Berliner Kurier 10.07.2019

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BERLINER KURIER, Mittwoch, 10. Juli 2019

Rick schwärmtbei der Tour vonPapa

Erik: „Esist cool, ihn dabei zu haben“

Ex-Sprintstar Zabel ist als Team-Manager erstmals für seinen Sohn nicht nur Berater,sondern Boss

Nancy – Erik Zabel legt den

Arm um seinen Sohn Rick

und gibt ihm noch letzte Ratschläge.

Interessiert schaut

er mit etwas Abstand Mutter

Cordula zu, die samt der

Hunde einen Abstecher zur

Tour de France gemacht hat.

Familie Zabel ist wieder vereint

bei der Frankreich-

Rundfahrt. Fast so wie in den

90er Jahren, als dem kleinen

Rick noch schnell im Dixi-Klo

auf den Champs Élysées die

Haare grün gefärbt wurden,

ehe es auf die Schultern des

Vaters zur Siegerehrung

ging.

Rick Zabel –bei dem

Vollbartmussman

zwei Mal schauen, will

man Papa Eriks Züge

auch erkennen.

Zwei Jahrzehnte später ist Rick

Zabel längst selbst Radprofi.

Der 25-Jährige bestreitet gerade

seine dritte Tour. Aber erst

seit diesem Jahr ist sein Vater

mit im Team, als Performance

Manager bei Katusha-Alpecin.

„Natürlich ist das etwas Besonderes

mit meinem Sohn. Das ist

ja auch das erste Mal“, sagt Erik

Zabel. Sein Sohn pflichtet ihm

bei: „Am Anfang war es komisch.

Aber eigentlich ist es so

wie zu meinen Jugendzeiten, in

denen er als Ratgeber dabei

war. Jetzt ist der Unterschied,

dass er es auf Englisch macht

und auch für sieben andere

Fahrer da ist. Es ist cool, ihn dabei

zu haben.“

Mehr als fünf Jahre war Zabel

senior raus aus dem Geschäft.

Nach einer notgedrungenen

zweiten Dopingbeichte hatten

sich für den sechsmaligen

Gewinner des

Grünen Trikots die

Türen zur Branche

verschlossen. Sein

Sohn ging bemerkenswert

offen mit den immer

wiederkehrenden Fragen zur

Vergangenheit seines Vaters

um. Verurteilt hat er ihn nicht.

Fotos: AP dpa

RikZabel mit grünen

Haaren auf den Schultern

vonPapa Erik,als der das

grüne Trikot noch

in Serie gewann.

In erster Linie holte der Rennstall

mit russischem Einschlag

den früheren Weltklasse-

Sprinter, um Marcel Kittel wieder

in Form zu bringen.

Deutschlands Rekord-

Etappensieger hat

aber längst seinen Vertrag

aus persönlichen

Gründen aufgelöst.

Weniger Arbeit hat Erik Zabel

dadurch nicht. Zusammen

mit Sportdirektor Dirk Demol

kümmert er sich um die Rennstrategie

und alle möglichen

Details. Der Erfahrungsschatz

aus rund 200 Profi-Siegen ist

wertvoll, nicht nur für Sohn

Rick.

Einen Mann für die Massensprints

hat Katusha nicht. „Ich

werde mal versuchen, ein Ergebnis

zu holen, vielleicht Top 5

oder Top 10“, sagt Zabel junior,

der in diesem Jahr bei der Tour

de Yorkshire eine Etappe gewann.

Ansonsten heißt das Ziel

Paris, nachdem er im vergangenen

Jahr in den Bergen die Karenzzeit

verpasst hatte. Für dieses

Unterfangen bringt ergute

zwei Kilogrammweniger als im

Vorjahr auf die Waage.

Wie es im nächsten Jahr weitergeht,

ist noch völlig unklar .

Der Rennstall steht vor einer

ungewissen Zukunft. Die Sponsoren

Alpecin und Canyon sollen

mit dem Katusha-Management

nicht zufrieden sein. Der

Rennstall fährt unter Schweizer

Lizenz, gehört aber dem

russischen Milliardär Igor Makarow.

Die Stimmung sei aber

trotzdem prächtig, berichtet

Zabel junior. Der starke fünfte

Platz im Mannschaftszeitfahren

darf als Indiz dafür gewertet

werden. „Wir haben eine super

Truppe hier. Es ist ein bisschen

wie auf Klassenfahrt“,

scherzt Zabel –auch wenn Väter

dort eigentlich nichts zu suchen

haben.

Die vierte Etappe gewann

Elia Viviani (Italien) nach 213,5

km von Reims nach Nancy

vorm Norweger Alexander Kristoff.

Weiter in Gelb fährt der

Franzose Julian Alaphilippe.

Andreas Pollasch bringt reichlich Erfahrung zum BFC

Der 26-Jährige soll dank seiner fast 150 Regionalligaspiele der Defensive der Dynamos in der neuen Saison Stabilität verleihen

Berlin – Nach der Gala-Vorstellung

der Abteilung Offensive

beim 9:0 über Sparta Lichtenberg

am Sonntag ist heute

beim BFC Dynamo die Defensive

gefragt. Zweitliga-Absteiger

1. FC Magdeburg kommt zum

Test ins Stadion im Sportforum.

Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Es ist ein echter Härtetest vor

dem Saisonstart in der Regionalliga

gegen Babelsberg. Wegen

des CSD wurde das Spiel

Foto: Skrzipek

BFC-Neuzugang

mit

Gewichten:

Andreas

Pollasch

am letzten Juli-Wochenende

auf Sonntag, 28. Juli, 13.30 Uhr

verlegt.

Mit von der Partie könnte

dann auch Andreas Pollasch

(26) sein. Der defensive Mittelfeldmann

kommt vom FSV

Frankfurt aus der Regionalliga

Südwest), spielte zuvor in Baunatal

(Südwest), Oldenburg

(Nord) und für Rot-Weiß Oberhausen

(West) insgesamt fast

150 Regionalligapartien.

Ob der Mann, der auch schon

auch auf der Innenverteidigerposition

oder im rechten Mittelfeld

eingesetzt wurde, heute

gegen Magdeburg aufläuft, entscheidet

sich kurzfristig. Auf jeden

Fall hätte er eine starke Kulisse

für sein Debüt. Angesichts

des mit 417 Dauerkarten gebrochenen

Ticketrekords der

Nachwendezeit aus dem Jahr

2017 ist das Fan-Interesse beim

BFC riesengroß.

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