Paracelsus Today

SchobaPartnerGmbH

Juli 2019 | Nr.: 2

ParacelsusToday

Das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität für Salzburg und Nürnberg NR. 2 I JULI 2019 I € 3,–

GRENZENLOSE

KOOPERATION

Herzforschung in

Salzburg und Nürnberg.

NEUBAU ALS

ZUKUNFTSINVESTITION

Die Paracelsus Universität

benötigt mehr Raum.

Scharf sehen –

ein Leben lang

Kurzsichtigkeit wird zur Volkskrankheit.

Wie man in jungen Jahren gegensteuern kann.


Editorial

Inhalt

Mustertext

Impressum

Paracelsus Today ist das Magazin der

Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

in Salzburg • Auflage: 32.100 Stück

• Medieninhaber und Herausgeber:

Paracelsus Medizinische Privatuniversität

Salzburg - Privatstiftung, Strubergasse 21,

5020 Salzburg, Tel. +43 (0)662/24200,

www.pmu.ac.at • Verlag: Magazinmanagement

und Verleger: Schoba & Partner

GmbH, Friaulweg 4, 8042 Graz, www.

schoba.at, Geschäftsführerin: Mag. Eva

Schoba • Chefredakteur: Dr. Gottfried

Stienen • Chefin vom Dienst: Sabine

Ritzinger • Art-Direktor: Josef Wiedenig

• Produktion: Styria Media Design GmbH

& Co KG, Gadollaplatz 1, 8010 Graz

• Mitarbeiter/-innen dieser Ausgabe:

Andreas Aichinger, Ludwig Aigner, Wolfgang

Bauer, Alexander Kunz, Sabine Ritzinger,

Ilse Spadlinek, Dr. Gottfried Stienen, Daniel

Voigt • Fotos: Stefan Burghart, i-Stock,

Rudi Ott, Paracelsus Universität,

shutterstock, wild&team fotoagentur gmbH

• Coverfoto: i-Stock • Herstellung: Druck

Styria GmbH & Co KG • Alle Angaben ohne

Gewähr. Haftung für Irrtümer und

Änderungen ausgeschlossen. Satz- und

Druckfehler sowie alle Rechte vorbehalten.c

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Mit Elan durch

den Sommer

Wachstum ist erfreulich, es kostet aber viel

Kraft und auch Geld. Die Paracelsus Medizinische

Privatuniversität nimmt seit ihrer

Gründung diese tägliche Herausforderung

an – und gedeiht.

Das Wachstum der Universität ist sichtbar – kürzlich wurde

auf dem Campus Salzburg das vierte Haus neu gebaut und

eröffnet. Modern, einladend, inspirierend und motivierend für

alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besonders für die

Studierenden.

Auf dem Universitäts-Campus in Nürnberg

studieren inzwischen fünf Jahrgänge

Humanmedizin, die erste Graduierungsfeier

steht im September bevor. Das Interesse

von jungen Leuten, an der Paracelsus

Universität zu studieren, ist ungebrochen,

für einen Studienplatz gibt es neun

Bewerbungen.

Der Blick aller Beteiligten ist stets nach

vorne gerichtet. In einem Symposium

mit namhaften Wissenschafterinnen und

Wissenschaftern wurde an der PMU über

die Zukunft von medizinischen Universitäten

diskutiert – zwei Schlagworte dazu:

Digitalisierung und Robotisierung, verbunden mit neuen Lehrund

Lernmethoden. Darüber lesen Sie in dieser Ausgabe.

Das Redaktionsteam hat ferner für Sie Persönlichkeiten

vor den Vorhang geholt: etwa den neuen Pharmakologie-

Vorstand Antonio Sarikas, das Alumni-Ehepaar Barbara

und Patrick Morre oder den Pathologen Karl Sotlar vom

Uniklinikum Salzburg.

Viel Freude beim Lesen.

Dr. Gottfried Stienen

Chefredakteur

Offenlegung nach § 25 (2) des Mediengesetzes

Paracelsus Today“ ist das Universitätsmagazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

in Salzburg. Die Themenschwerpunkte umfassen Aus- und Weiterbildung, Forschung sowie

gelebte Kooperationen im Bereich Health Sciences. 3 Mal jährlich werden unsere Sponsoren,

Partner, Freunde und Abonnenten über das Leben und Arbeiten an der Universität informiert.

Herausgegeben wird das Magazin vom Rechtsträger der Universität, der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität Salzburg – Privatstiftung. (FN 191581m, Landesgericht

Salzburg), die damit gleichzeitig als Medieneigentürmer fungiert. Der Stiftungszweck ist

vorrangig auf die Förderung, den Betrieb und Erhalt der Universität ausgerichtet.

4 Short Cuts. Neues aus der Uni.

6 Spotlight. Hochbetrieb am PMU-

Standort Nürnberg.

8 Focus on. Gemeinsam statt einsam:

Salzburg und Nürnberg gehen im

Gleichschritt in der Herzforschung.

10 Education. Die sehr persönliche

Geschichte des syrischen Studenten

Hamza Bambouk.

12 Update. Volkskrankheit

Kurzsichtigkeit. Salzburgs

Augenklinikchef Herbert Reitsamer

warnt und will gegensteuern.

18 Inside. Ehrendoktor Wolfgang

Patsch im Interview.

20 Very Personal. „Ich bin Lotse in

der Therapie“, behauptet Pathologe

Karl Sotlar vom Uniklinikum Salzburg.

20

22 Research. Die beste Habilitation an

österreichischen Medizinunis wurde an

der PMU geschrieben. Der Autor heißt

Christian Mayr.

28 Alumni. Sie haben an der

PMU studiert, sich während der

Facharztausbildung verliebt, geheiratet

und arbeiten beide am Uniklinikum

Salzburg – Barbara und Patrick Morre.

28

36 Update. Wir haben es schon wieder

getan und ein neues Haus am Campus

in Salzburg gebaut. Dieses wurde mit

einem Fest und vielen Gästen eröffnet.

42 Point of View. Ein Selbsttest:

Wie gut ist die Paracelsus Universität

in der Forschung?

ParacelsusToday 2/2019 3


Short Cuts

STADTWERK:

Ein Standort startet durch

Vor zehn Jahren begannen die Arbeiten am STADTWERK (Stadtteil

Lehen), die Umsetzung war eines der engagiertesten Projekte zur

Stadtteil-Erneuerung und -Entwicklung der jüngsten Vergangenheit

in Salzburg. Im letzten Jahrzehnt entstand aus der einstigen Industriebrache

mitten im Wohngebiet ein pulsierendes Quartier mit

einem Mix aus Wohnungen, Forschungs- und Gewerbestandort sowie

Freizeitangeboten. Nachdem nun alle Bauten fertiggestellt sind,

zogen der Standort- und Regionalentwickler Prisma unter Vorstand

Bernhard Ölz und der Verein STADTWERK in einer Pressekonferenz

Bilanz. Michael Nake, Kanzler der Paracelsus Medizinischen

Privatuniversität (PMU), die selbst zwei neue Bauten am Standort

errichtete (Eröffnung November 2013 und Mai 2019) war ebenfalls

als Ansprechpartner am Podium. Bürgermeister Harald Preuner

und Planungs-Stadtrat Johann Padutsch vertraten die Stadt Salzburg,

Bernhard Kopf (GSWB) und Karl Huber (Heimat Österreich) die

Wohnbauträger.

Hintere Reihe

v.li.: Bernd Kopf,

Harald Preuner,

Bernhard

Ölz, Johann

Padutsch; vordere

Reihe v. li.:

Michael Nake,

Stadtwerk-

Bewohnerin,

Günter Kotrba,

Karl Huber.

„Als die Paracelsus Medizinische Privatuniversität im Jahr 2003

im ehemaligen Gaswerk-Gebäude ihren Betrieb aufnahm, war der

Standort in Lehen nicht mit heute vergleichbar. Neue Gebäude und

eine gute Infrastruktur haben attraktive Betriebe angezogen und es

hat sich ein tolles Umfeld im Life Science-, Bildungs- und Kulturbzw.

Kunstbereich und in anderen Sparten entwickelt. Auch die Paracelsus

Universität profitiert von diesem Umfeld und ist stolz, mit

ihrem 2013 eröffneten Lehr- und Forschungsgebäude Haus C und

ihrem neuen Haus D, das am 24. Mai 2019 offiziell eröffnet wurde,

auch selbst zur Standortentwicklung beigetragen zu haben“, betonte

PMU-Kanzler Nake.

Vier Gebäude, ein Studentenheim und die angemietete „Frey-Villa“

gehören zum Baubestand der PMU.

Prof. John Geibel im Kreise einiger PMU-Alumni, die ihr Forschungstrimester

in Yale verbracht hatten.

Zwei neue Ehrendoktoren

von höchster Güte

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität hat im Mai in Salzburg

zwei namhaften Wissenschaftern, Prof. John Geibel von der

Yale University und Prof. Wolfgang Patsch (Uniklinikum Salzburg),

in einem feierlichen Festakt die Ehrendoktorwürde verliehen.

John Geibel, stellvertretender Vorstand des Departments für

Chirurgie der Yale University School of Medicine, Direktor für chirurgische

Forschung und Professor für zelluläre und molekulare

Physiologie an der Yale University, ist der Paracelsus Universität

seit 2005 eng verbunden und betreute seither rund 100 PMU-Medizinstudierende

in ihrem Forschungstrimester in Yale. Sein starker

Österreich-Bezug stammt allerdings aus frühen Tagen, als er in

den 1980er-Jahren an der Medizinuniversität Innsbruck am Institut

für Physiologie arbeitete und forschte. In dieser Zeit lernte er auch

seine Ehefrau Annemarie kennen. Der renommierte Forscher ist

Autor von mehr als 250 wissenschaftlichen Publikationen und hält

17 verschiedene Patente aus seinen medizinischen Forschungen.

Mit Wolfgang Patsch wurde ein Mitgestalter der ersten Stunde

mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Nach seinem Medizinstudium

in Wien und Innsbruck (mit der Promotion sub auspiciis

praesidentis) und der Facharztausbildung für Innere Medizin

in Innsbruck zog es den Mediziner zum Forschen nach Uppsala

(Schweden) an das ehemalige Institut der Nobelpreisträger Theodor

Svedberg und Arne Tiselius, später für 15 Jahre in die USA.

Patsch übernahm 1993 die Leitung des Zentrallabos an den Landeskliniken

Salzburg, dem heutigen Universitätsklinikum der Paracelsus

Universität, baute dieses qualitativ und quantitativ aus und

etablierte eine starke wissenschaftliche Einheit mit dem Schwerpunkt

auf metabolischen Erkrankungen.

Schließlich beteiligte er sich maßgeblich an der Gründung und

Etablierung der Universität, war Forschungsdekan, Forscher und

Leiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie. „Du bist

nicht nur ein ausgezeichneter Wissenschafter, sondern hast auch

erkannt, dass man Wissen und Wissenschaft – am besten durch

Förderung junger Menschen – weitergeben muss. Deshalb hast

Du es auch als Verpflichtung angesehen, an dieser Universität mitzuarbeiten

und das immer, ohne Dich in den Vordergrund zu stellen“,

betonte Rektor Resch in seiner Laudatio.

4 2/2019 ParacelsusToday


Short Cuts

Hohe Auszeichnung der

Republik Österreich

Eine besondere Ehre wurde Prof. Felix Sedlmayer, Vorstand der Universitätsklinik

für Radiotherapie und Radio-Onkologie Salzburg, vor geraumer

Zeit zuteil. In einem Festakt in der Salzburger Residenz durfte Sedlmayer

das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse aus

den Händen von Salzburgs Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und

Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf entgegennehmen.

Felix Sedlmayer ist nicht nur ein namhafter Arzt und Wissenschafter,

sondern war auch über viele Jahre als Vizerektor maßgeblich am Aufbau

der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität beteiligt. Aktuell ist er noch

Mitglied im PMU-Stiftungsrat, und als Leiter des universitätseigenen Instituts

für Technologieentwicklung in der Strahlentherapie – radART wirkt

er nach wie vor gestaltend an der Universität mit. Gratulation zu dieser

hohen Auszeichnung!

Der glückliche Ehrenkreuzträger Felix Sedlmayer (Bildmitte) mit

Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf und Salzburgs Landeshauptmann

Wilfried Haslauer.

Stiftungsrat

wurde neu

konstituiert

Zweimal im Jahr prüft der

Stiftungsrat die Arbeit und

Entwicklung an der Paracelsus

Universität. Der Vorstand (Herbert

Resch, Michael Nake, Rudolf

Theierl) ist diesem Gremium

über Finanzen, Personal sowie

Entwicklungen in Forschung

und Lehre berichtspflichtig.

Den Vorsitz im Stiftungsrat hat

Landeshauptmann-Stellvertreter

Christian Stöckl inne. Bei der

Sitzung Anfang Juli wurden

neue Mitglieder gewählt, der

Stiftungsrat setzt sich nun aus

folgenden Persönlichkeiten

zusammen:

Christian Stöckl (Vorsitz)

Irene Oesch (Stv. Vorsitzende)

Andrea Klambauer

Gertraud Leimüller

Gerlinde Rogatsch

Dietrich Mateschitz

Christian Menzel

Jürgen Rauch

Bernhard Fürthauer

Dieter Kiener

Felix Sedlmayer

Peter Unterkofler

Zürcher Kantonalbank an der Paracelsus Universität

Seit vielen Jahren unterstützt die Zürcher Kantonalbank

Österreich AG (ZKB) die Paracelsus Universität:

einerseits als Vermögensberater der dazugehörigen

Privatstiftung und andererseits als aktiver

Förderer durch Stipendien für angehende Ärztinnen

und Ärzte. Den Campus und insbesondere das

Audimax im neuen Unigebäude nützte die ZKB,

um ihre Kunden zu einem Vortrag zum Thema

„Megatrend Healthcare – Gesunde Investments

in Ost und West“ einzuladen. Zahlreiche Gäste

lauschten dem Vortrag des Schweizers Cyrill

Zimmermann und wurden über interessante mögliche

Investments in Megatrends informiert. Die

Themen reichten von innovativen Medizintechnologien

und deren Produkte bis zu Digital Health-

Applikationen wie Telemedizin, roboterunterstützter

Chirurgie oder chronischen Krankheiten und

deren Behandlungen. Der Bereich Health Care hat

ein Wachstum von fünf Prozent und somit ein stärkeres

als die Weltwirtschaft.

Doppelte Freude: Die Pflege feierte gleich zweimal

112 Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs

Pflegewissenschaft 2in1-Modell und 21

des Studiengangs Pflegewissenschaft Online erhielten

im Rahmen von zwei Akademischen Feiern

im Frühsommer 2019 in der Stiftung Mozarteum

ihre Dekrete. Neben den Würdenträgern der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität und zahlreichen

Ehrengästen freuten sich Eltern, Verwandte

und Freunde mit den frisch gebackenen Bachelors

of Science in Nursing.

Rektor Herbert Resch und Vizerektorin

Eva Rohde gratulierten

den akademischen

Pflegefachkräften recht

herzlich zu ihrem Erfolg.

Jürgen Osterbrink

(Bild links),

Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und

-praxis der PMU, betonte, dass Pflege heute einen

gewichtigen Faktor und immer wichtiger werdenden

Bestandteil im Heilungsgeschehen darstelle:

„Sie haben dazu wissenschaftliche und forscherische

Kenntnisse erhalten wie auch die Fähigkeit,

wissenschaftliches Wissen mit der Pflegepraxis zu

verknüpfen.“

ParacelsusToday 2/2019 5


Spotlight

Am Science Get Together wurden die

Forscher des Jahres, F. Pollari (li.) und

A. Katsagyris (re.), gekürt und die besten

Poster prämiert.

Mit OSCE-Prüfung und Defensiones

schloss der allererste

Mediziner-Jahrgang in Nürnberg

sein Studium ab.

Endspurt vor dem Sommer

Am Standort Nürnberg der Paracelsus Universität ging es vor

den Ferien turbulent zu: Der allererste Jahrgang der Humanmedizinstudierenden

musste sich vor Studienabschluss noch

einmal ordentlich anstrengen. Darüber hinaus trafen sich rund

200 Wissenschafter zum „Paracelsus Science Get Together“.

Autor: Daniel Voigt ▪ Fotos: Rudi Ott

Die OSCE-Prüfung am Standort

Nürnberg der Paracelsus Medizinischen

Privatuniversität (PMU)

am 25. Juni 2019 war eine Premiere – und

der Auftakt zu einem Prüfungsverfahren,

das künftig jedes Jahr die klinische Kompetenz

der Medizinstudierenden im fünften

(und letzten) Studienjahr testen wird.

Die Prüflinge, der Jahrgang 2014/15,

durchliefen bei der „Objective Structured

Clinical Examination“ unter hohem Zeitdruck

eine Art Parcours mit insgesamt

zehn Stationen. Jede davon hielt einen

klinischen Fall bereit, den die angehenden

Mediziner bestmöglich lösen mussten.

Die Challenge war die letzte Prüfung

der ersten Absolventen in Nürnberg.

Defensiones. Zwei Tage später folgten

die „Defensiones“: Vor Publikum präsentierten

die Studierenden des Examensjahrgangs

ihre Diplomarbeiten in Kurzvorträgen

und beantworteten Fragen dazu.

„Die meisten Diplomarbeiten sind unter

der wissenschaftlichen Betreuung von

Kolleginnen und Kollegen des Klinikums

sowie der Nürnberger Anatomie und

Physiologie entstanden“, erklärt Ralph

Bertram, Forschungsreferent der Paracelsus

Universität, und betont die hohe

Qualität der Projekte. „Etliche Studierende

reichen ihre Arbeiten auch in wissenschaftlichen

Journalen zur Publikation

ein.“

Science Get Together. Beim 10. Paracelsus

Science Get Together tauschten sich

am Standort Nürnberg etwa 200 Wissenschafter,

Doktoranden, Studierende und

Interessierte über aktuelle Forschungsprojekte

aus. Die Veranstaltung – zum dritten

Mal am Standort Nürnberg ausgerichtet

– umfasste in diesem Jahr eine Ausstellung

mit 127 wissenschaftlichen Postern.

Neben Forschenden der beiden PMU-

Standorte nahmen auch deren Kolleginnen

und Kollegen der Technischen Hochschule

Nürnberg Georg Simon Ohm teil.

Akademische Feier. Im Anschluss fand

im neuen Bürgersaal der Kerscher-Stiftungen

eine Akademische Feier statt. Die

vier besten Forschungsprojekte erhielten

einen Poster-Preis: Eine achtköpfige Jury

hatte sich für die Arbeiten von Katharina

Helm (Salzburg), Rapolas Jamontas

(Vilnius und Salzburg), Pauline Kosmann

(Studentin, Nürnberg) und Anna Bauereiß

entschieden. Daneben wurden die

internen Förderpreise und Stipendien bekanntgegeben,

die von der W. Lutz Stiftung,

der Nürnberger Versicherung, der

Kerscher-Stiftung und dem Förderverein

der Paracelsus Uni Nürnberg gestiftet

werden und sich allesamt der Unterstützung

junger Forschender verschrieben

haben.

Verleihung der Wissenschaftspreise.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten

16 engagierte Forschende die begehrten

Paracelsus Wissenschaftspreise.

Francesco Pollari (Herzchirurgie, Klinikum

Nürnberg) und Athanasios Katsargyris

(Gefäßchirurgie, Klinikum Nürnberg)

wurden für ihre wissenschaftlichen Leistungen

als „Forscher des Jahres“ geehrt.

Außerdem verlieh die Paracelsus Medizinische

Privatuniversität sechs Preise für

die bestpublizierenden Kliniken und die

Aufsteiger des Jahres in Nürnberg. •

6 2/2019 ParacelsusToday


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Focus on

Kooperation

Eine standortübergreifende

Forschungskooperation der

Paracelsus Universität soll

Bypass-Operationen noch

nachhaltiger machen. Ganz

besonders interessieren

sich Theodor Fischlein in

Nürnberg und Rainald Seitelberger

in Salzburg dabei

für eine Flüssigkeit.

Autor: Andreas Aichinger

Fotos: Paracelsus Uni/wildbild, Rudi Ott

Gemeinsam statt einsam: Das ist

in der Forschung nichts, was in

Sonntagsreden noch gefordert

werden müsste, sondern schlicht und ergreifend

Notwendigkeit und gelebte Realität.

Und dennoch gibt es Konstellationen,

die eine Zusammenarbeit noch deutlich

einfacher machen. Die Kooperation zwischen

den beiden Standorten der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität in

Salzburg und Nürnberg inklusive der jeweiligen

Universitätskliniken ist so eine Konstellation.

Rainald Seitelberger, Vorstand der

Uniklinik für Herzchirurgie, Gefäßchirurgie

und endovaskuläre Chirurgie in Salzburg,

hat diese positive Erfahrung gemacht. Und

zwar im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts

mit seinem Nürnberger

Gegenüber Theodor Fischlein. Seit Ende

2017 wird an beiden Standorten im Rahmen

eines vom Forschungsförderungsfonds

der Paracelsus Uni (PMU-FFF) geförderten

Projekts geforscht. Und das hat

aus Seitelbergers Sicht handfeste Vorteile:

Für uns ist diese direkte Kooperation mit dem Standort

Nürnberg unter dem Schirm der Paracelsus Universität

natürlich sehr positiv.“

Univ.-Prof. Dr. Rainald Seitelberger, Vorstand der Universitätsklinik für

Herzchirurgie, Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie Salzburg

Höhere Fallzahlen, weniger Hürden.

„Für eine relativ kleine Medizinuniversität

wie unsere hier in Salzburg ist diese

direkte Kooperation mit dem Standort

Nürnberg unter dem einen Schirm der

Paracelsus Universität natürlich sehr positiv“,

bestätigt Seitelberger. Und das liege

nicht zuletzt auch an der identischen

Organisationsform, die bürokratische

Hürden abbaue und das gemeinsame

Abwickeln von Projekten über Landesgrenzen

hinweg deutlich erleichtere.

„Wir können gemeinsam schneller eine

hohe Fallzahl für die Untersuchungen

erreichen“, führt der Ärztliche Leiter und

Direktor der Nürnberger Universitätsklinik

für Herzchirurgie, Theodor Fischlein,

ein weiteres gewichtiges Argument ins

Treffen. Und dann gibt es da noch einen

feinen Unterschied in der klinischen

Praxis der beiden Standorte, der beim

genannten Kooperationsprojekt durchaus

schwer ins Gewicht fällt: Die beiden

Kliniken verwenden nämlich unterschiedliche

Flüssigkeiten. Und zwar für einen

bestimmten Zweck im Rahmen der häufigen

und lebensrettenden Bypass-Operationen.

Bei denen gibt es nämlich bis

dato ein nicht unerhebliches Problem:

Schach der Zell-Degeneration. Zur

Überbrückung von Engstellen in einem

Gefäß werden in der Herz- und in der

Gefäßchirurgie nämlich Gefäßstücke aus

Beinvenen (oder aus Brustarterien) verwendet,

um den Blutfluss wiederherzustellen.

Und diese Venen-Transplantate

oder „Grafts“ werden schon bei der Entnahme

„traumatisch geschädigt“ und

dann „mit Kochsalzlösung gespült und

aufgedehnt“, erklärt Fischlein. „Dadurch

wird vor allem das Endothel (Anm.: die

dünne Zellschicht an der Innenfläche

der Blutgefäße) derart geschädigt, dass

8 2/2019 ParacelsusToday


Focus on

mit Herz

jekten handelt. Generell gäbe es vor allem

im Bereich der Herzklappenchirurgie

und -rekonstruktion relativ viele Parallelen

und ähnliche Patientengruppen, die

gut verglichen werden könnten. „Salzburg

und Nürnberg arbeiten hier zum Teil

mit unterschiedlichen Methoden, weshalb

man im Vergleich dann validieren

kann, was letztlich besser funktioniert“,

erzählt Primar Seitelberger. Ähnliche

Schnittstellen gibt es zudem im Bereich

der Aneurysmen-Chirurgie. Phantasie für

zukünftige Projekte sieht er aber auch in

klinischen Fragen sowie der optimalen

Diagnostik. Seitelberger: „Da gibt es sicherlich

noch viele Ansatzpunkte.“

Gemeinsam können wir schneller eine hohe

Fallzahl für die Untersuchungen erreichen.“

Prof. Dr. Theodor Fischlein, Chefarzt (Vorstand) der Klinik

für Herzchirurgie Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität

die innere Gefäßoberfläche thrombogen

wird.“ Diese Anlagerung von Blutplättchen

wiederum kann zu Bypass-

Frühverschlüssen und einer frühzeitigen

Bypass-Degeneration führen. Ziel des

gemeinsamen Forschungsprojekts ist

es daher, die Endothel-Zellen zu schonen

und ihre Zellpopulation zu erhalten.

„Wir versuchen zu zeigen, dass man mit

unterschiedlichen Spüllösungen und intraoperativen

Lagerungs-Flüssigkeiten

diese Zellschädigung möglichst vermeiden

oder verringern kann“, sagt Fischlein.

Neben der derzeit vorwiegend

verwendeten Kochsalz-Lösung werden

dabei auch Ringerlösung und Biseko

(eine Albumin-Lösung) untersucht. Zur

Zeit verwenden beide Standorte unterschiedliche

Spüllösungen und erhalten

dadurch rasch einen guten Vergleich

der unterschiedlichen Methoden. „Das

ist Grundlagenforschung im Dienst der

Gefäßwand-Integrität“, ergänzt Rainald

Seitelberger.

Klinisch relevante Grundlagenforschung.

Vor allem auch klinisch sei das

Forschungsprojekt „ausgesprochen relevant“,

unterstreicht Theodor Fischlein.

Immerhin gelte es, eine Vielzahl von Patienten

mit koronaren Bypässen zu versorgen,

die in der Folge naturgemäß darauf

angewiesen sind, dass die verwendeten

Venen auch möglichst lange offen bleiben

und ihren Dienst tun können. Unisono

unterstreichen die beiden Klinikleiter,

dass es sich dabei nur um eines von

mehreren gemeinsamen Forschungspro-

Zwei Wiener fürs Herz. Während die

skizzierte Forschungskooperation zwischen

Salzburg und Nürnberg unter

dem gemeinsamen Dach der Paracelsus

Universität somit zweifelsfrei überaus

vielversprechend ist, so beginnt die gemeinsame

Geschichte der beiden Herzspezialisten

dennoch eigentlich schon

viel früher. Und zwar in Wien. Sowohl

der „Salzburger“ Seitelberger als auch

der „Nürnberger“ Fischlein sind gebürtige

Wiener und kennen sich „sicher

schon seit 30 Jahren“. Zwar haben die

beiden in der Vergangenheit nie direkt

zusammengearbeitet, konnten aber auf

Fachkongressen und anderen Veranstaltungen

immer guten Kontakt halten.

„Fischlein ist ein sehr aktiver Forscher,

der auch sehr viel publiziert – und auch

deshalb ein sehr guter Partner für uns“,

streut Rainald Seitelberger seinem professoralen

Partner Rosen. Und er erinnert

an die Geburtsstunde der heute

so fruchtbringenden Forschungskooperation.

Seitelberger: „Theodor Fischlein

hat damals viel dazu beigetragen, dass

Nürnberg die Kooperation mit der Paracelsus

Universität eingegangen ist.“ •

ParacelsusToday 2/2019 9


Education

Von einem,

der auszog…

Medizinstudent Hamza Bambouk liebt die Physiologie, versteht

sich blendend mit seinen Mitstudierenden und lernt

zurzeit eifrig für die USMLE-Prüfung. Doch hinter einem

vordergründig ganz normalen Studentenleben in Salzburg

steckt eine ganz besondere persönliche Geschichte.

Autorin: Sabine Ritzinger • Foto: Paracelsus Universität/Ritzinger

Der weite Weg nach Salzburg. Der

gebürtige Syrer lebt erst seit dreieinhalb

Jahren in Österreich, doch seine

Geschichte erzählt er in fast perfektem

Deutsch. Zum Beispiel, dass es sein ursprünglicher

Plan war, seine Ausbildung

in Aleppo zu absolvieren – immerhin hatte

Hamza dort gelebt und in der nordsyrischen

Stadt bereits zwei Jahre Medizin

studiert. Dass er dennoch an der Paracelsus

Uni gelandet ist, hat er indirekt

seinem jüngeren Bruder Jaafar zu verdanken.

Dieser hatte, mit einem Monatsvisum

ausgestattet, 2014 den Sommerkurs

„Acting for Peace“ in Imst besucht

und wollte im Anschluss nicht mehr ins

Kriegsgebiet Syrien zurückkehren. So

stellte er in Österreich einen Asylantrag,

war kurzzeitig im Erstaufnahmezentrum

Traiskirchen und wurde im Anschluss

von der Caritas in einer Wiener Wohngemeinschaft

für minderjährige Flüchtlinge

untergebracht. Nach einem Jahr, und einem

inzwischen positiven Asylbescheid

Jaafars, entschieden sich die Eltern in

Syrien, mit Hamza nachzuziehen.

Das Lernen fiel Hamza anfangs gar nicht

so leicht. Doch inzwischen spricht er

fast perfekt Deutsch und braucht seine

Skripten nicht mehr ins Arabische zu

übersetzen.

Sympathisch, offen, gut gelaunt und

sehr höflich: Das ist der Eindruck,

den Hamza Bambouk beim ersten

Treffen vermittelt. Der Medizinstudent

der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

(PMU) im dritten Studienjahr hat

für das Gespräch mit Paracelsus Today

seine Lernzeit unterbrochen, bereitet er

sich doch seit Anfang Mai intensiv auf

die an der PMU verpflichtende USMLE-

Prüfung (United States Medical Licensing

Examination, Step 1) vor, die er im

August 2019 in München ablegen wird.

Von Zufällen und Glücksfällen. Über

den Libanon gelangten die drei in die

Türkei, wo sie das Visum für Österreich

beantragten. „Ich musste sechs Monate

darauf warten, während mein Vater und

meine Mutter bereits nach zwei Monaten

nach Österreich reisen konnten“, erzählt

Hamza. In der Zwischenzeit half ihm sein

Bruder von Wien aus mit den Unterlagen

für die Bewerbung an medizinischen

Universitäten in Österreich. Im Falle der

Paracelsus Universität unterstützte in

eine Salzburger Familie, welche sein

Bruder über den Sommerkurs kennengelernt

hatte – und in die er inzwischen

vollständig integriert ist. „Die Tochter war

Mitorganisatorin des Sommerkurses und

ich wohne bei ihrer Großmutter in Niederalm,

die mich liebevoll aufgenommen

hat und unterstützt. Auch mit den Eltern

bin ich in ständigem Kontakt“, erklärt

der 23-Jährige freudestrahlend. Dass

er schließlich an der Universität aufgenommen

wurde, sei ein riesengroßer

Glücksfall gewesen – gepaart mit einer

menschlichen Geste der Universitätsleitung.

Durchhaltevermögen gefragt. Um ihm

die Integration und das Deutschlernen

zu erleichtern, durfte Hamza ein halbes

Jahr lang als außerordentlicher Student

die Vorlesungen des Jahrgangs 2014

besuchen. Der Plan ging auf: Die PMU-

Studierenden nahmen den Neuling sofort

herzlich auf und unterstützten ihn.

10 2/2019 ParacelsusToday


Education

Aus dieser Zeit resultieren viele Freundschaften,

ein erfolgreich abgeschlossener

Deutschkurs auf B2-Niveau und der

Besuch eines C1-Nachfolgekurses. Sein

Aufnahmegespräch fand schließlich im

August 2016 statt, eine Woche vor Studienbeginn.

„Der Vertrauensvorschuss,

dass ich schnellstmöglich Deutsch lernen

und mich beim Studieren anstrengen

werde, war eine noble Geste der

Paracelsus Universität. Wofür ich darüber

hinaus unendlich dankbar bin, ist der

Umstand, dass mir die Universität mit einem

Vollstipendium mein Studium finanziert“,

streicht der junge Mann hervor.

Harter Beginn … Das erste Jahr als

offiziell inskribierter Medizinstudent mit

Start im Wintersemester 2016/17 sei

hart gewesen: „Dem Unterricht in der

deutschen Sprache zu folgen, war sehr

schwierig, und ich habe anfangs alle

Skripten ins Arabische übersetzt und

musste dennoch einige Prüfungen wiederholen“,

erinnert sich der angehende

Mediziner. Außerdem hatte er das Fach

Latein nachzuholen. Aufgeben war jedoch

niemals eine Option, zumal Hamza

ab dem zweiten Studienjahr mühelos

mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus

dem Jahrgang 2016 mithalten konnte,

mit denen ihn eine besonders gute Kameradschaft

verbindet. Sein Lieblingsfach

ist die Physiologie, das sei es schon

in Syrien gewesen. Allerdings könne

man das Medizinstudium in seinem

Heimatland mit dem in Österreich nicht

vergleichen. „Mit 800 Personen im ersten

Jahrgang und ,Kleingruppen´ zu 80

Studierenden war der Lerneffekt an der

Uni in Aleppo bescheidener“, betont der

begeisterte PMU-Student.

… und glückliches Danach. Und was,

außer seinem studentischen Leben und

seinem sozialen Umfeld, gefällt ihm noch

in Österreich? „Der Frieden ist etwas

Tolles“, sagt er spontan, und nach einer

Nachdenksekunde: „Und dass alles so

organisiert und geregelt ist.“ Der Wahl-

Salzburger möchte gerne in Österreich

bleiben, kann sich die Facharztausbildung

in einem chirurgischen Fach vorstellen

und eine spätere Arbeit für „Ärzte

ohne Grenzen“ in einem Kriegsgebiet.

Sein Forschungstrimester im vierten Studienjahr

wird er an der Universitätsklinik

für Chirurgie in Salzburg absolvieren.

Auch sein 20-jähriger Bruder studiert

inzwischen in Wien, nämlich Politikwissenschaft

und Sprachwissenschaft. Und

seine Eltern – Hamzas Mutter ist Apothekerin,

sein Vater Dermatologe – haben

vor kurzem verschiedene Fächer aus

ihren Fachbereichen an österreichischen

Unis absolviert, um ihre Abschlüsse aus

Syrien anerkennen zu lassen und hier arbeiten

zu können. Eine Vorzeigefamilie in

Sachen Fleiß und Integration. ●

BRAUKUNST AUF HÖCHSTER

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ParacelsusToday 2/2019 11

Braukunst auf höchsterStufe.


Update

Die Stubenhocker

Seuche

Kurzsichtigkeit entwickelt

sich immer mehr zu einer

Volkskrankheit, und die

Zukunftsprognosen sind

alarmierend. Vor allem bei

Kindern und Jugendlichen

könnte aber noch einfach

gegengesteuert werden.

Autor: Andreas Aichinger

Fotos: Paracelsus Uni/wildbild, iStock

Du verdirbst Dir noch die Augen!“

– Ganze Generationen sind mit

dieser Warnung aufgewachsen.

Ausgesprochen wurde sie meist

von Müttern oder Großmüttern, die dem

spätabendlichen Lesen bei schlechten

Lichtverhältnissen ein Ende setzen wollten.

Wenn dann das spannende Kapitel

im schummrigen Licht einer Taschenlampe

– vielleicht sogar unter der Bettdecke –

fertiggelesen wurde, stellte sich die Warnund

Ermahnungsfloskel ein wie das Amen

im Gebet. Heute weiß die Augenheilkunde

allerdings, dass es sich dabei im Wesentlichen

um einen Mythos handelt. Gerade in

den letzten Jahren häufen sich jedoch wieder

neue Meldungen im Zusammenhang

mit dem Einfluss des Lichts auf unsere Augen.

Doch diesmal sollte die nunmehr anders

gelagerte Warnung nicht mehr auf die

leichte Schulter genommen werden. Denn

die Zahlen sind durchaus alarmierend:

2050: Erschreckende Prognose. Seit

einigen Jahren ist speziell die Kurzsichtigkeit

immer stärker in den Fokus des

Interesses gerückt. Und immer öfter wird

im Zusammenhang mit dieser weit ver-

12 2/2019 ParacelsusToday


Update

Das Nah-Sehen und Nah-Arbeiten

führt schon bei Kindern und

Jugendlichen zu Kurzsichtigkeit.

Experten empfehlen möglichst ausgedehnte

Aufenthalte im Freien.

breiteten Form der Fehlsichtigkeit – die

meist auf einen zu langen Augapfel oder

einen zu hohen Brechwert der Linse zurückzuführen

ist – sogar von einer Volkskrankheit

gesprochen. Die Basis dafür

lieferte das australische Brien Holden Vision

Institute im Jahr 2016 mit einer entsprechenden

Studie samt Projektionsrechnung,

die in der Folge auch von der

Weltgesundheitsorganisation WHO verbreitet

wurde. Vereinfacht gesagt steigt

demnach der Anteil der Kurzsichtigen

an der Weltbevölkerung in Zehnjahres-

Schritten um jeweils rund fünf Prozent

an. Lag der Wert 2010 bei 28 Prozent,

so führt der einigermaßen lineare Anstieg

der Prognose für das Jahr 2050 auf einen

Wert von alarmierenden 52 Prozent. Will

heißen: In etwas mehr als drei Jahrzehnten

könnte jeder zweite Mensch weltweit

von Myopie – die Bezeichnung kommt

übrigens vom griechischen „Myops“ für

„Blinzelgesicht“ – betroffen sein. Doch es

gibt interessante regionale Unterschiede:

Risiko Nah-Sehen. In Ostasien – und da

ganz besonders in China, Japan, Südkorea

und Singapur – hat das Problem

schon jetzt den Charakter einer Volksseuche:

Jede(r) Zweite ist dort bereits

betroffen. Besonders drastisch zeigt sich

die Situation in Südkorea, wo eine Untersuchung

von 19-jährigen Rekruten einen

Anteil der Kurzsichtigen von sage und

schreibe 96 Prozent ergeben hat. Ein

Erklärungsversuch sieht die Ursache in

einem besonders intensiven Bildungsdrill

und langen Unterrichtszeiten in diesen

Ländern. Dazu passt auch eine einschlägige

Auswertung der Gutenberg-Gesundheitsstudie

der Universität Mainz:

Demnach steigt das Myopie-Risiko mit

höherem Bildungsgrad respektive längerer

Schulzeit. Tatsächlich wird gelegentlich

auch der Begriff „Schulmyopie“

verwendet. Der Kern des Problems ist

natürlich nicht das Lernen an sich, sondern

ein Übermaß an Nah-Sehen und

Nah-Arbeiten. Und ganz egal, ob es jetzt

ein Buch, eine Zeitung, Smartphone, Tablet

oder Computer oder ein TV-Gerät

ist: Je öfter das Auge auf das Nah-Sehen

fokussieren muss, desto öfter wirkt auch

der Zug des Ringmuskels, der die Wölbung

der Augenlinse verändert. Langfristig

führt dieser ständige Zug dazu, dass

sich der Augapfel in Richtung der wirkenden

Zugkraft verlängert – und genau das

führt zu Kurzsichtigkeit.

Jugend & Umweltfaktoren. Nicht nur

die Signalwörter „Schule“ und „Smartphone“

deuten schon klar darauf hin,

auch die Fakten sprechen eine klare

Sprache: Kurzsichtigkeit entwickelt sich

meistens zwischen dem 6. und dem 25.

Lebensjahr, ist also ein primär für Kinder

und Jugendliche essenzielles Thema.

Tatsächlich bestätigt auch Herbert Reitsamer,

Vorstand der Universitätsklinik

für Augenheilkunde und Optometrie der

Paracelsus Universität in Salzburg: „Eine

besonders hohe Prävalenz besteht in

Europa für die Altersgruppe zwischen

25 und 29 Jahren.“ Und das wiederum

macht Myopie und ihre Prävention zu einem

Thema, das naturgemäß bei jungen

Menschen ansetzen muss. „Das Fortschreiten

der Myopie kann man nur im

Schulalter beeinflussen“, bestätigt auch

Ian Morgan vom Forschungsinstitut für

Biologie an der Australian National University

in Canberra, einer der führenden

Forscher zum Thema Myopie. Und

Morgan nimmt in einer seiner jüngsten

wissenschaftlichen Arbeiten auch klar

zu den Ursachen Stellung: „Es gibt eine

starke Evidenz, dass Umweltfaktoren bei

der gegenwärtigen Myopie-Epidemie

eine Hauptrolle spielen, genetische Faktoren

hingegen nicht.“

In die Ferne, ins Licht. Genau das aber

sei durchaus ein „Glücksfall”, schreibt

der Australier weiter, da so vergleichsweise

leicht gegengesteuert werden könne.

Und die Formel dafür ist relativ simpel:

mehr Zeit im Freien bei natürlichem

Licht und weniger Nah-Arbeit. Weniger

Zeit mit Smartphone und Tablet, und da-


ParacelsusToday 2/2019 13


Update

Die Kurzsichtigkeit

wird 2050 die häufigste

Ursache für

Erblindung sein.“

Univ.-Prof. Dr. Herbert

Reitsamer, Vorstand der

Universitätsklinik für Augenheilkunde

und Optometrie

Salzburg

für mehr in die Ferne schweifen. Selbst

bei notwendigen Lern- und Leseaufgaben

ist eine Pause zwischendurch – am

besten mit einem entspannten Blick in

die weite Natur – Balsam für die Augen.

Auch die österreichischen Augenärzte

empfehlen einerseits regelmäßige augenärztliche

Kontrollen, um eine Myopie

rechtzeitig zu erkennen, gegenzusteuern

und Folgeerkrankungen zu verhindern.

Vor allem aber sollten sich speziell Kinder

so viel wie möglich im Freien aufhalten

und gleichzeitig die Zeiten der Nah-

Arbeit – also das Verwenden von Handy,

Laptop und Tablet sowie das Lesen –

reduzieren. Mindestens eine Stunde am

Tag sollte der Aufenthalt im Freien dauern,

wünscht sich die Österreichische

Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG).

Und Klinikvorstand Herbert Reitsamer

– der auch Wissenschaftlicher Sekretär

der ÖOG ist und vor einem „Myopie-

Tsunami“ warnt – bringt die Empfehlung

gerne so auf den Punkt: „Ein Aufenthalt

im Freien ist Quality Time für die Augen.“

Ab ins Freie! Die relevanten Studien

sprechen ebenfalls eine klare Sprache.

Bemerkenswert: Bereits im Jahr 2014

hatte der Myopie-Forscher Scott Read

von der Queensland University of Technology

als Erstautor der Studie „Light

exposure and physical activity in myopic

and emmetropic children“ für Aufsehen

in Fachkreisen gesorgt. Die Quintessenz

daraus: Kurz- und normalsichtige Kinder

unterscheiden sich tatsächlich signifikant

durch das Ausmaß des Tageslichts, dem

sie im Schnitt pro Tag ausgesetzt sind,

nicht jedoch hinsichtlich der körperlichen

Aktivität. Während die Ergebnisse anfangs

nur langsam in der breiten Öffentlichkeit

Niederschlag fanden, weiß man

heute mehr. Kinder, die einen Outdoor-

Sport wie zum Beispiel Fußballspielen

ausüben, sind tatsächlich weniger von

Kurzsichtigkeit betroffen. 2018 legten

Taiwanesische Forscher eine Untersuchung

vor, aus der sich konkrete Handlungsempfehlungen

ableiten lassen. Bei

Schülern aus 16 taiwanesischen Schulen,

die an einem Promotion-Programm

für Bewegung im Freien teilgenommen

hatten, konnte ein klarer positiver Effekt

festgestellt werden. Übrigens sogar

dann, wenn die Aktivitäten in hellen

Gängen oder unter Bäumen – und somit

nicht im direkten Sonnenlicht – stattgefunden

hatten. Nur konsequent, dass in

Asien bereits Klassenzimmer mit übergroßen

Fenstern ausgestattet werden,

um der Zivilisationskrankheit die Stirn zu

bieten.

Gefährliche Folgeschäden. Angesichts

der alarmierenden Prognosen ist es

höchste Zeit für ein Umdenken, das wohl

primär bei Eltern und Pädagogen ansetzen

muss. Was spricht denn eigentlich

dagegen, Turn- und auch andere Unterrichtsstunden

öfter ins Freie zu verlegen?

Und die Bildschirm-Zeit von Kindern

auch in Hinblick auf die Augengesundheit

klar zu limitieren? Fakt ist, dass vor

allem starke Kurzsichtigkeit keineswegs

auf die leichte Schulter genommen werden

sollte. Immerhin drohen schwere

Folgeerkrankungen wie Grüner Star beziehungsweise

Glaukom, Netzhautablösungen

oder andere irreversible Schädigungen

der Netzhaut. Schon vor zwei

Jahren hatte der Vorstand der Universitätsklinik

für Augenheilkunde und Optometrie

der Paracelsus Medizinischen

Privatuniversität in Salzburg eindringlich

gewarnt. Herbert Reitsamer damals:

„Die Zahl der Menschen mit Sehverlust

wird sich versiebenfachen und die Kurzsichtigkeit

wird 2050 die häufigste Ursache

für Erblindung sein – und damit den

Grauen Star ablösen.“ Auch wenn manche

Fragen – etwa der Einfluss der Zusammensetzung

des Lichts und speziell

des Blaulichtanteils bei Displays – noch

wissenschaftlich abgeklärt werden müssen,

so herrscht doch in einem Punkt

praktisch schon Gewissheit: Stubenhocker

schaden ihrer Gesundheit massiv.

Und zwar auch der ihrer Augen. •

14 2/2019 ParacelsusToday


Research

PARADIES AG

AN INNOVATION

GLAUBEN KÖNNEN.

Die Salzburg AG hat die Zukunft im Blick. Ob Energie, Mobilität

oder Telekommunikation: Wir machen schon heute sichtbar,

welche Innovationen unser Land noch weiter nach oben bringen.

Für echte Lebensqualität, die sich überall sehen lassen kann.

ParacelsusToday salzburg-ag.at 2/2019 15


Education

Szenarien, Skills

& Simulationen

Außergewöhnliche Trainings für einen innovativen Studiengang:

Wer an der Paracelsus Universität Advanced Nursing

Practice studiert, lernt auch im Rahmen von spannenden

Simulations-Szenarien für den Ernstfall.

Autor: Andreas Aichinger • Fotos: Paracelsus Universität/Stipic

Herr Primar, ich halte das für einen

Fehler!“ Und tatsächlich:

Die Pflegefachkraft, die da gerade

ihre Bedenken äußert, hat recht. Es

entspinnt sich ein kurzer Dialog, und am

Ende bietet der Pfleger dem Primararzt

tatsächlich erfolgreich die fachliche Stirn.

Und bewahrt so den Arzt, vor allem aber

den Patienten, vor den möglichen Folgen.

Insider wissen: Es ist keineswegs

alltäglich, dass die Dinge so laufen. Immerhin

ist es alles andere als eine Selbstverständlichkeit,

dass eine Pflegefachkraft

den Mut aufbringt, Hierarchien zu

überwinden und so die Patientensicherheit

zu gewährleisten. Die geschilderte

Episode ist übrigens nicht im Rahmen

einer echten medizinischen Intervention

passiert, vielmehr war sie eines der vielen

Highlights eines Szenarien-Trainings für

Studierende des viersemestrigen Masterstudiums

Advanced Nursing Practice.

Speak up! „Das war eine Situation, in der

ich nicht nur als Trainer, sondern auch als

Darsteller des Primars dabei war“, erinnert

sich Florian Lagler, Geschäftsführer

des Clinical Research Center Salzburg

(CRCS). Dieses ist Betreiber des Medizinischen

Simulationszentrums Salzburg

und fungiert zudem als Beratungszentrum

für Klinische Studien. „Wir spielen

in der Simulation öfter so genannte

Speak-up-Szenarien durch, in denen ein

hierarchischer Gradient wirkt.“ Sprich:

Ein in der klassischen Hierarchie höher

Stehender – ein Arzt oder gar ein Primar

– macht einen Fehler, den beispielsweise

ein Pflegender bemerkt. Lagler, der

selbst auch das Forschungsinstitut für

Angeborene Stoffwechselerkrankungen

der Paracelsus Universität leitet, präzisiert

die Lernaufgabe der realitätsnahen Situation:

„Dann muss er sich melden und

durchsetzen, dann muss er Speaking-up

machen und mich overrulen.“ Zufriedener

Nachsatz zum geschilderten Fall: „Er hat

das ganz trefflich gemacht.“

Advanced Nursing Practice. Bei dem

erfolgreichen Wächter über die Patientensicherheit

handelte es sich in der

Tat um einen Studenten des Masterstudiums

„Advanced Nursing Practice“

(ANP), das die Paracelsus Medizinische

Privatuniversität seit 2018 anbietet. Zielsetzung

ist es, handlungskompetente

und methodensichere Pflegefachkräfte

auf Masterniveau auszubilden, die den

künftigen Anforderungen der Berufspraxis

in allen Berufsfeldern der Pflege gewachsen

sind. ANP-Studiengangsleiterin

Anna Maria Dieplinger nennt Fakten: „Der

Studiengang ANP startete im April 2018

16 2/2019 ParacelsusToday


Education

In den Simulationstrainings

im Clinical Research Center

Salzburg erlernen die

angehenden Advanced

Nursing Practitioners

wichtige Skills und üben

komplexe klinische Situationen.

Auch die Nachbesprechung

und Diskussion ist wichtiger

Teil der Ausbildung.

und wegen des großen Andrangs gleich

nochmals im Herbst 2018 und Frühjahr

2019. Insgesamt haben wir derzeit 75

Masterstudierende.“ Entsprechend internationalen

Vorbildern würden Pflegende

mit einem ANP-Abschluss in Zukunft

auch in Österreich nicht mehr aus der

Versorgungslandschaft wegzudenken

sein, ist die Studiengangsleiterin sicher.

Tatsächlich übernehmen

ANPs in manchen Ländern

bereits seit Jahrzehnten

neue Aufgaben, entlasten

dadurch Ärzte, definieren

neue Berufsfelder und machen

damit das gesamte

Berufsbild attraktiver. Besonders

relevant sei dabei,

dass die Ausbildung den Anforderungen

der Praxis gerecht werde, um die

Versorgung in Krankenhäusern und im

extramuralen Bereich weiter verbessern

zu können, erklärt Dieplinger. Daher sei

es wichtig, nicht nur die Theorie zu vermitteln,

sondern Fertigkeiten auch durch

Trainings zu präzisieren.

Katheter & Kommunikation. Florian

Lagler hat es geschafft, genau solche Simulations-Trainings

im Clinical Research

Center Salzburg (CRCS) auf die Beine

zu stellen. Und die Rückmeldungen waren

von Beginn an ausgezeichnet: „Die

Studierenden haben sich sehr begeistert

gezeigt und wünschen sich überwiegend

sogar umfangreichere und häufigere Trainings.“

Derzeit finden grundsätzlich vier

Trainingstermine mit zwei Skills-Trainings

und zwei szenarienbasierten Trainingstagen

(Normalstation und Ambulanz sowie

Intensivstation und OP) statt. Die Vorgabe

war, eine sehr umfangreiche Liste

an Kompetenzen und Szenarien – vom

Legen von Gefäßzugängen und Atemwegsmanagement

bis hin zu Notfallmedizin

und Kommunikation – abzudecken.

„Wir haben uns überlegt, welche Themen

man besser mit Skills-Trainings abdecken

kann und welche mit Szenarien-

Trainings“, erzählt der CRCS-Chef. Skills,

also zentrale Fertigkeiten, würden einfach

durch häufiges Wiederholen der Tätigkeit

geübt. Die Szenarien-basierten Trainings

hingegen gingen darüber hinaus: „Da

geht es nicht nur um das drillartige, repetitive

Einüben eines Ablaufs, sondern um

Die ANP-Studierenden haben sich

sehr begeistert gezeigt und wünschen

sich sogar umfangreichere und

häufigere Trainings.“

Priv.-Doz. Dr. Florian Lagler, Geschäftsführer

Clinical Research Center Salzburg (CRCS) GmbH

die realistische Bewältigung einer komplexen

klinischen Situation unter großem

Zeit- und Erfolgsdruck, meistens also um

eine Notfallsituation.“

Manikins, Debriefings & Wünsche.

Während ein Szenario oftmals gleich

mehrere Themen abdeckt, können dabei

gleichzeitig Softskills wie Kommunikation

und Teamwork mittrainiert werden.

Zum Einsatz kommen im modernen Simulationszentrum

dabei übrigens auch

so genannte Manikins, also im Prinzip

Simulations-Roboter, die ein Operator im

Hintergrund auch sprechen lassen kann.

Ebenso wichtig wie das eigentliche Training

sei übrigens die Nachbesprechung

und Diskussion „auf Augenhöhe“ im Debriefing-Raum,

betont Florian Lagler. Und

er macht kein Hehl daraus, dass derzeit

da und dort noch Mut zur Lücke gefragt

ist und mehr Ressourcen wünschenswert

wären; auch manche Studierende würden

sich kleinere Gruppen wünschen. Für

die Premiere sieht er das Format indes als

„durchaus sehr erfolgreich“ an. Nachsatz:

„Das Projekt für den ANP-Studiengang ist

mir sehr wichtig und wir nutzen alle Möglichkeiten,

damit das gut funktioniert.“ •

ParacelsusToday 2/2019 17


Inside

Ein akademischer Geist

Erster Forschungsdekan der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

und Unterstützer seit den Gründungstagen: Wolfgang Patsch wurde am

14. Mai 2019 die Ehrendoktorwürde verliehen.

Autorin: Ilse Spadlinek • Foto: Paracelsus Uni

Es war ein großes Dankeschön

für sein großes Engagement, die

Verleihung des Ehrendoktortitels

an den Forschungsdekan der ersten

Stunde: „Ich hab mich aufrichtig darüber

gefreut, vor allem, weil es so unverhofft

gekommen ist. Sonst hab ich’s ja nicht

so mit Ehrungen“, sagt Wolfgang Patsch.

Die Bescheidenheit des stets mit Leidenschaft

forschenden Arztes hob denn

auch Rektor Herbert Resch in seiner Laudatio

besonders hervor.

Wolfgang Patsch hat die Bemühungen,

in Salzburg eine medizinische Universität

zu etablieren, von Beginn an beobachtet

und unterstützt, der „akademische Geist“

galt ihm schon immer viel. Als Herbert

Resch ihn 2002 fragte, ob er an der frisch

akkreditierten Paracelsus Universität die

Aufgabe des Forschungsdekans übernehmen

würde, war das „Ja“ für ihn fast

selbstverständlich – obwohl es „schon

schwierig war, den Primar und den Dekan

unter einen Hut zu bringen, das hat mich

fast aufgefressen“. Wolfgang Patsch war

zu dieser Zeit Leiter des Zentrallabors

an den Salzburger Landeskliniken, dem

heutigen Universitätsklinikum, und hatte

forschungsintensive Jahre an namhaften

Universitätsinstituten in Schweden und

den USA hinter sich, als er 1993 dem Ruf

nach Salzburg folgte. Er sah in der neuen

Universität einen Weg, die Forschung

auch am Klinikum sicherzustellen und

voranzutreiben: „Forschung bedeutet ja

auch Kampf auf einer bestimmten Ebene,

und ich hatte gute Mitarbeiter zur Unterstützung.“

Als Kämpfer sieht sich der Universitätsprofessor

trotzdem nicht, lieber als jemand,

„der sich für eine Sache einsetzt,

wenn es diese Sache wert ist“. Und

diese war es ihm wert: nicht nur als Forschungsdekan

und Studiengangsleiter für

Molekulare Medizin, sondern auch noch

danach, als er – obwohl er „schon andere

Pläne hatte“ – das Institut für Pharmakologie

und Toxikologie der Paracelsus Uni

übernahm. Mit Zufriedenheit resümiert

er hier vor allem die Arbeit mit seinen

PhD-Studierenden, den Zusammenhalt

des Teams am Institut und, bescheiden,

„auch ein paar gute Publikationen“.

Dem Wegbereiter

und Wegbegleiter

der Paracelsus

Universität, Wolfgang

Patsch, lagen

stets die Forschung

als auch die Lehre

gleichermaßen am

Herzen.

In der Interaktion mit jungen Menschen

fand Wolfgang Patsch „Freude und Inspiration“

– er sieht die Lehre heute als

eine der schwierigsten Hausaufgaben

für die Universitäten: „Man muss schon

eine Bombenvorlesung halten, damit die

Studierenden überhaupt kommen wollen.

Die Lernunterlagen sind ja viel besser als

früher. Dabei ist die Digitalisierung eine

große Hilfe, birgt aber auch die Gefahr,

das ,Lernen zu verlernen´. Nur durch das

Lernen lernt man aber zu beurteilen, wie

gut oder eben nicht gut etwas ist.“ Auch

der sprichwörtliche „Blick des Arztes“

durch Erfahrung dürfe nicht verloren gehen

aufgrund diverser Prozesse, deren

Schnittstellen nicht immer optimal funktionieren:

„Wir brauchen gute Ärzte, die

sich für die Patienten Zeit nehmen, auch

wenn das länger dauert.“


18 2/2019 ParacelsusToday


Inside

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ParacelsusToday 2/2019 19


Very Personal

Der Lotse in der

Therapie

Ein Pathologe obduziert Leichen. Dieses Bild herrscht in der

Öffentlichkeit vor, obwohl Obduktionen in der Arbeit eines

Pathologen oder einer Pathologin nur rund ein Prozent ausmachen.

Aber was macht dieser Berufsstand wirklich?

Autor: Gottfried Stienen ▪ Foto: Paracelsus Uni/wildbild

Karl Sotlar ist seit 2016 Chef der

Pathalogie am Uniklinikum Salzburg

und muss zu diesem „alten

Bild“ des Pathologen in der Öffentlichkeit

schmunzeln. „Ja, wir führen auch Obduktionen

durch, rund 360 im Jahr. Es

gibt vier Arten von Obduktionen, welche

in der Pathologie durchgeführt werden:

Die sanitätsbehördliche Obduktion, also

wenn jemand tot aufgefunden wird und

kein Verdacht auf Fremdverschulden vorliegt.

Dann die klinische Obduktion bei

im Krankenhaus verstorbenen Patienten,

darüber hinaus die so genannte Gutachtenobduktion,

etwa zur Klärung der Frage,

ob eine berufsbedingte Erkrankung

zum Tod geführt hat, und schließlich

die Obduktion zu Lehrzwecken. Wenn

am Uniklinikum obduziert wird, besteht

nie ein Verdacht auf Fremdverschulden,

denn diese Fälle werden auf der Gerichtsmedizin

geklärt.“

Erkennen und qualifizieren. Die

Hauptarbeit von Pathologen machen

mikroskopische Untersuchungen von

Zell- und Gewebeproben aus. Daran

erkennen und qualifizieren Pathologen

Krankheiten. „Pathologen nehmen eine

wesentliche Position in der Erkennung

von diversen entzündlichen und Krebserkrankungen

ein“, erklärt Sotlar. Man

kann den Grad und das Alter einer Entzündung

feststellen und oft auch die

Ursache; geklärt wird auch die wichtige

Frage, ob ein Tumor gut- oder bösartig

ist oder von wo der Krebs ausgeht. Die

Entwicklung moderner immunhistologischer

und molekularpathologischer Methoden

in den letzten Jahren ermöglicht

es bereits jetzt, für einige Patienten zielgerichtete

Therapien vorzuschlagen. Die

Molekularpathologie mit Analysen genetischer

Veränderungen in Tumorzellen ist

ein relativ junger Bereich der diagnostischen

Pathologie und stellt eine wichtige

Ergänzung zu histologischen und immunhistochemischen

Untersuchungen

dar. Zusätzlich wird die Molekularpathologie

während der Therapie von Krebserkrankungen

für Verlaufskontrollen angewendet,

etwa beim Lungenkrebs. Die

Pathologie bringt in Salzburg ihre Informationen

in zahlreichen interdisziplinären

Tumorboards mit chirurgischen und

internistischen Fächern, Radiologen,

Onkologen und Strahlentherapeuten ein,

um die bestmögliche Behandlung für jeden

einzelnen Patienten zu ermöglichen.

Partner der Onkologie. Pathologinnen

und Pathologen stehen somit oft im

Zentrum der Onkologie – und zwar als

wesentlicher Partner in der Behandlung

– „Lotse in der Therapie“ ist eine treffende

Bezeichnung. Gerade für das gezielte

Einsetzen bestimmter Medikamente ist

der Pathologe unverzichtbarer ärztlicher

Partner. Karl Sotlar arbeitet am Uniklinikum

Salzburg mit 55 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern. Vor seinem Wechsel

nach Salzburg war Sotlar stellvertretender

Institutsdirektor und leitender

Oberarzt an einem der größten Institute

Deutschlands, dem Pathologischen Institut

der Ludwig-Maximilians-Universität

München. Zu dessen Versorgungsbereich

gehört auch das Klinikum Großhadern.

Zuvor hatte er seine Facharztausbildung

zum Pathologen in Tübingen

gemacht und dort auch habilitiert. Der

gebürtige Deutsche wollte ursprünglich

Chirurg werden und hatte die Pathologie

zunächst als chirurgische Grundausbildung

gesehen, bei der man rasch selbständig

arbeiten kann.

Mangelfach mit Vorzügen. „Ich will die

Diagnostik durch wissenschaftliche Arbeit

vorantreiben, neue Testverfahren

entwickeln und optimieren und der Entstehung

bestimmter Krebserkrankungen

auf den Grund gehen“, erzählt der Mediziner

– und wird in diesem Moment von

einer Kollegin zu einem Schnellschnitt

ans Mikroskop gebeten. Schnellschnitt?

Dabei wird während einer Operation eine

winzige Gewebsprobe entnommen und

in die Pathologie gebracht. Dort wird innerhalb

weniger Minuten mikroskopisch

beurteilt, ob etwa die Probe tumorbefallen

ist und der Operateur daher etwas

mehr Randgewebe entfernen muss.

Obwohl der Institutsleiter seine Worte

ruhig und bedächtig wählt, ist ihm die

Begeisterung für sein Fach anzumerken.

Umso mehr beschäftigt ihn die Tatsache,

dass die Pathologie immer mehr zu ei-

20 2/2019 ParacelsusToday


Very Personal

Als begeisterter Pathologe und

Wissenschafter kann Karl Sotlar seinen

Beruf nur wärmstens empfehlen:

„Ein überaus modernes Fach mit vielen

Vorzügen.“

aller rund 350 tätigen Pathologinnen

und Pathologen älter als 55 Jahre. Die

Ausbildung zum erfahrenen Pathologen

dauere rund 10 Jahre. Und von den

gut 100 registrierten Fortbildungsstellen

seien weniger als 10 Prozent besetzt.

Aufgrund des fehlenden Nachwuchses

müsse man daher auf die Studierenden

aktiv zugehen und besonders auf die

Wichtigkeit unserer Arbeit und die Möglichkeiten

im Fach Pathologie hinweisen.

nem Mangelfach wird. „Es ist ein überaus

modernes Fach, man kann sich in

schwierigen Fällen immer mit Fachkollegen

oder Kollegen aus anderen Disziplinen

austauschen, und es gibt in der

Regel keine Notfälle“, zählt er einige Vorzüge

auf. Ferner gibt es keine Wochenend-

oder Nachtdienste, weshalb man

die Pathologie als familienfreundliches

Fach bezeichnen muss. Die Pathologie

sei zudem dem Lehrbetrieb der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität

angeschlossen, und die Wissensvermittlung

sei doch eine höchst befriedigende

Aufgabe. Viele ältere Kolleginnen und

Kollegen werden in Pension gehen und

der Nachwuchs für die Ausbildungsstellen

fehlt. Derzeit seien fast 50 Prozent

Der Blick nach vorne. Der 53-jährige

Rheinländer und Vater zweier Kinder

fühlt sich mit seiner Familie in Salzburg

sehr wohl. Seine Frau arbeitet als Kinderärztin

im benachbarten Berchtesgaden.

Tennis und Laufen dienen ihm als

Ausgleich zum Beruf. Dort hat er seinen

Blick stets voraus gerichtet. „Die Digitalisierung

wird auch in der Pathologie einen

immer höher werdenden Stellenwert

erhalten, und künstliche Intelligenzsysteme

werden die Pathologen in ihren Diagnosen

unterstützen.“ An digitalisierten

Präparaten könne man dann überall auf

der Welt, auch von zu Hause aus, Diagnosen

erstellen oder andere Kollegen

zu Rate ziehen. Das eröffne für die Ärzteschaft

– auch bezüglich ihrer Anwesenheit

an Kliniken – neue Perspektiven.

Doch das werde noch einige Jahre dauern.

Bis dahin werden sich Karl Sotlar

und sein Team mit den Gewebeproben

von rund 45.000 lebenden Menschen

pro Jahr beschäftigen.


ParacelsusToday 2/2019 21


Research

Otto-Kraupp-Preis

2019 (v.l.n.r.):

Harald Kauders von

Preisstifter Siemens

Healthineers, Preisträger

Christian Mayr

von der Paracelsus

Universität und

Juryvorsitzender

Helmut Sinzinger vom

Institut ATHOS.

dass „Alles mit Allem“ direkt oder indirekt

zusammenhängt. Dass wir auf der

einen Seite konkrete Forschungsfragen

formulieren und bearbeiten müssen, auf

der anderen Seite aber die kleineren und

größeren Zusammenhänge nicht aus

den Augen verlieren dürfen. Die größten

Hoffnungen sind, dass sich die Erkenntnisse

unserer Grundlagenforschung irgendwann

in Therapieoptionen abbilden

lassen und somit den Patienten geholfen

werden kann.

Auf der Suche

nach dem Wie

Biologe Christian Mayr (31) forscht an der Paracelsus Universität

und sorgte mit seiner Habilitation im Fach Physiologie für

Aufsehen – aufgrund seines jungen Alters und durch die beste

Arbeit an österreichischen Medizinuniversitäten.

Interview: Sabine Ritzinger • Foto: Stefan Burghart

Paracelsus Today: Herr Doz. Mayr, Sie

haben unlängst den Otto-Kraupp-Preis

2019 für die beste Habilitation an einer

österreichischen Medizinuniversität erhalten.

Worum ging es in Ihrer Arbeit?

Christian Mayr: Wir untersuchen den Einfluss

bestimmter epigenetischer Komplexe

auf Zellen des Gallengangskarzinoms. Vereinfacht

beschrieben ist Epigenetik das

Wie, durch das die Zellen „wissen“, welche

Gene zu welchem Zeitpunkt aktiv sein

sollen und welche nicht. Dieses Wie wird

von gewissen Regulatoren in Zellen vorgegeben

und ist im Tumorkontext oft fehlerhaft.

Wir konnten einen Zusammenhang

zwischen solchen Regulatoren und dem

Gallengangskarzinom nachweisen und

zeigen, dass eine substanzbasierte Blockierung

dieser Regulatoren Tumorzellen

in ihrem Wachstum hemmt.

Paracelsus Today: Wie kamen Sie zur

(Krebs-)Forschung?

Christian Mayr: Mich hat schon immer

fasziniert, dass wir gewisse Vorgänge in

unserem Körper, und damit letztlich uns

selbst, nicht zur Gänze verstehen. Diese

Tatsache und die Vorstellung, mit der

Forschung immer wieder „Neuland“ betreten

zu können, haben mich ins Labor

gebracht. In der Krebsforschung sehe ich

persönlich den größten Impact und Benefit

der eigenen wissenschaftlichen Arbeit

– auch wenn ich mir bewusst bin, dass

unsere Forschungsarbeiten nur wenige

Teile in einem riesengroßen Puzzle sind.

Paracelsus Today: Was sind die größten

Herausforderungen in Ihrem Gebiet –

und was die Hoffnungen?

Christian Mayr: Die komplexen Zusammenhänge

und Interaktionspartner

der von uns untersuchten Regulatoren

machen die Forschungsarbeit spannend,

aber auch sehr herausfordernd.

Man bekommt manchmal den Eindruck,

Paracelsus Today: Wie sehen Ihre Arbeitsbedingungen

am Institut für Physiologie

und Pathophysiologie aus?

Christian Mayr: Die Rahmenbedingungen,

die durch die Institutskollegen und

Vorstand Markus Ritter geschaffen werden,

erlauben mir, unsere Forschungsfragen

gezielt bearbeiten zu können. Besonders

spannend ist, dass wir sowohl

fachlich als auch von den Persönlichkeiten

her eine sehr heterogene Truppe sind

– ein großer Vorteil in der Wissenschaft,

da man sich selbst oft in Ideen oder Vorhaben

verrennt und dann der Input einer

fachlich anderswo verorteten Person sehr

wertvoll ist.

Paracelsus Today: Arbeiten Sie im Team

oder allein?

Christian Mayr: Die Arbeitsgruppe „Labor

für Tumorbiologie und Experimentelle

Therapien“ (Leitung: Tobias Kiesslich)

ist Teil des Instituts für Physiologie und

Pathophysiologie und meine wissenschaftliche

Heimat. Daneben möchte

ich die jahrelange Kooperation mit dem

Universitätsinstitut für Pathologie und Daniel

Neureiter hervorheben, die ganz entscheidend

zum Gelingen unserer Projekte

beiträgt.

Paracelsus Today: Wo sehen Sie Ihre

Zukunft?

Christian Mayr: Ich sehe meine Zukunft

in Salzburg und an der PMU und möchte

in den kommenden Jahren die Forschungsergebnisse

weiter vertiefen. •

22 2/2019 ParacelsusToday


Research

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ParacelsusToday 2/2019 23


Inside

Medizin und

Wissen(schaft)

im Wandel

Kanzler Michael Nake, Ex-Bundesminister

Heinz Faßmann, Vizerektorin Eva Rohde,

Landeshauptmann Wilfried Haslauer und

Rektor Herbert Resch (v.l.n.r.).

Am Symposium „Forum Medizin 21 – Die Zukunft der

medizinischen Universitäten“ der Paracelsus Universität

wurde auf hohem Niveau nachgedacht und diskutiert.

Paracelsus Today bringt einige der Highlights.

Autor: Andreas Aichinger • Fotos: Paracelus Uni/wildbild

Herbert Resch (PMU), Antonio Loprieno

(Österr. Wissenschaftsrat), Paul Sungler

(Uniklinikum Salzburg), Martin Paul (Maastricht

University) und LH-Stv. Christian Stöckl bei der

Pressekonferenz (v.l.n.r.).

Das sieht man nicht jeden Tag: Alle

Rektoren der österreichischen

Medizinuniversitäten hatten sich

Ende März 2019 in Salzburg versammelt,

um – unterstützt durch zahlreiche

hochkarätige Experten und Expertinnen

aus Universitätsmedizin, Universitätskliniken,

Wissenschaft, Technologie und

Forschung – zwei Tage lang über die Zukunft

nachzudenken. Genauer gesagt,

über die Zukunft der medizinischen Universitäten

und der sich abzeichnenden

zukünftigen Rahmenbedingungen für

die Lehre, Forschung und Patientenversorgung.

Als Veranstalter des unter dem

Namen „Forum Medizin 21“ bereits seit

vielen Jahren bewährten internationalen

Symposiums fungierte neben der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität

(PMU) auch die Maastricht University,

und zwar in Zusammenarbeit mit den

Universitätskliniken Salzburg, Maastricht

University Medical Centre+ sowie der

Association of Academic Health Centers

International (AAHCI).

Von Humboldt zu Digital Health. Nach

den Eröffnungs-Grußworten, unter anderem

von Heinz Faßmann, (Ex-)Bundesminister

für Bildung, Wissenschaft und

Forschung, wurde als Ausgangspunkt

ein Fixstern des Bildungs-Universums

diskutiert: das Humboldtsche Bildungsideal.

Schon bei einem Pressegespräch

im Vorfeld hatte Rektor Herbert Resch

diesen Faden aufgenommen. Besonders

seit der Entstehung privater Universitäten

sei eine Diskussion über die forschungsgestützte

Lehre entbrannt. Und

dabei gehe es auch um die Frage, wie

weit das Humboldtsche Bildungsideal –

wonach Forschung und Lehre eine Einheit

bilden – noch gültig sei. Allgemein

waren die zahlreichen Impulsvorträge,

Referate und Podiumsdiskussionen mit

rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

dazu angetan, die wachsende Bedeutung

Salzburgs als Wegbereiter der

Digitalisierung in der Medizin zu betonen.

Übrigens: Erst vor wenigen Monaten hat

die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ein

neues Institut für Digital Health gegründet,

das am Universitätsklinikum der Paracelsus

Universität in Salzburg angesiedelt

sein wird.

Digitalisierung ist disruptiv. Eine der

unübersehbaren Rahmenbedingungen

wird zweifelsfrei durch die Digitalisierung

vorgegeben, weshalb entsprechenden

Technologien und den daraus resultierenden

Möglichkeiten und Anwendungen

auch breiter Raum in den einzelnen

Vorträgen eingeräumt wurde. So kam

Landeshauptmann-Stellvertreter und

Gesundheitslandesrat Christian Stöckl

auf eine der konkreten Anwendungsmöglichkeiten

der Digitalisierung in der

24 2/2019 ParacelsusToday


Inside

Die Rektoren der österreichischen Medizinuniversitäten vereint (oben v.l.n.r.):

Hellmut Samonigg (Meduni Graz), Wolfgang Fleischhacker (Meduni Innsbruck),

Herbert Resch (PMU), Rudolf Mallinger (Karl Landsteiner Privatuniversität für

Gesundheitswissenschaften) und Markus Müller (Meduni Wien). Sabine Herlitschka

(Bild re.) von Infineon Technologies Austria sprach zur Digitalsierung in der Medizin.

Medizin zu sprechen: Die Telemedizin

trage dazu bei, spezialisiertes Wissen in

Sekundenschnelle auch in den Regionen

zur Verfügung zu stellen. Die Methoden

der Digitalisierung in der Medizin hätten

jedenfalls „disruptives Potenzial“, brachte

Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende

des Halbleiter-Herstellers Infineon

Technologies in Österreich, in ihrem Vortrag

auf den Punkt. Hinter dem unscheinbaren

Wort „disruptiv“ verbirgt sich nicht

weniger als die Erwartung, dass dank

der technologischen Innovationen auch

in der medizinischen Praxis kaum ein

Stein auf dem anderen bleiben dürfte.

Herlitschkas Rolle am zweiten Tag der

Veranstaltung war klar: technik-basiertes

Aufrütteln der versammelten Mediziner

inklusive Motivation zum Brückenschlag

mit Technikern und Informatikern.

Chancen und Schattenseiten. Jens

Eckstein fungiert als CMIO (Chief Medical

Information Officer) am Universitätsspital

Basel als eine Art Bindeglied zwischen

Ärzten und Technikern. In seinem

Vortrag illustrierte er unter anderem die

faszinierenden Chancen, die Künstliche

Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) etwa

bei der medizinischen Entscheidungsunterstützung

(Decision Support) auf Basis

von Big Data eröffnet. Gleichzeitig verschwieg

Eckstein auch nicht die potenziellen

Schattenseiten der Digitalisierung

wie falsche Erwartungen, wachsende

Abhängigkeit von der Technologie, einen

möglichen Verlust grundlegender ärztlicher

Fähigkeiten und nicht zuletzt die

Herausforderung des Datenschutzes.

Andere intensiv diskutierte Themen waren

naturgemäß die Digitalisierung der

Universitätsmedizin, aber auch Deep

Learning und Artificial Intelligence. Und

selbstverständlich weckte auch der Stellenwert

der Universitätsmedizin der Zukunft

ganz allgemein höchstes Interesse.

Mayo und Präzisionsmedizin. Ein weiterer

Höhepunkt war schließlich auch

der Vortrag von Richard Weinshilboum,

der als Professor für Krebsgenomik-Forschung

und Pharmakologie am renommierten

Mayo Clinic College in Rochester

tätig ist. Schon der Titel seines Referats

(„von der Pharmakogenomik hin zu Pharmako-Omik“)

machte neugierig. Hintergrund:

Pharmako-Omik bezeichnet die

Erforschung der Rolle, die „Omik-Wissenschaften“,

wie etwa die Metabolomik

(Stoffwechsel) oder die Proteomik (Proteine),

beim Verständnis jener molekularen

Mechanismen spielen können, die für

das individuell so unterschiedliche Ansprechen

auf Arzneimittel verantwortlich

sind. Als Beispiel dafür – und somit für

die viel zitierte Präzisionsmedizin generell

– führte der Forscher unter anderem das

Enzym CYP2D6 an. Es ist am Stoffwechsel

vieler Medikamente beteiligt, liegt allerdings

in verschiedenen genetischen

Varianten vor und kann so die Wirkung

mancher Arzneimittel beeinflussen.

Erstaunliche Ausblicke. Und an diesem

Punkt kommt auch für Weinshilboum die

Digitalisierung ins Spiel: Basierend auf

diesen Erkenntnissen kann beispielsweise

ein automatisierter Alarm – auf Basis

von in elektronischen Gesundheitsakten

gespeicherten Daten – verhindern,

dass gewisse Arzneimittel bei bestimmten

Genvarianten überhaupt verschrieben

werden. Ein verwandtes Szenario

sind für den Mayo-Wissenschafter

ganz generell Tools zur medizinischen

Entscheidungsunterstützung sowie in

Zukunft auch AI-basierte Vorhersage-

Algorithmen. Weinshilboum unterstrich

in seinen Ausführungen aber auch, dass

er bereits auch in der Pharmakogenomik

jenen Anwendungsbereich der klinischen

Genomik sieht, der die rascheste und

weiteste Verbreitung finden und letztlich

für jeden Patienten weltweit zum Thema

werden würde. Doch egal, ob Genomik

oder Digitalisierung – die Zukunft hat natürlich

längst begonnen. Und in Salzburg

wurde wieder einmal auf hohem Niveau

über diese Zukunft diskutiert – am Forum

Medizin 21.

Info: www.forummedizin21.at


ParacelsusToday 2/2019 25


Research

Eine Frage des Alters?

Eine unlängst publizierte Studie der PMU-Wissenschafter Ludwig Aigner und Francisco

J. Rivera Gomez-Barris zur Regenerationsfähigkeit alter Stammzellen verspricht wichtige

Erkenntnisse für den künftigen Therapieeinsatz und erregt Aufmerksamkeit.

Autor: Ludwig Aigner • Foto: Paracelsus Uni/Ritzinger

Wir alle tragen sie in uns, die

Stammzellen, die Wunderwaffen,

die Alleskönner. Es sind

unsere Ersatzteillager, die immer dann,

wenn Gewebe und Organe erneuert werden

müssen – also eigentlich permanent –

aktiv sind und dort, wo Zellen verbraucht

wurden und abgestorben sind, diese ersetzen

und zur Regeneration beitragen. In

der Tat wissen wir, dass in vielen Organen

unseres Körpers die Stammzellen auch in

hohem Alter noch vorhanden sind, allerdings

nicht mehr ganz so aktiv wie in jungen

Jahren. Wir können die Stammzellen

auch dem Körper entnehmen, züchten

und vermehren, um sie in größerer

Zahl dem Patienten wieder zurückzuführen.

Diese als autolog, also

zu dem selben Individuum gehörig,

bezeichnete Form der Stammzelltherapie

hat gewisse Vorteile. Zum

Beispiel werden die körpereigenen

Zellen – im Vergleich zu körperfremden

– nicht abgestoßen. Autologe

Stammzelltherapieansätze werden daher

aktuell in vielen klinischen Studien bei einer

Vielzahl von Erkrankungen getestet.

Die Regenerationsfrage. Aber ist

Stammzelltherapie auch mit alten Zellen

noch wirksam? Diese Frage stellten sich

Ludwig Aigner, Vorstand des Instituts für

Molekulare Regenerative Medizin der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität

(PMU) in Salzburg, und Wissenschafter

Francisco Rivera zusammen mit ihrem

Team und in Kooperation mit der Universität

Austral de Chile in Valdivia. Die

beiden PMU-Forscher beschäftigen sich

seit Jahren mit der Regeneration des Zentralnervensystems,

also des Gehirns und

des Rückenmarks. Wie in einem elektrischen

Kabelbaum ist dabei jede einzelne

Nervenfaser (jeder einzelner Draht) von einer

Isolierschicht (einem Mantel), dem so

genannten Myelin, umgeben. Das Myelin

ermöglicht eine rasche Nervenleitung und

sorgt für das Wohlbefinden der Nervenfasern.

Die Schutzschicht wird im Gehirn

und Rückenmark durch die anwesenden

Stammzellen ständig erneuert, ist also

das Paradebeispiel für Regeneration im

Zentralnervensystem.

Francisco Rivera (li.) und Ludwig Aigner

beschäftigen sich seit Jahren mit der

Regeneration des Zentralnervensystems,

also des Gehirns und des Rückenmarks.

Studie zu Multipler Sklerose. Vor einigen

Jahren konnten Rivera und Aigner

bereits zeigen, dass Stammzellen aus

dem Knochenmark die Stammzellen

des Gehirns zur Myelinbildung instruieren.

Diese und andere Erkenntnisse, zum

Beispiel dass die Knochenmarksstammzellen

Entzündungsreaktionen eindämmen

können, führten dazu, dass derzeit

Knochenmarksstammzell-Therapien zur

Behandlung der Multiplen Sklerose getestet

werden. Bei dieser entzündlichen

Autoimmunerkrankung wird das Myelin

vom eigenen Immunsystem angegriffen,

wobei im Spätstadium der Multiplen Sklerose

das Myelin nicht mehr nachgebildet

wird. An der internationalen klinischen

Studie (MESEMS-Studie) ist das Salzburger

Team um Ludwig Aigner, Eva Rohde,

Mario Gimona, Dirk Strunk und Eugen

Trinka beteiligt.

Altersmüde Stammzellen. Aus der neuesten

Arbeit zogen Rivera und Aigner die

Erkenntnis, dass Knochenmarksstammzellen

aus Tieren mittleren bis höheren

Alters, die übertragen auf den Menschen

die Kandidatenpopulation für eine Knochenmarksstammzell-Therapie

sind,

eine viel geringere regenerationsfördernde

Aktivität aufweisen als junge

Stammzellen. Die alten Stammzellen

waren kaum noch in der Lage, die

Myelin-Regeneration zu fördern. Die

Arbeit ist ein wesentlicher Baustein für

das Design von zukünftigen Stammzelltherapien.

Auch bei laufenden Studien,

wie zum Beispiel bei der MESEMS-Studie,

könnten die Erkenntnisse einfließen.

Eine Frage könnte sein, ob jüngere Patienten

mit Multipler Sklerose stärker von

der Stammzelltherapie profitieren als ältere

Erkrankte. Eine weitere Fragestellung

ist, ob alte Stammzellen während der

Züchtung und Anreicherung durch Wirkstoffe

verjüngt werden können, damit sie

wieder ihr volles Potenzial erlangen.

Referenz: Aging restricts the ability of mesenchymal

stem cells to promote the generation of oligodendrocytes

during remyelination.

Rivera FJ, de la Fuente AG, Zhao C, Silva ME, Gonzalez

GA, Wodnar R, Feichtner M, Lange S, Errea O,

Priglinger E, O‘Sullivan A, Romanelli P, Jadasz JJ,

Brachtl G, Greil R, Tempfer H, Traweger A, Bátiz LF,

Küry P, Couillard-Despres S, Franklin RJM, Aigner L.

Glia. 2019 Aug;67(8):1510-1525. doi: 10.1002/

glia.23624. Epub 2019 Apr 30.


26 2/2019 ParacelsusToday


ParacelsusToday 2/2019 27

Inside


Alumni

Barbara und Patrick

Morre bei der Ehrendoktoratsverleihung

an Prof. John Geibel

im Mai 2019, bei dem

sie ihr Forschungstrimester

in Yale

verbrachten.

28 2/2019 ParacelsusToday


Alumni

Gemeinsam nahe

am Menschen

Das Ehepaar Barbara und Patrick Morre hat vieles gemeinsam,

unter anderem einen Abschluss in Humanmedizin an der

Paracelsus Universität und eine Stelle im Fachbereich

Innere Medizin am Universitätsklinikum Salzburg.

Autorin: Sabine Ritzinger • Fotos: Paracelsus Uni/wildbild/Ritzinger

Alumni-Porträts in Paracelsus Today

stellten bislang immer nur

eine Absolventin oder einen Absolventen

der Paracelsus Medizinischen

Privatuniversität (PMU) vor – doch in diesem

Fall handelt es sich um derer zwei,

das Ehepaar Barbara und Patrick Morre.

Sie vereinen viele Gemeinsamkeiten: Beide

absolvierten das Medizinstudium an

der Paracelsus Universität, gingen für ihr

Forschungstrimester nach Yale, wählten

für ihre Facharztausbildung und als Arbeitsplatz

die Innere Medizin am Universitätsklinikum

Salzburg. Dennoch war und

ist ihr Ausbildungs- und Berufsweg wider

Erwarten kein Paarlauf.

Bayerische Kindheitsträume. Barbara

Morre, geborene Grotz, schloss ihr Medizinstudium

2010 ab. Die Fachärztin für

Innere Medizin an der „Universitätsklinik

für Innere Medizin I mit Gastroenterologie-Hepatologie,

Nephrologie, Diabetologie

und Stoffwechselerkrankungen“ in

Salzburg träumte schon seit Kindertagen

davon, eines Tages als Ärztin zu arbeiten.

„Ich war im Alter von vier Jahren

im Krankenhaus – und fasziniert von der

Atmosphäre und den Abläufen dort. Das

hat mich nie wieder losgelassen“, erzählt

die aus Niederbayern Stammende. Während

ihrer Ausbildung an der PMU galt

das Interesse der Studentin zuerst den

Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, bis sie

die Turnusarzt-Ausbildung an die Universitätsklinik

für Innere Medizin I in Salzburg

führte. „Das Fachgebiet ist sehr breit und

ganzheitlich. Wie ,Dr. House´ kommt man

an viele spannende Fälle, muss über Akten

sitzen und überlegen“, schwärmt die

35-Jährige. Als ihr Oberarzt Hermann

Salmhofer eine Stelle als Assistenzärztin

an der Uniklinik anbot, nahm sie gerne

an. Drei weitere „Ehemalige“ der Paracelsus

Universität gehören zum Team.

Vorarlberger Initialzündung. Im Unterschied

zu seiner Ehefrau hatte Litereraturliebhaber

Patrick Morre den Plan,

Germanistik zu studieren. Das änderte

sich während seines Zivildienstes im

Krankenhaus Bludenz. „Ich fand das

Krankenhausleben imponierend – und als

ich schließlich mit zu Operationen durfte,

manifestierte sich in mir der Wunsch

nach einer Medizinkarriere“, erinnert sich

der 30-Jährige. Und schienen ihm während

des Medizinstudiums in Salzburg

zuerst noch die chirurgischen Fächer am

anziehendsten, so entwickelte der gebürtige

Vorarlberger schließlich eine Leidenschaft

für die Innere Medizin: „Nach

einer Lehrveranstaltung in Hämato-Onkologie

animierte unser Lehrender Thomas

Melchardt zur Mitarbeit an der Uniklinik

für Innere Medizin III. So war ich dort

ab dem dritten Studienjahr mit eingebunden.“

Zum Jahresende wird er seine

Facharztausbildung in Innerer Medizin

– Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie

– abschließen. Der vorhin erwähnte

Arzt Thomas Melchardt, ebenfalls ein

PMU-Alumnus, war übrigens nicht nur

bei der Anwerbung von Patrick Morre

erfolgreich: Derzeit arbeiten weitere fünf

PMU-Absolventen an der „Universitätsklinik

für Innere Medizin 3 – mit Hämatologie,

internistischer Onkologie, Hämostaseologie,

Infektiologie, Rheumatologie

und Onkologischem Zentrum“.

Berufliches und privates Power-Paar.

Kennengelernt hatten sich Barbara und

Patrick 2014 während ihrer Facharztausbildung

am Uniklinikum Salzburg, als sie

im Zuge der klinischen Rotationen auf

derselben Station der Inneren Medizin III

eingeteilt waren. „Bereits nach einem Monat

waren wir fix zusammen“, offenbaren

sie lachend. Geheiratet wurde 2016, ein

Reihenhaus in Elixhausen bei Salzburg

und das zweieinhalbjährige Töchterchen

Hannah komplettieren ihr Glück. Barbara

war nach der Geburt 16 Monate lang in

Elternkarenz, bevor sie mit einem 75-Prozent-Arbeitszeitmodell

in ihren Job zu-


ParacelsusToday 2/2019 29


Alumni

Persönlicher Rat und fachlicher Austausch gehören zum Leben des Mediziner-Ehepaares – am Uniklinikum Salzburg und auch zu Hause.

rückkehrte. Patrick nahm die Väterkarenz

in Anspruch und betreute Hannah drei

Monate lang. Arbeit und Kind seien oftmals

schwierig zu vereinbaren, aber mit

gegenseitiger Unterstützung und mithilfe

von Familie und Freunden schaukeln sie

den Alltag. „Hannah liebte es vom ersten

Tag an, in die Krabbelgruppe zu gehen

– ihr Papa bringt sie hin und ich hole sie

ab“, sagt die umtriebige Mama. Dass sie

den gleichen Beruf ausüben und deshalb

das Berufliche auch stark im Privatleben

mitspielt, empfinden beide als Vorteil:

„Wir sind sehr dankbar, uns über Dinge,

die uns beruflich beschäftigen, austauschen

zu können – und zwar mit jemandem,

der das gut versteht. Persönlicher

Rat und fachlicher Austausch helfen bei

der Bewältigung unseres Ärztealltags“,

betont Patrick Morre. Und Barbara Morre

ergänzt: „In der Inneren Medizin ist man

oft lange und intensiv an die Patienten

gebunden – sei es in der Onkologie oder

in der Dialyse – und daher sehr nahe am

Menschen. Das kann emotional anstrengend

sein.“

Erinnerungen an Yale. Emotional bewegend

hingegen war ihr Wiedersehen mit

Prof. John Geibel, dem stellvertretenden

Vorstand des Departments für Chirurgie

der Yale University School of Medicine,

Direktor für chirurgische Forschung und

Professor für zelluläre und molekulare

Physiologie an der Yale University im

Mai 2019. Beide Alumni hatten das Forschungstrimester

im vierten Studienjahr

in seinem Labor in New Haven/Connecticut

in den USA verbracht. Anlässlich der

Ehrendoktor-Verleihung der Paracelsus

Universität an Prof. Geibel, der bereits

100 Medizinstudierende der PMU in deren

Forschungstrimester in Yale betreute,

tauschten sie mit ihm Erinnerungen aus:

„Er hat uns auf Anhieb erkannt und sich

sehr über unser Kommen gefreut. Obwohl

über die Jahre schon so viele Studierende

aus Salzburg in seinem Labor

mitgearbeitet haben, hat er zu jedem ein

persönliches Verhältnis.“ Der renommierte

Gelehrte und Forscher lade alle PMU-

Studierenden privat zu sich nach Hause

ein und versorge sie auch abseits des

Studiums mit Tipps. 2015 kehrten Patrick

und Barbara während einer Reise durch

die USA gemeinsam an den Ort zurück,

dem sie so wichtige Erfahrungen – in Sachen

Forschung und in persönlicher Hinsicht

– zu verdanken haben.

Menschlich weit vorne. Während Barbara

Morre ihren Plan erfüllen will, „eine

gute Ärztin zu werden und eine gute Ärztin

zu sein“, genießt Patrick Morre den Beruf

als Uniklinikumsarzt, „denn ich arbeite im

Dienste der Patienten gerne im Team und

kooperiere gerne mit der Pflege“. Der Paracelsus

Medizinischen Privatuniversität

ist das Vorzeige-Medizinerpaar dankbar,

„denn wir wurden fachlich und persönlich

gut und mit viel Herzblut der Beteiligten

auf unseren Beruf vorbereitet“. •

30 2/2019 ParacelsusToday


ParacelsusToday 2/2019 31

Alumni


Inside

Pharmakologie mit frischer

Antonio Sarikas, neuer Vorstand des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der

Paracelsus Universität, setzt in der Grundlagenforschung auf die starke Nähe zur

Klinik. In der Lehre lebt er den kollegialen Umgang mit den Studierenden sowie eine

praxisnahe, evidenzbasierte und interprofessionelle Wissensvermittlung.

Autor: Wolfgang Bauer • Foto. Paracelsus Uni/Ritzinger

Antonio Sarikas´ Weg in die Pharmakologie

begann an der Universität

Erlangen-Nürnberg, wo er

Medizin studierte und am Institut für Experimentelle

Pharmakologie promovierte.

Durch seine Doktorarbeit zur molekularen

Pathogenese von Kardiomyopathien

(summa cum laude) fand der gebürtige

Deutsche Gefallen an der wissenschaftlichen

Arbeit, die er nach der Approbation

als Arzt einige Jahre lang in den USA fortführen

konnte.

Faszinierende Disziplin. Es war nicht

nur die molekulare Herzforschung, die

ihn begeisterte, vielmehr war und ist es

die Pharmakologie selbst. Sarikas nennt

in diesem Zusammenhang die Identifizierung

des molekularen Pathomechanismus

des Krankheitsprozesses, um mögliche

Angriffspunkte für die Entwicklung neuer

medikamentöser Therapien herauszufinden.

Diese Aufgabe ergibt einen attraktiven

Mix aus Grundlagenforschung und

einer starken Nähe zum klinischen Alltag,

wie er sagt: „Es ist faszinierend zu sehen,

wie viel man mit einer relativ überschau-

Ich habe vonseiten der Studierenden

selten so kritische Fragen gehört wie

hier an der Paracelsus Universität.“

Univ.-Prof. Dr. Antonio Sarikas, Vorstand des

Instituts für Pharmakologie und Toxikologie

der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in

Salzburg

baren Anzahl an Arzneistoffen bewirken

kann und welche enorme Bedeutung die

Pharmakotherapie in der Heilkunde hat.“

Schließlich würden die meisten Erkrankungen

immer noch eine medikamentöse

Therapie benötigen. „Mehr als 75 Prozent

aller Arztbesuche enden mit der Verordnung

eines Arzneimittels“, sagt der Pharmakologe.

Er betont, dass die Pharmakologie

das Querschnittsfach schlechthin sei

und sowohl für Studierende der Medizin

als auch für jene der Pharmazie ein Fach

von zentraler Bedeutung.

Lehre mit Besonderheiten. Als erfahrener

Lehrender ist er sich bewusst, dass

die Pharmakologie häufig als ein mit allzu

viel Theorie behaftetes Lernfach gilt. Diesem

Image will er entgegenwirken, indem

er an der Paracelsus Universität der Vermittlung

von Lehrinhalten höchsten Stellenwert

einräumt. Die Voraussetzungen

dafür sieht er in Salzburg als ideal an.

Denn die relativ kleine Studierendenanzahl

in Medizin und Pharmazie mache es möglich,

eine Beziehung aufzubauen und interaktiv

zu arbeiten. Er wolle nicht einfach

einen Vortrag abliefern, sagt

er, vielmehr sehe er sich als

Mentor, der die Studierenden

bei der aktiven Reflexion der

Lerninhalte unterstützt und

begleitet.

Mit dieser Lehrphilosophie

hat er bereits in den ersten

Monaten seiner Tätigkeit in Salzburg

gute Erfahrungen sammeln können. „Ich

habe vonseiten der Studierenden selten

so kritische Fragen gehört wie hier an der

Medizinischen Privatuniversität“, sagt der

Pharmakologe. In München, wo er von

2009 bis 2018 am Institut für Pharmakologie

und Toxikologie der Technischen

Universität gelehrt hat, wurden die Lehrveranstaltungen

von 200 bis 300 Studierenden

besucht. Um möglichst alle im

Hörsaal miteinbinden zu können, kamen

spezielle Lehrtools für mobile Endgeräte

zum Einsatz, die Sarikas und seine Mitarbeiter

entwickelt haben (www.onlineted.

de). So konnte man sich etwa mit dem

Smartphone an der Diskussion spezieller

Krankheitsfälle beteiligen. Solche und

ähnliche Formen der IT-gestützten Lehre

sollen auch in die Hörsäle der PMU einziehen.

In einem gemeinsamen E-Learning-

und Peer-Teaching-Projekt mit der

TU München erarbeiten Studierende für

Studierende entsprechende Patientenfälle

(www.pharmacases.de).

Praxisnah und interprofessionell. Besonders

praxisnah und evidenzbasiert

soll die Vermittlung des Wissens über

Arzneistoffe sein. Den Studierenden wird

u. a. Wirkmechanismus, Pharmakokinetik,

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

der wichtigsten Arzneistoffe vermittelt.

Grundlage bildet die Positivliste PMU300,

die auf Basis der WHO List of Essential

Medicines und Leitlinienempfehlungen

32 2/2019 ParacelsusToday


Inside

Rezeptur

mehrerer Fachgesellschaften erstellt wurde

(www.pmu300.at). Ihre Besprechung

erfolgt in mehr als 25 verschiedenen

Vorlesungen. „Keine Angst: Nicht das

Auswendiglernen von Beipacktexten ist

gefragt. Vielmehr sollen die Studierenden

verstehen, wie zum Beispiel ein Medikament

zur Senkung des Blutdrucks wirkt,

mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen

ist und bei welchen Patienten man es

nicht anwenden darf“, erklärt Sarikas.

Weil diese Liste den pharmakologischen

Grundkanon sowohl für Studierende der

Medizin als auch der Pharmazie darstellt,

bietet sie die Basis für eine interprofessionelle

Zusammenarbeit. Es ist

geplant, beide Studierendengruppen in

einer gemeinsamen Lehrveranstaltung

Pharmakologie zusammenzuführen, was

die fachliche Expertise und gegenseitige

Wertschätzung beider Gruppen fördern

sollte. Die genannten didaktischen Inhalte

und Neuerungen sollen darüber hinaus

mit Hilfe qualitativer und quantitativer

Methoden der Ausbildungsforschung

untersucht und evaluiert werden, die Ergebnisse

werden in einem Fachjournal

publiziert.

Wohlfühlort Salzburg. Seine Freizeit verbringt

Antonio Sarikas hauptsächlich mit

seiner Familie. Seine Frau lebt mit den

beiden Söhnen, fünf und sieben Jahre alt,

in Erlangen und arbeitet als Professorin

für Pharmazie an der dortigen Uni. Die

arbeitsfreien Stunden in Salzburg widmet

er vornehmlich dem kulturellen Angebot.

„Ich fühle mich in Salzburg sehr wohl“,

bekennt Sarikas. Vor allem die Selbstbeschreibung

der Paracelsus Universität als

„ innovativ, modern und persönlich“ decke

sich sehr gut mit seinen ersten Eindrücken

im Arbeitsalltag.


ParacelsusToday 2/2019 33


Mustertext

Body Check

Der

Schlaf

und seine

Räuber

Der Teufelskreis aus

Schlaflosigkeit und

Frustration ist nur

schwer und mit viel

Diszipin zu durchbrechen.

Etwa ein Drittel des Lebens verbringen

wir im Schlaf. Er dient

der Regeneration von Körper

und Geist. Jeder vierte Österreicher

leidet an Schlafstörungen, die sehr belastend

sind.

SYMPTOME

Schlechter Schlaf kann sich durch viele

Beschwerden bemerkbar machen:

Zunächst stehen Ein- und Durchschlafstörungen

im Vordergrund, die

von Beeinträchtigungen untertags wie

Tagesmüdigkeit, erhöhter Reizbarkeit

und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit

begleitet werden. Schlafstörungen

haben viele Ursachen, etwa psychische

Probleme, Stress, ungünstige

Schlafgewohnheiten, äußere Faktoren

wie Lärm oder unbequeme Schlafumgebung,

darüber hinaus körperliche

Ursachen wie Schmerzen. Häufig raubt

auch nächtliches Grübeln den Schlaf.

Oft wirken verschiedene „Schlafräuber“

zusammen. Besonders fatal:

Kommt es immer wieder zu Schlafstörungen,

trainieren sich Betroffene unbewusst

ungeeignete Verhaltensweisen

an, die zu einer Verselbständigung

und Chronifizierung der Beschwerden

beitragen. Es entsteht ein Teufelskreis

aus Schlaflosigkeit und Frustration,

der schwer und nur mit viel Disziplin zu

durchbrechen ist.

DIAGNOSTIK

Wichtig ist die Abklärung der Ursache:

Im ersten Schritt werden in einem Ge-

Dr. Alexander Kunz ist Oberarzt an der Universitätsklinik

für Neurologie in Salzburg und leitet dort das

Schlaflabor. Er besitzt das Diplom für Schlafmedizin

der Österreichischen Ärztekammer und lehrt an der

Paracelsus Medizinischen Privatuniversität.

spräch unter Einbeziehen des Bettpartners

die Schlafgewohnheiten und die

Schlafumgebung analysiert. Oft lauern

hier Schlafräuber, die sich einfach und

schnell beheben lassen. In weiterer

Folge stehen ambulante Untersuchungen

wie ein mobiles Apnoescreening

oder eine Aktigraphie (Aktivitätsaufzeichnung

mittels spezieller Armbanduhr)

zur Verfügung. Eine Abklärung im

Schlaflabor ist bei unklarer Ursache

sinnvoll.

THERAPIE UND PROGNOSE

Wenn Sie abends immer wieder

schlecht einschlafen, nachts häufig

wachliegen oder morgens „wie gerädert“

aufwachen, ist wirksame Hilfe gefragt.

Einige einfache Verhaltensregeln

zur Schlafhygiene stellen die Basis der

Therapie dar. Entspannungsübungen

sind hilfreich, darüber hinaus stehen

wirksame Mittel zur medikamentösen

Behandlung zur Verfügung, um

Schlafstörungen gezielt zu therapieren.

Schlafstörungen dürfen nicht auf die

leichte Schulter genommen werden,

sind aber gut behandelbar. •

34 2/2019 ParacelsusToday


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Haus D

Research

Autor: Gottfried Stienen • Fotos: Paracelsus Uni/wildbild

Neues Haus als

Symbol für Wachstum

Das Haus D ist

das insgesamt

vierte Gebäude

der Paracelsus

Universität und

bietet 4.570 m 2

modernst ausgestattete

Nutzfläche.

Die Paracelsus Universität hat ein

weiteres Gebäude für Forschung

und Lehre errichtet und stärkt den

Standort Salzburg. Das insgesamt vierte

Haus der Universität wurde von den

Architekten Berger + Parkkinen geplant,

von Bull Bau als Baumeister verantwortet

und von der Firma Doll Bau gebaut.

Es kann nicht nur mit großzügigen

4.570 m 2 Nutzfläche aufwarten, sondern

auch mit interessanten Baudetails: zum

Beispiel mit einer 12.357 kg schweren

Stahltreppe, rund 437.100 kg Bewehrungsstahl,

Kabel mit einer Gesamtlänge

von 235 km oder duktilen Pfählen

36 2/2019 ParacelsusToday


Research

mit einer Gesamtlänge von 4.100 m (der

Großglockner ist zum Vergleich 3798 m

hoch). „Ohne die vorbildliche Zusammenarbeit

zwischen Paracelsus Universität

und Bau-Team wäre ein Projekt wie

dieses so nicht machbar gewesen. Das

Vorhaben war vom ersten Tag an lebendig,

Bauherr PMU hatte Mut zur Abstimmung

– und ich habe selten erlebt, dass

ein Nutzer so genau weiß, was er will“,

lobt Baumeister Christian Schluder. Die

veranschlagten Kosten (Gesamtinvestition

22 Millionen Euro) wurden sogar

unterschritten. Die Finanzierung dieses

neuen Hauses war herausfordernd:

Der Erwerb des Baugrundes wurde

dank der großzügigen Unterstützung

von Ernst Piech, Wolfgang Porsche

und Dietrich Mateschitz, der auch die

Ausfallshaftung übernahm, ermöglicht.

Zahlreiche weitere Sponsoren – unter

anderem aus der Pharmaindustrie – helfen

an der Etablierung der Pharmazie in

Salzburg mit. Auch das Land Salzburg

unterstützt mit einer Summe von zwei

Millionen Euro über fünf Jahre den Vollausbau

der Pharmazie.

Hightech- und Übungslabors bieten dem Institut für Pharmazie und den Pharmaziestudierenden

das ideale Umfeld für wissenschaftliches Arbeiten.

Neben den Büros für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter stehen am Institut

für Pharmazie Hightech-Labors und

Forschungseinrichtungen der neuesten

Generation, moderne Hörsäle, Übungslabors,

Mikroskopierräume und eine

Übungsapotheke zur Verfügung. Das

Institut für Anatomie erhielt einen 236

m 2 großen Kurssaal mit mobilen C-Bögen

(für Röntgen) und 3D-Übertragung,

der in drei Bereiche abgetrennt werden

kann und neben der Lehre auch für chirurgische

OP-Kurse herangezogen wird.

Im Untergeschoß steht ein Computertomograph

(CT) zur Verfügung.

Sponsor Heinrich Jacoby und Johanna

Pachmayr, Vorständin des Instituts für

Pharmazie, feierten mit.

Friedrich Hillebrand (li.), GF der EVER Pharma

Gruppe, mit Thomas Veitschegger, Vizepräsident

des Österreichischen Apothekerverbandes.

Mit dem Studium der Pharmazie und

dem neuen Universitätsgebäude erhält

die PMU zunehmend eine gesundheitswissenschaftliche

Ausrichtung, mit

multiprofessioneller Zusammenarbeit

der Bereiche Humanmedizin, Pharmazie

und Pflegewissenschaft. Nirgendwo

anders in Österreich sind diese drei

Disziplinen so eng verbunden wie in

Salzburg – und zwar nicht nur physisch

auf dem gleichen Campus, sondern

auch inhaltlich auf Lehr- und Forschungsebene.


Johann Padutsch (re.), lenkte bis vor

kurzem die Ressorts für Stadtplanung und

Verkehr in der Stadt Salzburg.

Freund und Förderer Matthias Moosleitner,

mit Christine Hofer-Dückelmann vom

Institut für Pharmazie.


ParacelsusToday 2/2019 37


Research

Baumeister Christian Schluder

(rechts im Bild mit Rektor

Herbert Resch) lobte die

vorbildliche Zusammenarbeit

mit dem Bauherren PMU.

Haus D

Kanzler Michael Nake begrüßte Hermann Wonnebauer und Horst Dick

von der Zürcher Kantonalbank (von links).

Die Hausbewohner gestalteten ein buntes

Mitmachprogramm.

Spaßfaktor garantiert: Die Gäste konnten Laborarbeit

hautnah erleben.

Die großzügige Terrasse im 3. Stock bietet den Mitarbeitern und Studierenden

einen tollen Ausblick – die Doppler-Schirme spenden Schatten.

Anatomie-Vorstand Felix Eckstein (re.) präsentierte LH-

Stv. Christian Stöckl die neuen Räume und die moderne

Infrastruktur seines Instituts.

Ein besonderes Highlight der Feierlichkeit war die Schüler-Bigband aus

Bayern, die extra angereist war.

38 2/2019 ParacelsusToday


Update

Der Architekt und

seine Handschrift

Interview: Ilse Spadlinek * Foto: Paracelsus Uni/wildbild

Paracelsus Today: Herr Architekt Berger,

das neue Haus D der Paracelsus

Universität vereint unterschiedliche

„Bewohner“ mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Wurden Sie durch

die funktionellen Anforderungen

des Bauherrn PMU in Ihren Planungen

eingeschränkt?

Alfred Berger: Sachzwänge sollten

nie dazu dienen, Schwächen

in der Gestaltung zu rechtfertigen.

Unser Credo ist daher nicht

„form follows function“, sondern

wir müssen die verschiedenen

Themen wie Funktion,

Mensch und Raum mit unserer

Architektur auf höchstem Niveau

verknüpfen. Ein vorgegebenes

Raum- und Funktionsprogramm

in einem Plan umzusetzen, ist

die Pflicht bei jedem Bauprojekt.

Erst die Kür lässt den Mehrwert

entstehen, durch die ein Bauwerk

zur Architektur werden kann. Architektur

bedeutet hier, über den Zweck hinauszugehen

und mit den Menschen in Dialog zu

treten. Gerade Laborbauten haben eine

starke Neigung zum Zweckmäßigen, wo

Effizienz über das Wohlergehen der Mitarbeiter

gestellt wird.

Paracelsus Today: Haben die Architekten

Berger + Parkkinen bei ihrer Arbeit

einen speziellen Zugang oder Leitgedanken?

Alfred Berger: Wir sehen unsere Aufgabe

im Sinne der Ökologie darin, einem neuen

Haus einen möglichst langen Lebenszyklus

zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang

haben wir beobachtet, dass

viele Bauten des 19. Jahrhunderts – und

davor – noch heute, in geänderten Funktionen,

wunderbar funktionieren, während

viele Bauten des 20. Jahrhunderts nach

Alfred Berger und Tina Parkkinen wollten mit dem Haus D die

Themen „Funktion“, „Mensch“ und „Raum“ mit Architektur auf

höchstem Niveau verknüpfen.

kurzer Lebensdauer abgerissen werden.

Aus dieser Beobachtung leiten wir die

Wichtigkeit einer klaren und wandelbaren

Gebäudestruktur mit möglichst einfachen

Materialien her.

Paracelsus Today: Beim neuen Haus D

stechen vor allem die Arkaden und großen

Bögen ins Auge. Was war der Hintergrund

für die Verwendung?

Alfred Berger: Der Bogen als ein Urmotiv

der Architektur war jahrzehntelang

aus dem Formenrepertoire verbannt. Wir

denken aber, dass die Zeit reif ist, auch

dieses Element wegen seiner ungebrochenen

Ausdruckskraft in unseren Entwürfen

zu nutzen. Beim Haus D haben

wir die Bögen verwendet, um den freigehaltenen

Raum des Erdgeschosses hervorzuheben.

Es ist fühlbar, dass dieses

Geschoss ein „Geschenk“ an die Nutzer

ist, dass also ein großer Freiraum

unterschiedlicher Nutzungen

besteht. Zugleich stellen die offenen

Bögen auch einen Bezug

zu den wellenförmigen Decken

des ebenfalls von uns geplanten

Lehr- und Forschungsgebäudes

Haus C her, ohne es zu kopieren.

Paracelsus Today: Welchen Einfluss

hatte der Ort – die Kulturstadt

Salzburg – auf die Architektur

des Projektes?

Alfred Berger: Die große Magie

von Salzburg erschließt sich beim

Durchwandern: aus dem ständigen

Wechsel von offenen Plätzen

zu engen Gassen, Durchgängen,

Torsituationen, reizvollen Durchblicken

und Öffnungen zur Landschaft.

Diese räumliche Choreografie hat uns

bei den Entwürfen für das Stadtwerk-

Areal und die Paracelsus Medizinische

Privatuniversität inspiriert. Salzburg und

die Paracelsus Universität haben uns die

Gelegenheit gegeben, unsere Vision eines

räumlich verdichteten, zugleich durchgrünten

und fußgängerfreundlichen urbanen

Stadtraumes als Hommage an die

Stadt zu realisieren. Mitgetragen wurde

diese Umsetzung durch den professionellen

und offenen Umgang aller Beteiligten.

Alfred Berger und Tina Parkkinen gründeten

ihr Büro Berger + Parkkinen Architekten

1995 und haben Niederlassungen in

Wien und Helsinki.

ParacelsusToday 2/2019 39


Friends

Im Förder-Klub

mithelfen

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität

in Salzburg (PMU)

beschreitet in der medizinischen,

pflegerischen und pharmazeutischen

Aus- und Weiterbildung neue Wege. Ziel

ist es, exzellente Lehre und Forschung

für die Versorgung von Patientinnen und

Patienten heute und in der Zukunft zu gewährleisten.

Als Privatuniversität sind wir auf private

Spenden angewiesen. Bildung und Forschung

sind kostenintensiv, aber für unsere

Gesellschaft von größter Bedeutung.

Der Förder-Klub wurde 2010 gegründet

und versteht sich als Netzwerk von Menschen,

die sich der Paracelsus Universität

verbunden fühlen, deren engagierte

Arbeit im Gesundheitswesen schätzen

und diese ideell wie auch finanziell unterstützen

möchten. Mit Ihrer Spende kann

die Universität auch zukünftig den sehr

hohen Ausbildungsstandard halten und

in der Forschung noch intensiver arbeiten.

Der Förder-Klub ist eine Möglichkeit,

einerseits finanziell zu helfen, aber er ist

auch eine Gemeinschaft, die Gutes tun

will und die Ideen und Ziele der Universität

weiterträgt.

Rektor Herbert Resch und Christoph

Dottolo (re.) freuen sich auf neue Mitglieder

im Förder-Netzwerk.

Mit einem Mindestbetrag von Euro 1.000

pro Jahr werden Sie Mitglied im Förder-

Klub. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen exklusiv

an:

• Einmal jährlich laden wir Sie zu einem

gemeinsamen Abend in Salzburg mit

führenden Persönlichkeiten der Universität

und ihrer Unikliniken. Knüpfen

Sie neue Kontakte, lernen Sie auch

die anderen Mitglieder im Förder-Klub

kennen. Wir holen dazu namhafte Politiker,

Geistliche oder andere bekannte

Personen zu Gedankenaustausch und

Diskussion in den Förder-Klub.

• Verbringen Sie gemeinsame Abende

in Salzburg mit führenden Persönlichkeiten

der Universität zu medizinischen,

pflegewissenschaftlichen oder

pharmazeutischen Vorträgen oder/und

Führungen mit exklusiven Einblicken in

die Welt der Medizin.

• Bei dreijähriger Klubzugehörigkeit haben

Sie die Möglichkeit, eine exklusive

kostenlose Gesundheitsuntersuchung

am Uniklinikum Salzburg zu machen.

• Dreimal jährlich erhalten Sie kostenlos

unser spannendes und informatives Universitätsmagazin

Paracelsus Today“.

• Ihre Spende ist absetzbar. Unternehmen

erhalten direkt eine Spendenquittung

nach Zahlungseingang. Für

Privatpersonen als Spender erledigen

wir alle Formalitäten beim Finanzamt,

damit Sie den steuerlichen Vorteil nützen

können.

Kontakt: Mag. (FH) Christoph Dottolo

(0699/144 200 93)

www.pmu.ac.at/foerder-klub

Ein herzliches Dankeschön den Freunden und Förderern: ACM Projektentwicklung GmbH | Agrana Zucker GmbH | Aicher, Max | Alumni

Club der Paracelsus Universität | Angelini Pharma Österreich | Apomedica | Ball Beverage Packaging Ludesch Corporation | Bankhaus Carl Spängler &

Co. AG | Bayer Austria Ges.m.b.H. | BTU Beteiligungs GmbH | Capital Bank | Commend Österreich GmbH | DBS Gesellschaft für digitale Bildsysteme

m.b.H. | DEBRA Austria | Die Hayward Privatstiftung | dm drogeriemarkt GmbH | DOLL Bauunternehmen GmBH | DS Smith Packaging Deutschland

Stiftung & Co. KG | Dyckerhoff & Widmann Gesellschaft m.b.H. | EVER Neuro Pharma GmbH | Frey, Andrea | G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft

m.b.H. | Gassner GmbH | GEBRO Holding GmbH | Gebrüder Woerle Ges.m.b.H. | GlaxoSmithKline Pharma GmbH | Greither, Andreas | Hagleitner Hygiene

International GmbH | Hansjörg Wyss Foundation | Herba Chemosan | HYPO Salzburg | Jacoby GM Pharma | Johnson & Johnson Medical Products

GmbH | M. Kaindl KG / Kaindl Flooring GmbH | KASTNER | Kellerhals, Helga | Koller, Norbert | Krones AG | KS Pharma GmbH | Kuhn Holding GmbH

| Kuhn, Irmgard | Kuhn, Stefan | Kwizda Pharmahandel GmbH | Lethmate Stiftung | | MED-EL | Melasan Produktions- & Vertriebsges.m.b.H. | Miele

GesmbH | Moosleitner Ges.m.b.H | NUTROPIA PHARMA GmbH | Österreichische Ärzte- und Apothekerbank AG | Österreichische Lotterien GesmbH

| Pappas Holding GmbH | Paracelsus Rotary Club | Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG | Red Bull - Mateschitz, Dietrich | Richter Pharma AG | Roche

Austria GmbH | Ruhnke, Traudl | SALLMANN GmbH | Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation | Salzburg Aluminium AG | Salzburger

Sand- und Kieswerke Gesellschaft m.b.H. | Salzburger Sparkasse Bank AG | Schön Holding SE & Co. KG | Schröcksnadel, Peter | Schülke & Mayr

GmbH | Schwarzbraun, Familie | Sedlmayer, Felix Univ.-Prof. Dr. | Senoplast Klepsch & Co GmbH & Co KG | Siemens AG Österreich | SPAR Österreichische

Warenhandels-AG | Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co KG | Stieglbrauerei zu Salzburg Privatbrauerei | Train, Detlef | von Schilgen, Eva

Maria | VR - meine Raiffeisenbank eG, Altötting-Mühldorf (D) | Winkler, Fritz Wolfgang und Winkler-Berger, Helga | Zürcher Kantonalbank Österreich AG

40 2/2019 ParacelsusToday


Update

LEBEN

FÜRS BAUEN.

www.dollbau.at


Point of View

Die Forschung der PMU –

ein Selbsttest

Die Paracelsus Universität in Salzburg hatte sich Ende 2018 einer freiwilligen

Evaluierung ihrer Forschung durch den FWF unterzogen. Der Bericht des internationalen

Gremiums aus unabhängigen Expertinnen und Experten ist einer der

Pfeiler für die künftige Forschungsgestaltung und -entwicklung.

Forschung ist an der Paracelsus

Medizinischen

Privatuniversität (PMU)

eine wichtige Säule neben Lehre

und Patientenversorgung. 22

Universitätsinstitute, sechs Forschungsprogramme,

das 2013

etablierte Zentrum für Querschnitt-

und Geweberegeneration

Salzburg (SCI-TReCS) und

das 2018 gegründete Zentrum

für Public Health und Versorgungsforschung

haben sich der

wissenschaftlichen Arbeit verschrieben.

Um ihre Forschung

kritisch zu hinterfragen und damit

bestmöglich zu gestalten,

hat sich die PMU 2018 als erste

Medizinuniversität Österreichs

einer freiwilligen Evaluierung ihrer

Forschungsaktivitäten durch

den Österreichischen Wissenschaftsfonds

(FWF) unterzogen.

Positives Feeback. Der FWF hatte 11

internationale Experten – abgestimmt auf

die zu evaluierenden Forschungsbereiche

der PMU – rekrutiert, selbst aber eine

neutrale Position eingenommen. Die Forschungsevaluierung

umfasste 15 Institute

und drei Forschungsprogramme der Paracelsus

Universität über den Zeitraum

von 2013 bis 2017. Der abschließende

Evaluierungsbericht des FWF enthielt

eine überaus positive Einschätzung der

Entwicklung in den ersten 16 Jahren,

aber auch Empfehlungen zur weiteren

Stärkung der Forschung an der PMU.

Foto: Parcelsus Uni/wildbild

Mit der Verleihung der Paracelsus Wissenschaftspreise und der

Kür zu den „Forschern/Forscherinnen des Jahres“ würdigt die

PMU jedes Jahr die hervorragende wissenschaftliche Arbeit ihrer

Forschenden. Forschungsdekan Gerd Rasp (li.) ehrte im Juni 2019

Dr. Bernhard Wernly von der Salzburger Uniklinik für Innere Medizin

2 im Bereich „Klinische Fächer“ (re.). Als Forscher des Jahres

im Bereich „Theoretische Fächer“ wurde Daniel Neureiter vom

Universitätsinstitut für Pathologie Salzburg ausgezeichnet.

Beeindruckt war die Kommission von der

Etablierung mehrerer Institute zu exzellenten

wissenschaftlichen Zentren, was

durch die Rekrutierung renommierter und

außergewöhnlicher Wissenschafter gelungen

sei, erfolgreich besetzte Nischen

wurden ebenso hervorgehoben wie besonders

fruchtbare Forschungsbereiche.

Empfehlungen. Unter anderem wurde

empfohlen, inhaltlich ähnliche Forschungsbereiche

zu Zentren zusammenzufassen.

Auch sollte die Forschungsstrategie

für die nächsten Jahre weiter

geschärft werden und in die

– insgesamt für gut befundene

Forschungsinfrastruktur

– noch massiver mit hochmodernen

Geräten investiert

werden. Mehr Unterstützung

bei der Antragstellung

von Forschungsgeldern

durch die Universität und

ein Mentorenprogramm für

Jungforscher würden noch

mehr Publikationen in hochwertigen

Journalen bringen.

Weiters empfahlen die externen

Prüfer eine Strategie zur

Einbindung internationaler

Spitzenwissenschafter am

Standort und eine noch stärkere

Internationalisierung bei

Partnerschaften.

Weitere Schritte. Die Paracelsus

Medizinische Privatuniversität

nimmt die Empfehlungen

des renommierten Evaluierungsgremiums

sehr ernst und hat bereits

Maßnahmen daraus ab- und die

Wege geleitet. So wurde ein internationales

Advisory Board installiert. Ein

Memorandum of Understanding zwischen

Paracelsus Uni und Uniklinikum

Salzburg bezüglich Raumzuordnung und

Forschungsaktivität ist in Arbeit und soll

in Kürze unterzeichnet werden. Weitere

Schritte sind die fast abgeschlossene Umstellung

der PhD-Programme in die englische

Sprache und eine verstärkte Förderung

von Frauen in der Spitzenforschung. •

42 2/2019 ParacelsusToday


Update

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Freiheit, die das Haus bietet, aber auch die Flexibilität, die

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Wer hier tagt, befindet sich inbester Gesellschaft und setzt

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911 Carrera S–Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,9 l/100 km; CO 2

-Emissionen kombiniert: 205 g/km.Stand 01/2019. Dieangegebenen Wertewurden

nach den vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 (inder jeweils gültigen Fassung)imRahmen der Typengenehmigung des Fahrzeugs auf Basis

des neuen WLTP-Prüfverfahrens ermittelt.

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