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DER MITTELSTAND. 4 | 2019

KULTUR

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Freddie Mercury, wie wir ihn kennen .

World“ in jener unsterblichen Szene, in der

er mit Freunden eine skurrile Headbang-Einlage

im Auto zu eben „Bohemian Rhapsody“

zelebriert – ein musikalischer Slapstick, der

nicht unerheblich zur Zementierung des Mythos

Queen beitrug.

Die Band als Filmproduzent

Queen, das waren neben Freddie Mercury

Gitarrist Brian May, Schlagzeuger Roger

BOHEMIAN RHAPSODY

Biographie, USA/GB 2018, FSK 12

Regie Bryan Singer

Drehbuch Anthony McCarten

Taylor und Bassist John Deacon. Dass May

und Taylor den Film produzierten, mag die

freundliche Diskretion, die Zurückgenommenheit

des Films erklären. Mercurys Homosexualität

wird dezent und mit der Pflichtschuldigkeit

des Chronisten erzählt, seine

Aidserkrankung als eine Art Motivationsrampe

für die Wiedervereinigung der Band für

Live Aid – krank indes sieht man den schönen

Rami Malek nie. Es scheint, als wollten

die Queen-Veteranen mit einigen Missverständnissen

über die Bandhistorie aufräumen;

vielleicht auch sich selbst in besseres

Licht rücken. Ray Foster dagegen, der

„A Night at the Opera“ so unbedacht ausschlägt?

Ein Treppenwitz der Musikgeschichte.

Mercurys Trennung von Queen, um

eine Solokarriere zu starten? Wäre er mal bei

der – wie die Band sich gerne nennt – Familie

geblieben.

Doch wer weiß schon, wie es wirklich war?

Als solides Biopic hat „Bohemian Rhapsody“

indes großen Unterhaltungswert: Musikalisch

liebevoll in Szene gesetzt mit erheblicher

Detailtreue zur Ikonographie der 1970er

und 80er ist der Film eine respektvolle Hommage

an eine der größten Rockbands der

Geschichte – mit zeitlos guter Musik.

Foto: © 2018 Twentieth Century Fox

Mit Rami Malek, Lucy Boynton, Gwilym

Lee, Ben Hardy, Joseph Mazzello u. a.

Erhältlich als Blu-ray und DVD und VoD

Bernd Ratmeyer

Journalist

mittelstand@

bvmw.de

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