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NATURRÄUME: CAPELANDS

Zwischen Kap-Faltengürtel und Küste verläuft

ein Streifen Land, der voller Blumen,

Vögel und Weingüter zu sein scheint – die

paradiesischen Capelands. Kein Wunder,

dass die ersten europäischen Siedler, eine

gestrandete holländische Besatzungsmannschaft

eines Schiffes der Ostindien-Kompanie,

nach ihrer vom Schiffbruch erzwungenen

Zeit am Südzipfel Afrikas wiederkommen

wollten. Kein Wunder, dass einige südfranzösische

Hugenotten Ende des 17. Jahrhunderts

beschlossen, mitsamt ihren Kompetenzen

im Weinbau das ihrer Religion feindliche

Frankreich zu verlassen und ihr Glück auf der

Südhalbkugel zu versuchen. Kein Wunder,

dass die gesamte Strecke entlang der Küste

zwischen Hermanus und Port Elizabeth als

Garden Route bezeichnet wird. Doch natürlich

handelt es sich bei diesem wunderschönen

Stück Erde weder um das Paradies noch

um einen überdimensionierten Garten. Auch

dort herrschen die üblichen zwischenmenschlichen

Probleme vor, befinden sich Natur

und Mensch im Widerstreit.

Die Westküste gilt noch als Geheimtipp, da

sie deutlich weniger touristisch erschlossen

ist als die Süd- und Ostküste des Landes.

Hierhin ziehen sich Einheimische zurück, um

Urlaub zu machen. Es geht etwas rustikaler

zu als weiter südlich, aber umso malerischer

ist es. Die San, auf wenige Gebiete zurückgedrängte,

traditionell lebende Ureinwohner

des Landes, haben ein Kulturzentrum bei

Yzerfountain errichtet, in dem ihre Lebensweise

anschaulich rekonstruiert wird. Im

weiter südlich liegenden Kapstädter Stadtviertel

Bloubergstrand lockt ein schier endloser

Sandstrand; ein beliebtes Fotomotiv ist

die Kulisse des hinter Kapstadt aufragenden

Tafelberges vor dem blauen Meer.

An der Kap-Halbinsel brechen sich die Wellen

am Kap der Guten Hoffnung – ein Name,

der zur Bändigung der gefährlichen Passage

dienen sollte. Hoffnung war inmitten der

unberechen baren Wassergegend jahrhundertelang

von nöten, viele Schiffe sind an

den Klippen des Kaps zerschellt. Etwas weiter

östlich liegt Kap Agulhas, an dem sich

Atlantik und Indischer Ozean treffen.

Entlang der Südküste wechseln sich touristisch

frequentierte Strände mit Naturschutzgebieten

und ruhigeren Gefilden ab. Ob romantisch

oder abenteuerlich, gesellig oder

einsam, mondän oder ländlich, mit Kindern

oder ohne, motorisiert oder nicht – es findet

sich für alle Bedürfnisse das richtige Fleckchen

auf der Garden Route.

Eine zerklüftete, von Mangrovensümpfen

und Urwäldern gesäumte Küste und das

ländliche Grasland der ehemaligen Transkei

wiederum prägen das Ostkap mit den beiden

Hafenstädten East London und Port

Eli za beth. Drei Viertel der Bevölkerung dort

gehören der Volksgruppe der Xhosa an,

deren traditionelle Rundhüttendörfer sich

harmo nisch in die Landschaft fügen. Viehzucht

und Landwirtschaft bilden nach wie

vor die Haupteinnahmequelle eines Großteils

der Bevölkerung.

18 | SÜDAFRIKA IM ÜBERBLICK

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