Inszenierung von Cusch Jung vereint mehrerlei

Premieren in sich und kommt vollständig ohne

Dialoge aus. Trotzdem erschließt sich der Inhalt

dem Publikum und zieht es in seinen Bann. Ganz bewusst werden die Songs

in deutscher Sprache gesungen, um der Dramatik mehr Gewicht zu verlei-

hen. Für den renommierten Musicalsänger, Regisseur und Preisträger des

International Musical Awards Jung ist die Augsburger Interpretation der

Rock-Oper speziell für die Freilichtbühne Neuland gewesen – eine Aufgabe,

die er mit Bravour erfüllte. Darüber hinaus glänzt Jung selbst in der Rolle

des Pontius Pilatus. Neu ist auch die musikalische Präsentation, die zwei

Welten, nur räumlich getrennt, miteinander vereint: ein klassisches Sinfonieorchester,

die Augsburger Symphoniker unter der musikalischen Leitung

von Ivan Demidov und eine Rockband, die Augsburger Formation Abyss.

Beim Zusammenspiel kommt es darauf an, die beiden Welten miteinander

abzugleichen, ohne die Sänger zu dominieren. Hierbei drängen, wie in der

Originalversion, die Rock-Balladen meist in den Vordergrund, doch in den

anrührenden Momenten unterstreichen die sanften Klänge vor allem der

Streicher die Empfindungen der Darsteller.

GroSSe optische

Präsenz

Zum ersten Mal in Augsburg konnte auch die österreichische

Modedesignerin und selbstständige

Kostümbildnerin Aleksandra Kica ihr Können

unter Beweis stellen. Ihr ist es gelungen,

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