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DER MITTELSTAND. 4 | 2019

DEUTSCHLAND

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Gut zu wissen

Straßenbenutzungsgebühren in Europa

n In der EU gibt es in neun Ländern eine streckenbezogene Maut: In

Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien,

Polen, Portugal und Spanien müssen Autofahrer eine Gebühr entsprechend

der zurückgelegten Kilometer zahlen

n Einige Länder verlangen zusätzlich eine Sondermaut für Brücken,

Tunnel und Pässe – etwa Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich,

Dänemark und Schweden

n In acht weiteren Ländern benötigen Autofahrer sowohl für Fahrten

auf Autobahnen als auch auf Schnellstraßen eine Vignette:

in Bulgarien, Österreich, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei,

Slowenien, Tschechien und Ungarn

des Ausmaß angenommen. Daran hat sich bis heute wenig geändert,

im Gegenteil: Der überbordende Schwerlastverkehr zerstört

zunehmend sämtliche Grundlagen der deutschen Straßenverkehrsinfrastruktur

und sorgt Tag für Tag für Tausende Kilometer Staus

und schlimmste Unfälle. Marode Brücken, verschlissene Fahrbahndecken

oder Schilder, die man bei Dunkelheit nicht lesen kann, gehören

zum Alltag auf deutschen Fernstraßen.

„Die Unternehmen in Deutschland werden in zunehmendem Ausmaß

durch Infrastrukturmängel in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt“,

stellt das Institut der deutschen Wirtschaft in seinem Bericht „Infrastrukturmängel

in Deutschland“ fest.

Da die personellen Ressourcen der öffentlichen Hand viel zu knapp

sind, um die Vielzahl der längst überfälligen und künftigen Autobahn-

und Bundesstraßenmaßnahmen möglichst schnell umzusetzen,

folgt das Bundesverkehrsministerium immer häufiger der Empfehlung

der Pällmann-Kommission, die öffentlichen Aufgaben privatrechtlich

organisierten Finanzierungs- und Betreibergesellschaften

zu übertragen. Dafür erhalten die Partner vom Bund einen Teil der

Lkw-Maut und verdienen so ihr Geld.

Auch dieses Modell spricht nach Meinung von Verkehrsplanern für

die Einführung einer generellen Autobahnmaut. So ist es kein Wunder,

dass auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) einen

neuen Anlauf für eine Pkw-Maut nicht ausschließt. Für den Minister

hätte sie noch einen ganz persönlichen Vorteil: Die 54 Millionen

Euro, die sein Haus bereits in die Vorbereitung der vom EuGH verworfenen

Maut investiert hat, wären unter Umständen nicht ganz in den

Sand gesetzt.

Gernot Zielonka

Chefredakteur

DMM

www.dmm.travel

Weltkarte der Pkw-Autobahnmaut n Keine Pkw-Autobahnmaut n Sondermautstrecken n Vignettenpflicht n Streckenmaut

n Vignettenpflicht und Sondermautstrecken n Keine Angaben

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