Leseprobe 5-19

anitakoessler

September/Oktober 2019

Landleben

genießen

2

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Aus dem Inhalt

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62

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Beruf, Familie & Kinder

8 Das Team von » « stellt sich vor

22 Julia Müller machte ihre Passion für Vintage-Dirndl zum Beruf

78 Matze, Felix und Janine sind die Gründer von »Knödelkult«

82 Die Senfmacherin Lisana Hartl

138 Zwei Frauen haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht

166 Tierkommunikation: Seelen-Dialog zwischen Mensch und Tier

169 Iris Nowak und ihre Hündin sind mit der Rettungshundestaffel unterwegs

Bewegung & Freizeit

16 Frau Bergschön – die wanderbegeisterte Bloggerin aus Rettenberg

46 Der Bauernladen mit Kaffeeduft

68 Kürbisernte am Helchenhof

150 Die große Freiheit: Ein Jahr durch Europa mit Hund und Bus

156 Die Leichtathletin Lavinja Jürgens hat große Ziele

160 Ein Stück Irland im Allgäu: die Stepptanz! Werkstatt

Gesundheit & Wellness

Teil 4

92 Heimische Kräuter für gute Nerven

110 Unterwegs mit der »Waldbademeisterin« Annette Born

174 Apherese: Aus dem Körper entfernen, was krank macht

178 Krampfadern schonend behandeln

Mode, Wohnen & Dekoration

28 So fesch – eine Trachtenjacke selber stricken

124 Hommage an den Sommer – Deko-Ideen mit Hortensien

128 Ein Kleinod für Mensch und Tier: Gut Steigenhof

134 Lampen-Trends: So rücken Sie Ihr Zuhause ins rechte Licht

136 Die Allgäuer Parkettzentrale bietet Kompetenz aus einer Hand

144 Lang lebe meine Lieblingsjeans – wir zeigen wie

148 Modische Herbsttrends

156 10 36


Natur, Garten & Tiere

10 Tierisch schönes Abenteuer: Ziegentrekking im Kreuzthal

56 Apfel- und Birnenzeit

88 Mit Selbstversorgerin Conny durchs Gartenjahr

95 Richtig Kräuter sammeln im September und Oktober

98 Herbst im Lindenhofpark

120 Die Blume für die »Blaue Stunde«: Hortensien

Kochen, Küche & Gäste

42 Zupfbrote – mal herzhaft, mal süß

50 Es ist Zwetschgenzeit!

59 Apfelsaft selbst pressen

62 Herbstkuchen mit Birnen und Äpfeln

72 Unsere schönsten Rezepte für Kürbis und Kartoffeln

104 Lecker und raffiniert: Wir feiern den Herbst mit

genussvollen Pilz-Rezepten

Kultur, Brauchtum & Termine

32 Zu Besuch auf der LenzenAlp in Balderschwang

36 Landwirtschaft erklären: Das »Heumärchen« vom Ragerhof

66 Erntefrisch vom Markt: Wochenmärkte in der Region

164 Termine: Wo ist was los?

Rubriken

Verlosung!

6 Briefkasten

182 Regio-Presse

184 Geld, Finanzen & Versicherungen

186 Schaufenster

190 Messe-Quiz

192 Rätselspaß

194 Impressum, Ausblick

Verlosung!

Mit großer

Übersichtskarte

auf

Seite 9

Teil 4

Teil 4

82

22

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Ingo Laupheimer bietet

Wanderungen mit Ziegen an.

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Wer sich auf ein Ziegentrekking durch die Adelegg begibt,

muss sich in Acht nehmen. Nicht weil die Tiere gefährlich sind,

sondern weil sie einem ganz schnell das Herz stehlen.

Typisch Weißblau zeigt sich der Allgäuer

Himmel und es verspricht ein

schöner Spätsommertag zu werden.

Wir sind heute mit Ingo Laupheimer

zum Ziegentrekking durch die Adelegg

verabredet und sind schon ganz gespannt

auf unsere vierbeinigen Wegbegleiter.

Ob wir mit den Ziegen oder die Ziegen

mit uns spazieren gehen, das wird sich

noch herausstellen.

Bevor die Wanderung losgeht, steht zunächst

das gegenseitige Kennenlernen

und Beschnuppern von Mensch und Ziege

auf dem Plan. Einige Kinder müssen zunächst

ihre Scheu vor den hochbeinigen,

vorwitzigen und bis zu 85 kg schweren

Ziegen ablegen. Schließlich sind das hier

keine Zwergziegen, wie man sie aus dem

Streichelzoo kennt, sondern ausgewachsene

Pfauenziegen, Thüringer Waldziegen

und deutsche Edelziegenmischungen.

Die Ziegen von

Ingo Laupheimer sind

routinierte Wandergesellen.

Darf ich vorstellen …

»Da haben wir die drei Mönche:

Nestor, der Chef, zehn Jahre, zwar etwas

ängstlich aber sehr folgsam. Dann Lucky,

Schon die Zicklein

werden an kleine

Spaziergänge

gewöhnt.

der Schmuser, fünf Jahre, und Tama,

der Neugierige«, stellt Ingo seine Böcke

vor. Mönche? »Ja«, lacht der Ziegenführer,

»so nennt man die männlichen

Hornträger, die nicht mehr können

dürfen – also kastriert sind!« Und bei

denen muss man schon achtgeben, denn

die rangeln mal gerne um die Hierarchie

und messen spielerisch ihre Kräfte, denn

sie sind Herdentiere. »Also aufpassen«...

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Sabine Lechleitner (l.) und

Monika Karall (r.) haben sich

ihren Traum vom Bauernladen

mit Kaffeeduft verwirklicht.

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Bewusst einkaufen, gemütlich Kaffee

trinken – das kann man im Lechtaler

Kaffeeklatsch in Haselgehr.

s duftet nach frisch gebrühtem Kaffee. An dem großen

Tisch in der Mitte des gemütlichen Bauernladens in

der Ortsmitte von Haselgähr lassen sich Gäste hausgebackene

Kuchenstückchen zum »Hoigarta« schmecken.

Der liebevoll eingerichtete Bauernladen von Monika Karall

und Sabine Lechleitner, der fast direkt am Lechwanderweg,

einem der schönsten Weitwanderwege Österreichs liegt, ist

gleichermaßen ein Geheimtipp für Einheimische und Gäste.

»Bei uns können Sie Kaffee und Kuchen wie aus Omas Zeiten

genießen. Nach Herzenslust stöbern und regionale, bäuerliche

Produkte mit Herkunftsgarantie entdecken«, erzählt Monika.

Monika Karall und Sabine Lechleitner betreiben den kleinen,

gemütlichen Laden mit viel Herzblut.

Gemeinsamen Traum verwirklicht

Wer zum ersten Mal hier ist, hört schnell am Dialekt der sympathischen

Frauen, dass sie ursprünglich nicht aus dem schönen

Tirol kommen. Sabine ist eine lustige Baden-Württembergerin

und die herzliche Monika stammt aus Niederösterreich. Doch

was hat die beiden Frauen ausgerechnet ins »Lechtl« verschlagen?

»Ein und dasselbe«, erzählt Sabine lachend. »Die Liebe hat

uns hierher gebracht.« Über ihre Kinder haben sich die beiden

»Zuagroasten« kennengelernt. Und als diese aus dem Gröbsten

heraus waren, wollten sie beide etwas Neues anpacken.

2014 entstand die Idee, gemeinsam einen Bauernladen zu eröffnen.

Monika hatte bereits in ihrem früheren Wohnort Garmais,

der kleinsten Gemeinde Österreichs, einen eigenen Hofladen

mit hausgemachten Produkten betrieben. In Haselgehr boten

sich Räumlichkeiten im Gemeindehaus für das Café an und

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Hausgebackene Kuchen und feiner Kaffeegenuss. Im »Kaffeeklatsch«

werden die Kuchen mit viel Liebe und Sorgfalt nach traditionellen

Familienrezepten gebacken.

nachdem beide Familien kräftig mitwerkelten, konnte im März

2015 der »Lechtaler Kaffeeklatsch« eröffnet werden.

Kuchenträume zum Verlieben

Mitten im Laden steht ein großer Tisch, der zu einer Tasse Kaffee

und einem Stückchen Kuchen einlädt. Die selbstgebackenen...

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Es ist

Zwetschgenzeit!

Zwetschgen sind unsere Lieblinge im Herbst. Ob Klassiker

oder neue Ideen –

hat für Sie köstliche

Rezepte zusammengestellt.

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ZUTATEN:

Kartoffelteig:

500 g Pellkartoffeln (mehligkochend)

1 Ei

150-200 g Mehl

etwas Salz

Füllung:

ca. 15-20 Zwetschgen

Salz zum Kochen

Zum Anrichten:

50 g Butter

80 g Semmelbrösel

3 EL Zucker

Zimt

Zwetschgenknödel

ZUBEREITUNG:

1. Die Kartoffeln schälen und fein reiben.

Mit den restlichen Teigzutaten verkneten.

2. Die Zwetschgen waschen und entsteinen.

3. Jede Zwetschge mit etwas Teig umhüllen

und daraus einen Knödel formen.

Die Knödel in leicht siedendem Salzwasser

10 Min. ziehen lassen.

4. Die Butter schmelzen und die Semmelbrösel darin

anrösten. Zucker und etwas Zimt unterrühren. Die

abgetropften Zwetschgenknödel darin wälzen und

servieren.

Gelingt garantiert –

unser Rezeptliebling

im Herbst

Rezepte & Fotos: Silvia Schlögel; Hintergrund: jessicahyde/stock.adobe.com; Freisteller: marinavorona/stock.adobe.com B

Omas

Zwetschgendatschi

ZUTATEN:

Hefeteig:

150 ml Milch

100 g Butter

40 g Hefe

500 g Mehl

80 g Zucker

1 Prise Salz

2 Eier

Streusel:

160 g Butter

250 g Mehl

160 g Zucker

1 EL Vanillezucker

Belag:

1-1,5 kg Zwetschgen

Für den

Kaffeeklatsch

ZUBEREITUNG:

1. Für den Hefeteig die Milch mit der Butter leicht erwärmen und die Hefe darin auflösen.

Die restlichen Zutaten für den Hefeteig in einer Schüssel vermischen. Die Hefemilch mit

den Knethaken gut unterkneten. Zugedeckt an einem warmen Ort 45 Min. gehen lassen.

2. Für die Streusel die Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Die restlichen Zutaten

mischen und die Butter mit den Knethaken unterrühren. Den Streuselteig kühl stellen.

3. Die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen.

4. Den Hefeteig nochmals durchkneten und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech

ausrollen. Dicht mit den Zwetschgen belegen. Die Streusel darübergeben und

backen.

Backzeit: ca. 40 Min. bei 180 °C (160 °C Heißluft)

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Perfekt für ein

schnelles Sonntagssüß.

ZUBEREITUNG:

1. Aus den Teigzutaten einen Mürbteig

herstellen. Den Teig ausrollen und

eine gefettete Tarteform (28 cm Ø)

damit auslegen. 1 Std. kühl stellen.

2. Für den Belag das Marzipan mit dem

Puderzucker verkneten und in der

Größe der Tarteform ausrollen. Die

Zwetschgen waschen, halbieren und

entsteinen. Die Äpfel schälen, vierteln,

entkernen und in Spalten schneiden.

3. Für den Guss aus Wein, Puddingpulver

und Vanillezucker nach Anleitung

einen Pudding kochen.

4. Den gekühlten Teig mit einer Gabel

mehrfach einstechen und vorbacken.

Backzeit: 10 Min. bei 180 °C

(160 °C Heißluft)

Zwetschgen-

Apfeltarte

ZUTATEN:

Mürbteig:

250 g Dinkelmehl Type 630

100 g Zucker

1 EL Vanillezucker

125 g Butter

1 Ei

Belag:

100 g Marzipan

2 EL Puderzucker

300 g Zwetschgen

3-4 Äpfel

4 EL Zwetschgenmus

Guss:

400 ml Weißwein

1 Pck. Vanillepuddingpulver

4 EL Vanillezucker

5. Den vorgebackenen Teig mit dem

Zwetschgenmus bestreichen und

mit der Marzipanplatte bedecken.

Das Obst dekorativ darauf verteilen.

Den Guss über die Tarte gießen und

weiterbacken.

Backzeit: 50 bis 60 Min. 170 °C

(150 °C Heißluft)

Rezepte & Fotos: Silvia Schlögel; Hintergrund: jessicahyde/stock.adobe.com; Freisteller: marinavorona/stock.adobe.com B

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Erntezeit beim Helchenhof am Bodensee in Überlingen –

hier kommen unsere Bio-Kürbisse und Kartoffeln her.

Seit sieben Jahren bewirtschaften

die beiden Landwirte Benjamin

Gosewinkel (rechts) , Till und

Jhinana Bossert den Helchenhof.

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s ist wieder soweit – auf den Äckern

und Feldern am nordwestlichen

Bodenseeufer blitzt es orangerot unter

den wildverzweigten Blattranken hervor.

Der Kürbis ist reif. Für Benjamin Gosewinkel

und Till Bossert vom Helchenhof

in Überlingen bedeutet das: Erntezeit.

Mit zehn Helfern geht es aufs Feld, um

die ersten Erträge einzufahren. 15 Hektar

von insgesamt 130 Hektar Land

des demeter-Gemischtbetriebs warten

darauf, bestellt zu werden.

In der Wurzel liegt die Kraft

Aber von vorne. Bis die Felder abgeerntet

und die Großkisten gut gefüllt sind, ist im

Vorfeld einiges passiert: »Im April setzen

wir auf 1,5 Hektar die ersten Pflanzen ein,

mit der Aussaat der restlichen Kürbisse

beginnen wir im Mai«, sagt Till Bossert

und erklärt die Aufteilung in Setzlinge

und Saatgut mit der Nachfrage des Handels

nach Kürbissen, die bereits möglichst

früh im Jahr reif sein sollen.

»Gerade in der Anfangsphase müssen die

Pflanzen im Kleinstadium etwas Zähigkeit

beweisen«, sagt Benjamin Gosewinkel.

»Nachtfrost und Schädlinge können

den Gewächsen schon zusetzen.« Doch

anstatt das Negative zu bekämpfen, setzen

die beiden Bio-Landwirte auf rasches

Wachstum: »Wir bemühen uns die Pflanzen

schnellstmöglich großzuziehen, sodass

ihnen Schnecken und Bodenschädlinge

erst gar nichts mehr anhaben können.«

Hat der Kürbis die ersten Monate gut

überstanden, lässt er sich relativ leicht

kultivieren: »Sobald die Wurzel tief

genug eingewachsen ist, kann er sogar

mit Dürreperioden und Hitze ganz gut

umgehen«, sagt Benjamin Gosewinkel

über das Kürbisgewächs, das botanisch

zur Familie der Beeren gehört.

Biodynamische Landwirtschaft

Seit sieben Jahren bewirtschaften die

beiden Landwirte Benjamin Gosewinkel

und Till Bossert den Helchenhof nun

schon gemeinsam. Während Jhinana, Till

Bosserts Ehefrau, zusätzlich Vermietung,

Hauswirtschaft und die Kinderschar im

Blick hat. Mit den sechs Festangestellten

und den drei Lehrlingen kümmern

sie sich um Ackerbau, Grünland und

Viehhaltung auf dem baden-württembergischen

Hof, der bereits seit 1986 als

ökologischer Landwirtschaftsbetrieb

geführt wird...

Je kräftiger die Farbe des Kürbisses, desto vitaminreicher

und geschmacksintensiver ist er.

Optimaler Erntezeitpunkt: Die Kürbisschale sollte beim Klopfen dumpf klingen

und noch hart sein.

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Lecker und raffiniert: Wir feiern den Herbst

mit genussvollen Pilz-Rezepten!

Rezepte für die

Herbstküche

Köstliche Häppchen

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Rezepte & Fotos: Silvia Schlögel; Hintergrund: Subbotina Anna/stock.adobe.com; Illustration: castecodesign/stock.adobe.com B

Steinpilzpfanne

Zutaten:

500 g Bandnudeln, 400 g Steinpilze,

1 Zwiebel, 2 EL Butter,

1 EL Mehl, 100 ml Weißwein,

100 ml Gemüsebrühe,

300 g Sahne,

Salz, Pfeffer, Petersilie

Zubereitung:

1. Die Nudeln in reichlich Salzwasser

nach Packungsanleitung knapp

bissfest kochen und abgießen.

2. Die Pilze putzen und klein schneiden.

Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

Beides in der heißen Butter goldbraun

braten. Mit dem Mehl bestäuben

und mit dem Wein und der

Brühe aufgießen. Kurz aufkochen

lassen, die Sahne zufügen und würzen.

Nochmals kurz köcheln lassen.

Die Petersilie dazugeben.

3. Mit den Nudeln mischen und

servieren.

Herzhafte Pilzpfanne

Pilzschnecken

Zutaten:

100 g Pfifferlinge

1 kleine rote Zwiebel

1 EL Butter

50 g roher Schinken

100 g geriebener Bergkäse

100 g Frischkäse

Salz, Pfeffer

1 Rolle Blätterteig (Kühlregal)

Zubereitung:

1. Die Pilze putzen und klein schneiden. Die Zwiebel schälen und

fein würfeln. Beides in der heißen Butter anbraten und abkühlen lassen.

2. Den Schinken klein schneiden. Mit der Pilzmischung und dem Bergkäse

unter den Frischkäse mischen. Pikant würzen.

3. Den Blätterteig entrollen und noch etwas ausrollen. Die Masse darauf verstreichen

und aufrollen. Die Rollen in 1 bis 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Schnecken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und backen.

Backzeit: ca. 20 Min. bei 190 °C (170 °C Heißluft)

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Ein Gartengehölz, das uns – je nach Sorte und

Bodenbeschaffenheit – mit seinen riesigen, blauen

Blütenkugeln oder -tellern fasziniert, ist die Hortensie.

Die Blume für die

»Blaue Stunde«

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B

ei den blauen Blühern handelt es sich

um zwei bestimmte Hortensienarten

und deren Sorten: Bauernhortensien

(Hydrangea macrophylla), Tellerhortensien

oder Japanische Berghortensien

(Hydrangea serrata) und Kreuzungen

aus den beiden.

Geeigneter Standort

Teller- und Bauernhortensien lieben

leicht sonnige bis halbschattige, etwas

geschützte Gartenplätze, sind jedoch

frosthärter als andere Hortensienarten

und können daher selbst in raueren Lagen

gedeihen. Bauernhortensien bevorzugen

kalkarme und gleichmäßig feuchte, humose

Böden mit einem pH-Wert von 4,5 – 6;

Tellerhortensien zwischen 5 und 7.

Nicht von ungefähr bedeutet ihr botanischer

Name Hydrangea soviel wie

»Wasserschlucker« – insbesondere bei

starker Sonneneinstrahlung brauchen sie

eine sehr gute Wasserversorgung, sonst

lassen sie schnell die Blätter hängen.

Zum Gießen eignet sich am besten

Regenwasser oder kalkarmes Gießwasser

(Härtegrad nicht über 10).

An einem sonnigen Standort kann sich

das Laub der Pflanzen bei knappem

Wasserangebot leicht rötlich verfärben.

Ein Gartenplatz im Halbschatten ist daher

ideal. Hortensien sind Flachwurzler,

weshalb sie – vor allem bei großer Sommerhitze

– für eine Mulchabdeckung

des Bodens dankbar sind.

So düngt man Hortensien

Sträucher, die reichlich blühen sollen,

brauchen auch eine entsprechende

Nährstoffversorgung. Gartenkompost,

Tellerhortensien (H. serrata)

,Bluebird‘

sehr großblumig, Blütenteller

bis zu 10 cm Durchmesser,

auf sauren Humusböden

zuverlässig blau blühend

,Acuminata‘

Blütenteller 6 – 8 cm Durchmesser,

blüht weißrosafarben

bis blassviolett; kompakter Wuchs

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Hommage

an den

Sommer

Floristin Martina

Niedermaier aus

Dettingen verrät ihre

Spätsommerdeko-Tipps.

Kreativ-Tipp!

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Dekoration & Umsetzung: Martina Niedermaier; Text: Martina Niedermaier, Johanna Strodl;

Fotos: Johanna Strodl; Illustration: Archiv; Notizzettel: kromkrathog/stock.adobe.com B

Hortensienkranz in XL oder XS

Sie benötigen:

• dünner Drahtring (15 cm ø)

für den kleinen Kranz

• 1 Strohrömer (25 cm ø)

für den großen Kranz

• Kreppband

• dünner Bindedraht

• Hortensienblüten

• für den großen Kranz außerdem:

Rosen, Dahlienblüten,

Hagebutten, Getreide, Efeu,

Buchszweige und Schleierkraut

• Gartenschere

• Seitenschneider

Einen

Herbstkranz

selbst zu machen

ist ganz

einfach.

So geht’s:

1. Den Drahtring bzw.

den Strohrömer mit dem Kreppband

umwickeln. Dies erleichtert

das Andrahten der Blüten.

2. Für den kleinen Kranz:

Die Hortensienblüten zu kleinen

Sträußchen bündeln, diese an den

Ring anlegen und mit dem Draht fest

umwickeln.

2. Für den großen Kranz: Die Hortensienblüten

und verschiedenen Materialien

abwechselnd dicht aneinander

binden, sodass ein wulstig gebundener

Kranz entsteht.

3. Mit einer Drahtschleife einen Aufhänger

binden oder ein passendes

Band verwenden.

Tipp: Der große Kranz macht sich auch auf einem Teller als Tischdeko gut.

Mit ihren Blüten verzaubern Hortensien den Garten. Äußerst attraktiv

überzeugen sie aber auch als Deko mit ländlichem Charme.

Hier sind ein paar schöne Deko-Ideen zum Nachmachen.

Hortensiengesteck im Topf

Sie benötigen:

• 1 Topf

• etwas Sand, um den

Topf zu beschweren

• Trockensteckmasse

• Hortensienblüten

• Efeu

• Getreide

• getrocknete Blätter

von Maiskolben

• Schleierkraut

• Chrysanthemenblüten

• Fette Henne

Mit wenig

Aufwand ein tolles

Gesteck zaubern, das

auch eingetrocknet

noch lange hält.

So geht’s:

1. Sand zu 2/3 in den Topf schütten

und die Steckmasse einbringen.

2. Die verschiedenen Materialien werden dicht aneinander

am Topfrand eingesteckt. Anschließend

die Hortensie in die Mitte setzen, diese dürfen

wie eine Kuppel aus dem Topf herausragen.

Tipp: Die Materialien sollten im trockenen

Zustand verarbeitet werden, also

nicht im Morgentau oder nass pflücken.

Schimmelgefahr!

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