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MIETEN & VERMIETEN

FOTO: © POGONICI/SHUTTERSTOCK.COM

Selbst wohnen oder

lieber vermieten?

Nutzen Die niedrigen Zinsen machen den Immobilenkauf attraktiv. Dann stellt sich nur

noch die Frage, ob man selbst einzieht oder lieber vermietet. Von Birgit Rexer

Die Geldanlage „Betongold“

ist immer

noch extrem beliebt.

Dazu tragen die nach

wie vor günstigen

Zinsen bei. Zusätzlich haben Immobilienkäufer

die Wahl, ob sie

selbst einziehen oder doch lieber

vermieten möchten. Grundsätzlich

gibt es für jede Variante

Punkte, die dafür oder dagegen

sprechen: Gegen die Eigennutzung

spricht vor allem die

fehlende steuerliche Absetzbarkeit.

Wer die Wohnung selbst

nutzt, kann maximal die Lohnkosten

der Handwerker absetzen.

Ganz anders sieht das bei

der Vermietung aus. Da die Miete

versteuert werden muss, können

auch die meisten dafür entstehenden

Kosten geltend gemacht

werden. So kann auch der

Kaufpreis gestaffelt abgeschrieben

werden. Wer Geld in eine

Immobilie anlegt und diese vermietet,

kann im besten Fall die

Mieter die Raten für den Immobilienkredit

bezahlen lassen.

Auch die Kosten für die Modernisierung

der Immobilie können

unter bestimmten Umständen

auf die Mieter umgelegt werden.

So kann die Jahresmiete nach

der Modernisierung erhöht werden.

Nahtlos einen neuen Mieter

finden

Auf der anderen Seite fallen

beim Kauf einer Immobilie immer

auch Kaufnebenkosten an.

Bis diese über die Miete refinanziert

sind, können schon ein

paar Jahre vergehen. Wer vermietet,

muss auch immer mit

möglichen Problemen wie ausstehenden

Mietzahlungen oder

Schädigungen an der Wohnung

oder dem Haus rechnen. Zudem

ist es nicht immer möglich, beim

Wechsel gleich nahtlos einen

neuen Mieter zu finden, womit

auch mal für einen Monat die

Mieteinnahme fehlt. Alle diese

Punkte sollte man im Vorfeld

beachten und finanziell nicht zu

knapp kalkulieren. Aber selbst

wenn alles glatt läuft – die Vermietung

bringt trotzdem einen

gewissen finanziellen und zeitlichen

Aufwand mit sich: Der

Mieter muss erst gesucht werden,

jährlich gilt es, eine Nebenkostenabrechnung

zu erstellen,

und wenn Reparaturen anstehen,

muss man sich als Vermieter

um den Handwerker kümmern.

Wer selbst lieber in Miete

wohnen bleibt und die gekaufte

Wohnung vermietet,

kann durch das Steuersystem

Geld verlieren. Gerade, wenn

der Kauf schon etwas zurückliegt

und die Kosten von der

Steuer abgesetzt sind, muss dennoch

immer noch die volle Miete

als Einkommen versteuert

werden. Fällt dann noch ein hoher

Steuersatz an, bleibt eventuell

am Ende nicht mehr viel

übrig. Spätestens dann kann es

sich lohnen, selbst einzuziehen.

Wer den Aufwand nicht scheut,

kann die verschiedenen Modelle

durchrechnen und sehen, ob

die Vermietung oder die Eigennutzung

attraktiver ist. Hier

kann auch der Steuerberater

helfen.

Wohnen in

Deutschland

In Deutschland werden immer mehr

und immer größere Wohnungen

gebaut. Die pro Person beanspruchte

Wohnfläche steigt. Gründe sind

die zunehmenden Zahl der Single-Haushalte

und dem Anstieg der

Wohnfläche mit zunehmendem Alter.

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland

rund 42,0 Millionen (Mio.) Wohnungen

Das waren 1,3 Mio. Wohnungen

mehr als im Jahr 2011 (+3,3 %).

Im gleichen Zeitraum stieg die tatsächlich

genutzte Wohnfläche deutlich

stärker um 4,1 % an.

Quelle: Umwelt Bundesamt

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