Motocross Enduro Ausgabe 08/2019

mce71
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kolumne

Müller/Hofmeier

Ein Traum wird wahr

Nach der erfolgreichen Qualifikation im tschechischen Kramolin stand als

nächstes der GP in Plomion (Frankreich) auf dem Programm. Neben uns

nahmen noch drei weitere deutsche Teams den Weg nach Frankreich auf

sich. Die Hartbodenstrecke lag uns auf Anhieb recht gut und wir konnten

uns schnell an die großen Sprünge wagen. Lediglich für den großen Stepdown

hatten wir nicht genügend Eier in der Hose.

Im Qualirace wurden wir in der zweiten Kurve so stark abgedrängt, dass

wir uns vom vorletzten Platz nach vorne arbeiten mussten. Runde für Runde

kämpften wir uns Platz für Platz nach vorne. Schlussendlich schafften

wir es, bis auf Platz 11 vorzudringen und somit waren wir erneut direkt für

die Wertungsläufe am Sonntag qualifiziert. Mit dem Umweg über das Last

Chance Qualifying schafften es Joachim Reimann und Adrian Peter ebenfalls,

sich für den Sonntag zu qualifizieren. Somit konnten alle angereisten

deutschen Teams am Sonntag um WM-Punkte fahren.

Am Samstagabend war dann erstmal Reifen wechseln angesagt. Tobias

Blank hatte uns schon im Voraus gesagt, dass wir so viele Reifen mitnehmen

sollen wie möglich, womit er recht behielt. Allein am Samstag hatten

wir zwei Vorderreifen und drei Hinterreifen runtergehobelt.

Am Sonntag wurde es dann richtig warm, sodass ich zum ersten Mal mit

einem Trinkrucksack an den Start ging. Im ersten Lauf brauchten wir einige

Zeit, um langsamere Teams zu passieren, sodass wir lange Zeit nicht

unser volles Tempo fahren konnten. Schlussendlich schafften wir es dennoch,

Platz 22 einzufahren. Im zweiten Lauf konnten wir uns dann super

nach vorne kämpfen und mit Rang 18 unsere ersten WM-Punkte einfahren.

Damit ist ein Traum in Erfüllung gegangen.

In der Tageswertung belegten wir Rang 22. Joachim Reimann schaffte es

auf Platz 20. Adrian Peter holte ganze 10 WM-Punkte und sicherte sich so-

mit Tagesrang 17. Bester Deutscher wurde Tobias Blank mit seinem italienischen

Beifahrer Lemuel Ravera auf dem 14. Gesamtrang.

Nach diesem Wochenende mussten wir erstmal unsere Reifenbestände

auffüllen. An dieser Stelle möchten wir uns bei Eugen Renner von Reifenservice

Renner bedanken, der uns weitestgehend mit neuen Pneus versorgt.

Als nächstes standen zwei rennfreie Wochenenden ins Haus. In dieser Zeit

wurde ordentlich am Fahrzeug gearbeitet. Da wir immer wieder Probleme

mit den Motoren hatten, machte sich unser Mechaniker Christian viele Gedanken.

Das ZM29-Zabel-Aggregat liefert für unsere Verhältnisse mehr

als genügend Leistung und hat den Nachteil, dass aufgrund des dünnen

Auslassstegs die Kolbenringe schnell flach laufen und wenn man nicht alle

paar Stunden die Kolbenringe wechselt, läuft man schnell Gefahr, dass

die Nikasil-Beschichtung in Mitleidenschaft gezogen wird. Auf Christians

Idee hin machten sich sein Kollege Thomas und dessen Vater Helmut

Schwarz an unserem Zylinder zu schaffen. Beide sind in der Traktor-Pulling-Szene

als Fahrer bekannt und betreiben eine kleine Motoreninstandsetzung.

Ihr Ziel war es, den Original-Zylinder auszuspindeln und anschließend

mit einer Graugussbüchse zu versehen. Gesagt, getan. In

mühevoller Handarbeit wurden die Kanäle in die Buchse gefräst und geschliffen.

Der Zylinder hat jetzt nach wie vor 700 ccm und einen etwa doppelt

so breiten Auslasssteg als das Original.

Am Dienstag vor dem DM-Lauf in Schopfheim war es dann soweit. Der Zylinder

war montiert und bereit für eine Testfahrt. Nachdem der Motor zunächst

etwas wärmer wurde als üblich, hatte sich alles eingependelt und

der Motor schien ordentlich zu laufen. Mit einem sicheren Gefühl entschlossen

wir uns, den DM-Lauf in Schopfheim mit diesem Motor zu be-

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