COLLOQUIUM 01/2019

christian77

[ COLLOQUIUM – DAS MAGAZIN DER THOMAS GUPPE ]

[ 01 2019 ]

SCHWER-

PUNKTTHEMA:

Technologie

KUNSTSTOFFTECHNIK

Vom Granulat zum umspritzten

Hochleistungsventil

Seite 06

KOMPETENZFELD ELEKTRONIK

Soft- und Hardwareentwicklung

neu gedacht

Seite 08

NEUE QUALITÄTSSTRATEGIE

Warum gut nie gut

genug ist

Seite 14


[ THOMAS AKTUELL ]

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

„Technik ist die Anstrengung, Anstrengungen zu ersparen.“ So beschreibt es der spanische

Schriftsteller Baltasar Graciàn y Morales bereits Anfang des 17. Jahrhunderts. Diese

Colloquium haben wir genau diesen „Anstrengungen“ gewidmet. Denen, neue Lösungen zu

finden und technischen Fortschritt zugunsten des Menschen mitzugestalten. Unser Schwerpunktthema

heißt deshalb „Technologie“ – die Lehre bzw. Wissenschaft der Technik. Sie

mithilfe unseres Wissens voranzutreiben, ist unsere Aufgabe. Zum Beispiel in unseren beiden

Kompetenzfeldern Kunststofftechnik und Elektronik. Oder im Entwicklungsrennen für neue

Antriebstechnologien in der Automotive-Branche. Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen

Einblicke in unsere technologische Arbeit und stellen Ihnen die Menschen dahinter vor.

Übrigens: Wir haben unseren Internetauftritt überarbeitet! Besuchen Sie uns doch einmal

unter www.thomas-group.com ...

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihre

Markus Krauss Christoph Thomas Jürgen Heck

Kurz notiert

Kurz notiert

INHALT

KUNSTSTOFFTECHNIK INHOUSE: Modernster Spritzguss für Thomas-Produkte SEITE 04

ZUKUNFT DER MOBILHYDRAULIK: PPCD05 zeigt elektrohydraulisches Know-how SEITE 06

KOMPETENZFELD ELEKTRONIK: So erweitert Thomas seine Produkte auf Systemebene SEITE 08

AUTOMOTIVE-BRANCHE: Im Entwicklungsrennen für neue Technologien SEITE 10

MODELL-BAGGER AUF MESSEREISE: Thomas-Azubis schrauben ihn fit zur bauma SEITE 11

FACHARTIKEL: Magnethysterese im Fokus SEITE 12

DIE QUALITÄTSFRAGE: Neue Strategie – neue Antworten SEITE 14

MEHR PLATZ FÜR WACHSTUM: Produktion in Rennerod läuft an SEITE 16

Neue Struktur für die Thomas-Website:

klar, modern, nutzerfreundlich

Die Website eines Unternehmens ist weit mehr als seine

Visitenkarte. Im Zeitalter der Digitalisierung ist sie

Dreh- und Angelpunkt der Unternehmenskommunikation.

Thomas hat seine Website optisch modernisiert und

strukturell überarbeitet, um sie effektiv in die digitale Unternehmensstrategie

einzubinden.

Seit Febraur 2019 ist www.thomas-group.com online.

Am Anfang des Relaunchs stand eine genaue Zielgruppenanalyse:

Wer besucht unsere Seite und welche Informationen

sucht derjenige? Auf welchem Weg kommt er

zu uns, wo holen wir ihn ab und welche anderen Themen

könnten ihn außer den gesuchten interessieren?

Mit dem optischen und auch technischen Ergebnis ist

Thomas sehr zufrieden. Ob Kunden, Bewerber oder

allgemein Interessierte – von der Startseite aus werden

User intuitiv zu den gewünschten Informationen

geführt. Auf dem Weg dorthin bietet die Seite individuell

passende Themen, bei denen sich ein kurzer Abstecher

lohnen könnte. Schauen Sie doch mal vorbei:

www.thomas-group.com

Thomas auf der bauma München

„Solutions in Electro Hydraulic Control“

Welche Arbeitserleichterungen neue elektrohydraulische

Lösungen Kunden und vor allem Bedienern von modernen

Arbeitsmaschinen bringen können, zeigte Thomas

eindrucksvoll auf der diesjährigen bauma im München.

Vom 8. bis 14. April kamen Thomas-Experten aus Deutschland,

China und Italien zusammen, um die neuesten

Thomas-Produkte zu präsentieren.

Zum ersten Mal gehörte Thomas mit eigenem Messestand

zu den Ausstellern der Leitmesse der Mobilhydraulikbranche.

Getreu dem Motto „Solutions in Electro Hydraulic

Control“ konnten genau diese Lösungen in den Thomas-

Produkt-Systemen angefasst und live erlebt werden. Ein

Publikumsmagnet war der Thomas-Modell-Bagger, mit

dem Besucher mit Fernsteuerung und etwas Geschick

nicht nur Bonbons „erbaggerten“, sondern hautnah die

03

präzise und einfache Steuerung aus Endkundenperpektive

erleben konnten.

Mehr zur Geschichte und Instandhaltung des Baggers

lesen Sie auf Seite 11.


[ THOMAS TECHNIK ]

Kunststofftechnik bei Thomas

INHOUSE-EXPERTEN

IN SPRITZGUSS

1869

Das Billardspiel wird immer populärer,

die Produktion der Spielkugeln

aus Elfenbein kann den Bedarf nicht

mehr decken. Auf der Suche nach einem

Ersatz entwickeln John Wesley

und Isaiah Hyatt die Erfindung Parkes

erfolgreich zu Zelluloid weiter.

EINE KLEINE GESCHICHTE DES

KUNSTSTOFFS

Verbindungsschläuche pumpen das feine Kunststoffgranulat

in die Trockneranlagen. Dann wird es heiß: Innerhalb von vier

Ötzi? Billardkugeln?

Hollywood?

vor 5.000 Jahren

An Ötzis Pfeilspitze findet man aus

Baumrinde gewonnenes Birkenpech,

eine Art steinzeitlichen Klebstoff und

Urahn der heutigen Kunststoffe.

1531

Der Benidiktinermönch Wolfgang

Seidel stellt aus Magerkäse, den er

immer wieder erhitzt, eine formbare

und aushärtende Masse her und

nennt sie „Kunsthorn“.

Stunden wird das Granulat auf 110 °C erhitzt – bis zu einer

Restfeuchte von 0,015 %. Über den Materialbahnhof geht es

zur Spritzgussmaschine, die das Material auf 340 °C erhitzt.

Die Kügelchen verwandeln sich in eine homogene Masse.

Bereit, Form anzunehmen und die nächste Spule zu umhüllen.

Kein Werkstoff ist so flexibel, anpassungsfähig

und multifunktional.

Kunststoffe faszinieren – und das seit

mehr als 500 Jahren. Ob auf natürlicher

Kautschukbasis oder künstlich

zusammengesetzt – eins haben alle

Kunststoffe gemeinsam: Sie bestehen

aus langen Molekülketten, den

sogenannten Polymeren.

Warum Kunststoff?

Als Werkstoff sind Kunststoffe nicht

nur kostengünstiger und leichter als

z. B. Metall. Sie bieten neue Möglichkeiten,

flexibel einzelne Eigenschaften

und Funktionen miteinander zu

verbinden. Im Rahmen der Funktionalitäten

„Sense. Think. Act.“ gewinnt

der Einsatz von Kunststoffen,

vor allem in der Spritzgusstechnik,

auch bei Thomas immer mehr an

Bedeutung. Es muss z. B. nur wenig

nachgearbeitet werden, wenn beim

Umspritzen Funktionen direkt in die

Kunststoffhülle oder -form implementiert

werden.

Eigener Unternehmensbereich

Die erste Spritzgussmaschine nahm

ihre Arbeit bei Thomas Mitte 2007

auf – zunächst, um kleine Serien intern

abzuwickeln. Seitdem hat sich

einiges getan. In der 2016 eigens

gegründeten „Competence and Support

Unit Plastics“ arbeiten aktuell

40 Mitarbeiter. Sie agiert als interner

Dienstleister für mittlerweile alle Geschäftszweige

von Automotive über

Mobilhydraulik bis zur Medizintechnik.

Neben der Serienproduktion entwickelt

und fertigt Thomas in Abstimmung

mit den Kunden auch

Produktmuster. Dass alles von der

Entwicklung bis zur Qualitätsprüfung

„inhouse“ und Hand in Hand mit

den anderen Business Units abläuft,

schafft Synergien im Arbeitsprozess.

1856

Alexander Parkes entwickelt in England

„Parkesin“, den ersten thermoplastischen

Kunststoff, einen Vorläufer

des Zelluloids.

Starkes Netzwerk

Forschung, Wissensaustausch und

Weiterentwicklung spielen gerade

auf dem Gebiet der Kunststofftechnik

eine tragende Rolle. Allein die

Vielfalt der Materialien und ihrer Eigenschaften

steckt voller Potenziale.

Um auch auf diesem Gebiet am Puls

der Zeit zu agieren, arbeitet Thomas

Hand in Hand mit starken Netzwerken

und pflegt einige Entwicklungspartnerschaften,

z. B. mit dem Kunststoffinstitut

Lüdenscheid, bei dem

Thomas auch Mitglied der Trägergesellschaft

ist.

Innovative Simulationsmethoden

Um das Wachstum weiter voranzutreiben,

ist der Bereich CP auch

in die Entwicklung und Umsetzung

bereichsübergreifender Ideen involviert.

Eine tragende Rolle dabei spielt

die eigene Simulationsabteilung.

Dank modernster Ausstattung und

statistischer Versuchsplanung (Design

of Experiments – DoE) können

hier verschiedene Spritzgussverfahren

geplant, durchgeführt und ausgewertet

werden, und zwar komplett

virtuell.

Die richtigen Werkzeuge

Mit ihnen steht und fällt jede erfolgreiche

Produktion, auch im Bereich

der Kunststofftechnik. Thomas entwickelt

und konstruiert sie inhouse. Das

ist nicht nur eine fruchtbare Basis für

die Zusammenarbeit von Werkzeugund

Produktentwicklung – es sorgt

parallel dafür, dass das gesammelte

Know-how im Unternehmen bleibt

und alle Bereiche nach vorne bringt.

Ein gutes Beispiel für dieses Zusammenspiel

ist die Produktionsentwicklung

im Hinblick auf die Umspritzung

von Spulen für ein Kennfeldregelventil:

Wurde eine Spule anfänglich innerhalb

von 40 Sekunden umspritzt,

konnte Thomas dank effizienterer

Prozesse und besserer Werkzeuge

dieses Intervall inzwischen auf 27 Sekunden

verkürzen.

1889

Kodak produziert den ersten 35-mm-

Film auf Zelluloid. Die Erfindung wird

zum zentralen Motor der amerikanischen

und europäischen Filmindustrie.

1872

Die Brüder Hyatt bauen einen Apparat

zur Herstellung von Formteilen

aus Zelluloid, den Vorläufer der modernen

Spritzgussmaschine.

Mit gutem Beispiel voran

Eine der bedeutendsten Thomas-

Produktentwicklungen der letzten

Jahre ist der Getriebemagnet TS 28,

über den wir in der letzten Ausgabe

der Colloquium berichteten. An seinem

Erfolg trägt der Bereich Kunststofftechnik

einen hohen Anteil: Der

hier angewandte Spritzgussprozess

orientiert sich an der zyklusgebundenen

Impulstemperierung, eine hoch

komplexe und innovative Methode,

die im Gegensatz zur Mehrkreistemperierung

zusätzliche Vorteile wie

das Einsparen von Energie und Zykluszeit

05

bietet.


[ THOMAS TECHNIK ]

Proportionaldruckregelventil PPCD05

DIE ZUKUNFT

GEHÖRT DER

ELEKTRO-

HYDRAULIK

PPCD05

maximale Leistung bei minimalem Materialeinsatz

und Montageaufwand

• präzise

• reaktionsschnell

• kompakt

• geringer Wartungsaufwand

• bedienfreundlich

• laufruhig

• robust

• kosteneffizient

Die Entwicklungen auf dem

Mobilhydraulikmarkt zeigen,

dass Aspekte wie Präzision,

Feinsteuerbarkeit, eine konfigurierbare

Bedienerunterstützung

und die Automatisierung

von Arbeitsabläufen immer

mehr in den Fokus rücken. Mit

Blick auf diesen Wandel entwickelte

Thomas das PPCD05,

einen besonders leistungsfähigen

Baustein für die Vorsteuerung

von Baggern und

Radladern.

Im PPCD05 stecken über drei Jahre

Entwicklungsarbeit, mehr als 35 Musterstände

und ausgiebige Testphasen

in der konkreten Anwendung.

NEUE WEGE GEHEN

Seine Entwicklung spiegelt die Innovationskraft

wider, die Thomas als

führender Anbieter elektromagnetischer

Aktuatoren seit Jahren unter

Beweis stellt. „Die mechanisch gesteuerte

Hydraulik ist auf dem Rückzug“,

erklärt Daniel Ferres, Leiter

Produktmanagement im Bereich Mobilhydraulik.

„Wer sich als führender

Hersteller und Entwicklungspartner

unter den Besten wissen will, muss

neue Wege gehen.“

POTENZIALE BÜNDELN

Das PPCD05 ist das kleinste und kompakteste

Proportionaldruckregelventil

aus Thomas-Hand. Seine Technologie

macht Teile des hydraulischen

Schlauchsystems überflüssig und eröffnet

so Gestaltungsspielräume bei

der Maschinenentwicklung.

INDIVIDUALITÄT ALS STANDARD

Kundenindividuelle Lösungen gehören

zu den Thomas-Kernkompetenzen.

„Unser Anspruch, Kundensysteme

zu durchdringen, unterscheidet

unsere Produkte von denen unserer

Mitbewerber“, erklärt Dr. Jens Krallmann,

Leiter des Geschäftsbereiches

Mobilhydraulik. „Gerade in der Vorbereitungsphase

eines Projektes ist

eine offene Kommunikation mit dem

Kunden unverzichtbare Grundlagenarbeit.“

So lief es auch bei der Entwicklung

des PPCD05.

NÄHER DRAN SEIN

2015 begann ein internes Entwicklerteam

gemeinsam mit dem Kunden,

die technischen Anforderungen an

ein solches Ventil zusammenzutragen.

„Ein zentrales Thema im Austausch

war z. B. die Kontaminationsbeständigkeit“,

so Dr. Jens Krallmann

weiter. „Robust- und Sicherheit waren

wichtige Anforderungen, schließlich

sind Vorsteuerventile permanent

widrigsten Bedingungen ausgesetzt.“

„UNDERSTAND. CREATE. DELIVER.“

So lautet die Entwicklungsphilosophie

aller Thomas-Produkte. Der Definitionsphase

der Anforderungen

(Understand.) folgt die Kreationsphase

(Create.) sowie die Produktion

(Deliver.) – so auch beim PPCD05.

Mit digitalen Entwicklungstools wie

Amesim, PumpLinx und Maxwill optimierte

Thomas das Gesamtkonzept

und prüfte es in der konkreten Anwendung

auf Herz und Nieren.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen,

so Dr. Jens Krallmann: „Das PPCD05

steht für eine Technologie, die die

hohen Marktanforderungen erfüllt –

auch weil es sich flexibel in unterschiedliche

Systeme integrieren und

für individuelle Anwendungen modifizieren

lässt. Dabei erfüllt es die

strengen Standards der Automobilindustrie.

Mit dem PPCD05 ist es uns

gelungen, ein wirklich „smartes“ Produkt

zu entwickeln, das die Thomas-

Funktionalitäten „Sense. Think. Act.“

vereint.

„Die Elektrohydraulik bietet

gegenüber klassischen, hydraulischen

Steuerungen erhebliche

Vorteile. Über elektronische

Vorsteuerventile

erlaubt sie eine wesentlich

reaktionsschnellere, präzisere

und feinere Regulierung –

und das unabhängig von der

aktuellen Last, denn mit ent-

07

sprechenden Regelalgorithmen

bleiben all diese Vorzüge

sogar bei dynamischen Lastwechseln

erhalten.“

Daniel Ferres, Leiter Produktmanagement

Mobilhydraulik


[ THOMAS ZUKUNFT ]

Kompetenzfeld Elektronik

SYSTEME NEU DENKEN

Diese Fähigkeit ist Fundament jeder Innovation, jeden Fortschritts. Dabei geht es nicht bloß um

neue Erfindungen, sondern vor allem darum, bestehende Systeme ganzheitlich zu betrachten.

Sie mithilfe neuer Features noch besser zu machen – das ist Aufgabe der im Sommer 2018 geschaffenen

Competence & Support Unit Elektronik. Bereichsleiter Björn Schuh erklärt, wie diese

elektronischen Funktionen in Hard- und Software Thomas-Produkte künftig erweitern.

Sie waren vor Ihrem Einstieg bei

Thomas bei einem großen Automotive-Zulieferer

tätig und haben

dort das erste Level-3-Steuergerät

zum autonomen Fahren entwickelt.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe bei

Thomas?

Mit dem Kompetenzbereich Elektronik

setzt Thomas im Unternehmen

neue Impulse. Natürlich gab es vorher

schon elektronische Bauteile,

aber den gesamten Entwicklungsbereich

nun intern auszubauen, ist

Warum Thomas?

für mich eine sehr spannende Herausforderung.

Ich habe bei Thomas

sozusagen auf der grünen Wiese

angefangen und kann den Bereich

von Anfang an mit aufbauen, das ist

schon etwas Besonderes. Bei meinem

vorigen Arbeitgeber bestand das interdisziplinäre

Team aus 150 Mitarbeiter

– bei Thomas sind es aktuell

ca. 20, weitere kommen bald hinzu.

Auch privat machen mir solche Aufgaben

übrigens großen Spaß. Für unser

Haus habe ich neulich einen kleinen

Homeserver gebaut, mit dem wir

UML Studio

UML + C-Code

„Wir verbinden magnetische Aktuatoren und Motoren mit

den Kernkompetenzen der Kunststofftechnik sowie der Elektronik

und Mechanik. Diese Kombination an Kompetenzen ist

auf den jeweiligen Märkten sonst nirgends zu finden.“

Requirements

Engineering

Software

Architecture

Design

Software Unit

Design

die gesamte technische Infrastruktur

zentral steuern können. Meine beiden

Kinder lieben Lego, so wie ich,

und scheinen sich auch zu kleinen

Tüftlern zu entwickeln.

Warum macht es gerade bei Thomas

Sinn, die Elektronik zentral aufzustellen?

Die elektronische Weiterentwicklung

unserer Produkte ist im Haus bereits

in vollem Gange. Da ist es nur

konsequent, bereichsübergreifende

Entwicklungsarbeit anzustoßen. Das

Software

Test

Software

Integrity Test

Software

Unit Test

Test

Conditions

VCAST

VCAST

Thema Elektronikentwicklung bedarf

eines enormen Know-how-Aufbaus,

dies macht genauso wie für den Elektronikeinkauf

erst einmal nur zentral

Sinn. Darüber hinaus bedienen wir

wichtige Zukunftsthemen wie autonomes

Fahren, Elektromobilität oder

die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen

und Baumaschinen.

Können Sie ein konkretes Beispiel

nennen?

Bei jedem Projekt gilt: Elektronische

Features wachsen über die Lebenszeit

eines Produktes hinaus und können

dadurch unglaubliche Potenziale

entfalten. Gerade arbeiten wir unter

Hochdruck an einem elektromagnetischen

Aktuator, kurz EMA genannt.

Dabei handelt es sich um ein komplexes

Steuergerät für die Steuerung

von Maschinen, genauer gesagt um

ein „X-by-Wire-System“, in dem die

Steuersignale zwischen den Bedienelementen

und den Aktoren elektronisch

optimiert werden sollen.

Wie verläuft der Entwicklungsprozess

im Elektronikbereich?

Wir haben unsere Entwicklungs- und

Fertigungskompetenzen mit spezifischen

Supporting Tools in einem

V-Modell zusammengefasst (siehe

links unten). Eine zentrale Rolle spielt

die Testphase, die wir seit Kurzem

dank wichtiger Investitionen inhouse

durchlaufen. Besonders stolz bin ich

auf unsere Software-Toolkette, damit

sind wir wirklich dem einen oder anderen

Tier 1 voraus. Die Anschaffung

einer EMV-Kammer (siehe Titelbild)

und eines ISO-Puls-Testers machen

uns unabhängig und ermöglichen es

uns, im Prozess flexibel, agil und nicht

zuletzt kostengünstig zu operieren.

Gerade die EMV-Kammer, mit der wir

die elektromagnetische Verträglichkeit

nun vor Ort unter modernsten

Bedingungen testen können, ist ein

großer Gewinn und bringt Thomas

als Entwicklungspartner nach vorne.

Zudem sind wir komplett modellbasiert

unterwegs, ein weiterer wichtiger

Wettbewerbsvorteil.

Wie motivieren Sie Ihr Team?

Mit den Prozessen in der Elektronik

und den vielen Potenzialen, die es zu

definieren gilt, haben wir eine neue

und ganz besondere Mentalität ins

Haus geholt. Meine Aufgabe ist es,

ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen,

in dem bremsende Einstellungen wie

„Das haben wir schon immer so gemacht“

gar nicht erst aufkommen.

Eine wichtige Rolle spielen Arbeitsmodelle

wie der Feature Growth

Plan – eine Methode, bestimmte

Ansprüche, z. B. an die Software, zu

erarbeiten und sich dann dem Ziel

schrittweise zu nähern. Dabei hilft

auch der Thomas-Elektronik-Standard

(TES), ein modularer Interface-

Baukasten, basierend auf Schnittstellen

in Hard- und Software, der unsere

Produkte weiter optimieren soll.

Was sind Ihre Ziele als Leiter des

Bereichs Elektronik?

Übergeordnetes Ziel ist es, Thomas-

Produkte mithilfe der Elektronik auf

Systemebene zu erweitern. Im Fokus

stehen dabei die Funktionalitäten

„Sense. Think. Act.“, denn wir möchten

Lösungsansätze mit einem nie

dagewesenen Anteil neuer Sensorik,

Software und Elektronik entwickeln.

Wir betrachten Kundensysteme

09

als Ganzes, nicht bloß als einzelne

Komponenten. Eigentlich bringt es

unsere Philosophie auf den Punkt:

„Understand. Create. Deliver.“


[ THOMAS ZUKUNFT ]

[ THOMAS EINBLICKE ]

Neue Technologien gesucht

DAS AUTOMOBIL DER ZUKUNFT

Welchen Bedürfnissen muss es gerecht werden? Wie sicher und vernetzt ist es? Und was

treibt es an? Das sind einige der Fragen, denen sich Martin Schmidt, Leiter Produktmanagement

und New Business im Bereich Pkw, bei Thomas stellt. Er kennt den Markt und weiß:

Nur wer sich über innovative Ideen eine gute Position sichert, wird sich im Wettbewerb

behaupten können.

Kaum eine Branche befindet sich so im Wandel wie die

Automotive-Industrie. Schneller Fortschritt und disruptive

Technologien fordern Zulieferer mehr als je zuvor. Thomas

nimmt diese Herausforderung an und schickt mit

Martin Schmidt einen erfahrenen Experten ins „Entwicklungsrennen“

für neue Technologien. Er unterstützt den

Bereich Automotive, wenn es um neue Produktlösungen

und die strategische Ausrichtung geht.

Der gelernte Werkzeugmechaniker und studierte Maschinenbauer

gehört seit 16 Jahren zum Thomas-Team und

begann seine Karriere als Ingenieur in der Vorentwicklung.

Er war bei Thomas bereits als Projektmanager in

der Serienentwicklung und für das Produktmanagement

im Bereich Motormanagement und Fahrwerk zuständig.

„Als Entwicklungspartner sind wir eine wichtige Säule der

Automobilindustrie, die sich gerade auf der Suche nach alternativen

Antriebsmöglichkeiten wie der Elektrifizierung

völlig neu aufstellt“, erläutert Martin Schmidt. „Unsere

Aufgabe ist es, diesen Weg aktiv mitzugestalten.“

Die Entwicklung neuer Produkte abseits der Serienfertigung

setzt eine gute Markt- und eigene Kompetenzanalyse

voraus. „Unser Know-how und der Mut, auch mal abseits

gewohnter Pfade zu denken, sind die Basis unserer

Innovationskraft“, erklärt Martin Schmidt. „Dabei spielen

gerade im Bereich Automotive die Thomas-Funktionalitäten

‚Sense. Think. Act.‘ eine tragende Rolle, denn genau

sie sind gefragt, wenn es um Themen wie alternative

Antriebe, Vernetzung und Konnektivität geht.“ Gerade

im Motor-, Abgas-, Getriebe- und Thermomanagement

hat Thomas seine Innovationskraft und sein Gespür für

Kundenbedürfnisse immer wieder unter Beweis gestellt.

„Jüngst wurde Thomas von einem wichtigen Premium-

OEM in die Riege der Entwicklungspartner aufgenommen,

mit denen man Zukunftstechnologien entwickeln

und umsetzen möchte“, erläutert Martin Schmidt.

Ein weiterer Erfolgsbaustein ist Netzwerken in alle Richtungen.

„Das Ohr nah am Kunden zu haben und sich mit internen

und externen Fachleuten auszutauschen ist grundlegend

für meine Arbeit und ihren Erfolg“, resümiert Martin

Schmidt. „Ich tausche mich intensiv mit unseren internen

Entwicklungsabteilungen aus – z. B. mit Björn Schuh aus

der Elektronik (siehe auch Artikel Seite 8). Parallel stehen

regelmäßig Kongresse und Symposien auf meiner Agenda.

Der wichtigste Eckpfeiler ist der Blick zum Kunden – getreu

unserer Ausrichtung ‚Understand. Create. Deliver.‘“

Kontakt & Austausch

erwünscht!

Martin Schmidt

Director Product- & New Business Development

Tel.: +49 2744 929-307

E-Mail: martin.schmidt@thomas-magnete.com

Thomas-Azubis machen Modell-Bagger fit

EINMAL UM

DIE WELT

Russland, China, USA, Deutschland: Der

Thomas-Modell-Bagger ist schon viel herumgekommen.

In ihm steckt eine mit Thomas-Ventilen

ausgestattete Steuerungseinheit.

Seine zehn Jahre sieht und merkt man

ihm nicht an. Dank Sven Ising und Simon Capito,

zwei Thomas-Mechatroniker-Azubis, die sich des

Baggers angenommen haben.

THOMAS INSIDE

Thomas-Tüftler bauen das lebensechte Modell

vor mehr als zehn Jahren im Maßstab

1:15. Sie planen und konstruieren die Maschine

ausgehend von den integrierten Ventilen

„von innen nach außen“ und machen so die

Thomas-Produkte in einer realistischen Anwendungssituation

erlebbar.

FIT FÜR DIE BAUMA IN SHANGHAI

Bei einem Status-Quo-Check im Herbst 2018,

kurz vor der bauma in China, steht fest: Die

Messeeinsätze und Transporte haben Spuren

hinterlassen. Der Bagger ist nicht mehr einsatzfähig.

Sven Ising und Simon Capito, Auszubildende

zum Mechatroniker im 3. Lehrjahr

kurz vor der Prüfung, nehmen sich der Baumaschine

an und bereiten sie unter erheblichem

Zeitdruck elektrisch und mechanisch auf.

VERJÜNGUNGSKUR

Doch damit nicht genug: Um das Ausstellungsstück

auf den neuesten Stand zu

bringen, ergänzen die beiden Azubis die

Antriebstechnik um einen Microcontroller,

eine Empfangsanlage aus dem Modellbau

und eine neue Ventilansteuerung. Rechtzeitig

zum Messestart der bauma in München

im April 2019 läuft die neue Funkfernsteuerung

inklusive Stromversorgung mittels zwei

selbstgebauten Akkus einwandfrei.

EIN ECHTER GLÜCKSFALL

Thomas ist stolz auf seine beiden jungen

Talente, die sich dem Projekt mit vollem Engagement

auch in ihrer Freizeit widmen. Da

die beiden in den letzten Monaten in ihrem

Einsatzbereich unabkömmlich waren, haben

sie den Bagger während ihrer Freizeit einmal

komplett auseinandergenommen und, mit

den aktuellsten Bauteilen bestückt, wieder

zusammengebaut. Dem technischen Feinschliff

folgte eine neue Lackierung. Als Anerkennung

für ihren Einsatz und ihre bemerkenswerte

Expertise nahm Thomas die beiden

mit nach München.

Wie der Bagger auf der bauma in München

zum Einsatz kam, lesen Sie auf Seite 3.


[ THOMAS FACHARTIKEL ]

Transparenz bis ins Detail

MAGNETHYSTERESE

LÖSUNGSSTRATEGIE

IM FOKUS

„Hierzu liegen uns keine genauen Informationen vor …“ So oder ähnlich könnte eine

Antwort auf die Frage lauten, wenn es um den Einfluss des Materials auf die erreichbare

Magnethysterese in elektromagnetischen Aktoriksystemen geht. Nicht so bei

Thomas, wo ganzheitliches Denken und tiefgreifendes Systemverständnis der Motor

einer zukunftsgerichteten Wissens- und Innovationskultur sind.

Die Problematik der Materialhysteresen und deren

Einfluss auf die Aktorperformance ist für einen Hersteller

elektromagnetischer Aktuatorik kein neuartiges

Thema, allerdings erfordern technologischer

Fortschritt und stetig steigende Anforderungen eine

kontinuierliche Überprüfung des bisherigen Entwicklungsvorgehens.

HYSTERESEVERHALTEN

„Das Technologie Labor Dresden (TLD) als unternehmenseigener

Dienstleister ist für derartige Fragestellungen

der ideale Ansprechpartner, indem aktuelle

Herausforderungen der Geschäftsbereiche den neuesten

Erkenntnissen und Kompetenzen gegenübergestellt

werden, um neue Lösungen aufzuzeigen“, hebt

Dr. Michael Erhard, Entwicklungsingenieur im TLD,

hervor. „Obgleich ein breit gefächerter Wissens- und

Erfahrungsschatz zur Magnethysterese vorliegt, zeigen

gegenwärtige Kundenanforderungen, beispielsweise

für Getriebemagnete, dass weitere Entwicklungsschritte

ein äußerst komplexer, langwieriger

Prozess sein können.“ Die maximal zulässige Hysterese

liegt mittlerweile in Bereichen, in denen der Materialeinfluss

signifikant zunimmt. Zusätzlich erschwert

die praktisch nicht erreichbare Trennung von Versuchsergebnissen

in Material- und Reibungsanteile

das vielmals empirisch geprägte Vorgehen.

Um einen Wissensvorsprung zu generieren und die

Entwicklungseffizienz zu verbessern, setzt Thomas

auf modernste Berechnungs- und Versuchsmethoden.

Elektromagnetische Aktoriksysteme mit Hysterese erfordern

zum einen die genaue Ermittlung der von Verarbeitungseinflüssen

abhängigen Materialeigenschaften.

Zudem sind die von der Vorgeschichte bestimmten

Materialzustände korrekt wiederzugeben. Thomas

geht hierbei eigene Wege, um in Zusammenarbeit

mit den Lieferanten relevante Materialkenngrößen

zu erfassen und sicherzustellen. Magnetsimulationen

mit fortschrittlichen Werkstoffmodellen bilden das

Bindeglied zwischen den gemessenen Materialeigenschaften

und der materialbedingten Krafthysterese.

Am Anfang einer Reihe von simulationsbasierten Verbesserungsansätzen

stehen hierbei Materialanpassung

und -anordnung sowie Ansteuercharakteristik.

Einen bedeutenden Meilenstein stellte die erfolgreiche

Übertragung der an einem reibungsfreien Demonstrator

durchgeführten Grundlagenuntersuchungen auf

ein anspruchsvolles Produkt aus dem Getriebesegment

dar. Die Berechenbarkeit der Krafthysteresen für

eine Gleichstrom- und pulsweitenmodulierte Ansteuerung

sowie deren Aufteilung in Reibungs- und Materialanteile

eröffnen völlig neue Möglichkeiten der

Produktentwicklung und -optimierung.

Die ermittelten Reibungsgrößen korrelieren hierbei

unabhängig vom Messvorgehen mit vorhandenen

Querkräften. Das Messvorgehen selbst sowie die Ansteuerung

bestimmen aufgrund der unterschiedlich

durchlaufenen Hysteresepfade den Anteil der Materialeigenschaften

an der gesamten Magnethysterese.

„Das konsequente Verfolgen der Themenstellung sowie

die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb

des Unternehmens hatten einen wesentlichen Anteil

am Gelingen,“ resümiert Dr. Michael Erhard den bisherigen

Forschungsverlauf. „Wir sind zuversichtlich,

dass der gegenwärtige Erkenntnisstand dazu beiträgt,

unseren Kunden auch in Zukunft leistungsfähige und

innovative Produkte anzubieten.“

MATERIALEIGENSCHAFTEN

Die Magnetisierung der in elektromagnetischen Antrieben

eingesetzten ferromagnetischen Materialien

ist phenomenologisch durch eine Hysterese mit nichtlokalem

Gedächtnis gekennzeichnet. Typischerweise

wird das Hysteresegebiet durch Grenzkurven visualisiert,

aus denen sich die Kennwerte Remanenzflussdichte

und Koerzitivfeldstärke ablesen lassen, wobei

letztere vielmals als ausschlaggebendes Hysteresemaß

gedeutet wird. Gleiches gilt für die Neukurve als

Vereinfachung für die Vorausberechnung. Hingegen

veranschaulichen Umkehrkurven das vorherrschende

Materialverhalten besser. Anhand derer lassen sich

beispielsweise die in unipolar angesteuerten Magneten

vorherrschenden Hysteresepfade aufzeigen.

Die Verknüpfung der von Vorgeschichte und Eingangssignalverlauf

abhängigen Materialzustände mit

der in Kraft-Hub- bzw. Kraft-Strom-Kennlinien auftretenden

Umkehrspanne ist mittels fortschrittlicher

Berechnungsansätze zweifelsfrei möglich. Die Grundlagenbetrachtungen

lösen damit die bisher wenig

beachtete Fragestellung zum Einfluss der Materialhysterese

auf die beobachtbare Umkehrspanne, eine

wesentliche Performancekenngröße, in elektromagnetischen

Aktoren.


[ THOMAS EINBLICKE ]

Sascha Koschinski ist neuer Leiter für „Quality, Lean & Business Process Management“ –

einem jungen Bereich bei Thomas, der in einem zentralen Team die Themenbereiche

Qualitätsmanagement, Lean- und Geschäftsprozessmanagement, Umweltmanagement,

Informationsmanagement und Lieferantenentwicklung vereint. Der gelernte Energieelektroniker

und Bachelor Technical Management stammt aus der Region. Nach Jahren in einer

verantwortlichen Rolle im Qualitätsmanagement, der Qualitätssicherung und dem Lieferantenmanagement

auf Konzernebene in der Automobilzulieferindustrie ist er in den Westerwald

zurückgekehrt, um bei Thomas den fachübergreifenden Bereich „Qualität“ strategisch

optimal aufzustellen.

Im Gespräch mit Sascha Koschinski,

Leiter der neuen Competence Unit „Qualität“

Sie sind seit Januar 2019 für den

neuen Bereich „Qualität“ verantwortlich.

Wie kam es zu dieser Neustrukturierung?

Im Grunde ist sie dem Anspruch geschuldet,

stetig besser zu werden.

Der neue Bereich soll keinesfalls die

Verantwortlichkeit für die Qualität

aus den einzelnen Business Units

abziehen. Es ist vielmehr eine strategische

Neuausrichtung, eine Art Bündelung

und Implementierung eines

für alle geltenden Qualitätsdenkens.

Thomas ist bereits ein erfolgreiches

Unternehmen. Es gilt Stärken beizubehalten,

Qualifizierung auszubauen

und weitere Potenziale zu heben.

Das hört sich komplex an. Wie sind

Sie an die Aufgabe herangegangen?

Am Anfang stehen erfahrungsgemäß

grundsätzliche Überlegungen.

Qualitätsmanagement ist im Prinzip

ja nichts anderes als Kundenanforderungen

in Kundenzufriedenheit

zu verwandeln. Ein Ziel,

das wir Tag für Tag schon gut realisieren.

Um noch besser zu werden,

gilt es, unsere Stärken und

Schwächen herauszuarbeiten und

daraus neue Potenziale abzuleiten.

Woran arbeiten Sie im Moment konkret?

Derzeit befinden wir uns in Zusammenarbeit

mit allen Abteilungen

in einer Analysephase, um die Ist-

Situation zu erfassen. Gemeinsam

mit der Geschäftsführung definieren

wir daraus mittel- und langfristige

Ziele. Im Fokus steht die Ermittlung

von Verbesserungspotenzialen und

die Ableitung einer Umsetzungsstrategie,

die sich Schritt für Schritt

und nachhaltig realisieren lässt.

Gibt es einen speziellen Fall, über

den Sie berichten können?

Zum Beispiel im Lieferantenmanagement

richten wir uns gerade neu aus.

Prozesse und Ablauforganisation stehen

auf dem Prüfstand und ein Team

aus Lieferantenentwicklung, Geschäftsprozessmanagement

und Einkauf

erarbeitet ein Konzept für die

Zukunft. Teil davon ist ein Lieferantencockpit,

auf dem wir die Leistungen

unserer Lieferanten und unsere

aktuellen Maßnahmen darstellen.

Wenn wir sukzessive diese skizzierte

„Prozesslandschaft“ mit Daten

und Leben füllen, wird klar, wohin

der Weg gehen soll. Das heißt dann

auch schonmal: Mit mehr Transparenz

raus aus gewohnten Strukturen.

Wie in anderen Bereichen auch,

spielen hier Überlegungen wie der

Ausbau von Leanmanagement-Tools

und -Methoden eine zentrale Rolle.

Inwieweit kommen Ihnen dabei Ihre

beruflichen Erfahrungen zugute?

Ich arbeite seit mehr als 15 Jahren

in den Bereichen Qualitätssicherung

und -management und war in den

letzten vier Jahren auf Konzernebene

verantwortlich für das strategische

Qualitätsmanagement, die Qualitätssicherung

sowie das Lieferantenmanagement.

Zuvor sammelte ich

u. a. Erfahrungen in der operativen

Qualitätssicherung und im Leanmanagement

eines produzierenden

Werks der Automotive-Branche. Diese

Erfahrungen sind eine gute Basis

für meine Aufgaben bei Thomas.

Die Qualitätssicherung in den verschiedenen

Fachbereichen (Business

Units) zentral zu steuern, Standards

weiterzuentwickeln und so nachhaltig

die Effizienz im ganzen Unternehmen

zu steigern, ist eine Herausforderung,

der ich mich gerne stelle.

Wo sehen Sie für sich die größte

Herausforderung?

Fakt ist: Qualität betrifft wirklich jeden

Mitarbeiter, ohne Ausnahme. Da

spielen Transparenz und Mitarbeiterqualifikation

eine wichtige Rolle.

Wir müssen die Kollegen aus allen

Bereichen in diesem Prozess abholen

und mitnehmen – ihnen Werkzeuge

an die Hand geben, in ihrem

Arbeitsalltag das Beste an Qualität

zu erreichen. In ihnen und ihrer Erfahrung

liegt jede Menge Potenzial,

das geweckt werden muss. Ich plane

Workshops mit den Kollegen aus

dem Qualitäts- und Prozessmanagement,

um die Prozesse noch transparenter

zu gestalten und nachhaltig

auf weiteres Wachstum auszurichten.


Neue Produktions- und Büroflächen in Rennerod

AUF DER ZIELGERADEN

Steigende Umsatzzahlen fordern langfristige Planung – qualitativ und quantitativ.

Mit dem Kauf des ehemaligen Rittal-Geländes in Rennerod (Westerwald),

etwa 25 km entfernt vom Herdorfer Stammsitz, reagiert Thomas auf

das überdurchschnittliche Wachstum der letzten Jahre und den steigenden

Bedarf an Produktions-, Logistik- und Büroflächen.

Im Gebäude und auf dem Gelände in Rennerod liegen die Umbauarbeiten in

den letzten Zügen. Das Gebäude wurde grundsaniert, die Wände aufbereitet

und gestrichen, neue Böden gelegt usw. Momentan sind das Dach und eine

komplett neue Lüftungsanlage an der Reihe.

Nach und nach nehmen nun die neuen Arbeitsplätze Gestalt an. Es entstanden

bereits zwei Lager, eine neue Brandwand, neue Decken, eine Kantine mit

Kaffeeecke und ein moderner Bürobereich inklusive aktueller Elektrik und IT.

Nun kommen die Produktionsanlagen, Hochlager und Büromöbel. Vorgesehen

sind insgesamt 50 Büroarbeitsplätze.

In den Produktionshallen mit Waschanlage und Feinbearbeitungszentrum ist

künftig die Produktion für den Bereich Getriebemanagement untergebracht.

IMPRESSUM

Thomas Magnete GmbH

Innomotion Park 3

57562 Herdorf

Tel. 02744 929-0

www.thomas-magnete.com

Mit dem Kauf des Werkes in Rennerod und dank eines langfristigen Flächennutzungskonzepts

ist es Thomas gelungen, zusätzliche Planungssicherheit zu

gewinnen und nicht zuletzt weitere moderne und attraktive Arbeitsplätze in

der Region zu schaffen.

v. i. S. d. P.

Katja Teixeira

Unternehmenskommunikation

und Marketing

Juni 2019, alle Angaben ohne

Gewähr, Änderungen vorbehalten.

dergoldenefaden.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine