2019/30 - RKU - Eröffnung Recover

suedwest.presse

Ein neuer Ort

der Erholung

Große

Eröffnung

mit

Tag der

offenen Tür

27.07.19

Das neue Klinikhotel Recover am RKU für orthopädische Patienten im

Zentrum für Integrierte Rehabilitation eröffnet am 27. Juli. Es verbindet

den Komfort eines Hotels mit Spitzenrehabilitationsmedizin.


2 CHECK-IN

Check-In

Dr. med. Rainer Eckhardt

Ärztlicher Direktor des Zentrums für

Integrierte Rehabilitation (ZIR)

Matthias Gruber

RKU-Geschäftsführer

Seit seiner Gründung 1984 bietet

das RKU dem Patienten die

gesamte Versorgungskette

in einer herausragenden Universitätsklinik

für Orthopädie

und Neurologie und einer Spitzenrehabilitation

unter einem

Dach an. Um die Wünsche

des orthopädischen Patienten

nach Regeneration nach einer

Operation noch besser zu erfüllen,

hat das RKU das einzigartige

neue Klinikhotel Recover

im Zentrum für Integrierte Rehabilitation

neu errichtet.

Die Behandlung in der Orthopädischen

Universitätsklinik

unter Prof. Dr. Heiko Reichel

hat sich in den letzten Jahren

stark verändert. Lag ein Patient

vor zwei Jahrzehnten noch

zwei Wochen nach der OP mit

Erhalt eines künstlichen Hüftgelenks

im Krankenhaus, kann

dieser heute innerhalb von einer

Woche die Klinik verlassen.

Diese schonenden Operationsverfahren

werden in der Orthopädie

als „Enhanced Recovery“

bezeichnet. Der Patient verliert

weniger Blut, hat weniger

Schmerzen und kann nach einer

Operation schneller mobilisiert

werden.

Umso wichtiger ist nach dem

Krankenhausaufenthalt eine

herausragende Rehabilitation.

Dabei ist es das Ziel unseres

Zentrums für Rehabilitation

(ZIR), dass der Patient

möglichst schnell wieder laufen

kann. Gleichzeitig wünscht

sich der Patient, sich von der

Operation zu erholen.

Dafür wurde das Klinikhotel

Recover“ mit dem Anspruch

eines 4-Sterne-Hotels errichtet

und erfüllt selbst höchste

Ansprüche in Bezug auf Qualität

der Unterbringung, Ruhe

und Service. Unter Leitung von

Alexander Weins arbeiten rund

um die Uhr Hotelfachkräfte für

das Wohl unserer Patienten.

Die Idee eines Klinikhotels am

RKU stammt von uns beiden.

Wir hätten das Hotel niemals

bauen können, wenn unsere

Gesellschafter uns nicht bei

der Idee unterstützt hätten.

Diese Unterstützung wiederum

hätten wir niemals erlangt,

wenn nicht die Vorgänger in

der Geschäftsführung die wirtschaftlichen

Voraussetzungen

geschaffen hätten. Wir hätten

die Idee auch niemals umsetzen

können, ohne unser großartiges

Ärzte-, Mitarbeiter- und

Therapeutenteam, die für die

medizinisch-therapeutischen

Inhalte und den wirtschaftlichen

Erfolg unserer Einrichtung

letztlich verantwortlich

sind.

Besuchen Sie uns am Tag der

offenen Tür und lassen Sie sich

vom deutschlandweit erstmals

umgesetzten Konzept einer

Rehabilitation in gehobener

Hotelatmosphäre begeistern.

Herzlichst,

Dr. med. Rainer Eckhardt

Matthias Gruber

Das Bauprojekt im Überblick

Der erste Meilenstein

Gegen Ende des Jahres 2017 gehen

die Verhandlungen mit verschiedenen

Bauunternehmen in die heiße

Phase. Generalübernehmer wird

letztendlich die Kanne Group in

Kooperation mit der Firma Glass.

Erster Spatenstich

& Grundsteinlegung

Mit dem obligatorischen Spatenstich

am 26. März 2018 beginnen

die Arbeiten am Rohbau. Die Grundsteinlegung

erfolgt in feierlichem

Rahmen am 12. Juni 2018 mit der

Geschäftsleitung, den Bauträgern

und RKU-Mitarbeiter/innen.

Die Bauarbeiten beginnen

Das Gebäude ist modern und großzügig

geplant. Platz für 51 Betten,

viel Komfort und ein 4-Sterne-

Hotel-Charakter machen es aus.

Errichtet wird es komplett aus den

Eigenmitteln der Kliniken RKU.


INHALT/EDITORIAL 3

Inhalt

Interview

An erster Stelle

steht die

Spitzenmedizin

Interview mit Dr. med. Rainer Eckhardt Seite 4

Genesungskonzepte

Visite bei Professor

Heiko Reichel Seite 6

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

text-service

Projektleitung

Tobias Lehmann

Redaktion

Stefanie Müller

(verantwortlich)

Kerstin Auernhammer,

Julia Haaga (Objektleitung),

Petra Starzmann

SVH GmbH & Co. KG

Gestaltung

Michael Zülzke

Eva Maria Bittner

Max Meschkowski

(mediaservice ulm)

Fotos

Shutterstock,

SWP-Archiv,

SVH

8 Die Patientenreise

Geschäftsführer Matthias

Gruber im Gespräch mit

Klinikhotelmanager Alexander

Weins.

10 Wir sichern unseren

Nachwuchs ab

Pflegedirektorin Helene

Maucher über die Akademisierung

der Pflegekräfte und das

Konzept Magnetkrankenhaus.

11 Das RKU lädt ein

Ein buntes Programm für Groß

und Klein zum Tag der offenen

Tür.

12 „Wir sind immer für

unsere Gäste da“

Hier wird Teamwork

groß geschrieben: Das

Recover“-Team stellt sich vor.

13 Die Bienenkönigin

vom RKU

Hauseigener Bienenhonig vom

Hoteldach. Imkerin Sabrina

Erz erzählt.

15 In der Erholung

liegt die Kunst

Hereinspaziert! Zeit für Luxus

und Erholung. Zeit für eine

künstlerische Schaffenspause.

Druck

DHO - Druckzentrum

Hohenlohe Ostalb

GmbH & Co. KG

Ludwig-Erhard-Straße 109

74564 Crailsheim

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie

unter der E-Mail

datenschutz@swp.de

Richtfest

Handwerker und Projektbeteiligte

feiern am 6. Dezember 2018 das

Richtfest.

Hoch hinaus

Es geht voran: Ab Sommer 2018

wird das fünfstöckige Gebäude in

die Höhe gebaut. Der Anbau ist vor

allem für die Patienten der orthopädischen

Rehabilitation, die sich im

Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt

in angenehmer Atmosphäre

ganzheitlich erholen können.

Fertigstellung & Eröffnung

Am 27. Juli 2019 wird das Hotel mit

einem Tag der offenen Tür eröffnet.


4 INTERVIEW MIT DR. RAINER ECKHARDT

„An erster Stelle

steht immer noch

die hochwertige

Spitzenmedizin“

Interview In der orthopädischen Rehabilitation greift das RKU ab

August bei der Patientenunterbringung auf das Ambiente eines

Vier-Sterne-Hotels zurück. Die Philosophie, die dahintersteckt,

erklärt Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher Direktor des ZIR am RKU.

Die Philosophie des

neuen Klinikhotels

erklärt Dr. Rainer Eckhardt,

Ärztlicher Direktor

des Zentrums

für Integrierte Rehabilitation

(ZIR) am RKU.

Was war Ihre Vision bei der Umsetzung

des neuen Klinikhotels?

Im RKU wissen wir alle, dass

die Patienten in den orthopädischen

Rehabilitationsverfahren

eine exzellente medizinische

Versorgung bekommen. Was

uns im RKU gefehlt hat, war in

Teilen eine adäquate Unterbringung

unserer Patienten. Das hat

uns über die Jahre im ZIR getrieben

zu wachsen, um die wirtschaftlichen

Voraussetzungen

zu schaffen, unseren Patienten

die Möglichkeit zu bieten, sich

nach einem anstrengenden Therapie-Alltag

in einem Hotelambiente

zu erholen.

Unsere Vision: eine Kombination

aus medizinischer-therapeutischer

Spitzenversorgung in der

Rehabilitation mit umfangreichem

Therapieplan und der Atmosphäre

eines Sterne-Hotels.

Sie haben zusammen mit dem Geschäftsführer,

Herrn Gruber, in der

Sterne-Hotellerie hospitiert?

Ich bin seit über dreißig Jahren

in der Medizin tätig, doch

in Hotel und Ambiente hatte

ich natürlich sehr wenig Erfahrung.

Deshalb mussten wir

uns informieren und sind dafür

in Dresden in einem Fünf-Sterne-Hotel

und im Maritim Hotel

in Ulm vorstellig geworden. Uns

wurden dort alle Abläufe eines

Spitzen-Hotels gezeigt. Besonders

gefallen hat uns der Begriff

„Lady in Red“, eine spezielle Mitarbeiterin,

die alle Wünsche oder

Beschwerden der Gäste freundlichst

entgegennimmt und sich

sofort um kompetente Lösungen

bemüht. Wenn wir das bei

uns in der Klinik einführen können,

steigt sofort die Dienstleistung

und der zufriedene Patient

wird endlich auch als Gast im

Hause verstanden.

Die ursprüngliche Idee ist daher

nicht ein Hotel um des Hotels

willen. Wir wollten für die Patienten

im ZIR neben unseren medizinischen

Ansprüchen auch ein

Erholungs- und Wohlfühlambiente

schaffen. Der Hotelgedanke

ist das Vehikel; an erster Stelle

steht immer noch die hochwertige,

rehabilitative Spitzenmedizin.

Wird das Klinikhotel Nachahmer

finden?

So eine Umstellung ist gar nicht

so einfach zu bewältigen. Bisher

gab es den Arzt und die Schwestern

oder die Therapeuten und

jetzt haben wir plötzlich auch

noch einen Klinikhoteldirektor.

Da müssen natürlich alle Abläufe

und Prozesse aufeinander

abgestimmt und strukturiert

werden. Was macht das

Hotelpersonal, was macht die

Pflege, was machen die Ärzte?

Dafür muss man Ideen, den Willen

zur Veränderung und das Finanzvolumen

haben. Diese Voraussetzungen

sind nicht überall

gegeben.

Erläutern Sie bitte anhand eines

Beispiels die Behandlungsmethode

„Enhanced Recovery“ und an

welchem Punkt das Klinikhotel

daran aufbaut.

Wir haben Patienten, die im

Bereich des Bewegungs- und

Stützapparates operiert werden

oder an einer chronischen

Erkrankung leiden. Zur Rehabilitation,

zur Erholung, „Recover“,

und zur Wiedereingliederung

in den Alltag oder das Berufsleben

gehört eine sehr gute

ärztliche Leistung und – was in

der Reha besonders wichtig ist

–: ein therapeutisch umfänglicher

Plan sowie die Motivation

und Mühe des Patienten, sich an

diesem Prozess zu beteiligen.

Für unsere mittlerweile sehr

früh mobilisierten Endoprothesen-Patienten

müssen wir

die Motivation schaffen, den

nächsten Schritt im Rehabilitationsprozess

zu vollziehen, um

unser höchst attraktives, aber

auch deutlich forderndes Programm

voll zu nutzen. Wenige

Tage nach der Operation kommen

die Patienten des „Enhanced

Recovery“-Programmes

aus dem geschützten und unterstützten

Akutbereich in einen

Rehabilitations-Bereich – mit einem

sehr umfangreichen Therapieplan

- in dem alle professionellen

Kontakte zeitlich sehr

genau geregelt sind. Wir wollen

aber mit einer angenehmen

Hotelumgebung die Motivation

der Patienten wecken, möglichst

schnell aus dem akuten stationären

Bereich in die Rehabilitation

zu wechseln und sich dort

wieder ihre körperliche aber

auch seelische Autonomie zu

erarbeiten.

Sie vertreten die Philosophie, dass

ein Wohlfühl-Ambiente zu einer

schnelleren Genesung beiträgt.

Wie ist das zu verstehen?


INTERVIEW DR. RAINER ECKHARDT 5

Bewegung schafft Fortschritt im Zentrum für Integrierte

Rehabilitation.

Fotos: Marc Hörger

Meine Philosophie hat mehrere

Standbeine. Ich bin auf der einen

Seite klar der Meinung, dass

eine zielgerichtete und moderne

Rehabilitation nur dann erfolgreich

sein kann, wenn der Patient

die Motivation zur Therapie

hat und sich in der Klinik angenommen

fühlt. Alle Prozesse von

Therapeuten, Pflege und Ärzten

müssen von höchster Empathie

und Qualität geprägt sein.

Eine Klinik, in der man sich nur

wohlfühlt, in der aber keine

medizinischen Inhalte vermittelt

werden, wird niemals auf

Dauer Erfolg haben. Das Hotel

alleine kann nicht das Erreichen

der Reha-Ziele bei unseren Patienten

garantieren!

Das Klinikhotel ist damit nur ein

Baustein im Gesamtablauf. Wir

sind sicher, dass unsere Patienten

sich wirklich freuen, wenn sie

nach einem arbeitsreichen Reha-Tag

auf ein Zimmer gehen,

welches einen hohen Standard

hat, vorbei an Hotelmitarbeitern,

die sich freuen, ihren Gast wiederzusehen.

Dieser Wohlfühlaspekt

kann und darf inhaltlich

die tatsächliche medizinische

Leistung keineswegs ersetzen,

sondern nur flankieren. Alles andere

wäre fatal!

Für welche medizinischen Bereiche

ist das Klinikhotel da?

Ausschließlich für die orthopädischen

Rehabilitationspatienten.

Wäre es auch möglich, auf andere

Bereiche zuzugreifen? Bereiche,

in denen die Erholung mehr in den

Vordergrund tritt? Schönheitschirurgie

etwa oder Geburtsheilkunde?

Die Idee halte ich für viele medizinische

Bereiche für überlegenswert.

Wir hoffen natürlich,

dass es Nachahmer findet, weil

wir insgesamt denken, dass die

ganzheitliche Versorgung von

Patienten verbessert werden

kann.

Wie gestaltet sich der interdisziplinäre

Tagesablauf zwischen Ärzten,

Therapeuten, Pflegekräften und

Hotelfachkräften im Recover-Klinikhotel?

Das Rehabilitationsteam trifft

sich jeden Morgen um 8.00 Uhr

im großen Multifunktionsraum

zur „Teambesprechung“. Alle

Therapeuten, Krankengymnasten,

Psychologen, Sportlehrer,

Ergotherapeuten und Logopäden

nehmen an dieser Frühbesprechung

teil. Die professionelle

Kommunikation über Rehabilitationsverläufe

wird bei uns im

ZIR ganz groß geschrieben.

Es wird eine kurze Präsentation

darüber gehalten, was vom

Vortag bis zur Besprechung geschehen

ist und alle neu aufgenommenen

Patienten werden

durch die Ärzte vorgestellt. Zudem

werden die Ergebnisse der

Patientenvisiten durchgesprochen.

Alle Patientenakten werden

digital über Beamer präsentiert

und im Rehabilitations-Team

diskutiert.

Was ist in den nächsten fünf bis

zehn Jahren machbar, was aus

heutiger Sicht noch Zukunftsmusik

ist?

Die orthopädische Rehabilitation

hat ihren therapeutischen

Schwerpunkt in der funktionellen

Verbesserung des Muskel–

und Skelettsystems. Der Körper

wird auch in den nächsten

zehn Jahren den gleichen Naturgesetzen

unterworfen sein

wie heute. Trotzdem werden

wir immer neue Erkenntnisse

z. B. aus der Sportmedizin, den

Trainingswissenschaften oder

auch wissenschaftliche Weiterentwicklungen

in den therapeutischen

Strategien und in unseren

Rehabilitations-Methoden

berücksichtigen.

Wir werden uns Tag für Tag anstrengen,

den Patienten noch

ganzheitlicher, aber auch individueller

zu therapieren. Ob

wir damit allerdings Patienten

schneller rehabilitiert bekommen,

das wage ich momentan

noch zu bezweifeln. Bestimmte

Dinge brauchen einfach ihre

Zeit. Muskelaufbau und Koordinationsverbesserung

kann ich

nicht in zehn Jahren schneller

erreichen als heute. Deshalb

erwarte ich, dass sich das komplette

Umfeld und die Organisation

in der Rehabilitation in Zukunft

noch Patienten zentrierter

darstellt.

Es gibt Länder, wie die USA, die

überhaupt kein gesetzlich abgesichertes

Rehabilitationswesen

haben. Die Patienten dort

müssen alles aus eigener Tasche

bezahlen, sollten sie sich

für eine Rehabilitation entscheiden.

Dies wird oft zwischen den

deutschen Kostenträgern und

uns Leistungserbringern diskutiert.

Daher werden wir natürlich

auch in zehn Jahren noch

beweisen müssen, dass Rehabilitationsmaßnahmen

in ihren

Ergebnissen auch volkswirtschaftlich

lohnend sind.

Die Qualitätsbefragungen unserer

Patienten zeigen uns jedoch,

dass wir als Zentrum für Integrierte

Rehabilitation eine der

Kliniken in Deutschland sind, die

im Spitzenbereich bei den Patientenbewertungen

platziert ist

– das bestätigt unsere Leistung

und macht unser orthopädisches

Rehabilitations-Team

stolz.

Zur Person

Dr. med. Dipl. Sportlehrer

Rainer Eckhardt ist Ärztlicher

Direktor des Zentrums

für Integrierte Rehabilitation

(ZIR) am RKU. Basierend auf

eigener Hochleistungssport-

Erfahrung und nach einem

Diplom-Sportstudium an der

deutschen Sporthochschule

Köln lag es nahe, den Facharzt

für Orthopädie und Unfallchirurgie,

Facharzt für

Physikalische und Rehabilitative

Medizin, Chirotherapie,

Sportmedizin, Physikalische

Therapie und Sozialmedizin

zu erwerben. Seit 25 Jahren

betreut Dr. Eckhardt neben

seiner Arbeit am RKU als Arzt

ehrenamtlich die Frauennationalmannschaft

des Deutschen

Turnerbundes.

Seine Philosophie: Zur Genesung

gehört neben einem

hervorragenden medizinischen

Therapieangebot auch

der räumliche Komfort eines

hochklassigen Hotels zum

Erfolg einer ganzheitlichen

Rehabilitation.


6 ENHANCED RECOVERY

Ein Konzept der

schnelleren Genesung

Visite In den vergangenen Jahren hat sich im Bereich der Frühmobilisation einiges getan. Der

Patient soll seinen Heilungsprozess mitgestalten. Von Julia Haaga

Die Hüft- und Knieendoprothetik

(künstlicher

Hüft- und Kniegelenkersatz)

hat sich in den

vergangenen Jahren

verändert. Die stationäre Aufenthaltsdauer

verkürzte sich von

durchschnittlich zehn Tagen auf

fünf bis sieben Tage. Dies ist der

sogenannten „Enhanced Recovery“-Methodik

zu verdanken. In der

Orthopädischen Universitätsklinik

und im Rahmen der Deutschen

Gesellschaft für Orthopädie und

Orthopädische Chirurgie hat Professor

Dr. med. Heiko Reichel die

Konzepte zur Frühmobilisation

wissenschaftlich begleitet und

wesentlich mitentwickelt. Das

Konzept, den Patienten nach einer

Operation früher zu mobilisieren,

dient ganz klar dem Wohl des Patienten

und teilt sich in drei Phasen

auf.

Den Patienten so früh wie

möglich ins Konzept einbinden

Es geht darum, den Patienten so

sicher und schonend wie möglich

nach einer Operation wieder

auf die Beine zu bringen. Dafür

muss man den Patienten bereits

vor der Operation, in der präoperativen

Phase, in das Konzept

einbinden. „Wenn der Patient gut

vorbereitet in die Operation geht,

wird er auch danach nicht in ein

tiefes Loch fallen und entsprechend

in der postoperativen

Phase schneller genesen“, erklärt

der Universitätsprofessor.

Dies zeigt auch die Abbildung 1.

„Früher fühlte sich der Patient

nach der Operation oft richtig

unwohl. Wenn er, behangen mit

Schläuchen und Kathetern,

manchmal gar die Schnabeltasse

gereicht bekam, fühlte er sich

erst recht krank“, erinnert sich

Professor Reichel. „Auch wenn

sich dank neuartiger Verfahren

Professor Dr. med. Heiko Reichel.

Foto: RKU


ENHANCED RECOVERY 7

Abb. 1

Unterschiedliche Muster der Genesung

nach „traditioneller“ und „Enhanced recovery“-Behandlung

(nach Fearon und Luff 2003)

Ausmaß der Funktionswiederherstellung

OP

Enhanced Recovery

Behandlung

Traditionelle

Behandlung

Tage (Post-operative Phase) Wochen

die Verweildauer in der Akutstation

in der postoperativen Phase

wesentlich verkürzt hat, wollen

wir keinesfalls den Eindruck

erwecken, dass der Patient so

schnell wie möglich aus der Klinik

‚rausgeschmissen’ wird.“ Im

Gegenteil. Dass Patientenwohl

hat oberste Priorität. Eine frühe

Entlassung sei allenfalls ein positiver

Nebeneffekt – „nicht das

medizinische Primärziel“.

An erster Stelle:

das Wohl des Patienten

Das neue Konzept „Enhanced

Recovery“ schließt alles mit ein:

optimale Vorbereitung, die sog.

„Patientenedukation“, modernes

Blut- und Schmerzmanagement,

herz- und kreislaufschonende

Narkoseverfahren sowie

Zur Person

Professor Dr. med. Heiko

Reichel ist seit 2005 Direktor

der Orthopädischen Universitätsklinik

und Leitender Ärztlicher

Direktor des RKU. Er ist

1960 in Annaberg-Buchholz,

Sachsen, geboren und studierte

an der Universität Halle/Saale,

wo er seine Facharztweiterbildung

absolvierte

und sich 1996 habilitierte.

Seine Schwerpunkte liegen

im Bereich der Hüft- und

Knieendoprothetik und der

knochen- und weichteilschonendes

Operieren. Zudem werden

keine Katheter und Drainagen

mehr eingesetzt.

Die Narkoseverfahren wurden

so optimiert, dass der Patient

während der Operation möglichst

wenig Kreislaufbelastung

erfährt, dabei aber völlig entspannt

und schmerzfrei ist. Danach

sollte der Patient jedoch

sofort wieder die volle Kontrolle

über sein operiertes Bein zurückbekommen,

sodass er im

Idealfall bereits wenige Stunden

nach der Operation wieder auf

seinem Bein stehen und die ersten

Schritte gehen kann.

Dies verlangt natürlich auch eine

besonders schonende Operationstechnik:

Die Implantate müssen

belastungsstabil eingesetzt

gelenkerhaltenden Chirurgie.

Prof. Reichel war 2015 Präsident

der Deutschen Gesellschaft

für Endoprothetik (AE).

2016 war er Präsident der

Deutschen Gesellschaft für

Orthopädie und Unfallchirurgie

(DGOU) sowie Präsident

der Deutschen Gesellschaft

für Orthopädie und Orthopädische

Chirurgie (DG00C).

Seit 2017 ist er Vorstandsmitglied

der gemeinnützigen

Stiftung für Endoprothetik.

werden, die gelenkumspannende

Muskulatur darf nicht durchtrennt,

sondern sollte nur auseinandergehalten

werden (sog.

minimal-invasives Operieren).

In der Region sind

wir Vorreiter in

dieser Methodik.

Prof. Heiko Reichel

Ärztlicher Direktor der

Orthopädischen

Universitätsklinik am RKU

Um Nachblutungen vermeiden

und auf Wunddrainagen verzichten

zu können, werden die

Wundflächen mit einem Medikament

versiegelt. Zum Schluss

wird das Gelenk zur Reduktion

des postoperativen Schmerzes

noch mit einem lokalen langwirksamen

Schmerzmittel umspritzt.

Der Patient kann seine Mobilität

aktiv mitgestalten

Das Resultat: Der Patient fühlt

sich in der Regel nach der Operation

wesentlich besser, ist

schmerzfrei, keine Schläuche

oder störenden Katheter schränken

ihn im Bewegungsablauf

ein. Er kann direkt nach der Operation

die Rückgewinnung seiner

Mobilität aktiv mitgestalten.

„In der Region sind wir Vorreiter

dieser Methodik“, sagt Professor

Reichel. Sobald die vorgegebenen

Entlasskriterien nach der OP

erreicht sind, geht es dann in

eine Rehabilitationseinrichtung

wie das „Recover“-Klinikhotel.

„Eine Hüft- oder Knie-OP ist

schließlich kein Reifenwechsel“

In den Vereinigten Staaten, in

Dänemark, den Niederlanden

und in Großbritannien wird

schon seit längerem auf dem

Gebiet der Frühmobilisation (Advanced

Recovery) operativ angesetzt.

Auch in Deutschland wird man

zukünftig auf dem Gebiet der

Endoprothetik weiter daran arbeiten,

um den Patienten so

schonend wie möglich zu operieren

und ihn seinem Willen entsprechend

wieder in sein gewohntes

Alltagsumfeld entlassen

zu können. Dafür forscht

man bei der Deutschen Gesellschaft

für Endoprothetik an immer

schonenderen Methoden.

Unter der Mitwirkung von Professor

Reichel konnte dadurch

etwa eine spezielle Kurzschaftendoprothese

für das Hüftgelenk

entwickelt werden.

Einer Hüft- oder Knieoperation

sei jedoch noch immer die nötige

Achtung geboten: „Eine größere

Operation wie Hüft- oder

Kniegelenkersatz ist schließlich

kein Reifenwechsel beim Boxenstop“,

wie Professor Reichel betont.


8 DIE VISION – DAS HEILBEHANDLUNGSHOTEL

Von der Idee bis zum

heutigen Startschuss

hat es mehrere Jahre

gedauert. Vom ersten

Spatenstich bis zur

heutigen Eröffnung weitere 13

Monate. Das Recover-Klinikhotel

kombiniert die bewährte Spitzenmethodik

des RKU – einem Krankenhaus

der Maximalversorgung

in der Rehabilitation. Das Klinikhotel

ist die Anlaufstelle für Patienten

aus der Orthopädie, bei denen

weniger die Pflege als die Rekonvaleszenz

in den Vordergrund

tritt. Das Klinikhotel soll ein ergänzender

Baustein des RKU im Rahmen

des Magnetkrankenhausmodells

der Pflege werden. zeichnet

sich durch ein interprofessionelles

Behandlungsteam auf Augenhöhe

und eine Akademisierung

des Pflegeberufs aus. Der Service

wird von Hotelfachkräften umgesetzt.

„Das Spannende,

etwas neu zu erschaffen“

„Die durchschnittliche Verweildauer

in der Akutstation der Orthopädie

hat sich dank fortschrittlicher

Operationsmethoden,

der sogenannten ,Enhanced

Recovery‘, auf fünf bis sieben

Tage verkürzt. Die Patienten sind

ja nicht schwerkrank, wenn sie

aus dem OP kommen“, erklärt

RKU-Geschäftsführer Matthias

Gruber. „Um diesen Patienten

eine möglichst angenehme Anschlussheilbehandlung

zu bieten,

haben wir das Klinikhotel initiiert.

Wir wollen den Patienten

auf seiner Reise ganzheitlich begleiten.

Die Idee dahinter: Man

erholt sich schneller in einer Umgebung,

in der man sich auch

wohlfühlt.“

Das Klinikhotel bietet den Komfort

eines Sterne-Hotels, ist

gleichzeitig an die klinische Abdeckung

des RKU und das Angebot,

wie etwa die Sport- und

Therapiemethoden des Zentrums

für Integrierte Rehabilitation,

angeschlossen. „Ein absoluter

Mehrwert für Patienten“,

wie Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher

Direktor des Zentrums für

Integrierte Rehabilitation betont.

Das Gesamtpaket gibt einem

das Gefühl, in einem „echten“

Hotel zu sein. Man hört das

Summen der Bienen und das

Rauschen der Blätter. Ein Raum

für Entspannung und Erholung.

Gemälde renommierter Künstler

prägen jedes Zimmer und

verschaffen das Fünkchen extra

Luxus. Das Klinikhotel hat 51

Betten – allesamt barrierefrei.

Davon 45 Einzelzimmer und, wie

in der gehobenen Hotellerie

auch, 6 Deluxe-Zimmer mit einem

zusätzlichen Wohnbereich

mit Küche und großem Badezimmer.

Ein Rezeptionsteam,

das den Rehabilitanden Tag und

Nacht zur Verfügung steht.

„Wir mussten die alten Prozessstrukturen

aufbrechen und gemeinsam

mit allen Beteiligten

ein Produkt neu erschaffen. Eine

echte Herausforderung“, erklärt

Matthias Gruber.

Das Alte

wertschätzen,

das Neue begrüßen.

Alexander Weins

Klinikhotelmanager

Im Oktober 2018 startete man

im ursprünglichen Wohnheim

des Zentrums für Integrierte Rehabilitation

(ZIR) einen Testlauf.

Mit Rezeption und Einzelzimmern.

Prof. Dr. Heiko Reichel,

Ärztlicher Direktor der Orthopädischen

Universitätsklinik am

RKU, hatte lange den Wunsch

gehegt, Patienten nach der Operation

ein Einzelzimmer anbieten

zu können. So wurden sukzessive

Patienten in die Räumlichkeiten

mit Einzelzimmern

verlegt. Das schaffte gleichzeitig

mehr Platz in den Akutstationen

für Patienten mit erhöhtem

Pflegebedarf.

„Wir mussten uns

aufeinander einspielen“

„Wir arbeiten alle an einem Ziel

RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber (l.) und Klinikhotelmanager Alexa

Die Patientenr

Interview Heute öffnet das einzigartige Klinikhotel seine

Anspruch auf höchstem Niveau. Ein Gespräch mit Gesc

Alexander Weins, von der Initialzündung bis zur Initiation

– das Wohl des Patienten – aber

wir mussten uns erst aufeinander

einspielen“, fasst Klinikhotelmanager

Alexander Weins die

Entwicklungen zusammen.

Rückblick 2016. „Durch die besondere

Struktur unserer Uniklinik

und der angeschlossenen

Rehabilitation als Alleinstellungsmerkmal

wollten wir, wenn

wir schon Einzelzimmer anbieten,

auch etwas Einzigartiges

schaffen“, erinnert sich Matthias

Gruber. „Ein Klinikhotel mit

Hotelfachkräften.“ Matthias

Gruber machte sich gemeinsam

mit Dr. Rainer Eckhardt auf, um

der gehobenen Hotellerie über

die Schulter zu blicken. „Wir hospitierten

im Taschenberg Palais

in Dresden. Wir erkannten: Die

Kultur im Krankenhaus ist signifikant

anders als im Hotel. Wenn

wir uns also bewusst ‚Klinikhotel‘

nennen wollten, dann würde

sich der gesamte Anspruch ändern.

Wir brauchten eine Person

aus der Hotellerie, die in der Lage

sein sollte, mit Leidenschaft an

die Strukturen heranzugehen

und mit Verständnis für den Prozessablauf

innerhalb unserer

Klinik.“ Dann trafen Gruber und

Dr. Eckhardt auf Alexander

Weins. Geprägt vom familiären

Gastronomie- und Hotelleriebe-


DIE VISION – DAS HEILBEHANDLUNGSHOTEL 9

nder Weins.

eise

Foto: Marc Hörger

Pforten. Das „Recover“ steht für Erholung und

häftsführer Matthias Gruber und Klinikhotelmanager

. Von Julia Haaga

trieb absolvierte Weins eine Eliteausbildung

mit Zusatzqualifikation

„Servicemanagement“ an

einem 5-Sterne-Superior-Hotel

in Dresden. Im Anschluss sammelte

er in München weitere Erfahrungen

im gehobenen Hotelsektor.

Weins zählt zu Deutschlands

Top-Hotelfachkräften und

ist auch privat ein leidenschaftlicher

Gastgeber.

„Im Kern den Patienten,

in der Betrachtung den Gast“

Seit 2018 koordiniert Alexander

Weins die Integration neuer

Strukturen und Mitarbeiter aus

der Hotellerie, sorgt für feste Abläufe

zwischen den neuen Hotelstandards

und den standardisierten

medizinischen Pflegeprozessen.

Die Herausforderung

erkennt der Klinikhotelmanager

schließlich darin, einen Raum zu

schaffen, der es dem Patienten

einerseits ermöglicht, weiter zu

genesen, sich zugleich aber

auch als Gast mit seinen individuellen

Wünschen willkommen

zu fühlen. Sein Patentrezept:

„Wir vom Hotelpersonal führen

uns immer wieder vor Augen,

wen wir vor uns haben – im Kern

den Patienten, in der Betrachtung

den Gast.“

Weins bringt frischen Wind in

den Klinikalltag. Sein Motto:

„Das Alte wertschätzen und das

Neue willkommen heißen. In der

Hotellerie findet man sich täglich

früh zusammen, zum gemeinsamen

Austausch. Das

machen wir hier im Klinikhotel

ähnlich.“ Es findet ein interdisziplinärer

Austausch zwischen

Ärzten, Pflegern und Hotelfachkräften

statt.

Die Rezeption ist

das Herzstück des Klinikhotels

Jeden Morgen trifft man sich

unter der Leitung von Dr. Rainer

Eckhardt. Nachdem die letzten

Patienten den geräumigen

Multifunktionsraum verlassen

haben, treffen um 8.00 Uhr alle

Parteien aufeinander. Ärzte,

Pfleger, Therapeuten, Krankengymnasten,

Masseure, Sportlehrer,

Ergotherapeuten und

Logopäden nehmen an dieser

Frühbesprechung teil. Alles, was

in den vergangenen 24 Stunden

passiert ist, wurde digital aufgezeichnet

und wird nun auf

Leinwand präsentiert. Welche

Patienten sind neu? Müssen

Therapien modifiziert werden?

Ist die Temperatur im Raum zu

warm? Empfindet der Patient

seinen Therapieplan als zu anstrengend?

Hier wird alles gesammelt

zur Sprache gebracht.

Im Anschluss strömen alle

Gruppierungen wieder auseinander,

um sich aufs Wesentliche

zu konzentrieren. Und zwar im

Kern: auf den Patienten und die

eigene Profession.

Das Herzstück des Klinikhotels

ist die große Rezeption – erste

Anlaufstelle für Patienten und

Gäste im Klinikhotel. Gleichzeitig

aber auch eine wichtige

Schnittstelle zwischen Pflege,

Arzt und Hotel. „Die Rezeption

bietet den Patienten Sicherheit

und eine lückenlose Versorgung

und ist 24 Stunden an 7 Tagen

besetzt“, erklärt Matthias Gruber.

Das gesamte Hotelprojekt wurde

aus eigenen Mitteln finanziert.

„Wir investieren viel mehr,

als wir müssten“, erklärt der

Geschäftsführer. Die RKU-Universitäts-

und Rehabilitationskliniken

Ulm wurden von Beginn

an als gemeinnützige GmbH

geführt. Heute teilen sich die

Sana Kliniken AG und das Universitätsklinikum

Ulm zu je 50

Die Idee ist ein

Stück weit

visionär.

Matthias Gruber

RKU-Geschäftsführer

Prozent die Trägerschaft im

RKU. „Ohne die sinnvolle Finanzpolitik

der vergangen Jahrzehnte

wäre es heute nicht möglich,

ein Projekt in dieser Größenordnung

zu stemmen. Jetzt sehen

wir, wie das, was wir uns erarbeitet

haben, auch wieder in die

Patientenversorgung zurückfließt.“

Wer sich nach der akuten Phase

direkt in den Rehabilitationsbereich

begibt, kann schneller in

den Alltag zurückkehren als ein

Patient, der nach dem Akutbereich

mehrere Wochen zuhause

abwartet, bis die Reha beginnt.

Fehlhaltungen können die

Folge sein. „Zudem besteht die

Gefahr, dass die Gelenke versteifen

oder die Muskulatur schwindet“,

sagt Prof. Dr. Heiko Reichel,

Ärztlicher Direktor der Orthopädischen

Universitätsklinik am

RKU.

„Langfristig betrachtet kostet ein

verspäteter Übergang in die Rehabilitation

den Krankenversicherungsträgern

mehr als ein lückenloser

Übergang zur Anschlussheilbehandlung

– etwa

ins Klinikhotel“, bringt es Matthias

Gruber auf den Punkt. „Damit

müsste ein direkter Übergang

zur geeigneten Rehabilitationsmaßnahme

durchaus im Sinne

des Gesundheitswesens sein.

Die Idee einer Fusion beider Bereiche

ist ein Stück weit visionär.“


10 AKADEMISIERUNG DER PFLEGEKRÄFTE

Gelebter

Fortschritt

im ZIR

Im Zentrum für Integrierte Rehabilitation

(ZIR) läuft die Patientenvisite

seit März komplett

papierfrei, nachdem zuletzt auch

die medizinisch-pflegerische

Verlaufsdokumentation digitalisiert

wurde. Weitere Vorteile sind

ein qualitativer Zugewinn im Informations-

und Kommunikationsmanagement,

effizientere

Prozessabläufe und die örtliche

Unabhängigkeit. „Eine enorme

Erleichterung“, hat Silvana Lamparska,

Bereichsleitung Orthopädie

und ZIR beobachtet. Auch

im ärztlichen Bereich stellt der

Digitalisierungsfortschritt eine

Erleichterung der administrativen

Tätigkeiten dar.

„Reha ist Teamarbeit“

„Gleichzeitig bedeutet die Digitalisierung

eine größere Unabhängigkeit

für unsere Rehabilitanden.

So haben diese beispielsweise

die Möglichkeit,

auch ausgewiesene Behandlungszimmerzeiten

anderer Reha-Bereiche

im ZIR wahrzunehmen.

Ferner können die individuellen

Bedarfe durch die örtliche

Unabhängigkeit schneller

bearbeitet werden. Die papiergestützte

Dokumentation hat uns

hier deutlich mehr gebunden

und Zeitressourcen gekostet.“

Dreimal pro Woche treffen im

ZIR Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte,

Arbeitstherapie und psychologischer

Dienst aufeinander,

um den aktuellen Stand der

Rehabilitanden, Neuaufnahmen,

aber auch spezifische Fragestellungen,

in einem interdisziplinären

Setting auszutauschen.

„Reha ist auch immer Teamarbeit“,

betont Ralf Schuck, Leiter

der Sporttherapie im ZIR. jmh

Digitaler Wandel im Pflegeteam.


Foto: RKU

Ralf Schuck (l.) mit der Sporttherapie und Silvana Lamparska (r.) mit der Pflege.

„Wir sichern unseren

Nachwuchs ab“

Interview Das Ziel von Magnetkrankenhäusern: Patienten und Mitarbeiter

magnetisch anzuziehen und zu binden. Von Julia Haaga

Magnetkrankenhäuser

nach amerikanischem

Vorbild haben

eine klare Strategie

für die Pflege, was Qualität, Führung,

Akademisierung, Innovation

und die professionelle Pflegepraxis

betrifft. Das Magnetkonzept

in Kürze bedeutet: akademisierte

und evidenzbasierte

Pflege, und das auf Augenhöhe.

Letztendlich geht es um ein

Streben im Team nach der bestmöglichen

Patientenversorgung.

Pflege auf Augenhöhe

„Die Pflege steht vor großen

Herausforderungen“, erklärt

RKU-Pflegedirektorin Helene

Maucher. Die Gesellschaft wird

in den kommenden Jahrzehnten

aufgrund des demographischen

Wandels stark altern. Gleichzeitig

steht dieser Wandel dem

Pflegekräftemangel gegenüber.

Vor diesem Hintergrund sei eine

Anpassung der Geschäftsstrategie,

der internen Strukturen

und Prozesse und auch die

Transformation der bestehenden

Systeme notwendig. „Die

Pflege muss nach einer klaren

Strategie weiterentwickelt werden.

Das bedeutet auch, dem

Pflegekräftemangel entgegenzuwirken

und den Nachwuchs

abzusichern“, erklärt Helene

Maucher.

Pflege mit Strategie

„Wir haben z.B. mehrere Standbeine,

um unseren Nachwuchs

zu sichern“, sagt Helene Maucher.

„Wir haben eine Gesundheits-

und Krankenpflegeschule

aufgebaut und bilden selbst

aus. Zudem haben wir ein Akademisierungsprogramm

mit der

Hochschule Neu-Ulm, der Dualen

Hochschule Baden-Württemberg

und weiteren Hochschulen.

Hier können sich unsere Mitarbeiter

im Bereich Gesundheitsund

Pflegemanagement weiterqualifizieren

und bekommen finanzielle

Unterstützung und

wissenschaftliche Unterstützung.

Zudem haben wir eine Kooperation

mit einer Pflegeschule

in Kroatien. Schüler können im

Foto: Hörger

Rahmen ihres Erasmus-Programmes

zu uns kommen und

sich nach ihrem Abschuss für

eine Tätigkeit im RKU entscheiden.“

Damit geht es zum nächsten

Etappenziel in Richtung

Magnetkrankenhaus mit einem

25-prozentigen Anteil akademisierter

Pflegekräfte.

Zur Person

Helene Maucher ist Pflegedirektorin

der RKU. Sie

absolvierte ein Studium zur

Diplompflegewirtin. 2006

schloss sie das Masterstudium

an der Philosophisch-Theologischen

Hochschule

Vallendar ab. 2018

wurde sie vom Bundesverband

Pflegemanagement als

Pflegemanagerin des Jahres

ausgezeichnet.


Das RKU lädt ein

RAHMENPROGRAMM 11

Rahmenprogramm Am 27. Juli lädt das neue Recover-Klinikhotel zum Tag der offenen Tür. Ab

10 Uhr steht das Recover-Team bereit. Dabei darf der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen!

Wer sich das neue Gebäude,

die Zimmer,

und auch die Kunst

im neuen „Recover

ausgiebig angesehen hat,

braucht bestimmt eine Stärkung.

Deshalb hat das RKU zur

Eröffnung Partner eingeladen,

mit denen es beim Recover zusammenarbeitet.

Kinder können ein Insektenhotel basteln.

Foto: SVH

Bier und Gutes von hier

So wird zum Beispiel das Hotel

Klingenstein aus Blaustein sein

Bierangebot vorstellen. Da darf

dann auch gerne proBiert werden

... Auch der Regio-Laden

„Gutes von hier“ baut einen

Stand auf und lädt zur Verkostung,

zum Beispiel der „Rosebottle“-Essenzen

oder der pfiffigen

Münsterpasta ein. Das

Traditionsunternehmen Seeberger

zeigt sein Kaffee- und Teesortiment

sowie seine leckeren

Snacks, welche künftig auch in

der Minibar des Recover zu finden

sein werden. Bei den Mitmachangeboten

dreht sich natürlich

alles um das Thema Gesundheit.

Die Abteilung Sporttherapie

des RKU stellt in der

Sporthalle verschiedene Fitnessübungen

vor. Das Team,

das sich um Querschnittsgelähmte

kümmert, lädt zum Rolliparcours

ein. Die Abteilung

Neurologie zeigt, was passiert,

wenn das Gehirn geschädigt

wird – ein Altersanzug und ein

Tremorhandschuh zeigen, wie

sich Handicaps anfühlen. Die

Orthopädie hat extra für die Einweihung

eine Gummibärchenwurfmaschine

bauen lassen. Bei

den Flugübungen kommen nicht

zuletzt die Kids voll auf ihre Kosten.

Die können übrigens auch

eine Kletterwand erklimmen, auf

der Hüpfburg toben und sich

schminken lassen. Wer will,

kann sich von Physiotherapeuten

mit einer mechanischen

Lymphdrainage behandeln lassen.

Stargast am neuen Recover

ist Leichtathletin Alina Reh,

die eine Autogrammstunde geben

wird. Musikalisch wird der

Liedermacher Walter Spira die

Gäste unterhalten – nach dem

Motto: „Mitsingen strengstens

erlaubt!“

ka

Der Weg zum Recover

SAMSTAG

27.07.19

AB 10 UHR

Oberer Eselsberg

Bundeswehrkrankenhaus

Festzelt

Klinikhotel

Universitätsklinik Ulm


12 HINTER DEN KULISSEN

„Wir sind immer für unsere Gäste da“

Hinter den Kulissen Willkommen im Recover, dem einzigartigen Klinikhotel mit

Vier-Sterne-Charakter. Teamwork zum Wohle des Patienten wird hier großgeschrieben.

Wir sind nah

am Menschen

dran.

Laura Agena

Rezeption „Recover

Hotelmanager Alexander Weins

ist stolz auf seine „bunte Truppe“.

„Unterschiedliche Professionen,

Sprachen und Sozialkompetenzen

machen unsere Teamstärke

aus. Wir sind 24 Stunden

und sieben Tage die Woche für

unsere Gäste da“, erklärt der Hotelmanager.

Das Team spielt sich

gegenseitig die Bälle zu

Zum nahtlosen Informationsfluss

arbeitet das Team mit

digitalisierten Checklisten. „So

haben wir unsere Gäste immer

im Fokus und können auf Wünsche

jederzeit eingehen.“ Petra

Huber, stellvertretende Hotelmanagerin,

erzählt: „Beim

Powerbriefing gibt es komprimierte

Updates in fünf Minuten.

Ein Ball macht die Runde. Wer

den Ball fängt, nennt einen Aspekt.“

Ihr Patentrezept, wenn es

wichtig ist und schnell gehen

soll. Ein Erfahrungsschatz aus

der Großgastronomie. „Unsere

Gäste bringen eine Geschichte

mit. Wir hören zu . Denn der Patient

als Gast steht bei uns im

absoluten Mittelpunkt.“ jmh

Das

Zusammenspiel

funktioniert.

Marc Siegel

Rezeption „Recover

Den Patienten

zum Lachen

bringen.

Elmina Alisphaic

Rezeption „Recover

Ein Team, gebündelte Stärke: Petra Huber (l.) und Alexander Weins (r.) mit dem „Recover“-Team.

Foto: Marc Hörger


HINTER DEN KULISSEN 13

Die Bienenkönigin vom RKU

Frühstückshonig Im Patientenhotel des RKU gibt

es bald eine besondere Spezialität: hauseigenen

Honig vom Hoteldach. Von Petra Starzmann

Sabrina Erz hat zwei Herzensangelegenheiten:

Die studierte Sozial- und

Gesundheitsmanagerin

ist im RKU Prozessmanagerin,

seit ein paar Wochen geht sie

hier zudem ihrer Freizeitbeschäftigung

nach, der Imkerei.

„Ich bin froh, dass ich hier Hobby

und Beruf kombinieren kann“,

sagt Erz. Rasch wechselt sie die

Bürokleidung gegen den Schutzanzug,

um nach den Bienen auf

dem Dach des Klinikhotels zu

schauen. „Zwei Völker habe ich

hierher gebracht. Davon bekommen

wir fürs nächste Jahr rund

30 bis 40 Kilo Honig für die Patienten.

20 Waben sind für die

Brut und das Wachstum der Bienen,

zehn Waben für den Honig“,

schildert die Imkerin.

Insektenkunde

bei der

Eröffnung

Die Bienen auf dem

Dach bekommen bei der

Eröffnung des „Recover

eine Hauptrolle. Denn Imker

Emil Schiele wird um

10.30 Uhr unter dem Motto

„Die Bienenkönigin“ Interessantes

und Wissenswertes

über die Insekten

beisteuern.

Kinder können sich aktiv

am Naturschutz beteiligen,

indem sie im Multifunktionsraum

des Klinikhotels

ein Insektenhotel

bauen.

Einmal im Jahr wird geschleudert

„Frühtracht“ werden die Patienten

zum Frühstück genießen

können, das ist der erste Honig

im Jahr, den die Bienen produzieren.

„Ich schleudere nur einmal

im Jahr ab. Was danach

gesammelt wird, bleibt den Bienen

als Nahrung für den Winter.

Das verstehe ich unter Nachhaltigkeit

– bekanntlich haben

100 Imker 100 verschiedene

Meinungen“, bemerkt sie. Sie

selbst ist über ihren Opa auf die

Imkerei gekommen: „Ich bin

froh, dass er an mich die Leidenschaft

weitergegeben hat.“

14 Bienenstöcke hat sie vor

acht Jahren vom Großvater

übernommen. „Von ihm habe

ich viele Tipps und Tricks. Zusätzlich

habe ich ein Jahr lang

einen Lehrgang beim Ulmer Imkerverein

gemacht. Da bin ich

auch Mitglied.“ Die eigenen Bienenstöcke

betreut die 35-jährige

Imkerin immer noch parallel

zu denen auf dem Hoteldach.

Über letztere freut sich nicht zuletzt

Hotelleiter Alexander

Weins. Nachdem er von Erz‘

Hobby gehört hatte, kam ihm die

Idee, hier auf dem Flachdach eigenen

Honig zu produzieren.

„Bezüglich Bienensterben und

Nachhaltigkeit kam er auf mich

zu, ob ich Lust hätte“, blickt Erz

auf das Bienenprojekt. Auch die

Geschäftsführung unterstützt

das Bienenprojekt, schließlich

gehört die Nachhaltigkeit zum

Leitbild des Unternehmens und

die Umwelt geht alle an. Eine

gute Sache also für Patienten,

Umwelt und für die Bienen

selbst, wie Imkerin Erz unterstreicht:

„Die Umgebung hier ist

genial. Der Botanische Garten

ist in der Nähe, ebenso Wald,

Bäume wie Linden und Akazien.

Es gibt Raps- und Sonnenblumenfelder

sowie den

Teich hinter dem Haus.“ Hoch

oben über der sechsten Etage

findet Erz Ruhe und Entspannung:

„Das ist das, was man

zum Imkern braucht, sonst werden

die Bienen nervös. Insgesamt

ist das ein schöner Gegenpol

zu meiner täglichen Arbeit.“


14 DAS ZENTRUM FÜR INTEGRIERTE REHABILITATION

Fitness und Wohlfühlen

Therapie im Bewegungsbad,

eine Sauna,

Therapieanwendungen

mithilfe von Gymnastikbällen

und Krafttraining

im Fitnessraum im

Zentrum für Integrierte

Rehabilitation (ZIR).

Fotos: Marc Hörger


HEREINSPAZIERT 15

In der Erholung

liegt die Kunst

Interieur Willkommen im neuen „Recover“.

Das einzigartige Klinikhotel ist ein Ort für Ruhe

und Erholung. Zeit für eine künstlerische

Schaffenspause.

Verschiedene Künstler

haben ihrer Inspiration

freien Lauf gelassen.

Das Resultat: individuelle

Unikate verschiedener

künstlerischer Strömungen. Die

Berliner Malerin und Dozentin

Ursula Strozynski ist stolz auf

ihre Collage „Südlicher Strand“,

die sie eigens für das einzigartige

Klinikhotel geschaffen hat.

Ein weiteres Kunstexemplar

stammt von der Magdeburger

Malerin Conny Niehoff. Ihre

Bilder zeigen Erlebtes und Gesehenes,

lassen jedoch genügend

Raum für Eigeninterpretation.

Die Allgäuer Malerin Petra

Klos setzt auf Energie, Farbempfinden

und Enthusiasmus.

„Viele meiner Arbeiten sind ein

Ausschnitt eines größeren Ganzen.“

51 Zimmer, indviduell gestaltet

Der Künstler Kilian Lipp blickt auf

zahlreiche Ausstellungen und

Auszeichnungen zurück. Seine

Inspiration holt sich der gebürtige

Allgäuer in seinen Ateliers in

Bad Hindelang und in der Toskana.

Hier kann man den Tag luxuriös

und kunstvoll ausklingen

lassen.

Anlaufstelle und Herzstück

Einzelzimmer und Deluxe-Zimmer (23 bis 48 qm, alle

barrierefrei eingerichtet). In den Deluxe-Zimmern steht den

Rehabilitanden ein zusätzlicher Wohnbereich mit Küche zur

Verfügung. Foto: Marc Hörger

Künstlerischer Anspruch

Die Rezeption des „Recover“ schafft Raum für interdisziplinären

Austausch. Hier noch erkennbar in der Bauphase, nach der

Eröffnung stehen hinter der Rezeption 24 Stunden am Tag

freundliche und kompetente Mitarbeiter. Foto: Marc Hörger

Handgemalte Unikate namhafter Künstler hängen in jedem

der 51 Zimmer. Hier: Das Motiv „Südlicher Strand“ der Berliner

Künstlerin Ursula Strozynski. Foto: Richard Strozynski


HERZLICHE EINLADUNG

ZUM TAG DER OFFENEN TÜR

Programmübersicht:

Auf der Showbühne:

10.30 Uhr

Die Bienenkönigin

mit Emil Schiele, Imker

12.00 Uhr

Der Schneider von Ulm plaudert

aus seinem „Nähkästchen“

mit Jörg Zenker, Gästeführer

Im Therapiebereich u.a.:

• Stündliche Führungen im Klinikhotel

und durch den Therapiebereich des ZIR

• Rohlstuhlbasketball

mit den Ulmer Sabres

• Alterssimulationsanzug

• Fahrsimulator

• Ultraschall

• Arthroskopieturm und

Laien-Reanimation

SAMSTAG

27.07.19

AB 10 UHR

14.00 Uhr

Autogrammstunde

mit Alina Reh, Leichtathletin,

U-23-Europameisterin über 10 km

15.00 Uhr

Mitsingen strengstens erlaubt

mit Walter Spira, Liedermacher

Für Leib & Seele:

• Chili con Carne

• Sandwiches

• Smoothies

Sonstiges:

• Golfclub Reischenhof/Wain

„Test-Golfspiel“

• Kinderzelt

• Hüpfburg

• Insektenhotel

kostenlose Parkplätze

RKU Recover Klinikhotel

Oberer Eselsberg 45

89081 Ulm

www.rku.de

Anfahrt mit den ÖPNV:

Straßenbahnlinie 2 (Science Park II)

Buslinie 5 (Wissenschaftsstadt)

Haltestelle: Kliniken Wissenschaftsstadt

samstags kostenloser ÖPNV in Ulm bis Dezember 2019

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