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DER MITTELSTAND. 4 | 2019

SCHWERPUNKT

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Foto: © Jesco Denzel

Der Bund investiert in eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Die

Länder sind für die Qualifizierung der Lehrkräfte und die Entwicklung

und den Einsatz zeitgemäßer pädagogischer Konzepte zuständig.

Die Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist für mich

einer der wichtigsten Ansatzpunkte, um digitale Bildung in die Schule

zu bringen. Hier haben wir noch eine große Aufgabe vor uns.

Neue Bildungskonzepte notwendig

Digitale Bildung bedeutet aber nicht bloß, neue Technologien bedienen

zu lernen. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler umfassende

Kompetenzen zu vermitteln und sie gut auf das Leben vorzubereiten.

Wer in der digitalen Welt bestehen will, muss vor allem neugierig

und kreativ sein. Daher müssen moderne Bildungskonzepte sich verstärkt

darauf ausrichten, Schlüsselkompetenzen wie konzeptionelles

und kritisches Denken, Kreativität sowie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit

zu vermitteln. Um Kindern den Zugang in die digitale

Welt zu erleichtern, gehört für mich auch dazu, dass Kinder am

besten schon in der Grundschule ein Verständnis von Technik und

Logik des Programmierens entwickeln. Programmieren muss daher

Pflichtfach in unseren Schulen werden.

Reflektiver Umgang mit Digitalmedien muss erlernt werden

Auch Medienerziehung muss in der Schule eine viel größere Rolle

spielen. Auch hier brauchen wir zeitgemäße Konzepte zur Vermittlung

eines reflektierten Umgangs mit digitalen Medien und eine

fundierte Diskussion über die Chancen und Risiken. Das sind übrigens

Themen, für die sich Schülerinnen und Schüler sehr interessieren.

Die Gestaltung unseres Bildungssystems gehört zu den zentralen

Handlungsfeldern. Wir müssen jedem in unserem Land die Chance

geben, an den Entwicklungen durch die digitale Transformation teilzuhaben.

Das heißt für mich ganz konkret, dass wir niemanden zurücklassen

dürfen. Dies gilt für Schule, Berufsausbildung, Studium

und Weiterbildung gleichermaßen. Digitale Bildung gehört in die Mitte

der gesellschaftlichen Diskussion.

Veränderungen werden immer schneller

Wir befinden uns durch die digitale Transformation mitten in einer

großen gesellschaftlichen Umgestaltung. Die Art und Weise, wie wir

leben, wird sich noch viel rascher verändern, als wir es bisher kennen.

Wir bilden unsere Kinder derzeit für einen Arbeitsmarkt aus, von dem

wir heute noch gar nicht wissen, wie er aussehen

wird. Viele Berufe werden ihr Erscheinungsbild

verändern, und es werden auch

ganz neue Berufe entstehen. Diese Entwicklung

sollte uns aber nicht bange machen,

sondern vielmehr anspornen, kreativ und

mutig unsere Zukunft zu gestalten. Ziel ist,

dass wir die Technik beherrschen und nicht

umgekehrt. Dafür brauchen wir flächendeckende

digitale Bildung über alle Altersstufen

und Bildungsformen hinweg.

Dorothee Bär

Staatsministerin

für Digitalisierung

https://bvmw.info/

dorothee-baer

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