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DER MITTELSTAND. 4 | 2019

Automobilindustrie im

Umbruch

Ob Familienunternehmen oder Weltkonzern, Chiphersteller oder Stahlverarbeiter – die Zulieferunternehmen

der Automobilindustrie sind ein besonders wichtiger Baustein für den Erfolg des

Industriestandortes Deutschland.

Gut 313.000 Beschäftigte im Inland – das ist mehr als jeder

dritte Beschäftigte – unterstreichen die zentrale Rolle der Zulieferer

für die deutsche Automobilindustrie. Ihr Anteil an der

Wertschöpfung eines Autos ist mit über 75 Prozent sogar noch wesentlich

höher. Der größte Teil der Zulieferer besteht aus kleinen und

mittleren Unternehmen, oftmals familiengeführt.

Strukturwandel stellt KMU vor große Herausforderungen

Durch die Transformation der Automobilindustrie stehen allerdings

viele kleine und mittlere Unternehmen vor großen Herausforderungen.

Es gilt, den Wandel selbst zu gestalten, den alternative Antriebe,

Digitalisierung, Vernetzung und neue Mobilitätsdienstleistungen

mit sich bringen. Die Unternehmen sind gefordert, das bisherige eigene

Produktportfolio zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Neues

Know-how und veränderte Fertigungsstrukturen sind gefragt.

Die automobile Wertschöpfungskette ändert sich, Innovationszyklen

werden kürzer, Produktvielfalt und Kostendruck nehmen zu.

40 Prozent aller Patentanmeldungen

in Deutschland entfallen auf die Automobilindustrie.

Auch im internationalen Vergleich zeigt sich die Stärke der deutschen

Automobilzulieferer. So sind unter den Top 100 Automobilzulieferern

weltweit 18 deutsche Unternehmen. Diese Quote wird lediglich in Japan

und den USA überschritten. Der Anteil der deutschen Automobilzulieferer

am Gesamtumsatz der Top 100 beträgt sogar ein Viertel.

Das ist Platz zwei, direkt hinter Japan.

Erfreulich: Die Zulieferunternehmen gehen diese Herausforderungen

aktiv an. So zeigt sich die hohe Innovationskraft der kleinen und

mittleren Unternehmen der deutschen Automobilindustrie bei den

Patentanmeldungen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen

Wirtschaft (IW) entfallen 40 Prozent aller Patentanmeldungen in

Deutschland auf die Automobilindustrie. Zwei Drittel davon wurden

von Zulieferunternehmen angemeldet.

Auch im internationalen Vergleich sind die deutschen Automobilzulieferer

bei den Investitionen in die Zukunft stark aufgestellt. In den

Jahren 2015 bis 2017 haben die deutschen Zulieferer durchschnittlich

5,7 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

Das ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich und zeigt:

Kleine und mittlere Unternehmen investieren massiv in die Zukunft

und tragen entscheidend zur Transformation der Automobilindustrie

bei.

Foto: ©phonlamaiphoto von www.fotolia.com

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