Berliner Zeitung 15.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

Clans, Bars und Spätis: Neukölln ist mehr als das, sagt Bürgermeister Martin Hikel – Berlin Seite 11

Berlin und

die neue

Grundsteuer

Seite 9

14°/19°

Starkbewölkt

Wetter Seite 2

Rackete, Thunberg, Rapinoe:

Die Kraft der Frauen

Tagesthema Seite2

www.berliner-zeitung.de

Wimbledon: Djokovic

gewinnt Drama-Finale

Sport Seite 18

Montag,15. Juli 2019 Nr.161 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Wiesich Union für die

Bundesliga fit macht

Sport Seite 18

Franz Beckenbauer

Licht und

ein Schatten

vor dem Auge

VonChristian Schwager

Manchmal machen gesundheitliche

Beschwerden den buchstäblichen

Sinn von Sprichwörtern

deutlich. Bei Franz Beckenbauer ist

das so. Der 73 Jahre alte Münchner

hat dieser Tage einen Infarkt im Auge

erlitten. Das hat er am Wochenende

bei der Eröffnung eines Golfturniers

zugunsten seiner Franz-Beckenbauer-Stiftung

in BadGriesbach mitgeteilt:

Auf der

rechten Seite,

hat er gesagt,

sehe er wenig bis

gar nichts mehr.

Einen Schatten,

buchstäblich.

Franz Beckenbauer

sieht mit dem rechten

Auge fast nichts.

Ein Schatten

im übertragenen

Sinn hängt seit

einiger Zeit über

dem früheren

Ausnahmefußballer,

dem Kaiser Franz, Weltmeister

1974 als Spieler und 1990 als

Teamchef, dem viermaligen Deutschen

Meister mit seinem FC Bayern

München und 1982 mit dem Hamburger

SV. Europapokalsieger, Weltpokalsieger,

WM-2006-nach-

Deutschland-Holer – er galt als

Lichtgestalt. Die einen haben ihn

dazu ernannt, andere rückten ihn

später ins Zwielicht.

Als Oberorganisator der WM in

deutschen Landen soll er 2002 über

sein Konto einen Millionenbetrag an

eine Firmavon Mohamed BinHammam

überwiesen haben, seinerzeit

Funktionär des Weltverbandes Fifa.

Das Geld wiederum stammte vom

damaligen Adidas-Chef Robert

Louis-Dreyfus. Korruption, hieß es.

„Erstunken und erlogen“ seien die

Vorwürfe, sagt Beckenbauer. Doch

der Öffentlichkeit sei nun mal ein falsches

Bild von ihm vermittelt worden,

es zu revidieren, aussichtslos.

Schleierhaft, noch so ein Wort,

das Beckenbauer aus der Seele sprechen

könnte. Die Zeit nach der WM

2006 jedenfalls hat ihn viel Kraft gekostet.

Es gab Rückschläge, von denen

der schwerste nicht einmal etwas

mit Fußball zu tun hatte. Eines

seiner fünf Kinder starb 2015; Stephan,

46, Nachwuchstrainer beim

FC Bayern. Diagnose: Hirntumor.

„Ich weiß nicht, ob man das jemals

verarbeiten kann“, hat Beckenbauer

später einmal gesagt.

Zwei Operationen hat er sich danach

unterziehen müssen. Bestand

ein Zusammenhang zum Verlust des

Sohnes? Gut möglich. Es war das

Herz, das Franz Beckenbauer damals

Probleme bereitete.

Weichensteller:Mit seinem Vorschlag hat Berlins Regierender Bürgermeister MIchael Müller (SPD) eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

VonPeter Neumann

Das vorgeschlagene 365-

Euro-Jahresticket für

Berlin würde die öffentliche

Hand enorm belasten.

Das geht aus einer internen

Hochrechnung der Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) hervor, von der

die Berliner Zeitung erfuhr.

Den Kalkulationen des Landesunternehmens

zufolge ergäbe sich

für die BVG ein zusätzlicher Zuschussbedarf

von rund 170 Millionen

Euro pro Jahr. Hinzu käme die

jährliche Zahlung an die S-Bahn Berlin

GmbH, die um circa hundertMillionen

Euro aufgestockt werden,

hieß es weiter. Damit ergäbe sich allein

schon für die beiden größten

Nahverkehrsunternehmen der

Hauptstadt-Region ein Mehrbedarf

von 270 Millionen Euro, wenn der

Vorschlag von Berlins Regierendem

Bürgermeister Michael Müller (SPD)

umgesetzt würde. Die anderen Betriebe

sind noch nicht eingerechnet.

BVG-Sprecherin Petra Nelken

äußerte sich zu den internen Zahlen

nicht. „Ob ein 365-Euro-Jahresticket

für Berlin eingeführt wird oder

nicht, ist eine politische Entscheidung,

die unser Eigentümer, das

Land Berlin, zu treffen hat“, betonte

sie aber am Sonntag. „Klar ist aus

unserer Sicht, dass er für den Zuschussbedarf,

der dann entstünde,

aufkommen müsste. Zusätzliche

Tarifvergünstigungen müssen wie

zusätzliche Angebote entgolten

werden.“ Dieser Grundsatz sei eine

Voraussetzung dafür, dass die Finanzen

der BVG auf einem soliden

Fundament bleiben. Bislang hieß

es,dass die Umsetzung der Idee,mit

der Michael Müller an die Öffentlichkeit

getreten ist, den jährlichen

Zuschussbedarf um rund hundert

Millionen Euro erhöhen könnte.

Nun gibt die Schätzung der BVG einen

Hinweis darauf, dass dieser Betrag

zu niedrig angesetzt ist.

In Berlin ist die Zahl der Abokunden,

zu denen die Käufer vonJahreskarten

gehören, in den vergangenen

Jahren stetig gestiegen. Bei der BVG

„Ob ein 365-Euro-Jahresticket für Berlin

eingeführt wird, ist eine politische Entscheidung,

die unser Eigentümer, das Land Berlin,

zu treffen hat. Klar ist aus unserer Sicht, dass er

für den Zuschussbedarf aufkommen müsste.“

Petra Nelken, Sprecherin der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

270 Millionen

und der S-Bahn Berlin GmbH summiert

sie sich inzwischen auf mehr

als 650 000. Es wird erwartet, dass

sich der Anstieg fortsetzt, wenn der

Preis der Jahreskarte, der heute je

nach Zahlungsweise 728 oder 761

Euro beträgt, starksinken würde.Ein

Gutachten des Beratungsunternehmens

Civity lässt allerdings Zweifel

aufkommen, ob die Halbierung des

Jahreskartenpreises die erhofften

großenWirkungen hätte.InWien, wo

der Preis der Jahreskarte für das

Stadtgebiet 2012 von 449 auf 365

Euro gesenkt worden ist, halten sich

die positiven Effekte in einem engen

Rahmen, so die Gutachter.

Vor2012 sei in Wien die Zahl der

Fahrgäste stark gestiegen, weil neue

Strecken gebaut und Fahrzeuge gekauft

wurden. Nach der Einführung

für Müllers

Idee

Ein 365-Euro-Jahresticket

für BVG und S-Bahn wäre

eine enorme finanzielle

Belastung für Berlin

IMAGO IMAGES

des 365-Euro-Tickets nahm das Aufkommen

lediglich um etwas mehr

als neun Prozent zu, was dem allgemeinen

Wachstum des Verkehrs entspräche.Der

Anteil des Nahverkehrs

an allen Fahrten, die in Wien zurückgelegt

werden, sei nicht gestiegen.

DieBefunde wecken die Befürchtung,

dass sich ein 365-Euro-Ticket

auch in Berlin kaum positiv auswirken

würde – trotz hoher Kosten.

Nach jüngsten verfügbaren Zahlen

erhielten die in Berlin tätigen Nahverkehrsbetriebe

2016 rund 710 Millionen

Euro vom Land, davon die

BVG fast 420 Millionen Euro. Schon

die von der Gewerkschaft Verdi erkämpfte

Erhöhung der Löhne und

Gehälter, die Müller ausdrücklich

guthieß, erhöht den Bedarf nun um

hundertMillionen Euro proJahr.

Gegenüber der Deutschen

Presse-Agentur bekräftigte Müller

seinen Plan, der Teil des nächsten

Doppelhaushalts 2022/23 werden

könnte.BürgerfordernKlimaschutz,

die Finanzlage wäregut.DiesesZeitfenster

sollte Berlin jetzt nutzen.

Wichtiger wäre es, das Angebot

im Nahverkehr zu verbessern, gab

der FDP-Verkehrspolitiker Henner

Schmidt zu bedenken. „Dann werden

die Kunden auch bereit sein, einen

angemessenen Preis zu zahlen.“

Kommentar Seite8,Berlin Seite14

AfD: Streit

um Höcke

verschärft sich

In Brandenburg wird der

Thüringer Politiker gefeiert

Inder AfD verschärft sich der Streit

um den thüringischen Landeschef

Björn Höcke. Führende westdeutsche

AfD-Politiker forderten den

Wortführer des rechtsnationalen

„Flügels“ auf, beim nächsten Parteitag

für die Wahl des Bundesvorstands

anzutreten. Beim Auftakt des

Landtagswahlkampfs in Brandenburgwurde

Höcke am Sonnabend in

Cottbus von seinen Anhängern gefeiert.

Der Bundesvorsitzende Jörg

Meuthen betonte in Cottbus die Geschlossenheit

der Partei: „Wir lassen

uns nicht spalten.“

Der rheinland-pfälzische AfD-

Vorsitzende Uwe Junge sagte der

Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

(FAS), wenn jemand wie

Höcke meine, nur er wisse, woes

lang gehe, dann solle er auch „seinen

Hutinden Ring werfen“. Höcke

müsse jetzt den Schneid haben, sich

den Mitgliedern zustellen. „Dann

wäre das dann auch entschieden.

Und ich bin mir sicher, er wird

scheitern.“

Am vergangenen Wochenende

hatte der Thüringer Landesvorsitzende

mit einer Kampfansage an

den Parteivorstand den Zorn vieler

AfD-Politiker auf sich gezogen. In einem

am Mittwoch veröffentlichten

Appell vonmehr als 100 Mandatsträgern

und Funktionären „für eine geeinte

und starke AfD“ hieß es,Höcke

habe „die innerparteiliche Solidarität

verletzt und ist damit unseren

Wahlkämpfern und Mitgliedern in

den Rücken gefallen“.

Beim Wahlkampfauftakt für Brandenburg

wurde Höcke mit Sprechchören

gefeiert. Aufdie Auseinandersetzung

um seine Person ging er nicht

ein. In Brandenburg und Sachsen

werden am 1. September neue Landtage

gewählt, in Thüringen am 27.

Oktober. (dpa) Brandenburg Seite 14

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2 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Tagesthema

Protest

Junge Frauen wie Greta Thunberg, Megan Rapinoe oder Carola Rackete begehren auf –und finden Gehör in den Medien.

Damit sind sie zu Ikonen geworden. Beobachtungen bei einem Protestcamp in Köln, wo Mädchen den Tonangeben.

Immer wieder guckt Maira Kellers

auf ihr Handy, sprintet auf

Socken über die warmen Pflastersteine

von Pavillon zu Pavillon,

hier am Alten MarktinKöln, wo

gerade ein paar Dutzend Schüler bei

der „Week for Future“ dauercampieren.

Sie greift zum Megafon, zu verstreut

sind ihre Mitstreiter über den

Platz, um sie ohne zu hören: „Wir

brauchen dringend kreative Vorschläge

für die Social-Media-Kampagne!“

DiePolizei erlaube keine weiteren

Schlafzelte, schon gestern hätten einige

unter freiem Himmel übernachtet,

jetzt sei Regen angesagt.

Nur noch kurz ein paar Aufgaben

verteilen, dann habe sie vielleicht

Zeit für ein Gespräch, sagt Maira, zuständig

für Organisation, Koordination,

Presse –und gerade 14 Jahrealt.

Maira kommt aus Köln, geht in

die achte Klasse eines Gymnasiums,

liebt Musik und Schauspiel. Seit sie

im Dezember von der „Fridays for

Future“-Bewegung hörte, sei sie angefixt

vondem Thema, das sie schon

als kleines Kind beschäftigt habe.

Seither lebt sie vegan, geht freitags

demonstrieren, mehr noch: Sietreibt

diese Bewegung voran.

Maira ist eine von vielen jungen

Frauen, manchmal Mädchen noch,

die dem Kampf für den Klimaschutz

ein Gesicht geben, zumindest in

Köln. So wie Kapitänin Carola Rackete

der Seenotrettung, auf europäischer

Ebene. Oder US-Fußballerin

Megan Rapinoe dem Protest gegen

Donald Trump. Und wie Greta

Thunberg natürlich, die Begründerinder

„Fridays for Future“-Proteste.

Kopfwäsche für den VW-Chef

Auffallend viele junge Frauen zeigen

gerade Haltung und erheben das

Wort gegen meist ältere, mächtige

Männer. Und sie finden Gehör, werden

in Talkshows eingeladen, schaffen

es auf die Titelblätter,werden bewundert,

manchmal verehrt.

Auch Bilder der 18-jährigen Clara

Mayer aus Berlin gingen durch die

Medien, als sie jüngst VW-Chef HerbertDiess

vorder versammelten Jahreshauptversammlung

den Kopf

wusch („Ihr habt das Problem nicht

ansatzweise verstanden“). Die 20-

jährige Carla Reemtsma aus Münster

bekam ein Podium, als sie bei

„Maybrit Illner“ CDU-Generalsekretär

Paul Ziemiak Kontra gab („Wieso

sollten Schüler euch erklären, wie ihr

die Klimaziele einhaltet, die ihr

selbst unterzeichnet habt?“).

Ebenso die 23-jährige Luisa Neubauer

aus Hamburg, die sich im

Spiegel einem Streitgespräch mit

Bundeswirtschaftsminister Peter

Altmaier stellte und in Sendungen

wie „Hartaber fair“ oder „Anne Will“

mit Spitzenpolitikerndiskutiert.

Nicht nur die Klimakrise macht

aus jungen Frauen wie Greta Thunberg

Galionsfiguren. Kapitänin Ca-

Weiblich, jung, wütend: Aktivistinnen

sagen den Mächtigen den Kampf an

rola Rackete wurde durch ihren Widerstand

gegen Italiens Innenminister

Salvini über Nachtzur Heldin für

die einen, zur Hassfigur für die anderen

–sowie Pia Klemp. Die 36-jährige

Bonnerin ist ebenfalls Kapitänin,

rettete mit der„Iuventa“ und der

„Sea Watch 2“ etwa 1000 Menschen

und wird, wie Rackete, der Beihilfe

zur illegalen Migration beschuldigt.

Derzeit wartet sie auf den Prozess,

der mit einer Strafe von bis zu

500 000 Euro enden könnte. Knapp

die Hälfte dieser Summe sei bisher

durch Spenden zusammengekommen,

sagt Klemp.Mit einer Verurteilung

rechne sie nicht, eher mit einem

Schauprozess zur Abschreckung anderer

Organisationen.

Die Kapitäninnen kennen sich

schon lange, „Carola ist nicht nur

eine Freundin, sondern auch jemand,

den ich für ihre Intelligenz,

ihr beherztes Engagement und ihre

Besonnenheit sehr schätze“, sagt

Klemp. Sie spricht von Mut undTatkraft

–beides wird auch ihr zugeschrieben.

Die Sätze, die beide fast

Schülerin und Klima-Aktivistin

Maira Kellers TBRILL

wortgleich wiederholen, lauten:„Wir

lassen uns nicht einschüchtern. Wir

werden weiterkämpfen.“

Da sind Schülerinnen, die fürs

Klima streiken. Da sind Frauen, die

sich Ministern widersetzen und

Menschenleben retten, noch dazu in

einer Männerdomäne, der Seefahrt.

Da sind Sportlerinnen wie Megan

Rapinoe, die den WM-Sieg für eine

Standpauke an den Präsidenten

VonJulia Rathcke

Die Schwedin Greta Thunberg ist zu einem Symbol für den Kampf für Klimaschutz geworden, auch hier auf dem GlastonburyFestival.

Kapitänin und Seenot-Retterin

Carola Rackete DPA

Fußballerin und Trump-Kritikerin

Megan Rapinoe AP

nutzt, dessen Gesicht man gern gesehen

hätte, als sie vorab ankündigte:

„I’m not going to the fucking

White House“ („Ich werde nicht in

das verdammteWeiße Haus gehen“).

Beim Weltmeister-Empfang am

Mittwoch in NewYorkwurde die 34-

Jährige für ihren sechsminütigen Appell

gefeiert, für den sie manch einer

schon mit Martin Luther King verglich.

Die Bewunderung für die

GETTY IMAGES

neuen Heldinnen trägt manchmal

bereits Züge einer Überhöhung.

Rapinoe ist nicht die erste Amerikanerin,

die sich gegen Trump stellt,

gegen Hass, Hetze, Homophobie.

Die heute 19-jährige Emma Gonzales

wurde 2018 zur Anführerin einer

ganzen Bewegung, nachdem sie den

Amoklauf in ihrer Schule in Parkland,

Florida überlebte. Mit dem

„March for our Lives“ steht sie für

den Kampf gegen die US-Waffenlobby,

sie, eine junge Frau mit wachem

Blick und abrasierten Haaren.

Seit einigen Wochen trägt Maira

Kellers die gleiche Frisur. Nicht wegen

Gonzales, sondern weil sie es

schön finde,sagt sie,und„weil es für

ein Ausbrechen aus dem Patriarchat

steht“. Sie ist 1,60 Meter groß, sehr

zierlich, doch die kurzen Haare und

ihreausformulierten Sätzelassen sie

wenig weich wirken. Ob sie als Mädchen

das Gefühl habe,weniger ernst

genommen zu werden? „Ich hatte

nie Probleme damit, dass ich eine

weibliche Person bin“, sagt sie, als

hätte sie mit der Frage gerechnet.

Für Jugendforscher Klaus Hurrelmann

würde Mairawohl als Beispiel

seiner jahrelangen Untersuchungen

gelten. „Schon seit zwanzig Jahren

stellen die Wissenschaftler in den

Shell-Jugendstudien Bewegung bei

den Geschlechterrollen fest“, sagt er,

Mädchen seien in Sachen Bildung

schon lange auf dem Vormarsch.

„Auch eine ArtFeminismus“

Beiden 12- bis 25-Jährigen, teils auch

schon im Grundschulalter,zeige sich:

Mädchen haben mehr Energie,mehr

Motivation, sie haben bessere Zeugnisse

als Jungen –und am Ende auch

mehr Hochschulabschlüsse.

„Jehöher der Bildungsgrad, desto

größer das politische Interesse“, sagt

Hurrelmann. Aber das ist nicht alles.

Der Forscher spricht von vier Entwicklungsfeldern

– auf den ersten

dreien liegen die Mädchen schon

länger vorne: Erstens Bildung, zweitens

die soziale Kompetenz, drittens

einen Bereich, den Hurrelmann „ein

mündiger Konsumbürger werden“

nennt, Freizeitgestaltung und souveräner

Medienumgang. An vierter

Stelle steht die soziale und politische

Beteiligung. „An dem Punkt sind wir

gerade. Esgibt deutliche Hinweise,

dass junge Frauen dabei sind, auch

dieses veraltete Muster zu durchbrechen

und das bisher männlich dominierte

Feld ebenfalls besetzen.“

Die Kapitäninnen Carola Rackete

und Pia Klemp, Fußballerin Megan

Rapinoe, US-Aktivistin Emma Gonzales,

Klimakämpferin Maira Kellers

–sie sind jung, weiblich und wütend.

Sie wollen politischen Einfluss. „Es

geht ihnen um ihre Themen“, sagt

Hurrelmann. Seenotrettung und Klimaschutz,

das seien ganz klar „Frauenthemen“,

es gehe um Schutz und

Sicherung des Lebens, nicht um

Macht. „Indem Sinn ist es auch eine

Art von Feminismus. Sie nutzen

auch ihr Frausein, um auf diese Themen

aufmerksam zu machen.“

Eine junge Frau dringt eher durch

als ein alter Mann. Auch, weil Frauen

noch eine Ausnahmeerscheinung in

Machtpositionen sind. Aber ihnen

wirdneuerdings auch zugehört, und

ihnen wird zugetraut, etwas zu verändern.

Weil sie in einer Welt voller

Salvinis, Trumps und Altmaiers das

Gegengewicht sein könnten: Mächtige

ohne Machtgehabe. Sie sind

Projektionsfiguren, Symbole der

Sehnsucht nach einer neuen Politik.

Fragt man die 14-jährige Maira

Kellers, obsie Idole hat, oder selbst

schon eins ist, antwortet sie: „Vorbilder

sprechen nur für ein System voller

Autorität, das wir eigentlich abschaffen

wollen. Wir sollten uns lieber

alle gegenseitig Vorbilder sein.“

Julia Rathcke

begleitete mehrere Tage

lang jungeAktivistinnen.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute weicht die Sonne immer wieder vorüberziehenden Wolkenfeldern.

Die Höchsttemperaturen steigen auf 19 bis 23 Grad, und der Wind weht

schwach bis mäßig aus West. In der Nacht sind die Temperaturen bei

15 bis 10 Grad anzutreffen. Dazu ist es gebietsweise stark bewölkt bis

bedeckt, vereinzelt jedoch auch aufgelockert.

Biowetter: Die derzeitige Witterung

bringt kaum wetterbedingte Beschwerden.

So kann es zu leichtem

Bluthochdruck und einem erhöhten

Wittenberge

Risiko von Kopfschmerzen und Migräneattacken

15°/19°

kommen.

Pollenflug: Der Flug von Brennnessel-

und Spitzwegerichpollen ist

mäßig bis stark. Außerdem fliegen-

Linden-, Gänsefuß- und Gräserpollen

schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 19Grad.

Wind: schwach aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

14°/19° 14°/19°

Luckenwalde

13°/22°

Cottbus

12°/23°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

bedeckt heiter wolkig

14°/22° 13°/26° 14°/26°

Prenzlau

11°/20°

Frankfurt

(Oder)

11°/22°

Hoher Luftdruck rückt von Westen näher an Mitteleuropa heran, doch zunächst

sind an der Ostseite des Hochs bei uns noch viele Wolken unterwegs. Dabei ist

die Luft vorerst noch mäßig warm. Über dem südlichen Alpenraum und Norditalien

sind teils kräftige Regenfälle anzutreffen. Hochsommerhitze herrscht hingegen

über der Iberischen Halbinsel.

Sylt

14°/17°

Hannover

11°/18°

Köln

12°/21°

Saarbrücken

10°/26°

Konstanz

14°/24°

Hamburg

14°/15°

Erfurt

10°/21°

Frankfurt/Main

12°/26°

Stuttgart

13°/24°

Rügen

13°/17°

Rostock

11°/16°

Magdeburg

13°/20°

Nürnberg

10°/25°

München

12°/24°

Dresden

13°/23°

Deutschland: Heute kann sich die

Sonne nur mancherorts gegen Wolken

längere Zeit durchsetzen. Die

Temperaturen steigen amTage auf

15 bis 26 Grad. Nachts sinken die

Wertedann auf 15 bis 9Grad. Der

Wind weht schwach bis mäßig aus

westlichen Richtungen. Morgen machen

streckenweise vorüberziehende

Wolkenfelder der Sonne den Platz

am Himmel streitig. Dabei liegen die

Höchstwerte bei 19 bis 27 Grad,

und der Wind weht schwach aus

nordwestlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 17°-19°

Nordsee: 17°-18°

Mittelmeer: 23°-32°

Ost-Atlantik: 17°-21°

Mondphasen: 16.07. 25.07. 01.08. 07.08.

Sonnenaufgang: 05:01 Uhr Sonnenuntergang: 21:23 Uhr Mondaufgang: 20:27 Uhr Monduntergang: 03:33 Uhr

Lissabon

27°

Las Palmas

28°

Madrid

35°

Reykjavik

14°

Dublin

21°

London

22°

Paris

22°

Bordeaux

27°

Palma

32°

Algier

34°

Nizza

26°

Trondheim

12°

Oslo

22°

Stockholm

19°

Kopenhagen

19°

Berlin

19°

Mailand

22°

Tunis

30°

Rom

26°

Warschau

21°

Wien

25° Budapest

25°

Palermo

29°

Kiruna

10°

Oulu

17°

Dubrovnik

27°

Athen

29°

St. Petersburg

20°

Wilna

22°

Kiew

23°

Odessa

26°

Varna

25°

Istanbul

27°

Iraklio

28°

Archangelsk

18°

Moskau

22°

Ankara

23°

Antalya

31°

Acapulco 34° wolkig

Bali 32° heiter

Bangkok 33° wolkig

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 16° sonnig

Casablanca 24° wolkig

Chicago 30° heiter

Dakar 28° sonnig

Dubai 38° sonnig

Hongkong 34° wolkig

Jerusalem 31° sonnig

Johannesburg 19° sonnig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 19° sonnig

Los Angeles 28° heiter

Manila 32° Schauer

Miami 33° heiter

Nairobi 25° wolkig

Neu Delhi 38° bewölkt

New York 31° sonnig

Peking 37° heiter

Perth 21° sonnig

Phuket 34° heiter

Rio de Janeiro 25° sonnig

San Francisco 23° sonnig

Santo Domingo 33° heiter

Seychellen 26° Schauer

Singapur 34° Gewitter

Sydney 16° heiter

Tokio 27° bedeckt

Toronto 28° heiter


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 3· ·

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Seite 3

Mitfahren ist verboten –und trotzdem ein häufig zu sehendes Bild in Berlin.

IMAGO IMAGES

Entschuldigung, suchen Sieauch ein

Tier? Die Frau schaut mich an, als

hätte ich bereits einen Vogel. Dabei

ist sie kaum älter als ich, hält wie ich

ein Smartphone in den Händen, tippt und

blickt abwechselnd aufs Display und in vier

Himmelsrichtungen, sie scheint wie ich auf

der Suche zu sein, sie müsste eigentlich Bescheid

wissen. „Nee“, sagt sie aber.„Hier soll

irgendwo ein guter Burgerladen sein.“ Habe

sie in ihrem Lonely Planet gelesen. Da vorne,

sage ich. Siebedankt sich knapp,geht.

Und woist jetzt mein Tier? Die App zeigt

doch an, dass ich, der blaue Punkt, nur noch

drei Meter vom türkisfarbenen Punkt entfernt

bin –vom einem E-Scooter des Berliner

Start-ups Tier,dem mit der Nummer 115027.

Aktuelle Akkuleistung: einhundert Prozent.

Mein Status: bedingt abfahrbereit.

Seit einem Monat gilt ein deutsches Wort

mit 33 Buchstaben: Elektrokleinstfahrzeugeverordnung.

Seit einem Monat dürfenVerleiher

wieTier,Circ, Lime oderVoiihremit Elektromotoren

betriebenen Tretroller in deutschen

Städten aufstellen. In diesem einen

Monat wurde auch in Berlin eine Diskussion

um Sinn und Bedarfvon Mikromobilität losgetreten.

Es ist eine typisch deutsche Diskussion

voller Verknappungen, vorzeitiger Fazits,

der eine Eigenschaft abgeht: die Gelassenheit

im Umgang mit Minderheiten.

Denn das sind bislang nur Zehntausende

E-Scooter im Vergleich zu 75 Millionen

Fahrrädernund 47 Millionen Autos auf

unseren Straßen –eine Minderheit; eine allerdings,

die offensiv Lobbyarbeit betreibt

und auf das Momentum setzt. Aktuellen

Studien zufolge machen sich drei Viertel

der Deutschen Klimasorgen, ein Drittel

will in Zukunft häufiger aufs Auto verzichten.

Eine Verkehrswende soll es geben,

aber noch hat die Regierung den Wendekreis

eines Öltankers.

Rote Ampeln gelten nur als Vorschlag

EinE-Scooter beschleunigt mit zwei Fußtritten,

einem Gasknopfdruck und in sechs Sekunden

von 0auf 20, das ist die hierzulande

erlaubte Höchstgeschwindigkeit; in Frankreich

sind es 25, in Polen 30 km/h. Auch das

Tier unter mir könnte mehr, esrollt aber gedrosselt

in den Berufsverkehr:Fahrradpapas

mit Römer Jockeys auf den Gepäckträgern,

die Bestzeiten zwischen Kita und Büro aufstellen

wollen und rote Ampeln nur als Vorschlag

verstehen; Kleintransporterfahrer mit

blickdichten Schulternbeim Abbiegen in einem

Kreisverkehr;Touristen auf E-Bikes,die

Jump heißen und auch ohne ausdefinierte

Oberschenkel zwischen parkende Autos und

fahrende Bussen springen.

Dieeinen wissen offensichtlich nicht, die

anderen haben wohl vergessen, dass es in

Deutschland ein gültiges Wort mit mit 22

Buchstaben gibt: Straßenverkehrsordnung.

Die erste Grundregel lautet: „Die Teilnahme

am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht

und gegenseitige Rücksicht.“

Losgetreten

In einigen europäischen Ländern werden schon Sperrzonen für

E-Scooter errichtet. Der Widerstand wächst. „Das Schlimmste für uns

wäre“, sagt ein Verleiher,„dass wir aus den Städten ausgeschlossen

werden.“ In Berlin nimmt man die Sache recht locker –noch

VonPaul Linke

Seit Einführung der E-Scooter in Europa

gab es einige tödliche Unfälle: Stockholm,

Paris, Barcelona, am vergangenen Freitag ist

in London eine berühmte YouTuberin nach

einer Kollision mit einem Lastwagen gestorben.

In Berlin blieb es beiVerletzungen. Siegfried

Brockmann erklärtmir am Telefon:„Die

Unfallzahlen sagen noch nichts aus, das ist

purer Zufall.“ DerLeiter der Unfallforschung

beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

geht davon aus, dass es

erst nach zwei bis drei Jahren belastbares Datenmaterial

geben wird. Brockmann sagt

trotzdem: „Ich vermisse, dass die Polizei

deutlicher gegensteuert.“ Vorallem Fußgänger

müssen mehr geschützt werden.

Vor dem Hotel Park Inn amAlexanderplatz

stehen Herr Weber und seine fünf Kollegen

von der Polizei: allgemeine Verkehrskontrolle.

Die Kelle geht raus, als fünf Scooterfahrerinnen

auf dem Bürgersteig anrollen.

EinBußgeld von15bis 30 Euro wärejetzt

denkbar, aber es bleibt bei einer freundlichen

Ermahnung, den Fahrradweg zu benutzen.

„Berlin gilt als liberal“, sagt Herr Weber,

„auch was die Verkehrspolitik angeht.“

Vor allem Touristen hielten sich deshalb

nicht an Regeln, würden sich überschätzen,

zu zweit oder zu dritt fahren, was verboten

sei, Unfälle und teilweise Verletzungen verursache,

die eine Helmpflicht verhindern

könnte.Eswäre, sagt HerrWeber,für alle einfacher,

wenn der Verkehr insgesamt zurückginge.

„Aber wer will das wie durchsetzen?“

Ichsoll mir mal das Gedränge Unter den Linden

anschauen. Mache ich. Mein Eindruck:

Inoffiziell gilt hier das Recht des PS-Stärkeren.

Und nach einem mittelschweren

Schlaglochvorfall kommt mir der Gedanke:

Istdas noch eine ruppige Thai-Massage oder

bereits ein Bandscheibenvorfall?

Ganz grob getrennt gibt es zwei Argumentationsseiten

in der Scooterfrage. Auf der einen

stehen die umweltbewussten und innovationsfreudigen

E-Anhänger,die sich zwanzigminütige

Fahrten für fünf Euro leisten

können, und natürlich die Anbieter, die behaupten,

ihr Angebot würde den Weg, „die

letzte Meile“, zum Bahnhof oder zur Haltestelle

verkürzen, also eine Mobilitätslücke in

den Städten schließen. Unfallforscher Brockmann

spricht voneiner –deutsches Wort mit

23 Buchstaben –Mobilitätslückentheorieder

Branche und findet:„Scooterverleiher bieten

ein Modell an für Regionen, wo es gar nicht

„Die Unfallzahlen sagen

noch nichts aus, das ist

purer Zufall. Erst in zwei

bis drei Jahren sind die

Daten belastbar.“

Siegfried Brockmann ist Leiter der Unfallforschung

beim Gesamtverband der Versicherer.

gebraucht wird.“ Mehr Fahrradwege in den

Städten und ein Ausbau der öffentlichenVerkehrsmittel

würde mehr Sinn machen.

Aufder anderen Argumentationsseite stehen

die ohnehin schon genervten Pendler,

die den Verkehr als tägliches Überlebenstraining

empfinden; unterstützt werden sie von

Verbänden wie dem ADAC, der bessere Gefahrenaufklärung

fordert, und dann sind da

noch besorgte Lokalpolitiker, die Regulierung

verlangen, wo Verleiher sich zu viele

Freiheiten nehmen, aber wenig auf Pflichten

geben. „Warum“, sagte Mittes Bezirksbürgermeister

Stephan von Dassel der Berliner

Morgenpost, „stellen wir unser Straßenland

kostenlos zur Verfügung, um Gewinnstreben

von Privatunternehmen zu ermöglichen?“

Natürlich hat vonDassel recht. In Mitteist es

besonders eng, sind die meisten Scooter unterwegs,nach

Recherchen des RBB 2165; auf

Bürgersteigen abgestellt konkurrieren sie

mit Fahrrädern, Kinderwagen, Hunden und

Cafégästen um jeden Quadratzentimeter urbaner

Lebensqualität.

In den vergangenen Jahren sind außerdem

immer mehr Verkehrsteilnehmer hinzugekommen:

Essenslieferanten, Bierbikes,

Segways, Fahrräder, Roller und Autos mit

und ohne Eauf Leihbasis.Der Bürgermeister

hätte auch fragen können: Warum haben in

Berlin parkende Autos zehnmal mehr Platz

als spielende Kinder? Sollte man nicht also

eher etwas dagegen tun, dass unsere Stadt

auf einem Fünftel ihrer Gesamtfläche nur

aus Dauerabstellplätzen für Autos besteht?

DieLinienstraße in Mitte ist eine Fahrradstraße

und auch für Scooterfahrer ein willkommener

Schutzraum. Man hat hier mehr

Ruhe,sich zu grüßen, wie Bullyfahrer auf der

Landstraße es tun. Es ist allerdings ratsam,

das Handzeichen knapp zu halten. Einarmiges

Scooterfahren ist eine wackelige Angelegenheit,

und korrektes Rechtsabbiegen entkrampft

zwar den Vollgasdaumen, erhöht

aber das Sturzrisiko, wenn ein Auto zum

Überholen ansetzt. Als ein Mercedes meinen

Weg schneidet, kann ich unter dem Nummernschild

den Claim eines Autohauses aus

Grimma lesen:„Näher als Siedenken...“

Die Zentrale von Tier Mobility befindet

sich im Ullsteinhaus in Tempelhof. Südlicher

soll man in Berlin nicht rollen, außerhalb der

mit GPS getrackten Verleihzone erlaubt der

Motor nur Schrittgeschwindigkeit; Scooter

sind bislang ein Innenstadtphänomen. Unfallforscher,Lokalpolitiker

und Mobilitätslückenthoriekritiker

würden das gerne ändern.

Philip Reinckens im Grunde auch.

Reinckens, 34, T-Shirts, Jeans –„Kaffee?

„Ja, danke“ –ist der Deutschlandchef von

Tier, korrekter Jobtitel: Country Manager. In

den karg eingerichteten Räumen der Firmenzentrale

fällt zunächst ein an die Wand

gemalter DeLorean DMC-12 auf, das Auto,

mit dem Marty McFly zurück in die Zukunft

geflogen ist. Deutschlandweit plant Tier mit

10 000 Scootern. In Berlin ist das Start-up vor

einem Monat mit etwa 1000 gestartet. Reinckens

glaubt: „Der Verzicht auf das Auto wird

durch ein erhöhtes Mobilitätsangebot vorangetrieben.“

Tier sei eine sinnvolle Ergänzung

zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Seit April arbeitet Reinckens daran, aus

den Fehlernzulernen, die in anderen Großstädten

gemacht worden sind. In SanFrancisco

stellten US-Anbieter Tausende Scooter

auf, ohne die Stadt zu informieren und Fahrregeln

festzulegen. Es herrschte Chaos auf

den Straßen, es gab viele Unfälle. Scooter

wurden mit Fäkalien beschmiert oder in die

Buchtgeworfen. In einigen europäischen Innenstädten

werden inzwischen Sperrzonen

errichtet. Der Widerstand wächst. Klimaschutz

ist zu ernst, um ihn als Spaßveranstaltung

zu vermarkten. „Das Schlimmste für

uns wäre“, sagt Reinckens,„dass wir aus den

Städten ausgeschlossen werden.“

Nicht verpetzen wegen des Fahrstils

Derdeutsche Marktist der wichtigste für die

Scooteranbieter in Europa. Über die deutsche

Politik, die sich viel Zeit genommen hat

bei der Klärung aller zulassungsrelevanten

Sicherheitsfragen, sagt Reinckens, sie sei einen

sehr konservativen Weg gegangen. Es

war nun mal ein demokratischer Weg. „Früher

oder später“, das ahnt Reinckens, „wird

Reglementierung in den unterschiedlichsten

Facetten ein Thema für uns werden.“ Etwa:

Begrenzungen der Scooter und Anbieter,

Sperrräume, eine Verpflichtung, die Außenbezirke

zu beliefern. Reinckens Lieblingssatz

lautet: „Wir haben unterschiedliche Konzepte.“

Wahlweise sind es auch unterschiedliche

Ideen oder Möglichkeiten. Und ist da

auch die Möglichkeit dabei, in den Ausbau

der Fahrradwege zu investieren? „Die ist uns

momentan natürlich nicht gegeben.Wirprobieren

es über den kooperativen Ansatz.“

Aus der Entfernung ist es ein Scooterfahrer

mit Anzug und Umhängetasche, der vor

dem Brandenburger Torrechts abbiegt. Als

er absteigt, sich vorstellt, erkenne ich ihn.

Konstantin von Notz sitzt für die Grünen im

Bundestag, für einen Termin im ARD-Hauptstadtstudio

hat er sich auf einen Scooter gestellt.

Als Ergänzung sei das ganz nett, sagt

von Notz, es mache Spaß. Es sei aber auch

gefährlich. Es werdeenger auf den Straßen.

VonNotz nimmt mir das Versprechen ab,

ihn nicht zu verpetzen wegen seines Fahrstils.

Dafür bekomme ich den Tipp, meinen

Helm fester zu schnallen. „Man selbst ist die

Knautschzone.“ Stimmt, denke ich. Mein

Tier steht eher unten in der Nahrungskette.

Paul Linke

hatte einigeWackler bei der Fahrt, ist

aber sicher zu Hause angekommen.


4* Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Spahn will Masern-Impfpflicht

auch für Flüchtlingskinder

Bundesgesundheitsminister Jens

Spahn (CDU) plant einem Medienbericht

zufolge auch eine Impfpflicht

gegen MaserninFlüchtlingsunterkünften.

Dasgehe aus dem

Entwurfdes „Gesetzes für den

Schutz vorMasernund zur Stärkung

der Impfprävention“ hervor, den

Spahn am Mittwoch ins Kabinett

einbringen wolle,berichtete die Bild

am Sonntag. DerMinister sagte dem

Blatt, er wolle möglichst alle Kinder

voreiner Ansteckung mit Masern

schützen. (AFP)

Bericht: Trump kündigte

Iran-Deal wegen Obama

US-Präsident Donald Trump soll

nach einem Medienbericht den

Atom-Deal mit Iran vorallem aus

persönlichen Gründen einseitig aufgekündigt

haben, um seinem Vorgänger

Barack Obama eins auszuwischen.

DieZeitung Mail on Sunday

veröffentlichte am Sonntag erneut

Details aus vertraulichen Depeschen

des inzwischen zurückgetretenen

britischen Botschafters in Washington.

Darinschrieb Botschafter Kim

Darroch, bei dem Ausstieg handele

es sich um einen Akt von„diplomatischem

Vandalismus“. (dpa)

Minister empörtmit Aussage

zu Homosexuellen-Heilung

Israels ohnehin umstrittener Bildungsminister

Rafi Peretz sieht sich

nach Äußerungen zu unwissenschaftlichen

sogenannten Konversionstherapien

gegen Homosexualität

mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

DerPolitiker der ultrarechten

Union of RightWing Parties hatte am

Sonnabendabend in einem Fernsehinterview

erklärt, er sei vonderen

Wirksamkeit überzeugt und habe

diese bereits selbst praktiziert. Premier

Benjamin Netanjahu wies die

Aussagen seines Ministers als „inakzeptabel“

zurück. (AFP)

Rafi Peretz ist Bildungsminister im

Kabinett Netanjahu.

Tote bei Anschlag auf Hotel

in Somalia

DerSüden Somalias ist am Wochenende

vomschlimmsten Anschlag

seit Jahren erschüttertworden. Bei

einem Angriff der islamistischen

Shebab-Miliz auf ein Hotel in der

Hafenstadt Kismayowurden mindestens

26 Menschen getötet und 56

weitereverletzt. Unter den Opfern

der Attacke waren nach Angaben der

örtlichen Regierung auch mehrere

Ausländer. (AFP)

Kuba stimmt für neues

Wahlrecht

Daskubanische Parlament hat am

Sonnabend ein neues Wahlrecht angenommen,

das für den sozialistischen

Inselstaat künftig sowohl einen

Präsidenten als auch einen Regierungschef

vorsieht. DasEinparteien-System

wirdaber beibehalten.

DieAbgeordneten nahmen das neue

Gesetz einstimmig an, mit dem auch

ihreeigenen Amtszeiten künftig auf

zwei fünfjährige Mandate begrenzt

werden. Zudem wirddas Parlament

nach der nächsten Wahl von605 auf

474 Sitzeverkleinert. (AFP)

AFP

Koalition der Rettungswilligen

In Deutschland mehren sich Stimmen, die für die Aufnahme von schiffbrüchigen Flüchtlingen plädieren

VonStephen Geyer

In die europäische Debatte um

die Rettung vonMigranten aus

dem Mittelmeer kommt neue

Bewegung. Nachdem Außenminister

Heiko Maas (SPD) mit Blick

auf den Gipfel der Justiz- und Innenminister

der EU am Donnerstag in

Helsinki eine deutsche Vorreiter-

Rolle angekündigt hatte, zeigt sich

das federführende Bundesinnenministerium

offen für den Vorstoß.

Um ein„Bündnis der Hilfsbereiten

für einen verbindlichen Verteilmechanismus“

von Flüchtlingen innerhalb

der EU zu erreichen, hatte Maas

gegenüber der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland/RND)

angekündigt, dass die

Bundesrepublik vonjedem Rettungsboot

„immer ein festes Kontingent an

Geretteten“ aufnehmen werde.

Dem stimmte der Parlamentarische

Staatssekretär im Bundesinnenministerium,

Stephan Mayer

(CSU), nun zu: „Wir wollen, dass dieses

unwürdige Schauspiel auf dem

Mittelmeer beendet wirdund stehen

natürlich an der Spitzederer,die bereit

sind, sich einzubringen“, sagte

er. „Wir wollen nicht, dass wir die

Einzigen sind, die Flüchtlinge aufnehmen,

sehen uns aber in der Verantwortung.“

„Nicht jedes MalNotfalllösungen“

Aus anderen EU-Staaten kam dagegen

Kritik. So lehnte Österreichs

konservativer Ex-Kanzler Sebastian

Kurz den Vorstoß ab. Stattdessen

müsse man Schleppern „die Geschäftsgrundlage

entziehen“, Menschen

nach der Seenotrettung zurück

in ihre Heimat bringen und die

Wirtschaft Afrikas stärker fördern.

Italien dagegen signalisierte

Kompromissbereitschaft: In einem

Interview schloss sich Außenminister

Moavero Milanesi der Meinung

vonMaas an, die EU könne„nicht jedes

Mal nach Notfall-Lösungen suchen“.

Er sei dafür,dass die EU-Staaten

ihre Rettungsmissionen im Mittelmeer

wieder aufnehmen. Bedingung

sei aber, dass nicht wieder alle

Geretteten nach Italien gebracht

würden: Menschen aus Kriegsgebieten

sollten vonaußerhalb der EU einen

Asylantrag stellen können,

schlug Milanesi vor. Dazu sollten in

Der Streit um die Seenotrettung soll eine Ende haben.

AP/EMILIO MORENATTI

„Wir wollen, dass dieses unwürdige

Schauspiel auf dem Mittelmeer beendet wird

und stehen natürlich an der Spitze derer,

die bereit sind, sich einzubringen.“

Stephan Mayer,

Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium (CSU)

Die neue Pariser Stärke

friedlichen Nachbarländern der

Kriegsstaaten Büros eingerichtet

werden. Asylberechtigte sollten mit

dem Flugzeug in die EU gebracht

und nach „objektiven Kriterien“ verteilt

werden. Das funktioniere aber

nur, wenn sich eine ausreichende

Anzahl vonEU-Ländernbeteilige.

Reeder vermeiden heikle Routen

Italien drängt seit längerem auf eine

Verteilung der Flüchtlinge innerhalb

Europas –weigert sich unter seiner

rechtspopulistischen Regierung

aber auch, auf dem Mittelmeer Gerettete

aufzunehmen oder die Retter

auch nur anlegen zu lassen.

Innenminister Matteo Salvini will

eine Erhöhung der Strafen auf eine

Million Euro durchsetzen.

Dieheikle Rechtslage führtoffenbar

schon dazu, dass ein großer Teil

der Handelsschiffe die Routen umfährt,

auf denen sie schiffbrüchigen

Flüchtlingen begegnen könnten.

Das berichtet die Welt am Sonntag

unter Berufung auf die Deutsche

Seemannsmission. „Die Reedereien

nehmen die Kosten von längeren

Routen in Kauf, um sich nicht dem

Vorwurf der indirekten Schlepper-

Hilfe auszusetzen“, sagte Seemannsdiakon

Markus Schildhauer. Zugleich

seien sie völkerrechtlich zur

Hilfe verpflichtet. Ein weiterer

Grund seien traumatisierende Erfahrungen:

Seeleute hätten mitunter

hilflos ansehen müssen, wie Boote

kenterten und Menschen ertranken.

„Unterlassene Hilfeleistung ist

nicht zu rechtfertigen“, sagte FDP-

Chef Christian Lindner den Funke-

Zeitungen. Es dürfe aber „keine Beihilfe

zur Schlepperkriminalität“ geben.

Nötig seien „menschenwürdige

Unterbringungsmöglichkeiten“, die

die EU gemeinsam mit dem UN-

Flüchtlingshilfswerk errichten

müsse. Zudem dem sei eine „Reduzierung

der illegalen Migration“ nötig,

um die „legal Schutzsuchenden

fair in Europa verteilen“ zu können.

Ähnlich äußerte sich der innenpolitische

Sprecher der Unionsfraktion,

Mathias Middelberg –der aber

zugleich Maas’ Initiative begrüßte.

Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curiosagte

dagegen, Maas betreibe mit

seinem Vorstoß „einmal mehr das

Geschäft der Schlepper und forciert

die illegale Migration immer weiter“.

Präsident Macron kündigt anlässlich des französischen Nationalfeiertages ein militärisches Weltraumkommando an

VonBirgit Holzer,Paris

Bei der Parade auf der Champs-Élysées wurde auch das Flyboard Air präsentiert.

Wieder einmal wurde nichts

dem Zufall überlassen. In perfekt

synchronen Bewegungen marschierten

die Militäreinheiten über

die Pariser Pracht-Avenue Champs-

Élysées. Deren Ränder säumten

Frankreich-Flaggen, aufgestellt von

Jugendlichen des neu geschaffenen

nationalen Dienstes.Hinter Absperrungen

drängten sich die Zuschauer,

umdas Spektakel aus der

Nähe zu verfolgen –die Parade mit

mehr als 4200 Frauen und Männern,

196 Militärfahrzeugen und

200 Reitern der Republikanischen

Garde. 40 Helikopter und 67 Flugzeuge

donnerten über Paris, die teilweise

aus anderen europäischen

Ländernstammten.

Frankreich nutzt seinen Nationalfeiertag

am 14. Juli traditionell als

Gelegenheit, die eigene Geschichte

und militärische Macht zu zelebrieren.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten

steht der Präsident als oberster

Armeebefehlshaber, der zunächst

die Champs-Élysées hinabfuhr.

Macron, der großen Wert auf symbolische

Gesten legt, überließ nichts

dem Zufall. Drei Themen hatte er der

diesjährigen Zeremonie vorangestellt:

Zum einen die Ehrung der verletzten

Soldaten, vondenen er einige

herzlich begrüßte.Zum zweiten technologische

Innovationen: In der Armee

verwendete Roboter und Drohnen

leiteten die Parade ein. Auch

wurde„FlyboardAir“ präsentiert, also

eine fliegenden Plattform mit Miniatur-Düsentriebwerken.

Merkel auf der Ehrentribüne

Zudem sollte nach den Besuchen des

japanischen Premierministers

Shinzo Abe und des US-Präsidenten

Donald Trump in den beiden vergangenen

Jahren –welcher sich beeindruckt

von der pompösen Schau gezeigt

hatte –das Motto „gemeinsam

handeln“ gelten. Es nahm Bezug auf

eine verstärkte militärische Zusam-

AFP

menarbeit in Europa, die Macron bewirbt.

Nach den Kontroversen unter

den europäischen Staats- und Regierungschefs

bei der auf die EU-Wahl

folgenden Vergabe von Spitzenposten

umringten ihn nun einige vonihnen

auf der Ehrentribüne.

Eingeladen waren dieVertreter der

neun weiteren Länder,die sich an der

2018 von Frankreich initiierten „Europäischen

Verteidigungs-Initiative“

beteiligen: Unter anderen kamen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und

die Regierungschefs der Niederlande

und Belgiens,MarkRutte und Charles

Michel. Auch defilierten Einheiten

aus den betroffenen Ländern sowie

Soldaten der deutsch-französischen

Brigade.

Voreinem Monat war auf der Pariser

Luftfahrtmesse ein erstes Modell

eines europäischen Luftkampfsystems

vorgestellt worden, das

Deutschland und Frankreich federführend

bis 2040 entwickeln. Auch

der im Januar unterzeichnete

deutsch-französische „Aachener

Vertrag“ sieht die Ausbildung einer

„gemeinsamen Militär-Kultur“ vor.

Bundesverteidigungsministerin Ursula

von der Leyen, die vor allem

dank Macrons Unterstützung gute

Chancen auf die EU-Kommissionspräsidentschaft

hat, war dem französischen

Staatschef durch ihr Engagement

für die verteidigungspolitische

Annäherung beider Länder aufgefallen.

Wie erplädierte sie in der

Vergangenheit für den Aufbau einer

„europäischen Armee“.

Aber hier enden seine Ambitionen

noch nicht. Am Vorabend hatte

Macron bei einer Rede im französischen

Verteidigungsministerium die

Gründung eines Raumfahrtkommandos

innerhalb der Luftwaffe im

September angekündigt, „um die

Entwicklung und Verstärkung unserer

Fähigkeiten im Weltraum zu gewährleisten“.

Der Weltraum sei ein

„neuer Bereich der Konfrontation“.

Erst im Juni hatte auch die Nato eine

Weltraum-Strategie beschlossen.

Keine

Bleibe für

Studenten

Geringe Chancen auf

einen Wohnheimplatz

VonTobias Peter

Mehr Studenten, fehlende

Wohnheimplätze: Seit dem

Jahr 2005 hat die Zahl der Studenten

um 45 Prozent zugenommen, die

Zahl der öffentlich geförderten

Wohnheimplätze nur um 8,5 Prozent.

Dasgeht aus einer Antwortder

Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage

der Grünen hervor, die der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland/RND) vorliegt. Die

Chance auf einen Platz im Wohnheim

ist damit so schlecht wie noch

nie seit der Wiedervereinigung: Die

Unterbringungsquote liegt nur noch

bei 9,6 Prozent, 1991 waren es noch

fast 15 Prozent.

„Das Allzeittief bei den Wohnheimplätzen

muss der Bundesregierung

ein Weckruf sein“, sagte Kai

Gehring, hochschulpolitischer Sprecher

der Grünen, dem RND. „Eine

Wohnheim-Offensive gemeinsam

mit den Ländernist die richtige Antwortauf

lange Wartezeiten auf einen

Wohnheimplatz“, forderte er. „Andernfalls

drohen zu Semesterbeginn

weiter Zelt- und Matratzenlager auf

dem Campus.“

Die Mieten für Zimmer in Studentenwohnheimen

sind gestiegen.

DPA

Gleichzeitig macht der Anstieg

der Mieten auch vor den öffentlich

geförderten Wohnheimen nicht

halt. Zwischen 2010 und Ende 2017

stiegen die Preise dort ummehr als

18 Prozent, wie sich aus der Antwort

der Bundesregierung ergibt. Die

Monatsmiete in den Wohnanlagen

der Studentenwerke belief sich

demnach Ende 2017 auf durchschnittlich

rund 246 Euro. Damit ist

das Leben im öffentlich geförderten

Wohnheim noch immer die preisgünstigste

Unterbringung für Studierende

– es sei denn, sie leben

noch bei den Eltern.

Wenig Geld zum Leben

Dass der Mietpreisboom auch Studenten

trifft, zeigt regelmäßig auch

der Studentenwohnpreisindex im

Auftrag des Instituts der deutschen

Wirtschaft (IW) inKöln. Demnach

sind vorallem die Mieten für Studenten

in Berlin seit 2010 mit einem Plus

von 67,3 Prozent überdurchschnittlich

starkgestiegen, wie die Untersuchung

ergab, die im Oktober 2018

veröffentlicht wurde.Doch auch anderswo

legten die Mieten zu. In

Greifwald etwa mussten Studenten

real fast zehn Prozent mehr Miete

zahlen als in 2010.

Der baupolitische Sprecher der

Grünen, Chris Kühn, sagte, angesichts

der gestiegenen Mieten bleibe

den Studenten immer weniger Geld

zum Leben übrig. Zwar habe die Zahl

der privaten Wohnheimplätze –anders

als die der öffentlich geförderten

–sehr stark zugenommen. „Das

hilft Studierenden aber wenig, wenn

sie dafür gezwungen sind, ganz tief

in die Tasche zu greifen“, sagte Kühn.

„MöblierteWohnungen und Zimmer

gehören zu den vielen unsinnigen

Ausnahmen in der löchrigen Mietpreisbremse

dieser Bundesregierung“,

sagte er. Die Schlupflöcher

müssten weg –„auch und gerade in

unseren Universitäts- und Hochschulstädten“.


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Nervenschmerzen mit Begleiterscheinungen wie

Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle?

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Nervenschmerzen?

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Brennende Schmerzen in

Beinen und Füßen. Ein

Gefühl, als würde man in

einem Ameisenhaufen stehen.

Diese Symptome treten

häufig als Begleiterscheinungen

von Nervenschmerzen

(Neuralgien) auf. Ein

rezeptfreies Arzneimittel

mit 5-fach-Wirkkomplex

schenkt Hoffnung (Restaxil,

Apotheke).

Bereiten Betroffenen oft schlaflose Nächte: Nervenschmerzen in den Füßen

Millionen Menschen in

Deutschland leiden unter

Nervenschmerzen. Besonders

häufig sind Diabetes-

Patienten betroffen. Bei ihnen

treten neben Schmerzen

oftmals auch Begleiterscheinungen

wie Brennen, Kribbeln

oder Taubheitsgefühle

in Beinen und Füßen auf.

Diese Beschwerden bereiten

Betroffenen oft schlaflose

Nächte. Bisher griffen viele

von ihnen zu herkömmlichen

Schmerzmitteln. Diese

wirken bei Nervenschmerzen

allerdings oft kaum, wie

auch Mediziner der Deutschen

Gesellschaft für Neurologie

bestätigen. 1 Doch es

gibt einArzneimittelnamens

Restaxil (Apotheke), das

speziell zur Behandlung von

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hat sich u.a.beider Behandlung

vonbrennendenSchmerzen

in den Füßen bewährt.

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scheint sich für

die Betroffenen

alles zudrehen

Schwindelist behandelbar

Immerwiederscheint sich alles

zu drehen und zuschwanken?

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kann ein natürliches Arzneimittel

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Alles dreht sich, die Erde

wankt? Damit sind Sie nicht

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leidet anwiederkehrenden

Schwindelbeschwerden. Bei

manchen Betroffenen scheint

sich alles wie ineinem Karussell

zu drehen, bei anderen zu

schwankenwie aufeinem Schiff.

Wieder anderen wird schwindelig,

wenn sie sich imLiegen

umdrehen. Wichtig: Treten

Schwindelbeschwerden akut und

plötzlich auf, sollte ein Arzt die

Ursacheabklären.

Abbildung Betroffenennachempfunden

DieUrsache von

Schwindelbeschwerden

Um Schwindel erfolgreich

zu bekämpfen, muss man seine

Ursacheverstehen. DasNervensystem

sendet ständig Gleichgewichtsinformationen

an unser

Gehirn. Wenn jedochStörungen

im Nervensystem die Übertragung

behindern, kommen

Gleichgewichtsinformationen

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Folge. Wirksame Hilfe kommt

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cocculus und Gelsemium

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cocculus dasSchwindelgefühllindern.

Gelsemium sempervirens

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Wenn es am Po brennt,

juckt oder nässt, sind häufig

Hämorrhoiden die Ursache.

Schätzungsweise jeder zweite

Erwachsene ist davon betroffen

–Männer wie Frauen!

Vielen ist der Arztbesuch

unangenehm. Jetzt gibt es

einrezeptfreiesArzneimittel,

das Hämorrhoiden wirksam

bekämpfen kann: Lindaven

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Wassind Hämorrhoiden?

Wasviele nicht wissen: Jeder

hat Hämorrhoiden! Hämorrhoiden

sind Gefäßpolster, die

zusammen mit den Schließmuskeln

den Darmausgang

abdichten. Vergrößern sich

die Hämorrhoiden dauerhaft,

weil sich Blut in ihnen staut,

sprechen Mediziner von Hämorrhoidalleiden

–imVolksmund

oft nur„Hämorrhoiden“

genannt. Eine Ursache hierfür

kann zum Beispiel regelmäßiges

zu starkes Pressen beim

Stuhlgang sein. Sind die Hämorrhoiden

vergrößert, reibt

der Stuhl daran. Dies führt zu

Entzündungen. In der Folge

treten unangenehme Symptome

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Nässen bishin zu leichten Blutungen

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ihr Hämorrhoidalleiden

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Hämorrhoiden wirksam dort,

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hemmen. Außerdem

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6* Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Easyjet spürt bei Buchungen

keinen Klimaeffekt

Trotz anhaltender Proteste und Diskussionen

um denKlimaschutz

spürtder Billigflieger Easyjet keine

Auswirkungen auf die Buchungszahlen.

„Wir schauen im Gesamtjahrauf

rund 90 Millionen Passagiereund erwarten

auch in diesem Jahr erneut

Wachstum“, sagteDeutschland-

Chef Stephan Erler.„Einen Zusammenhangmit

der Klimadebatte können

wir deshalb nicht feststellen.“

Easyjethatte in Berlin einen Großteil

der Start- und Landerechte übernommen,die

nach der Air-Berlin-

Pleite frei geworden waren. Inzwischen

ist Easyjet mit 35 Flugzeugen

in Tegel und Schönefeld der größte

Anbieterinder Hauptstadt. (dpa)

Amazon reagiert auf Kritik

an Nazi-Propaganda

DerVersandkonzernAmazon hat

auf die Kritik des Zentralrats der Juden

wegen des Verkaufs vonantisemitischen

Büchernund T-Shirts reagiert.

„Wir nehmen den Hinweis

des Präsidenten des Zentralrats der

Juden in Deutschland, Josef Schuster,ernst

und erkennen seine Bedenken

an“, schreibt das Unternehmen

in einer Stellungnahme an das

RedaktionsNetzwerkDeutschland

(RND). Wirdistanzieren uns deutlich

vomNationalsozialismus und

seiner Verherrlichung“, teilte das

Unternehmen mit. „Die genannten

Produktgruppen werden wir gründlich

überprüfen und uns auch an

den Zentralrat der Juden in

Deutschland wenden.“ (dpa)

Wetter macht

Gurkenbauern zu schaffen

In Niederbayern läuft dieGurkenernte

derzeit aufHochtouren. FOTO: ARMIN WEIGEL/DPA

DieErnte im größten Gurkenanbaugebiet

Europas in Niederbayernist

in vollem Gange.Die Saison habe

mit zwei Wochen Verzögerung begonnen,

sagt Josef Hofmeister,Geschäftsführer

der Erzeugerorganisation

GeoBayern. Schuld seien der

kalte Maisowie die kühlen Nächte in

diesem Sommer.Der Ertrag werde

weit weniger sein als im Durchschnitt

der vergangenen fünf Jahre.

Dasbestätigt Michaela Schaumberger

vomBauernverband: Jetzt schon

gebe es 40 Prozent weniger Einlegegurken

als 2018. Schaumberger zufolge

ist die Kombination aus heißen

Tagen und kalten Nächten fatal für

das Gemüse.Dannwachse nur das

Kraut, nicht aber die Gurke. (dpa)

Post nennt

Zustellzeitpunkt

Vorstandschef Frank Appelwill das

Zustellsystem der Deutschen Post

DHL verbessern.Dabei sollen die

Kundenbei der Paketzustellung zeitgenauüberden

Wegder Lieferung

informiertwerden. „UnsereKunden

sollen zuerstper E-Mail eine ungefähreZeiterhalten,zuder

der Zusteller

kommt. Undzum Beispiel15Minutenvor

Ankunftgibt es dann eine

erneute Mail mit der genauen Zeit,

die wir anhand der per GPS erfassten

Position des Lieferwagens berechnen“,

sagte Appelder „Rheinischen

Post“. Laut Appel soll es „im Laufe

des Jahres 2020“ diese Just-in-time-

Pakete bundesweit geben. (dpa)

Inflation frisst Gespartes auf

Die Niedrigzinsen übersteigen die Preissteigerung schon lange nicht mehr –was das für Sparer bedeutet

Von Theresa Dräbing

Allein in der ersten Hälfte

dieses Jahres haben deutsche

Sparer 15,9 Milliarden

Euro Wertverlust erlitten.

Zu diesem Ergebnis kommt die

Comdirect-Bank. DieZinsen,die die

Bankenheuteauf Tagesgeld,Festgeld

oder Spareinlagen zahlen, sind so

niedrig, dass sie die Inflation nicht

mehr überschreiten. Die lag laut der

Berechnung von Comdirect im ersten

Halbjahr durchschnittlich bei

1,71 Prozent, während der durchschnittliche

Einlagenzins gerade einmal

0,16 Prozent betrug. Damit lag

der Realzins für diesen Zeitraum bei

minus 1,55 Prozent.

Konkret bedeutet das: Wer Geld

beieinem Zinssatz anlegt, der geringer

ist als die Inflationsrate,hat zwar

am Ende der Laufzeit mehr Geld auf

dem Konto,kannsich dafür aber weniger

kaufen, als er zum Anlagezeitpunkt

für den anfänglichen Betrag

bekommen hätte.Weil die Preise wegen

der Inflation gestiegen sind.

Daswar nicht immer so.Zum Vergleich:

Im Januar 2000 lag die Inflation

zwar ähnlich hoch wie heute,damals

war der Zins aber deutlich höher

–für ein zwölfmonatiges Festgeld

gab es bei einem Anlagebetrag von

5000 Euro laut FMH-Finanzberatung

durchschnittlich 3 Prozent. Sparer

konnten trotz Inflation einen Gewinn

einfahren.

Dasist heute anders,und es ist gewollt:

Die Europäische Zentralbank

(EZB) hält den Leitzins seit März2016

bei null Prozent, der Einlagesatz, zu

dem Banken Geld „parken“ können,

ohne es direkt weiter zu investieren,

liegt sogar bei minus 0,4 Prozent.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

DieWährungshüter wollen damit Investitionen

in der Euro-Zone ankurbeln.

Kreditnehmer profitieren

durchaus vonden günstigen Zinsen,

Sparer nicht.

Vorsichtiger Blicknach Italien

„Rein rechnerisch wurde in den vergangenen

zwölf Monaten somit fast

jeder dritte Euro,den die Deutschen

mit niedrig verzinsten Sparprodukten

zur Seite gelegt haben, vonder Inflation

aufgezehrt“, sagt Comdirect-

Chef Arno Walter. Seiner Ansicht

nach seien deshalb Sparer gefragt, ihr

Sparverhalten zu überdenken und

stärker auf Wertpapierefür den langfristigen

Vermögensaufbau zu setzen.

Tatsächlich gibt es momentan

kein Zinsprodukt in Deutschland,

das die Inflationsrate überschreitet,

bestätigt auch Max Herbst von der

FMH-Finanzberatung. Der Mittelwert

bei einem zweijährigen Festgeld

liege derzeit bei 0,27 Prozent, selbst

bei zehn Jahren schafft es ein Kunde

bei einer deutschen Bank nicht über

die Inflationsrate.„Möglich wäredieser

Sprung, wenn ich mich für ein

Institut außerhalb Deutschlands

entscheide“, sagt Herbst. Einige italienische

Banken warten noch mit

Zinssätzen von knapp 2Prozent auf,

Vermittler wie Zinspilot oder Welt-

DIE GELDPOLITIK DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK

Ziel: Die EZBstrebt für den Euro-Raum mittelfristig

eine Jahresteuerungsrate vonknapp

unter 2,0 Prozent an –weit genug entfernt

vonder Nullmarke. Der Grund: Dauerhaft

niedrigePreise können Unternehmen und

Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben.

Das bremst die Wirtschaft.

Schätzung: Im Euro-Raum lag die Inflation

im Juni, wie auch schon im Vormonat laut

Schätzung der europäischen Statistikbehörde

Eurostat bei 1,2 Prozent. Damit wurde der

Richtwertder EZB voneinem Verbraucherpreisindex

vonknapp unter 2Prozent weiterhin

deutlich verfehlt.

GRAFIK: SASCHA JAECK

sparen werben mit einem einfachen

Zugang zu europäischem Festgeld

mit höherer Rendite,sei es in Italien,

Schweden oder der Türkei.

Mit einigen dieser Produkte ließe

sich die Inflation hierzulande tatsächlich

auch schlagen. Herbst rät allerdings

zur Vorsicht: „Zwei Jahre

Festgeld anlegen im europäischen

Ausland ist unproblematisch, von

zehn Jahren rate ich ab“, sagt er.Niemand

wisse,wie Europa in zehn Jahrenaufgestellt

sei, ob es die Garantie

in Italien dann noch gebe. Ohnehin

komme man zehn Jahre lang nicht

mehr an das Ersparte heran.

„Sparen lohnt sich trotzdem“

Eine weitere Möglichkeit für höhere

Zinsen bieten ETFs –Fonds und Aktien,

die die Mehrheit der Deutschen

allerdings immer noch scheuen.

Auch wenn es dort Renditen von 6,

7Prozent geben kann. Doch mehr

Rendite bedeutet immer auch mehr

Risiko.„Aktien gelten ja leider immer

noch als etwas Böses“, sagt Andreas

Feldmann, Portfoliomanager bei

B&K Vermögen in Köln. „Aber vielleicht

sollte man schauen, ob man

das Risiko nicht neu definieren

müsste, obnicht auch der Rentenmarkt

ein hohes Risiko in sich birgt,

wenn es keine Zinsen mehr gibt.“

Dass sich die Zinssituation in naher

Zukunft ändernwird, glaubt er nicht.

DieEZB selbst kündigt für frühestens

Mitte 2020 eine Zinssteigerung

an. „Doch die wird, wenn überhaupt,

marginal ausfallen, und auch die Inflation

wird weiter steigen“, glaubt

Feldmann. Ähnlicher Ansicht ist

auch Herbst. „Ich halte es aber für

wahrscheinlich,dassdieEZBdenMinuszins

zuvor vonminus 0,4 auf minus

0,5 oder gar minus 0,6 hochschraubt,

um zu erreichen, dass die

Inflation wieder ansteigt“, sagt er.

Fällt die Inflation, besteht die Gefahr,

dass sich die Konjunktur abkühlt,

weil Unternehmen mit Investitionen

auf noch günstigere Zeiten

warten. Wenn die Inflation, wie von

der EZB gewollt, hingegen weiter ansteigt,

fallen auch die Anlagezinsen

weiter –Tagesgeld und Festgeld werden

noch billiger.

Undnun? Müssen alle Deutschen

an den Aktienmarkt gezwungen

werden? Lohnt sich das Sparen einfach

nicht mehr? „Das wäre wiederum

der fatalste Schluss, den man

aus der derzeitigen Situation ziehen

kann“, sagt Herbst. Jeder müsse seine

Risikobereitschaft selbst abwägen.

Ein bisschen mehr Zins für ein

ungutes Gefühl? Das wäre ein

schlechter Deal.

„Auch wenn höhere Zinsen mehr

Rendite bringen würden –Sparen ergibt

auch bei null Zinsen noch Sinn“,

sagt Herbst, die Rechnung sei

schließlich einfach. Wer monatlich

100 Euro auf seinem Girokonto spart,

hat am Ende des Jahres 1200 Euro.

Selbst wenn das Geld gemessen an

der Inflation dann weniger wert ist,

kann man dennoch im Notfall auf die

Rücklage zurückgreifen. „Wer gar

nichts spart, hat diese Möglichkeit

nicht.“

Facebook soll 5Milliarden Dollar Strafe zahlen

Von Holger Göpel

Nach mehr als einjährigen Ermittlungen

gegen Facebook

wegen Datenschutzverstößen hat

die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde

FTCoffenbar einem

milliardenschweren Vergleich mit

dem Onlinekonzernzugestimmt.

Die fünf leitenden Vertreter der

Kommission hätten mit drei zu zwei

Stimmen für eine Zahlung vonrund

5Milliarden Dollar (4,4 Milliarden

Euro) gestimmt, schreibt das „Wall

Street Journal“ unter Berufung auf

eingeweihte Kreise. Die FTC und

Der Skandal um Cambridge Analyticakommt dasNetzwerk teuerzustehen

Facebook lehnten einen Kommentar

dazu ab.

Facebook hatte sich bereits auf

eine Strafe eingestellt und im April

mitgeteilt, dass diese sich auf 5Milliarden

Dollar belaufen könnte.Die

FTC hatte im Zuge des Cambridge-

Analytica-Skandals vor über einem

Jahr eine Ermittlung eingeleitet.

Die Datenanalysefirma, die im

US-Wahlkampf auch für den späteren

Präsidenten Donald Trump

arbeitete, hatte Daten von Millionen

Nutzern bei Facebook abgreifen

können. Seit der Affäreist Facebook

durch weitere Datenschutzverstöße

noch tiefer in die Kritik geraten.

Die Verbraucherschutzbehörde

musste nun klären, ob Facebook

gegen eine Vereinbarung mit der

FTC aus dem Jahr 2011 verstoßen

hat. Damals hatte sich der Konzern

von Mark Zuckerberg verpflichtet,

die Privatsphäre von Nutzerinnen

und Nutzernzuschützen.

Das jetzt laut „Wall Street Journal“

ausgehandelte Bußgeld wäre

das höchste, das die FTC jegegen

ein Technologieunternehmen verhängt

hat. Allerdings entspricht es

nicht einmal einem Zehntel des Gewinns

von Facebook von knapp

56 Milliarden Dollar im vergangenen

Jahr.

Facebook steht in den USA unter

großem politischen Druck. Präsident

Trump wirft dem Netzwerk

vor, Stimmen aus dem rechten politischen

Spektrum zu unterdrücken.

Außerdem hat er sich gegen die von

Facebook angestoßene Digitalwährung

Libra in Stellung gebracht.

Gleichzeitig fordernmehrere Präsidentschaftskandidaten

der Demokratischen

Partei wie Elizabeth

Warren die Zerschlagung des Facebook-Konzerns.

(dpa)

EU und Türkei

streiten um

Gas vor Zypern

Ankara will drohende

Sanktionen abwenden

Von Alexia Angelopoulou,Takis Tsafos,

Ansgar Haase und Christine-Felice Röhrs

Wenn sich deutsche Touristen

derzeit an der Westküste des

kleinen EU-Staats Zypern auf der

Strandliege aalen und den Blick in die

Ferne schweifen lassen, sehen sie –

nichts.Und doch braut sich am Horizont

ein Konflikt zusammen: Nur

rund 36 Seemeilen entfernt liegt das

türkische Bohrschiff „Fatih“ und erkundet

den Meeresgrund nach Bodenschätzen.

Im Süden und Osten

der Insel suchen zwei weitere türkische

Schiffe nach Erdgas.Die EU will

deswegen an diesem Montag auf

Drängen Zyperns Strafmaßnahmen

gegen die Türkei beschließen.

Das Erdgasvorkommen südlich

der Insel könnte Experten zufolge

rund 227 Milliarden Kubikmeter umfassen

und Gewinne von mehr als

40 Milliarden Euro generieren.

Längst hat die zyprische Regierung

Konzessionen an Energiekonzerne

wie Shell und ExxonMobil vergeben.

Die Türkei ist vor Zypern ohne

Konzession unterwegs. Deswegen

plant die EU, die Verhandlungen

über ein neues Luftverkehrsabkommen

auszusetzen. Außerdem könnte

die EU Hilfsgeld für die Türkei kürzen

und die Kreditvergabe einschränken.

Die Zyprer wären gern noch weiter

gegangen. Diemeisten anderen Staaten

wollen aber eine allzu drastische

Eskalation des Konflikts vorerst vermeiden.

Siefürchten unter anderem,

dass die Türkei im Gegenzug die Zusammenarbeit

im Kampf gegen illegale

Migration einstellen könnte.

Für die Türkei wären EU-Strafen

unangenehm. Ihrdrohenschon von

anderer Seite Sanktionen: von den

USA wegen der Anschaffung eines

russischen Raketenabwehrsystems,

dessen erste Lieferungen am Freitag

in Ankara ankamen. Für die fragile

türkische Wirtschaft wären Strafen

vonbeiden Seiten ein Tiefschlag.

Das schimmerte vergangene Woche

schon durch die Wortedes türkischen

Außenministers Mevlüt Cavusoglu:

Die EUkönne kein neutraler

Vermittler sein, eben weil die Republik

Zypern zur EU gehöre, sagte er.

Mansolle sich nicht einfach aus Prinzip

solidarisch erklären. Fast trotzig

kündigte er an, man werde die Bohrungen

fortsetzen.

Zugleich unterstützt die Türkei

aber einen Vorstoß des Oberhaupts

dertürkischenZyprer,aufdiegriechische

Inselseite zuzugehen. Mustafa

Akinci unterbreitete dem griechischzyprischen

Präsidenten Nikos Anastasiades

formell über einen UN-Vermittler,

ein gemeinsames Komitee

solle Erdgasbohrungen vor Zypern

verwalten und die Erträge aufteilen.

DieSuche nach Erdgas solle Zusammenarbeit

fördern, statt Spannungen

und den Konflikt zu befeuern.

Der Vorschlag würde „eine neue Ära

der Kooperation“ einläuten, teilte

das türkische Außenministerium in

AnkaraamWochenende mit.

Zypernist seit 1974 geteilt. DieRepublik

Nordzypern, in der mehr als

35000 türkische Soldaten stationiert

sind, wird international nur von der

Türkei anerkannt. (dpa)

Mit Bohrschiffenerkundet die Türkei das

Erdgasvorkommen. FOTO: LEFTERIS PITARAKIS/DPA


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8* Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Meinung

Nahverkehr

ZITAT

Warnung vor der

365-Euro-Falle

Peter Neumann

sieht Michael Müllers Vorschlag

weiterhin skeptisch.

Was die Wirkung in der Öffentlichkeit

anbelangt, kann Michael Müller einen

Erfolg für sich verbuchen. Als der Regierende

Bürgermeister den Beschluss

des SPD-Landesparteitags vom November

bekräftigte, dass Berlin wie Wien ein

Jahresticket für 365 Euro bekommen soll,

löste er damit eine breite Diskussion aus.

Zunächst einmal: Dass der Fahrpreis

eine Rolle spielt, wenn sich jemand für ein

Verkehrsmittel entscheidet, ist klar. Aber

selbst bei einem Nulltarif gäbe es weiterhin

viele Menschen, die keine Lust darauf

haben, sich mit anderen in vollen Bahnen

zu drängen –und lieber Auto fahren, sofern

dies in ihrer Stadt halbwegs möglich

ist. In der DDR war es billig, den Nahverkehr

zu nutzen. Trotzdem ließen viele

Menschen die unattraktiven Fahrzeuge

und das unfreundliche Personal hinter

sich, als sie ihr Auto geliefertbekamen. So

viel steht fest: DerFahrpreis ist nicht alles.

Sicher, beim Angebot bleibt weiter einiges

zu wünschen übrig. Dennoch kann

sich Berlins Nahverkehr sehen lassen. Es

ist eine große Leistung, dieses Räderwerk

am Laufen zu halten. Darum verdient es

auch, von den Nutzern angemessen bezahlt

zu werden. Wiedie Zahl von658 000

Abokunden zeigt, sind viele dazu bereit.

Statt Geld zu verschenken, sollte der

Senat lieber daran arbeiten, dass das Strecken-

und Busspurennetz zügiger wächst

als im jetzigen Schneckentempo.Ersollte

mit höheren Parkgebühren und mehr

Parkzonen dazu anregen, umweltfreundliche

Fortbewegungsarten zu nutzen.

Doch er sollte sich nicht in die 365-Euro-

Falle begeben. Die Tarifstabilität in Wien

seit 2012 zeigt, wie schwierig es würde,

diesen Marketingpreis zu erhöhen, wenn

dies nötig wird. Ein Euro pro Tag: Davon

käme kein Politiker wieder herunter.

Studentenwohnheime

Der Studienort wird

zur sozialen Frage

Tobias Peter

findet, dass Geld, das in Wohnheimplätze

fließt, gut investiertist.

Gemeinsames Kochen mit dem Kommilitonen

aus Taiwan, zu fünft auf einer

Couch für zwei Fußball gucken: Die

meisten, die mal im Studentenwohnheim

gelebt haben, blicken auf solche Erinnerungen

zurück. Erstmals außerhalb des

Elternhauses zu leben, ist ein wichtiger

Schritt. Ihn gemeinsam mit anderen jungen

Menschen zu erleben, kann ihn zu einer

besonders guten Erfahrung machen.

Das allein müsste ausreichen, um die

Politik zu motivieren, wieder mehr für

den Bau von Studentenwohnheimen zu

tun. Die Zahl der Studierenden hat stark

zugenommen, die der Wohnheimplätze

nur leicht. Die drastisch steigenden Mieten

sorgen zugleich dafür, dass die Wahl

des Studienortes zu einer sozialen Frage

wird. Kann die Tochter oder der Sohn einer

Kassiererin aus Bottrop sich den

Wunschstudienplatz auch leisten, wenn

er in München liegt? Oder muss auf eine

nahe liegende Uni ausgewichen werden,

um zu Hause wohnen bleiben zu können?

„Alle Deutschen haben das Recht, Beruf,

Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte

frei zu wählen“, heißt es in Artikel 12 des

Grundgesetzes. Ineiner Hochschullandschaft,

in der die Studiengänge immer

spezieller geworden sind, gibt es das gewünschte

Studium womöglich nur an einem

Ort. Zudem besteht die Gefahr, dass

die hohen Mieten in Universitätsstädten

bis in die Mittelschicht hinein junge Menschen

ganz vomStudium abschrecken.

DieZeit des Fachkräftemangels hat bereits

begonnen. Wir können es uns nicht

leisten, dass junge Menschen ihre Bildungschancen

nicht ausschöpfen. Jeder

Euro,der inWohnheimplätzefließt, ist gut

investiertes Geld. Bund und Länder sollten

jetzt handeln. Gemeinsam.

So weit ist es gekommen: Handelsschiffe

auf dem Mittelmeer machen

einen Bogen um die Routen der

Schlauchboote, mit denen sich Migranten

auf den Wegnach Europa machen.

Zu groß sei die Angst, berichtet die Deutsche

Seemannsmission, dass man auf Flüchtlinge

in Seenot trifft, sie rettet –und die Seeleute

dann in Italien eine Anklage wegen Beihilfe

zur Schlepperei erwartet. Also nehmen die

Reedereien zusätzlicheWege in Kauf, um das

Problem im Wortsinn zu umschiffen.

Genauso agiert die Europäische Union

inzwischen in der Flüchtlingspolitik im Ganzen

wie in der Seenotrettung im Speziellen:

Augen zu und ausweichen. Es ist und bleibt

einer selbst erklärten Wertegemeinschaft

unwürdig – und einem Staatenbund, der

auch für gegenseitige Hilfe gedacht war.

Natürlich ist Europa nicht alleiniger,

schon gar nicht primärer Schuldiger an den

Zehntausenden Toten im Mittelmeer.Flucht

und Migration haben ihre Ursachen in den

Heimatländern –auch wenn die hiesige Debatte

wirkt, als löse eine menschenwürdige

Seenotrettung den Wunsch aus,Heimat und

Familie zu verlassen.

Immerhin ist es die offizielle Sicht nicht

nur der italienischen Regierung, dass Migranten

sich nicht mehr aufs Boot nach Europa

setzen, wenn sie wissen, dass ihnen im

Notfall keiner hilft. Dabei zeigen zahlreiche

Studien, dass es keinen direkten Zusammenhang

zwischen Seenotrettung und Zahl der

Bootsflüchtlinge gibt. So ist es ein Lichtblick,

dass sich Europa in der Frage der Mittelmeer-Rettung

und der Verteilung der Geretteten

einer ersten kleinen Lösung nähern

könnte: Außenminister Heiko Maas hatte zugesagt,

Deutschland wäre bei einer „Koalition

der Willigen“ dabei, die die Geretteten

Unter den großen Bäumen im Garten bereiten

sich die Musiker auf ihrenächste

Session vor. Im Garten stehen Bänke,das Publikum

besorgt sich noch Getränke und etwas

von den duftenden Speisen aus Westafrika,

die gerade frisch zubereitet werden. Das

Wetter ist gut, die Leute sind entspannt und

neugierig. Dann geht es los mit einem Tribut

an Miles Davis. Großartige Musiker erfüllen

den Raum unter den Bäumen mit dem zentralen

Gedanken des Jazz. Es ist dieser Musikforminhärent,

demokratisch zu sein. Jazz

bedeutet Freiheit der Interpretation, Raum

für jeden der Künstler und ein gemeinsamer

Groove, weil jeder auf den anderen achtet.

Jazz ist global. Unter den Bäumen treffen

sich Afrikaner, Amerikaner, Araber und

Deutsche.It’sJazz, Honey!

Der Garten gehört zur Werkstatt der Kulturen

in Berlin. Hier braucht es keine Worthülsen

wie Dekolonisierung oder Postmigration.

Hier werden Kultur und Kunst einfach

gemacht. Sieschöpfen aus einer globalen

Sicht und geben den Stimmen der

Einwanderungsgesellschaft Raum. Und

zwar nicht als sozialpädagogisches Projekt,

durch das der weißen Mehrheitsbevölkerung

klargemacht werden soll, dass

schwarze Menschen auch nett sind und sogar

trommeln können. Es ist auch kein Ort,

an dem „Gastarbeiter“ und deren Frauen

mal ganz ungestört –aber angeleitet –ihre

Folklore üben oder töpfern können. Ganz

im Gegenteil, hier gilt die Kunst für sich. Sie

präsentiert den Reichtum der globalen, der

Flüchtlinge

Alles, was

Leben rettet

Steven Geyer

erwartet vonder europäischen Politik

pragmatische Hilfe im Mittelmeer.

KOLUMNE

Wasplant Berlin

mit der Werkstatt

der Kulturen?

Anetta Kahane

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vonjedem Boot freiwillig aufnimmt. Undtatsächlich

kann man neben der reflexartigen

Ablehnung mit der Offenheit von Frankreich,

aus Skandinavien und, wie sich nun

zeigte,sogar aus Italien rechnen.

Nur darf man nicht vergessen: Das Gezerreumdie

Verteilung voneinigen Hundert

Flüchtlingen, die private Retter geborgen haben,

ist nur ein winziger Teil des Problems.

Dahinter steckt ja zunächst die größere

Frage,wie Europa wieder eine staatliche Seenotrettung

in Gang bekommt. Unddas wird

nicht funktionieren, solange einzelne Staaten

sich einer festen Verteilung der Geretteten

verweigern, weil sie dahinter den ersten

Schritt zu einem EU-weiten Verteilschlüssel

aller Asylbewerber befürchten. Diese Abwehr

hatte ja erst zur heutigen Blockade geführt.

Deshalb ist es nicht nur die pragmatischste

Lösung, die Heiko Maas nun vorschlägt.

Es ist vorerst auch die einzige. Solange

rechte Regierungen wie in Polen,

Ungarn oder Italien einen großen Wurf verhindern,

kann der Rest Europas nur nach

dem Machbaren suchen.

Das ist ohnehin die bessere Einstellung

für die Asyldebatte, auch in Deutschland:

Statt jede Detailfrage für ideologischen

Grundsatzstreit zu nutzen, sollten sich die

konstruktiven Kräfte auf pragmatische Lösungen

einlassen. So ist es unredlich, wenn

nun einige Politiker im In- und Ausland ein

„Bündnis der Hilfsbereiten“ ablehnen, weil

das ja gar keine langfristige Lösung bringe:

Da betont FDP-Chef Christian Lindner, besser

als die Rettung nach Europa seien sichere

Unterkünfte in afrikanischen Drittstaaten,

von woaus Migranten reguläre Asylanträge

stellen könnten. Undnur noch zynisch wirkt

es, wenn Österreichs ehemaliger und wohl

auch künftiger Regierungschef Sebastian

Kurz der EU-Seenotrettung eine wirksame

Förderung für Afrikas Wirtschaft entgegenstellt.

Als würde der Norden nicht seit Jahrzehnten

genau darin versagen. Undnun soll

Europa den Ertrinkenden zurufen, Entwicklungshilfe

für die Heimat sei unterwegs?

Natürlich ist es wichtig, noch stärker ganz

grundsätzlich und nachhaltig gegen die Ursachen

von Flucht, Vertreibung und Armut

vorzugehen. Jetzt aber kommt es darauf an,

schnell zu einer Einigung zu finden. Die Misere

hat unendlich viele Gründe. Der

Wunsch, es möge eine simple Lösung geben,

ist verständlich, aber unrealistisch. Europa

muss alle Schritte zugleich gehen, die großen

und die kleinen, die langsamen und die

schnellen.

europäischen und der deutschen Gesellschaft.

Das Haus ist rappelvoll, die Menschen

wollen die Programme sehen. Arab Song Jam,

Romnja Jazz, Creole –global Music, Shtettl

Neukölln, Gnaoua Festival, Black Music Renaissance

–umnur einige zu nennen. Eine

klaffende Lücke im Kulturbetrieb wird hier

gefüllt. Freilich schlecht ausgestattet, also

ohne besondere Mittel für Programme. Dennoch

–das Haus ist einmalig in Deutschland,

wirdinternational hoch gelobt und vomGoethe-Institut

als bestes Beispiel für Transkulturalität

gepriesen. DieIntendantin des Hauses,

Philippa Ebéné, eine schwarze deutsche Intellektuelle,

achtet darauf, dass keine Klischees

wiederholt, keine Grobheit gegenüber

außer-europäischen Künstlern geduldet

wird. Obwohl sie ungernimZentrum öffentlicher

Aufmerksamkeit steht, ist sie doch die

Wegbereiterin eines neuen Ansatzes künstlerischer

Dekolonisierung. Undsie ist die einzige

Schwarze in Deutschland in einer solchen

Funktion. Mit der Werkstatt, geleitet

von Frau Ebéné, hat Berlin hier eine Perle

vonunschätzbarem Wert hervorgebracht.

Umso irritierender ist, dass der Berliner

Senat diesen Ort jetzt schließen will. Der

Grund? Unverständlich. Das Verfahren? Intransparent.

Der Plan? Es gibt keinen. Vielleicht

will der Senator für Kultur Klaus Lederer,

der öffentlich so sehr von Dekolonisierung

schwärmt, jetzt endlich mal –jawas?

Will er ein weiteres gentrifiziertes Kunsthaus,

in dem auch mal schwarze Künstler berücksichtigt

werden? Oder wieder dieses Modell

Sozio-Kultur, woauf „Migranten“ am Ende

herabgeschaut wird, weil sie Beschäftigung

brauchen und eben doch nicht so ganz Teil

der Gesellschaft sind. Oder ist es am Ende ein

Ressentiment, verbunden mit der Hoffnung,

dass es keiner merkt?

In der Werkstatt der Kulturen spielt die

Musik der Zukunft. Der Senat sollte hinhören.

It’s Jazz, Honey!

„Ich sehe das mit

großer Verzweiflung und

auch wachsendem Zorn,

wie der Vorsitz der SPD fast

schon wie ein infektiöses

Kleidungsstück behandelt

wird, das sich niemand

ins Haus holen will.“

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel beklagt

in der Bild am Sonntag die seiner Meinung nach

schleppende Suche nach einer neuen Parteispitze.

AUSLESE

Die Türkei und die

russischen Raketen

Trotz desWiderstandes der USA hat am

Freitag die Lieferung russischer S-

400-Raketen an die Türkei begonnen. Habertürk

aus Istanbul blickt gelassen auf

die Stationierung: „Jetzt warten alle gespannt

auf die angedrohten US-Sanktionen.

Wirwissen nicht, wie weit die Amerikaner

gehen werden. Aber es ist nicht davon

auszugehen, dass die Beziehungen

zwischen beiden Ländernirreparabel beschädigt

werden. Denn beide wollen etwa

in Sachen Syrien und Iran weiter zusammenarbeiten.“

Die Gulf News aus Dubai

analysieren: „Erdogan kann nicht behaupten,

dass ihn die Regierung in Washington

nicht vor dem Geschäft mit

Russland gewarnt hätte.Esgibt eine Reihe

vonMaßnahmen, die die USA nun ergreifen

könnten: zum Beispiel Visa-Erleichterungen

einschränken oder Gelder einfrieren.“

Für den Kommersant aus Moskau

geht es vor allem darum, dass sich die

Türkei nichts vonden USA diktieren lässt.

„Ankara hat erklärt, das Abwehrsystem

nur zu Verteidigungszwecken zu nutzen.

Und das steht in keinem Widerspruch zu

den Nato-Verträgen. DieUSA haben lange

nach einem Anlass für Wirtschaftssanktionen

gegen die Türkei gesucht. Sollten

sie diese nun verhängen, könnte das Ankaraeinen

Impuls geben, sich in eine ganz

andereRichtung zu entwickeln, und zwar:

weit wegvon den USA.“ Matthias Roch

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Vorreiter:Berlins

Gärtnerausbildung war

einst berühmt

Seite 10

Problem für Ramona Pop: Digitalagentur steht auf der Kippe Seite 12

Ärger für Vermieter: Bezirke gehen gegen Ferienwohnungen vor Seite 13

Stadtbild

Sirenen des

Südens

BarbaraWeitzel

bekämpft das Fernweh

im Café.

Einige Wochen vor der Abreise

fängt es an und wirddann immer

stärker.Das Gefühl eines Soges,eine

Art umgekehrter Wind, der die Gedanken

und Träume verändert. Er

mischt Bilder hinein vonGrüppchen

auf dem Markt, die zwischen Melonengebirgen,

Tomatenhügeln und

an Drahtbügeln wehenden Flatterklamotten

Neuigkeiten austauschen,

Bilder sich träge füllender

Gassen nach der Mittagshitze.

Ich träume von den ausgeblichenen

Plastikstühlen in der BaramBadesee

und wie unangenehm es eigentlich

sein müsste,mit schwitzenden

Beinen darauf zu sitzen. Ist es

aber nicht, denn ich trinke den besten

Kaffee der Welt, mir wird noch

wärmer, die Gedanken strömen aus

dem Kopf wie aus einem Loch in der

Luftmatratze und zurück bleibt nur

das süße Nichts. Ander Bar schreit

und lacht und plaudert eine Familie

kreuz und quer, eine zweite kommt

hinzu, man kennt sich.

EinigeWochen vorder Abreise ruft

Umbrien, die geliebte „grüne Mitte“

Italiens,sonennt man sie.Ruft? Singt,

und die Sirenen, denen Odysseus

nicht widerstehen konnte, sind ein

Kinderchor dagegen. Der umbrische

Chor kennt die Stimmen der Grillen,

den klebrigen Sound italienischer Radiomusik,

die nur dort schön klingt,

und sogar das Summen der Hitze.

Wundervoll und schrecklich

Wenn das losgeht und stärker wird,

muss ich aufpassen. Dass ich nicht

alles blass und laut und anonym

finde in Berlin. Es hilft dann, herumzulaufen

in dieser Stadt, die natürlich

ganz anders ist als die sandfarbenen

mittelalterlichen Häuserstapel,

aber warum ihr das vorwerfen?

Sie ist wie sie ist und darin wundervoll

und schrecklich manchmal und

soll gar nichts anderes sein.

Es hilft auch, sich irgendwo hinzusetzen,

in ein Café am Straßenrand,

am besten in ein unscheinbares.

In der Nähe des Nollendorfplatzes,

wo ich an diesem Tag eine

Stunde zu vertrödeln habe,sticht mir

ein kleines griechisches Lokal ins

Auge, das sich zwischen zwei Imbissen

behauptet. Sechs Tische stehen

unter der Markise, vier sind besetzt.

Das ältere Paar vorne ander Straße

ist zu Besuch in der Stadt, ein Reiseführer

verrät es.Anden anderen drei

Tischen sitzen Griechen oder mindestens

Griechisch sprechende Berliner,die

offenbar alle einander kennen,

einschließlich der Inhaberin

des Lokals,die sich immer wieder ins

Gespräch einmischt.

Da ein paar der Beteiligten zwischendurch

ins Deutsche wechseln,

kann ich Teile des Gesprächs verstehen.

An dem Tisch, der meinem am

nächsten steht, wird erörtert, ob jemand

die Pflanzen im Innenhof gießen

muss oder ob man der Gewittervorhersage

trauen solle.Die Markise

verwandelt die knalligen Sonnenstrahlen

in milchig warmes Licht, ich

schwitze auf dem Plastikstuhl,

schließe die Augen und denke: An

manchen Orten kann auch Berlin

eine kleine Stadt im Süden sein. Der

Sog macht Pause, die Sirenen auch,

aber es wirdwieder beginnen, darauf

ist Verlass. Und dann kommt schon

der Tagder Abreise.

Ein Festival der Mode

In Mitte wird die Grundsteuer teuer

65 statt 27 Cent: Erste Berechnungen der Finanzverwaltung zeigen, wie die Berliner betroffen sind

VonUlrich Paul

In Altbauten in der City wird es

eher teurer, inGroßsiedlungen

am Rande der Stadt eher billiger.

Das geht aus ersten Berechnungen

der Senatsverwaltung

für Finanzen zu den Auswirkungen

der von der Bundesregierung geplanten

Grundsteuerreform hervor.

„UnsereVerwaltung hat ein vorläufiges

Berechnungsmodul erarbeitet,

mit dem sich voraussichtlich rund

90 Prozent aller Fälle erfassen lassen

werden“, sagte Finanzsenator Matthias

Kollatz (SPD) der Berliner Zeitung.

Beispiele aus dem Berechnungsmodul

zeigen, dass die Grundsteuer

für eine Altbauwohnung in

Charlottenburgvon bisher 20 Cent je

Quadratmeter auf 35 Cent je Quadratmeter

steigen könnte. Das hält

der Senator auch für „gerecht und

auch nachvollziehbar“.

Alle müssen zahlen

820

Millionen Euro Grundsteuer

hat Berlin 2018 kassiert.

STEUER-EINNAHMEN

1Milliarde Euro

nahm die Stadt über die

Grunderwerbssteuer ein.

Für eine Neubaueigentumswohnung

in Mitte würde die Grundsteuer

von 27Cent je Quadratmeter

auf 65 Cent je Quadratmeter steigen.

„Angesichts des deutlich gestiegenen

Wertniveaus“ wäre auch dies

„folgerichtig“. Andererseits würde

künftig für Plattenbauten weniger

Grundsteuer entrichtet werden

müssen –statt zum Beispiel 28 Cent

pro Quadratmeter in Marzahn und

46 Cent je Quadratmeter im Märkischen

Viertel würden künftig nur

noch Kosten in Höhe von 20Cent je

Quadratmeter anfallen. Zahlen müssen

die Grundsteuer Mieter und Eigentümer

gleichermaßen. Die Mieter

müssen die Steuer über die Nebenkosten

aufbringen. Im Schnitt ist

in Berlin zurzeit eine Grundsteuer

von27Cent je Quadratmeter Wohnfläche

monatlich zu zahlen.

Nötig ist die Reform der Grundsteuer,

weil das Bundesverfassungsgericht

das derzeitige System für verfassungswidrig

erklärt hat, da es

gleichartige Grundstücke unterschiedlich

behandele und so gegen

das im Grundgesetz verankerte Gebot

der Gleichbehandlung verstoße.

Der Grund: Die bisherige Berechnung

der Grundsteuer basiert auf

Jahrzehnte alten Grundstückswerten.

Im Westen werden die Grundstücke

nach ihrem Wert von1964 berücksichtigt.

In den ostdeutschen

Ländernberuhen dieWertesogar auf

Feststellungen aus dem Jahr 1935.

Das neue Modell sieht vor, dass

die Grundsteuer für Wohn-Immobilien

auf Basis von fünf Parametern

ermittelt wird: Nach der Grundstücksfläche,

dem Bodenrichtwert,

der Immobilienart, dem Alter des

Gebäudes und der Mietniveaustufe.

Bisspätestens zum 31. Dezember

dieses Jahres muss die Grundsteuer

neu geregelt sein. Nur dann darf sie

in ihrer jetzigen Form noch übergangsweise

bis zum 31. Dezember

2024 weiter erhoben werden. Ab

400

Millionen Euro fielen 2018

durch Erbschaftssteuer an.

dem ersten Januar 2025 soll dann die

neue Regelung greifen.

Da die Grundsteuer zu den wichtigsten

Einnahmequellen der Städte

gehört, wollen diese darauf nicht

verzichten. In Berlin kamen über die

Grundsteuer im vergangenen Jahr

rund 820 Millionen Euro in die Landeskasse.

Die Neuregelung der

Grundsteuer soll allerdings nicht

dazu führen, dass Städte und Kommunen

die Steuernerhöhen. DieGesamtsumme

der Steuereinnahmen

soll gleich bleiben.

Für Finanzsenator Kollatz ist die

geplante Neuregelung in Ordnung.

„Das Reformmodell entspricht den

DPA/PAUL ZINKEN

Zumersten Malhaben die Models und Studenten des Instituts für experimentelles

Bekleidungs- und Textildesign der Universität der Künste

(UdK) die Straße des 17. Juni erobert: Beieiner Modenschau zeigten sie

am Sonnabend ihre Projektarbeiten und Abschlusskollektionen –vor

denWerkstätten und Ateliers,indenen die Entwürfe entstanden. DasInstitut

bietet seinen Studierenden viel Raum, um an Zukunftsvisionen zu

arbeiten und die Beziehungen zwischen Körper und Technologie,Tradition

und Experiment, zwischen Damals und Heute zu erkunden. Die

UdKist die größte Kunsthochschule Europas und eine der ältesten weltweit.

Ihre Gründung geht auf das Jahr 1696 zurück.

Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts“,

sagt er.Durch Vereinfachungen

und Typisierungen sei es zudem

„gut administrierbar“, also gut zu

managen. Wenn sich die Belastung

im Einzelfall verändere, sei dies die

„unvermeidliche Folge des vom

Bundesverfassungsgericht festgestellten

gleichheitswidrigen Zustands“,

so der Senator.

Sonderfall Berlin

Das Problem: Berlin ist das einzige

Bundesland, in dem zwei unterschiedliche

Bewertungsmaßstäbe

zugleich, nämlich das für den Osten

und das für den Westen, vereinheitlicht

werden. Soll dies wie geplant

„aufkommensneutral“ erfolgen, also

ohne Mehreinnahmen oder Mindereinnahmen,

dürfte die Belastung im

Osten stärker ausfallen als im Westen,

weil im Osten bisher eine eher

geringereGrundsteuer gezahlt wird.

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer

(VDGN) fordert, dass

sich die Wohnkosten durch die Neugestaltung

der Grundsteuer nicht

verteuern. Er empfiehlt, dass die

neuen Länder von einer Öffnungsklausel

im geplanten Gesetz Gebrauch

machen. Sieerlaubt den Ländern,

ein wertunabhängiges Modell

einzuführen. Die Werte der Grundstücke

und der Gebäude würden dabei

unberücksichtigt bleiben.

Ulrich Paul glaubt, dass

wertabhängigeModelle

problematisch sein können

NACHRICHTEN

Greta Thunberg kommt

erneut nach Berlin

Dieschwedische Klima-Aktivistin

Greta ThunbergwirdamFreitag

beim „Fridays for Future“-Streik im

InvalidenparkinMitte mitmachen.

Dasteilte der Berliner Ableger des

weltweiten Klimaprotests am Wochenende

mit. Anschließend werde

die 16-Jährige weiter nach Luckenwalde

reisen, um die Protestler dort

zu unterstützen. DieBewegung geht

auf eine Protestaktion Thunbergs

zurück. DasMädchen war bereits

Ende Märzbei einer Demonstration

in der Hauptstadt. (dpa)

Spätkauf-Anschlag: Polizei

fasst Tatverdächtigen

EinSpezialeinsatzkommando (SEK)

hat im Fall des angeschossenen

Spätkauf-Inhabers in Charlottenburgamspäten

Freitagabend einen

27-jährigen Tatverdächtigen in der

Röntgenstraße festgenommen. Gegen

ihn wurde Haftbefehl wegen versuchten

Raubmordes erlassen. Ein

zweiter Tatverdächtiger ist noch auf

der Flucht. Beide Männer hatten in

der Nacht zum Mittwoch einen Späti

in der Goethestraße überfallen und

den 35-jährigen Inhaber,Nezar M. ,

angeschossen. DasOpfer musste

notoperiertwerden. Dergebürtige

Syrier soll nach wie vorimKoma liegen.

Zummöglichen Tatmotiv äußerten

sich die Sicherheitsbehörden

nicht. Zunächst hatten sie ein politisches

Motiv nicht ausgeschlossen.

DerInhaber hatte sich in derVergangenheit

öffentlich für die Freiheit seiner

kurdischen Landsleute ausgesprochen.

Ungeklärtist weiter die

Frage,weshalb der Schützeund dessen

Begleiter nach der Tatden Laden

ohne Beutewieder verließen. (ls.)

„Omas gegen rechts“ lärmen

gegen suspendierten Lehrer

Doppelt so viele Menschen wie angekündigt

haben sich am Sonntag an

einer Demonstration der Initiative

„Omas gegen rechts“ beteiligt. „Es

waren mehr als hundertMenschen“,

sagte eine Polizeisprecherin. Angemeldet

waren 50 Teilnehmer.Die

Demonstration am Breitscheidplatz

richtete sich gegen den Auftritt eines

selbst ernannten „Volkslehrers“. Der

ehemalige Grundschullehrer war im

vergangenen Jahr fristlos aus dem

Schuldienst entlassen worden. Auf

seinem YouTube-Kanal hatte er den

Rechtsstaat verunglimpft und Straftäter

zu Wort kommen lassen, die

wegen Volksverhetzung verurteilt

worden waren. DieDemonstranten

schlugen während seiner Rede aus

Protest auf mitgebrachte Kochtöpfe,

Kessel und Deckel. Aufder Gegenseite

versammelten sich um den

„Volkslehrer“ laut Polizei ebenfalls

mehr als hundertTeilnehmer. (dpa)

Bunt, politisch, lautstark: die „Omas gegen

rechts“ .

DPA/PAUL ZINKEN


10 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Berlin

Es waren einmal blühende Stadtlandschaften

Berlins Gartenkultur und Gärtnerausbildung hatten einst Weltruf. Der Einfluss Lennés wirkt bis heute, doch sein Erbe wird seit 20 Jahren verschmäht

VonMaritta Tkalec

Der Stolz Berlins auf sein

Grün und seine Grünanlagen

dauert an, doch er

hat sich von der Realität

gelöst, besteht nur noch aus Erinnerung.

Die kargen, oft verwahrlosten

Anlagen, die nicht nur aus akutem

Wassermangel vor sich hin mickern,

offenbaren, dass die einstige Leidenschaft

der Stadtgestalter für das Grün

verflogen ist. Pflege? Überschätzt.

Blumen? Überflüssig. Der Name Peter

Joseph Lenné wirdzwar noch mit

Ehrfurcht ausgesprochen, doch seit

bald 20 Jahren schlägt der Berliner

Senat in wechselnden Konstellationen

sein kulturelles Erbe aus –bis auf

die denkmalgeschützten Anlagen.

1823 hatte der begnadete Gartengestalter

Lenné seinen König überzeugt,

dass Gartengestaltung kein

Dilettieren verträgt, sondern des

Wissens und Könnens bedarf. Sieben

Jahrezuvor hatte der vonLennés

Talenten angetane Friedrich Wilhelm

III. den gerade einmal 26 Jahre

alten Rheinländer an den preußischen

Hofgeholt, nun konnte dieser

die erste Ausbildungsstätte für Gartenkultur

in Europa, die Königliche

Landesbaumschule und Gärtnerlehranstalt,

gründen: Das bedeutete

Wertschätzung für den Gartenbau,

der nun ebenso anerkannt war wie

Architektur, Handwerk und Gewerbe,

für die seinerzeit Karl Friedrich

Schinkel und Christian Peter

Beuth standen.

DasZweckmäßige und das Schöne

Im Vorwort zu den Statuten der

neuen Lehranstalt umriss Lenné voller

Leidenschaft sein Anliegen: „Die

Möglichkeit, das Zweckmäßige, das

Lebens-Erhaltende und Mehrende

mit der Schönheit zu vereinigen, ist

unendlich. In diesem Sinne gebildet,

werden die Anlagen der schönen

Gartenkunst jedes Gemüthe ergreifen

und diejenige Ehrfurcht wecken,

welche den großen Haufen veredelt

und frevelnde Hände zurückhält. “

Kundige Gärtner waren im Berlin-Potsdamer

Raum seit dem 17.

Jahrhundert vor allem rund um die

Schlösser beschäftigt: DieHohenzollern

legten Wert auf edel gestaltete,

repräsentative Anlagen. Gärtner mit

reichem Erfahrungswissen bildeten

ihren Nachwuchs aus und richteten

eigene Gärtnereien ein.

Dieweltweit erste Gärtnerlehranstalt,

zunächst in Potsdam-Wildpark

und in Charlottenburg angesiedelt,

hob die Qualität beträchtlich und erweiterte

die Möglichkeiten. Mussten

im 17. Jahrhundertdie Bäume für die

vier- beziehungsweise sechsreihige

Bepflanzung für die Straße Unter

den Linden teuer und mühsam aus

den Niederlanden herbeigeschafft

werden, so änderte sich das mit der

Gründung der Landesbaumschule.

Der gärtnerische Nachwuchs

lernte Obstbau, die Anlage und Nutzung

vonKüchengärten mit Kräutern

und Gemüse, das Heranziehen von

Gehölzen, die man unter anderem für

die Parksbenötigte. Dazu kamen anspruchsvolle

Fächer wie Feldvermessung

sowie Gartengestaltung generell.

Weltweit bewunderte man Berlin

wegen dieser Anstalt.

Peter Joseph Lenné prägte fast ein

halbes Jahrhundert die Gartenkunst

in Preußen. Er gestaltete weiträumige

Parkanlagen nach dem Vorbild

englischer Landschaftsgärten und

stritt für eine sozialverträgliche

Stadtplanung. Sein moderner Gedanke:

Grünanlagen für die Naherholung

der Bevölkerung. „Freie und

angenehme Bewegung einer großen

Volksmenge“ wünschten Lenné wie

Schinkel für ihreAnlagen.

Berliner Tiergarten 1833: Lenné schlug in seinem „Verschönerungsplan“ von 1832 viele mäandernde Wege vor.

Friedrich II.: Anders als

seine Vorgänger mochte der

Alte Fritz die Jagd nicht und

ließ 1742 das Revier Tiergarten

zu einem barocken Lustpark

für das Berliner Volk

umgestalten, mit Blumen,

Teichen und Skulpturen.

TIERGARTEN-GESTALTER

Peter Joseph Lenné: Der

Gartenarchitekt legte 1833

bis 1840 einen Landschaftspark

nach englischem Vorbild

an. Die vonihm gestaltete

Anlagebestand im Wesentlichen

bis zur Mitte des

20. Jahrhunderts.

Der Berliner Magistrat:

1945 wurde die Wiederherstellung

nach schweren

Kriegsschäden beschlossen.

Es entstand ein ruhiger, weiträumiger

landschaftlicher Erholungspark.

Heute ist er

Gartendenkmal.

WIKIPEDIA COMMONS

1839 erhielt Lenné den Auftrag,

einen Bebauungsplan für Berlin zu

erarbeiten. Er plante einen grünen

Ring, bedachte die Ansprüche des

Bürgertums wie der ärmeren Schichten,

schuf Plätze, Grünzüge, Promenaden

und Wasserachsen. Noch

heute sind Spuren seiner Planung im

Stadtbild erkenntlich, so am Landwehr-

und Luisenstädtischen Kanal.

Auch dank Lenné trat Berlin relativ

gut vorbereitet in die Phase des explosionsartigen

Wachstums. Man

war sich der Bedeutung vonGrünzügen

bewusst. Die Umgestaltung des

Tiergarten nahm Lenné selbst in die

Hand. Sein Schüler Gustav Meyer

legte mit dem Volkspark Friedrichshain

den ersten Park in städtischem

Auftrag an. Bald folgten Humboldthain

und Treptower Park. Kommunales

Grün –für diese Aufgabe begeisterten

sich die Hofgärtner. 1870,

ein Jahr vor der Reichsgründung,

gründete der Magistrat die städtische

Park- und Gartendeputation

und machte Meyer zum ersten Generaldirektor.

Um die Jahrhundertwende wetteiferten

die Kommunen geradezu um

die schönsten Parkanlagen –mit Blumenfülle

und Brunnen für Leute, die

sich das privat nicht leisten konnten.

Als 1920 die Bildung vonGroß-Berlin

gelang, nutzten die Gartenbauer zwar

die Chance, neues Stadtgrün anzulegen

–VolksparkRehberge,SchönholzerHeide,Volks-

undWaldparkWuhlheide

–doch es waren harte Zeiten.

Die Grünflächen wurden wesentlich

einfacher gestaltet.

Ohnehin dröhnte der Zeitgeist

eher als er flirrte. Berlin wollte Metropole

sein, gab Geld aus für Technikspektakel

wie „Berlin im Licht“.

Man schwärmte, moderne Beleuchtung

mache nächtliche Straßen „zu

einem erregenden Schauplatz, zum

Spielfeld einer neuen Nachtexistenz“.

Die Kampagne „Weltstadt in

Ordnung und Schönheit“ warb mit

Plakaten, auf denen Autos mit hellen

Scheinwerfern durch das Brandenburger

Torfahren. Der Film „Berlin,

Symphonie einer Großstadt“ feierte,

wie Mensch und Maschine als harmonischer

Klangkörper funktionieren.

Andererseits wurde 1928/29 die

weltweit erste Hochschulausbildung

für Garten- und Landschaftsarchitekten

eingerichtet.

„Nichts gedeiht ohne Pflege“

Heute erscheint das Verhältnis der

Stadt zu ihren Grünflächen gestört.

In den vergangenen zwanzig Jahren

wurden die Gartenämter marginalisiert;

teils fielen sie dem Sparen zum

Opfer, teils hielten politische Kräfte

den Aufwand für die kommunale

grüne Infrastruktur für überflüssig.

Jedenfalls wurde gärtnerische Kompetenz

massenhaft vernichtet. Paradoxerweise

wirkte die Partei der Grünen

daran mit. Gerade vor kurzem

erklärte Monika Herrmann, grüne

Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg,

sie fände es gut,

wenn die Berliner Stadtreinigung

(BSR), das Dienstleistungsunternehmen

des Landes Berlin, verantwortlich

für Müllabfuhr, Straßenreinigung

und Abfallbehandlung, die

Pflege der Parks und Grünanlagen

übernehmen würde. Nicht etwa gelernte

Gärtner sollen also die Gärten

pflegen, sondern die Leute, deren

(überaus wichtiges) Geschäft es ist,

den öffentlichen Raum immer wieder

neu von Hundekot und sonstigem

Müll zu befreien.

Lenné hatte dazu eine Meinung:

„Nichts gedeiht ohne Pflege; und die

vortrefflichsten Dinge verlieren

durch unzweckmäßige Behandlung

ihren Wert.“ Wenn der den Görlitzer

Park sähe!

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Dürre

Bollwerk im Morast

Mein Ost-Berlin

Nicht der trockene Sommer 2018, schon gar nicht der aktuelle,

reichen an die Extremdürre heran, die Mitteleuropa

im Jahr 1540 plagte. Elf Monate ohne Regen, dazu

extreme Hitze–das ist die reale Möglichkeit, die man vor

Augen haben muss. Die Tiere verdursteten, Menschen

brachen bei der Arbeit auf den Feldern zusammen, Anfang

August warfen die Bäume ihre Blätter ab, Waldbrände

flammten allerorten auf; die Lebensmittelpreise

explodierten, Aufstände brachen aus. Heute versteht

man das historische Extrem als Mahnung.

Arno Widmann zum Thema: www.berliner-zeitung.de/panorama/hitzeanno-1540-der-sommer--der-sich-in-die-geschichte-brannte-31079462

Im August 1658 begannen im Beisein des Kurfürsten

Friedrich Wilhelm am Stralauer Tordie Arbeiten für das

Bollwerk, das Berlin nach dem Dreißigjährigen Krieg zur

geschützten Festung machen sollte.1660 war die Anlage

vomStralauer Torbis zum Spandauer TorimRohbau fertig.

Auf der Cöllner Seite wurde erst von diesem Zeitpunkt

an lebhafter gearbeitet. Das Gelände war sehr

sumpfig, weshalb die Arbeiten länger dauerten. DerPlan

der Gesamtanlage stammte vom kurfürstlichen Ingenieur

Memhardt. 1683 wurde der Festungsbau vorläufig

mit der Errichtung des prächtigen Leipziger Tores abgeschlossen.

Das kranzförmig um die Residenzstadt gelegte

Bollwerkbestand aus 13 regelmäßig verteilten feste,

gemauerten Bastionen, die durch gerade verlaufende

Courtinen, auch Kurtinen, miteinander verbunden waren

–also Wällen zwischen je zwei der zackenförmigen

Bastionen. In Berlin handelte es sich um Erdwerke nach

niederländischem Muster. Der Hauptwall war acht Meter

hoch. Dieletzte Bastion auf der Cöllner Seite ,die Bastion

VII, führte den Namen ,,Bollwerk imMorast“. Der

Name lässt erkennen, welche Schwierigkeiten beim Bau

zu überwinden waren. Riesige Erdaufschüttungen waren

notwendig, um das Bauland trockenzulegen, das dauerte

deshalb noch bis 1687. Heute befindet sich auf dem Gelände

der Köllnische Park, der noch die Form des Bastionszacken

aufweist. (mtk.)

Persönliche Sichten spielen eine prägende Rolle für die

Ausstellung „Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt“ –klar,

dass die Macherinnen und Macher in ihren Sonderführungen

ausführlich über ihren besonderen Blick auf die

DDR-Hauptstadt zwischen 1960 und dem Mauerfall

sprechen. „Mein Ost-Berlin“ ist deshalb das Motto der

Führungen. Im Anschluss darf und soll diskutiert werden:

Wiesah IhrOst-Berlin aus? Welche Erfahrungen haben

Sie gemacht? Haben Sie besondere Objekte, die Sie

vorstellen wollen?

Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt Kuratorenführung,Ephraim-Palais,

17. Juli, 17 Uhr.Weitere Termine: 21. Juli, 18. September,16. Oktober


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 11 *

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Berlin

Martin Hikels Schreibtisch

sieht nach Arbeit

aus: Gelbe Notizzettel,

Mappen, Papiere, Ordner

stapeln sich. Zum Interview

kommt der 33-jährige SPD-Politiker

direkt vonder Einweihung des ersten

geschützten Radwegs in Neukölln.

Das ist Chefsache. Jetzt hat der Bezirksbürgermeister

eine Stunde Zeit,

dann geht es schon wieder weiter.Ein

Gespräch über Clanstrukturen, das

Tempelhofer Feld und warum sich

Hikel lieber Milch beim Nachbarn

leiht als sonntags zum Späti zu gehen.

Herr Hikel, Siesind jetzt seit mehr als

einem Jahr Bezirksbürgermeister von

Neukölln. EinBezirk, der gegensätzlicher

nicht sein könnte. Hier die hippen

Bars, da Armut und Clankriminalität.

Istdas immer nur Herausforderung

oder manchmal auch Überforderung?

Zu dem Schluss könnte man

kommen. Aber mir ist es nicht zu

viel, ich wusste ja, worauf ich mich

eingelassen habe. Ich habe hier

schon lange Politik gemacht, bin hier

groß geworden und weiß daher, wie

divers der Bezirk ist: der bürgerliche

Süden, der Probleme mit Rechtsradikalismus

und Neonazis hat, und

der Norden mit seinen sozialen

Brennpunkten. Es ist eine Herausforderung,

jeden Tag. Aber es macht

Spaß.

Wie würden Sie einem Ortsunkundigen

Neukölln in drei Wörtern beschreiben?

Ich brauche nur zwei. Bienenstich

und Baklava.

Ihre beiden Vorgänger, Heinz Buschkowsky

und Franziska Giffey,sind inzwischen

berühmt. Jeder auf seine eigene

Weise. Große Fußstapfen. Können

Siesich davon frei machen?

Ich bin mir bewusst, warum man

hier im Bezirk schon große Erfolge

feiern konnte. Das ist auf eine lange

Tradition zurückzuführen. Das

bringt natürlich für mich eine große

Verantwortung mit sich. Man muss

sich aber davon frei machen, genau

dasselbe machen zu wollen. Ich verfolge

die gleiche Richtung. Ich habe

aber eine andereSchuhgröße.

„Neukölln ist

Bienenstich und Baklava“

Martin Hikel (SPD)

hat 2018 das Amt des

Bezirksbürgermeisters

übernommen –von

Franziska Giffey.

Ein Gespräch über die

Gegensätzlichkeiten

des Bezirks zwischen

Bars, Clans und

Wohnungsnot

kurrenten gegenüber nur gerecht,

wenn Verstöße am Sonntag auch geahndet

werden.

Hand aufs Herz, wann haben Sie zuletzt

am Sonntag beim Späti eingekauft?

Ich kann mich nicht daran erinnern.

Die Supermärkte haben Sonnabend

bis 23.30 Uhrauf.Wirhaben in

Berlin eines der liberalsten Ladenöffnungsgesetze.

Und wenn mir am

Sonntag eine Milch fehlt, dann frage

ich meinen Nachbarn. Ich verstehe

diese aufgeregte Debatte nicht, die

Sonntagsöffnung bis aufs Blut forcieren

zuwollen. Aber wenn man das

will, dann muss man die Rechtslage

ändern.

Apropos Rechtslage. Inzwischen werden

die Rufe nach einer Randbebauung

auf dem Tempelhofer Feld wieder

lauter,obwohl das durch das THF-Gesetz

verboten ist. Das Feld wird auch

vonNeuköllnern starkgenutzt.Wiesehen

Siedas?

Der Volksentscheid von 2014 ist

bindend und hat eine breite Mehrheit

gefunden. Ichpersönlich halte es für

sinnvoll, diese Debatte noch mal zu

führen und die Berliner zu fragen, unter

welchen Bedingungen sie sich

eine Bebauung auf dem Feld vorstellen

können.

Wiekönnte ein Konzept aussehen?

Der soziale Wohnungsbau muss

eine große Rolle spielen und zugleich

muss die Freiheit des Feldes sichergestellt

werden. Es dürfen keine

Wohnblocks entstehen, es muss luftig

sein. Manmuss bei allen Planungen

sicherstellen, dass das Feld auch

weiterhin den Berlinerinnen und

Berlinern zur Verfügung steht. Das

Feld ist riesig, man kann daraus viel

machen. Es müssten Bäume gepflanzt

werden. Das alles muss aber

gemeinsam mit der Stadtgesellschaft

diskutiertwerden. Wenn die Berliner

das Feld trotzdem nicht anrühren

wollen, muss man das akzeptieren.

Ich würde es aber bedauern. Der

Druck auf dem Wohnungsmarkt ist

derart hoch, dass man da die Luft

rauslassen muss. Nur durch Nachverdichtung

in Wohnquartieren wird

das nicht passieren.

Wasunterscheidet Siedenn vonFranziska

Giffey?

Die neuen Wege ergeben sich ab

dem Zeitpunkt, wo neue Herausforderungen

anstehen. Das konsequente

Durchgreifen bei Ordnungswidrigkeiten

und Straftaten auf der

einen Seite und die Schwerpunktsetzung

auf Bildung und Integration auf

der anderen ist eine Linie,die wir seit

2001 fahren. Undindiese Linie füge

ich mich gernein. Davonmöchte ich

mich gar nicht frei machen. Ich will

hier in Neukölln Demokratie und

friedliches Zusammenleben fördern.

Deshalb bin ich hier. Ich will keinen

ausschließen, deshalb ist Integration

und Teilhabe so wichtig. Bildung

heißt für mich, dass keiner ausgeschlossen

wird und dass klar wird:

Die Neuköllner Schüler sind nicht

dümmer als in Steglitz-Zehlendorf.

Es schlummern die gleichen Potenziale

in den Jugendlichen, aber sie

brauchen auch die gleichen Chancen.

Und das verstehe ich als meine

Aufgabe.

Sind Sie ineinem guten Austausch

mit der Bundesfamilienministerin?

Als Franziska Giffey noch Bürgermeisterin

und ich Fraktionsvorsitzender

war,standen wir in einem engen

Dialog. Unsere Terminkalender

sind aber heute so voll, dass wir uns

jetzt nicht mehr jeden Tagaustauschen

können. Aber bei wichtigen

Dingen schreiben wir uns.

Neukölln verbindet man über die

Landesgrenzen hinweg mit Clankriminalität.Wieso

bekommt Berlin, bekommt

Neukölln, das Problem nicht

in den Griff?

Zunächst einmal:Wirhaben Neukölln

im Griff, weil wir hier seit Jahrenschon

einen Schwerpunkt in der

Bekämpfung der Clankriminalität

setzen. Wirhaben aber ein Integrationsproblem,

weil jahrzehntelang

nichts gemacht wurde und man einfach

weggeguckt hat. Wenn Menschen

in die Stadt kommen und man

ihnen die Teilhabe verwehrt, ihnen

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) in seinem Büro im Rathaus in der Karl-Marx-Straße.

keine klaren Grenzen setzt, Kinder

zeitweise nicht zur Schule gehen

durften und die Eltern nicht ausreichend

verdienen, dann muss man

sich nicht wundern. In den 80ern

und 90ernhat man damit eine Parallelstruktur

geschaffen. Das ist nicht

nur einVerschulden der Politik. Jeder

Einzelne muss sich da an die Nase

fassen. Der Druck kam ja in den

90er-Jahren aus Teilen der Bevölkerung,

laute Stimmen wehrten sich

gegen Asylbewerber. Und die Politik

hat daraufhin die Gesetzeverschärft.

Und das war natürlich der falsche

Umgang. Man betrieb Ausgrenzung

statt Integration. Seit 2001 wurde das

offen in Neukölln angemahnt, und

es begann ein Umdenken und Umlenken.Wirhaben

in Sachen Integration

seitdem sehr viel erreicht.

Trotzdem ist es schwer,die Clanstrukturen

aufzubrechen.

DerTeil, den man dazu zählt, lebt

in Familienstrukturen, die sich untereinander

Loyalität zusichern und

die zudem nach eigenen Gesetzen

funktionieren. Diese Familien schützen

sich so nicht nur vor anderen,

sondern sie schützen sich auch untereinander

vordem Staat. DerStaat

ist für diese Familien der Feind.

Diese Denke ist in einigen Familien

kultiviert worden, da kommt man

auch nur schwer ran. Das betrifft

aber nur einige, manchmal sehr wenige

Familienmitglieder. Doch diese

wenigen versauen den Ruf von vielen.

Wastun Siedenn konkret?

Wirfahren viele Einsätze, machen

Kontrollen in Spielhallen oder

Shisha-Bars. Die Zusammenarbeit

zwischen Ordnungsamt und Polizei

ist mittlerweile sehr eng.Wirsind viel

präsenter.Die großen Fische,mit denen

wir es früher immer häufig zu

tun hatten, treffen wir mittlerweile

seltener an. Das ist ein Indiz dafür,

dass diese Leute vorsichtiger geworden

sind –und unser Wegfunktioniert.

Jeder Einsatz ist ein Erfolg, weil

wir Recht und Gesetz durchsetzen.

Das fängt beim Zweite-Reihe-Parker

an und hört bei illegalen Spielautomaten,

Drogenverkäufen und Verstößen

gegen das Kriegswaffengesetz

auf. Jede Anzeige, jede Festnahme

ist ein Erfolg, weil dadurch

Schaden von der Allgemeinheit abgewehrt

wird. Das ist keine Zeitverschwendung.

Unddie andereSeite? Sind die Strafen

nicht oftmals viel zu milde?

Sicherlich gibt es einige, die sagen:

„Eine vierstellige Geldstrafe

juckt mich nicht.“ Langfristig macht

das in der Community aber schon

Eindruck.

„ “

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Bürgermeister

spezial

Martin Hikel ist seit März 2018 Bezirksbürgermeister vonNeukölln. Er hat das Amt als Nachfolger

vonFranziska Giffeyübernommen, nachdem diese Bundesfamilienministerin geworden

war.Der 33-Jährigeist in Berlin-Friedrichshain geboren und trat 2005 in die SPD ein. Vier

Jahre später wurde er Vorsitzender der Jusos in Neukölln. Hikel ist vonBeruf Lehrer für Politikwissenschaften

und Mathematik.

Fraktionsvorsitzender der SPD in Neukölln in der Bezirksverordnetenversammlung wurde Hikel2016.

Hikel ist verheiratet. Er ist der jüngste Bezirksbürgermeister Berlins.

Auch in Neukölln gibt es zum Beispiel

am Hermannplatz seit dem vergangenen

Jahr mobile Wachen. Washaben

die bisher gebracht?

Man muss sich davon lösen, dass

die mobilen Wachen einen Kriminalitätsschwerpunkt

nachhaltig beseitigen.

Viele Bürgerinnen und Bürger

sind durchaus erfreut, dass dortjetzt

etwas getan und genauer hingesehen

wird. Der Mehrwert dieser Wachen

ist, dass sie einen bürgernahen

und barrierefreien Zugang zur Polizeiermöglichen.

GERD ENGELSMANN

Gleichzeitig zu diesen Problemen wird

Neukölln immer hipper,vor allem im

Norden rund um denWeserkiez reihen

sich Bars und Restaurants aneinander.Wie

wirkt sich die neue Mischung

aus?

Die soziale Durchmischung, die

im Norden stattfindet, finde ich gut.

Ichfreue mich, wenn junge Familien

nach Neukölln ziehen und bleiben

wollen. Aber wir haben dort inzwischen

eine punktuelle Übernutzung.

DieWeserstraße ist nachts eine Partymeile.

Davon hat der Kiez nichts. Es

gibt auch immer mehr Anwohnerbeschwerden

wegen hoher Lärmbelastung.

Droht Neukölln ein Schicksal wie

Prenzlauer Berg?

Die Gefahr besteht insofern, als

auch dort schon erste Clubs schließen

mussten. So etwas finde ich

kleinstädtisch. Dorfidylle kann man

nicht nach Nord-Neukölln importieren.

Mich aber stört, dass das gastronomische

Angebot etwa im Reuterkiez

deutlich über eine normale Versorgung

hinausgeht, und das bringt

natürlich Probleme mit sich. In anderen

Kiezen gibt es schon erste Tendenzen

in diese Richtung. Das müssen

wir mäßigen.

Wie?

Wir müssen uns systematisch anschauen,

wie die Situation real aussieht,

welches Gewerbe und welche

Gaststätte wo und wie angemeldet ist

–oder auch nicht angemeldet ist. Das

tun wir gerade.Und dann prüfen wir,

über stadtplanerische Mittel einzugreifen.

Dasist aber Sisyphos-Arbeit.

Vonder Barzum Späti. Gerade hat ein

Urteil noch mal den Rechtsrahmen

bestätigt, dass Spätis am Sonntag

nicht öffnen dürfen. Die Umsetzung

des Gesetzes ist Sache der Bezirke. Was

ist IhreLinie?

Wirgehen Beschwerden nach und

wir kontrollieren regelmäßig. Daswar

vor dem Urteil gängige Praxis und ist

es auch weiterhin. Eine besondere

Ahndung oder Konzentration wirdes

aber nicht geben, dazu haben wir ein

viel zu breites Aufgabenspektrum.

Wirhaben eine eindeutige Rechtslage

und ich erwarte,dass die Bezirke das

auch durchsetzen. Erstens kann ich

mir die Rechtslage nicht aussuchen,

und zweitens finde ich es den Kon-

Der Mietenanstieg trifft Neukölln besonders

hart. Dort sind die Mieten in

den vergangenen Jahren um rund

150 Prozent gestiegen.

Dasist in Neukölln eine große Herausforderung.

Daher begrüße ich den

Mietendeckel. Aber diese fünf Jahre,

in denen die Mieten eingefroren werden

sollen, müssen dazu genutzt werden,

neue Wohnungen zu bauen.

Sonst wird sich die Situation danach

nicht verändert haben. Wenn sich

nichts ändert, ist der Norden bald

durchgentrifiziert. Der Mittelstand

wirdsich das nicht mehr leisten können.

Dann leben da Menschen, die

mit der Stadt nicht viel zu tun haben.

Dann würde Neukölln nicht mehr

Neukölln sein.

Wasist die Folge?

Die Menschen ziehen in die Peripherie.

Dann entwickeln sich dort

Communitys, die immer weiter isoliert

werden. Deshalb müssen wir

auch das Umland, die wachsenden

brandenburgischen Gemeinden,

besser und attraktiv erschließen, damit

es zu keinen Satellitenstädten

kommt und diese Gegenden nicht

abgeschnitten, sondern indie Stadt

integriert werden. Dazu gehören

Taktverdichtungen und die S- und U-

Bahnverlängerungen. Undich werde

mich weiterhin vehement dafür einsetzen,

dass der Senat sich dazu

durchringt, die U7 zu verlängern. Das

symbolisiertnicht nur den Anschluss

an den BER, der hoffentlich im nächsten

Jahr öffnet, sondern vor allem

auch die Erschließung der Wohnquartiere,

die direkt vorBerlin entstehen.

Wir wollen, dass die Menschen

auf die Bahn ausweichen und nicht

mit dem Auto in die Stadt fahren.

Dazu müssen wir ihnen eine Alternativeanbieten.

Sind Sie infünf Jahren noch Bezirksbürgermeister

vonNeukölln?

Ja.

DasInterviewführte

Melanie Reinsch.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Ein Verletzter bei Brand in Karow.

Beieinem Kellerbrand im Hofzeichendamm

in Karowist in der Nacht

zum Sonntag ein Feuerwehrmann

verletzt worden. Zwei Bewohner des

mehrgeschossigen Hauses mussten

über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht

werden. Weil es starkrauchte

und der Brandherdsehr heiß war,

war die Feuerwehr mit 90 Mann vor

Ort. Siebrauchte mehrereStunden,

um die Flammen zu löschen. Von

den Bewohnernwurde niemand verletzt.

DieBrandursache ist noch ungeklärt.

DiePolizei vermutet vorsätzliche

Brandstiftung. Erst voreiner

Woche war in der Wohnanlage ein

Feuer ausgebrochen.

Frau wegen Kopftuch beleidigt.

Eine 46-Jährige hat am Sonnabend

in einem Lebensmittelladen in der

Luisenstraße eine 54 Jahrealte Türkin

wegen ihres Kopftuches fremdenfeindlich

beleidigt. Zeugen alarmierten

die Polizei. DerStaatsschutz

übernahm die Ermittlungen.

Betrunkener verletzt Mann schwer.

Am U-Bahnhof Spittelmarkt in Mitte

ist am Sonnabend ein 34-Jähriger zu

Boden geprügelt worden. Der28-

jährige Täter war betrunken. Er

schlug aus bislang unbekannten

Gründen das Opfer zu Boden und

trat ihm anschließend mehrmals gegen

den Kopf. Zeugen alarmierten

die Polizei, die den Schläger festnahm.

Beiihm wurde ein Atemalkoholwertvon

2,7 Promille gemessen.

DasOpfer kam mit schweren Kopfund

Rumpfverletzungen ins Krankenhaus.

Unfallfahrer bedroht Zeugen.

Beieinem Verkehrsunfall am Sonnabendabend

in Köpenick wurde ein

Mann verletzt. Ein55-Jähriger war

gegen 18.50 Uhrmit seinem VW Golf

in der Grünauer Straße in Fahrtrichtung

Oberspreestraße unterwegs.Als

er wenden wollte,stieß er mit dem

VW Passat eines 34-Jährigen zusammen.

Durchdie Wucht des Aufpralls

wurde das Fahrzeug gegen einen

Mercedes geschleudert. DerPassat-

Fahrer stieg aus und flüchtete zunächst.

Zeugen verfolgten ihn und

hielten den Mann fest. Dabei soll der

34-Jährige seine Verfolger mit einem

Messer bedroht haben. Er wurde

festgenommen. Sein Beifahrer

wurde in eine Klinik gebracht.

Ermittlungen wegen Hitlergruß.

Ein54Jahrealter,betrunkener Mann

hat am Sonnabend in Spandau drei

Passanten angepöbelt und einen Nazigruß

gerufen. Dafür bekam er einen

Schlag ins Gesicht. DiedreiPassanten

waren am Sonnabend zu Fuß

im Park an der Straßburger Straße

Ecke Ziegelhof unterwegs.Zeugen

hätten von„rechtsgerichteten Parolen“

berichtet, sagte eine Polizeisprecherin.

DerMann soll dabei

„Sieg Heil“ gerufen haben. Daraufhin

schlug ihm der ebenfalls angetrunkene

22-Jährige ins Gesicht. Der

54-Jährige erlitt eine Platzwunde.Sanitäter

brachten den Mann in ein

Krankenhaus.Der Staatsschutz

übernahm die Ermittlungen.

Farbe auf Kreuzung geschüttet.

Unbekannte haben am Sonnabendmorgen

Farbe auf eine Kreuzung in

Friedrichshain geschüttet. EinZeuge

bemerkte kurznach 8Uhr sieben

Männer,die auf die Kreuzung Rigaer

Straße Proskauer Straße weiße Farbe

in Form zweier ineinanderragender

Kreise kippten. Anschließend flüchteten

die Männer.Nach Eintreffen

am Tatortstellten Polizeikräfte fest,

dass Fahrzeuge durch Überfahren

der weißen Farbe diese bereits in

Richtung Eldenaer Straße auf der

Fahrbahn verteilt hatten. Darüber

hinaus entdeckten die Einsatzkräfte

in der Rigaer Straße ein umgestürztes,mit

weißer Farbe beschmiertes

Fahrrad. Ob hier ein Zusammenhang

besteht, ist Gegenstand der Ermittlungen

des Staatsschutzes.Ein

Bekennerschreiben liegt der Polizei

noch nicht vor. Möglicherweise

stammen die Täter aus der autonomen

Szene,sodie Polizei. (ls.)

Zweifel an Ramona Pops Digitalagentur

VonElmar Schütze

Kritik des Landesrechnungshofs

stellt den Zeitplan

des Senats infrage,

eine Anlaufstelle für alle

Belange der Digitalisierung für

kleine und mittelständische Unternehmen

zu schaffen. Der Vorgang

gilt als Rückschlag für Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop (Grüne), die

sich mit der Einrichtung einer solchen

Digitalagentur profilieren will.

Ende der vergangenen Woche

hatte die Berliner Morgenpost berichtet,

dass Berlins oberste Kassenprüfer

die vomSenat bereits im September

vorigen Jahres beschlossene

Digitalagentur monieren. Wie es

heißt, werdeimPrüfbericht die Notwendigkeit

einer neuen Landesgesellschaft

angezweifelt. Es sei nicht

ausreichend dargelegt, warum diese

Aufgaben nicht bereits von den bestehenden

Verwaltungen ausgeführt

werden könnten.

Tatsächlich hatte die rot-rotgrüne

Koalition allein für Aufbau

und Start der Agentur für die Haushaltsjahre2018

und 2019 jeweils drei

Millionen Euro eingeplant. Im derzeit

verhandelten Doppelhaushalt

für 2020/2021 beträgt die Summe

jährlich jeweils 3,4 Millionen Euro.

Antworten in vier Wochen

DieAgentur soll vorallem kleine und

mittlere Unternehmen unterstützen.

Nach Pops Worten solle sie „als

Mittler und Lotse vorhandene Angebote,

Leistungen und Ideen im Digitalisierungsbereich

konkret für entsprechende

Branchen und Geschäftsfelder

zielgruppengerecht

aufbereiten“. Gleichzeitig solle sie

eine Anlaufstelle in Fragen der IT-Sicherheit

sein.

Doch nach Intervention der

Rechnungsprüfer steht das gesamte

Vorhaben infrage. Nun werden die

kommendenWochen zeigen, ob sich

Senatorin PopimStreben nach mehr

Eigenständigkeit und Kompetenz

mit ihrer relativ kleinen Wirtschaftsverwaltung

gegenüber der starken

und für Landesbeteiligung gewöhnlich

zuständigen Finanzverwaltung

durchsetzen kann.

ANNE-MARIE DESCÔTES

verbrachte eine reichliche Stunde

am Sonntag zur Mittagszeit damit,

Hunderte Hände zu schütteln. Die

Botschafterin Frankreichs hatte zum

Nationalfeiertag ihres Landes in die

Botschaft am Pariser Platz eingeladen.

Undobwohl sie beim Begrüßen

der Gäste wirklich nicht trödelte,

wurde die Schlange, die sich über

den Platz vorder Botschaft zog, nicht

kürzer, sondern eher länger. Bis die

Diplomatin zu ihrer launigen Rede

schreiten musste und deshalb die individuellen

Begrüßungen einstellte.

In ihrer Ansprache erzählte die Botschafterin,

dass sie gern die Spielerinnen

der deutschen oder der französischen

Frauen-Fußballnationalmannschaft

als Weltmeisterinnen

gefeiert hätte. Aber auch wenn der

Pokal Richtung USA verschwand,

hätten die sich bei der WM in Frankreich

doch hervorragend geschlagen.

Wiejedes Jahr,stand auch diesmal

wieder eine Region Frankreichs kulinarisch

im Mittelpunkt des Nationalfeiertags-Empfangs.Und

auch zu Okzitatien

fiel Anne-Marie Descôtes etwas

sportliches ein: „Ab Montag bewegt

sich die Tour de France zehn

Tage lang durch die Region.“

ZAZIE DE PARIS

konnte sich noch so große Mühe geben,

im direkten Vergleich mit Brigadegeneral

Nicolas Richoux, dem

Verteidigungsattaché bei der französischen

Botschaft, vermochte sie im

Landesrechnungshof stellt Prestigeobjekt der Wirtschaftssenatorin infrage

Unter Druck: Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Am Freitag sagte Ramona Pops

Sprecher Matthias Borowski, man

nehme sich jetzt „die Zeit, die Fragen

des Rechnungshofs innerhalb der

nächsten vier Wochen zu beantworten

und Missverständnisse auszuräumen“.

BERLINER ZEITZUNG/PAULUS PONIZAK

Ob das ausreicht und ob es tatsächlich

um „Missverständnisse“

geht, ist offenbar noch lange nicht

entschieden. So zeigte sich Frank

Nägele, Staatssekretär in der Senatskanzlei,

im Gespräch mit der Berliner

Zeitung „erstaunt“ über die Ein-

Orden am Pariser Platz

Botschafterin

Anne-Marie Descôtes lud zu

Frankreichs Nationalfeiertag in die

Botschaft am Pariser Platz

Botschafterin Anne-Marie Descôtes empfängt

Klaus Staeck. CHRISTIAN SCHULZ (2)

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Zazie de Paris und Verteidigungsattaché

Nicolas Richoux feierten mit.

wände seitens des Landesrechnungshofes.„Wir

erwarten, dass die

Fragen vollumfänglich aufgeklärt

werden“, sagte Nägele.

Tatsächlich wird das Vorhaben,

die Agentur einzurichten, schon

lange skeptisch beäugt –auch und

vor allem aus der Wirtschaft selbst.

So fanden es Vertreter der Unternehmerverbände

Berlin-Brandenburg

(UVB) schon voriges Jahr „keine gute

Idee“, dass „eine neue Landesfirma

gerade in einem so dynamischen

und innovativen Bereich beraten

soll“. Dabei sei doch die Verwaltung

selber nicht den Herausforderungen

der Digitalisierung gewachsen.

Bei der Industrie- und Handelskammer

(IHK) wird spätestens nach

einer Umfrage unter den Mitgliedern

dagegen zumindest der Bedarfeiner

zentralen Anlaufstelle anerkannt. 80

Prozent der befragten Unternehmer

hatten gesagt, sie würden eine solche

Agentur nutzen wollen. Vorallem

die geplante Cybersicherheitsberatung

wurde befürwortet.

Für Opposition ein Fest

Für die Opposition ist die Intervention

der Rechnungsprüfer jedenfalls

ein kleines Fest.Der wirtschaftspolitische

Sprecher der CDU-Fraktion,

Christian Gräff, spricht von einer

„krachenden Niederlage für die Koalition,

besonders für Wirtschaftssenatorin

Pop“. Das sei ein schwarzer

Tagfür die Digitalisierung Berlins.

Dirk Stettner, CDU-Fraktionssprecher

für Digitales, Netzpolitik

und Datenschutz, fehlt bei diesem

Thema eine Gesamtstrategie. „Erste

Ziele müssen die Berliner Verwaltung,

unsereSchulen und die Sicherheit

unserer kritischen Infrastruktur

sein. Dafür fehlt dem Senat aber der

Wille,die Einigkeit und die Kraft.“

Das ist noch die Frage. Staatssekretär

Frank Nägele jedenfalls stellte

schon einmal fest, dass man sich politisches

Handeln keinesfalls diktierenlasse:

„Die Digitalagentur ist eine

politische Frage.“ Und Pops Sprecher

Borowski erinnert vorsorglich

daran, dass „Abgeordnetenhaus und

Senat uns einen eindeutigen Auftrag

zur Gründungeiner Berliner Digitalagentur

GmbH gegeben haben“.

Ordensbereich der Brust kaum

Glanz zu entfalten. DerHerr General

war aber auch dermaßen üppig dekoriert,

dass er nur aus bewunderungswürdiger

Körperbeherrschung

nicht vornüber kippte. Die Entertainerin

hatte neben Schmuck nur das

dezente Bändchen am Revers, an

dem man Ordensträger erkennen

kann, statt zum Nationalfeiertag den

kompletten Orden zu präsentieren.

KLAUS STAECK

hatte für den Besuch in der Botschaft

Frankreichs einen besonderen

Schmuck angelegt. Unter der Spange

seines Bundesverdienstkreuzes glitzerte

ein winziger roter Anstecker

mit höchstens drei Millimetern

Durchmesser. Bei den Franzosen,

die dezente, aber unübersehbare

Hinweise auf Ehrungen lieben und

bei denen schon ein roter Faden am

Revers Hinweis auf einen Orden ist,

sorgte das für Verwunderung und

Neugier. Der frühere Präsident der

Akademie der Künste,die am Pariser

Platz gegenüber der Botschaft ihren

Hauptsitz hat, lacht. Underzählt die

ganze Wahrheit: „Diesen Anstecker,

der im Licht so spektakulär funkelt,

habe ich für eine 5-Euro-Spende an

das Rote Kreuz bekommen.“

Ebenfalls unter den Gästen waren

der Abgeordnetenhauspräsident

Ralf Wieland, Israels Botschafter Jeremy

Issacharoff, die zweimalige

Bundespräsidenten-Kanditatin Gesine

Schwan und der Schauspieler

Hanns Zischler.

72 Mieter

zahlen offiziell

freiwillig mehr

FDP kritisiert Praxis nach

Ausübung des Vorkaufsrechts

VonUlrich Paul

Hier stieg die Miete: Wohnhaus Zossener

Straße 18 in Kreuzberg. BLZ/PAULUS PONIZAK

Das Land Berlin schützt zwar immer

mehr Mieter in Milieuschutzgebieten,

indem die Bezirke

ihr gesetzliches Vorkaufsrecht zugunsten

einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft

nutzen –doch

für einige Mieter ist dies mit einer

Mietsteigerung verbunden. Denn

die städtischen Vermieter können

die oftmals spekulativen Kaufpreise

sonst nicht aufbringen.

Beisechs vonelf Häusern, die bis

Ende vergangenen Jahres von einer

landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft

per Vorkaufsrecht erworben

wurden, wurden die Mieten danach

angehoben. Das geht aus der Antwortder

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

auf eine Anfrage der

FDP-Abgeordneten Sibylle Meister

hervor. Mehr Miete müssen die Bewohner

in 72 von 241 Wohnungen

zahlen. Bei Mietern invier Häusern

bewegen sich die durchschnittlichen

Erhöhungen zwischen fünf und acht

Prozent, bei zwei Häusern mussten

die Mieter Mietsteigerungen von

mehr als zehn Prozent akzeptieren.

Bei fünf der elf ausgeübten Vorkaufsfälle

gab es der Senatsantwort

zufolge keine Mieterhöhungen, bei

einem Objekt sei die Nettokaltmiete,

also die Miete ohne Betriebskosten,

sogar gesunken. Mieter könnten

grundsätzlich freiwillig einer Mieterhöhung

zustimmen, sogar über das

gesetzliche Maßhinaus,sodie Stadtentwicklungsbehörde.Inden

betroffenen

Häusern habe nur jeweils ein

Teil der Bewohner einer Mieterhöhung

zugestimmt. Für die anderen

bleibe es bei der bisherigen Miete.

Offensichtlich aber nicht immer,wie

ein Bericht der Berliner Zeitung von

2018 zeigt. In der Zossener Straße 18

erhielten danach Mieter auf Basis

des Bürgerlichen Gesetzbuches eine

Erhöhung um bis zu 15 Prozent. Innerhalb

der rot-rot-grünen Koalition

sind solche Mieterhöhungen umstritten.

Kritiker sehen darin die Gefahr,

dass das Vorkaufsrecht, das

Mieter vor Mietsteigerungen und

Verdrängung schützen soll, ausgehöhlt

wird. Befürworter weisen darauf

hin, dass dadurch Schlimmeres

abgewehrt werde –nämlich der Verkauf

von Mietshäusern anGeschäftemacher,

die die Mietwohnungen

in Eigentum umwandeln und später

teuer verkaufen.

Die FDP-Abgeordnete Meister

kritisiert die freiwilligen Mieterhöhungen.

Dadurch werde deutlich,

„dass es dem Senat gar nicht um die

Begrenzung der Mieten im Allgemeinen

geht, sondern bloß um die Verstaatlichung

vonWohnraum“. Meister:

„Wir fordern den Senat auf, die

Ausübung von überteuerten Vorkaufsrechten

einzustellen und die finanziellen

Mittel stattdessen in den

Bau von preisgünstigem Wohnraum

zu stecken.“ Tatsächlich schlagen

schon jetzt landeseigene Unternehmen

immer wieder den Erwerb von

Häusern aus, weil der Preis zu hoch

ist. Ausdiesem Grundhat sich unter

dem Namen „Diese eG“ eine Genossenschaft

gegründet. Sie will einspringen,

um die Häuser zu sichern.


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 13 *

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Berlin

Mordversuch

vor dem

Supermarkt

Unbekannte stechen Mann in

Hohenschönhausen nieder

VonLutz Schnedelbach

InBerlin ist erneut ein Mann mit einem

Messer angegriffen und

schwer verletzt worden. Der 38-Jährige

war mit Stichverletzungen am

Freitagabend auf einem Supermarktparkplatz

in Hohenschönhausen

zusammengebrochen, teilte die

Polizei am Sonnabend mit. Passanten

in der Vincent-Van-Gogh-Straße

hatten ihn gefunden. Zeugen berichteten

von einer meterlangen Blutspur.

Ein Notarzt sowie Sanitäter

kümmerten sich um den Mann und

brachten ihn in ein Krankenhaus.

Dort wurde er sofort notoperiert. Er

sei inzwischen „außer Lebensgefahr“,

sagte eine Polizeisprecherin.

Tatverdächtige wieder frei

Vermutlich sei mit einem Messer auf

den Mann eingestochen worden,

hieß es. Noch am Freitagabend hatten

Polizisten in der Nähe des Tatortes

zwei verdächtige Männer festgenommen.„DerVerdacht

gegen einen

der beiden hatte sich aber schnell

entkräftet, er konnte gehen“, so die

Polizeisprecherin. Der zweite Verdächtige,ein

43-Jähriger Mann, kam

am Sonnabend frei. Auch hier habe

sich der Tatverdacht nicht bestätigt.

Weitere Details nannten die Beamten

nicht. Wegen der Schwere der

Verletzungen habe man das Opfer

noch nicht umfassend befragen können.

Bereits einen Tagzuvor war ein

26-Jähriger in Kreuzberg mit einem

Messer angegriffen worden. Er erlitt

einen Stich in einen Oberkörpermuskel.

Die Hintergründe waren

nach Polizeiangaben zunächst unklar.Anfang

Juli war in Reinickendorf

ein 30-jähriger Mann bei einem

Streit von seinem Kontrahenten mit

einem Messer im Gesicht verletzt

worden. Er kam mit einer Augenverletzung

in eine Klinik.

Messer werden laut Polizei bei

Straftaten am häufigsten als Waffe

eingesetzt. Dasliegt vorallem daran,

dass sie problemlos zu haben sind,

sagen Ermittler. 2017 registrierte die

Polizei 2737 Fälle,bei denen Messer

benutzt wurden. Nicht immer stach

einTäter zu, oft ging es auch um Drohungen

mit einem Messer. Imvergangenen

Jahr registrierte die Polizei

2795 Fälle von Messerattacken, davonwurden

1928 Fälle aufgeklärt.

Geschaut, gestaunt, gestreichelt

250 illegale Gastgeber ertappt

Die Bezirke beklagen Schwierigkeiten beim Aufspüren nicht genehmigter Ferienwohnungen

Ein Jahr nach Einführung von

BußgeldernfürVermieter illegaler

Ferienwohnungen

in Berlin fällt die Bilanz der

Bezirke zwiespältig aus.Zwar wurden

gegen mehr als 250 Gastgeber Bußgelder

verhängt und 1,5 Millionen

Euro eingenommen, ergab eine Umfrage.

Auch wurden mehr Unterkünfte

registriert. Die Bezirke gehen

aber weiter davon aus, dass deutlich

mehr Wohnungen an Touristen vermietet

werden – die Gastgeber die

verschärften Gesetzealso ignorieren.

3000 Gästezimmer registriert

Nach früheren Schätzungen des Senats

gab es in der Stadt aber mindestens

20 000 Wohnungen oder Zimmer,die

zu Ferienzwecken vermietet

werden. Amtlich bekannt sind dagegen

deutlich weniger: Knapp

1900 Ferienwohnungen sind durch

CAMCOP MEDIA/ANDREAS KLUG

Es war wie immer,wenn es in Berlin etwas zu sehen gibt: Am erstenWochenende

der James-Simon-Galerie,dem ersten Neubau auf der Museumsinsel

seit fast hundertJahren, kamen Zehntausende Neugierige.Sie

wollten sich ein Bild machen vondem 134 Millionen Euro teuren Empfangs-

und Servicegebäudes für die fünf Museen. Jeder Winkel wurde

begutachtet, die Freitreppe und die klassische Säulenstruktur bewundertund

natürlich der glatte Beton, der überall verbaut wurde,ausgiebig

gestreichelt.

die Bezirke genehmigt, daneben

wurden rund 3000 Registriernummernvergeben,

die meisten in Friedrichshain-Kreuzberg

und Mitte. In

Tempelhof-Schöneberg etwa, wo

243 Wohnungen genehmigt sind,

geht das Bezirksamt vonbis zu 1200

illegalen Ferienwohnungen aus.Wer

seine Miet- oder Eigentumswohnung

zeitweise komplett an Urlauber

oder Geschäftsleute untervermieten

möchte, braucht eine Genehmigung

vom Bezirk. Wernur ein

Zimmer für Gäste anbietet, braucht

diese nicht, wohl aber eine Registriernummer.

Sie muss auf den Vermietungsportalen

angegeben werden

und soll den Behörden dabei

helfen, die Regeln durchzusetzen.

MehrereStadträte kritisieren, dass

ihnen Durchgriffsrechte gegen Plattformen

wie Airbnb fehlen. Außerdem

gebe es nicht genug Personal für Kontrollen.

„Die Möglichkeit, illegale Ferienwohnungen

aufzuspüren, ist

nicht wesentlich gestiegen“, sagte Ramona

Reiser, Stadträtin für Bürgerdienste

im Bezirk Mitte. Die Plattformbetreiber,die

Sitz und Server im

Ausland haben, müssen keine Nutzerdaten

preisgeben. „Entgegen der

unter anderem von Airbnb vielfach

angebotenen Zusammenarbeit ist

diese nicht im Ansatz zu erkennen“,

beklagte Pankows Vize-BürgermeisterVollrad

Kuhn.

Airbnb widersprach der Kritik aus

Berlin. Pauschal dürfe man keine Daten

weitergeben. In München geht

das Unternehmen deshalb gerichtlich

gegen eine entsprechende Verordnung

der Stadt vor. Effektiver

Wohnraumschutz sei aber möglich,

so eine Airbnb-Sprecherin. Daszeige

Hamburg. Auch dortmüssenVermieter

ihre Wohnungen seit April registrieren,

jedoch online und gebührenfrei.

DerBerliner Wegsei dagegen bürokratisch,

unklar und nicht digital.

Höchstbußgeld: 37 500 Euro

Wer ohne erforderliche Registrierung

oder Genehmigung vermietet,

muss in Berlin seit August 2018 mit

Bußgeldernbis zu 500 000 Euro rechnen.

Dieser Höchstbetrag wurde bislang

aber bei weitem nicht erreicht.

Rund 6000 Euro müssen die Wohnungsinhaber

im Durchschnitt aber

schon überweisen. Dashängt davon

ab, wie groß der wirtschaftliche Vorteil

des Wohnungsinhabers war. Die

höchsten Bußgelder verhängten

Lichtenbergund Steglitz-Zehlendorf

mit Spitzenwerten von jeweils

37 500 Euro. Die größte Gesamtsumme

kam im Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg

mit rund

950 000 Euro zusammen. (dpa)

Polizei fahndet

weiter im

Fall Rebecca

Das Mädchen ist seit fünf

Monaten verschwunden

Fünf Monate liegt das rätselhafte

Verschwinden der Schülerin Rebecca

aus Neukölln zurück – aber

der Fall beschäftigt die Ermittler

noch immer.„Die Ermittlungen laufen

weiter“, sagte der Sprecher der

Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

„Es ist kein Cold Case,imGegenteil.“

Als Cold Case werden Fälle bezeichnet,

in denen Ermittlungen nach

längerer Zeit ohne Ergebnis geblieben

sind. ZumVorgehen und etwaigen

Erkenntnissen machte Sprecher

Martin Steltner keine Angaben.

Polizei und Staatsanwaltschaft

gehen seit längerem davon aus,dass

die 15 Jahrealte Rebecca nicht mehr

lebt, sondern Opfer eines Tötungsdelikts

wurde.Sie ist seit dem 18. Februar

verschwunden. Zuletzt hielt

sie sich im Haus ihrer ältesten

Schwester und

ihres Schwagers

auf. Die Ermittler

nehmen an,

dass sie das Haus

nicht lebend verließ.

Der Verdacht

fiel auf Rebeccas

Schwager:

Erwar in U- Verschwunden:

Haft, kam aber Rebecca

wenig später

mangels Beweisen frei.

Über Wochen hatten Einsatzkräfte

aufwendig, aber erfolglos in

Wäldern und an Seen im brandenburgischen

Umland nach Rebecca

gesucht. Das Auto der Familie war

nämlich kurznach dem Verschwinden

des Mädchens auf der Autobahn

in Richtung Frankfurt (Oder)

und wieder zurück nach Berlin von

einer Überwachungsanlage gefilmt

worden. 2300 Hinweise aus der Bevölkerung

waren zu dem Fall eingegangen.

DieZahl stagniertnun.

Ein anderer Vermisstenfall zeigt

unterdessen, dass selbst nach längerer

Zeit noch Bewegung hineinkommen

kann. Fast 13 Jahre nach

dem Verschwinden der Schülerin

Georgine Krüger aus Moabit

kommt ab Ende dieses Monats ein

44-Jähriger wegen Mordes und Vergewaltigung

vor das Landgericht.

Georgines Leiche ist bis heute nicht

gefunden worden. Der Beschuldigte

ist ein Familienvater aus der Nachbarschaft

der damals 14-Jährigen.

DNA-Spuren sollen ihn überführt

haben. (BLZ)

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Berlin/Brandenburg

400 neue

Richter und

Staatsanwälte

Kurz vor der Wahl besetzt

Rot-Rot etliche Stellen nach

Die bereits geplanten Neueinstellungen

in der Brandenburger

Justiz sollen nach dem Willen der

rot-roten Landesregierung wenn

möglich noch in diesem Jahr unter

Dach und Fach sein. „Wir haben in

den vergangenen 20 Jahren insgesamt

1850 Stellen in der Justiz eingespart“,

sagte Justizminister Stefan

Ludwig (Linke). „Jetzt haben wir

die Trendwende, indem wir mit

dem Doppelhaushalt und dem

Pakt für den Rechtsstaat mit dem

Bund knapp 400 Stellen besetzen

können –und das quer durch alle

Dienste und überall im Land.“ Er

betonte: „Wir versuchen, so viele

Stellen wie möglich davon schon in

diesem Jahr umzusetzen. Wir haben

verstanden, dass es mit immer

weniger Personal nicht geht.“ Die

gegenwärtige Personallage nannte

er angespannt. Am 1. September

wird in Brandenburg ein neuer

Landtag gewählt.

Die neuen Stellen sollen nicht

nur bei der Justiz spürbar werden:

„Unser Ziel ist es, die Verfahrenszeiten

zu verkürzen, damit die

Rechtssuchenden schnell eine Entscheidung

bekommen –obbei Sozialgerichten

oder beim Grundbucheintrag,

beim Erbschein oder

in Scheidungssachen“, sagte Ludwig.

Unter den genannten Stellen

seien rund 150, die zur Streichung

anstanden und wieder besetzbar

seien. Sie betreffen laut Ludwig

Richter, Staatsanwälte und Mitarbeiter

in Geschäftsstellen. 40 Stellen

sollen beim zentralen IT-

Dienstleister besetzt werden. Dazu

kommen dieses Jahr 35 Stellen für

Richter und Staatsanwälte sowie

45 für Justiz-Mitarbeiter aus dem

Pakt für den Rechtsstaat mit dem

Bund.

Die Landesregierung will zahlreiche Stelle

in der Justiz nachbesetzen. DPA/ JULIAN STÄHLE

Die Deutsche Justizgewerkschaft

Brandenburg befürwortet

die Pläne, hält aber künftig weitere

Neubesetzungen für notwendig.

„Wir begrüßen es sehr, dass wieder

ein positiver Stellenzuwachs bei

den Gerichten produziert wird“,

sagte die Landesvorsitzende Petra

Schmidt. Denn nicht nur Richter

und Staatsanwälte, gerade auch

Mitarbeiter im mittleren Dienst in

den Geschäftsstellen sowie Wachtmeister

und Gerichtsvollzieher

seien nötig. „Ob es reicht, da werden

wir schauen, wie sich das entwickelt.“

Sieforderte,dass die Neubesetzung

weitergehen soll: „Es

muss kontinuierlich passieren.“

Die CDU-Opposition hält die

geplanten Besetzungen nicht für

ausreichend. „Ein großer Teil davon

ist der Wegfall von Stellen, die

gestrichen waren, aber nicht mehr

abgebaut werden“, sagte der Parlamentarische

Geschäftsführer der

CDU im Landtag, Jan Redmann.

Die Freien Wähler kritisierten, sie

hätten in den vergangenen Jahren

mehrfach mehr Stellen gefordert

oder beantragt, stets hätten SPD und

Linke dies abgelehnt.

Über die Besetzung weiterer Stellen

entscheidet der Richterwahlausschuss

des Landtags voraussichtlich

im August. Nachdem in diesem Jahr

26 Proberichter ernannt wurden,

sollen weitere17gewählt werden. In

den nächsten elf Jahren wird im

Land mehr als die Hälfte der rund

1030 Richter und Staatsanwälte in

den Ruhestand gehen. (dpa)

„Die Beschimpfungen müssen aufhören“

Brandenburger Verkehrspolitikerin Anita Tack (Linke) unterstützt Müllers Idee eines 365-Euro-Tickets

VonPeter Neumann

Für seinen Vorschlag, den

Preis des Jahrestickets für

Busse und Bahnen auf

365 Euro zu senken, wird

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller (SPD) auch in Brandenburg

kritisiert. Die Idee sei nicht

abgestimmt, die Fahrpreise müssten

stattdessen steigen, hieß es.Doch im

Nachbar-Bundesland gibt es auch

Unterstützung für den Senatschef.

„Die Beschimpfungen Müllers müssen

aufhören“, sagte die Linke-

Verkehrspolitikerin Anita Tack der

Berliner Zeitung. „Vorschlägen wie

diesen sollte man sich nicht verschließen.“

Die Tarife im Verkehrsverbund

Berlin-Brandenburg (VBB)

müssten endlich reformiertwerden.

„Alleingänge sind nicht gut“,

mahnte die Landtagsabgeordnete.

Falsch wäre esaber auch, Ideen wie

die des Regierenden Bürgermeisters

beiseite zu schieben. „Zunächst sollten

wir hinschauen, worum es geht“,

forderte Tack. Wenn es die Länder

Berlin und Brandenburgernst meinten

mit dem Klimaschutz, müssten

solche Vorschläge geprüft werden.

Warnung vorPark-Chaos in Berlin

AfD übt sich in Geschlossenheit

Bei Wahlkampfauftakt zeigen sich die Vertreter der Flügel einig –und kündigen an, die „Wende vollenden“ zu wollen

VonOliver von Riegenund Ulrich Steinkohl

Als Björn Höcke kommt, jubelt

ihm die Menge zu. Und eshört

auf zu regnen. Damit kokettiert

Brandenburgs AfD-Chef Andreas

Kalbitz, als er den Thüringer AfD-

Vorsitzenden und Gründer des

rechtsnationalen„Flügels“ der Partei

in Cottbus als „Freund und Mitstreiter“

begrüßt. Die Botschaft des

Wahlkampfauftakts der Brandenburger

AfD an diesem Sonnabend

soll sein: „Der Osten steht geschlossen“,

so Spitzenkandidat Kalbitz.

DerStartinden Wahlkampf will eine

Demonstration der Einigkeit sein –

aber auch der Versuch, knapp

30 Jahre nach dem Mauerfall die

Nöte im Osten aufzuspüren und in

plakativeForderungen umzusetzen.

Als der Brandenburger AfD-Chef

die bis zu 1000 Besucher begrüßt,

dauert esnicht lange, bis er auf die

friedliche Revolution von 1989 zu

sprechen kommt. „Dafür steht auch

die AfD, sich dafür einzusetzen, die

Wende zu vollenden“, sagt Kalbitz. Er

greift Kanzlerin Angela Merkel (CDU)

und ihre Politik an. „Die Menschen

sind nicht auf die Straße gegangen,

um das geliefert zubekommen, was

wir jetzt erdulden müssen.“

Stempeln, bitte! Brandenburger Verkehrsbetriebe wollen höhere Preise.

Vor diesem Hintergrund wäre es

nicht sinnvoll, die bestehenden Tarife

zum wiederholten Male zu erhöhen,

wie BrandenburgerVerkehrsbetriebe

dies für Januar 2020 planen.

Um mehr Fahrgäste zu gewinnen

und die Verkehrswende zu erreichen,

sei stattdessen eine Reform

des 20 Jahre alten Fahrpreissystems

im VBB nötig. „Es muss insgesamt

auf den Prüfstand“, sagte Anita Tack.

Wichtig wäre es auch, neue Finanzierungsquellen

zu erschließen.

Ein Modell wäre eine Umlagefinanzierung

durch eine Abgabe, die von

allen Bürgern erhoben wird. Klar ist

für Tack, dass das Land und die

Landkreise auf jeden Fall stärker in

die Pflicht genommen werden müssen.

Aus den Regionalisierungsmitteln,

die der Bund allen Ländern für

den Nahverkehr überweist, gibt

Brandenburgeinen Teil an die Landkreise

weiter. Allerdings wird dieses

Geld nicht in jedem Fall in vollem

Umfang an die Busbetriebe weitergereicht

–was deren schwierige wirtschaftliche

Lage erklärt. Auch hier sei

eine Reformsinnvoll, so die Linke.

„Tarifanpassungen kosten Geld“,

sagte Tack. Der Ausgleich von Ungerechtigkeiten

wäre ebenfalls nicht

zum Nulltarif zu haben. Wenn der

Jahreskartentarif in Berlin halbiert

würde, inBrandenburg dagegen unangetastet

bliebe,würde sich ein Unterschied

von mindestens 600 Euro

auftun. Derzeit kostet eine Jahreskarte

für Berlin und Umland (Tarifbereich

Berlin ABC) je nach Zahlungsweise

zwischen 961 und 992

Euro.Auch in Brandenburgmüssten

Fahrpreise sinken, folgerte die Linke.

Ganz in der Nähe der Kundgebung

feiert ein Bürgerbündnis ein

Familienfest als Protest unter dem

Motto „Platzverweis für Höcke“. Er

wolle nicht in einerWelt leben, in der

Demokraten Platzverweise erteilt

werden, sagt Kalbitz dazu. „Das hatten

wir schon mal vor1989.“

Sekt für den Verfassungsschutz

Höcke ist zu dem Zeitpunkt noch

unterwegs nach Cottbus.Erwirdmit

Spannung erwartet, denn der „Flügel“-Gründer

hatte vor einer Woche

mit einer Kampfansage an den Parteivorstand

den Zorn vieler AfD-Politiker

auf sich gezogen. Mehr als hundertMandatsträger

und Funktionäre

wandten sich danach in einem Appell„für

eine geeinte und starke AfD“

gegen Höcke. Das soll bei diesem

Wahlkampfauftakt kein Thema sein.

Parteichef Jörg Meuthen, der Verständnis

für den Aufruf gegen Höcke

gezeigt hatte, sagt bei seiner Rede in

Cottbus:„Am Ende gewinnen immer

wir, und zwar gemeinsam!“ Auch

Sachsens Landeschef Jörg Urban ist

nach Brandenburg gekommen.

Auch er wirddem „Flügel“ zugerechnet.

Urban attackiert vor allem CDU

und Grüne und gibt als Losung aus:

„Deutschland und unsere Bürger

Sonntagsfrage

vom 2.Juni 2019, „Wenn am Sonntag

Landtagswahl in Brandenburg wäre...“

SPD

19 %

Grüne

16 %

Linke

16 %

DPA/H.-C. DITTRICH

600 Euro Unterschied wären fatal,

warnte Michael Wedel, der Brandenburger

Landesvorsitzende des Deutschen

Bahnkunden-Verbands (DBV).

Wenn sich die Differenz zu Berliner

Tarifen weiter vergrößert, würden

noch mehr Umlandbewohner erst in

Berlin ihr Auto parken und in die

Bahn steigen, um Geld zu sparen.

Folge wäre, dass sich der Parkdruck in

den Außenbezirken weiter erhöhen

würde. In Mahlow, dem letzten S-

CDU

18 %

FDP

6%

AfD

19 %

Sonstige

6%

BLZ/GALANTY; QUELLE: INSA

müssen immer an erster Stelle stehen.“

Das kommt an bei den Zuhörern,das

gibt großen Beifall.

In Sachsen wie in Brandenburg

war die AfD bei der Europawahl

stärkste Kraft, bei der Kommunalwahl

hatte die Partei in Cottbus die

Nase vorn.Inden jüngsten Umfragen

lag die AfD in Brandenburg auf Augenhöhe

mit der SPD bei 19 Prozent.

Dann kommt Höcke. Er nimmt

den Verfassungsschutz ein wenig

aufs Korn. Weil Brandenburgs Innenminister

Karl-Heinz Schröter

(SPD) angekündigt hatte, dass der

Verfassungsschutz beim Wahl-

Bahnhof vor der Stadtgrenze ander

S2, gebe es einen Park-and-Ride-

Parkplatz, so Wedel. Doch oft bliebe

die Hälfte der Stellplätze leer, weil

viele Pendler nach Berlin-Lichtenrade

weiterfahren und dortparken.

Grundsätzlich wäre es eine

„schöne Sache“, wenn die Fahrpreise

sinken würden, sagte Wedel.

Doch unter den gegebenen Verhältnissen

wirke die Ankündigung des

Regierenden Bürgermeisters populistisch.

„Aus unserer Sicht wäre es

vorrangig, erst einmal das Angebot

für die Fahrgäste zu verbessern“, forderte

der DBV-Vorsitzende. Auf vielen

Strecken fehle die Kapazität, um

noch mehr Fahrgäste befördern zu

können. Erst müsseesmehrVerbindungen

und Züge geben, dann sollten

die Fahrpreise sinken –nachdem

die Finanzierung geklärtwurde.Wedel:

„Ein Schritt nach dem anderen.“

Wirdder Landesetat überfordert?

Auch den DBV-Landeschef ärgertes,

dass sich Müller nicht mit Brandenburg

abgestimmt habe.„Die Hauptstadt-Region

ist untereinander zu

eng verbunden, als dass jeder seine

Suppe kochen könnte“, sagte er.

In Berlin ging die Diskussion nun

weiter. „Michael Müllers Idee eines

365-Euro-Tickets war ein undurchdachter

Schnellschuss und wirdnun

zu Recht von allen Seiten zerpflückt“,

sagte der FDP-Verkehrspolitiker

Henner Schmidt. „Der Senat

möchte allen etwas Gutestun:ermäßigte

Tarife für immer weitereGruppen,

deutliche Gehaltserhöhungen

für die Mitarbeiter und nun auch

noch flächendeckende Preissenkungen

für die Kunden. Alles zusammen

überfordert aber die BVG und auch

den Berliner Landeshaushalt. Wirklich

prioritär sind dagegen Investitionen

in Angebot und Qualität des

Nahverkehrs“, meinte Schmidt.

Lob kam dagegen von der Umwelthilfe.

„Wir freuen uns ganz besonders,

dass der Regierende Bürgermeister

von Berlin unsere Forderung

nach dem 365-Euro-Ticket unterstützt

und auch die

Dieselsubventionen zur Gegenfinanzierung

vorschlägt“, sagte Bundesgeschäftsführer

Jürgen Resch.

Peter Neumann

wartet gespannt auf Ideen

zur Reformder VBB-Tarife.

kampfauftakt der AfD genau hinsehen

wird, brachte er Schröter eine

Flasche Sekt mit. Er gibt den Sekt in

die Menge und ruft dazu auf, dass

Verfassungsschutzmitarbeiter die

Flasche an sich nehmen und dem

Minister überreichen. Das Bundesamt

für Verfassungsschutz stuft den

„Flügel“ als „Verdachtsfall“ im Bereich

Rechtsextremismus ein. Die

Lausitz-Metropole Cottbusgilt beim

Verfassungsschutz Brandenburg als

Hotspot der rechtsextremen Szene.

Revolution an der Wahlurne

Höcke wettert inseiner Rede gegen

die Euro-Rettung, die Energiewendepolitik

und die Flüchtlingspolitik

in Deutschland. Seine Äußerungen

zum Thema Flüchtlinge stoßen auf

großen Zuspruch. Dann kommt der

Thüringer AfD-Chef auf den Osten

zu sprechen – und auf die Sonne:

„Lassen wir hier mit einer friedlichen

Revolution an der Wahlurne –erst

am 1. September in Brandenburg,

dann in Sachsen und am 27. Oktober

in Thüringen –die politische Sonne

im Osten wieder aufgehen.“

Während die Zuhörer seine Worte

beklatschen, dringen von der Gegenkundgebung

Rufe herüber:„Höcke

raus!“ (dpa)

NACHRICHTEN

Sechs Flak-Geschosse

im Havelland entdeckt

Im MilowerLand, einer Gemeinde

im Südwesten des Havellands,sind

am Sonnabend Waffen und Munition

aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden

worden. Nach einem Hinweis

sei der Kampfmittelbeseitigungsdienst

zur Bergung in den

Ortsteil Vieritz gerufen worden, teilten

die Polizei am Sonntag mit. Am

Waldrand wurden insgesamt sechs

Flak-Geschosse und MG-Munition

in unbekannter Menge gefunden.

DieSicherheitskräfte vermuten, dass

die Munition „durch Umwelteinflüsse“

freigelegt wurde. (dpa)

Volkssolidarität sammelt

287 000 Euro Spenden

DieVolkssolidarität hat in Brandenburgbei

ihrer diesjährigen Spendensammlung

für die Unterstützung

vonBedürftigen fast so viel Geld gespendet

bekommen wie vergangenes

Jahr:Rund 287 000 Euro seien

zusammengekommen, teilte der

Verband am Sonntag mit. 2018 wurden

rund 300 000 Euro gesammelt.

Vorsitzender BerndNiederland

sagte,immer mehr Menschen in

Brandenburgseien vonsozialer Ungerechtigkeit

belastet. (dpa)

Feuerwerk-Show wegen

Wolkenbruchs abgesagt

DerVolksparkPotsdam hat am

Sonnabend wegen starken Regens

eine Feuerwerk-Showmit rund

5000 Besuchernabgesagt. DieGefahr

sei für die Besucher zu groß gewesen,

die Menschen hätten das Gelände

verlassen müssen, teilte der

Veranstalter mit. DieMaßnahme sei

friedlich verlaufen. Die„Feuerwerker-Sinfonie“

hatte bereits am Freitag

mit zwei Showsbegonnen. (dpa)

In der Lieberoser Heide

brennt es nicht mehr

DerWaldbrand in der Lieberoser

Heide (Dahme-Spreewald) ist gelöscht.

„Wir haben unseren Einsatz

dortbeendet“, sagte ein Sprecher der

Feuerwehrleitstelle Lausitz am

Sonnabend, etwa eine Woche nach

Ausbruch des Brandes.Essei zwar

immer noch mit Rauch vondem Gelände

zu rechnen, „aber das ist keine

Sache mehr für die Feuerwehr“. Die

Löscharbeiten waren durch Munitionsfunde

auf den Zufahrtswegen erschwertworden.

(dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 3-10-26-29-30-42

Superzahl: 3

Spiel 77: 8697152

Landeslotterie Super 6: 201702

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

5=10Euro

93 =25Euro

966 =100 Euro

4425 =1000 Euro

09 921 =10000 Euro

424 790 =100 000 Euro

664 339 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 2387 524 .

ARD-Fernsehlotterie:

6715 156 gewinnt Mini Cooper Cabrio

3503 272gewinnt Mini Cooper Countryman

6064 726gewinnt Reise nach Warnemünde

7620 070gewinnt Kreuzfahrt-Gutschein

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

6708 478gewinnt 1000 000Euro

826 336 gewinnt 100 000 Euro

81 476 gewinnt 10 000 Euro

2381 gewinnt 1000 Euro

96 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 15 *

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Lokalsport

Herthas Patenkind: Die Eisbärin gleichen Namens steht für die besondere Beziehung des Berliner Tierparks, von Zoo und Aquarium zum Sportder Hauptstadt. DPA (2)

„Es ist ein Vergnügen, sich damit zu beschäftigen“

Serie –Tierischfit: Zoodirektor Andreas Knieriemüber diebesondere Beziehung seiner Einrichtungen zum Sport, kreative Vereinsnamen und Tiere ohneSportsgeist

Das beste Wetter für einen

Zoobesuch sieht

anders aus, als an diesem

Nachmittag.

Dunkle Wolken hängen bereits seit

Stunden über der Stadt, jetzt folgt

auf zunehmenden Wind auch

noch ein starker Regenfall. Dr.

Andreas Knieriem schaut verwundert

aus dem Fenster des Verwaltungsgebäudes.

Vom Regen hat

der Berliner Zoo-Direktor noch

gar nichts mitbekommen. Kurze

Schauer seien ohnehin nicht so

schlimm, die Besucher lassen sich

zu dieser Jahreszeit eher von zu

heißem Wetter abschrecken. Und

den meisten Tieren ist das Wetter

egal. Auch mit Sport haben sie

nichts am Hut. Trotzdem sind Adler,

Albatrosse, Bären jeglicher Art

oder Schlangen fest in den Namen

der Berliner Sportwelt verankert:

Der Fantasie sind in der Hauptstadt

keine Grenzen gesetzt. Im Interview

betreibt Dr. Andreas Knieriem

Ursachenforschung. Und

gibt so den Startschuss zur Sommerserie

im Lokalsport.

Herr Knieriem, welche Sportart verbirgt

sich hinter dem Vereinsnamen

BSG Spinne Berlin?

Uh. Das erschließt sich ja meistens

aus den Namen nicht so genau.

In den wenigsten Fällen ist das ein

naturhistorisch begründeter Name.

Vielmehr möchte man ja bestimmte

Fertigkeiten der jeweiligen Tierart

für sich verbuchen. Beieiner Spinne

könnte es demnach um das Spinnen

von Netzen gehen oder die vielen

Beinpaare. Beides passt allerdings

nicht zu Sport. Ich bin überfragt –

helfen Siemir.

Das ist nicht so schlimm. Dieser Verein

spielt Bowling.

Das erschließt sich absolut nicht.

(lacht) Kreativität scheint auch im

Sport ganz besonders wichtig zu

sein. Ganz nüchternbetrachtet, werden

dabei Tieren aber auch häufig

bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften

angedichtet.

Wiemeinen Siedas?

Ehrlich gesagt, kenne ich kein

Tier, das einen wirklichen Sportsgeist

entwickelt – rein aus sportlichen

Gedanken also mehr Kalorien

verbrennt, als nötig. Das macht nur

der Mensch. Insofern eignen sich

Tiere eigentlich gar nicht so gut für

die Namensgebung. Aber Nüchternheit

finde ich in der Regel langweilig,

und deswegen ist es doch schön,

wenn man kreativ ist und so einen

ansprechenden Namen für den eigenen

Verein findet.

Dann gleich noch ein Tier.Welche Eigenschaften

könnte man denn einem

Flamingo andichten?

Nun ja, andichten kann man natürlich

beliebig viel. Ich denke aber

mit einem Flamingo verbinden viele,

dass er perfekt auf einem Bein stehen

kann, natürlich sein auffälligfarbiges

Federkleid, dass er mit seiner

Zunge Wasser filtrieren kann –

ein Sportverein, der aus Suppen

kleinste Zutaten herausfiltert?

(lacht)

EinVerein für Baseball und Softball.

Das ist wieder so weit hergeholt,

dass ich dafür keine Erklärung

habe. Aber das ist ja das

Schöne –die Namen liegen so weit

von dem eigentlichen Sport weg,

dass es ein Vergnügen ist, sich damit

zu beschäftigen. Es gibt aber

auch Vereine wie die Eisbären Berlin,

da passt das schon etwas mehr

zusammen. Eisbären können sich

ZUR PERSON

Doktorarbeit: Andreas Knieriem verfasste seine Doktorarbeit zum Thema „Vergleichende histopathologische

Untersuchungen an Atlantischen Weißseitendelphinen –ein Beitrag zur Todesursache

vonDelphinen beim sogenannten Beifang“.

Führungsrolle: Nachdem er unter anderem in den Zoologischen Gärten vonDuisburg,Hannoverund

München gewirkt hatte, wurde er am 1. April 2014 Direktor vonZoo und Tierpark.

beispielsweise hervorragend auf

dem Eis fortbewegen.

Warum greifen viele Vereine bei der

Namensgebung oder der Wahl ihrer

Maskottchen auf Tierezurück?

Mit Tieren assoziiert der

Mensch etwas. Indiesem Fall wohl

vor allem vermeintliche herausragende

Fähigkeiten. Vielleicht machen

das die Vereine aber auch,

weil es so viele unterschiedliche

Tiere und damit die Möglichkeit

für Namen gibt.

Besteht in Berlin eine besondereVerbindung

zwischen den Sportvereinen

und Zoooder Tierpark?

Das ist gar nicht so berlintypisch,

sondern wir finden das in vielen

Städten. Berlin ist aber sehr groß und

unglaublich vielfältig. Deshalb gibt

es so viele Vereine mit so vielen kreativen

Namen und damit wunderbare

Anknüpfungspunkte zu unseren

Einrichtungen.

Gibt es einen gegenseitigen Nutzen

für den Sportund den Zoo?

In jedem Fall. Es hilft schließlich

immer Kräfte zu vereinen, um bestimmte

Botschaften zu verbreiten.

Wir verbinden uns daher gerne mit

Vereinen, wenn diese zu uns passen.

Prüfen Siedas vorher?

Ja, wir gucken natürlich vorher

immer, obeine solche Verbindung

passt. Ob sie politisch neutral und

ökologisch gesund ist. Das spielt bei

uns definitiv eine wichtige Rolle.

Viele Profis der Eisbären, von Alba

oder Hertha BSC sind häufig im Zoo

oder Tierpark.Wiebewerten Siedieses

rege Interesse?

Ichfreue mich darüber.Das habe

ich schon zu meiner Zeit in München

erlebt, und es freut mich, dass

es auch hier so ist. Die Spieler von

Hertha BSC sind bisher vor Heimspielen

morgens durch den Zoo gelaufen,

um innereRuhe zu finden. Es

ist schön zu wissen, dass auch Profisportler

bei uns Erholung suchen,

und ich freue mich natürlich grundsätzlich

über Naturverbundenheit.

Übrigens: Wenn wir in Berlin das

DFB-Pokalfinale haben, sehen wir

hier ganz viele unterschiedliche Farben.

Die Eisbären haben die Patenschaft

für die Eisbärin Tonja übernommen,

Hertha BSC die Patenschaft für Tonjas

Tochter.Wie entstehen solche Patenschaften?

Erst einmal bilden Patenschaften

für uns die ideale Grundlage einer

Verbindung beziehungsweise Zusammenarbeit.

Wenn man dann

auch noch ein so sympathisches „Bewerbungsvideo“

voller Herzblut erhält,

wie wir vonHertha, kann es ganz

fix gehen und zwei große Berliner Institutionen

verbinden sich. Es muss

einfach für beide Seiten passen.

Ist das auch die Verantwortung, die

Zoo und Sport gegenüber der Gesellschaft

haben?

Sowohl der Sport, als auch ein

Zoo verbindet Menschen. Beim

Sport ist es der Zusammenhalt in

Vereinen, bei uns die Faszination der

Natur. Ich finde es wichtig und richtig

durch entsprechende Verbindungen

diese gesellschaftliche Bedeutung

besonders herauszustellen.

DasGespräch führte

Christian Kattner

LesenSie am kommenden Montag:

Die ZehlendorferWespen. Ein Klub sorgt im

Rollstuhltennis für Furore.

UM DIE ECKE

Ein Talent trifft für Turbine

BFC Dynamo trotz einem Regenguss

Ein bisschen Potsdam steckte ja

auch im Kader der Weltmeisterschaft

der Frauen unlängst in Frankreich.

VonTurbine Potsdam standen

Svenja Huth, die nach Wolfsburg

wechselt, und Johanna Elsig im Aufgebot

für das Turnier im vergangenen

Juni. Die Teamkolleginnen in

der Heimat haben derweil schon

wieder den Alltag in der Bundesliga

im Visier. Die startet am 16. August,

Turbine Potsdam geht beim 1. FFC

Frankfurtins neuerliche Abenteuer.

Drei Talente sollen an die nationale

Spitze herangeführt werden:

Marie Höbinger, Jamie Gerstenberg

und Sophie Weidauer. Letztere

führte sich in der Vorbereitung gut

ein. Die U17-Europameisterin erzielte

im Testspiel gegen den schwedischen

Traditionsverein FC Rosengard

das 3:0 in der 83. Minute. Am

Ende gewann das Team von Trainer

Matthias Rudolph am Sonnabend

4:2 (0:1). Für Turbine trafen des WeiterenViktoria

Schwalm in der 51. Minute

sowie Anna Gerhardt (55.), die

vomFCBayernMünchen nach Potsdam

gewechselt war. Lara Prasnikar

steuerte ein weiteres Torbei.

Den ersten Test vor 14Tagen gegen

die Männermannschaft des

Kreisligisten Grün-Weiß Niemegk

konnten die Potsdamerinnen 3:1 gewinnen.

Nach zwei weiteren Partien

gegen die Männer der SG Saarmund

am 18. Juli und des Borkheider SV am

4. August empfängt Turbine am 10.

August im Karl-Liebknecht-Stadion

Champions-League-Viertelfinalist

Sparta Prag zur Saisoneröffnung.

Sechs Tage später startet der Vorjahresdritte

dann beim 1. FFC Frankfurt.

Das erste Heimspiel steigt ein

Woche später gegen Jena. (BLZ)

Der BFC Dynamo hat mal wieder

im Regen gestanden. Das

kommt bei einem Fußballverein ja

schon mal vor, im wahrsten Sinne

des Wortes. Fußball ist Freiluftsport,

und so sah sich der Regionalligist aus

Hohenschönhausen am Sonnabend

mit einem plötzlichen Regenguss

konfrontiert. Das Testspiel gegen

den Oberligisten FSV Luckenwalde

lief weiter,und sie lief ganz passabel.

Auch für Dynamos einstigen

Meistermacher Jürgen Bogs. Der

Trainer, der Dynamo zwischen 1979

und 1988 zu zehn Titeln führte,

schaut immer mal wieder vorbei und

hatte diesmal in weiser Voraussicht

seinen Schirm dabei. Gut geschützt

verfolgte er die Begegnung und sah,

wie sein BFC nach zweimaligem

Rückstand durch Daniel Schaal und

Ronny Garbuschewski wieder zum

Ausgleich kam.

Am Ende trennten sich beide

Teams 2:2. Bereits am kommenden

Sonnabend steht der nächste Test

an. Dann gegen den Oberligisten

Blau-Weiß 90. Ein weiterer Schritt

auf demWegineine bessereZukunft,

weg von schlechten Nachrichten,

von Schlagzeilen wie „Finanzieller

Engpass“ oder„BFC Dynamo meldet

zweite Mannschaft ab“.

Ein Umbruch soll geschafft werden.

Die Anhänger der Weinroten

sind offenbar mit von der Partie.

Mehr als 500 Dauerkarten hat der

Regionalligist für die kommende Saison

bereits an den Fangebracht. Der

bisherige Rekord lag bei 417 Dauerkarten.

Zum Freundschaftsspiel gegen

den 1. FC Magdeburg (0:1) kamen

am vergangenen Mittwoch

1500 Zuschauer ins Sportforum.Von

wegen: BFC steht im Regen. (BLZ)


16 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Sport

Ein Schwede für Berlin

Kommt Flügelspieler Marcus Eriksson zu Alba? Gut Möglich. Der Kader der Basketballer nimmt jedenfalls weiter Gestalt an, wie Sportdirektor Himar Ojeda bestätigt

VonChristian Kattner

Ein letztes Mal umsteigen.

Die letzte Etappe von London

nach Berlin sollte Himar

Ojeda auch noch

schaffen. Schließlich hatte Alba Berlins

Sportdirektor die größte Distanz

schon hinter sich gebracht. Zahlreiche

Spiele der NBA Summer League

hatte er in den Tagen in LasVegas zuvorgesehen.Wieviele?„Das

weiß ich

gar nicht. Es ging von einem Spiel

zum anderen. Eine Menge Treffen,

eine Menge Leute, die mit einem

sprechen wollen, Agenten, Kollegen,

das waren sehr arbeitsreiche Tage“,

erzählte er am Telefon während seines

kurzen Aufenthalts am Flughafen

der englischen Metropole.

Himar Ojeda nutzt diese Phase

des Sommers alljährlich für eine

Stippvisite in den USA. Ehemalige

Spieler laufen ihm dabei stets über

den Weg, aber auch aktuelle. Landry

Nnoko,Center bei Alba, trägt derzeit

das Trikot der Phoenix Suns. Ihn

hatte Ojeda spielen sehen, kurz mit

ihm gesprochen. Aber auch mit Derrick

Walton, der bis vorwenigen Wochen

für die Berliner spielte. Allerdings

ging es in diesem Gespräch

nicht um eine Verlängerung seines

Vertrages. Nachdem Peyton Siva am

Donnerstag das Alba-Angebot angenommen

und für zwei weitere Jahre

unterschrieben hatte, ist auf der Position

im des Point Guards kein Platz

mehr frei.

Mattisseck vorUnterschrift

Ein Thema derzeit bei Alba Berlin: Marcus Eriksson trägt vielleicht bald nicht nur Schweden-Gelb, sondernauch Alba-Gelb.

„Wir waren sehr zufrieden mit Derrick,

aber wir mussten eine Entscheidung

treffen und die fiel auf Peyton“,

sagt Ojeda. Neben Siva steht Stefan

Peno unter Vertrag, zudem plant

man bei Alba Berlin mit Martin Hermannsson

als weiterem Point Guard.

Die Tage nach dem Saisonende

waren für Albas Sportdirektor sehr

arbeitsreich. Während des Aufenthalts

in den USA musste er immer

wieder zum Telefon greifen, E-Mails

beantworten und dabei auch auf die

Zeitverschiebung vonneun Stunden

nach Berlin achten. Dort kursierten

zahlreiche Gerüchte um Alba-Spieler

mit auslaufenden oder bestehenden

Verträgen sowie möglichen Zugängen

vor sich hin. Jede noch so

kleine Meldung auf Twitter oder anderen

Kanälen sozialer Netzwerke

wirdals Quelle herangezogen.

Einbegehrtes Ziel war diesen Gerüchten

zufolge Rokas Giedraitis.

DerLitauer hat zwar noch einen Vertrag

bei Alba Berlin, aber eben auch

eine Ausstiegsklausel in seinem Arbeitspapier

verankert. Als heißester

Interessent wurde Chimki Moskau

gehandelt. „Es stimmt, dass es Angebote

von Teams gab, die ihn verpflichten

wollten, aber er hat sie abgelehnt

und entschieden, dass er bei

uns bleiben möchte“, sagt Ojeda,

„Rokas steht weiter unter Vertrag, er

hat noch zwei Jahrebei uns.“

Albas Sportdirektor sieht diese

Entscheidung als gutes Zeichen den

Verein, für dessen Struktur, für dessen

Programm. „Als Club muss man

eine Atmosphäre, ein Programm

schaffen, in dem sich die Spieler

wohlfühlen und glücklich sind“, sagt

er. Gut möglich, dass das in den

kommenden Tagen auch zur Vertragsverlängerung

von Niels Giffey

und Jonas Mattisseck führt. Gerade

beim 19-Jährigen Mattisseck ist sich

Ojeda sehr sicher,dass er auch in der

kommenden Saison das Alba-Trikot

tragen wird. „Wir haben schon vor

geraumer Zeit gesagt, dass wir weiter

„In diesem Sommer hatte

ich einenetwas einfacheren Job als erwartet,

weil wir ein gutes Produkt und die

Euroleague anbieten können.“

Himar Ojeda hat als Alba Berlins Sportdirektor dennoch wieder einmal

bei der Spieler-Akquise viel zu tun.

zusammenarbeiten möchten“, sagt

Ojeda.

Auch Mattissecks selbst hatte unlängst

gesagt, dass er gerne seinen

ersten Profivertrag bei Alba unterschreiben

möchte. Aktuell weilt er

mit der deutschen U20-Auswahl bei

der Europameisterschaft in Israel.

Auch Kapitän Giffey befindet sich

nicht in Deutschland, hat am Wochenende

in den USA geheiratet.

„Mit Niels arbeiten wir gerade an seiner

Situation“, sagt Himar Ojeda,

„vielleicht können wir da schon in

den nächsten Tagen etwas sagen.“

Ein Verbleib Giffeys würde das

Team mehr als nur im Kern zusammenhalten.

Würde man auch Jonas

Mattisseck dazu rechnen, bleiben elf

Spieler der Vorsaison erhalten.

Mit Joshiko Saibou und Franz

Wagner hat der Verein allerdings

zwei deutsche Spieler verloren. Vor

allem der Verlust des 17-jährigen

Wagner an das College in Michigan

tat weh. „Das ist sehr schade, denn

IMAGO IMAGES/JÖNSSON

wir hatten mit Franz noch viel vor

und hätten gerne mit ihm weitergearbeitet“,

so Ojeda.

Dass es dagegen ohne Joshiko

Saibou weitergehen würde, hatte

sich bereits gegen Ende der abgelaufenen

Saison angedeutet. Etwa in

Spiel zwei der Finalserie gegen München,

in welchem Saibou nicht einmal

im Kader stand. Einen deutschen

Platz konnte Alba in der vergangenen

Woche mit dem Deutsch-

Amerikaner Makai Mason besetzen,

der vom College kommt und bereits

15 Länderspiele für Deutschland absolvierthat.

Hartnäckig hält sich seit

Beginn der Sommerpause das Gerücht,

dass Ismet Akpinar nach Berlin

zurückkehren wird. In Ulm hat

der Nationalspieler eine Vertragsverlängerung

schließlich abgelehnt.

Auch Himar Ojeda hat von diesem

Gerücht gehört, schließt eine Verpflichtung

aber aus: „Er ist ein guter

Spieler, ein ehemaliger Alba-Spieler,

aber er hat kein Angebot vonuns bekommen.“

Mindestens zwei Spieler wird

Alba in diesem Sommer noch verpflichten.

Einer davon soll und muss

in jedem Fall ein Center sein. Dass er

Dennis Clifford heißt, ist sehr unwahrscheinlich.

„Dennis hat uns in

seiner Zeit sehr geholfen, aber die Situation

mit der Ausländerzahl war

nichtdie beste in einigen Spielen. Ich

glaube deshalb nicht, dass wir in der

neuen Saison weiter miteinander arbeiten

werden“, sagt Ojeda. Natürlich

wisse er jetzt noch nicht, wie sich

die Situation entwickeln werde, allein

aber die Wahrscheinlichkeit eines

dritten Jahres von Dennis Clifford

inBerlin ist derzeit sehr gering.

Himar Ojeda hat am Freitag seine Arbeit

in Berlin wieder aufgenommen,

befindet sich gerade in Gesprächen

mit möglichen Zugängen, Namen

will er nicht nennen.

Team soll Ende Juli stehen

Die geistern weiter durch die Foren

des Internets. Dort tauchte am späten

Donnerstagabend erstmals der

Name Marcus Eriksson auf. Ein

Schwede,den Ojeda noch aus seiner

Zeit beim NBA-Club Atlanta Hawks

kennt.Vondem wurde Eriksson 2015

in der zweiten Runde verpflichtet,

absolvierte aber kein NBA-Spiel. Die

vergangenen beiden Jahre spielte

Eriksson bei CB Gran Canaria, dem

Klub,für den Ojeda viele Jahreinunterschiedlichen

Funktionen tätig

war.

Ob es wieder nur eins dieser haltlosen

Gerüchte ist oder Eriksson tatsächlich

in Berlin unterschreibt,

werden die nächsten Tage zeigen.

Himar Ojeda hofft jedenfalls, dass

der Kader bis Ende Juli steht. Denn:

„In diesem Sommer hatte ich einen

etwas einfacheren Job als erwartet,

weil wir ein gutes Produkt und die

Euroleague anbieten können“, sagt

er,„aber es ist doch nicht so einfach.

Am Ende fragt jeder nach hohen Gehältern,

weil jeder denkt, dass wir

jetzt in der Euroleague spielen und

wir jetzt ein reicher Verein sind. Das

ist aber nicht so. Die Arbeit war und

ist hart, aber es Teil des Jobs.“

Undwenn er ihnerledigt hat, den

Job, hofft er auch mal auf ein paar

Tage Urlaub, andenen ernicht zum

Telefon greifen muss. Andenen er

sich ein wenigerholen kann.

Christian Kattner

bleibt am Ball beim Kader-

Bau vonAlba Berlin.

Der schier Unersetzbare

Dass Deutschlands Wasserball nach sechs Jahren wieder bei einer WM antreten können, ist vor allem Verdienst des Berliner Bundestrainers Hagen Stamm

VonBenedikt Paetzholdt

Die deutschenWasserballer kommen

sich derzeit ein bisschen

vor wie bei Olympia. Bei der Weltmeisterschaft

im südkoreanischen

Gwangju, wofür sich die Auswahl des

Deutschen Schwimm-Verband

(DSV) Anfang des Jahres in Berlin

qualifiziert hat, übernahmen die

Städteplaner das Konzept der Winterspiele

vor einem Jahr in Pyeongchang.

Die Athleten sind in neu gebauten

Wohntürmen untergebracht,

die Apartments sind schon oder werden

noch verkauft. Damit möglichst

wenig Gebrauchsspuren zu finden

sind, wenn die Wassersportler die

Stadt wieder verlassen haben, sind

die Matratzen eingeschweißt, die

Küche nicht zu benutzen. „Gemütlich

wie ein Nagelbrett“, urteilt Bundestrainer

Hagen Stamm über den

Wohnkomfort.

Aber dieser steht bei der WM, die

für das deutsche Team heute beginnt,

natürlich nicht im Vordergrund.

Nach sechs Jahren WM-Abstinenz

sorgt die Anwesenheit im

Athletendorf einer Weltmeisterschaft,

wo sich neben den Schwimmern

eben auch Wasserballer und -

springer tummeln für große Aufregung.

„Wir haben acht im Team, die

noch nie bei einem solchen Turnier

dabei waren, das ist natürlich eine

riesige Motivation“, weiß Stamm.

Und die Auslosung meinte es gut

mit seiner Mannschaft. Zum Auftakt

trifft die DSV-Auswahl auf Japan. Bei

derWM-Generalprobe setzte es zwar

eine 11:12-Niederlage in Tokio, wo

das Team zwischenlandete,umauch

schon mal den Jetlag aus den Knochen

zu bekommen. „Wir hatten es

mit japanischen Schiedsrichtern zu

tun, das sollte man nicht überbewerten“,

sagt Stamm. Seine Mannschaft

sieht er jedenfalls als Favoriten in

diesem Vergleich, genauso wie in

Spiel Nummer zwei gegen Brasilien.

Dann wartet noch Italien, Bronzemedaillengewinner

bei den Olympischen

Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Aufgrund dieser Gruppenkonstellation

müssen die deutschen

Spieler gleich zu Beginn des Turnierstarts

hellwach sein. Wenn es

bei der einen einkalkulierten Niederlage

zum Schluss bleibt, die anderen

beiden Gruppenspiele aber

gewonnen werde, stehen die

Hagen Stamm ist ein Mann klarer Ansagen.

IMAGO/EISENHUTH

lem, wenn man auf die eher düsterenvergangenen

sechs Jahrezurückdenkt.

Am 6. April 2012 scheiterte das

deutsche Team an der Qualifikation

für die Olympischen Spiele in London,

Stamm trat wenig später als

Bundestrainer zurück. Mister Wasserball,

der als Spieler zweimal mit

Deutschland Europameister wurde

Chance gut, sogar das WM-Viertelfinale

zu erreichen. Denn in den

Play-offs nach der Gruppenphase

würde man als Zweiter auf Neuseeland

oder Südafrika treffen, „die

wir schlagen müssen“, sagt Stamm,

und ergänzt: „Man soll den Tag

nicht vor dem Abend loben, aber

unter die Top Acht zu kommen,

wäre eine riesige Sensation. Voralsowie

WM- und Olympiabronze gewann,

wollte und konnte nicht mehr.

Fortan kümmerte er sich als Präsident

verstärkt um die Vereinsarbeit

bei Spandau 04 und um seinen Fahrradgroßhandel

in Hoppegarten.

Doch Nachfolger Nebojsa Novoselac,

der zuvor die Spandauer Wasserballer

erfolgreich trainiert hatte,

fand als Nationaltrainer nicht den

richtigen Draht zu den Spielern,

worauf sie gegen ihn rebellierten. Es

folgte Patrick Weissinger 2015, der in

diesem Amt aber überfordertwirkte.

Deutschland verpasste erneut Olympia.

Und dann verloren die Wasserballer

massiv an Rückhalt im eigenenVerband.

Manwolle sich in Richtung

Tokio vor allem auf Schwimmen

und Wasserspringen

konzentrieren, hieß es.

Sparzwänge, mangelnde Alternativen

und die Sehnsucht des Sohnes

Marko, noch mal Olympia zuerleben,

bewegten Stamm dazu, zunächst

als Interims-Bundestrainer

zurückzukehren − mit Halbtagsstelle.Weil

im deutschen Wasserball

ohne Stamm nichts läuft, war es nur

eine Frage der Zeit, bis er das Kommando

für die MissionOlympia 2020

übernahm. DieWMist nun ein Gradmesser,

woder deutsche Wasserball

aktuell steht.

Wie akribisch Stamm das Comeback

auf der WM-Bühne angeht, offenbarte

sich in den letzten Tagen.

Während die Spieler Ausgang hatten,

um auch mal die fernöstliche Kultur

etwas kennenzulernen, blieb Stamm

meist auf dem Hotelzimmer, umdie

Gegner zu analysieren. In den kommenden

Tagen möchte er jede freie

Minute nutzen, um andere Partien

zu sehen. DasBesonderedaran: Obwohl

es aufgrund der Regenzeit viel

regnet, finden die Spiele im Freien

statt.„Wir haben einen Regenmantel

dabei“, sagt er ironisch.

Bis zur anvisierten Olympiateilnahme

im kommenden Jahr

herrscht personelle Planungssicherheit.

Danach, wenn Stamm sich

dann wirklich vom Beckenrand verabschiedet,

beginnt wieder die Suche

eines Nachfolgers für den schier

Unersetzbaren. Was Stamm derzeit

völlig unberührt lässt. Schließlich

geht es nun darum, diese WM in

Südkorea zu genießen −auch wenn

der Komfort zu wünschen übrig

lässt.


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 17 *

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Sport

Jack Nicholson

lässt

grüßen

Die Eisbären verpflichten

den Center Maxim Lapierre

VonBenedikt Paetzholdt

Der Berliner Eishockeysommer

war bislang vor allem eine Zeit

der Trennung. Nachdem die vergangene

Saison mit dem Aus imPlayoff-Viertelfinale

gegen München beendet

war, verabschiedeten die Eisbären

insgesamt 14 Spieler.Vor zwei

Wochen erst verwunderte die Nachricht,

dass Martin Buchwieser ausbezahlt

wird, er also trotz eines laufenden

Vertrags nicht mehr gebraucht

wird.

Bevoringut zweieinhalb Wochen

das erste Training unter dem neuen

Coach SergeAubin ansteht, konnten

die Eisbären gestern aber auch mal

wieder einen Zugang verkünden.

Aus der Schweizer Nationalliga A

wurde der kanadische Mittelstürmer

Maxim Lapierre, 34, für mindestens

zwei Jahre nach Berlin gelotst. „Er

bringt sehr viel Erfahrung mit, spielt

defensiv verantwortlich und wird

mit seiner Einstellung einer der Führungsspieler

für unsere Mannschaft

in der kommenden Saison sein“,

frohlockt Sportdirektor Stéphane Richer.

Nach Torwart Sebastian Dahm

(Iserlohn), den Verteidigern Ryan

McKiernan (Düsseldorf) und John

Ramage (Binghampton/AHL) sowie

den Stürmern Leo Pföderl (Nürnberg)

und Fabian Dietz (Weißwasser/DEL

2) ist er der sechste Zugang

zur neuen Saison.

Im Stanley-Cup-Finale

Lapierre wurde 2003 von den

Montréal Canadiens in der zweiten

Runde des NHL-Drafts ausgewählt.

Nach seinem Debüt für den Verein

verbrachte er fünf Jahre inder Organisation

der Canadiens, ehe er nach

Anaheim und dann weiter nachVancouver

getradet wurde. Zusammen

mit Christian Ehrhoff stand er im Finale

um den Stanley Cup gegen die

Boston Bruins.2013 wechselte er von

den Canucks nach St.Louis und 2015

vondortzuden Pittsburgh Penguins.

Insgesamt absolvierte er in seiner

Karriere694 Spiele in der NHL, er erzielte

72 Tore und bereitete 82 Treffer

vor.

Furchteinflößendes Auftreten: der neue

Eisbär Maxim Lapierre IMAGO IMAGES/KOLLER

Nach seiner letzten NHL-Station

kam er im September 2015 zu Modo

Hockey nach Schweden, seit Januar

2016 stürmte er für Lugano. Auch

hier verpasste er im vergangenen

nur knapp den Titel, als sein Team im

Finale scheiterte.ImDezember 2018

wurde sein Vertrag sogar bis 2021

verlängert. Weil in der Schweiz aber

nur vier ausländische Spieler pro

Team zugelassen sind und er befürchtete,keine

führende Rolle mehr

spielen zu können, einigte man sich

auf die Vertragsauflösung.

Dass Lapierreinder vergangenen

Saison in 49 Spielen 31 Scorerpunkte

sammeln konnte,spricht dafür,dass

die Eisbären einen Leistungsträger

verpflichten konnten. Allerdings saß

er auch 112 Minuten auf der Strafbank

und ist bekannt als Provokateur.

Die Zürcher Neuesten Nachrichten

verglichen ihn mit Jack Nicholson

Rolle im Film The Shining:

„der Blick ist vergleichbar irr, die

Handlungen manchmal unkontrolliert.“

Dasverspricht viel Spannung.

Am französischen Nationalfeiertag legen sich die Zuschauer bei der Tour de France besondersins Zeug.

Passend zum Pathos

Rund um den Nationalfeiertag am Sonntag präsentieren sich die Franzosen bei der Tour in Bestform

VonStephan Klemm, Brioude

Der französische Nationalfeiertag

ist der Tagder

nationalen Symbole und

eine pathetische Angelegenheit

für die Menschen in Frankreich.

Die Tricolore ist noch allgegenwärtiger

als sonst in Dörfern

und Städten, auf den Champs-

Élysées von Paris fährt Staatspräsident

Emanuel Macron am 14. Juli bei

einer riesigen Parade seiner Armee

in einem Militärfahrzeug gerührt an

jubelnden Franzosen vorbei, und bei

der Tour de France kulminiert das

Gefühl von Stolz und nationaler Ergriffenheit

in Blau-Weiß-Rot: Ein

Franzose fährt imGelben Trikot, erobert

hat es Julian Alaphilippe, 27,

am Sonnabend, dem Vorabend des

14. Juli. Zudem hat, am selben Tag,

der französische Mitfavorit Thibaut

Pinot 28 Sekunden auf die Gruppe

der Sieganwärter gutgemacht. Es

läuft punktgenau für Frankreich bei

der Tour. Da war es auch zu verschmerzen,

dass es am Sonntag keinen

französischen Etappensieg gab.

Es läuft punktgenau für Frankreich

bei der Tour. Mit Alaphilippe

und Pinot steigen die Hoffnungen

der Franzosen auf den ersten französischen

Gesamtsieg seit 1985. Damals

gewann Bernard Hinault zum

fünften Maldie Tour.Das Doppel hat

auf der Strecke „ein Feuerwerk gezündet“,

wie Alaphilippe den Coup

der beiden später umschrieb. Passend

gewählte Worte, denn ein solches

Spektakel organisiert jede französische

Gemeinde am Abend ihres

Gewonnen: Daryl Impeyhat

die neunte Etappe der 106.

Tour de France gewonnen.

Der 34 Jahre alte Südafrikaner

konnte sich nach 170,5

Kilometernvon Saint-

Étienne nach Brioude im

Sprint durchsetzen.

nationalen Feiertages. Das Rennen

im Département Rhône war von

mehreren strategischen Entwicklungen

geprägt, es kreuzten sich auf

dem Parcours, der über 200 Kilometer

und sieben kategorisierte Berge

führte, die verschiedensten Interessen,

was sich in immer neuen Konstellationen

ausdrückte.

Wiederholter Coup

Vorne tummelten sich von Beginn

an zunächst vier, später nur noch

zwei Fahrer, ehe sich 14 Kilometer

vor dem Etappenziel der Belgier

Thomas de Gendt als Solist versuchte.

Daschon führte die Strecke

über eine letzte steile Rampe –ein

Terrain für Alaphilippe, der hier, in

der Côte de la Jaillière, tatsächlich explosiv

nach vornestürmte.Das erinnerte

an seinen Coup von Montag

vor Éperany, als er zum ersten Mal

bei dieser Tour das Maillot Jaune eroberte.

Nun aber folgte ihm Pinot

IMPEY GEWINNT

Geschlagen: Zweiter im

Sprint der Ausreißer wurde

der Belgier Tiesj Benoot, Dritter

der Slowene Jan Tratnik.

Überschattet wurde das Teilstück

allerdings vombösen

Sturz des Italieners Alessandro

de Marchi.

Entfesselt

Gestürzt: Der CCC-Teamkollegedes

gebürtigen Berliners

Simon Geschkekam zehn Kilometer

nach dem Startzu

Fall und blieb regungslos liegen.

De Marchi wurde anschließend

mit einem Krankenwagen

abtransportiert.

und gemeinsam jagten die Franzosen

de Gendt und distanzierten den

Rest des Feldes.DeGendt schaffte es

knapp als Erster ins Ziel –sechs Sekunden

vor Pinot und Alaphilippe.

Diese Konstellation genügte, um

beide Verfolger zufriedenzustellen.

Alaphilippe nahm dem Italiener

Giulio Ciccone das Gelbe Trikot wieder

ab, das er selbst am Donnerstag

verloren hatte,und Pinot machte einen

großen Sprung im Gesamtklassement,

wo er nun als Dritter geführt

wird. Dass Pinot mit seinem Angriff

alle anderen Favoriten um fast eine

halbe Minute distanziert hat, war

eine unerwartete Entwicklung.

„Meine Form ist sehr gut, und deshalb

bin ich zuversichtlich für den

Rest des Rennens“, sagte Pinot, und:

„Jetzt bin ich der Beste aus dem Kreis

der Favoriten –aber noch liegt so viel

vor uns, allein in der nächsten Woche

die Pyrenäen und ein Zeitfahren,

da kann sich alles sehr schnell ändern.“

Pinot, 29 inzwischen, gelang bereits

2014 als Dritter ein Podiumsplatz

in Paris. Mit dieser Leistung

wuchsen die Anforderungen in

Frankreich an ihn, zumal Pinot 2015

auch noch die prestigeträchtige

Etappe nach Alpe d’Huez gewann.

Doch Pinots Gesundheit ist fragil,

immer wieder warfen ihn Erkältungen

zurück. 2016 und 2017 musste er

deshalb die Tour aufgeben, 2018

startete er gar nicht, musste aber,als

Podiumskandidat kurz vor dem Finale,den

Giro d’Italia verlassen –wegen

eines heftigen Infekts. Doch aus

all dem hat Pinot nach eigener Aussage

eine neue Qualität entwickelt:

„Im mentalen Bereich bin ich der

Stärkste vonallen.“

Und Alaphilippe? Er konnte sich

kein besseres Szenario vorstellen,

„als am 14. Juli in Gelb zu fahren“. Er

genießt die Zeit an der Spitzedes Feldes,

die Franzosen feiern ihn –beim

Start, während des Rennens und danach,

aber auch vor den Fernsehern

in den Wohnzimmern der Republik.

„Das macht mich sehr glücklich“,

sagt Alaphilippe. Bis Donnerstag

könnte er seine gelbe Phase sogar

noch fortsetzen, dann aber geht es in

die Bergeder Pyrenäen. Für den Gesamtsieg

kommt Alaphilippe –anders

als Pinot –aber nicht infrage,

ihm fehlt die Konstanz in den ganz

hohen Bergen. Am Sonntag war den

Nationaltag feiernden Franzosen allem

Anschein nach auch das ziemlich

egal. Sie durften an ihrem Tag

der Tage lautstarkjubeln –über ihren

Mann in Gelb.

Lewis Hamilton unterstreicht mit dem Sieg beim Großen Preis von Großbritannien seine Dominanz in der Formel 1

Ein spektakulärer Crash zwischen

Sebastian Vettel und Max Verstappen

und ein grandioser Heimsieg

vonLewis Hamilton:Vor141 000

Zuschauern imHexenkessel von Silverstone

nutzte der Weltmeister seinen

Heimvorteil. Vorder Rekordkulisse

raste der Mercedes-Star wie entfesselt

zu seinem nächsten Sieg in

der Formel 1und kam seinem sechsten

WM-Titel mit seinem sechsten

Silverstone-Sieg ein gutes Stück näher.

Hinter Hamilton schafften es

sein Silberpfeil-Teamkollege Valtteri

Bottas und Charles LeclercimFerrari

noch auf das Podium.„Danke,Jungs,

vielen Dank für alles“, rief Hamilton

den Boxenfunk, ehe er seine von

stürmischem Beifall begleitete Ehrenrunde

fuhr.

Größter Aufreger eines spektakulären

Rennens war eine Szene

aus der 38. Runde: Vettel fuhr dem

Red Bull von Verstappen im Duell

um Platz drei ins

Heck. Die Rivalen,

die sich in der Vergangenheit

schon

öfter miteinander

angelegt hatten,

schoben sich unmittelbar

gegenseitig

die Schuld

zu. „Was zur

Hölle?“, funkte

Verstappen verärgert

an die Box.

UndVettel meinte:

„Was hat er da gemacht?“

Die Rennkommissare

brummten

aber nur dem

Heppenheimer

eine Zehn-Sekunden-Strafe auf. Am

Ende wurde Vettel, der sich auch

noch einen neuen Frontflügel abholen

musste, nur 15. Verstappen

konnte ohne größere

Schäden sein

Rennen fortsetzen

und wurde Fünfter.

Vom Chaos unbeeindruckt

gewann

Hamilton

nach einer starken

Vorstellung bereits

zum sechsten Mal

und ist nun alleiniger

Rekordsieger

beim Großen Preis

von Großbritannien.

Mit seinem

siebten Triumph in

diesem Jahr baute

Lewis Hamilton im Glück PA/RICKETT der 34-Jährige

seine n komfortable

WM-Führung

weiter aus. „Ich kann nicht sagen,

wie stolz ich bin“, sagte Hamilton,

den Union Jack um die Schultern:

„Man denkt, man kann sich an sowas

AFP/PACHOUD

gewöhnen, nein, es ist jedes Malwie

das erste Mal.“

Hamilton fuhr von Beginn an mit

ordentlich Wut imBauch, nachdem

ihm Bottas am Sonnabend vorden eigenen

Fans die Pole weggeschnappt

hatte. 24 Stunden später war der

Weltmeister allerdings nicht zu schlagen

und konnte es sich sogar leisten,

eine Teamanweisung zum Reifenwechsel

am Ende zu ignorieren.

Für Vorjahressieger Vettel hingegen

ging seine Serie von Pleiten,

Pech und Pannen weiter. Vor dem

nächsten Rennen in zwei Wochen in

Hockenheim wartet der Hesse seit

322 Tagen auf einen Sieg. Außerdem

landete er zum dritten Mal inSerie

hinter seinem Teamkollegen Leclerc.

Durchdie Strafe dürfte die Laune des

32-Jährigen nicht besser werden,

nachdem ihm die Rennkommissare

schon den Sieg in Kanada abgenommen

hatten. (sid)

NACHRICHTEN

Hertha gewinnt Turnier beim

Karlsruher SC

FUSSBALL. Hertha BSC hat das

Blitzturnier zum 125-jährigen Bestehen

des Karlsruher SC gewonnen. In

den Spielen über jeweils 45 Minuten

setzten sich die Berliner am Sonnabend

zunächst gegen den österreichischen

Erstligisten SturmGrazmit

1:0 durch. Salomon Kalou (26.) traf

per Foulelfmeter.Anschließend bezwang

die Mannschaft vonTrainer

Ante Covic auch den Gastgeber mit

6:4 im Elfmeterschießen.

Füchse starten optimistisch

in die Vorbereitung

HANDBALL. Mitder Hoffnung auf

weniger Verletzungspech und einem

kleineren Abstand zur Bundesliga-

Spitzesind die Füchse Berlin in die

Vorbereitung auf die neue Handballsaison

gestartet. Beizweiklaren

Siegen in Testspielen gegen unterklassige

Teams stimmte sich der

Hauptstadtclub in der ersten Woche

ein. DieErgebnisse spielten beim

Landesligisten TV Borken (47:16) am

Freitag und dem 35:17 bei Oberligist

Schalke 04 aber nur eine untergeordnete

Rolle.

Hausding springt nur knapp

an Medaille vorbei

WASSERSPRINGEN. Rekordeuropameister

Patrick Hausding ist bei der

Schwimm-WM in Südkorea erneut

in die Topfünf gesprungen. Mit

405,05 Punkten fehlten dem 30 Jahre

alten Berliner am Sonntag im nichtolympischen

Wettbewerb 14,5 Zähler

auf Bronze. Im Synchronspringen

vomDrei-Meter-Brett war Hausding

zusammen mit seinem Vereinskollegen

Lars Rüdiger Vierter geworden.

Auch ohne Medaille darfHausding

nach Platz vier und ein gutes Gefühl

für seinen Hauptwettkampf vom

Drei-Meter-Brett mitnehmen.

ZAHLEN

Radsport

Tour de France

9. Etappe Saint-Étienne -Brioude (170,50

km): 1. Daryl Impey(Südafrika) -Mitchelton-

Scott 4:03:12 Std.; 2. Tiesj Benoot (Belgien) -

Lotto-Soudal +0Sek.; 3. Jan Tratnik (Slowenien) -

Bahrain-Merida +10; 4. Oliver Naesen (Belgien) -

AG2R La Mondiale; 5. Jasper Stuyven (Belgien) -

Trek -Segafredo;

Gesamtwertung: 1. Julian Alaphilippe (Frankreich)

-Deceuninck-Quick-Step 38:37:36 Std.; 2.

Giulio Ciccone (Italien) -Trek -Segafredo +23

Sek.; 3. Thibaut Pinot (Frankreich) -Groupama-

FDJ +53; 4. GeorgeBennett (Neuseeland) -Team

Jumbo +1:10 Min.; 5. Geraint Thomas (Großbritannien)

-Team Ineos +1:12; 6. Egan ArleyBernal

Gomez (Kolumbien) -Team Ineos +1:16; 7. StevenKruijswijk

(Niederlande) -Team Jumbo +1:27;

8. Rigoberto Urán (Kolumbien) -EFEducation First

+1:38; 9. Jakob Fuglsang (Dänemark) -Astana +

1:42; 10. Emanuel Buchmann (Ravensburg) -

Bora-hansgrohe +1:45

Bergwertung: 1. TimWellens (Belgien) -Lotto-

Soudal 43 Pkt.; 2. Thomas De Gendt (Belgien) -

Lotto-Soudal 37; 3. Giulio Ciccone (Italien) -Trek -

Segafredo 30;

Sprintwertung: 1. Peter Sagan (Slowakei) -

Bora-hansgrohe 204 Pkt.; 2. Michael Matthews

(Australien) -Team Sunweb 144; 3. SonnyColbrelli

(Italien) -Bahrain-Merida 129;

Teamwertung: 1. Trek -Segafredo (USA)

116:12:24 Std.; 2. Movistar Team (Spanien) +

1:50 Min.; 3. EF Education First (USA) +15:24;

Formel 1

Großer Preis von Großbritannien

Ergebnis: 1. Lewis Hamilton (Großbritannien) -

Mercedes 1:21:08,452 Std.; 2. Valtteri Bottas

(Finnland) -Mercedes +24,928 Sek.; 3. Charles

Leclerc (Monaco) -Ferrari +30,117; 16. Sebastian

Vettel (Heppenheim) -Ferrari +1Rd.;

Gesamtwertung nach 10 Rennen: 1. Lewis Hamilton

(Großbritannien) -Mercedes 223 Pkt.; 2.

Valtteri Bottas (Finnland) -Mercedes 184; 3. Max

Verstappen (Niederlande) -Red Bull 136; 4. Sebastian

Vettel (Heppenheim) -Ferrari 123; 5.

Charles Leclerc (Monaco) -Ferrari 120;


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 – S eite 18 *

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Sport

Hogwarts bei den Hochalpen

Oliver Ruhnert ist als Manager des 1. FC Union Berlin dieser Tage sehr eingespannt. Wieersein strammes Pensum schafft, gibt Außenstehenden Rätsel auf

Mathias Bunkus, Windischgarsten

Windischgarsten, bedeckt, 16 Grad, der Akku hält: Oliver Ruhnerttelefoniertderzeit ausführlich in Unions Trainingslager.

MATTHIAS KOCH

MagischeTränke und die

Kunst ihrer Zubereitung

sind wichtig. Das

ist nicht erst seit Roman-Zauberlehrling

HarryPotter bekannt.

Schon durch Asterix, den Gallier,

weiß man ja, dass es durchaus

hilfreich sein kann, als Kind in einen

Kessel mit so einer Flüssigkeit gefallen

zu sein. Im oberösterreichischen

Trainingslager der Eisernen ist man

sich dessen ebenfalls voll bewusst.

Vorallem auf Zimmer 305 der Köpenicker

Reisegruppe.

Dortleben inWindischgarsten unweit

der Hochalpen die Herren Grischa

Prömel und Marvin Friedrich.

DasDuo zeichnete für alle drei Treffer

vom ersten Test gegen den SV Ried

verantwortlich. „Bei uns gibt es jeden

Morgen Zaubertrank auf dem Zimmer“,

verriet Doppeltorschütze Prömel

die magische Erfolgsformel.

Dass das Duo seine Erfolgsstory

am kommenden Tagnicht fortschreiben

konnte, lag aber weniger daran,

dass ihnen die Zutaten für ihre geheimnisumwobene

Mixtur ausgegangen

sind, sondern war der

schlichten Tatsache geschuldet, dass

Urs Fischer als verantwortlicher

Übungsleiter eine ganz andereBelegschaft

gegen BW Linz ins Rennen

schickte.Dass da auch drei Treffer gelangen,

erfreute alle Unioner natürlich.Vorallem

TorNummer zwei wird

wohl als wenig zauberhaft in Erinnerung

bleiben. Sebastian Polter

fälschte den Hackentrick vonMichael

Parensen mit dem Außenrist noch ab,

raubte ihm also auf diese Weise ein

Tor. Wasder letzte verbliebene Aufstiegsheld

von 2009 gelassen sah. „Er

hatte es zwar versprochen, aber Polter

muss man ja anschießen, schöne

Tore kann er ja nicht“, so der 33 Jahre

alte Parensen.

Alles irdisch also, keine große Hexerei.

Dennoch geriet auch Manager

Oliver Ruhnert inden jüngeren Geschichte

in den Verdacht, ein Absolvent

der Potter’schen Zauberschule

Hogwarts zu sein. „Zeit“, so bekannte

er unlängst, sei ein kostbares Gut.

Nurwie der Mann das alles schafft,

ist Außenstehenden ein Rätsel. Er

füllt seinen Job als Fraktionsvorsitzender

der Linken im Stadtrat von

Iserlohn aus, auch als Schiedsrichter

ist er unterwegs,und er hat es bereits

im ersten Halbjahr auf die nötigen

zehn Einsätze im Kalenderjahr gebracht,

die für eine Verlängerung seiner

Lizenz als Unparteiischer notwendig

sind. Trips nach Italien zur

U21-WM wurden da auch ohne

schnellen Flugbesen absolviert. Und

so ganz nebenbei hat er ja auch noch

mächtig auf demTransfermarkt zugeschlagen,

wenn man die zwölf Verpflichtungen

der Köpenicker betrachtet.

Alle Neuen wurden ablösefrei

unter Vertraggenommen. Siealle

sollen magische Fußballer sein, die

nun die Magie des Klassenerhaltes

bewerkstelligen sollen.

Die Fernkommunikation mit der

Schweiz kam dann auch noch dazu.

Der 46-Jährige Ruhnert freut sich

über ein neues Handy: Der Akku seinesVorgängermodells

konnte mit seiner

Vieltelefoniererei nicht Schritt

halten, hat oft schlapp gemacht. Auch

die anberaumte halbjährige Tagung

mit dem Scoutingstab der Köpenicker

um Stefan Studer undTheo Gries

dient ja eher dazu, Zukunftsdeutungen

zu vermeidenund handfeste Datenzugewinnen

als Basis fürkünftige

Entscheidungen.

Denn im bevorstehenden Kampf

gegen ein Imperium namens RB

Leipzig, was im Köpenicker Umfeld

als sehr düster wahrgenommen wird,

muss ja entsprechend Personal wirken

können am ersten Spieltag. Das

ist die Aufgabe,deren sich UrsFischer

angenommen hat. Das Personal gilt

es bei Laune zu halten, was vor Ort

auch mit freien Tagen wie am gestrigen

Sonntag versucht wird zuerreichen.

Wie dann auch im täglichen

Übungsbetrieb. Dies scheint dem

auch ohne Zauberstab zu gelingen,

wie Michael Parensen mit Sinn für

Humor verriet.

Die Profis bekommen es trotz ihrer

großen Anzahl häufiger mit dem

Ball zu tun und nicht wie im Schulsport

vorgesehen −mindestens alle

acht Minuten. „Das ist ja in erster Linie

die Aufgabe der Trainer, das hinzubekommen.

Aber bislang ist es

noch nicht so, dass irgendjemand

sich vor Langeweile beschweren

kann. Das funktioniert ganz gut. Die

Abläufe sind nicht viel anders als im

letzten Jahr. Die Wechsel auf der einen

oder anderen Position sind

mehr geworden während des Trainings.Ansonsten

aber hat sich nicht

viel geändert.“

Mathias Bunkus

hat in Österreich einen magischen

Moment erwischt.

Tanz auf Messers Schneide

Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic gewinnt gegen den Schweizer Roger Federer das längste und vielleicht denkwürdigste Finale in der Geschichte von Wimbledon

VonDoris Henkel, London

Vier Stunden und 57 Minuten lang

tanzten die Duellanten auf des

Messers Schneide, mal stürzte der

eine fast ab, dann der andere, und

am Ende,als die Spannung fast nicht

mehr zu ertragen war,flog ein Ball im

hohen Bogen ins Aus und beendete

das denkwürdige, verrückte Spiel.

Zwei Matchbälle wehrte Novak Djokovic

beim Sieg zum 7:6, 1:6, 7:6, 4:6,

13:12 Sonntagabend in Wimbledon

gegen Roger Federer ab und gewann

damit zum fünften Mal die begehrteste

Tennis-Trophäe der Welt, so oft

wie einst Bjrön Borg. Das längste

Spiel der Geschichte des Turniers

hatte, wie Federer noch auf dem

Platz bei der Zeremonie erklärte, alles,was

ein Spiel haben kann. Undin

manchen Momenten noch ein klein

wenig mehr.

Leichtfüßig startete Federer in

das 48. Spiel seiner Karriere gegen

Djokovic.Essah so aus,als sei er gut

vorbereitet beim Versuch, erstmals

bei einem Turnier dieser Größenordnung

die beiden großen Rivalen

nacheinander zu besiegen: nach Rafael

Nadal nun Djokovic. 16 Jahre

nach seinem ersten Titel auf diesem

Centre Court aller Centre Courts

spielte er zum 12. MalimFinale.

Halep siegt im Frauen-Endspiel

Am Vortag war es für die Zuschauer

noch kurzesVergnügen gewesen, als

die Rumänin Simona Halep in nur 56

Minuten das Frauen-Finale gegen

die US-Amerikanerin Serena Williams

6:2, 6:2 gewann. Wasdie Tennisfans

am Sonntag aber in knapp

fünf Stunden zu sehen bekamen,

steckte voller falscher Fährten und

trügerischer Dominanz. Federer war

der bessereMann im ersten, zweiten

und dritten Satz, doch als der beendet

war, lag er 1:2 zurück. Im Tiebreak

des ersten hatte er eine 5:3-

Führung nicht

durchgebracht, im

Tiebreak des dritten

kam er zu spät

in Schwung. Zu einem

Zeitpunkt, als

Djokovic ins Geschehen

zurückkehrte,

aus dem er

sich im kuriosen

zweiten Durchgang

verabschiedet

hatte. Bilanz

nach dem dritten

Satz: Kein einziger

Breakball für den

Titelverteidiger,

aber eine vielversprechende

Führung.

Doch gehört es

nicht zu den wunderbarsten

Attributen

des Tennis,

dass bis zum aller- Am Ziel: Novak Djokovic AP/IRELAND

letzten Moment

der Wind aus einer

neuen Richtung

kommen kann?

Nicht Djokovic,

der nach dem dritten

Satz moralisch

im Vorteil hätte

sein sollen, sondern

Federer ging

schell 5:2 in Führung,

ehe er selbst

erstmals in der

Partie ein Aufschlagspiel

verlor.

Das Volk auf den

Rängen rutschte

nervös hin und

her, als der fünfte

Satz begann. Die

Statistik sprach für

den Serben; von

vier gemeinsamen

Spielen über die

volle Distanz hatte

er keines verloren. War die Sache

entschieden, als Djokovic mit einem

Aufschlagverlust Federers 4:2 in Führung

ging?

Natürlich nicht. Nicht in dieser

Partie, die nur eine einzige Konstante

kannte: das gloriose Wechselspiel.

Djokovic zitterte, leistete sich

einen Doppelfehler und verlor mit

einer im Aus landenden Vorhand

dieses Aufschlagspiel; alles wieder in

der Reihe,kurzdanach glich Federer

zum 4:4 aus. Mehrfach fehlten dem

Titelverteidiger aus Serbien nur

noch zwei Punkte zum Sieg, doch

wieder reagierte er nervös, als es so

aussah, als sei er im Vorteil. Nach einer

40:0-Führung beim Stand von

7:7 gab er sein Aufschlagspiel ab,Federer

schlug zum Matchgewinn auf,

hatte zwei Matchbälle –aber das war

natürlich noch nicht das Ende der

Geschichte. Beim zweiten versuchte

er, die Entscheidung zu erzwingen

und griff ohne Deckungan. Djokovic

nutzte zwei weitere Fehler des

Schweizers zum Break.

In den Logen beider Spieler lagen

die Emotionen blank – manchmal

sogar bei Federers Vater Robert, der

unter der blauen Kappe mit dem

Logo seines Sohnes deutlich gefasster

wirkte als die meisten der mehr

als 15 000 atemlosen Zuschauer in

der Arena. Nichtzufassen, das alles.

Und wer hätte sich allen Ernstes

vorstellen können, dass der in diesem

Jahr eingeführte Tiebreak beim

Stand von12:12 ausgerechnet das Finale

der 133. Championships entscheiden

würde? Doch schließlich,

in den letzten Momenten dieses

denkwürdigen Spiels, passierte etwas,

womit keiner mehr gerechnet

hatte: DerMann, der als Erster klar in

Führung ging, der also sichtlich im

Vorteil war,kam tatsächlich auch als

Erster ins Ziel. Mit dem ersten

Matchball für Novak Djokovic endete

der Tanz auf MessersSchneide.


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 – S eite 19 *

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Feuilleton

Francis Ford Coppolas

„Apocalypse Now“ erscheint

als „Final Cut“.

Seite 21

„Politische Gruppierungen überdauern Systeme und Katastrophen.“

Theodor W. Adorno in einer Vorlesung über Rechtsradikalismus aus dem Jahr 1967. Seite 20

Algorithmen

Wasdas

Publikum will

Peter Uehling

bedient den Oper-O-Maten

der Komischen Oper.

Mir dämmertseit einigen Jahren

schon, dass meine Arbeit keinen

praktischen Wert mehr hat. Eine

Opernkritik zu lesen dauertlange,ist

analog und null interaktiv,und dann

widersprechen sich Kritiker verschiedener

Zeitungen auch noch –

wie kann denn so was sein?

Besser lässt man sich vonder Kultur-Institution

selbst Empfehlungen

geben, die kennen ihre Produktionen

–oder sagen wir doch gleich:

Produkte –immer noch am besten.

Die Komische Oper bietet auf ihrer

website einen Oper-O-Maten an.

Sieben Fragen kann man beantworten,

damit der Algorithmus das oben

auf der Seite dargestellte Repertoire

des Hauses immer weiter einschränkt.

Ästhetik ist eher unwichtig

DieKriterien für die Auswahl werden

vom Kopf auf die Füße gestellt: Es

geht nicht um Originalität, um Stil,

um die künstlerische Aussage. Es

geht darum, wie lange der Abend

dauern darf (von „Nicht über 21/2

Stunden“ bis „Kann gar nicht lange

genug dauern“), mit wemman in die

Oper geht (allein, mit den Eltern, den

minderjährigen Kindern, Freunden

oder dem Partner) und ob einen Leichen

beziehungsweise Nacktheit auf

der Bühne stören.

Ästhetische Vorlieben erfasst nur

eine Frage: „Wie wünschen Sie sich

Bühne und Kostüme einer Inszenierung?“,

und die vorgeschlagenen

Antworten unterscheiden fein zwischen

„opulent und farbenfroh“ und

„ungewöhnlich und überraschend“.

Auch emotionale Anliegen dürfen

vorgebracht werden, aber ob ein

Opernabend nun eher „heiter und

vergnüglich“ oder „aufwühlend und

dramatisch“ sein soll, ändert ander

Auswahl verblüffend wenig.

Der Oper-O-Mat wendet sich dabei

nicht nur an „blutige Opernlaien“

–einem solchen rät man zum

Beispiel vom „Rosenkavalier“ ab –,

sondernauch an den „Opernliebhaber“

und gar den „Opernfreak“. Dabei

betrachtet das Haus „Anatevka“,

„Zauberflöte“ und „Viktoria und ihr

Husar“ als Allzweckwaffen, die dem

Laien wie dem Freak gefallen, egal,

wen ermitnimmt und ob er „einen

angenehmen Abend in angenehmer

Atmosphäre verbringen“ oder

„Neues entdecken und überrascht

werden“ will. Ist man hingegen ein

Freak, den weder Länge noch Leichen

schrecken, steht man voreiner

Riesenauswahl, die einzuschränken

den Griff zu den Opernkritiken der

Berliner Zeitung zwingend erforderlich

macht.

Nacktheit störtnicht

Einsame ältere Herren versuchen

nun vielleicht, durch strategisches

Anklicken der „Nacktheit stört

mich“-Schaltfläche herauszufinden,

wo es etwas zu spannen gibt –aber

hier hat das Haus durch Ausmusterung

der Inszenierungen vonCalixto

Bieito eindeutig an Attraktivität verloren:

Nur Barrie Koskys „La

Bohème“ fällt durch Drücken dieses

Buttons aus der Auswahl heraus.

Aber lasst euch vom Kritiker sagen:

Diese Produktion lohnt sich weder

aus künstlerischen noch aus jenen

anderen Gründen.

AmWochenende wurde bekannt,

dass die Familie Hohenzollern,

also die Nachkommen

der einstigen

brandenburgischen Kurfürsten, der

Fürsten aus dem schwäbischen Sigmaringen,

der preußischen Könige

und deutschen Kaiser, schon seit

etwa 2014 mit dem Bund verhandeln.

Es geht um mietfreies Wohnen

und sonstige Nutzungen in einstigen

Schlössern, die Auslieferung einzigartiger

Kunstwerke und historische

Erinnerungsstücke aus Museen, Bibliotheken

und Archiven. Verhandlungsführer

aufseiten der Hohenzollern

ist der aktuelle „Chef“ des privatrechtlichen

Familienverbands,

GeorgFriedrich Prinz vonPreußen.

Das Kanzleramt, vertreten durch

Monika Grütters, der Staatsministerin

für Kultur und Medien, konstatierte

nun in einem auf den 13. Juni

datierten Brief „leider“ die Ablehnung.

Eine überaus freundliche Formel.

Der Brief wurde trotzdem an

den Berliner Tagesspiegel sowie das

Magazin Der Spiegel „durchgestochen“,

wie es im Journalistenjargon

heißt.

Sicher ist: Die Nachfahren der

Hohenzollern dürften kaum ein Interesse

am Bekanntwerden der Verhandlungen

haben. Die Familie inszeniert

sich seit dem SturzWilhelm

II. 1918 weiterhin als diejenige, die

die Interessen ihres einstigen Staates

Preußen im Auge behalten. Mit dieser

Liste aber erscheint sie als genau

so gierig wie etwa die sächsischen

Wettiner, die Welfen, die Baden oder

die Obotriten in Mecklenburg, die

ohne Rücksicht auf öffentliche Interessen

ihnen vonden Republiken zugestandenes

Kulturgut verkaufen.

Watteau-Gemälde doppelt verkauft

DieHohenzollernhaben sich nie anders

verhalten. So gilt nach Untersuchungen

von Historikern als sicher,

dass sie das großartige Gemälde

„Ausschiffung nach Kythera“ von

Antoine Watteau gleich zweimal an

den Staat verkauft haben, einmal um

1930 und dann wieder 1982. Dieteilweise

erlesene Ausstattung von

Schloss Klein-Glienicke wurde in den

30er-Jahren von den Erben des PrinzenCarl

verkauft, 1939 dann das nun

weitgehend leereSchloss an die Stadt

Berlin veräußert. 2012 wurde der Diamant„Beau

Sancy“, eines der Kronjuwelen

Preußens, inGenf versteigert,

vorkaum einem Jahr hat die Familie

in London bei Sotheby’sunter anderem

Ausstattungsstücke aus dem

Berliner Schloss versteigert –ohne

den Schlössernwenigstens die Gelegenheit

zu einem Vorkauf zu geben.

Jetzt aber geht es um sehr viel

mehr.Die Familie fordertunentgeltliche

Wohnrechte im Potsdamer

Schloss Cecilienhof oder in gleich

zwei anderen einstigen Schlössern.

Ausgeliefert werden sollen Teile der

als „privat“ bezeichneten fürstlichen

Bibliotheken und des Königlichen

Hausarchivs, dieheute in den Schlössern

oder im Geheimen Staatsarchiv

verwahrt werden. Beide waren aber

immer Teil des Staatsapparats. Hier

geht es wohl vor allem um mehr als

1000 historisch brisante Briefe, die

Kaiserin Auguste Victoria wohl vor

der Abreise in die Niederlande 1919

in einem Tresor im NeuenPalais versteckt

hatte. Sie wurden erst vor einem

Jahr wieder entdeckt. Nach Ansicht

von Archivexperten gehören

die Briefe selbstverständlich zur

Staatsüberlieferung, allenfalls eindeutig

private Schreiben könnten

übergeben werden.

Zudem fordern die Hohenzollern

mindestens 266 Gemälde und Skulpturen

sowie Möbel etwa aus der

Werkstatt David Roentgens, die zur

Ausstattung der „privaten“ Wohnräume

der den Staat repräsentierenden

Schlösser gehörten.

Anspruch ohne

Verpflichtung

Die Familie der Hohenzollern fordert

von der Bundesregierung Kunstwerke

und Kulturbesitz in Millionenhöhe

VonNikolaus Bernau

Auf der Forderungsliste: der Sterbesessel Friedrichs II.

Die Hohenzollernverlangen Wohnrecht in Schloss Cecilienhof in Potsdam. IMAGO

Verhandlungsführer

Georg Friedrich

Ferdinand Prinz von

Preußen und

seine Frau Sophie.

AFP/RONNY HARTMANN

BPK

Das wichtigste Druckmittel der

Hohenzollern ist deswegen der Bestand

des einstigen Hohenzollernmuseums,

der von 1877 bis 1939 im

Berliner Schloss Monbijou gezeigt

wurde.1926 war nämlich die Enteignung

der bis 1918 regierenden deutschen

Fürsten an einem reichsweiten

Referendum gescheitert – die

Kirchen und republikfeindliche Parteien

behaupteten kontrafaktisch,

dass die alten Adelsfamilien geradezu

auf die Straße gesetzt werden

sollten.

MitRücksicht auf alte Loyalitäten

billigte das republikanische Preußen

den Hohenzollern daraufhin ein lebenslanges

Wohnrecht für den einstigen

Kronprinzen und seine Frau in

Schloss Cecilienhof zu sowie den Privatbesitz

an erstklassigen Kunstwerken

wie eben Watteaus „Kythera“-

Gemälde. Ausgewählt wurden diese

vondem einstigen Hofnahe stehenden

Männern wie dem Berliner Museumsdirektor

Wilhelm von Bode,

deren Verachtung der Republik

kaum zu übertreffen war.

Zwei Ausstellungen bedroht

Auch der Bestand des mit Staatsgeldern

unterhaltenen Hohenzollernmuseums

wurde nun als Privatbesitz

bezeichnet –wenngleich als Dauerleihgabe

der Familie. Dazu gehören

Uniformen, Briefe, Fürstengeschenke,

die Schnupftabakdosensammlung

Friedrich des Großen sowie

dessen Sterbestuhl, aber auch

Gemälde und Skulpturen. Schloss

Monbijou wurde im Zweiten Weltkrieg

zerstört, der Bestanddes Museumsvon

denSchlösserverwaltungen

übernommen. Für die Stiftung Preußische

Schlösser und Gärten teilte

Kustos SamuelWittwer nun mit, dass

bei einer Herausgabe all dieser Objekte

Schloss Grunewald und der

Neue Pavillon im Schlosspark von

Charlottenburg mit seiner Ausstellung

zur Kunst der Schinkelzeit und

deutschen Romantik regelrecht ausgeräumt

werden müssen.

Könnten die Hohenzollern Erfolg

haben? Dasist ungewiss.Die Familie

wurde in der Sowjetischen Besatzungszone

als „Kriegsverbrecher“

enteignet, was bis heute Bestandhat.

Gehörte dazu aber auch der Bestand

des Hohenzollernmuseums, das in

der Sowjetischen Zone Berlins stand?

Die Bundesregierung bot offenbar,umeinen

Prozess zu vermeiden,

den Hohenzollernzehn Gemälde zur

freien Verfügung an. Nicht einmal

die Eintragung in das Register national

wertvollen Kulturguts drohte,der

Verwertung wäre freier Raum gegeben

gewesen. Dieser Kompromiss

wurde nun offenkundig vereitelt

durch eine weitere Forderung der

Hohenzollern. Sie wollen auch noch

Zugriff auf die Darstellung der Familiengeschichte

in Schlösserausstellungen

und Museen erhalten. Dasist

für eine Republik und für jedes Museum

schlichtweg indiskutabel.

Die Meldung von den Ansprüchen

der Hohenzollern platzte am

Freitagabend direkt in die Feiern, mit

denen auf der Museumsinsel an

James Simon, den großen Kunstspender

und Sozialpolitiker erinnert

wurde. Der Kontrast konnte nicht

schärfer sein: Hier die blanke Gier

der Nachfahren Kaiser Wilhelm II.,

dortdie immense Großzügigkeit der

Erben jenes Mannes, der mit seiner

Frau Agnes zusammen auch die

deutsche Republik mit Kunstwerken

und sozialen Wohltaten geradezu

überschüttete. Am24. Juli soll wohl

die nächste Verhandlungsrunde

kommen.

Nikolaus Bernau

findet, dass Preußen zu Hohenzollernfreundlich

war.

NACHRICHTEN

Listen von Auswanderern

sind nun digitalisiert

DasStaatsarchiv Hamburghat die

digitale Erschließung der dortvorhandenen

Auswandererlisten abgeschlossen.

Über Hamburgverließen

seit Mitte des 19. Jahrhunderts rund

zehn Prozent aller europäischen

Überseeauswanderer den Kontinent.

Beiancestry.de,dem nach eigenen

Angaben weltweit größten

Anbieter vonDienstleistungen für

Familienforscher,sei die Hamburger

Auswandererdatenbank eine der beliebtesten

Quellen, heißt es.Das gesamte

Angebot vonancestry.de und

damit auch die digitalisierten Auswandererlisten

stehen den Nutzern

im Internet sowie im Lesesaal des

Staatsarchivs und im Auswanderermuseum

Ballinstadt kostenlos zur

Verfügung. (BLZ)

Dauerausstellung für

MarkRothkoinLettland

In einer neuen Dauerausstellung

zeigt das nach dem Maler Mark

Rothko (1903–1970) benannte

Kunstzentrum im lettischen Daugavpils

fünf Originalwerke des abstrakten

Expressionisten. DieBilder

werden für drei Jahreinder zweitgrößten

Stadt Lettlands ausgestellt.

DieOriginale wurden dem Zentrum,

das sich dem Schaffen des in Daugavpils

geborenen Künstlers widmet,

als Leihgabe vonRothkos Nachkommen

überlassen –imAustausch

für bislang gezeigte Werke. Ausgewählt

wurden sie vomZentrum und

der Rothko-Familie. (dpa)

Sachsen legt Programm für

kleine Kulturprojekte auf

Miteinem eigens aufgelegten Programm

unterstützt der Freistaat

Sachsen künftig kleine Kunst- und

Kulturprojekte jenseits bestehender

Förderungen vorallem in ländlichen

Regionen. Es stehen rund 200 000

Euro zur Verfügung. Über das Förderprogramm

können nach Ministeriumsangaben

Projekte mit bis zu

5000 Euro,inAusnahmen bis 10 000

Euro unterstützt werden. (dpa)

Jonas Kaufmann erhält

Meistersinger-Medaille

Zum50. Geburtstag ist Startenor Jonas

Kaufmann am Freitag in der Bayerischen

Staatsoper in München mit

der Meistersinger-Medaille geehrt

worden. Kaufmann war bereits am

Mittwoch 50 Jahrealt geworden. Am

Freitag stand er als Otello auf der

Bühne.Empfänger der Meistersinger-Medaille

waren bislang unter anderem

die Sopranistin Edita Gruberovaund

der Bariton Dietrich Fischer-Dieskau.

(dpa)

Jonas Kaufmann ist nicht nur Tenor,sondernnun

offiziell ein Meistersinger. DPA


20 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Feuilleton

„Ein gigantischer psychologischer Nepp“

Handfest, praktisch, aktuell: Eine Vorlesung über den Rechtsradikalismus aus dem Jahre 1967 von Theodor W. Adorno

VonArnoWidmann

Am 6.April 1967 hielt Theodor

W. Adorno (1903–1969)

an der Wiener Universität

den Vortrag „Aspekte des

neuen Rechtsradikalismus“. Eingeladen

hatte das Haupt der Kritischen

Theorie, der Verband Sozialistischer

Studenten Österreichs. Dem Abdruck

liegt eine Tonaufnahme zugrunde.

Der 1972 geborene Historiker

Volker Weiß hat ein lesenswertes

Nachwortdazugeschrieben.

Mannimmt den mehr als 50 Jahre

alten Text in die Hand und ist nach

wenigen Sätzen schon erschrocken

über die Aktualität der von Adorno

herausgegriffenen Aspekte. Und

mehr noch über das eigene

schlechte Gedächtnis. Adorno

spricht zum Beispiel vomGefühl der

Deklassierung, das die Rechtsradikalen

ergriffen habe.Aber er stellt diese

Empfindung nicht als irrationale

Angst, sondern als eine vernünftige

Reaktion auf den Konzentrationsprozess

des Kapitals dar.

Die Menschen, die zwar noch in

Arbeit, sich aber dennoch als potenziell

überflüssig begreifen, erliegen

nicht einer gesellschaftsfeindlichen

Agitation, sondern sie haben ihre

Lage erkannt.

Allerdings verkennen sie sie sofortwieder,wenn

sie sie einzubetten

versuchen in die Ideologie eines

längst überholten Nationalismus.

„Europa“ spielte schon damals eine

zentrale Rolle in der rechtsradikalen

Propaganda. Lange vor der Europäischen

Union wurde bereits die Angst

vorder EWG geschürt.

DerFragebogen

ZumHintergrund der Ausführungen

Adornos gehörte seine jahrelange

Arbeit an einem Fragebogen, der so

geschickt komponiert war, dass sich

bei seiner Auswertung auch dann

eine autoritärePersönlichkeit erkennen

ließe, wenn sie das verbergen

wollte.

Erich Fromm hatte noch in der

Weimarer Republik für das Institut

für Sozialforschung einen solchen

Fragebogen entwickelt. Angesichts

erster Ergebnisse waren die damaligen

Chefs des Instituts bei der Auswertung

so entsetzt, dass sie dessen

Vermögen noch vor 1933 in die

Schweiz transferierten. In den USA,

wohin das Institut später emigrierte,

wurde weiter an der „Authoritarian

Personality“ geforscht.

Zurückgekehrt in Frankfurt galt

lange die Arbeit an einer „A-Scale“ als

eine der wesentlichen Aufgaben des

Instituts.Die voller Skepsis zurückgekehrten

Emigranten wollten rechtzeitig

Bescheid wissen über das, was in

den Menschen vorging, mit denen sie

zu tun hatten und von denen sie in

Das Brechen vermeintlicher Tabus warund ist das Kerngeschäft neofaschistischer Propaganda. Der NPD-Vorsitzende Adolf zu Thadden im Wahlkampf 1969. IMAGO IMAGES/ZUMA/KEYSTONE

der noch immer sehr deutschen BRD

gar zu abhängig waren.

Adorno kannte aus diesen und

anderen empirischen Untersuchungen

des damals von ihm geleiteten

Frankfurter Instituts für Sozialforschung

sehr genau die Einstellungen

der bundesrepublikanischen Bevölkerung

zu zentralen Themen. Er war

auch vertraut mit der Propaganda

der Rechtsradikalen.

Er war zu dem Schluss gekommen,

dass „die Anhänger des Altund

Neufaschismus heute quer

durch die Gesamtbevölkerung verteilt

sind.“ Siewaren keine Außenseiter,

keine Deklassierten und Bei-

Seite-Geschobenen. Der Neofaschismus,

erklärte Adorno 1967, sei

anders als oft vermutet eben gerade

keine spezifisch kleinbürgerliche Bewegung.

Wir lesen in unseren Zeitungen,

hören in unseren Nachrichten, der

Rechtsradikalismus sei in die Mitte

der Gesellschaft vorgedrungen. Als

handele es sich um eine Invasion.

Adornos Analyse sah anders aus: Der

Produktionsprozess selbst schaufelte

die Gesellschaft um. Seine Verwerfungen

zeigten sich überall.

Rückkehrer: Im Oktober 1949 kehrte Theodor

W. Adorno zum ersten Mal seit seiner

Emigration wieder nach Deutschland zurück.

Im August des Jahres 1953 ließ er sich endgültig

in Deutschland nieder,woihn die

Frankfurter Universität zum außerordentlichen

Professor für Philosophie und Soziologie

ernannte.

Ich formuliere eseinmal so: Die

Mitte war niemals nazifrei. Und

schon gar nicht die Parteien der

Mitte. Als im November 1966 die

NPD in den Hessischen Landtag einzog,

erklärte einer meiner Onkel, er

war ein Prokurist der FAZ: „Endlich

gibt es wieder eine Partei, die man

wählen kann.“ So wie er mochten

viele gedacht haben, aber so viele

dann doch nicht. 1970 schaffte die

Partei es nicht mehr in den Wiesbadener

Landtag. Die SPD hatte 1966

51 Prozent der Stimmen gehabt, die

DER AUTOR UND DAS BUCH

Sozialforscher: Das 1923 gegründete Institut

für Sozialforschung wurde am Anfang der

50er-Jahre als private Stiftung und Institut

der Frankfurter Goethe-Universität geführt.

Theodor W. Adorno: Aspekte desneuen

Rechtsradikalismus. Nachwortv.Volker Weiß,

Suhrkamp, Berlin 2019. 87 S.,10Euro.

CDU 26,4, FDP 10,4, die NPD 7,9. Ich

denke, diese Zahlen muss man sich

vor Augen halten, um zu sehen, in

welcher Wählerwelt Adorno lebte

und wie radikal sich die Wahl-Verhältnisse

im vergangenen halben

Jahrhundertgeänderthaben.

Ich las Adornos Vortrag ein paar

Tage nach der Ermordung des Kasseler

Regierungspräsidenten Walter

Lübcke. „Politische Gruppierungen“,

erklärte Adorno 1967, „überdauern

Systeme und Katastrophen.

In Deutschland scheinen zum Beispiel

alte nationalsozialistische Zentren

wie Nordhessen, wo es bereits in

den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts

eine wilde antisemitische

Bewegung gab,oder wie Nordbayern

besonders anfällig zu sein.“ Um Kasselherum

liegen die Märchenwälder

der Brüder Grimm, die Welt, in der

man das Gruselnlernte.

Zur rechtsradikalen Hetze gehörte

schon damals die Phrase „Man

darfesjanicht sagen, aber...“ Damit

wurde und wird Mut simuliert. Den

man aber nicht braucht. Allerhöchstens

drohen kleinere Geldstrafen.

Aber so zu tun, als breche man gewaltige

Tabus, gehörte und gehört

zum Kerngeschäft neofaschistischer

Propaganda. Ohne dieses Moment

von Grenzüberschreitung ging und

geht es nicht.

Wastun?Man zögert, Adorno danach

zu fragen. Er gilt ja als einer,der

zurückschreckte vor der Praxis. Hier

tut er das nicht. Er empfiehlt, den

Lügen der NPD-Propaganda entgegenzutreten.

Sie hatte die Wiedergutmachungszahlungen

Deutschlands

an Israel einfach mal verzehnfacht.

Davon musste sie dann abrücken.

Diesen Lügen und Tricks, wie

zum Beispiel auch der vorgeblichen

„Überfremdung durch Gastarbeiter“

–schon damals ein Riesenthema –

„sollte man dingfest machen, ihnen

sehr drastische Namen geben, sie genau

beschreiben und gewissermaßen

versuchen, dadurch die Massen

gegen diese Tricks zu impfen, denn

schließlich will niemand ein Dummer

sein oder, wie man in Wien sagen

wird, niemand will die ‚Wurzen‘

sein. Unddass das Ganzeauf eine gigantische

psychologischeWurztechnik,

auf einen gigantischen psychologischen

Nepp herausläuft, das ist

wohl durchaus zu zeigen.“

Die Vorlesung von 1967 zeigt einen

sehr handfesten, praktischen

Adorno, der fest entschlossen ist, es

zu keiner Wiederholung von 1933

kommen zu lassen. Dabei weiß er

sehr genau, nicht nur, dass die gesellschaftlichen

Voraussetzungen,

die zum Faschismus führten –daist

er sehr orthodox –nach wie vor bestehen,

sondern auch, dass die Voraussetzungen

für einen neuen Faschismus

jeden Tagneu geschaffen

werden. Es besteht wenig Hoffnung,

ihm ein für alle Mal den Garaus machen

zu können.

Es liegt an uns

Die Frage aber, was er über die Zukunftdes

Rechtsradikalismus denke,

hält er für falsch. „Sie ist viel zukontemplativ.Indieser

Artdes Denkens,

die solche Dinge vonvornherein ansieht

wie Naturkatastrophen, über

die man Voraussagen macht wie

über Wirbelwinde oder über Wetterkatastrophen,

da steckt bereits

eine Art von Resignation drin,

durchdie mansich selbst als politisches

Subjekt ausschaltet, es steckt

darin ein schlecht zuschauerhaftes

Verhältnis zur Wirklichkeit. Wie

diese Dinge weitergehen und die

Verantwortung dafür, wie sie weitergehen,

das ist in letzter Instanz

an uns.“ Es hat sich so wenig geändert.

Schon vor mehr als fünfzig

Jahren war klar, womit man eszu

tun hatte und was dagegen zu tun

war. Im Großen und Ganzen und

auchbei sehr speziellen Fragen.

Wenn zum Beispiel die größten

Feinde der Verfassung unter denen

sind, die dazu da sind, sie zu schützen,

was ist dann zu tun? Dassindalles

keine neuen Probleme. Dass

Rechtsradikale die Staatsorgane infiltrieren,

versteht sich von selbst.

Dass so getan wird, als wäredas eine

völlig überraschende Neuheit,

kommt einem selbst vor wie eine

rechtsradikale Inszenierung.

Arno Widmann

hat mit Adorno sein

Gedächtnis aufgefrischt.

Erst dieAusbildung, dannder Job.

Auf azubis.de freieAusbildungsplätze finden!


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 21

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Feuilleton

Ein Gruß

an die

Nachbarn

Es lohnt sich: Im Tipi ist

wieder „Cabaret“-Zeit

VonCornelia Geißler

Politik, was hat das mit uns zu

tun?“, fragt Sally Bowles,die Sängerin

und Tänzerin. Sie fragt ihren

Teilzeit-Geliebten Cliff Bradshaw,einen

Amerikaner in Berlin, der die

Zeichen der Zeit im Jahr 1930 langsam

erkennt. Es hat mit ihnen zu

tun, wenn der eben noch freundliche

Bekannte das Vaterland preist

und den jüdischen Obsthändler einschüchtert.

Cliff wirddas Land verlassen,

so wie der Schriftsteller Christopher

Isherwood, dessen Roman

„Goodbye to Berlin“ von 1939 die

Vorlage für das Musical„Cabaret“ ist.

Das Tipi am Kanzleramt ist ein

guter Ort, um wieder und wieder das

Musical „Cabaret“ zu spielen: Es befindet

sich, wie sein Namenszusatz

schon sagt, sehr nah an der Politik.

Und indiesem Theater selbst wird

die Vielfalt gefeiert –der Sprachen,

Hautfarben, der sexuellen Orientierung.

Im 15. Jahr der Inszenierung

hier (die in dieser Fassung zunächst

in der Bar jeder Vernunft gespielt

wurde und dann ins größere Zelt

wechselte) legt dasTheater noch einmal

besonderen Wert auf die politische

Lesart. Zur Wiederaufnahme-

Premiere also am Freitag steht zunächst

der Theaterleiter Holger

Klotzbach auf der Bühne. „Vor 15

Jahren, als ,Cabaret‘ bei uns herauskam,

waren die Rechten ein bemitleidenswerter

kleiner Haufen in

Deutschland. Inzwischen haben sie

sich zu einer beachtlichen Größe

entwickelt“, sagt er.„Wirmüssen dagegenhalten.“

Wenn man ihn frage,

wie lange er das Musical noch zeigen

wolle, sage er: „Solange bis diese

braunen Horden in die Unbedeutsamkeit

zurückgedrängt sind.“ Als

„Horden“ fasst er vermutlich auch

die Wellen von Hass-Kommentaren

im Internet zusammen.

Der Conférencier (Oliver Urbanski) und

die vier Kit Kat Girls. BARBARA BRAUN/MUTPHOTO

Das Tipi und die Bar jeder Vernunft

unterstützen die Initiativen

„Die Vielen“ für die Freiheit der

Kunst und „Gesicht zeigen“, an diesem

Abend sehr sichtbar.„DieKunst

bleibt frei“ prangte auf den T-Shirts

des Servicepersonals, die Antirassismus-Initiative

verteilte Fächer mit

der Aufschrift „Gesicht zeigen“.

Und die Kunst selbst? Die zeigte

sich in guter Verfassung. Sophie Berner

bestreitet die Hauptrolle der

Sally Bowles seit 2006 und wird immer

besser. Sie spielt und tanzt mit

Hingabe, inden großen Songs wie

„Mein Herr“ oder„Maybe This Time“

demonstriert sie ein gänsehauttreibendes

Stimmvolumen. Der Conférencier

(Oliver Urbanski) und die

vier Kit Kat Girls versprühen Witz

und Erotik, Regina Lemnitz gibt die

Wirtin Fräulein Schneider in echter

Volkstümlichkeit. DasganzeEnsemble

und das Orchester machen eine

Entwicklung sichtbar:vom unschuldigen

Spaß zur Gesinnungspolizei.

Sie zaubern eine ausgelassene

Nachtclubstimmung, bauen mit Kulissenwechseln

das Berlin von 1930,

geben zu lachen und zu denken. Und

ja, es hat mit uns zu tun.

Cabaret bis 15.9., tgl. außerMo, Tipi am

Kanzleramt, Tel.:39066550

Frauenpower unterwegs: Les Amazones d’Afrique traten mit zahlreichen Gästen bei der „Wassermusik“ im Haus der Kulturen der Welt auf.

Für euch, für uns, für alle Frauen

VonAnna Gyapjas

Les Amazones d’Afrique machten beim Wassermusik-Festival eigene Gewitter

Keine sich aufdrängende

Regenwolkenherde, kein

Schauer konnte die Kraft

der Amazones d’Afrique

brechen. Dem schlechten Wetter

setzten sie am Sonnabend ihr eigenes

Gewitter entgegen. Noch bevor

Mamani Keita, Fafa Ruffino und

Kandy Guira die Bühne betraten,

entfachte der Mann an den Turntables

ein Scratchgewitter, Scheinwerfer

zuckten über die Bühne wie

Blitze. Dann hob Ruffino zu einem

gellenden Ruf anund die Sängerinnen

schritten mitten ins Auge des

Sturmes,wosie die spannungsreiche

Energie in höchst tanzbare Lieder

lenkten. Sie entluden sich schließlich

auf der Terrasse des Hauses der

Kulturen der Welt, wo den gesamten

Abend keiner mehr still zu stehen

vermochte.

Als der erste Song und der Applaus

des Abends verklungen waren,

musste sich die sichtlich ergriffene

Ahouefa „Fafa“ Ruffino zunächst

einmal sammeln: „Ich bin so aufgewühlt,

ich weiß gar nicht, was ich sagen

soll“, lachte die in Benin geborene

Sängerin, die an diesem Abend

das Wort führte.

Doch dann kam sie schnell zur

Sache, denn niemand durfte im Ungewissen

bleiben:„Ich habe über Gewalt

gesprochen; Gewalt gegen unsere

Schwestern, unsere Mütter in

Afrika und überall, selbst hier in

Deutschland. Amazones d’Afrique

ist hier,umFrauenrechte zu verteidigen,

um darüber zu reden, was passiert!“

Sich aus lauter Angst bedeckt

zu halten, sei keine Alternative. „Wir

sind hier für euch, für uns, für alle

Frauen!“

Wo niemand anderes hilft, sind

die Amazones d’Afrique da. Wobei

das nicht nur die drei Frauen meint,

die mit großem Eifer und noch größerer

Freude den Wassermusik-Gästen

einheizen. Gegründet wurde die

Gruppe 2015 in Mali, die Musikerinnen

Kandia Kouyaté, Mamani Keita,

Rokia Koné, Mariam Koné und Aminata

Danté riefen das Projekt als Reaktion

auf misogyne Gewalt ins Leben.

Die Musik, unter anderem von

der Tradition der westafrikanischen

Mandinka beeinflusst, ist nur ein Teil

davon. In den Texten fordern sie,

dass Frauen zusammenstehen, in „I

Play The Kora“ etwa heißt es: „Du

bist meine Mutter, liebe mich /ich

„Ich habe über Gewalt gesprochen; Gewalt gegen

unsere Schwestern, unsere Mütter in

Afrika und überall. Amazones d’Afrique ist

hier, umFrauenrechte zu verteidigen.“

Ahouefa „Fafa“ Ruffino beim Berliner Konzert der Amazones d’Afrique

Apokalypse noch mal

bin deine Schwester,liebe mich /ich

bin deine Gattin, du hast nicht das

Recht, mich zu schlagen.“ Die Ermächtigung

steckt schon im Titel:

DieKora, eine westafrikanische Stegharfe

zu spielen, war lange Zeit nur

Männernvorbehalten.

2015 ist auch Angélique Kidjo

zu den Amazonen gestoßen, auch

Mariam Doumbia, bekannt auch

von dem Duo „Amadou und Mariam“

und die Hamburgerin

Nneka haben mit ihnen aufgenommen,

die Liste der Kooperationen

ist unvollständig.

„Ich könnte mir vorstellen, dass

es hinter den Kulissen heftig zur Sache

geht“, sagt Wassermusik-Kurator

Dietrich Diederichsen über den losen

Künstlerinnenverbund. „Das sind ja

alles Alpha-Kriegerinnen, die sich alleine

schon einen Platz erkämpft haben

in der sehr dynamischen Musikszene

Westafrikas.“ DenVorteil einer

solchen „Post-Band-Band“ sieht er

aber auch: Es könnte eher gelingen,

sich hierarchischen Elementen von

Bandstrukturen zu entziehen.

Das Bild, das Fafa Ruffino, Mamani

Keita und Kandy Guira im

HKW abgeben, ist weit mehr als harmonisch.

Sie synchronisieren ihre

Tanzschritte, werfen sich amüsierte

Seitenblicke zu und stellen sich gegenüber

wie im Gespräch. Kandy

Guira singt zart, um im nächsten

Moment aus vollster Kehle zu röhren.

Undals sie springt, macht auch

das Gründungsmitglied Mamani

Keita –eine überaus würdevolle Erscheinung

– mit. Ihre Euphorie

steckt nicht nur die Musiker im Hintergrund

an, auch die Gäste trotzen

dem Regen, recken die Fäuste und

rufen aus Leibeskräften alles,was die

Amazonen wollen. „Nie mehr Gewalt,

nie mehr Schweigen“, ist einer

der Schlachtrufe.

Vor40Jahren kam „Apocalypse Now“ in die Kinos. Nun ist der Film als „Final Cut“ neu zu entdecken

VonThomas Klein

Martin Sheen 1979 in „Apocalypse Now“.

Was kann, was muss man über

Francis Ford Coppolas „Apocalypse

Now“ noch sagen? DerVietnam-Krieg

als Trip und Rausch, erzählt

entlang von Joseph Conrads

„Herz der Finsternis“ (1899), ein

Road-Movie durch den Dschungel.

Coppola, nach den beiden „Pate“-

Filmen Regie-Superstar, wollte ein

Meisterwerk drehen, in Cannes erhielt

er für „Apocalypse Now“ 1979

tatsächlich die Goldene Palme.

Doch die Produktion, so haben

das Coppolas Ehefrau Eleanor dem

Tagebuch „Vielleicht bin ich zu nah“

(Notes) und die Doku„Hearts of Darkness“

(1991) gezeigt, war ein purer

Albtraum. Am philippinischen

Drehort warteten auf Coppola Bürgerkrieg

und Naturkatastrophen,

Hauptdarsteller Martin Sheen überlebte

knapp einen Infarkt, Marlon

Brando erschien so verfettet wie desinteressiertauf

dem Set. Fast 14 Monate

dauerte der Dreh und sprengte

alle Budget-Vorgaben, Coppola

hatte einen Nervenzusammenbruch:

„Apocalypse Now“ wurde

zum Sargnagel für Geldgeber United

IMAGO/CINEMA PUBLISHERS COLLECTION

Artists, das Debakel ruinierte gemeinsam

mit Scorseses „New York,

New York“ und Michael Ciminos

„Heaven’s Gate“ endgültig die Hoffnungen

des „New Hollywood“-Kinos.

PROMO

Trotz allem hat„Apocalypse Now“

überdauert. 2001 hatte Coppola die

„Redux“-Fassung veröffentlicht, in

der er die 153-minütige Version um

50 Minuten unveröffentlichter Szenen

ergänzte; ein überladener, unförmiger

Film, nur noch mehr Trip.

Heute erscheint in Kino-Sondervorführungen

ein 183-minütiger „Final

Cut“, zum 40. Geburtstag etwas umgeschnitten,

digital gesäubertund in

4K-Auflösung; das Grauen des

Kriegs, zeitgemäß zurechtgemacht

fürs Heimkino oder Streaming.

Ein Problem bleibt: „Apocalypse

Now“ ist politisch vage und moralisch

disparat, pure Projektionsfläche

für Peaceniks wie Sesselkrieger.

Ein Ausnahme-Film voller bemerkenswerter

Bilder und Momente,der

nichts sagt überVietnam oder dieVietnamesen

und nur wenig über den

Krieg. Aber alles über ein wildes,

selbstzerstörerisches Kino, das es so

schon lange nicht mehr gibt.

NACHRICHTEN

Britische Polizei warnt

Journalisten und ernet Kritik

Diebritische Polizei hat wegen einer

Warnung an Journalisten vorder

Veröffentlichung interner Regierungsdokumente

scharfe Kritik auf

sich gezogen. Medien hätten die

„Pflicht“, neue und interessante Fakten

zu veröffentlichen, betonte der

Kandidat für das Amt des Premierministers,Boris

Johnson, am Sonnabend.

Hintergrund ist die Affäreum

den britischen Botschafter in den

USA, KimDarroch. Dieser war am

Mittwoch zurückgetreten, nachdem

interne Vermerke veröffentlicht worden

waren, in denen er US-Präsident

Donald Trump als „inkompetent“

und „unsicher“ charakterisierthatte.

Einführender Vertreter der Polizei

hatte Journalisten daraufhin vorder

Veröffentlichung derartiger Dokumente

gewarnt. Dies könne sogar

eine Straftat darstellen. Journalisten

strafrechtlich zu verfolgen, weil sie

derartige Dokumente veröffentlichen,

sei undenkbar und ein Angriff

auf die Pressefreiheit, sagte Johnson,

der früher selbst als Journalist gearbeitet

hatte.Die durchgestochenen

Vermerke Darrochs seien „peinlich“,

doch stelle ihreVeröffentlichung

keine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“

dar. (AFP)

Angriff auf Fernsehsender

in der Ukraine

In der Ukraine ist eine Fernsehstation

mit einem Granatwerfer beschossen

worden. DieBehörden in

Kiew sprachen voneinem „terroristischen

Anschlag“, nachdem der Sitz

des TV-Senders 112 Ukraine in der

Nacht zum Sonnabend angegriffen

worden war.Laut Polizei gab es keine

Verletzten, die Fassade wurde beschädigt.

DerSender hatte zuvor angekündigt,

eine Dokumentation mit

einem Interview mit Russlands Präsident

Wladimir Putin ausstrahlen

zu wollen. Zuvorwar er vonder

ukrainischen Staatsanwaltschaft

verwarnt worden, als er eine Dokumentation

über die Ukraine des US-

Regisseurs Oliver Stone angekündigt

hatte.Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft

sprach voneinem

„russischen Propagandafilm“.

DerSender teilte am Freitag mit, er

habe„eine direkte Drohung“ vonultranationalistischen

ukrainischen

Gruppen erhalten. (AFP)

Tschechen stehen Schlange

für Karel-Gott-Geldscheine

Hunderte Menschen haben am

Sonntag im strömenden Regen in

Prag Schlange gestanden, um anlässlich

des 80.Geburtstags vonKarel

Gott einen Geldschein mit seinem

Konterfei zu ergattern. Der„Null-

Euro“-Ehrenschein wurde für zwei

Euro voneinem Plattengeschäft im

Zentrum der tschechischen Hauptstadt

angeboten. Einige Fans des

tschechischen Schlagersängers hatten

extravor dem Laden übernachtet,

um die Banknote zu kaufen. Der

auch in Deutschland beliebte Sänger

ist in seiner Heimat eine Legende.Zu

seinem Geburtstag brachten die

Fernsehsender unzählige Sondersendungen.

(AFP)

TOP 10

Sonnabend, 13. Juli

1 Tagesschau ARD 4,64 20 %

2 Allmen... ARD 4,14 16 %

3 heute ZDF 3,83 21 %

4 Carmen Nebel ZDF 3,26 13 %

5 Mord auf Shetland ARD 2,82 13 %

6 heute-journal ZDF 2,60 13 %

7 Dakommst du... ZDF 2,38 11 %

8 SOKOKitzbühl ZDF 2,35 15 %

9 Bares für Rares ZDF 1.94 15 %

10 Formel 1 RTL 1,93 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Blutroter Waschgang

HfS Ernst Busch (✆ 75 54 17 -0)

17.00 OBEN: „Ein Pferd! EinPferd! Ein Königreich

für ein Pferd!“ –„Tut’snicht einEsel auch?“ –„Doch,

kommen Sie nur herauf!“

KABARETT/VARIETÉ

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Zwei Zimmer,Küche: Staat!

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Der Sinn des Lesens–Die Jubiläumstour!

(Klüpfel &Kobr)

KLASSIK

Radialsystem (✆ 288 78 85 88)

20.00: Ohrknacker:Trio Catch, Gast: KomponistMikel

Urquiza, Gesprächskonzert–Mikel Urquiza: Pièges

de neige

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

13.00 Jugendbibliothek: Ferienprogramm: Sommer-Actionrallye,

Mitmachaktion (ab 8J.)

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (✆ 29 04 78 40)

10.00: Zirkusferien Kreuzberg,Workshop (ab 7J.)

Cabuwazi –Zelt Tempelhof (Columbiadamm 84)

10.00: Zirkusferien Tempelhof, Workshop (ab 7J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

14.00: Ferienprogramm: Wirsammeln Dinge. Was

sammelt ein Museum?, Treff: Zeughaus (ab 5bis 7J.)

FEZ Berlin (✆ 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt derKinder (ab 6bis

14 J.)

Georg Kolbe Museum (✆ 304 21 44)

10.00: VonBiestern, Untieren und Fantasiewesen –

Skulpturen bauen, Workshop (ab7bis 12 J.). Anm.

erf.

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00, 14.00: Welcome to diversCITY! Queer in

Schöneberg und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00:1,2,3,Kultummel–Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

10.00: Ahoi, Papieraten!, KreativeSommerferien im

Labyrinth Kindermuseum

me Collectors RoomBerlin (Auguststr.68)

12.00: Art&Kids, Offenes Kinderprogramm

METEUM des TJP e.V. (✆ 654 84 95 90)

10.00: DIY! –Knete,Badeperlen, Radiergummi,

Samenbomben selbstgemacht!, Workshop (ab8bis

12 J.). Anm. erf.

SO36 (✆ 61 40 13 06)

17.00: Roller Kidz,Rollschuhdiskofür Kinder

LITERATUR/VORTRAG

Literaturhaus Berlin (✆ 88 72 86 -0)

21.00: Wortservierung: LächelnSie! Ja Sie! –Schluss

mit Jammern!!!, vonMarkus Flähmit Richard Burger

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

FÜHRUNG

Ansichtssachen (✆ 99 54 80 53)

11.00: Reichstag &Regierungsviertel: Mit Dachterrasse

und Kuppel, Treff: Brandenburger Tor, vorder

Touristeninformation. Anm. erf.

11.00: Prenzlauer Berg: Zwischen Babyboom und

Konnopkes Currywurst, Treff: Gethsemanekirche,

Stargarder /EckeGreifenhagener Str.. Anm. erf.

15.00: Bingo, Bunker &Bikini: Geheimnisse des

Kurfürstendamm, Treff: Kurfürstendamm/EckeRankestr.,

gegenüber der Gedächtniskirche. Anm. erf.

15.00: 30 Jahre Mauerfall: Die Bernauer Straße,

Treff: U-Bhf. Eberswalder Str., Schönhauser Allee/Ecke

Eberswalder Str.. Anm. erf.

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in den aktuellen Ausstellungen

14.00: Kuratorenführung in den aktuellen Ausstellungen

14.00: Kurator*innenführung: Lotte Laserstein. Von

Angesicht zu Angesicht.

Bärentouren (✆ 46 06 37 88)

14.00: Berlin on the Second View –Berlin insider

tour to famous historicalsights, Meeting point:

‚Granitschale’ (big stone bowl), Lustgarten, Führung in

engl. Spr.. Anm. erf.

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit derRomantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann über die Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-Berliner Sagen und

Anekdoten: romantiktour zwischen Hackeschem Markt

und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf.Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: The Ghost Tour with Nightwatchman –Tracing

the ghosts andsagas of Old-Berlin, Meeting point:

Entrance Nikolaikirche, Propststr.(Mitte), English

guided tour.. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf den Spuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm.erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

11.00, 12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30:Dalí –

Die Ausstellung am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

15.00: Demokratie-Labor,Treff: Ausstellungshalle

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00: Forschen, Entdecken, Verstehen –Die Wunderkammer

Olbricht, Treff: Counter im me Collectors

Room Berlin

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

14.00: Ältestes Berlinüber- wie unterirdisch: Klosterviertel

–archäologischer Ort–James-Simon Ehrung,

erste Stadtmauer,Franziskaner-Ruine, lnstanzenweg,

Bernd S. Meyer, Treff: Klosterstr., Eingang Parochialkirche

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

10.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00:Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr, Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Krimishow

Der Journalist

und der Lehrer

als Unterhalter

Klüpfel und Kobr sind nicht

nur als Autorenduo mächtig

erfolgreich. Ihre Krimis verkaufen

sich prima, was daran

liegt, dass sie auf originelle

Weise etwas variieren, was so

viele andere auch tun: Sie lassen

einen Kommissar nach einem

Mörder suchen. Klüpfel

und Kobr stellen sich mit ihrem

Herrn Kluftinger (ihr

Kommissar, der erst seit 2018,

seit dem 10. Band einen Vornamen

hat) auch auf die Bühne.

Dabei lesen sie nicht die unterhaltsamen

Fallgeschichten

aus dem Allgäu vor –sie spielen

sie. Volker Klüpfel, der

Feuilletonredakteur bei der

Augsburger Allgemeinen war,

bevor er Schriftsteller wurde,

und Michael Kobr, der als

Realschullehrer arbeitete, bevor

erSchriftsteller wurde, beweisen

live soviel komisches

Talent, dass sie nicht nur Fans

unter den Lesern, sondern

auch den Kabarettzuschauern

haben. Cornelia Geißler

Klüpfel&Kobr 20 Uhr, Wühlmäuse,

Pommernallee 2–4

Der 2012 gestorbene amerikanische Schriftsteller William Gay.

Die Sauergurkenzeit ist da,

auch wenn es das Wetter

aktuell nicht vermuten

lässt. Mit anderen Worten:

Der Juli ist für Lesungen eine

schlechte Zeit, es finden de facto

kaum welche statt. Um Sie trotzdem

mit Lesetipps erfreuen zu können,

habe ich mir zwei Bücher herausgesucht,

die mich zu bestimmten Zeiten

in meinem Leben fasziniert und

unterhalten haben.

Beide Werke haben gemeinsam,

dass ich sie im Sommer gelesen

habe. Ich mag diese Romane auch

deshalb, weil sich immer das Gefühl

des Sommers bei mir einstellt, wenn

ich sie mal zur Hand nehme: DasGefühl

von hitzeschweren Abenden,

lauer Sommerluft und Sommerduft.

Eines der Bücher,die perfekt in diese

Jahreszeit passen, kommt vom hierzulande

wenig bekannten und vor

sechs Jahren verstorbenen Autor

William Gay.

Der Roman „Nächtliche Vorkommnisse“

lässt sich, wie überhaupt

das Werk Gays, geboren 1941

im amerikanischen Tennessee, dem

Genredes Südstaaten-Gothic zuordnen,

dessen berühmtesten Vertreter

Marcus Weingärtner

kann im Juli keine Lesungen empfehlen,

schlicht, weil es zurzeit nur sehr wenige

gibt. Dafür aber zwei Romane,

mit denen man sich dieZeitauch aufs

Allerbeste vertreiben kann: William Gays

„Nächtliche Vorkommnisse“

und Marlen Haushofers

Klassiker „Die Wand“.

WILLIAMGAY.NET

wohl William Faulkner, Truman Capote

und Cormac McCarthy sein

dürften. Wie bei diesen ist auch

„Nächtliche Vorkommnisse“ bevölkert

von einer von Armut und Depression

gezeichneten und zwielichtigen

Klientel aus dem tiefen Süden

der Vereinigten Staaten.

Einseelenloser Killer verfolgt den

Jungen Kenneth Tyler, ein Auftrag

treibt den gedrungenen Mörder vorwärts,

der entfernt an Cormac

McCarthys Anton Chigurh erinnert,

diesen sinisteren quasi unbesiegbaren

Kriminellen, dessen verquere

Moralvorstellungen ihn zur faszinierendsten

Figur in „Kein Land für alte

Männer“ macht.

Doch „Nächtliche Vorkommnisse“

ist kein simpler Thriller, Gays

Prosa ist so opulent und von einer

teilweise erdrückenden Schwere,

dass es bis ans Verquaste heranreicht.

Seine Figuren scheinen sich

in einer Art schlafwandlerischem

Dauerzustand zu befinden, als ob

die Hitze der Südstaaten alles verlangsamen

würde.

Der Autor treibt seine Protagonisten

in ihrer Verfolgungsjagd in

eine unwirtliche und surreale

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51)Yesterday15.00,

17.30; Gauguin 20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Ein Becken voller

Männer 15.15; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

18.00; Yesterday 20.30

DelphiFilmpalast (✆ 312 10 26) Yesterday 14.00,

16.45;Apocalypse Now (OmU) 19.30

Delphi LUX (✆ 322 931040) Unsere große kleine

Farm 15.30, 17.45, 20.00; TelAviv OnFire 15.40,

18.00, 20.20; Kursk (OmU) 14.10,18.00; Rocketman

(OmU) 15.20, 20.40; Der Klavierspieler vom

Gare duNord 14.00; Geheimnis eines Lebens –

Red Joan (OmU) 16.15,18.40;The Dead Don‘t Die

(OmU) 21.00; Zwischen den Zeilen 15.00; All My

Loving 17.20; Burning 20.00;Yesterday(OF) 15.30,

18.15, 21.00; They Shall Not Grow Old (OmU)

16.45, 19.00; TelAviv On Fire (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Unsere große kleine

Farm (OmU) 18.15; Kursk 20.15; Eine moralische

Entscheidung 18.00; Traumfabrik 20.00

Kant Kino (✆ 319 9866) Pets II 14.00, 16.00,

18.00, 21.00; Geheimnis eines Lebens 15.30,

18.00, 20.30; Kleiner Aladin 13.50, 15.40; Rebellinnen:

Leg‘ dich nicht mit ihnen an! 14.30,17.30,

19.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 14.00;

Kroos 16.00, 18.30; Rocketman 16.30, 21.00; Nur

eine Frau 19.00; Jussi Adler-Olsen 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Spider-

Man II 13.30, 16.30; Apocalypse Now 19.30; Pets

II 12.30, 14.30; Rocketman 17.00; 3D: Spider-

Man II 20.00, 23.00; Aladdin 12.30; Spider-Man

II 15.20; 3D: Pets II18.15; Annabelle III 20.30,

23.10; Kroos 12.00, 17.30; Traumfabrik 14.40,

20.20; John Wick III 23.10; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 12.15; 3D: Pets II 14.30; 3D:

Aladdin 16.45, 19.45, 22.40; Ein Becken voller

Männer 12.00, 15.00; Annabelle III 17.50; Pets II

20.20; The Dead Don‘t Die 22.30; Drei Schritte zu

Dir 12.00; Britt-Marie war hier 14.30; Traumfabrik

16.50; Rocketman 19.45; Rocketman (OF) 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Willkommen

imWunder Park 11.00; Tolkien (OmU) 12.30;

Berlin Bouncer (OmenglU) 14.30; Kleiner Aladin

16.00; Electric Girl (DFmenglU) 17.30; Free Solo

(OmU) 19.00; The Dead Don‘t Die (OmU) 20.45;

Border 22.30; Once Again –Eine Liebe inMumbai

(OmU) 11.00; Klasse Deutsch (OmU) 12.45; Atlas

(OmenglU) 14.15; Edie –Für Träume ist es nie zu

spät 16.15; Eine moralische Entscheidung 18.00;

Unsere große kleine Farm 19.45;

Rocketman (OmU) 21.15; One Cut of the Dead –

Kamera otomeru na! (OmU) 23.15; Der Goldene

Handschuh 11.00; Vice –Der zweite Mann (OmU)

12.45; Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 15.00;

PokemonMeisterdetektiv Pikachu 16.30;Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit –At Eternity‘s Gate

(OmU) 18.15; Spider-Man II 20.15; 3D: Spider-

Man II(OF) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Mirai: Das

Mädchen aus der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU)

16.00; Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU)

18.00; Rocketman (OmU) 20.00; Burning –Beoning

(OmU) 22.15; Push –Für das Grundrecht auf

Wohnen (OmU) 16.00;Campus Galli –Das Mittelalter-Experiment

17.45; Erde(OmU)19.30; The Artist

&The Pervert (OmU) 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Rocketman 13.45,

15.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.45;

3D: Pets II 13.45, 16.00, 18.15, 19.30; Yesterday

14.00, 16.45, 19.30; IMAX 3D: Spider-Man II

14.00, 17.00, 20.00; Traumfabrik 14.10, 19.40;

Aladdin 14.20, 16.15; Pets II 14.45, 17.00; Men

in Black: International 14.45; Kleiner Aladin 14.45;

Spider-Man II15.00, 17.55, 19.20; Drei Schritte

zu Dir 15.00, 17.30, 20.15; Godzilla 2–King of

the Monsters 15.10; Kroos 16.40; Pets II –The

Secret Life ofPets 2(OF) 16.50; Geheimnis eines

Lebens 17.10; Avengers: Endgame 17.30; Annabelle

III 17.50,20.50; X-Men: Dark Phoenix 18.15;

Brightburn: Son of Darkness 18.20; Unsere große

kleine Farm 19.00; Apocalypse Now 19.15; Sneak

Preview 20.30; Long Shot –Unwahrscheinlich,aber

nicht unmöglich 20.45; Ein Becken voller Männer

20.45;Spider-Man II (OF) 21.00; 3D: MeninBlack:

International 21.20; Kursk 21.20

Zukunft (✆ 01 76/57861079) #Female Pleasure

(OmU) 18.00; OBeautiful Night (OmenglU; Black

Neon Edition) 20.00; Der Goldene Handschuh

21.45; Kaviar 18.00; Berlin Bouncer (OmU) 20.00;

Lord of the Toys 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Spider-Man II

13.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.45;

3D: Pets II14.00, 17.20; Aladdin 14.00, 17.15,

19.50; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.10,

17.15; Pets II14.20, 16.50, 20.00; Kleiner Aladin

14.50;3D: Spider-ManII16.45,19.30; Drei Schritte

zu Dir 16.45, 19.40; 3D: Men inBlack: International

17.00; Traumfabrik 20.00;John Wick III20.00;

Annabelle III 20.15

Kino Kiste (✆ 998 7481) Mister Link: Ein fellig

verrücktes Abenteuer 12.50; Kaviar 14.25; Aladdin

16.00; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 18.15; Van Gogh: Ander Schwelle zur

Ewigkeit 20.25

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 11.50; Aladdin

11.50, 14.20, 17.00, 20.00; 3D: Pets II 12.00,

14.10, 17.10; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

12.10; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

12.15; Kleiner Aladin 12.20, 14.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.30, 14.50; Willkommen

im Wunder Park 12.40; Pets II 12.40, 15.00,16.00,

18.10, 19.40; 3D: Spider-Man II 14.15, 17.20,

20.10; Dancing Queens 14.30; Bailey: Ein Hund

kehrtzurück 14.40;3D: Aladdin 14.45;Spider-Man

II 16.40, 19.50; Godzilla 2–King ofthe Monsters

16.50; Traumfabrik 17.10, 20.00; Annabelle III

17.15, 20.20; Drei Schritte zu Dir 17.30, 20.15;

Apocalypse Now 19.30; John Wick III 19.45

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Yesterday (OmU)

17.10,19.50,22.30; B The Dead Don‘t Die (OmU)

17.00,19.20,21.40

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Burning –

Beoning (OmU) 17.45; Erde (OmU) 18.00; Das

melancholische Mädchen 20.15, 22.00; Nuestro

tiempo –OurTime (OmU) 20.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Unsere große kleine

Farm –The BiggestLittle Farm (OmU) 13.15, 15.30,

17.45; Blue (OF) 20.00; ColdWar: Der Breitengrad

der Liebe –Zimna wojna (OmenglU) 22.45; Die

Winzlinge: Abenteuer in der Karibik 10.45; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.00; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 15.15; Tel Aviv

On Fire (OmU) 17.30, 19.45, 22.00; TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 11.45; Checker Tobi und

das Geheimnis unseres Planeten 16.30; Inna de

Yard –The Soul ofJamaica (OmU) 18.30; Unsere

große kleine Farm –The Biggest Little Farm (OmU)

20.45; Climax (OmU) 23.00

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Der Sommer

mit Mama –Que horas ela volta (OmU) 20.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Wo ist Kyra? 17.30;

Burning –Beoning (OmU) 19.00; Die Mission der

Lifeline (OmenglU) 17.30; My Days of Mercy (DF)

19.00; Kaviar (OmenglU) 21.00; OBeautiful Night

(OmenglU) 22.45

Yorck (✆ 78 91 32 40) Kleiner Aladin 15.00; Yesterday

16.50, 20.30; New Tel Aviv OnFire 16.00,

19.30,21.45; Unsere große kleine Farm 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Pets II 14.00,

16.00, 19.45; Spider-Man II 14.15; Yesterday

14.45, 17.30, 20.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.45; Kleiner Aladin 15.00; 3D: Spider-

Man II17.00, 20.00; Kroos 17.00; Ein Becken voller

Männer 17.15; 3D: Pets II 18.00; Traumfabrik

20.15; Aladdin 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Nonna Mia!

13.00; 3D:Aladdin 13.00;Geheimnis einesLebens

13.15; Pets II 15.15; Kaviar 15.45; Drei Schritte

zu Dir 15.45, 20.15; Aladdin 17.20; Unsere große

kleine Farm 18.00; 3D: Pets II 18.15, 20.30; Apocalypse

Now 20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 11.30; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 11.45; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 11.45; Pets II12.00, 14.15, 16.45;

KleinerAladin 12.00, 14.30; Aladdin 12.00, 13.50,

17.00, 19.45; 3D: Pets II 12.30, 15.00, 17.30,

20.15; Spider-Man II 14.00; Men in Black: International

14.00; Drei Schritte zu Dir 14.00, 17.00;

Avengers: Endgame 15.15; 3D: Spider-Man II

16.30, 19.45; Traumfabrik 16.45, 19.50; Annabelle

III 17.05, 20.15; X-Men: Dark Phoenix 19.30;

3D: Men inBlack: International 19.50; John Wick

III 19.50

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Mirai: Das Mädchen aus der

Zukunft 17.00; Eine moralische Entscheidung –Bedoone

tarikh, bedoone emza (OmU) 19.00; Electric

Girl(OmenglU)21.00; Mamacita (OmU)18.00; Nur

eine Frau (OmenglU) 19.45;Wenn Fliegen träumen

21.45

Babylon (✆ 242 59 69) IndoGerman Filmweek:

Amar (OmenglU) 17.15; IndoGerman Filmweek:

Halkaa (OmenglU) 17.30; IndoGerman Filmweek:

Buddha.mov (OmenglU) 18.00; IndoGerman Filmweek:

Dombivli Fast (OmenglU; m.Gast u. Gespräch)

19.30; IndoGerman Filmweek: Super 30

(OmenglU) 19.30; IndoGerman Filmweek: Abyakto

(OmenglU) 20.00; IndoGerman Filmweek: Kabir

Singh (OmenglU) 21.30; IndoGerman Filmweek:

Dombivli Return (OmenglU; m.Gast u. Gespräch)

21.45; IndoGerman Filmweek: The Last Color

(OmenglU) 22.30

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Yesterday

(OmU) 10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 20.00,

22.30; Rocketman (OmU) 12.30, 19.30, 22.15;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 15.00;

Der Klavierspieler vom Gare du Nord –Aubout des

doigts (OmU) 17.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 11.00; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 11.10; Kleiner Aladin 11.15,

13.30; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 11.15; Spider-Man

II 11.20, 14.20; 3D: Pets II 11.30, 14.40,

17.00; Yesterday 11.40, 14.30, 17.15, 20.10,

23.00; Rocketman 11.45; Pets II 12.30, 15.20,

17.30, 19.30, 22.15; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 13.15; Avengers: Endgame 13.30; Aladdin

13.45, 16.45; X-Men: Dark Phoenix 13.50; Traumfabrik

14.50, 15.40; 3D: Spider-Man II 16.40,

19.40, 22.45; Drei Schritte zu Dir 17.20; Men in

Black: International 17.30; Annabelle III 17.50,

20.30, 23.15; Apocalypse Now 19.45; John Wick

III 19.50, 23.00; Sneak Preview 20.00; 3D: Aladdin

20.20; 3D: Avengers: Endgame 22.00; 3D:

MeninBlack: International 23.10; 3D: X-Men: Dark

Phoenix 23.15

Hackesche Höfe (✆ 2834603) Inna de Yard –The

Soul of Jamaica (OmU) 14.30; Nonna Mia! –Metti

la nonna in freezer (OmU) 16.45, 19.00;Apocalypse

Now(OmU) 21.15; Berlin Babylon (Omdt+englU)

14.30; Ein Becken voller Männer –Legrand bain

(OmU) 16.30, 19.00; Nuestro tiempo –Our Time

(OmU) 21.30; Sunset –Napszallta (OmU) 14.45;

Unsere große kleine Farm –The Biggest Little Farm

(OmU) 17.45; The Dead Don‘t Die (OmU) 19.45; O

Beautiful Night (OmenglU) 22.00; Tel Aviv On Fire

(OmU) 14.45, 19.00; Das melancholische Mädchen

(OmenglU) 17.00, 21.15; Burning (OmU)

14.00, 21.00; Rebellinnen: Leg‘ dich nicht mit ihnen

an! –Rebelles (OmU) 17.00, 19.00

International (✆ 24 75 60 11) International

Unsere große kleine Farm 14.00; Yesterday (OmU)

16.20, 19.00; Siegessäule und Teddy präs. Mon-

Gay: Nobody‘s Watching (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Willkommen imWunder Park 12.00; Spider-Man II

12.00,14.00, 17.00, 19.30; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 12.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.00, 14.45; Pets II 12.00, 14.30, 17.00;

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer 12.00;

Kleiner Aladin12.00,14.15; Aladdin12.00, 14.15,

17.10, 19.30; 3D: Pets II 12.30, 15.00, 17.30;

Traumfabrik 14.00, 17.10;

Drei Schritte zu Dir 14.00, 16.45; TKKG –Jede Legende

hat ihrenAnfang 14.45; Men inBlack: International

16.30, 20.10; Spider-Man II(OF) 17.00,

19.50;Annabelle III 17.10, 20.10; 3D: Spider-Man

II 20.00; Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview

20.00; Apocalypse Now 20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19)Apollo 11 (OmU) 12.00,

18.30; Aladdin (OmU) 14.00; Tel Aviv On Fire

(OmU) 16.30, 20.10; Kursk (OmU) 22.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50)Yesterday (OF) 16.50;

Apocalypse Now (OmU) 19.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Yesterday (OmU) 18.00,

20.40; The Dead Don‘t Die (OmU) 18.15, 20.45;

Nur eine Frau 19.00; Rocketman – Rocketman

(OmU) 21.15

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Spider-Man II (OF)

17.40, 20.30, 22.20; Geheimnis eines Lebens –

Red Joan (OmU) 16.40; The Dead Don‘t Die (OF)

20.00, 22.30; TelAviv On Fire (OmU)17.15, 19.30,

21.40; Burning –Beoning (OmU) 17.00; They Shall

Not Grow Old (OmU) 19.00; Burning – Beoning

(OmenglU) 21.15; Kursk (OmU) 17.20, 20.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Aladdin

13.50, 16.45, 19.45; Yesterday 14.10, 17.10,

20.00; Pets II14.15, 17.10, 20.15; Spider-Man II

14.30; Kleiner Aladin14.30; 3D: Pets II 15.00; 3D:

Spider-Man II 16.30, 19.30; Traumfabrik 16.45;

Annabelle III 17.40,20.15; Sneak Preview 20.15

Wolf (✆ 921 039333) Mo &Friese unterwegs

16.00; Nuestro tiempo –Our Time (OmU) 16.00;

Tonari no Totoro – Mein Nachbar Totoro 16.50;

High Life (OmU) 18.50; Unsere große kleine Farm

(OmenglU) 19.10; Apocalypse Now (OmU) 21.00;

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Pets II

14.00, 16.00, 18.00, 20.50; Yesterday 18.00,

20.40; Kleiner Aladin 14.30; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 16.20; Geheimnis eines Lebens

18.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Yesterday

15.20,18.00,20.40; Sneak Preview22.00;Tel Aviv

On Fire 16.10, 18.20, 20.30; Pets II 16.00, 18.00,

20.00; Der Klavierspieler vom Gare du Nord 14.45;

Geheimnis eines Lebens 17.00, 19.30; Burning

20.00; Kleiner Aladin 14.50; Unsere große kleine

Farm 16.40, 18.50; The Dead Don‘t Die (OmU)

21.00


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 23

· ·

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Tagestipp

KALENDER

Besuch im Inneren

Keine Lesungen, dafür zwei Romanempfehlungen für den Sommer

LITERATUR

„Ein deutsch-slowenischer Abend

mit Wein und Poesie“ mit Sonja vom

Brocke, Hendrik Jackson, RikeScheffler,

Jana Putrle Srdic, Vesna Liponik und

Uroš Prah. In Kooperation mit dem Centre

for Slovenian Literature.

17. Juli, 19.30 Uhr,Literarisches Colloqium

Berlin. Am Sandwerder 5.

Der Eintritt ist frei.

Landschaft, als Harrikin bezeichnet,

in der wie in Tarkowskis Filmen

Logik und Raum abhanden kommen.

Ein Gebiet, das den Traumlandschaften

näher ist als einem

realen Ort, ein Selbstfindungstrip

für den jungen Kenneth Tyler, diesen

Überlebenstypen.

„Die Wand“ ist der Titel eines anderen

Buches, das mich weit über

einen Sommer hinaus beschäftigte.

Marlen Haushofers weltbekannter

Klassiker braucht eigentlich

keine Einführung mehr, wohl

aber immer wieder eine Erwähnung.

Selten hat mich ein Buch so

in den Bann geschlagen wie Haushofers

Erzählung einer vonFamilie und

Leben enttäuschten Frau, die in einer

von einer unsichtbaren Wand

umzäunten Gebirgsregion zu sich

selbst und zu einem besseren weil

„echteren“ Leben finden muss.

Man kann „Die Wand“ lesen

wie einen Science-Fiction-Roman,

aber auch wie eine Metapher

auf das Innere und das Äußere,

den Kampf, den ein jeder

alltäglich mit sich und der Welt

ausfechten muss. Haushofers Roman

von 1963 hat sicherlich Längen,

ist sowohl Zivilisationskritik

als auch eine positive Betrachtung

einer radikalen, wenn auch

erzwungenen inneren Einkehr.

Eine Robinsonade von unschätzbarem

literarischem Wert. Das

Buch zu einer Bibel einer Art des

Öko-Feminismus zu stilisieren

wie es unlängst in Frankreich passiert

ist, halte ich allerdings für

eine Fehlinterpretation.

Wen esdoch vor die Tür zieht,

dem sei noch folgende Veranstaltung

empfohlen: „Ein deutsch-slowenischer

Abend mit Wein und

Poesie“ mit Sonja vom Brocke,

Hendrik Jackson, Rike Scheffler,

Jana Putrle Srdic, Vesna Liponik

und Uroš Prah am 17. Juli im Literarischen

Colloqium Berlin.

Im Juni vergangenen Jahres besuchten

die drei Berliner Dichter

Sonja vom Brocke, Hendrik Jackson

und Rike Scheffler auf Einladung

des Center for Slovenian Literature

ihre slowenischen Kollegen

Jana Putrle Srdi,Vesna Liponik

und Uroš Prah. Diesen Monat

kommen die drei slowenischen

Dichter zum Gegenbesuch an den

Wannsee.

Rock

Erinnerung

an die

Liebe

Die Konzerte dieses Sommers

ziehen vorüber. als

seien sie die Exponate eines

Rock- und Pop-Museums, immer

öfter versehen mit dem

Zusatz: Abschiedstournee.

Dasheftet sich die 1976 in New

York gegründete Band Foreigner

nicht an, wohl auch deshalb,

weil aus der Gründungsformation

nur noch der Gitarrist

Mick Jones mit von der

Partie ist. Aber wer schaut

schon ins Kleingedruckte? Die

Foreigner-Fans wollen sich erinnern

lassen an die Zeit, als

sie jünger waren und inbrünstig

mitsangen:„I Want to Know

What Love Is“. Lange her,aber

man kann verlässlich davon

ausgehen, dass Hits wie „Cold

as Ice“, „Urgent“ und „Waiting

for a Girl Like You“ immer

noch das Programm bestimmen.

Für ein bisschen Avantgarde-Gefühl

mag indes der

Blues- und Fusion-Gitarrist Richie

Kotzen sorgen, der ebenfalls

auftritt. HarryNutt

Foreigner 19 Uhr,ZitadelleSpandau,

Am Juliusturm64

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblickins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Hammour /Roman /Marcelli Trio –Tributeto

PatMetheny

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str. 70)

21.00: DonnyBenét

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.30: Bloodywood, Nerd School

Lettrétage (✆ 692 45 38)

20.00: Reison Kuroda undTomomi Adachi

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series: Larry Porter

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mitJürgen

Bailey

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Olga ReznichenkoTrio

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Grindhouse +The Beatmaster-M-Allstars

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

19.30: Die offene Liederbühne Pankow

Zitadelle Spandau (✆ 35 49 44 29 7/)

19.00: Citadel Music Festival: Foreigner,special

guest: Richie Kotzen

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One invites Raving Lebanon, SIIN, DJ

Schere, zEn

House of Weekend (Alexanderstr.7)

19.00 Rooftop Bar:MondayMood

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: Electric Monday, Don Tom, Diana May, Frankie

Flowerz

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Scandal!, DK, Zissa

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 18.00: Multisexual Boxhopping

21.00: Sing on Stagewith Zoe

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.00: Roller SkateDisko, Rollers HiFi

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 Globus: House of Waxx, Ralf, Nick Anthony

Simoncino, RobertDrewek

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Montagsswing,MondaySwing Night DJ Team

MUSEEN

Berlin StoryBunker (SchönebergerStr.23a)

10.00: Geschichte der Hauptstadt, Di-Fr 10-19, Sa/

So/Feiert. 12-20 Uhr;23.12.-26.12./31.12. geschl.,

ab 1.1. tgl. 10-19 Uhr

BezirksmuseumMarzahn-Hellersdorf

(✆ 54 79 09 21) 10.00, 11.00: Marzahn-Hellersdorf.

Bezirksgeschichte(n), Mo-Fr 11-17 Uhr

10.00, 11.00: Gesucht –gefunden!, Mo-Fr 11-17 Uhr

10.00, 11.00: ausgegrenzt –verfolgt–ermordet:

Sinti und Roma in Lichtenberg1933-1945, Mo-Fr

11-17 Uhr

Botanischer Garten Berlin (✆ 83 85 01 00)

9.00: StändigeAusstellung im Botanischen Garten,

tgl. 9-20 Uhr

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí –Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

DDR Museum Berlin (✆ 847 12 37 31)

10.00: Geschichte zum Anfassen, tgl. 10-20, Sa

10-22 Uhr

10.00 Foyer: Mein Trabi –26Zweitakt-Geschichten,

tägl. 10-20 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

Georg Kolbe Museum (✆ 304 21 44)

10.00: Lynn Chadwick –Biester derZeit, tgl. 10-18

Uhr

Haus der Wannsee-Konferenz (✆ 80 50 01 -0)

10.00: Villencolonie Alsen am Großen Wannsee, tgl.

10-18 Uhr

10.00: Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord

an den europäischen Juden, tgl. 10-18 Uhr

Keramik-Museum Berlin (✆ 321 23 22)

13.00: 100. Ausstellung des KMB –ein Rückblick,

Fr-Mo 13-17Uhr

13.00: Till Sudeck (1926-2014), Fr-Mo 13-17 Uhr

13.00: Max Roesler,Fr-Mo 13-17 Uhr

Käthe-Kollwitz-Museum (✆ 882 52 10)

11.00: Mehr als einLeben. Dauerausstellung des

Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, Käthe Kollwitz,tgl.

11-18 Uhr

11.00: Verein der Berliner Künstlerinnen: 12 aus 46,

tgl. 11-18 Uhr

Liebermann-Villa am Wannsee (✆ 80 58 59 00)

10.00: MaxLiebermann –Gartenbilder,Apr.-Sept.

Mi-Mo/Feiert. 10-18 Uhr,Okt.-Mär.Mi-Mo/Feiert.

11-17 Uhr

10.00: MaxLiebermann und Lesser Ury. Zweimal

Großstadt Berlin, Mi-Mo/Feiert. 10-18 Uhr

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

(✆ 28 59 94 07) 10.00: Blindes Vertrauen –

versteckt am Hackeschen Markt1941-1943, tgl.

10-20 Uhr

10.00: „... und immer wieder bewundernwir Eure

mit aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete“, tgl.

10-20 Uhr

Museum für Film und Fernsehen (✆ 300 90 30)

10.00: 120 Jahre Deutsche Filmgeschichte und

Fernsehgeschichte in West und Ost, Di-So 10-18, Do

10-20 Uhr

10.00: Kino der Moderne. Film in der Weimarer

Republik, Mi-Mo/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Nikolaikirche (✆ 24 00 21 74)

10.00: VomStadtgrund bis zur Doppelspitze –800

Jahre Berliner Nikolaikirche im Überblick, tgl. 10-18

Uhr

Pergamonmuseum. Das Panorama

(Am Kupfergraben 2) 10.00: Pergamon. Meisterwerke

der antiken Metropole und 360°-Panorama von

Yadegar Asisi, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Ramones Museum Berlin (✆ 75 52 88 90)

10.00: Ausstellung zur US-Punkrockband „The

Ramones“, tgl. 10-22 Uhr

Schwules Museum (✆ 69 59 90 50)

14.00: My Dearest Sweet Love:Christopher Isherwood

&Don Bachardy, Mi-Mo 14-18, Do 14-20, Sa

14-19 Uhr

14.00: Karol Radziszewski: Queer Archives Institute,

Mi-Mo 14-18, Do 14-20, Sa 14-19 Uhr

Stasi Museum Berlin (✆ 553 68 54)

10.00 Haus 1: Staatssicherheit in der SED-Diktatur,

Mo-Fr 10-18, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

The StoryofBerlin (✆ 88 72 01 00)

10.00: 800 Jahre Berliner Geschichte, tgl. 10-20 Uhr

10.00: Topographie des Terrors, tgl. 10-20 Uhr

Trabi-Museum Berlin (✆ 30 20 10 30)

10.00: Die Welt der Trabis, tgl. 10-18 Uhr

Werkbundarchiv –Museum der Dinge

(✆ 92 10 63 11) 12.00: 111/99: Einzelstück oder

Massenware?, Do-Mo 12-19 Uhr

KINO

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 0200)

Zwischen den Zeilen –Doubles vies (OmU) 14.00;

Spider-Man II 14.00,17.00, 20.00, 22.30; Kleiner

Aladin 14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15; Yesterday (OmU) 14.30, 16.40, 19.30,

22.45; 3D: Pets II 14.30, 16.45; TKKG 14.50; Pets

II 14.50, 17.10; Tolkien (OmU) 16.15; Traumfabrik

17.00; Rebellinnen: Leg‘ dich nicht mit ihnen an! –

Rebelles (OmU) 17.15,21.20; Kursk (OmU) 17.15,

20.00;UnseregroßekleineFarm(OmU) 19.00;Geheimnis

eines Lebens (OmU) 19.00; Pets II (OmU)

19.30; Apocalypse Now (OmU) 19.45; Sneak Preview

20.00; Avengers: Endgame (OmU) 21.30; The

Dead Don‘t Die (OmU) 21.45; Rocketman (OmU)

22.20; Kaviar 23.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Rohstoff 17.30;

Das melancholische Mädchen (OmenglU) 18.30;

Audre Lorde: TheBerlin Years 1984 to 1992 –Audre

Lorde: Die Berliner Jahre 1984-1992 (OmenglU)

20.00;Westler 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00)Traumfabrik

14.10, 19.50; Spider-Man II 14.10; Aladdin

14.10, 17.05, 19.50; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15; Godzilla 2–King of the Monsters

14.15; Drei Schritte zuDir 14.15, 17.00; Ein Becken

voller Männer 14.20,17.10; Yesterday 14.30,

17.15, 20.00, 22.30; Pets II 14.30, 17.00; Kleiner

Aladin 14.30; 3D: Spider-Man II 16.45, 20.00,

22.45; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich 16.45; Jussi Adler-Olsen 17.15; Annabelle

III 17.15, 20.15, 22.45; Unsere große kleine

Farm 17.30; X-Men: Dark Phoenix 19.45; 3D:

Men in Black: International 19.45; Rebellinnen:

Leg‘ dich nicht mit ihnen an! 20.00; 3D: Pets II

20.00; Annabelle III (OF) 20.00; The Dead Don‘t

Die22.30; Kursk22.45;Kaviar 22.45; John Wick III

22.45; Brightburn: Son ofDarkness 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 11.00; Aladdin

11.00,14.00,17.10; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

11.10; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 11.15;

Spider-Man II 11.30, 13.30; 3D: Pets II 11.50,

14.10, 17.00; Kleiner Aladin 12.00, 14.20; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 12.10; Pets II 12.20,

14.50, 17.20, 19.40; Yesterday 13.30, 16.30,

19.45; Drei Schritte zuDir 13.50, 16.50, 20.10;

Men in Black: International 14.30; Dancing Queens

14.45; Rocketman 16.30; Traumfabrik 16.40,

19.45; 3D: Spider-Man II 16.45, 20.00; Annabelle

III 17.30, 20.20; John Wick III 19.30; 3D: Aladdin

19.50; Sneak Preview 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Ein Becken voller Männer14.45;Rocketman 17.40,

20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Der Fall Collini 18.00;

Rocketman 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Yesterday (OmU) 17.45,

20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Ein Becken voller Männer

–Legrand bain (OmU) 18.00; My Days of Mercy

(OmU) 20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) 3D: Pets

II 9.55, 12.40, 14.20, 17.20; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 10.00, 12.10; Spider-Man II

10.00, 14.15, 16.55; Pets II 10.00, 12.15, 14.30,

16.50; Kleiner Aladin 10.00, 12.10; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.55, 14.40; Drei Schritte

zu Dir 14.15, 16.40, 19.40; Traumfabrik 17.15;

3D: Spider-Man II 19.40; Apocalypse Now 20.00;

Sneak Preview 20.15;Annabelle III 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 16.00; Rocketman

18.00; Monsieur Claude II 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Yesterday 14.30,

17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 10.00,

12.45; Spider-Man II10.00,12.20, 15.05, 16.50;

Pets II 10.00, 12.15, 14.30, 16.30, 17.00, 20.15;

3D: Pets II 10.00, 12.20, 14.40, 18.05; Kleiner

Aladin 10.00, 12.10; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

10.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.30,

14.55; Aladdin 12.15, 14.50, 17.20, 19.30; Drei

Schritte zuDir 13.45; Men in Black: International

14.10, 19.30; Traumfabrik 17.00, 20.00; Annabelle

III 17.40, 20.25, 23.00; 3D: Spider-Man II19.55,

23.00; Apocalypse Now 20.00; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 22.20; John

Wick III 22.30; Spider-Man II(OF) 23.00; Sneak

Preview (OF) 23.00; Sneak Preview 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) TKKG –Jede

Legende hat ihren Anfang 13.00; Kleiner Aladin

13.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.30;

Pets II 13.45, 15.45, 20.30; Yesterday 15.15,

18.00, 20.30; Drei Schritte zu Dir 15.30, 20.30;

Spider-Man II 15.45; 3D: Spider-Man II 17.45,

20.30; Roads 18.00; 3D: Pets II 18.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Pionierinnen des Film

Noir: Mordets melodi –Melodie des Todes (OmenglU)

20.00; Zwei oder drei Dinge, die ich über Lateinamerika

weiß: Kurzfilmprogramm (Lahora de los

hornos; u. andere) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang 12.30,

15.10; Pets II 12.30, 14.20, 16.30; 3D: Spider-

Man II12.45,15.30,17.00,20.40,23.00; Spider-

Man II 13.00, 14.00, 16.15, 19.00, 22.30; Nur

eine Frau 13.10; Bailey: Ein Hund kehrt zurück

13.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.20;

Monsieur Claude II 13.20; Der Klavierspieler vom

Gare du Nord 13.20; Aladdin 13.20,19.40,22.50;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.30; Drei

Schritte zuDir 13.30, 16.20, 19.50, 23.00; After

Passion 13.50; Yesterday 14.00, 17.20, 20.30,

22.50; Der Junge muss andie frische Luft 14.00;

3D: Pets II 14.20, 17.10, 20.00, 23.10; Kleiner

Aladin 14.30; Avengers: Endgame 16.00, 20.30; X-

Men: Dark Phoenix 16.10, 19.15; Ein Becken voller

Männer 16.10, 19.20; Traumfabrik 16.20, 19.30;

Godzilla 2–King ofthe Monsters 16.20; Geheimnis

eines Lebens 16.40; 3D: Aladdin 16.40; Kroos

16.50, 19.30; Annabelle III 16.50, 20.00, 23.00;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.10, 20.00;

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.20; Tolkien

17.50; Rocketman 19.40; Kursk 19.40, 22.50;

Der Fall Collini 19.50; Sneak Preview 20.00; John

Wick III 20.15, 22.20; Men inBlack: International

21.00; 3D: X-Men: Dark Phoenix22.30;Hollywoodtürke

22.30; Brightburn: Son of Darkness 22.40;

Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

22.50; Ma –Sie sieht alles 23.00; Preview: Der König

der Löwen 0.01; 3D: Der König der Löwen 0.01

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

Avengers: Endgame (OF) 13.30; Spider-Man II(OF)

13.40; Yesterday (OF) 13.45, 16.50, 19.30; Pets

II –The Secret Life of Pets 2(OF) 13.45, 17.30,

19.30; Geheimnis eines Lebens –Red Joan (OF)

13.50; Aladdin (OF) 14.10, 17.15; Men inBlack:

International (OF) 14.15; 3D: Pets II –The Secret

Life ofPets 2(OF) 14.20, 16.40; 3D: Spider-Man II

(OF)16.15, 19.40; AnnabelleIII (OF) 16.45, 20.30;

3D: X-Men: Dark Phoenix (OF) 16.50; Brightburn:

Son of Darkness (OF) 17.30; John Wick III –John

Wick: Chapter 3–Parabellum (OF) 19.45; Apocalypse

Now (OF) 19.45; Rocketman (OF) 20.00; 3D:

Aladdin (OF) 20.10

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Pandas

11.30; 3D: Spider-Man II(OF) 12.45, 16.00; 3D:

Spider-Man II 19.15

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Diamantino

(OmU) 18.00; Don‘t Give aFox (OmU) 20.00; Spider-Man

II (OF) 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang 10.00, 12.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 10.00, 14.30; Pets II10.00, 12.00,

14.00, 16.00, 18.00; Mister Link: Ein fellig verrücktes

Abenteuer 10.00; Kleiner Aladin 10.00, 12.00,

14.00, 16.00; Spider-Man II12.00, 14.00, 17.00;

3D: Pets II 12.15, 15.00, 17.00, 20.00, 22.30;

Traumfabrik 17.00; Annabelle III 18.00, 20.00,

22.30; 3D: Spider-Man II 20.00, 22.00; DreiSchritte

zu Dir 20.00;Apocalypse Now 20.15; John Wick

III 22.00

Casablanca (✆ 677 5752) Britt-Marie war hier

18.30; Rocketman 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Spider-Man II 11.30, 14.00; Pets II 11.30, 14.00,

16.30; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 11.35; Ostwind 4–Aris Ankunft 11.45;

Kleiner Aladin 11.55, 14.30; Mister Link: Ein fellig

verrücktesAbenteuer 12.00; Aladdin 12.00,14.20;

3D: Pets II 12.10, 14.40, 17.10, 19.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.15; TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 14.30; Bailey: Ein Hund kehrt

zurück 14.45; Avengers: Endgame 15.00; X-Men:

Dark Phoenix 16.45; 3D: Men in Black: International

16.55; Traumfabrik 17.00, 19.30; 3D: Spider-

Man II 17.05, 20.10; Annabelle III 17.15, 20.10;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.30; 3D: Aladdin

19.30; 3D: Godzilla 2–King ofthe Monsters

19.40; Drei Schritte zuDir 19.55; Sneak Preview

20.00; John Wick III 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 12.00; Spider-Man

II 12.00, 14.00, 17.00, 19.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 12.00; Kleiner Aladin 12.00,

14.45; Bailey: Ein Hund kehrt zurück 12.00; Pets

II 12.15, 14.35, 17.00; 3D: Pets II 12.30, 15.00,

17.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.10;

Aladdin 14.10, 17.00, 19.30; Drei Schritte zuDir

14.20, 17.00; Annabelle III 16.45, 20.10; Traumfabrik

16.50; Spider-Man II(OF) 20.00; Sneak Preview

20.00; Apocalypse Now 20.00; Sneak Preview

(OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Erde (OmU) 19.00;

AMan of Integrity: Ein integerer Mann –Lerd (OmU)

21.15

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 10.00; Yesterday 12.45,

15.15,17.45, 20.15; Pets II 10.30, 12.30,14.30,

16.30,18.30,20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Die Wiese –

Ein Paradies nebenan 16.00; Der Klavierspieler vom

Gare du Nord 18.00; Kursk 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) TKKG – Jede

Legende hat ihren Anfang 13.00; Dancing Queens

15.45; Ein Becken voller Männer 17.45; Geheimnis

eines Lebens 20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Der Flohmarkt von Madame

Claire 18.00; Vorhang auf für Cyrano 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Geheimnis eines Lebens

15.45,20.30; Unsere große kleine Farm 18.15

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Friedrichshagen (✆ 65 01 31 41)Der

Junge muss an die frische Luft 21.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 2834603) Apocalypse

Now (OmU) 21.30

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Astrid (OmenglU) 21.30

Freiluftkino Kreuzberg Gundermann (OmenglU)

21.30

Freiluftkino Rehberge Call Me By Your Name 21.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) The Short

Nights of Berlin: Kurzfilmprogramm (OmenglU)

21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

Apocalypse Now (OmU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Talking

About Trees (OmenglU) 21.30

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31) Aufbruch zum Mond –First Man

(OmU) 21.30

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Pets II

14.00, 16.15, 18.30; KleinerAladin 14.15;Traumfabrik

16.00, 18.30, 20.30; Geheimnis eines

Lebens –Red Joan (OmU) 16.30, 18.45; Unsere

große kleine Farm 16.45, 18.45; Ein Becken voller

Männer –Legrand bain (OmU) 20.45; Rebellinnen:

Leg‘ dich nicht mit ihnen an! –Rebelles (OmU)

21.00; Pets II (OmU) 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Traumfabrik 13.40, 19.55; Spider-Man II 13.40;

Yesterday 14.00, 16.50, 19.45; Pets II 14.00,

17.15, 20.15; Aladdin 14.00, 17.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.15; Kleiner Aladin

14.15; 3D: Pets II 14.30; 3D: Spider-Man II 16.30,

19.45; Men inBlack: International 16.30;Annabelle

III 16.45, 20.10; Rocketman16.55; Drei Schritte

zu Dir 17.00; John Wick III 19.35; Apocalypse Now

19.50; 3D: Aladdin 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Pets II

15.00, 17.15; 3D: Pets II19.30

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Tolkien 17.15; Anker der Liebe 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Spider-

Man II 11.45, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.45, 14.20; Aladdin 11.45, 14.40;

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.50; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang

12.00; 3D: Pets II 12.00, 14.30, 17.00, 19.30;

Bailey: Ein Hund kehrt zurück 12.00; Pets II 12.30,

15.00, 17.30,20.30; Kleiner Aladin 12.30,14.40;

Dancing Queens 12.30; Men in Black: International

14.20; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.30;Traumfabrik 14.35, 17.25, 20.15; Yesterday

14.45,17.30, 20.00; Rocketman 16.45; 3D:Aladdin

16.45; Drei Schritte zu Dir 16.50, 20.15; 3D:

Spider-Man II17.00, 20.00; Annabelle III 17.30,

20.20; 3D: Men inBlack: International 17.35; 3D:

Avengers: Endgame 19.30; Apocalypse Now 19.45;

John Wick III 19.50

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) TKKG –

Jede Legende hat ihren Anfang 13.15; Pets II 13.45,

16.00; Spider-Man II14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.30; 3D: Spider-Man II 17.30,

20.30;Roads 18.00;3D: Pets II 18.15, 20.30; Drei

Schritte zu Dir 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.00; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 12.05; Aladdin

12.05, 14.15; Pets II 13.00, 15.00, 17.00; 3D:

Pets II 14.00, 16.00; Spider-Man II14.45; Traumfabrik

17.05; 3D: Spider-Man II17.30, 20.00; Annabelle

III 18.00, 20.15; Apocalypse Now 19.30;

Goliath96 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pets II

16.00,17.30, 20.30; Jussi Adler-Olsen 18.00; Drei

Schritte zuDir 20.00


24 Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019

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Spreewild

Klartext

Flugzeuge für

Flüchtende

VonLaura Krüger, 24Jahre

Am29. Juni lief die „Sea-Watch 3“

unter Kapitänin Carola Rackete

unerlaubt in den Hafen von Lampedusa

ein, um 40 Geflüchtete abzusetzen.

Seither beschäftigt der Fall

ganz Europa. HatRackete richtig gehandelt

oder Menschen nach Europa

geschmuggelt? Stehen Menschenrechte

über dem Seerecht? Bei

diesen ganzen Diskussionen um

Recht und Unrecht

stelle ich

mir meine ganz

eigenen Fragen:

Wieso bejubeln

nicht alle, dass

40 Menschen gerettet

wurden?

Laura findet die

Seenotrettungs-

Debatte verlogen.

PRIVAT

Warum lassen

wir zu, dass Menschen

im Mittelmeer

elendig ertrinken?

Stattdessen

diskutiert

Europa jetzt, wie die –ach Mist –Geretteten

effektiv verteilt werden können.Wiewärees,

wenn wir den Menschen

schon innerhalb ihres Landes

zu einer sicheren Flucht verhelfen

würden, statt sie in die Schlauchboote

von Schlepperbanden steigen zu

lassen?Wiewärees, wenn wir Schiffe

stellen würden? Oder gar Flugzeuge?

Dann kämen die, die ohnehin kommen

würden, wenigstens sicher hier

an statt traumatisiert, krank oder tot.

Klingt verrückt?Vielleicht. Dennoch

wäreesrichtig.

Aber dann kommen doch massenhaft

Menschen aus Afrika? Das

denke ich nicht! Menschen verlassen

nicht ohne Grund ihre Heimat. Seit

Jahren streiten wir über eine gerechte

Verteilung der Geflüchteten in Europa.

Ich will nicht wissen, wie viel

Zeit Politiker damit schon zugebracht

haben. Wie viel Geld uns die

endlosen, sich im Kreis drehenden

Debatten gekostet haben. Effektiver

wäre esgewesen, derweil enger mit

den Herkunftsländern zusammenzuarbeiten,

um zu verhindern, dass

sich Menschen überhaupt auf die

Flucht begeben. Vielleicht müssen

mal wieder Tausende Jugendliche

auf die Straße gehen, damit die Politiker

endlich handeln.

Hörprobe

Provokant, verrucht, sexy –sozeigt sich Leonie auf ihrem Instagram-Kanal. Im wahren Leben ist die zierliche 18-Jährige ganz anders.

„Es ist die Angst, etwas zu verpassen“

Instagram war Leonies Droge. Es folgte der Absturz. Ihre Follower waren live dabei

Von Nils Hagemann, 18 Jahre

Leonie trägt eine schwarze

Jacke, einen schwarzen Pullover,

schwarze Jeans und

schwarze Schuhe – bloß

nicht auffallen. Le.ocean trägt meist

bauchfreie Tops, kurze Röcke oder

Hotpants –auffallen um jeden Preis.

Instagram war Leonies Droge. Wie

bei jeder guten Droge folgte der Absturz.

Le.oceans Follower waren live

dabei. „Es ging so weit, dass mich

kaum jemand noch als Leonie kannte.

Für alle war ich nur noch diese

le.ocean“, erzählt das zerbrechliche

Mädchen. Leonie ist 18. Bei1,72 Meter

Körpergröße wiegt sie höchstens

55 Kilo. Sie schließt ihre zarten Finger

um einen Becher Kaffee.Ganz so,

als wäredie gleichmäßigeWärme für

sie ein Ort der Zuflucht. Die Fingernägel

rot lackiert. Ihre Beine herangezogen

mit den Füßen auf dem Sessel,

wirkt sie fast hilflos im Café Zeitraum

in Schöneberg. Hier ist sie

Leonie, weit weg von der Welt der

sozialen Netze.

Leonie spricht leise,agierthöflich

und zurückhaltend. Vergangenes

Jahr machte sie Abitur.Notendurchschnitt:

3,2. Einganz normales Mädchen,

das seinen Platz noch nicht

gefunden zu haben scheint. Doch

kaum jemand lernt Leonie sokennen.

Nurwenige wissen, wersie ist.

Die Inszenierung eines Lebens

7081 Follower auf Instagram indes

kennen le.ocean. 87 Fotos eines

Mädchens, das nichts mit der

schüchternen Gestalt imCafé Zeitraum

gemeinsam hat. Auf ihrem

Profil spielt le.ocean die Hauptrolle –

provokant, verrucht, sexy. Unter einem

Selfie im knappen Tennisrock:

„Es ist noch nicht zu spät. Komm,

lass Dich darauf ein.“ In ihrem Feed

inszeniert sich le.ocean in kurzen

Röcken auf Motorrollern, rauchend

am Fenster, bauchfrei. Eine ihrer erfolgreichsten

Kompositionen zeigt

eine Pistole lässig in ihrer Hand liegend.

„DEATH IS NOT ANEVENT“,

steht darunter. Einer ihrer Follower

kommentiert: „Safe Plastic lol.“ Le.

oceans Antwort: „Halt’s Maul.“ Leonie

würde so nicht reagieren, doch

le.ocean tut es.

Seit 2014 teilt Leonie eine Inszenierung

ihres Lebens regelmäßig mit

der Außenwelt. Doch irgendwann

wurde auch das zu wenig. So wurde

Tellonym das neue Zentrum ihrer

Welt. Eine Plattform für Menschen,

die es interessiert, was andere über

sie denken. Tellonym erlaubt es jedem

ihrer Follower, ihranonym Fragen

zu stellen. Leonie beantwortet

sie alle – in ihrer Instagram-Story.

Zwölf Sekunden Google-Recherche

reichen aus, um einen Blick in le.

oceans Sicht auf die Welt zu bekommen.

Dieletzte gestellte Frage ist ein

Jahr alt: „Bist du eine Hoe? (Rhetorisch).“

-„hoe“ ist ein englischer Ausdruck

für „Hure“. Eine Frage, die le.

oceans Tellonym-Geschichte treffend

zusammenfasst. Leonie wirkt

peinlich berührt: „Ich wusste gar

nicht, dass das noch zu finden ist.“

Le.ocean hat eine Meinung zu allem

und wird sozur Klatschpresse ihrer

Umgebung. Die absolute Anonymität

des Fragestellers macht Mut,

Grenzen auszutesten. Fragen von

„Sex? Morgen?“ bis „Glaubst du an

Gott?“ –Le.ocean beantwortet sie.

Grenzen? „Gibt es nicht. Ich will ja,

dass die Leute reden“, sagt sie.„Will

das nicht jeder?“

Irgendwann wurde es ihr zu viel

Nicht aufzuhalten

Leonie wurde zum Star, auch über

ihren Freundeskreis hinaus.Sie wurde

kritisiert, zerrissen, gelobt, bejubelt,

gehasst. Leonie guckte le.

oceans Werdegang nur schweigend

zu, bis es ihr irgendwann zu viel wurde.

„Ich hatte mehr Follower als je

zuvor und fühlte mich trotzdem alleingelassen.“

Leonie steckt ihre

Nase tief in ihren Becher. „Ich habe

probiert, Alkoholikerin zu werden“,

nuschelt le.ocean. Und Leonie lacht

peinlich berührt. „Aber das hat nicht

funktioniert“, fügt sie schnell hinzu.

Instagram und Tellonym – eine

Welt, die ihr so viel bedeutet hat, hat

Leonie erdrückt. Sie stürzte ab und

wurde depressiv. Esfolgten Gespräche

mit Eltern, Lehrern, Psychiatern.

Und vor allem redete das erste Mal

le.ocean mit Leonie. Doch wirklich

verstanden haben sie sich bis heute

nicht. Ihr Tellonym-Profil ruht, mit

ihren alten Freunden hat sie abgeschlossen.

Doch etwas bleibt: Instagram

ist Leonies Droge, und so lebt

auch le.ocean weiter. Warum sie ihr

Profil nicht einfach löscht? „Es ist

diese Angst, etwas zu verpassen.“

Leonie kann le.ocean nicht einfach

löschen, denn sie ist ein Teil von

ihr. Ein Teil, der manchmal auf

7081 Handy-Displays ans Licht

kommt und still nach Aufmerksamkeit

schreit.

Für die „Fridays for Future“-Proteste legte sich Lisa mit ihrem Lehrer und der Schulordnung an

LE.OCEAN/INSTAGRAM

Plädoyer

Überdenkt eure

Meinung zu U18

VonJulien Hoffmann, 25 Jahre

Das kam überraschend: Zwei

Drittel der Berliner sprach sich

bei einer Umfrage des Instituts Civey

gegen eine Senkung des Wahlalters

auf 16 Jahre aus. Ausgerechnet im

progressiven und weltoffenen Berlin

will man der Jugend offenbar keine

Chance zur politischen Mitbestimmung

geben.

Viele Erwachsene begründen ihre

Skepsis mit der Behauptung, jungen

Menschen fehle es an grundlegendem

politischen Interesse.Oft steckt

dahinter jedoch nicht mehr als ein

vages Bauchgefühl. Fakt ist nämlich,

dass bei der letzten U18-Europawahl

im Mai fast 30.000 Kinder und

Jugendliche –allein in Berlin –ihre

Stimme abgaben. Politikverdrossenheit

sieht anders aus.

Und auch die „Fridays for

Future“-Proteste zeigen, wie wichtigesjungen

Leuten ist, politisch etwas

zu verändern. Wereine derartig

klare politische Vision formulieren

kann, sollte in

einer Demokratie

auch dazu

berechtigt sein,

diese bei Wahlen

kundzutun.

Oft argumentieren

U18-

Auch 16-Jährige sollten

wählen dürfen,

meint Julien.

PRIVAT

Gegner dann,

dass es den 16-

und 17-Jährigen

aber eben auch

an der nötigen

Verstandesreife

mangele. Bei einer solchen Argumentation

stellt sich dann schnell

die Frage, inwiefern der 60-jährige

AfD-Wähler denn nun eine kompetentere,

erwachsenere oder weisere

Entscheidung trifft als der 17-jährige

Grünen-Wähler. Verstand ist

eben nicht mit dem Lebensalter

gleichzusetzen.

In einer Demokratie sollte das

Wahlrecht so demokratisch wie

möglich sein:Wenn eine Demokratie

wahlberechtigte Rechtspopulisten

aushalten kann, dann doch auch

die paar naiven Jungwähler. Zumal

eine Vielzahl an Themen genau diese

Jungwähler und deren Zukunft

direkt betrifft – vom Klimawandel

über Wohnungsmangel und Stadtplanung

bis hin zu Urheberrecht

und Rentenpolitik. Rund 50.000

Jugendliche wären von einer Änderung

des Wahlalters betroffen. Das

sind ganzezweiProzent der Berliner

Wahlberechtigten. Sie auszuschließen,

grenzt an Diskriminierung.

Ed Sheeran –„No.6 Collaborations

Project“

Über zwei Jahre war der Singer-

Songwriter mit seinem Rekordalbum

„÷“ auf Tour. Nun serviert der

Brite einen neuen Leckerbissen, mit

dem er den Kreis seiner Fans vermutlich

noch erweitern wird. Denn

obgleich seine unverkennbare Stimme

auch hier immer dominiert, traut

er sich erstmals an neue Stilrichtungen,

mehr Beat, mehr Aufmüpfigkeit.

Highlight ist die Collab mit Eminem

und 50 Cent in „Remember The

Name“. Etwas witzig erscheint es

schon, wenn sich der mit Ritterorden

Ausgezeichnete im Rappen versucht,

doch schlecht macht er sich

nicht! LauraPatz, 25 Jahre

Fazit Auch für Sheeran-Skeptiker gemacht.

VonLisa Berdunova, 17 Jahre

Ich war nicht bei jeder „Fridays for

Future“-Demonstration. Schließlich

waren die Noten so kurzvor dem

Abschluss der 10. Klasse nicht egal.

EinFreitag, an dem ich in der Schule

blieb,hat sich besonders in mein Gedächtnis

eingebrannt. Die halbe

Klasse war weg. Unser Fachlehrer

kam herein, sah sich wenig begeistert

um, setzte sich und teilte uns

Verbliebenen seine Meinung mit. In

diesen zehn oder 15 oder 20 Minuten

saßenwir dort in Schweigen gehüllt,

gespannt, bedrückt und doch gar

nicht überrascht. „Also,letzte Woche

konnte ich es noch verstehen, als die

Kleene da war, aber jetzt? Denkt ihr

wirklich, ihr erreicht irgendwas damit?

Denkt ihr, die Politiker werden

euch zuhören?“ Man spürte seine

Macht, zugleich seine Ohnmacht,

zugleich aber etwas noch Merkwürdigeres:

unseren Protest, der sich

zum ersten Mal echt anfühlte, und

eine Bewegung, die sich nicht mehr

Sehen sich nicht als Schulschwänzer, sondern als Kämpfer für die eigene Zukunft. LISA DUCRET/DPA

ignorieren ließ. Der Lehrer trug für

die Fehlenden Sechsen ein. Wir hörten

nicht auf zu streiken.

Ich ging so oft, dass ich Sorge haben

musste,sitzen zu bleiben. Denn

in der Schulordnung steht: Eine

Zeugnisnote kann nur dann gebildet

werden, wenn man je Halbjahr mindestens

sechs Wochen kontinuierlich

oder mindestens acht Wochen

am Unterricht teilgenommen hat.

Besonders unpraktisch ist das natürlich,

wenn man Musik nur ein Halbjahr

lang hat und das Fach in den

letzten beiden Stunden am Freitag

unterrichtet wird.

Oh,hat das Unruhe ausgelöst, als

wir es einen Tagvor der internationalen

Klimademo und –Zufall! –unserer

letzten Musikstunde erfuhren.

In der Hektik des Freitagmorgens

hörten wir von einem Lehrer dies,

vonanderen das.InVerwirrung, Sorge

und heftiger Diskussion miteinander

traten wir aus der Schule

hinaus und in die U-Bahn hinein.

DerStreikwar der größte,den wir

bisher erlebt hatten. Meine Gruppe

holte ihr Musikprojekt –einen selbst

gedrehten Film, der mit einem

Soundtrack unterlegt werden sollte –

dort nach und schaffte etwas, das in

ein paar Jahrzehnten entweder

Kitsch oder Geschichte sein wird.

Am Ende schienen wir es unserer

gnädigen Musiklehrerin zuverdanken,

die zehnte Klasse doch geschafft

zu haben.

Als unser Fachlehrer uns damals

seine Meinung geigte,sagte er etwas,

das mich immer noch zum Grinsen

bringt: „Wie lange wollt ihr das noch

machen? Jahre?“

MELDUNG

„Young Euro Classic“ sucht

junge Festivalreporter

Du wolltest schonimmer einmal in

das Leben eines Festivalreporters

hineinschnuppern? Dann bewirb

dich für den Workshop „Young Euro

Classic-Reporter“. Gesucht werden

12- bis 16-Jährige,die,gemeinsam

mit einer erfahrenen Musikjournalistin,

über das Festival der Jugend-

Symphonieorchester berichten wollen.

Du wirstOrchester-Proben

besuchen, mit den Musikern

Gespräche führen und in Schreibwerkstätten

lernen, wie man diese

Erfahrungen in Wortefasst. (jill)

Interessierte bewerben sich unter: www.youngeuro-classic.de/music-is-my-first-love-form/

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

instagram.com/spreewild_de

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twitter.com/Spreewild


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 25

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für

HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun

9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG)

Meister des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –

Gejagt 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für

HG) Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau

15.10 (für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für

HG) Tagesschau 16.05 (für HG) Radsport: Tour

de France. 10. Etappe 18.00 (für HG) Gefragt

–Gejagt 18.50 (für HG) Großstadtrevier.

HarrysJubiläum. Krimiserie 19.45 (für HG)

Wissen vor acht –Zukunft 19.55 (für HG) Börse

vor acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Krankenhäuser schließen –

Leben retten?

Dokumentation

21.00 (für HG) Hart aber fair

Dürre Felder,brennendeWälder -ist das

noch Wetteroder schon unsere Zukunft?

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 Traumschiffeals Luftverschmutzer?

23.30 (für HG) Deutschland im Kalten Krieg

Angst beherrscht die Welt

0.15 (für HG) Nachtmagazin

0.35 (für HG) Tatort Familien

TV-Kriminalfilm, D2018

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Jennifer Knäble 8.30 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns.

Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap

10.00 Der Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report

12.00 Punkt 12 14.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte

–Mein Leben. Desaster bei der Doppelhochzeit

17.00 Meine Geschichte –Mein

Leben. Die Story meines Lebens 17.30 Unter

uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin

18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin 18.45 aktuell

19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Bauer sucht Frau International

Doku-Soap

Moderation: Inka Bause

Freddy hat in Kanada ein romantisches

Einzeldate, das ihm dabei hilft, am

Ende eine Wahl zu treffen.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 SpiegelTV

Der Randbezirk der Gesellschaft

0.00 Nachtjournal

0.30 Die Alltagskämpfer –ÜberLeben in

Deutschland

Raus ausdem Finanzchaos

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Arte

14.50 (für HG) Dornröschen. Märchenfilm,

DDR 1971 16.00 (für HG) MDR um vier 17.45

(für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant Classix

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Biwak in Armenien 20.15 (für HG) Zur

See 21.15 (für HG) Zur See 22.25 (für HG)

Aktuell 22.45 (für HG) Zur See –Als der Osten

dasTraumschiff erfand. Dokumentarfilm, D

2018 0.15 (für HG) Mörderhus –Der Usedom-

Krimi. TV-Kriminalfilm, D2014 1.45 (für HG)

Rückkehr ans Meer. Drama, F2009

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wirin

Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für

HG) Unkraut 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Bezzel

&Schwarz –Die Grenzgänger 21.00 (für HG)

Bad Füssing –Das Geheimnis des Jungbrunnens

21.45 (für HG) Rundschau Magazin 22.00 (für

HG) Lebenslinien 22.45 (für HG) Holocaust –

Die Geschichte der Familie Weiss 1.00 Asül für

alle 1.50 Vereinsheim Schwabing

Vox

10.55 Mein Kind, dein Kind–Wieerziehst du

denn? 12.00 ShoppingQueen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind,dein Kind–Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten undeineTraumreise 17.00 Zwischen

Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 Hot oder Schrott –Die Allestester

22.15 Endlich kapiert?! 23.20 Hot oder

Schrott –Die Allestester 0.20 nachrichten 0.40

(für HG) Medical Detectives –Geheimnisseder

Gerichtsmedizin. Ein falsches Wort

Super RTL

14.55 Dragons –Die Wächter von Berk 15.20

Bugs Bunny und LooneyTunes 15.50 Spirit:

wild und frei 16.15 Zak Storm –Super Pirat

16.45 King Julien 17.15 What's New Scooby-

Doo? 17.40 Inspector Gadget 18.10 AL-

VINNN!!! und die Chipmunks 18.40 Woozle

Goozle und dieWeltentdecker 19.10 Bugs

Bunny und Looney Tunes 19.40 Angelo! 20.15

On the Case –Unter Mordverdacht 21.15 On

the Case –Unter Mordverdacht 22.15 On the

Case –Unter Mordverdacht 23.15 On the

Case –Unter Mordverdacht 0.15 Infomercials

Sport1

17.00 Cajun Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana.

Mit Gruselfaktor 17.30 Container Wars. Es

ist nicht alles Gold, was glänzt 18.00 Flip

Wars –Buying Blind. Die Katze im Sack 19.00

Hans Sarpei –Das Tsteht für Coach 19.55

Fußball: Regionalliga Bayern. Vorberichte

20.15 Fußball: Regionalliga Bayern. 1. Spieltag:

1. FC Schweinfurt 05–TSV Aubstadt

22.15 Hans Sarpei –Das Tsteht für Coach

23.15 Die PS-Profis –Mehr Power aus dem

Pott. Ein Motor –drei Autos 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Gefangen

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Hakuna Matata.

Krimiserie 12.00 heute 12.10 drehscheibe

13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00

heute –inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05

(für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG) heute

–inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-

Cops. Die letzte Sendung.Krimiserie 17.00

(für HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für

HG) SOKO München. Der Ring.Krimiserie

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Solo fürWeiss

Es ist nicht vorbei

TV-Kriminalfilm, D2018

Mit Anna Maria Mühe, Jan Krauter, u.a.

Regie: Judith Kennel

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Schatz, nimm du sie!

Komödie, D2016

Mit Carolin Kebekus, Maxim Mehmet u.a.

23.40 heute+

23.55 (für HG) Smile Abenteuerfilm, D2018

1.10 (für HG) Bares für Rares

Die Trödel-Show mit Horst Lichter

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias

Killing,Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte imEinsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Endlich Feierabend! 19.00

Genial daneben –Das Quiz. Moderation: Moderation:

Hugo Egon Balder 19.55 Nachrichten

20.15 Kokowääh 2

Komödie, D2013

Mit TilSchweiger,Matthias Schweighöfer,

Gedeon Burkhard, Julia Jentsch, Emma

Schweiger,Nico Liersch u.a.

Regie: Til Schweiger,Torsten Künstler

22.45 Männerherzen ... und die ganz, ganz

große Liebe

Komödie, D2011

Mit Til Schweiger,Christian Ulmen,

Justus von Dohnányi u.a.

0.55 Kokowääh 2

Komödie, D2013

14.15 (für HG) In aller Freundschaft 15.00

(für HG) In aller Freundschaft 15.45 (für HG)

Heimathäppchen 16.00 (für HG) Aktuell 16.15

Hier und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Hogräfer &Binkenstein

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Land und lecker 21.00 (für HG) Garten und

lecker 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG)

Jürgen Beckers: Isch glaub' et Disch! 23.40

(für HG) Jürgen Beckers 0.40 (für HG) Jürgen

B. Hausmann 2.10 Erlebnisreisen

NDR

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Quizduell

17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co.

18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Die

Nordreportage 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Gottschalk, Carrell und Co. –Showmaster

von Beruf. Dokumentarfilm, D2015 21.45

(für HG) aktuell 22.00 (für HG) Wer weiß denn

sowas? 22.45 (für HG) Reinhold Beckmann

trifft... 23.30 (für HG) Mother's Day –Liebe ist

kein Kinderspiel. Komödie, USA 2016 1.20

(für HG) Die Erbschaft

Kabel eins

8.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork 9.25

Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15 Without a

Trace 12.10 Numb3rs 13.05 Castle 14.00 The

Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A. 15.50 News

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern uns

drum 20.15 Beverly Hills Cop –Ich lös' den Fall

auf jeden Fall. Actionkomödie, USA 1984

22.30 Matrix Revolutions. Sci-Fi-Film, USA

2003 0.50 Beverly Hills Cop –Ich lös' den Fall

auf jeden Fall. Actionkomödie, USA 1984

RTL 2

12.00 Zuhause im Glück –Unser Einzug in ein

neues Leben 14.00 Die Reimanns –Ein außergewöhnliches

Leben 15.00 Hilf mir! Jung,pleite,

verzweifelt ... 17.00 News 17.10 Krass

Schule –Die jungen Lehrer –Wie alles begann

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 F4LKENB3RG –Mord im Internat?

21.15 F4LKENB3RG –Mord im Internat?

22.20 Naked Attraction –Dating hautnah

23.10 exklusiv –Die Reportage 0.10 exklusiv

–Die Reportage 1.10 exklusiv –Die Reportage

1.55 exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

12.00 Radsport: Tour de France. 10. Etappe:

Saint-Flour –Albi 17.50 Radsport: Tour de France

extra 18.20 Formel E: FIA-Meisterschaft 19.00

Superbike: Weltmeisterschaft 19.45 Superbike:

Weltmeisterschaft 20.20 EurosportNews 20.30

Radsport: Tour de FranceToday 21.30 Springreiten:

Global ChampionsLeague 22.00 Eurosport

News 22.05 Superbike:Weltmeisterschaft 22.30

Superbike: Weltmeisterschaft 23.15 Formel E:

FIA-Meisterschaft 0.05 Radsport: Tour de France.

10. Etappe: Saint-Flour –Albi

RTL 2, 20.15 UHR KRIMISERIE

F4LKENB3RG –Mord im Internat?

Schreckenstein wargestern. Die neue Krimi-Serievon RTL2zeigteinen beliebten

Handlungsort–das Internat –von einer etwas anderen, düsteren Seite:

ZumAuftaktder Handlungsteht dasrenommierte SchlossFalkenbergunter

Schock. Derbeliebte Mitschüler JonasKramer isttot,offenbar hat er sichdas

Lebengenommen. BenWieland(JonathanWeiske)ist neu aufdem Internat und

glaubt nicht, dasssein bester Freund sich umgebracht hat. DenAbschiedsbrief

hält er für eine Fälschung, und er istntschlossen, die Wahrheit herauszufinden.

Dabei stößterauf das geheimeNetzwerkder sogenannten „Exlex“, und denen

passenseine Nachforschungengar nichtinden Kram.Die Serieist übrigens mithilfe

der „Greta-App“ komplettbarrierefrei: AußerUntertiteln ist so auch eine audiovisuelle

Beschreibung für sehbeeinträchtigte Zuschauer verfügbar.

(Dtl./2018) Foto:RTL 2

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13./14.

13.7.2019

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7 6 8 9 4 3 1 2 5

9 1 3 8 5 2 4 7 6

7.30 Gartenzeit 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 10.30

Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin

Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10 Verrückt

nach Meer 14.00 Lecker aufs Land –ein kulinarischer

Ausflug 14.45 Einfach genial 15.10

Landschleicher 15.15 Hessen von oben 16.00

rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00

rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Pfarrer Braun

Schwein gehabt! TV-Kriminalfilm, D2010

Mit Ottfried Fischer,Hansi Jochmann,

Antonio Wannek, Peter Heinrich Brix u.a.

Regie: Wolfgang F. Henschel

21.45 rbb24

22.00 Tatort Wolf im Schafspelz

TV-Kriminalfilm, D2002

Mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl,

Michael Fitz, u.a.

23.25 Polizeiruf 110 Bedenkzeit

TV-Kriminalfilm, DDR 1986

0.40 Alles Klara Gold und Silber.Krimiserie

ProSieben

5.04 Mike &Molly 5.20 New Girl 6.00 Eine

schrecklich nette Familie 7.55 Last Man Standing

8.45 The Middle 9.35 Fresh off the Boat

10.30 Mike &Molly 10.50 How IMet Your Mother

11.45 2Broke Girls. Die Ehrenjüdin/One

Night Stands. Comedyserie 12.35 Mom.

Falsch verbunden. Comedyserie 13.00 Twoand

aHalf Men 14.15 The Middle. Der Heilungsprozess/Die

Gebrüder Heck. Comedyserie

15.10 The Big Bang Theory.31Liebhaber,aufgerundet

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10

Die Simpsons. Barts neuer bester Freund/Der

Musk, der vom Himmel fiel. Zeichentrickserie

19.05 Galileo. Can You Survive Moon –Dubist

Astronaut

20.15 The Big Bang Theory

Keiner ist so kaputt wie ich /Prinzessinnen

derWissenschaft

21.15 Mom Eine einfache Umarmung

21.45 The Big Bang Theory

Ordnung in der Abstellkammer

22.15 The Big Bang Theory

Kein Job fürs Leben. Comedyserie

22.40 The Big Bang Theory

Abschluss-Probleme. Comedyserie

23.10 The Orville Erstkontakt. Sci-Fi-Serie

0.05 The Big Bang Theory

Keiner ist so kaputt wie ich

11.30 Der unsichtbare Puma 12.15 (für HG)

Re: 12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land

Kunst 13.50 (für HG) Philadelphia. Drama,

USA 1993 15.50 (für HG) Eine unerhörte

Frau. Biografie, D2016 17.50 (für HG) Wildes

Holland 18.35 (für HG) Wildes Holland 19.20

Arte Journal 19.40 (für HG) Griechenland –

Von Insel zu Insel 20.15 Entre nous –Träume

von Zärtlichkeit. Melodram,F1983 22.00 (für

HG) Wenn Katelbach kommt... Thriller,GB

1966 23.50 Zétwal 0.45 Arte Journal 1.05

Riccardo Chailly –Sinfonie der Tausend

3Sat

17.30 (für HG) Amsterdam –Alte Stadt ganz

jung. Dokumentarfilm, D2016 19.00 (für HG)

heute 19.20 Kulturzeit kompakt 19.30 Mein

Lissabon 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

Blick auf die Ozeane 21.00 Jäger des verlorenen

Wissens 21.45 Die Zugspitze –Klimaforschung

auf Deutschlands höchstem Berg

22.00 (für HG) ZIB 222.25 (für HG) Betrug.

Dokumentarfilm, D2017 23.50 (für HG) Ich

lebe positiv 0.20 10vor10 0.50 (für HG) Science

Busters –Wer nichts weiß, muss alles

glauben 1.20 Sendung ohne Namen

Phoenix

14.15 Ägypten von oben 15.45 (für HG) Akte

Hatschepsut –Geheimnisse einer vergessenen

Pharaonin 17.15 HARZ-lich willkommen 17.30

phoenix der tag 18.00 Mutter,Duwohnst zu

weit weg! 18.30 Frankreichs schönste Küsten.

Dokumentarfilm, F2012 19.15 Dokumentation

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Unbekanntes

Afrika 21.45 (für HG) heute-journal

22.15 Menschen hautnah 23.00 2-1-0 – morgen

woanders. Dokumentarfilm, D2014 0.30

plan b 1.00 Christopher Schacht 1.15 (für

HG) Afrikas Naturparadiese

Kika

11.25 (für HG) FindmeinParis –Tanz durch die

Zeit 13.00 H2O –Plötzlich Meerjungfrau 14.10

(für HG) Schloss Einstein 15.00 (für HG)

Mako –Einfach Meerjungfrau 15.45 Stoked

16.10 (für HG) H2O –Abenteuer Meerjungfrau

17.00 Horseland, die Pferderanch 17.40 Die

Abenteuer des jungen Marco Polo –Reise nach

Madagaskar 18.05 Bobby &Bill 18.20 Sam

18.40 Jim Hensons: Doozers 18.50 Sandmann

19.00 Das Dschungelbuch 19.25 pur+ 19.50

(für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live 20.10

Club der magischen Dinge 21.00 Pause

Dmax

14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,ein Ziel

15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter von

Texas 16.15 Highway Patrol 16.45 Border

Control –Spaniens Grenzschützer 17.15 Fast

N' Loud Special 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn

20.15 Der Geiger –Boss of Big Blocks

21.15 Trans Am –Zwei Brüder mit Drive 22.15

Pick-up-Battle USA 23.15 Offroad –Karren im

Dreck 23.45 Roadkill –Krasse Karren 0.15

Der Geiger –Boss ofBig Blocks 1.10 Trans

Am –Zwei Brüder mit Drive

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.0

Tagesschau-Nachrichten 9.15 45 Min 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Odysso 11.00 Tage

schau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.20 Weltspiegel 20.00

Tagesschau 20.15 DerSommer1939. Dokumen

tarfilm,D2009 21.47 Re: 22.17 Wiedie Kunst

zumPorzellan kam–Bayerns weißesGold. Dokumentarfilm,

D2019 23.00 Tagesthemen 23.30

Die Tagesschau vor 20 Jahren 23.48 made in Süd

west 0.20 Europamagazin 0.50 Extra 1.00 Nacht

magazin 1.20 DieAngstvor demWolf 1.50 Brandenburgaktuell

2.20 Sachsen-Anhalt Heute 2.50

Extra 3.02 SWR LandesschauBaden-Württember

ONE

8.30 Landschwärmer 9.00 Quarks 9.45 Dawson'

Creek 10.30 Lindenstraße 11.00 MDR Kultur –

Filmmagazin 11.15 ComedyCuisine 12.00 Radsport:

Tour de France. 10.Etappe:Saint-Flour –

Albi (218 km) 16.10 Bauchtanz 16.35 Dawson's

Creek 17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturm derLiebe

20.15 Wüstenblume. Drama,A/D/D/A2009

22.10 CarolinKebekus:PussyTerror TV 22.55 The

Heart Guy 23.45 TheHeart Guy 0.30 DerBarcelo

na-Krimi. Über Wasser halten. TV-Kriminalfilm, D

2017 1.55 TheHeart Guy 2.45 The HeartGuy

3.30 Die Kanzlei 4.20 Lindenstraße 4.50

Dawson's Creek

ZDF NEO

7.35 Topfgeldjäger 8.25 Lafer! Lichter! Lecker!

9.10 Bares fürRares 10.05 Bares für Rares

10.55 kaputtund ...zugenäht! 11.40 DieRettungsflieger

13.15 Psych 14.35 KommissarStolberg

15.35 Die Rettungsflieger 17.05 Psych

18.30 Bares fürRares 19.20 Bares fürRares

20.15 (für HG) Inspector Barnaby. Die tote Königin.

TV-Kriminalfilm,GB2006 21.50 (fürHG) Inspector

Barnaby. DerKrieg der Witwen. TV-Krimina

film,GB2006 23.25 (für HG)Inspector Banks.

ZweimalDoppelleben. TV-Kriminalfilm, GB 2015

0.55 Spooks –ImVisierdes MI5 1.45 Callin' Mr.

Brain 2.30 Die glorreichen 10 3.15 TerraX4.00

TerraX4.45 TerraXpress

ZDF INFO

6.40 ZDF-History 7.10 Die Entstehungder Erde

10.15 LeschsKosmos 10.45 (für HG) Wilder Planet

13.00 ZDF-History 14.15 Die Wahrheit über

denHolocaust 15.00 ZDF-History 15.45 Hitlers

Vollstrecker –Das Volksgerichtund derWiderstan

18.45 Attentat auf Hitler 19.30 ZDF-History 20.15

Verschleppt –die Kinder des20. Juli 21.00 Eva

Braun –Die Brautdes Bösen 21.40 EvaBraun–

Die Braut des Bösen 22.25 (für HG)Geheimnisse

desZweiten Weltkriegs 23.10 Führerkultund Größenwahn

–Das Parteitagsgelände in Nürnberg

23.55 HitlersBerlin–Nazibauteninder Hauptstadt

0.35 (für HG)heute-journal 1.05 Mysterien

des Weltalls 4.40 LeschsKosmos

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Einmal Frankreich und zurück –Te

lemanns Reise nach Paris., ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert 29. Rudolstadt-Festival. Sing The

Truth., ca. 87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Der Bariton Piero Cappucci

li., ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama Neue Produktionen aus dem

Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Werke vo

Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus

Mozart, Felix Mendelssohn, Philip Glass, Dmit

Schostakowitsch, Anton Webern, Leoš Janácek

und George Gershwin.Mit Schumann-Quartett

Mit Johannes Jansen, ca. 105 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Einstand Musikalisches Sommerparadies. 60

Jahre Weimarer Meisterkurse. Anne-Kathrin

Lindig im Gespräch mit Carola Malter.,

ca. 30 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Filigrane Beharrlichkeit. Der steirische

Komponist Klaus Lang.,ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Hanya Yanagihara: „Das Volk der Bäume”

(1/38). Mit Gunter Schoß, Matthias

Bundschuh, ca. 30 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Total Khéops” Kriminalhörspiel nach dem

gleichnamigen Roman von Jean-Claude Izzo.,

ca. 57 Minuten

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

ARD Radio Tatort „Projekt Paradies“,

ca. 56 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Hanya Yanagihara: „Das Volk der Bäume”

(1/38), ca. 31 Minuten

MAGAZIN

18.40 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Hintergrund Geschichte aktuell: Reise zum

Mond –Der Start der Mission Apollo 11 vor

50 Jahren, ca. 20 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Stacey Kent., ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Die initiative neue mus

berlin. Gegründet kurz nach dem Mauerfall, ver

steht sich die initiave neue musik berlin e. V. –

kurz „inm” –als kulturpolitisches Forum für

Akteure der Neuen Musik in Berlin., ca. 56 Min


Berliner Zeitung · N ummer 161 · M ontag, 15. Juli 2019 – S eite 26 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Meghan und Kate wissen, wie man

Gerüchte über Missstimmungen

zerstreut. Diebritischen Herzoginnen

(beide 37) zeigten sich am Sonnabend

beim Wimbledon-Finale der

Damen Seite an Seite.Und zwar

nicht etwa giftblickig, missgünstig

oder sonst irgendwie gefrustet, sondernscherzend,

plaudernd und lachend

wie die allerbesten Freundinnen.

Ganz großes Tennis!

Heino Ferch unterstützt zwar das

Umweltengagement seiner drei Kinder,die

Plastikmüll vermeiden und

beim Zähneputzen den Wasserhahn

abstellen. Aufder anderen Seite aber

will der Schauspieler auf seinen eigenen

SUV nicht verzichten. Wiedas

zusammenpasst? Nun: Als leidenschaftlicher

Polospieler brauche er

eine Anhängerkupplung, um den

Hänger mit Pferden zu ziehen. Seine

Kinder kämen damit klar,wie der 55-

Jährige versichert: Als Springreiterin

zeige gerade seine jüngereTochter

Verständnis.Na, wenn sich da mal

nicht jemand vergaloppierthat.

Sophie Turner weigertsich, jeden

Trend mitzumachen und spricht

aus,was viele denken: Leute,wieso

könnt ihr Flaschen nicht mit der

Hand aufdrehen? AufInstagram veröffentlichte

die britische Schauspielerin

(23, „Game of Thrones“) ein Video

vonsich, aufgenommen im

Flugzeug, vorsich eine Weinflasche.

Zuerst tut sie so,als würde sie zum

Kick ansetzen, dann aber greift sie

sich die Flasche und sagt: „Hörtauf

damit! Jetzt!“ DerClip ist eine

Reaktion auf die „Bottle

CapChallenge“, eine

neue Albernheit in sozialen

Netzwerken, an der

sich auch zahlreiche

Prominente beteiligen,

die mit dem Fuß

den Deckel vonFlaschen

kicken –angeblich

für einen guten

Zweck. Turner hat

genug davon, öffnet

die Flasche auf normalem

Wege und genehmigt

sich einen

Schluck.Wirsagen: Gut

so.Und natürlich:

Prost! (avo./mit dpa)

Sie öffnet Flaschen nicht

per Fußtritt. IMAGO IMAGES

TIERE

Manchmal schlafen sie auch: Welpen

in Bohmte.

DPA/FRISO GENTSCH

Ein großer Wurf: Manchmal, da

möchte man jubilieren und kondolieren

zugleich. So wie im Fall des

Hundebesitzer-Ehepaares Mischorr

aus Bohmte bei Osnabrück. Voracht

Wochen brachte Peggy,die Labradorhündin

der Mischorrs,gesunden

Nachwuchs zur Welt –was für eine

Freude! Aber müssen es denn gleich

13 Welpen sein? Wasfür ein Stress!

BernhardMischorr und seine Frau

Hedda sehen es mit der nötigen Gelassenheit:

„Was heißt schon aufwendig,

man muss den ganzen Tag

drauf achten.“ Zweimal am Tagbekommen

die acht Rüden und fünf

Weibchen Futter –eine quirlige Angelegenheit

mit 13-fach geäußerter,

sabbernder Vorfreude.Wuff! (avo.)

Das geraubte Baby,das keines war

Inés Madrigal ist die erste Spanierin, die einen Arzt wegen erzwungener Adoption anzeigte. Doch es war alles ganz anders

VonMartin Dahms, Madrid

Ich hatte schon das Handtuch geworfen“,

sagt Inés Madrigal einer

Reporterin. „Ich dachte, dass ich nie

etwas über meine Herkunft erfahren

würde.“ Jetzt hat sie doch ihreFamilie

gefunden und ist überglücklich.

Aber sie hat auch herausgefunden,

dass ihre Geschichte eine etwas andereist,

als sie selbst geglaubt hatte.

Madrigal ist in Spanien bekannt

geworden als die erste Frau, die einen

Arzt wegen seiner Verwicklung

in einen möglichen Fall von Kindsraub

vor Gericht brachte. Madrigal

kam 1969, in der Endphase der

Franco-Diktatur, zur Welt. Als sie 18

wurde, erzählte ihr ihre Mutter, dass

sie nicht ihrebiologische Tochter sei.

Sie sei einer anderen Frau weggenommen

worden.

Land unter

Viele Tote bei Unwettern in Südasien. Und in den USA sorgt ein Tropensturm für schlimme Befürchtungen

Monsunregen und heftige

Gewitter haben

am Wochenende in

Südasien für Chaos

und Verwüstung gesorgt. Im Norden

und Nordosten Indiens, in Nepal

und Bangladesch kamen Dutzende

Menschen bei schweren Überschwemmungen

und Erdrutschen

ums Leben. Tausende mussten ihre

Häuser und Wohnungen verlassen.

Meteorologen erwarten auch für die

nächsten Tage keine Besserung der

Wetterlage,die die Bewohner bereits

seit Tagen in Atem hält.

Vonder Umwelt abgeschnitten

In Nepals Hauptstadt Kathmandu stehen die Straßen unter Wasser.

In Louisiana drohen Überflutungen, Menschen verlassen ihre Häuser.

Im indischen Assam sind mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen.

In Indien starben bei den Unwettern

mindestens 35 Menschen. Allein im

nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh

wurden seit Mittwoch 19 Menschen

durch Stromschläge und einstürzende

Häuser getötet. In Assam

starben nach offiziellen Angaben im

selben Zeitraum mindestens sieben

Menschen als Folge von Überschwemmungen.

In dem nordöstlichen

Staat waren demnach mehr als

1,5 Millionen Menschen betroffen.

Viele flohen vordem Regen in sicheres

Gebiet, andere wurden von den

Wassermassen von der Umwelt abgeschnitten.

Mehr als 20 000 Menschen

wurden in Notunterkünfte gebracht.

Auch die Ernten auf den Feldernnahmen

Schaden.

Vom sintflutartigen Monsunregen

ist auch das Nachbarland Nepal

betroffen –eines der ärmsten Länder

der Welt. Mindestens 50 Menschen

kamen in dem Himalaja-Staat ums

Leben, 33 wurden am Sonntag noch

vermisst. Besonders der Osten und

das Flachland im Süden Nepals warenvon

den heftigen Regenfällen betroffen.

Hochwasser überflutete dort

ganze Siedlungen. Die Polizei

brachte Bewohner mit Booten in Sicherheit.

Auch die Hauptstadt Kathmandu

war betroffen. Über 1100

Menschen konnten demnach landesweit

gerettet werden.

Die nepalesische Wetterbehörde

rief am Sonnabend die höchste

Alarmstufe für den Fluss Sapta Koshi

im Süden des Landes aus. Auch der

größte Fluss Koshi, der von Nepal in

den indischen Bundesstaat Bihar

fließt, drohte,über die Ufer zu treten.

In Bangladesch waren bis zum

Sonnabend mindestens 16 Menschen

ums Leben gekommen, wie

die Behörden mitteilten. 13 wurden

bei heftigen Gewittern von Blitzen

erschlagen. Drei weitere starben als

Folge vonÜberschwemmungen und

Erdrutschen. In den FlüchtlingslagernimSüdosten

des Landes verteilten

Hilfsorganisationen Rationen an

geflüchtete Rohingya aus Myanmar.

DieMonsunzeit in Südasien dauertgewöhnlich

vonJuni bis September.

Zwar sind die Regenfälle für die

Landwirtschaft lebenswichtig. Sie

Madrigal erstattete Anzeige gegen

den Madrider Arzt, den sie für

den mutmaßlichen Kindsraub verantwortlich

machte.ImOktober vergangenen

Jahres erging das Urteil:

DerArzthabe eine Unterschrift

unter ein gefälschtes

Dokument

gesetzt, das Madrigals

Adoptivmutter zur biologischen

Mutter erklärte.

Einer Strafe entging

der 85-Jährige,

weil die Tatverjährtsei.

Inés Madrigal hat ihre

Familie gefunden.

richten aber auch immer wieder großen

Schaden an. Jedes Jahr kommen

Hunderte Menschen ums Leben. Im

vergangenen Jahr starben in Südasien

mehr als 1200 Menschen infolge

der heftigen Regenfälle.

Madrigal forschte

weiter und stieß

schließlich in einer US-

Gendatenbank auf einen Vetter

zweiten Grades –und über den auf

ihre Geschwister. Die Mutter, die sie

im Juni 1969 zur Welt gebracht hatte,

war schon gestorben. Ihre Geschwister

erzählten ihr,dass die Mutter damals

in die Adoption eingewilligt

habe. Madrigal ist kein gestohlenes

Kind. DerArzt, der eine Urkunde gefälscht

hatte,tat es nicht, um einVerbrechen

zu vertuschen,

sondernaus an-

AP/MANU FERNANDEZ

deren, unerforschlichen

Gründen.

Eine Sorge treibt

Madrigal nun um: dass

ihr Fall den sogenannten

Negationisten

(Leugnern) Auftrieb

geben könnte. Madrigal

ist wie viele andere

davon überzeugt, dass

in Spanien organisierter Kindsraub

vonetwa 1940 bis 1990 an der Tagesordnung

war.Selbsthilfeorganisationen

mutmaßlich Betroffener sprechen

vonbis zu 300 000 Fällen.

AP

AP

AFP

Schwere Unwetter halten derweil

auch die Südküste der USA in Atem.

Tropensturm „Barry“ traf am Sonnabendnachmittag

(Ortszeit) im Bundesstaat

Louisiana westlich vonNew

Orleans auf die Küste.Schon seit Tagen

hatten sich Behörden und Bewohner

auf die Ankunft von„Barry“

vorbereitet: Tausende Menschen

verließen ihre Häuser, umsich in Sicherheit

zu bringen, der Flughafen

von New Orleans stellte praktisch

den Betrieb ein, Tausende freiwillige

Helfer und Rettungskräfte sowie die

Nationalgarde bereiteten sich auf ihrenEinsatz

vor.

Zunächst fiel der Durchzug des

Sturms glimpflicher aus als erwartet.

Experten warnten aber, die Auswirkungen

könnten sich erst mit Verzögerung

bemerkbar machen. Meteorologen

erwarten große Regenmengen

und Überschwemmungen.

Denn das Gefährliche an „Barry“ sei

nicht die Windstärke, sondern die

Wassermassen, die der Sturm an

Land trage. Der Leiter des Nationalen

Hurrikan-Zentrums, Ken Graham,

sagte,der Sturmhabe sich sehr

langsam über das Meer bewegt und

auf seinem Weg viel Wasser angesammelt.

Er warnte, der Sturm

dürfte heftige Niederschläge bringen

und könnte zahlreiche Flüsse über

die Ufer treten lassen.

Erinnerungen an „Katrina“

Auf jeden Fall sorgte „Barry“ bereits

für Stromausfälle: Rund

117 000 Menschen waren am Sonnabend

ohne Elektrizität –die meisten

davon in Louisiana. DerFernsehsender

CNN berichtete, inder Stadt

Morgan City in Louisiana sei der

Strom komplett ausgefallen. Aber

auch in den benachbarten Bundesstaaten

Texas, Mississippi und Alabama

kam es nach offiziellen Angaben

zu einzelnen Stromausfällen.

Besonderes Augenmerk lag auf

New Orleans. Die Südstaatenmetropole

war im Jahr 2005 vomHurrikan

„Katrina“ schwer zerstört worden

und hatte Hunderte Tote zu beklagen.

Nach andauerndem Regen war

es in Teilen der Stadt bereits in den

vergangenen Tagen zu Überschwemmungen

gekommen. Da jedoch

der Mississippi trotz Hochwassers

auch mit dem Starkregen noch

deutlich unter den Dammkronen

blieb, schien die größte Gefahr gebannt,

berichtete CNN. Bürgermeisterin

LaToya Cantrell riet den Bewohnern,

dennoch auf der Hut zu

sein. „Wir sind in New Orleans noch

nicht in Sicherheit“, sagte sie.

(BLZ/mit dpa; AFP)

Doch mittlerweile sind viele Jahre

der Ermittlungen vergangen, ohne

eine Bestätigung für die Existenz eines

Netzwerks, das Eltern ihre Neugeborenen

wegnahm, zu finden. Alle

aufgeklärten Fälle der vergangenen

Jahre widerlegten die Befürchtung

eines Kindsraubs. Die „Negationisten“

haben wahrscheinlich recht.

Nach Recherchen vonElPaís sind

seit 2010 bei der Staatsanwaltschaft

2100 Anzeigen wegen des Verdachts

auf Kindsraub eingegangen. In 522

Fällen gab es genug Anhaltspunkte

für weitereErmittlungen. 120 Gräber

wurden geöffnet, in der Erwartung,

dass sie leer seien: In 117 fand man

Knochen, in zwei weiteren andere

Überreste. „Wir kennen keinen einzigen

Fall, in dem der Raub eines

Säuglings bestätigt werden konnte“,

so der Biologe Antonio Alonso.

NACHRICHTEN

Vatikan meldet Fund von

zwei Beinhäusern

Aufder Suche nach den Überresten

eines Mädchens und denen zweier

Adeliger auf dem deutschen Friedhof

im Vatikan sind Räume zur Aufbewahrung

vonGebeinen entdeckt

worden. Diese Beinhäuser und das

dortige Knochenmaterial seien sichergestellt

worden, hieß es am

Sonnabend. Am Donnerstag hatte

der Vatikan zwei Gräber adeliger

Frauen öffnen lassen. Darinsollten

sich womöglich die Überreste von

Emanuela Orlandi befinden. Die

Tochter eines Hofdieners war vor36

Jahren spurlos verschwunden. Zur

Überraschung aller Beteiligten warenbeide

Gräber komplett leer.Dass

die nun entdeckten Beinhäuser,die

mit einer Falltür verschlossen waren,

die Knochen der vermissten Emanuela

Orlandi enthalten, gilt jedoch

als wenig wahrscheinlich. (dpa; AFP)

NewYorkleuchtet nach

Stromausfall wieder

Touristen in NewYorkbot sich am

Sonnabend ein seltener Anblick:Wegen

eines massiven Stromausfalls

blieben in Manhattan über mehrere

Stunden die Lichter aus.Die Anzeigetafeln

auf dem Times Squaregingen

aus,Aufzüge standen still, an einigen

U-Bahn-Stationen wurde der

Betrieb eingestellt. Rund 73 000

Menschen waren vonder Stromversorgung

abgeschnitten, wie der

Energieversorger ConEdison mitteilte.Zur

Ursache der Panne äußerte

sich das Unternehmen nicht.

DieStörung wurde gegen Mitternacht

(Ortszeit) behoben. (dpa; AFP)

Ägypten öffnet zwei antike

Pyramiden für Besucher

Die Knickpyramide kam wegen Bauproblemen

zu ihrer eigenartigen Form. DPA

Ägypten hat zwei antike Pyramiden

südlich vonKairowieder für die Öffentlichkeit

zugänglich gemacht. Die

Knickpyramide vonKönig Sneferu,

erster Pharao der vierten Dynastie,

und eine weiterenahe gelegene Pyramide

würden das erste Malseit

1965 für Besucher geöffnet, sagte Altertümerminister

Chaled al-Anani.

Archäologen hätten Sarkophage und

die Überreste einer antiken Mauer

aus dem Mittleren Reich vonvor

rund 4000 Jahren gefunden. (AFP)

Zwei Kinder im Allgäu von

Traktor überrollt und getötet

Zwei Kinder sind im Allgäu voneinem

Traktor überrollt und dabei getötet

worden. Derzehn Jahrealte

Junge und ein 13 Jahrealtes Mädchen

aus Österreich waren in einem

Transportcontainer an der Front des

Traktors mitgefahren, so die Polizei.

Vermutlich wegen einer Bodenunebenheit

fielen die Kinder in Balderschwang

aus dem Container und

wurden überrollt. Diebeiden hatten

am Sonnabend zusammen mit zwei

weiteren Kinderneine Ausfahrtgemacht.

DerUnfallortimschwäbischen

Landkreis Oberallgäu liegt direkt

an der Grenze. In der Ladeschaufel

saßen die beiden später getöteten

Kinder und ein weiteres

zwölfjähriges Mädchen, am Steuer

saß ein 13-jähriger Junge. (dpa)

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