Berliner Kurier 10.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

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MEDIZIN

DIE PROFIS

Dr.Dinh Quang

Nguyen, leitender

Arzt der Elektrophysiologie

im St.

Vinzenz-Hospital

in Köln

Wenn das Herzaus

dem Takt kommt

Bei Rhythmusstörungen,

auch Arrhythmien genannt,

schlägtdas Herz entweder

zu schnell, zu langsam oder

unregelmäßig.Nicht alle

Arrhythmien gelten als gefährlich,

es gibt jedochStörungen,die

mit starken Symptomen

wie Ohnmacht oder

Vorhofflimmern einhergehen.

In diesem Fall muss eine

umgehende Behandlung

erfolgen. Da es bei einer Arrhythmie

viele mögliche

Diagnosen gibt,ist eine genaue

Untersuchung sehr

wichtig. Dabei kommt es

nicht nur darauf an, die Art

der Unregelmäßigkeit herauszufinden,

sondern auch,

zu wissen, wo genaudie Störung

entsteht.

Der große

KURIER-Ratgeber

BERLINER KURIER, Mittwoch, 10. Juli 2019

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SEITE17

NACHRICHTEN

Asthma-Anfall

Gewitter und heftige Regenfälle

können bei Menschen

mit allergischem

Asthma teils schwere Anfälle

auslösen. Was genau

die Anfälle auslöst, ist noch

unklar. Wissenschaftler

vermuten aber, dass der Regen

Pollenkörner in der

Luft aufbricht und so Allergene

freisetzt, die durch

Windböen weiter verstreut

werden. So sinkt durch das

Unwetter zwar die Zahl der

Pollen -das Gewitter klärt

die Luft tatsächlich. Die

Zahl der Allergene steigt

aber kurzzeitig stark an.

Jeder Dritte nutzt Apps

In Deutschland gibt es großes

Interesse an Apps rund

um Gesundheit, Entspannung

und Fitness. Jeder

Dritte (33 Prozent) nutzt

bereits solche Programme,

weitere 23 Prozent interessieren

sich dafür. 38 Prozent

der Menschen in

Deutschland lehnen die

Apps allerdings auch kategorisch

ab.

Fragen?

Wünsche?

Tipps?

Tel. 030/63 33 11-456

(Mo.–Fr. 10–15 Uhr)

E-Mail: berlin.service@dumont.de

Foto: dpa

Sonne, Stiche,Salzwasser

Stress für unsereHaut

Sommer,Sonne, Ferien -viele

freuen sich in diesen Tagen

auf Erholung von Alltagssorgen

und Arbeitsstress. Natur

und Strand rufen ins Freie, Risiken

und Nebenwirkungen

werden dabei gerne verdrängt.

Vor allem die Haut

braucht im Sommer aber

auch Schutz.

Was macht die Sonne mit der

Haut? Die im Sonnenlicht enthaltenen

schädlichen UV-Strahlen

werden zum allergrößten

Teil von der die Erde umgebenden

Ozonschicht ferngehalten.

Was dennoch beim Menschen

ankommt, regt die Pigmentzellen

in der Oberhaut dazu an,

braunen Farbstoff zu bilden.

Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus.

Gelangt aber zu

viel Sonnenlicht auf die Haut,

wird eine Entzündungsreaktion

ausgelöst:Bestimmte Botenstoffe

führen zu einer Rötung der

Haut, zum Anschwellen sowie

Jucken und Brennen. Es gibt ei-

So kommen Sie gesund durch den Sommer

nen Sonnenbrand. Schließlich

sterben viele stark geschädigte

Zellen der Oberhaut ab.

Wie wirkt eigentlich Sonnencreme?

Sonnenschutzmittel

können UV-Strahlen entweder

chemisch oder physikalisch aufhalten.

Physikalische Filter wirken

mit Hilfe von mineralischen

Pigmenten, welche die UV-

Strahlung reflektieren. Sie bilden

eine Schutzschicht auf der

Haut, an der die Strahlung abprallt.Chemische

Filter können

UV-Strahlung einer bestimmten

Wellenlänge aufnehmen und in

andere Energieformen – etwa

Wärme –umwandeln.

Was macht ein Mückenstich

mit der Haut? Mückenweibchen

brauchen Blut, um Eier zur

Fortpflanzung zu bilden. Wenn

sie mit ihrem Rüssel in die Haut

eindringen, um Blut zu saugen,

sondern sie auch winzige Mengen

Speichel ab –die Substanz

hemmt die Blutgerinnung und

erweitert die Gefäße in der

menschlichen Haut. So wird das

Blutsaugen für die Mücke einfacher.

Zugleich aktivieren die im

Mückenspeichel enthaltenen

Proteine aber auch Abwehrreaktionen,

die Juckreiz und Entzündung

an der Einstichzelle

auslösen. Andere Insekten –etwa

Wespen oder Bienen –reagieren

mit Gift auf vermutete

Angriffe von Menschen. Auch

hier zeigt sich die Abwehrreaktion

mit Schwellung und Rötung

der betroffenen Hautstelle.

Hilft Kühlung bei Sonnenbrand

und Stichen? Das Kühlen

der juckenden Haut kann bestimmte

Entzündungsprozesse

verlangsamen und die Weiterleitung

des Juckreizes über die

Nervenbahnen beeinflussen.Allerdings

helfe das Kühlen vor allem

während der Anwendung,

vermutet der Berliner Allergologe

Marcus Maurer. Für die Wirkung

anderer Hausmittel wie

rohe Zwiebeln oder Aloe Vera

gebe es keinenNachweis.

Warum wirken Hitzestäbe

gegen den Schmerz? Bei der lokalen

Hyperthermie mit sogenannten

Stichheilern wird mit

einem Stift für wenige Sekunden

konzentrierte Wärme von

50 bis 53 Grad auf die Stichstelle

gebracht. Studien haben bestätigt,

dass die örtlichen Symptome

von Mückenstichen damit

vermindert oder beseitigt wurden.

Warum das so ist, ist nach

Aussage von Allergologen aber

nicht geklärt. Eine These ist,

dass die Nerven in der Hautsensibel

auf Überwärmung reagieren,

die Reizweiterleitung abschalten

und dadurch das Jucksignal

nicht mehr zum Gehirn

vermittelt wird.

Bei Sonnenbrand oder Stichen

ins Meer? Meerwasser ist

mit einem durchschnittlichen

Salzgehalt von 3,5 Prozent zu

konzentriert für den menschlichen

Körper. Das kann geschädigte

Haut austrocknenund die

Heilung verzögern. Hinzu

kommt, dass Meerwasser Keime

enthält und bestehende Wunden

sich entzünden können.

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