19.07.2019 Aufrufe

GR_04 2019-Ausschnitt

Demeter-Gartenrundbrief, Ausgabe 04/2019 (Juli/August)

Demeter-Gartenrundbrief, Ausgabe 04/2019 (Juli/August)

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

4

GARTENRUNDBRIEF

www.gartenrundbrief.de Biologisch-Dynamisch

Ausgabe

Juli/August 2019

Sommerzeit

VON CHRISTEL RUPP (TEXT UND FOTOS)

Die heißeste Zeit des Sommers steht bevor.

Sirius als hellster Fixstern am Himmel im

Sternbild des Canis Major, des Großen Hundes,

gab der regelmäßig zwischen Mitte Juli

und Mitte August auftretenden Hitzeperiode

ihren Namen. Im Hochsommer steht der

Stern am Tageshimmel und ist mit bloßem

Auge nicht zu sehen, gegen Ende August

wird er erstmals in der Morgendämmerung

sichtbar. In der griechischen Kultur hatte

Sirius eine besondere Bedeutung: Zeigte

er sich dabei hell und klar, wurde eine gute

Ernte erwartet. Wirkte er rötlich und war

nur schwer auszumachen, galt dies als

schlechtes Omen.

INHALT

n Arbeitskalender Juli/August

n Demeter im Fernsehen

n Rosen – vom Umgang mit Streunern

und Dauerblühern

n Gruss an die Sonne

n Der Schachbrettfalter ist Schmetterling

des Jahres

n Gemüse ernten – der Zeitpunkt

entscheidet über Geschmack und

Qualität

n Jubiläumsgast und Blume des Jahres –

die Besenheide

n Das besondere Foto

n Veranstaltungen/Buchtipp

Christel Rupp


JULI

Sieben Wochen Regen? Aufgrund der

Gregorianischen Kalenderreform rutschte

der „Siebenschläfer“ vom 28. Juni auf den

07. Juli. Regnet es an diesem Tag, soll es laut

Bauernkalender noch 7 Wochen regnen.

Früher traf dies in zwei von drei Sommern

laut Meteorologen tatsächlich zu. Vielen aus

Landwirtschaft und Gartenbau, denen die

Trockenheit im vergangenen Sommer noch

Fernseh-Tipp

Demeter im Fernsehen

Kaffee oder Tee (SÜDWEST-Fernsehen) –

Der Grüne Daumen

Am 03./31.07. + 14./28.07., ca. 16.00 Uhr

mit Peter Berg, Demeter-Gärtner aus Binzen

bei Weil am Rhein. Thema unter

www.swr.de/kaffee-oder-tee

Bingenheimer Saatgut

gut in Erinnerung ist, würden sich über dicke

Regenwolken an diesem Tag inzwischen

wohl geradezu freuen. Denn Winter und

Frühjahr waren vielerorts erneut zu trocken

und selbst wenn der Frühsommer den erhofften

Regen bringt, steht zu befürchten,

dass dieser nicht reichen wird, um die Wasservorräte

in den tieferen Bodenschichten

aufzufüllen. Durch stockende Riesenwellen

im Jetstream ausgelöste Wetterextreme

werden den Meteorologen zufolge zunehmen.

Und auch wenn sich die Situation je

nach Region in diesem Jahr entspannt – ein

sparsamer Umgang mit dem kostbaren Nass

sollte selbstverständlich sein!

Salat aussäen

Zur Sommerzeit ist knackiger Eissalat wie

‘Barcelona’ oder die traditionelle Sorte

‘Laibacher Eis’ besonders gefragt. Bei Batavia

handelt es sich um einen neueren, aus

Frankreich stammenden Eissalat-Typ, speziell

für den Anbau in wärmeren Regionen. Die

schossfeste Bio-Züchtung ‘Maravilla de Verano’

hat zarte, rot überhauchte Blätter und

kann über einen langen Zeitraum geerntet

werden. Aussäen können Sie noch bis Monatsmitte.

Weil die Samen bei Temperaturen

über 18 °C schlecht keimen, in Hitzeperioden

erst am Abend aussäen, die Reihen dünn mit

Kompost abdecken (Lichtkeimer!). Die Saat

anschließend mit kaltem Wasser überbrausen

und bis zum Keimen mit Vlies schattieren.

Tipp: Mischkulturgärtner säen Salat im

Sommer in den kühlen Schatten zwischen

höhere Gemüsearten wie Buschbohnen

oder Mangold.

Möhren säen

Von der Aussaat bis zur Ernte muss man sich

bei Möhren 11–13 Wochen gedulden. Will

man die Rüben später einlagern, sät man die

süß-aromatische ’Fine‘, ‘Dolvica’ oder ‘Rodelika’

(Bingenheimer Saatgut) spätestens Anfang

Juli, für den Frischverzehr als Bundmöhren

ist Zeit bis zur Monatsmitte. Die Aussaat er-

2


Arbeitskalender

folgt stets direkt ins Beet mit einem Reihenabstand

von 15 cm, in der Reihe dünnt man

die Sämlinge auf 4 cm Abstand aus. Gießen

Sie gründlich, die Erde darf in der Startphase

nie austrocknen! Weil die Maden der Möhrenfliege

bei Sommersaaten große Schäden

verursachen können, das Beet direkt nach

der Saat mit Gemüseschutznetz abdecken.

Erdbeeren pflegen

Bei guter Pflege können Erdbeeren bis zu

3 Jahre auf dem Beet bleiben. Damit sich die

Pflanzen nach der Ernte erholen und neue

Blütenanlagen bilden, sollten Sie sämtliche

Ausläufer, die nicht für die Vermehrung benötigt

werden, unverzüglich abschneiden.

Alle fleckigen, braun geränderten oder

vergilbten Blätter werden von Hand ausgepflückt

und entsorgt. Ältere, jedoch gesunde

Blätter kann man auch einfach mit der

Garten- oder Heckenschere abschneiden

und kompostieren. Das Herz sollte dabei

aber nicht verletzt werden.

Wildkräuter sammeln

Empfohlene Sammelzeit für Baldrianblüten

und Brennnesseln für die Herstellung von Tees,

Brühen, Jauchen und Auszügen oder Biodynamische

Kompostpräparate (502, 507)

ist im Hochsommer – genauer: Brennnesseln,

wenn der „Brennwert“ am höchsten ist, also

kurz vor der Blüte und Baldrian, wenn die

Blütenstände zur Hälfte geöffnet sind.

i Im

Was im Juli noch zu tun ist:

Gemüsegarten

Säen: Spätkohl (Grünkohl, Rosenkohl,

Winterwirsing), Herbst- Winterrettiche

(z.B. ‘Blauer Herbst- und Winter’, ‘Schwarzer

Winter’), Buschbohnen, Zichoriensalate

(Endivie, Radicchio, Zuckerhut), Knollenfenchel,

Speiserüben (Mai- und Herbstrüben)

Pflanzen: Brokkoli, Kohlrabi,

Winterporree

Sonstiges: Gurken, Kürbis und Melonen

nachdüngen

Im Kräuterbeet

Ernten: Zitronenmelisse und Minze

(jeweils vor Blühbeginn), Basilikum, Salbei

und Ysop (bei Blühbeginn) Thymian, Oregano

und Bohnenkraut (während der Blüte)

Im Obstgarten

Ernten: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren,

Pflaumen, Kirschen

Sonstiges: Erdbeeren über Ausläufer

vermehren, Jungtriebe (Geiztriebe) bei

Brombeeren einkürzen

Im Naturgarten/Ziergarten

Pflegen: Hortensien über Stecklinge

vermehren, Frauenmantel und Katzenminze

zurückschneiden

3


Kirschessigfliege

Marienkäfer

fotolia.com/Marc

Steuner im Beet: Provinzrose und Goldbandleistengras

Rosen – vom Umgang

mit Streunern und Dauerblühern

TEXT UND FOTOS CHRISTEL RUPP

Die Duftpflanzen-Gärtnerin bei der ich

die Provinsrose (Rose de provins, Rosa gallica

officinalis) vor einigen Jahren gekauft habe,

hat mir gestanden, dass diese wegen ihrer

Eroberungssucht inzwischen aus dem

Schaugarten verbannt wurde. In meinem

Garten – genauer in meinen Beeten – darf sie

weiterhin wuchern und stellt meine Nachgiebigkeit

dabei alljährlich auf die Probe.

„Wenn der Sommer sich verkündet,

Rosenknospe sich entzündet,

wer mag solches Glück entbehren?“

(J. W. von Goethe, Faust II )

Gepflanzt habe ich sie damals ins Staudenbeet

und hatte noch Sorge, ob es zwischen

Gräsern am Rand der Hainbuchenhecke nicht

doch ein wenig zu schattig wäre. Selbst oder

gerade mit dem Goldbandleistengras, über

dessen Dominanz ich beim Kauf ebenfalls

zu spät aufgeklärt wurde, versteht sich

die Provinsrose prächtig. Bereits im Jahr

darauf überzeugte mich das zunächst zarte

Röschen vom Gegenteil – längst hat es sich

via Ausläufer auf den Weg gemacht und

ist nun dabei, den hinter der Hecke verborgenen

Küchengarten zu erobern. Und

doch erliege ich immer wieder ihrem frechen

Charme, bin betört von dem intensiven,

dunklen Rosarot und den goldgelb leuchtenden

Staubgefäßen der zarten Blüten. Der intensive

Duft macht die Bienen taumelig und

besänftigt meinen aufflammenden Ärger

über die unzähligen Ausläufer, die zwischen

der Pfefferminze und den Himbeeren auftauchen

und neuerdings Teile des Tomatenbeets

unterwandern. Fast ein Glück, dass

bei einmalblühenden Sorten die Blütezeit

naturgemäß im Juli endet! Erst dann fasse

ich mir ein Herz, hole den Spaten aus dem

Schuppen und weise die Streuner in ihre

Grenzen – aber ganz bestimmt nur dort,

wo sie absolut stören!

6


Rosen

Öfterblühende

Strauchrose

Verblühtes ausschneiden

Auch remontierende Rosen blühen nur

dann einen ganzen Sommer lang, wenn man

Verblühtes regelmäßig entfernt. Bei den

Beetrosen setzt man die Rosenschere unterhalb

des ersten, fünffach gefiederten Blatts

an. Die welken Blüten der starkwüchsigen

Strauch- und Kletterrosen werden nach dem

zweiten oder dritten Blatt geschnitten. Eine

besonders üppige Nachblüte lässt sich durch

ein deutlich radikaleres Vorgehen erzwingen.

Unerschrockene Rosengärtner – zu denen

ich, wie unschwer erkennbar, nicht gehöre –

kürzen alle Seitentriebe auf eine Länge von

30 cm ein. Danach ist erst einmal für mehrere

Wochen absolute Blühpause. Am besten

fährt man deshalb anschließend gleich in

den Urlaub. Bei der Rückkehr wartet die

Belohnung für so viel Mut: Der Blütenflor im

Spätsommer fällt noch einmal ebenso umwerfend

aus, wie beim Saisonstart. Wichtig:

Wildtriebe, die jetzt unterhalb der Veredelungsstelle

austreiben, unbedingt entfernen!

Von den Edeltrieben lassen sie sich leicht

unterscheiden: Die Blätter der Wildlinge sind

hellgrün und siebenfach gefiedert, die Triebe

sind dünner und meist stärker bedornt.

Am besten legt man den Wurzelstock der

Rose bis zur Veredelungsstelle frei und reißt

die Triebe mit einem kräftigen Ruck ab.

Beim Schnitt bleiben oft Stummel zurück,

die schon kurze Zeit später neu und dafür

umso kräftiger austreiben.

Eine letzte Düngung, spätestens Ende

Juli, mit 1–2 Litern Reifkompost oder einem

anderen, sparsam dosierten organischen

Düngemittel, sichert die Blühfreudigkeit.

Selbst an einem vollsonnigen Platz kommen

Rosen in der Regel ohne zusätzliche Wassergaben

zurecht. Sträucher, die im letzten

Herbst oder sogar erst im Frühjahr gepflanzt

wurden, wurzeln noch nicht tief genug und

sollten in Trockenzeiten mindestens zweimal

pro Woche kräftig gegossen werden. n

7


Beerenobst

Gemüse ernten –

der Zeitpunkt

entscheidet über

Geschmack und

Qualität

TEXT UND FOTO CHRISTEL RUPP

Bingenheimer Saatgut

Mittelfrüher

Zuckermais

‘Sugrano’

Die termingerechte Ernte ist entscheidend für

Geschmack und Lagerfähigkeit der verschiedenen

Gemüse. Blattgemüse wie Mangold, Salat

oder Kohl werden möglichst am frühen Vormittag

geschnitten, dann sind die Blätter noch

kühl und knackig und können im Gemüsefach

des Kühlschranks bis zur Zubereitung (möglichst

am selben Tag) ohne nennenswerten

Vitaminverlust aufbewahrt werden.

Tomaten schmecken sonnenwarm am

allerbesten. Zum roh essen sollten sie schnittfest

sein. Für Suppen und Soßen eignen sich

dagegen vollreife, weiche Früchte besser.

Tomaten nie im Kühlschrank lagern, dort bauen

sie Aroma- und Zuckerstoffe schneller ab!

Paprika und Peperoni erntet man kurz

vor oder erst in der Vollreife. Unabhängig von

der Sorte sind alle grünen Schoten unreif,

erst mit fortschreitender Reife färben sie sich

rot, gelb, orange oder violett. Rote Paprika

schmecken besonders süß, bei Peperoni

nimmt mit der Reife auch die Schärfe zu!

Bei Zucchini und Auberginen verzichten

Gourmets bewusst auf „Masse” und ernten

schon im Jugendstadium, wenn die Früchte

höchstens 15 cm groß sind. Gurken pflückt

man, sobald sie ihre sortentypische Größe

erreicht haben — nie später, sonst blühen

und fruchten die Pflanzen immer spärlicher.

Wer im Mai früh, mittelfrüh und spät

reifenden Zuckermais gepflanzt hat, beispielsweise

samenfeste Bio-Züchtungen wie

‘Damaun’, ‘Sugrano’ und ‘Tramunt’ (Bingenheimer

Saatgut), kann ab August bis Anfang

Oktober ernten. Jede Pflanze bildet aber nur

1–2 Kolben aus. Bei der Ernte müssen die Körner

„milchreif“ sein. Beim Eindrücken mit dem

Fingernagel sollte süßer, weißer Saft herausspritzen.

Es macht gar nichts, wenn an der

Kolbenspitze noch ein paar Körnerreihen weiß

und nicht voll entwickelt sind. Für die Beurteilung

des Reifegrads müssen aber nicht erst die

Umblätter entfernt werden. Auch die sogenannte

Fahne, die oben an der Spitze heraushängenden

Samenfäden, liefert einen wichtigen

Anhaltspunkt: Etwa 3–4 Wochen nach dem

Schieben färbt sie sich dunkelbraun und vertrocknen.

Genau zu diesem Zeitpunkt ist der

Zuckergehalt in den Körnern am höchsten, danach

nimmt er rasch ab. Lange aufbewahren

sollte man die Kolben nicht, innerhalb von 24

Stunden nach der Ernte wird ein Teil des Zuckers

wieder in Stärke umgewandelt. Müssen die

Kolben bis zum Verbrauch noch gelagert werden,

erntet man früh morgens, solange es noch

kühl ist und legt sie sofort in den Kühlschrank. n

12


Hermann Timmann, Loki-Schmidt-Stiftung

Jubiläumsgast und

Blume des Jahres –

Die Besenheide

TEXT VON CHRISTINE SCHONSCHEK

Zum 40. Jubiläum der Loki Schmidt Stiftung

wurde die Besenheide (Calluna vulgaris) als

Blume des Jahres ausgewählt. Mit der Wahl

möchte die Stiftung die Blicke auf die Gefährdung

und den Verlust von Heidelandschaften

lenken und sich gleichzeitig für

deren Erhalt und Pflege einsetzen.

Die Gründerin Loki Schmidt sagte über die

Heide: „Es hat ewig lange gedauert, in einige

Köpfe hineinzukriegen, dass eine Heide eine

Kulturlandschaft ist und keine ursprüngliche

Natur. Aber auch diese Kulturlandschaft besteht

nur fort, wie wir sie kennen, wenn sie

auch weiter so genutzt oder gepflegt wird.“

Der optimale Standort

Die ganzjährige Beweidung in früheren Zeiten

sowie kontrollierte Heidebrände haben die

ideale Grundlage für die typische Heidelandschaft

geschaffen. Daneben sind auch noch

andere Standorte ideal für Besenheide. Das

Heidekraut gedeiht gut in offenen Lagen

mit sauren und sandigen Böden. Das können

unter anderem Waldränder, Sandgruben

und Dünen, Hochmoore, ältere Brachen und

sogar Straßenränder sein. Viele meinen, die

immergrünen, verholzenden Zwergsträucher

werden nur knöchelhoch, doch das ist

nicht ganz richtig. Bei guten Bedingungen

kann die Besenheide durchaus bis zu ein

Meter Höhe erreichen. Die Tiefwurzler gedeihen

besonders gut auf mageren, sauren

und trockenen Böden. Interessant ist die

spezielle Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen.

Das feine, unterirdische Pilzgeflecht versorgt

die Sträucher mit Wasser und Nährstoffen.

Die Besenheide ist perfekt an trockene

Standort angepasst und schützt sich mit

einem Trick vor Verdunstung: Die Spaltöffnungen

über die Wasser, Sauerstoff und

Kohlendioxid ausgeschieden werden, befinden

sich ausschließlich auf der vor Wind und

Sonne geschützten Blattunterseite und sind

zusätzlich mit feinen Härchen bedeckt. Zwar

blüht die Besenheide erst ab dem vierten

Lebensjahr, auf günstigen Standorten können

die Sträucher jedoch bis zu 40 Jahre alt

werden. Die Blütezeit erstreckt sich jeweils

von August bis in den Herbst.

Vielfältiger Lebensraum

Während sich die Menschen vom lilafarbenen

Meer aus zierlichen Blütenständen

begeistern lassen, lockt die Besenheide

Bienen, Hummeln und viele weitere, teils

seltene Insekten an. Auch anderen Tierarten

bietet die Heidelandschaft Lebensraum und

eine nachhaltige, verlässliche Futterquelle –

darunter Amphibien und Reptilien, wie

13


Udo Steinhuser, Loki Schmidt Stiftung

Kreuzkröte, Kreuzotter, Blindschleiche und

Zauneidechse.

Rund ein Drittel aller Vogelarten, die

Heidelandschaften bevorzugen, gelten

inzwischen als gefährdet. Dazu zählt der

Baumfalke, der immer seltener werdende

Ziegenmelker ebenso der Rotmilan. In der

Besenheide finden aber auch eine ganze

Reihe von Kleinsäugern Futter und Heimat,

etwa die Bechstein-Fledermaus, der Feldhase

sowie der Baummarder. Auch zahlreiche

seltene Schmetterlingsarten wie den Kiefernheidesackträger,

die Heidekraut-Bunteule,

den Grünen Moorheidespanner und den

Komma-Dickkopffalter kann man dort noch

beobachten.

Heilkraft aus der Heide

Von großem Nutzen ist die Besenheide

aber nicht nur für viele Tierarten, auch der

Mensch kann davon in vielfältiger Weise

profitieren. Ein besonderer Genuss ist

Blütenhonig aus der Heide. Dieser zeichnet

sich durch eine gallertartige Konsistenz und

ein kräftiges Aroma aus. Die Besenheide ist

eine alte Heilpflanze und wird in der traditionellen

Volksmedizin geschätzt. Blütenknospen

und Triebspitzen wird eine blutreinigende,

entzündungshemmende und harntreibende

Wirkung nachgesagt.Dank ihrer

langen Haltbarkeit wird die verholzte Pflanze

traditionell nicht nur zum Besenbinden,

sondern auch als Firstverkleidung für reetgedeckte

Dächer und als natürliches Füllmaterial

für Sicht-, Wind- und Lärmschutzelemente

verwendet. n

i

Besenheide

für Beet

und Balkon

Schon ein paar Heidesträucher im Garten

leisten einen Beitrag zum Naturschutz, denn

oft bieten sie für Wildbienen und Hummeln

die letzte Tracht des Jahres. Doch Vorsicht:

Im Gartenfachhandel wird häufig eine Zuchtform

von Calluna vulgaris angeboten. Die

sogenannte Knospenheide ist als Pollen- und

Nektarlieferant jedoch völlig ungeeignet, da

sich ihre Blüten nicht öffnen. Im Garten verlangt

die Besenheide einen sandig-humosen,

wasserdurchlässigen, gleichmäßig feuchten,

aber ja nicht nassen Boden. Lehmige Erde

muss mit Sand und Humus verbessert werden,

bewährt hat sich das Mulchen mit Eichenlaub

und Nadelstreu. Im Beet arrangiert, passt

die Besenheide gut zu anderen Moorbeetpflanzen,

die Nachbarn dürfen aber nicht zu

viel Schatten werfen. Gut passen Ginster und

Rosmarinheide, Cranberries oder großfrüchtige

Kultur-Preiselbeeren. Im Blumenkasten

oder Pflanzkübel ist ein kleiner Heidegarten

beinahe leichter zu verwirklichen: Man füllt

die Gefäße einfach mit hochwertiger, torffreier,

aber humusreicher Pflanzerde und

gießt mit kalkfreiem Regenwasser, damit die

Erde im sauren Bereich bleibt. Im Beet ist

Besenheide ausreichend frosthart und braucht

keinen besonderen Winterschutz. Töpfe

sollten im Winter in Kokosmatten eingepackt

werden – der Wurzelballen sollte weder

durchfrieren noch völlig austrocknen.

Die Redaktion

14

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!