Berliner Kurier 10.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

*

BERLIN

BVG-Pläne

Fahrpreise rauf,

bevorsie fallen?

SEITE 11

DER

ROTE

TEPPICH

Ehre, wemEhregebührt!

Bernhard Klupsch,

57 Jahrealt,

begleitet jedes

Union-Heimspiel

mit der Drehorgel.

Die Union-Hymne von

Rocklegende Nina Hagen

ist nach dem Aufstieg in

die 1. Fußball-Bundesliga

wohl noch etwas bekannter

geworden. Es gibt einen

Mensch, der diese Hymne

immer wieder auf seiner

Drehorgel spielt. Seit Jahren,

Jahrzehnten, zu jedem

Heimspiel des 1. FC Union.

Er heißt Bernhard Klupsch

(57). Der Berliner ist leidenschaftlicher

Drehorgel-

Spieler und ebenso glühender

Fußball-Fan. Seit 20

Jahren kommt die Orgel

mit zu jedem Spiel an die

Alte Försterei. Nun funktioniert

so ein altes Instrument

nicht wie ein CD-

Player oder das „Spotify“-

Programm auf dem Handy.

Die Hymne von Nina Hagen

hat Klupsch auf Lochstreifen

aus Papier herstellen

lassen, damit er sie

überhaupt spielen kann.

Das Verfahren ist aufwendig

und nicht günstig. Egal,

für Union tut Bernhard

Klupsch (fast) alles. Seit

den 70er-Jahren ist er Union-Fan.

Der Fußball und

die Musik sind seine Familie,

geben ihm Halt. Seine

Frau Lydia, durch die er zur

Drehorgel kam, ist vor vier

Jahren verstorben. Doch

Klupsch bleibt ein optimistischer

Typ. Er sagt: „So wie

wir drauf sind, schafft Union

den Klassenerhalt in der

1. Liga.“ CHG

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Mietnomade Reiner K. gabsich mehrfach unter

falscher Identität aus und sitzt jetzt in U-Haft.

Mietnomade Sein neuer

Wohnsitz ist der Knast

Reiner K. steht im August vor Gericht –ersoll 30 Leute betrogen haben

Von

KERSTIN HENSE

Friedrichshain/Moabit – Der

dreiste Mietnomade ist endlich

hinter Gittern. Der Berliner

KURIER berichtete mehrfach

über Reiner K. (Name geändert).

Er betrog das Ehepaar

P. aus Friedrichshain im

Sommer 2018 um sechs Monatsmieten,

weitere Berliner

brachte er um ihr Geld. Jetzt

sitzt er in der JVA Moabit in

U-Haft und wartet auf seinen

Prozess.

„Wir sind sehr erleichtert, dass

er endlich gefasst wurde und

hoffen, dass Reiner K. bald seine

gerechte Strafe bekommt. Wir

haben schon gar nicht mehr daran

geglaubt“, sagt Sarah P. (29),

die diese Nachricht in ihrem Ur-

laub in Rumänien erreichte. Wie

die Berliner Justizbehörde gegenüber

dem KURIER bestätigte

soll der Hauptverhandlungstermin

gegen ihn am 12. August

stattfinden.

Angeklagt ist Reiner K. wegen

verschiedener Betrugstaten.

Nach Angaben der Berliner

Staatsanwaltschaft soll es knapp

30 Geschädigte geben. So soll er

unter anderem unter dem Namen

anderer Personen im Internet

Waren (Bringmeister, Mediamarkt

und Dussmann) bestellt

haben und diese ohne Zahlung

für sich behalten haben.

„Ferner wird ihm zur Last gelegt,

beim Abschluss eines Mietvertrages

für eine Wohnung eine

gefälschte Mietkostenübernahme

vorgelegt zu haben und

die Miete in der Folgezeit nicht

beglichen zu haben sowie die

Wohnung trotz Kündigung

nicht fristgerecht geräumt zu

haben“, sagt Gerichtssprecherin

Lisa Jani dem KURIER.

Der Haftbefehl gegen Reiner

K. soll bereits im Februar ergangen

worden sein, verhaftet wurde

er aber erst vor zwei Monaten.

Ein guter Bekannter von K.,

der anonym bleiben möchte hat

ihn bereits mehrfach in der JVA

Moabit besucht. „Er hat eine

Einzelzelle und arbeitet täglich

in der Gefängnis-Wäscherei“,

sagt er. Reiner K. wird jeden

Morgen um 6.30 Uhr geweckt

und hat eine Stunde Hofgang am

Tag. Die beiden Männer hatten

sich bei der Bundeswehr kennengelernt,

als Reiner K. bei der

Marine in Flensburg war. „Bevor

Reiner ins Gefängnis musste,

rief er bei mir an und fragte,

ob ich ihm helfen kann“, sagt er.

K. habe ihm eine Vollmacht erteilt

und ihn gebeten, sich um

seine Post und seinen Schriftverkehr

zu kümmern, weil er

niemanden mehr habe. K.s Mutter

bestätigte gegenüber dem

KURIER, dass sie den Kontakt

zu ihrem Sohn abgebrochen hat.

Ein Auszug der Betrusgvorwürfe

gegen Reiner K. :

Ehepaar P. schuldet er Mieteinnahmen

(1400 Euro) und bestellte

in ihrem Namen Waren

bei Bringmeister (238 Euro).

Sandra A. (25) aus Niederschönhausen

hat er um 1500 Euro

betrogen, als er vorgab ihr Ersatzteile

für ihr Auto zu besorgen,

die sie nie erhielt.

Christoph N. (36) aus Lichtenberg

hat er um drei Monatsmieten

gebracht und in seinem

Namen Lebensmittel (320 Euro)

und Spirituosen (850 Euro) bestellt.

Besonders fies: Im Fall eines

gemeinnützigen Vereins nahe

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