DVS-Jahresbericht 2018

BKDLuzern

Bericht über die Schwerpunkte der Arbeiten der Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern.

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DVS

Jahresbericht 2018

Dienststelle

Volksschulbildung

volksschulbildung.lu.ch


2 DVS | Jahresbericht 2018 | Inhaltsverzeichnis

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Herausgeberin

Dienststelle Volksschulbildung

Kanton Luzern

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www.volksschulbildung.lu.ch

Januar 2019

900941

Inhaltsverzeichnis

Die Arbeitsschwerpunkte 2018 3

Kennzahlen 4

Zentrale Dienste 5

Abteilung Schulbetrieb I 6

Abteilung Schulbetrieb II 7

Abteilung Schulunterstützung 8

Abteilung Schulaufsicht 9

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain 10

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim 11

Heilpädagogische Schule HPS Luzern 12

Heilpädagogische Schule HPS Sursee 12

Heilpädagogische Schule HPS Willisau 13

Schulangebote Asyl (SAA) 13

Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen (FFS) 14


3 DVS | Jahresbericht 2018 | Die Arbeitsschwerpunkte 2018

Die Arbeitsschwerpunkte 2018

Nach einem in verschiedener Hinsicht besonderen 2017 verlief

das abgeschlossene Jahr eher wieder im üblichen Rahmen. In

der Dienststelle Volksschulbildung konnten zahlreiche Vorhaben

termingerecht und planmässig bearbeitet werden. Auf drei Schwerpunktthemen

gehe ich einleitend ein. Auf den nachfolgenden

Seiten erfahren Sie – geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser –

viele interessante Informationen über die Arbeitsschwerpunkte der

einzelnen Abteilungen und Schulen.

EINFÜHRUNG LEHRPLAN 21

Die Umsetzung des Lehrplans 21 ging im 2018 wie geplant weiter:

Im Sommer starteten die sechsten Primarklassen mit der Einführung.

Die Rückmeldungen der Schulleitungen und Lehrpersonen zeigen,

dass die Umsetzung erfolgreich verläuft. Dazu beigetragen hat

sicher auch das umfangreiche Weiterbildungsangebot, welches

wir in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern

realisieren konnten. Aktuell stehen nun die Vorbereitungsarbeiten

für die Sekundarschulen im Mittelpunkt. Diese starten im Schuljahr

2019/20 mit dem Lehrplan 21.

DIGITALE LEHRMITTEL ZU LUZERNER THEMEN

Für den Unterricht über den Kanton Luzern stand den Lehrpersonen

seit Jahren nur der Heimatkundeordner zur Verfügung. Da dieser

Ordner sowohl inhaltlich als auch formal veraltet war, beschlossen

wir eine vollständige Überarbeitung. Allerdings sollte das neue

Lehrmittel nicht mehr in gedruckter Form erscheinen. Damit die

Inhalte bei Bedarf rasch aktualisiert werden können, entschieden

wir uns für eine digitale Lösung mit zunächst 14 Unterrichtseinheiten

für die Primarschule. Diese sind rechtzeitig auf das Schuljahr

2017/18 unter «entdecke.lu.ch» veröffentlicht worden und werden

seither für den Unterricht im Fach Natur, Mensch und Gesellschaft

(NMG) rege genutzt. Auf das nächste Unterrichtsjahr folgen vier

Unterrichtseinheiten für die Sekundarschule. Zudem sind unter

dem Titel «mint-erleben.lu.ch» Unterrichtseinheiten für den naturwissenschaftlichen

Unterricht in Erarbeitung. Diese Bespiele zeigen

deutlich, wie sich die Lehrmittel in den nächsten Jahren auch in

anderen Fachbereichen entwickeln werden.

ENTWICKLUNG DER DIENSTSTELLE

Damit wir weiterhin erfolgreich und qualitätsvoll die Luzerner

Volksschulen unterstützen können, muss sich auch die Dienststelle

weiterentwickeln. Sie tut dies im Rahmen der Qualitätssicherung

und -entwicklung. Im vergangenen Jahr haben wir dazu verschiedene

Themen zielgerichtet umgesetzt. So führten wir im

Frühjahr eine weitere Kundenbefragung durch. Die sehr positiven

Rückmeldungen sind eine wichtige Bestätigung für unsere Arbeit.

Im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses haben wir

Charles Vincent, Leiter Dienststelle Volksschulbildung

drei Themen für Verbesserungsmassnahmen definiert und teilweise

bereits umgesetzt. Intern haben wir die DVS-Strategie überarbeitet

und das bisherige Leitbild darin integriert. Damit sollen die

Leitbildaussagen noch stärker und konkreter in die Alltagsarbeit

einfliessen. Zudem haben wir für die Mitarbeitenden einen internen

Seitenwechsel durchgeführt, bei dem alle in der Verwaltung

Tätigen einen halben Tag in einer Schul-Abteilung «schnuppern»

konnten. Im 2019 sollen dann die Mitarbeitenden in den Schulen

die DVS-Verwaltung näher kennenlernen. Die positiven Rückmeldungen

zeigen, dass damit das Verständnis für andere Aufgaben

gefördert werden konnte.

Alle im Jahresbericht aufgeführten Aufgaben konnten nur dank der

engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden. Sie

haben sich täglich motiviert für ihre Aufgaben eingesetzt. Ihnen

allen danke ich ganz herzlich. Den Partnern in Behörden und

Schulen danke ich für ihr Interesse an der Volksschulbildung und

die gute Zusammenarbeit im 2018. Mit Ihnen zusammen gelingt es

uns, die Luzerner Volksschulen aktuell und kindgerecht zu gestalten.

Dr. Charles Vincent

Leiter Dienststelle Volksschulbildung


4 DVS | Jahresbericht 2018 | Kennzahlen

Mehr als 40‘000 Schülerinnen und Schüler besuchen die Luzerner Volksschule.

Kennzahlen

STELLENPLAN

Die Bildungsverwaltung der Dienststelle Volksschulbildung verfügt

Stand Dezember 2018 über 49.3 Vollzeitstellen. Der Stellenetat

bei den Heilpädagogischen Schulen und Zentren, bei der Fachstelle

Früherziehung und Sinnesbehinderung sowie bei den Schulangeboten

Asyl beträgt 455.4 Vollzeitstellen.

KOSTEN DER LUZERNER VOLKSSCHULE 2018

Der Rechnungsabschluss 2018 liegt noch nicht vor, deshalb hier die

Zahlen aus dem Vorjahr: Im Jahr 2017 kosteten die Regelschulen

(Betriebskosten der Gemeinden) Fr. 637 Mio. Davon finanziert der

Kanton 25 %. Die Sonderschulung kostete Fr. 94 Mio. und wird

von Kanton und Gemeinden je zur Hälfte finanziert.

STECKBRIEF VOLKSSCHULE SCHULJAHR 2018/19

Regelschule

Anzahl Lernende Anzahl Lehrpersonen *) Anzahl Vollzeitstellen

Kindergarten 6'220 734 361

Basisstufe 1'671 231 119

Primarschule 22'939 2'815 1'549

Sekundarschule 9'305 1'340 826

IF/DaZ 1'621 505

Total 40'135 6'741 3'360

*) Die Lehrpersonen können auf mehreren Stufen und in mehreren Funktionen tätig sein. Sekundarschullehrpersonen sind inkl. Fachlehrpersonen

und Lehrpersonen einer Timeoutklasse aufgeführt. Die Angaben zu den Lehrpersonen beinhalten auch die Kleinstpensen (< 15 %).

Sonderschulung

Anzahl Lernende

Separative Sonderschulung 854

Integrative Sonderschulung 536

Total 1‘390


5 DVS | Jahresbericht 2018 | Zentrale Dienste

Die zahlreichen DVS-Veranstaltungen waren gut besucht und wurden rege für den Austausch genutzt.

Zentrale Dienste

FRÜHE SPRACHFÖRDERUNG

Kinder mit geringen Kenntnissen in der Schulsprache haben bereits

bei Schuleintritt ein Defizit, das schwierig aufzuholen ist. Deshalb

können die Gemeinden seit dem 1. August 2016 Kinder mit

unzureichenden Deutschkenntnissen verpflichten, im Jahr vor dem

Schuleintritt ein Angebot der frühen Sprachförderung zu besuchen.

Mittlerweile haben elf Gemeinden die Sprachförderung im Vorschulbereich

eingeführt. Im Schuljahr 2018/19 besuchen rund

250 Kinder mit geringen Deutschkenntnissen ein entsprechendes

Angebot in einer Spielgruppe und lernen auf spielerische Art und

Weise Deutsch. Die DVS unterstützt die Gemeinden mit Beratung

und einer Kostenbeteiligung von 25 %.

QUALITÄTSMANAGEMENT WEITERENTWICKELT

Die Bildungsplanung hat die Stellwerktests auf kantonaler Ebene

ausgewertet und jeder Sekundarschulleitung ein Dossier mit den

Ergebnissen der Schule zugestellt. Damit soll neben der Förderung

der Lernenden auch die Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützt

und folglich das Qualitätsmanagement ergänzt werden. Die

Sekundarschulleitungen und Bildungskommissionen wurden über

die Änderungen informiert.

Unter Federführung der Zentralen Dienste wurde das interne Qualitätsmanagement

der Dienststelle weiterentwickelt. Sämtliche Prozessbeschreibungen

der DVS Services sind nun gemäss kantonalen

Vorgaben und Standards aktualisiert und in einer Software erfasst.

Ausserdem erhielten alle Mitarbeitenden eine Einführung in die

Software und ein Refreshing zu EFQM.

IN STICHWORTEN

––

Rechnungswesen

Rund 10‘600 Rechnungen wurden verarbeitet und bezahlt,

4‘000 Rechnungen wurden an Kunden verschickt.

––

Webseite

www.volksschulbildung.lu.ch wurde 268‘709 mal besucht,

736 mal pro Tag.

––

Veranstaltungen

DVS-Veranstaltungsreihe zu pädagogischen Brennpunkten:

3 Anlässe, 295 Teilnehmende

• Infomarkt für Bildungskommissionen: 168 Teilnehmende

• Seminar Flexible Pensionierung: 78 Teilnehmende

• Feier für pensionierte Personen im Schuldienst:

• 253 pensionierte Mitarbeitende

• Elternbildungstag: 140 Teilnehmende

– – Weiterbildungen von der DVS unterstützt

• 8 MAS-Abschlüsse (3 MAS Schulmanagement, 5 MAS IF)

• 17 DAS Schulleitungs-Abschlüsse

• 88 CAS-Abschlüsse (7 CAS Unterrichts- und Schul-

• entwicklung, 78 CAS-Module des MAS IF,

• 3 CAS Leiten in Tagesstrukturen)

• 18 absolvierte Praxisgruppenmodule zum MAS IF

• 28 absolvierte Langzeitweiterbildungen «Seitenwechsel»

• 5 absolvierte Langzeitweiterbildungen «Indiv.

• Entwicklungsprojekt für Schulleitende» (INSL)


6 DVS | Jahresbericht 2018 | Abteilung Schulbetrieb I

Sport als Ausgleich zu den anderen Fächern.

Abteilung Schulbetrieb I

EINFÜHRUNG LEHRPLAN 21

AUF DER SEKUNDARSTUFE I

Seit Schuljahr 2018/19 arbeitet die gesamte Primarstufe mit dem

Lehrplan 21. Nun laufen die Arbeiten auf Hochtouren, um den

Lehrplan 21 ab Schuljahr 2019/20 auch auf der Sekundarstufe (3.

Zyklus) gestaffelt einzuführen. Die Lehrpersonen haben in diesem

Jahr diverse Weiterbildungen besucht und bereiten sich auf die

Einführung vor. Bezüglich Beurteilungsfragen im 3. Zyklus fanden

im Herbst 2018 mehrere Informationsveranstaltungen statt. Weitere

folgen im nächsten Jahr.

LEHRMITTEL «DIS DONC!»

Das Lehrmittel «dis donc!» wurde im Schuljahr 2018/19 im 2.

Zyklus in der 5. Klasse eingeführt. Im nächsten Schuljahr wird

es auch in der 6. Klasse eingesetzt und auf die Sekundarstufe

ausgeweitet. «dis donc!» wurde umfassend neu entwickelt und

ist nun vollumfänglich Lehrplan 21-konform.

ABSCHLUSS PROJEKT «RUNDUM FIT»

«rundum fit» unterstützt Schulen, die sich speziell mit den Themen

Bewegung und Ernährung auseinandersetzen. Die Angebote des

Projekts sind Teil des Luzerner Aktionsprogramms «Ernährung und

Bewegung» und werden von der Gesundheitsförderung Schweiz

finanziell unterstützt. Nach rund zwölf Jahren wird das Projekt per

Ende Schuljahr 2018/19 abgeschlossen. Das Anschlussprojekt

wird sich der psychischen Gesundheit widmen.

START PROJEKT

«SCHULADMINISTRATIONSSOFTWARE»

Nach der Ausschreibung im Jahre 2013, dem Zuschlag durch den

Regierungsrat im 2014 sowie der Gesetzesänderung im 2016

konnte das Projekt Schuladministrationssoftware im August 2018

definitiv gestartet werden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer

Standardsoftware, welche die einheitliche, elektronische Erfassung

und Bearbeitung von schuladministrativen Daten ermöglicht. Der

Start mit den ersten Pilotschulen erfolgt im März 2019.

UNTERRICHTSANGEBOTE

Im Schuljahr 2017/18 standen den Schulen 26 Angebote aus

unterschiedlichsten Themenbereichen zur Verfügung. Die externen

Anbieter konnten dadurch mit weit über tausend Klassen

in den Bereichen Soziales und Gesundheit, Gewaltprävention,

Geschichte, Natur, Technik, Sprachen und Kultur arbeiten. Die vielfältigen

Angebote tragen dazu bei, die Schülerinnen und Schüler

auch in ausserschulischen Bereichen zu fordern und zu fördern.

DURCHGEFÜHRTE TAGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN

––

Gesundheitsförderung «Was stark macht – Resilienzförderung konkret» 138 Teilnehmende

––

Tag der Musikschullehrpersonen 81 Teilnehmende

––

Konferenz Tagesstrukturen 42 Teilnehmende

––

Tagesstrukturen «Kinder gut begleiten» 129 Teilnehmende

––

DVS-Tagung «Kommunikation ist Beziehung» 88 Teilnehmende

––

Lehrplan 21: Infoveranstaltung zu Beurteilungsfragen 377 Teilnehmende

––

Medien und Informatik: Infoveranstaltung für technische Betreuer/-innen 100 Teilnehmende

––

LehrerOffice: Förderplanung 120 Teilnehmende

––

LehrerOffice: Einführung 1. Zyklus 40 Teilnehmende


7 DVS | Jahresbericht 2018 | Abteilung Schulbetrieb II

«Genug!» – PORTA-Gebärden sind eine wichtige Kommunikationsmöglichkeit für Menschen mit einer geistigen Behinderung (s. Seite 13, Heilpädagogische Schule HPS Willisau).

Abteilung Schulbetrieb II

ENTWICKLUNG DER SONDERSCHULZAHLEN

Die Sonderschulquote liegt seit vier Jahren stabil bei 3.3 %. Die

integrative Sonderschulung hat nur noch leicht zu-, die separative

Schulung entsprechend abgenommen. Über 38 % der Lernenden

mit Sonderschulmassnahmen werden aktuell integrativ geschult.

Das Ziel der Integration von Lernenden mit Behinderung, wie

sie unter den aktuellen Bedingungen möglich ist, scheint in

quantitativer Hinsicht fast erreicht. Der Schwerpunkt der nächsten

Jahre wird vor allem in einer qualitativen Optimierung liegen.

Besonderes Augenmerk erfordert weiterhin der Bereich Verhalten.

INTEGRATIVE SONDERSCHULUNG GELINGT

Die Integration (IS) von Lernenden mit geistiger Behinderung ist

in den Schulen gut etabliert. So konnten in letzten Jahren im

Durchschnitt 10 Lernende ihre integrative Schulzeit mit der dritten

Sekundarklasse abschliessen. Dank hohem Engagement der

Regelschulen, kompetenter Unterstützung von Fachpersonen der

heilpädagogischen Zentren und Schulen und engagiertem Einsatz

der Eltern ist die Integration zu einer Selbstverständlichkeit

geworden. Damit die Qualität der IS entwickelt werden kann,

wird es weiterhin wichtig sein, ausreichend Fachkompetenz und

Ressourcen dafür sicher zu stellen.

LEHRMITTEL FÜR LERNENDE

MIT GEISTIGER BEHINDERUNG

Die obligatorischen Lehrmittel können für Lernende mit geistiger

Behinderung nicht gleichermassen eingesetzt werden. Im Rahmen

des mehrjährigen Projekts «Inhaltliche Weiterentwicklung der

Heilpädagogischen Schulen und Zentren» hat eine Arbeitsgruppe

Empfehlungen für Lehrmittel erarbeitet, welche sich für die Verwendung

mit dieser Zielgruppe spezifisch eignen.

FACHDIENST FÜR SONDERSCHUL ABKLÄRUNGEN

Der Fachdienst für Sonderschulabklärungen hat im letzten Schuljahr

250 Kinder und Jugendliche abgeklärt. Das sind rund

6.72 % oder 18 Anmeldungen weniger als im Vorjahr. Die

Anmeldezahlen im Vergleich zum Vorjahr:

2017/18 2016/17

Sprache 113 124

Körper und Sinn 92 101

Verhalten 45 43

In 226 Fällen (90.40 % aller Abklärungen) wurde eine Sonderschulmassnahme

empfohlen.

STANDARDISIERTES

ABKLÄRUNGSVERFAHREN (SAV)

Gemäss Sonderpädagogik-Konkordat der EDK soll der Sonderschulbedarf

in allen Beitrittskantonen mithilfe des SAV abgeklärt

werden. Das SAV basiert auf der Internationalen Klassifikation

der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und

entspricht dem aktuellen Stand des Wissens in diesem Bereich.

Gemeinsam mit Peter Lienhard von der Hochschule für Heilpädagogik

wurde das Instrument an die Vorgaben des Kantons Luzern

angepasst. Nach einer Schulung haben die Schulpsychologischen

Dienste im August mit der Einführung gestartet. Der kantonale

Fachdienst für Sonderschulabklärungen arbeitet bereits seit einigen

Jahren mit dem SAV.


8 DVS | Jahresbericht 2018 | Abteilung Schulunterstützung

«Was trägt dazu bei, dass ihr euch stark fühlt?» Mit dieser Fragestellung und einem Scrabble startete die DVS-Tagung «Starke Schulen – nach innen und aussen».

Abteilung Schulunterstützung

SCHULBERATUNG

Die Schulberatung hat 348 Einzelpersonen in insgesamt 674

Sitzungen begleitet. Die häufigsten Gründe für die Beanspruchung

einer Beratung waren Stresssymptome, Stärkung der Persönlichkeit

sowie langandauernde Krankheit. Auffallend ist, dass bei jungen

Lehrpersonen in den ersten sieben Jahren – im Vergleich zu Lehrpersonen

mit mehr Berufsjahren – Stresssymptome, Persönlichkeitsfragen

und Klassenführung häufiger als Grund für eine Beratung

ausschlaggebend sind. Mit zunehmender Berufserfahrung nehmen

Stresssymptome als Beratungsgrund leicht ab, hinzukommen dann

häufiger Konflikte oder Standortbestimmungen. 119 Teams haben

mit insgesamt 224 Supervisionssitzungen von einem Startcoaching,

einer Konfliktbearbeitung oder Fallbesprechungen profitiert. Bei

32 Gruppenangeboten mit insgesamt 59 Sitzungen haben sich

474 Personen beteiligt. Weiter wurden 44 Workshops, Moderationen

oder Schulinterne Weiterbildungen zu «Neue Autorität»,

«Gesundheit» oder «Umgang mit Ärger» durchgeführt.

Fünfzehn Schulleitungen wurden bei Notfällen unterstützt. In einem

Fall war der Einsatz des Notfallteams vor Ort nötig.

SCHULENTWICKLUNG

Die Schulentwicklung fokussierte auf die Prozessbegleitung der

Schulen bei der Einführung des Lehrplanes 21. 37 Primar- und

16 Sekundarschulen wurden unterstützt. Im «Netzwerk Luzerner

Schulen» arbeiten 806 Lehrpersonen, Schulleitungen und weiteres

Schulpersonal in 37 Teilnetzwerken zu Themen der pädagogischen

Führung, internen Evaluation, Begabungsförderung, Mittagstischbetreuung,

Gesundheitsförderung, Klassenassistenz und

vielen mehr. Im Projekt «Sozialraumorientierte Schulen» (SORS)

werden sechs «multikulturelle» Schulen darin begleitet, sich mit

ausserschulischen Akteuren zu vernetzen und gemeinsam die

besonderen Herausforderungen zu meistern. Mit der Öffnung

wird die Schule zum Ausgangspunkt für verschiedene Angebote

in den Bereichen Bildung, Freizeit, Betreuung und Kultur. Die neu

erarbeitete Umsetzungshilfe ermöglicht es weiteren Schulen, sich

auf diesen Weg zu machen. An der im Herbst organisierten Tagung

«Starke Schulen – nach innen und aussen» nahmen 92 Personen

teil. Eingeladen waren Schulleitungen, Lehr- und Fachpersonen

sowie Mitglieder von Bildungsbehörden.

SCHULEVALUATION

Die Schulevaluation hat an 31 Schulen eine externe Evaluation

durchgeführt. Zudem wurden die Evaluationsergebnisse der letzten

drei Jahre in einem Monitoringbericht zusammengefasst. Erfreulich

ist die insgesamt hohe Zufriedenheit aller Schulangehörigen. Die

Lernenden fühlen sich im Unterricht und an der Schule wohl und

gehen gerne zur Schule. Mit zunehmendem Alter nimmt die

Schulfreude jedoch ab. Auch die Eltern bestätigen das hohe

Wohlbefinden ihrer Kinder und sind mit der Schule insgesamt

zufrieden. Die Lehrpersonen fühlen sich im Allgemeinen wohl an

ihrer Schule. Wie schon in früheren Zyklen beurteilen sie jedoch

das Verhältnis zwischen beruflicher Belastung und Befriedigung

unterschiedlich gut.

Mit Entwicklungszielen, die sie gemeinsam mit der externen

Evaluation formulieren, wirken die Schulleitungen auf weitergehende

Absprachen in der Unterrichtsgestaltung hin. Dieses «am

gleichen Strick ziehen» stärkt die Lehrpersonen und trägt zu einem

einheitlichen Niveau der Unterrichtsqualität bei. Das wiederum

wirkt sich positiv auf die Aussenwahrnehmung der Schulen aus.

Die Schulen nehmen die Steuerung des Qualitätsmanagements

insgesamt professioneller wahr als in früheren Jahren. Sie sind

jedoch weiterhin auf die Analyse und Beurteilung durch die

externe Schulevaluation angewiesen, um einen wirkungsvollen

Qualitätskreislauf sicherzustellen. Optimierungsbedarf besteht beispielsweise

in Bezug auf das Einholen von Feedback oder die

konsequente Verknüpfung der Qualitätselemente.


9 DVS | Jahresbericht 2018 | Abteilung Schulaufsicht

Alles in Ordnung?

Abteilung Schulaufsicht

ÜBERPRÜFUNG KANTONALER BESTIMMUNGEN

Die Schulaufsicht überprüft die Einhaltung der kantonalen Vorgaben

in relevanten Bereichen. Im Schuljahr 2017/18 bildeten der

Schulleitungs- und Schulpool, der Kindergarteneintritt im Rahmen

des Zweijahreskindergartens sowie die Kostenübernahme Deutsch

als Zweitsprache (DaZ) für Kinder von Asylsuchenden und vorläufig

Aufgenommenen die Hauptschwerpunkte der Aufsicht. Die kantonalen

Bestimmungen werden mehrheitlich eingehalten, jedoch ist

die Anzahl der Gemeinden, die kantonale Bestimmungen bezüglich

Volksschule nicht genau umsetzen, je nach Thema beträchtlich.

Details zu den Ergebnissen und Massnahmen sind im Bericht der

Schulaufsicht 2017/18 auf der Website der Dienststelle Volksschulbildung

zu finden: www.volksschulbildung.lu.ch.

ÜBERPRÜFUNG DER SCHULKOSTEN

DER GEMEINDEN

Die Schulaufsicht übernimmt zunehmend Aufgaben im Zusammenhang

mit den Betriebskosten Volksschule. Diese dienen als Grundlage

für die Berechnung des Kantonsbeitrags für die Volksschule

an die Gemeinden. Es zeigten sich verschiedene Auffälligkeiten

bei den Betriebskosten Volksschule der Gemeinden. Die Vorgaben

zur Kostenrechnung wurden unterschiedlich eingehalten. Teilweise

wurden Kosten ungerechtfertigt in der Schulkostenrechnung verbucht.

Dies beeinflusst letztendlich die Höhe des Kantonsbeitrags.

UNTERRICHTSAUSFALL

Verschiedene Schulen haben Beurteilungskonferenzen während

der Unterrichtszeit durchgeführt – auf Kosten von Lernzeit für die

Schülerinnen und Schüler. Die betroffenen Schulen haben den

Zeitpunkt für die Beurteilungskonferenzen angepasst.

PRIVATSCHULEN/PRIVATUNTERRICHT

Mit insgesamt 595 Lernenden (1.5 %) hat die Anzahl Lernender

an Privatschulen im Kanton Luzern seit fünf Jahren erstmals wieder

zugenommen (Vorjahr 554). Eine Privatschule ist auf Beginn des

Schuljahres 2018/19 eröffnet worden.

Für Privatunterricht wurden 16 neue Bewilligungen ausgestellt

(Vorjahr zwölf). Die Anzahl privat unterrichteter Lernender hat von

49 auf 63 auch 2018 erneut zugenommen (+29 %).

ZUSAMMENARBEIT MIT DER

EXTERNEN EVALUATION

Seit Beginn des dritten Evaluationszyklus' sind die Schulen selbst

verantwortlich für die Konkretisierung der Entwicklungsziele (Operationalisierung).

Die Schulaufsicht genehmigt Zielvereinbarungen

oder macht Zielvorgaben lediglich noch bei Schulen mit unzureichender

Praxis. Rund drei Jahre nach der letzten externen

Evaluation überprüft die Schulaufsicht die erfolgreiche Umsetzung

der Entwicklungsziele im Rahmen eines Standortgesprächs.

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN 2018

Aufsichtsthemen (von der Geschäftsleitung DVS festgelegt) 6

Überprüfte Schulen: Regelschulen 81

Sonderschulen 12

Privatschulen/Privatunterricht 14/14

Interventionen aufgrund nicht eingehaltener kantonaler Bestimmungen

(ohne Interventionen im Rahmen von Zielvereinbarungen nach der externen Evaluation)

64

Aufsichtsanzeigen, Aufsichtsbeschwerden von Erziehungsberechtigten 12

Zielvorgaben (bei besonderen Feststellungen/oder unzureichender Praxis durch die externe Evaluation) 2

Überprüfte Zielerreichungen (Erfolg der Massnahmenumsetzung aufgrund der externen Evaluation) 24


10 DVS | Jahresbericht 2018 | Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain

Im HPZ Hohenrain haben umfassende Sanierungsarbeiten begonnen.

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain

Das grossräumige Areal des Heilpädagogischen Zentrums

Hohenrain (HPZH) umfasst eine Vielzahl von Gebäuden aus

verschiedensten Zeitepochen, die stark sanierungsbedürftig sind.

UMBAU 2023plus

Im Sommer 2018 wurde die 6-jährige Projekt- und Planungsphase

der Sanierung erfolgreich abgeschlossen. Die Sanierung soll im

Frühling 2023 fertig sein und umfasst vier Internatsgebäude (Pavillon

1-4), den Zentralbau mit Küche und Wäscherei sowie das

historische Tor- und Pfarrhaus. Gemeinsam mit den Kindern und

Jugendlichen, den Mitarbeitenden und einigen externen Gästen

(Vertreter/innen aus der Politik, aus der Gemeinde Hohenrain

und aus dem Projekt- und Planungsteam) fand am 15. Oktober

der langersehnte Spatenstich statt.

Anfang November begannen im historischen Tor- und Pfarrhaus

die Arbeiten für die Innensanierung und Nutzbarmachung. Die

Gebäude sind äusserst wertvoll. Während der Planungsphase

stiess man unter anderem auf bis dahin nicht ersichtliche Böden,

die in die Zeit um 1490 datieren. Sie sind praktisch komplett

erhalten. Wesentliche Teile des Innenausbaus reichen in die

Gründungszeit der Kommende zurück. Nach der Innensanierung,

die bis ca. Mitte 2020 dauert, werden Mittagsgruppen, die

Verwaltung sowie ein Teil der HPZ-Leitung ins Tor- und Pfarrhaus

einziehen. Die Internatsgebäude werden behindertengerecht

gebaut, was einen grossen Mehrwert bedeutet.

Die Renovationsarbeiten für die bald 60-jährigen Internatsgebäude

(Pavillon 1-4) beginnen im Januar 2019. Pro Jahr wird

jeweils ein Pavillon saniert. So kann der Betrieb aufrechterhalten

werden. Pavillon 2 wird als einziges Gebäude zurückgebaut

und nicht mehr ersetzt. Der Zentralbau mit der Grossküche und

der Wäscherei wird in der letzten Bauetappe saniert.

HPZH-FEST UND EHEMALIGENTAG

Am 15. September 2018 öffnete das HPZ Hohenrain – getreu

dem Leitthema «öffnen und begegnen» – seine Tore.

Mit dem Tag der offenen Tür wollte das HPZ Hohenrain Kontakte

nach aussen schaffen und neue Begegnungen ermöglichen.

Die Bevölkerung bekam die Gelegenheit, das HPZH auch von

innen kennen zu lernen. Gleichzeitig war es für die Ehemaligen

der Tag des Abschiednehmens von den vertrauten Gebäuden

und Räumlichkeiten. 2‘000 Gäste nutzten den Tag der offenen

Tür. Sie interessierten sich für die Arbeit und die Menschen im

HPZH und liessen sich gleichzeitig über den Umbau 2023plus

informieren. Die Besucherinnen und Besucherinnen genossen

das Flanieren auf dem Areal bei herrlichem Herbstwetter und

rundeten ihren Besuch kulinarisch ab.

Lernende (Schuljahr 2018/19)

Separative Sonderschulung

223

– davon geistig behindert

106

– davon sprachbehindert

117

Lernende im Internat 63


11 DVS | Jahresbericht 2018 | Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim

Der langjährige Rektor Peter R. Marty verabschiedet sich farbenfroh.

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim

Im Heilpädagogischen Zentrum Schüpfheim (HPZS) kam es im

Herbst zu einem Wechsel in der Führung. Peter R. Marty-Bouvard

ging am 31. Oktober 2018 als Rektor des HPZS nach 29 Jahren

in Pension. Mit viel Feingefühl und Herzblut leitete und prägte

Peter Marty das HPZ Schüpfheim fast drei Jahrzehnte. Das HPZS

dankt ihm sehr für sein Engagement und wünscht ihm für die

Zukunft alles Gute. Zum neuen Gesamtleiter wurde Raimund Erni

gewählt. Er hat die Arbeit am 1. Oktober 2018 aufgenommen.

Raimund Erni arbeitete zuvor mehrere Jahre als Fachbereichsleiter

Unterricht im Heilpädagogischen Zentrum Hohenrain.

BLOCKZEITEN

Die Unterrichtszeiten der Basis-, Primar- und Sekundarstufe sind

durch die Blockzeiten auf das Schuljahr 2018/19 aufeinander

abgestimmt worden. Dies führte zu Verschiebungen der Anwesenheitszeiten

der Kinder und Jugendlichen im Internat und bei der

Tagesstruktur. Die Mittagszeit auf den Wohngruppen verkürzte

sich für die Sekundarschüler/-innen, die Zeiten vor und nach dem

Unterricht verschoben sich. Die Anpassungen im Stundenplan

wirkten sich auch auf die Schülertransportzeiten aus.

Trotz grossen Veränderungen ist die Einführung der Blockzeiten gut

verlaufen. Vieles wird positiv gewertet, z. B. die Übersichtlichkeit

im Stundenplan oder die zusätzliche Zeit nach der Schule für

Aktivitäten im Internat.

WEITERBILDUNG

«SOZIO-EMOTIONALE ENTWICKLUNG»

Im Mai setzten sich die Mitarbeitenden der beiden Bereiche Kinder

& Jugendliche und Erwachsene in einer Weiterbildung mit der

sozio-emotionalen Entwicklung bei Menschen mit einer geistigen

Behinderung auseinander. Die Einordnung des sozio-emotionalen

Entwicklungsstandes bietet den Mitarbeitenden Anknüpfungspunkte

für pädagogische Interventionen.

Lernende (Schuljahr 2018/19)

Separative Sonderschulung 44

Davon im Internat 26

Erwachsene 39


12 DVS | Jahresbericht 2018 | Heilpädagogische Schule HPS Luzern & HPS Sursee

Die HPS Luzern unterwegs mit der historischen Seetalbahn.

Heilpädagogische Schule HPS Luzern

Das Schuljahr 2017/18 stand unter dem Motto «Zeitreise». Dieses

Jahresthema fand auf unterschiedliche Weise Eingang in den

Unterricht:

Die Sekundarklassen setzten sich mit den verschiedenen Epochen

der Weltgeschichte auseinander. Eine Primarklasse machte im

Rahmen des Fachs NMG (Natur, Mensch, Gesellschaft) eine

Zeitreise zu Schnee und Eis. Die Basisstufe beschäftigte sich mit

der Frage, wie die Zeitreise in der Entwicklung jedes einzelnen

Lernenden verläuft.

Die Ergebnisse wurden in Unterrichtsheften, Bildern, Rollenspielen,

als Fasnachts-Sujet und an den Schulhauswänden dokumentiert.

Den Abschluss bildete der Projekttag – eine Zeitreise in die

Geschichte der Eisenbahn. Mit der historischen Seetalbahn fuhr die

ganze Schule von Luzern nach Hochdorf, um verschiedene Lokomotiven

zu besichtigen und einen Tag gemeinsam zu verbringen.

KOMPLEXITÄT STEIGT

Das Schuljahr 2018/19 steht unter dem Jahresmotto «Berufe».

Neben dem Jahresmotto beschäftigt die Schule die Aufnahme

von Lernenden mit zunehmend komplexeren Behinderungen. Damit

einhergehend muss sich die HPS Luzern den neuen Herausforderungen

an Unterricht und Tagesstrukturen stellen.

Lernende (Schuljahr 2018/19)

Basisstufe 12

Primarstufe 27

Sekundarstufe und Überbrückungsjahr 22

Sonderpädagogisches Brückenangebot 11

Heilpädagogische Schule HPS Sursee

Im Juni 2018 fuhren die Primar- und Sekundarklassen ins Klassenlager.

Die sechs Klassen machten die Gegenden von der

Rigi bis Sedrun «unsicher». Soziales Lernen stand im Vordergrund,

aber auch Thematisches und Sportliches fand sich

auf den verschiedenen Programmen. Und natürlich durfte der

Spass nicht fehlen. Erfreuliches Fazit: Alle kehrten müde, aber

unfallfrei und glücklich zurück.

START DER BASISSTUFE GELUNGEN

Mit dem neuen Schuljahr startete die Basisstufe mit drei Klassen

an der HPS Sursee. Dabei haben die Schülerinnen und

Schüler die Möglichkeit, die beiden Kindergartenjahre und die

ersten zwei Primarschuljahre während vier bis fünf Jahren in

individuellem Tempo und gemäss individuellem Fortschritt zu

durchlaufen. Auch hier lässt sich erfreulicherweise feststellen,

dass der Start der Basisstufe ohne nennenswerte Probleme

gelungen ist.

UMBAUARBEITEN ERSCHWEREN SCHULBETRIEB

Die Regelschule in der Nachbarschaft der HPS wird massiv

umgebaut. Das bringt Lärmimmissionen und Behinderungen mit

sich. Die Turnhalle steht ein Jahr lang nicht zur Verfügung, doch

dank des heissen und trockenen Sommers konnte sehr lange

draussen geturnt werden. Die sonst schon knappen Spezialräume

teilt die HPS Sursee nun auch mit der Regelschule. Die

Lehrpersonen machen das Beste daraus und setzen gekonnt

das Jahresmotto «zäme boue» um.

Lernende (Schuljahr 2018/19)

Basisstufe 17

Primarstufe 13

Sekundarstufe und Überbrückungsjahr 19


13 DVS | Jahresbericht 2018 | Heilpädagogische Schule HPS Willisau & Schulangebote Asyl (SAA)

Die Lernenden der Schulangebote Asyl «in concert» – als Abschluss und Höhepunkt der Projektwoche.

Heilpädagogische Schule HPS Willisau

Im 2015 fand an der HPS Willisau eine Evaluation der Schule

statt. Diese war ausgesprochen unterstützend und für anstehende

Entwicklungen wegweisend. Dank transparenter Kommunikation

erkannten die Mitarbeitenden von Anfang den Gewinn, der sich

durch die Klärungen in allen Bereichen ergab. Das Auswertungsgespräch

mit der Schulaufsicht im 2018, das unter anderem

auch auf einer Mitarbeiterbefragung basierte, zeigte eine hohe

Zielerreichung und eine gestärkte Schule.

25 JAHRE HPS WILLISAU

Anlässlich des 25-Jahrjubiläums feierte die HPS Willisau ihr

Anderssein. Offene Schulzimmertüren boten spannende Einblicke

in das Schaffen im Alltag. Im HPS Chor sangen gross und klein

mit Begeisterung das für die Feier komponierte Lied «Üsi HPS».

Keine Frage «Üsi HPS – e mega cooli Schuel»!

PORTA-GEBÄRDEN

PORTA ist eine Sammlung von Gebärden, die auf die Bedürfnisse

von Menschen mit geistiger Behinderung ausgerichtet ist. In schulinternen

Weiterbildungen vertiefen sich seit Schuljahresbeginn alle

Mitarbeitenden in die überarbeiteten PORTA-Gebärden. Um die

Teilhabe der Lernenden bestmöglich zu gewährleisten, wird dieser

unterstützten Kommunikation eine besonders hohe Wichtigkeit

beigemessen. Die Umstellung im Unterricht findet kontinuierlich

statt. (Foto PORTA-Gebärden s. Seite 7).

Lernende (Schuljahr 2018/19)

Basisstufe 21

Primarstufe 28

Sekundarstufe und Überbrückungsjahr 20

Überbrückungsjahre 8

Schulangebote Asyl (SAA)

Das Berichtsjahr war aufgrund rückläufiger Asylzahlen von strukturellen

Anpassungen geprägt. So mussten die Klassen am Standort

im Durchgangszentrum (DGZ) Hirschpark auf das zweite Semester

von vier auf drei reduziert werden. Und infolge der Schliessung des

DGZ Hirschparks per Ende 2018 wurde der ganze Schulstandort

Hirschpark abgebaut.

KLASSENÜBERGREIFENDE PROJEKTWOCHEN

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Unterrichtswochen wurden

erstmals klassenübergreifende Projektwochen durchgeführt. Im

Sommer boten die Lehrpersonen verschiedene Aktivitäten zum

Thema «Freizeit in der Schweiz» an. Während sich im Herbst

die jüngeren Kinder der Standorte Rothenburg, Hirschpark und

Geuensee gemeinsam mit ihren Lehrpersonen unter der Leitung

einer Theaterpädagogin mit dem Thema «Träume und Wünsche»

auseinandersetzten, arbeiteten die Jugendlichen und Lehrpersonen

vom Schädrüti mit dem Luzerner Sinfonieorchester am Thema Musik.

Den Abschluss dieser zweiten Projektwoche bildeten je eine Darbietung,

eine Theateraufführung und ein Konzert.

2017/18 – im zweiten Schuljahr der SAA besuchten 183 Lernende das

Angebot, 11 davon erfüllten Ende des 1. bzw. des 2. Semesters die Voraussetzungen

für den Übertritt in die weiterführende Schule, das

Integrationsbrückenangebot.

Schüler/innen davon MNA* davon Ü16** Nationalitäten

August 2017 93 42 35 16

Juli 2018 130 38 38 16

89 Eintritte und 52 Austritte * Mineurs non accompagnés, unbegleitete minderjährige Asylsuchende ** Über 16jährige Jugendliche


14 DVS | Jahresbericht 2018 | Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen (FFS)

Frühzeitig und mit allen Sinnen lernen und erfahren.

Fachstelle für Früherziehung

und Sinnesbehinderungen (FFS)

Die Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen (FFS)

ist im Jahr 2018 um einen Fachdienst erweitert worden. Sie

umfasst nun den Heilpädagogischen Früherziehungsdienst (HFD),

den Audiopädagogischen Dienst (APD), den Visiopädagogischen

Dienst (VPD) und seit dem 1. August 2018 auch den Fachdienst

Autismus (FDA) für Kinder und Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung.

HEILPÄDAGOGISCHER

FRÜHERZIEHUNGSDIENST (HFD)

Die Angebote des HFD für entwicklungsauffällige Kinder ab

Geburt bis zum Schuleintritt wurden wiederum gut genutzt und

die Neuanmeldungen bewegten sich fast auf dem hohen Niveau

des Vorjahres. Die Zahlen im Überblick:

HFD Kinder total Neuanmeldungen

2018 690 241

2017 680 257

2016 640 247

2015 628 246

AUDIOPÄDAGOGISCHER DIENST (APD)

Die Zahlen der vom APD betreuten Kinder und Jugendlichen mit

einer Hörbehinderung sind 2018 in den Kantonen der Zentralschweiz

leicht zurückgegangen. Diese Schwankungen sind im

Bereich der Sinnesbehinderungen nicht aussergewöhnlich und

bestätigen den langjährigen Verlauf.

APD Kanton LU Ausserkantonale Total

2018/19 121 102 223

2017/18 123 107 230

2016/17 131 100 231

2015/16 131 90 221

VISIOPÄDAGOGISCHER DIENST (VPD)

Der VPD mit seinen sonderpädagogischen Leistungen für Kinder

und Jugendliche mit einer Sehbehinderung befindet sich noch

immer im Aufbau und konnte auf Sommer 2018 mit weiteren

Low-Vision-Fachpersonen erweitert werden. Nun erhalten auch

im Bereich der Heilpädagogischen Früherziehung alle Kinder

mit einer Sehbehinderung im Kanton Luzern Unterstützung und

Begleitung durch den VPD.

VPD HFE B&U/IS* Total

2018/19 21 55 76

2017/18 7 23 30

*) Beratung und Unterstützung/Integrative Sonderschulung

(jeweils Stand 1. September)

FACHDIENST AUTISMUS (FDA)

Die kontinuierliche Zunahme von Kindern mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung

(ASS) hat auf kantonaler Ebene dazu geführt,

die Massnahmen für die Begleitung und Unterstützung im Rahmen

der Schule zu intensivieren. Mit dem neu geschaffenen Fachdienst

Autismus wurden niederschwellige und integrative Unterstützungsangebote

für Lehrpersonen im Unterricht und bei ausgewiesenem

Bedarf Massnahmen für die Integrative Sonderschulung in Form

von Beratung von Schule und Familie errichtet. Der Start des FDA

erfolgte im August mit zwei Autismus-Fachpersonen, die acht

Kinder mit ASS im obligatorischen Schulalter im Rahmen von IS

begleiten. Dazu kamen viele Anfragen von Lehrpersonen und

Erziehungsberechtigten für Beratung und Unterstützung.

(jeweils Stand 1. September)


Bildungs- und Kulturdepartement

Dienststelle Volksschulbildung

Kellerstrasse 10

6002 Luzern

www.volksschulbildung.lu.ch

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