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DER MITTELSTAND. 4 | 2019

BVMW

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Der heiße Draht zu Kabelbäumen

Dort, wo Kabelstränge im Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau sowie in der Medizintechnik

verbaut werden, steckt oft die EMES Kabelbaum Konfektions GmbH aus dem sächsischen

Amtsberg dahinter.

EMES – was für Entwicklung, Musterbau,

Einzelfertigung, Serienfertigung

steht – liefert zu 80 Prozent an Kunden

aus Sachsen, 15 Prozent der Kundschaft

kommen aus anderen Teilen Deutschlands,

und der Rest ist im Ausland zu finden. Als

vor 18 Jahren die heute 42-jährige Mandy

Haase das Unternehmen von ihren Eltern

übernahm, war die Ausgangslage alles andere

als gut. Der Betrieb hatte Insolvenz angemeldet,

dennoch wagte die gelernte Industriekauffrau

mit acht Mitarbeitern den

Neustart. „Damals waren der Motorradbau

Zschopau (MZ) und Simson in Suhl meine

einzigen Kunden. Von denen habe ich jede

Pleite mitgenommen – 2005 Simson, die

Jahre danach der schleichende Tod von MZ.

Dadurch sind mir rund 100.000 Euro verlorengegangen“,

resümiert Haase.

Die größte Anstrengung war es, einen eigenen

Kundenstamm aufzubauen, denn ursprünglich

war die Insolvenz 2001 durch

den Rückzug des Automotive-Zulieferers

„Delphi“ ausgelöst worden, der seine Aufträge

nach Osteuropa gegeben hatte, weil er

dort günstiger produzieren konnte.

Schnellere Bedienung der Kunden

Emes kauft Kabel in Kilometerware ein. Diese wird dann auf Kabelgröße

abgelenkt, wie es im Fachdeutsch heißt, und auf Kundenwunsch

mit Steckverbindungen konfektioniert. „Die größten Herausforderungen

am Markt sind die Zeitschienen, denn die Kunden

wollen immer schneller bedient werden“, so Haase.

Der Standort des Unternehmens in der kleinen Gemeinde Amtsberg

im Erzgebirgskreis hat sich bis heute bewährt. Hier, wo etwas mehr

als 3.700 Einwohner leben, ist der mittelständische Kabelkonfektionierer

ein verlässlicher Arbeitgeber. „Wir haben kein Fachkräftepro-

Geschäftsführerin Mandy Haase (Mitte) an einem

Arbeitsplatz für die Kabelkonfektionierung.

blem, da wir so strukturiert sind, dass wir jeden Mitarbeiter für das

Konfektionieren der Kabel und Leitungen anlernen können. Das ist

ein Vorteil bei der Fachkräftediskussion“, erklärt Haase, die zufrieden

in die Auftragsbücher schaut: „Da wir branchenmäßig breit aufgestellt

sind, können wir gelegentliche Marktschwächen mancher Kunden

gut kompensieren.“ Um diese Wettbewerbsfähigkeit weiter zu

stärken, hat Haase in den letzten vier Jahren rund 50.000 Euro in die

Digitalisierung von Belegmanagement und Warenwirtschaftssystem

investiert. Die Umsätze steigen und die Chancen stehen gut, dass es

im laufenden Geschäftsjahr fast drei Millionen Euro werden.

EMES Kabelbaum Konfektions GmbH

Foto: © EMES GmbH

Gründung: 2001

Firmensitz: Amtsberg (Sachsen)

Geschäftsführerin: Mandy Haase

Mitarbeiter: 30

BVMW-Mitglied

www.emes-kabelkonfektion.de

Uta Georgi

BVMW Pressesprecherin Sachsen

uta.georgi@bvmw.de

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