Meine Kita 02/18

avr.online.gmbh54718

Meine

02

18

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

MAI / JUNI / JULI 2018 22034 D 2,40 € / AT 2,70 € / CH 4,70 CHF

Alle

zusammen!

Demokratie in

der Kita

AUS DER PRAXIS

Bilderbuch-Apps

sinnvoll nutzen

BILDUNG

Von anderen

Kitas lernen

RATGEBER

Schlafbedürfnissen

gerecht werden

fruehe-bildung.online


| MAXIMALE SICHERHEIT

| KINDGERECHTE KONZEPTE

| KOMPLETTE RAUMLÖSUNG

| VOR-ORT-SERVICE


EDITORIAL

KINDER HABEN BESONDERE RECHTE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Für Kinder gilt genauso wie für Erwachsene

das Grundgesetz. Allerdings benötigen

sie einen ganz besonderen, auf

sie zugeschnittenen Schutz, der sich

von den Rechten Erwachsener abhebt.

Die Kinderrechtskonvention hat diese

Rechte zusammengefasst, darunter

Partizipation, Schutz vor Gewalt und

Misshandlung, Nicht-Diskriminierung oder das Recht auf

Gesundheit.

Förder- und Beteiligungsrechte der Kinder im Kita-Alltag zu

verankern? Wie erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Rechte

unabhängig von den Erwachsenen geltend machen zu dürfen?

Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen das Titelthema

dieser Ausgabe von Meine Kita.

Erfahren Sie mehr,

herzlichst, Ihr

Die Gesellschaft und besonders die pädagogischen Fachkräfte

tragen dafür Verantwortung, dass diese Rechte der

Kinder gewahrt und gelebt werden. Was heißt es, die Schutz-,

Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur

NACHRUF

Fotos: © Frank Roesner

Der Didacta Verband trauert um Bernd

Kortemeyer. Der Ehrenpräsident des

Verbandes verstarb am 19. Februar

2018 im Alter von 77 Jahren.

Fünf Jahrzehnte lang hatte sich Bernd

Kortemeyer ehrenamtlich in den Dienst

des Didacta Verbandes gestellt. Er hat

die Geschichte des Verbandes und der

Bildungsmesse didacta prägend mitgestaltet.

Seit Beginn der 1970er-Jahre

bekleidete Bernd Kortemeyer wichtige

Positionen in Verbandsausschüssen

und im Vorstand. 1978 wurde er

Schriftführer, später übernahm er

das Amt des Schatzmeisters und Vizepräsidenten.

1988 wählte ihn die

Mitgliederversammlung in Cuxhaven

an die Spitze des Didacta Verbandes.

Bis 1993 war er Präsident. Als Mitglied

Bernd Kortemeyer (†),

Didacta Ehrenpräsident

des Messeausschusses nahm er bis

zuletzt regelmäßig an den Sitzungen

des Vorstandes teil.

„Vieles spricht dafür, eine gute Sache

ordentlich und richtig zu machen“,

sagte Bernd Kortemeyer in seiner

Abschiedsrede als Didacta Präsident

1993. Sich für die gute Sache

Bildung stark zu machen, war stets

seine Maxime.

Wassilios E. Fthenakis, Präsident des

Didacta Verbandes: „Wir verlieren in

Bernd Kortemeyer einen guten Freund

und einen kompetenten Berater, der

sich stets für die Belange des Verbandes

und für eine bessere Bildungsqualität

eingesetzt hat. Mit seiner großen

Erfahrung und Expertise hat er die

Arbeit des Vorstandes begleitet und

bereichert. Seine ausgleichende Art

und seine zukunftsweisenden Gedanken

werden uns fehlen. Der Verband

ist ihm zutiefst dankbar für all das, was

er in den vielen Jahren geleistet hat.“


2 | INHALT

Inhalt

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

Titelthema

Kinderrechte

5 „Kinderrechte gehören ins Grundgesetz“

Interview mit dem Meine Kita Experten

Jörg Maywald

10 Rote Punkte

Kinderrechte im Alltag umsetzen

Kinder in der

Kita beteiligen,

ab Seite

5

12 „Ich bin doch nicht dein Neger“

Demokratieerziehung in der Kita

Bildung

16 Schon gewusst?

Wissenswertes in Kürze

18 Mehr als Spielen

Die Meine Kita Buchbesprechung

Umgang mit

aggressiven

Kindern, ab Seite

28

20 „Es geht nicht um die perfekte Kita

Was die Finalisten des Deutschen

Kita-Preis auszeichnet

Aus der Praxis für die Praxis

24 Wischen mit Fiete, Milli und Anna

Apps für die frühe Bildung

28 „Ich hätte da mal was …“

Was tun bei aggressiven Kindern?

Ratgeber

32 Schon gewusst?

Wissenswertes in Kürze

Wie viel Schlaf

Kinder brauchen,

ab Seite

34

34 Schlaf Kindlein, Schlaf

Schlafbedürfnissen von Kindern

gerecht werden

38 Nichts ist umsonst

Rechtliches zur Musiknutzung


www.fruehe-bildung.online | 3

Mein Beruf

42 Fundstücke

Rückblick auf die didacta Bildungsmesse

46 Stellenmarkt

Job-Angebote und Gesuche

Trends bei

Außenspielanlagen

auf der didacta

Messe, ab Seite

42

48 Veranstaltungstipps 2018

Fort- und Weiterbildungen für die

Frühpädagogik

48 Impressum

Die nächste Ausgabe erscheint am

9. August 2018.

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der Kinder

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4 | TITELTHEMA


www.fruehe-bildung.online | 5

„KINDERRECHTE GEHÖREN

INS GRUNDGESETZ“

Fachkräfte sollten Kinderrechte nicht nur kennen, sondern

diese auch im Kita-Alltag fest verankern. Denn Kinder sind

keine kleinen Erwachsenen, sie benötigen besonderen Schutz.

Interview Tina Sprung

Prof. Dr. Jörg Maywald

ist Geschäftsführer der

Deutschen Liga für das

Kind und Honorarprofessor

für Internationale

Kinderrechte an der

Fachhochschule Potsdam.

Er kämpft seit

Jahren dafür, Kinderrechte

in das Grundgesetz

aufzunehmen.

eine klare Pfl icht: Sie müssten die Interessen des

Kindes mit Vorrang berücksichtigen und die Kinder

anhören. Das ist heute nicht in jedem Fall

verpfl ichtend und wird in der Praxis häufi g nicht

umgesetzt. Zweitens würde sich die Gesellschaft

der Kinderrechte bewusst werden. Das würde

auch mittelfristig etwas an der Ausbildung der

Fachkräfte und der Einstellung der Eltern ändern.

Fotos: © Rawpixel.com / Shutterstock.com; Bettina Keller

Meine Kita: Die neue Bundesregierung möchte

die Kinderrechte in die Verfassung aufnehmen.

Warum ist es das so wichtig?

Jörg Maywald: Das Grundgesetz und die Allgemeinen

Menschenrechte gelten uneingeschränkt

auch für Kinder, aber wir dürfen nicht vergessen,

dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind.

Sie haben spezifi sche Bedürfnisse und brauchen

besonderen Schutz. Beispiel sexueller Missbrauch

durch Erwachsene: Auch wenn das Kind zustimmt,

weil es nicht versteht, was da gerade passiert,

muss es vor Missbrauch geschützt werden. Zwar

ist das bereits im Strafgesetzbuch verankert, aber

das besondere Schutzbedürfnis und der Vorrang

des Kindeswohls müssen ins Grundgesetz. Auch

die Rechte auf altersgerechte Beteiligung und auf

bestmögliche Förderung sollten in die Verfassung

aufgenommen werden.

Was würde sich ändern, wenn wir die Kinderrechte

im Grundgesetz verankern?

Bei Entscheidungen von Gerichten und Jugendämtern

hätten Richter und Behördenmitarbeiter

Das Thema ist also in der Gesellschaft noch

zu wenig angekommen?

Mein Eindruck ist, dass die Kinderrechte nur als

allgemeines Thema angekommen sind. Fachkräfte,

die meisten Eltern und selbst viele Kinder kennen

sie. Rechte zu kennen, heißt aber nicht, diese

auch zu verwirklichen. Davon sind wir in vielen

Bereichen noch weit entfernt. Durch fehlendes

pädagogisches Wissen aufgrund von Defi ziten

in der Ausbildung werden die Kinderrechte im

Kita-Alltag oft nicht gelebt.

Und wie können Fachkräfte die Kinderrechte

im Alltag leben?

Das beginnt schon bei der Begrüßung. Wenn

Fachkräfte zu den Kindern sagen: „Schön, dass du

da bist“, sprechen sie das Kind als Persönlichkeit

an. Wichtig ist auch, sich in Kinder hineinversetzen

zu können, Fehlverhalten aus Sicht des Kindes

zu verstehen, die Kinderrechte zu kennen und im

Alltag abzuwägen. Beispiel Zähneputzen. Das Kind

möchte seine Zähne nicht putzen. Die Fachkraft

kann ihm aber nicht die Zahnbürste mit Gewalt

in den Mund stecken, obwohl die Kinder das

Recht auf bestmögliche Gesundheitsfürsorge


6 | TITELTHEMA

haben. Wichtig ist in diesem Fall, mit dem Kind ins

Gespräch zu kommen, dass es schlecht für seine

Gesundheit ist, wenn es seine Zähne nicht putzt.

Ein anderes Beispiel aus der Kita: Das Kind will

partout nur Nudeln essen, obwohl es Suppe

zum Mittag gibt. Wie sollen sich pädagogische

Fachkräfte hier verhalten?

Das Kind sollte selbst bestimmen können, ob es

etwas ist und wieviel und was es von dem Angebotenen

es isst. Es darf nicht zum Probieren

gezwungen werden. Aber: Es kann nicht immer nur

das Essen geben, das die Kinder wollen. Hier ist

die Verantwortung der Erwachsenen gefragt, damit

sich Kinder gesund ernähren. Die pädagogischen

Fachkräfte sollten gute Vorbilder sein, gemeinsam

mit den Kindern essen und über ihre eigenen Vorlieben

sprechen. Zudem sollten Kinder in die Planung

des Mittagessens einbezogen werden: „Was esst

ihr gerne?“ „Was mögt ihr gar nicht?“ – natürlich

immer unter der Berücksichtigung einer abwechslungsreichen

Ernährung und finanziellen Aspekten.

Was zeichnet eine kindgerechte Beteiligung aus?

Kinder sollten über die sie betreffenden Vorgänge

informiert werden, sich dazu äußern können und nicht

gezwungen werden, ihre Meinung zu sagen. Kinder

können auch durch Mimik und Gestik ihre Meinung

äußern. Wichtig ist, dass die Erzieher altersgerecht mit

den Kindern sprechen, respektvoll mit ihnen umgehen

und ihre Meinung altersgerecht berücksichtigen.

Im Kita-Alltag kann durch personelle Engpässe

oft die Zeit fehlen, Kinderrechte umzusetzen.

Beispiel: Die Kinder gehen raus spielen, aber ein

Kind benötigt besonders lange beim Anziehen,

sodass die ganze Gruppe warten muss. Wie kann

ein Erzieher damit im Stress umgehen?

Wenn die Fachkraft die Erfahrung gemacht hat, dass

ein Kind länger braucht, sollte sie es früher zum

Anziehen schicken und sagen: „Ich habe gestern

bemerkt, dass du länger gebraucht hast, um dich

anzuziehen. Geh‘ doch bitte schon einmal zum Anziehen.“

Wenn das Kind allerdings den Prozess des

Anziehens durch Verweigerung absichtlich blockiert,

wird diese Methode nicht funktionieren.

Und wie sollte die Fachkraft dann reagieren?

Das pädagogische Kunststück besteht dann darin,

das Kind nicht zu bestrafen oder zu beschämen,

sondern sachlich die sich daraus ergebenden Konsequenzen

zu benennen: „Ich sehe, dass du dich

nicht anziehst, dann gehst du in eine andere Gruppe,

solange wir draußen sind“. Nur so werden die Rechte

der Kinder, die rausgehen wollen, und das Recht des

einzelnen Kindes nicht verletzt. Die Herausforderung

für Erzieher besteht darin, unterschiedliche Rechte

gegeneinander abzuwägen und im besten Interesse

aller Kinder zu handeln.

SIEBEN ZENTRALE RECHTE FÜR

EINE KINDGERECHTE KITA

In der UN-Kinderrechtskonvention sind

54 Artikel zum Wohl der Kinder niedergelegt.

Für die Kita sind folgende sieben

Rechte besonders wichtig:

➤➤

Recht auf Nicht-Diskriminierung

(Artikel 2)

➤➤

Recht auf Vorrang des Kindeswohls

(Artikel 3)

➤➤

Recht auf Partizipation (Artikel 12)

➤➤

Recht auf Schutz vor Gewalt und

Misshandlung (Artikel 19)

➤➤

Recht auf Gesundheit (Artikel 24)

➤➤

Recht auf Bildung (Artikel 28)

➤ ➤ Recht auf Ruhe, Freizeit, Spiel und

Erholung (Artikel 31)

FALLBEISPIEL:

MAX ISST GERNE ROSINEN

In der Kita von Max (4 Jahre) wird großer Wert auf

gesunde Ernährung gelegt. Entsprechend den

Empfehlungen der Initiative „5 am Tag“ sind vor

allem Obst und Gemüse reichlich vorhanden.

Zum Nachtisch gibt es häufig Obstsalat. Als sich

Max wieder einmal gezielt die Rosinen zwischen


www.fruehe-bildung.online | 7

dem Obst herauspickt, fordert ihn die Erzieherin

auf, das Obst doch „wenigstens mal zu kosten“.

Darauf Max entschlossen: „Ich will gar nicht kosten.

Mir schmecken sowieso nur Rosinen“.

In dem Beispiel wird deutlich, dass Max gerne Rosinen

isst. Das Obst schmeckt ihm nicht und so pickt

er sich aus dem Obstsalat gezielt die Rosinen heraus.

Die Erzieherin möchte, dass Max Obst isst. Vermutlich

ist sie davon überzeugt, dass es der Gesundheit gut

tut. Möglicherweise spielt bei ihr auch eine Rolle, dass

sie es nicht fair findet, sich nur die Rosinen aus dem

Salat zu picken. Sie fordert Max auf, das Obst doch

„wenigstens mal zu kosten“. Die unterschiedlichen

Interessen und damit verbundenen Motive von Max

und seiner Erzieherin sind gut nachvollziehbar. Doch

wer setzt sich durch? Und mit welchem Recht?

Verbirgt sich hinter der Aufforderung, „wenigstens“ zu

kosten, mehr als eine freundliche Anregung, Obst zu

essen? Welches sind die Konsequenzen, wenn Max

auf seiner Position besteht? Kinder haben das Recht,

über ihren Körper weitgehend – abgesehen von

Notsituationen – selbst zu bestimmen. Hierzu gehört

auch das Recht des Kindes selbst zu entscheiden,

ob und was es isst und wieviel von den angebotenen

Speisen. Die für das Kind verantwortlichen Erwachsenen

entscheiden über das Speisenangebot, an

dem die Kinder zum Beispiel durch regelmäßige

Kinderbefragungen beteiligt werden sollten. Die pädagogischen

Fachkräfte können versuchen, die Kinder

für die aus ihrer Sicht schmackhafte und gesunde

Speisenauswahl zu motivieren. Druck oder gar Zwang

auszuüben („Keine Rosinen ohne Obst“) ist jedoch

nicht kindgerecht.

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DAS PÄDAGOGISCHE

FACHMAGAZIN

Austausch auf Augenhöhe

Illustration: © moham‘ed / Shutterstock.com

In dem Fallbeispiel kommt als ein weiterer Aspekt

die Gerechtigkeit hinzu. Die Vorliebe von Max für

Rosinen kann dazu führen, dass andere Kinder

keine Rosinen mehr im Salat vorfinden, obwohl sie

selbst gerne welche essen würden. Allerdings ist

hier Vorsicht geboten. Denn nicht immer entspricht

eine abstrakte Vorstellung von Gerechtigkeit („Jedes

Kind hat Anspruch auf seinen Anteil an Rosinen“)

den konkreten Bedürfnissen der beteiligten Kinder.

So kann es durchaus andere Kinder geben, die

gerne Obst essen, aber die Rosinen im Salat nicht

ausstehen können und sich insofern Möglichkeiten

des Verhandelns ergeben („Du kannst gerne meine

Rosinen essen, wenn ich dafür mehr Apfelsinen

bekomme“). Aufgabe der pädagogischen Fachkraft

ist es, solche Aushandlungsprozesse bei Bedarf zu

moderieren und darauf zu achten, dass kein Kind

seine Interessen auf Kosten eines anderen Kindes

durchsetzt.

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8 | TITELTHEMA

FALLBEISPIEL:

„DAS GEHT DOCH GAR NICHT!“

Auf einem Elternabend zum Thema Sexualpädagogik

berichtet eine Mutter arabischer Herkunft, sie

habe beobachtet, dass ihre dreijährige Tochter

und ein weiteres Mädchen im Außenspielbereich

der Kita unbekleidet gespielt und dabei neugierig ihre

Genitalien angeschaut hätten. Mit den Worten „Das

geht doch gar nicht!“ kommentiert sie ihre Beobachtungen.

Sie habe bereits mit anderen arabischen

Eltern über den Vorfall gesprochen. Wenn die Erzieherinnen

ein solches Verhalten weiterhin zuließen,

würden sie ihre Kinder aus der Kita nehmen. Daraufhin

meldet sich ein offensichtlich deutschstämmiger Vater

zu Wort: „Mich beunruhigt etwas ganz anderes. Als

meine Tochter sich kürzlich im Gruppenraum auszog,

um nebenan auf die Toilette zu gehen, hat ein in der

Nähe stehender Junge mit dem Finger auf sie gezeigt

und gerufen: ‚Iiihhh, die zieht sich aus!‘“ Ihm sei

sehr wichtig, dass seine Tochter ein natürliches und

unverkrampftes Verhältnis zu ihrem Körper bekomme.

In diesem Sinne sei die verächtliche Reaktion des

Jungen doch wohl fehl am Platz.

In diesem Fall stehen sich auf einem Elternabend zwei

Elternmeinungen gegenüber. Eine arabischstämmige

Mutter ist in Sorge, da nach ihrer Beobachtung die

pädagogischen Fachkräfte zuließen, dass sich ihre

Tochter und ein anderes Mädchen im Außenbereich

der Kita ausgezogen und ihre Genitalien betrachtet

haben. Im Gegensatz dazu ist ein deutschstämmiger

Vater beunruhigt, weil ein Junge das Verhalten seiner

Tochter, als diese unbekleidet vom Gruppenraum in

Richtung Toilette ging, mit einem abfälligen‚ Iiihhh‘

kommentiert hat. Er befürchtet nun, dass dadurch

das positive Verhältnis seiner Tochter zu ihrem Körper

Schaden nehmen könne.

Aber auch die Kita muss sich Fragen stellen. Hat sie

bemerkt, dass sich die beiden Mädchen unbekleidet

im Außenspielbereich der Kita aufgehalten haben?

Welche Regeln sollten diesbezüglich gelten? Was

genau hat sich zwischen dem Jungen und dem

Mädchen im Gruppenraum ereignet und wie ist dies

zu bewerten? Sind die Befürchtungen des Vaters

berechtigt? Schließlich: Was kann getan werden,

damit der Konflikt auf dem Elternabend nicht eskaliert

und verhindert wird, dass es zu einer Spaltung

zwischen den Eltern oder sogar zu Abmeldungen

aus der Kita kommt?

Das Fallbeispiel zeigt, wie wichtig es besonders in

Konfliktsituationen für eine Kita ist, über ein sexualpädagogisches

Konzept zu verfügen, das kindgerechte

Regeln enthält und dadurch den beteiligten Fachkräften

ebenso wie Kindern und Eltern Handlungssicherheit

verleiht. Zum Schutzkonzept einer Kita

gehört in der Regel, dass Kinder im Außenspielbereich

wegen der damit verbundenen Gefahren vor allem

durch Dritte nicht unbekleidet spielen dürfen. In den

Gruppenräumen können die Regeln unterschiedlich

sein. Was die abfällige Äußerung des Jungen betrifft,

so sind unterschiedliche Motive denkbar. Die

Überraschung, ein Mädchen unbekleidet zu sehen,

kann ebenso eine Rolle spielen wie verächtliche Geringschätzung

oder auch, dass der Junge tatsächlich

einen Regelverstoß bemerkt hat – wenn Ausziehen

beispielsweise nur im Toilettenbereich erlaubt ist –

und seine Erkenntnis auf etwas unglückliche Weise

kundtut.

Die in dem Fallbeispiel sich auf dem Elternabend

äußernden unterschiedlichen Beschwerden der Eltern

müssen von der Kita sehr ernst genommen

werden. Um die Privatsphäre von Kindern und Eltern

zu wahren, sollten diese detaillierten Beschwerden

allerdings nicht auf dem Elternabend und damit Kitaöffentlich

besprochen werden. Der geeignete Ort

hierfür ist ein extra anberaumtes Gespräch, zu dem

die jeweils betroffenen Eltern eingeladen werden.

Der Elternabend bietet die passende Gelegenheit,

den Eltern das an den Rechten der Kinder orientierte

sexualpädagogische Konzept der Einrichtung und die

Regeln vorzustellen.

Diese und weitere

Beispiele in:

Jörg Maywald

Kinderrechte in der Kita: Kinder

schützen, fördern, beteiligen

Herder, 2016, 160 Seiten, 19,99 Euro


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ROTE PUNKTE

Kinderrechte lassen sich ohne größeren

Aufwand in jeder Kita umsetzen.

Diese Tipps helfen dabei.

RECHT AUF GESUNDHEIT

Illustration: © moham‘ed / Shutterstock.com

Eine gezielte und ganzheitliche Gesundheitsförderung

sollte bereits

frühzeitig einsetzen, um das Interesse

für gesund erhaltende Maßnahmen

zu wecken und entsprechende

Verhaltensweisen zu fördern:

➤➤

Statt vereinzelten, unregelmäßigen

Aktionen wie beispielsweise

einem Obsttag im Sommer ist es

häufig sinnvoller, ein nachhaltiges

Konzept anzubieten, an dem alle

pädagogischen Fachkräfte der

Einrichtung beteiligt sind und das

beinhaltet, dass es beispielsweise

regelmäßig gesundes Essen gibt.

Die Maßnahmen sind im pädagogischen

Konzept zu verankern.

➤➤

Starten Sie ein neues Projekt

oder einen neuen Arbeitsschwerpunkt

mit einer gemeinsamen

Fortbildung für das ganze Team

zum Thema Gesundheit.

➤➤

Alle Mitarbeitenden sollten von

den Vorteilen einer intensiven Zusammenarbeit

mit den Familien

überzeugt sein. Wissenschaftliche

Studien wie die „Bestandserhebung

Gesundheitsförderung

in Kitas“ der Bundeszentrale für

gesundheitliche Aufklärung konnten

nachweisen, dass Gesundheitsförderprogramme,

die die

Eltern konsequent einbeziehen,

wesentlich wirkungsvoller sind als

Angebote, die sich ausschließlich

an die Kinder richten.

➤➤

Einem ersten Teambeschluss, der

alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Einrichtung einbezieht

und es jedem ermöglicht, eigene

Ideen einzubringen, kann dann

die Einrichtung eines Gesundheitsteams

folgen.

➤➤

Krankenkassen stellen vielfältige

unterstützende Angebote bereit,

wie beispielsweise „ TigerKids“.

➤➤

Ebenso können im Rahmen der

Kinder- und Jugendhilfe Angebote

der Familienbildung finanziert

werden.

➤➤

Je stärker man Eltern bei der

Planung von Angeboten beteiligt,

desto eher kann man davon ausgehen,

dass das Angebot ihren

Bedürfnissen entspricht und sie es

auch tatsächlich nutzen werden.

➤➤

Gesundheitsvorsorge sollte

schon beim Aufnahmegespräch

des Kindes beginnen: Die Fachkraft

sollte sich das Untersuchungsheft

des Kindes vorlegen

lassen und mit den Eltern darüber

sprechen.

➤➤

Erzieherinnen und Erzieher sollten

viel für ihr eigenes Wohlbefinden

am Arbeitsplatz tun – so

dienen sie als Vorbild für Eltern

und Kinder und können ihren

Arbeitsalltag körperlich fit

bewältigen.


10 | TITELTHEMA

RECHT AUF PARTIZIPATION

Partizipation meint mehr als Zuhören und Aufnehmen

von Kinderwünschen. Es geht darum festzulegen, wer

das Recht hat, an welchen Entscheidungen mitzuwirken.

Kinder haben das Recht, sich entsprechend

ihres Alters und ihrer Entwicklung in alle Entscheidungen

einzubringen, die ihr eigenes Leben und das

Leben der Gemeinschaft – den geteilten Alltag in der

Kindertageseinrichtung – betreffen. Ein Beispiel aus

einer Kindertageseinrichtung in Nordrhein-Westfalen,

die ein umfassendes Partizipationskonzept eingeführt

hat, soll anregen, dies für die eigene Praxis auszuwerten.

Es ist unerlässlich, dass jede Einrichtung für

sich selbst ein Konzept zur Beteiligung entwickelt.

➤➤

Die Kinder dürfen selbst entscheiden: was sie

im Kita-Alltag wo und mit wem machen, welche

Person sie wickeln darf, wie sie sich im Innen- und

Außenbereich der Kita kleiden und was und wieviel

sie essen und trinken.

➤➤

Die Kinder dürfen in bestimmten Grenzen mitentscheiden

über: die Auswahl der Speisen und

Getränke, die Gestaltung des Tagesablaufs, die

Regeln des Zusammenlebens in der Kita, die

Gestaltung der Innen- und Außenräume, die

Raumtemperatur und die Lüftung der Räume,

Anschaffungen, die Nutzung von Spielmaterial

sowie Einrichtungsgegenständen, die inhaltliche

Gestaltung von Projekten und Angeboten und die

Frage, ob und wie Feste gestaltet werden.

➤➤

Die Kinder dürfen nicht mitentscheiden: ob und

unter welchen Umständen private Gegenstände

mit in die Kita gebracht werden dürfen, über Maßnahmen

zur Gesundheitsvorsorge, über die Tischkultur,

über Personalfragen (nur Anhörungsrecht),

über den Dienstplan und die Öffnungszeiten und

bei Gefahr im Verzug aus Sicht der pädagogischen

Fachkräfte.

Gestaltung Gruppenraum

Die Frage, wie ein Gruppenraum verändert werden

soll, beinhaltet verschiedene Fragestellungen: Was

soll so bleiben wie es ist? Was soll anders werden?

Wo soll was hin? Was muss neu angeschafft werden?

Im Gruppenraum können die Kinder überall

dort grüne Klebepunkte anzubringen, wo sie gerne

spielen und rote Punkte dort, wo sie sich gar nicht

gerne aufhalten. Anschließend werden die Kinder

zur Punkteverteilung befragt und die pädagogischen

Fachkräfte erfahren, welche Bereiche entfernt und

verändert werden sollen.

Auch Ausflüge in andere Einrichtungen und Bildmaterial

können helfen, Vorstellungen davon zu entwickeln,

was die Kinder gerne in ihren Gruppenräumen

machen möchten. Die so entstandenen Vorschläge

und Ideen werden gesammelt und auf Bildkarten

visuell veranschaulicht. Die Bildkarten können in

einer weiteren Gruppensitzung mit den Kindern besprochen

und auf dem Fußboden sortiert werden.

Mithilfe von Murmeln oder Aufklebern erhalten die

Kinder die Möglichkeit abzustimmen, für welche

Gestaltungsideen sie sich entscheiden möchten.

Diese und weitere Tipps in:

Broschüre „Mit uns kommen Kinderrechte

in die Kindertagesstätte“, 2015, herausgegeben

vom Deutschen Kinderschutzbund

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V..

Kostenlos abrufbar auf:

www.kinderschutzbund-nrw.de

Illustration: © moham‘ed / Shutterstock.com


www.fruehe-bildung.online | 11

Kita-Organisation

Dokumentation · Organisation · Rechtssicherheit

2018

2019

RECHT AUF SCHUTZ VOR

GEWALT UND MISSHANDLUNG

Es gehört zu den Aufgaben von pädagogischen

Fachkräften, Kinder grundsätzlich vor Gefahren für

ihr Wohl zu schützen. Wie kann das in der Kita verwirklicht

werden?

➤ Gefühle der Kinder thematisieren: Wie fühlst du

dich, wenn du dich über etwas ärgerst? Was

brauchst du, damit du dich richtig wohlfühlst?

Hast du dich schon einmal einsam und allein

gefühlt? Wie ging es dir da? Erzieherinnen und

Erzieher haben oft eine vertrauensvolle Beziehung

zu den Kindern und sie können Veränderungen

im Stimmungsbild des Kindes, in seiner äußerlichen

Erscheinung und seiner Entwicklung sehr

differenziert wahrnehmen.

Handbuch Kita leiten

Handbuch

Windelheft

Kehlbreier · Schulz zur Wiesch

Kita leiten

Ein Ratgeber und Handbuch für die täglichen

Leitungsaufgaben in der Kindertagesstätte.

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1/4 Seite hoch

Elterngespräche

Kalender für ErzieherInnen

Betreuungsnachweise und

Anwesenheitslisten

Hygiene und Gesundheit

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Fachverlag

Förderplan und Bildungsbericht

Ratgeber Recht und Organisation

➤ Eigene Gefühle ernst nehmen: Was häufi g mit

einem schlechten Gefühl im Bauch einer Erzieherin

oder eines Erziehers beginnt, kann dazu

führen, dass ein Kind zukünftig besser vor Gefahren

geschützt werden kann. Dieses Bauchgefühl

überhaupt wahrzunehmen, ernst zu nehmen und

fachlich fundiert gemeinsam mit Kolleginnen und

Kollegen zu refl ektieren, gibt Kindern, die sich auf

ihre ganz eigene Weise über ihre Erfahrungen

äußern, die Chance auf die Verbesserung ihrer

derzeitigen Lebenssituation.

➤ Eltern als Erziehungspartner wahrnehmen: Eine

gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist die

Grundlage für einen wirksamen Schutz von Kindern.

Wenn pädagogische Fachkräfte Müttern

und Vätern wertschätzend und partnerschaftlich

begegnen, entsteht Vertrauen. Dadurch wächst

die Chance, dass Eltern sich bei Problemen auf

Gespräche und Hilfsangebote einlassen. Sollte das

Wohl eines Kindes beeinträchtigt oder gefährdet

sein, können pädagogische Fachkräfte und die

Familien auf dieser Basis Handlungsstrategien

erarbeiten, die alle mittragen.

Fachwirt/in

Erziehungswesen (KA)

• geeignet für Nachwuchskräfte und LeiterInnen KITA

• berufsbegleitende, einjährige Weiterbildung

• anerkannte, bundesweit einheitliche Prüfung

Ziel:

Inhalte:

Erwerb von Qualifikationen für Leitungsfunktionen

4 Module:

• Kommunikation und

Persönlichkeit

• Projekte und Prozesse

4 Module

Prüfung je Modul

anerkannter Abschluss

Bundesweit einheitliche

Prüfung

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• Betriebswirtschaftliches

Management

Start: Oktober 2018

Detailinfo direkt in den Akademien in:

A – AN – BA – BT – CO – EF – EI – F – FR

HO – KA – M – N – OS – PAN – R – WÜ


12 | TITELTHEMA

„ICH BIN DOCH NICHT DEIN NEGER“

Kinder erleben – teilweise bei den eigenen Eltern – Fremdenhass und

bringen diese Einstellung mit in die Kita. Zwei Fallbespiele, wie Fachkräfte

mit rassistischen Äußerungen umgehen können.

Text Stefan Brückner

hieß es, Rechtsextreme

stiegen oft aus der Szene aus,

wenn sie eine Familie gründeten.

Heute gibt es zunehmend „Früher

Paare, bei denen beide Partner in der

rechtsextremen Szene aktiv sind und

die ihre Kinder entsprechend ideologisch

erziehen“, schreibt die Autorin

Simone Rafael auf der Website „Netz

gegen Nazis“. Ausgrenzung, Fremdenhass

– pädagogische Fachkräfte sind

gefordert, zu reagieren.

Die Kita bietet Entwicklungschancen

für alle Beteiligten, von der Vielfalt an

Unterschieden zu profitieren. Ihre Aufgabe

besteht darin, zusammen mit den

Eltern die Kinder in Zeiten der Globalisierung

fit zu machen für ein Leben in

Weltoffenheit und Diversität. Welche

Maßnahmen können hier helfen?

Foto: privat; © Illustration: © Daniela Barreto / Shutterstock.com


www.fruehe-bildung.online | 13

FALLBEISPIEL:

LEA, 5 JAHRE, RUFT IN IHRER

BEGEISTERUNG AUS: „DAS

IST JA COOL!“ DARAUFHIN

ERMAHNT SIE MAX, 6 JAHRE:

„WAS SAGST DU DENN DA! WIR

REDEN HIER DOCH DEUTSCH!“

DER ERZIEHER WEISS ÜBER DIE

ELTERN, DASS SIE SICH ALS

REICHSBÜRGER BEKENNEN.

In Anlehnung an einen pädagogischen Situationsansatz

überlegt sich der Erzieher, wie er auf diese Situation

eingehen kann. Er vermeidet eine Ermahnung und gibt

stattdessen den Kindern Raum zur Beteiligung an einer

Reflexion. Dabei knüpft er an dem kürzlich durchgeführten

Thema „Andere Länder – andere Flaggen“ an und fragt:

„Wer weiß, zu welchem Land das Wort ‚cool‘ gehört? „Die

Kinder überlegen und geben entsprechende Antworten,

auch Lea. Daraufhin kann der Erzieher Lea die Kompetenz

attestieren, dass es ein Wort aus einer anderen Sprache

benutzt. Im Blick auf Max könnte dann das Gespräch fortgesetzt

werden mit der Frage: „Welche Länder kennst du?“

Eventuell kann auf erlebte Länderbegegnungen eingegangen

werden, wie beispielsweise Fußball-Länderspiele oder

Urlaube im Ausland. Ziel ist eine positive Grundhaltung zum

sprachlichen und kulturellen Nationalitäten-übergreifenden

Austausch, ohne dass eines der beiden Kinder bloßgestellt

wird oder das Gesicht verliert.

DER AUTOR

Stefan Brückner

ist Theologe,

Sozialpädagoge

und systemischer

Coach sowie freier

Mitarbeiter beim

Demokratiezentrum

Baden-Württemberg.

Er verfasste

die Broschüre

Kita-Beratung

zur Demokratieförderung

– gegen

Rechtsextremismus“

und bietet Vorträge

und Workshops an.

www.demokratie

zentrum-bw.de

Inspiration und Input für

Ihre Bildungseinrichtung

Spielerisches Lernen im

Kindergarten

Vergnügungspark MINT+

Bestell-Nr.: 1606025

Erforschen von Raum,

Form und Farbe

Soft Steine

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Alle Informationen und Produkte unter:

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Weiteren Input und Inspiration für Ihre

Bildungseinrichtung finden Sie unter:

education.conrad.biz


Stefan Brückner

Beratungsnetzwerk

kompetent vor Ort. für Demokratie – gegen Rechtsextremismus

14 | TITELTHEMA

EIN VATER HOLT SEIN KIND IN DER KITA

AB. DIE SCHUHE DES KINDES STEHEN NEBEN

EINER KINDERBANK ETWAS ABSEITS. DAS

KIND SAGT ZUM VATER: „GIB MIR MEINE

SCHUHE!“ DARAUF ANTWORTET DER VATER

SEINEM KIND, SICHTBAR ENTRÜSTET –

AUCH ZUR ERZIEHERIN HINGEWANDT:

„ICH BIN DOCH NICHT DEIN NEGER!“

TIPPS ZUR DEMOKRATIEFÖRDERUNG

➤➤

Zusammen mit den Kindern werden anhand einfacher Bespiele

aus dem Alltag gemeinsame Umgangsregeln entwickelt. Dies

kann beispielsweise mit folgenden Frageimpulsen eingeleitet

werden: „Wenn du gerade etwas erzählst, was wünschst du dir

dann von den anderen Kindern? Was machen wir, wenn ein Kind

ausgelacht wird? Was können wir machen, wenn beim gemeinsamen

Spiel nicht alle Kinder mitmachen wollen oder können?“

Mit diesen oder ähnlichen Impulsen können die Kinder zur gemeinsamen

Verantwortung angeleitet werden, was ein wichtiger

Bestandteil der Demokratieerziehung ist.

Bei der Erzieherin läuten alle Alarmglocken.

Sie kann den Vater nicht mit einer Intervention

vor dem Kind bloßstellen. Am nächsten

Tag geht sie auf den Vater zu und fragt ihn,

was er gestern seinem Kind gegenüber

ausdrücken wollte, als er beim Abholen den

Begriff „Neger“ verwendete. Es kommt zum

Gespräch zwischen der Erzieherin und dem

Vater, wobei sie zu verstehen gibt, dass

die Kita ein diskriminierungsfreier Raum

sein soll, in dem diese Äußerung keinen

Platz hat. Solch ein Gespräch zwischen

der Erzieherin und einem Elternteil kann nur

gut gehen, wenn die Erzieherin ihr Team

und den Träger hinter sich weiß und nicht

befürchten muss, dass ihr jemand in den

Rücken fällt.

➤➤

Die verwendeten Spielsachen und Bilderbücher werden auf Diversität

überprüft.

➤➤

Die Leitlinien der Kita werden in Absprache mit dem Träger um

folgende Inhalte ergänzt:

Auf der Grundlage von Geborgenheit und Vertrauen erleben die

Kinder die Chancen und Herausforderungen im Umgang mit Vielfalt.

Alle Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung werden vermieden.

Die Kinder werden eingeübt in demokratisches Verhalten und

Minderheitenschutz. Das sichtbare Tragen von extremistischen und

gewaltverherrlichenden Symbolen auf Kleidung oder Haut ist im

Bereich der Kita verboten.

➤➤

Im Anmeldegespräch wird mit den Eltern über die Leitlinien der

Kita gesprochen und eine Zustimmung der Eltern eingefordert.

Zum Weiterlesen:

Broschüre „Kita-Beratung

zur Demokratieförderung

– gegen Rechtsextremismus“,

2013,

herausgegeben von der

Landeskoordinierungsstelle

Jugendstiftung Baden-

Württemberg;

kostenlos abrufbar auf:

www.demokratiezentrum-bw.de

Kita-Beratung zur Demokratieförderung –

gegen Rechtsextremismus

Foto: © Rawpixel.com / Shutterstock.com


Sonnenschutz-Kit für die Kita: Früh übt sich

Anzeige

Damit Kinder die Sonne auch sicher genießen können, sollte während des Kita-Tages immer für einen ausreichenden

Sonnenschutz gesorgt sein. Das Sonnenschutz-Kit für die Kita unterstützt Erzieherinnen und Erzieher dabei, Kindern das

Thema spielerisch näherzubringen.

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf

die UV-Strahlung der Sonne. Ein effektiver Sonnenschutz

stellt im Kindes- und Jugendalter eine

der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen vor dem

malignen Melanom, auch „schwarzer Hautkrebs“

genannt, dar. Besonders im Baby- und Kleinkindalter

ist ein Schutz der Haut sehr wichtig, denn

mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, später

an einem Melanom zu erkranken. 1 Bevor es

zum Spielen ins Freie geht, sollte die Kinderhaut

daher ausreichend vor der Sonne geschützt werden.

In der Kita ist es dazu hilfreich, konkrete Absprachen

mit allen Beteiligten – der Kita-Leitung,

den Erzieherinnen und Erziehern, den Eltern und

natürlich auch den Kindern – zu treffen. 2

Sonnenschutz-Tipps für die Kita

●●

●●

●●

Die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr meiden

Kleidung ist der effektivste Schutz vor

Sonneneinstrahlung – jedes Kind sollte einen

Sonnenhut in der Kita haben

Babys und Kleinkinder nicht der direkten

Sonne aussetzen

●●

●●

Im Kita-Außenbereich schattenspendende

Vorkehrungen anbringen

Alle unbedeckten Hautpartien ausreichend

mit Sonnenschutzmittel eincremen 2

Sonnenschutz kindgerecht vermitteln

Kinder sollten möglichst früh mit dem Thema

Sonnenschutz vertraut gemacht werden und

Sonnenschutzmaßnahmen erlernen. Doch wie

erklärt man kindgerecht, was es mit Muttermalen

und Sonnenbrand auf sich hat und

worauf beim Sonnenschutz zu achten ist? Auf

www.melanom-wissen.de steht ein „Sonnenschutz-Kit“

für Kita-Fachkräfte zum Herunterladen

bereit, das bei der Aufklärung unterstützen

kann. Ziel ist es, Kinder für die Bedeutung von

Sonnenschutz zu sensibilisieren und ihnen das

Thema spielerisch näherzubringen.

Folgende Unterlagen zum Ausdrucken

sind im Sonnenschutz-Kit enthalten:

●●

●●

●●

●●

●●

●●

●●

Anleitung zur Anwendung der Materialien

Wissenskarten mit Informationen zum

Melanom und zum Sonnenschutz sowie Tipps

für die kindgerechte Vermittlung

Comic-Geschichten zum Vorlesen

und Ausmalen

Poster mit Sonnenschutzregeln zum Aufhängen

Bastelset zum praktischen Einüben

des Gelernten

Malvorlagen für Sonnenmandalas

Vorlage für einen Infobrief an die Eltern

Mit freundlicher Unterstützung von

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA,

München

Kontakt

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

Arnulfstr. 29 • 80636 München

www.melanom-wissen.de

1

Skin Cancer Foundation. Sun Safety Tips for Infants, Babies and

Toddlers. Verfügbar unter: https://www.skincancer.org/prevention/

sun-protection/children/sun-safety-tips-for-infants-babies-andtoddlers.

Abgerufen am 06.04.2018.

2

Bundesamt für Strahlenschutz. Sonne – ich pass auf! Sonnenschutz

für Kinder. Infobroschüre für ErzieherInnen, Erzieher und Eltern. 2010.

IODE1801900-01


16 | SCHON GEWUSST?

Zu wenig Engagement

gegen Kinderarmut

Ein Großteil der Bevölkerung in

Deutschland findet, dass sich Staat und

Gesellschaft zu wenig engagieren, um

Kinderarmut zu bekämpfen. Das ist ein

zentrales Ergebnis des Kinderreportes

Deutschland 2018 des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Knapp zwei Drittel der 1001

befragten Erwachsenen sind der Ansicht,

dass „eher wenig“ oder „sehr wenig“ getan

wird, um Kinderarmut in Deutschland

wirkungsvoll entgegenzutreten.

➔➔www.dkhw.de

Generation 50plus stärker

in Kitas vertreten

Im Jahr 2017 waren bundesweit knapp 173 000

Kita-Beschäftigte 50 Jahre und älter. Dies zeigen

Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe

Bildung. Der Anteil älterer Beschäftigter am pädagogischen

und leitenden Personal ist damit um

10 Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen. Der

längere Verbleib von Beschäftigten im Beruf sowie

die Gewinnung älteren Arbeitnehmern haben

dazu geführt, dass sich das Altersgefüge in der

frühen Bildung dem des Gesamtarbeitsmarkts

angleicht, so die Auswertung.

➔➔www.weiterbildungsinitiative.de

Pädagogische Fachkräfte fühlen

sich nicht wertgeschätzt

80 Prozent von knapp 2400 befragten Kita-Leitungen in

Deutschland beklagen eine mangelnde Wertschätzung

durch die Politik. Dies sind Ergebnisse der DKLK-Studie

2018, die durch Wolters Kluwer in Zusammenarbeit mit der

Universität Koblenz durchgeführt wurde. 76 Prozent der

befragten Kita-Leitungen haben den Eindruck, die Öffentlichkeit

habe ein vorurteilsbelastetes Bild ihrer Arbeit.

Die Studie gibt es auf:

➔➔www.deutscher-kitaleitungskongress.de

Gleiche Gehälter für

Erziehungs- und Grundschullehrkräfte

gefordert

Franziska Giffey, neue Bundesfamilienministerin,

will sich für bessere Bezahlung von Erziehern

einsetzen. Das sagte die SPD-Politikerin der

Bild am Sonntag. Kitas seien Bildungseinrichtungen,

weshalb Erzieher die gleiche Bezahlung

wie Pädagogen an der Grundschule erhalten

sollten. Sie betonte außerdem, dass Kinder

möglichst früh eine gute Förderung erhalten

müssten.

Fotos: © Oksana Kuzmina, Veja / Shutterstock.com


Uns beschäftigt,

was Sie bewegt!

Jetzt zwei Ausgaben Probe lesen!

Ihr Gutschein-Code: 1804MK23

Gratis-Ausgaben anfordern auf: www.meinekitaclub.de


18 | BILDUNG

MEHR ALS SPIELEN

Zum Erzieherberuf gehört, seine Arbeit regelmäßig zu

reflektieren und sein Wissen aufzufrischen. Das Lehrbuch

„Beruf Erzieherin/Erzieher – mehr als Spielen und

Basteln“ hilft dabei. Eine Rezension.

Text Gerhard Stranz

Bernd Rudow

Beruf Erzieherin/

Erzieher – mehr als

Spielen und Basteln:

Arbeits- und organisationspsychologische

Aspekte. Ein

Fach- und Lehrbuch

Waxmann Verlag

GmbH, 2017,

38 Euro, 365 Seiten

Werden Erzieher nicht genügend geschätzt?

Damit beschäftigt sich Autor Bernd Rudow

in seinem Buch „Beruf Erzieherin/Erzieher

– mehr als Spielen und Basteln“. Mit einer

arbeitspsychologischen Perspektive macht er

darauf aufmerksam, dass die Tätigkeit von pädagogischen

Fachkräften ganzheitlicher verstanden

werden muss. Er betrachtet ihr Aufgabenfeld vor

allem aus ökonomisch-funktionalen Blickwinkeln,

zumal er dieses den „Humandienstleistungen“

zuordnet und Fragen der Effizienz in den Fokus

nimmt.

In ausführlichen Exkursen wird in den fünf Kapiteln

beschrieben, wodurch sich die Arbeit von pädagogischen

Fachkräften auszeichnet, welche Belastungen

es gibt, welche Arbeits- und Organisationsbedingungen

für eine „gute Arbeit“ förderlich sind, wie es

mit der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Fachkräfte

aussieht, welche Ressourcen für die „schöne

Arbeit“ bestehen und damit „Kraftspender“ sind.

Im Buch wird deutlich, welchen Anforderungen

Fachkräfte in der täglichen Arbeit genügen sollen

und welche Notwendigkeiten bestehen, die Arbeitsbedingungen

zu verbessern. Die Fachkräfte müssten

sich wohlfühlen, denn entscheidend für gute

Arbeit sei die Zufriedenheit, die Arbeitsfreude, das

Glück, der Stolz und ganzheitliches Glücksgefühl.

DER AUTOR

Gerhard Stranz befasst sich seit

fast 30 Jahren mit der Förderung

von Kindern in Kitas. Er arbeitete

als Fachberater und Referatsleiter

in einem Wohlfahrtsverband

und war Geschäftsführer eines

Träger zusammen schlusses.

Ein umfassendes Fach- und Lehrbuch, das den

gesamten Arbeitszusammenhang und damit den

Beruf der pädagogischen Fachkräfte beschreibt,

ist die Publikation nicht. Es fehlen dafür wesentliche

erziehungswissenschafltiche Aspekte. Zudem

stehen einige Grundannahmen in Bezug

auf die unterstellte inhaltliche Aufgabenstellung

im Widerspruch zu bestehenden pädagogischen

Grundverständnissen, die in Bildungsplänen und

Konzeptionen zu finden sind. Wer sich jedoch mit

interessanten Aspekten zu den organisatorischen

Aufgabenzusammenhängen des Arbeitsfeldes

beschäftigt und dazu beitragen will, dieses zu

verbessern, findet viele Anregungen.

Foto: Michael Baker, Illustration: © anthonycz / Shutterstock.com


Jetzt Probe lesen!

Zwei Ausgaben gratis mit Gutschein-Code:

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Anfordern auf:

www.didacta-magazin.de


20 | BILDUNG

„ES GEHT NICHT UM

DIE PERFEKTE KITA“

Eine Reise quer durch die Republik: Um herauszufinden, welche

die besten Initiativen für frühe Bildung Deutschlands sind, besuchte

ein Expertenteam des Deutschen Kita-Preises die 20 Finalisten.

Interview Silvia Schumacher

Fotos: © wavebreakmedia / Shutterstock.com; DKJS (2)


Meine Kita: Der Deutsche Kita-

Preis würdigt Engagement und

Qualität in der frühen Bildung.

Wenn Sie auf die Besuche zurückblicken,

was hat Sie besonders

beeindruckt?

Dr. Barbara Junne: Besonders beeindruckend

war für mich, dass sich

so viele Menschen dafür einsetzen,

für alle Kinder gute Bedingungen zum

Aufwachsen und Lernen zu schaffen.

Unsere Reise hat in mir den Eindruck

hinterlassen, dass es in Deutschland

viel positive Energie gibt. Ob Erzieherinnen

oder Erzieher, Lehrkräfte,

Bürgermeister, Naturschützer, Polizistinnen

und Polizisten oder Feuerwehrleute

– die Menschen, die wir

kennengelernt haben, sehen einen

Bedarf und versuchen, gemeinsam

gute Lösungen zu fi nden.

www.fruehe-bildung.online | 21

Elene Läßle: Wir haben so viel gelacht

und bezaubernde Momente

erleben dürfen. Besonders imponiert

haben mir pädagogische Fachkräfte,

die von und mit Kindern lernen und

den Kindern zeigen, dass sie selbst

auch noch viel dazu lernen. Wir haben

viele hochmotivierte Pädagogen

kennengelernt, die ihrer Arbeit mit

Spaß und Freude nachgehen. Und

natürlich hat uns sehr beeindruckt,

wie toll die Kinder in den Kitas mitbestimmen

können. Zum Beispiel

durch Kita-Verfassungen mit richtigen

Paragrafen, die von den pädagogischen

Fachkräften und den Kindern

erstellt werden. Diese Regeln gelten

im Übrigen für die Erwachsenen und

die Kinder gleichermaßen.

Welche Aspekte haben Sie bei

den Besuchen besonders unter

die Lupe genommen?

Dr. Barbara Junne: Wir haben danach

geschaut, wie das, was uns

schriftlich bereits vorlag, mit Leben

gefüllt wird. Maßstab für unsere Beurteilung

sind die vier Qualitätsdimensionen

des Deutschen Kita-Preises

– Kindorientierung, Sozialraumorientierung,

Partizipation und Lernen im

Prozess. Wir haben also beispielsweise

zum Thema Partizipation beim

Besuch geschaut, ob alle Bündnispartner

einbezogen sind oder ob die

Arbeit im Wesentlichen von einer

starken Person getragen ist.

Elene Läßle: Auch bei den Kitas

haben wir geprüft, wie sie das Geschriebene

aus ihren Bewerbungsunterlagen

in ihrem Alltag umsetzen. Es

war uns wichtig, die verschiedenen

Perspektiven der für und in einer Kita

wichtigen Personen einzusammeln

und miteinander in Verbindung zu

setzen. Es geht uns außerdem nicht

darum, perfekte „fertige“ Kitas auszuzeichnen,

sondern Teams, die sich

auf dem Weg befi nden und die stets

Freude an Weiterentwicklung und

Refl exion haben.

SOZIALE KOMPETENZEN

SPIELERISCH LERNEN

Woche für Woche einen neuen Wert

kennenlernen, das können Kinder mit

diesem Buch. Spiele, Rollenspiele,

Gedichte, Geschichten, Sinnsprüche

und Bastelarbeiten helfen dabei,

Wichtiges für das gemeinsame und

harmonische Miteinander zu lernen.

Am Ende sind es 50 soziale Kompetenzen,

die jeder im Leben braucht.

LebensWerte

Blanco, Laura

ISBN: 978-3-934333-67-3

14,95 €

WAS FAMILIEN

ZUKUNFTSFÄHIG MACHT

Die Familie ist Basis und Ausgangspunkt

unseres Daseins. In diesem

Buch zeigt Gabriele Pohl, wie man

Kompromisse schließt und Auseinandersetzungen

klärt, ohne dass die

eigenen Interessen zu kurz kommen,

damit ein heiterer, lebendiger und

gelassener Familienalltag entsteht.

Familie: Basislager

für Gipfelstürmer

Pohl, Gabriele

ISBN: 978-3-934333-75-8

19,95 €

Dr. Barbara Junne leitet

den Deutschen Kita-

Preis. Gemeinsam mit

zwei Kollegen reiste

sie zu den zehn Finalisten

in der Kategorie

„Bündnisse für frühe

Bildung“.

Elene Läßle ist Programm-

Mitarbeiterin beim Deutschen

Kita-Preis und dort für die

Kategorie „Kita das Jahres“

zuständig. Sie besuchte die

zehn Einrichtungen, die es

beim Deutschen Kita-Preis ins

Finale geschafft haben.

Mehr dazu auf

www.oberstebrink.de

Körner Medien –

Burckhardthaus/ObersteBrink


22 | BILDUNG

Wie reagierten die Einrichtungen

auf Ihren Besuch?

Dr. Barbara Junne: Sie empfanden

es als große Wertschätzung, dass

neben dem Schulpreis jetzt auch Kitas

in den Blick genommen werden.

Für die Bündnisakteure war es natürlich

bedeutend, dass auch lokale

Bündnisse für frühe Bildung ausgezeichnet

werden. Bündnisarbeit lebt

vom freiwilligen Engagement und der

Motivation einzelner Menschen, die

sich durch den Deutschen Kita-Preis

und die öffentliche Aufmerksamkeit

gewürdigt fühlen. Außerdem haben

uns die Bündnisvertreter geschildert,

wie durch den Bewerbungsprozess

und die Vor-Ort-Besuche ein intensiver

Reflexionsprozess über die

Frage „Wie können wir noch besser

werden“ angestoßen wurde,

der dem Bündnis einen enormen

Entwicklungsschub gegeben hat.

Elene Läßle: Wir erhielten auch

von den Kita-Leitungen die Rückmeldung,

dass schon die Beantwortung

der Fragen im schriftlichen

Bewerbungsprozess ihnen die

Möglichkeit gab, ihre eigene Arbeit

im Team zu reflektieren. Dass ein

Expertenteam vorbeikommt, sich intensiv

mit ihrer Arbeit und dem Team

auseinandersetzt, nahmen viele als

etwas Besonderes und auch als eine

Wertschätzung wahr.

Was können andere Einrichtungen

von den Finalisten lernen?

Dr. Barbara Junne: Dass es fruchtbar

ist hinzuschauen, wo der Schuh

drückt und gemeinsam eine Antwort

darauf zu finden. Diese Antwort kann

sich aber mit der Zeit verändern. Entscheidend

ist deshalb, immer an der

Frage dran zu bleiben: Wie bleiben wir

aktuell? Also: Für wen oder was sind

wir da? Was hält uns zusammen?

Wie organisieren wir uns? Und wie

kommen wir in die ganz praktische

Umsetzung unserer Ideen? Dieser

Prozess braucht bei allen Beteiligten

Offenheit, Veränderungswillen und ein

gutes Stück Selbstkritik.

Elene Läßle: Andere Kitas können

lernen, dass es sich immer lohnt, sich

immer wieder an die Gegebenheiten

vor Ort anzupassen. Ganz nach

dem Motto: „Man lernt nie aus“ gibt

es beispielsweise Finalisten, die Bildungsreisen

unternehmen und sich

pädagogische Konzepte in anderen

Ländern anschauen. Bei neuen Herausforderungen

stellen sie sich zuerst

die Frage, wo können wir hospitieren

und gute Lösungen ganz individuell

in unsere Arbeit integrieren. Zudem

ist es sehr beeindruckend, wie ernst

die Finalisten die Kinder nehmen. Sie

ermöglichen ihnen unbeobachtet zu

spielen, mutig zu sein und Risiken

einzugehen, sie dürfen auf Bäume

klettern oder gemeinsam mit den Erziehern

ein Feuer machen. Die Teams

verwirklichen Kinderrechte im Alltag,

beispielsweise wann, was und wie

viel ein Kind essen möchte. Das ist

gelebte Kindorientierung!

Deutscher Kita-Preis

Im Mai 2018 wurde der Deutsche

Kita-Preis erstmals auf Initiative des

Bundesministeriums für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend

(BMFSFJ) und der Deutschen

Kinder- und Jugendstiftung verliehen.

Die Auszeichnung in zwei

Kategorien, die mit insgesamt

130.000 Euro dotiert ist, würdigt

beispielhafte Kita-Arbeit und das

Engagement lokaler Bündnisse

für frühe Bildung unter besonderer

Berücksichtigung beispielhafter

Prozesse.

Die Gewinner stehen fest!

Zu finden auf:

www.deutscher-kita-preis.de

Auf der Website finden Sie außerdem

Filme zu allen 20 Finalisten.


Das Portal für Bildungsinformation

bildungsklick informiert Sie aktuell und umfassend

mit News, Hintergrundberichten, Dossiers, Interviews und

Videos aus der Welt der Bildung.

Wir machen Bildung zum Thema.

www.bildungsklick.de

www.bildungsklick.de


24 | AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

WISCHEN MIT FIETE,

MILLI UND ANNA

Bilderbuch-Apps unterstützen literarisches

Lernen. Meine Kita gibt Tipps, wie pädagogische

Fachkräfte aus Hunderten Angeboten die

richtigen Apps für Kinder finden.

Text Julia Knopf

Bilderbuch-Apps sind digitale Erzählungen für

Mobilgeräte. Damit die Apps einen Mehrwert

im Vergleich zum Buch haben, sollten sie keine

Kopien gedruckter Bilderbücher sein, sondern

mit den Möglichkeiten der neuen Medien experimentieren.

Um qualitativ hochwertige Angebote

zu nutzen, helfen klare Kriterien für Bilderbuch-

Apps und Ideen, wie man sie in der Kita sinnvoll

einsetzen kann.

Bilderbuch-Apps kann man in den Online Stores

der großen Anbieter wie Google oder Apple suchen.

Die dort nutzbaren Suchfilter sind allerdings

oft wenig differenziert, die Bewertungen der Ergebnisse

unzureichend und nicht objektiv. Eine bessere

Anlaufstelle sind daher spezielle Websites, die

gute Bilderbuch-Apps vorstellen, beispielsweise

ene-mene-mobile.de und bestekinderapps.de.

Hier werden in regelmäßigen Abständen Neuerscheinungen

vorgestellt und bewertet.

Bilderbuch-Apps unterliegen ähnlichen Anforderungen

wie analoge Bilderbücher. Durch neue

technische Möglichkeiten gibt es darüber hinaus

eine Vielzahl an Besonderheiten, die sich positiv

auf das literarische Lernen auswirken können:

SPRACHE

➤➤

Vorlesefunktion

Gute Bilderbuch-Apps haben eine Vorlesefunktion,

die man aktivieren oder deaktivieren

kann. Die Qualität der Vorlesestimme

ist wichtig. Manche Apps ermöglichen

es, den Text selbst einzusprechen. Erwachsene

und Kinder entwickeln so ihre

eigenen Bilderbuchgeschichten.

➤➤

Mehrsprachigkeit

Viele Bilderbuch-Apps lassen sich in unterschiedlichen

Sprachen rezipieren. Wenn

es die Apps beispielsweise auf Englisch

oder Türkisch gibt, sind sie für das frühe

Fremdsprachenlernen oder für Kinder mit

Deutsch als Zweitsprache geeignet.

➤➤

Variationen

In Bilderbuch-Apps können einzelne

Texte ein- und ausgeblendet werden:

Blendet man den Text aus, lassen sich

einzelne Abbildungen genauer betrachten.

Vergrößert man einzelne Bildelemente,

kann jedes noch so kleine Detail zum

Gesprächsgegenstand werden.

Foto: © Nadezhda1906 / Shutterstock.com


www.fruehe-bildung.online | 25

TECHNISCHE MÖGLICHKEITEN

➤➤

Touchscreen

Tablet-typische Aktivitäten wie Tippen oder Wischen

sollten in einem Zusammenhang mit der

Geschichte stehen. In manchen Apps lassen

sich die Animationen erst nach der Rezeption

des Textes aktivieren. Dies verhindert, dass

die Kinder zu schnell auf die nachfolgende

Seite blättern oder unreflektiert Animationen

auslösen.

➤➤

Kamera- und Mikrofonfunktion

Beide Funktionen können nachhaltiges Lernen

mit der App unterstützen. Durch die Kamera

lassen sich Fotos von Szenen einfügen, die

die Kinder selbst entwickelt haben. Mithilfe

des Mikrofons können Personen den Text

einsprechen. In einzelnen Apps können die

Rezipienten sogar fotografierte oder gemalte

Szenen integrieren.

➤➤

Geräusche und Musik

Nahezu alle Bilderbuch-Apps werden durch Geräusche

und Musik untermalt. Beides kann die

Rezeption fördern, aber auch negativ beeinflussen.

Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen. Es gibt

Anwendungen, in denen sich die Geräusche

überlagern, oder in denen die Begleitmusik gar

nicht zur Handlung passt. Idealerweise sollte

alles manuell abstellbar sein.

ANWENDERFREUNDLICHKEIT UND SICHERHEIT

➤➤

Strukturierung

Eine einfache Struktur und eine kindgerechte

Navigation helfen, sich selbstständig in der

Anwendung zu orientieren. In einigen Apps

werden die Kinder dabei durch einen Erzähler

oder eine Figur aus der Geschichte unterstützt.

Wichtig ist auch ein Storyboard, das alle Seiten

des Bilderbuchs im Überblick darstellt. Dadurch

lassen sich einzelne Sequenzen gezielt

ansteuern.

➤➤

Erwachsenen-Bereich

Ein gesonderter Bereich für Erwachsene ist

unerlässlich, wird im Moment allerdings noch zu

wenig angeboten. Sinnvoll wären Informationen

über das Bilderbuch selbst wie Deutungsperspektiven

oder Hinweise zum Umgang mit der

App wie über angemessene Nutzungszeiten

oder Vorlesetipps.

➤ ➤ Werbung und Datenschutz

Bei der Nutzung der Bilderbuch-App dürfen

die Kinder nicht von Werbeanzeigen abgelenkt

werden. Zahlungspflichtige Angebote innerhalb

der App sollten innerhalb der allgemeinen Einstellungen

am Tablet ausgeschalten werden.

Dies gilt auch für die individuellen Daten oder

Ergebnisse der Kinder wie eingesprochene

Texte.


26 | AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

ILLUSTRATION UND ANIMATION

➤ Künstlerische Gestaltung

Die künstlerische Gestaltung der Bilderbuch-Apps

kann das literarische Lernen

in besonderer Weise fördern und die

Kinder zum genauen Wahrnehmen

motivieren.

BILDERBUCH-APPS FÜR DIE KITA:

FIETE. DAS VERSUNKENE SCHIFF

Fiete fällt eine Schiffsplanke mit der Aufschrift „Botilda“ auf den Kopf. Sie gehört

zu einem versunkenen Schiff. Daraufhin beschließen Fiete und seine Freunde,

sich auf die Suche nach dem Schiff zu machen. Die Kinder helfen dabei.

Ahoiii Entertainment, ab ca. 5 Jahren

➤ Animationsmöglichkeiten

Die Animationsmöglichkeiten reichen

von farblichen Hervorhebungen bis

hin zu interagierenden Figuren. Diese

können beim literarischen Lernen unterstützen.

Man sollte darauf achten, dass

die Kinder nicht durch unstimmige oder

zu viele Animationen von der Handlung

abgelenkt werden.

VORSICHT VOR REIZÜBERFLUTUNG

Technische Möglichkeiten werden in einigen

Bilderbuch-Apps zu stark eingesetzt. Das

führt mitunter dazu, dass sich die Kinder

nicht mehr auf die eigentliche Geschichte

konzentrieren können. Bei der Auswahl

der Bilderbuch-Apps sollte daher auf eine

sinnvolle und harmonische Kombination der

unterschiedlichen Elemente wie Animation

und Text geachtet werden. Oft überlagern

Hintergrundgeräusche oder Animationen die

Vorleserstimme. In manchen Apps lassen

sich Animationen durch die Nutzer bereits

während des Vorlesens auslösen. Die Kinder

sind dann oft nur noch damit beschäftigt,

Animationen auszulösen und von einer Seite

auf die nächste zu wischen.

MILLI

Die kleine Schnecke Milli macht sich auf die Suche nach sich selbst. Dabei

begegnet sie vielen Tieren und erlebt mit ihnen tolle Abenteuer. Die Erzählung

in Reimform wird wohlüberlegt durch Animationen und Interaktionen ergänzt.

Mixtvision, ab ca. 3 Jahren

DIE BRILLE

Max entdeckt an einem Sommertag eine besondere Brille. Sobald er

diese aufsetzt, verwandelt sich seine Umgebung in eine fantasievolle

Abenteuerwelt. In neun Szenen können sich die Kinder die Brille

selbst aufsetzen und werden zum Erzählen angeregt.

Luftlinie Produktion UG, ab ca. 4 Jahren

DIE AUTORIN

Prof. Dr. Julia Knopf leitet

den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und

das Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität

des Saarlandes. Sie

ist Gründungspartnerin der

Beratungsunternehmen für digitale Medien

KLEE – kreativ lernen und Erfolg erleben und

der Didactic Innovations GmbH.

Foto: © Manuel Schlüter Photographie / Knopf


www.fruehe-bildung.online | 27

AUF AUGENHÖHE

MIT KINDERN

DER KLEINE WOLF

In dieser App machen sich Kinder mit einem Wolf auf

eine Reise. Sie besuchen unterschiedliche Orte und

werden durch interaktive Elemente Teil der hochwertig

illustrierten Geschichte.

ekibu, ab ca. 4 Jahren

Probieren Sie

unseren Web-Konfigurator:

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WS 1320 Thorax KiGa

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Stoff (feuerrot 055/055,

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IM GARTEN DER PUSTEBLUMEN

Schneiderin Anna lebt im Tal der Windmühlen. Perfekte

Maschinen sorgen für ein wunschloses Leben. Kinder

machen sich hier Gedanken über das Glück – auch in Form

einzelner Interaktionen.

Mixtvision, ab ca. 4 Jahren

Berufsintegrierende Bachelor-Fernstudiengänge

für Erzieherinnen und Erzieher

q Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe

Kindheit (B.A.)

Zielgruppe: Leitungspersonal von Kitas und Erzieherinnen / Erzieher,

die eine Leitungsposition mit pädagogischen und betriebswirtschaftlichen

Inhalten anstreben. Optional: Staatl. Anerkennung

zur Sozialpädagogin / zum Sozialpädagogen

q Pädagogik der Frühen Kindheit (B.A.)

Zielgruppe: Erzieherinnen und Erzieher,

die ihr Wissen im Bereich Frühpädagogik

auf wissenschaftlichem Niveau vertiefen möchten.

Optional: Staatl. Anerkennung zur Sozialpädagogin /

zum Sozialpädagogen

Informationen zum Bewerbungsverfahren: www.zfh.de

Informationen zu den Studiengängen: www.kita-studiengang.de

Bewerben bis

15. Juli 2018 für

Studienbeginn im

September 2018!


28 | AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

„ICH HÄTTE DA MAL WAS …“

Aggressive Kinder belasten Eltern, andere Kinder der Gruppe und

Fachkräfte. Wichtig ist, den Grund dafür herauszufinden.


www.fruehe-bildung.online | 29

Das erzählt die Erzieherin:

Sandra L., Leiterin einer öffentlichen

Kita in München

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INTERNATIONAL

EDUCATION MARKETS

„Wir haben enorme Probleme mit einem fünfjährigen

Jungen in der Kita, der seit einem Jahr

äußerst aggressiv ist. Wir wissen uns nicht mehr

zu helfen.

Seit über zwei Jahren ist Max* bei uns in der

Kita. Am Anfang hat er sich gut in der Gruppe

eingefügt. Wir hatten keine Probleme. Seit Oktober

hat sich aber alles geändert. Max begann,

uns Erzieher zu schlagen. Auch in seiner Familie

ist er aggressiv. Max hat einen kleinen Bruder,

der drei Jahre alt ist. Seine beiden Eltern sind

berufstätig.

Um Max zu helfen und die Situation in der Einrichtung

zu verbessern, begannen wir zu dokumentieren,

wann er aggressives Verhalten an den

Tag legt. Daraufhin erklärten wir ihm, dass sein

Verhalten nicht in Ordnung ist. Zunehmend begann

er auch, andere Kinder zu stören und sich

aggressiv gegen alles zu verhalten – beispielsweise

setzte er sich auf eine Kiste und trommelte

und trat über eine halbe Stunde dagegen. Die

Gespräche mit Max brachten jedoch keine Ergebnisse.

Wir führten Kinderkonferenzen durch,

zeigten ihm klare Regeln und Strukturen auf und

probierten auch die Eins-zu-eins-Betreuung –

ohne Erfolg. Gespräche mit den Eltern zeigten

uns, dass Max auch zu Hause aggressiv ist und

die Mutter bereits die Messer in der Schublade

wegsperren musste, weil Max danach griff. Sie

selbst fühlen sich hilfl os.

18. – 21. April 2018

MIEF – Moscow Inter national

Education Fair

Moscow, VDNH

MIT OFFIZIELLER DEUTSCHER BETEILIGUNG

7. – 8. Juni 2018

EduTECH Australia

International Convention Centre, Sydney

DEUTSCHE BETEILIGUNG

10. – 12. Oktober 2018

Worlddidac Asia

Bangkok, Queen Sirikit National Convention Center

MIT OFFIZIELLER DEUTSCHER BETEILIGUNG

Dezember 2018

Education Technology Iran

Tehran International Permanent Fairground, Iran

MIT OFFIZIELLER DEUTSCHER BETEILIGUNG

Foto: © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com

Nachdem wir keinen Erfolg mit den Maßnahmen

hatten und sich das Verhalten nicht besserte,

holten wir die Frühförderung ins Haus. Das war

ein interdisziplinäres Team aus Heilpädagogen

und Psychologen sowie Ergotherapeuten und

Logopäden. Sie konnten uns nicht helfen. Zur

weiteren Abklärung wurde Max in eine Klinik für

Psychologie gebracht. Das Ergebnis hat uns

überrascht: Er sei nur in einer Phase und zeige

hochbegabte Züge. Aber wer weiß, wie lange

diese Phase noch dauert. Wir wissen nicht mehr,

was wir machen sollen. Als letzte Konsequenz

darf Max nicht mehr in die Kita kommen, und

das wollen wir verhindern. Wie können wir weiter

vorgehen?“

* Name von der Redaktion geändert

16. – 18. Januar 2019

EDUTEC Korea

COEX Hall A, B, Seoul, Korea

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30 | AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

Wolfgang Bergmann

ist selbstständiger

Familienberater,

Coach und Trainer

für Fachkräfte im

Bildungs bereich. In

Bielefeld führt er die

Beratungspraxis

„Leichtsinn – Leichtigkeit

& Sinn“. Er ist

Autor und Referent.

Das sagt der Experte:

„Ich fi nde es persönlich sehr schade, dass

die Situation, in der Sie und Ihre Kita sich

befi ndet, schon so weit fortgeschritten ist

und Sie schon viele Maßnahmen ergriffen

haben, die nicht wirken. Ich kenne Max und

sein Umfeld nicht persönlich und kann Ihnen

daher nur allgemeine Anregungen geben,

wie Sie mit dieser oder ähnlichen Situationen

umgehen können.

Grundsätzlich gilt es zu überprüfen, ob es sich

wirklich um aggressives Verhalten handelt,

oder ob das Kind aus einer Not heraus auf

sich aufmerksam machen möchte. ‚Hallo, ich

bin auch noch da, ich will ernst genommen

werden und gesehen werden. Kann mir bitte

jemand helfen, wie ich mit meiner Situation

klar komme!’ So oder ähnlich könnte man

das in Worte fassen, was Kinder oft durch ihr

Verhalten ausdrücken – Erwachsene nennen

das aggressives Verhalten. Kinder befi nden

sich im Spannungsfeld zwischen Kooperation

und Integrität. Muss ich mich anpassen oder

kann ich meinen Bedürfnissen nachgehen und

werden diese ernst genommen?

Ruhige Momente nutzen

Mein Tipp: Nutzen Sie eine entspannte Atmosphäre,

in der Sie mit Max in Beziehung

treten. Das heißt, wenn er nicht aggressiv

ist. Erforschen Sie dann die Gründe für sein

Verhalten. Zeigen Sie Verständnis für seine

Gefühle, die hinter dem aggressiven Verhalten

liegen. Ein Beispiel: Max sitzt ruhig auf dem

Bauteppich und spielt. Da kann die Erzieherin

hingehen und Max ansprechen: ‚Hey Max,

ich sehe, du spielst hier mit den Bauklötzen.

Heute Morgen habe ich gesehen, dass es dir

nicht gut ging – du warst ziemlich wütend.

Kannst du mir vielleicht sagen, was dich so

wütend macht, weil das interessiert mich

sehr!’ Es ist dann nicht wichtig, dass Max

antwortet. Aber er fühlt sich gesehen und

ernst genommen.

Kinder haben zwei wichtige Grundbedürfnisse.

‚Ich will dazu gehören’ und ‚Ich will

mich autonom entwickeln’. Häufi g reagieren

Erwachsene erst, wenn das Kind auffälliges

Verhalten zeigt, das ist dann meist zu spät.

Wenn Max nicht mehr in die Kita kommen

dürfte, verschlimmert sich meines Erachtens

seine Situation nur. Vielleicht gibt es einen

Zusammenhang zwischen Max‘ familiärer Situation

und seinem Verhalten, das er in der Kita

zeigt. Max ist fünf Jahre alt, seit drei Jahren hat

er einen Bruder. Wenn Geschwisterkinder auf

die Welt kommen, müssen Eltern zwangsläufi g

ihre Aufmerksamkeit den Kindern gegenüber

teilen. Dass beide Elternteile berufstätig sind,

kommt erschwerend hinzu. Nehmen Sie sich

hier ebenfalls Zeit und fragen Max in einem

entspannten Moment, wie es ihm denn eigentlich

geht, seitdem er ein Brüderchen hat. Suchen

Sie das Gespräch mit den Eltern, damit

sie gemeinsam Wege fi nden, um mit Max in

Beziehung zu treten. Die Eltern könnten ehrlich

sagen, dass es ihnen aufgrund der Arbeit und

der Geburt des Bruders leider nicht möglich

ist, sich so wie früher voll und ganz auf Max

einzustellen. Das wäre die Wahrheit – und

Kinder können mit der Wahrheit gut umgehen.

Und besonders wichtig ist: Warten Sie nicht

erst eine halbe Stunde, wenn ein Kind zu

laut trommelt. Gehen Sie auf das Kind zu,

zeigen Sie Verständnis für sein Gefühl und

sagen Sie mit persönlicher Sprache und möglichst

ruhiger Stimme, dass es Ihnen zu laut

ist. Sprechen Sie mit Max, nicht über das

Trommeln: ‚Max, ich sehe, dass du auf die

Kiste trommelst. Wahrscheinlich ärgert dich

irgendwas. Das ist ok, vielleicht magst du mir

verraten, was dich ärgert? Aber das Trommeln

ist mir zu laut.’ So oder ähnlich könnten die

Botschaften lauten, die Max helfen, mit seinen

Gefühlen konstruktiv umzugehen.“

„Häufig reagieren Erwachsene erst,

wenn das Kind auffälliges Verhalten

zeigt, das ist dann meist zu spät.“

Foto: Bergmann


Das Magazin für

Berufsbildungsprofis:

www.bildungspraxis.de


32 | SCHON GEWUSST?

Materialien für

gemeinsames Forschen

Mit dem Aktionspaket zum „Tag der kleinen Forscher“

stellt die Stiftung Haus der kleinen Forscher vielfältiges

Material zum gemeinsamen Forschen für Kitas

bereit. Das Material enthält eine bunte Broschüre

voller Forscherideen und Projektvorschläge, ein

Forscherdiplom und einen Forscherpass für die Kinder.

Kitas können das Paket herunterladen und bestellen auf:

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Neue Chefredaktion bei

Frühe Bildung online

Prof. Wassilios E. Fthenakis, Meine Kita Chefredakteur

und Präsident des Didacta Verbandes,

übernimmt die Chefredaktion des Internetportals

Frühe Bildung Online und löst Prof. Hilde von

Balluseck ab. Auf dem Internet-Portal finden

Erzieherinnen und Erzieher, Grundschullehrkräfte,

Träger von Bildungsinstitutionen, Akteure aus

der Kindertagespflege, Eltern, Pädagogen und

alle Bildungsinteressierten kostenfrei kompetente

Anregungen für ihren Beruf.

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dem Stichwort „Grüffelo“ an: meine.kita@avr-verlag.de.

Einsendeschluss ist der 6. Juli 2018*

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Gewinnspiel

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn

wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices sind von der Teilnahme

ausgeschlossen.

* Eingang der E-Mail

Gemüsebeete für Kitas

Bereits zum 10. Mal ruft die Edeka-Stiftung Kitas

auf, sich für die Aktion „Gemüsebeete für Kids“ zu

bewerben. Die Stiftung stattet Kindertagesstätten

mit Hochbeeten, Erde und Saatgut aus. Anmelden

können sich Kitas bis 31. August auf:

➔➔www.edeka-stiftung.de

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34 | RATGEBER

SCHLAF

KINDLEIN, SCHLAF

Wann und wie lange ein Kind in der Kita

schlafen soll, darüber gibt es zwischen Eltern

und Erziehern oft Diskussionen. Warum das

Kind nicht einfach selbst entscheiden lassen?

Text Friederike von Bredow

Kind muss mittags schlafen, sonst

ist es nachmittags völlig fertig“, erklärt

die Mutter von Lukas. „Mein Kind darf

„Mein

mittags nicht schlafen, sonst bekomme

ich es abends nicht ins Bett“, sagt Leonies Mama.

„Mein Kind soll selbst entscheiden, ob es schlafen

will, oder nicht!“, fi ndet Maximilians Vater.

Die Wünsche und Erwartungen der Eltern an die

Schlafenszeit ihrer Kinder sind unterschiedlich. So

auch die Schlafbedürfnisse der Kinder.

Unterschiedlicher Schlafbedarf

Kinder brauchen viel mehr Schlaf als Erwachsene.

Jedoch ist das Schlafbedürfnis von Kindern unterschiedlich.

Kinder, die ihren Schlafbedarf in

der Nacht vollständig stillen, brauchen kaum bis

keinen Mittagsschlaf mehr. Andere Kinder benötigen

zwei Stunden Mittagsschlaf. Für Kinder unter

drei Jahren ist es am besten, wenn sie insgesamt

12 bis 15 Stunden innerhalb von 24 Stunden

schlafen, davon 1 bis 3 Stunden tagsüber.

Kinder unterscheiden sich auch in ihrer Stressresistenz,

die sich auf ihren Schlafbedarf auswirkt.

So kommen manche Kinder besser mit

der Verarbeitung aller Eindrücke und Reize eines

Kita-Tages klar als andere. Rund 25 Prozent der

Kleinkinder geben den Mittagsschlaf vor dem

dritten Geburtstag auf. Etwa jedes zweite Kind

verzichtet im Alter zwischen drei und vier Jahren

auf das Nickerchen am Mittag. Die restlichen

25 Prozent der Kinder behalten den Mittagsschlaf

bei, bis sie fünf Jahre oder sogar noch älter sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und

Schlafmedizin empfi ehlt, dass Kinder nur einen

Mittagsschlaf machen sollten, wenn sie das auch

wollen. Ein Kind, dass partout nicht schlafen will,

und dem es auch ohne Mittagsschlaf bis zum

Abend gut geht, sollte nicht gezwungen werden.

Mittags schlafen

fördert die Entwicklung

In einigen Kitas haben U3-Kinder noch immer

nicht die Möglichkeit, mittags zu schlafen – selbst,

wenn sie es gerne würden. Dies liegt zum einen

an den oft nicht ausreichend vorhandenen Räumlichkeiten,

an dem zu geringen Personalschlüssel

oder dem Tagesplan, der mit dem kindlichen

Mittagsschlaf nicht vereinbar sei. Zum anderen

Foto: © Evgeny Atamanenko / Shutterstock.com


www.fruehe-bildung.online | 35

liegt es an der Einstellung mancher Träger, dass

Kinder den Mittagsschlaf nicht bräuchten, um

sich gut entwickeln zu können. Die Folge sind

übermüdete Kinder, die nach einem 8-Stunden-

Kita-Tag in einen komatösen Schlaf fallen, oder

mit denen nachmittags nach der Kita nichts mehr

anzufangen ist, weil das kindliche Gehirn völlig

überfrachtet ist. Andere Eltern haben das gegenteilige

Problem. Sie berichten, dass die Kinder in

der Kita mittags solange schlafen dürfen, bis sie

von alleine aufwachen. Die Folge: Die Kinder fi nden

abends nicht in den Schlaf, sind bis nach 22 Uhr

wach und aufgedreht. Am nächsten Tag müssen

sie morgens aus dem Tiefschlaf geweckt werden,

sind unausgeschlafen und gewöhnen sich einen für

die ganze Familie belastenden Schlafrhythmus an.

Das bedeutet für die Kita: Bei der Betreuung von

U3-Kindern sollte der Mittagsschlaf grundsätzlich

eine feste Größe sein und in den Betreuungsalltag

mit eingebaut werden. Denn während des Mittagsschlafes

werden Stresshormone abgebaut,

Wachstumshormone ausgeschüttet und Lerninhalte

verarbeitet. Das Gedächtnis wird gestärkt,

das Gewicht langfristig reduziert und das Risiko

von Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv gesenkt.

So ist ein Kind nach einem Mittagsschlaf wieder

ausgeruht und offen, neue Eindrücke aufzunehmen

und zu verarbeiten.

Schlafmangel dagegen kann schlimme Folgen

haben. Wird das kindliche Schlafbedürfnis nicht

gestillt und keine Pause ermöglicht, kann das

kindliche Gehirn nicht vor Überreizung geschützt

werden. Entwicklungs- und Verhaltensstörungen

können die Folge sein, ebenso wie Stimmungsschwankungen,

Gereiztheit und Konzentrationsstörungen.

Der kindliche Schlaf und damit

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36 | RATGEBER

auch der Mittagsschlaf ist demnach eine wichtige

Voraussetzung für die Ausgeglichenheit und Fröhlichkeit

eines Kindes.

Kind wecken oder nicht?

Damit ein Kind abends beim Einschlafen keine

Schwierigkeiten hat, sollte der Mittagsschlaf bei

einem Kleinkind mit anderthalb Jahren und älter

mindestens 30 Minuten und nicht länger als

eineinhalb bis zwei Stunden dauern. Zwischen dem

Mittagsschlaf und dem Zubettgehen am Abend

sollten mindestens vier Stunden vergangen sein,

damit das Kind Zeit hat, wieder müde zu werden.

Wecken ist erlaubt und manchmal angebracht,

etwa wenn ein Kind nachmittags über zwei

Stunden schläft. Das Wecken des Kindes sollte

möglichst behutsam vonstattengehen, indem der

Erzieher beispielsweise die Tür zum Schlafraum

öffnet und so der „normale Lärm“ ins Zimmer

gelassen wird. Das Kind kann auch beruhigend

angesprochen oder ihm etwas vorgesungen

werden. Sanftes Streicheln hilft ebenso beim

Aufwachen. Wichtig ist, dem Kind Zeit zu lassen,

langsam wach zu werden, indem man sich

nach dem Aufstehen zunächst ruhig mit ihm beschäftigt

und beispielsweise Musik hört, vorliest

und kuschelt. Direkt nach dem Aufwachen kann

das Kind noch keine Aufforderungen befolgen,

Gesprächsinhalte verstehen und verinnerlichen

oder sich „schnell anziehen“.

Gespräche mit den Eltern

Wie so oft ist es gerade in diesem Fall sehr schwer,

allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Konflikte mit

Eltern sind vorprogrammiert. Daher sollten sich die

Fachkräfte intensiv mit den Eltern über die Schlafbedürfnisse

ihres Kindes austauschen. Auch die

Weiterentwicklung von Konzepten und Rückmeldungen

an die politischen Entscheidungsträger sind

wichtig. Denn eines ist klar: Die ersten drei Jahre

sind entscheidend für die körperliche, psychische

und soziale Entwicklung eines Kindes – und dafür

braucht es einen erholsamen Schlaf.

DIE AUTORIN

Friederike von Bredow ist Diplom-Pädagogin

mit Schwerpunkt Erziehungshilfe.

Als Therapeutin und Coach in der Kieler

Praxis für Therapie und Beratung beschäftigt

sie sich mit dem Schlafbedürfnis

von Kindern.

www.neuewege-beratung.com

TIPPS FÜR DEN KINDERSCHLAF

➤➤

Kinder unter drei Jahren brauchen mittags

ein Nickerchen. Er muss ihnen angeboten,

aber nicht erzwungen werden.

➤➤

Kinder, die mittags nicht mehr schlafen

möchten oder können, brauchen zumindest

eine Ruhepause, damit ihr Gehirn

sich erholen kann (beispielsweise auf

dem Sofa ein Buch anschauen, Kassette

hören, puzzeln).

➤➤

Regulierend eingegriffen werden sollte,

wenn ein Kind abends zur Schlafenszeit

nicht müde ist. Das könnte darauf

hindeuten, dass Schlafenszeiten, die eigentlich

in der Nacht stattfinden sollten,

auf den Nachmittag verlagert werden.

Dann sollte der Mittagsschlaf gekürzt

oder langsam ganz abgeschafft werden.

➤➤

Das Wecken aus dem Mittagsschlaf ist

weniger „schlimm“ als das morgendliche

Wecken aus dem Tiefschlaf. Es sollte

aber immer sanft vonstattengehen.

➤➤

Wenn ein Kleinkind plötzlich mittags

nicht mehr schlafen möchte – das

passiert oft ohne Vorwarnung –, lohnt

es sich zu testen, eine längerfristige

Änderung herbeizuführen. Dabei sollte

man sehr behutsam vorgehen und den

Schlafrhythmus des Kindes in Viertelstundenschritten

verändern.

➤➤

Kinder brauchen feste Rhythmen:

Wichtig ist ein geregelter Tagesablauf.

Er erleichtert es Kindern, auch mittags

zur Ruhe zu kommen und die Schlafenszeit

zu akzeptieren. Kinder, die an feste

Zeiten gewöhnt sind, schlafen schneller

ein, sind folgsamer, aufnahmebereiter

und ausgeglichener.

➤➤

Kinder benötigen nicht immer eigene

Schlafräume, es reichen auch Matratzen

und Rückzugsorte.

Foto: von Bredow


DAS PORTAL FÜR ALLE,

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Frühe Bildung Online führt die verschiedenen

Aspekte der frühkindlichen Bildung zusammen:

kindliche Entwicklung

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38 | RATGEBER

NICHTS IST UMSONST

Lieder sind urheberechtlich geschützt. In welchen Fällen Erzieher diese trotzdem

unbedenklich nutzen können, erklärt Rechtsexperte Torsten Bornemann.

Text Torsten Bornemann

Vor einigen Jahren ging in den Kinderbetreuungseinrichtungen

die Angst vor der GEMA

um. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit

forderte die Gesellschaft für musikalische

Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte,

Kitas dazu auf, konkret mitzuteilen, welches

Lied von welchem Komponisten und von welchem

Musikverlag kopiert und verteilt wurde. Es kam

die Frage auf: Welche Lieder dürfen Einrichtungen

überhaupt vervielfältigen? Kita-Leitungen

sollten sich damit genauer beschäftigen – denn

Fehlverhalten kann teuer werden.

Schutz für 70 Jahre

Rechtlicher Ausgangspunkt ist zunächst der Urheberrechtsschutz.

Lieder und deren Noten sind

grundsätzlich schutzfähig. Dieser Schutz ist zeitlich

begrenzt auf die Dauer von 70 Jahren, gerechnet

ab dem Tod des Urhebers. Waren an der Komposition

mehrere Personen beteiligt, etwa Textautor

und Komponist, erlischt das Urheberrecht

70 Jahre nach dem Tod des Längstlebenden. Zu

beachten ist, dass eine erneute Bearbeitung eines

Liedes selbst wieder urheberrechtlich geschützt

ist. Kürzungen oder Variationen eines Werkes

können also die 70 Jahre erneut in Gang setzen.

Anschließend sind die Werke „gemeinfrei“, die

Kitas können die Lieder dann unbedenklich nutzen.

Gemeinfreie Lieder dürfen ohne Einschränkung

kopiert werden. Sollte das Rechteregister eines

Liederbuches beziehungsweise die Copyright-

Angaben zum Liedtext und den Noten nicht eindeutig

sein, sollten Einrichtungen im Zweifel beim

Verlag beziehungsweise der GEMA oder der VG

Musikedition anfragen.

Singen ist während eines Anlasses auch bei vorhandenem

Urheberrechtsschutz nicht lizenzpflichtig.

Eine Lizenz wäre nur für eine öffentliche Aufführung

erforderlich, dazu zählen aber keine Gottesdienste,

Martinszüge oder andere internen Feiern. Auch

Auftritte im Altenheim gelten in der Regel nicht als

öffentlicher Auftritt. Öffentlichkeit würde voraussetzen,

dass die Lieder einem größeren Publikum

vorgesungen werden, das nicht mit den Sängern

oder den Zuhörern durch persönliche Beziehung

verbunden ist – beispielsweise auf einem Stadtfest.

Vorsicht beim Kopieren

von Liedern

Etwas differenzierter muss jedoch das Kopieren

von Liedern und Noten für Kindergärten betrachtet

werden. Das liegt daran, dass es – anders als für

Schulen – keine allgemeinen Vereinbarungen beim

Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken

Fotos: © Fh Photo / Shutterstock.com; Goßens Rechtsanwälte


www.fruehe-bildung.online | 39

gibt – wohl, weil man in diesem Bereich davon

ausgeht, dass Kopien bei Kindern dieses Alters, die

noch nicht lesen können, nicht erforderlich seien.

Für den privaten Gebrauch ist das Kopieren der

Liedtexte in den meisten Fällen zulässig. Kommen

bei den Kopien aber Noten hinzu, muss die zuständigen

Verwertungsgesellschaft Musikedition aufgesucht

werden, denn hier ist eine Vervielfältigung nur

mit der Einwilligung des Berechtigten möglich (§ 53

Abs. 4 UrhG). Die VG Musikedition kümmert sich

um die Rechteverwertung für die Urheber. Nur in

einzelnen Regionen hat die VG auch für Kindertagesstätten

Pauschalvereinbarungen geschlossen,

jedoch nicht flächendeckend. Einzelheiten dazu

und Tarife gibt es auf www.vg-musikedition.de in

der Rubrik „Kindergärten“.

Umgang mit CDs

Die Bestimmungen des Urheberrechts gelten auch

für den Umgang mit CDs. Jede CD ist ein urheberrechtlich

geschütztes Werk. Die Verwendung

von Musikträgern, die für die Einrichtung erworben

DER AUTOR

Rechtsanwalt Torsten Bornemann

gibt in jeder Aus gabe von Meine Kita

Ant worten auf rechtliche Fragen aus

dem Kita-Alltag.

wurden, ist unproblematisch, da der Kita-Alltag

innerhalb der Einrichtung als nicht öffentlich einzustufen

ist. Lediglich privat erstellte CD-Kopien, die

in der Kita genutzt werden, könnten zu Problemen

führen. Bei größeren Festen, die der Einrichtungsträger

veranstaltet, könnte die Grenze zu einer

öffentlichen Veranstaltung überschritten sein, was

dann die Genehmigung durch die GEMA erfordert.

Ausschlaggebendes Moment ist auch an dieser

Stelle, ob die Besucher sich untereinander kennen

und einen Bezug zueinander haben oder ob das

nicht der Fall ist.

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42 | MEIN BERUF

FUNDSTÜCKE

Ein Rundgang auf der didacta 2018 in

Hannover mit Erzieherin Sandra zeigt:

Die Fachkräfte können sich dort viele

Anregungen für die tägliche Arbeit

holen und sich weiterbilden.

Text Benigna Daubenmerkl

DIE DIDACTA 2018

(20. BIS 24. FEBRUAR IN HANNOVER):

➤➤

73 000 Besucher

➤➤

840 Aussteller

➤➤

1400 Vorträge, Seminare und

Diskussionsrunden

➤➤

Rund 3000 Teilnehmer an Kita-

Seminaren und den Veranstaltungen

zur frühen Bildung

Geborgenheit schaffen ist eines der Ziele von

superelastischen Erlebnistüchern. Sie vermitteln

das Gefühl eines geschützten Raumes. „Eine gute

Möglichkeit, um den Gruppenzusammenhalt zu

stärken“, sagt Sandra, Kita-Leiterin einer Münchner

Einrichtung. „Das lässt sich gut für den Morgenkreis

nutzen, wenn ein Kind neu in die Gruppe gekommen

ist, oder um ausgegrenzte Kinder besser zu

integrieren.“

Interessiert sieht Sandra

sich die knallbunten, sehr

leichten Stapelsteine aus

wasserfestem widerstandsfähigem

Material an. Diese

lassen sich leicht stapeln,

Kinder können auf ihnen

balancieren oder Türme

bauen. Die in Deutschland

produzierten Bausteine eigenen

sich für Kinder aller

Altersstufen.

Fotos: © Daubenmerkl (2), Messe Hannover


www.fruehe-bildung.online | 43

Weiterbildung für Erzieher

Auf der diesjährigen didacta Bildungsmesse

in Hannover fanden insgesamt 1400 Vorträge,

Seminare und Diskussionsrunden statt. Die

Schwerpunkte in der frühen Bildung lagen auf

den Themen Kita-Qualität, Didaktik für U3-

Kinder, frühe Mehrsprachigkeit, Kinderrechte,

digitale Kompetenz sowie Inklusion. Dass

diese Fragestellungen den Nerv der pädagogischen

Fachkräfte trafen, zeigte sich an den

Besucherzahlen: Rund 3000 Interessierte nahmen

an den Kita-Seminaren und Vorträgen teil.

Die Präsentationen der Seminare fi nden Sie

auf www.didacta.de.

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ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Mit unseren altersgerechten

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gemeinsamen Spielen zu entwickeln. Sprechen Sie uns an –

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44 | MEIN BERUF

DRAUSSEN SPIELEN

Der Trend bei den Außenspielanlagen

geht zu natürlichen

Materialien. Dazu gesellt sich

immer häufiger auch der Aspekt

der Nachhaltigkeit. Die Materialien:

Holzsorten, die wenig

bearbeitet sind, eine hohe Haltbarkeit

aufweisen und aus der

Region kommen. Beliebt sind

Schiffe, Baumhäuser und Türme

mit Rutschen. Fantasievolle

Ausführungen, die es zu entdecken

gilt, punkten besonders.

„Die Bausteine finden Kinder gut, sie können zusammen

damit experimentieren und bauen“, sagt Sandra. Die

übergroßen Legobausteine sind aus wetterfestem, sehr

robustem und speziell verarbeitetem Holz. Die Kinder

können damit bei jedem Wetter draußen spielen.

Fotos: © Daubenmerkl


www.fruehe-bildung.online | 45

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Angesagt sind große Kletter-Balancieranlagen, Kletterwände

und mobile Kriechtunnel. Zur Bewegung

regen auch die Häuschen aus Korkquader an, bei

dem die Kinder selbst Mauern aufschichten können.

„Es ist wichtig, dass sich Kinder in der Kita so viel

wie möglich bewegen“, erklärt die Erzieherin Sandra,

„vor allem Kinder, die von 7 bis 18 Uhr in der Kita

sind. Ich merke, dass sie motorisch immer ungeschickter

werden, sie können keine Purzelbäume

mehr schlagen, keine Bäume mehr hochklettern.

Das ist in der Stadt oft schwierig.“

Foto:

Rüdiger Ott


46 | MEIN BERUF

Meine Kita-Stellenmarkt

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Kindern und ihren Familien aus unterschiedlichen Kulturen. Mit Freude

daran, sich kreativ und motiviert in den Alltag der Kindertageseinrichtung

einzubringen.

Ihre Aufgaben bei uns:

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• Erstellung und Führung der Portfolios

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Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!

Für Rückfragen stehen Ihnen Frau Lienhardt, Abteilungsleiterin der

Kindertagesstätten, Telefon: 07031/669-2382, oder Frau Zikeli,

Personalabteilung, Telefon: 07031/669-1227, gerne zur Verfügung.

SozialBildung

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48 | MEIN BERUF

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Fachtagung Sprache

8. und 9. Juni in Heidenheim a. d. Brenz

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Unter dem Motto „Themen der Zukunft – Ein best of!“ findet die Fachtagung Sprache der

Peter Sauber Agentur statt. Die Teilnahmegebühr für eine Tageskarte beträgt 160 Euro.

➔➔www.fachtagung-sprache.de

Sprachförderung

21. Juni in Karlsruhe

Der kostenfreie Workshop „SPATZ, DaZ, Sprach Kita & Co – Worum geht es eigentlich?“

der GEW thematisiert Sprachförderung bei Kindern.

➔➔www.gew-bw.de/ veranstaltungen

Kitaleitungskongress

12. und 13. Juni in Stuttgart, 26. und 27. Juni in Augsburg

Der Deutsche Kitaleitungskongress findet in diesem Jahr unter dem Motto „Leiten.

Stärken. Motivieren.“ statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 199 Euro.

➔➔www.deutscher-kitaleitungs kongress.de

Impressum

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Verlag und

Redaktionsanschrift:

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Wassilios E. Fthenakis

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AVR Agentur für Werbung

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www.avr-werbeagentur.de

www.meinekitaclub.de

Thomas Klocke

Silvia Schumacher

Tina Sprung

Benigna Daubenmerkl

Vincent Hochhausen

Sonja Ritter

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Anzeigenprüfung:

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kherrmann@avr-verlag.de

Hans-Peter Wimmer

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hpwimmer@avr-verlag.de

Doris Hollenbach

Tel.: +49 89 419694-33

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Stefan Samabor

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westermann druck GmbH

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Preis des Heftes: Deutschland 2,40 €

inkl. Mwst.

Österreich 2,70 €

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Jahresabonnement

(4 Hefte), 9,60 €.

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Mo – Do von 14 – 17 Uhr

Abo-Service: Tel.: +49 89 419694-43

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Hinweis: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben

nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Nachdruck

oder sonstige Vervielfältigungen – auch auszugsweise –

sind nur mit Genehmigung des Verlages gestattet.

Für unaufgefordert eingesandtes Redaktionsmaterial

übernimmt der Verlag keine Haftung.© AVR GmbH 2018

Autoren und

Mitwirkende

dieser Ausgabe:

Torsten Bornemann

Wolfgang Bergmann

Stephan Brückner

Prof. Julia Knopf

Titelbild: © Rawpixel.com /

Shutterstock.com

Erscheinungsweise:

4 × jährlich


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Armlehne, ausgewählte Farben in Uni

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Sanus Gesundheitsstuhl: Geschützt durch EU-Designregistrierungen, EM 001259980-0001 und -0002

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Meerjungfrau

06

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Prinzessin

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