Kradblatt Ausgabe August 2019

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18 Unterwegs im Spreewald

Zur praktischen Streckenkunde geht

es nach der Theorie in zwei Gruppen mit

Instruktoren auf die Strecke. Ziel ist es,

eine gute und eindeutige Fahrlinie zu finden.

In den Pausen gibt es immer wieder

Hinweise der Instruktoren oder es werden

Fragen der Teilnehmer beantwortet.

Bis zum Mittag wurde die Strecke ausschließlich

in Begleitung eines In struktors

befahren am Nachmittag gab es

dann die Freigabe zum „Freien Fahren“.

Schnell erkannte man jetzt den Sinn

der strengen Verhaltensregeln um wirklich

Streckenspaß zu genießen. Wenn

sich alle an die Regeln halten ist es ein

lockeres Fahren auf der Strecke.

Ein Slogan des Veranstalters lautet:

„Wir produzieren Sicherheit“. Das gilt

nicht nur für die Trainingsstrecke, sondern

ich konnte das Ergebnis unmittelbar

auf der Heimfahrt spüren, man fährt mit

einer ungewohnten Gelassenheit und

lässt die Sehnsucht nach dem „Kurvenkratzen“

auf der Rennpiste.

Insgesamt finde ich, ist dieser Kurs

ein tolles und qualitativ hochwertiges

Angebot des Veranstalters STC. Die

In struk toren überzeugen durch große

Erfahrung und eine kompetente und

ruhige Vermittlung des Trainingsstoffes.

Einem weiterer Slogan des Veranstalters

„Andere tunen die Motoren, wir

tunen die Fahrer“ kann uneingeschränkt

zugestimmt werden.

Um Missverständnissen vorzubeugen,

der Spreewaldring ist zwar auch eine

Rennstrecke, aber in erster Linie steht der

Spreewaldring als eine Trainingsstrecke

für sicheres Fahren, Beherrschung des

Fahrzeuges und Feintuning des Fahrstils,

besonders in Kurven, zur Verfügung. Diesem

Anspruch wird das Spreewaldring

Trainings Center zu 100 % gerecht, zumal

sich die 13 Meter breite Piste in einem

traumhaft guten Zustand befindet.

Allerdings muss ich zugeben, dass

alleine schon dieser Einführungskurs ein

starkes Suchtmittel ist und man schon

nach Abschluss des Trainings nach

mehr verlangt. Also gleich noch einen

Tag angehängt.

Frisch ausgeruht ging es am nächsten

Tag zum „Freien Fahren“ wieder auf die

Strecke. Hatte ich im Vorfeld noch etwas

Zweifel und verspürte eine gewisse Aufregung,

stellte sich nach den ersten

Metern auf der Strecke sofort der Spaß

ein. Fahrlinie und Blickführung wurden

von Runde zu Runde besser und das

Erfolgserlebnis erzeugte eine wohltuende

Freude.

Für jemanden, der sich auf eine Tour in

die Alpen oder ein ähnliches Revier vorbereiten

möchte, ist der Spreewaldring mit

Sicherheit ein wunderbarer Trainingsort.

Die Assoziation des Begriffes

„Rennstrecke“ ist an dieser Stelle vermutlich

irreführend. Betrachtet man die

Strecke als eine Landstraße ohne Mittelstreifen,

dann lässt sich wunderbar und

vor allem sicher und ohne Gegenverkehr

am eigenen Fahrstil feilen. Mögliche Kurvenlinien

können ausprobiert und verglichen

werden und an der Blickführung

kann von Runde zu Runde gearbeitet

werden.

Als einzigen Wermutstropfen kann ich

hier meinen Anfahrtsweg von 350 km

aufführen. Eine Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten,

von Campingplatz bis

Hotel, gibt es in unmittelbarer Umgebung

des Spreewaldringes ausreichend.

Für das kommende Jahr sind ein

bis zwei Tage „Kurventraining“ beim

Spreewaldring Trainings Center schon

fest eingeplant.

Infos finden Interessierte online unter

www.stc-motodrom.de.

Robert Waldow

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