AJOURE´ Magazin August 2019

ajoure

Entdecke jetzt die AJOURE´ August Ausgabe mit Cover-Star Vanessa Mai!

AJOURE AJOURE / INTERVIEW / PEOPLE

Doch ich denke immer mehr, dass es bei

dieser Reise kein Ankommen zu geben

scheint. Ich würde sagen, dass diese Reise

Leben heißt und hierbei kann man nicht

wirklich ankommen, denn wer dies behauptet,

hat aufgehört zu leben. Man muss

sich diesbezüglich im Klaren sein, dass es

Dinge gibt, die sich nicht ändern lassen

und die einfach sind, wie sie sind.

Würdest du sagen, dass Social Media einen

großen Teil der Schuld an diesem

Thema zu tragen hat?

Natürlich. Man hat sein Handy in der

Hand, öffnet Instagram und beginnt damit,

sich komplett blenden zu lassen. Das

macht es sehr einfach, in diesen Strudel

hineinzurutschen. Um so wichtiger ist

es, dass Menschen dieses Problem erkennen

und daran arbeiten. Klar kann man

sich dieser Problematik entziehen, indem

man von Social Media die Finger weglässt.

Ich meine, im Prinzip braucht das ja

kein Mensch. Es ist heute einfach da und

gehört sozusagen zum Leben dazu, aber

notwendig ist es nicht. Für mich ist wichtig

zu wissen, dass wenn Instagram und Co

morgen nicht mehr existieren, ich immer

noch einen Job habe, den ich liebe und der

mir Spaß macht. Ich hatte selbst mal eine

Phase, in der ich der Meinung war, dass

all die Influencerinnen so tolle Fotos machen.

Dann schaute ich mir mein Profil an

und dachte, dass meine Fotos gar nicht so

gut sind und ich vielleicht nicht so „coole“

Klamotten trage wie andere. Daraufhin

habe ich tatsächlich mal so ein typisches

Blogger-Foto gemacht und hochgeladen

und ich muss sagen, ich hätte kotzen können.

Das bin einfach nicht ich gewesen,

den man auf diesem Foto zu sehen bekam.

Manchmal muss man durch Zeiten, nach

denen man merkt, dass dieses vermeintlich

Tolle eigentlich gar nicht so toll ist. Zumindest

nicht für einen selbst. Diese Erkenntnis

macht einen stärker – mich jedenfalls.

Soll denn auch noch ein passendes Album

mit weiteren tollen Empowerment-Songs

erscheinen?

Witzigerweise gibt es hierfür noch gar keine

Planung. Die Entstehung eines neuen

Albums ist ein kräftezehrender kreativer

Prozess und ich möchte mich jetzt im

Moment nicht unter Druck setzen. Das

war auch der Grund für die Tourabsage.

Es kann durchaus sein, dass es mich bald

überkommt und wir in die Planung eines

Albums gehen, doch nach heutigem Stand

ist da noch alles offen. Ich genieße die

Zeit, die ich aktuell zur Verfügung habe

und bin überaus dankbar dafür, mir diese

„Auszeit“ nehmen zu können. Außerdem

singe nach wie vor gerne meine „alten“

Songs, zu denen ich bis heute stehe.

FÜR EIN

TAYLOR

SWIFT

KONZERT

LASSE ICH

ALLES

STEHEN

UND LIEGEN

Der Text zu deinem neuen Song entstand

in Zusammenarbeit mit Joe Walter, der

schon für sehr viele bekannte Künstler

Texte schrieb. Wie viel von dir selbst

steckt denn in den Lyrics des Songs?

Ich bin da ganz ehrlich und sage, dass ich

nie geschrieben habe. Ich hatte auch irgendwie

nie die Muße dazu, mich mit einem

Blatt Papier zu bewaffnen, hinzusetzen

und loszuschreiben. Das ist nie mein

Ding gewesen. Sollte der Tag kommen,

an dem ich einen Text schreiben möchte,

dann werde ich das natürlich tun und

mich sehr darüber freuen, aber aktuell

war das noch nicht der Fall. Ich habe auch

nicht von Tag eins an Choreografien entwickelt.

Im Gegenteil, irgendwann war es

soweit, als ich bemerkte, dass ich Bock darauf

habe. So entspannt gehe ich auch an

das Thema „Texte“ ran und das ist in Ordnung

für mich. Die oberste Prämisse bei

den Texten ist es allerdings, dass sie meine

„Sprache“ sprechen. Ich muss die Massage

verstehen und fühlen können, es muss

bei mir ankommen und ich muss Lust

darauf haben. Bei den neuen Songs, die

wir gerade in Nashville (USA) mit vielen

verschiedenen Köpfen aus dem Musikbusiness

erarbeitet haben, war es so, dass

ich solche Songwriting-Camps erlebt habe

und wirklich mit drin war. Diese Zeit war

sehr inspirierend für mich und ich habe

unheimlichen Respekt vor den Leuten.

Mal etwas anderes… Jemand, der so

erfolgreich ist wie du und von seinen

Fans so geliebt wird, der hat wohl alles

irgendwann mal erlebt. Aber wann war

denn das letzte Mal, dass du etwas zum

ersten Mal erlebt hast?

(lacht) Am Samstag! Ich war auf einem

Konzert und möchte da gar nicht so ins

Detail gehen, aber das Gefühl, das ich daraus

gezogen habe, war: „Es ist okay, dass

du denkst, es geht immer besser und alles

was du machst ist nicht so gut wie die

anderen, aber check mal, dass das, was

du machst, gar nicht so schlecht ist.“ So

ein Erlebnis hatte ich zuvor tatsächlich

nie, denn ich bin ein sehr sehr ehrgeiziger

Mensch und habe mit der Zeit gelernt

gelassener zu werden, da das alles einfach

nicht gesund ist. Außerdem macht es

wahninnig unsympathisch (grinst).

Hast du eine Art Herzensangelegenheit,

für die du dich besonders einsetzt oder

die dir über die Maßen wichtig ist?

Ich helfe sehr gerne wo ich kann, bin

aber der Meinung, ganz besonders bei

Charity-Angelegenheiten, dass man dies

nicht an die große Glocke hängen sollte.

So handhabe ich das und finde, dass dies

nicht für PR-Zwecke benutzt werden sollte.

Ansonsten natürlich für meine Familie

und meinen Mann….und ein Taylor

Swift-Konzert (lacht).

AJOURE MAGAZIN SEITE: 29 | AUGUST 2019

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine