Kradblatt Ausgabe August 2019

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52 Magazin

Den Alptraum haben

sicherlich

viele Leser schon

erlebt: beim Wenden vorne

gebremst, beim Halten in

eine Kuhle getreten, beim

Aufbocken vom Ständer

abgerutscht usw. – und

zack: man kann sein geliebtes

Bike nicht mehr

halten und es geht zu Boden.

Zum Aufheben gibt

es bekanntlich zwei Tricks

(Lenker oder Sitzbank),

doch gerade bei schwereren

Maschinen gelingt das

nicht jedem. So erging es

auch Rainer Steffens:

„Im Herbst 2016 habe ich

mit meinem Biker-Kumpel

eine Reise von Hamburg nach

Kroatien mit unseren Motorrädern

angetreten. Nachdem wir

in Kroatien angekommen waren,

rechts die Adria, links die Berge,

ein Traum. Die Straße breit, bergig,

schnell und absolut in Ordnung,

und wir uns einige Tage an der

Adriaküste aufgehalten haben, ist

folgendes passiert:

Die Küstenstraße führte bergab.

Im Rückspiegel konnte ich meinen

Begleiter nicht mehr sehen und

ich machte mir Sorgen. Daraufhin

hielt ich bei der nächsten Haltebucht

und wartete. Nach ca. 10

Minuten wollte ich zurückfahren um ihn

zu suchen.

Da die Küstenstraße bergab verlief,

musste ich bergauf wenden und anfahren.

Nun begann das Unglück. Durch einen

Schaltfehler meinerseits war ich beim

Anfahren bereits im 2. Gang und würgte

den Motor ab. Ich konnte die kippende

Teleskop-Lift: Motorrad leichter aufheben

Voll ausgezogen ist der

Teleskop-Lift 435 mm

lang, eingeschoben nur

noch handliche 260 mm.

Eine Rändelschraube

arretiert das Rohr.

Maschine nicht halten und schon lag sie

mitten auf der Straße.

Ich fahre einen Tourer. Mit Gepäck

wiegt meine Maschine ca. 360 kg. Da

ich relativ kräftig bin, war ich davon

überzeugt, dass ich mein Motorrad einfach

durch Zug am Lenkerende wieder

aufstellen könnte. Das war ein großer Irrtum.

Ich war nicht in

der Lage mein Motorrad

wie der aufzurichten.

Nun begannen bei mir

Panik, Angst und Wut über

mich selbst, auszubrechen.

Ich musste jeden Moment

damit rechnen, dass ein

LKW oder PKW die Straße

befuhren. Meine Wut habe

ich genutzt um ein zweites

Mal zu versuchen, mein

Motorrad aufzustellen. Mit

allergrößter Anstrengung

ist es mir gelungen. Ich war

glücklich und habe mein

Längerer Hebelarm, weniger Kraftaufwand

Motorrad an die Straßenseite schieben

können. Der linke Spiegel war gebrochen,

der Lack hatte einige Kratzer,

ansonsten war alles okay.

Mein Biker-Kumpel kam einige Minuten

später, er hatte von meinem Unglück

nichts mitbekommen. Sein Kommentar:

Sein Halstuch ist ihm weggeweht, das

musste er suchen.

Dieses Erlebnis habe ich bis heute

nicht vergessen und erarbeitete so ein

Konstrukt, das mir und auch anderen

im Notfall helfen kann. Immer wenn ich

meine Geschichte im Freundeskreis

erzähle, muss ich feststel len, dass es

auch anderen Bikern, ob Frau oder

Mann, widerfahren ist. Die wenigsten

Biker reden aber darüber. So entstand

der Teleskop-Lift.“

Der Teleskop-Lift besteht aus Aluminium

und wird bei Bedarf auf das Ende

des Motorradlenkers gesteckt. So verlängert

man den Hebelarm und verringert

die aufzuwendende Kraft beim Heben.

Der Teleskop-Lift kann bei der Firma

EVS-Steffens per E-Mail an info@

evs-steffens.de oder telefonisch unter

040-23855590 bestellt werden. Er

kostet 59,95 € und wird von Hand in

Deutschland gefertigt. Eine Jeans-Hülle

gibt es für 11,95 €. Der Versand kostet

7,49 €, Selbstabholung ist möglich.

Infos gibt es auch online unter www.

evs-steffens.de.

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