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Interview

mit Hajo Müller

Wie wollen wir in Zukunft mobil sein? »feine adressen – finest« hat bei jemandem nachgefragt, der es

wissen sollte: BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller.

© Foto: Tristan Vankann

Herr Müller, wenn über moderne Mobilität gesprochen

wird, geht es meist um das Fahrrad und weniger um Bus

und Bahn. Ärgert Sie das?

Natürlich nicht. Man muss den Blick über den Tellerrand hinaus

werfen. Was zählt, ist der Umweltverbund, also wie viele

Menschen zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen oder mit Bus

und Bahn fahren. In Bremen sind das zusammengerechnet

rund 60 %. Das ist eine erfreulich hohe Zahl und der Anteil

des ÖPNV ist dabei ein wichtiger Faktor.

Liegt im Umweltverbund die Zukunft?

Auf jeden Fall liegt die Zukunft nicht darin, 80 Minuten am

Tag mit dem PKW durch die Stadt zu fahren, um ihn ansonsten

1.360 Minuten lang platzfressend irgendwo abzustellen.

Wichtig ist es, dem mobilen Menschen passende Ange bote

zu machen, damit dieser die Chance hat, auf das eigene Auto

zu verzichten. Der Mix zählt also.

BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller

Was heißt das konkret?

Das beginnt beim Carsharing oder beim Ridesharing, bei

dem sich mehrere Fahrgäste eine Art Sammeltaxi teilen. Aber

auch Leihfahrräder sind wichtig. Menschen wollen ja in erster

Linie schnell, bequem und komfortabel unterwegs sein.

Heute spielen zudem Umweltaspekte und die Flexibilität

eine wichtige Rolle.

Erfüllt der ÖPNV denn all diese Bedürfnisse?

Viele, aber nicht alle – und schon gar nicht allein. Wichtig

sind die Wegeketten. Wenn alle Menschen statt mit dem eigenen

PKW mit einem Carsharing-Auto fahren, reduziert sich

der Verkehr nicht. Dazu braucht es neben dem Rad auch

Busse und Straßenbahnen. Sie bilden heute und in Zukunft

das Rückgrat der urbanen motorisierten Mobilität.

Welche Bedeutung spielt Mobilität aus Ihrer Sicht in Zukunft?

Mobilität steht längst nicht nur für die Fortbewegung, nicht

nur für die Reise von A nach B. Sie hilft uns dabei, unsere

Hanse stadt lebenswerter zu gestalten. Als BSAG sorgen wir

dafür, dass Mobilität für alle Bremerinnen und Bremer zuverlässig

verfügbar und bezahlbar ist.

Vielen Dank für das Gespräch.

What does the mobility of the future look like?

»feine adressen – finest« talked to Hajo Müller, Spokesman of the

Executive Board of BSAG.

He says that he approves of the discussion about the future of

mobility focussing on bicycles because what counts is the environmental

network, i.e. how many people walk, cycle or travel by

bus or train. In Bremen, that adds up to around 60%. This is a

pleasingly high number and the share of public transportation is

an important factor. This begins with car sharing or ride sharing,

where several passengers share a kind of taxi. But rental bikes are

also important. After all, people primarily want to travel quickly,

conveniently and comfortably. Today, environmental aspects and

flexibility also play an important role.

Buses and trams form the backbone of urban motorised mobility

today and in the future. Mobility does not only mean travelling, it

does not mean getting from A to B. It helps us to make our Hanseatic

city a better place to live. As BSAG, we ensure that mobility

is reliably available and affordable for all citizens of Bremen.

www.bsag.de

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