Kradblatt Ausgabe August 2019

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40 Der Jungbrunnen

HONDA CAMINO (PA50)

FOREVER YOUNG

Während unserer Jugendzeit in den 70er und 80er Jahren gehörten Mofa, Moped

und Mokick in das alltägliche Straßenbild. Heute sind sie fast verschwunden.

Mofas bis 25 km/h dürfen nach § 2 Abs. 4 STVO (Straßenverkehrsordnung) außerhalb

geschlossener Ortschaften den Radweg benutzen, ansonsten nur, wenn ein

entsprechendes Schild den Radweg ziert. Das bedeutet, dass sie in der Regel innerorts

die Straße mit 25 bis 45 km/h befahren müssen. Ein gefährliches Unterfangen, denn

nahezu jedes andere Fahrzeug möchte die lahmen Knatterbüchsen überholen, nicht

nur wegen ihrer aromatischen, blauen 2-Takt-Fahne.

Trotzdem begeistern die Überlebenden der Bauarten Mofa, Moped und Mokick

noch immer zahlreiche Liebhaber, die sich die größte Mühe geben sie lebendig zu

halten. Die meist 45 bis 60 Lenze zählenden Besitzer erfreuen sich an dem Ur-Gefühl

des motorisierten Zweiradfahrens und verjüngen sich im Geiste, zumindest für einige

Minuten, auf das jugendliche Alter von 15 bis 16 Jahren.

Obwohl nur gefühlt und nicht wirklich, ist ein Mofa ein sehr schnelles Fahrzeug,

zumindest für den, der darauf sitzt und Gas gibt. Mofa fährt man ambitioniert und stets

unter äußerster Kraft voraus. Schon früher war es deshalb von Bedeutung, welcher

Jüngling im Dorfe nun das schnellste blau schnaubende Eisenpferd im Stall hatte.

Daran hat sich bis heute innerhalb der Mofa-Gemeinden wenig geändert, abgesehen

vom Alter der Jünglinge und dem ihrer Maschinen.

Mofapower: Honda Camino

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