Kradblatt Ausgabe August 2019

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Natürlich genieße ich das Gefühl, nicht

den Erwartungen anderer Menschen zu

entsprechen und sie mit dieser Information

über mich zu überraschen. Aber wer

auch immer diesen Satz geprägt hat, er

oder sie hat verdammt recht: Motorrad

fahren ist viel zu schön, um es allein der

Männerwelt zu überlassen.

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Endlich ohne schlechtes

Gewissen Klamotten shoppen

Meiner Meinung nach ist das Tragen

qualitativer Schutzkleidung das A und O,

wenn man mit dem Motorrad unterwegs

ist. Aber: Qualität hat beim Motorrad fahren

definitiv ihren Preis und dieser meiner

Meinung nach seine Berechtigung.

Und während ich teuren Schuhen und

Handtaschen nichts abgewinnen kann

und großen, aber nicht minder unfair

produzierenden Labels ungern mein

Geld in den Rachen werfe, investiere ich

meine Groschen lieber in vernünftige

Motorradkleidung. Nicht nur, weil das

optisch was her macht, sondern weil ich

mich dann gut, sicher und stark fühle.

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Männer fahren Motorrad,

Frauen aber auch

Die Emanzipierung der Frau und der

Kampf darum wird oftmals nur noch müde

belächelt. Dennoch bin ich sehr dankbar,

in der Gesellschaft in der ich derzeit lebe,

ein selbstständiges sowie unabhängiges

Leben führen zu können. Das können so

noch längst nicht alle Frauen (und Männer)

erleben und ist absoluter Luxus. Und

zu diesem Luxus gehört auch, dass ich

Motorrad fahre und ich mir dieses Hobby

leisten kann. Ich glaube für uns Frauen

hat es nochmal eine ganz besondere

Bedeutung, wenn wir das Motorradfahren

nicht nur physisch und psychisch, sondern

vor allem auch finanziell stemmen. Mich

zumindest erfüllt das mit einer großen

Anerkennung mir selbst gegenüber. Es

ist eine der schönsten Belohnungen für

meinen Ehrgeiz und Fleiß.

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… Frauen aber auch!

Motorradfahrerin zu sein steht

für Stärke und Selbstständigkeit

26 Jahre lang wusste ich nicht, dass ich

Motorrad fahren will. Während ich vorher

selten Fahrrad und noch viel seltener, also

gar nicht, Roller gefahren bin, habe ich das

Motorrad fahren von der Pike auf lernen

müssen. Selbst in Kombi habe ich mich

am Anfang nicht wirklich wohl und eher

wie im Kasperletheater gefühlt. Es war

also nicht immer einfach auf meine innere

Stimme zu hören, aber nach bestandener

Prüfung und nun drei Saisons später,

bin ich noch immer wahnsinnig stolz auf

mich und fühle mich pudelwohl. Was ich

mir zeitweise selbst nicht zutraute, hatte

ich dann doch geschafft. Erfahrungen

wie diese zeigen: Motorrad fahren stärkt

enorm das eigene Selbstbewusstsein.

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Du kannst „Barbie“ bleiben

durch und durch

Seitdem ich ein kleines Mädchen bin

liebe ich Make-up. Du glaubst, diese Leidenschaft

kann man mit Motorrad fahren

nicht vereinen?! Falsch gedacht. Unter

meinem Helm trage ich häufig Make-up,

ohne dass etwas verschmiert oder im

Helm kleben bleibt. In die Handschuhe

und um die Kurven komme ich auch mit

meinen manikürten Nägeln, ohne dass

sie mir abbrechen. Und in meiner Kombi

mache ich wohl bei weitem keinen herben

oder burschikosen Eindruck. Ganz

im Gegenteil – Gegensätze ziehen sich

an! Und das eine schließt das andere

nicht aus.

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Glück kann man nicht kaufen,

ein Motorrad aber schon

Du liebst den Konsum? Und dennoch

bist du nicht glücklich? Dann probiere

es doch mal mit einem Motorrad! Ich

kenne nichts bis gar nichts, was glücklicher

macht als die empfundene Freiheit,

das Zusammengehörigkeitsgefühl einer

Gemeinschaft und das Rumflachsen und

Durchatmen während der Pausen. Vieles

kannst du dir kaufen, fabelhafte Erinnerungen

aber nicht! Mit einem Motorrad

fährst du diesen aber ein ganzes Stückchen

entgegen.

Marie Mattiza

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