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40 SCHWERPUNKT

DER MITTELSTAND. 4 | 2019

Mehr Fördermittel

für die Weiterbildung

Digitale Kompetenzen sind in den letzten Jahren zum entscheidenden Erfolgsfaktor

für Unternehmen und ihre Beschäftigten geworden. Weiterbildung und Qualifikation

sind die wesentlichen Instrumente, um in der Arbeitswelt zu bestehen.

Im Gespräch mit dem Mittelstand BVMW bestätigt auch Bundesarbeitsminister

Hubertus Heil: „Die Herausforderung von Qualifizierung

und Weiterbildung in der digitalen Transformation ist die

Schicksalsfrage unserer Volkswirtschaft.“ Mit dem Qualifizierungschancengesetz,

das Anfang des Jahres beschlossen wurde, möchte

die Bundesregierung diese Aufgabe angehen.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Mit dem am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz

wurden die bestehenden Fördermöglichkeiten der Bundesagentur

für Arbeit ausgebaut. Vorrangig bleiben die Unternehmen

und Beschäftigten für die Weiterqualifizierung selbst verantwortlich.

Allerdings kann nun die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der Kosten

der Weiterbildung der Beschäftigten übernehmen. Das neue Gesetz

spricht all diejenigen Arbeitnehmer an, deren Tätigkeiten durch

neue Technologien bedroht werden oder die in sonstiger Weise vom

Strukturwandel betroffen sind. Ihnen wird eine Anpassung oder Weiterentwicklung

der beruflichen Kompetenzen ermöglicht. Ein Praxisbeispiel

wäre eine Kfz-Mechanikerin, die lernt, wie man Elektroautos

repariert oder ein Dachdecker, der den Umgang mit Drohnen

trainiert.

Wie viel Zuschuss erhalten Arbeitgeber?

Die Kostenbeteiligung der Arbeitgeber richtet sich nach der Betriebsgröße

– kleine und mittlere Unternehmen müssen sich geringer

beteiligen als größere Betriebe. Weiterbildungskosten für Beschäftigte

in Kleinstunternehmen können bis zu 100 Prozent von der Agentur

für Arbeit gefördert werden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen

sind bis zu 50 Prozent Zuschuss möglich. Neben den Kosten

für die Weiterbildung gibt es zusätzlich Lohnkostenzuschüsse,

wenn die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer während der Weiterbildung

bei voller Gehaltsfortzahlung freistellen. Zusätzlich können Lehrgangskosten,

Kosten für die Eignungsfeststellung, Fahrtgeld, sowie

Ausgaben für Unterbringung, Verpflegung und Kinderbetreuung

übernommen werden.

Unternehmensgröße

< 10

Mitarbeiter

10 – 249

Mitarbeiter

250 – 2500

Mitarbeiter

> 2500

Mitarbeiter

Thomas Hey

Partner bei Bird & Bird LLP, FAArbR

www.twobirds.com

Kostenübernahme

für Weiterbildung

100 % 75 %

50 % 50 %

25 % 25 %

15 % * 25 %

Übernahme von

Lohnfortzahlungen

*Besteht ein Tarifvertrag oder eine betriebliche Vereinbarung zur beruflichen

Weiterbildung, kann der Zuschuss auf 20 % steigen.

Kriterien für Förderung der Weiterbildung

Für die Förderung sind Arbeitnehmer vorgesehen, bei denen die Berufsausbildung

mindestens vier Jahre und die letzte Weiterbildung

ebenfalls mindestens vier Jahre zurückliegen. Weiterbildungen, in

denen Fähigkeiten für die aktuelle Position des Arbeitnehmers vermittelt

werden, können nicht gefördert werden. Kenntnisse, die in

dem Weiterbildungsangebot vermittelt werden, müssen über ausschließlich

arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildungen

hinausgehen. Zudem muss die Weiterbildung von einem

dafür zugelassenen externen Bildungsträger oder im Unternehmen

selbst durch einen externen Dienstleister durchgeführt werden. Sie

muss mehr als 160 Stunden (vier Wochen) dauern.

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