Berliner Kurier 10.07.2019

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Kolumne

Chin Meyererklärt, wie wir

unseren Wohlstand retten

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BERLINER KURIER, Mittwoch, 10. Juli 2019

Der Mietnomade schuldet

SarahP.noch immer

1500 Euro.Sie stellte

Strafanzeige gegen K.

Wenn Polizisten

Opfer werden

Polizeibehörde führtneue Beratung für ihreLeute ein

Berlin – Pöbeleien, Schläge,

Bedrohungen: Angesichts der

vermehrten Angriffe auf ihre

Beamten will die Polizei eine

bessere psychologische Betreuung

und Beratung der Opfer ermöglichen.

Dazu soll eine interne

„Ansprechstelle Gewalt gegen

Polizisten“ eingerichtet

werden. Das kündigte Polizeipräsidentin

Barbara Slowik an.

Slowik sagte: „Dort können

sich unsere Kollegen hinwenden,

wenn sie Gewalt erfahren.

Ich halte das für sehr wichtig,

weil die Zahlen steigen. Es gibt

dringenden Bedarf, das brauchen

wir für unsere Leute.“

2018 wurden in Berlin 6959

Polizisten im Dienst angegriffen,

offiziell „Opfer einer Straftat

gegen die Freiheit und körperliche

Unversehrtheit“. Ein

Jahr zuvor waren es 6811. Von

den Polizisten aus dem Jahr

2018 wurden 1608 leicht verletzt

und 11 schwer verletzt.

Zunächst zwei bis drei Mitarbeiter

in der geplanten Stelle

sollen psychologische Unterstützung

leisten, und in schweren

Fällen auch Hinweise zu einer

tiefergehenden Beratung.

Ebenso sollen Fragen zur Unfallversicherung

und Beihilfe

für Beamte geklärt werden.

Auch der Wunsch, Dienststelle

oder Einsatzbereich zu wechseln,

könne eine Rolle spielen,

ohne dass direkt der Vorgesetzte

eingeschaltet werde.

Meistens seien Streifenwagen-Besatzungen

Gewalt aggressiver

Angreifer ausgesetzt,

müssen manchmal die Pistole

ziehen, um sie abzuschrecken.

Slowik: „Die Kollegen wissen

bei einem Alarm vorher nie, in

welche Situation sie da reingeraten:

eine Schlägerei oder Gewalt

in einer Familie und plötzlich

zieht einer ein Messer.“

Schon bei Fahrzeugkontrollen

müssten die Polizisten inzwischen

höchst achtsam sein, weil

der Respekt vor der Polizei in

Teilen der Bevölkerung geschwunden

sei.

Auch die Bereitschaftspolizisten,

die Gewaltausbrüche bei

Demos erlebten, könnten sich

bei der Ansprechstelle melden.

Die neue Beratungsstelle solle

an die schon vorhandene Sozialbetreuung

angegliedert werden.

Man werde klein anfangen

und dann beobachten, wie groß

Bedarf und Nachfrage seien.

Berlins Polizisten werden

gehäuft Opfer von

Gewalt,Beleidigungen

und Bedrohungen.

Berlin soll er Spendengelder „im

größeren Stil“ veruntreut haben.

K. war dort ehrenamtlich tätig.

Zuletzt hat er sein Zimmer in

einer WG in Moabit nicht gezahlt

und wurde zwangsgeräumt. Auch

dort hat er auf Namen seiner Mitbewohner

online Waren bestellt.

In fast allen Fällen gab sich K.

unter falscher Identität aus, als

Arzt, Anwalt und Anwaltsgehilfe.

Das Ehepaar P. gründete sogar eine

Whatsapp-Geschädigten-

Gruppe und erstellte einen Blog,

um auf seine Taten aufmerksam

zu machen.

Ob der mutmaßliche Betrüger

Reue zeigt? „Er hat sich bislang

nicht bei uns entschuldigt“, so Sarah

P.

Sein Bekannter sagt: „Reiner

muss erst mal lernen, aufrichtig zu

sein.“ Zeit über sein Leben nachzudenken,

hat er jetzt zumindest

genug.

Der Whatsapp-Verlauf eines

Opfers: SandraA.forderte

Reiner K. zum Zahlen auf.

Foto: dpa

Vergewaltiger aus Tegel getürmt

Tegel –Ein verurteilter Vergewaltiger

ist seit Montag auf der

Flucht. Er war gegen 22.45 Uhr

von einem Ausgang nicht mehr

in seine Zelle zurückgekehrt.

Nun suchen Zielfahnder nach

ihm. Der Mann, dessen Identität

die Justiz nicht bekanntgab,

hatte Vollzugslockerungen im

Knast Tegel. Der Mann befand

sich in Sicherungsverwahrung,

seit 2015 erhielt er Ausgang innerhalb

der Vollzugslockerungen.

Nach Angaben der Justiz

wurde er 2005 wegen Vergewaltigung

zu 12,5 Jahren Gefängnis

verurteilt. Seit 2017 gilt

die Sicherungsverwahrung, die

für Gefangene nach Ablauf ihrer

Strafe angeordnet werden

kann, wenn weiterhin Gefahr

von ihnen ausgeht. 2018 begann

er eine Umschulung, zu der er

tagsüber das Gefängnis verließ.

In den vergangenen Jahren

kam er so auf insgesamt mehr

als 900 Ausgänge aus dem Gefängnis.

LSC

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