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Eigenleistungen 5

Selbst Hand anlegen

Zu den Eigenleistungen,

die Bauherren oft selbst

erledigen können, gehört

das Verlegen von Parkett.

Foto: Markus Scholz/dpa-mag

Sparpotenzial Wer selbst beim

Bau mithilft, kann viel Geld einsparen –

das hört man immer wieder.

Was Eigenleistungen beim Hausbau

wirklich bringen.

Dass Eigenleistungen die

Baukosten senken,

stimmt rein rechnerisch.

Doch Dieter

Räsch von der Bayerischen Ingenieurkammer

Bau warnt:

„Viele Bauherren rechnen sich

die Sache schön, weil sie die

Kosten für ihre eigene Arbeitsleistung

nicht mit einbeziehen.“

Das ergebe ein schiefes Bild.

Wer schludert oder trödelt,

behindert die Profis

Es kommt sogar vor, dass Eigenleistungen

den Bauablauf stören

und dadurch das Projekt verteuern.

Denn der Laie muss seine

Arbeiten in das Korsett der anderen

Gewerke einfügen.

Braucht er zu lange, um das Bad

zu fliesen, behindert er zum Beispiel

den Installateur, der die Sanitärobjekte

anschließen muss.

„Nicht viele Firmen akzeptieren

so etwas“, gibt Katharina Siegmund

vom Bauherren- Schutzbund

zu bedenken. Räsch empfiehlt,

Eigenleistungen gemeinsam

mit dem Bauleiter zu planen

und nur einfache Arbeiten

auszuführen, die möglichst keinen

Einfluss auf andere Gewerke

haben. So könnte man etwa

Hilfsarbeiten wie Abbrucharbeiten

erledigen, im Erdreich

Schlitze für Zuleitungen graben

oder Dämmstoffe zwischen die

Dachsparren stecken. Wer

selbst Hand anlegt, sollte sich

im Klaren darüber sein, dass er

für jeden Fehler geradestehen

muss. Manche Dinge dürfen

Bauherren nicht selbst machen,

auch wenn sie das wollten.

„Elektrik, Wasser, Gas, Heizung

– das sind Aufgaben für Profis.

Zur Sicherheit“, sagt Karl-Heinz

Neumann, Trainer bei der DIY

Academy in Köln. Deshalb, aber

auch um Zeitdruck zu vermeiden,

ist es wichtig, dass die Arbeiten

erst nach Vertragsende

ausgeführt werden – also wenn

die Baufirma mit ihrer Leistung

fertig ist.

dpa

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