Kradblatt Ausgabe August 2019

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Erfahrungsbericht

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Völlig festgefahren im

Schlamm, die Bergung ohne

fremde Hilfe erforderte unkonventionelle

Maßnahmen

Deutschland“ schreddern manche

Fahrer den Reifen aber auch um

einige 1.000er schneller.

Zur langen Laufleistung der Reifen

passt mein Benzinverbrauch:

bescheidene 4,70 Ltr./100 km

waren es durchschnittlich auf

den etwas über 12.000 Kilometern.

Maximal 5,08 und minimal 4,37 Liter,

getrackt auf www.spritmonitor.de. Der

verhältnismäßig geringe Tankinhalt von

13,5 Litern relativiert sich so wieder. 251

km war meine längste Etappe, meistens

habe ich so um die 220–230 km getankt.

Sitzbank und Sitzposition machen das

gut mit, auch ohne Windschild.

Modifikationen habe ich an der Desert

Sled kaum vorgenommen: Brems- und

Kupplungshebel wichen kürzeren, einstellbaren

Exemplaren, Legend-Gear

Seitentaschen von SW-Motech übernahmen

zuverlässig und stylisch den

Gepäcktransport (siehe Online im Kradblatt-Archiv).

Beim Gasgriff nervte mich

das leichte axiale Spiel, durch das sich

der Griff irgendwie klapperig anfühlt.

Bei Louis gibt es für ein paar Euro eine

dünne Teflon-Gleitfolie, mit der sich das

Spiel wunderbar und leichtgängig ausgleichen

lässt. Normales Klebeband löst

sich zu schnell auf und schmiert dann.

Dickere Lenkergriffe von Biltwell, Typ

Renegade, sorgten für ein besseres

Griffgefühl und eine Seitenständerverbreiterung

von SW Motech verhinderte

das Umfallen im Gelände.

Ein Ärgernis, das nicht nur die Ducati

Desert Sled betrifft, sind die ach so coolen,

möglichst knappen Kennzeichenhalter.

Das mögen die Designer (und evtl.

die meisten Kunden) ganz toll finden, bei

der Saisoneröffnungsfahrt am 14. April

2018 hatten wir aber echtes Kackwetter.

Zumindest bis Mittags. Und wenn einem

bei niedrigen, einstelligen Temperaturen

irgendwann ein kaltes Rinnsal von

der Helmkante in die Unterhose sickert,

ist das NICHT witzig! An dem Vormittag

Sand und Schotter kommen sie auch

sehr gut klar – bei Matsch oder mulligem

Geestboden ist dann aber der Ofen

bzw. der Vortrieb schnell aus. Fährt man

sich fest, bekommen die eigentlich eher

geringen 205 kg (vollgetankt) eine völlig

neue Gewichtung. Ob man mit dem

schicken Motorrad nun über Feldwege

bügeln muss, lassen wir mal dahingestellt

– mir pers. macht es einfach Spaß

und wenn sie schon einen auf Offroad

macht, muss sie das auch abkönnen …

Im Gelände wäre ein besserer Motorschutz

wünschenswert, der vordere

Zylinder ist arg exponiert. Die Gummis

von den Fußrasten kann man abnehmen

um den Stand zu verbessern.

Der Hinterradreifen hat bei mir übrigens

beachtliche 12.023 km gehalten,

der Vorderradreifen war da für weitere

ca. 2.000 km gut. Lt. Berichten

in Foren und der empfehlenswerten

Facebook-Gruppe „Ducati Scrambler

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