AJOURE´ Magazin August 2019

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AJOURE / INTERVIEW

INTERVIEW

Gab es denn auch Reaktionen, dass manche

der Meinung sind, du hättest leicht

reden, denn du bist nicht nur super erfolgreich,

du siehst auch noch grandios

aus und lebst ein Leben, von dem viele

Menschen nur träumen können?

Diese Aussagen gibt es natürlich auch ab

und zu. Mich treffen solche Nachrichten

dann mal mehr, mal weniger. Das ist bei

mir etwas tagesabhängig. Doch meine

Massage an die Leute ist immer, dass jeder

mal Tage hat, an denen es einfach nicht

rund läuft und wo man sich einfach nicht

gut fühlt. Wichtig ist meines Erachtens,

dass man lernt, damit umzugehen und

diese Tage zu akzeptieren. Social Media

ist ein Ort, an dem fast jeder zeigt, wie

gut es einem geht. Kaum jemand postet

einen Beitrag, wenn es ihr oder ihm mal

schlecht geht. Genauso macht man nur

dann Stories, wenn man Bock darauf hat.

Niemand möchte sich an Tagen, an denen

man vielleicht rumheult, filmen oder ablichten

lassen. Wenn man sich aber in Erinnerung

ruft, dass es solche Zeiten auch

gibt, dass ist es ok und vollkommen normal.

Es ist natürlich so, dass mir kein Bein

fehlt und viele Leute sagen, ich sehe ganz

gut aus und ich hätte Erfolg, aber auch ich

habe meine Päckchen, die ich trage und

mit denen ich zu kämpfen habe. Jeder hat

mit irgendwas Probleme und ich finde es

sehr wichtig, diese nicht miteinander zu

vergleichen oder abzuwiegen, denn, um

es mal rein oberflächlich zu betrachten,

jeder sieht es anders, ob es schlimmer ist,

ein A-Körbchen oder Cellulite zu haben.

Man kann es nicht vergleichen und sollte

es meiner Meinung nach auch nicht versuchen.

„Manchmal wärst du gern jemand anders

als du selbst“, singst du in deinen

Zeilen. Warst du selbst schon einmal in

dieser Situation oder fiel es dir schwer,

dich in die Gefühle der betroffenen Menschen

hineinzuversetzen?

Ich möchte tatsächlich manchmal selbst

gerne jemand anders sein. Das hänge ich

natürlich nicht an die große Glocke, aber

das ist so. Es gibt Tage, an denen denke

ich, dass das, was andere machen, viel besser

ist als das, was ich hier so treibe. Dies

ist allerdings eine Ausnahme. Ich bin diesbezüglich

noch auf der Reise zu mir selbst.

Foto: Katja Kuhl

AJOURE MAGAZIN SEITE: 28 | AUGUST 2019

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