AllgäuAlternativ 2/2019

editionallgaeu

Ausgabe 2/2019

Schutzgebühr: 4,– Euro

Regionale Berichte zu Energiezukunft und Klimaschutz

Mobilität: Die Zukunft des Taxifahrens

Photovoltaik: Kleben statt Bohren

Bauen: Hütte oder Wohnhaus?

Netzwerk: Volles Haus bei neuem Format


Entspannt in

die Energiezukunft

der Region blicken.

Mit LEW geht das

Mehr entdecken auf lew.de


Auf ein Wort

Klimawandel: mehr Druck?

Die Grünen in Deutschland und Europa im

Höhenflug! Klimawandel Thema Nummer

eins bei den vergangenen Europawahlen.

Die Altparteien haben den Schuss überhört und wurden

abgestraft. Schlagzeilen und Bekenntnisse, dass

jetzt alles besser wird: »Wir haben verstanden!«,

wurde aus allen Fraktionen der Parteien in Deutschland

signalisiert.

Ich darf noch einmal daran erinnern, welche Beweggründe

wir vom Verlag 2011 hatten, diese Zeitschrift

zu gründen und zu publizeren. Wir waren der

Ansicht, dass die Energiezukunft und die Bekämpfung

des Klimawandels nur von unten, von den Menschen,

von den Kommunen, Städten und Regionen vorangetrieben

werden kann. Also musste es auch Medien wie

allgäuALTERNATIV geben, um die Entwicklung in

der Region widerzuspiegeln und stärken.

Gleichzeitig mit unserer ersten Ausgabe erschien

in einem anderen Allgäuer Verlag ebenfalls eine Zeitschrift,

die das Thema »regionale Energie« zum Thema

hatte. Diese Zeitschrift erschien unseres Wissens

nur einmal. Warum? Hatten die Verleger dieses Mediums

gleich erkannt, dass mit Energiezukunft und

Klimawandel kein Blumentopf zu gewinnen ist?

Vielleicht hätten wir mit allgäuALTERNATIV genauso

verfahren sollen. Denn heute, acht Jahre später

stellen wir fest, dass sich tatsächlich nicht viel geändert

hat. Selbst die Diskussion um den Klimawandel hat in

diesen Jahren kaum Schwung aufgenommen. Lassen

Sie es mich drastisch formulieren: In den letzten acht

Jahren ist es weder den politischen Verantwortlichen

in München, noch in Berlin gelungen, vernünftige

sachliche Leitplanken für die Energiezukunft und den

Klimawandel zu schaffen.

Zuschüsse werden mit der Gießkanne verteilt,

mal präferiert man Biogasanlagen, dann wieder Solarenergie.

Mal setzt man die Schalter auf Windenergie,

dann macht man alle Planungen mit einer 10-H-Regelung

zunichte. Alle schrieben die Wasserkraft in den

Wind – keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr, hieß

es aus aller Munde. Vorgaben aus der Europäischen

Union konnten nicht mit den nationalen Vorgaben

harmonisiert werden. Über Jahre gab es mehr Chaos

als gute Strategie. Der Erfolg: ein Denkzettel für die

Altparteien bei der EU-Wahl. Ob das »jetzt verstanden«

mehr als ein Lippenbekenntnis ist, werden wir

sehen.

Das Ergebnis dieser verlorenen acht Jahre für unsere

Region Allgäu steht jedenfalls fest. Unser Allgäu,

Heimat der Macher und Mächler hatte die Nase bei

Foto: Ramona Klein

Energie und Klima weit vorne. In vielen Denkerstuben

und Werkstätten wurde an Lösungen für unsere Energiezukunft

geforscht und gebastelt. Hoffnungsvolle

Ideen von Pionieren gab es zuhauf. Die meisten wurden

durch die zögerliche bis destruktive Politik in

Land und Bund auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Wo Unterstützung und Mutmachen gefordert

war, gab es nur ausweichende oder ungenügende Antworten

»von oben«.

Es ist nur zu verständlich, wenn der Klimawandel

von »unten nach oben« nur zögerlich, manchmal gar

nicht in Gang kam. Es ist nicht verwunderlich, dass

viele hoffnungsvolle Ansätze und Projekte wieder begraben

wurden, weil es politisch keine verlässlichen

Vorgaben gab. Diejenigen, die trotzdem weitergemacht

haben, sind zu bewundern.

Dass es beim Klimawandel fünf Minuten nach

zwölf ist, wenn wir unseren Kindern noch eine

brauchbare Welt hinterlassen wollen, scheint nun endlich

Konsens zu sein. Der Wille, etwas zu tun, ist jetzt

formuliert. Aber ist auch wirklich ein Weg gefunden

für diesen Willen? Wir werden es bald erfahren. Zweifel

seien angebracht - damit es für die Politik auch etwas

zu widerlegen gibt.

Peter Elgaß

Gründer und Herausgeber dieser Zeitschrift

3


Inhalt

Impressum

Verlag und Herstellung:

Verlag HEPHAISTOS

EDITION ALLGÄU

Lachener Weg 2

68

87509 Immenstadt-

Werdenstein

Tel. 08379/728016

12

Fax 08379/728018

info@heimat-allgaeu.info

www.allgaeu-alternativ.de

Herausgeber:

Peter Elgaß

Redaktion:

Claudia Schöwe (v.i.S.d.P.)

Viola Elgaß

Thomas Niehörster

Gekennzeichnete Beiträge

stellen die Meinung des

Ver fassers, nicht aber des

Verlages dar.

Layout:

Bianca Elgaß

Ramona Klein

Joshua Riedisser

Anzeigen:

Carolin Mathes

Christian Vu

Tel. 08379/728016

gültige Anzeigenpreisliste:

1/2010

Bankverbindung Verlag:

Raiffeisenbank Oberallgäu-

Süd eG, IBAN:

DE97733699200007126999

BIC: GENODEF1SFO

Druck und Bindung:

HOLZMANN DRUCK

GMBH & CO. KG

Gewerbestraße 2

D-86825 Bad Wörishofen

Titelfotos: Lilium GmbH, LEW/Timian Hopf, Tiny-House Allgäu/Pro Mars, Holzforum Allgäu e.V./Stefan Eigner

Vorwort Seite 3

Holzbau

Haus der Superlative Seite 6

Bauen

Nichts als Holz Seite 12

Hütte oder Wohnhaus? Seite 14

E-Mobilität

Richtige Welle für E-Mobile Seite 18

Mobilität

Bei der Post brennt’s bald Seite 20

Die Zukunft des Taxifahrens Seite 22

Green Ways to Work Seite 26

Energie

Heizen mit Milch Seite 28

Neue Dauerausstellung Seite 31

Ehrgeiziges Zukunftsziel Seite 32

Ausgezeichnete Leistung Seite 34

Mit Gas und Batterie zum Ziel Seite 36

Medien

Strategien der Natur Seite 39

Schritt für Schritt zur PV-Anlage Seite 39

Praxisbuch Permakultur Seite 39

Netzwerk

»Holz trifft Digital« Seite 40

Meldungen

Noch viel Potenzial für Photovoltaik Seite 43

Kempten fördert Lastenfahrräder Seite 43

Vor dem Urlaub Stecker ziehen Seite 44

Gemeinsam in eine grüne Zukunft Seite 44

erdgas schwaben garantiert Preise Seite 45

Schwäbischer Natur- und Gewässerschutz Seite 45

Der Allgäuer Energietag Seite 46

Ein Sparbuch für das Klima Seite 46

E-Autos erobern Memmingen Seite 46

Ausgezeichnetes Energieeffizienz-Netzwerk Seite 47

Autohaus SIRCH erhält Auszeichnung Seite 48

»Der PV-Deckel muss weg« Seite 48

OEW bringen Strom auf die Landstraße Seite 48

SUMA unterstützt Klimaschutzinitiative Seite 49

Große Heizungs- und Sanierungskampagne Seite 50

Stoll Gruppe erneut für Preis nominiert Seite 50

5. Schwäbisch-Allgäuer Energietag Seite 50

Präg legt Grundstein für Erweiterungsbau Seite 51

4


Fotos: Lena Behrendes/Mitterhaus, Bioland e.V., Benninghoff Holzbau GmbH & Co. KG, Bernd King, Lilium GmbH

22

Photovoltaik

Sonnenenergie für alle Seite 52

Kleben statt Bohren Seite 54

56

Mächlar

Der Solarcarport Seite 56

Wasserkraft

Innovation trifft Tradition Seite 60

Zukunft

Es geht auch ohne Seite 62

Natur

Licht richtig einsetzen Seite 64

Grüner wird’s nicht Seite 68

Der Öko-Bauernhof Seite 70

Energiespartipps

Warme Temperaturen nutzen Seite 74

Redaktions- und Anzeigenschluss für

die nächste Ausgabe ist der 11. Oktober 2019

5


Holzbau

Haus der Superlative

Was mit Holz möglich ist

Seit Jahrhunderten werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Häuser gebaut.

Meist handelt es sich bei den Gebäuden um Einfamilienhäuser, auch Keller sind

mittlerweile möglich. Doch ein Mehrfamilienhaus mit 16 Parteien aus Holz? Das

kennt man so noch nicht. Bis jetzt, denn das Weitnauer Unternehmen Holzbau

Fugel hat sich der Herausforderung gestellt.

6


Dieses Mehrfamilienhaus in

Kissingen wurde in weniger als

einem Jahr gebaut – möglich

gemacht hat es das Allgäuer

Unternehmen Fugel Holzbau

GmbH

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein

neues, modernes Mehrfamilienhaus. Es erstrahlt

in frischem Weiß und hier und da

finden sich einige Holzelemente. Wer sich jetzt allerdings

denkt: »Das ist doch nichts Besonderes«,

der irrt. Denn was von außen nicht sichtbar ist: Das

Haus mit insgesamt 16 Wohneinheiten wurde in

Holzständerbauweise errichtet und zeigt eindrucksvoll,

was im Holzbau alles möglich ist.

Für ein Projekt in dieser Größenordnung

braucht es zum einen einen Bauherren, der ein

Mehrfamilienhaus aus Holz haben möchte und zum

anderen einen Holzbauer, der nicht davor zurückschreckt.

Hier kamen zwei solcher Leute zusammen,

erklärt Martin Fugel, Gründer und Geschäftsführer

von Holzbau Fugel. Er und seine Mitarbeiter hatten

schon Erfahrungen mit Mehrfamilienhäusern in

Holzständerbauweise, wie er selbst sagt: »Vor anderthalb

Jahren haben wir ein Zehnfamilienhaus in

Isny gebaut und davor ein Neunfamilienhaus.« Und

somit traute sich der Allgäuer Holzbauer zu, auch

ein Gebäude mit 16 Wohneinheiten zu bauen. ►

7


Holzbau

Um einen reibungslosen

Ablauf beim Bauen zu

gewährleisten, wurden

die einzelnen Holz elemente

in einer gemieteten Halle

gelagert

Fotos: Holzbau Fugel GmbH

8

Auch wenn das 16-Parteien-

Haus in Holzständerbauweise

errichtet wurde, war das bei

der Tiefgarage nicht möglich.

Sie und das Treppenhaus

entstanden in Massivbauweise

Vorbereitung muss sein

Bis es dann allerdings soweit war und das Allgäuer

Unternehmen sein Können zeigen konnte, dauerte es

einige Zeit. Denn an dem Projekt waren nicht nur

Martin Fugel und sein Team sowie der Bauherr beteiligt

– hinzu kamen Statiker, Schallschützer und ein

Energieberater. Letzterer war wichtig, weil das Haus

einen KfW-40-Standard haben sollte. Und bis dieser

rechnerisch erreicht und dabei alle Beteiligten zufrieden

gestellt waren, vergingen knapp sechs Monate.

Was sich erst einmal lange anhört, relativiert sich,

wenn man bedenkt, dass es quasi 16 Einfamilienhäuser

sind. »Schon bei einem Einfamilienhaus dauert so

etwas zwei bis drei Wochen«, so der Holzbauer. In Anbetracht

dessen, ging es dann also doch recht zügig

mit der Planung.

Zudem mussten auch noch andere Vorbereitungen

getroffen werden, bevor es mit dem Holzbau losgehen

konnte. So wurde zunächst eine Tiefgarage in

Massivbauweise aus Beton errichtet. Denn es ist zwar

möglich, einen Keller aus Holz (wir berichteten in der

Ausgabe 1/2019) zu bauen, aber eine Tiefgarage ist in

der Bauart nicht realisierbar – was auch am hohen

Grundwasserspiegel des Grundstücks in Kissing liegt.

Nachdem das zukünftige Zuhause für die Fahrzeuge

der Bewohner errichtet war, entstand das Treppenhaus

und der Aufzugschacht.Diese mussten aus Brandschutzgründen

ebenfalls aus Stahlbeton errichtet werden,

manchmal geht Sicherheit einfach vor Optik.


Eine logistische Herausforderung

Doch dann schlug endlich die Stunde der Holzbauer.

Damit sie gleich beginnen konnten, hatten sie

in der Zeit, als die Tiefgarage und das Treppenhaus errichtet

wurden, nicht etwa auf der faulen Haut gelegen,

sondern die Wandelemente vorbereitet. In der Halle in

Weitnau wurden die Wände aus heimischem Holz abgebunden.

Als alle Teile zugeschnitten waren, kamen

sie auf zwei große Montagetische, wo sie elementiert

beziehungsweise vormontiert wurden, wie Martin Fugel

erklärt. Danach wurden sie mittels LKW zur Baustelle

nach Kissing transportiert. Da der Weg von Weitnau

bis dahin relativ lang ist und man Verzögerungen

beim Aufstellen vermeiden wollte, wurde extra eine

Halle angemietet, in der die Elemente gelagert wurden.

»Das war ein großer logistischer Aufwand«, sagt

der Holzbauer rückblickend. Denn es konnten ja nicht

einfach alle Wände wahllos in der Halle zwischengelagert

werden. Man musste vielmehr darauf achten,

wann welche Wand gebraucht wurde. Aber auch das

schafften die Allgäuer Profis mit links und so konnte

das 16-Parteien-Haus geschossweise errichtet werden

und zwar in einer beeindruckenden Geschwindigkeit.

»Die reine Aufstellzeit für den Rohbau, für die Wände

inklusive Decken, waren zwei mal zwei Wochen«, erklärt

Daniel Zimmer, der Bauleiter. Diese Zeitangabe

resultiert daraus, dass das Haus in L-Form um das

Treppenhaus errichtet wurde. Nachdem die ersten beiden

Stockwerke standen, wurde auf jedem der beiden

Auch wenn sich hier und da

einige Holzelemente finden, so

ist es dem Haus auf den ersten

Blick nicht anzusehen, dass es

aus dem natürlichen Rohstoff

gebaut wurde

9


Holzbau

Das Wichtigste auf einen Blick:

• Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten

• errichtet in Holzrahmenbauweise von Holzbau Fugel

• Wohnfläche von etwa 1860 Quadratmetern

• reine Bauzeit waren sechs Monate

• Außendämmung: Holzfaserdämmplatte mit 80 Milli -

meter und 240 Millimeter mineralischer Dämmung

• dreifach verglaste Schallschutzfenster

• eine umweltfreundliche Luft-Wasser Wärmepumpe

und zentrale Lüftungsanlage je Wohnung

• Photovoltaikanlage mit Pufferspeicher

für den Allgemeinstrom

• Keller, Tiefgarage, Treppenhaus und

Aufzugschacht in Massivbauweise

Die beiden Penthouse-

Wohnungen sind das Highlight

des Hauses. Bei ihnen sticht

vor allem die Holzterrasse

und -fassade ins Auge

10

So geht luxuriöses Wohnen:

Auf den Terrassen der beiden

obersten Wohnungen steht

stilecht ein Whirlpool

Gebäudeteile noch ein Penthouse errichtet. Während

die Fassaden dieser beiden Luxuswohnungen mit Holz

verkleidet sind, wurden die Außenwände der unteren

Geschosse verputzt – so entstand ein stimmiger Gesamteindruck

des Gebäudes.

Die inneren Werte

Es kommt jedoch nicht nur auf die Optik an,

man muss sich auch in den eigenen vier Wänden

wohlfühlen. Für eine heimelige Atmosphäre in den

Wohnungen sorgt zum einen die Dämmung. »Bei diesem

Projekt haben wir mineralisch gedämmt, weil das

die bes te Wärmeleitgruppe hat. Ein 40er-Haus in der

Größenordnung kriegen wir mit alternativen Dämmstoffen

nicht hin«, sagt Martin Fugel. Zudem besteht

die äußerste Dämmschicht aus Holzfaserplatten, wie

Daniel Zimmer ergänzt. Dazu kamen dreifach verglaste

Schallschutzfenster sowie große bodengleiche

Hebe-Schiebe-Türen.

Darüber hinaus haben die Wohnungen einen

Fußboden aus handgehobelten Eiche-Landhausdielen

und Decken aus Brettsperrholz in Sichtqualität. Und

die Käufer der einzelnen Parteien konnten bei der Gestaltung

ihrer zukünftigen vier Wände ebenfalls ein

Wörtchen mitreden. Wo sie allerdings kein Mit -


spracherecht hatten, war die technische Ausstattung

der Wohnung und das wollten sie auch nicht, denn

besser geht es eigentlich nicht.

So verfügt jede der insgesamt 16 Wohneinheiten

über eine eigene Wärmepumpe und zentrale Lüftungsanlage.

»Damit ist jede Wohnung für sich heizungs-

und lüftungstechnisch autark«, versichert der

Holzbauer. So gibt es später auch keine Probleme mit

der Abrechnung und Heizkostenverteilung. Den Allgemeinstrom

für das Treppenhaus und die Tiefgarage

liefert eine Photovoltaikanlage mit Pufferspeicher, deren

Solarmodule sich auf den beiden obersten Luxuswohnungen

befinden.

All das war in weniger als einem Jahr bezugsfertig.

Die reine Bauzeit betrug sogar nur ein knappes

halbes Jahr. »Das ist schon eine enorme Leistung, bei

der auch das Zusammenspiel aller Gewerke im Innenausbau

funktionieren muss«, sagen Martin Fugel und

Daniel Zimmer sichtlich stolz. Und das können sie

auch sein, denn das, was sie dort geschaffen haben, ist

ein wichtiger Schritt. Es bleibt zu hoffen, dass sich

auch andere Holzbauer und Bauherren dieser Herausforderung

stellen und künftig nicht mehr nur »kleine«

Häuser aus Holz errichtet werden. Denn es ist mehr

möglich, wie das 16-Parteien-Haus in Kissingen eindrucksvoll

zeigt.

(cs)

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Bauen

Nichts als Holz

Die natürlichste Art zu bauen

Wer gesund und nachhaltig wohnen möchte und eine heimelige Atmosphäre zu

schätzen weiß, der baut mit Holz. Allerdings kann man noch einen Schritt weiter

gehen und sein Haus wirklich nur aus diesem Baustoff errichten – ganz ohne

Leim, Chemie und Metall. So hat es beispielsweise Bernd Benninghoff getan und

lebt nun im Einklang mit der Natur.

Er hat seit über 30 Jahren mit dem nachwachsenden

Rohstoff zu tun und gründete im Jahr

1985 zusammen mit seinem Bruder die Zimmerei

Benninghoff Holzbau in Bad Hindelang. Da lag

es für den Mann natürlich auf der Hand, auch sein eigenes

Haus aus Holz zu bauen. Und zwar nur aus

Holz. Möglich macht es die Thoma Bauweise, die ausschließlich

auf den natürlichen Baustoff Holz setzt und

auf alles andere, wie Metall oder giftige Chemie verzichtet.

Die pure Einstofflichkeit

Möglich macht dies Holz vom richtigen Zeitpunkt,

wie Bernd Benninghoff sagt. Damit meint er

das sogenannte Mondholz. Dieses wird während der

Saftruhe – im Winter, wenn die Säfte abgestiegen sind

– bei abnehmendem Mond geerntet. Es bietet Schädlingen

fast keine Nahrung, ist dichter und daher auf

natürliche Weise dauerhafter als konventionell geschlagenes

Holz. So kann getrost auf giftige Holzschutzmittel

verzichtet werden.

Aus dem besonderen Holz entstand dann innerhalb

kürzester Zeit ein trockener und regendichter

Rohbau. Doch nicht nur die Wand- und Deckenelemente

bestehen aus Fichte und Zirbe und somit aus

100 Prozent Holz, sondern auch die mechanischen

Verbindungen, die mit Holzdübeln geschaffen wurden.

Dafür werden die stehenden und liegenden Pfos -

ten, ohne Zwischenräume, zu kompakten Bauelementen

geschichtet. Ein berechnetes Raster von staubtrokkenen

Holzdübeln durchdringt diese Schichten in der

vollen Stärke des Wandelements.

Die Dübel nehmen an ihrem neuen Ort etwas

Restfeuchtigkeit auf und quellen unlösbar in die umgebenen

Hölzer hinein, so erklärt Bernd Benninghoff

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Holz soweit das Auge reicht

– sei es die Fassade, der

Sonnen schutz vorm

Fenster, die Ter ras se oder

die Bank auf eben dieser

Das 195 Quadratmeter große Haus

wurde nur aus Holz errichtet und das

in einer sagenhaften Geschwindigkeit:

Vom Aushub bis zum Einzug vergingen

nur sechs Monate

Fotos: Benninghoff Holzbau GmbH & Co. KG/www.studio-hoch-27.de

das Bauprinzip. »Mir war die Einstofflichkeit sehr

wichtig«, erklärt der Zimmerer seine Entscheidung so

zu bauen.

Rückstandslos und vorteilhaft

Aber nicht nur das ist beeindruckend, sondern

auch die Vorteile, die das Bauen mit der Thoma Bauweise

mit sich bringt. So hat das Haus von Bernd Benninghoff

dank Mondholz und Verzicht auf Chemie

eine lange Lebensdauer und kann rückstandslos demontiert

und recycelt werden. So wird alte Bausubstanz

vom bisherigen Sondermüll zur neuen Rohstoffquelle.

»Und das alles im Einklang mit der Natur«, so

Benninghoff begeistert.

Doch erst einmal möchte der Allgäuer Zimmerer

sein Haus genießen und den Zauber der Bäume spüren,

wie er selbst sagt. Seit mittlerweile zwei Jahren

profitiert er täglich von dem angenehmen Wohnklima.

Dafür sorgt das unverfälschte Holz, das wie eine

natürlich regulierende Klimaanlage wirkt. Und dank

der angenehmen Oberflächentemperatur ist das Aufdrehen

der Heizung in vielen Fällen sogar unnötig.

Das sorgt nicht nur für ein wohliges Klima, sondern

senkt auch die Betriebskosten für das Haus.

Weiterhin sorgen die sogenannten Holz100-

Wände für einen ruhigeren Puls, eine bessere Gesundheit

und Schlaf – das ist sogar wissenschaftlich belegt.

Zudem wird durch das Vollholz auf natürliche Art und

Weise der Hausstaub reduziert – das freut nicht nur

Allergiker, sondern jeden, der es hasst, Staub zu saugen.

In so einem Haus wohnt man wirklich gerne und

man glaubt es Bernd Benninghoff aufs Wort, wenn er

einem sagt, dass er sich sein Traumhaus gebaut hat.

Und zwar nicht nur für sich, sondern auch für die folgenden

Generationen.

(cs)

Die stehenden und liegen -

den Pfosten wurden über -

einander gestapelt und mit

Holzdübeln verbunden

13


Bauen

In diesem Tiny-House muss man auf nichts verzichten

14


Hütte oder Wohnhaus?

Im Tiny-Haus auf nichts verzichten

Ist es die derzeitige Wohnungsnot oder einfach nur die Lust an einer neuen

Form des Wohnens? Auf jeden Fall wächst der Markt für Tiny-Häuser enorm.

Wie so viel Anderes, kommt der Trend aus Amerika. Dort sind die kleinen

Häuschen auf Rädern schon seit Jahren beliebt. Jetzt gibt es sie auch im Allgäu.

Eva und Thomas Richter aus Betzigau sind vor

wenigen Jahren beinahe zufällig auf den Tiny-

House-Trend gestoßen. Bei näherer Betrachtung

stellte sich für die beiden die Frage: »Wenn wir

so etwas haben wollen, müssen wir uns diesen Wohntraum

auf Rädern selbst gestalten.« Aus dem Gestalten

ergab sich nach einigen Überlegungen das »selber

bauen«. Mit Begeisterung dabei: Wolfgang Richter,

Vater, Rentner und gelernter Schreiner.

Inzwischen verfügen die Richters über ein gut

ausgestattetes Musterhaus aus der Werkstatt in Betzigau.

Wer bei Tiny-Haus an Wohnwagen, Mobilheim

oder Zirkuswagen denkt, wird erst einmal staunend

vor dem Betzigauer Musterhaus stehen. Es sieht wirklich

wie ein winziges (tiny) graues Wohnhaus aus. Mit

Eingangsbereich, Satteldach, Dachgauben und weißen

Fensterleibungen. So der erste Blick von außen.

Nach dem Betreten öffnet sich ein Raumwunder:

Alles, was man zum dauerhaften Wohnen braucht, ist

auch vorhanden: Küche mit Waschbecken, Badezimmer,

Esstisch, bequeme Couch, ausreichend Stauraum,

Doppelbett, Fernseher. Und das alles auf 25 Quadratmetern.

Denn die Größe des »Normal-Tiny-Haus« ist

durch die Straßenverkehrsordnung beschränkt: höchstens

3,5 Tonnen darf es wiegen. In der Breite soll es

2,55 Meter nicht überschreiten und nicht mehr als

vier Meter hoch sein. Bei Längen von mehr als sechs

Metern wird eine Überführung mit einer kräftigen

Zugmaschine (Auto) schon recht unübersichtlich. Im

Gegensatz zu einem Wohnwagen ist das Tiny-Haus

aber auch nicht für andauernde Wohnortwechsel gedacht.

Eine sinnvolle Verwendung hat sich die Bürgerwerkstatt

Heimenkirch im Westallgäu erdacht.

Dort gibt es ein Grundstück, das zur Bebauung geeignet

wäre. Aber leider will der Besitzer derzeit nicht

verkaufen und nicht herkömmlich bebauen. Ein Fall

für Tiny-Häuser? Dort könnten für einige Jahre solche

Klein-Heime aufgestellt werden. »Es wäre eine

Win-win-Situation für Grundeigentümer und Bürger«,

meint Bürgermeister Markus Reichert. Sie könnten

die Fläche für das Häuschen und den Garten einfach

pachten.


Die Dachgauben sorgen für

zusätzliches Licht im Gebäude

Technische Daten

des Musterhauses:

Außenverkleidung mit

witterungsbeständiger

Kerracore Technologie,

80 mm Außenwanddämmung

Kunststofffenster

(Sicherheitsbeschlag)

Innenverkleidung aus Echtholz

(Fichte 3-Schicht), gebürstet

und lasiert

Hochwertiger Laminat -

fußboden (Eiche Altholz)

Badverkleidung in Steinoptik

Dimmbare und indirekte LED

Beleuchtung (RGB)

Warmwasseraufbereitung

durch hochwertigen Boiler

Infrarotheizung

15


Bauen

Fotos: Tiny-House Allgäu/Pro Mars; Peter Elgaß

Wolfgang Richter (oben) ist als

Schreinermeister mit dem

Innenausbau beschäftigt;

Eva und Thomas Richter (oben

rechts) sind mit ihrem

Musterhaus zufrieden

Unten: Im Bad findet eine

Dusche und ein Waschbecken

Platz. Die Küche wird nach den

individuellen Bedürfnissen der

Käufer ausgestattet

Ein Tiny-Haus haben die Richters bereits in die

Schweiz geliefert. Die Besteller Cornelia und Sandro

Huber sind kürzlich aus einer normalen Wohnung in

ein Tiny-Haus aus der Betzigauer Werkstatt gezogen.

Als erfahrene Camper haben Cornelia und Sandro

Huber keine Probleme, auf engem Raum miteinander

auszukommen und sehen in ihrem neuen Lebensstil

fast nur Vorteile. »Wir haben weniger Volumen zu hüten,

sparen an vielen Fronten, es hält jung und dynamisch

und wir sind mit unserem Tiny-Haus flexibel«,

sagt Sandro Huber.

Wer sich den Wohntraum auf wenigen Quadratmetern

wünscht, lebt jedoch nicht in absoluter Freiheit.

»In Deutschland gibt es in den Bundesländern

verschiedene Baugesetze. » Im Gegensatz zu einem

Wohnwagen braucht man für das Tiny-Haus eine Baugenehmigung.

Natürlich gibt es bei den Ämtern noch

eine gewisse Unsicherheit, weil man mit dem Antrag

für ein solches Kleingebäude auf Rädern fast überall

Neuland betritt, aber im Gegensatz zu vielen Details,

die bei normalen Bauanträgen beachtet werden müssen,

ist die Behandlung von Mini-Häusern doch viel

einfacher, meint Thomas Richter.

Viele Möglichkeiten der Entsorgung

Spannend ist die Ver- und Entsorgung im Tiny-

Haus. Einige Minihaus-Besitzer haben ihre Wohnung

16


an die normale Kanalisation angeschlossen, andere

setzen wie die Hubers auf eine Trenntoilette oder gar

eine Verbrennungstoilette.

Einfacher ist die Nutzung von Wasser. Entweder

man schließt sich – wie bei normalen Häusern – an

die Wasserversorgung an oder nutzt einen Wassertank.

Abwasser sollte in die dafür vorgesehene Kanalisation

gelangen. Es ist also eher unwahrscheinlich,

dass man sein lauschiges Plätzchen am Waldrand in

der freien Natur findet, wo es keine Anbindung an die

Zivilisation gibt. Thomas Richter: »Unser Musterhaus

kommt mit einem einfachen 220-Volt-Anschluss aus.

Damit kann auch ein Boiler für Warmwasser betrieben

werden. Geheizt wird mit einem Infrarot-Strahler.

Es kann aber auch eine Fußbodenheizung eingebaut

werden, die ebenfalls mit dieser Stromversorgung

funktioniert. Will man dann noch elektrisch kochen,

entscheidet eine automatische Abschalteinrichtung,

welche Verbraucher Vorrang haben. Setzt beispielsweise

die Fußbodenheizung für eine halbe Stunde aus,

spürt man das wegen der Trägheit noch gar nicht. Bei

der Elektrifizierung unseres Tiny-Hauses verlassen wir

uns übrigens auf Elektro-Fachbetriebe, die Erfahrung

damit haben.« Wer statt mit Strom mit Gas kocht, wird

selten der Abschaltautomatik überlassen müssen, wo

der Strom gekappt wird.

Wärme durch eine Fußbodenheizung? Bei

Wohnräumen unter 50 Quadratmetern ist kein Energieausweis

erforderlich. Also brauchen auch Tiny-

Häuser keinen solchen. Das bedeutet aber nicht, dass

mit Dämmung gespart wird. In Betzigau legt man darauf

besonderen Wert. »Im Normalfall muss das Mini-

Haus weniger als 3,5 Tonnen auf die Waage bringen.

Wir dämmen mit leichter Steinwolle oder auf Wunsch

auch mit Schafwolle. Die Wände unseres Musterhauses

sind 80 Millimeter dick und halten das Haus auch

im Winter gut warm«, weiß Eva Richter.

Heimvorteil für alle Allgäuer

Beim Aufbau des Klein-Hauses hat man in Betzigau

einen Heimvorteil. »Unser Musterhaus ist in

Holzständerbauweise aufgebaut«, so Eva Richter. »Da

haben wir im Allgäu ja den Vorteil, dass wir das Holz

vor der Haustüre finden. Darum verwenden wir es

auch im Innenausbau.«

Wir haben Tiny-House Allgäu auch nach dem

Preis ihrer rollenden Wohnungen gefragt. Die erste

Antwort: »Wir sind nicht die Billigsten.« Dann eine

Erklärung: »Wir verwirklichen fast jeden Kundenwunsch,

drum lässt sich auch schwer ein konkreter

Preis nennen.« Ein Blick ins Internet bestätigt das.

Günstige Tiny-Häuser sind ab 25.000 Euro zu haben.

Mit einer individuellen Ausstattung klettert der Preis

schnell auf über 50.000 Euro. Es wurden aber schon

Tiny-Häuser für 100.000 Euro und mehr verkauft.

Kontakt:

Eva Richter, Tel.: 0176

96828935, Homepage:

www.tiny-house-allgaeu.de,

E-Mail: info@tiny-houseallgaeu.de;

Adresse: An der

Römerstraße 4, 87488

Betzigau

Im »ersten Stock« wurde das

geräumige Doppelbett platziert

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E-Mobilität

Die Elektro-Karawane nimmt Aufstellung zum Start im Zentrum von Isny

Richtige Welle für E-Mobile

Die WAVE kommt wieder in die Region

Die WAVE ist nach eigenen Aussagen die größte Rallye für E-Mobilität

weltweit. Auch dieses Jahr führt die 1600 Kilometer lange Strecke durch

einige Stationen in unserer Region. allgäuALTERNATIV präsentiert hier eine

Vorschau auf das Groß-Ereignis, das vom 13. bis 21. September stattfindet.

Ein Höhepunkt ist diese Rallye für jeden, der

ein Auto, ein Motorrad, einen Roller, einen

Transporter oder sonst ein elektrisch betriebenes

Fahrzeug hat. Denn teilnehmen können alle, die

sich mit ihrem Fahrzeug diese Strecke zutrauen. Die

Strecke führt in acht Tagen von Dortmund aus nach

Sinzig, an der Mosel und der Weinstraße entlang nach

Mannheim und dann in Richtung Schwarzwald. Über

die Höhenzüge des Schwarzwaldes geht es über Friedrichshafen

nach Biberach. Die Biberacher Uni-E-Roller-Mannschaft,

Teilnehmer der letzten WAVE, hat die

Veranstalter der Rallye um Organisator Louis Plamer

wohl sehr beeindruckt. Denn als Etappenort wurde Biberach

fest eingeplant (17./18. September). Von dort

aus macht die Rallye einen Schlenker durchs Schwabenland.

Ziele dort sind Stuttgart, Heilbronn und

Urach. Anscheinend hat die Station Isny im Westallgäu

den Teilnehmern der letztjährigen Rundfahrt besonders

gut gefallen. Denn auch heuer steht die

Kleinstadt im Allgäu wieder auf dem Tourenplan und

zwar als Etappenort (19./20. September). Von dort aus

wollen die E-Mobile eine Werbetour nach München

starten, bevor die Rallye dann am 21. September in Erlangen

endet.

Wie kam es zur WAVE-Trophy? Tour-Direktor

Louis Palmer hat 2007/2008 mit seinem Solartaxi die

Welt als erster Mensch in einem solar betriebenen

Auto umrundet. Seine Mission: Der Welt zeigen, dass

man mit Solarenergie um die Erde fahren kann, die

Technologie ist alltagstauglich und es macht Spass!

Nach seiner Rückkehr verlieh ihm die UNEP (United

Nations Environment Programme) die Auszeichnung

»Champion of the Earth« in der Kategorie »Inspiration

and Action«, und die UNO gab ihm den Auftrag, sich

weiterhin für die Umwelt und die Sensibilisierung der

Bevölkerung einzusetzen. So entstand die WAVE, eine

jährliche E-Mobil-Rallye, die Pioniere und Enthusias -

ten anzieht mit dem Ziel, der E-Mobilität zum Durchbruch

zu verhelfen.

Aus bescheidenen Anfängen ist die weltweit bekannteste

Rundfahrt für E-Mobil-Enthusiasten geworden.

Sie findet jedes Jahr seit 2011 einmal in der

18


Auf Initiative von Louis

Palmer wurde 2011 die

WAVE ins Leben gerufen

An den Etappenorten und

Haltepunkten gibt es den

notwendigen »Treibstoff«

für die Fahrzeuge

Fotos: Peter Elgaß

Besondere Aufmerksamkeit gibt es für die E-Motorräder

Schweiz und einmal in Deutschland statt. Die Strecken

führen, wenn immer möglich, über spektakuläre Stre -

cken – durch atemberaubende Landschaften und malerische

Städte. Autobahnen werden so oft wie möglich

gemieden. Die Tagesstrecken liegen zwischen 100

und 280 Kilometern. Fahrzeuge mit niedriger Reichweite

sowie die E-Bikes fahren kürzere Strecken von

nicht mehr als 230 Kilometern. Pro Tag werden drei

bis fünf Städte besucht. Dort gibt es meist Möglichkeiten

zum Nachladen.

Das Teilnehmerfeld setzte sich bisher aus einem

bunten Gemisch von Studenten, Firmenvertretern

und Privatleuten zusammen. Je nach Interessen kommen

dabei die unterschiedlichsten Fahrzeuge zum

Einsatz – sie haben alle nur eines gemeinsam: Sie werden

mit Strom angetrieben. Es werden auch Hybrid-

Fahrzeuge zugelassen – aber nur, wenn vor dem Beginn

der Rallye der Benzintank versiegelt wird. Mogeln

ist so nicht möglich – sie müssen die Etappen mit

E-Antrieb bewältigen können.

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19


Mobilität

Foto: Deutsche Post DHL Group

Bei der Post brennt’s bald

Neuer E-Transporter mit Wasserstoff

Bereits seit einigen Jahren setzt die Deutsche Post mit dem Streetscooter auf

E-Mobilität, auch im Allgäu. Mit dem elektrischen Flitzer kommen Briefe

und Pakete schnell, leise und umweltfreundlich beim Empfänger an. Nun

wagt das Unternehmen einen weiteren großen Schritt Richtung Mobilität

der Zukunft und bestellte 100 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen.

Am Rande des Green Tech Festivals Ende Mai

in Berlin haben DHL Express und der Elektro-Nutzfahrzeughersteller

StreetScooter ihre

Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines neuen

Elektrotransporters bekanntgegeben. Der neue »H2

Panel Van« wird der erste serienmäßige 4,25 Tonnen-

Elektrotransporter sein, dessen Antrieb während der

Fahrt von einer Brennstoffzelle mit zusätzlicher Energie

versorgt wird und dadurch Reichweiten von bis zu

500 Kilometern erzielen kann. DHL Express hat in

einem ersten Schritt 100 dieser Brennstoffzellen-Fahrzeuge

bestellt, deren Auslieferung in 2020 starten und

2021 abgeschlossen sein soll.

Ein Vorreiter im Lieferverkehr

Gefördert wird die Anschaffung vom Bundesministerium

für Verkehr und digitale Infrastruktur im

Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff-

und Brennstoffzellentechnologie (NIP II).

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale

Infrastruktur sagte dazu: »Wir brauchen weiterhin

den technologieoffenen Ansatz. Deshalb fördern

wir auch die Beschaffung des neuen E-Transporters

mit Brennstoffzelle. Denn nur mit hohen Reichweiten

und marktfähigen Preisen erreichen wir es, dass die

Lieferverkehre künftig klimafreundlich mit alternativen

Antrieben unterwegs sind.«

Und genau das möchte DHL Express erreichen,

wie Markus Reckling, Deutschlandchef von DHL Express,

erklärt: »Mit dem H2 Panel Van wird DHL Express

der erste Expressdienstleister sein, der in größerem

Ausmaß Elektrotransporter mit Brennstoffzelle

für seine Letzte-Meile-Logistik einsetzt. Das unterstreicht

unseren Anspruch, nicht nur der schnellste

und zuverlässigste Anbieter in diesem Markt zu sein,

sondern auch der klimafreundlichste. Der H2 Panel

Van ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Deutsche Post

20


Technische Daten

Einsatzgebiet: Expresszustellung

Motorleistung (in Kilowatt): 122

Batterietyp: Lithium Ionen

Batteriekapazität (in Kilowattstunden): 40

Brennstoffzellengröße (in Kilowatt): 26

Druck Wasserstoffspeicherung (in Bar): 700

Tankvolumen (in Kilogramm): 6

Reichweite (in Kilometern): bis zu 500

Höchstgeschwindigkeit (in Kilometern pro Stunde): 120

Maße (Länge/Breite/Höhe in Metern):

5,981 / 2,059 / 2,771 - 2,668

Volumen (in Kubikmetern): 10

Nutzlast (in Kilogramm): 800

zulässiges Gesamtgewicht/Leergewicht

(in Kilogramm): 4.200

Ladeanschluss: Typ 2

CO2-Einsparung und Diesel pro Jahr und Fahrzeug:

8 Tonnen und 3100 Liter

Für all das, was Sie

nicht mit einer Anzeige

sagen können ...

Weiter dank Wasserstoff – die Brennstoffzellen

des H2 Panel Van ermöglichen Reichweiten von

bis zu 500 Kilometern

DHL Group sein Null-Emissionen-Ziel bis 2050 erreichen

will.«

Fabian Schmitt, Chief Technical Officer der

StreetScooter GmbH, unterstreicht: »Wir sind davon

überzeugt, dass die Brennstoffzelle ein immer wichtigerer

Bestandteil im Markt der Elektromobilität wird,

ermöglicht sie doch höhere Reichweiten der Fahrzeuge,

die für viele Kunden essentiell sind. Mit dem Panel

Van schlägt StreetScooter ein weiteres Kapitel in seiner

Innovationsgeschichte auf und tritt in eine neue

Wachstumsphase ein.«

Ein alter neuer Bekannter

Der H2 Panel Van basiert auf dem – von DHL Paket

bereits eingesetzten – Pakettransporter Street

Scooter WORK XL, wird allerdings statt des Kofferaufbaus

einen für die Expresszustellung typischen

Kas tenaufbau haben. Dieser ermöglicht ein Ladevolumen

von über 10 Kubikmetern (das entspricht etwa

100 Expresspaketen). Als Zuladung sind über 800 Kilogramm

möglich, der E-Transporter erreicht somit

ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen. Aufgrund

der in Deutschland gültigen Ausnahmeregelung

für batterieelektrische leichte Nutzfahrzeuge dürfen

auch Inhaber eines Führerscheins der Klasse B dieses

Fahrzeug fahren. DHL Express wird den neuen

Transporter vorerst exklusiv nutzen, ein Verkauf an

Dritte außerhalb des Konzerns Deutsche Post DHL

Group ist derzeit nicht geplant. Wie sein großer Bruder

WORK XL wird auch der H2 Panel Van in Zusammenarbeit

mit Ford realisiert.

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ist am 11. Oktober 2019

Wir freuen uns auf Ihre unverbindliche Anfrage und beraten Sie gerne:

Carolin Mathes, Christian Vu, Tel. 08379/728016

E-Mail: carolin.mathes@heimat-allgaeu.info; christian.vu@heimat-allgaeu.info


Mobilität

Die Zukunft des Taxifahrens

Die Passagiere heben ab

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch und zwar nicht nur auf den

Straßen und Schienen, sondern auch in der Luft. Wie nah wir daran

sind, künftig in elektrischen Flugzeugen Strecken zurückzulegen, zeigt

ein Startup aus der Nähe von München. Ihr Flugtaxi würde es sogar

ohne Probleme bis ins Allgäu schaffen.

Anfang Mai war es so weit: Der neue Lilium Jet

des Weßlinger Startups Lilium absolvierte

seinen Jungfernflug als vollelektrisches Luftfahrzeug

– ein echter Meilenstein für das junge Unternehmen.

Der Flugtaxi-Prototyp, der für den Transport

von fünf Personen konzipiert ist, wird von 36 vollelektrischen

Jetmotoren angetrieben. Mit ihnen kann der

Lilium Jet senkrecht starten und landen und weitere

Strecken mit dem Auftrieb seiner Tragflächen sehr effizient

im horizontalen Reiseflug zurücklegen. Das minimalistische

Flugzeug-Design kommt ohne Heck,

Seitenruder, Propeller, Getriebe und mit nur einem

22


Die visionären Gründer (v.l.): Daniel Wiegand (CEO),-SebastianBorn, Matthias

Meiner und Patrick Nathen vor dem Lilium Jet

Rein elektrisch von A

nach B fliegen könnte

schon bald möglich sein

Fotos: Lilium GmbH

beweglichen Teil im Motor aus. Das trägt nicht nur zur

Sicherheit und zu günstigen Produktionskosten des

Flugzeugs bei, darüber hinaus bietet das zeitgemäße

Design ein faszinierendes Flugerlebnis, von Panorama-Fenstern

bis hin zu Flügeltüren.

Der Gründer ist begeistert

Anlässlich der Erreichung dieses Meilensteins

sagte Daniel Wiegand, Co-Founder und CEO von Lilium:

»Heute machen wir einen weiteren riesigen

Schritt für die Realisierung einer individuellen urbanen

Flugmobilität. In weniger als zwei Jahren ist es uns

gelungen, ein Luftfahrzeug zu entwerfen, zu bauen

und erfolgreich zu fliegen, das uns nun als Grundlage

für die geplante Massenproduktion dienen wird. Es

war immer unsere Ambition, den Lilium Jet von zwei

auf fünf Sitze zu erweitern. Nur so kann der Luftraum

für noch mehr Reisende erschlossen werden. Ob gemeinsam

reisende Freunde oder Familien, oder Geschäftsreisende,

die sich einen Flug in die Stadt teilen,

fünf Sitze bieten eine Skalierbarkeit, die mit zwei Sitzen

nicht erreicht werden kann. Das Flugzeug in seiner

ganzen Schönheit in den Himmel aufsteigen zu sehen,

hat uns sehr berührt. Die Arbeit der letzten zwei

Jahre von dem gesamten Team hat sich ausgezahlt.

Wir glauben, dass wir die Ausgewogenheit zwischen

Geschwindigkeit, Reichweite und Effizienz gefunden

haben, die die Art und Weise, wie Menschen weltweit

leben und reisen, revolutionieren kann.« ►

Die Mitarbeiter von Lilium

arbeiten unter Hochdruck

an dem Jet, damit dieser

bald in den Probebetrieb

gehen kann

23


Mobilität

Effizient und schnell

Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 300

Stundenkilometern und einer Reichweite von 300 Kilometern

kann der Lilium Jet weitaus längere Flüge als

die meisten Wettbewerber zurücklegen. Das ermöglicht

insbesondere die feste Tragflächenkonstruktion

des Flugzeugs. Während Drohnen-Fluglösungen einen

Großteil ihrer Energie damit verbrauchen, sich in

der Luft zu halten, profitiert der Lilium Jet von dem

zusätzlichen Auftrieb seiner festen Tragflächen. Damit

benötigt er während des Reiseflugs weniger als zehn

Prozent seiner maximalen 2000 PS. Dank dieser Effizienz

entspricht der Energieverbrauch des Lilium Jets

dem eines Elektroautos über die gleiche Strecke. Somit

ist das Flugzeug nicht nur in der Lage, Vororte an

Stadtzentren und Flughäfen an Hauptbahnhöfe anzubinden,

sondern kann zudem auch bezahlbare Hochgeschwindigkeitsverbindungen

über ganze Regionen

hinweg bereitstellen.

Der Moment der Wahrheit

Nach umfassenden Tests auf dem Versuchsgelände

der Unternehmenszentrale von Lilium in Weßling

bei München stieg der Lilium Jet zum ersten Mal am

4. Mai 2019 um 08:03 Uhr Ortszeit in die Luft. Der

Flugzeug-Prototyp, der vom Boden aus ferngesteuert

wird, wird nun eine umfangreiche Testflugreihe absolvieren.

Sie soll die Leistungsfähigkeit unter Beweis

stellen und so den Grundstein für die Zertifizierung

des Flugzeugs nach den Sicherheitsstandards, die mit

denen für große Verkehrsflugzeuge vergleichbar sind,

legen.

Den erfolgreichen ersten Flug kommentiert Leandro

Bigarella, Head of Flight Test: »Der Erstflug ist

immer ein Moment der Wahrheit für ein Unternehmen.

Der Lilium Jet erfüllte unsere Erwartungen vollständig

und reagierte gut auf unsere Inputs. Seit Erreichen

dieses Meilensteins haben wir zunehmend

komplexere Manöver mit gleichen Erfolgen durchge-

24


oben: Der neueste

fünfsitzige Lilium Jet baut

auf den erfolgreichen

Flugtests eines zweisitzigen

Prototyps aus auf

links: Da das Flugtaxi

senkrecht startet und

landet, braucht es lediglich

einen Landeplatz

Das Ziel ist nah:

Die Reichweite des Lilium Jet

ist wirklich beeindruckend: 300

Kilometer sollen in naher Zukunft

kein Problem sein und das bei

einer Höchstgeschwindigkeit

von 300 Stundenkilometern.

So kann das Flugtaxi, wenn

es von München aus startet,

ohne Schwierigkeiten bis nach

Stuttgart oder Zürich kommen –

und das in unter einer Stunde.

Das würde das Reisen und die

elektrische Mobilität revolutio -

nieren. Und das alles zu einem

bezahlbaren Preis für den

Passagier.

führt und freuen uns jetzt auf unser nächstes großes

Ziel, die Durchführung des Übergangsflugs: Die reibungslose

Bewegung des Flugzeugs vom vertikalen in

den horizontalen Flug.«

Der Blick in die nahe Zukunft

Lilium plant mit der Produktion und dem Betrieb

des eigenen Lilium Jets einen revolutionären On-

Demand-Flugtaxi-Service. Auf Knopfdruck sollen die

Passagiere mit der Lilium-App den nächstgelegenen

Landeplatz finden und ihre Reise einfach und komfortabel

planen können. Dank eines dichten Netzes an

Landeplätzen in Städten und Regionen werden die

Fahrgäste so von Flügen profitieren, die im Preis mit

einem Taxi vergleichbar, aber viermal so schnell sind.

Lilium rechnet damit, bis 2025 in verschiedenen

Städten weltweit voll betriebsfähig zu sein, wobei der

Probebetrieb an mehreren Standorten schon früher

beginnen wird. Wiegand fügte zur Vision von Lilium

zur urbanen Mobilität hinzu: »Wir träumen von einer

Welt, in der jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt zu jedem

Ziel fliegen kann. Wir haben unglaublich viele

Gedanken und Sorgfalt in das Design des Flugzeugs

und die Services investiert, um genau das zu erreichen.

So können wir die Ansprüche der Gesellschaft an eine

leise, sichere und umweltfreundliche urbane Luftmobilität

erfüllen. Um an diesen Punkt zu gelangen,

mussten einige der größten Herausforderungen der

Luftfahrt bewältigt werden, aber jetzt haben wir ihn

erreicht und können uns darauf konzentrieren, unsere

Vision zum Leben zu erwecken und Lebensräume so

zu verbinden, wie sie es bisher noch nie waren. Ob es

ein reduzierter Investitionsbedarf für Bodeninfrastrukturen

wie Straßen oder Schienen ist oder die Erschließung

neuer Gebiete für wirtschaftliches Wachstum,

wir glauben, dass urbane Luftmobilität das Potenzial

hat, einen positiven Beitrag für die Gesellschaft

zu leisten. Wir freuen uns darauf, in unserer Branche

daran zu arbeiten, das zu erreichen.«

25


Mobilität

Green Ways to Work

Unternehmen sammeln grüne Kilometer

Green Ways to Work – so heißt der neue Wettbewerb für Unternehmen, den

das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) initiiert hat. Ziel ist es, die

Mitarbeiter dazu zu motivieren, beim täglichen Weg zum Arbeitsplatz auf

klimafreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn umzusteigen.

eza!-Geschäftsführer

Martin Sambale freut sich

über die ersten Anmeldun -

gen beim Wettbewerb

Green Ways to Work.

Unser Bild zeigt von links:

Martin Sambale, Volker

Wiegand (Geschäftsführer

AllgäuNetz GmbH & Co. KG),

Johanna Heberle (Personal -

abteilung Allgäuer Überlandwerk

GmbH) und Armin

Hipper (Nachhaltigkeits -

beauftragter der elobau

GmbH & Co. KG)

Fotos: eza!

Am 1. Juli startete der Wettbewerb für eine klimafreundliche

Mitarbeitermobilität, der

noch bis zum 15. Oktober läuft. Wer sich bis

jetzt noch nicht angemeldet hat, aber teilnehmen will,

dem sei gesagt: keine Panik. Interessierte Firmen können

ohne Probleme noch am Wettbewerb teilnehmen.

»Bei vielen Unternehmen entfällt ein Großteil

der CO2-Emissionen auf die Fahrten zur Arbeit und

nach Hause im Bereich der Mitarbeitermobilität«, erklärt

eza!-Geschäftsführer Martin Sambale. Beim

Wettbewerb Green Ways to Work können Unternehmen

erfassen, wie hoch der Anteil der Mitarbeiter ist,

die zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem E-Bike, dem Elektroauto,

mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem

Pkw mit herkömmlichem Verbrennungsmotor kommen.

Ziel ist es, möglichst viele grüne Kilometer zu

sammeln.

Es nützt nicht nur der Umwelt

Erfasst werden diese mit Hilfe einer eigens entwickelten

App. Hier tragen die Mitarbeiter der beteiligten

Firmen täglich ein, wie sie zur Arbeit gekommen

sind. Je nach Verkehrsmittel werden die zurückgelegten

Kilometer als graue oder als grüne Kilometer

bewertet. Ausschlaggebend in der Gesamtwertung ist

der Anteil der grünen Kilometer an den Gesamtkilometern

pro Mitarbeiter. »Durch die Ermittlung des

spezifischen Werts pro Mitarbeiter haben sowohl kleine

als auch große Unternehmen eine faire Chance«,

26


Anzeigen

erläutert Felix Geyer, der bei eza! für Green Ways to

Work zuständig ist.

Die App ermöglicht den Teilnehmern auch, sich

regelmäßig auf dem Laufenden zu halten, wo ihr Unternehmen

in der Wertung gerade steht und welche Kollegen

in der firmeneigenen Wertung vorne liegen. »Bei

der Aktion steht aber gar nicht so sehr der Sieg im Vordergrund«,

stellt Felix Geyer fest. »Ziel ist es vielmehr,

das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen, sein Mobilitätsverhalten

zu hinterfragen und gegebenenfalls zu

ändern.« Der Wettbewerbscharakter soll dabei helfen.

Steigen die Mitarbeiter vom Auto auf umweltfreundlichere

Formen der Mobilität um, nützt das

aber nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch den

Firmen, betont Felix Geyer. So müsse das Unternehmen

dann beispielsweise weniger Geld in den Bau von

Parkplätzen investieren. »Nicht unterschätzt werden

darf auch der Gesundheitsaspekt«, so Geyer. »Mitarbeiter,

die sich täglich bewegen, weil sie mit dem Fahrrad

oder zu Fuß zur Arbeit kommen, sind in der Regel

weniger krank.«

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Alles spricht für Internorm

Es muss nur einer anfangen

Die Idee für Green Ways to Work stammt von

der elobau GmbH & Co. KG. Dort lieferten sich einige

Mitarbeiter einen inoffiziellen Wettstreit, bei dem es

darum ging, wer die meisten Radfahr-Kilometer vorweisen

konnte, berichtet Armin Hipper, Nachhaltigkeitsbeauftragter

des Leutkircher Unternehmens. Als

Armin Hipper davon hörte, reifte bei ihm sofort der

Plan, einen richtigen Wettbewerb für das gesamte Unternehmen

daraus zu machen. Das Zeiterfassungs -

system wurde so umgestaltet, dass eine tagesgenaue

Erfassung der Pendelkilometer und der damit einhergehenden

CO2-Emissionen möglich wurde. Dafür gab

es 2018 im Rahmen des Wettbewerbs Energiezukunft

Allgäu einen Sonderpreis.

Schon damals gab es Überlegungen, weitere Firmen

im Allgäu zu einem Mobilitätswettbewerb einzuladen.

»Aber wir als elobau konnten das nicht alleine

stemmen«, meint Armin Hipper. eza! bot seine Unterstützung

an. »Wir fanden die Wettbewerbsidee sehr

gut«, so Sambale. Gefördert wird das Projekt mit

50.000 Euro vom Rat für nachhaltige Entwicklung in

Berlin, der im Auftrag der Bundesregierung mit Beiträgen

und Projekten die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

fortentwickelt und umsetzen hilft.

Zu den ersten Unternehmen, die sich für den allgäuweiten

Wettbewerb angemeldet haben, zählen neben

Elobau das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und

die Allgäunetz GmbH & Co. KG., die zusammen als

Team antreten werden. »Natürlich ist auch eza! dabei«,

erklärt Sambale, der auf viele weitere teilnehmende

Firmen hofft.

Weitere Informationen unter www.green-waysto-work.de

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bestimmt (1 ppm NO-Gehalt)

27


Energie

Heizen mit Milch

Dieser Landwirt zeigt, wie’s geht

Wie die Landwirtschaft einen sinnvollen Beitrag zum Erreichen der deutschen

Klimaziele leisten kann, zeigt sich auf dem Hof von Markus Böckler. Mit Hilfe

eines innovativen Energiekonzeptes nutzt er die Wärme aus Kuhmilch, um sein

Haus zu beheizen. Möglich macht dies eine Wärmepumpe, die der Milch die

Energie entzieht und so kühlt.

Laut Klimaschutzplan 2050 lautet das Ziel für die

Landwirtschaft, bis 2030 die Emissionen jährlich

um eine Million Tonnen CO2 zu senken. Generell

lassen sich über Energieeinsparungen viele landwirtschaftliche

Emissionen in beträchtlichem Umfang

vermeiden. So kann der Landwirt neben einem positiven

ökonomischen Effekt auch noch ökologische Erfolge

erzielen. Dabei richten sich die denkbar möglichen

Maßnahmen nach den Gegebenheiten des landwirtschaftlichen

Betriebs. So liegen die großen Verbraucher

bei der Ferkelzucht eher bei der unterbrechungsfreien

Belüftung der Ställe. Ein Gartenbaubetrieb unter Glas

muss hingegen versuchen, die Pflanzen durch einen

enormen Einsatz an Wärmeenergie auch im Winter gedeihen

zu lassen. Ein Milchviehbetrieb findet die größten

Verbraucher in der Regel in Milchpumpen und

Kühlung. Im Ackerbau können andere Effizienzmaßnahmen

betrachtet werden.

Ein neues Heizsystem muss her

Bei einer Vor-Ort-Beratung nahm der Land-

SchafftEnergie-Berater Konrad Gruber den energetischen

Ist-Zustand des Milchviehbetriebs der Familie

Böckler in Kempten auf. Mit 440 Kilowattstunden pro

Kuh und Jahr lag der Betrieb in einem guten Bereich,

es ließen sich aber dennoch Einsparpotenziale ausfindig

machen. Bisher wurden die 100 Milchkühe auf

dem Betrieb ohne Frequenzsteuerung gemolken. Erste

Empfehlung für den Betrieb war daher, die bestehende

Vakuumpumpe mit einer Frequenzsteuerung nachzurüsten.

Auf diesem Weg lässt sich mindestens die Hälfte

der elektrischen Energie einsparen, was die Stromkosten

beachtlich senkt.

Da Familie Böckler die alte Ölheizung mit einem

5000-Liter Tank ersetzen musste und gleichzeitig plante,

ein Austragshaus und eine Maschinenhalle zu bauen,

wurde über ein neues Heizsystem nachgedacht.

Dieses sollte ganzjährig die Abwärme aus der Milchkühlung

zum Heizen und zur Warmwassergewinnung

nutzen. Üblicherweise wird auf landwirtschaftlichen

Betrieben die Abwärme aus der Milchkühlung zwar

über eine Wärmerückgewinnung wiederverwendet

und zum Aufheizen eines Warmwasserbereiters verwendet,

doch die meiste Energie wird über den Wärmetauscher

an die Umwelt abgegeben. Ein System, das

28


Fotos: AELF Kempten/Eva Nowatschin

Die Photovoltaikanlage auf dem Stall wird zukünftig die

Wärmepumpe mit Strom versorgen – das spart Kosten

Landwirt Markus Böckler (2.v.l.) zeigt auf einem

Hofrundgang einen Erdkollektor

also gleichzeitig täglich 2100 Liter Milch kühlt und die

Wohnung heizt, erschien Familie Böckler optimal.

Auch deswegen, weil die Familie auf keinen Fall wieder

eine Ölheizung wollte und Hackschnitzel nicht in

ausreichender Menge zur Verfügung standen.

Die Milch macht´s warm

Die Planung und Auslegung des Systems übernahm

eine auf Wärmepumpen spezialisierte Firma aus

dem Allgäu. Auf Grundlage einer Beratung wur-


Voraussetzungen für das System

• Die Abwärme aus der Milchkühlung wird vollständig oder teilweise ungenutzt abgegeben.

• Die Entfernung zwischen Stall und Wohnraum ist nicht groß (bis etwa 100 Meter).

• Zwischen Stall und Wohnhaus kann eine Wärmeleitung verlegt werden.

• Die Heizungsvorlauftemperatur kann auf weniger als 55 Grad Celsius begrenzt werden

– im Altbau ist dafür oft ein Austausch (Vergrößerung) der Heizkörper notwendig; in

Neubauten ist dies Stand der Technik (Fußbodenheizung).

• Ausreichend Puffer ist vorhanden oder kann eingebaut werden.

• Günstiger PV-Eigenstrom kann genutzt werden.

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29


Energie

Kleines Gerät, große Wirkung:

Dank der neu installier ten

Wärme pumpe kann der Landwirt

mit sei ner Milch sein

Haus heizen

Sommer anfallende Überschusswärme kann im Erdkollektor

zudem effizient und kostengünstig für den

Winter eingelagert werden. Es wird kein weiteres

Heizsystem benötigt.

»Es war schon eine Kunst, die sperrigen Rohre zu

verlegen, doch am Ende ist das System der Wärmepumpe

für unsere jetzige Situation die beste Entscheidung

gewesen«, erklärt Landwirt Markus Böckler. Es

sei ein gutes Gefühl, die Wärme aus der Milch nicht

einfach über den Wärmetauscher zu vergeuden, sondern

dadurch Öl einzusparen und die Kosten zu senken.

Als weiterer Vorteil komme hinzu, dass seine

Photovoltaik-Anlage bald aus der EEG-Vergütung

herausfällt und die Wärmepumpe dann mit dem eigenen

Solarstrom versorgt werden kann.

Die Alternative ist keine

de in der Milchkammer eine Wärmepumpe installiert.

Sie funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank: So

wie dieser dem Innenraum die Wärme entzieht und

anschließend nach außen abgibt, entzieht die Wärmepumpe

der Milch die Wärme und gibt sie an die Heizung

ab. Zusätzlich fungiert ein Erdkollektor unter der

Maschinenhalle als Wärmequelle in der Art einer

Geothermieanlage.

Die Abwärme der Milch wird 365 Tage im Jahr

zur Heizung und Warmwasserbereitung des Hauses

verwendet. Wird mehr Energie zum Heizen benötigt,

als die Milch liefern kann, wird ein 1,2 Kilometer langer,

unter der Maschinenhalle verlegter Erdkollektorschlauch

genutzt. In diesem Spitzenlastszenario gewinnt

die Wärmepumpe über Erdwärme die fehlende

Energie. Die Wärmepumpe heizt mit diesen Wärmequellen

die Wohnungen ganzjährig zu 100 Prozent. Im

Die CO2-Minderung des Wärmepumpensystems

beträgt, verglichen mit der alten Ölheizung, mehr als

15 Tonnen pro Jahr. Zwar wären die Betriebskosten

für ein Pelletssystem mit Vorkühler geringer gewesen

als beim innovativen System mit Wärmepumpe. Weitere

Einsparungen sind jedoch durch vermiedene Betriebskosten

wie etwa für den Kaminkehrer und die

Wartung des thermischen Heizsystems zu erwarten.

Der Umbau mit Wärmepumpensystem erfordert zudem

keine Investition mehr für ein konventionelles

Milchkühlsystem. Auch ein Vorkühler entfällt. Außerdem

ist das Wärmepumpensystem nahezu wartungsfrei.

Auf den Bau eines speziellen Pelletbunkers konnte

verzichtet werden. Der Betrieb Böckler macht sich

darüber hinaus unabhängig von den Preisschwankungen

auf dem Brennstoffmarkt. Künftig besteht die Option,

die benötigte elektrische Energie sogar überwiegend

über solaren Eigenstrom zu erzeugen. Damit

lässt sich ein Großteil der Stromkosten einsparen. Um

genauer zu sein: Dank des effizienten und umweltfreundlichen

Konzeptes sind die Energiekosten von

Markus Böckler um fast 2000 Euro pro Jahr gesunken

– und das nahezu CO2-neutral.

Nachrüsten der Vakuumpumpe auf Frequenzsteuerung

Ohne Frequenzsteuerung Mit Frequenzsteuerung

Nennleistung (kW) 3 3

Laufzeit pro Tag (Stunden) 4,5 4,5

Energieverbrauch pro Jahr (kWh) 4.928 2.464

Energiekosten pro Jahr (Euro)

(netto: 0,22 Euro/kWh)

1.084 542

Investition (Euro netto) -

2.660 (inkl. 30 %

Förderung der BLE)

Abschreibung, 10 Jahre (Euro/Jahr) - 266

CO2-Einsparung pro Jahr (kg) 953

Amortisationszeit (Jahre) - 4,9

LandSchafftEnergie

Das bayernweite Netzwerk LandSchafftEnergie bietet

kostenlose fachliche Beratung zu allen Fragen rund um

die Erneuerbaren Energien. Das Projekt greift dabei auf

mehr als 50 Berater in Bayern zurück, die auch im

Rahmen des Energiechecks gezielt landwirtschaftliche

Betriebe bei der Entscheidung für Erneuer bare Energien

unterstützen. Getragen wird es gemein sam vom

bayerischen Landwirtschafts- sowie

Wirtschaftsministerium.

30


Energie

Neue Dauerausstellung

eza!-Partner-Firmen informieren

Wie kann ich als Hausbesitzer oder angehender Bauherr die Energiekosten senken

und gleichzeitig den Wohnkomfort steigern? Antworten darauf gibt die neue

Dauerausstellung, die das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) zusammen

mit Firmen aus dem eza!-Partner-Netzwerk den Besuchern präsentiert.

Die Firmen aus dem eza!-Partner Netzwerk

haben eine spannende Dauerausstellung zu

unterschiedlichsten Themen des energieeffizienten

Bauens und Sanierens gestaltet. Wärmedämmung

mit nachwachsenden Dämmstoffen, aktuellste

Fenstertechnik oder die neuesten Trends im Bereich

Heizung, Lüftung, Solar und Beleuchtung bis hin zu

wohngesunden Holzhäusern werden vorgestellt. Sowohl

mit informativen Texten als auch mit anschaulichen

Modellen wird dem Besucher die Funktion und

Wirkungsweise der einzelnen Systeme erläutert.

Ausstellung leistet wichtigen Beitrag

Dem Gebäudesektor komme bei Thema Klimaschutz

eine sehr wichtige Rolle zu, betonte Kemptens

Oberbürgermeister Thomas Kiechle bei der Ausstellungseröffnung.

»Wir müssen unseren Gebäudebestand

in einem großen Maßstab energetisch ertüchtigen,

weil es in diesem Bereich noch deutliche Energie-Einsparpotentiale

gibt«, forderte Oberbürgermeis -

ter Kiechle, der zugleich Vorsitzender der eza!-Gesellschafterversammlung

ist. Die Stadt Kempten, so

Kiechle, gehe mit gutem Beispiel voran und saniere

schrittweise ihren Gebäudebestand. Neue städtische

Gebäude werden in Passivhausstandard ausgeführt.

Kiechle: »Die Einsparerfolge dabei sind beachtlich.«

Auch private Hausbesitzer und Bauherren müssten

noch mehr von den Vorteilen des energieeffizienten

Bauens und Sanierens überzeugt werden, wünscht sich

Kemptens Oberbürgermeister. Angesichts des »Informationsdschungels«

sei dabei eine qualifizierte Beratung

von enormer Bedeutung. »Die Ausstellung hier

ist ein wichtiger Baustein«, so Kiechle. »Hier können

sich Hausbesitzer und Bauherren über aktuelle Produkte

informieren – allein oder mit Beratung durch

einen Energieberater von eza!.«

Alle Beteiligten profitieren davon

Fotos: Roland Wiedemann/eza!

eza!-Geschäftsführer Martin Sambale erinnerte

in diesem Zusammenhang daran, dass allein im eza!-

Haus jährlich rund 1000 Energieberatungen durchgeführt

werden. »Auch die Energieberatungskunden

profitieren von der neuen Ausstellung«, erklärte Sambale

und lobte zugleich das Engagement der beteiligten

eza!-Partner-Firmen. Letztere stünden für Qualität

am Kunden. So nehmen die am Netzwerk beteiligten

Firmen mehrmals im Jahr an Weiterbildungen teil und

treffen sich regelmäßig zum gewerkeübergreifenden

Erfahrungs- und Informationsaustausch. »Die Partnerschaft

mit eza! und den anderen eza!-Partnern ist

uns sehr wichtig«, betonte Josef Rist von der Firma Solux,

die eine Solarstromanlage mit Batteriespeicher in

der Dauerausstellung zeigt.

Wann & wo?

Die Bau- und Energieausstellung im eza!-Treff, dem

Neben gebäude des eza!-Hauses in der Burgstraße 26,

ist an vier Wochentagen geöffnet.

Montag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 9 bis 12 und 14 bis 17

Uhr, Donnerstag 9 bis 12 sowie Freitag 9 bis 12 und 14

bis 17 Uhr

Abweichungen werden auf www.eza-allgaeu.de bekannt

gegeben

(v.l.): Thomas Kiechle (Oberbür -

ger meister Kempten), Armin

Demmler (YES-Company GmbH),

Martin Sambale (eza!-

Geschäftsführer), Josef Rist

(Solux GmbH), Thomas Wagner

(Butscher GmbH / Paradigma

Deutschland) und Christian Wörz

(Projektleiter eza!-Partner) bei

der Ausstellungseröffnung

31


Energie

Ehrgeiziges Zukunftsziel

Die Potenziale der Erneuerbaren nutzen

Auf einer Pressekonferenz Anfang April im Landratsamt Oberallgäu in

Sonthofen stellten die verantwortlichen des Projektes Energiezukunft Allgäu

die Energie- und CO2-Bilanz Allgäu vor. Die Bilanz knüpft nicht nur an den

bisherigen Projekten zur Energiezukunft Allgäu an, sie zeigt auch auf, dass

es noch Potenziale bei der Nutzung erneuerbarer Energien gibt.

32

(v.l.): Martin Sambale von

eza!, Landrat Anton Klotz

und Klaus Fischer von der

Allgäu GmbH bei der Vor -

stellung der Energiebilanz

im Landratsamt Oberallgäu.

Mehr Strom aus erneuerbaren

Energien und weg von

fossilen Energieträgern –

dann klappt es auch mit der

gewünschten CO2-Reduktion

Fotos: Alissa Jakob, Pixabay

Die Allgäu GmbH hat gemeinsam mit eza!

eine Energiebilanz basierend auf den Jahren

2011 bis 2016 für das gesamte bayerische

Allgäu mit den Landkreisen Lindau, Oberallgäu,

Ostallgäu und Unterallgäu sowie den Städten Kaufbeuren,

Kempten und Memmingen erstellt. Die

Energiebilanz zeigt nun auf, wo die Potenziale der erneuerbaren

Energien liegen. Ausgehend vom Basisjahr

2011 ist eine CO2-Reduktion von 95 Prozent realistisch.

So soll der Strom bis 2050 zu 100 Prozent,

die Energie für Wärme und Verkehr zu 95 Prozent

aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Im

Allgäu wird bereits heute Strom zu 52 Prozent aus erneuerbaren

Energien gewonnen, die Wärmerzeugung

aus nicht-fossilen Energieträgern liegt bei gut

20 Prozent. Wie Anton Klotz, Landrat des Landkreises

Oberallgäu und Aufsichtsratsvorsitzender der

Allgäu GmbH betonte, wolle das Allgäu Vorreiter im

Klimaschutz sein.

Energiezukunft Allgäu

Bereits seit 2011 arbeitet das Allgäu über das Projekt

Energiezukunft an der Umsetzung der Energiewende.

Die Steuerungsgruppe Energiezukunft Allgäu

begleitet laufende Projekte und reagiert auf neue Herausforderungen.

Die Kampagne für Energieeffizienz

in Unternehmen sorgte mit Öffentlichkeitsarbeit, Ver-


Leitbild für das Allgäu im Wortlaut

Eine intakte Natur und Grundlagen für ein gesundes Leben –

das Allgäu will seine Werte erhalten und engagiert sich

deshalb auch für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Mit

diesem Leitbild soll dokumentiert werden, dass die Region

gemeinsam an diesem Ziel arbeitet. Die Landkreise Lindau,

Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu sowie die kreisfreien

Städte Kaufbeuren, Kempten und Memmingen unterstützen

das Leitbild und leisten ihren Beitrag zur Umsetzung.

Das Allgäu will Vorreiter im Klimaschutz sein und arbeitet

deshalb auch engagiert mit, um das Pariser Klimaschutz -

abkommen mit Leben zu erfüllen. Das Allgäu strebt,

ausgehend von der CO2-Bilanz 2011 bis 2050, eine

Reduktion der CO2-Emissionen um 95 Prozent an.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen erneuerbare Energien

ausgebaut und die Energieeffizienz gesteigert werden. Das

Allgäu ist sich dessen bewusst und plant bis 2050 im

Bereich des Stroms einen Ausbau auf 100 Prozent des

Verbrauchs. Für Wärme und Verkehr ist ein Ausbau auf

einen Anteil an erneuerbaren Energien von rund 95 Prozent

geplant. Dabei sollen auch stets die Versorgungssicherheit

und die Bezahlbarkeit gewährleistet bleiben.

Die Fortschritte bei der Zielerreichung sollen regelmäßig mit

einer gemeinsamen Energiebilanz überprüft werden. Mit

gemeinsamen Projekten wollen die Landkreise und Städte

und die Allgäu GmbH den Prozess dauerhaft unterstützen.

anstaltungen, Beratungskampagnen und Hotline für

Impulse und Einsparungen. Der Wettbewerb Energiezukunft

Allgäu wurde bereits zweimal durchgeführt

und honorierte das Engagement von Initiativen und

Unternehmen. Die Energiebilanz Allgäu der vergangenen

Jahre liefert verlässliche Zahlen für Prognosen.

»Die Datenerhebung von 2011 bis 2016 zeigt, dass es

dem Allgäu gelungen ist, den Anteil an erneuerbaren

Energien zu erhöhen. Im Bereich Strom liegt er im

Jahr 2017 bei rund 52 Prozent, im Bereich Wärmebereitstellung

liegt das Allgäu bei gut 20 Prozent«, berichtet

Martin Sambale, Geschäftsführer von eza! »Damit

liegen wir weit über dem Bundesdurchschnitt, wo

die Anteile bei 36 und 13 Prozent liegen«, zitiert Sambale

die Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Energie.

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Gemeinsame Ziele

Der Aufsichtsrat der Allgäu GmbH hat nun ein

Leitbild beschlossen. Es dokumentiert die gemeinsame

Verantwortung des Allgäus für die Energiewende

und den weltweiten Klimaschutz. Auch werden die

Chancen einer progressiven Entwicklung des Allgäus

als Vorreiter bei Klimaschutz und Energiewende gesehen.

Neben der fast vollständigen Einsparung von

CO2 im Jahr 2050 wird auch die Wertschöpfung in der

Region gehalten: Im Jahr 2011 wurden 1,7 Milliarden

Euro für fossile Energien ausgegeben, im Jahr 2050

sollen es nur noch 450 Millionen Euro sein.

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rückerstattet werden und sind bereits in die Leasingsonderzahlung und

den Gesamtbetrag einkalkuliert) sowie 3.000,– € Renault Elektrobonus

gemäß den Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Energie zum Absatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen.


Energie

Ausgezeichnete Leistung

Diese Schüler sind Energiesparmeister

Das Hildegardis-Gymnasium aus Kempten hat das beste Klimaschutzprojekt

aller bayrischen Schulen – zu diesem Schluss kam die Jury des Energiespar -

meister-Wettbewerbes. Doch auch andere waren von den Leistungen der

Schüler überzeugt und stimmten bei einem Online-Voting dafür, dass die

jungen Allgäuer auf Bundesebene den zweiten Platz belegten.

Dass es die Schulgemeinschaft bei den Themen

Energiesparen und Klimaschutz ernst nimmt,

zeigt allein schon das ehrgeizige Ziel, das man

sich gesetzt und mit viel Engagement in Angriff genommen

hat: Bis 2026 soll das Hildegardis-Gymnasium klimaneutral

sein. In einem Projektteam aus 70 Schülern

und Lehrkräften wurde dafür ein detaillierter Klimaschutzplan

erstellt, der alle notwendigen Maßnahmen

definiert. Um auch andere Schulen für den Klimaschutz

zu begeistern, hat die Projektgruppe eine öffentliche

Multiplikatoren-Veranstaltung organisiert. Über 200

Gäste informierten sie dort bei Vorträgen, Hörstationen

und Plakat-Präsentationen über ihre Erfahrungen auf

dem Weg zur Klimaschule. »Es war beeindruckend, mit

welchem Engagement die Schüler die Veranstaltung

vorbereitet und mitreißend moderiert haben«, berichtet

Matthias Klaubert, Lehrer und Initiator des Projektes

am Hildegardis-Gymnasium.

Der verdiente Lohn

Hilfe gibt es für die Schüler und Lehrer unter anderem

vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu

(eza!) sowie von Thomas Weiß, dem Klimaschutzmanager

der Stadt Kempten, die das Klimaschutzprojekt

auch finanziell unterstützt. »Das Engagement des Hil-

Der parlamentarische

Staatssekretär Florian

Pronold (rechts) über -

reichte in Berlin den

Schülern sowie Lehrer

Mathias Klaubert (Dritter

von links) den zweiten Preis

beim bundesweiten Energie -

spar meister-Wettbewerb.

Dr. Hans-Jörg Barth von

eza! (Dritter von rechts)

hatte die Kemptener Dele -

gation nach Berlin begleitet

Fotos: Hans-Jörg Barth/eza!, Phil Dera/co2online

34


Anzeigen

degardis-Gymnasiums spiegelt die Bereitschaft – vor

allem der jungen Generation – wider, neue Wege zu

gehen, um nachhaltig zu leben und zeigt, dass zusammen

viel erreicht werden kann«, betont Kemptens

Oberbürgermeister Thomas Kiechle. »Mit Unterstützung

des städtischen Klimaschutzmanagements konnte

die Schule bereits viel erreichen. Darauf und auf die

Auszeichnung zum bayrischen Energiesparmeister

können alle, gerade die Schülerinnen und Schüler sowie

die Lehrkräfte, zurecht stolz sein.« Dr. Hans-Jörg

Barth von eza! nennt die Auszeichnung den verdienten

Lohn. »Wie kann Klimaschutz im Schulalltag etabliert

und dabei die gesamte Schulgemeinschaft eingebunden

werden? Auf diese Frage haben Klimabotschafter,

Schüler und Lehrer des Hildegardis-Gymnasiums Antworten

gegeben«, so der Bereichsleiter eza!-Klimaschutz,

der die Schüler beim Projekt begleitet. »Und

weil Klimaschutz nur dann wirksam ist, wenn alle mitmachen,

teilen sie ihre Erfahrungen und motivieren

andere Schulen, sich auch auf den Weg zur Klimaschule

zu machen – ein wirklich vorbildliches Projekt.«

Nach Gold kommt Silber

Und wer so viel Engagement zeigt, der hat den

Sieg auch verdient. Gegen insgesamt 26 Schulen aus

ganz Bayern setzten sich die Kemptener Schüler durch

und erhielten nicht nur die Anerkennung, die sie verdient

haben, sondern auch 2500 Euro. Auf dem Erfolg

ruhten sich die jungen Klimaschützer nicht aus, denn

in den Wochen danach ging es um den Sieg auf Bundesebene.

Für diesem mussten die Schüler um Stimmen

werben, denn diesmal entschied keine Jury, sondern

jeder konnte online abstimmen. Insgesamt entfielen

knapp 6500 der abgegebenen Stimmen auf das

Projekt des Allgäuer Gymnasiums und bescherte den

Schülern somit den zweiten Platz und noch einmal

2500 Euro.

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Energie

Mit Gas und Batterie zum Ziel

Deutschlands erstes Hybridkraftwerk

Großspeicherprojekte – im Rahmen der Diskussionen rund um die

Energiewende werden sie oft propagiert, die Anzahl der realisierten

Projekte ist aber immer noch überschaubar. Belastbare Wirtschaftlichkeitsmodelle

sind gefragt! Spannend ist die Kombination mit

einer vorhandenen Gasturbine vom Allgäuer Überlandwerk.

36


Mit insgesamt 16 Megawatt Leistung und

8,5 Megawattstunden Energieinhalt

wurde im August 2018 auf dem Gelände

der Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) in Sulzberg

bei Kempten einer der derzeit größten Energiespeicher

in Deutschland in Betrieb genommen.

»Derzeit nutzen wir den Batteriespeicher im Primärregelenergiemarkt

für die Stabilisierung des Stromnetzes.

Die gemeinsame Arbeit, den Großspeicher

mit unserer Gasturbine zu verknüpfen und somit

Deutschlands erstes Hybridkraftwerk mit Genehmigung

zum Regelbetrieb in Betrieb zu nehmen, hat

sich gelohnt«, so Thorsten Häusler, Projektleiter und

Leiter Erzeugung bei AÜW. Die entsprechende Präqualifizierung

wurde durch den Übertragungsnetzbetreiber

Amprion im Februar erteilt. »Somit haben

wir die Erlaubnis, das erste Hybridkraftwerk in

Deutschland bestehend aus einem Großspeicher in

Verbindung mit einer Gasturbine im Sekundärregelenergiemarkt

zu vermarkten«, so Häusler weiter. Die

Idee dabei ist, die Zeiten, die die Gasturbine benötigt

um anzufahren, mit dem Batteriespeicher zu puffern

und somit im Sekundärregelenergiemarkt teilnehmen

zu können.

Geliefert wurde der Speicher vom Systemanbieter

Smart Power GmbH & Co. KG aus dem oberbayerischen

Feldkirchen bei München, Hersteller der Batterien

und Wechselrichter ist die Sungrow Samsung SDI

Energy Storage Power Supply Co., Ltd. Das Projekt

wurde ohne öffentliche Förderung finanziert. ►

Mit der Einweihung des ersten

Hybridkraftwerkes mit Genehmigung

zum Regelbetrieb in der

Bundesrepublik wurde auch ein

weiterer Batterie-Großspeicher

im Stromnetz installiert

37


Energie

Fotos: Allgäuer Überlandwerk GmbH, Bruno Maul

oben: das Innere eines

Batteriespeicher containers

rechts: Nicht weit von dem

vorhandenen Kraftwerk entfernt

steht nun der neue Batterie-

Großspeicher, der eine Leistung

von 16 Megawatt hat

Andere zukunftsweisende Projekte

Der 16 Megawatt-Großspeicher ist nicht das

erste inno vative Speicherprojekt, das AÜW in

seinem Netz betreibt. Zusammen mit egrid,

einem Gemeinschafts unternehmen der

SIEMENS AG und der Allgäuer Überlandwerk

GmbH, wurden im Allgäuer Stromnetz be -

reits fünf Batterie-Großspeicher installiert.

Diese optimieren seit Anfang 2018 die

Die Idee hinter dem Projekt

Die Herausforderung der Erneuerbaren Energien

ist, dass sie wesentlich volatiler und schlechter prognos -

tizierbar sind, als die konventionellen Energieträger.

Auch die räumliche Verteilung ist nicht immer optimal.

Benötigt werden für diesen Umbau des Energiesystems

mehr Intelligenz in den Stromnetzen, vor allem aber

auch Speicher und flexibel steuerbare Kraftwerke.

Es gibt verschiedenste Modelle, wie die Systeme

in Zukunft aussehen werden, in den meisten Szenarien

sollen aber Gaskraftwerke und Gasturbinen eine wichtige

Rolle in der Umbauphase spielen. Doch im momentanen

Strommarktdesign sind die Anreize für Investitionen

in Gaskraftwerke nicht gegeben, auch der

Betrieb vorhandener Gaskraftwerke ist für die Eigentümer

nicht kostendeckend.

Intelligente Hybridkonzepte

Auch AÜW in Kempten hat dieses Problem. Aus

früheren Projekten gibt es im Bestand des Allgäuer

Energiedienstleisters, der rund 90.000 private Haushalte

und Gewerbebetriebe in der Region versorgt, eine Gasturbine.

Seit einigen Jahren wurde diese aber aus den

besagten Gründen nur noch für den Notbetrieb vorgehalten.

Michael Lucke, Geschäftsführer AÜW, gab sich

aber zusammen mit seinem Team nicht mit dieser Situation

zufrieden, sondern suchte nach innovativen

Stabilität des Stromnetzes der AllgäuNetz

GmbH & Co. KG.

Ein weiteres Speicherprojekt von AÜW kom -

biniert ein Mieterstromprojekt in Kempten

mit Second-Life-Batterien aus der Auto -

mobilindustrie. Das Projekt namens ELSA

wird vom AÜW gemeinsam mit verschie de -

nen Partnern in drei Städten umgesetzt.

Konzepten, wie man um diese Gasturbine herum sozusagen

ein Hybridkraftwerk aufbauen und so einen wirtschaftlichen

und zugleich netzdienlichen Betrieb ermöglichen

könnte. Da kam die Firma Entelios AG aus

München zum Einsatz. Diese stellte AÜW die grundsätzliche

Idee vor, die dann gemeinsam mit den Ingenieuren

des regionalen Energiedienstleisters verfeinert,

detailliert und auf die Gegebenheiten im Allgäu angepasst

wurden. Mit dem Ziel: Intelligente Vermarktung

von Regelenergie, um die Wirtschaftlichkeit der Gasturbine

zu verbessern und langfristig zu sichern.

Schnelle Reaktion – dank des Speichers

Die Lösung dafür bietet der Speicher als optimale

Ergänzung im Rahmen des Hybridkraftwerks. Für den

Speicher ist es vollkommen unerheblich, wie oft er unterschiedlichen

Regelleistungsvorgaben folgen muss.

Er ist also der zuverlässige Part für die schnelle Reaktion

des Hybridkraftwerkes. Die Gasturbine dient hingegen

als »stille Reserve« und wird nur dann angesteuert,

wenn entweder die abgerufene Leistung oder auch

deren Gradient von Anfang an einen gewissen Schwellenwert

überschreitet, also die Netzfrequenz vom Sollwert

um einen entsprechenden Betrag abweicht, oder

wenn die Einsatzzeit des Regeleingriffes länger anhält.

»Wir werden die Herausforderungen der Energiewende

nur dann erfolgreich meistern, wenn wir mit

Kreativität, Mut und Weitsicht die bestehenden Vorgehensweisen

und Systeme ständig überprüfen und

Neues ausprobieren. Gemeinsam mit unseren Partnern

Smart Power und Entelios haben wir wieder einmal

bewiesen, dass wir nicht auf Lösungen warten,

sondern diese aktiv entwickeln. Wir sind davon überzeugt,

dass dieses Konzept, wenn es an weiteren Standorten

in Deutschland umgesetzt wird, einen wichtigen

Beitrag zur EnergieZukunft Deutschland beitragen

wird. Mit Blick auf unsere Region leisten wir mit diesem

Projekt einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit

für unsere Kunden«, so Michael Lu -

cke, Geschäftsführer AÜW.

38


Medien

Strategien der Natur

Wie die Weisheit der

Bäume unser Leben

stärkt

Vor Millionen von Jahren bestand

die Atmosphäre unseres Planeten

vor allem aus Kohlendioxid.

Unwetter waren an der Tagesordnung,

bis sich die Bäume auf der

ganzen Erde ausbreiteten. Sie banden

Kohlenstoffdioxid in Form von

Biomasse und produzierten Sauerstoff.

Als Folge beruhigte sich das

Klima, und Tiere sowie letztendlich

der Mensch fanden einen lebensfreundlichen

Raum, in dem sie sich

entwickeln konnten. Heute setzen

wir das Kohlenstoffdioxid wieder

massenweise frei, indem wir fossile

Brennstoffe verheizen und gleichzeitig

Wälder roden. In seinem außergewöhnlichen

Buch »Strategien

der Natur« macht Erwin Thoma

diesen und andere Zusammenhänge

bewusst. Anhand der Beschreibung

der Evolution der Bäume mittels

lehrreicher Geschichten und

aufbauend auf Erkenntnissen zu

den biochemischen Vorgängen

oberhalb und unterhalb des Waldbodens,

richtet Thoma einen leidenschaftlichen

Appell an uns

Menschen: Wollen wir den Klimawandel

stoppen und die Zerstörung

der Natur rückgängig machen,

dann ist jetzt die Zeit der Bäume

gekommen. Ihre Strategien und

ihre Heilkraft können wir nützen,

um uns selbst weiter zu entwickeln.

Strategien der Natur – Wie die

Weisheit der Bäume unser Leben

stärkt, Hardcover, 300 Seiten, Autor:

Erwin Thoma, Benevento, 24 Euro,

ISBN 978-3-710-90087-7

Schritt für Schritt zur eigenen

Photovoltaikanlage

Dieser kostenlose 40-seitige

Leitfaden erklärt Schritt für Schritt,

wie Hausbesitzer ihr eigenes Solarkraftwerk

errichten und damit

Energie für Heim, Heizung und

Elektroauto herstellen und nutzen.

Photovoltaikanlagen sind ein fester

Bestandteil der dezentralen Energieversorgung

und ein alternativer

Stromlieferant für viele Eigenheimbesitzer.

Aber wie baut man sein Eigenheim

von fossilen Energieträgern

auf Solar um, worauf muss

man bei der Planung achten, wie

nutzt man Solarstrom für die Wärmepumpe

oder für das Elektroauto

und was sind die notwendigen Voraussetzungen?

Fragen, vor denen

viele Hausbesitzer zurückschre -

cken. Enerix hat ein Handbuch für

Hausbesitzer entwickelt, in dem

diese Fragen beantwortet werden

und stellt es Interessierten kostenfrei

zur Verfügung. Der umfangreich

illustrierte Ratgeber enthält

zahlreiche Praxisbeispiele, Musterberechnungen,

Checklisten, hilfreiche

Tipps und erklärt in acht

Schritten, wie man sein Hausdach

als Energiequelle nutzen kann. Zudem

informiert er zu den Themen

»Solarstrom tanken« und über die

Kombination Photovoltaik mit

Wärmepumpe.

Der Leitfaden kann auf der

Internetseite der Firma Enerix unter

www.enerix.de/service/photovoltaikleitfaden/

kostenlos als PDF-Ausgabe

angefordert werden.

Praxisbuch Permakultur

Das umfassende Handbuch

für nachhaltiges

Gärtnern

Permakultur ist in aller Munde.

Doch was genau versteht man

darunter? Welche Prinzipien und

Ideale liegen ihr zugrunde? Braucht

man dafür einen großen Garten

oder reicht auch ein

Balkon? Und welche

Möglichkeiten

bietet sie für eine

ökologisch nachhaltige

Zukunft?

Diese und viele

weitere Fragen beantworten

Jessi

Bloom und Dave

Boehnlein in ihrem

neuen Buch

anschaulich und

mit vielen Beispielen. Die Autoren

versammeln in ihrem Werk alles

Wissenswerte zur Permakultur:

Nachdem sie die Grundprinzipien

erklärt haben, führen sie methodisch

durch den Designprozess, der

jedem Permakulturprojekt zugrunde

liegt – von der Beobachtung und

Analyse der Umgebung über die

Entwicklung eines Konzeptes bis

zur Umsetzung. Die theoretischen

Grundlagen werden ergänzt durch

inspirierende Praxisbeispiele und

viele Illustrationen. Den Elementen,

die in allen Formen der Permakultur

zu beachten sind, ist ein eigener

Teil gewidmet: Bodenfruchtbarkeit,

Wasser, Abfall, Energie,

Schutz, Nahrungsproduktion und

Tiere. Ein weiteres Kapitel stellt 42

Pflanzen vor, die sich besonders gut

für diese Art des Gärtnerns eignen.

Das letzte Kapitel widmet sich den

wirtschaftlichen und sozialen

Aspekten.

Praxisbuch Permakultur – Das

umfassende Handbuch für nachhaltiges

Gärtnern, Hardcover, 320 Seiten, über

280 Fotos und Illustrationen,

Autoren: Jessi Bloom & Dave

Boehnlein, Haupt Verlag; 39,90 Euro,

ISBN 978-3-258-08100-7

39


Netzwerk

»Holz trifft Digital«

Volles Haus bei neuem Format

Die über 200 Teilnehmer des Inno4wood-Barcamp »Holz triff Digital«

am 10. und 11. Mai an der Hochschule Kempten waren sichtlich begeistert

von dem neuen Veranstaltungsformat, zu dem das Holzforum Allgäu e.V.,

die Hochschule Kempten und das Kompetenzzentrum Handwerk Digital

Akteure der Holzbranche und digitale Experten eingeladen hatten.

Das neue Netzwerkformat war in vielerlei

Hinsicht bis dato einmalig – das fing schon

bei den Teilnehmern an. Diese kamen aus

dem Bereich des Forstwesens, aus Sägereien, waren

Zimmerer, Holzbauer, Schreiner sowie Planer und

vertraten damit die Wertschöpfungskette Forst-Holz.

Zu ihnen gesellten sich Digitalexperten, Professoren

und Studierende.

40


(v.l.): Denny Bräuniger, Holzforum Allgäu e.V., Maike Breitfeld, Holzforum Allgäu e.V., Charlotte

Wallin, Hochschule Kempten, Hugo Wirtensohn, Holzforum Allgäu e.V. und Christoph Krause,

Komptenzzentrum Handwerk Digital bei der Abschlussveranstaltung

Fotos: Holzforum Allgäu e.V./Stefan Eigner

So vielschichtig wie das Thema Digitalisierung

in der Holzbranche ist, so unterschiedlich waren dann

die Themen, die in den Sessions – zum Beispiel in

Vorträgen oder Workshops – diskutiert wurden. Eine

weitere Neuheit für die Branche im Unterschied zu

vertrauten Vortragsveranstaltungen war, dass sich

nach der Begrüßung der TeilnehmerInnen alle Anwesenden

mit drei Stichpunkten kurz vorstellten. So wurde

ein erster Kontakt zwischen den Teilnehmern hergestellt.

Auch das »Du« für alle gehörte zu den Regeln

des Barcamps, was für eine lockere und entspannte Atmosphäre

sorgte.

Viel selbstgewählter Input

Anschließend wurden die sogenannten Geber

von Sessions durch den Moderator Christoph Krause

nach vorne gebeten, um kurz das Thema vorzustellen,

über das sie mit anderen Teilnehmern diskutieren

wollten. Mit einer kurzen Abfrage des Interesses beim

Publikum kam das Thema dann auf die Agenda. So

gestalteten die Teilnehmer das Programm selbst.

Damit wurden am ersten Tag zum Beispiel digitale

Holzprojekte und BIM (Building Information Modeling,

deutsch: Bauwerksdatenmodellierung) entlang

des Planungsprozesses vorgestellt und der Arbeitsplatz

der Zukunft gezeigt. Weiterhin wurde über die Frage

gesprochen, wozu betriebliche Prozesse modelliert

werden sollten und welche Tools man im Internet dafür

findet. Auch das Thema, wie man Digitalisierung

anpacken kann, wurde an dem Tag besprochen und

eine Organisationspsychologin sprach darüber, was

der Mensch bei digitaler Transformation braucht.

Auch am zweiten Tag fanden sich nach der

Session bildung spannende Themen auf der Agenda

wieder: Wie eine progressive Web-App betrieblich genutzt

werden kann, was digitale Kommunikation

braucht und wie Unternehmen mit denen umgehen,

die zum Prozess gehören, jedoch digital nicht mitmachen

wollen.


Die zahlreichen Teilnehmer des

neuen Netzwerkformates

hörten nicht nur zu, sie konnten

sich auch selber miteinbringen

41


Netzwerk

In den Pausen sorgte ein

Foodtruck für die nötige

Stärkung der Barcamper

Nachdem die Sessions

geplant waren, konnten sich

die Teilnehmer für Themen

entscheiden

42

Einen neuen Blickwinkel erhalten

Die Einladung an die Teilnehmer war, sich in den

Sessions mit den eigenen Gedanken, Fragen oder auch

Erfahrungen einzubringen. Die Gruppen umfassten

10–40 Teilnehmer, eine Größe in der es sich noch gut

über die betrieblichen »Painpoints« des betrieblichen

Alltags sprechen lässt.

Die vielen unterschiedlichen Themen regten

Diskussionen an, die in den Pausen ihre Fortsetzung

fanden. Als besonders bereichernd wurden, neben

dem Blick der eigenen Branche, die Ergänzungen der

anderen Akteure der Wertschöpfungskette empfunden.

Betriebliche Fragestellungen sind häufig ähnlich

und dann kann die Frage eines Forstbetriebs sehr

wohl in den Erfahrungen eines Schreiners ihre Antwort

finden. »Spannend, dass jemand von außen eine

ganz neue Idee hat, der nichts mit dem Thema zu tun

hat – man darf die Kreativität Anderer nutzen, um

selbst voranzukommen«, so Florian Vögele, FBG

Oberallgäu e.V..

Die Dynamik dieses Formats ermöglicht es, viele

unterschiedliche Impulse in praktische Umsetzungsmöglichkeiten

zu übernehmen und ein Grundverständnis

digitaler Möglichkeiten hin zu zukünftigen

Entwicklungen mitzunehmen. Digitalisierung ist ein

Weg, der so individuell gegangen wird, wie der Betrieb

besonders ist. Hierfür ist das Barcamp als Austauschplattform

ideal.

»Die Resonanz der TeilnehmerInnen war überwältigend«,

so Maike Breitfeld vom Holzforum Allgäu

e.V. und Initiatorin des Barcamp. Der Wunsch nach

Wiederholung der Veranstaltung war die häufigste

Aussage in den Rückmeldungen. »Größer kann ein

Kompliment nicht sein, oder?«, freute sie sich. Auch

der hohe Anteil junger Teilnehmer fiel auf. »Eine richtig

gute Mischung aus Jung und Junggebliebenen«,

meint Hugo Wirthensohn, Vorstand des Holzforum

Allgäu e.V. rückblickend. Da kann man nur hoffen,

dass das Barcamp bald wieder stattfindet und Holz

und Digital sich in Zukunft öfter treffen.


Meldungen

Im Trend liegen vor

allem Photovoltaik-Anlagen

in Kombination mit

Batteriespeichern zur

Eigenstromoptimierung

Noch viel Potenzial für Photovoltaik

Foto: LEW

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr

als 97.000 Photovoltaikanlagen erzeugen

auf den Hausdächern im

Regierungsbezirk Schwaben grünen

Strom. Hinzu kommen rund

250 Freiflächenanlagen. Insgesamt

produzieren die Solaranlagen über

2,1 Milliarden Kilowattstunden

Strom im Jahr. Das reicht, um rechnerisch

rund 700.000 Haushalte

versorgen zu können.

Doch damit ist das Potenzial bei

der Photovoltaik (PV) noch nicht

ausgereizt: Analysen des Energie -

atlas Bayern zeigen, dass auf den

bayerisch-schwäbischen Hausdächern

viel mehr grüner Sonnenstrom

produziert werden könnte.

Legt man das technisch mögliche

Potenzial für Dachanlagen zugrunde,

könnte man die heute installier-

te Leistung von 1698 Megawatt auf

4102 Megawatt erhöhen. Knapp

218.000 Dachanlagen wären dann

in Schwaben installiert. Rechnerisch

ließen sich damit allein mit

PV-Strom 34 Prozent des gesamten

Stromverbrauchs in Schwaben de -

cken – bisher sind es 14 Prozent.

»Bayerisch-Schwaben ist heute

schon Vorreiter bei der Photovoltaik.

Dennoch haben wir in unserer

Region noch erhebliches Potenzial

bei der Nutzung der Sonnenenergie«,

sagt LEW-Vorstandsmitglied

Norbert Schürmann.

Bei den Verbrauchern ist das Interesse

an PV-Lösungen ungebrochen.

Die Entwicklung bei den kleinen

Anlagen ging in den letzten Jahren

stark in Richtung Eigenstrom -

optimierung: Strom aus den PV-

Anlagen wird immer häufiger

selbst genutzt. Möglich wird diese

Optimierung mit dem LEW Energiemanager:

Die Anwendung erlaubt

die Einbindung von Batteriespeichern.

Damit lassen sich bis zu

75 Prozent des Stromverbrauchs im

Haushalt selbst decken.

Wichtig ist dabei, dass die PV-Anlage

auf den Bedarf der Kunden

ausgelegt wird. »Speicher sind derzeit

das große Thema bei unseren

Kunden. Bei zwei von drei der von

uns verkauften PV-Dachanlagen

haben wir 2018 auch einen

Batterie speicher installiert«, sagt

Schürmann. Der Vorteil der Speicher

liegt auf der Hand: Der Strom

vom Dach lässt sich auch abends

und nachts nutzen, wenn keine

Sonne mehr scheint.

Kempten fördert Lastenfahrräder

Seit einiger Zeit können Kemptener

Unternehmen, Gewerbetreibende,

Freiberufler, gemeinnützige Vereine

und Organisationen sowie Körperschaften

des öffentlichen Rechts

bei der Stadt Kempten eine finanzielle

Förderung für die Anschaffung

eines Lastenfahrrads beantragen.

Mit dem Förderprogramm will

die kreisfreie Stadt dazu motivieren,

Kraftfahrzeuge für innerstädti-

sche (Liefer)fahrten öfters stehen

zu lassen und diese stattdessen per

Las tenfahrrad durchzuführen. Das

kann auch schwerere Lasten mit

mehr als 100 Kilogramm transportieren

und hilft gleichzeitig, mobilitätsbedingte

Luftverschmutzungen

zu reduzieren. Zudem entfällt

die oftmals zeitaufwändige Parkplatzsuche.

Das städtische Förderprogramm

unterstützt sowohl bei

der Anschaffung von muskelbetriebenen

sowie elektrisch betriebenen

Lastenfahrrädern. Insgesamt ist das

Förderprogramm mit 10.000 Euro

ausgestattet und orientiert sich an

den Förderprogrammen anderer

Kommunen wie etwa Sonthofen.

Der Antrag für die Förderung sowie

das Merkblatt dazu können auf

der Homepage der Stadt Kempten

heruntergeladen werden.

43


Meldungen

Vor dem Urlaub Stecker ziehen

Wer vor dem Urlaub die

elektrischen Geräte vom

Strom nimmt, spart bares

Geld für den nächsten Urlaub

Wer verreist, kann sein Zuhause

mit ein paar Handgriffen in den

Energiesparmodus versetzen. Dadurch

lassen sich Energie und Geld

sparen. Die Energieberatung der

Foto: Pixabay

Verbraucherzentrale Bayern rät, vor

der Abreise alle nicht benötigten

elektrischen Geräte auszuschalten

oder deren Stecker zu ziehen. Selbst

im Stand-by-Modus verbrauchen

elektrische Geräte ohne sichtbares

Zeichen Strom – ältere Exemplare

sogar ziemlich viel. Bequem sind

Steckdosenleisten mit Schaltern,

die das Ausschalten von mehreren

elektrischen Geräten gleichzeitig

erledigen. »Wichtig ist auch, daran

zu denken, den Computer herunterzufahren,

Ladegeräte aus den

Steckdosen zu ziehen und Klima -

geräte sowie den Router auszuschalten«,

so die Energieberatung

der Verbraucherzentrale. Bei sehr

langer Abwesenheit lohnt es sich

oft, den Kühlschrank auszuschalten

und bei der Gelegenheit gleich zu

enteisen. Wer seine Heizung selbst

steuern kann, sollte den Sommerbetrieb

einschalten. Denn auch mit

kalten Heizkörpern verbraucht eine

Heizungsanlage oft unnötig Energie.

Dies ist beispielsweise der Fall,

wenn die mit Strom betriebene

Umwälzpumpe weiterläuft, obwohl

sie nicht benötigt wird. In Einfamilienhäusern

ist es ratsam, die Warm -

wasserbereitung und -zirkulation

auszuschalten. Nach dem Urlaub

sollte aus hygienischen Gründen

das Wasser einmalig auf 70 Grad

Celsius aufgeheizt werden. Bei allen

Fragen zur Energieeffizienz hilft die

Verbraucherzentrale Bayern weiter.

Die Standorte sind unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

zu finden. Termine können

unter der kostenlosen Telefonnummer

0800/809802400 vereinbart

werden.

Gemeinsam in eine grüne Zukunft

Beim Treffen der 22

Masterplankommunen wurde

nicht nur über Klimaschutz

gesprochen, sondern bei einer

Exkursion auch CO2-neutral die

Landschaft erkundet

44

Vom 6. bis 8. Mai fand im Landratsamt

in Sonthofen ein Vernetzungstreffen

der 22 sogenannten

»Masterplankommunen« aus ganz

Deutschland statt, die im Rahmen

der Nationalen Klimaschutzinitiative

des Bundesumweltministeriums

einen »Masterplan 100 % Klimaschutz«

umsetzen. Die Treffen,

die zweimal jährlich stattfinden,

bieten eine Gelegenheit zur Vernetzung,

für Erfahrungsaustausch, gegenseitiges

Lernen und fachlichen

Input. Im Oberallgäu standen dieses

Mal ganz konkret die Umsetzung

und das Controlling soge-

nannter »harter« Klimaschutzmaßnahmen

im Mittelpunkt, also Maßnahmen,

die eine direkt messbare

CO2-Einsparung nach sich ziehen.

Nach der Erarbeitung der Klimaschutz-Masterpläne

bis Mitte 2017

befinden sich aktuell alle 22 Kommunen

mitten in der Umsetzungsphase

der zahlreichen Maßnahmen

aus verschiedensten Handlungs -

feldern. Beim Treffen wurde deutlich,

dass die Themen Photovoltaik,

klimafreundliche Heizsysteme

und Sanierung in vielen Kommunen

Handlungsschwerpunkte bilden.

Der Landkreis Oberallgäu

Foto: Simon Steuer

greift diese Themen mit der aktuellen

Solar-Offensive und einer für

den Herbst geplanten Heizungskampagne

auf. Den Auftakt für das

Treffen bildete eine Exkursion mit

dem E-Bike, bei der die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer, die zum

großen Teil aus Norddeutschland

angereist waren, nicht nur die

wunderschöne Oberallgäuer Landschaft

bewundern, sondern auch

das Biomasse-Heizkraftwerk in

Sonthofen, die Freizeitanlage in

Altstädten mit großer Photo -

voltaik-Anlage und innovativer

Wasseraufbereitung sowie den Biberhof

besichtigten konnten. Auch

dem Biberrevier an der Iller wurde

ein Besuch abgestattet. Insgesamt

bot das siebte Treffen der Masterplankommunen

eine gelungene

Mischung aus wissenschaftlichem

und fachlichem Input, bereichernden

Erfahrungsberichten und einem

gelungenen »Outdoor-Rahmenprogramm«.


Meldungen

erdgas schwaben

garantiert stabile Preise

Die Preise für die Grundversorgung

mit Erdgas in Deutschland

sind bei fast der Hälfte der Anbieter

im vergangenen Jahr gestiegen.

Doch erdgas schwaben-Kunden

und -Kundinnen können sich freuen.

Der regionale Energiedienstleis -

ter für Bayerisch-Schwaben erdgas

schwaben bietet günstige Preise

und hält sie stabil – und zwar auch

über die Heizperiode 2019/2020.

Wer zu erdgas schwaben wechselt,

erhält einen Neukundenrabatt.

Aber auch Treue lohnt sich: Wer

sich für Mein PrämienGas von erdgas

schwaben entscheidet, erhält einen

Preisnachlass – je länger Kunden

und Kundinnen dabeibleiben,

desto höher fällt der Rabatt aus.

Auch Stromkunden und -kundinnen

profitieren bei erdgas schwaben

vom Neukunden-Bonus und

einem Treue-Rabatt. Und noch

dazu tragen sie aktiv zur Energieund

Klimawende bei: erdgas

schwaben liefert ausschließlich

Strom aus 100 Prozent heimischer

Wasserkraft.

»Wir garantieren stabile Preise auch für die nächste Heizperiode – bis 31.

März 2020«, sagt Jens Dammer, Bereichsleiter Vertrieb erdgas schwaben

Foto: erdgas schwaben

Schwäbischer Natur- und Gewässerschutz vernetzt sich enger

Bei diesem Erfahrungsaustausch

drehte sich alles ums Wasser: Rund

30 Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes

(WWA) Kempten, der Naturschutzbehörden

des südlichen

Schwaben und der Fischereifach -

beratung des Bezirks Schwaben trafen

sich zu einem Erfahrungsaustausch

im Schwäbischen Fischereihof

Salgen. Mit den unteren Naturschutzbehörden

der Landkreise

Ober-, Ost- und Unterallgäu sowie

der Städte Kaufbeuren und Memmingen

nahmen auch die Höhere

Naturschutzbehörde und das Sachgebiet

Wasserwirtschaft der Regie-

rung von Schwaben teil. Ziel der

erstmalig durchgeführten Veranstaltung

war, ein besseres Verständnis

für die gemeinsamen Zielsetzungen

an und in den schwäbischen

Gewässern zu gewinnen. Die

Umsetzung von Maßnahmen zur

Verbesserung des ökologischen Zustands

nach der Wasserrahmenrichtlinie

und die Nutzung von

Synergien mit der FFH-Richtlinie

im Gewässerbereich standen im

Mittelpunkt der Fachvorträge des

WWA Kempten und der Fischereifachberatung.

Spannend wurde die

Methode des Elektrofischens in einem

Filmbeitrag erklärt. Vorhandene

Zielkonflikte, die bei verschiedenen

Schutzgütern entstehen, wurden

auch in den Vorträgen der Naturschutzverwaltung

zu Biber, zu

Wiesenbrütern und weiteren Themen

nicht ausgespart. Eine rege

Diskussion schloss sich an die

Fachreferate an. Eine Führung über

das Gelände der Wasserschule und

durch den Lehr- und Beispiel -

betrieb rundete das Programm im

Fischereihof ab. Aufgrund der positiven

Resonanz ist eine Wiederholung

der Veranstaltung in größeren

Abständen vorgesehen.

Foto: Wasserwirtschaftsamt Kempten/Armin Rieg

Bei dem Erfahrungsaustausch

wurde die gerade fertig

gestellte Mindelrenaturierung

bei Warmisried/Unteregg

vorgestellt. Alle Teilnehmer

waren sich bei der Exkursion

einig, dass die Laufverlängerung

und naturnahe Gestaltung der

Mindel hervorragend gelungen

ist und ein sehr positives Be i -

spiel für weitere Maßnahmen

darstellt

45


Meldungen

Der Allgäuer Energietag

Wie kann man nachhaltig bauen?

Welcher Beitrag kann dadurch für

den Klimaschutz geleistet werden?

Um diese und ähnliche Fragen geht

es beim diesjährigen Allgäuer Energietag

am Mittwoch, 14. August, im

Kemptener Stadttheater. Beginn ist

um 10 Uhr. Traditionell treffen sich

im Rahmen der Allgäuer Festwoche

Entscheidungsträger aus Wirtschaft

und Politik, um sich über

Themen aus den Bereichen Klima-

schutz und Energiezukunft zu informieren

und zu diskutieren. Dazu

werden Experten eingeladen, die

wertvolle Denkanstöße liefern – in

diesem Jahr zum Beispiel Florian

Kagerer vom Forschungsinstitut für

Wärmeschutz, der über das Thema

graue Energie von Wohngebäuden

referieren wird. Interessante Einblicke

verspricht auch der Vortrag

»Einfach Lehm« von Martin Rauch.

Der Vorarlberger plant und realisiert

seit Jahren Lehmbauprojekte

auf der ganzen Welt. Zusammen

mit den beiden und weiteren Bauexperten

wird Martin Sambale, Geschäftsführer

von eza! in der abschließenden

Podiumsdiskussion

der Frage nachgehen, welche Rolle

das Thema nachhaltiges Bauen

künftig spielen wird und welche

Trends sich dabei abzeichnen.

Weitere Informationen unter

www.eza-allgaeu.de

Ein Sparbuch für das Klima

Das Klimasparbuch wird unter

anderem über die Stadt Kemp -

ten, die Landkreis-Kommunen

sowie die teilnehmenden Gut -

scheinpartner erhältlich sein

Der Landkreis Oberallgäu und

die Stadt Kempten erstellten in

Zusammenarbeit mit dem oekom

verlag aus München ein »Klimasparbuch«

mit zahlreichen Infos

und Tipps rund um den Klimaschutz

sowie einem umfangreichen

Gutscheinteil für nachhaltigen und

ökofairen Konsum. Praktische

Tipps und Informationen rund um

Klimaschutz im Alltag, Wissenswertes

zu Klimaschutz-Initiativen

des Landkreises Oberallgäu und

der Stadt Kempten, inspirierende

Geschichten von Oberallgäuer und

Kemptener Klimaschützerinnen

und Klimaschützern – und das alles

garniert mit zahlreichen Gutscheinangeboten.

Das Klimasparbuch

hat es in sich!

Die handliche Broschüre zeigt auf,

wie einfach klimaschonendes und

ökofaires Verhalten sein kann –

praktisch, gut gelaunt und fundiert

recherchiert. Manches wollte man

schon immer einmal ausprobieren,

aber irgendetwas hält einen davon

ab. Von anderen Angeboten hat

man vielleicht noch nie gehört, beispielsweise

von der Fahrradleihstation,

dem regionalen Honig, dem

ökofairen Modeladen oder auch der

Stromsparberatung. Die Gutscheine

für vergünstigte oder kostenlose

Angebote laden zum Ausprobieren

ein und stellen eine kleine Motivationshilfe

für nachhaltiges Handeln

im Alltag dar.

Erscheinen wird das Klimasparbuch

im August 2019. Weitere Informationen

unter www.klimasparbuch.net

E-Autos erobern Memmingen

Foto: Peter Elgaß

Ende Mai fand auf dem Marktplatz

der kreisfreien Stadt der e-Mobilitätstag

statt, bei dem sich alles um

die elektrischen Flitzer und die Frage

der Mobilität per Strom drehte.

Bei bestem Wetter konnten sich die

zahlreichen Aussteller mit einer

Vielzahl an interessierten Bürgern

austauschen, darunter Bürgermeis -

Zahlreiche Autohändler kamen mit

ihren Stromern auf den Memminger

Marktplatz und informierten die

interessierten Besucher über das

elektrische Fahren

ter Dr. Hans-Martin Steiger, der

sich die unterschiedlichen Modelle

genau erklären ließ. Doch nicht nur

den Augen der Besucher wurde was

geboten, sondern auch ihren Ohren

– in Form einer Vortragsreihe in

der Stadthalle. Diese richtete sich

an Privatleute, Kommunen und

Gewerbetreibende und lieferte den

Besuchern Informationen vom autonomen

Fahren bis zur Eigenstromnutzung

mit der eigenen Ladestation.

Organisiert wurde der

erste E-Mobilitätstag vom Verein

renergie allgäu e.V gemeinsam mit

dem Stadtmarketing.

46


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Küchen aus Massivholz …

Bad Hindelang · www.sebis-schreinerei.de

Foto: eza!

Berthold Goeke (links), Leiter der Unterabteilung »Klimaschutzpolitik«

im Bundesumweltministerium, überreichte in Berlin Felix Geyer von

eza! das Gütesiegel der Arbeitsgemeinschaft Energieeffizienz-

Netzwerke Deutschland e.V. für das Energieeffizienz-Netzwerk Allgäu

Ausgezeichnetes Energieeffizienz-

Netzwerk

Doppelmembrangasspeicher | Emissionsschutzabdeckungen

Gasspeicher | EPDM-Hauben

Leckagefolien

Etwa 50 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs

im Allgäu gehen

auf das Konto der ortsansässigen

Wirtschaft. Dabei können Unternehmen

durch unterschiedlichste

Maßnahmen ihren Energieverbrauch

spürbar senken und ihre

Wettbewerbsfähigkeit dadurch

stärken. Wertvolle Unterstützung

bieten dabei Energieeffizienz-Netzwerke

– eine Erfahrung, die jene

Firmen gemacht haben, die am

Energieeffizienz-Netzwerk Allgäu

beteiligt sind. Letzteres war 2010

gegründet worden und wurde jetzt

in Berlin mit dem Gütesiegel der

Arbeitsgemeinschaft Energieeffizienz-Netzwerke

Deutschland e.V.

(AGEEN) ausgezeichnet. Das Gütesiegel

bescheinigt, dass das Netzwerk

nach klar definierten Standards

arbeitet. Dazu zählen etwa regelmäßige

Netzwerk-Treffen. Unter

der Leitung des Energie- und Umweltzentrums

Allgäu (eza!) tau-

schen dabei die Vertreter von zwölf

Unternehmen aus den unterschiedlichsten

Branchen ihre Erfahrungen

beim Energiesparen aus. Ein

weiterer wichtiger Bestandteil sind

zudem die Initialberatungen von

eza!-Experten in den teilnehmenden

Firmen. Davon profitieren

auch die Teilnehmer des Hotelnetzwerks

Energieeffizienz, das ebenfalls

von eza! betreut wird. Ein drittes

Netzwerk war im Rahmen des

Projekts Energiewende Unterallgäu

Nordwest entstanden und wird

auch nach dessen Ende weiter -

geführt. Auch hier sind die Erfahrungen

aus dem ausgezeichneten

Energie effizienz-Netzwerk Allgäu

eingeflossen.

Firmen, die sich an einem der drei

Energieeffizienz-Netzwerke beteiligen

wollen, können sich bei Sebas -

tian Uhlemair von eza! (Telefon

0831/960286-54 oder Mail uhlemair@eza-allgaeu.de)

melden.

Baur Folien GmbH

Gewerbestraße 6

D-87787 Wolfertschwenden

0 83 34 99 99 1-0

0 83 34 99 99 1-99

info@baur-folien.de

d www.baur-folien.de

47


Meldungen

Autohaus SIRCH

erhält Auszeichung

Die Mitarbeiter vom Autohaus SIRCH haben allen Grund zur Freude,

denn sie gehören offiziell zu den besten Autohändlern in Deutschland

Foto: Autohaus SIRCH GmbH

Autohaus SIRCH in Memmingen

wurde von AUTO BILD als einer

der besten Autohändler Deutschlands

ausgezeichnet. Von mehr als

35.000 Autohändlern in Deutschland

wurden die besten ausgezeichnet.

Die Auszeichnung erfolgte auf

Basis von Händlerempfehlungen

und einer detaillierten Kundenbefragung

mit Bewertungen zu Beratung,

Angeboten, Preisen und der

Gesamtzufriedenheit. Das Ergebnis

ist ein qualifiziertes Urteil, das sich

sowohl aus Konsumentenerfahrung

als auch Expertenwissen zusammensetzt.

Diese Auszeichnung steht

für höchste Qualität und Kompetenz.

Sie stellt eine unabhängige, verlässliche

Orientierungshilfe dar und

zeigt Kunden, welchem Autohaus

sie vertrauen können und wo Kundenservice

groß geschrieben wird.

»Der PV-Deckel muss weg«

Diesen bemalten Klodeckel,

der viele PV-Anlagen bremst,

hat das Energie- und Umwelt -

zentrum Allgäu (eza!) an Bundes -

wirt schaftsminister Peter

Altmaier als Protest gegen

die geplante PV-Deckelung

geschickt

Foto: Wiedemann/eza!

Bundeswirtschaftsminister Peter

Altmaier hat im April Post aus dem

Allgäu bekommen – genauer gesagt

vom Energie- und Umweltzentrum

Allgäu (eza!). Der brisante Inhalt

des Pakets: ein bemalter Klodeckel.

eza! beteiligt sich damit an der bundesweiten

Aktion #DerPVDeckel-

MussWeg. Der Protest richtet sich

gegen die geplante 52-Gigawatt-

Marke, bei deren Erreichen die Solarförderung

für kleine Dachanlagen

in Deutschland abrupt enden

soll. »Nächstes Jahr könnte es bereits

soweit sein«, warnt Martin

Sambale, Geschäftsführer von eza!.

»Sinkt aufgrund des PV-Deckels

die Vergütung für eingespeisten Solarstrom

bei neuen Photovoltaikanlagen

auf null, würde das neue Solaranlagen

auf Wohnhäusern wirtschaftlich

unattraktiv machen.«

Dabei sei die ursprüngliche Idee

des PV-Deckels längst überholt, so

Sambale weiter, denn durch die

stark gefallenen Preise für Solar -

stromanlagen hätten neue Anlagen

schon länger kaum mehr einen Effekt

auf die Höhe der EEG-Umlage.

»Der PV-Deckel hätte auch im Allgäu

negative Folgen für den Klimaschutz

und muss deshalb weg«, fordert

Sambale. Er wünscht sich, dass

sich auch andere Institutionen und

viele Bürger an der Protestaktion

beteiligen.

Weitere Informationen unter

www.volker-quaschning.de/

derpvdeckelmussweg/index.php

OEW bringen Strom auf die Landstraße

Nahmen die OEW-Ladesäule

am Wangener Westallgäu-

Klinikum gemeinsam in Betrieb

(v.l.): Landrat Harald Sievers,

Colette Rückert-Hennen (EnBW),

Barbara Endriss (OEW) und

Oberbürgermeister Michael

Lang

Vor über hundert Jahren haben die

Oberschwäbischen Elektrizitätswerke

(OEW) elektrischen Strom

aufs Land gebracht. Jetzt bringt der

Zweckverband Elektro-Power auf

die Straßen im Landkreis Ravens-

burg: Sieben neue Normal-Ladesäulen

in Bad Wurzach, Baienfurt,

Isny, Leutkirch sowie an den Oberschwabenklinik-Standorten

in Bad

Waldsee, Ravensburg und Wangen

ergänzen die Schnell-Ladesäulen

Foto: Landratsamt Ravensburg

an den Landratsamts-Standorten in

Leutkirch, Ravensburg und Wangen.

Die OEW-Ladesäulen (AC-Ladestationen)

verfügen über sogenannte

Typ2-Stecker mit einer maximalen

Ladeleistung von 22 Kilowatt.

Darüber hinaus besteht die

Möglichkeit, an der Säule mit einem

»normalen« Schutzkontakt-

Stecker zu laden, dann allerdings

nur mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt.

Pro Ladesäule können zwei

Elektro-Fahrzeuge gleichzeitig

Strom tanken, vom Pedelec bis zum

großen E-Auto.

48


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SUMA unterstützt

Klimaschutz initiative

BAUEN UND SANIEREN…

…ohne Stress und dabei maximal sparen

• Ein Partner für alle Planungsleistungen

• Maximale Förderungen und Lebensqualität

• Regionale Handwerker, mögliche Eigenleistungen

• Sicherheiten in Kosten, Terminen und Bauqualität

Nachhaltig

Unabhängig

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Weitnau (Zentrale) • Kaufbeuren • Schongau

Telefon: 0 83 75 / 92 311 330

E-Mail: info@herz-lang.de

Foto: SUMA Rührtechnik GmbH

www.herz-lang.de

Eva Thürwächter (rechts) und Lisa Eiben (links) von SUMA Rührtechnik

überreichten den Kindern den Scheck für ihr Projekt

Getreu dem Motto »Jetzt retten wir

die Welt!« setzten am 11. Mai in

Sonthofen 76 Kinder zwischen

neun und zwölf Jahren im Rahmen

der Baumpflanz-Initiative »Plantfor-the-Planet«

ein Zeichen: Sie

pflanzten zahlreiche Bäume und informierten

sich über Klimagerechtigkeit.

SUMA unterstützte die Initiative

mit einer Geldspende.

Die globale Schülerinitiative

»Plant-for-the-Planet« (deutsch:

Pflanzen für den Planeten), die

2007 von einem neunjährigen deutschen

Jungen gegründet wurde, hat

sich zum Ziel gesetzt, 1000 Milliarden

Bäume zu pflanzen. Dadurch

könnten ein Viertel des jährlichen

vom Menschen verursachten CO2-

Ausstoßes gebunden werden. Ein

wichtiger Schritt, um die bevorstehende

Klimakrise abzuwenden.

Grund genug für den Allgäuer

Rührwerkhersteller SUMA aus

Sulzberg, sich durch eine Spende

von 500 Euro an der Initiative zu

beteiligen.

Mit den gesammelten Spenden

konnten in Sonthofen 100 Bäume

und Heckenpflanzen, darunter

Rosskastanien und Obstbäume gepflanzt

werden. Die Bepflanzung

fand im Rahmen einer ganztägigen

Akademie statt, bei der die jugendlichen

Klimaretter von ihren gleichaltrigen

Mitstreitern, die bereits als

Klimabotschafter aktiv sind, vieles

über Klimaschutz lernen konnten

und selbst zum Botschafter für Klimagerechtigkeit

ausgebildet wurden.

Die Akademie wurde mit großzügiger

Unterstützung der Stadt Sonthofen

unter der Schirmherrschaft

von Bürgermeister Christian Wilhelm

ermöglicht.

EIGNUNGS-CHECK

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49


Meldungen

Große Heizungs- und Sanierungskampagne

Foto: H.-J. Spindler/pixelio.de

Raus aus dem Haus mit der

alten Heizung – wer sich

trennen will, sollte das jetzt

tun, denn es locken

Fördermittel

Niemand geht im Sommer gerne in

den Heizungskeller. Da hat die Heizung

hitzefrei und den Durchblick

im Gewirr der Heizungsrohre hat

sowieso kaum jemand. Doch der

Gang in die Katakomben des Eigenheimes

kann sich lohnen, denn

heuer verdoppelt der Landkreis

Oberallgäu die Fördermittel für

qualifizierte Baubegleitung. Wer

also schon länger mit dem Gedanken

spielt, die alte Heizung in den

Ruhestand zu schicken, für den ist

jetzt ein günstiger Zeitpunkt. Auch

wer weitere energetische Sanierungsmaßnahmen

durchführen

möchte, wird vom Landkreis unterstützt.

Mit dem Förderprogramm

wird gewährleistet, dass ein unabhängiger

Fachmann durch alle Planungs-

und Umsetzungsschritte

»begleitet« – natürlich nur, wenn

dies gewünscht ist. Diesen Baubegleiter

wählt man selbst aus einer

behördlich kontrollierten Liste aus

(www.energie-effizienz-experten.de/

fuer-private-bauherren). Er unterstützt

bei der Beratung zu Fördermitteln,

Beauftragung von Handwerkern,

Durchführung und Abnahme

der Maßnahmen. Es ist übrigens

ratsam, dass man – bevor

man alles rausreißt – die kostenlose

Energieberatung der eza! in Anspruch

nimmt. Denn nach dem

Termin ergeben sich die nächsten

Schritte meist von allein.

Weitere Informationen: www.allgaeu-klimaschutz.de/deine-heizung

Bereits zum dritten Mal

wurde das Unter neh -

men in Martinszell für

den begehrten Preis

nominiert

Stoll Gruppe erneut für Preis nominiert

Wie bereits 2016 und 2017 wurde

die Stoll Gruppe auch in diesem

Jahr für den Großen Preis des Mittelstandes

nominiert. Das diesjährige

Motto des Wettbewerbes, der bereits

zum 25. Mal stattfindet, lautet:

Nachhaltig wirtschaften. Als einziger

Wirtschaftspreis Deutschlands

betrachtet der »Große Preis des

Mittelstandes« nicht allein Zahlen,

Innovationen oder Arbeitsplätze,

sondern das Unternehmen als Ganzes

und in seiner komplexen Rolle

in der Gesellschaft. Barbara Stamm,

Präsidentin des Bayerischen Landtages

lobte: »Wer hier nominiert

wurde, hat allein durch diese Auswahl

bereits eine Auszeichnung ers -

ter Güte erfahren.« Und die WELT

schrieb: »Der von der Oskar-

Patzelt-Stiftung vergebene 'Große

Preis des Mittelstandes' ist deutschlandweit

die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung.«

In den Jahren

2008 und 2016 wurde die Stiftung

mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt

und 2015 mit dem Company

Change Award ausgezeichnet. Eine

unabhängige Jury wird die Auswahl

der Preisträger und Finalisten vornehmen.

Die Preisverleihungen

selbst finden wieder im September

und Oktober statt.

Beim 5. Schwäbisch-Allgäuer

Energietag im Forum Mindel -

heim (v.l.): Helmut Kaumeier,

Leiter Kommunalkunden erdgas

schwaben, Franz Josef

Pschierer, Staatsminister a.D.,

Markus Last, Sprecher der Ge -

schäftsführung erdgas schwa -

ben, Dirk Weimann, Geschäfts -

führer erdgas schwaben, und

Hans-Joachim Weirather,

Landrat im Kreis Unterallgäu

5. Schwäbisch-Allgäuer Energietag

Rund 40 Bürgermeisterinnen und

Bürgermeister aus ganz Bayerisch-

Schwaben waren am 13. Mai 2019

zum Austausch mit den Energie -

experten von erdgas schwaben im

Forum Mindelheim zusammengekommen.

Beim 5. Schwäbisch-Allgäuer

Energietag informierten sie

sich gemeinsam über die Möglichkeiten

und Chancen der Energie -

versorgung in der Zukunft. »Wir

brauchen saubere, bezahlbare und

versorgungssichere Energie«, sagte

Franz-Josef Pschierer, Staatsminister

a.D., beim Energietag. »Unsere Bürgermeister

und Bürgermeisterinnen

vor Ort stellen die Weichen für die

Klimawende. Neben der Strom- und

Verkehrswende brauchen wir aber

auch eine Wärmewende. Ein großes

Potenzial für CO2-Einsparung sehe

ich bei den Gebäuden, das heißt bei

den Privathaushalten.« Markus Last,

Sprecher der Geschäftsführung erdgas

schwaben sagte zudem: »Wir

brauchen die Sektorkopplung, denn

es wird keine Energiewende ohne

Gas geben. Überschüssigen Strom

aus Wind- und Sonnenkraft müssen

wir speichern, und das geht sehr gut

mit Power-to-Gas.« Des Weiteren

wies er daraufhin, dass es an politischer

Unterstützung für CNG-Fahrzeuge

mangelt: »An unseren CNG-

Tankstellen liefern wir 100 Prozent

Bio-Erdgas, das ist CO2-neutral. Anders

als bei den Elektroautos fließt

das in der EU-Verordnung aber

nicht in die Berechnungen des CO2-

Ausstoßes ein.«

Foto: erdgas schwaben/Guido Köninger


Meldungen

Präg legt Grundstein für Erweiterungsbau

Das Kemptener Traditionsunternehmen

Adolf Präg GmbH & Co.

KG (Präg) erweitert am Hauptsitz

seine Räumlichkeiten: Mit dem offiziellen

Spatenstich am Donnerstag,

23. Mai, beging Präg feierlich

den Baustart. Läuft alles nach Plan,

werden der Rohbau und das Dach

noch 2019 fertig, anschließend geht

es an den Innenausbau. In einem

Jahr werden dann die Umzugs -

kisten gepackt. Auf 1400 Quadratmetern

entstehen rund 40 Arbeitsplätze.

Die neuen Mitarbeiter können

sich dann auf ein attraktives

Arbeitsumfeld freuen. Der Erweiterungsbau

verfügt über ein ausgeklügeltes

Konzept aus Licht, Belüftung

und Farbe. Optisch führt der

Bau die Säulenstruktur des bestehenden

Gebäudes fort, Glas schafft

Transparenz und ein helles Arbeitsumfeld.

Ein modernes Technikkonzept

schafft zudem ein optimales

Raumklima. Die zentrale Lüftungsanlage

sorgt für Frischluft, die Wärme

aus der Abluft wird bis zu 90

Prozent zurückgewonnen. Im Vergleich

zur bisherigen Wärmeversorgung

der Firmenzentrale werden

mit dem neuen Technikkonzept

jährlich bis zu 100 Tonnen

Kohlendioxid eingespart. Zudem

wird die neue Heizzentrale auch

das bestehende Gebäude mitversorgen:

Dabei kommen zwei Pellet -

kessel zum Einsatz – die kleinen

Holzpresslinge hat Präg seit 2006

im Sortiment; das Unternehmen

verfügt in Augsburg über eines der

größten Pelletlager in Bayerisch-

Schwaben.

Foto: Präg

Präg Geschäftsführer beim Spatenstich mit Vertretern aus Kemptens

Wirtschaft und Politik (v. l. n. r.): Präg Geschäftsführer Johannes Gösling,

IHK-Regionalgeschäftsführer Stefan Sprinkart, Wirtschaftsreferent

Dr. Richard Schießl, Bauunternehmer Steffen Lutzenberger, Gerd

Deisenhofer, Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Präg Gesellschafter

Marc Deisenhofer, Präg Geschäftsführer Klaus-Rüdiger Bischoff,

Architekt Thomas Rampp und Präg Bau-Projektleiter Thomas Farion

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Wie Digitales unsere

Holzwelt bewegt

13. August 2019, 10:00–12.30 Uhr

mit anschließendem

Zusammenkommen

Häppchen vom Grill

Getränke und gute Musik

Trachtträger willkommen,

danach geht’s auf die Allgäuer Festwoche

Timber

Trainer:

Nimm Platz im

Sägewerkssimulator!

1. Deine digitalen Sinne gestalten – Chancen der

Digitalisierung richtig nutzen / CHRISTOPH KRAUSE

IMPULSVORTRÄGE

Viermal

30 min

2.

Träumen, klicken, wohnen: der Holzhaus Konfigurator von

heute für morgen / ASS.-PROF. DR. ANTON KRALER

d

DISKUSSIONSRUNDE

GEMÜTLICHES ZUSAMMENKOMMEN

3.

4.

Was wir gelernt haben und wie wir damit umgehen

FLASHBACK INNO4WOOD BARCAMP

Schlagabtausch zum Thema Digitalisierung im Handwerk

OFFENE DISKUSSIONSRUNDE

13. AUGUST 2019, ALLGÄU DIGITAL KEMPTEN

Anmeldung unter: holzforum-allgaeu.de/holztag19

Allgäu Digital, Keselstraße 16, 87435 Kempten

Begrenzte

Teilnahmeplätze

präsentiert vom Holzforum Allgäu e.V.

51


Photovoltaik

Der Sonthofener Ortsteil

Imberg geht mit gutem

Beispiel voran – hier hat

jedes Dach eine

Solaranlage

Sonnenenergie für alle

Die Solaroffensive geht weiter

Im letzten Jahr mit Solarkataster, Solar-Botschaftern und tollen Angeboten

von Solar-Firmen gestartet, geht die Solaroffensive der Stadt Kempten und

des Landkreises Oberallgäu heuer in die nächste Runde. Mit dem Projekt

soll der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden, denn

nur dann funktioniert Klimaschutz.

Auf den privaten wie gesellschaftlichen Nutzen

einer Investition in Sonnenenergie hinweisen,

Hilfestellung geben und Aktionen der

vielen Handwerksbetriebe bekannt machen – das sind

auch dieses Jahr wieder die erklärten Ziele der Solaroffensive.

Denn es sprechen viele gute Gründe dafür, in

eine Solaranlage auf dem eigenen Dach zu investieren

– so viele, dass es fast leichter ist, die wenigen Gründe

zu benennen, die dagegen sprechen: Dagegen spricht

beispielsweise, wenn ein Dach in den nächsten fünf

bis zehn Jahren erneuert werden soll oder wenn es

sehr steil und gleichzeitig nach Norden ausgerichtet

ist. Ist das nicht der Fall, sollte man sich intensiv mit

der Thematik einer eigenen Solaranlage befassen.

Was man tun kann

Eine Hilfestellung dazu bietet das Solarkataster

des Landkreises Oberallgäu. Dieser kostenlose und

einfach zu bedienende Internetdienst ermöglicht es,

online eine eigene Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Anlage

durchzurechnen. Auch eine Kostenschätzung

ist Teil der unabhängigen Analyse. Ähnliche Angebote

gibt es im Unterallgäu, Landkreis Lindau und

ab Sommer 2019 auch für die Stadt Kempten.

Falls man bereits eine EEG-geförderte Anlage in

der sogenannten Volleinspeisung besitzt, dann kann

mit dem Solarkataster berechnet werden, ob sich ein

Batteriespeicher lohnt und wenn ja, in welcher Größe.

Auch wenn man nur Mieter in einem Haus ist,

kann man mit dem Solarkataster prüfen, wie gut das

Dach über dem Kopf für eine Photovoltaik-Anlage geeignet

ist. Fallen die Ergebnisse beziehungsweise die

Ertragsprognose positiv aus, kann es sich lohnen, das

Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Vielleicht

inves tiert er dann ja selbst in die Kraft der Sonne oder

verpachtet dem Mieter einen Teil des Daches. Am Balkon

lässt sich mit einer sogenannten Mini-Photovoltaik-Anlage

ebenfalls etwas Strom selbst erzeugen.

Darüber muss allerdings der Energieversorger informiert

werden.

52


Wem das alles zu kompliziert und nach zu viel

Aufwand klingt, für den gibt es noch andere Möglichkeiten.

So kann man sich beispielsweise einen persönlichen

Berater des Energie- und Umweltzentrum Allgäu

(eza!) und der Verbraucherzentrale zu sich nach

Hause einladen. Für 30 Euro – in manchen Kommunen

auch kostenfrei – macht sich dieser ein Bild vom

Dach sowie Strombedarf und bespricht, was Sinn machen

würde.

Eine weitere, unkomplizierte Möglichkeit, das

Dach für die Stromerzeugung zu nutzen, besteht darin,

sich eine Anlage zu pachten. Dabei bleiben die monatlichen

Kosten überschaubar und man reduziert

dennoch die eigene Stromrechnung. Die Verantwortung

für die Pachtanlage liegt beim Verpächter. Entsprechende

Angebote machen beispielsweise die örtlichen

Energieversorger im Allgäu.

Warum das alles?

Wer es einfacher mag

Fotos: Landratsamt Oberallgäu/Heike Schmitt

In den kommenden Jahrzehnten soll in etwa das

Vierfache der heutigen Menge an Solarstrom im Oberallgäu

erzeugt werden. Das schaffen entweder alle Allgäuer

gemeinsam, indem vorhandene süd-, ost- und

west-ausgerichtete Dachflächen genutzt werden. So

profitieren auch viele Bürgerinnen und Bürger direkt

von der Eigenstromerzeugung. Alternativ könnten

auch weitere Freiflächenanlagen gebaut werden, dabei

ist es jedoch deutlich schwieriger, eine Vielzahl von

Einzelpersonen zu beteiligen und außerdem konkurrieren

Freiflächenanlagen mit landwirtschaftlich genutzten

Flächen.

Der Strom aus erneuerbarer Erzeugung wird benötigt,

da noch immer ein erheblicher Anteil Kohlestrom

ins Allgäu fließt. Dieser muss zukünftig ersetzt

werden, um die Kemptener und Oberallgäuer Klimaziele

sowie die Klimaziele der Bundesrepublik

Deutschland zu erreichen. Klimaschutz ist schließlich

das wichtigste Argument für mehr Solarstrom. Nur

wenn es gelingt, in den kommenden Jahrzehnten ohne

die fossilen Energieträger Kohle, Öl und Erdgas auszukommen,

haben zukünftige Generationen eine

Chance, in einer lebenswerten Welt zu leben. Solarenergie

ist ein entscheidender Teil der Lösung und

deswegen geht das Oberallgäu auch heuer wieder in

die solare Offensive.

Kontakte und

Ansprechpartner

Klimaschutzmanagement

des Landkreises Oberallgäu:

klimaschutz@lra-oabayern.de,

Tel.: 08321/612743 oder

08321/612617

Klimaschutzmanagement

der Stadt Kempten:

klimaschutz@kempten.de,

Tel. 0831/25258123

Energieberatung von eza!

und Verbraucherzentrale:

Tel. 0831/9602860

www.allgaeu-klimaschutz.de/

solarkataster

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53


Photovoltaik

Kleben statt Bohren

LEW startet Pilotversuch

Während sich mittlerweile zahlreiche Dächer mit Photovoltaikanlagen

schmücken, schaut es bei den Fassaden noch mau aus. Doch auch in ihnen

schlummern Potenziale zur Stromerzeugung aus Solarenergie. Wie diese

geweckt werden können, testen die Lechwerke gerade in Donauwörth –

das Projekt könnte auch im Allgäu bald Schule machen.

Am Getreidesilo der Schneller Mühle in Donauwörth

schimmert in rund 20 Metern Höhe ein

bläuliches, 230 Quadratmeter großes Rechteck.

Es handelt sich um 120 HeliaSol®-Elemente, eine

spezielle Solarfolie von Heliatek aus Dresden, dem

Marktführer für organische Photovoltaik. Gemeinsam

mit den Lechwerken (LEW) wird die Technologie im

Rahmen eines Langzeittests erstmals auf rauem Beton,

in einer solchen Höhe und auf so großer Fläche untersucht.

Die Anlage hat eine Leistung von rund 10 Kilowatt-Peak

und produziert etwa 6700 Kilowattstunden

Strom im Jahr. Die Schneller Mühle wird den produzierten

Strom für den laufenden Betrieb verwenden.

Die Ergebnisse fließen in die Heliatek-Produktentwicklung

und -optimierung im Hinblick auf den geplanten

Start der Serienproduktion im kommenden Jahr. Außerdem

versprechen sich die Projektpartner Erkenntnisse

zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Die Vorteile der Fassadenfolie

Gerade für Industrie- und Gewerbebauten sind

Fassadeninstallationen eine Möglichkeit zur Eigenstromerzeugung

aus Sonnenenergie: »Fabrik- oder Lagerhallen

beispielsweise verfügen oft über große Fassadenflächen,

deren PV-Potential bisher viel zu wenig

genutzt wird«, sagt Martin Krammer, Projektverantwortlicher

von LEW.

54


Fotos: LEW/Timian Hopf

Die Photovoltaikfolien

können wie Tapete auf

Fassaden angebracht

werden und dort die Kraft

der Sonne nutzen

Im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen

ist die Solarfolie, die nun getestet wird, sehr leicht und

biegsam. Dadurch kann sie auf unterschiedlichste Fassadenformen

und -oberflächen angebracht werden.

Anders als bei der kristallinen Solartechnologie, wie sie

zum Beispiel in Dachmodulen verwendet wird, verlieren

die Folien bei hohen Temperaturen außerdem

nicht an Leistung. Deshalb benötigen sie auch keinen

Lüftungsabstand zur Kühlung, sondern können direkt

auf die Fassadenfläche geklebt werden. »Unsere bisherigen

Erfahrungen haben gezeigt, dass Aufwand und

Kosten für die energetische Aufwertung von Gebäuden

geringer sind als bei herkömmlichen PV-Modulen«,

erklärt Michael Meißner, Ingenieur Produktentwicklung

bei Heliatek. Die Folien weisen zudem eine gute

Umweltbilanz auf: Sie bestehen aus ultradünnen

Schichten organischer, kohlenstoff-basierter Moleküle.

Diese werden bei sehr niedrigen Temperaturen auf eine

flexible PET-Folie aufgetragen. Dabei werden keine giftigen

Stoffe oder Schwermetalle eingesetzt.

Für den Pilotversuch eignet sich die Fassade des

Getreidesilos der Schneller Mühe sehr gut: »Aufgrund

der Höhe des Silos gibt es einerseits keinen Schattenwurf

von umgebenden Gebäuden, gleichzeitig verspricht

die Südausrichtung der Fassade viele Sonnenstunden,

die für die Stromerzeugung genutzt werden

können«, sagt LEW-Spezialist Martin Krammer. »Hier

kann die Folie besonders gut ihre Vorteile ausspielen.«

Fassadenschonende Installation

»Mühlen waren die ersten Einsatzgebiete für erneuerbare

Energien. An diese Tradition wollen wir anknüpfen

und überlegen deshalb schon seit Jahren, in

eine PV-Anlage zu investieren«, sagt Michael Schneller,

Inhaber der Schneller Mühle. Bei der Silofassade

habe man solche Projekte bisher jedoch nicht angreifen

können: »Bei gewöhnlichen PV-Modulen hätten

wir aufwendige Bohrungen vornehmen müssen und

die hätten das Gebäude womöglich nachhaltig beschädigt.

Bei HeliaSol® ist das nicht der Fall, die Module

werden einfach angeklebt. Für uns ist das die ideale

Möglichkeit, um selbst Strom zu erzeugen.«

Für die Installation der Solarfolie wurde die Fassade

des Silos zunächst gereinigt. Bei dem Pilotversuch

in Donauwörth brachte Heliatek die Solarfolie zum

ers ten Mal so großflächig und auf rauem Beton an.

Anders als bei anderen Fassadenoberflächen wie Metall

wurde hier eine spezielle Grundierung eingesetzt,

die die Haftung des Folienklebers unterstützt. Ähnlich

wie beim Tapezieren wurden die sechs Meter langen

und 32 Zentimeter breiten Solarfilme dann nacheinander

von oben nach unten auf die Fassade gerollt.

Die Folie als künftiger Problemlöser

Ein ähnliches Projekt haben Heliatek und innogy

im vergangenen Jahr am Duisburger Hafen umgesetzt.

Dabei wurden insgesamt 185 Quadratmeter der Solarfolie

auf die Metallfassade einer Lagerhalle angebracht.

Auch an der LEW-Betriebsstelle in Augsburg-Oberhausen

sind die Klebefolien auf einer kleinen Fassadenfläche

bereits im Einsatz. Mit dem Pilotversuch in

Donauwörth werden bisherige Erfahrungen nun erweitert.

Die Erträge der Anlage an der Schneller Mühle

werden über die kommenden Jahre hinweg erfasst und

ausgewertet: »Wir bieten bereits PV-Lösungen für Privat-

und Geschäftskunden an. In der Vergangenheit

kam es aber immer wieder vor, dass wir Projekte wegen

Problemen mit der Dachstatik der Gebäude nicht

umsetzen konnten«, erzählt Martin Krammer von

LEW. »Mit der Folientechnologie und den Erkenntnissen

aus dem Pilotversuch wollen wir künftig die

PV-Potentiale von Fassaden oder Dächern mit schwieriger

Statik intensiver nutzen und Kunden entsprechende

Lösungen anbieten.« Und wer weiß: Vielleicht

schimmern auch bei uns bald die Fassaden bläulich

und erzeugen Strom.

• 120 HeliaSol®-Solarfilme

mit einer Größe von je 6,0 x

0,32 Metern vertikal auf Betonfassade

angebracht

• rund 230 Quadratmeter in

rund 20 Meter Höhe

• rund 10 Kilowatt-Peak mit

circa 6700 Kilowattstunden

jährlicher Erzeugung

• PV-Module aus ultradünnen

Schichten organischer,

kohlenstoff-basierter

Moleküle auf PET-Folie

55


Mächlar

Der Solarcarport

Tanken mit der Kraft der Sonne

Elektroautos werden immer beliebter, doch für viele potenzielle Käufer

stellt sich die Frage: Wo lade ich meinen Stromer? Denn häufig sind Ladesäulen

mehrere hundert Meter entfernt, in ländlichen Regionen gerne

auch mal etliche Kilometer. Eine echte Alternative für Eigenheimbesitzer

ist der Solarcarport, den ein findiger Allgäuer Schmied entwickelt hat.

Schuster bleib bei deinen Leisten«, lautet ein

altes Sprichwort, das Bernd King gekonnt

ignoriert hat. Denn hätte der Schmied aus dem

württembergischen Westallgäu darauf gehört, dann

könnte er jetzt seinen elektrischen Flitzer nicht umsonst

tanken. Doch das war anfangs gar nicht sein erklärtes

Ziel. »Ich hatte noch eine Baugenehmigung für ein Carport,

aber ich wollte nicht irgendeinen bauen. Der sollte

auch einen gewissen Nutzen haben«, erklärt er. Und so

reifte langsam in ihm die Idee, dass er mit dem Carport

den Strom für sein Haus nebenan produzieren möchte.

Doch er wollte nicht einfach eine Unterstellmöglichkeit

für sein Auto kaufen und dann Solarmodule

oben drauf anbringen. Er hatte da schon genauere Vorstellungen,

wie der Carport beziehungsweise das Dach

aussehen sollte: »Ich wollte die Solarmodule direkt als

Bedachung verwenden.« Und genau so hat er es gemacht.

Auf einer schlichten Rohrrahmenkonstruktion

aus Stahl, in der die Leitungen verschwinden, hat er die

Photovoltaikmodule – die mit einem vier Millimeter

dicken Einscheiben-Sicherheitsglas ausgestattet sind –

angebracht. Direkt auf das Metall, ohne Dachhaut.

Den Strom doppelt nutzen

Das war im letzten Jahr und seitdem erzeugt er

mit der Anlage seinen eigenen Sonnenstrom und zwar

reichlich. »Ich brauche für mein Haus ungefähr 3000

Kilowatt Strom und produziere mit dem Carport circa

3500 bis 4000 Kilowatt«, sagt der Schmied. Alles was

er nicht verbraucht, speist er in das öffentliche Netz

ein und verdient domit sogar noch Geld.

Der nächste logische Schritt war dann, sich einen

Stromer zuzulegen, denn bis zum April diesen

56


Jahres fuhren Bernd King und seine Frau noch einen

Wagen mit einem konventionellen Verbrennungsmotor.

Während der Schmied Feuer und Flamme für

die Idee eines Elektroautos war, sah das bei seiner

besseren Hälfte etwas anders aus. »Meine Frau war

extrem skeptisch, was das Elektroauto betrifft. Sie

hatte Angst, dass sie irgendwo stehen bleibt oder

nicht schnell genug ist«, sagt der Allgäuer. Und aus

diesem Grund entschieden sich die beiden für ein älteres

Modell des BMW i3, der noch einen kleinen

Verbrenner mit drin hat. »Wir sind bisher allerdings

noch nicht in die Verlegenheit gekommen, dass wir

den gebraucht hätten«, sagt er und ergänzt, dass auch

seine Frau mittlerweile hellauf begeistert ist von dem

elektrischen Flitzer. Und dank des Carports kann der

bequem zuhause getankt werden und das quasi zum

Nulltarif.

Ein Carport ist nicht genug

Nun könnte man meinen, dass Bernd King dieser

eine Unterstand reicht, denn sein Strombedarf ist ja

gedeckt und sein BMW immer vollgetankt. Doch der

Mann ist ein Tüftler. Deswegen konstruierte er im vergangenen

Winter eine zweite Unterstellmöglichkeit

mit Solarmodulen, die nun neben seiner Werkstatt unweit

des ersten Carports steht. Bei diesem veränderte

er allerdings einige Aspekte. Das Auffälligste ist die

Dachform. Während der solare Unterstand oben am

Haus ein Satteldach hat und sich so optisch harmonisch

ins das Ensemble aus Haus und Werkstatt einfügt,

hat der neue Carport ein Pultdach. Dieses ist

wirtschaftlicher für eine Solaranlage, wie er sagt. Zudem

besteht das Dach hier nicht nur aus den Photovoltaikmodulen.

Auf die Rohrrahmenkonstruk-


Der zweite Solarcarport steht

neben der Werkstatt. Hier tankt

bald ein Mitarbeiter von Bernd

King seinen Stromer

Eine schlichte, aber

effiziente Konstruktion:

Der Solarcarport versorgt

Haus und E-Auto mit

Sonnenstrom

Bernd King ist nur nebenbei

Mächlar. Hauptberuflich

arbeitet er als Schmied

Fotos: Bernd King, Claudia Schöwe

57


Mächlar

Auf dem Satteldach sind je Seite

zehn Module angebracht –

direkt auf die Metallkonstruktion

tion montierte er eine Dreischichtplatte aus Holz, darauf

ein Trapezblech und auf dieses kamen die bläulich

schimmernden Module. »Aber ich mag es nicht, wenn

man das Trapezblech sieht. Ich finde, das sieht nicht

gut aus«, so der Schmied. Deswegen verkleidete er den

ganzen Aufbau mit Metall.

Ebenfalls anders im Vergleich zum ersten Carport

ist, dass die Solarmodule nicht nur auf dem Dach

montiert sind, sondern auch an den Seiten. So kann

die Anlage individuell angepasst werden – je nachdem,

wo der Unterstand steht und wie die Sonneneinstrahlung

an dem Standort ist. Durch diese Veränderung

kann noch mehr Energie gewonnen werden.

Großer Profiteur des zweiten Carports wird ein Mitarbeiter

des Schmieds sein. Denn dieser pendelt täglich

etwa 30 Kilometer und der solaraffine Tüftler

möchte ihm die Möglichkeit geben, sein E-Auto wäh-

rend der Arbeitszeit zu laden. Noch geht das leider

nicht, da ihm die Genehmigung seines Energieversorgers

zur Stromeinspeisung bis 10 Kilowatt fehlt – doch

er wartet nur darauf, dass er sie bekommt. »Aber wenn

ich die nicht kriege, weil ich schon zwei Anlagen habe,

dann kommt für mich nur eines in Frage: Dann stell

ich mir eine Batterie hin und mach das Ding autark«,

sagt er schmunzelnd.

Aller guten Dinge sind …

An Ideen mangelt es dem findigen Allgäuer definitiv

nicht und so kommt es auch nicht überraschend,

wenn er sagt, dass er bereits den nächsten Carport

in Planung hat. Von der Konstruktion her bleibt

er sich treu. Warum auch etwas ändern, dass prima

funktioniert? Die größte Veränderung werden die Mo-

Auf dem Dach der Werkstatt

gibt es schon seit Jahren eine

Photovoltaikanlage

58


Dank seines Solarcarports

hat der findige Schmied seine

Tankstelle direkt vor der

eigenen Haustür

dule selber sein, denn nun will er auf Glas-Glas-Module

ohne Rahmen setzen. Bisher verwendete er die

nicht, da es keine gab, die mehr als 180 Watt liefern,

sagt er. Doch nun sind welche auf dem Markt, die sogar

bis zu 330 Watt liefern. »Und dann wird die ganze

Sache interessant, weil dann komm ich irgendwo bei

fünf bis sechs Kilowatt bei so einem Carport raus und

das deckt den Bedarf eines Hauses auf jeden Fall«, erklärt

der Schmied. Zudem kann man diese Module

über Kopf verbauen und muss sie nicht verkleiden, wie

die beim zweiten Carport. So wird der dritte Unterstand

oben herum wesentlich schlanker, wie Bernd

King sagt. Seitlich wird sich nicht viel ändern – auch

hier werden wieder Photovoltaikmodule angebracht

werden, um die Kraft der Sonne maximal auszunutzen.

Wenn alles nach Plan läuft, dann stellt er den Carport

bis zum Herbst fertig, wo er ihn auf einer Messe

präsentieren möchte. Wenn das Produkt dann serienreif

ist, hat der findige Allgäuer schon zahlreiche Ideen,

wo man den Carport überall einsetzen kann. Und

die gehen weit über die Nutzung als private Tankstelle

für das eigene E-Auto hinaus.

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Wasserkraft

Innovation trifft Tradition

Pilotprojekt in Hinterstein

Anfang April starteten die Bauarbeiten am Wasserkraftwerk in Hinterstein.

Dabei wird die im Jahre 1897 erbaute Wehranlage vollständig saniert.

Gleichzeitig entstehen an der Wehranlage zwei Wasserkraftschnecken,

eine größere Wasserkraftanlage für den Fischabstieg und zur Erzeugung

elektrischer Energie und eine kleinere Fischaufstiegsschnecke.

Ein Blick auf die neu

entstehende Wehranlage

Das Kraftwerk Hinterstein in der Gemeinde

Bad Hindelang ist das älteste Wasserkraftwerk

der Allgäuer Kraftwerke GmbH, es wurde

1897 in Betrieb genommen und im Jahr 2000 modernisiert.

Damals wurde die ursprüngliche Francisturbine

zu einer Diagonalturbine umgebaut und mit einem

neuen Asynchrongenerator in Betrieb genommen. Die

installierte Leistung liegt seitdem bei 210 Kilowatt, bei

einer jährlichen Stromerzeugung von etwa anderthalb

Millionen Kilowattstunden – genug um circa 500 Haushalte

mit elektrischer Energie zu versorgen.

Effizient und gleichzeitig ökologisch

Ziel des laufenden Projektes ist der Ausbau der

Wasserkraft unter Berücksichtigung von energetischen

und ökologischen Aspekten, um damit einen regionalen

Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die

Wehranlage war in ihrer Grundsubstanz noch im originären

Zustand von 1897. Mit dem gestarteten energetischen

und ökologischen Ausbau wird die Energieeffizienz

gesteigert, zusätzliche regenerative Energie

erzeugt, die Gewässerökologie in der Ostrach verbessert

und gleichzeitig ein Beitrag zu den klimapolitischen

Zielen erreicht.

»Mit der neuen Wasserkraftschnecke nutzen wir

das von Behörden festgelegte Restwasser, welches dafür

sorgt, dass die Ostrach im Kraftwerksabschnitt immer

Wasser führt und erzeugen knapp 500.000 Kilowattstunden

regenerativen Strom, bei deutlich verbesserter

Gewässerökologie«, so Karlheinz Loitz, Prokurist

der Allgäuer Kraftwerke GmbH.

Parallel zur Energieerzeugung soll das Gewässer

als Lebensraum nachhaltig gestärkt werden. Dies wird

erreicht durch die Herstellung der Durchgängigkeit

für Wasserlebewesen, um damit Möglichkeiten zur dynamischen

Entwicklung als prägendes Element für

Landschaft und Wasserhaushalt zu schaffen. Eine effiziente

und grundlastorientierte Wasserkraft im Einklang

mit der Ökologie ist daher Basisziel dieses Pilotvorhabens

in Deutschland.

Nachhaltig für die nächste Generation

Eine Wasserkraftschnecke zur Stromerzeugung

ist die energetische Umkehr der Archimedischen

Schraube. In der Antike wurde diese Technik schon

zur Bewässerung von Feldern mit Nilwasser genutzt.

Im Gegensatz zur Verbrennung von Energieträgern

wie zum Beispiel Kohle, arbeiten Wasserkraftschne -

60


Noch sind die Bauarbeiten in vollem Gange –nächstes Jahr soll

das Kraftwerk dann wieder in Betrieb genommen werden

Fotos: Thomas Niehörster, Allgäuer Kraftwerke GmbH

Neuer Name für das Kraftwerk

Das neue Kraftwerk an der Wehranlage wird den Namen »Konrad Zuse Kraftwerk«

bekommen, in Gedenken an den deutschen Bauingenieur Konrad Zuse (1910-1995)

der 1941 die »Z3« vorgeführt hat, den ersten frei programmierbaren und in binärer

Gleitpunktrechnung arbeitenden Rechner der Welt. Konrad Zuse war im März 1945

kurz vor dem Fall Berlins mit der damals riesigen »Zuse 4« nach Bayern geflohen und

wohnte unter anderem in Hinterstein. Dort konnte er die Rechenmaschine auch

einlagern. Später hat er die »Z4« an der ETH in Zürich kommerziell eingesetzt. Es war

der erste Rechenautomat an der ETH und auf dem europäischen Festland, die Basis

für unsere heutigen »Computer«.

Das Krafthaus des Wasserkraftwerkes befindet sich ein

Stück von der Baustelle entfernt

cken nachhaltig ohne Schäden für die nächste Generation.

Zudem funktionieren sie auch mit einer möglichst

geringen Beeinträchtigung der Fischpopulation

und Wasserfauna. Die lange Lebensdauer dieser Wasserkraftschnecken

von mehreren Jahrzehnten trägt zudem

zur Nachhaltigkeit bei.

Die Wasserkraft ist für die Stromversorgung neben

der Windenergienutzung eine bewährte regenerative

Energiequelle in Deutschland. Die Wasserkraft erzeugt

über 16 Prozent des weltweiten Stroms. Insbesondere

im Grundlastbereich nimmt die Wasserkraftnutzung

im Energiemix eine wichtige Rolle ein. Ein

Vorteil dieser Energiequelle gegenüber der regenerativen

Energienutzung aus Wind und Sonne besteht in

der zeitlich konstanten Bereitstellung von Energie.

Die Anlage wird, neben einer Versuchsanlage

des Herstellers, die erste zur kommerziellen Nutzung

in Deutschland sein. Die Fertigstellung des Projektes

ist für das Frühjahr 2020 geplant. Dann kann die

neue Anlage in Betrieb genommen werden. »Wir

freuen uns, dass wir mit unserem Wasserkraftwerk

einen wichtigen Beitrag für Umwelt, Klima und

Energiewende leisten können. Energieerzeugung und

Ökologie müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen«,

so Dr. Hubert Lechner, Geschäftsführer der

Allgäuer Kraftwerke GmbH. Nach der Inbetriebnahme

führen die Allgäuer Kraftwerke ein ökologisches

Monitoring durch, das heißt die Funktionsweise von

Fischaufstieg und -abstieg wird über einen längeren

Zeitraum überprüft.

61


Zukunft

In den Schütten an der Wand befinden sich verschiedene

Getreidesorten, aber auch Linsen und andere Hülsenfrüchte

Fotos: Claudia Schöwe

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Es geht auch ohne

Hier hat Plastik Hausverbot

Wer etwas für die Umwelt tun und bewusst auf den Kunststoff verzichten will, der

kommt spätestens beim Einkaufen in einem Supermarkt an seine Grenzen. Obst,

Gemüse, Nudeln, Reis und vieles mehr sind in Plastik verpackt. Dass es auch ohne

geht, zeigt der Laden »Freilich Unverpackt« in Immenstadt.

Als sich am 12. April die Türen des ersten Unverpackt-Ladens

in Immenstadt öffneten,

kamen die Leute in Scharen. Viele hatten seit

Wochen mit Neugier durch die großen Schaufenster

geblickt und konnten es kaum erwarten, dass das Geschäft

öffnet. Von den zahlreichen positiven Reaktionen

im Vorfeld waren Martin und Judith Kensy

überrascht – auf eine gute Art, wie das Ehepaar sagt.

Zusammen mit Stefanie Grömmer hatten sie die Idee

für »Freilich Unverpackt«.

Zu dritt starteten sie Anfang des Jahres eine

Crowdfunding-Kampagne, um Geld für das Projekt

zu sammeln und die ging sprichwörtlich durch die

Decke. Noch vor Ablauf der Zeit hatten sie ihr Spendenziel

erreicht und konnten sich an die Umsetzung

ihrer Idee machen.

Mehr als man denkt

Mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Freunde gestaltete

das Trio innerhalb weniger Wochen seinen

Unverpackt-Laden, in dem es weitaus mehr gibt als

nur Müsli oder Nudeln. Die Auswahl an Produkten ist

wahrlich beeindruckend und hält einem erschreckend

vor Augen, was man sonst alles in einer Plastikverpa -

ckung kauft.

Neben Tee und Gewürzen gibt es auch Schokolade,

Nüsse, Hülsenfrüchte, Backzutaten, Obst-Chips

und einiges mehr. Auch Putzmittel und allerhand Kosmetika

warten im »Freilich-Unverpackt« auf umweltbewusste

Käufer. Wichtig bei der Auswahl der angebotenen

Waren war den dreien, dass die Produkte

ökologisch und regional erzeugt werden. Leider ist das

nicht bei allen Produkten möglich, denn Kakao wächst

bei uns leider nicht. Aber bei solchen Lebensmitteln

achtet das Team darauf, dass die Produktion transparent

und fair ist.

Auch wie die Waren in den Laden kommen, ist

Stefanie, Judith und Martin wichtig. Denn es würde

die Idee des Unverpackt-Ladens ad absurdum führen,

links: Auch selbstgemachtes Pesto gehört zum Sortiment

des Unverpackt-Ladens genauso wie getrocknetes Obst

wenn alles in Plastik ankommt und dann ausgepackt

wird. Deshalb beziehen sie nur Produkte in Papierverpackungen

oder in Mehrweg-Behältern und zum

Glück stellen sich immer mehr Unternehmen darauf

ein und bieten vermehrt solche Lieferoptionen an.

Auf die Waage, fertig, los

Somit ist dieses Geschäft zu 100 Prozent plastikfrei

– außer natürlich, ein Kunde bringt seine Mehrwegdose

aus Kunststoff mit. Denn diese oder ein anderes

Gefäß braucht man, um im Laden einkaufen zu

können. Das Behältnis wird dann gewogen und das

Gewicht darauf notiert. Anschließend befüllt man es

mit einem Produkt seiner Wahl. An der Kasse wird

dann erneut gewogen und das Eigengewicht des Behältnisses

vom Gesamtgewicht abgezogen. So bezahlt

man wirklich nur das, was man konsumieren möchte.

Wer übrigens spontan im Laden vorbeischaut und gerade

keine leere Dose zur Hand hat, für den gibt es im

»Freilich-Unverpackt« Behältnisse oder auch Stoffsäckchen

zu erwerben.

Und nachdem man seine Dosen, Gläser, Säckchen

und Körbe gut gefüllt hat, kann man noch ein

leckeres Stück Kuchen und eine heiße Tasse Kaffee genießen.

Denn dank der zahlreichen Spenden konnte

auch eine kleine Café-Ecke im Geschäft eingerichtet

werden. Dort verweilt man gerne und bei gutem Wetter

lockt die Terrasse, um die Seele baumeln zu lassen.

Dieser Laden tut nicht nur der Umwelt gut, sondern

auch dem, der in ihm einkauft.

(cs)

Info:

Freilich-Unverpackt

Rothenfelsstraße 6

87509 Immenstadt

www.freilich-unverpackt.de

Es gibt auch regelmäßig Workshops im Geschäft zu den

verschiedensten Themen. Was man wann lernen kann,

gibt das Team vom »Freilich-Unverpackt« immer auf

seiner Facebook-Seite bekannt.

63


Natur

Licht richtig einsetzen

Umweltfreundlich Energie sparen

In den Städten und Gemeinden wird heute noch zu viel Energie durch

ungünstige Straßenbeleuchtung verbraucht. In vielen Orten ist daher eine

Umrüstung geplant oder bereits realisiert. So auch bei uns im Allgäu.

Worauf es ankommt und wem die Umrüstung nützt, hat der Sternenpark

Schwäbische Alb gründlich untersucht. Hier nun die Ergebnisse.

Leider spielt das Thema Vermeidung von Lichtverschmutzung

häufig eine zu geringe Rolle!

Auch bei neu geplanter Beleuchtung wird oft

viel Licht sinnlos in den Nachthimmel und die Umwelt

gestrahlt, anstatt das Licht nur dorthin zu lenken, wo

es gebraucht wird. Das ist letztlich Verschwendung von

Energie, Ressourcen und Steuergeldern – in Zeiten des

Klimawandels und knapper Kassen. Darüber hinaus

hat diese Lichtverschmutzung negative Auswirkungen

auf die Gesundheit des Menschen, auf Insekten, Vögel,

nachtaktive Tiere und auch auf die Sichtbarkeit des

Menschheitserbes Sternenhimmel.


64


Keine Insektenfallen aufstellen

Seit einigen Jahren diskutieren wir über den

erschreckenden Rückgang der Insekten. Die

Beleuchtung bei Nacht, nicht nur in den Städten,

sondern auch an privaten Häusern und Gärten,

hat einen erheblichen Anteil am Rückgang

der nachtaktiven Insekten. Diese sind von Natur

aus an die Dunkelheit angepasst. Künstliches

Licht stört ihren Lebensrhythmus. Dabei gibt es –

wie die Beobachter von Sternenpark festgestellt

haben, erhebliche Unterschiede bei der Licht -

färbung und Intensität. In einer Untersuchung von

Professor Dr. Gerhard Eisenbeis in Frankfurt

wurde 2011 festgestellt, dass bei den vielfach

noch eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdruck -

lampen über 200 tTiere pro Nacht angelockt und

zum Teil getötet wurden. Bei Natriumdampf-

Hochdruck lampen waren es dagegen nur knapp

hundert Tiere. Bei weißem LED-Licht gingen noch

70 Insekten in die Falle. Am besten schnitten

LEDs mit warmweißer Färbung ab. Hier wurden

nur noch 37 Tiere angelockt. Die Studie zur

Fotos und Grafiken: Sternenpark Schäbische Alb, EDITION ALLGÄU

Straßenbeleuchtung ist eins zu eins übertragbar

auf den privaten Bereich. Warmweiße Leucht -

körper, am besten LED mit Gelbanteil auf Balkon,

Terrasse und Garten sind insektenfreundlich und

auch für das menschliche Empfinden angenehm.

Und auch hier gilt: Nur so viel Licht wie nötig und

nur dort wo es gebraucht wird.

Was gibt es Schöneres als einen Nachthimmel

mit strahlenden Sternen – höchstens beleuchtet

durch ein paar Glühwürmchen.

65


Natur

Schematische Darstellung, wie

Straßenbeleuchtungen richtig

oder falsch eingesetzt werden

Die Gemeinden sollten bei der Umrüstung sorgfältig

vorgehen und nicht langfristig in die falsche

Technik investieren. Mit den einfachen Beleuchtungsgrundlagen

»Abgeschirmt, warmweiß, maßvoll, energieeffizient«

ist eine sparsame und lichtverschmutzungsarme

Beleuchtung möglich (s. Abbildungen).

Wichtig bei der Wahl der Beleuchtung

Abgeschirmt:

• Licht nur dorthin lenken, wo es gebraucht wird

(mit Reflektor/Optik und Abschirmung, planes

und klares Abdeckungsglas, Leuchte waagerecht

montiert), kein Licht über die Horizontale

hinaus in den Nachthimmel – das kostet sonst

nur unnötig Energie und Geld.

• Nicht unnötig die Leuchtenbefestigung (Mas -

ten, Halterung, Wand) anleuchten, sondern geeignete

Lichtlenkung verwenden bzw. die

Leuchte an einen Ausleger montieren, Masten

und Halterungen dunkel lackieren.

• Am Hang die Beleuchtung immer auf der Talseite

der Straße montieren und zum Tal hin abschirmen,

um weit reichendes Streulicht zu vermeiden.

Warmweiß:

• Warmweißes, UV-freies Licht mit möglichst geringen

Blauanteilen (Farbtemperatur max. 3000

Kelvin) ist für den Menschen angenehm und

lockt besonders wenig Insekten an. Dies reduziert

auch die Reinigungskosten für die Beleuchtung.

Zudem wird Licht mit geringen

66


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Blauanteilen weniger stark gestreut und wirkt

weniger blendend.

Maßvoll:

• Beleuchtung maßvoll einsetzen. Ein gleichmäßiges,

schwaches Beleuchtungsbild ist meist

besser als punktweise, helle und blendende

Beleuchtung. Keine zu hohe Lichtpunkthöhe

wählen. Helles und blendendes Licht erhöht

nicht zwangsläufig die Verkehrssicherheit

(Dunkeladaption, Tunnel-Effekt, erhöhte Geschwindigkeit

durch gefühlte Sicherheit). Zu

helles Licht kann durch die verstärkte Reflexion

die Wirkung einer guten Abschirmung

wieder aufheben, daher nicht zu lichtstark beleuchten.

Energieeffizient:

• Moderne Natriumdampflampen und LEDs

sind besonders energieeffizient, ein Hauptgrund

für viele Gemeinden, jetzt auch mit Förderung

des Bundesumweltministeriums umzurüsten.

Bei LEDs ist zeitgesteuerte Dimmung

und Bedarfsschaltung möglich.

Zu viel Licht blendet in der Nacht

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mit Lichtlenkung durch Reflektoren oder Linsen

strahlen das Licht nur dorthin, wo es benötigt

wird. Warmweiße Leuchtmittel haben ein angenehmes

Licht und ziehen wenig Insekten an. Eine maßvolle

Beleuchtung, ausreichend und nicht zu hell, sorgt für

gute Sichtverhältnisse ohne Blendung.

Energiesparende Leuchtmittel sollten selbstverständlich

sein, wie zum Beispiel Natriumdampf -

lampen und LEDs. Werden hingegen hellere Lampen

installiert, da die Leuchtmittel nun sparsamer sind,

führt das zu einem Rebound-Effekt, bei dem die Einsparung

durch den Mehrverbrauch wieder aufgehoben

wird, und die Abschirmungsbemühungen werden

durch erhöhte Reflexion wieder zunichte gemacht.

Jede Stadt oder Gemeinde, die die Umrüstung seiner

Beleuchtung plant, nimmt oft mit Planungsbüros,

Leuchtenparks von Energieversorgern oder einem der

bekannten Leuchtenhersteller Kontakt auf.

Bei der Auswahl der Beleuchtung sollten folgende

Eigenschaften beachtet werden:

• voll abgeschirmte Leuchten (upward light ratio

ULR=0%)

• Das Licht sollte möglichst geringe Blauanteile

beinhalten (z. B. nur warmweißes Licht bis max.

3000 Kelvin nutzen)

• Die Lampe (Leuchtmittel) darf nicht nach unten

aus dem Gehäuse herausragen

• Das Abdeckglas muss plan sein

• Die Leuchte muss exakt horizontal montiert

werden.

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67


Natur

Grüner wird’s nicht

Bio-Auszeichnung für die Alpe Mitterhaus

Die Sennalpe Mitterhaus ist seit dieser Saison die erste Alpe im Allgäu mit zertifizierter

Bioland-Gold-Gastronomie. Die Älpler Lena Behrendes und Benedikt Beßler freuen

sich über die Auszeichnung – seit Jahren verfolgen sie einen konsequenten Weg in

Richtung naturnaher und nachhaltiger Bewirtschaftung.

Dass es auf der Sennalpe Mitterhaus im Retterschwanger

Tal überaus idyllisch zugeht,

weiß jeder, der die Hütte auf 1084 Höhenmetern

schon einmal besucht hat. Im Sommer leben

am Mitterhaus viele Kühe und Rinder, einige

Schweine, eine Katze und ein paar Menschen – den

»harten Kern« unter diesen Zweibeinern bilden Benedikt

Beßler und Lena Behrendes mit ihren Kindern

Hannes und Janna. Das junge Paar bewirtschaftet

seine Land- und Alpwirtschaft biologisch und führt

seit Mai 2019 nun auch die Gastronomie auf der Senn -

alpe nach Bioland-Gold-Standard – das bedeutet, dass

alle angebotenen Lebensmittel auf der Alpe Mitterhaus

Bio sind.

Viele kleine Schritte

»Nachdem wir in den letzten Jahren schon viele

kleine Schritte in diese Richtung gegangen sind, freuen

wir uns sehr, nun konsequent 100 Prozent Bioprodukte

anzubieten«, zieht Lena Behrendes ein Fazit.

Und das haben sie zu Beginn des Bergsommers

in Form eines Alpfestes gebührend gefeiert. Nach einer

Brotzeit konnten sich die zahlreichen Besucher bei

den Hausführungen einen Eindruck über das Leben

und Arbeiten am Berg machen und erfuhren auch

Spannendes über die Geschichte der Alpe. Es gibt sie

bereits seit 1756 und sie liegt inmitten des Tals, daher

der Name »Mitterhaus«.

68


Das Bio-Siegertreppchen

Das Bioland-Gastronomiekonzept umfasst drei Stufen:

• Die Einstiegsstufe Bronze mit einem Bio-Anteil von 30–

60 Prozent: Diese richtet sich hauptsächlich an Kantinen

oder Hotels mit Bio-Frühstücksangebot.

• Die Stufe Silber bedeutet einen Bio-Anteil von 60–90

Prozent.

• Die höchste Stufe Gold steht für 90–100 Prozent Bio-

Anteil.

Zur Einstufung wird der wert- und mengenmäßige Bio-

Wareneinsatz für acht Warengruppen wie Milch- und

Molkereiprodukte, Eier, Fleisch- und Wurstwaren bewertet:

Je mehr heimische Bioland-Qualität, desto mehr Punkte. Die

Bioland-Gastro-Partner können das bekannte Bioland-

Partnerlogo nutzen und erscheinen im Genussführer

»Schmeck das Bioland« sowie auf der Bioland-Webseite.

Weitere Infos: www.bioland.de/gastro

Die Kuhmilch wird täglich im

Kupferkessel über dem

Holzfeuer zu traditionellem

Bio-Sennalpkäse verarbeitet

Kuhflüsterer Hannes ist im

Alpsommer 2015 auf die

Welt gekom men und hat

diesen auch gleich am

Mitter haus ver bracht

Lena Behrendes und

Benedikt Beßler freuen sich

über die Auszeichnung, die

ihnen feierlich von Bioland-

Beraterin Ruth Schuhwerk

(r.) überreicht wurde

Die Sennalpe Mitterhaus

liegt auf 1084 Metern im

Retterschwanger Tal bei

Bad Hindelang

Fotos: Lena Behrendes/Mitterhaus, Bioland e.V.

Bioland-Beraterin Ruth Schuhwerk übergab anschließend

feierlich das Bioland-Gastronomie-Partnerschild

und die Gold-Urkunde: »Herzlichen Glückwunsch

zum Bioland-Gold-Standard in der Gastronomie!

Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement

und Herzblut die beiden Älpler Bene Beßler und Lena

Behrendes von der Sennalpe Mitterhaus den Bioweg

konsequent weitergehen und nun auch auf der Alpe

Bioverpflegung anbieten.«

Bio und regional

Dem Paar ist darüber hinaus wichtig, dass die

Bioprodukte, die sie in der Bewirtung anbieten, so regional

wie möglich erzeugt werden. Ein großer Teil

der tierischen Erzeugnisse stammt ohnehin direkt

vom Mitterhaus, beispielsweise Milch, Käse, Butter,

Buttermilch und Molke. Benedikt Beßler stellt diese

Produkte aus der Milch der rund 20 gehörnten Kühe

der Rassen Braunvieh, Grauvieh und Pinzgauer in seiner

Käsküche im Kupferkessel über einem Holzfeuer

selbst her. Auch die Wurstspezialitäten auf der Alp

stammen von den eigenen Bio-Tieren – denn neben

dem Mitterhaus bewirtschaften die beiden seit 2014

auch den Bio-Bergbauernhof »Sonnengund« in Vorderhindelang,

wo sie und ihre Tiere im Winter leben.

Der Weg der jungen Landwirte überzeugt auch

andere: Im Zuge der konsequenten Umstellung auf die

hundertprozentige Bioverpflegung auf der Alpe konnten

sie bereits Partner aus der Region dafür gewinnen,

für sie ökologisch nachhaltige Produkte zu produzieren.

So backt die Bäckerei »Holzheu« im Hindelanger

Ortsteil Bad Oberdorf, die das Mitterhaus seit Jahren

mit Brot beliefert, nun Bio-Brote und -Kuchen für die

Sennalpe. Was von weiter weg kommt, wie Kaffee oder

Kakao, ist ebenfalls unbehandelt und stammt aus fairem

Handel.

Vorbild für die Alp-Gastronomie

»Die Sennalpe Mitterhaus ist die erste Alpe mit

zertifizierter Bioland-Gastronomie im Allgäu und damit

ein Vorbild für Bio in der Alp-Gastronomie. Die

beiden jungen Älpler sind auf dem richtigen Weg und

wir wünschen uns, dass durch sie noch mehr Gastronomiebetriebe

motiviert werden, Bioverpflegung anzubieten.

Gerade Wanderer und Biker, die das Naturerlebnis

suchen, wünschen sich eine regionale, bio -

logische Verpflegung auf ihren Touren«, weiß Ruth

Schuhwerk. Die Sennalpe Mitterhaus hat von nun an

bis Anfang Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis

17 Uhr geöffnet. (ve)

69


Natur

Der Öko-Bauernhof

Wo Mensch und Kuh glücklich leben

Der Bio-Hof der Hanebergs in Lenzfried hat wahrlich Vorbildcharakter.

Schon früh stellte das Bauernehepaar Cilly und Richard auf ökologischen

Landbau um und setzte auf eine artgerechte Tierhaltung, bei der die Kühe

ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit haben. Für ihr Engagement

bekamen die beiden im letzten Jahr sogar den bayerischen Klimapreis.

Vor über 30 Jahren übernahm das Ehepaar

Haneberg den Bauernhof von Richards Eltern,

der bis dahin konventionell bewirtschaftet

wurde. Doch mit dem Generationenwechsel

erfolgte auch die Umstellung auf Bio. »Wir haben uns

schon vor der Betriebsübernahme mit dem Ökolandbau

beschäftigt«, erklärt der heute 60-Jährige. Die

Umstellung war ihnen sehr wichtig, da sie beide eine

gewisse Sensibilität für die Thematik hatten, denn

Umweltprobleme gab es auch im Jahr 1986 schon. Als

Beispiele nennen Richard und Cilly Haneberg etwa die

Nitratbelastung im Wasser, das Waldsterben und vor

allem das Unglück in Tschernobyl. Diese Begebenheiten

waren für die Bauern mit ein Grund, warum sie

den Hof ökologisch betreiben wollten, denn so sagen

sie: »Jeder hat Verantwortung für das, was um ihn

herum passiert.« Die beiden wollten Verantwortung

übernehmen und etwas verändern.

70


Wenn die Rinder nicht

gerade auf der Weide

stehen, können sie sich

in dem großzügigen Stall

frei bewegen

Die Liegeboxen sind

mit Laub eingestreut, das

später in der Gülle landet

Fotos: Richard Haneberg, Claudia Schöwe

Die Kälber und die

trockenstehenden Kühe

stehen auf Festmist, der zum

Humusaufbau beiträgt

Der lange Weg zur Anerkennung

Um das zu erreichen, besuchten sie Seminare bei

Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

und unterzeichneten 1987 mit dem Verein einen Umstellungsvertrag.

Doch so schnell, wie es heute geht,

von konventioneller Bewirtschaftung auf Bio zu

wechseln, so lange hat es damals gedauert. Was dieser

Tage etwa ein halbes Jahr dauert oder weniger, zog

sich in den 80er-Jahren über drei Jahre hin, wie Cilly

Haneberg erklärt. Zudem gab es damals auch keine

Förderungen, führt die 57-Jährige weiter aus. Aber

das war ihnen egal. »Wir haben das aus Überzeugung

gemacht«, sagt ihr Mann Richard. Und es hat sich gelohnt,

denn 1989 bekamen sie den Anerkennungsvertrag

– somit waren sie offiziell Ökobauern und ihre

Milch Bio.

Allerdings gab es zu dem Zeitpunkt keinen Abnehmer

für biologisch produzierte Milch und so

musste das flüssige Gut jahrelang konventionell vermarktet

werden – es wurde in den Molkereien einfach

mit der »normalen« Milch zusammengeschüttet

und verarbeitet. Doch dann eröffnete im Jahr 1992

in der Nähe eine Molkerei, die Bio-Heumilch haben

wollte. In ihr fand das Bauernehepaar einen Abnehmer,

der ihr Produkt zu schätzen wusste. Mittlerweile

liefern sie ihre Milch an die bekannte Schönegger

Käse alm.

Schwarz-bunt statt braun

Produziert wird das weiße Gold aber nicht etwa

vom im Allgäu typischen Braunvieh, sondern von

schwarz-bunten Kühen. Das Holstein-Rind ist ►

71


Natur

72

Im Jahr 2001 wurde der

Außenklima-Laufboxenstall

gebaut – damals war er

der erste in Bayern mit

einem begrünten Dach

bekannt für seine gute Milchleistung, aber darum geht

es den Öko-Bauern nicht. Sie züchten ihre Tiere nicht

bis an die Leistungsgrenze, denn dann werden die Rinder

nicht alt, wie die beiden erklären. Ihnen geht es

um die Lebensleistung. »Unsere Kühe haben mit den

modernen Holstein-Friesian nichts zu tun. Sie sind

kleiner, dicker und leben länger«, so der 60-Jährige.

Das Durchschnittsalter der Kühe auf dem Hanebergschen

Hof liegt bei sieben Jahren bei einer Nutzungsdauer

von viereinhalb bis fünf Jahren, in der jede Kuh

etwa 30.000 Liter Milch produziert. Die älteste

schwarz-bunte Dame auf dem Hof ist gar 17 Jahre alt

und geht Richtung 100.000 Liter Lebensleistung, erklärt

das Ehepaar stolz, räumt aber auch ein, dass das

nicht der Regelfall ist.

Welch ein Kuhleben

Egal wie alt die Rinder werden, bis zu ihrem Lebensende

könnten sie es nicht besser haben. Das

fängt schon bei der Fütterung an, denn Kraftfutter

kommt für die Hanebergs nicht in Frage. »Die Kuh

ist ein Wiederkäuer und wurde dazu geschaffen,

Gras zu fressen«, so die Öko-Bauern. »Deshalb besteht

bei uns das Futter zu 90 Prozent aus Gras beziehungsweise

im Winter aus Heu. Wir kaufen bloß

pro Kuh und Jahr 250 Kilogramm Brotbrösel und

250 Kilogramm Kleie dazu«, ergänzen die beiden.

Mit dem Zusatzfutter möchte das Ehepaar die Kühe

unterstützen, die am Anfang der Laktation viel

Milch geben. Und die Kühe danken es ihnen, indem

jede pro Jahr etwa 7000 Liter des weißen Goldes produziert.

Das mag für viele nicht nach viel klingen,

doch die Hanebergs sind mit der Leistung zufrieden.

»Wir haben nicht das Bestreben, dass es immer

mehr wird«, sagen Richard und Cilly. Ihnen ist es

wichtig, dass es auf dem Öko-Bauernhof einen stabilen

Kreislauf gibt, dass die Kuh mit wirtschaftseigenem

Futter ernährt wird, alt wird und dabei gesund

bleibt, führen sie weiter aus.

Dazu trägt aber nicht nur das Futter bei – auch

der Stall ist ein Vorzeigeexemplar. Wenn die 47 Rinder

nicht gerade auf der Weide stehen und sich das

Gras schmecken lassen, laufen sie in ihrem Außenklima-Laufboxenstall

herum oder machen es sich

auf einem der Liegeplätze bequem – so lässt sich entspannt

der Tag verbringen. Zudem sorgt das Grasdach

für ein angenehmes und kühles Klima, vor allem

im Sommer, wenn es richtig heiß ist.

Als die Hanebergs den Stall im Jahr 2001 bauten,

war er der einzige in ganz Bayern mit einem begrünten

Dach. Die Biobauern entschieden sich aus

einem guten Grund für diese Bedachung. »Da wir

die Fläche unten praktisch versiegelt haben, wollten

wir der Natur oben wieder was zurückgeben«, erklärt

das Ehepaar.


Das Ehepaar Cilly und Richard

Haneberg betreibt den

Hof seit über 30 Jahren

aus Überzeugung ökologisch

Von der Natur, für die Natur

Aber nicht nur außen ist der Stall naturnah, sondern

auch innen. So sind etwa die bereits angesprochenen

Liegeplätze der Kühe mit Laub eingestreut,

welches die Hanebergs geliefert bekommen. Auf der

natürlichen Einstreu, die nach dem Ausmisten in der

Gülle landet, machen es sich allerdings nur die milchgebenden

Kühe gemütlich.

Die 35 Jungtiere und die trockenstehenden Kühe

stehen auf Festmist, so der 60-jährige Öko-Bauer. Ein

Drittel des Einstreubedarfs decken sie mit einer kleinen

Streuwiese, die sie gepachtet haben. Der Rest wird

in Form von Bio-Stroh dazugekauft. Für diese Art der

Einstreu entschied sich das Ehepaar, weil es weniger

Gülle produzieren möchte und Festmist hat noch einen

anderen Vorteil: »Er dient dem Humusaufbau.

Wir können jährlich etwa die Hälfte unserer Betriebsfläche

von 20 Hektar mit zehn Tonnen Festmist pro

Hektar düngen – das ist eine ordentliche Menge«, erklärt

Richard Haneberg. Zudem trägt die Ausbringung

von Festmist zum Humusaufbau und somit zur CO2-

Bindung bei.

Für all diese Bemühungen wurden die Hanebergs

im vergangenen Jahr mit dem »Bayerischen Klimapreis

Landwirtschaft, Garten- und Weinbau« ausgezeichnet.

»Das hat uns riesig gefreut, weil das eine Anerkennung

dafür war, was wir die letzten 30 Jahre aus

Überzeugung gemacht haben«, sagt das Bauernehepaar.

Ihr Lebenswerk wird einmal ihr Sohn übernehmen

und es in ihrem Sinne weiterführen, denn auch

er ist von dem Konzept überzeugt. Denn, wie das Ehepaar

so schön sagt: »Diese Art, einen Bauernhof zu bewirtschaften,

macht einfach zufrieden.« Und man

glaubt ihnen das, wenn man sich die beiden und das

liebe Vieh anschaut.

(cs)

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Energie sparen

Fotos: Pixabay, Andreas Hermsdorf/pixelio.de, stk-design/pixelio.de

Warme Temperaturen nutzen

Endlich sind die warmen Tage da und man kann die Heizung ausstellen.

Zwar fallen so die Kosten fürs Heizen weg, doch auch an anderen Stellen

kann man im Sommer Energie sparen und sich und seinem Geldbeutel

etwas Gutes tun. Und das geht sogar ganz leicht, wie unsere Tipps zeigen.

Abdunkeln und Lüften

Wenn die Temperaturen draußen steigen, dann

auch im Inneren. Schnell werden die eigenen vier

Wände zum Backofen und man fühlt sich wie ein

Grillhähnchen. Gerade Bewohner einer Dachgeschosswohnung

können davon ein Lied singen. Hier

helfen Rollläden, die die Zimmer abdunkeln und die

Wärme draußen halten. Aber auch cleveres Lüften

kann eine Abkühlung verschaffen. Hier gilt: Nicht

den ganzen Tag die Fenster offen haben, sondern lieber

frühmorgens und spätabends. Dann ist die Luft

am kühlsten. So spart man sich den stromfressenden

Ventilator.

Energiesparende Fortbewegung

Viele zieht es im Sommer raus in die Natur, die

einen wollen wandern, die anderen an den See. Meis -

tens muss man dafür aber ein bisschen Strecke zurücklegen.

Warum dafür nicht das Fahrrad benutzen und

das Auto in den Sommerurlaub schicken? So spart

man Geld, vermeidet den Ausstoß von klimaschädlichem

Kohlendioxid und es weht einem immer eine

sanfte Brise um die Nase.

Kalt waschen und warm trocknen

Moderne Waschmaschinen verfügen mittlerweile

alle über ein Kaltwaschprogramm und dank

der neuen Waschmittel wird die Kleidung auch bei

niedrigen Temperaturen sauber. Der Verzicht aufs

heiße Wasser schont nicht nur die farbigen Textilien,

sondern auch die Umwelt und das Portmonee. Zudem

kann man in der heißen Jahreszeit getrost auf

den Trockner verzichten, denn bei den Temperaturen

ist die Wäsche im Nu auch ohne elektrische Geräte

trocken.

Kalt duschen

Nicht nur seiner Wäsche sollte man im Sommer

eine kalte Dusche gönnen, sondern auch sich selbst.

Das bringt nicht nur einen kühlen Kopf und den

Kreislauf in Schwung, sondern spart auch Energie und

Geld, weil das Wasser nicht erwärmt werden muss.

Und wenn man schon dabei ist: Sparduschköpfe minimieren

den Verbrauch des flüssigen Gutes auf die

Hälfte. Nach der Dusche kann man ebenfalls Energie

sparen, indem man seine Haare lufttrocknen lässt und

auf den Föhn verzichtet. Am Strand klappt das ja auch.

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