Berliner Kurier 21.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

POLITIK

MEINE

MEINUNG

Von

Udo

Harms

Flüge zum Mars sind

gefährlicherUnsinn

Die Rechnung kann ganz

einfach sein: Für 25 Milliarden

Dollarhaben ein paar

Astronauten382 Kilo Steine

zurErde gebracht. Ziemlich

vielGeldfür einpaarkleine

Mondbrocken. Trotzdemwar

dasApollo-Programm, das am

21. Juli 1969 erstmalsMenschen

aufden Mond brachte,

eingewaltigerErfolg. Jetzt

wollendie USAab2024 auf

demErdtrabantensogar eine

Basis errichten.Sie solldas

Sprungbrett seinfür Reisen

zumMars. Dabei wird derrote

Planet schon lange vonSatellitenund

Sonden erkundet.

Doch fürUS-Präsident Trump

geht es ums Prestige –wie für

Kennedyinden 1960ern. Heute

kommen zweiPunkte hinzu:

Trumpwilldort oben Geschäfte

machen und sich für den

Krieg im All rüsten. Denn ohne

Raumfahrt kann die US-Armee

keinen Kampf gewinnen.

Eine Reise zum Marskönnte

50 bis 100 MilliardenDollar

kosten.Forschungund Wissenschaft

sind billiger zu haben.Dennteuerist

es vor allem,

Menschen im All am Leben

zu halten. Doch wozu,

wenn Roboter ihre Arbeit

ebenso erledigen können?Bemannte

Flügezum Mars sind

gefährlicher Unsinn.Gelingen

können sie. Doch mit Vernunft

haben sie nichtszutun.

FRAU DESTAGES

Michelle Obama

Die Tweetsvon Donald Trump

gegenüber weiblichen demokratischenAbgeordneten

ausländischer

Herkunft stoßen auf

prominenten

Widerstand:

„Was unser

Land wirklich

großartig

macht, ist

seine Vielfältigkeit“,

twittertedie

ehemalige

First

Lady Michelle

Obama

(55). „Obwir hiergeboren

wurdenoder hierZuflucht

suchten, es gibt einen Platz für

unsalle. Wir müssenuns daran

erinnern,dass es nicht mein

Amerika oderDein Amerika ist.

Es ist unser Amerika.“

Foto: Amy Harris/Invision/AP

ZUMA Wire, Quelle: marinetraffic.com

Fotos: The Visible Earth/NASA/dpa, John Pitcher/AP, Tasnim News Agency/AP, Uncredited/Iranian Students’ News Agency, Lance Cpl. Dalton Swanbeck/U.S. Marine Corps/Z

Mesdar: Der

Öltanker setzt

seinen Wegnach

Saudi-Arabien fort.

Stena Impero: Der

Öltanker wird im

iranischen Hafen

Bandar Abbas

festgehalten.

Gefährliches

Nadelöhr: Durch

die Straße von

Hormus müssen

alle Schiffe, die

den Persischen

Golf befahren

wollen.

Persischer Golf: Krise

verschärftsich weiter

Der Iran hat den britischen Öltanker „Stena Impero“imHafen vonBandarAbbas festgesetzt

Berlin–Säbelrasseln am Persischen

Golf: An der Straße

von Hormus droht die Konfrontation

des Westens mit

dem Iran außer Kontrollezu

geraten. Beide Seiten sind

derzeitnichtgewillt nachzugeben.

Die Lage ist kaum

überschaubar.

Was wir wissen: Iranische

Revolutionsgarden (IRGC) haben

Freitag kurz hintereinander

zwei britische Tanker festgesetzt.

Einer, der unter liberianischer

Flagge fahrende

Tanker „Mesdar“ des britischen

Unternehmens Norbulk

Shipping UK, konnte kurze

Zeitspäterweiterfahren.

Der erste Tanker, die unter

britischer Flagge fahrende

„Stena Impero“, wurde hingegen

in den Hafen von Bandar

Abbas eskortiert. Zur Begründung

hieß es, der Tanker habe

internationale Vorschriften

missachtet. Der 23-köpfigen

Besatzung der „Stena Impero“

wurde Samstag untersagt, von

Bordzugehen.

Die schwedische Reederei

Stena Bulk, der das Schiff gehört,

teilte auf ihrer Website

mit, der Tanker habe sich an

sämtliche internationalen Vorschriften

gehalten. Wie Daten

der Internetseite Marine Traffic

zeigen, verließ die „Stena

Impero“ gegen 17.30 Uhr

MESZ ihren Kurs, als sie die

Straße von Hormus passiert

hatte.

▶ Konsequenz: Die Briten

wollen sich das nicht gefallen

lassen. Im Schulterschluss mit

denUSA drohtGroßbritannien

dem Iran mit ernsten Folgen.

Die Regierung in London forderte

britische Schiffe auf, die

Straße von Hormus und umliegende

Gewässerzumeiden.

DieUSA verkündeten Samstag,

zur Abschreckung Soldaten

zu Irans Erzfeind Saudi-

Arabienzuverlegen.Essoll zunächst

um bis zu 500 Mann gehen.

Der britische Außenminister

Jeremy Hunt spracham

Samstag von einem riskanten

Manöver der iranischen Revolutionsgarden.

Die Aktion am

Freitagabenddeute darauf hin,

dass der Iran einen „gefährlichen

Weg des illegalen und destabilisierenden

Verhaltens“

beschreite, schrieb Hunt bei

Twitter.

Es liegt die Vermutung nahe,

dass ein Vorfall im britischen

Gibraltar Auslöser des iranischen

Vorgehens ist. Dort war

Anfang Juli ein Supertanker mit

Öl aus dem Iran, das für Syrien

bestimmt gewesen sein soll, an

die Kette gelegt worden. Voraussichtlich

dauert das noch

bis 20. August. Deutschland

Ein Helikopter des

U.S. Marine Corps

startet am 19. Juli in

der Straße von

Hormus vomDeckdes

Kriegsschiffes Boxer.

Front Altair:

Der vonIranern

angegriffene

Öltanker liegt im

Hafen Fujairah in

Dubai.

und Frankreich solidarisierten

sich Samstag mit Großbritannien.

„Die Bundesregierung

verurteilt die Festsetzung von

zwei Handelsschiffen im Golf

auf das Schärfste“, erklärte ein

Sprecher des Berliner Außenministeriums.

„Dies ist ein

nicht zu rechtfertigender Eingriff

in die zivile Schifffahrt,

der eine ohnehin angespannte

Lage gefährlich weiter verschärft.“

Die Börsen reagierten sofort:

Der neue Zwischenfall

trieb den Ölpreis nach oben.

Die betroffene Meerenge im

Golf von Oman ist eine der

wichtigsten Seestraßen der

Welt. Fast ein Drittel des globalen

Ölexports wird durch

die Meerenge verschifft. Der

Preis fürein Barrel (159 Liter)

der Nordseesorte Brent legte

zuletzt um1,14 US-Dollar auf

63,07Dollar zu.

Dochwährenddie Situation

droht, aus dem Ruder zu laufen,beauftragteTrumpden

republikanischen

Senator Rand

Paul, eine Aufnahme von Gesprächen

mitdem Iran auszuloten.

Der Senator habe seine

Hilfe angeboten, erklärte

Trump. „Wir werden sehen,

waspassiert.“

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