Berliner Zeitung 14.08.2019

BerlinerVerlagGmbH

Union gegen Hertha: Die neue Bundesliga-Kolumne der Berliner Zeitung Sport Seite 20

Die Brücke

von Genua

Panorama

Seite 28

13°/22°

Bewölkt

Wetter Seite 2

Mehr als 8000 Unfälle

mit Radfahrern in Berlin

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Bilder eines Aufstands:

Einblicke aus Hongkong

Politik Seite 5

Mittwoch, 14. August 2019 Nr.187 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Die Taiga brennt:

Reportage aus Sibirien

Seite 3

Schalke 04

Furor

im

Fanblock

VonChristian Seidl

Als Fandes FC Schalke 04 ist man

Prüfungen gewohnt. Erst in der

vergangenen Saison gerieten die wie

immer mit großen Erwartungen gestarteten

Knappen zwischenzeitlich

sogar in Abstiegsnot. „Kein Ding“,

dass sich Peter Lohmeyer trotzdem

bei jedem Spiel wieder in die Nordkurve

gestellt hat. „Wenn man mal

Fan eines Vereins ist, bleibt man

das“, sagt der

Schauspieler,

„nicht nur in

guten, sondern

auch in schlechten

Tagen.“ Joachim

Kròl, als

Anhänger von

Borussia Dortmund

freilich

Peter Lohmeyer,

schauspielernder nicht ganz so geplagt,

sagt über

Fußballkenner

den Kollegen:

„Ich bewundere Peter Lohmeyer für

seine Leidensfähigkeit.“

Diese Leidensfähigkeit ist nun offenbar

überstrapaziert. Jetzt gab der

57-Jährige bekannt, dass er aus dem

Verein austritt, dem er seit Jahren

auch als zahlendes Mitglied verbunden

ist. Grund ist nicht der Fußball,

sondern die Rassismus-Affäre um

den Schalker Aufsichtsratschef Clemens

Tönnies.Der hatte Anfang August

in einem Vortrag die Finanzierung

vonKraftwerken in Afrika empfohlen

und gesagt: „Dann würden

die Afrikaner aufhören, Bäume zu

fällen, und sie hören auf, wenn’s

dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Und trotz republikweiter Empörung

gedenkt Tönnies im Amt zu bleiben –

der Ehrenrat des FC Schalke hatte

eine dreimonatige Auszeit als Abbitte

akzeptiert.

Wenn Tönnies gehofft hatte, so

erstmal aus der Schusslinie zu sein,

kennt er die Fans seines Vereins

schlecht. Schon am Wochenende

beim Pokalspiel in Drochtersen protestierte

der Schalker Fanblock mit

einem quer über die Bande laufenden

Transparent, auf dem zu lesen

war: „Wir zeigen Tönnies die Rote

Karte.“ Nun der Vereinsaustritt von

Lohmeyer, der spätestens seit „Das

Wunder von Bern“ als schauspielernder

Fußballkenner allenthalben

Respekt genießt. Er ist Botschafter

der Initiative„Respekt! Kein Platz für

Rassismus“, zählt zu den Mitgliedern

der Deutschen Akademie für

Fußball-Kultur und tritt jedes Jahr

beim Benefizfußballspiel Kicken mit

Herz zugunsten herzkranker Kinder

an. „Schalke 04 war immer Vorreiter

im Kampf gegen Diskriminierung

und Rassismus“, sagt er,„und darauf

bin ich immer stolz gewesen. Jetzt

wird das durch den Metzger infrage

gestellt –das macht mich sauer.“

Derzeit weilt Lohmeyer in Salzburg,

wo er noch bis 28. August den

Todim„Jedermann“ gibt: „Du Narr,

bald ist die Stund vertan“, spricht er

da, „nimmst immer noch Vernunft

nit an. Weißt nit ein recht Geleit zu

suchen, bald wirst verzweifeln und

dir fluchen.“ Das könnte auch an

Clemens Tönnies gerichtet sein.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres

VonAnnika Leister

Eine Woche lang diskutiert

Berlin jetzt schon über fehlende

Schulplätze. Eine

Woche lang hielt sich Bildungssenatorin

Sandra Scheeres

(SPD) bedeckt. Am Dienstag sollte

sie endlich Klarheit schaffen, im Senat

und bei einer anschließenden

Pressekonferenz die Frage beantworten,

wie viele SchulplätzeinBerlin

zum Schuljahr 2021/22 nach ihrer

Einschätzung fehlen. Scheeres erklärte

und entschuldigte sich. Klarheit

schaffte sie nicht.

Die Diskussion wurde ausgelöst

von einer Prognose aus Scheeres’

Haus,die aus dem Maistammt, aber

deren Brisanz erst vergangene Woche

bekannt wurde: 24 000 Schulplätze

fehlen demnach bereits für

das übernächste Schuljahr. Am

Dienstag präsentierte Scheeres dann

weniger düstere Zahlen, basierend

auf einer anderen Prognose, die

ebenfalls aus ihrem Haus stammt.

Dem sogenannten Modell zur Schülerzahlentwicklung

zufolge muss

Berlin für 2021/22 insgesamt 9505

Plätze an allgemeinbildenden öffentlichen

Schulen zusätzlich schaffen.

Demnach fehlen 5895 Plätzean

Grundschulen, 2927 Plätze an Sekundarschulen

und 683 Plätze an

Gymnasien.

Wie aber kommt die große Differenz

zwischen Prognose 1und Prognose

2zustande?

Die24000 fehlenden Plätzeseien

eine „Maximalprognose“, betonte

Scheeres. Sie beziehe zum Beispiel

alle geplanten Neubaugebiete mit

ein, die im Berliner Wohnbauflächen-Informationssystem

(WoFis)

geführtwürden. Davonwürden aber

nicht alle Projekte realisiert.WoFisist

ein Planungsinstrument der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung,

das vor dem Hintergrund des starken

Bevölkerungswachstums in Berlin

eingeführtwurde und Bauflächen

sowie erwarteten Zuzug listet. Die

auf dieser Basis erstellte Prognose 1

sei nicht realistisch, sagte Scheeres.

Warum man die WoFis-Prognose

dann überhaupt erhebe? Die 2017

gestartete Schulbauoffensive sei

noch jung, ein noch „lernendes System“.

Die Prognose diene einer „gesamtstädtischen

Betrachtung“,

sagte die Bildungssenatorin.

Die nun vorgelegten Zahlen von

9505 fehlenden Schulplätzen hingegen

seien „realistische Zahlen“, betonte

Scheeres mehrfach. Sie basierenauf

der in der Senatsbildungsverwaltung

fortlaufend geführten Schülerzahlprognose.

Diese Prognose

betrachtet die Entwicklung der

Schülerzahl in den vergangenen Jahren

und rechnet sie für die Zukunft

hoch. Neubaugebiete fließen hier

nur indirekt ein, wie Bernd Gabbei,

Leiter des Statistikreferats in der Senatsbildungsverwaltung,

auf der

Pressekonferenz erklärte. Nämlich

über die Berechnung, wie viele Schüler

im Schnitt in der Vergangenheit

neu hinzugezogen sind.

Eine zentrale Frage in einer rasch

wachsenden Stadt wie Berlin aber

Zahlen bitte!

„Erst will Bildungssenatorin Scheeres

die fehlenden Schulplätze

nicht gesehen haben, jetzt rechnet sie sich

die Zahlen schön.“

Dirk Stettner,

Bildungspolitiker der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus

lautet: Ist esnicht realistischer, mit

den konkreten Neubaugebieten zu

rechnen –und also 24 000 fehlende

Schulplätzeanzunehmen? Eine gute

Frage, soGabbei. Tatsächlich seien

darüber auch die Statistik-Experten

in der Verwaltung uneins.

Scheeres hingegen scheint sich

sicher und geht nun von 9505 fehlenden

Plätzen aus. „Diese erhebliche

Unruhe tut mir sehr leid, das war

nicht die Absicht“, sagte sie mit Blick

auf die seit einer Woche anhaltende

Diskussion. Sie wolle Eltern versichern:

Bezirke und Verwaltung täten

alles,damit in den kommenden Jahren

„jedes Kind einen Schulplatz in

Berlin bekommt“.

TomErdmann von der Bildungsgewerkschaft

GEW ist das nicht genug.

Innerhalb von kürzester Zeit

habe die Schulverwaltung jetzt mehrere

Prognosen vorgestellt, die sich

widersprächen. Auch als Fachmann

blicke man da nicht mehr durch.

„Aus unserer Sicht ist das Vertrauen

nicht wiederhergestellt. Unsberuhigen

die neuen Zahlen überhaupt

nicht“, sagte Erdmann.

Er gehe weiterhin von mehr als

20 000 fehlenden Schulplätzen aus.

„Realistisch kann nur die Maximalschülerprognose

sein“, sagte Erdmann.

Schon jetzt seien viele Schu-

Wieviele Schulplätze fehlen

denn nun in Berlin?

Bildungssenatorin Scheeres

verwirrt mit immer

neuen Angaben

DPA

len überbelegt. Nur mit der Maximalprognose

sei man planerisch

auf „der sicheren Seite“.

Die Koalitionspartner der SPD

wollen hingegen weg von der Diskussion

um Zahlen. „Ob jetzt 9500

oder 20 000 Schulplätzefehlen –klar

ist: Es muss etwas passieren“, sagte

die Grünen-Fraktionschefin Silke

Gebel der Berliner Zeitung. „Wir

brauchen keine Zahlendebatte, sonderneine

Maßnahmendebatte.“

Ähnlich sieht es Regine Kittler,die

bildungspolitische Sprecherin der

Linken. „Ich nehme die Zahl als gegeben

hin“, sagte sie mit Blick auf die

neue Prognose.Inder Vergangenheit

sei die Schülerzahlprognose mit einer

Abweichung von weniger als

zwei Prozent immer „recht zielgenau“

gewesen. Nicht verstehen kann

Kittler allerdings,warum die Verwaltung

die anderePrognose von24000

fehlenden Plätzen erst im Mai –mit

acht Monaten Verspätung – ablieferte

und jetzt die Zahlen als viel zu

hoch bezeichne.„Dasist nur schwer

nachzuvollziehen“, sagte Kittler.

Doch auch sie will sich nun auf

konkrete Lösungen konzentrieren.

„Die Zahlen sind ja immer noch viel

zu hoch“, sagte sie.„Wirhaben eine

Krisensituation, die wir lösen müssen

und nur mit einer konzertierten

Aktion von Senat, Verwaltungen

und Bezirken lösen können.“

Harte Kritik kommt von der Berliner

CDU. Erst wolle Scheeres die fehlenden

Schulplätze nicht sehen, jetzt

rechne sie die Zahlen schön, sagte

Dirk Stettner, bildungspolitischer

Sprecher der Christdemokraten im

Abgeordnetenhaus, der Berliner Zeitung.

Dasgesamte Vorgehen der Verwaltung

sei„maximal intransparent“.

Stettner: „Das weckt keinerlei Vertrauen,

dass Sandra Scheeres diese

Atom-Unfall in

Russland bei

Raketentest

Offenbar trat Radioaktivität

über Stunden aus

Bei der Explosion eines Raketenmotors

mit sieben Toten im Norden

Russlands ist über einen längeren

Zeitraum als bislang bekannt radioaktive

Strahlung freigesetzt worden.

Der natürliche Wert sei in der

Spitzeumdas 16-fache überschritten

worden, teilte der russische Wetterdienst

Rosgidromet am Dienstag mit.

Erhöhte Werte seien innerhalb von

zwei Stunden gemessen worden. Die

Verwaltung der nordrussischen

Stadt Sewerodwinsk am Weißen

Meer hatte zuvor lediglich von einem

kurzzeitigen Anstieg von bis zu

einer Stunde gesprochen.VieleMenschen

reagierten besorgt und deckten

sich mit Jodtabletten ein.

DerWetterdienst gab den Höchstwert

der atomaren Verstrahlung mit

1,78 Mikrosievert proStunde an. Die

Umweltorganisation Greenpeace

sprach unter Berufung auf die Stadt

von2,0 Mikrosievert proStunde.Deren

Experten hielten den Wert „an

sich für nicht dramatisch“. Es

komme vielmehr darauf an, welche

strahlenden Stoffe freigesetzt worden

sein. Dazu gebe es aber keine offiziellen

Angaben. Der Kreml versicherte,

dass alle Behörden die vollständige

Sicherheit der Bevölkerung

gewährleistet hätten.

Zu demVorfall kam es am vergangenen

Donnerstag in der Nähe der

Hafenstadt Sewerodwinsk nahe Archangelsk

während eines Raketentests

auf einer PlattformimMeer.

US-Spezialisten vermuteten bereits

kurz nach dem Zwischenfall,

dass Russland an einer neuen atomar

betriebenen Rakete arbeitet.

Präsident Donald Trump erwähnte

in einem Tweet den möglichen Namen

des Raketentyps: „Skyfall“. Eine

offizielle Bestätigung von russischer

Seite gab es nicht.

Die New York Times hatte zuvor

berichtet, US-Geheimdienste vermuten

dahinter den vonder Nato als

SSC-X-9 „Skyfall“ bezeichneten

Marschflugkörper.Dieser werdeatomar

betrieben und könne deshalb

besonders weit fliegen. Kremlchef

Putin hatte im vergangenen Jahr

neue Waffen angekündigt, darunter

einen atomgetriebenen Marschflugkörper.

Obessich aber bei dem Test

auf dem Militärgelände um genau

diesenWaffentyp handelte,blieb unklar.

(dpa)

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2* Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Tagesthema

Der Essenslieferdienst Deliveroo

zieht sich an diesem

Freitag aus

Deutschland zurück.

Damit bleibt Lieferando als einziger

überregionaler Anbieter in Deutschland

übrig. Wirerläutern, was das für

die Kunden bedeutet und warum es

so schwer ist, mit dem Ausfahren von

Mahlzeiten Geld zu verdienen.

Wassind die Gründe für den Rückzug

von Deliveroo?

Das britische Unternehmen hat

hierzulande eine wechselvolle Geschichte

hinter sich. Nach einer stürmischen

Expansion und einem heftigen

Werbe- und Marketingkampf

gegen den Rivalen Foodora kam der

Rückzug aus vielen deutschen Großstädten.

Zuletzt war das Unternehmen

noch in Berlin, Hamburg,

Frankfurt amMain, Köln und München

aktiv. ImMai stieg der Online-

Gigant Amazon mit 575 Millionen

Dollar bei den Briten ein. Das Management

kündigte daraufhin zunächst

eine Ausweitung der Geschäfte

im dritten Quartal an. Insider

vermuten, dass nun aber die stärker

werdende Konkurrenz durch den

niederländischen Rivalen Takeaway

das Deliveroo-Management zum

Umschwenken gebracht hat.

Wastut sich bei Takeaway?

Die Niederländer sind auf einem

aggressiven Wachstumskurs. Sie haben

im Frühjahr das Berliner Unternehmen

Delivery Hero mit den Marken

Lieferheld, Pizza.de und Foodora

übernommen. Nun steht die Fusion

mit dem britischen Mahlzeitendienst

Just Eat bevor. Damit soll, so Takeaway-Vorstand

JörgGerbig, die größte

Plattform für Essenslieferdienste außerhalb

Chinas entstehen –mit 1,2

Milliarden Euro Umsatz jährlich und

mit mehr als 350 Millionen Bestellungen.

Dasbedeutet: Deliveroo wirdauf

seinem Heimatmarkt attackiert. Vieles

spricht dafür, dass das Unternehmen

seine Ressourcen nun auf den

Kampf um Marktanteile in Großbritannien

und anderen wichtigen

Märkten konzentrieren will.

Lieferdienste

Nach dem Rückzug von

Deliveroo ist Lieferando das

einzige überregionale

Unternehmen der Branche in

Deutschland.

Essen auf Rädern

als Monopol

VonFrank-Thomas Wenzel

Die türkisfarbenen Warmhalteboxen werden am Freitag von Deutschlands Straßen verschwinden.

Warumdiese heftige Expansion?

Das Management von Takeaway

hat immer wieder betont, dass man

auf Skaleneffekte setze. Mit schierer

Größe sollen Kosten gedrückt werden.

Denn es ist enorm schwer, mit

der modernen Variante von „Essen

auf Rädern“ Geld zu verdienen, ob-

wohl die Zahl der Bestellungen auf

den meisten Märkten nach wie vor

steigt. Das Takeaway-Management

weist darauf hin, dass an vielen

Standorten nur jeder Zehnte die Onlinedienste

für Gekochtes und Gebratenes

nutzt. Potenziale seien da.

Um sie zu nutzen, sind unter anderem

Investitionen in Informationstechnik

wichtig –mit dem Ziel eines

Mahlzeitenangebots, das für das jeweilige

Stadtviertel und seine Bewohner

maßgeschneidertist.

Was unterscheidet Lieferando und

Deliveroo?

IMAGO IMAGES

Deliveroo ist der klassische Vertreter

eines Premium-Dienstes. Im

Fokus soll gehobene Gastronomie

stehen. Dafür bietet das Unternehmen

nicht nur eine Internet-Plattform

mit einer großen Auswahl zum

Bestellen der Mahlzeiten und die Infrastruktur

zur Abwicklung der Bezahlung,

sondern auch das Ausfahrender

Mahlzeiten mit eigenen Fahrern.

Vor allem deren Lohnkosten

machen Deliveroo heftig zu schaffen.

Lieferando ist vor allem ein sogenannter

Aggregator, der sich auf

das Betreiben der Plattformkonzentriert.

Nur bei fünf Prozent der Bestellungen

sollen die Gerichte voneigenen

Kurieren geliefertwerden.

Was bedeutet es, dass Lieferando

hier als Monopolist übrig bleibt?

Damit sind für Lieferando zunächst

einmal die Chancen gestiegen,

Geld zu verdienen. Zumal jetzt

die Möglichkeit besteht, die teuren

Dienste mit den eigenen Fahrern zu

reduzieren. Theoretisch könnten

auch die ohnehin schon hohen Gebühren,

die von den Restaurants

kassiert werden, noch mal steigen.

Doch könnten Gastronomen selbst

Lieferdienste ausbauen.

Waspassiertmit den Fahrernvon Deliveroo?

Rund 1100 Frauen und Männer

verlieren ihren Job. Wobei es sich um

„Freiberufliche“ handelt, darunter

viele Studierende. Deliveroo hat angekündigt,

Abfindungen zu zahlen,

ohne Details zu nennen. Guido Zeitler,Chef

der Gewerkschaft Nahrung-

Genuss-Gaststätten, weint Deliveroo

„keine Träne nach“. Die Geschäftspraktiken

des Unternehmens

beruhten „komplett auf Scheinselbstständigkeit“.

Dem müsse die

Politik einen Riegel vorschieben.

Auch bei Lieferdiensten müsse es

eine sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung geben.

Wasmüssen Nutzer nun beachten?

Netzpolitik.org empfiehlt Deliveroo-Kunden,

für „Digitalhygiene“

zu sorgen. Denn der Essensdienst ist

auch ein emsiger Datensammler.

Nutzer sollten einerseits ihr Deliveroo-Konto

löschen und zur Sicherheit

auch das Unternehmen zur Löschung

aller Daten nach der Datenschutzgrundverordnung

auffordern.

Ein Musterformular gibt es bei der

Verbraucherzentrale Niedersachsen.

VonFrank-Thomas Wenzel

Der Kunde von Essensbestelldiensten

ist ein spezielles Wesen.

Er hat hohe Ansprüche. Das Gesottene

und Gebratene muss allerspätestens

60 Minuten nach der Bestellung

auf dem Essenstisch stehen.

Es muss noch warm sein und sollte

frisch gekocht sein. Einer Studie der

Unternehmensberatung McKinsey

ist zu entnehmen, dass gut 80 Prozent

aller Bestellungen nach Hause geliefert

werden. Die meisten Bestellungen

gibt es amWochenende.

Die Untersuchung hat auch zutage

gefördert:Wersich einmal bei einem

Bestelldienst angemeldet hat,

bleibt meistens dabei. Die Zahl der

Wechsler ist äußerst gering. Letzteres

führtnach Ansicht der McKinsey-Experten

zu einer „Winner-takes-it-all-

Algorithmus Frank weiß, worauf wir Appetit haben

Heiße Daten

Schnell, damit das Essen warm auf den Tisch kommt.

DPA/GREGOR FISCHER

Dynamik“ in der Branche.Erfolgreich

ist, wersich am schnellsten die größte

Zahl von Kunden sichern kann. Dies

macht nachvollziehbar, warum ein

harter Wettkampf unter den Anbieterntobt.

Es gilt, sich Marktanteile so

schnell wie möglich zu sichern. Denn

noch sind die theoretischen Potenziale

enorm, da in vielen Städten

noch nicht einmal zehn Prozent der

Haushalte bei einer der Mahlzeiten-

Plattformen angemeldet sind.

Dies macht auch die enorme Dynamik

in dem noch jungen Markt

verständlich. Das niederländische

Unternehmen Takeaway expandiert

mit rasanter Geschwindigkeit, hat

gerade die Fusion mit dem britischen

Anbieter Just Eat ausgehandelt

–ein neuer Branchenriese entsteht,

der auch dem UK-Rivalen Deliveroo

das Leben schwer macht, ob-

wohl dieser vom Onlinegiganten

Amazon jüngst mit 575 Millionen

Dollar den Rücken gestärkt bekam.

Die „Winner-takes-it-all-Dynamik“

bedeutet auch, ein Geschäft

aufzubauen, das nach Monopolen

strebt. Avancierte Informationstechnik

ist der maßgebliche Faktor für

den Erfolg. So will Deliveroo denn

auch mit dem Geld von Amazon

noch mehr Daten sammeln, mit denen

ein Algorithmus namens Frank

gefüttert wird, der vorhersagen soll,

wann und wo und auf welche Gerichte

die Kunden Appetit haben.

Wobei es Deliveroo besonders nötig

hat, mit künstlicher Intelligenz zu

punkten. Denn die Briten setzen darauf,

mit eigenen Fahrern die Mahlzeiten

auszuliefern, was die Kosten

in dieHöhe treibt. Takeaway verzichtet

weitgehend darauf und beschränkt

sich auf das Betreiben der

Internetplattform. Ums Beliefern

der Kunden müssen sich die Restaurants

selbst kümmern.

Deliveroo steht indes vor allem

vor der Aufgabe, die Auslastung der

rund 60 000 Fahrer zu optimieren

und die Fahrtstrecken sokurz wie

möglich zu halten. Dafür soll ein

Netz sogenannter virtueller oder

Geister-Restaurants ausgebaut werden:

Siehaben keinen Gastraum und

keine Kellner, sondern nur eine Küche,die

ausschließlich für die Lieferdienst

Essen zubereitet. So lassen

sich Ausgaben für Pacht, Miete und

Personal drücken. Deliveroo ist dabei,

mit zumeist erfahrenen Gastronomen

Garküchen in vielen Städten

einzurichten, deren Standort und

Speisekarte möglichst genau an die

lokale Nachfrage angepasst wird.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute können sehr lokal Regenschauer niedergehen. Wolken und Sonne

wechseln sich ab. Dabei erwärmt es sich auf 21bis 23 Grad, und der

Wind weht schwach aus westlichen Richtungen. In der Nacht gibt esstellenweise

Wolken amHimmel. Sonst leuchten jedoch die Sterne, und die

Tiefsttemperaturen machen bei 14 bis 11 Grad halt.

Biowetter: Die aktuelle Witterung

kann vermehrt rheumatische Beschwerden

verursachen. Menschen,

die anfällig für Kopfweh und Migräneattacken

sind, müssen mit leich-

11°/23°

Wittenberge

ten Beeinträchtigungen rechnen.

Pollenflug: Der Flug von Gänsefuß-,

Brennnessel- und Beifußpollen ist

mäßig bis stark. Außerdem ist die

Konzentration von Spitzwegerichpollen

schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 22Grad.

Wind: leichter Wind aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

13°/22° 13°/22°

Luckenwalde

12°/22°

Cottbus

13°/22°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

stark bewölkt wolkig wolkig

14°/21° 14°/23° 15°/25°

Prenzlau

11°/21°

Frankfurt

(Oder)

12°/23°

Ein Zwischenhoch beeinflusst das Wetter inMitteleuropa. Weiterhin lenken jedoch

Tiefdruckgebiete über dem nördlichen Europa kühlere Luft zu uns. Sogibt

es in Mitteleuropa viel Sonnenschein, aber auch einige Wolken und vereinzelte

Schauer. Sommerlich heiß ist esrund um das Mittelmeer und in der Türkei.

Sylt

10°/20°

Hannover

10°/22°

Köln

10°/24°

Saarbrücken

10°/23°

Konstanz

12°/22°

Hamburg

10°/21°

Erfurt

10°/23°

Frankfurt/Main

12°/24°

Stuttgart

11°/22°

Rügen

10°/21°

Rostock

10°/20°

Magdeburg

13°/24°

Nürnberg

11°/21°

München

12°/22°

Dresden

14°/22°

Deutschland: Heute laden Wolken

immer wieder Regenschauer ab. Die

Höchsttemperaturen belaufen sich

auf 20bis 24 Grad, die Tiefstwerte

auf 16bis 11 Grad. Der Wind weht

schwach aus West. Morgen steigen

die Höchstwerte auf 19 bis 23 Grad.

Dazu kommt zwar vorübergehend die

Sonne heraus, doch örtlich treten

Schauer auf. Der Wind weht schwach

bis mäßig aus südwestlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 18°-20°

Nordsee: 17°-19°

Mittelmeer: 24°-32°

Ost-Atlantik: 16°-21°

Mondphasen: 15.08. 23.08. 30.08. 06.09.

Sonnenaufgang: 05:46 Uhr Sonnenuntergang: 20:34 Uhr Mondaufgang: 20:28 Uhr Monduntergang: 04:11 Uhr

Lissabon

30°

Las Palmas

27°

Madrid

33°

Reykjavik

14°

Dublin

20°

London

21°

Paris

22°

Bordeaux

27°

Palma

30°

Algier

31°

Nizza

29°

Trondheim

16°

Oslo

17°

Stockholm

19°

Kopenhagen

20°

Berlin

22°

Mailand

30°

Tunis

30°

Rom

30°

Warschau

21°

Wien

24° Budapest

23°

Palermo

27°

Kiruna

14°

Oulu

17°

Dubrovnik

29°

Athen

36°

St. Petersburg

21°

Wilna

20°

Kiew

32°

Odessa

30°

Varna

31°

Istanbul

31°

Iraklio

30°

Archangelsk

18°

Moskau

23°

Ankara

38°

Antalya

33°

Acapulco 35° wolkig

Bali 35° heiter

Bangkok 32° bedeckt

Barbados 30° wolkig

Buenos Aires 13° sonnig

Casablanca 26° sonnig

Chicago 28° Schauer

Dakar 28° wolkig

Dubai 40° sonnig

Hongkong 35° heiter

Jerusalem 33° sonnig

Johannesburg 24° sonnig

Kairo 38° sonnig

Kapstadt 19° wolkig

Los Angeles 28° sonnig

Manila 31° wolkig

Miami 34° Gewitter

Nairobi 28° wolkig

Neu Delhi 37° Gewitter

New York 30° heiter

Peking 34° wolkig

Perth 17° Schauer

Phuket 34° heiter

Rio de Janeiro 18° Regen

San Francisco 29° sonnig

Santo Domingo 33° heiter

Seychellen 26° heiter

Singapur 34° Gewitter

Sydney 20° sonnig

Tokio 34° Schauer

Toronto 23° sonnig


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 3 *

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Seite 3

Die Taiga brennt

Ekaterina Grudinina (l.) und Ksenia Stepanowabei einem Torfbrand-Löscheinsatz nahe Selenginsk

FABIAN WEISS

Jura Kostenko, 22 Jahre alt, stämmige

Statur und Baseballkappe auf dem Kopf,

sitzt in einem Kleinbus auf dem Gepäck

im Gang und rappt die Songs aus den

russischen Charts mit. DieSitzehat er den anderen

überlassen, Ehrensache. Der Bus

schaukelt über den Feldweg, dann wird er

langsamer.Jurarichtet sich auf, zeigt aus dem

Fenster: „Dort, ein Torffeuer!“ Draußen zwischen

den Birkenstämmen zieht dichter

Rauch über den Boden. VorSowjetzeiten waren

hier, nahe Selenginsk in der sibirischen

Region Transbaikalien, große Moorgebiete –

bis die Menschen sie für Landwirtschaft und

Torfabbau trockenlegten und den Feuerndamit

Nahrung verschafften.

Jura und seine Mitstreiter steigen aus und

stapfen in einen Gespensterwald. Oben wirken

die Birken noch grün und lebendig, unten

ist die weiße Rinde schon schwarz verkohlt.

Einige Bäume sind umgekippt, die

Wurzeln zu Stumpen verkohlt. „Ich könnte

heulen, wenn ich das sehe“, sagt Jura.Der toxische

Rauch beißt in Augen und Lunge.

Die Freiwilligen in den oliv-orangen Uniformen

schaffen benzinbetriebene Wasserpumpen

aus dem Bus, rollen Feuerwehrschläuche

aus und verteilen ein Dutzend

Schaufeln. Sietreiben Thermometerstangen

in den Boden und messen die Temperaturen,

um die unterirdischen Ränder des bis zu 500

Grad heißen Sumpfes zu finden. Dann beginnt

der Kampf.

Sechs Wochen Smog

In Russland gehen jedes Jahr Millionen

Hektar Wald und ausgetrocknete Moore in

Flammen auf. Mitdem Klimawandel nehmen

die Feuer zu –und Torfbrände sind dabei ein

besonderes Problem. Siekönnen imVergleich

zu einem Waldbrand das Tausendfache an

Rauch entwickeln, auch weil sie oft monatelang

andauern, selbst bei starkem Regen. Die

Torfschichten sind über Jahrmillionen aus abgestorbenen

Pflanzen entstanden. Verbrennen

sie,entweichen besonders große Mengen

des Treibhausgases CO 2 .Zudem bleibt der

Rauch nah am Boden und verbreitet sich

Hunderte Kilometer weit. Als 2010 die Moore

um Moskau brannten, verschwand die Stadt

wochenlang im Smog. Die Sterberate in der

Hauptstadt verdoppelte sich.

Wenn nicht gerade Moskau betroffen ist,

werden die Feuer vonBehörden und Medien

meist ignoriert oder die Ausmaße drastisch

heruntergespielt. Deshalb organisieren sich

immer mehr Menschen aus der Bevölkerung

und bilden eigene Löschtrupps.Sowie Juras

Gruppe –die Freiwilligen Feuerbekämpfer

Transbaikal. Ihr Revier ist die Region östlich

des Baikalsees.

Eine Woche vor ihrem Einsatz am Torffeuer

stehen sie am Sandstrand des Baikalsees

und eröffnen ein Trainingscamp. Andrey

Borodin, der schlaksige Gründer der

Freiwilligen Feuerbekämpfer Transbaikal,

tritt ans Wasser. Erdemonstriert das Ritual

In Russland wüten Wald- und Torfbrände auf mehreren Millionen Hektar.

Der Staat tut kaum etwas dagegen und spielt die Ausmaße

dieser ökologischen Katastrophe herunter.

Einige Freiwillige stellen sich den Feuern entgegen –zum Beispiel

in Transbaikalien

VonMartin Theis, Selenginsk

seiner indigenen burjatischen Ahnen, das

die Geister dieses Ortes gnädig stimmen soll:

eine Tasse mit Milch, den Ringfinger der linken

Hand hinein tunken, dann einTropfen in

jede Himmelsrichtung. DenRest in Richtung

Sonne leeren, dabei nur positive Gedanken.

Jura und die anderen tun es ihm gleich. Sie

gehören zu der Generation, in die Andrej,42

Jahrealt, seine Hoffnung setzt.

Es sind gut drei Dutzend Leute, Umweltschützer,Studierende

und Freiwillige aus anderen

Regionen, die meisten nicht einmal

Mitte zwanzig. Sie alle hatten ihren eigenen,

ganz persönlichen Weckruf. „Ich habe vor

zwei Jahren verstanden, dass wir uns nicht

nur auf den Staat verlassen können“, sagt

Andrej. Damals brannte in Russland eine

Fläche von rund 85 000 Quadratkilometern

ab,was in etwa dem Staatsgebiet Österreichs

entspricht. In seiner Heimatstadt Ulan Ude,

wo der Rauch von Frühling bis Herbst zur

Wettervorhersage gehörtwie Sonne oder Regen,

konnte er nicht mal mehr bis zur anderenStraßenseite

sehen. SechsWochen Smog.

Die Wald- und Torfbrände befördern die

Versteppung der Taiga, bedrohen die Artenvielfalt

der Tier-und Pflanzenwelt und belasten

die Gewässer durch den Ascheregen. Ein

vermeidbares Übel –denn für neun vonzehn

dieser Feuer sind Menschen verantwortlich.

Sie setzen nach alter Sitte Grasland in Flammen,

um den Boden fruchtbarer zu machen.

Sieverbrennen ihren Müll. Sielegen Feuer in

Waldstücken, um einem größeren Brand

vorzubeugen oder die verkohlten Bäume gegen

eine niedrige Gebühr fällen zu dürfen.

Andrej Borodin war PR-Mann bei einer

Telefonfirma, Chef des städtischen Tourismusbüros

und hat in einem Hotel die ersten

Raves organisiert, als im postsowjetischen

Ulan Ude noch tote Hose war. Heute ist er

hauptberuflich mit der Entwicklung Burjatiens

betraut, einer Republik der russischen

Föderation. „Ich habe mich der Feuer angenommen,

weil ich die einflussreichen Leute

der Gegend gut kenne“, sagt er. Sie muss er

auf seine Seite bringen. Und das möglichst

diplomatisch. Keine Behörde lässt sich gerne

voneinem Freiwilligen erklären, dass sie ihre

Arbeit nicht richtig macht.

Das Trainingscamp ist straff organisiert.

Die Freiwilligen Feuerbekämpfer Transbaikal

kooperieren dafür mit den Aktivisten von

Greenpeace Russland.Vertreter beider Gruppen

leiten Lehr- und Praxiseinheiten von

7.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Pünktlichkeit ist angemahnt,

ebenso wie das strikte Alkoholverbot

und die Nachtruhe um 23 Uhr. Disziplin,

ein nüchterner Geist und unmissverständlich

verteilteVerantwortung sind in der brennenden

Taiga überlebenswichtig.

Andrej Borodin träumt von einem Schulungszentrum,

das die landesweit verstreuten

Helfer ausbildet und vernetzt. Ihr Engagement

ist nicht selbstverständlich: In der

Sowjetunion gab es keine solchen Graswurzelbewegungen

und in der Zeit danach waren

die Leute zunächst mit der wirtschaftlichen

Krise und sich selbst beschäftigt. Umweltschutz

wird immodernen Russland im

MONGOLEI

Baikalsee

Selenginsk

RUSSLAND

Transbaikalien

200 km

CHINA

BLZ/TIEDGE

Zweifel recht nonchalant übergangen. Doch

Zeiten ändernsich.

Nach den zerstörerischen Bränden 2016

fand Andrej schnell Gleichgesinnte.Sie löschten

erste kleine Feuer und halfen suchen,

wenn mal wieder jemand beim Beerensammeln

in der Taiga verschollen war.Sie gingen

in Schulen, Dörfer und Universitäten, um

über das Feuer zu sprechen. Wie man es vermeidet.

Wie man es löschen kann. Sie waren

zu fünft –heute habensie 150 Mitglieder.Und

das soll erst der Anfang sein.

Jura Kostenko, der Rapper mit der Baseballkappe,

gehört dazu. Er bewegt sich mit

der Gelassenheit eines sibirischen Braunbären

durch den Pinienwald, in dem die Trai-

ningsgruppe ihre Zelte aufgeschlagen hat.

Neben Rapmusik liebt Jura den lieben Gott

und, ja, auch seine Heimat –obwohl er findet,

dass die russische Politik sich nicht um

die einfachen Leute schert. Um Leute wie

ihn. Sonst hätte er doch längst einen bezahlten

Job. Er sah keine Perspektive–bis Andrej

Borodin an die Universität kam, an der er

Rettungsingenieurwesen studierte: „Er lud

uns ein, mit ihm zu den Feuern zufahren

und zu lernen, wie man sie bekämpft.“ Jura

und ein paar Freunde machten mit. Die

Freunde blieben irgendwann zu Hause. Jura

hat das Gefühl, er wirdgebraucht.

An professionellen Feuerbekämpfern

fehlt es den staatlichen Stellen ebenso wie an

Ausrüstung und Benzin für die Einsätze.

Vielleicht fehlt es auch an Motivation: Die

Regierung Wladimir Putins hat den Schutz

russischer Wälder zu wirtschaftlichen Zwecken

gelockert und die Waldaufsicht auf die

unvorbereiteten Regionalverwaltungen

übertragen. In den ohnehin unterbesetzten

Forstbehörden, die für die Brandbekämpfung

in den Wäldernzuständig sind, wurden

auf einen Schlag 70 000 Stellen gestrichen.

Nurdie Feuerwurden nicht weniger.

Sieben Tage lang lernen die Freiwilligen in

dem Camp am See, wie sich Feuerausbreiten,

wie sie Geld für Löschaktionen über Fundraising-Plattformen

im Internet sammeln können.

Sie schmettern Kommandos durch den

Wald, weichen kippenden Baumstämmen

aus und bergen Verletzte mit aufgeschminkten

Brandmalen inmitten qualmender

Rauchbomben. Nicht alle, die hier mitmachen,

werden später Brände bekämpfen.

Doch alle werden ihrWissen weitergeben.

Dafür sorgt auch Ekatarina Grudinina.

Die 36-Jährige hat das Camp schon Tage vor

der Eröffnung mit aufgebaut. Sie hält Vorträge

und besorgt im Auftrag der Feldköchinnen

immer wiederVerpflegung im Dorf. Ekatarina

ist harte Arbeit gewohnt. Sieist Mutter,

IT-Beraterin, Kassiererin im Obstgeschäft

und war bis vorKurzemnoch in einem Büro

angestellt. Ihre Berufung aber ist der Kampf

gegen das Feuer.Mittlerweile koordiniertsie

für Greenpeace die freiwillige Feuerbekämpfung

in Transbaikalien –und arbeitet in Andrey

Borodins Truppe. Ihr letzter Urlaub ist

sechs Jahreher.

Am Abend des letzten Camp-Tages trommelt

Ekatarina eine Gruppe zusammen, die

mit ihr am nächsten TaginRichtung ihrer

Heimatstadt Selenginsk aufbrechen soll, um

dortein Torffeuer zu löschen. „Smoketown“,

raunt Jura,der natürlich dabei ist.

Tags darauf biegt Ekatarina zehn Kilometer

von Selenginsk entfernt mit ihrem Lada

von der Landstraße in einen Waldweg ein.

Der Bus mit der lauten Rapmusik folgt ihr.

Als Ekaterina den Rauchindem Birkenwäldchen

sieht, hält sie an und steigt aus.

Siesieht Jura unddie anderen in den Wald

gehen, der Rauch beißt in der Lunge. Bis zu

tausend Liter Wasser braucht es, umeinen

Quadratmeter Torffeuer zu löschen. Es hilft

nicht, das Wasser einfach auf die Oberfläche

zu spritzen. Du musst den Boden umrühren

wie ein Frühstücksporridge, sagen sie, mindestens

einen Meter tief, bis auch der letzte

Klumpen in der Brühe verschwunden ist.

Die Freiwilligen Feuerbekämpfer treiben

ihreSpaten und Schaufeln in den Boden, um

alle Schichten zu durchdringen. DasWasser

aus einem nahe gelegenen Kanal schießt aus

den Schläuchen, mit einem lauten Zischen

steigen Dampfschwaden auf. Bald stehen sie

bis zu den Schienbeinen im Matsch und arbeiten

sich am widerspenstigsten aller möglichen

Feuer ab. Nach fünf Stunden haben

zwei Dutzend Menschen mit all ihrer Kraft

etwa 40 Quadratmeter gelöscht.

Immer wieder neue Brandherde

Ekatarina hat auf der anderen Seite des Kanals

längst neue Brandherde entdeckt. Sie

sind größer, und es sind viele. „Wir haben

Leute, die sie löschen würden“, sagt sie.

„Aber wir haben kein Geld mehr.“ Nach dem

Feuerjahr 2016 bekamen die Freiwilligen von

der Regierung Burjatiens umgerechnet etwa

19 000 Euro. Das Geld ging für Ausrüstung,

Mietbusse,Benzin und Verpflegung drauf.

DasVerhältnis der Behörden zu den Freiwilligen

ist gespalten. Wiepolitisch sind ihre

Anliegen? Miteinem neuen Gesetz wollen sie

die Gruppen dazu bringen, sich zu registrieren.

Sie bekämen dann feste Gebiete zugewiesen,

es winken Krankenversicherungen

und finanzielle Unterstützung. Dafür müssten

sie sich mit den Behörden abstimmen,

Berichte schreiben. Die Freiwilligen sind

skeptisch: Wollen sie uns am Ende doch nur

unter Kontrolle bringen?

Müde steigt Ekaterina in ihren Lada. Nach

dem Trainingscamp und dem Löscheinsatz

freut sie sich auf ihren Sohn und auf ein richtigesBett.

IhrWagen schaukelt über die löchrige

Landstraße. Hinter ihr steigt Rauch auf.

Bald schon wird sie den Kampf gegen das

Feuerwieder aufnehmen.

Martin Theis begleitete die Feuerbekämpfer

zweiWochen lang –und bekam

dann eine ihrer Uniformen überreicht.


4* Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Kassen verschieben Votum

über Triosmie-Test

Dashöchste Entscheidungsgremium

der gesetzlichen Krankenversicherung

hat seinen eigentlich für

diesen Donnerstag geplanten Beschluss

darüber verschoben, ob der

Bluttest auf Trisomie künftig vonden

Kassen bezahlt wird. DieGeschäftsstelle

des Gemeinsamen Bundesausschusses

teilte auf Anfrage mit, aufgrund

der Vielzahl und der komplexen

Inhalte der eingegangenen Stellungnahmen

gebe es einen hohen

Auswertungsbedarf. Nächster Termin

ist nun der 19. September. (tms.)

Weitere Dokumente zur

Pkw-Maut veröffentlicht

Verkehrsminister Andreas Scheuer

(CSU) versucht nach dem Scheitern

der Pkw-Maut in die Offensivezu

kommen. DasMinisterium veröffentlichte

am Dienstag auf seinerWebseite

mehr als 500 Seiten weiterer Dokumente.Konkret

geht es umWirtschaftlichkeitsuntersuchungen

für

dieVergabeverfahren zur Erhebung

und Kontrolle der Maut. Scheuer

steht unter Druck, weil er dieVerträge

mit den Betreiberngeschlossen hatte,

bevor Rechtssicherheit bestand. Der

Europäischen Gerichtshof erklärte

die Maut im Juni für rechtswidrig. Der

Bundesrechnungshof will die Abwicklung

durch das Ministerium beobachten.

So sei geplant, der„Risikovorsorge

und dem Krisenmanagement des Ministeriums“

nachzugehen. (dpa)

USA verschärfen Regeln für

Zuwanderung

DieRegierung vonUS-Präsident

Trump hat die Regelung für legale Zuwanderung

in die USA verschärft.Von

der Neuregelung, die Mitte Oktober

in Kraft treten soll, seien Hunderttausende

Einwanderer betroffen, die jedes

Jahr einreisen und sich um eine

dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung

(Green Card)bewerben, berichtete

die NewYorkTimes.Die Behörden

sollen Antragstellernkünftig die

Green Card verweigernkönnen,

wenn diese auf staatliche Hilfsprogramme

angewiesen sind. (dpa)

Dänemarkentschuldigt sich

bei Heimkindern

Ortstermin mit Alexandra

Bei einem Bürgerforum spricht Kanzlerin Angela Merkel über die Zukunft der GroKo und mehr Klimaschutz

VonThoralf Cleven

und Rasmus Buchsteiner

Zuerst ist Alexandra dran.

Die Pinguin-Dame ist eine

gute Bekannte Angela Merkels

im Ozeaneum der

Hansestadt – die Bundeskanzlerin

schaut jedes Mal, wie es ihrem

Schützling geht, für den sie vor8Jahren

die Patenschaft übernommen

hatte. Die CDU-Politikerin beginnt

die ersten Arbeitstage nach dem Urlaub

in ihrem Wahlkreis, sie ist

Dienstagnachmittag in das Museum

am Sund gekommen zum Salon des

Redaktionsnetzwerks Deutschland

und stellt sich Bürgerfragen.

Merkel wird gleich am Anfang zu

den in diesem Herbst stattfindenden

Landtagswahlen in Sachsen und

Brandenburg befragt. Die Kanzlerin

zeigte sich zuversichtlich. „Ich

glaube, wir haben durchaus gute

Chancen“, sagte sie mit Blick auf die

Wahlen am 1. September, bei denen

die AfD laut Umfragen stärkste Kraft

werden könnte. Das Umfeld sei

„schwierig“, aber die CDU-Spitzenkandidaten

Michael Kretschmer in

Sachsen und Ingo Senftleben in

Brandenburgkämpften.

Schwierige Phase

Angela Merkelist Ehren-Pinguinpatin im Ozeaneum in Stralsund.

„Greta Thunberg ist ein außergewöhnliches

Mädchen, das viel ins Rollen gebracht hat.“

Angela Merkel,

Bundeskanzlerin, über die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin

Aufdie Frage nach einem möglichen

Ende der großen Koalition vonCDU,

CSU und SPD im Bund sagte Merkel,

die Union stehe zur Bundesregierung.Vonihren

Ministern,Vizekanzler

Olaf Scholz (SPD) und den Parteichefs

höre sie nicht, dass jemand

aussteigen wolle. Esgebe „unglaublich

viele Probleme zu lösen“, innenwie

außenpolitisch. „Jeden Tagdiskutieren

wir die Frage, was wäre

wenn. Wir müssen die Frage diskutieren,

was sollten wir tun.“

Merkel lehnt eine Minderheitsregierung

in Deutschland, in der zum

Beispiel die Union sich wechselnde

Mehrheiten im Bundestag sichern

müsste, ab. „Ich stelle mir das nicht

gut für Deutschland vor“, sagte sie.

Trotz zunehmender Krisenstimmung

in der deutschen Wirtschaft

spricht die Regierungschefin gegen

ein Konjunkturpaket aus. „Im Augenblick

sehe ich für ein Konjunkturpaket

keine Notwendigkeit“, sagte

Merkel. Merkel erklärte, die Wirtschaft

gehe „in eine schwierigere

Phase“. Dies sei auf die internationalen

Handlungskonflikte zurückzuführen

sowie auf„viele Fehler“, die in

der deutschen Automobilindustrie

gemacht worden seien. Aktuell

werde die Wirtschaft vom Binnenkonsum

getragen. Sie sei gegen ein

Konjunkturpaket, so die Kanzlerin,

aber für „beständige Investitionen“.

Zudem plane die Bundesregierung

Entlastungen beim Solidaritätszuschlag,

wolle den Bürokratieabbau

weiter vorantreiben und für

Investitionen in den Klimaschutz

DPA

sorgen. „Das sind Sachen, mit denen

wir die Binnenkonjunkturnachfrage

noch einmal ankurbeln können“,

sagte Merkel. Das Problem seien im

Augenblick überlange Planungsfristen

etwa für Bahnstrecken sowie der

Fachkräftemangel, der den Wohnungsbau

ausbremse.

Beim Klimaschutz sieht Merkel

eineVorreiterrolle Deutschlands und

verlangt einen grundlegenden Bewusstseinswandel

in der Gesellschaft.

„Wenn wir uns nicht vernünftig

verhalten, wie sollen wir es dann

von Ländern mit geringerem Lebensstandard

verlangen? Wir müssen

Vorreiter sein“, sagte die Kanzlerin.

Die Bundesregierung werde bis

zum 20. September ein Maßnahmenpaket

erarbeiten.

Merkel sprach sich für eine CO 2 -

Bepreisung aus.Dies sei durch Steuern

oder Zertifikate möglich. Zertifikate

hätten den Vorteil, dass sie eine

bessereSteuerung ermöglichten.

Die Kanzlerin sagte, für den Klimaschutz

müsse man nicht „immer

gleich mit dem Verbot“ kommen.

Stattdessen forderte sie ein Umdenken

in der Gesellschaft. Es gehe

darum,„unser ganzeLeben in einem

Kreislauf zu denken“. Es sei nicht

richtig, mehr aus der Erde „herauszuzerren“

als durch Regeneration

ausgeglichen werden könne. Oft

gehe es um Bewusstseinswandel

und um Innovationen. „Die Technologie

wird uns helfen. Sie wird unser

Leben nicht unbedingt trister machen“,

so die CDU-Politikerin.

Motivierte Menschen

Merkel lobte ausdrücklich die „Fridays

for Future“-Bewegung und deren

Initiatorin Greta Thunberg. „Sie

ist schon ein außergewöhnliches

Mädchen, das viel ins Rollen gebracht

hat“, sagte Merkel. „Ich freue

mich, wenn sich die Jugend eine

Stimme gibt und sie zur Gehör

bringt.“ Thunberg habe viele motiviert.

„Deshalb nehme ich sie sehr

ernst“, so die Kanzlerin. Die 16-jährige

Schwedin habe viele Menschen

aufgewühlt und es geschafft, „die Zivilgesellschaft

in einem Maße in Bewegung

zu bringen, wie es andere

nicht allein geschafft haben“.

Beim Thema Migration verteidigte

die Kanzlerin ihre Flüchtlingspolitik.

„Meine Politik hat das Land

nicht gespalten. Wirhaben versucht,

den Prozess zu ordnen und zu steuern.

Wirhaben in einer humanitären

Ausnahmesituation geholfen“, betonte

die Regierungschefin.

Sie nahm ebenso die Seenotrettung

durch private Organisationen

auf dem Mittelmeer in Schutz. „Es

kommen jedoch nicht immer nur die

Ärmsten und Schwächsten. Wir

sprechen mit den afrikanischen Ländern,

wo wir helfen können. Schlepper

und Schleuser wollen wir nicht

unterstützen“, sagte sie.

Steinmeier

würdigt

den Osten

Bundespräsident erinnert

an die Revolution von 1989

VonSteven Geyer

Es war ein neuer Ton, den der

Bundespräsident an diesem

Dienstag angeschlagen hat, als er des

58. Jahrestags des Berliner Mauerbaus

und vor allem der friedlichen

Revolution gedachte, die vor 30Jahrendie

DDR zu Fall brachte.

Zwar mahnte auch Frank-Walter

Steinmeier wie andereBundespräsidenten

vor ihm, dass nach 1989 der

weltweite Kampf für Freiheit und

Demokratie nicht zu Ende sei –derzeit

etwa in Moskau, Istanbul oder

Hongkong –und würdigte die Opfer,

die bei der Flucht aus der DDR starben,

sowie jene, „die vor 30Jahren

den Mut hatten, in der DDR auf die

Straße zu gehen“: „Ohne sie wäredie

Geschichte anders verlaufen –und

zwar für alle Deutschen“, so Steinmeier.

Das große Thema seiner Präsidentschaft,

die Sorgeumdie liberale

Demokratie, sprach er erneut an:

„Mauern, Zäune und Stacheldraht

sind noch immer Teil unserer Welt“,

sagte das Staatsoberhaupt. „Autoritäre

Systeme erheben ihr Haupt mit

neuer Selbstgewissheit, und eine

neue Faszination des Autoritären ist

auch in westliche Gesellschaften tief

eingedrungen.“ Auch in Deutschland

hätten sich „neue Mauern aufgetan

– Mauern, die sich auch in

Wahlergebnissen widerspiegeln“,

sagte er in Anspielung auf die Erfolge

der rechtspopulistischen AfD in Ostdeutschland.

Ohne die Partei zu nennen, warf

er ihr eine „perfide Verdrehung der

Geschichte“ vor, wenn sie derzeit im

Wahlkampf das Erbe von 1989 für

ihre Angstparolen vereinnahme. Die

friedlichen Revolutionäre hätten einen

Weg nach vorn, inein offenes

Europa gesucht und nicht Nationalismus

und Abgrenzung.

Neu war jedoch, dass Steinmeier

nicht wieder die Vollendung der Einheit

einforderte und Mauern inden

Köpfen rügte. Stattdessen ermunterte

er die Deutschen, das vielfältige,

inOst und West unterschiedliche

Bild vonTeilung und Wiedervereinigung

zu wahren –solange man

sich darüber austausche.

Salvini ausgebremst

Der italienische Senat stimmt gegen die Forderung der Lega nach einem schnellen Misstrauensvotum

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen

hatte die Entschuldigung versprochen. AFP

Dänemarkhat sich bei in derVergangenheit

misshandelten Heimkindern

entschuldigt. Im Namen ihres Landes

wolle sie die Betroffenen um Entschuldigung

dafür bitten, was sie im

Kindesalter hätten erleben müssen,

sagte die dänische Ministerpräsidentin

Mette Frederiksen am Dienstag. Es

sei zu Übergriffen in Heimen gekommen,

bei denen der dänische Staat die

Verantwortung für die Aufsicht gehabt

und dabei versagt habe. (dpa)

Iran meldet Steigerung

seiner Uranbestände

Im Zuge des Konflikts mit den USA

steigertder Iran eigenen Angaben zufolge

wieder seine Uranbestände.Das

Land sei nun im Besitz von370 Kilogramm

Uran, das auf 4,5 Prozent angereichertworden

sei, sagte der Sprecher

der iranischen Atomorganisation

am Dienstag.Vorratsmenge und

Grad der Anreicherung verstoßen gegen

die im Atomabkommen 2015 getroffenenVereinbarungen.

(dpa)

VonRegina Kerner,Rom

Matteo Salvini könnte sich verrechnet

haben, als er das Regierungsbündnis

aufkündigte. Auch

dem Lega-Chef muss am Dienstagabend

klar geworden sein, dass sein

Plan, bei schnellen Neuwahlen Premier

zu werden, möglicherweise

nicht aufgeht. Denn der römische

Senat bescherte ihm eine Niederlage

und bewies,dass eine neue Mehrheit

zumindest denkbar ist und dass sie

Neuwahlen verhindernkönnte.

Salvinis bisherige Verbündete,die

Fünf Sterne, stimmten gemeinsam

mit der Linken gegen einen Antrag

der Lega. Die wollte das Parlament

schon am Mittwoch über ihr Misstrauensvotum

gegen die Regierung

von Giuseppe Conte entscheiden

lassen. Just an dem Tagalso, andem

der Premier nach Genua reist, um

der 43 Toten des Brückeneinsturzes

zu gedenken.

Beppe Grillos Protestbewegung

Fünf Sterne und die Sozialdemokraten

der PD,bis vorkurzemnoch verfeindet,

schmetterten den Antrag gemeinsam

ab.Stattdessen wurde entschieden,

dass Conte kommenden

Dienstag erst einmal vor dem Parlament

sprechen soll. Ein Termin für

das Misstrauensvotum wurde nicht

festgelegt. Die Regierungskrise zieht

sich damit weiter in die Länge.

Für die Abstimmung waren die

321 Senats-Abgeordneten eigens aus

den Sommerferien geholt worden,

auch wenn manche in Australien

oder den USA weilten. Salvini hat es

eilig. Er weiß, dass Neuwahlen umso

unwahrscheinlicher werden, je länger

sich das offizielle Ende der

Conte-Regierung hinauszögert.

Er will die volle Macht

Staatspräsident Sergio Mattarella entscheidet

darüber, obesNeuwahlen

gibt. Undman weiß, dass er eher eine

Übergangsregierung anstreben

würde,als die Italiener im Spätherbst

wählen zu lassen. Denn bis Jahresende

muss das Haushaltsgesetz 2020

verabschiedet werden. Ohne gültigen

Haushalt träte ab Januar automatisch

eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf

25,2 Prozent in Kraft.

Salvini will seine 38 Prozent Zustimmung

in den Umfragen in eine

Parlamentsmehrheit verwandeln

und Premier werden.„Ich forderedie

Italiener auf, mir die ganzen Vollmachten

zu geben“, sagt er. Und

meint: die volle Macht. Am Wochenende

machte er eifrig Wahlkampf an

den Urlaubsstränden, in Badehose

und mit Kruzifix auf der Brust. Unterstützung

bekommt er von den

einstigen rechten Verbündeten: von

der Kleinpartei Brüder Italiens und

von Forza Italia. Die Berlusconi-Partei

hatte sich distanziert, solange die

Lega mit den Fünf Sternen regierte.

Aber Salvini fürchtet nun, dass

sich die Achse zwischen den Fünf

Sternen und der PD weiter verfestigt.

Ein solches Mehrheits-Bündnis

könnte Neuwahlen verhindern,

wenn es eine Expertenregierung

stützt oder selbst eine Regierung mit

dem parteilosen Conte an der Spitze

bildet. Dasgalt bisher als höchst unwahrscheinlich.

Sowohl Sterne-Chef

Luigi Di Maio wie PD-Chef Nicola

Zingaretti lehnen einen Pakt ab.

Doch vonTag zu Tagwerden die Befürworter

auf beiden Seiten mehr.

Beiden Fünf Sternen spielt der Überlebensinstinkt

eine Rolle. Bei Neu-

wahlen würde die Hälfte der Abgeordneten

ihren Job verlieren. Gründervater

Beppe Grillo befand, man

müsse Italien vorden „neuen Barbaren“

retten –die bis vor einer Woche

seine Regierungspartner waren.

Ausgerechnet Renzi

In der PD tritt ausgerechnet der Ex-

Parteichef und Ex-Premier Matteo

Renzi als Verfechter einer Übergangsregierung

mit den Fünf Sternen

auf. Er spricht voneinem„nationalen

Notstand“. Nach der Parlamentswahl

2018 hatte Renzi noch alles

getan, um ein Bündnis der PD mit

der Grillo-Bewegung zu verhindern.

Salvini überraschte derweil mit einem

unerwarteten Schachzug. Er bot

dem früheren Partner vorder Abstimmung

im Senat an, schon nächste

Woche gemeinsam ein Gesetz zu beschließen,

mit dem die Zahl der Abgeordneten

verringert werden soll –eines

der wichtigsten Projekte der Fünf

Sterne, das die Lega bisher ablehnte.

„Wir sind dabei“, sagte Salvini nun.

„Wir stimmen dafür, dann gibt es

Neuwahlen.“ Ob er die Fünf Sterne so

ködernkann, muss sich zeigen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

mahnt, besser zuzuhören.

DPA

Er kritisierte, dass dazu bisher vor

allem im Westen die Bereitschaft gefehlt

habe.„In der alten Bundesrepublik

haben die meisten Menschen

den Umbruch und seine Folgen eher

aus der Distanz –und oft auch mit

Distanz erlebt“. Es sei ein Irrtum gewesen,

das vereinte Deutschland einfach

als vergrößerte Bundesrepublik

zu sehen. So seien die Umbrüche,die

im Osten jede Familie getroffen hätten

und die bis heute fortwirkten, gesamtdeutsch

zu wenig wahrgenommen

und diskutiertworden.

„Die Geschichten des Ostens sind

immer noch kein so selbstverständlicher

Bestandteil unseres ‚Wir‘ geworden

wie die des Westens“, sagte der

Bundespräsident. Dasmüsse sich ändern.

„Wir brauchen einen neuen, einen

ganz anderen Solidarpakt –einen

der offenen Ohren und des offenen

Austauschs, einen Solidarpakt der

Wertschätzung“. Dazu gehöre, über

Fehler,die im Prozess der Wiedervereinigung

gemacht wurden, nicht zu

schweigen –aber das Geglückte auch

nicht schlechtzureden.


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 5 *

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Politik

Bilder

eines

Aufstands

Anders als die Menschen in China genießen die

Hongkonger besondere Freiheitsrechte.

Um sie zu verteidigen, gehen sie auf die Straße

Seit zehn Wochen protestieren Demonstranten in Hongkong

gegen den wachsenden Einfluss Pekings und für mehr Demokratie.

Auslöser für die Proteste war ein Gesetzentwurf, der die

Auslieferung mutmaßlicher Krimineller nach China ermöglicht

hätte. Der Entwurf liegt inzwischen auf Eis, doch den Demonstranten

reicht das nicht. Siesorgen sich um ihreinderVerfassung

festgeschriebenen Rechte auf freie Meinungsäußerung, PresseundVersammlungsfreiheit.

Längst haben sich die Demonstrationen

zu einer breiten Protestbewegung gegen die Regierung und

die einschüchternde Polizeigewalt entwickelt.

Erst am vergangenen Wochenende kam es wieder zu heftigen

Zusammenstößen zwischen den überwiegend jungen Demonstranten

und der Polizei. Die Beamten setzten Schlagstöcke und

Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Straßen und erstmals

auch in einer U-Bahn-Station verschossen. Einige Demonstranten

warfen Steine.Menschenrechtler werfen den Sicherheitskräften

vor, das Leben der Protestteilnehmer durch ihr Vorgehen

gefährdet zu haben. Am Dienstag dann legten Aktivisten den Flughafen

in Hongkong lahm. Siebesetzten die Ankunfts- und Abflughallen

und errichteten Barrikaden aus Gepäckwagen.

DieFronten sind verhärtet. Undder Tonder Regierung in Peking,

die die Demonstranten als gewaltbereite Aufständische diskreditiert,

wirdschärfer.

Der Fotograf Sebastian Wells, dessen Bilder schon anlässlich

der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 in der Berliner

Zeitung erschienen sind, ist nach Hongkong gereist und begleitet

die Protestbewegung mit der Kamera. (BLZ)

SEBASTIAN WELLS (11)


6* Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Hauptstadt

Bundesministerium für

UMWELT

Bundesministerium der

VERTEIDIGUNG 1750

3521

Flüge

Flüge

Ministerien mit Hauptsitz

in Bonn

in Berlin

Anzahl der Flüge insgesamt

zwischen Januar und

August 2019

Bundesministerium

für

ERNÄHRUNG UND

LANDWIRTSCHAFT

930

Flüge

Rutschbahn

an die Spree

710

Flüge

In Bonn arbeiten die meisten

Regierungsbeamten nur auf Kurzbesuch.

Ein neuer Vertrag soll die Stadt am

Rhein wieder aufwerten

306

Flüge

Bundesministerium der

FINANZEN

VonChristine Dankbar und Sabine Hecher

Bundesministerium für

FAMILIE

Bundesministerium für

WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT

UND ENTWICKLUNG

2720

Flüge

keine Flüge:

Bundesminsterium der Justiz und

für Verbraucherschutz

Berlin-Köln/Bonn, das ist

die meistbeflogene Strecke

im innerdeutschen Flugverkehr.

Die Dienstreisen

der Bundesregierung zwischen ihren

Dienstsitzen tragen dazu maßgeblich

bei. Wenn auch in sehr unterschiedlichem

Ausmaß.

Dasliegt an der voreinemVierteljahrhundert

festgeschriebenen Arbeitsteilung

zwischen beiden Städten,

die nur den Anfangsbuchstaben

gemeinsam haben. Kaum zu glauben:

Es gibt immer noch sechs Ministerien,

die ihren Hauptsitz in

Bonn haben. Etwa das Umweltministerium,

das wegen seiner vielen

Berlin–Bonn-Flüge nun in die Kritik

geriet. Dabei fliegen die Bediensteten

des Verteidigungs- und des Entwicklungsministeriums

viel häufiger

zu ihren Hauptsitzen nach Bonn.

Landwirtschaftsministerin Julia

Klöckner ist sogar fünf Tage im Monat

präsent, während es für das Gesundheits-

sowie das Forschungsministerium

keine Angaben gibt. Viele

Flüge weist auch das Arbeitsministerium

auf. Allerdings zählt man hier

alle Inlandsflüge zusammen. Die

meisten gehen aber an den Rhein.

Der Rutschbahneffekt ist eindeutig.

Längst sind die bedeutendsten

Regierungsfunktionen in Berlin angesiedelt.

Das schlägt sich auch in

den Zahlen nieder.Ende 2018 gab es

13 731 Planstellen in den Berliner

Ministerien, im Vergleich zu 6433

Planstellen in den Bonner Bundesministerien.

Eigentlich ungesetzlich,

denn im Berlin/Bonn-Gesetz steht,

dass die Mehrzahl der Planstellen

am Rhein bleiben muss.Das aber ist

schon seit mehr als zehn Jahren

nicht mehr so.

Vorallem die Ministerien, deren

Hauptsitze in Berlin liegen, haben

am Rhein immer mehr Stellenabgebaut.

DasJustizministerium existiert

in Bonn quasi nicht mehr.Man habe

dort noch „1,5 Arbeitskraftanteile“,

sagte eine Ministeriumssprecherin

der Berliner Zeitung. EinBürogibt es

offenbar nicht mehr –die anderthalb

Arbeitskräfte arbeiten von zuHause

aus. Auch das Bundeskanzleramt ist

mit gerade mal 19 Planstellen in

Bonn so gut wie verschwunden. In

Berlin arbeiten fast 700.

„Das geht so nicht weiter“, sagt

der Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander

Sridharan und hat

sich nun nach Berlin aufgemacht,

um hier an diesem Mittwoch für die

Bundesstadt zu werben. Mit einer

UmkehrungderVerhältnisse rechnet

er vermutlich aber auch nicht mehr.

Seine Hoffnung liegt auf dem„Bonn-

Vertrag“, der nach dem Ende der

Sommerpause verhandelt werden

soll. Die schwarz-rote Bundesregierung

hatte dies im Koalitionsvertrag

vom Februar 2018 zugesichert. Nun

soll er Wirklichkeit werden. Sridharan

hofft darauf, dass Bonn als UN-

Standort und als Kompetenzzentrum

für Wissenschaft und gegen Cyber-Kriminalität

gestärkt wird. Und

dass die Ministerien ihre Stellen in

Bonn nicht weiter abbauen. Dienstreisen,

so Sridharan, könne man ja

auch mit den Zugmachen.

*

Bundesministerium für

ARBEIT UND SOZIALES

1714

Flüge

keine Angaben:

Auswärtiges Amt

Bundesministerium des Inneren

Bundesministerium für Gesundheit

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

*

PLATZ DER REPUBLIK

Nachhilfe für

Gutmenschen

Tanja Brandes

weiß ein Mittel gegenpolitische Hetze im Netz.

Nach dem Aufwachen als Erstes

die Twitter-Timeline durchzuschauen,

ist eine unangenehme Angewohnheit.

Denn sie vermittelt neben

dem Gefühl, einigermaßen informiert

zusein, vor allem einen Einblick

in die Hinterhältigkeiten, die

einige Nutzer bereits frühmorgens

verteilt haben. In letzter Zeit gilt das

auch und vor allem für Politiker und

ihre Parteien –beziehungsweise für

die Social-Media-Teams derselben.

Es sind kleine Bosheiten, die da verbreitet

werden. Wie ein vomTwitter-

Team der CSU gebastelterWhatsApp-

Chat, der ein fiktives Gespräch zwischen

Politikern von SPD, Grünen

und Linke zeigt, und in dem sich Habeck,

Klingbeil und Co. nicht die

Bohne um den Klimaschutz scheren

und über den Wähler lästern. Dassoll

witzig sein, ist aber hauptsächlich

dämlich und ziemlich würdelos.

Von1999 bis 2006 lief in den USA

eine Politik-Serie mit dem programmatischen

Namen „The West Wing“,

die von der Arbeit des US-Präsidenten

und seines engsten Stabes handelt.

Ichhabe alle sieben Staffeln auf

DVD. Ich gucke sie mir hin und wieder

an und stelle mir vor, alles wäre

halbwegs in Ordnung. Als „The West

Wing“ ausgestrahlt wurde,war in den

USA George W. Bush an der Macht,

alle glaubten, es könne nicht schlimmer

kommen, und mit meiner Lieblingsserie

konnte man sich schon damals

wunderbar in eine bessereWelt

träumen, in der imWeißen Haus nur

Idealisten arbeiten, der Präsident ein

intellektueller Humanist ist und so

aussieht wie Martin Sheen.

Bei aller TV-Romantik galt die Serie

als ziemlich realistisches Abbild

des politischen Alltags in den USA. Es

ging um die großen Themen wie den

Nahost-Friedensprozess, aber auch

um Gesetzgebungsverfahren und Gewerkschaftsstreitigkeiten.

Eine Staffel

ist dem Kampfumdie Nachfolge des

amtierenden Präsidenten gewidmet.

In einerFolge einigen sich die Kandidaten

der Demokratischen und der

Republikanischen Partei darauf, auf

das zu verzichten, was in der US-Politik

„Opposition Research“ genannt

wird–also die Praxis,potenziell schädigende

Fakten zu sammeln, die den

Gegner im entscheidenden Augenblick

in die Knie zwingen könnten.

Inzwischen ist viel passiert. Im

Weißen Haus hat ein frauenfeindlicher,

klimawandelleugnender Wüterich

dieMacht übernommen, der bei

jeder sich bietenden Gelegenheit unliebsame

Personen öffentlich diskreditiert.

Um zu demonstrieren, dass

das kein US-Phänomen ist, könnte

man etwa das Beispiel einer deutschen

Partei bemühen, die nicht einmal

davor zurückschreckt, Regierungsmitgliedern

öffentlich die

Schuld am Todvon Kindernanzulasten,

wenn es der Propaganda dient.

Nun könnte man einfach aufhören,

die Twitter-Timeline zu durchstöbern.

Aber das löst das Problem ja

nicht. Sinnvoller wäre es, ein „The

West Wing“-DVD-Set an alle Parteizentralen

zu schicken. In Staffel 1,

Folge 13 erliegen zwei Mitarbeiter des

Präsidenten einmal doch der Versuchung

und bemühen sich, bei einer

Prostituierten pikante Details über

den politischen Gegner zu erfahren.

Die weigert sich mit den Worten:

„You’rethe good guys.You should act

like it.“ Hierzulande kann ja jede Partei

selbst entscheiden, ob sie sich angesprochen

fühlt.


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▲ 11750,13 (+0,60 %)

14.5.19

13.8.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 61,25 (+4,93 %)

14.5.19

13.8.19

Euro in US-Dollar

▲ 1,1222 (+0,25 %)

Xing profitiert vom

Fachkräftemangel

DasKarrierenetzwerkXing wächst

dank starker Geschäfte mit Firmenkunden

rasant. In diesem Bereich

profitiertdas Karrierenetzwerk

unter anderem vomFachkräftemangel,

der viele Unternehmen Unterstützung

bei Portalen wie Xing suchen

lässt. Diese Sparte hatte der

Konzernzudem zuletzt mit Übernahmen

ausgebaut. Im zweiten

Quartal stieg der Umsatz um knapp

18 Prozent auf 65,5 Millionen Euro,

wie die FirmaNew Work,Betreiberin

des Netzwerks,amDienstag mitteilte.Der

Gewinn vorZinsen, Steuern

und Abschreibungen legte um etwas

mehr als 18 Prozent auf 22 Millionen

Euro zu. (dpa)

14.5.19

Stand der Daten: 13.08.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Quelle

13.8.19

Tchibo baut Position

im Kaffeemarkt aus

Gewinner

aus DAXund MDAX vom13.08.zum Vortag

Siltronic NA 61,36 +5,25 WWWWWWWW

Telefonica Deutschl. 2,23

United Internet NA 27,36

+2,68 WWWWW

+2,55 WWWWW

Dialog Semic.NA 41,50 +2,12 WWWW

1&1 Drillisch 25,66 +2,07 WWWW

Puma 67,05 +1,90 WWWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 13.08. zumVortag

Henkel Vz. 85,36 WWWWWWWWWWW –7,12

Dt. Wohnen Inh. 31,48 WWWWWW –3,55

Knorr-Bremse 84,55 WWWWW –2,51

Lufthansa vNA 13,83 WWWW –2,09

LEG Immobilien 104,75 WWWW –2,06

GrenkeNA 75,35 WWWW –1,95

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 13.08. ±% z. 12.08.

Euro Stoxx 50(EU) +0,92

3574/2909 3357,16

CAC 40(FR) +0,99

5673/4556 5363,07

S&P UK(UK) +0,33

1562/1323 1463,62

RTS (RU) +0,29

1414/1033 1297,85

IBEX (ES) +0,22

9671/8286 8695,10

Dow Jones (US) +1,45

27399/21713 26272,73

Bovespa (BR) +1,47

106650/74275103416,20

Nikkei (JP) – 1,11

24448/18949 20455,44

Hang Seng (HK) –2,30

30280/24541 25291,28

Stx Singap. 20 (SG) –0,82

1657/1350 1521,00

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Commerzbank

069/98660966 3,74 4,98 4,74

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89

Targobank

targobank.de 3,95 3,95 3,95

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,49 3,69

Pax-Bank

pax-bank.de 3,99 3,99 3,99

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,20 4,27 4,38

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Blick in die Zukunft: HubertusHeil plant Zuschüssefür dieQualifizierunginneuen Technologien.

Von Rasmus Buchsteiner

Arbeitsminister Hubertus

Heil (SPD) will den Arbeitsmarktkrisenfester

machen.

Ein neues „Arbeit-vonmorgen-Gesetz“soll

einerseits helfen,

den Konjunkturabschwung zu bewältigen.

„Für den Fall, dassessich nicht

nur um eine Konjunkturabkühlung

handelt, wollen wir uns auch für den

Krisenfall wappnen”, sagt Heil. Andererseits

es darum, auf den fundamentalen

Umbruch inder Autoindustrie

vorbereitet zu sein.

„Wir werden alle Instrumente haben,

die flankierendzur konjunkturellen

Krise notwendig sein werden“,

kündigteHeiljetztbeiseinerSommerreise

im rheinland-pfälzischen Herxheim

an. Von einer Krise wie

2008/2009 könne derzeit zwar keine

Rede sein, aberesgelte, vorbereitet zu

sein –auch auf grundlegende Veränderungen:

„Wir werden strukturellen

Wandel auf dem Arbeitsmarkt erleben.“Die

Arbeitwerde zwar nicht ausgehen,

sich als Folge von Digitalisierung

undGlobalisierung in vielenBereich

aber drastisch verändern.

BisspätestensOktober soll ein Gesetzentwurfvorliegen.

DieBasisbildet

ein Fünf-Punkte-Plan, derinder Groko

noch verhandelt werden muss –

womöglich schon am SonntagimKoalitionsausschuss.

EinKernpunktist, dass Unternehmen,

die von Strukturwandel betroffen

sind,künftig höhereZuschüssefür

die Weiterbildung von Mitarbeitern

bis Ende Juni kostete das Desaster den

Reisekonzern bereits 144 Millionen

Euro. Imgesamten Geschäftsjahr bis

Ende September sollten es rund 300

Millionen Euro werden. Beider Vorlage

der Zwischenbilanz am Dienstag

hielt Joussen an seiner Prognose fest,

dass der um Sonderposten bereinigte

operative Gewinn (Ebita) im laufenden

Geschäftsjahr um bis zu 26 Prozentzurückgehendürfte.Imvergangenen

Geschäftsjahr 2017/18 hatte Tui

noch ein operatives Ergebnis von fast

1,2 Milliarden Euro erzielt.

Im dritten Geschäftsquartal brach

deroperativeGewinnsogarumfastdie

Hälfte auf 101 Millionen Euro ein.

Unter dem Strich blieb für die Aktionäre

gerade noch ein Überschuss von

rund 22 Millionen Euro und damit 85

Prozent weniger als ein Jahr zuvor.Der

Spät gebucht

Trend zu Last-Minute-Schnäppchen und Startverbotfür Boeing 737 MaxmachenTui zu schaffen

Von Steffen Weyer

Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet737Maxhatdemweltgrößten

Reisekonzern Tui schon vor

dem Sommer einen herben Gewinnrückgang

eingebrockt. Auch die Unsicherheit

rund um den Brexit und der

Trend zu Last-Minute-Schnäppchen

machen dem Touristikriesen aus Hannoverzuschaffen.

Vorstandschef Fritz

Joussen sieht sich daher in seiner Strategie

bestätigt, mehr auf eigene Hotels,

Kreuzfahrten und Digitalisierung zu

setzen. Während Rivale ThomasCook

(Neckermann Reisen) ums Überleben

kämpft, kann TuiPreiskampf und Boeing-Krise

jedoch verkraften.

Teuer kommt Tui vor allem das

Startverbot für die neuen Boeing-Jets

zu stehen. Im dritten Geschäftsquartal

Ein Gesetz für die Krise

Arbeitsminister Heil will den Arbeitsmarkt sturmfest machen

erhalten sollen („Transformationszuschuss“).Kleinere

Firmen können bereits

jetzt umfangreiche Zuschüsse

bekommen, wenn sie Mitarbeiter in

Qualifizierungen schicken. Dies soll

auf Unternehmenaller Größen ausgeweitet

werden.

Haben Arbeitnehmer in einem

Unternehmen keine Perspektive auf

Weiterbeschäftigung, werden aber

trotzdem nichtentlassen, weil sie eine

Weiterbildung machen, kann diese

künftig staatlich bezuschusst werden

(„Perspektivqualifzierung“).„Wirwollen

die Beschäftigten vonheute fit machen

für die Arbeit von morgen –

selbst, wenn dieseArbeitnicht im selben

Unternehmen stattfinden wird“,

heißt es im Konzept des Arbeitsministeriums.

Heil plant zudem eine Ausweitung

des Transfer-Kurzarbeitergeldes. Bisher

können Beschäftigte,die in einem

Unternehmen keine Perspektive

mehr haben, ineine Transfergesellschaft

wechseln und dort Kurzarbeitergeld

beziehen. Künftig sollen so

längere Qualifizierungsmaßnahmen

ermöglicht werden.

Arbeitslose und Beschäftigte ohne

Berufsabschluss sollen einen Anspruch

erhalten, diesen nachzuholen.

Voraussetzungist die Eignungfür den

angestrebtenBeruf.WährendderAusbildung

gäbe es Zuschüsse zu Arbeitslosengeld

oderLohn.

Für Arbeitnehmer,die konjunkturbedingt

in Kurzarbeit sind, würden

künftigdieSozialversicherungsbeiträge

des Arbeitgebers vomStaat gezahlt.

Die maximale Bezugsdauer soll nach

„Wir werden alle Instrumente haben,

die flankierend zur konjunkturellen

Krise notwendig sein werden.“

Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister

dem Willen des Arbeitsministeriums

massiv verlängertwerden –unter der

Voraussetzung, dasseseine Betriebsvereinbarung

mit einem Qualifizierungsplan

gibt. Für weitere mögliche

Erleichterungen bei der Kurzarbeit

solldie Bundesregierung eineVerordnungsermächtigung

erhalten, um sie

imKrisenfallschnellinKraftzu setzen.

Die Kosten der Pläne lassen sich

laut Heil bislang nicht beziffern. Fest

steht, dass sie aus dem Etat der Bundesagentur

für Arbeitbezahlt würden

Umsatz legte zwar um knapp vier Prozent

auf 4,75 Milliarden Euro zu. Doch

das lag vor allem daran, dass Tuidas

Geschäft mit Ausflügen am Urlaubsort

durch zwei Übernahmen zuletzt kräftig

ausgebaut hatte.

Beim Buchen von Pauschalreisen

für den laufenden Sommer halten sich

die Kunden hingegen weiterhin zurück.

„Die Menschen reisen zwar,aber

sie buchen später“, sagte Joussen. Für

die Kunden bedeutet das günstigere

Preise,beim Veranstalter zehrtdas am

Gewinn.

So schlug Tuibis Anfang August ein

Prozent weniger Sommerurlaube los

als ein Jahr zuvor.Zwar gaben die Kunden

dabei im Schnitt rund ein Prozent

mehr Geld aus.Doch den allgemeinen

Anstieg der Treibstoffpreise, der bei

den Tui-Airlines wie bei anderen Flug-

FOTO: UWE ANSPACH/DPA

–und damit nicht aus Steuermitteln.

Bei der Nürnberger Behörde hat sich

eineRücklage von23Milliarden Euro

angesammelt, die nach Heils Einschätzunggenügt,umeineKrisemittleren

Ausmaßes abzufedern. Er rechne

nicht damit, dass seine Pläne zu

Beitragserhöhungen führten.

Mit seinen Gesetzesplänen greift

Heil Vorschläge sowohl der Arbeitgeber

als auch der Gewerkschaften auf.

So hatte sich die IG Metall für ein

„Transformationskurzarbeitergeld“

eingesetzt. Die Arbeitgeber forderten

dagegen die Option für eine schnelle

Rückkehrzuden Kurzarbeitsregelungen

früherer Krisenjahre. DerArbeitsminister

kommt beiden entgegenund

setzt entsprechend auf weitgehende

Zustimmung.

„Ich begrüße,dass Arbeitsminister

Heil die Kernforderung der IGMetall

aufgegriffen hat, Kurzarbeitund Qualifizierung

zu verbinden“, sagte IG-

Metall-Chef Jörg Hofmann dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland

(RND). „Jetzt muss die Groko schnell

umsetzen.” Arbeitgeberpräsident

Ingo Kramer nannte es „richtig, dass

der Bundesarbeitsminister die Initiative

ergreift,den Arbeitsmarkt im Falle

eines Abschwungs robuster zumachen”.

Die Bundesvereinigung der

Arbeitgeberverbände (BDA) begrüße

es, dass Heil für den Krisenfall die

Kurzarbeit erleichtern will. Allerdings

forderte Kramer, dass sich Weiterbildungsmaßnahmen

immer am Bedarf

der Unternehmen ausrichten müssten.

gesellschaften auf die Ergebnisse

drückt, mache dies nicht wett, sagte

Joussen.

Ohnehin muss Tuiwegen des Startverbots

für die auf Spritsparen getrimmten

Boeing-Jets vom Typ 737

Max deutlich mehr Geld für Kerosin

ausgebenalsursprünglichgeplant.Tui

hat15MaschinenderReiheinderFlotte

und sollte für diesen Sommer

eigentlich acht weitereerhalten. Doch

seit dem Absturz zweier Maschinen

des Typs mit insgesamt 346 Toten darf

die „Max“ weltweit nicht mehr abheben.

Die Airlines des Tui-Konzerns

müssen vorerst mit älteren und damit

spritdurstigeren Maschinen fliegen.

Zudem müssen viele Ersatz-Jets samt

Besatzung von anderen Airlines gemietet

werden. Das sei im Sommer

„sehr,sehr teuer“, sagte Joussen. (dpa)

Derführende deutsche Kaffeeröster

Tchibo hat im vergangenen Jahr seinen

Anteil am deutschen Kaffeemarkt

ausgebaut. DerUmsatz mit

Kaffee sei trotz sinkender Endverbraucherpreise

gestiegen, heißt es in

einer Mitteilung der Tchibo-Holding

Maxingvest. Insgesamt ging der

Tchibo-Umsatz jedoch um 2Prozent

auf 3,15 Milliarden Euro zurück,

heißt es in der Mitteilung. Daraus ergibt

sich, dass Tchibo weniger Kleidung

und Gebrauchsartikel verkauft

hat. DerGewinn vorSteuernund

Zinsen lag mit 80 Millionen Euro

deutlich über dem des Vorjahrs von

17 Millionen Euro. (dpa)

Fast jeder zweite neue

BMW ist ein Geländewagen

Der beliebte BMWX3ist auchmit Elektromotor

geplant.

FOTO: BMW/DPA

BMW hat seinen Absatz im Juli vor

allem dank neuer Geländewagen

(SUV)weitergesteigert. 46 Prozent

der verkauften Autos seien SUV,teilte

der Münchner Autobauer mit. Die

Nachfrage nach Plug-in-Hybriden

ging zurück. DerBMW-Konzern

steigerte seine Auslieferungen insgesamt

um 1,3 Prozent auf

183500 Fahrzeuge.Die MarkeBMW

legte noch etwas stärker zu –Wachstumstreiber

dortwaren China mit

plus 16 Prozent und Deutschland

mit plus 28 Prozent. In Deutschland

entwickelte sich der vollelektrische

BMW i3, der schon sechs Jahreauf

dem Marktist und lange ein Ladenhüter

war,plötzlich zu einem gefragten

Modell. In den USA wuchs die

Nachfrage nach der weiß-blauen

Markeumknapp 5Prozent. (dpa)

Sixt erhöht den

Umsatz kräftig

DerAutovermieter Sixt hat im zweiten

Quartal erneut vonder steigenden

Nachfrage nach Mietwagen vor

allem im Ausland profitiert. Der

operativeKonzernumsatz stieg um

14,4 Prozent auf 734,1 Millionen

Euro,wie das S-Dax-Unternehmen

am Dienstag mitteilte.Insbesondere

in den USA legte Sixt starkzu. Das

Vorsteuerergebnis –ohne den Einmalbetrag

aus dem Verkauf der Drive-Now-Beteiligung

an BMW im

Vorjahr –sank zwischen Aprilund

Ende Juni auch aufgrund vonInvestitionen

in digitale Angebote und die

Fahrzeugflotte um 2,8 Prozent auf

80,4 Millionen Euro. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Meinung

Radunfälle

ZITAT

Tödliche

Umstände

Elmar Schütze

glaubt, dass Autos in der Stadt auf

dem Rückzug sind.

Die Zahlen sind erschreckend. Immer

wieder. Imvergangenen Jahr gab es

in Berlin 8383 Unfälle mit Radfahrern.

Dabei gab es Hunderte Schwer-und Tausende

Leichtverletzte.Und es gab entsetzlicherweise

elf Tote. Wieder elf Geisterfahrräder

am Straßenrand mehr, jene

weiß angemalten Räder, die so stumm

und deshalb eindringlich an die fürchterlichen

Folgen jedes einzelnen dieser Unfälle

erinnern.

Natürlich muss man jeden Unfall als

das sehen, was er ist: ein Einzelereignis,

das vielfach nicht so hätte ausgehen müssen,

wenn jeder der Beteiligten sich anders

verhalten hätte. In Paragraf 1 der

Straßenverkehrsordnung steht: „Die Teilnahme

am Straßenverkehr erfordertständige

Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

WeramVerkehr teilnimmt, hat sich so zu

verhalten, dass kein anderer geschädigt,

gefährdet oder, mehr als nach den Umständen

unvermeidbar, behindert oder

belästigt wird.“

Reden wir über die „Umstände“: Unzählige

Unfälle mit Radfahrern sind ein

direktes Ergebnis einer Verkehrspolitik,

die jahrzehntelang einseitig das Verkehrsmittel

Auto –und auch Lastwagen –bevorzugt

hat. Allein die Zahl der Unfälle

zwischen rechts abbiegenden Kraftfahrern

und geradeaus fahrenden Radfahrern,

die in dieser Situation bekanntlich

Vorfahrthaben, ist empörend hoch.

DerSenat will mit diesem prinzipiellen

Vorrang für Autos Schluss machen. Und

das ist dringend nötig. Verkehrssenatorin

Günther,soumstritten sie sein mag, handelt

richtig, wenn sie ihrer „Vision Zero“

folgt, der Idee, dem Ziel, die Zahl der Unfälle

Richtung null zu reduzieren. Doch

der Wegdahin ist lang –und viel zu oft leider

auch tödlich.

Pkw-Maut

Scheuers

Desaster

Andreas Niesmann

sieht die Schuld für das gescheiterte

Projekt vorallem in Bayern.

Selten haben die Steuerzahler in

Deutschland für so viel Geld so wenig

bekommen wie bei der gescheiterten

Pkw-Maut: nämlich nichts.53,6 Millionen

Euro für die Planung sind weg. Unddie dicke

Rechnung kommt noch.

Derzeit prüfen die beteiligten Unternehmen,

wie hoch der Schaden ist, der ihnen

durch die Kündigung der Mautverträge

entstanden ist. Er dürfte im dreistelligen

Millionenbereich liegen. Diegenaue

Summe wird amEnde ein Schiedsgericht

entscheiden. Dass Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU) dortmit seiner

Argumentation durchkommt, die Verträge

gar nicht wegen des EuGH-Urteils,

sondern wegen nicht erbrachter Leistungen

der Betreiber gekündigt zu haben,

glaubt er vermutlich nicht einmal selbst.

Scheuer ist nicht allein verantwortlich

für das Desaster.Erhat eine Altlast geerbt,

die ihm sein Vorgänger Alexander Dobrindt

eingebrockt hat. Noch als CSU-Generalsekretär

hatte Dobrindt die „Ausländermaut“

zusammen mit Horst Seehofer

erfunden, um im bayerischen Landtagswahlkampf

2013 zu punkten. Als Verkehrsminister

boxte er das Projekt dann

gegen alle Widerstände durch. Als

Scheuer das Ministerium 2018 übernahm,

sah es aus,als sei der Wegbereitet.

Doch er war sich seiner Sache zu sicher.

Nicht die Vertragsunterschrift als solche

ist dem Minister anzulasten, wohl

aber, dass er zugelassen hat, sämtliche

Rechtsrisiken auf den Bund zu übertragen.

Diese Risiken waren selbst für Laien

erkennbar, einem Verkehrsexperten wie

Scheuer hätten sie regelrecht ins Auge

springen müssen. An dieser Stelle hat

Scheuer versagt, und dafür wird er die

Verantwortung übernehmen müssen.

Plötzlich wandelt sich das Bild. Eben

noch schien alles darauf hinzudeuten,

dass sich das deutsche Jobwunder

fortsetzen, die Beschäftigung

weiter zunehmen würde. Doch nun mehren

sich Anzeichen von Abschwung und einem

vorläufigen Ende der guten Zeiten. Kommen

noch Negativ-Einflüsse vonaußen hinzu, ein

harter Brexit etwa oder eine weitere Zuspitzung

des Handelsstreits zwischen USA und

China, könnte sich das Ganzeschnell zu einer

veritablen Krise auswachsen.

Wenn an diesem Mittwoch die Wirtschaftszahlen

fürs zweite Quartal veröffentlicht

werden, wirdsich wohl zeigen, dass die

Bundesrepublik auf eine Rezession zusteuert.

Teile der Industrie sind bereits mittendrin.

Ungewöhnlich ist das nicht. Ungewöhnlich

war eher, dass Deutschland so

lange davon verschont geblieben ist. Die

Jahre seit dem letzten großen Wirtschaftseinbruch

2008 waren goldene Jahre–mit Rekordbeschäftigung,

sinkender Arbeitslosenzahl

und verführerisch vollen Kassen bei

Rentenversicherung, Krankenkassen, Gesundheitsfonds

und Arbeitsagentur.Jahre, in

denen Sozialleistungen kräftig ausgeweitet

wurden und sich viele der Illusion hingaben,

es werdesoweitergehen.

Das, was jetzt bevorsteht, wäre mit konjunktureller

Eintrübung nur unzureichend

beschrieben. Es wird innächster Zeit kräftig

ruckeln in Deutschlands Wirtschaft, mit

weitreichenden Folgen für Millionen Beschäftigte

und womöglich auch für die Sicherheit

ihrer Jobs.Die aktuellen Meldungen

über Auftrags- und Produktionsrückgänge

sowie einbrechende Exporte sind Vorboten

einer Entwicklung, deren Dimension sich

bisher nur erahnen lässt. Was längst feststeht:

Ganze Branchen müssen sich neu er-

Längst ist die Saudurchs Dorfgetrieben, filetiert,

verwurstet, gegrillt, serviert und

verdaut. Aber die Schlachteplatte kommt einem

immer noch hoch, und das liegt nicht an

Carsten Linnemann. DerCDU-Politiker hatte

ins Sommerloch hineingesagt: „Ein Kind, das

kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf

einer Grundschule noch nichts zu suchen.“

Solche Kinder sollten eine Vorschule besuchen.

Notfalls müsste man sie dafür von der

regulären Zuckertüte zurückstellen.

In Hessen gibt es eine solche Regelung bereits.

Das Berliner Schulgesetz sieht für Kinder

mit attestiertem Bedarf eine „vorschulische

Sprachförderung“ vor, 25 Pflichtstunden

pro Woche. Doch dies wäre keine so

schön scheiternde Stadt, könnten Elternden

Paragrafen nicht regelmäßig ignorieren und

hätte der Senat überhaupt die nötigen Lehrkörper

vorrätig.

Linnemanns Idee ist nicht revolutionär,

aber diskutabel. Manche sagen, am

schnellsten lernten Kinder Deutsch vonanderen

Kindern, die es können. In der

Grundschule. Klar, wenn es sich um eine

Handvoll Nachzügler in einem Bullerbü am

Tegernsee handelt. In Berlin scheiternbeim

Lesen und Verstehen allerdings mehr als die

Hälfte aller Drittklässler an den Mindestanforderungen

oder erreichen sie gerade so.

Das liegt auch daran und hat gleichzeitig

zur Folge, dass Mittelschichtbürger alles

unternehmen, um ihre Leibesfrüchte nicht

gemeinsam mit vielen Migrantenkindern

unterrichtet zu wissen.

Wirtschaftskrise

Harte

Schnitte

Rasmus Buchsteiner

prophezeit: Es geht bergab,Deutschland steuertauf eine

Rezession zu. Und die wird alle Beschäftigten treffen.

finden, um ihren Untergang zu verhindern.

Namhafte Unternehmen, die über Jahrzehnte

für den Erfolg des Standorts Deutschland

standen, brauchen neue Geschäftsmodelle.

Das betrifft die Autobauer und ihre

weit ausdifferenzierten Zulieferer genauso

wie Banken, Versicherungen, Energiekonzerne.

Der Wandel erfordert auch anders

qualifizierte Arbeitnehmer.

Jede Krise kann auch eine Chance sein.

Arbeitsminister Hubertus Heil hat nun Pläne

für ein Arbeit-von-morgen-Gesetz vorgelegt.

Man kann den Begriff plakativ und mickymaushaft

finden –geschenkt. Die Senkung

der Hürden für konjunkturell bedingte Kurzarbeit

ist jedoch geboten und dürfte eher früher

als später benötigt werden.

KOLUMNE

Sie sollten

sich

Hilfe holen

André Mielke

Autor

Ein Sprecher der Grünen Jugend nannte

Linnemann „rassistisch“. Der schon große

Grüne vonNotz äußerte,hier würde jemand

„die Worte unserer Verfassung nicht verstehen“.

Linke-Chefin Kipping sah „Stimmenfang

im rechten Sumpf“. Auf mehreren

News-Webseiten stand, der Vorschlag sei

„absurd und menschenverachtend“. Die

schillerndste Perle purzelte aus der Kieler

CDU-Bildungsministerin Prien: Sie rief erst

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Darüber hinaus ist das Gesetz ein Angebot

an die Sozialpartner. Esbietet Geld für

Qualifizierung und Sicherung vonJobs auch

in Unternehmen, in denen sich gerade alles

wandelt und harte Einschnitte nur noch eine

Frage der Zeit sind. Zur Wahrheit gehört,

dass es unter den Anbieternauf dem Weiterbildungsmarkt

auch schwarze Schafe gibt.

Es gilt, die Angebote stärker auf die Fähigkeiten

zuzuschneiden, die im betrieblichen Alltag

wirklich benötigt werden.

Viele Studien sagen voraus, dass im Zuge

des tiefgreifenden Wandels,vor dem wir stehen,

unter dem Strich mehr Jobs entstehen

als verloren gehen. Gerade in Zeiten, in denen

so viel von Fachkräftemangel die Rede

ist, besteht die große Aufgabe darin, dafür zu

sorgen, dass das Gros der Beschäftigten von

heute auch die Arbeit von morgen erledigen

kann. Dazu gehört eine Arbeitslosenversicherung,

die sich nicht damit begnügt, wegfallenden

Lohn für eine Zeit auszugleichen.

Sie muss präventiv tätig werden, indem sie

stärker als bislang Weiterbildung finanziert

und Beschäftigte ermutigt, diese Chance im

eigenen Interesse zu nutzen.

DasGanzeist aber nicht allein Aufgabe des

Sozialstaats. Auch die Arbeitgeber müssen in

die Pflicht genommen, Mitnahmeeffekte aufseiten

der Wirtschaft vermieden werden. Die

Gewerkschaften sollten Druck machen, neue

Produkte und Qualifizierung einfordern,

lange bevor Standorte zur Disposition gestellt

werden. Hoffnung macht eines: Die Sozialpartner

in Deutschland können Krise.Sie haben

es während des letzten großen Wirtschaftseinbruchs

bewiesen. Allerdings werden

die anstehenden Herausforderungen

noch größer werden als die während der tiefen,

aber vergleichsweise kurzenRezession in

der Folge der großen Lehman-Pleite.

„populistischer Unfug“ und forderte dann,

„Kita und Vorschule zum Spracherwerb verpflichtend

zu machen“.

Wie kommt man auf so was? Klar, dpa

hatte eine Nachricht irrerweise mit „CDU-

Politiker: Grundschulverbot für Kinder, die

kein Deutsch können“ überschrieben. Aber

wer sich öffentlich dazu äußert, sollte doch

die ganzeMeldung oder besser das Originalinterview

kennen und diesem entnehmen

können, dass Linnemann nicht Diskriminierung,

sondern Chancengleichheit vorschwebt.

Oder gebricht es hier an Grundkompetenzen

im sinnerfassenden Lesen?

Sollte man etwa nicht nur kleinen Syrern

Kurse anbieten, sondern auch kerndeutschen

Politikernund Journalisten?

Ichfürchte,esist schlimmer.Bei manchen

Zeitgenossen nimmt der Drang, Mitbürger mit

Kraftworten zu belegen, pathologische Züge

an. Es scheint eine –symptomatisch an das

Tourette-Syndrom gemahnende –Zwangsstörung

zu sein. Die Betroffenen können kaum

mehr rational reagieren und diskursfähig bleiben,

falls jemand nur zart einen der eigenen

Triggerpunkte touchiert. Sie sind in ihren

Denkmustern und Profilneurosen gefangen.

Wenn morgens der Wecker klingelt, sagen sie

nicht: „Sorry, ich bin anderer Meinung, weil

müde“, sondernbrüllen: „Fresse, du Nazi!“ Ich

empöre mich, also bin ich. Undzwar ein bessererMenschals

du. Solche Personen führen die

Gesellschaft in eine Klimakatastrophe,die mir

bedrohlicher erscheint als das Kohlendioxid.

Siesollten sich Hilfe holen.

„Sie ist bereit, das Unbekannte

und ein Stück weit

auch Unkontrollierbare für

ihre Mission in Kauf zu

nehmen. Daszeigt, wie weit

Greta für ihre Botschaft

bereit ist zu gehen.“

Boris Herrmann, Profisegler, ist beeindruckt von der

Entschlossenheit der Klimaaktivistin Greta Thunberg.

AUSLESE

Wenn die Kippe auf

dem Gehweg liegt

Die Hersteller von Fast-Food-Verpackungen,

Getränkebechern, Plastiktüten

und Zigaretten sollen sich künftig

an den Kosten für die Stadtreinigung beteiligen.

Findet zumindest die Bundesumweltministerin

Svenja Schulze(SPD).

Die Neue Osnabrücker Zeitung fragt

zunächst: „Warum geht es nur um Zigaretten

und Fast Food? Wasist mit der zerbrochenen

Bierflasche? Undwieso akzeptiert

die Ministerin überhaupt, dass der

Müll auf der Straße landet?“ Und urteilt

dann über Schulzes Vorstoß: „Statt Vorreiter

in der Umweltpolitik zu sein, widmet

sich Deutschland mit dem Kampf gegen

die Zigarettenkippe auf dem Gehweg einem

Nebenkriegsschauplatz. Ein traurigesSchauspiel.“

Skeptisch ist man auch bei der Allgemeinen

Zeitung, die in Mainz erscheint:

„Was bringt es,wenn der Kaffeebecher ein

bisschen teurer wird? DieKämmerer mögen

sich freuen, aber die Einwegflut wird

dadurch nicht gebrochen. Einzig ein saftiges

Pfand könnte die To-go-Generation

vielleicht dazu bringen, auf Mehrwegumzusteigen.

Und gegen die Unsitte, seinen

Abfall in die Gegend zu feuern, helfen nur

gute Erziehung und soziale Kontrolle.“

Das Fazit der Magdeburger Volksstimme

lautet: „Am Ende wird immer der

Konsument den größten Teil der Zeche

zahlen, so viel ist klar.Wir haben also gar

keine andere Wahl: entweder vermeiden

oder zahlen. Eine intakte Umwelt muss

uns das wert sein.“ Bettina Cosack

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Wieman mit

Abwasser Gurken

wachsen lässt

Seite 17

Beunruhigter Innensenator –Andreas Geisel über wachsenden Antisemitismus Seite 10

Beruhigter Verkehr –Abschnitte des Stadtautobahnnetzes werden zur Großbaustelle Seite 12

Stadtbild

Ungefragt

entschleunigen

Torsten Landsberg

schwimmt in der Kolonne

Wochenmärkte sind eine gute

Teststrecke, umdie Wirksamkeit

von autogenem Training zu

überprüfen. Auf der Suche nach Natur

und Regionalität ist der Wochenmarkt

ein Place to be der nachhaltig

lebenden Gesellschaft – und entsprechend

voll. Neben dem Einkauf

frischer und gesunder Lebensmittel

– teils dann doch aus Südamerika

importiert –dient der Besuch auch

dem Sehen-und-gesehen-Werden.

Der Wochenmarkt ist ein gesellschaftliches

Ereignis, das sich prima

als Laufsteg abschreiten lässt. Direkt

aus dem Bett zu starten, um noch

schnell ein paar lästige Einkäufe hinter

sich zu bringen, ist da der falsche

Ansatz.

Unbedingt einzuhalten ist eines

der ungeschriebenen Gesetze: Wer

zufällig auf Bekannte trifft, bleibt stehen.

Punkt. Sei der Durchgang zwischen

den Ständen noch so eng, der

Rest muss warten. Wer diese Momente

als Angebot zur Entschleunigung

wegatmet, ist auf einem guten

Weg. Für den zügigen Einkauf eignet

sich der Wochenmarkt nicht. Es gilt,

sich dem Tempo des Schwarms zu

ergeben, das selten die Geschwindigkeit

von Tip-Top-Schritten überschreitet,

die Kinder auf dem Schulhof

machen, um in der Hofpause die

Fußballmannschaften zu wählen.

Das Aufschnappen mancher Unterhaltungen

lässt sich nicht vermeiden.

Eine junge Mutter schiebt einen

Kinderwagen durch die Kolonne

und gibt ihrer hochschwangeren Begleiterin

Ratschläge für das, was ihr

bevorsteht: Siemüsse rechtzeitig die

PDA verlangen, am besten Lachgas,

wenn es das gibt, was nicht überall

der Fall sei, weshalb es sich empfehle,dieses

Angebot in die Auswahl

der Geburtsklinik einfließen zu lassen.

Ein Hund folgt auf eigener Pfote

einer Fährte,während seine Besitzerin

am Obststand überlegt, ob die

Erdbeeren günstig sind. Dass Flexileinen

nicht empfehlenswert sind,

zeigt sich, als der Geruchssinn den

Hund zu den Ständen auf der anderen

Seite führt und er die Leine mitten

durch den Menschenverkehr

zieht wie ein Absperrband. Eine andere

Spezies sind zu Besuch bei ihrenKindernweilende,mit

den Menschenmassen

einer Großstadt fremdelnde

Eltern, die überall im Weg

sind und alles begutachten, als gäbe

es in der Kleinstadt keine Mangos.

Meistens sind es die Väter, die dann

von ihren Frauen angeherrscht werden.

Wochenmarkt-Anfänger sollten

sich langsam herantasten: BeiRegen

geht’s.

Da ist doch noch Platz: Markt am Kollwitzplatz

an einem ruhigen Tag. IMAGO IMAGES

Konfliktfall. Immer wieder kommt es auf den Berliner Straßen zu brenzligen Situationen.

Das tägliche Gegeneinander

8383 Unfälle mit Radfahrern gab es 2018 –die Hälfte davon haben sie selbst verursacht

VonPhilippe Debionne

Die BVG hat nach der Veröffentlichung

eines Videos,auf

dem eine durch

einen Bus herbeigeführte

gefährliche Situation für einen

Radfahrer und zu sehen ist, reagiert

und will mit dem betroffenen

Fahrer reden. Es könne „aufgrund

der Dienstpläne einige Tage dauern“,

bis man das Gespräch führen

könne.Der Mann hatte am 9. August

einen Radfahrer an der Straße der

Pariser Kommune beim Einfahren in

eine Haltestelle geschnitten. Nach

den Worten des Radlers habe der

Fahrer in einem direkten Gespräch

nach dem Vorfall bestätigt, „dass er

mich sehr wohl gesehen habe“.

Inwiefern das Verhalten des Busfahrers

Konsequenzen hat, steht

noch nicht fest. Vonder BVG gibt es

dazu zunächst keine weitere Auskunft.

Beider Polizei ist bislang keine

Anzeige gegen den Mann eingegangen.

Um eine Bestrafung des Bus-Fahrers

scheint es dem bedrängten Radler

auch gar nicht zu gehen. Er ließ

die Kameralediglich laufen, um eine

„schöne Aufnahme zu haben, wenn’s

dann mal wirklich schiefgeht“.

Grund seien ein „ähnlicher Vorfall

mit einem anderen Bus“ und regelmäßige

„Nahtod-Erfahrungen“ gewesen,

teilte der Mann bei Twitter

mit.

ElfTote und 741 Schwerverletzte

Tatsächlich steigt die Zahl der Unfälle

mit Radfahrern inBerlin –viele

davon enden mit schweren oder gar

tödlichen Verletzungen. 2018 waren

es 8383 Unfälle,wie aus einer aktuellen

Antwort auf eine Kleine Anfrage

des CDU-Abgeordneten Maik Penn

hervorgeht. Dabei wurden elf Radler

getötet, 741 schwer und weitere4871

leicht verletzt. 2760, also etwa jeder

Dritte, blieben unverletzt. Im Jahr

2017 hatte es 7404 Unfälle mit Beteiligung

von Radfahrern gegeben, dabei

wurden neun Radler getötet, 623

schwer und 4344 leicht verletzt.

2428 Fahrradfahrer kamen mit dem

Schrecken davon.

Zwar, heißt es in der Antwort der

Senatsverkehrsverwaltung, treten

„schwereUnfälle mit Radfahrenden“

Auch eine jener Vorschriften, die nicht jeder Autofahrer kennt.

UNFALLSCHWERPUNKTE FÜR RADFAHRER

21 Unfälle: Admiralstraße –Kottbusser Straße –Reichenberger Straße –

Skalitzer Straße –Adalbertstraße

18 Unfälle: Otto-Braun-Straße –Alexanderstraße –Karl-Marx-Allee

18 Unfälle: Mühlenstraße –Stralauer Allee –Warschauer Straße –AmOberbaum

15 Unfälle: Otto-Braun-Straße –Mollstraße

15 Unfälle: Gneisenaustraße –Mehringdamm –Yorckstraße

14 Unfälle: Straße der Pariser Kommune –Karl-Marx-Allee

14 Unfälle: Wilhelmstraße –Unter den Linden

13 Unfälle: Oranienstraße –Moritzplatz

13 Unfälle: Fennstraße –Tegeler Straße

13 Unfälle: Frankfurter Tor

IMAGO IMAGES

im ganzen Stadtgebiet auf, verstärkt

jedoch in der Innenstadt. Der einfache

Grund: Hier sei „der Radverkehrsanteil

deutlich größer“. Konkrete

Zahlen, wie viele Radler in den

jeweiligen Bezirken unterwegs sind,

gibt es zwar nicht. Eine Schätzung

der Verwaltung geht jedoch davon

aus,dass in Berlin jeden Tag12,3 Millionen

Wege zurückgelegt werden,

etwa 1,6 Millionen davon mit dem

Rad. Also rund 13 Prozent. Die Gefahr,als

Radler in einen Unfall verwickelt

zu werden, unterscheidet sich

dabei je nach Bezirk deutlich. Die

meisten Unfälle gab es im vergangenen

Jahr mit 1741 in Mitte (Vorjahr:

1503), an zweiter Stelle steht Friedrichshain-Kreuzberg

mit 1238 Unfällen

(Vorjahr: 1080). Danach folgt

Pankow mit 959 Unfällen (Vorjahr

905).

Am sichersten sind –zumindest

statistisch gesehen –die Außenbezirke

Spandau mit 260 Rad-Unfällen

(Vorjahr: 247), Marzahn-Hellersdorf

mit 313 (Vorjahr: 239) sowie Reinickendorf

mit 368 Unfällen mit Radfahrer-Beteiligung

(Vorjahr: 267). In

all diesen Bezirken sind relativ wenige

Radfahrer unterwegs.

Einer der zentralsten Streitpunkte

in der dauerhaft geführten Debatte

über Verkehrssicherheit ist die Frage

nach den Unfallverursachern. Laut

Senatsverkehrsverwaltung wurden

Radfahrer im Jahr 2018 insgesamt

4196-mal als Unfallverursacher erfasst,

in 4002 Fällen hingegen Kraftfahrzeugführende,

also Auto-, Bus-

Lkw- oder auch Motorradfahrer.

Vor diesem Hintergrund hat es

sich der rot-rot-grüne Senat zum Ziel

gesetzt, die Infrastruktur für den

Radverkehr nachhaltig zu verbessern

und auch sicherer zu machen.

So sollen unter anderem zusätzliche

Radwege sowie Fahrradstraßen und

Radschnellverbindungen geschaffen

werden. Auch die„Öffnung weiterer

Einbahnstraßen für Radverkehr

in Gegenrichtung“ wird von der Senatsverkehrsverwaltung

als eine

„beispielhafte Maßnahme“ genannt.

Insgesamt stünden im laufenden

Jahr vier Millionen Euro zur Verfügung.

Andere Maßnahmen, wie sie

vor allem von Autofahrern gefordert

werden –wie eine Helm-, Versicherungs-

oder Registrierungspflicht

(also Nummernschilder) für Radler –

lehnt die Senatsverkehrsverwaltung

hingegen ab.

Senat gegen Helmpflicht

IMAGO IMAGES

So müsste bei einer Helmtragepflicht

„davon ausgegangen werden,

dass weniger Menschen das umweltfreundliche

Fahrrad imAlltag nutzen“.

Auch eine Nummernschildund

Versicherungspflicht für Radler

ist nicht vorgesehen. Hierzu heißt es,

dass der „gravierende Verwaltungsaufwand

mit entsprechend hohen

Kosten“ inkeinem „angemessenen

Verhältnis zum angestrebten Nutzen“

stünde.

Zudem wäre die „daraus resultierendefinanzielle

undzeitlicheBelastung

sämtlicher Halterinnen und

Haltervon Fahrrädernunverhältnismäßig“.

Eine derartige „Reglementierung

der Fahrradfahrenden“

stünde weiterhin „dem Ziel des Senats

entgegen, den Fahrradverkehr

zu fördern“.

NACHRICHTEN

Datenschutz: Firmadroht

Bußgeld in Millionenhöhe

DasLand Berlin will in absehbarer

Zeit ein Bußgeld in Millionenhöhe

wegen Verstößen gegen die europäische

Datenschutzgrundverordnung

verhängen. Daskündigte die Sprecherin

der Landesbeauftragten für

Datenschutz und Informationsfreiheit,

Dalia Kues,amDienstag an. Um

welches Unternehmen es sich handelt,

könne sie aus rechtlichen Gründen

nicht sagen, sagte Kues. (dpa)

Festnahme nach tödlicher

AttackeimGrunewald

DiePolizei hat am Montag einen

Mann festgenommen, der für des

Toddes Mannes verantwortlich sein

soll, der am vergangenen Donnerstag

an der Halenseestraße in Grunewald

mit schweren Verletzungen

entdeckt worden war.Zielfahnder

nahmen den mutmaßlichen Täter

gegen 16.25 Uhrauf dem S-Bahnhof

Babelsbergfest, teilte die Polizei mit.

Gegen den 50-Jährigen habe ein

Haftbefehl wegen Totschlags vorgelegen.

Das51Jahrealte Opfer war am

Ortdes Überfalls gestorben. (BLZ)

Früherer Senatskanzlei-Chef

Volker Kähne gestorben

Derehemalige Chef der Berliner Senatskanzlei,

Volker Kähne,ist tot. Im

Altervon 78 Jahren starb er bereits

am 26. Juli, wie es in einer Mitteilung

der Senatskanzlei vomDienstag

hieß. Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller würdigte

Kähne als herausragenden Juristen

und Beamten. (dpa)

Strom in 1400 Haushalten

ausgefallen

In Schmargendorfist in rund 1400

Haushalten am Dienstagabend zeitweise

der Stromausgefallen.Auch

159 Gewerbebetriebe seien vonder

Störung betroffen gewesen, sagte

eine Vattenfall-Sprecherin. DieUrsache

war ein Kurzschluss.Die Versorgung

konnte gegen 20 Uhrwieder

hergestellt werden. (dpa)

Polizei simulierte am

Olympiastadion Großeinsatz

DiePolizei hat am Olympiastadion

am Dienstagmorgen den Einsatz gegen

bewaffnete Straftäter geübt. Wie

ein Sprecher der Polizei sagte,waren

120 Einsatzkräfte der Polizei sowie

der Bundespolizei an der Übung in

Westend beteiligt. DerBereich zwischen

Coubertinplatz und S-Bahnhof

Olympiastadion wurde abgesperrt.

Statisten simulierten ein Szenario,bei

dem Schwerbewaffnete

mit Gewehren auf Besucher des

Olympiastadions schießen. (dpa)

Ein Bewaffneter schießt im Olympiastadion

um sich: Das wardas Übungsszenario. POLIZEI


10 Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Berlin

Innensenator Andreas Geisel

(SPD) hat an mehreren Fronten

zu kämpfen: Fast jede Nacht

brennen Autos, Rechts- und

Linksextremisten gefährden die Demokratie.

Im Interview spricht er

über den künftigen Antisemitismus-

Beauftragten bei der Polizei, über

Clankriminalität und über die Autonomen-Hochburg„Rigaer94“.

Herr Geisel, wenn man sich die letzten

Wochen anschaut, könnte man meinen,

dass Sie als Sportsenator mehr

Spaß hatten als Innensenator.Zumindest

hatten Sie mit den Finals amüsantereThemen.

Die Finals 2019 sind wirklich gelungen,

das war beste Werbung für

Berlin. Vorallem war es für die Sportler

gut, die in vielen ihrer Sportarten

ihreWettkämpfe oft unter weitgehendem

Ausschluss der Öffentlichkeit

durchführen. 178 000 Besucher an

den Sportstätten an einem Wochenende

und Millionen vorm Fernseher,

das war schon gut. Aber ich habe an

beidem sehr viel Spaß, ich bin auch

mit Leidenschaft Innensenator.

Eine Ihrer Leidenschaften widmen Sie

ja den Autos, die fast jede Nacht angezündet

werden. Die CDU setzte kürzlich

ein Kopfgeld von1000 Euro für jeden

ermittelten Brandstifter aus. Ein

sinnvoller Schritt?

Beim Kopfgeld scheint sich die

CDU vonItalo-Westernaus den 70er-

Jahren inspirierthaben zu lassen. Ich

bleibe bei demThema lieber sachlich:

Wir haben in diesem Jahr bis Anfang

August 201 angezündete Autos.Wenn

es nicht gelingt, diese Brände deutlich

zu verringern, könnten wir am

Jahresende mehr als im vorigen Jahr

haben. Dasist beunruhigend.

Gibt es Hinweise auf Täter?

Die Ermittlungen laufen. Wir gehen

im Moment bei der Vielzahl der

Brände voneiner kriminellen Motivation

aus.Wenn ein 14 Jahrealtes Auto

eines Kleingärtners angezündet

wurde, sehe ich nicht unbedingt ein

politisches Motiv. Mit Blick auf die

Brände der vergangenen Jahregehen

wir davon aus,dass ungefähr ein Drittel

politisch motiviert ist. Der Rest

sind Vandalismus, Nachbarschaftsstreitigkeiten,Versicherungsbetrug.

Autobrände sind auch Thema in Neukölln,

wo die Polizei von rechtsextremen

Taten ausgeht. Es gibt Forderungen,

dies als Terror einzustufen ...

Die Innenverwaltung hat den Generalbundesanwalt

gebeten, die

Straftaten in Neukölln als Terror einzustufen

und die Ermittlungen zu

übernehmen. Die Reaktion war zurückhaltend.

Wir machen jetzt einen

neuen Vorstoß, auch vordem Hintergrund

des Mordes an RegierungspräsidentWalter

Lübcke in Hessen.

Also hat der Fall Lübcke die Ermittlungen

beschleunigt?

Die Opfer sind Menschen, die

sichtbar für die Demokratie und gegen

Rechtsextremisten eintreten. Terror

hat das Ziel, sie einzuschüchtern.

Dasdürfen wir nicht hinnehmen. Unsere

Demokratie steht unter Druck.

Deswegen wollen wir die Bemühungen

zur Aufklärung noch mal verstärken.

Die Polizei hat die BAO Fokus

eingerichtet, eine spezielle Ermittlungsgruppe.

Seit dem Frühjahr gibt

es ein gemeinsames Informationsund

Bewertungszentrum Rechtsextremismus.

Hier tauschen sich LKA

und Verfassungsschutz aus und bewerten

alle Hinweise.

DieLinkspartei forderteinen Untersuchungsausschuss.

Washalten Sie davon?

Nicht viel. Ein Untersuchungsausschuss

arbeitet immer nur retrospektiv.Damit

kann man nicht laufende Ermittlungen

vorantreiben. Bedenken

muss man auch den personellen Aufwand:

Ein Untersuchungsausschuss

bindet viele Kräfte; der zum Breitscheidplatz

zurzeit zirka 40 Staatsschützer.Ich

würde diese gerneinsetzen,

um Anschläge zu verhindern.

Wobei der Ausschuss genau darauf abzielen

soll, die aktuellen Strukturen

der Polizei zu durchleuchten. Es geht

zum Beispiel um das angebliche Treffen

eines der Ermittler mit einem Neuköllner

Nazi. Betroffene stellen sich die

Frage: Wenn diese Ermittlertruppe

verunreinigt ist –wie sollen die Fälle

überhaupt aufgeklärtwerden?

Ich vertraue der Polizei. Aber natürlich

haben wir uns bestimmte Fragen

auch gestellt. Deswegen laufen ja

interne Ermittlungen. Nach derzeitigem

Stand haben sich diese Verdachtsmomente

aber nicht bestätigt.

Kürzlich wurde der Rabbiner Yehuda

Teichtal auf der Straße attackiert. Danach

gaben verschiedene Politiker bis

hoch zum Regierenden Bürgermeister

ihreSolidaritätsbekundungen ab.Die

Empörungsmaschinerie funktionierte

wie immer nach solchen Attacken.

Reicht das noch aus?

Lautstark seine Abscheu über Antisemitismus

zu äußern, empfinde

ich nicht als Empörungsmaschinerie.

Öffentliche Worte sind wichtig. Aber

wir müssen mehr tun. Wir haben einen

wachsenden Antisemitismus.

DerKampf dagegen ist ein dauerhafter

Kampf, und zum Teil auch eine Sisyphusarbeit,

die in den Schulen beginnt

und sich lebenslang in allen Gesellschaftsbereichen

fortsetzen muss.

Bei der Stärkung der Zivilcourage

setzt das Programm gegen Antisemitismus

an, das der Senat vorein paar

Monaten gestartet hat.

DasJüdische Forum verwies nach der

Attacke auf den muslimischen Antisemitismus.

Wie groß ist das Problem

des importierten Antisemitismus?

Undwie ist das eigentlich noch mit der

Polizei-Zählweise zu vereinen, nach

der 90 Prozent der Taten dem Rechtsextremismus

zugeschlagen werden?

In dieser Stadt leben Menschen aus

180 Nationen, die zu einem gewissen

Teil auch mit Antisemitismus sozialisiertwurden

und ihn nicht einfach ablegen.

Undwir haben einen deutschen

„Wir wollen die Rigaer94

kaufen, um Recht und

Ordnung durchzusetzen“

Innensenator Andreas Geisel

(SPD) über Links- und

Rechtsextremismus,

den neuen Antisemitismus-

Beauftragten der Polizei und

die Frage, warum es so

schwierig ist, Verbrecher

abzuschieben

„ “

Antisemitismus, von dem wir leider

feststellen müssen, dass er nie weg

war. Die Straftaten in diesem Bereich

zahlenmäßig auseinanderzuhalten ist

sehr schwer. Alle ungeklärten Fälle

dem Rechtsextremismus zuzuordnen

wirdder tatsächlichen Motivlage ganz

offensichtlich nicht gerecht. Dort

muss man stärker differenzieren. Und

daran arbeiten die Polizeien länderübergreifend.

Dasist ja kein alleiniges

Berliner Phänomen.

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Andreas Geisel wurde 1966 geboren. Nach der Schule in Ost-Berlin absolvierte er eine Berufsausbildung

mit Abitur zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik, und studierte an der

Hochschule für Verkehrswesen in Dresden. Nach dem Ende der DDR studierte Geisel an der

Humboldt-Universität Volks- und Betriebswirtschaftslehre.

In die SPD trat Geisel 1990 ein, war später im Landesvorstand aktiv und ist seit 2016 stellvortretender

Landesvorsitzender.Ab1995 bekleidete er in Lichtenberg verschiedene Stadtratsposten.

Seit Dezember 2016 ist der Sozialdemokrat Senator für Inneres und Sport. Zuvor

war er zwei Jahre lang Senator für Stadtentwicklung und Umwelt.

Das vom Senat eingeführte Antisemitismus-Konzept

ist breit angelegt und

geht über alle Ressorts. Wie funktioniertdie

Umsetzung bei Ihnen?

DasJustiz-Ressorthat bereits einen

Antisemitismus-Beauftragten. Wir

werden auch für die Polizei in Kürze einen

Antisemitismus-Beauftragten

einführen, der sich nach innen wendet.

Er soll Polizisten noch stärker

schulen, antisemitische Vorfälle zu erkennen,

entsprechend einzugreifen

und diese Thematik offen anzusprechen.

Innenstaatssekretär Akmann

wird zudem einen Runden Tisch gegen

Antisemitismus einberufen.

SABINE GUDATH

Im November haben Sie die Einrichtung

einer Koordinierungsstelle gegen

Clankriminalität im LKA angekündigt,

einen Fünf-Punkte-Plan für die

Bekämpfung vonClans und auch eine

übergreifende Zusammenarbeit der

Bezirke. Funktioniert diese Zusammenarbeit

inzwischen?

Neukölln war der Vorreiter-Bezirk

und von Anfang an intensiv dabei.

Tempelhof-Schönebergund Charlottenburg-Wilmersdorf,

um zwei weiterezunennen,

haben sich jetzt auch

dieser Zusammenarbeit angeschlossen.

Ichbin im September im Ratder

Bürgermeister,umdortdafür zu werben,

dass das eine bezirksübergreifende

Thematik wird.

Seit Ihrer Ankündigung sind aber

schon wieder neun Monate vergangen.

Dasgeht ganz schön langsam.

Im Gegenteil. Wir haben seit Anfang

des Jahres 131 Einsätzedurchgeführt,

davon 16 Verbundeinsätze mit

Zoll und anderen Behörden. Dassind

im Durchschnitt drei Einsätze pro

Woche, eine sehr hohe Taktfolge. Die

Zusammenarbeit läuft hervorragend.

Es wirdnoch viele Gelegenheiten geben

für die einzelnen Bezirksämter,

die Finanzämter und die Jobcenter,

sich entsprechend einzubringen.

Wann werden alle Bezirke dabei sein?

Wichtig ist, Schritt für Schritt vorzugehen

und auf der Arbeitsebene

stabile Strukturen aufzubauen. Wir

sorgen mit dem neuen Haushalt dafür,

dass das LKA handlungsfähiger

wird. Ganz wichtig: Der Personalaufbau

der gesamten Polizei geht weiter.

857 neue Stellen werden im neuen

Doppelhaushalt enthalten sein. Für

2018/19 waren es 850 neue Stellen.

Ob schließlich acht Bezirke mitarbeiten

oder alle zwölf –ich gehe davon

aus, dass die Bekämpfung von Clankriminalität

viele Jahrzehnte dauert.

Nicht, dass ich missverstanden

werde: Ich will es nicht auf die lange

Bank schieben, und die hoheTaktzahl

zeigt, dass wir das Thema intensiv angehen.

Aber ich warne vorder Erwartung

schneller Erfolge. Wichtig ist,

den Marathon durchzuhalten.

Neuköllns Jugendstadtrat fordert die

Wiedereinführung der aufgelösten Ermittlungsgruppe

„Ident“, um die Herkunft

krimineller Clanmitglieder zu

ermitteln und diese abschieben zu

können.Wiestehen Siedazu?

Dashaben wir hier längst. Seit rund

zwei Jahren gibt es eine Ermittlungsgruppe

der Innenbehörde, gemeinsam

mit der Ausländerbehörde und

der Polizei, die jeden einzelnen Fall bearbeitet.

Rot-Rot-Grün wird jaimmer

vorgeworfen, wir würden nicht abschieben.

Dasist aber nicht so.Vor allem

richten wir unser Augenmerk auf

die Abschiebung von Straftätern.

Doch das ist oft nicht so einfach.

Wassind die größten Probleme?

Zwei Drittel der islamistischen Gefährder

sind Deutsche.Die kann man

nicht abschieben. Ähnlich ist es bei

der Clankriminalität: Nach 30 Jahren

in Deutschland sind 75 Prozent Deutsche

geworden. Und die anderen

25 Prozent haben deutsche Kinder

oder leben mit deutschen Ehepartnernzusammen.

Dasheißt: Siemüssen

sich jeden Fall einzeln anschauen.

Abschiebung ist nicht die

Generalantwort auf alle kriminellen

Fragen.Wirnehmen bei der Bekämpfung

der Clankriminalität das gesamte

Besteck: Parken in der zweiten

Reihe wird geahndet, wenn die Kinder

nicht zur Schule kommen, wird

eingegriffen. Der verdorbene Orangensaft

in der Shisha-Bar wird kontrolliert,

gegen Kleinkriminalität wird

vorgegangen. Undwenn wir Aufenthalt

in Deutschland beenden können,

dann tun wir auch das.

Viele Flüchtlinge, die zu uns kommen,

werden offenbar von Clans angeheuert.

Andererseits bieten ihnen islamistische

Prediger in Moscheen eine geistige

Heimat und befördern so die Integration

in die Parallelgesellschaft.

Ichhöre das immer. Empirisch ist

das nicht wirklich zu belegen. Aber

dass es eine Reihe vonRattenfängern

gibt, die mit Worten hetzen und andere

die Taten ausführen lassen, das

ist so.Deshalb müssen wir für die Demokratie

eintreten, gegen Kriminelle

und politische Extremisten von

rechts und links.

Reden wir doch mal über Linksextremismus.

DasWortkommt im Koalitionsvertrag

nicht einmal vor...

Doch. Dortist vonpolitischem Extremismus

die Rede.Und das schließt

rechts und links ein.

2016 brachte SPD-Finanzsenator Kollatz

die Idee auf,dass das Land Berlin

die Autonomen-Hochburg „Rigaer94“

kauft.Washalten Siedavon?

Dasist die richtige Strategie.Wenn

man das Thema grundsätzlich angehen

will, muss man die Eigentumsverhältnisse

ändern. Deshalb bemühen

wir uns seit geraumer Zeit zu erfahren,

wer der Eigentümer ist, um

beispielsweise mit einer kommunalen

Wohnungsbaugesellschaft das

Haus zu erwerben. Nicht, um es den

Bewohnern zuübergeben, sondern

um einen handlungsfähigen Eigentümer

zu haben und um Recht und

Ordnung durchzusetzen.

Warum dauertdas so lange?

Es gibt in der Rigaer 94 unterschiedliche

Mietsituationen –sowohl

langfristige als auch gekündigte Mietverträge.Dazu

haben wir das Problem,

dass der Hauseigentümer sich verbirgt

und nicht mit der Polizei zusammenarbeitet.

Vorangegangene Räumungen

sind von Gerichten mehrfach für

illegal befunden worden. Lauthals fordernkann

jeder.Wir müssen als Senat

rechtssicher handeln.

Mitunter kommt es einem so vor, dass

es vonseiten Ihrer Koalitionspartner

keinen allzu großen Ehrgeiz gibt, den

Linksextremismus zu bekämpfen. Haben

Sie den Eindruck, dass von ihren

Partnern der eine oder andere Verständnis

für die Linksextremisten hat?

Nein. Das wird von konservativer

Seite gern suggeriert, ist aber falsch.

Den Bürgerdialog mit den Anwohnern

der Rigaer Straße hat zum Beispiel

von Frau Herrmann, die grüne

Bezirksbürgermeisterin, organisiert.

Es wird also konsequent gegen Linksextremisten

durchgegriffen?

Selbstverständlich. In dem Moment,

wo sie Straftaten begehen, Polizisten

angreifen, Anwohner terrorisieren,

ist die Polizei da.

DasGespräch führten

Andreas Kopietz und Annika Leister.


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 11

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Berlin

116 000 Wohnungen hat die Deutsche Wohnen in Berlin. Im Schnitt zahlen die Mieter 6,82 Euro pro Quadratmeter,das sind 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. DPA

Die Mieten steigen weiter

Der Gewinn der Deutschen Wohnen geht trotzdem leicht zurück. Der Konzern hält nun Ausschau nach anderen Wegen zum Geldverdienen

VonBurkhard Fraune

Der Immobilienkonzern

Deutsche Wohnen verdient

trotz der Debatte

um mehr Schutz für Mieter

noch immer gut mit seinen Wohnungen.

Die Mieteinnahmen wachsen

weiter. Allerdings hinterlässt die

Aussicht auf einen Mietendeckel im

wichtigsten Markt Berlin erste Spureninder

Bilanz. Aufder Suche nach

neuen Erlösquellen nimmt der Konzern

nun verstärkt Pflegeheime in

den Blick und nutzt die hohen Wohnungspreise

für mehr Verkäufe.

„Es ist total klar,dass es mehr und

mehr Sinn macht, die Rolle des Verkäufers

zu übernehmen“, sagte Vorstandschef

Michael Zahn in einer

Analystenkonferenz. 6500 Wohnungen

stünden in Norddeutschland zur

Disposition, außerdem 3000 in Berlin.

Dies habe nichts mit dem geplanten

Berliner Mietendeckel zu

tun, sagte Zahn.„Wir sehen im Markt

eine Menge billiges Geld und eine

steigende Nachfrage.“

Nach jahrelangen kräftigen Mietsteigerungen

spüren Immobilienkonzerne

besonders in Berlin starken

Gegenwind. Kürzlich hat sich

der Senat auf Eckpunkte geeinigt,

mit denen die Mieten in der Hauptstadt

in den kommenden fünf Jahren

eingefroren werden sollen. An der

prestigeträchtigen Karl-Marx-Allee

schnappte das Land der Deutschen

Wohnen mehrereHundertWohnungen

vorder Nase weg.

Mehr als 70 000 Menschen unterschrieben

zudem für eine Initiative,

nach der Vermieter mit mehr als

3000 Wohnungen enteignet werden

sollen. Der Senat prüft noch, ob das

angestrebte Volksbegehren zugelassen

werden kann, wie ein Sprecher

der Innenverwaltung sagte.

„Es ist total klar, dass es mehr Sinn macht,

die Rolle des Verkäufers zu übernehmen.“

„Wir sehen im Markt eine Menge billiges Geld

und eine steigende Nachfrage.“

Michael Zahn, Vorstandschef der Deutschen Wohnen

Erst am Wochenende hatte das

Wohnungsunternehmen Vonovia

angekündigt, in Berlin vorerst keine

Mieten mehr zu erhöhen, um die Situation

nicht weiter anzuheizen. Dabei

biete der jüngste Mietspiegel fünf

Prozent Spielraum. Auch die Deutsche

Wohnen hat den neuen Mietspiegel

nach eigenen Angaben noch

nicht für Erhöhungen genutzt. Das

Management der Deutschen Wohnen

reagierte auf die Kritik mit einem

freiwilligen Mietendeckel.

Demnach soll es keine Mieterhöhung

geben, wenn ein Haushalt

mehr als 30 Prozent seines Nettoein-

kommens für die Nettokaltmiete einer

angemessenen Wohnfläche aufwenden

muss.Umdiese Härtefallregelung

zu nutzen, müssen Mieter ihr

Einkommen offenlegen.

Im Durchschnitt zahlen Mieter

der Deutschen Wohnen pro Quadratmeter

6,73 Euro kalt, in Berlin

waren es 6,82 Euro. Damit überwiesen

Mieter auf vergleichbarer Basis

im Schnitt 3,3 Prozent mehr als im

Vorjahreszeitraum, in den 116 000

Berliner Wohnungen sogar 3,6 Prozent

mehr.

Dasließ zwar den Gewinn im laufenden

Geschäft (Funds from Operations

1) um mehr als 13 Prozent auf

283,4 Millionen Euro wachsen. UntermStrich

ging der Konzerngewinn

aber zurück. Mit 603 Millionen Euro

lag das Halbjahresergebnis knapp 50

Millionen Euro unter demVorjahreswert.

Dazu trug bei, dass der Wert

von Wohnungen geringer eingeschätzt

wird als vor einem Jahr. Die

Konzernbilanz verweist in diesem

Zusammenhang auf den Berliner

Plan, die Mieten für fünf Jahreeinzufrieren.

Die Aktien der Deutsche

Wohnen rutschen am Dienstag auf

den niedrigsten Stand seit mehr als

zwei Jahren.

Zuletzt war das Portfolio des Konzerns

auf bundesweit gut

165 000 Wohnungen gewachsen.

Nun werde man ein „Netto-Verkäufer“,

sagte Zahn. Während in diesem

Jahr insgesamt etwa 10 000Wohnungen

verkauft werden sollen, seien zugleich

etwa 4000 Einheiten erworben

worden. „Das ist etwas, was auch in

den nächsten Jahren zu erwarten

ist.“ Er kündigte zudem für das dritte

Quartal ein Konzept an, wie das Segment

Pflegeimmobilien weiter

wachsen könne. Die Konzernstrategie

werdesich aber nicht fundamental

ändern. (dpa)

Tage der Teilung

In der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen brennen Kerzen für die Opfer

VonJutta Schütz

Klaus Lederer (vorne), Michael Müller und

Ralf Wieland bei der Kranzniederlegung DPA (2)

Eine Maurerkolonne im August 1961 an

der Sektorengenze am Potsdamer Platz

Deutschland hat an die Opfer des

Mauerbaus vor 58Jahren erinnert.

In der zentralen Mauer-Gedenkstätte

in Berlin wurde bei einer Andacht

in der Kapelle der Versöhnung

auf dem früheren Todesstreifen eine

Kerze für alle Opfer der deutschen

Teilung entzündet. Anschließend

wurden am Mauer-Denkmal Kränze

niedergelegt. Zu dem Gedenken warenauch

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller (SPD) sowie

Bundestags-Vizepräsidentin Petra

Paugekommen.

Am 13. August 1961 hatte die SED-

Führung unter Walter Ulbricht mit

dem Bau der Mauer begonnen. Das

rund 155 Kilometer lange Bollwerk

zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre.

Die Teilung endete erst mit dem Fall

der Mauer am 9. November 1989.

Im Schloss Bellevue betonte Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier

zum Mauerbau-Jahrestag, dieses

„Schandmal aus Beton und Stacheldraht“

habe Leid und Unglück

über viele Menschen gebracht. Fluchten

und Freiheitswille hätten jedoch

nicht erstickt werden können.

DerOstbeauftragte der Bundesregierung,

Christian Hirte (CDU)

meinte, die Erinnerung mache auch

deutlich, dass eine freie Gesellschaft

keine Selbstverständlichkeit sei. „Wir

schulden all denen Dank, die beigetragen

haben, diese Mauer zum Einsturzzubringen.“

An der Glienicker Brücke zwischen

Berlin und Potsdam hielt die

CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin

Annegret Kramp-

Karrenbauer am Nachmittag eine Gedenkrede.

Während der Teilung gehörte

eine Hälfte des Bauwerks zum

Osten und die andere zum Westen.

Im Kalten Krieg war die Brücke mehrmals

Schauplatz für den Austausch

vonAgenten.

SPD-Politiker Müller hatte zu dem

Jahrestag erklärt, neben Jubel und

Freude über den Fall der Grenzen vor

30 Jahren dürften dieToten und Opfer

nicht vergessen werden. „Beide Erinnerungen

gehören zusammen.“

Heute müssten Demokratie und

Rechtsstaat verteidigt werden.

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) erinnerte

daran, dass sich die Menschen in der

DDR ihre Freiheit und Mündigkeit

selbst erkämpften. „Nur eine freie,offene

und demokratische Gesellschaft

hat eine Zukunft“, hatte Woidke zu

dem Gedenktag mitgeteilt.

Die Union der Opferverbände

Kommunistischer Gewaltherrschaft

verwies darauf, dass an der Grenze

auch auf jugendliche DDR-Flüchtlinge

geschossen wurde. Dem SED-

Regime seien alle Mittel recht gewesen,

um dem eigenen Volk den Wege

in die Freiheit zu versperren, erklärte

der Bundesvorsitzende Dieter Dombrowski.

In Berlin starben nach dem Mauerbau

nach wissenschaftlichen Erkenntnissen

mindestens 140 Menschen

durch das DDR-Grenzregime.

An einer Studie, wonach an der etwa

1400 Kilometer langen deutsch-deutschen

Grenze mindestens 327 Menschen

ums Leben kamen, war Kritik

aufgekommen. Teile der Forschungen

sollten überprüft werden.

Nach neuen Erkenntnissen des

SED-Forschungsverbunds kamen bei

Fluchtversuchen in den Monaten vor

dem Mauerfall an den Grenzen der

damaligen Ostblock-Staaten 1989

mindestens 18 DDR-Bürger um, darunter

auch ein Kind.

Indes finden 69 Prozent der Ostdeutschen

einer Forsa-Umfrage zufolge

heute ihrepersönliche Situation

besser als früher. 9Prozent der Befragten

gaben hingegen eine Verschlechterung

seit dem Ende der

DDR an. 18 Prozent meinten, es sei

„genauso wie früher“, ging aus dem

am Montag veröffentlichten RTL-

Trendbarometer hervor. (dpa)

Chronische Herzschwäche

und Erektionsstörungen

Sind Sie davon betroffen?

Wir führen zurzeit eine klinische Studie durch, in der zwei

Medikamente hinsichtlich der Verbesserung der Erektion

bei männlichen Patienten mit chronischer Herzschwäche

und Erektionsstörungen untersucht werden sollen.

Wurde bei Ihnen die Diagnose

Chronische Herzinsuffizienz mit reduzierter

Pumpfunktion und Erektile Dysfunktion

(Erektionsstörungen) gestellt?

Zur Teilnahme an dieser Studie

suchen wir Männer zwischen 18 und 75Jahren.

Die Entscheidung über die Aufnahme indie Studie trifft der Prüfarzt.

Die Novartis Pharma AG ist Sponsor dieser Studie.

Wenn Sie aneiner Teilnahme interessiert sind,

erhalten Sie hier weitere Informationen:

030 450-540 258 (Frau Zippel)

030 450-540 233 (Frau Merkert)

nadine.zippel@charite.de

doris.merkert@charite.de

Telefax: 030 450-540 909

Universitätsmedizin Berlin

Charité Campus Buch

Franz-Volhard-Centrum für Klinische Forschung

am Experimental and Clinical Research Center

(ECRC) -eine Kooperation mit dem MDC

Lindenberger Weg 80 • 13125 Berlin

www.klinischeforschung.novartis.de

Diese Untersuchungist denzuständigen Behördenangezeigt.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Radfahrer gestürzt.

Mitschweren Verletzungen am Kopf

und an den Schulternwurde am

Montagnachmittag ein 48 Jahrealter

Mann in ein Krankenhaus gebracht.

Er fuhr auf seinem Radinder Hauptstraße

in Rummelsburg. DerRadfahrerwar

auf dem Radfahrstreifen unterwegs.Dortfuhr

er über einen

Pflasterstein und verlor das Gleichgewicht.

Dabei stürzte er vomRad.

Passanten riefen die Feuerwehr.

Räuberinnen festgenommen.

Zwei maskierte Frauen haben am

frühen Dienstagmorgen den Wirt eines

Lokals in der Auguste-Viktoria-

Allee in Reinickendorfbedroht. Sie

hatten gegen 3.15 Uhrdie Kneipe betreten.

Eine vonihnen zogeine Pistole

und hielt sie dem 77-jährigen

Wirt vordessen Gesicht. Dann verlangte

sie sein Geld. DerMann holte

eine Reizgaspatrone hervorund besprühte

die Täterinnen. Sieverließen

das Lokal und flüchteten in einem

Auto.Polizisten nahmen später die

beiden 18 und 21 Jahrealten Täterinnen

fest.

Kleintransporter brannten.

In der Nacht zum Dienstag brannte

in Hellersdorfein Kleintransporter.

Eine Anwohnerin der Cottbusser

Straße beobachtete gegen 22.10

Uhr, wie Flammen aus dem Heck eines

Renault Traffic schlugen. Nachdem

sie die Feuerwehr alarmiert

hatte,gelang es ihr,die Flammen

mit einem Feuerlöscher selbstständig

zu löschen. Drei Stunden später

ging in der Kyritzer Straße/Fercher

Straße ein Mercedes-Benz-Transporter

ebenfalls in Flammen auf.

EinAnwohner bemerkte die Flammen

und rief die Feuerwehr.Durch

die Hitzewurde außerdem ein vor

dem brennenden Kleintransporter

geparkter Ford Transit im Heckbereich

beschädigt. In beiden Fällen

wurde niemand verletzt. DiePolizei

ermittelt jetzt in beiden Fällen wegen

des Verdachts der vorsätzlichen

Brandstiftung. Hinweise auf ein politisches

Motiv haben die Ermittler

nicht.

Die Polizei fahndet nach diesem Mann. Er

hat eine Tankstelle überfallen. POLIZEI

Fahndung nach Tankstellenräuber.

DiePolizei fahndet nach einem

Mann. Er soll am 24. Januar gegen

22.50 Uhreine Tankstelle in der

Streitstraße in Spandau überfallen

haben. DerGesuchte war mit einer

Pistole bewaffnet.Vom21Jahrealten

Angestellten forderte er Geld. Das

bekam er auch. DiePolizei bittet

Zeugen, die den 1,80 Meter großen

und schlanken Mann kennen, sich

zu melden. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle

entgegen.

Polizisten angegriffen.

Am Kottbusser TorinKreuzberghaben

sich am frühen Dienstagmorgen

zwei Jugendliche geprügelt. Als Polizisten

die beiden Schläger festnahmen,

wurden sie mit Eiernbeworfen.

MehreEier trafen den Streifenwagen.

Verletzt wurde niemand.

Rennen ohne Führerschein.

Polizisten des Abschnitts 35 haben

am Montagabend im Schillerpark

zwei Jugendliche festgenommen. Sie

waren auf einem Moped sowie auf

einem Quad um die Wette gefahren.

Während des Rennens stürzte der 17

Jahrealte Mopedfahrer.Der 18 Jahre

alte Quadfahrer flüchtete zunächst.

Er stellte sich später.Beide Jugendliche

hatten keine gültige Fahrerlaubnis.Beide

Fahrzeuge waren auch

nicht versichert. (ls.)

Hier trifft die Avus auf die A100: Das Dreieck FunkturmamICC (l.) und am Rasthof Avus ist einer der am stärksten genutzten Autobahnknotenpunkte Deutschlands.

Operation am offenen Herzen

Abschnitte des Stadtautobahnnetzes werden zur Großbaustelle. Ein Gespräch mit den Projektleitern

VonPeter Neumann

Eigentlich dürfte sich auf

diesem Teil der Stadtautobahn

tagsüber kein Rad

mehr bewegen. Rein rechnerisch

müsste auf der A100 am

Dreieck Funkturm täglich Stillstand

herrschen. „Die Kapazitätsgrenze ist

längst überschritten“, sagt der Bauingenieur

Burkhard Pott. Dieser Bereich

des Stadtrings habe Platz für

120 000 Fahrzeuge proTag, stattdessen

wälzten sich an Arbeitstagen

180 000 bis 200 000 Autos,Lkw,Busse

und Motorräder dort entlang. Meist

rollt derVerkehr,vor allem wegen der

platzsparenden Fahrweise der Pendler,

lobt Pott. Doch Berlins Hauptschlagader

stehen Operationen am

offenen Herzen bevor – Großbaustellen.

Dazu gibt es neue Details.

Burkhard Pott ist Projektleiter bei

einem Bund-Länder-Unternehmen,

das einen ziemlich langen Namen

hat: Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs-

und -bau GmbH, kurzDeges.

ImHauptsitz an der Zimmerstraße

spricht der Planer über den

Umbau des Dreiecks Funkturm, an

dem die Avus in den Stadtring mündet.

Die jüngsten Verlautbarungen

liegen schon einige Zeit zurück, doch

inzwischen hat die Entwurfsplanung

begonnen. Es ist Zeit für ein Update.

Angstschweiß an der Auffahrt

Diewichtigste Frage lautet: Wiesieht

der Zeitplan aus? „Das Planfeststellungsverfahren

soll 2021 beginnen.

Mit einem Baubeginn rechnen wir

nicht vor 2023.“ Die Bauzeit wurde

zwischendurch auf bis zu zwölf Jahre

veranschlagt, was aber als zu lang erschien,

so Pott:„Voraussichtlich werden

es sieben bis acht Jahre sein.“

Kürzergehe es nicht, „da der Verkehr

aufrechterhalten werden muss“.

In der Tat, das ist die Vorgabe.„Es

wirdviele vorübergehendeVerkehrsführungen

und viele Bauzustände

geben. Behelfsbrücken werden errichtet

und wieder entfernt“, sagt

Pott. „Doch der Verkehr wird weiter

fließen, auf der A100 wie heute auf

drei Fahrstreifen pro Richtung. Die

Umgebung soll nicht durch Umleitungsverkehr

belastet werden.“

Klar sei auch: Zu dem Bauprojekt,

für das eine belastbare Kostenschätzung

erst noch ermittelt werden

muss, gibt es keine Alternative. Zum

einen ist der Knotenpunkt, der sich

seit Beginn der 1960er-Jahre schrittweise

entfaltet hat, verschlissen. Als

die rund 20 Brückenentstanden, war

die Spannbetonbauweise teils noch

nicht ausgereift, und kein Planer erwartete,dass

die Belastung jemals so

Sie wird abgerissen: die Rudolf-Wissell-Brückeüber der Spree.

Baugrunderkundung: Projektleiter Wolfgang Pilz neben einem Bohrer.

IMAGO IMAGES

THOMAS UHLEMANN

groß sein wird. Das Dreieck ist einer

der am stärksten genutzten Knotenpunkte

im deutschen Autobahnnetz.

Zwar wird die Kapazität beim

Umbau nicht erhöht: „Das Dreieck

Funkturm wird auch künftig nicht

leistungsfähig sein“, heißt es bei der

Deges. Doch bei der Verkehrsführung

wird es Änderungen geben,

denn auch sie entspricht heutigen

Standards zum Teil nicht mehr.

Dass es auf der Avus oft ab Hüttenweg

Rückstau gibt, hat damit zu

tun, dass die Rampe an der Auffahrt

zur A100 in Richtung Wedding kurz

ist – ein Überraschungseffekt, der

Berlin-Neulingen Angstschweiß auf

die Stirn treiben kann. Darum wird

die Rampe verlängert. Zweites Beispiel:

Dass sich inmitten eines Autobahndreiecks

eine Anschlussstelle

befindet, ist nach jetzigen Maßstäben

unüblich. Zu dicht folgen Rampen

aufeinander,strömen Autos herein.

Um den Verkehr zu entzerren,

wird die Anschlussstelle Messedamm

geschlossen. An der Avus am

S-Bahnhof Messe Süd entsteht eine

neue Auf- und Abfahrt, mit parallelen

seitlichen Rampen. Ingenieure

nennen sie Holländerrampen.

Ob Autofahrer die Südrampe vom

Verlängerten Messedamm aus auf

einer Brücke über die A 115 oder

durch eine Unterführung erreichen

werden, prüfen die Planer noch. Bezirk

und Anlieger fürchten zusätzlichen

Lärm, wenn eine Brücke gebaut

wird. Pott betont: „Injedem Fall

ist für die Bewohner der Siedlung

Eichkamp zusätzlicher Lärmschutz

zu erwarten.“ Klar ist, dass es für die

Anlieger der Dernburgstraße erstmals

Lärmschutzwände geben wird.

IMAGO IMAGES

Beim Umbau des Knotenpunkts

wirdauchetwas anderes verschwinden.

Zwar kann das Motel und Restaurant,

das mit seiner charakteristischen

runden Bauform und dem

Mercedes-Stern auf dem Dach Berlin-Besucher

begrüßt, weiter betrieben

werden. „Doch der RasthofAvus

wird geschlossen“, so der Projektleiter.Die

rund 40 Lkw-Stellplätzewerden

nach Potsdam verlegt. Künftig

nimmt das Dreieck Funkturm weniger

Raum ein: „Frei werdender Platz

kann für andereZweckegenutzt werden.

Dies ist Inhalt des stadtplanerischen

Begleitkonzeptes“, sagt Pott.

Allerdings werdeesnicht möglich

sein, dass Dreieck Funkturm zu

überdeckeln, wie es Politiker wünschen.

Weil es sich nicht in einem

Geländeeinschnitt, sondern oberirdisch

erstreckt, wäre ein riesiger

Hochbau in Form eines Beton-Sarkophags

erforderlich –inakzeptabel.

Schonfrist für die Kraftfahrer

Rund zwei Kilometer nördlich bahnt

sich das nächste Großprojekt an. Es

geht um den Abriss undNeubau der

Rudolf-Wissell-Brücke, auf der die

A100 nahe der Schleuse Charlottenburg

das Spreetal überquert. Im

Schatten des 930 Meter langen Bauwerks,

das1961 für den damals noch

spärlichen Verkehr freigegeben

wurde, steht Wolfgang Pilz. Der Deges-Projektleiter

schaut einem Bohrerzu,

dersich in das Erdreich wühlt.

„Die Baugrunderkundung hat begonnen“,

erklärt der Bauingenieur.

„Damit wir für das neue BauwerkSicherheit

bekommen, schauen wir,

wie der Untergrund beschaffen ist.“

An 450 Stellen werden Proben genommen,

in bis zu 60 Meter Tiefe.

Die Strecken, die von den Bohrern

nach unten zurückgelegt werden,

summieren sich auf 3,5 Kilometer.

Auch auf diesemTeil des Berliner

Autobahnnetzes haben die Kraftfahrer

noch Schonfrist. Der Bau werde

ebenfalls nicht vor 2023 beginnen,

sagt Pilz. Während der ersten drei

Jahre der siebenjährigen Bauzeit

werden die Autofahrer kaum Einschränkungen

spüren. Auf der alten

Brücke wird der Verkehr weiter fließen,

während nebenan der erste Teil

der neuen entsteht. Erst wenn der

zweite Überbau in Angriff genommen

wird und der Gesamtverkehr

vorübergehend auf dem ersten konzentriertwird,

dürfte es eng werden.

Peter Neumann

ist gespannt, wie Berlin

diese Projekte verkraftet.

Warnwesten

bleiben im

Lager

Verfassungsschutz

prüft Sponsor

Die frisch eingeschulten Erstklässler

müssen auf ihre versprochenen

kostenlosen Warnwesten

für den Schulweg noch etwas

warten. Angesichts von Vorwürfen

gegen die Firma, die den neuen

Schülern die Westen schenken will,

hat Bildungssenatorin Sandra

Scheeres (SPD) den Verfassungsschutz

eingeschaltet. Anzeigen der

Firma Autodoc sollen vor zwei Jahren

auf sechs schwedischen Internetseiten

mit rechtsextremen Inhalten

erschienen sein –nach Darstellung

der Firmaaber ohne ihrWissen.

Scheeres sagte am Dienstag: „Wir

haben Kontakt zum Verfassungsschutz

aufgenommen, weil ich das

jetzt erst mal prüfen lassen möchte,

ob es da Bedenken gibt.“ Bevor der

Fall nicht aufgeklärt sei, sollten die

Westen nicht ausgeliefert werden.

„Ich habe das jetzt erst mal gestoppt.“

Wie lange die Prüfung dauernwerde,sei

unklar.Scheeres hatte

am Freitag an der Übergabe erster

Westen mit Werbeaufdruck durch

die Firmenbesitzer teilgenommen.

Beiden Vorwürfen geht es um die

Firma Autodoc, ein großes Berliner

Internetgeschäft für Auto-Ersatzteile.Sie

waren am Montag durch einen

Artikel der NewYorkTimes über

Rechtsextremisten in Schweden und

den Einfluss aus Russland bekannt

geworden. In dem Text werden als

mögliche Beispiele auch Autodoc

und die russischstämmigen Firmenbesitzer

angeführt.

Autodoc betonte am Dienstag,

man habe mit Rechtsextremismus,

Rassismus und Ausländerfeindlichkeit

nichts zu tun und distanziere

sich vehement davon. Dem Senat

habe man am Montag eine Stellungnahme

geschickt und hoffe, dass

sich die Vorwürfe klären würden.

Die kritisierten Anzeigen seien

2017 auf sechs schwedischen Internetseiten

erschienen, sagte Sprecher

Thomas Casper.Autodoc schalte Anzeigen

auf 20 000 Internetseiten in

26 europäischen Ländern, allein auf

400 schwedischen Seiten. Dafür

würden Firmen beauftragt. „Welche

Seiten genau genutzt werden, bleibt

dabei das Geschäftsgeheimnis der

Dienstleister. Solche externen

Dienstleister haben ohne Kenntnis

von Autodoc auch die Bannerwerbung

auf den genannten sechs

schwedischen Portalen geschaltet.“

Man habe 2017 durch einen Bericht

einer schwedischen Zeitung

davon erfahren, die Anzeigen sofort

gestoppt und dafür gesorgt, dass sich

das nicht wiederhole, sagte Casper.

Das gleiche gelte auch für nicht

sichtbare Inhalte und Links auf den

Internetseiten von Autodoc. Diese

würden wie bei anderen Firmen

auch genutzt, um bei Suchmaschinenwie

Google weiter oben platziert

zu werden. „Diese Inhalte wurden

automatisch von anderen Seiten

übernommen.“ Erst durch den aktuellen

Artikel habe man erfahren, dass

darunter zweifelhafte Inhalte waren.

Sieseien sofortgelöscht worden.

Die 34000 Warnwesten liegen in

einem Lager vonAutodoc.Sie sollten

an die Senatsschulverwaltung geliefert

werden und an mehr als

400 Grundschulen gelangen.

Leuchtend orange: Über diese Warnwesten

wird zurzeit gestritten. DPA/DIRK DEHMEL


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 13 *

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Berlin

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, ist blind. Im Strafvollzug aber sollte wohl öfter genauer hingesehen werden.

IMAGO IMAGES

„Da zeigt einer der Justiz den Mittelfinger“

Ein verurteilter Bankrotteur macht als Freigänger weiter windige Geschäfte. Deshalb gibt es jetzt scharfe Kritik am Berliner Strafvollzug

VonChristine Dankbar

Der Fall des verurteilten

Finanzjongleurs Michael

Turgut, der als Freigänger

in Berlin offenbar

weiter seinen Geschäften nachgeht,

hat für heftige Reaktionen gesorgt.

Vor allem hat er eine Debatte über

sogenannten Vollzugstourismus

nach Berlin ausgelöst. Der SPD-Abgeordnete

Sven Kohlmeier reagierte

empört. „Da zeigt einer der Justiz

den ausgestreckten Mittelfinger“,

sagte er.

Die Berliner Zeitung hatte am

Dienstag berichtet, dass Turgut, der

in Berlin eine vierjährige Freiheitsstrafe

absitzt, bei einerVeranstaltung

in Berlin für dubiose Goldanlage-

Geschäfte geworben hat. Es geht dabei

um den Kauf vonGold und anderen

Edelmetallen durch die Firma

Swiss Wealth Management AG

(SWM). Vorderen Geschäftsgebaren

hat die Hamburger Verbraucherzentrale

schon 2016 gewarnt.

Veranstaltet wurde der „Sommerkongress“,

auf dem rund 300 Anlageberater

auf das Geschäftsmodell eingeschworen

wurden, von der Firma

International Finance & Precious

Metals Group Holding AG (IFPG). Sie

hat ihren Sitz in Liechtenstein. Die

Verwaltung und eine sogenannte

Ausbildungsakademie sitzen in Hof.

Dort war Turgut, der aus dem oberfränkischen

Landkreis stammt, bereits

im Sommer 2016 zu vier Jahren

Freiheitsstrafe wegen vorsätzlichen

Bankrotts und falscher eidesstattlicher

Aussage verurteilt worden.

Die Richter sahen es als erwiesen

an, dass er nach seiner 2012 angemeldeten

Privatinsolvenz rund

800 000 Euro beiseitegeschafft hatte.

Nach Angaben aus Justizkreisen

schuldet er aus verschiedenen Verfahren

insgesamt 69 Gläubigern

rund 1,5 Millionen Euro.Weil Turgut

seinenWohnsitz vorHaftantritt nach

Berlin verlegt hatte, sitzt er seine

Strafe in der Hauptstadt ab.

Bei der Veranstaltung in Moabit

am vorvergangenen Sonnabend war

Turgut in einem Bentley mit Liechtensteiner

Nummer vorgefahren

und hatte demonstrativ seine Luxusuhr

präsentiert. Ob diese echt war,

ließ sich nicht sagen. Im Verfahren

vor dem Hofer Gericht hatte ein Gerichtsvollzieher

2016 ausgesagt, dass

er bei Turgut im Laufe desVerfahrens

eine Uhr abgenommen habe, die

sich als billige Fälschung erwies. Er

habe sie ihm daher wieder zurückgegeben.

Der Berliner Justizsenator Dirk

Behrendt (Grüne) wollte sich zu dem

Fall am Dienstag nicht äußern. Sein

Sprecher Sebastian Brux teilte mit,

dass Vollzugslockerungen in jedem

Einzelfall geprüft würden.

Kohlmeier wies darauf hin, dass

sich in Berlin schon im Jahr 2009 insgesamt

29 Prozent aller Strafgefangenen

im offenen Vollzug befanden.

Damit werde dies deutlich liberaler

Michael Turgut wirbt als Freigänger für Geldanlagen einer Schweizer Firma.

FLORIAN MIEDL

gehandelt als in anderen Bundesländern.

„Es ist nicht ausgeschlossen,

dass einige versuchen, gezielt nach

Berlin zu kommen, um hier in den

Genuss des offenen Strafvollzugs zu

gelangen“, sagte er und spielte damit

auf den Fall vonMeike Schlecker an.

Die Tochter des Drogerie-Pleitiers

Anton Schlecker sitzt hier zwei Jahre

Freiheitsstrafe ab und war wenige

Tage nach Haftantritt im Juli bereits

in den offenen Vollzug verlegt worden.

Auch ihr Bruder Lars befindet in

Berlin im offenen Vollzug.

Auch Sven Rissmann, rechtspolitischer

Sprecher der CDU-Fraktion

im Abgeordnetenhaus, kritisierte,

dass es „immer mehr Vollzugstourismus

in Richtung Berlin“ gibt. Er übte

zudem scharfe Kritik am Justizsenator.

Seitdem dieser vor drei Jahren

die Amtsgeschäfte übernommen

habe, habe sich die Politik „radikal

verändert“, so Rissmann. „Mein Eindruck

ist, dass im Zweifel immer für

die Lockerung entschieden wird.“

Der rechtspolitische Sprecher der

FDP, Holger Krestel, wies auf die negativen

Folgen für den Landeshaushalt

hin. Für Straftäter,die nach Berlin

kommen, weil die Haft hier „besonders

komfortabel“ sei, müssten

die Bürger dieser Stadt aufkommen.

Zahlen, wie viele Straftäter, die in

Berlin in Haft kommen, sich zuvor

hier eine Meldeadresse besorgt haben,

gibt es allerdings nicht.

Kohlmeier erklärte, dass der offene

Strafvollzug grundsätzlich eine

gute Sache sei. Wenn ein Straftäter

im Freigang jedoch wieder in seine

alten Geschäfte zurückfalle, „dann

muss die Justiz da im Hinblick auf

den Widerruf des offenen Vollzuges

genauer hinsehen“, so Kohlmeier.

„Die Kontrollen scheinen unregelmäßig

und generell zu lax zu sein.“

DieStaatsanwaltschaft Hofäußert

sich nicht zu dem Fall und verweist

auf die Zuständigkeit Berlins. Intern

waren jedoch immer wieder Klagen

über die Berliner zu hören, die als zu

lasch, zu langsam und häufig als arrogant

wahrgenommen werden.

Nach Auskunft der Justizverwaltung

gibt es für die rund 3800 Strafgefangenen

in Berlin pro Jahr

200 000 bis 250 000 Lockerungen im

Strafvollzug, wobei jeder Tagmit erleichtertem

Vollzug einzeln gezählt

wird. Die Missbrauchsquote, so

Sprecher Brux, liege bei 0,04 Prozent.

Christine Dankbar

glaubt, dass nicht jeder

Straftäter reuig ist.

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14 Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Berlin

Kein Kabarettbürokrat mit festen Bürozeiten

MARCO TSCHIRPKE

ist ein schlummernder Riese. Man

sieht ihm das nicht an, aber es ist so.

Erstaunlich, wie unbekannt einer

sein kann, der einige der feinsten Kabarettpreise

der Republik in seiner

Sammlung hat, darunter den Stuttgarter

Besen, den Preis „Tegtmeiers

Erben“ und den Deutschen Kabarettpreis.

2018 kam dann auch noch

die Krone der Branche dazu, der

Deutsche Kleinkunstpreis. Die

Frage,obereine Liste abarbeitet und

beim Erringen der Trophäen strategisch

vorgeht, amüsiert den 1975 in

Rathenow geborenen und in Brandenburg

ander Havel aufgewachsenen

Wahl-Berliner.Wenn er mal wieder

eingeladen wird, sich an einem

Wettbewerb um einen Preis zu beteiligen,

neigt er eher zum Hinweis,

dass das doch was für die jungen

Kollegen sei …

Einige Zuhörer fragen sich bei

den Programmen des Musik-Kabarettisten

bestimmt, ob er die Stellen,

die so improvisiert wirken, besonders

intensiv geprobt hat. Er verrät

sein Geheimnis: „Ich übe nicht.

Wenn ich mich verspiele, merkt das

kein Schwein. Weil sowieso alle denken:

Derverspielt sich dauernd.“

Manches der Lieder von Marco

Tschirpke endet nach wenigen Sekunden.

Diese Momente der Irritation,

in denen man spüren kann, dass

in den Zuhörerköpfen gerade der Satz

„Das kann es doch noch nicht gewesen

sein …“ herumgeistert, mag

Tschirpke. Sein dreijähriger Sohn hat

sich neulich auch schon beschwert,

dass Papas Lied „Es regnet, es regnet,

die Erde wirdnass“ zu kurzist.

Die Straße, ander Tschirpke mit

Frau und zwei Söhnen lebt, wirdvom

Rudolf Schenker mag,wenn es leuchtet

und kracht am Himmel. CHRISTIAN SCHULZ

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Der Musiker Marco Tschirpke

übt selten, improvisiert gerne und

ist trotzdem vielfach ausgezeichnet.

Und Scorpions-Gitarrist

Rudolf Schenker freut sich

auf die Pyronale

Verkehr umtost. Ihre rettende Insel

befindet sich auf der gegenüberliegenden

Seite: der Volkspark Friedrichshain.„Wir

sind fast jeden Tagim

Park.“ Die Wohnung mit ihren drei

Zimmern ist eigentlich zu klein für

die vierköpfige Familie. „Aber eine

passende wäre inzwischen unbezahlbar.“

Tschirpke, der an der Folkwang-

Hochschule in Essen Tonsatz und

Klavier studierte, ist kein Kabarettbürokrat

mit festen Bürozeiten für

Dichtung und Komposition: „Ich

gönne mir den Luxus, nur dann zu

arbeiten, wenn ich einen Einfall

habe.“ Der Vergleich seiner Werke,

die man im Spiegel-Bestseller

„Frühling, Sommer, Herbst und

Günther“ nachlesen kann, mit den

Gedichten von Heinz Erhardt

kommt immer wieder. Soein Vergleich

ist immer heikel, weil man

Künstler ganz prinzipiell schlecht

miteinander vergleichen kann.

Tschirpke grinst und sagt den Satz,

den erfür solche Situationen offensichtlich

bereithält: „Ich weiß ja,

Marco Tschirpkeübt nicht, weil seine Musik

improvisiertklingen darf. CHRISTIAN SCHULZ

dass meine Sachen wesentlich besser

sind.“ Das liest sich jetzt überheblicher,

als es klang. Er schiebt

eine Begründung nach: „Ich finde

oft zu kindlich, was Erhardt gemacht

hat. Da fehlt mir der Biss.“

RUDOLF SCHENKER

passiert soetwas nicht wieder! Voriges

Jahr musste der Musiker, der

Feuerwerk gern als „Rock’n’Roll der

Lüfte“ bezeichnet, sich als langjähriger

Vorsitzender der Kreativjury der

Pyronale entschuldigen, weil er bei

Konzerten der Scorpions in den USA

unabkömmlich war. Wenn dieses

Jahr am 30. und 31. August die besten

Pyrotechniker der Welt ihre Kunstwerke

in den Nachthimmel über

dem Olympiastadion schießen, wird

Schenker wieder dabei sein und mit

seiner Kreativjury abstimmen. Deren

Wertung, die der Fachjury aus

Pyro-Experten und das Publikumsvotum

per Mobiltelefon fließen

dann in der Gesamtwertung zusammen.

Dieses Jahr treten Mannschaften

aus Slowenien, Mexiko, Polen, den

Niederlanden, Rumänien und Norwegen

gegeneinander an. 2018

musste die Pyronale wegen der wochenlangen

Trockenheit verschoben

werden. Diesmal ist Gerhard

Kämpfe, der Künstlerische Leiter

der Veranstaltung, optimistisch,

dass es nicht so weit kommen wird.

„Mit den Behörden haben wir ein

neues Sicherheitskonzept entwickelt.“

Dazu gehöre auch das vorsorgliche

Wässern des Geländes.

Kämpfe geht es dieser Tage wie Gartenbesitzern,

Kinobetreibern,

Schirmverkäufern und Bauern: Er

freut sich über Regen.

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Leserbriefe

So erreichen Sie uns

Der Wegzur Arbeit wird zu

einer endlosen Quälerei

PerPost

Leserbriefe

Alte Jakobstr.105,

10969 Berlin

In den sozialen Medien

facebook.com/berliner zeitung

PerE-Mail

leser-blz@dumont.de

Am Telefon

Mo–Fr10–16 Uhr

(030) 63 33 11-457

Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Der Tierparkist

doch kein Rummel

Berlin: „Der andere Verkehr“ von

Peter Neumann (10./11. August)

Die Arbeitsplätze befinden sich

größtenteils in der Innenstadt, die

Beschäftigten kommen aus einem

großen Radius innerhalb und außerhalb

des S-Bahn-Rings sowie aus

dem Umland. Nur ein geringer Teil

wohnt in Fahrrad- oder Roller-Distanz.

Der Nahverkehr ist schon jetzt

völlig überlastet. DasganzeErgebnis

der aktuellen Verkehrspolitik wird

sein, dass der Wegzur Arbeit für alle

Menschen zu einer endlosen Quälerei

wird. Ihr Fazit „Wenn die Innenstadt

schon jetzt für Benziner und

Diesel tabu wäre, bräche kein Stillstand

aus“ bedeutet nur, dass der

Wegdann frei wärefür ein paar Privilegierte,

Touristen, sportliche junge

Männer und Dienstwagenfahrer,alle

anderen aber morgens total erschöpft

auf der Arbeit ankommen

würden, sofern sie ihre Arbeit überhaupt

noch erreichen.

Sybille Riemer,per Mail

Berlin: „Tierparkeröffnet Weihnachten“

von NorbertKoch-Klauke

(12. August 2019)

Was soll das? Der Tierpark ist

doch kein Rummel. Oder hat der

Herr Andreas Knieriem (der Direktor

des Tierparks und des Zoologischen

Gartens, die Redaktion) den Auftrag

den Tierpark abzuwickeln? Viele

Tiere wurden schon abgeschafft, die

Anlagen verkommen, dafür wurden

neue Kinderspielplätzegebaut.

Das könnte man alles im Spreepark

machen.

Lutz Fechner,per Mail

Lebenswerter Raum

BENJAMIN PRITZKULEIT

Report: „Wasser des Lebens“ von Christian Schwager,10./11. August

Es ist ein wunderbarer Artikel, der die Arbeit, aber auch die Intention

der Jugendarbeit, nämlich jungen Menschen eine Erlebnis- und

Denkgrundlage als Halt für ihr Leben mitzugeben, sehr treffend beschreibt.

Dort, so weit wegvon Berlin, in wunderbarer Landschaft machen

Menschen eine zeitintensive, zugewandte Arbeit, die Menschen

zusammenführtund prägt. EinErlebnisraum, der davon lebt, dass die

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich immer wieder Neues ausdenken

und eben auch lange Nachtgespräche führen, um junge wie alte

Menschen zu begeistern. Dasist etwas,was man vonFerne nicht sieht,

wenn man über ländliche Räume in Brandenburgspricht und was genau

diese Räume offen und lebenswertmacht.

Ich freue mich über die Würdigung der Arbeit von Norbert Lehmann.

Undich freue mich über den liebevollen Blick auf diesen kleinen

OrtamRande Brandenburgs.Danke.

Susanne Kschenka, per Mail

Kinderspiel auf der Straße

–ein schlechter Witz

Seite 1: „Gefährliches Pflaster“

von Peter Neumann (9. August 2019)

Weil die Verkehrsdichte in Berlin

steigt und leider auch die Anzahl der

verunfallten Kinder, ist es eigentlich

ein Aberwitz, dass Leute alle Hebel

einsetzen, um Kindern das Spielen

auf der Straße beizubringen (temporäre

Spielstraße)! Hoffentlich können

dann diese Kinder auch immer

genau unterscheiden, wann sie auf

der Straße spielen können.

Michael Schroedter

Berlin-Lichtenberg

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Vorbereitung auf Stilllegung

eines Tagebaus

DerTagebaubetreiber Leag bereitet

sich auf einen eventuellen unplanmäßigen

Stopp des Tagebaus

Jänschwalde (Spree-Neiße) vor. Das

teilte das Unternehmen am Dienstag

mit. Für den Fall, dass der Tagebau

ab 1. September nicht wie geplant

weiterbetrieben werden könne,

habe man nach einer Anordnung

des Landesamt für Bergbau mit der

Vorbereitung eines Sicherheitsbetriebes

begonnen. Damit soll gewährleistet

werden, dass der Abbau kurzfristig

gestoppt werden kann. Hintergrund

ist eine Klage der Verbände

Deutsche Umwelthilfe und Grüne

Liga gegen denWeiterbetrieb.Sie befürchten,

dass Filterbrunnen am Tagebau

besonders geschützte Gebiete

wie Mooregefährden. Siehatten im

Juni einen Teilerfolg erzielt: DasVerwaltungsgericht

Cottbus urteilte,

dass der Hauptbetriebsplan des Tagebaus

vorläufig rechtswidrig sei.

DieLeag kann bis 1. September die

Umweltverträglichkeits- prüfung

nachholen. (dpa)

Justizminister:FDP-Chef

Lindner fordertRücktritt

Brandenburgs Justizminister Stefan

Ludwig (Linke) solle zurücktreten –

das fordertder Vorsitzende der FDP

im Bund, Christian Lindner.Der

Grund: ein mit 60 Kilo Heroin erwischter

mutmaßlicher Drogendealer

musste aus der Untersuchungshaft

entlassen werden, weil der Prozess

gegen ihn nicht rechtzeitig begonnen

hat. „Ein Justizminister,der

das politisch zu verantworten hat,

sollte gehen“, sagte Lindner dem Tagesspiegel.

„Wenn ein Dealer auf

freien Fußgesetzt werden muss,weil

die Justiz nicht handlungsfähig ist,

wirddas Vertrauen in den Rechtsstaat

beschädigt.“ (dpa)

Brandstifter-Prozess: Zeuge

widerruft Aussage

Im Revisionsprozess gegen den früheren

NPD-Politiker und mutmaßlichen

Turnhallen-Brandstifter Maik

Schneider hat ein Zeuge seine Aussage

widerrufen. Er selbst ist als Mittäter

bereits verurteilt. Nunbehauptet

er,inder Brandnacht zum 25. August

2015 gar nicht in Nauen, sonderninFrankfurt(Oder)

gewesen zu

sein. Davorhatte er vorGericht gesagt,

er habe Schmieregestanden

beim Brandanschlag auf die Nauener

Turnhalle,die als Unterkunft für

Flüchtlinge vorgesehen war.Man

habe „ganz berechtigte Zweifel an

der Glaubhaftigkeit der Aussage“,

sagte der Staatsanwalt am Dienstag.

Am Nachmittag sollten die Bekannten

aus Frankfurt(Oder) als Zeugen

vernommen werden. (dpa)

Der neue Pittiplatsch ist da

Anfangs gab es Bedenken, weil ein „Wessi“ die Kultfigur aus dem DDR-Kinderfernsehen nachbauen durfte

VonNorbertKoch-Klaucke

Sieht aus wie

früher,ist aber doch

anders: der neue

Pitti.

DPA/GENTSCH (2)

Größere Veränderungen vollzog Puppenbauer Norman Schneider an diesen Figuren.

Ach du meine Nase!“ Da ist

er ja, der neuee Pittiplatsch.

Der Kinderfernsehstar aus

DDR-Zeiten soll im Herbst

sein Comeback auf dem

Bildschirm

feiernund lange Zeit wurde gerätselt,

wie er denn nun aussehen wird. Nun

hat Puppenbauer Norman Schneider

(47) das Geheimnis gelüftet. Jener

Mann, der Pitti und auch der Ente

Schnatterinchen sowie

dem Hund

Moppi eine Frischzellenkur verpasst

hat.

Aus alt mache neu: So lautete der

Auftrag der Produzenten des Rund-

an den

funks Berlin-Brandenburg

Puppenbauer aus Sassenberg

bei

Münster, der unter anderem den Raben

Rudi aus der ZDF-Serie „Sieben-

stein“ schuf. Denn der

RBB produinsgesamt

13

ziert erstmals seit 1991

neue Folgen mit Pitti & Co., die zum

60. Sandmännchen-Geburtstag

im

November im „Abendgruß“ im RBB,

im MDR und im Kinderkanal KiKa gewurden

zeigt werden.

Seit Jahrzehnten nur die alten Folgen des

DDR-

spieler Heinz Schröderr gelegt wor-

Fernsehens wiederholt.

Leider gibt es die

Originalpuppen

nicht mehr. Esgibt

Gerüchte, die besagen,

dass die Pitti-Figur

in das Grab von Puppen-

den sei, der 2009 starb. Er hatte zu

DDR-Zeiten diesen Kobold in

510 „Abendgruß“-Folgen zum Leben

erweckt und ihm dabei seine Stimme

gegeben.

Für die neuen Folgen mussten

deshalb ein neuer Pittiplatsch, ein

neues Schnatterinchen und ein

neuer Moppi her.Als Anfang des Jah-

dass ausge-

resder RBB bekannt gab,

rechnet ein Puppenbauer aus dem

Westen die Figuren fertigen soll,

sorgte das anfangs für Argwohn bei

einigen Fans. Doch die Sorge ist unbegründet.

Der neue Pitti, den

Schneider schuf, gleicht auf den ersten

Blick fast dem Original. Nur eins

fällt auf: Der Körper des Kobolds besteht

nicht mehr aus Hartplastik, sondern

aus Stoff. „Das war ein Wunsch

des RBB“, sagt der Puppenbauer der

Berliner Zeitung. „Dadurch wirkt die

Figur weicher und lebendiger.“ Und

statt aufgemalte Augen hat Pitti nun

welche aus Glas.

Wasman nicht sofort sieht: Wenn

Pittiplatsch „spricht“, kann er nun

erstmals auch seinen Mund bewegen,

aus dem noch immer frech seine

Zunge herausschaut. Dafür sorgt eine

spezielle Seilzugkonstruktion im Innern

der Handpuppe. Solche haben

auch die anderen Figuren. So kann

das neue Schnatterinchen, das nun

runde statt längliche Augen hat, mit

ihren Flügeln auch Dinge anfassen.

Undsie kann erstmals ihreBeine zeigen,

die an die Puppe angebracht

werden, wenn das Drehbuch es ver-

langen sollte.

Bei Moppi korrigierte der Puppen-

schrägen Blick nach

bauer den einst

oben. Der Hund

schaut nun nicht nur

freundlicher, er

kann auch die Augen-

ziehen.

brauen nach oben

Mehr Veränd derungen wollte auch

Puppenbauer Schneider nicht wa-

beim Pittiplatsch

gen. Etwa die Zunge

wegnehmen – das ginge überhaupt

nicht. „Ein Pittiplatsch ohne Zunge

wäre kein echter Pittiplatsch mehr.“

Selbst eine leichte Veränderung der

Augenstellung bei den Figuren würde

aus den bekannten Puppen ganz andere

machen.

Mehr als 200 Arbeitsstunden

brauchte Schneider und sein Team,

bis Pittiplatsch,

Schnatterinchen und

Moppi fertig waren. „Im Vorfeld sah

ich mir viele alteFotos und auch alte

TV-Folgen mit

den Originalfiguren

an“, sagt der Puppenbauer.„Für mich

war das wie eine Reise in die eigene

Kindheit, die ich in

Hessen verbrachte,

und wo man damals

auch das DDR-

Fernsehen empfangen

konnte.

Ich habe gerne das

Ost-Sandmännchen

gesehen. Und Pitti-

Nie

platsch warmeinLiebling.“

im Leben hätte er gedacht, dass

er diese Figur und Schnatterinchen

und Moppi später einmal

nachbauen darf. „Für mich ist es eine

große Ehre, denAuftrag bekommen

zu haben.“

Lob bekommt der Puppenbauer

von der Berline er Schauspielerin Urte

Blankenstein (75), die im „Abendgruß“

des DDR-Kinderfernsehens

jahrzehntelan ng als „Puppendoktor

Pille“ zu sehen war und in dieser

Rolle noch immer auf der Bühne

steht. „Ich bin überrascht, wie sehr

die Figuren den Originalen ähneln.

Ich bin schon auf die neuen Folgen

sehr gespannt“, sagt sie. „Ich wünsche

den Machernviel Erfolg.“

Im DDR-Fernsehen hatte Pittiplatsch

am 17. Juni 1962 mit „Meister

Nadelöhr“ seinen ersten Auftritt. Damals

wurde sein Kopf noch aus einem

alten Fußball gefertigt. „Inden Folgejahren

wurde die Figur immer ein wenig

überarbeitet und den Sehgewohnheiten

der Kinder angepasst.

„Genau das haben wir nun auch getan“,

sagt Puppenbauer Schneider,

dem die Trennung von seinem Pitti

schwer fällt. Denn der neue Pittiplatsch

und seine Freunde reisen nun

nach Hamburg. Dort werden im Studio

der Produktionsfirma Trikk 17 die

neuen Folgen gedreht.

Zu DDR-Zeiten entstanden die

Abenteuer des Kobolds in Berlin-

Mahlsdorf – im Studio des Sandmännchen-Erfinders

Gerhard Behrendt,

der im Jahr 2006 starb.

Einfach mal

richtig

zuhören

Brandenburger Erzählfest

findet in Buckow statt

Erzählen ohne Schnickschnack,

das haben sich diese Leute vorgenommen

–und laden an diesem

Wochenende zum 5. Brandenburgischen

Erzählfest nach Buckow(Märkisch-Oderland)

ein.

„Wir, das ist der Runde Tisch der

Brandenburger Erzählerinnen“, sagt

Kerstin Yvonne Lange,eine hauptberufliche

Schauspielerin und Erzählerin.

„Beim Runden Tisch sind neun

Erzählerinnen und drei Erzähler.“

Den Verein haben sie 2014 gegründet,

weil sie die Idee des Erzählens

im Land Brandenburg stärken

wollen. „Wir haben zwar viel Kultur

im Land, aber das reine natürliche

Erzählen ohne Rums und Bums ist

selten geworden“, sagt sie.„Unsgeht

es darum, dass die Leute in einer

Runde sitzen, dass sie erzählen und

zuhören. So dass eine Vertrautheit

entsteht und eigene Bilder in den

Köpfen der Zuhörer, ohne dass wir

Vorgaben machen.“

Bei Fischerfest wird esinsgesamt

15 Erzählrunden geben. Diemeisten

sind kostenlos. Wenn etwas bezahlt

werden muss, dann ist es zum Beispiel

der Eintritt für das Schiff, auf

dem erzählt wird. Die größte Veranstaltung

beginnt am Sonnabend ab

14 Uhr, wenn das Märchenfloß am

Strandbad im Buckow ablegt. Danach

gibt es um 16 Uhr nach dem

Anlegen auch noch eine Lesung an

einer Freitreppe. „Wir integrieren

uns jedes Jahr in bereits bestehende

Feste und suchen uns dort die ruhigen

Nischen“, sagt Kerstin Yvonne

Lange.

Dieses Mal sind die Erzählerinnen

Teil des 14. Buckower Anglerund

Fischerfests, das am Freitagnachmittag

beginnt. Der Hauptteil

des Festes startet am Sonnabend,

um 12 Uhr, und geht bis weit in den

späten Abend. DerSonntag beginnt,

wie es sich für Angler gehört, um

5Uhr mit dem Friedfischangeln.

Die Erzählerin Kerstin Yvonne

Lange ist auch bei anderen Erzählrunden

dabei: Etwa wenn der Berlin-

Brandenburgische Märchenkreis am

22. September ein Märchenfest auf

dem Potsdamer Pfingstberg veranstaltet

oder bei den Berliner Märchentagen

im November.Dortist sie

im Berliner Kino Babylon dabei.

Dort wird sie am 22. Dezember

um 14 Uhrauftreten –wegen der berühmten

Filmorgel. Diese und ein

Flügel werden sie begleiten, wenn sie

„Die Legende von der Christrose“

vorstellt, eine musikalische Weihnachtsgeschichte

nach Selma Lagerlöf.

(bla.)

Infos zumFischerfest unter:

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Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 17 *

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Wissenschaft

Blaumeisen

brüten bei

Bedarf früher

Sie reagieren recht gut auf

zeitigen Frühlingsbeginn

Die durchschnittlichen Nachttemperaturen

sind entscheidend

dafür, wann Blaumeisen mit

dem Nestbau beginnen und Eier legen.

Zudem stehe das Datum der Eiablage

im zeitlichen Zusammenhang

mit der Knospung der Birkenblätter,

berichtet ein Team um Jack Shutt von

der University of Edinburgh im Fachblatt

Proceedings B. Die Forscher

nutzten für ihreStudie Daten aus der

Zeit von2014 bis 2018 aus 40 Waldgebieten

Schottlands in verschiedenen

Höhenlagen mit je sechs Meisenkästen.

Ihnen ging es darum zu prüfen,

inwieweit sich die Vögel an den Klimawandel

anpassen können.

Die Blattknospung sei für Blaumeisen

(Cyanistes caeruleus) entscheidend,

weil wenige Wochen darauf

in der Regel eine hohe Zahl von

Raupen folge,die Futter für den Meisen-Nachwuchs

seien, schreiben die

Forscher. Die Birkenknospung sei

ein frühes Signal für die Vögel. Wichtiger

für die Ernährung seien jedoch

die sich später entwickelnden Eichenblätter,

auf denen sich wesentlich

mehr Nahrung tummle.

Interessanterweise richten die

Vögel nicht so sehr den Nestbau

nach der Birkenknospung aus, sondern

vielmehr ihre Eiablage, haben

die Forscher beobachtet. Daher

könnten Signale von Bäumen den

Vögeln zur letzten Feinabstimmung

für die Zeit zwischen Nestbau und

Eiablage dienen. In der Natur gebe es

die meisten Raupen dann, wenn die

Blätter jung seien, noch bevor die

Bäume Abwehrstoffe gegen die

Schädlinge gebildet haben.

Zeitfenster für die Eientwicklung

Laborversuche anderer Forscher hatten

bereits gezeigt, dass künstlich verlängerte

Tage die Keimdrüsen der

Meisen früher im Jahr reifen ließen.

Die Lichtstimulation öffne wahrscheinlich

ein Zeitfenster, innerhalb

dessen mehrere Faktoren wie Nachttemperatur

und Blattknospung eine

Rolle spielen, schreiben die Forscher.

Sie vermuten, dass steigende Nachttemperaturen

eine Art Sperre inden

Vogelweibchen aufheben, was zur Eientwicklung

führt. Frühere Studien

ergaben, dass Meisen imWald ihreEiablage

pro Grad durchschnittlicher

Temperaturerhöhung im Frühjahr

etwa 3,5 bis 5Tage früher starten.

„Die Blaumeise ist eine von den

Vogelarten, die es ganz gut schafft,

sich anzupassen“, sagt Lars Lachmann,

Vogelexperte vom Naturschutzbund

Deutschland. Sie habe

derzeit wie viele Vögel in Siedlungen

und im Wald in Deutschland einen

stabilen Bestand. Blaumeisen und

andere Vögel, die in Deutschland

überwintern, hätten es im Vergleich

zu Langstrecken-Zugvögeln noch

vergleichsweise einfach.

Besonders schwer hätten es Vögel

wie das Braunkehlchen, das in Afrika

überwintere, beim Abflug daher

nichts über die Temperaturen in

Deutschland wisse, und zudem

landwirtschaftliche Freiflächen

brauche. Solchen Vögeln machten

zusätzlich das Insektensterben, die

immer größeren Felder, weniger

Restflächen und weite Flächen mit

Mais und Raps zu schaffen. (dpa/fwt)

Blaumeisen kommen mit dem Klimawandel

offenbar bislang gut klar. IMAGO IMAGES

WerGurkenanbaut, benötigt viel Wasser.Umdie wichtige Ressource zu schonen, wird in einem Kreuzberger Gewächshaus gereinigtes Brauchwasser verwendet. BLZ/M. WÄCHTER (3)

Gurkenzucht für die Zukunft

Ein studentisches Projekt in Kreuzberg nutztgereinigtesAbwassereines Wohnblocks, um Gemüse anzubauen

VonRalf Stork

Am Rand von Kreuzberg, in

der Nähe des Potsdamer

Platzes steht mitten in einer

Wohnanlage ein gut 50

Quadratmeter großes Gewächshaus.

Es ist umgeben von einem Meer aus

Schilf, drinnen ranken Bohnen, Gurken,

Tomaten und Chilis. Auch ein

paar salatähnliche Pflanzen schlingen

ihreTriebe um die senkrecht gespannten

Schnüre. Die Pflanzen

wachsen aber nicht in Erde,sondern

in Blähton, der alle drei Stunden mit

einer Nährlösung geflutet wird und

mit einer weißen Plastikfolie abgedeckt

ist. In Blähton werden dieWurzeln

besser mit Sauerstoff versorgt.

DieTomaten sind noch recht grün,

die Gurken haben schon eine ordentliche

Größe. Trotzdem dürfte es

schwer werden, mit dem Ertrag einige

Bewohner der Siedlung sattzubekommen.

Aber darum geht es gar

nicht. „Unser Gewächshaus ist vorallem

zum Experimentieren da“, sagt

Grit Bürgow, die im Fachgebiet Städtebau

und Siedlungswesen an der

Technischen Universität (TU) Berlin

lehrt und forscht. 2013 hat sie das

Projekt Roof-Water-Farmmit initiiert,

bei dem das Gewächshaus als Pilotanlage

für ressourcenschonende

neue Anbaumethoden dient.

Erde wärezuschwer fürs Dach

In den großen Plastikbehältern wurden

unter anderem Fische gehalten,

deren Exkremente als Nährstoffe für

die Gemüsepflanzen dienten. Solche

Aquaponik-Anlagen sollen die Ernährung

der Stadtbevölkerung revolutionieren,

weil sie auf kleinem

Raum im geschlossenen System viel

produzieren können. Gleiches gilt für

Hydroponik. So nennt sich das Anbauverfahren,

bei dem die Pflanzen

in Flüssigkeit statt in Erde stehen.

DurchdenVerzicht auf Erde ist die gesamte

Gewächshauskonstruktion so

leicht, dass sie bequem auf dem

Flachdach eines Mehrfamilienhauses

untergebracht werden könnte.

„Das Besondere anunserem Projekt

ist das Wasser, das zum Einsatz

kommt“, sagt Bürgow. Der Standort

der Roof-Water-Farm ist gezielt gewählt.

Die Wohnanlage „Block 6“ an

der Bernburger Straße ist zur Internationalen

Bauausstellung (IBA) 1987

errichtet worden. Damals wurden

alle Wohnungen mit doppelten Leitungen

versehen, um das Abwasser

der Toiletten (Schwarzwasser) und

das Abwasser vonDusche,Waschmaschine

und Küche (Grauwasser) getrennt

abzuführen.

DasGrauwasser wurde schon damals

in der Wohnanlage gesammelt

und aufbereitet. Das 1000 Quadratmeter

große Schilffeld, in dem das

Gewächshaus steht, ist ein Relikt der

TU-Forscherin Grit Bürgow vor dem Gewächshaus. Sie hat das Projekt mit initiiert.

Andreas HornstudiertUrban Design an der TU Berlin und betreut die kleine Stadtfarm.

Hydroponik ist Gartenbau

ohne Erde. Den Begriff

prägte der kalifornische Forscher

William Frederick Gerickeinden

30er-Jahren. Die

Pflanzen werden in Nährlösungen

gehalten, dieWurzeln

finden meist in Blähton Halt.

alten Pflanzenkläranlage. „Das Abwasser

musste nicht mit Aufwand kilometerweit

durch die Kanalisation

gespült werden. Allerdings war die

Verdunstung in dem offenen System

sehr groß“, sagt Bürgow.

2006 wurde deshalb auf dem Fundament

des ehemaligen Klärteiches

ein Betriebswasserhaus gebaut, in

dem das Grauwasser von etwa 250

Personen effizienter zu Badewasserqualität

aufbereitet und anschließend

zur Spülung der Toiletten genutzt

wird. Seit 2014 werden mit einem

Teil des Grauwassers auch die

Pflanzen des Gewächshauses bewässert.

Zeitweise wurden damit

auch die großen Becken für die

Fischzucht befüllt, heute wird darin

Regenwasser gesammelt.

Die Verwendung von Abwasser

zur Nahrungsproduktion birgt Probleme.Grauwasser

kann etwa Rückstände

von Wasch- und Spülmitteln

GARTENBAU OHNE GARTEN

Aquaponik verbindetFischzucht

in Aquakultur und Nutzpflanzenzucht

perHydroponik

miteinander.Die Exkremente

der Fische dienen als Nährstoffe

für die Pflanzen. Das

Futter für die Fischewird so

doppelt genutzt.

Rooftop Farming ist urbaner

Gartenbau, bei dem Dächer

vonStadthäusernfür den

Anbau vonGemüse und Co.

genutzt werden. Dies kann in

Gewächshäusernerfolgen,

aber auch unter freiem Himmel.

enthalten, die nicht in die Nahrungskette

gelangen dürfen. „Inmehreren

Versuchsreihen von 2014 bis 2017

haben wir untersucht, ob wir solche

Rückstände herausfiltern können,

bevor sie sich in den Fischen und Gemüsepflanzen

anreichern“, berichtet

Bürgow. Jetzt ist das aufbereitete

Grauwasser so sauber, dass alle

Grenzwerte eingehalten und die

produzierten Nahrungsmittel problemlos

verzehrtwerden können.

In einer zweiten Versuchsreihe

wurde seit 2015 untersucht, welche

Potenziale im Toilettenabwasser stecken.

„Wir haben nach einer Möglichkeit

gesucht, auch das Schwarzwasser

nutzen zu können“, sagt Bürgow.

Nun wird esvor Ort zueinem

Flüssigdünger aufbereitet, der die

Pflanzen im Gewächshaus mit den

nötigen Nährstoffen versorgt. Toilettenabwasser

zu verwenden, war

ebenfalls eine Herausforderung, weil

darin unter anderem gesundheitsschädliche

Rückstände von Medikamenten

gelöst sein können.

„Wir wollen zeigen, dass die dezentrale

Verwertung des Abwassers

möglich und ökologisch und sinnvoll

ist“, sagt Bürgow. DieVersuchsreihen

im Modellmaßstab sieht sie

als modulare Bausteine, die in Zukunft

tatsächlich in Berlin und anderen

Städten angewendet werden

können. In einer Machbarkeitsstudie

haben die Wissenschaftler berechnet,

wie viele Menschen mit einer

Roof-Water-Farm versorgt werden

könnten. Das Resultat: Die 70

Bewohner eines Hausflügels könnten

ihren Bedarf anFisch und frischem

Gemüse zu etwa 80 Prozent

decken. Dazu müsste ein 400 Quadratmeter

großes Gewächshaus aufs

Dach, das Aquaponik und Hydroponik

kombiniert, und im Keller wäre

die Technik untergebracht, um

Grauwasser aufzubereiten und Betriebswasser

zu sammeln.

Erste Nachahmer

Das Gewächshaus wird aktuell von

Studierenden der TU im Rahmen einer

Projektwerkstatt betrieben. Sie

kümmern sich um die Pflanzen und

experimentieren mit Gemüsesorten.

„Unter anderem suchen wir nach

Pflanzen, die ähnliche Eigenschaften

wie Superfood haben, aber auch

bei uns im Gewächshaus gut wachsen“,

sagt Andreas Horn, Tutor des

Projekts. Infrage kommen Buschbohnen,

weil sie viel Eiweiß liefern

und asiatische Kohlarten wie Pak-

Choi, der viele Vitamine enthält.

Stolz sind die Studierenden auch,

dass das Gewächshaus überhaupt

dauerhaft betrieben werden kann.

So dient die Anlage weiterhin als

Schauobjekt für angehende Städteplaner,

Architekten und Bauherren.

Der Bedarf für innovative ökologische

Bau- und Ernährungskonzepten

für die Stadt ist groß. Bisheute ist

das IBA-Projekt aus den 80er-Jahren

die einzige große Wohnanlage in

Berlin, in der doppelte Leitungen

verlegt wurden. Dabei liegen die zusätzlichen

Baukosten für Grauwasserrecycling

pro Wohneinheit bei

500 Euro und für die Anlagentechnik

bei 500 Euro proBewohner.

Es gibt in der Stadt aber kleinere

Bauten, bei denen einst doppelte Leitungen

verlegt wurden. Nach einem

Besuch der TU-Farmhaben deren Eigentümer

das System wieder in Betrieb

genommen. Aktuell plant ein

Bauunternehmen bei einem Projekt

mit 40 Wohnungen in Pankow doppelte

Leitungen zu installieren. Das

Grauwasser ist für die Toilettenspülungen

gedacht, später vielleicht

auch für ein Gewächshaus.Die Innovation

aus den 80er-Jahren setzt sich

womöglich doch noch durch.

Masernfälle

nehmen

weltweit zu

Dreimal so viele Meldungen

wie im ersten Halbjahr 2018

Bis Ende Juli wurden in 182 Ländern

nach vorläufigen Zahlen

fast 365 000 Masernfälle registriert –

und damit fast dreimal so viele wie

im gleichen Zeitraum des vergangenen

Jahres und schon jetzt mehr als

im Gesamtjahr 2018. Das berichtete

die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) am Dienstag in Genf.„Millionen

Menschen sind weltweit in Gefahr“,

berichtete die WHO. Sie empfiehlt

Reisenden, ihren Impfstatus zu

prüfen. Ab einem Alter von sechs

Monaten sollte jeder spätestens 15

Tage voreiner Reise in betroffene Regionen

geimpft werden.

2018 wurden weltweit insgesamt

gut 350 000 Masern-Erkrankungen

gemeldet, mehr als doppelt so viele

wie im Jahr davor. Die WHO betont

aber, dass nur ein Bruchteil der tatsächlichen

Erkrankungen gemeldet

werde. Die aktuellsten WHO-Schätzungen

über die wahren Zahlen beziehen

sich auf 2017. Damals seien

vermutlich 6,7 Millionen Menschen

an Masern erkrankt und 110 000 gestorben.

Bis2016 waren die Masern-

Zahlen weltweit rückläufig.

Masern sind eine der ansteckendsten

Krankheiten der Welt. Betroffen

sind meist Kinder.Bei schweren

Verläufen drohen Hirnschäden

oder die Betroffenen werden blind

und taub. Die WHO spricht sich für

vermehrtes Impfen aus und sieht

Zögerlichkeit im Umgang mit Impfungen

als globale Bedrohung für die

Gesundheit.

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz

für eine Masern-Impfpflicht in

Deutschland auf den Weggebracht.

Ab März2020 müssen Elternvor der

Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita

oder Schule nachweisen, dass ihre

Sprösslinge geimpft sind. Der Bundestag

muss noch zustimmen.

In der WHO-Afrikaregion stieg die

Zahl der Fälle in den ersten sechs Monaten

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 900 Prozent, in der

Westpazifikregion um 230 Prozent. In

Deutschland war der Trend zuletzt

rückläufig: Nach knapp 930 Masernfällen

2017 wurden nach Angaben

des Robert-Koch-Instituts im Jahr

2018 etwa 540 Fälle gemeldet. (dpa)

Tierbestände in

Wäldern mehr als

halbiert

WWF legt Zahlen im

Vergleich zu 1970 vor

Die weltweiten Bestände zahlreicher

Tierarten in Wäldern haben

sich in den vergangenen Jahrzehnten

offenbar mehr als halbiert.

Zwischen 1970 und 2014 schrumpften

455 untersuchte Populationen

um durchschnittlich 53 Prozent,

teilte die Umweltstiftung WWF am

Dienstag unter Berufung auf eine eigene

Analyse mit. Besonders betroffen

seien die Tropen und der Amazonas-Regenwald.

Als Hauptgrund für

die Entwicklung wurde durch Menschen

verursachter Lebensraumverlust

genannt.

In der Analyse werden aber auch

Beispiele genannt, in denen sich Arten

wieder erholen konnten. Bei Gorillas

in Zentral- und Ostafrika etwa

wird von einem Wiederanstieg der

Zahl ausgegangen, dazu hätten

Schutzmaßnahmen beigetragen. Insgesamt

flossen in den Report Daten

von 268 Wirbeltierarten ein, die in

Wäldernleben oder komplett vonihnen

abhängig sind. An der Arbeit waren

das Environment World Conservation

Monitoring Centreder Vereinten

Nationen und die Zoological Society

of London beteiligt. (dpa)


18 Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Sport

NACHRICHTEN

BayernMünchen verpflichtet

Perisic auf Leihbasis

FUSSBALL. Bayern München nahm

Ivan Perisic, 30, vonInter Mailand

unterVertrag. DerKroate wirdfür ein

Jahr ausgeliehen, danach besitzen

die Münchner eine Kaufoption. Die

Leihgebühr für Perisic soll fünf Millionen

Euro betragen.

LarsDietz wechselt von

Union zu Viktoria Köln

FUSSBALL. Lars Dietz verlässt den

1. FC Union und geht auf Leihbasis

für die Saison 2019/20 Drittligist Viktoria

Köln an. Der23-jährige Innenverteidiger

war erst Anfang Juli nach

einem Jahr in Lotte zu Union zurückgekehrt,

absolvierte die Saisonvorbereitung

bei den Eisernen.

Murrayverliertund sagt

Einzel bei den US Open ab

TENNIS. Andy Murray hat seine Teilnahme

am Einzel bei den US Open

(26. August bis 8. September) abgesagt.

Der32-jährige Brite hatte zuvor

beim Masters in Cincinnati ein 4:6,

4:6 gegen den Franzosen Richard

Gasquet kassiert. Es war Murrays

erster Auftritt in einem Einzelmatch

seit seinem Erstrunden-Aus bei den

Australian Open im Januar und der

anschließenden Hüft-OP.

Kerber schon wieder in

Runde 1ausgeschieden

TENNIS. Zwei Wochen vordem Start

der US Open scheiterte Angelique

Kerber zum zweiten Malinnerhalb

einerWoche in der ersten Runde.Die

31-Jährige aus Kiel unterlag in Cincinnati

gegen die Estin Anett Kontaveit

mit 6:7 (7:9), 2:6.VoreinerWoche

verpasste Kerber im kanadischen

Toronto ebenfalls den Einzug in die

zweite Runde.

Argentinien trauertum

WM-Torschütze Brown

FUSSBALL. Argentinien trauertum

José Luis„Tata“ Brown. Der62-Jährige,der

beim 3:2-Sieg imWM-Finale

1986 gegen Deutschland in Mexiko

per Kopf den Führungstreffer erzielt

hatte,verstarb am Montag in einem

Krankenhaus in La Plata. Derfrühere

Innenverteidiger litt unter Alzheimer.

ZAHLEN

Fußball

DFB-Pokal,

1. Hauptrunde

Hallescher FC -VfL Wolfsburg 3:5 n. V. (3:3, 1:1)

Karlsruher SC -Hannover96 2:0 (0:0)

Hansa Rostock -VfB Stuttgart 0:1 (0:1)

Energie Cottbus -BayernMünchen 1:3 (0:1)

Tennis

WTA-Turnier in Cincinnati

1. Runde: Aryna Sabalenka (Weißrussland/9) -

Petra Martic (Kroatien) 6:1, 6:4; Swetlana Kusnezowa

(Russland) -Anastasija Sevastova (Lettland/11)

7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 6:4; Rebecca Peterson

(Schweden) -Johanna Konta (Großbritannien/14)

6:3, 3:6, 7:5; Julia Putinzewa (Kasachstan)

-Jelena Ostapenko(Lettland) 6:2, 6:7 (3:7),

6:3; Elise Mertens (Belgien) -Catherine McNally

(USA) 7:5, 6:0; Alexandra Sasnowitsch (Weißrussland)

-Astra Sharma (Australien) 6:1, 4:6, 6:1;

Venus Williams (USA) -Lauren Davis (USA) 7:5,

6:2; Veronika Kudermetowa (Russland) -Bernarda

Pera (USA) 6:2, 6:3; Maria Sakkari (Griechenland)

-Camila Giorgi (Italien) 6:3, 6:0; IgaSwiatek (Polen)

-Caroline Garcia (Frankreich) 7:6 (7:1), 6:1;

Maria Scharapowa (Russland) -Alison Riske

(USA) 6:3, 7:6 (7:4); Dajana Jastremska

(Ukraine) -Caroline Wozniacki (Dänemark)

6:4, 6:4

ATP-Turnier in Cincinnati

1. Runde: Jan-Lennard Struff (Warstein) -Ivo Karlovic

(Kroatien) 7:5, 7:6 (7:4)

Wieder entwischt: Trotz seiner Riesenfangarme kann der Neuseeländer Sam Cane den Australier Nic White nicht fassen.

Das schwarze Zittern

Neuseelands Rugby-Team steckt kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in einer Krise

VonSissi Stein-Abel, Christchurch

Hauptnachrichtenzeit in

Neuseeland, 18 Uhr.

Passend zur angespannten

Lage der Nation, die

um den Gesundheitszustand der

schwangeren Moderatorin fürchten

lässt, trägt Melissa Chan-Green, die

Frontfrau des TV-Senders Newshub,

Trauerschwarz. Die All Blacks in der

Krise, das ist das Aufmacherthema.

Es sind nur noch sechs Wochen bis

zum Beginn der Rugby-Weltmeisterschaft

in Japan, und anstatt nach einer„ganzen

Serievon besorgniserregenden

Resultaten“ endlich einen

Aufwärtstrend zu verzeichnen, sind

Neuseelands Superstars in Perth gegen

Australiens Wallabies 26:47

(13:16) untergegangen. Mehr Punkte

hat noch nie eine Mannschaft gegen

den dreifachen Weltmeister erzielt,

es war die höchste Niederlage –auch

mit 21 Punkten Differenz –seit der

7:28-Pleite 1999 gegen die Australier,

die danach auch prompt Weltmeister

wurden. Ein böses Omen? Bei

Schwarzsehernhat das große Zittern

begonnen.

Die Konkurrenz schließt auf

Aber ist alles so „all black“, wie die

Demütigung suggeriert? Nach einem

mühevollen 20:16-Sieg in Argentinien,

einem Unentschieden (16:16)

gegen Südafrika und dem Desaster

von Perth ist die Rugby Championship,

die Meisterschaft der vier Topteams

der südlichen Hemisphäre,

schon mal futsch. Die sicherten sich

die ungeschlagenen Südafrikaner

mit einem 46:13-Sieg in Argentinien.

Falls die All Blacks jetzt auch noch

das Rückspiel um den Bledisloe Cup

–das ist das jährliche Duell zwischen

Neuseeland und Australien – am

kommenden Sonnabend in Auckland

verlieren, könnten dieWallabies

die Trophäe zum ersten Malseit 2002

in die Höhe recken.Nur einvorzeitiges

Scheiternbei der WM, wo die All

Blacks im ersten Gruppenspiel am

21. September in Yokohama auf Südafrika

treffen, wäreschlimmer.

Es sind Gefühle, andie sich die

Leute im Land der Kiwis erst wieder

gewöhnen müssen. Seit November

2009 führen die All Blacks die Weltrangliste

an und halten die Position

auch nach der Demütigung von

Perth, weil Verfolger Wales in England

19:33 verlor. 2011 und 2015 triumphierte

Neuseeland bei der Weltmeisterschaft.

Es war eine Dominanz

ohnegleichen. Aber nach den

Rücktritten der besten All Blacks aller

Zeiten nach dem Triumph 2015

hat ein kontinuierlicher Abwärtstrend

stattgefunden. Und an keinem,

der vondieser Truppe noch dabei

ist, ist die Zeit spurlos vorübergezogen.

Schon im vergangenen Jahr

mussten die Neuseeländer anerkennen,

dass die Konkurrenz aufgeschlossen

hat, indem sie das Spiel

der All Blacks kopiert oder zerstört.

Es setzte Niederlagen zu Hause gegen

Südafrika (34:36) und auf der Europa-Tour

gegen Irland (9:16). Gegen

England (16:15) retteten sie sich gerade

so über die Ziellinie. Nur Australien

war Kanonenfutter: Die All

Blacks fertigten sie 38:13, 40:12 und

37:20 ab. Und ausgerechnet gegen

die Wallabies erlebten sie jetzt dieses

Desaster. Die mitreißend auftrumpfenden

Australier schlugen den großen

Rivalen mit dessen eigenenWaffen:

mit bedingungslosem und passgenauem

Angriffsrugby. Das vorzeitige

Ende für die All Blacks kam, als

Zweite-Reihe-Stürmer (Lock) Scott

Barrett, dessen Ellbogen nach dem

Tackling eines Teamkollegen am

Kopf vonWallabies-Kapitän Michael

Hooper landete, inder 39. Minute

die Rote Kartesah.

Auch dieser Platzverweis, den

Trainer Steve Hansen als dumm

(„dumb footy“) bezeichnete, war

eine Rarität: Es war erst die vierte

Rote Karte (nach 1925, 1967 und

2017) gegen einen All Black in 135

Jahren und 583 Spielen. Die Tageszeitung

The Press listete den Sünder

als neues Mitglied der „Hall of

Shame“, die (Un-)Ehrenhalle der

Schande.Das Vergehen war symptomatisch

für die mangelnde Disziplin,

mit der sich die All Blacks –und

All-Blacks-Trainer Steve Hansen wird von Wallebie Will Genia getröstet.

IMAGO IMAGES

auch die Vereinsteams –schon das

ganze Jahr selbst in die Bredouille

gebracht haben, nicht nur mit Fouls,

sondernauchtechnischen Regelverstößen,

die jedes Maleinen Strafkick

für den Gegner nach sich ziehen.

Disziplinlosigkeit und Dummheit

zählt Trainer Hansen jedoch zu den

„easy fixes“, den einfach zu behebenden

Mängeln. Schwieriger sei es

jedoch, „die vielen technischen Fehler

auszumerzen“, sagte er und

meinte damit die unzähligen Knockons

(Ballverlust in der Vorwärtsbewegung,

der mit Ballbesitz für den

Gegner geahndet wird), ungenaue

Pässe und sage und schreibe 38 erfolglose

Tackles.

Obwohl vordem WM-Auftakt nur

noch zwei Begegnungen –amSonnabend

gegen Australien und am

7. September gegen Tonga –auf dem

Programm stehen, hat der Coach

AFP/ASHBY

seine Idealformation noch nicht gefunden.

Und aufgrund der in Perth

erlittenen Oberschenkelzerrung von

Jack Goodhue muss er gegen die

Wallabies zum vierten Mal hintereinander

eine neue Mittelfeld-Kombination

aufs Feld schicken. Auch

die personelle Lage in der Vorderreihe

ist angespannt. Das Bäumchen-wechsle-dich-Experiment

mit

den beiden Flügelstümern(Nr.6und

7) und der Nummer acht wird wohl

fortgesetzt, aber hinter der nun zweimal

getesteten Variante mit zwei

Spielmachern–Emporkömmling Richie

Mo’unga auf der klassischen Position

mit der Nummer zehn, der

etablierte Beauden Barrett ganz hinten

als Fullback (Schlussmann/Nr.

15) –steht ein Fragezeichen.

Comebacks nach Tiefschlägen

Zum einen stört Barrett gelegentlich

Mo’ungas Kreise, und noch scheut

sich der junge Mann aus Christchurch,

dem zweifachen Weltrugbyspieler

des Jahres vor den Kopf zu

stoßen. Zum anderen wird durch

Barretts Rückzug Ben Smith, der als

beste Nummer 15 der Welt gilt, als

rechter Außendreiviertel (Nr. 14) in

eine Position gedrängt, auf der er

kaum Wirkungentfaltet.

Aber noch sieht Trainer Hansen,

der, wie viele Spieler, nach der WM

zurücktreten wird, keinen Grund, in

Panik auszubrechen. „Die Mannschaft

ist mental angeschlagen, aber

wir müssen das eintüten und daraus

lernen, um besser zu werden“, sagt

er mit Blick auf die Revanche-Möglichkeit

im Eden Park, wo die All

Blacks seit 1994 nicht mehr verloren

und die Wallabies seit 1986 nicht

mehr gewonnen haben. Und schon

gar nicht nach großen Siegen zu

Hause.

Statistisch belegt ist auch, dass

die All Blacks nach den schlimmsten

Tiefschlägen umgehend fast immer

Großes vollbracht haben, besonders

gegen Australien. Falls ihnen das am

Sonnabend nicht gelingt, tragen sie

ja schon die passende Farbe,und bei

der Nachrichtenfrau hängt das

kleine Schwarze bestimmt noch im

Schrank.

Sissi Stein-Abel

glaubt noch an den

WM-Titel für die All Blacks.

Als gäbe

es kein

Morgen

Warum es im Training der

Eisbären häufiger kracht

VonBenedikt Paetzholdt

Eine gewisse Ratlosigkeit war am

Dienstag in vielen Gesichtern

der Berliner Eishockeyprofis zu erkennen.

Wasweniger mit dem überraschend

verlorenen Testspiel in

Weißwasser (4:5 nach Penaltyschießen)

am Sonntag zu tun hatte.Eisbären-Trainer

Serge Aubin hatte hinterher

ja auch beinahe entschuldigend

gesagt: „Wir sind noch dabei,

unsere Basis als Team zu bauen. Wir

gehen am Dienstag wieder an die Arbeit,

um Korrekturen und Anpassungen

zu machen, um als Team zu

wachsen.“ Offensichtlich sind nicht

wenige Spieler überfordert mit dem,

was der Trainerstab mit ihnen taktisch

so vorhat.

Marcel Noebels bestätigte diesen

Eindruck. „Wir haben 25 Spieler, die

ein komplett neues System lernen

müssen, da ist jeder noch einen

Schritt zu langsam, weil man das Erlernte

richtig machen will und darüber

nachdenkt.“ Für ihn liegt darin

auch der Grundfür die erste Berliner

Niederlage gegen Weißwasser seit 26

Jahren. „Alles Neue sofortaufsEis zu

bekommen, ist nicht möglich. Wir

waren oft zu spät dran und haben

auch noch nicht das gewünschte

Zweikampfverhalten gezeigt.“

Zehntägige Exkursion

Im Training wollten sie es besser machen.

Zwei Stunden lang beharkten

sich Noebels &Co., immer wieder

krachten die Körper ordentlich aufeinander.

Für den Nationalspieler

besteht hier auch der größte Handlungsbedarf

imVergleich zur Vorsaison,

die nach schwacher Hauptrunde

im Play-off-Viertelfinale gegen

München endete.„Klar sind wir

Teamkameraden und spielen mit

dem gleichen Trikot. Wichtigist aber

auch,dass wir schon im Training zeigen,

was wir im Spiel umsetzen wollen.

Es sollte schon unser Anspruch

sein, auch im Training jeden Zweikampf

zu gewinnen.“ Um in diesem

Jahr das ausgewiesene Ziel zu erreichen,

sich direkt für die Play-offs zu

qualifizieren, brauche es mehr Aggressivität,

mehr Willen −woraufdas

Trainerteam eben auch Wert legt.

Noebels sagt: „Es ist einfach wichtig,

dass wir um 19.30 Uhr, wenn man

bereit sein muss in jeden Zweikampf

zu gehen, als gäbe es kein morgen

mehr,volldasind.“

Marcel Noebels und Co. haben noch viel

an den Details zu tüfteln.

CITY-PRESS

Nicht zuletzt kann ein Team nur

erfolgreich sein, wenn neben Taktik

und Einstellung auch das Zwischenmenschliche

stimmt. Auch hier gab

es vergangene Saison Misstöne. Die

Exkursion mit zwei Spielen beim Dolomiten-Cup

in Südtirol, einer Woche

Trainingslager in Berchtesgaden

sowieTests im tschechischen Hradec

Kralove sollen neben sportlichen Erkenntnissen

den Zusammenhalt

stärken. Noebels sagt: „Wenn hier

Feierabend ist, geht jeder nach

Hause und macht sein eigenes Ding.

Im Trainingslager ist man mehr zusammen

und redet auch mal über

die Dinge, über die man sonst nicht

spricht.“ Dieeine oder andereRatlosigkeit

im Umgang miteinander

sollte danach ausgeräumt sein.


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 19 *

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Sport

Grenzgänger:die Mainzer Moussa Nikahaté und Ronaël Pierre-Gabriel sowie die Münchner Lucas Hernández und Benjamin Pavard.

IMAGO IMAGES/HOFFMANN, AFP/STACHE

Doppelpass mit den Franzosen

Warum die Bundesligaklubs vermehrt auf Spieler aus dem Weltmeisterland setzen und dafür auch mal gern zweistellige Millionenbeträge ausgeben

VonFrank Hellmann

Der französische Einfluss

ist in Mainz noch heute

an vielen Ecken und

Plätzen mit Händen zu

greifen. Die Region Rheinland-Pfalz

war im Laufe der wechselhaften Geschichte

gleich mehrfach vonFrankreich

besetzt, und im 18. Jahrhundertwar

Mainz sogar die Hauptstadt

des Départements du Mont-Tonnere.

Eine Umbenennung des FSV

Mainz 05 in Mayence 05 stehe trotzdem

nicht zur Debatte, sagt Rouven

Schröder mit einem Augenzwinkern.

„Dafür ist der Verein zu sehr in der

Stadt und der Region verwurzelt“,

versichertder Sportvorstand.

Aber die Anspielung bietet sich

an, schließlich hat sich der FSV

Mainz 05 die vergangenen Jahre mit

französischer Hilfe zum kerngesunden

Klub aus dem Mittelbau der

Bundesliga entwickelt. Spieler aus

dem Weltmeisterland Frankreich

sind es, die den Verein wachsen ließen.

Zwei Transfers beschreiben exemplarisch

das Erfolgsmodell: Der

vor drei Jahren für fünf Millionen

Euro vom französischen Zweitligisten

RC Lens verpflichtete Jean-Philippe

Gbamin, 23, wechselte erst

kürzlich für die fünffache Summe

zum FC Everton. Ähnlich war der

Kosten-Nutzen-Effekt bei dem inzwischen

für mehr als 30 Millionen

zu Paris St. Germain transferierten

Abdou Diallo,23: Vergangenen Sommer

brachte der für fünf Millionen

Euro vom ASMonaco geholte Franzose

beim Verkauf an Borussia Dortmund

bereits 28 Millionen ein.

Die zweitgrößte Fraktion

Grundsätzlich solle sich die Entwicklung

eines Spielers in einem Zeitrahmen

von zwei oder drei Jahren abspielen,

betont Schröder, der die

„leistungsstarken Franzosen zu einem

für uns erschwinglichen Preis“

jedoch nicht mehr missen will.

Sportlich gefällt ihr Entwicklungspotenzial,

wirtschaftlich passen sie ins

Gehaltsbudget. Auch die acht Millionen

Euro für Verteidiger Moussa

Nikahaté, 23, und Jean-Philippe Mateta,

22, seien vergangenen Sommer

gut angelegtes Geld gewesen. Der

Mainzer Macher: „Natürlich bekommt

man die Spieler nicht mehr

geschenkt, aber man muss auch investieren,

um einen Mehrwert zu

schaffen.“

Hilfreich sei, dass diese Profis das

Entwicklungspotenzial der Bundesliga

zu schätzen wüssten. „Die französischen

Spieler, gerade wenn sie

aus der zweiten Liga Frankreichs

kommen, sind dankbar für die Professionalität,

die Infrastruktur und

die Organisation, die die Bundesliga

anbietet“, erklärt der 43-Jährige, der

diesen Sommer mit dem 21 JahrealtenVerteidiger

Ronaël Pierre-Gabriel

den nächsten Spieler aus dem Nachbarland

verpflichtet hat. „Wir

schauen als erstes auf dem deutschen

Markt, aber wir merken natürlich

auch, dass wir gewisse Profile

und bestimmte leistungsstarke Spieler

nicht bekommen, weil die Konkurrenz

sehr groß ist, und wir nicht

am Ende der Nahrungskette sind.“

„Wir merken, dass wir

gewisse Profile und bestimmte leistungsstarke

Spieler nicht bekommen, weil die Konkurrenz

sehr groß ist, und wir nicht am Ende

der Nahrungskette sind.“

Rouven Schröder

landete in den vergangenen Jahren mit

dieser Einsicht ein paar Glückstreffer auf dem Transfermarkt.

DieZahl der Franzosen in der Liga

steigt vonJahr zu Jahr.Aktuell sind es

27, die zweitgrößte Fraktion an ausländischen

Spielern nach Österreichern

(33). 2012/2013 waren gerade

einmal drei Franzosen hierzulande

beschäftigt. Jonathan Schmid (SC

Freiburg), Franck Ribéry(FC Bayern)

und Matthieu Delpierre (TSG Hoffenheim)

bildeten beinahe Exoten.

Danach stieg der Anteil Jahr für Jahr.

Branchenprimus FC Bayern leistete

sich gleich zwei Weltmeister: Lucas

Hernández war die Rekordablöse

von 80 Millionen Euro wert, dazu

kam Benjamin Pavard für 35 Millionen.

Zusammen mit Kingsley Coman

und Corentin Tolisso spielen

nun vier Mitglieder der Équipe Tricolore

inMünchen. „Wir haben mit

französischen Spielern immer gute

Erfahrungen gemacht“, sagt Vorstandsboss

Karl-Heinz Rummenigge

und erinnert anWilly Sagnol oder

Bixente Lizarazu. Nicht ganz so erfolgreich

waren hingegen Jean-

PierrePapin und Valérien Ismael.

Ausschwierigen Verhältnissen

Deutschen Topklubs spielen aktuell

vermehrt die französische Karte aus

und geben dafür auch zweistellige

Millionenbeträge aus. RBLeipzig hat

mit Christopher Nkunku, 21, seine

French Connection auf fünf Akteure

ausgeweitet. Bayer Leverkusen setzt

große Hoffnungen in Moussa Diaby,

20. UndMarcusThuram, 21, Sohn des

Weltmeisters Lilian Thuram, hat für

Borussia Mönchengladbach bereits

im DFB-Pokal getroffen, der mit seinem

Landsmann Alassane Pléa im

Sturm harmonieren soll. Sportdirektor

MaxEberl stellt fest: „Die Bundesliga

hat mittlerweile so einen Stellenwert,dass

viele junge Franzosen nach

Deutschland kommen.“ Oft stammen

die Talente aus sozial schwierigen

Verhältnissen und haben sich bereits

gegenWiderstände behauptet.

Dass sich die Weltmeisternation

in der Ausbildung einen Vorsprung

verschafft hat, bestätigt DFB-Direktor

Oliver Bierhoff. „Sie haben ein

sehr gutes Fördersystem aufgebaut

und viel in die Trainerausbildung investiert.

In Frankreich haben sie spezielle

Methoden entwickelt: Kylian

Mbappé wurde im Alter von 15Jahren

ein Jahr zur Akademie des Verbandes

in Clairefontaine abgezogen.“

Leipzigs Baumeister Ralf Rangnick,

neuerdings „Head of Sport“ im

Red-Bull-Netzwerk, beneidet längst

die Trainer der französischen U-Nationalmannschaften.

„Wenn wir

nach Spielern mit einer guten technischen

und taktischen Ausbildung

suchen und die Straßenfußballkultur

haben wollen, ist Frankreich ein

guter Markt.“ Ein besserer als der

deutsche auf alle Fälle.

Super Frank in heikler Mission

Frank Lampard hat als Trainer des FC Chelsea einen kapitalen Fehlstart hingelegt. Jetzt trifft er auf den FC Liverpool von Jürgen Klopp –und muss rasch Korrekturen vornehmen

VonHendrik Buchheister,Manchester

Frank Lampardwirdverschiedene

Szenarien durchgegangen sein

vor seinem Debüt als Trainer des FC

Chelsea. Er wirdsich überlegt haben,

wie er der Öffentlichkeit eine mögliche

Niederlage zum Saisonstart bei

Manchester United erklären könnte.

Aber dass er von seinem einstigen

Lehrmeister angegangen werden

würde? Darauf war der ehemalige

Nationalspieler ganz offensichtlich

nicht vorbereitet.

Es war ja ein Coup, den der Bezahlsender

SkySports zur neuen Saison

gelandet hat mit der Verpflichtung

von José Mourinho als Fachmann

im Studio. Seinen ersten Einsatz

hatte der selbst ernannte Special

Onepassenderweise beim Aufeinandertreffen

seiner beiden früheren

Klubs im Old Trafford, und bei der

Fahndung nach Gründen für Chelseas

überraschend krachenden

Fehlstart (0:4) landete er auch bei

Lampards Aufstellung.

Mourinho warf seinem langjährigen

Profi vor, ein zu junges Team

aufgeboten zu haben. „Ich habe das

Gefühl, dass sie mit ein bisschen

mehr Know-how hätten spielen

können. Ein bisschen mehr Erfahrung

hätte der Mannschaft gut getan“,

sagte der Portugiese und kritisierte

namentlich den einstigen

Mönchengladbacher Verteidiger

Andreas Christensen, 23 Jahre alt,

Mittelfeldspieler Mason Mount, 20

Jahre alt, und Angreifer Tammy

Abraham, 21 Jahrealt.

Unter Druck in Istanbul

An diesem Mittwoch geht es im

Uefa-Supercup in Istanbul gegen

den Champions-League-Sieger FC

Liverpool, und schon ist der Druck

auf Lampard groß. Doch der Coach

setzt sich zur Wehr. „Das hat er gesagt?Wow!“,

staunte Lampard, selbst

erst 41 Jahrealt, als er mit Mourinhos

Urteil konfrontiertwurde,und setzte

zum Gegenschlag an. „Ich kann niemanden

aus dem Behandlungszimmer

holen“, sagte er mit Blick auf die

lange Verletztenliste.

Unter anderen fallen im Moment

Abwehrchef Antonio Rüdiger, Weltmeister

N’Golo Kanté und Willian

aus oder sind noch nicht inVollbesitz

Wardas was? Frank Lampard muss seine Mannschaft auf Kurs bringen.

ihrer Kräfte. „Ich muss mir nicht zu

viele Gedanken darüber machen,

was irgendjemand anderes sagt“, bekundete

Lampard.

Damit gelang ihm, bewusst oder

unbewusst, ein Ablenkungsmanöver,

wie es Mourinho selbst nicht

besser hinbekommen hätte. Denn

viele Schlagzeilen galten nach dem

Spiel der Auseinandersetzung zwischen

Lampard und seinem einsti-

AFP/SCARFF

gen Trainer,nicht Chelseas Mängeln

zum Saisonstart. „Mourinho ist

wahrscheinlich sogar stolz auf einen

seiner Star-Schüler“, merkte das Portal

The Athletic an.

Das ändert nichts daran, dass

Lampard viel Arbeit vor sich hat bei

dem Klub, mit dem er als Spieler in

13 Jahren dreimal Meister wurde und

die Champions League gewann.

Chelsea fehlte gegen die ebenfalls

junge United-Mannschaft im Angriff

die Konsequenz. Im Abwehrverhalten

wirkten Lampards Spieler in den

entscheidenden Momenten wie Jugendliche,

die sich auf die große

Fußball-Bühne verirrt hatten. Alle

Gegentreffer resultierten aus individuellen

Fehlern oder schnellen Gegenstößen.

Ein „Reality Check“ sei

die Partie gewesen, sagte Lampard,

also ein harter Aufschlag in der Realität.

Und:„Mir haben viele Sachen gefallen,

aber wir können nicht vorder

Tatsache weglaufen, dass wir stehen,

wo wir stehen.“

Folgen einer Transfersperre

Lampards Mission ist kompliziert.

Der Verein aus dem Londoner Südwesten

hat im Sommer mit Eden Hazard

seinen besten Mann an Real

Madrid verloren und konnte selbst

keine Verpflichtungen tätigen, weil

die Fifa ihn mit einer Transfersperre

wegen Regelverstößen bei der Rekrutierung

von Jugendspielern belegt

hat. Dereinzige echte Zugang ist

Christian Pulisic, dessen Unterschrift

sich der Klub Anfang des Jahres

sicherte. Zudem muss Lampard

verstärkt auf Talente wie Abraham,

Mount oder die im Moment verletzten

Callum Hudson-Odoi oder Ruben

Loftus-Cheek setzen.

„Super Frank“, wie ihn Chelseas

Fans nennen, hat erst eine Saison bei

DerbyCounty in der zweiten Liga als

Trainer-Erfahrung vorzuweisen. Unter

normalen Umständen wäre er

damit nicht ausreichend qualifiziert

für den FC Chelsea, der unter Besitzer

Roman Abramowitsch in der Regel

auf profilierte Übungsleiter aus

dem Ausland wie Mourinho, Carlo

Ancelotti oder zuletzt Maurizio Sarri

setzt und einen hohenVerschleiß auf

der Trainerbank hat.

Doch Lampard gilt als Nachwuchs-Förderer

und genießt beim

Publikum wegen seiner Vergangenheit

einen enormen Vertrauensvorschuss.

Das nähert die Hoffnung,

dass er der richtige Mann für Chelseas

spezielle Situation sein könnte.

Die krachende Niederlage zum Auftakt

ist für ihn kein Grund zur Panik.

„Wir müssen die guten Dinge mitnehmen

und die schlechten korrigieren“,

sagte er. Ambesten schon

am Mittwoch.


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 – S eite 20 *

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Sport

Botschaft

an den

Flügelmann

WasHertha-Coach Covic

mit Lukas Klünter vorhat

VonWolfgang Heise

Lukas Klünter hätte durchaus

Grund zu schlechter Laune gehabt.

Denn entgegen der Erwartung

der Beobachter kam der 23 Jahrealte

Rechtsverteidiger von Hertha BSC

am vergangenen Sonntag beim ersten

Pflichtspiel dieser Saison nicht

zum Einsatz. Er verfolgte von der

Bank aus,wie die Kollegen den Regionalligafußballern

des VfB Eichstätt

in der 1. Runde des DFB-Pokals

keine Chance ließen und 5:1 siegten.

Und wie Mathew Leckie auf seiner

Position einen durchweg ordentlichen

Job verrichtete. Doch Klünter

zeigte sich bei den Trainingseinheiten

zu Beginn dieser Woche auf dem

Schenckendorffplatz bestens gelaunt,

scherzte mit seinen Kollegen.

Weiß da einer mehr? Ahnt da einer,

dass er zum Ligaauftakt am kommenden

Freitag in der Münchner

Arena beim Anpfiff auf dem Platz

stehen wird? Offensichtlich.

Klünter, der zu den schnellsten

Spielern der Bundesliga zählt, hatte

sich vergangene Saison in der Rückrunde

einen Stammplatz erarbeitet

und ist nach einer überzeugenden

Vorbereitung nun eigentlich auch in

der Abwehr gesetzt. Doch für die Partie

in Ingolstadt gegen Eichstätt hatte

Trainer Ante Covic eine anderespieltaktische

Idee entwickelt. „Die Jungs

wissen, dass wir aufgrund der Saisonvorbereitung

keine festen

Stammspieler hatten. Ich habe auch

schon früher immer mit beiden betroffenen

Spielern gesprochen. So

habe ich es auch jetzt getan. Ichhabe

meine Gedankengänge erklärt“,

sagte der Coach im Nachgang der

Pokalpartie und berichtete von einem

Sechs-Augen-Gespräch zwischen

Leckie, Klünter und ihm. Der

Trainer als Moderator,der Trainer als

Kommunikator. Doch Covic sagte

auch: „Ich erwarte dann kein Verständnis

von dem Spieler, der nicht

spielt, weil ich glaube,dass ein Spieler

ein Stück weit an sich denkt. Aber

gerade im Anfangsstadium der Saison

ist der Trainer den Spielern eine

Erklärung schuldig, wie er denkt.“

Coman den Spaß rauben

Der smarte Klünter hatte das sofort

begriffen. Undverstand auch die Botschaft

des Trainers. Der auch öffentlich

seine Entscheidung im Detail erklärte:

„Ich habe Mathew Leckie gebracht,

weil er gegen so einen tief stehenden

Gegner zwischen den Ketten,

etwas auflösen kann. Jetzt haben wir

mit den Bayern einen anderen Gegner,

bei dem wir bestimmt keine 75

Prozent Ballbesitz haben. Da wirdeiniges

anders aussehen. Da wirddann

wohl ein anderer Spieler gefragt sein.“

Klar: Klünter. Der ehemalige Kölner

soll Bayern Münchens behänden

Flügelmann Kingsley Coman den

Spaß am Fußball rauben und womöglich

selbst Akzente nach vorne

setzen.

Im Austausch: Coach Ante Covic (l.) mit

Lukas Klünter

IMAGO IMAGES/SIMON

Der Weisheit letzter Schuss

Zwei Berliner Teams in der Bundesliga,

zwei Kenner des Berliner Fußballs:

Michael Jahn und Andreas Baingowerden künftig

immer mittwochs ihre Expertise zum

kommenden Spieltag abgeben.

Michael Jahn für Hertha BSC, seine Hertha,

die er seit mehr als zwei Jahrzehnten

als Reporter begleitet.

Und Andreas Baingofür den 1. FC Union,

seine Eisernen, für die er sogar selbst früher als

Spieler am Ball war. Zum Auftakt tippen beide,

wie ihre Klubs die Saison meistern.

Die

Abwehrknacker

VonMichael Jahn

Was haben meine Nachbarn

(Hertha-Sympathisanten),

der Hausmeister

unserer

Wohnanlage (Dortmund-Fan) und

der Kellner in meinem Biergarten

(Anhänger des BFC Dynamo) gemeinsam?

Siealle sind stets auch am

Wohl und Wehe von Hertha interessiert.

Sie löchern mich in diesen Tagen

mit den gleichen Fragen: „Wie geht

es Deiner Hertha? Wie

wirdsie dieses Malabschneiden?“

Die Obengenannten

machen mich immer

gerndafür verantwortlich

dafür, dass

Hertha gewinnt oder

verliert. Da ich mich

lange mit diesem Verein

beschäftige,halten

sie mich sogar für eine

Art Über-Trainer.

Ganz ehrlich: Eine Saison

würde ich den

Cheftrainer-Job bei

Hertha schon gerne

übernehmen. Anschließend,

nachdem

mich Manager MichaelPreetznach

einigen

Niederlagen entlassen

hätte, könnte ich mit der satten

Abfindung locker ein Jahr Urlaub

in meiner Lieblings-Villa auf Mallorca

verbringen.

Aber im Ernst: Bislangwar meine

Antwortauf die Frage nach dem Abschneiden

der Mannschaft vonNeu-

Chefcoach Ante Covic immer recht

vage.Ich habe ein wenig rumgeeiert:

„Besser als zuletzt Platz 11!“. Angebotene

Wetten („Kommt Hertha ins

internationale Geschäft?“ oder

„Wird der 20-Millionen-Euro-Mann

Dodi Lukebakio neuer Torschützenkönig

der Liga?“) habe ich konsequent

abgelehnt. Denn vor Jahren

bin ich reingefallen. Als der ehemalige

Hertha-Manager Dieter Hoeneß

im Sommer 2001 ankündigte,bis zur

WM 2006 mit der Meisterschale

durchs Brandenburger Torfahren zu

wollen, ließ ich mich vom Optimismus

des einstigen Kopfball-Wunders

anstecken und wettete in meiner

Eckkneipe, das Hertha bis 2006

Deutscher Meister wird. DerEinsatz:

ein großes Fass Budweiser Bier! Ich

habe es schließlich zähneknirschend

bezahlt und mit einigen

Freunden an zwei Tagen ausgetrunken.

Aber in dieser Kolumne muss ich

natürlich Farbe bekennen. Ehe ich

das tue, habe ich bei einigen Kollegen

recherchiert. Horst Bläsig, der

Chefredakteur der

„Die Mannschaft

besitzt

vor dieser

Saison eine

Offensivpower

wie

lange nicht

mehr.“

Fußball-Woche, setzt

Hertha auf Platz 7.

Okay so! Aber der geschätzte

Fußball-Journalist

und Buchautor

Christoph Biermann

(11 Freunde) lässt Hertha

auf Platz 17 direkt

absteigen! Nee, nicht

schon wieder! Ob er

das ernst meint, ist mir

bislang nicht bekannt.

Nun also meine

Prognose: Ich glaube,

die Mannschaft besitzt

vor dieser Saison

eine Offensivpower

wie lange nicht mehr –

vielleicht wie zu den

goldenen Zeiten des

langmähnigen Marko

Pantelic und des Zopfträgers Andrej

Woronin. Ich kann mir gut vorstellen,

dass ein Angriff etwa mit Dodi

Lukebakio, Vedad Ibisevic und Javairo

Dilrosun gegnerische Abwehrreihen

schwindlig spielen und überlaufen

kann. Mit Davie Selke, Salomon

Kalou –dahinter mit Vladimir

Darida oder Arne Maier lauern weitere

kreative Kräfte, die Defensivreihen

knacken können. Zudem sind

viele Positionen in guter Qualität

doppelt besetzt, und auch die Mischung

zwischen erfahrenen Oldies

und jungen Wilden scheint zu stimmen.

Auch die neue Konkurrenz

zum 1. FC Union wird Kräfte freisetzen.

Mein optimistischer Tipp: Bleibt

das Team von vielen Verletzungen

verschont, landet Hertha auf Rang 6!

Die

Unabsteigbaren

VonAndreas Baingo

Abstieg? Aber nicht mit den

Eisernen! Man darf durchaus

ein klein wenig frech

sein, selbst als ein in dieser

Liga unbefleckter und unbeleckter

Frischling. Also: Was hat der 1. FC

Union gemeinsam mit, sagen wir,

dem FC Augsburg? Oder,besser,dem

VfL Wolfsburg? Um vielleicht noch

ein wenig mehr auf den Putz zu

hauen, mit der TSGHoffenheim und

Bayer Leverkusen? Obwohl das in

Köpenick nicht unbedingt

jeder wahrnehmen

möchte,auch mit

RB Leipzig? Unerschrocken

wie sie nun

mal sind in der Alten

Försterei und um

gleich das ganz große

Besteck rauszuholen,

mit, ja, mit Bayern

München?

Selbst wenn es jemand,

Augenzwinkerninklusive,

auf Anhieb

weiß, Millionär

könnte er damit kaum

werden, denn bei

Günther Jauch ist die

richtige Antwort stets

mit vorgegeben. Bei

einiger Überlegung

und erst recht im Ausschlussverfahren

kommt ein Fan

durchaus drauf, nämlich: All die

Mannschaften, da befindet sich der

rot-weiße Neuling in illustrer Gesellschaft,

sind aus der Bundesliga noch

nie abgestiegen!

Das mag im Falle der Eisernen,

zugegeben, um die Ecke gedacht

sein, so ist es aber. Sosoll es auch

bleiben: Der 1.FCUnion ist auch in

der nächsten Spielzeit und in der

nächsten und in der nächsten –Nina

Hagen sagt es in ihrer Vereinshymne

so: immer weiter, ganz nach vorn –

bei den Großen dabei.

Was mich bei der Mission Klassenerhalt

so sicher macht? Die Historie.

Oder besser: die eiserne DNA.

Aufgestiegen, zumal in die oberste

Spielklasse, sind die Männer aus der

Wuhlheide schon einige Male. Nur

„Wenn gar

nichts mehr

geht, dann

kommt kurz

mal die

rot-weiße

Wand zu

Hilfe.“

GETTY IMAGES

hießen die Spielführer zu jener Zeit

noch Kapitäne, denn mit dem Führer

hatten sie es nicht so damals.

Deshalbhieß der Führerschein auch

Fahrerlaubnis. Aber das nur nebenbei.

Und mit Namen hießen die mit

der Binde am linken Oberarm nicht

Christopher Trimmel, sondern Ulrich

Prüfke, Joachim Sigusch, Lutz

Möckel und Olaf Seier.

Das ist, klare Sache, noch immer

nicht die DNA. Dievielmehr ist, dass

diese Eisernen nach einem Sprung

in die Oberliga, also in die Bundesliga

des Ostens, als

Aufsteiger nie, nie, nie

gleich wieder abgestiegen

sind. Nicht

1967, als sie Sechster

wurden, erst recht

nicht 1971 als Fünfter,

auch 1977 als Elfter

und 1983 als Zwölfter

nicht und 1986 als

Siebter noch weniger.

Manchmal war es

wirklich wacklig, na

gut. Am Ende aber hat

es noch immer gereicht.

Zittrig wird es

nach Lage der Dinge

auch jetzt, das sollte

niemanden überraschen.

Kantersiege wie

das 6:0 im Pokal gegen

Viertligist Halberstadt,

immerhin aber eine Hausnummer,

da haben sich andereBundesligisten

die Haxen weit krummer verdreht,

wird es eher nicht geben. Aber was

sie können, das können sie meisterlich:

kämpfen, kämpfen, kämpfen.

ZurNot biszum Umfallen, und wenn

gar nichts mehr geht, dann hilft der

12. Mann, dann kommt kurzmal die

rot-weiße Wand zu Hilfe.

Wäredochgelacht, ginge die Aufsteiger-Niemals-Absteiger-Serie

gerade

beidem neuenund nie dagewesenen

Abenteuer Bundesliga zu

Ende. Niemals! Dann schon Relegation.

Am liebsten, hach, gegen den

VfB Stuttgart. Das Rückspiel, das

steht fest, soll am 25. oder am 27. Mai

ausgetragen werden. Am 27. wäre

perfekt. Da weiß jeder, wie es ausgeht.

Eisern nämlich.

„Wir müssen

die Fans

respektieren“

WieUnions Manager Oliver

Ruhnert den Protest sieht

VonPatrick Berger

Denen, die es mit dem 1. FC Union

halten, mag die Nachricht vielleicht

nicht neu erscheinen, doch

jetzt haben sie es auch schwarz auf

weiß: Das Stadion An der Alten Försterei

gehört zu den beliebtesten in

Deutschland. Das Verbraucherportal

Testberichte.de wertetefür das Arena-

Ranking 240000 Google-Rezensionen

zu allen 55 Fußballstadien von

der Ersten bis zur Dritten Liga aus –

und siehe da: Das eiserne Wohnzimmer

landete mit 4,7 Sternenbei 3000

Bewertungen nur knapp hinter Dortmunds

Signal Iduna Park (4,7 bei

20 000 Bewertungen) auf Rang zwei.

Das familiäre Ambiente, die gute

Akustik, die Nähe zum Spielfeldrand

und die kurzenWege imStadion sowie

die fairen Preise haben zum Spitzenranking

für die Alte Försterei gesorgt.

Das Olympiastadion, Heimstätte

vonHerthaBSC, schaffte es übrigens

auf Platzzehn(4,5/16 000).

Doch genau diese Alte Försterei,

die für ihre impulsive Stimmung bis

über die Grenzen der Bundesrepublik

bekannt ist, wirdamSonntag ab

18 Uhr für 15 Minuten schweigen.

Grund ist ein Protest der Ultragruppierung

„Wuhlesyndikat“, die RB

Leipzig als „Produkt“ versteht.

Auch Subotic hat Verständnis

Oliver Ruhnerthätte allesgut gefunden,

nur eben nicht RB Leipzig zum

Start. VorBekanntgabe des Bundesliga-Spielplans

vor zwei Monaten

sagte der46Jahre alte Manager:„Das

(ein Spiel gegen RB Leipzig; Anm. d.

Red.)würde ich nicht gut finden, weil

dann eine andere Thematik und

ganz andereDinge in den Fokustreten

würden.“ Nun äußert sich Ruhnert

erstmals zur Fanaktion: „Ich

habe immer gesagt, dass es nicht

sein muss am ersten Spieltag, weil

man dann ein Politikum draus

macht. So ist es jetzt auch. Im

Grunde wünschen wir uns alle die

Unterstützung vonden Rängen, aber

unsere Fans haben sich schon sehr

klare Gedanken darüber gemacht

und wissen, was sie da tun.“

Nicht allen Spielern gefällt das

Fanvorhaben. Torwart Rafal Gikiewicz,

31, wurde deutlich: „Euer geplanter

Boykott in den ersten 15 Minuten

ist nicht gut für uns Spieler. Es

interessiert mich nicht, wer unser

Gegner ist. Ich will einfach nur mit

eurer Hilfe gewinnen.“ Dazu sagt

Ruhnert: „Wir müssen die Auffassung

der Fans respektieren. Alles

Weitereist nicht Aufgabe der Spieler.

Die Jungs sollen sich innerhalb des

Spielerrats dazu austauschen.“

Ebenfalls Verständnis äußerte im

Übrigen Abwehrspieler Neven Subotic,

30, der sich für einen möglichen

Startelfeinsatz am Sonntag fitgemeldet

hat: „Es gibt viel zu wenige

solcher Proteste. Unsere Fans beziehenklarPosition.

Ichstelle mich hinter

sie.“

Klare Meinung: Unions Manager Oliver

Ruhnert.

MATTHIAS KOCH


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Johannes von

Weizsäcker über das

Konzertder Lumerians

Seite 23

„Sie sind immer noch die Trommler,die von der Panik leben.“

Der Historiker Volker Weiß über neuen Rechtsextremismus Seite 22

Demenz

Die

Ermahnung

Harry Nutt

begleitet seine Mutter

in den Garten

Habe ich das wirklich getan? Ehe

ich mich von meiner Mutter

verabschiede, erhebe ich mahnend

den Zeigefinger. Nicht kratzen, rufe

ich ihr lächelnd zu, aber ich bin mir

nicht sicher, obsie meine Geste als

Ironie aufzufassen vermag.

Sie fühlt sich ertappt. Ihre Gesichtshaut

ist sehr dünn und empfindlich,

und aus einer trockenen

Flechte ist eine nässende Wunde geworden,

die sie immer wieder blutig

kratzt. Wenn ich sie davon abzubringen

versuche, sagt sie: Recht haste.

Und fügt dann hinzu: Aber schweigen

musste. Ich liebe diese Floskel,

die sie bei ähnlichen Gelegenheit

wiederholt. Wenigstens für diesen

Moment scheint das natürliche Verhältnis

zwischen uns wiederhergestellt.

Sie ist die mütterliche Autorität.

Magder Sohn auch recht haben,

so wird sie sich denken: Noch bestimme

ich.

Meine Ermahnung zum Abschied

bleibt folgenlos, es dauert nicht

lange, dahat sie sie bereits wieder

vergessen. Im Juli ist sie 99 geworden,

und auf meine tägliche Frage:

Wie geht es dir heute? sagt sie lächelnd:

Wieimmer.

Alle Tage sind gleich, aber nichts

ist wie immer. Meine Mutter bewegt

sich wie ein Käfer, leicht gebückt

geht sie mit ihrem zerbrechlich

wirkenden Körper über den

Flur, weil sie den Rollator nicht als

Gerät zu erkennen vermag, das ihr

zu Diensten ist.

Im Flur des Pflegewohnheims

setze mich zu ihr aufs Sofa, und sie

sagt, sie müsse noch putzen. Erst

später fällt mir auf, dass sich das auf

diese Art artikulierte Reinlichkeitsbedürfnis

auf sie selbst bezieht.

Meine Mutter ist inkontinent, und

ehe wir noch ein wenig die laue

Abendluft im Vorgarten genießen

können, bitte ich ihre Lieblingspflegerin

Cigdem, die bereits durchnässten

Windeln zu wechseln. Meine

Mutter lässt es klaglos geschehen,

aber ich merke, dass es ihr peinlich

ist, ehe die Demenz sie auch vondiesem

Gefühl wieder befreit.

Schluss mit dem Projektdenken!

Die freie Literaturszene Berlins hält sich für weltweit einzigartig und den Haushaltsentwurf für skandalös

VonPetraKohse

Wenige Tage bevor sich

der Kulturausschuss

im Abgeordnetenhaus

am Montag den Haushaltsentwurf

der Kulturverwaltung

zum ersten Mal vorknöpfen wird,

macht nach der freien Tanzszene

jetzt auch die freie Literaturszene ihremÄrger

über diesen Luft: Mitrund

10 000 Literaturschaffenden (von

der Lyrikerin bis zum Literatur-Podcaster),

50 Lesereihen, 40 Literaturzeitschriften

und unabhängigenVerlagen

„im zweistelligen Bereich“ sei

die Berliner Szene in Umfang, Vielfalt

und auch ihrer leichten Zugänglichkeit

für Publikum und Produzierende

„weltweit einzigartig“, so die

Autorin Lea Schneider am Dienstagvormittag

in der Lettrétage.

Aber die Kulturverwaltung wolle

in all das nur 1,1 Millionen Euro jährlich

investieren und beteilige die freie

Literatur lediglich zu 1,7 Prozent an

den 68 Millionen Euro, die Berlin im

nächsten Doppelhaushalt für Kultur

mehr ausgeben könne.„Dieses Missverhältnis

ist ein Skandal!“, rief

Schneider, die für das Netzwerk freie

Literaturszene Berlin e.V. aus gegebenem

Anlass eine Pressekonferenz mit

Literaturschaffenden moderierte.

Sechstes Literaturhaus Berlins

Im Hinterhaus des Gebäudes Mehringdamm

61 gelegen, hat sich die

seit 2006 betriebene Lettrétage neben

dem Literarischen Colloquium,

dem Literaturhaus,dem Literaturforum

imBrecht-Haus, dem Haus für

Poesie und dem Kinderliteraturzentrum

Lesart längst als sechste Berliner

Literatureinrichtung etabliert.

Ihr Etat soll nach dem Willen von

Kultursenator Klaus Lederer 2020/21

um ein Viertel auf 200 000 Euro erhöht

werden (das Literaturforum ist

2020 mit rund 674 000 Euro dabei).

Auch sieht der Haushaltsentwurf

196 000 Euro mehr für literarische

Arbeitsstipendien vor. Sonst aber sei

nichts zusätzlich drin für das Heer

der oft ehrenamtlich oder querfinanziert

Tätigen in diesem Bereich,

beklagten Schneider und ihre sechs

Kollegen auf dem Podium, zu denen

auch die Luchterhand-Autorin Doris

Anselm oder Andrea Schmidt vom

Verlagshaus Berlin zählten. Keine

projektunabhängige Basisförderung

Literaturinstallation von Simone Kornappel 2014 in der Lettrétage (Detail)

etwa, keinen Fonds für Übersetzungen,

kein Förderprogramm für unabhängige

Verlage oder auch keine

dauerhafte Sicherung von Lesereihen.

Im Gegenteil erweise sich das

Wenige an Projektgeld, das man beantragen

könne, zuweilen auch als

Falle,wie Jake Schneider,Chefredakteur

der englischsprachigen Literatur-

und Kunstzeitschrift Sand berichtet:

„Wenn ich eine Förderung

von 20000 Euro für ein Jahr bekomme,

stehe ich im nächsten Jahr

GEZETT

voreinem Riesenproblem. Denn die

15 Mitarbeiter, andie ich das Geld

verteile,wollen dann ja nicht wieder

für umsonst arbeiten.“

Ohnehin hat das Netzwerk den

Eindruck, dass die Berliner Kulturverwaltung

keinen wirklichen Einblick

in die Arbeitsprozesse der Literaturszene

habe. InKöln und Hamburgwürden

Co-Working-Spaces für

Autoren gefördert, in Berlin nicht.

Dabei stehe gerade Berlin für den

Abschied vom genialen Einzelautor

und die Hinwendung zu Literatur als

gesellschaftlichem Phänomen, wofür

die zahlreichen dezentralen Lesereihen

in den Bezirken ein Beispiel

seien. Deren Qualität sei die Kontinuität,

aber um Förderung zu beantragen,

müsse man sie ständig als

Projekte neu erfinden, so der Autor

und Literaturveranstalter Tillmann

Severinaus eigenerErfahrung.

Veränderte Arbeitsprozesse

Dass auch bei den Anträgen für die

Stipendien schon Projekte skizziert

werden müssten, nannte Doris Anselm

als Grund dafür, bisher keines

beantragt zu haben. „Da muss ich

meine Ideen schon ganz früh in den

Ring werfen. In jedem anderen Betrieb

würde man sagen: Vorsicht! Außerdem

arbeite ich nicht so, dass es

an einem bestimmten Zeitpunkt

eine feste Idee gibt, die dann umgesetzt

wird, sondernviel fließender.“

Ähnlich wie der Runde TischTanz

hat das Netzwerk 2018 „in einem

partizipativen Prozess“ mit der

Szene einen Zehn-Punkte-Plan für

eine veränderte und erhöhte Förderung

entwickelt und der Verwaltung

vorgelegt. Gut begründet und sogar

schon immer mit dem jeweiligen

Haushaltstitel versehen, auf den sich

die Vorschläge beziehen. Darin gibt

es etwa Recherchestipendien, eine

Basis- undKonzeptförderung wie für

die darstellende Kunst, einen Preis

für Bibliodiversität sowie die Aufforderung,

die Jurys transparenter und

nach Diversitätsaspekten zu besetzen.

Auch eine wissenschaftliche

Studie zurfreien Literaturszene wird

gewünscht. Im aktuellen Haushaltsentwurfsind

solche Vorschläge nicht

berücksichtigt. Jetzt ist es recht spät

für Änderungen. Mehr wirddas Geld

nicht werden, die Abgeordneten

können nur noch umverteilen.

„Manches könnte man aber auch

innerhalb der Grenzen verbessern“,

so Jake Schneider. „Wenn ich mein

Projektgeld nicht während eines Jahresausgebenmüsste,könnteich

damit

mehrere Jahre lang die Druckkosten

meiner Zeitschrift abdecken.“

Doch wie vieles, das sinnvoll

klingt, lässt sich auch dieser Vorschlag

mit dem an Jahre und Pläne

gebundenen Haushaltsrecht wohl

nicht in Einklang bringen. Es sei

denn, es gäbe einen Willen. Denn

dann gibt es ja immer einen Weg.

NACHRICHTEN

Wim Wendershält Laudatio

auf Sebastião Salgado

WimWenders (73) wirddie Laudatio

auf den diesjährigen Friedenspreisträger

Sebastião Salgado halten. Das

gab der Börsenverein des Deutschen

Buchhandels am Dienstag in Frankfurtbekannt.Wenders

hatte den brasilianischen

Fotografen im Jahr 2014

mit dem Dokumentarfilm „Das Salz

der Erde“ porträtiert. Der75-jährige

Salgado erhält die mit 25 000 Euro

dotierte Auszeichnung am 20. Oktober

in der Frankfurter Paulskirche.

Mitdem Friedenspreis werden jedes

Jahr Persönlichkeiten geehrt, die in

Literatur,Wissenschaft oder Kunst

zur Verwirklichung des Friedensgedankens

beigetragen haben. 2018

waren die Kulturwissenschaftler

Aleida und JanAssmann ausgezeichnet

worden. (dpa)

Der serbische

Drehbuchautor Mihic ist tot

Derserbische Drehbuchautor Gordan

Mihic ist am vergangenen Sonntag

nach kurzerKrankheit im Alter

von80Jahren gestorben. Dies berichtete

das staatliche serbische

Fernsehen RTSamspäten Montagabend

unter Berufung auf die Familie.Mihic

arbeitete unter anderem

für den aus Sarajevostammenden

Filmregisseur Emir Kusturica. Er verfasste

die Drehbücher für dessen

Filme „Die Zeit der Zigeuner“ (1989)

und „Schwarze Katze, weißer Kater“

(1998), mit denen Kusturica der internationale

Durchbruch gelang.

Mihic verfasste auch Theaterstücke

und einen Roman.Vorseiner Pensionierung

lehrte er an der Dramatischen

Fakultät der Belgrader Kunstakademie.

(dpa)

Filmproduzent Edward Lewis

mit 99 Jahren gestorben

Hollywood-Filmproduzent Edward

Lewis,der Klassiker wie „Spartacus“,

„Sieben Tage im Mai“ und„Vermisst“

auf die Leinwand brachte,ist tot. Er

starb bereits am 27. Juli in seinem

Haus in Los Angeles,wie seine Tochter

Susan Lewis am Montag dem US-

Branchenblatt „Hollywood Reporter“

mitteilte.Erwurde 99 Jahrealt.

Anfang Aprilwar Lewis' Frau Mildred

mit 98 Jahren gestorben. (dpa)

UNTERM

Strich

Hansesail

Steile Masten,

stramme Kadetten

VonNikolaus Bernau

Eswar nicht das größte Schiff auf der diesjährigen

Rostocker Hansesail, und die

Seeleute, die von den Rahen hin nach Warnemünde

winkten, hat man auch schon mal

gesehen. Aber diese Flagge. Meine Güte,

diese Flagge. Gigantisch. Riesig. Monumental

wehte es über das Heck in Grün,Weiß, Rot

mit dem mexikanischen Staatswappen –Adler

auf Kaktus –imZentrum. Unddann blies

der Wind auch noch im richtigen Moment,

als der Dreimastsegler „Cuauhtémoc“ –benannt

nach einem Atztekenkaiser –aus der

Warnow in die Ostsee glitt, die Wellen etwas

aufschäumten, die Segel etwas heruntergelassen

wurden, damit die Masten nicht nur

als Gestelle erschienen. Waseine Show.

Vergessen waren die Italiener mit ihrem

behäbig-breiten, 1931 gebauten Segelschulschiff

„Amerigo Vespucci“. Dabei hatte es in

Rostock zum ersten Mal angelegt, und auch

noch zu einem sehr besonderen Anlass: Zum

600. Geburtstag der Universität und 450. der

Universitätsbibliothek hat selbige eine 1505

in Rostock gedruckte Ausgabe von Amerigo

Vespuccis Buch „Mundus Novus“ erwerben

können. Nur noch drei Exemplare dieses

Drucks mit dem ersten Bericht über die Neue

Welt sind erhalten. Toll, aber nebensächlich.

Auch Kolumbianer, Niederländer und Russen

konnten, obwohl ihre Schiffe teilweise

viel größer sind als die „Cuauhtémoc“, nicht

konkurrieren. Allenfalls die straffe Parade

HENDRICK JONAS

der Hafenschlepper mit ihren Stummelschornsteinen

war vergleichbar effektvoll.

Das wirkte unüberwindbar wie eine donnernde

Bullenherde.

Es zählt bei der Hansesail nämlich nicht

reine Größe am Stander, sondern Eleganz,

und die ist das Resultat des richtigenVerhältnisses

aller Teile zueinander. Die Mexikaner

haben deswegen das Rennen gemacht –mal

wieder,meinten die Kenner auf der Mole.

Sie sitzen in der Spätnachmittagssonne

auf der Mauer, auf den Steinen, idealerweise

am grünen Leuchtturm. Wie initalienischen

Opernhäusernhaben auch hier die

wahren Connaisseurs die besten Plätzeund

geben diese auch nicht an dahergelaufene

Touristen ab. In italienischen Opernhäusern

kann das direkt unter der Decke sein,

das geht es nämlich um den Klang der Sopranistinnen

und Tenöre, die Inszenierung

ist Nebensache. Bei der Hansesail dagegen

freut man sich zwar am Klacken der Segel

und Flaggen, aber wirklich wichtig ist die

Ansicht des Kunstwerks Schiff von der Seite

und dann auf den ersten Wellen. Wie

schlank legt sich der Rumpf ins Wasser, wie

steil sind die Masten gestellt, wie verhalten

sie sich zur Länge des Schiffs, wie stramm

stehen die Kadetten, wie symmetrisch sind

die Segel gerefft, und wie pathetisch weht

denn nun die Flagge?

Und wie bei Kennern üblich wird gelästert.

Über die eingerollte Flagge der Italiener.

Die verwickelte der Kolumbianer. Den

Kasteninhalt auf der„AmerigoVespucchi“, in

dem angeblich immer noch dem Duce gehuldigt

wird. Über die nationale Peinlichkeit

„Gorch Fock“, dieser giftgrünen Ruine ohne

Masten. Und oha! Dreht der Italiener da

nicht nach rechts ab, Richtung Russland?

Das passte zum Putin-freundlichen Kurs

auch der italienischen Nationalisten, die

gern auch das eine oder andere verlorene

Stück Italien heimholen würden. Aber dann

geht’s doch, kaum ragen die Masten noch

über den Horizont, gen Westen.ImHandy lesen

wir,dass die italienische Regierung stürzt.

Vielleicht eilt der Kapitän jetzt zum Mittelmeer

um Menschen in Seenot zu retten.


22 * Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Feuilleton

Die Ermordung des hessischen

CDU-Politikers

Walter Lübcke hat einmal

mehr auf die Gefahr

eines rechten Terrorismus verwiesen.

DerHistoriker und PublizistVolker

Weiß hat sich zuletzt intensiv mit

den Netzwerken der neuen Rechten

befasst und nach deren historischen

Wurzeln gefragt.

HerrWeiß, Adorno hielt seinenVortrag

über Rechtsradikalismus, als sich die

Rechte wieder neu formierte. Auch

heute erleben wir einen starken Aufschwung

auf der Seite der extremen

Rechten. Täuschen die Parallelen?

Die Zeiten sind anders, aber die

Probleme sind gewachsen. Die Dynamik,

die Adorno im Aufstieg der

NPD als Sammlungsbewegung einer

zuvor fragmentierten Rechten beobachtete,

lässt sich vergleichen.

Dasmacht den Text heute so lesenswert.

Vor allem arbeitet Adorno genau

und ungewöhnlich konkret die

Arbeitsweisen der rechten Propaganda

heraus. Man merkt: Da hat

sich kaum etwas geändert.

Stehen wir vor einer neuen Welle des

Rechtsterrorismus?

Es ist zumindest nicht auszuschließen

und wäreauch nicht überraschend.

Eine weitere historische

Parallele übrigens, denn nach dem

rasanten Aufstieg der NPD in den

60er-Jahren zerfiel die Rechte und

brachte mehrere terroristische

Gruppen hervor. Übrigens äußert

sich Adorno ausgerechnet über die

Region, in der der Mord an Walter

Lübcke stattgefunden hat. Nordhessen

war bereits im 19. Jahrhundert

ein Zentrum der antisemitischen Bewegung,

später wurde es erst zur

Hochburg der NSDAP, dann der

NPD. Solche Tradierungen sind

schon bemerkenswert.

Wurde angemessen auf die NSU-

Morde reagiert oder sehen wir nun

die Folgen vonzugroßer Untätigkeit?

Im NSU-Fall wird weiter das Narrativ

von der isolierten Dreierzelle

aufrechterhalten, obwohl es ein unterstützendes

Umfeld gab. Indieser

Angelegenheit liegt noch zu viel im

Dunkeln. Ichbeneide meine Historiker-Kolleginnen

und -Kollegen, die

in 120 Jahren den Abschlussbericht

des hessischen VS einsehen dürfen.

Die Fahne als Gesinnungsbanner:das Zeichen der sogenannten identitären Bewegung.

Wie reagiert der Staat in Form von

Verfassungsschutz und Polizei? Sind

sie auf dem rechten Auge blind?

Blind trifft es nicht, die Entwicklung

hat sich ja unter den Augen der

Behörden vollzogen. Es dürfte kaum

ein Milieu geben, das so vonV-Leuten

durchsetzt ist, wie die extreme

Rechte. Der Verfassungsschutz war

historisch ein Kind des Kalten Krieges,die

extreme Rechte hatte dortnie

Priorität, auch wenn das vor dem

Hintergrund der NS-Geschichte

kaum nachzuvollziehen ist. Ich

denke, das hatte auch damit zu tun,

dass man hierzulande die Weltanschauung

der Rechten nie ernst

nahm. Stattdessen redete man sich

ein, dass nur irgendwelche verelendeten

Milieus dafür anfällig wären.

An der Sozialstruktur des historischen

Nationalismus vonder Reichsgründung

bis zum Nationalsozialismus

ging das allerdings völlig vorbei.

Eine Personalie wie Helmut Roewer

als VS-Chef in Thüringen, während

dessen Amtszeit sich der NSU ja entwickelte,

hätte nie passieren dürfen.

DieReihe der Rücktritte danach hätte

einen Neuanfang einleiten können,

aber dann war da noch ein Chef des

Bundesverfassungsschutzes, der

ernsthaft „linksradikale Kräfte“ in der

SPD ausmachte. Ich fürchte, der Inlandsgeheimdienst

ist Teil des Problems,nicht

der Lösung.

Wie stark ist die rechte Szene untereinander

vernetzt?

Es gibt eine Art Arbeitsteilung.

Mag esauch unterschiedliche Ziele

geben, im Kampf gegen die Republik

stehen sie alle zusammen, wie schon

in den 20er-Jahren. Es gibt aber

wichtige Knotenpunkte, z.B.inder

Person Björn Höckes. Von dort gehen

Verbindungen in alle Richtungen,

zum völkischen Flügel der AfD,

zum neurechten Klüngel in Schnellroda

bis hin zur Neonazi-Szene um

Thorsten Heise.Richtig ernst wirdes

allerdings,wenn Kanäle in Behörden

oder bis in die Sicherheitsorgane bestehen,

denken Sie andie Skandale

um Gruppen wie „Nordkreuz“ und

„Uniter“ oder rechtslastige Polizisten

in Hessen.

Adorno ging davon aus, dass nicht

nur die Kleinbürger anfällig für den

Faschismus sind, sondern sich diese

Anfälligkeit durch alle Gesellschaftskreise

zieht. Istdas noch aktuell?

Unbedingt, er ist ja sehr vorsichtig,

der rechten Mobilisierung einen

spezifischen Sozialcharakter zuzusprechen.

Die Problemlagen sind

längst total geworden, sie umfassen

alle Bereiche der Gesellschaft.

„Die Rechte lebt

von Ressentiments“

ZUR PERSON

Volker Weiß ist Historiker und Publizist. Er forscht zu Geschichte und Gegenwartder extremen

Rechten in Deutschland sowie der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sein

2017 erschienenes Buch „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des

Abendlandes. (Klett-Cotta) gilt als Klassiker über die sich neu formierenden rechten Kreise.

Für die Buchausgabe des kürzlich veröffentlichten Vortrags vonTheodor W. Adorno über „Aspekte

des neuen Rechtsradikalismus“ (Suhrkamp) hat Volker Weiß ein Nachwortgeschrieben.

Der Historiker Volker Weiß im Gespräch

DerFaschismus braucht zum Überleben

keine Partei?

Eine Partei tritt erst auf dem

Plan, wenn die Zeit reif ist. Es gibt

eine lange Latenzphase, inder die

Weltanschauung geformt wird.

Dann kommt eine Bewegungsphase,

in der zur Sammlung getrommelt

und die interne Ordnung

geklärt wird. Die Regimephase des

Faschismus steht erst am Schluss

der Entwicklung. Deshalb sind die

Fraktionskämpfe in der AfD interessant.

Der „Flügel“ um Höcke

greift wohl endgültig nach der ganzenPartei.

über den neuen Rechtsextremismus

und die frühen, scharfsichtigen

Analysen Theodor W. Adornos

DPA/PAUL ZINKEN, IMAGO IMAGES

Die Rechten benötigen für ihre Existenz

das Aufleben vonRessentiments?

Sie leben von Ressentiments.

Daher profitieren sie von ihrem

Aufleben, tragen selbst aber auch

dazu bei. Sie sind noch immer die

alten Trommler, die von der Panik

leben, die sie selbst mit verursacht

haben.

Ist die autoritätsgebundene Persönlichkeit,

wie Adorno und Horkheimer

glaubten, der Prototyp des Rechtsradikalen?

Ohne diese Disposition kann der

Faschismus kaum funktionieren.

Wobei man bei der Analyse dieses

Phänomens Leo Löwenthal nicht

vergessen sollte. Der hat für die Studien

des Instituts im Exil auf diesem

Feld viel Kärrnerarbeit geleistet.

Adorno erkannte also schon den Typus

des heutigen Wutbürgers?

Neu ist ja nur der Begriff, nicht

das Phänomen. Man muss sich immer

wieder in Erinnerung rufen,

dass Adorno nicht nur Philosoph,

sondern auch Zeitzeuge war. Die

Frankfurter hatten den Aufstieg des

Nationalsozialismus erlebt und analysiert,

sie hatten die radikale Rechte

in den USA analysiertund nach ihrer

Rückkehr das postnazistische

Deutschland. Dasist, glaube ich, ein

ziemlich umfassender Überblick in

puncto autoritärer Charakter.

Aber eine schlichte Rückbindung des

Auflebens des Rechtsradikalismus an

die Konjunkturzyklen der Wirtschaft

ist eher eine Täuschung?

Adorno warnt in seiner Rede vor

einfachen Ableitungen. Die Konjunkturkrise

der 60er-Jahre war weder

mit dem SchwarzenFreitag 1928

noch der Finanzkrise von 2008 vergleichbar.

Ihm geht es um etwas anderes:

Die Subjekte spüren die Brüchigkeit

des Ganzen. Unsicherheit

bildet das Grundgefühl. Waseinmal

die Deklassierungsangst einer bestimmten

Schicht gewesen ist, betrifft

heute alle. Daher ist die Rechnung

Krise =rechte Wähler zu kurzsichtig.

Sich selbst sehen die Rechten als Demokraten,

antidemokratisch sind

immer die anderen?

Der Anspruch, das eigentliche

„Volk“ zu vertreten, während alle

anderen nur Marionetten korrupter

Eliten sind, ist ein Klassiker. Allerdings

hat man dort, ähnlich wie Erdogan

oder Orban, auch eigene Vorstellungen

von Demokratie. Erst

kürzlich war aus dem neurechten

Kreis aus Schnellroda, der Höcke

nahesteht, vom „zersetzenden Gift

des Parlamentarismus“ zu lesen.

Das ist reiner NS-Jargon. Man sollte

nicht unterschätzen, wie tief die

Verachtung für den Liberalismus

dortsitzt.

Welche Rolle spielen Automatisierung

bei Adorno und Digitalisierung

heute für den Aufstieg der Rechten?

Adorno weist auf die Tendenz

hin, dass mit steigender Entwicklung

der Produktivkräfte der Wert

der menschlichen Arbeit sinkt. Dieser

Prozess, der die Menschen spürenlässt,

überflüssig zu werden, wie

er es bewusst drastisch ausdrückte,

stand damals ja erst am Anfang. Mit

den neuen Technologieschüben

wird dieser Prozess noch forciert.

Nun ist das moderne Subjekt so

stolz auf seine Produktivität, dass es

sich regelrecht mit ihr identifiziert.

Er stellt also die Frage, was in der

Gesellschaft passiert, wenn diese

Quelle bürgerlicher Subjektivität

wegfällt, ohne dass dabei ein emanzipatorischer

Schritt vollzogen

wird. Die Erleichterung des Lebens

durch Technik ist ja zunächst zu begrüßen,

es muss aber auch eine Erleichterung

sein, keine Verunmöglichung.

Dient das NS-Gedankengut der Radikalisierung

oder ist es ein Überbleibsel

des Faschismus?

Das ist kaum voneinander zu

trennen. Im Moment ist der Nationalsozialismus

sehr gefährlich, weil

er die Europäische Union unmittelbar

bedroht. Zu mehr wird erauch

kaum in der Lage sein, eine stabile

Ordnung lässt sich auf seiner Grundlage

nicht erreichen. Aber es reicht ja

das Zerstörungswerk.

DasGespräch führtMichael Hesse.

2. und3.

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Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 23 *

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Feuilleton

Die

alte

Zukunft

Die Lumerians spielten in

der Kantine am Berghain

VonJohannes von Weizsäcker

Die Faszination der Popkultur für

ihreeigenen Hervorbringungen

aus den 70er-Jahren hält an. EinBeispiel

dafür ist die Band Lumerians

aus Oakland, Kalifornien. So konnten

sich knapp 200 Zuhörerinnen

und Zuhörer am Montag in der Kantine

am Berghain kopfkreisend einem

sehr lauten Retro-Futurismus-

Ritual hingeben.

Die Band produziert seit etwa einem

Jahrzehnt etwas,was in der Regel

als„Space Rock“ bezeichnet wird;

die britische Gruppe Hawkwind –

mit einem jungen Lemmy Kilmister

am Bass, bevor er sich mit Motörhead

unsterblich machte –gehörten

zu frühen Vertretern dieser durch

hallverzerrte Drones charakterisierten

und von der ersten Mondlandung

inspirierten Spielart des Rock.

In den Achtzigern nahm die Band

Spacemen 3des Spiritualized-Chefs

Jason Pierce den lauten, drogensaturierten

Minimalismus wieder auf.

Diese Einflüsse sind bei den Lumerians

offenbar. Aber, so konnte

man sich in der Berghain-Kantine

überzeugen, auch anderes Pop-

Schaffen der Siebziger, welches damals

zukunftsweisend war, kommt

vor: Nicht zuletzt auf die ebenfalls in

der Bay Area angesiedelten Avantgarde-Geräuschpop-Konzeptspaßvögel,

The Residents, wurde angespielt.

Traten jene stets maskiert auf

(am prominentesten mit gigantischen

Augäpfeln), erschienen auch

die Lumerians mit Balaklawas, Hüten

und blauen LED-Leuchten in

den Augenschlitzen auf der Bühne.

Undinder durch motorische Rhythmik,

verhallte Synth-Drones, melodische

Basslinien und kalte Begleitflächen

nach vornedrängenden Musik

der Lumerians klang häufig auch

der futuristische Nihilismus von Joy

Division an, selbst post-punkiges Gitarrenkreischen

kam vor.

Leuchten und erleuchtet sein: die Lumerians

in der Berghain-Kantine ROLAND OWSNITZKI

Wie gesagt also eine Rückbesinnung

auf Sounds, die in ihrer Ursprungszeit

weit vorpreschten. So

etwas bekommt zwangsläufig musealen

Charakter –wie der Besuch

einer Star-Trek-Ausstellung in

Form eines Rockkonzerts. Doch

anders als auf einigen eher richtungslos

mäandernden Studioaufnahmen

strebten die Lumerians

auf der Bühne qua Lautstärkedruck

und unbedingten Willen zur transzendentalen

Rhythmuserfahrung

in erster Linie in Richtung Zukunftsgefühl;

Orgeln sägten verzerrt,

Zweiton-Riffs jagten sich und

das Schlagzeug rumpelte kräftig.

Eine äußerst fachmännische Beackerung

eines altbekannten Topos

also.Wem das gefallen hat, dem sei

das Frühwerk der britischen Band

Clinic empfohlen. Insbesondere

auf deren ersten EPs wurden hier

vor etwa 20 Jahren die sägenden

Farfisa-Orgeln und bekifften Hallräume

mit Referenzen an Velvet

Underground und einer paranoiden

Wimmerigkeit gebrochen, die

dem eher testosteronorientierten

Getön der Lumerians abgeht. Auch

Clinic trugen dabei Masken, nämlich

Chirurgenmundschutz.

Szene aus dem Reamker in einer Vorstellung des Königlichen Balletts in Kambodscha.

VonSusanne Lenz

Ein solch umfassendes Bilderbuch

über das Reamker,

die kambodschanische

Version des mehr 2000

Jahre alten indischen Ramayana-

Epos, gibt es nicht noch einmal. Autor

ist der Berliner Arjay Stevens,der

bereits mehrere Bücher über Kambodscha

veröffentlicht hat. Seit Mitte

der 90er-Jahre war er immer wieder

in Kambodscha, inzwischen lebt er

zeitweise dort. Und von Beginn hat

ihn das Reamker fasziniert, die Geschichte

um König Rama und Königin

Sita, in der es um Liebe,Treue,Eifersucht

und Rache geht. Im Grunde

hat er 22 Jahre lang an diesem Buch

gearbeitet.

Spielkarten und Galionsfigur

Das Epos begegnet einem in den

Tanzvorstellungen des Königlichen

Balletts, inWandgemälden in Tempeln,

in einer Vorläuferform inden

Reliefs vonAngkor,aber auch im Alltag.

All diese Repräsentationen des

Epos bildet Stevens ab. Seine fotografische

Dokumentation umfasst

etwa auch Spielkarten, auf denen

VonBarbaraWeitzel

Rückgrat einer Nation

Ein Bildband zum Reamker,der kambodschanischen Version des Ramayana-Epos

anstelle von Bube, Dame, König

Protagonisten des Reamker abgebildet

sind. Er zeigt ein Boot auf dem

Tonle-Sap-Fluss, dessen Galionsfigur

die Gestalt der Meerjungfrau Suvannamaccha

darstellt, und den Affengott

Hanuman auf dem Leuchtschild

einer Bar inder Hauptstadt

Phnom Penh. Das Reamker, sozeigen

diese Beispiele, ist nicht nur in

der Hochkultur,sondernauch tief in

der kambodschanischen Alltagskultur

verwurzelt. Wie inKambodscha

üblich sind dem Band wertschätzende

Briefe vorangestellt. In einem

vondiesen bezeichnet die Kulturministerin

des Landes, Phoeurung Sackona,

das Reamker als kulturelles

Rückgrat der Nation. Das Buch ist

ein Beweis dafür.

Der Bilderreigen beginnt mit den

Wandgemälden in der Silberpagode

auf dem Gelände des königlichen

Palasts in Phnom Penh. Eine zusätzliches

Heft enthält sämtliche Bildunterschriften

in Khmer sowie in englischer,

französischer und deutscher

Übersetzung. Einleitung und kurze

erklärende Texte sind ebenfalls auf

Englisch, Französisch und Deutsch

verfasst. Zudem sind einigeVerse des

Reamker in englischer Übersetzung

enthalten.

Arjay Stevens ist auch zu unbekannteren

Tempeln oder Klosternim

ganzen Land gereist und hat dortGemälde

und Schnitzereien fotografiert:

im Tempel Kampong Tralach in

der Provinz Kampong Chhnang, in

den Tempeln Advier, Damnak und

Kesaram und dem Kloster VatBoin

Siem Reap,imTempel Damrei Sarin

Battambang.

Tanz und Schattentheater

Glückskind auf der Flucht

Peer Martins Buch „Hope“ erklärt, wie alles zusammenhängt und macht dennoch Hoffnung

Immer wieder möchte man bei der

Lektüredieses Buches wie im Kino

an einer besonders grausigen Stelle

die Hände vor die Augen schlagen

und nur vorsichtig durch die Spalten

zwischen den Fingern schauen –jederzeit

bereit, wieder blind zu werden.

Will sich beruhigen mit den

Worten: Das ist doch nur ein Buch!

Doch die Geschichte des titelgebenden

„Hope“ und seines Begleiters

Mathis ist nicht „nur ein Buch“.

Peer Martin, 1968 in Hannover

geboren und 2016 für sein Debüt

„Sommer unter schwarzen Flügeln“

von der Jugendjury mit dem Deutschen

Jugendliteraturpreis ausgezeichnet,

hat sie zwar erfunden,

doch spielt sich alles, was darin geschieht,

da draußen in der Welt ab.

Martin erinnertdaran auf den vielen

Faktenseiten über Drogen, Wasser,

Bananen, Zuckerrohr, Schnittblumen,

Erdöl und was das alles mit

Kriegen, Hunger, Klimawandel und

Flucht zu tun hat. Und dass wegzusehen,

aus –verständlicher –Angst

vorder Wahrheit, die Welt und damit

uns alle nur weiter an den

Rand des Abgrunds bringt.

Stattdessen gilt es, sodie

Botschaft dieses so aufrüttelnden

wie spannenden

Romans,die Hoffnung auf

ein besseres Leben für alle

nicht aufzugeben. Und zu

handeln.

Auch Mathis, 19 Jahre

alt und angehender Journalist,

ahnt schon bald,

dass sein Plan, das somalische

Kind Hope auf seiner

Flucht vonSüdafrika in die

USA zu begleiten, sich nicht in einer

ruhmbringenden Reportage erschöpfen

wird. Denn um abzubilden,

muss man begreifen –und aushalten.

„Er zuckte leicht. Er träumte.

Peer Martin:

Hope

Dressler,Hamburg

2019, 546 S.,

20 Euro. Ab 16

Ichhätte seine Träume gernfotografiert.

Aber ich hatte auch Angst vor

ihnen.“ Als er das zugibt, sind die

beiden noch ganz am Anfang ihrer

Reise durch Brasilien, Kolumbien,

Panama, Costa Rica, Nicaragua,

Guatemala und Mexiko.Mathis

hat zwar gesehen,

dass Hope ein Ohr

fehlt, aber noch keinen

Begriff davon, was diesem

Kind noch angetan wurde.

Underahnt nicht, welches

Ausmaß an Gewalt, Ohnmacht,

Erschöpfung,

Hunger und Hoffnungslosigkeit

ihnen noch begegnen

wird –inGestalt der

vielen Menschen, die sie

treffen, gegen die sie

kämpfen, die sie lieb gewinnen, und

auch am eigenen Leib.

„Die Leute erzählen ihre Geschichten

nicht so, wie sie passiert

sind (...) Wenn sie so erzählen wür-

ARJAY STEVENS

Abgebildet sind zudem Masken, die

die die Tänzer tragen, und viele Fotografien

der Tanzvorstellungen des

Königlichen Balletts selbst. Man

könnte sie als das Herzstück des

Buchs bezeichnen, denn der klassische

kambodschanische Tanz hat

sich mit dem Reamker überhaupt

erst entwickelt. Zudem zeigt Stevens

Szenen und auch die Lederskulpturen

des kambodschanischen Schattentheaters,das

ebenso wie der klassische

kambodschanische Tanz zum

immateriellen Welterbe zählt.

Die beiden Kunstformen sind

während des Terrorregimes der Roten

Khmer beinahe ausgelöscht worden,

waren neben Intellektuellen

doch besonders auch Künstler der

Verfolgung ausgesetzt. Jedes Zeichen

von Bildung konnte das Todesurteil

bedeuten. Vonden 300 Tänzern des

Königlichen Balletts lebten vielleicht

noch 50, als die vietnamesische

Arme 1979 Phnom Penh eroberte,

meist, weil sie ihre Ausbildung verborgen

hatten. Sie begannen sofort

mit der Rekonstruktion vonChoreografien,

eine Arbeit, die bis heute andauert.

Und die Prinzessin Buppa

Devi, angereist aus dem französischen

Exil, gab in den Flüchtlingslagernentlang

der GrenzezuThailand

Tanzunterricht. Auch sie gratuliert

Arjay Stevens zu seiner umfassenden

Sammlung, ihr Brief ist abgebildet.

Und aus Phnom Penh ist zu hören,

dass das Buch bereits Staatsgästen

als Geschenk überreicht worden ist.

ArjayStevens: Reamker,394 S.,90Euro, mit

Schuber95Euro. Das Buch ist in der BuchhandlungWalther

König,Burgstraße 27, erhältlich

Buchvorstellung: Der Autor stelltseinBuch am

25. 8.,13.15Uhr,beim Mekong-Länder-Tagin

der VolkshochschuleTempelhof-Schöneberg,

Barbarossaplatz 5, vor.

den, wie sie passiertsind, würde niemand

sie glauben.“ DaserklärtHope

seinem älteren Freund gleich zu Beginn

des Buches,und deutet an, was

immer klarer wird: Dieses zwölfjährige

Kind hat mehr erlebt und verstanden

als viele Erwachsene. Dennoch

kann er, dem Grauen noch

lange nicht entkommen und noch

tausende Kilometer und zig bewachte

Grenzen von seinem Ziel

entfernt ist, sagen „Ich bin auch ein

Glückskind (...) ich meine, ich bin

hier.Raus aus Afrika.“

Nicht selten tröstet Hope Mathis

und erstaunt und beglückt viele andere

Erwachsene durch seinen klaren

Blick, seine Kraft und seinen

Glauben in eine hellereZukunft. Für

alle. Erist damit fast eine biblische

Figur, jenseits aller Religionen, und

der Grund, warum dieses Buch seinen

Titel zu Recht trägt.Wiegut, dass

Hopes Geschichte erzählt wurde.

Manwill sie glauben.

NACHRICHTEN

Keine Nachfolge-Serie

für „Lindenstraße“

Wenn die „Lindenstraße“ im kommenden

Jahr ausläuft, wirdeslaut

ARD-Programmdirektor Volker Herreskeine

neue Serieauf dem Sendeplatz

im Ersten geben. Dassagte

Herres dem Branchendienst dwdl.de

in einem am Dienstag veröffentlichten

Interview.„Dashat auch finanzielle

Gründe,denn die frei werdenden

Mittel sind bereits für andere

notleidende Projekte vorgesehen.“

DerProgrammablauf am Sonntagabend

werdemit„vertrauten Formaten“

umgestaltet. Waskonkret damit

gemeint ist, ließ Herres offen. „Die

Entscheidung, eine Sendung wie die

,Lindenstraße‘ zu beenden, trifft

man nicht leichtfertig, denn man

verärgerteine treue Fangemeinde –

was ich auf vielen Wegen sehr stark

zu spüren bekomme.“ Dieletzte

Folge soll im März2020 gezeigt werden.

Herres sagte dwdl.de,dass auch

die Serie„Weissensee“ nach vier

Staffeln keine Fortsetzung bekomme.„DieSerie

lebte vonden

letzten Stunden und Wochen der

DDR. Dieser große Bogen ist so weit

nach der Wende auserzählt.“ (dpa)

Archäologen entdecken

„Zauberschatz“ in Pompeji

In Italiens berühmtester Ausgrabungsstätte

haben Archäologen einen

besonderen Fund gemacht, der

eigene Rätsel aufgibt: Im südöstlich

vonNeapel gelegenen Pompeji im

„Haus des Giardino“ legten Forscher

eine Truhe mit exotischen Gegenständen

frei, wie die italienische

Nachrichtenagentur Ansa berichtete.Dazu

gehörten unter anderem

Kristalle und Gesteine,aus Knochen

gefertigte Knöpfe,orientalische Käfer,Amulette,Puppen,

Glocken, Miniatur-Penisse

und sogar ein kleiner

Schädel. DerFund könne Teil einer

Art„Schatzkammer eines Zauberers“

gewesen sein, sagte der Direktor

der Ausgrabungsstätte Pompeji,

Massimo Osanna. DieExperten vermuten

einen kultischen Hintergrund:

Einige Gegenstände galten

als Glücksbringer,anderen wurde

laut Osanna direkt die Fähigkeit zugeschrieben,

Pechsträhnen zu beenden.

(dpa)

Sandra Maischberger zurück

aus der Sommerpause

„Maischberger“ kehrtals erste der

großen Talkshows nach der Sommerpause

zurück. DieGastgeberin

SandraMaischberger (52) will an

diesem Mittwoch, um 22.45 Uhr, im

Ersten gleich mehrereThemen dieser

Woche aufgreifen, darunter den

Skandal um die Äußerungen des

Schalke-Aufsichtsratsvorsitzenden

Clemens Tönnies.ZuGast sind der

Ex-Bundespräsident Joachim

Gauck, der frühereTV-Kommissar

und ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete

Charles M. Huber

(„Der Alte“), die Schauspielerin und

Kabarettistin Idil Baydar,der Stern-

Kolumnist Hans-Ulrich Jörges,der

Publizist und Verleger Wolfram Weimer

sowie die CDU-Politikerin Simone

Baum vonder konservativen

„Werte-Union“.(dpa)

TOP 10

Montag,12. August

1 DFB-Pokal ARD 6,19 22 %

2 Tagesthemen ARD 5,34 18 %

3 Tagesschau ARD 4,67 17 %

4 Sportschau-Studio ARD 4,59 17 %

5 Neben der Spur ZDF 4,41 15 %

6 heute-journal ZDF 3,69 13 %

7 heute ZDF 3,32 15 %

8 SOKOMünchen ZDF 2,95 17 %

9 RTL aktuell RTL 2,91 14 %

10 DFB-Pokal, Zsf. ARD 2,87 17 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 * Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Schlagersüsstafel

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(✆ 54 90 51 92) 19.30: Romeo &Julia (Globe

Ensemble Berlin)

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

19.30: Linie 1

HAU1(✆25 90 04 27)

19.00: Tanz im August: The Wonderful and The Ordinary(Gunilla

Heilborn/Theater im Bahnhof)

Komödie am Kurfürstendamm im SchillerTheater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Zuhause bin ich Darling

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Maß für Maß!

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

20.00: Die Vögel

KABARETT/VARIETÉ

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: EdithSchröder –unbeugsam bunt! (Ades

Zabel)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Zwei Zimmer,Küche: Staat!

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Elvis –Das Musical (Grahame Patric &The

Stamps Quartet)

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Gnadenlos–Best Of (JohnnyArmstrong)

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Sexy Circus –Extasya2019

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Sebastian Krämer (Mod.)

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: Berliner Geschichten: OttoReutter –Und so

komm’n wir aus der Freude garnicht raus

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: Cabaret –Das Berlin-Musical

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00: The Filonthe Hill (Fil)

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Jump! (Starbugs Comedy)

KLASSIK

Gethsemanekirche (✆ 44 71 55 68)

18.30: Martin Schmidt (Orgel), Feierabendkultur,30

Minuten Musik im Rahmen desMusiksommers 2019

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Severin vonEckardstein (Klavier), Brahms:

aus 6Klavierstückeop. 118 Nr.1und 2; Skrjabin: 5

Préludes op.16; Janacek: Sonate I.X.1905; Tschaikovsky:

aus 18 Klavierstückeop. 72

Radialsystem (✆ 288 78 85 88)

20.00: Ensemble KNM Berlin &Gäste, Ltg.Stephan

Winkler,Georg Friedrich Haas: „in vain“ für 24

Instrumente

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie

(✆ 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Königliche Schlosskonzerte, Werkevon Mozart, Haydn

&Salieri, mit Menü

KINDER

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70)

11.00: Familienführung: Verfolgung im Nationalsozialismus,

Treff: Pariser Platz (ab12bis 17 J.). Anm. erf.

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reichinder Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.00: Vier sind hier (ab 2J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00, 14.00: Welcome to diversCITY! Queer in

Schöneberg und anderswo

Klax-Kinderkunstgalerie (✆ 34 74 53 46)

14.00: Das ist ein Gewächshaus, Buchkinder Leipzig

e.V., Kinderkunst

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00:1,2,3,Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: PfiffigeHolzköpfe

14.00: Brenn dir dein Jo-Jo

15.30: Kleine Abkühlung –Eis selbst gemacht

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00: Art&Kids, Offenes Kinderprogramm

Märkisches Museum (✆ 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

LITERATUR/VORTRAG

Evas Arche (✆ 282 74 35)

19.00: Lesekreis Feministische Theologie: Thema

Pause, mit Diskussion

Kapelle der Versöhnung (Bernauer Str.4)

19.00: Wort-Konzert: Bedrohter Alltag.Als Pfarrer

im Fokus des MfS,Dietmar Linke, Buchlesung mit

Kammermusik

Periplaneta Kreativzentrum (✆ 44 67 34 33)

20.00: Rühmchen–Die offene Lesebühne

Silent Green Kulturquartier (✆ 46 06 73 24)

20.00: Kachelbads Erbe, Hendrik Otremba

FÜHRUNG

Akademie der Künste am Pariser Platz

(✆ 200 57 10 00) 18.00: Bilderkeller,Geführte

Rundgängemit begrenzter Teilnehmerzahl

AlliiertenMuseum (✆ 818 19 90)

15.00 Cafeteria, Nicholson-Gedenkbibliothek:

Innenansichten des Kalten Krieges

Bode-Museum (✆ 266 42 42 42)

11.00: Meisterwerkedes Barock, Treff: Große Kuppel

Bärentouren (✆ 46 06 37 88)

14.00: Das BerlinerSchloss undseine Peripherie:

Schlossführung über Geschichte, Ausgrabung und

Wiederaufbau, Treff: Granitschale, Lustgarten. Anm. erf.

16.00: Architektursprache und Geomantie: Historische

Bauten als Brückeindie Vergangenheit und ihre

Wirkung aufuns, Treff: Reiterstandbild „Friedrich der

Große“, Unter d. Linden. Anm. erf.

20.00: „Ghostwalk“ Berlin auf dem Geisterpfad:

Mystikführung zu Parapsychologie, Gespensternund

Spukerscheinungen, Treff: Kl. Springbrunnen, Oranienburger

/EckeMonbijoustr.. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf den Spuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

11.00, 12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –

Die Ausstellung am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

14.00: Weimar:Vom Wesen und Wert der Demokratie,

Treff: Ausstellungshalle

East Side Gallery (Mühlenstr.)

16.30: Kunstführung an derEast Side Galleryund

Theaterbesuch „BerlinBerlin“, Führung und Theaterbesuch,

Treff: Mühlenstraße 73, 10243 Berlin

Gedenkstätte Berliner Mauer –Besucherzentrum

(Bernauer Str.119) 11.30: Die Berliner Mauer vom

Wasser aus, Treff: Anleger Berliner Dom (11.30, 14.30

Uhr); Anleger East Side Gallery (12.00Uhr)

Buchvorstellung

Heimatkunde

in Marzahn und

Hellersdorf

In diesem Jahr feiert Marzahn-Hellersdorf

sein 40-

jähriges Bestehen, und anlässlich

des Jubiläums hat der Heimatverein

eine Chronik der

Jahre 1973 bis 2018 herausgegeben.

Es ist auch eine Baugeschichte,aber

längst nicht nur.

In der vonChrista Hübner,Renate

Schilling und Manfred Teresiak

zusammengestellten

Chronik erfährt man zum Beispiel

auch, wann hier die erste

Kaufhalle aufgemacht hat

(1982 in der Hellersdorfer

Straße in Kaulsdorf-Nord)

oder dass hier einmal eine

Bummi-Straßenbahn fuhr, die

eigentlich nur für Leute mit

Kinderwagen gedacht war.Die

Chronik ist mit Bilddokumenten

illustriert und enthält eine

Auswahlbibliografie zur weiterführenden

Literatur. Heute

Abend stellen Christa und Renate

Schilling sie im Museum

des Bezirks vor. Susanne Lenz

40 Jahre Marzahn-Hellersdorf

18 Uhr,BezirksmuseumMarzahn-Hellersdorf,

Haus 1, Alt-Marzahn 51,

der Eintritt ist frei

Der Komponist des denkende

Barenboim, Boulez-Saal, Beethoven –die drei großen Bder nächste

verbinden sich geradezu monopolistisch. Am Sonnabend geht e

Daniel Barenboim hier beim „Festival Barenboim“ in seiner Heimatstadt Buenos Aires.

Das West-Eastern Divan

Orchestra wird wohl nie

bei Young Euro Classic

zu hören sein. Daniel Barenboim

würde das vonihm gegründete

Jugendorchester unter keinem

Umstand unter andere Jugendorchester

einsortieren, außerdem wäre

das Konzerthaus zu klein für das,was

hier an Wirkung beabsichtigt ist –

nur die Waldbühne ist angemessen.

Dort spielt das West-Eastern Divan

Orchestra Beethovens Violinkonzert

mit Michael Barenboim als Solist

und Beethovens Siebente Symphonie.

Veranstalter ist der Pierre-Boulez-Saal,

und dessen Jahresprogramm

enthält einen Beethoven-

Schwerpunkt, zu dem sowohl das

Waldbühnen-Konzert als Auftakt

passt als auch Barenboims neun

Symphonien mit der Staatskapelle.

Im Boulez-Saal spielt er allein alle

32 Klaviersonaten, mit Pinchas Zukerman

alle zehn Violinsonaten, mit

seinem Sohn und Kian Soltani die

sechs großen Klaviertrios, und

könnte er ein Streichinstrument

spielen, wäreervermutlich auch bei

der Gesamtaufführung der 15

Streichquartette tätig – da er das

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

Streichen seinem Sohn überlassen

hat, muss das Belcea Quartett diesen

Job erledigen –und das gleich zweimal:

zunächst über Monate verteilt

in der typischen Reihung von frühem,

mittlerem und spätem Quartett,

die einander gegenübergestellt

werden,dann im Maichronologisch.

Die weitestmögliche Monopolisierung

des künftigen Jubilars durch

Barenboim bedeutet, dass der Rest

des Programms im Boulez-Saal in

keinerlei Beziehung zu Beethoven

steht. Wie inSachen Jugendorchester

installiertsich Barenboim auch in

Sachen Beethovenals Klasse für sich,

jeder Diskussion, jeder Konkurrenz,

jedem Kontext enthoben. Der Anspruch

des Hauses auf Modernität,

darauf, ein „Saal für das denkende

Ohr“ zu sein –und wer, wenn nicht

Beethovenist derKomponist für das

denkende Ohr? –, hätte ein integrales

Programm erwarten lassen, nicht 27

andächtige Feierstunden.

So hangelt sich der Boulez-Saal

neben Beethoven durch etablierte

Fixpunkte wie die Schubert-Woche

mit Thomas Hampson und die Schubert-Liederabende,die

in diesem Jahr

von Angelika Kirchschlager, André

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Rocketman

15.10; Und wer nimmt den Hund? 17.45; Preview:

Once Upon aTime in... Hollywood 20.00

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Der unverhoffte

Charme des Geldes 15.15; Sowie du mich willst

18.00; Leid und Herrlichkeit 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 1026) Leid und Herrlichkeit

15.00, 17.45; Preview: Once Upon aTime

in... Hollywood 20.15

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Und wer nimmt den

Hund? 13.45, 16.00, 18.15, 20.30; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.30; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 14.00, 16.30,

19.00, 21.30; Yesterday (OmU) 15.30; Yesterday

(OF) 18.10; Queerfilmnacht: Heute oder morgen

21.00; Cleo 14.40, 17.00, 19.20; The Dead Don‘t

Die (OmU) 21.40; Es gilt das gesprochene Wort

14.45, 17.30, 20.15; Der König der Löwen –The

Lion King (OF) 15.00, 17.45; They Shall Not Grow

Old (OmU) 14.00; Der unverhoffte Charme des Geldes

–Lachute del‘empire americain (OmU) 16.15,

21.15;Tel Aviv On Fire 19.00

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Und wer nimmt den

Hund? 18.00; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in

die Charts 20.00; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter

indie Charts (OmU) 17.45; Und wer nimmt den

Hund? 20.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter indie Charts 15.30, 18.00, 20.30;

Die drei !!! 14.00; Leberkäsjunkie 16.10, 18.20,

20.30; Der König der Löwen 15.00, 17.30, 20.00;

Photograph –Ein Foto verändertihr Lebenfür immer

15.00, 17.30, 20.00; Benjamin Blümchen 15.30;

Yesterday 17.30, 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Der König

der Löwen 14.00; Bohemian Rhapsody 16.45; Preview:

Once Upon aTime in... Hollywood 20.00; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.35; 3D: Der Königder

Löwen 17.35; Preview: Once Upon aTime in...Hollywood

(OF) 20.30; Pets II 15.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 17.10; 3D: Der König der Löwen

20.15, 23.00; Aladdin 14.45; Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter indie Charts 17.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 19.45,22.50; Der König der Löwen

14.45, 17.30, 20.15; John Wick: Kapitel III 23.00;

Diedrei !!! 14.15;Traumfabrik 16.45;Berlin, ILove

You 19.45,22.30; Benjamin Blümchen 15.15;Yesterday

17.45; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in

die Charts 20.30; Annabelle III 23.15

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Berlin, ILove

You (OmU) 11.00; Electric Girl (DFmenglU) 13.00;

Das schönste Paar 14.30; Benjamin Blümchen

16.00; Unsere große kleine Farm –The Biggest Little

Farm (OmU) 17.30; Free Solo (OmU) 19.00; The

Dead Don‘t Die (OmU) 20.45; Burning –Beoning

(OmU) 22.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.00; Ramen Shop –Ramen Teh (OmU) 12.45;

Tolkien (OmU) 14.15; Eine moralische Entscheidung

– Bedoone tarikh, bedoone emza (OmU)

16.15; Made in China (OmU) 18.00; Rocketman

(OmU) 19.30; Berlin, ILove You 21.30; Nur eine

Frau (DFmenglU) 23.30; Der Goldene Handschuh

11.00; Sunset –Napszallta (OmU) 12.45; Yoga:

Die Kraft des Lebens –Debout (OmU) 15.15; Pets

II 16.45; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit –

At Eternity‘s Gate (OmU) 18.15; Yesterday (OmU)

20.15; Spider-Man: Far From Home (OF) 22.15

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Kroos 16.00;

Traumfabrik 18.15; Yesterday (OmU) 20.30; The

Dead Don‘t Die (OmU) 22.45; Push – Für das

Grundrecht auf Wohnen (OmU) 16.00; Yoga: Die

Kraft des Lebens –Debout (OmU) 17.45; Lord of

the Toys 19.30; Free Solo (OmU) 21.15

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Fast & Furious:

Hobbs &Shaw13.30,14.45,16.30,17.15,20.00,

20.30;Traumfabrik 13.50; Yesterday 14.00, 16.45,

19.45; Spider-Man: Far From Home 14.00, 17.15;

Der König der Löwen 14.10, 17.25, 17.45, 20.45;

Abikalypse 14.10; Benjamin Blümchen 14.30,

17.30; Aladdin 14.30; 3D: Der König der Löwen

14.45,18.15, 20.15; Pets II 15.00, 18.00; Men in

Black: 15.00; Der König der Löwen –The Lion King

(OF) 15.15; Die drei !!! 15.20; Killerman 16.30;

Kroos 16.45; Und wer nimmt den Hund? 17.45,

20.30; X-Men: Dark Phoenix 18.00; Spider-Man:

Far From Home (OF) 18.20; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood 19.30; Berlin, ILove You

19.30; Annabelle III 19.45; 3D: Spider-Man: Far

From Home 20.15; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

(OF) 21.00; Anna 21.00; 3D: Der König der Löwen

–The Lion King (OF) 21.10

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Cleo 18.00; Rocketman

(OmU) 20.00; OBeautiful Night 22.15;

Berlin Bouncer (OmU) 18.00; Acid –Kislota (OmU)

19.45; Das melancholische Mädchen 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Der König der

Löwen 13.30,17.00,19.30; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 13.45, 16.20, 19.40; Der König der Löwen

13.50, 16.40,20.00;

Drei Schritte zu Dir 14.00; Pets II14.10,17.15,

19.50; Die drei !!! 14.20, 16.40; Benjamin Blümchen

14.30, 17.20; Spider-Man: Far From Home

17.10,20.15; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

19.30; Annabelle III 20.15

Kino Kiste (✆ 998 74 81) The Dead Don‘t Die

14.00; Pets II16.00; Sowie du mich willst 18.00;

Traumfabrik 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Spider-Man:

Far From Home 14.10, 17.00, 20.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.15, 17.15, 20.15; Die drei

!!! 14.20, 17.10; 3D: Der König der Löwen 14.20,

15.20, 17.30, 20.10; Yesterday 14.30, 17.10,

19.50; Benjamin Blümchen 14.50, 17.20; Der König

der Löwen 15.00, 16.40, 18.10, 19.30; Pets

II 15.10, 17.45; Anna 19.40; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood 20.00; Annabelle III 20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter in die Charts (OmU) 17.30, 19.30;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

20.00; B Es gilt das gesprochene Wort 17.00; The

Dead Don‘t Die (OmU) 22.00

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Der unverhoffte

Charme des Geldes –La chute de l‘empire

americain (OmU) 18.00,20.30; Dene wos guet geit

(OmU) 18.00;Acid –Kislota(OmU) 19.30; Das melancholische

Mädchen 21.30

Moviemento (✆ 692 4785) Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter in die Charts (OmU) 13.30, 18.00;

Pets II 16.00; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.30; Benjamin Blümchen 10.00,

12.15, 14.30; Cleo (OmenglU) 16.45; Der unverhoffte

Charme des Geldes –Lachute de l‘empire

americain (OmU)19.00; Fisherman‘s Friends –Vom

Kutter indie Charts (OmU) 21.45; CheckerTobi und

das Geheimnis unseres Planeten 13.15; Acid –Kislota

(OmU) 15.15, 22.30; Vox Lux (OF) 17.30

Sputnik (✆ 6941147) Unseregroße kleine Farm –

The BiggestLittle Farm (OmU) 17.00; Cleo(OmenglU)

18.45; Love after Love (DF) 20.30;Vox Lux (OF)

22.00; Geheimnis eines Lebens –Red Joan (OmU)

17.00; Tel Aviv On Fire 19.00; Burning –Beoning

(OmU) 20.45

Yorck (✆ 78 91 32 40)Leidund Herrlichkeit 15.00,

17.40, 20.20; Preview: Once Upon aTime in...Hollywood

20.00; New Cleo 15.00; Der unverhoffte

Charme des Geldes 17.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.30, 17.00, 20.15; Die drei !!!

14.45; Der König der Löwen 14.45, 17.00, 19.45;

Pets II 15.00; Benjamin Blümchen 15.30; Yesterday

17.30; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter indie

Charts 17.30, 20.00; Kroos 17.45; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood 19.45; Berlin, ILove

You 20.00

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter in die Charts 10.00, 17.45;

Ein ganz gewöhnlicher Held 10.15, 20.15; Leid und

Herrlichkeit 10.30; Yesterday 13.00, 20.00; Und

wer nimmt den Hund? 13.00, 18.00, 20.00; Benjamin

Blümchen 13.30, 15.40; 3D: Spider-Man:

Far From Home 15.15; Kleiner Aladin und der Zauberteppich

15.30; Blown Away –Music, Miles and

Magic 17.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.00, 17.15, 19.45,

20.30; 3D: Der König der Löwen 14.00,16.45; Der

König der Löwen 14.00, 16.55, 20.15; Spider-Man:

FarFrom Home14.10, 17.10; MeninBlack: 14.10;

Pets II 14.15, 17.15; Benjamin Blümchen 14.30,

17.00; Die drei !!! 14.45, 17.15; Aladdin 16.50;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood 19.30;

3D: Spider-Man: Far From Home 19.45; Anna

19.50;Yesterday 20.00; Annabelle III 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Liebesfilm (OmenglU)

19.00; Cleo (OmenglU) 20.45; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft –Mirai no Mirai (OmU) 18.00; Ausgeflogen

–Mon bebe (OmU) 20.00; Face_It! –Das

Gesicht im Zeitalter des Digitalismus (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 59 69) KinderwagenKino: Rocketman

(OmU) 11.00; KinderwagenKino: Rocketman

11.05; Woodstock 50!: Quadrophenia (OF)

17.45; 60‘s France: Letztes Jahr inMarienbad –

L‘annee derniere aMarienbad (OmenglU) 18.00;

Stummfilm mit Live-Orchesterbegleitung: Metropolis

(1925/26) 19.30; Woodstock 50!: Bob Dylan

–Don‘t Look Back (OF) 20.00; 60‘s France: Jules

und Jim–Jules et Jim (OmenglU) 20.00;Woodstock

50!: Monterey Pop (OF) 22.00; 60‘s France: Alphaville:

Lemmy Caution gegen Alpha 60 –Alphaville:

UneetrangeaventuredeLemmy Caution (OmenglU)

22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Yesterday (OmU) 12.45, 15.00, 17.15, 19.45;

Fisherman‘s Friends (OmU) 22.15; Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter indie Charts (OmU) 11.00,

17.00, 19.30; Alfons Zitterbacke 13.15; Pets II

15.15; Rocketman (OmU) 22.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Pets

II 11.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 11.00,

13.40, 16.50, 20.15, 23.10; Der König der Löwen

11.10, 13.15, 16.10, 19.10, 22.00; Benjamin

Blümchen 11.15, 14.15,15.50; Die drei !!!11.20,

15.00,17.30; Pets II11.30,13.40, 17.40, 20.00;

3D:Aladdin 11.40;3D: DerKönig derLöwen 12.00,

14.00, 15.00, 17.00, 17.50, 20.00, 23.15; Drei

Schritte zu Dir 12.15; Aladdin 13.50; Spider-Man:

FarFrom Home 14.40, 16.45, 19.45, 22.50; Yesterday

16.40; Abikalypse 18.15; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood 19.30; Anna 19.50; Annabelle

III 20.40, 22.50; Avengers: Endgame 20.45;

Killerman 22.20; Child‘s Play 22.40

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(Omdt+englU) 15.00; Unsere große kleine Farm

(OmU) 17.15; Ausgeflogen (OmU) 19.15; Priscilla:

Königinder Wüste (OmU) 21.15; Es gilt dasgesprochene

Wort (OmU) 14.15, 19.00; Tel Aviv OnFire

(OmU) 16.45, 21.30; Das melancholische Mädchen

(OmenglU) 14.15; Der unverhoffte Charme

des Geldes (OmU) 16.15, 19.00; Leid und Herrlichkeit

(OmU) 21.45; The Dead Don‘t Die (OmU)

14.45,21.30; Sowie du mich willst (OmU) 17.00,

19.15; Burning (OmU) 14.30; Leid und Herrlichkeit

(OmU) 17.30, 20.00; Das melancholische Mädchen

(OmenglU) 22.30

International (✆ 24 75 60 11) Leid und Herrlichkeit

15.15, 17.45; MonGay: Preview: Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 20.30

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Algiers –Pepe le

Moko (OF) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

3D: Der König der Löwen 14.00, 17.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.10, 16.00, 16.55, 19.40;

Die drei !!! 14.25; Der König der Löwen 14.25,

16.00, 19.30; Pets II 14.30, 17.20; Benjamin

Blümchen 14.30; Aladdin 15.00, 17.00; Spider-

Man: Far From Home 17.00, 20.15; Drei Schritte

zu Dir 17.15; Killerman 17.45, 20.10; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw (OF) 19.40; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.00; Preview:

Once Upon aTime in... Hollywood 20.00; Der König

der Löwen –The Lion King (OF) 20.00; Annabelle

III 20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19)Apollo 11 (OmU) 10.00,

19.00; Unsere große kleine Farm – The Biggest

Little Farm (OmU) 11.40, 15.20; Sowie du mich

willst –Celle que vous croyez (OmU) 13.30, 20.40;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 17.00,

22.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Cine en Espanol: La

flor (OmU) (Episode 1&2;m.Einführung) 19.00

Passage (✆ 68 23 70 18) Leid und Herrlichkeit

17.45; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.30; Yesterday (OmU) 16.30, 19.00; The

Dead Don‘t Die (OmU) 21.30

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria(OmenglU) 17.30,20.00, 22.30; Preview:

Once Upon aTime in...Hollywood (OF) 20.45;

Der König der Löwen –The Lion King (OF) 17.40;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 17.00,

19.30, 22.00; Photograph –Ein Foto verändert ihr

Leben für immer (OmU) 16.30, 19.00, 21.40; So

wie du mich willst –Celle que vous croyez (OmU)

17.00,19.15; Derunverhoffte Charme des Geldes –

La chute de l‘empire americain (OmU) 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Der König der Löwen 14.00, 16.50, 20.20; Pets II

14.10, 17.40; Benjamin Blümchen 14.15, 17.20;

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 14.20, 16.30,

19.40, 20.30; 3D: Der König der Löwen 14.30,

17.30;Die drei !!!14.50; Yesterday 16.40;Spider-

Man: Far From Home 19.30; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood 20.00; Annabelle III 20.10

Wolf (✆ 921 039333) High Life (OmU) 12.00;

Burning –Beoning (OmU) 12.00; The Dead Don‘t

Die (OmU) 14.10, 21.10; Der kleine Maulwurf

(1963-1975)15.00;Leidund Herrlichkeit –Dolor y

gloria(OmU) 16.20, 21.00;Die Kinder vonBullerbü

16.30; Open Film Mic Winners Screening: Preisträgerfilm

(OmU) 19.00; Cleo (OmenglU) 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Und wer

nimmt denHund? 15.30,17.45, 20.00; Die drei!!!

15.50; Leid und Herrlichkeit 18.00,20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Leid und

Herrlichkeit 15.30, 20.30; Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) 18.00; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood 20.00; Und wer nimmt den

Hund? 15.30, 17.45, 20.00; Der König der Löwen

17.20;Esgilt das gesprochene Wort 18.15; Der unverhoffte

Charme des Geldes 20.45; Cleo 16.15;

Fisherman‘s Friends – Vom Kutter in die Charts

18.30;Yesterday (OmU) 21.00


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 25 *

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

n Ohrs

n Saison

s los

Schuen und Christina Landshamer

bestritten werden. Das Boulez-Ensemble

aus den Studenten der Barenboim-Said-Akademie

gibt neun Konzerte,

es eröffnet und schließt die Saison.

Seinem Namenspatron zum

Trotze arbeitet das Ensemble nicht

am Neuen –esgibt nur eine Uraufführung

–, sondern amAvantgarde-

Repertoire: Barenboim dirigiert Boulez’

„sur Incises“, François-Xavier

Roth leitet ein reines Boulez-und ein

reines Ligeti-Programm, Zubin

Mehta präsentiert mit Schönbergs

Erster Kammersymphonie das Werk,

das den Besetzungstyp „Ensemble“

hervorgebracht hat, und Oksana Lyniv,

Generalmusikdirektorin in Graz,

dirigiert Musik von Igor Strawinsky,

unter anderem das selten zu hörende,

grandiose Chorwerk„Les Noces“.

Das mutigste Programm widmet

sich der russischen Extremkomponistin

Galina Ustwolskaja –wie beim

Klavierabend von Markus Hinterhäuser

mit sechs Ustwolskaja-Sonaten

kann man sich fragen: Hält man

das einen ganzen Abend lang aus,

das Gehämmer, die Eintönigkeit,

den religiösen Fanatismus? Der Pianist

DenisKozhukin gehörtzujenem

KLASSIK

West-EasternDivan Orchestra

17. 8., 19 Uhr,Waldbühne,

Glockenturmstr.1

CCK PRENSA

Stamm, der im Boulez-Saal jährlich

Klavierabende geben darf, wie auch

Mitsuko Uchida, Yefim Bronfman,

Andras Schiff und Igor Levit –Bronfman

und Uchida dürfen mit immerhin

je einem Beethoven’schen Variationenwerk

amBarenboim-Monopol

kratzen.

Auch Streichquartette sind zu

Gast, neben dem der Staatskapelle

das Chiaroscuro Quartett, das unter

anderem das Es-Dur-Quartett der

Fanny Hensel spielt, eine Kompositionvon

verblüffender Ungebundenheit

und Eigenartdes Ausdrucks.Das

Cuarteto Casals, soeben mit einer

Beethoven-Gesamteinspielung fertig

geworden, spielt sich an drei Abenden

durch die zehn großen Mozart-

Quartette, das JACK Quartet spielt

drei Konzerte mit neuer Musik.

Alte Musik erklingt während der

Barock-Tageander Staatsoper:Kantaten

von Alessandro Scarlatti spielt

die Accademia Bizantina, die Tallis

Scholars singen Musikder britischen

Spätrenaissance, der Rias-Kammerchor

geht an die „Wurzeln der Oper“

mit Musik aus italienischen Madrigalkomödien

und englischen Masques.

Podiumsdebatte

Verschwindet

die

Ostmoderne?

Die Proteste um 2000 waren

vergebens. Die unter

Denkmalschutz stehende

Großgaststätte „Ahornblatt“

wurde abgerissen, der private

Investor des Geländes an der

Fischerinsel dufte das. Nichts

mehr erinnertanden markanten

Bau der DDR-Moderne in

Berlins Mitte. DerUmgang der

Stadt, seiner Behörden und Investoren

mit dem Architekturerbe

von Ost-Berlin ist heute

AbendThema einer RBB-Podiumsdebatte

in der Nikolaikirche.

Dageht esgerade umdie

Frage: Drohen die baulichen

Hinterlassenschaften des Ostens

in der sich wandelnden

Metropole Berlin zu verschwinden?

In der Runde: Simone

Hain, Architektur-/Planungshistorikerin,

Thomas

Flierl, Bauhistoriker/Kulturwissenschaftler,

Clemens

Weise,Werkstattt Haus der Statistik,Annett

Gröschner,Autorin.

Es moderiert Harald Asel.

Ingeborg Ruthe

Museum Nikolaikirche Nikolaikirchplatz,

18 Uhr,Eintritt:3/erm.2Euro

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Kunst und

Politik, Treff: Foyer

Haus am Waldsee (✆ 801 89 35)

19.00: Afterworkführung im Dialog

Individuelle Stadtspaziergänge (✆ 892 13 38)

14.00: Friedenau –ein kunstsinniger Ort: Wo

Nobelpreisträger undExpressionisten lebten.Friedhof

Stubenrauchstraße: Oskar Pastior,Marlene Dietrich

u. a., JennySchon, Treff: Friedenau, vorder Kirche am

Friedrich-Wilhelm-Platz

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00: Forschen, Entdecken, Verstehen –Die Wunderkammer

Olbricht, Treff: CounterimmeCollectors

Room Berlin

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

11.00, 13.00, 15.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30, 13.30, 15.30: Tour durchs Olympiastadion

(in English)

PalaisPopulaire (✆ 202 09 30)

13.00: Lunch+, PalaisLecture

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00: Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durch die

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, Soldiner Straße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr, Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

StattReisen Berlin (✆ 455 30 28)

18.00: Im Kosmos eines Abenteurers. Zum 250.

Geburtstag vonAlexander vonHumboldt, Treff: Vor

dem Alten Museum an derGranitschale

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Spielleute-Session

ART Stalker (✆ 22 05 29)

20.00: Session Zeit

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Robin’sNest Jam Session

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Takabanda 4tett,Blue WednesdayShow

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

21.00: NativeYoung

DODO (✆ 53 09 40 72)

20.00: DiedreiAmigos –Lutz Steinbrück, DaddyLolo,

Nils Christian Dirk

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: Julian Fischer (g) &Nathan Ott (dr), Doglance

Pfarrkirche Weißensee (✆ 965 22 39)

19.30: Jessyca Flemming (Harfe) undRalf Benschu

(Saxophon)

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Martha Rose +Clappers

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: Teleborian, Wild Wednesday

Yorckschlösschen (✆ 215 80 70)

21.00: Have Mercy

CLUB

Begine (✆ 215 14 14)

19.00: Karaokeparty

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: HUG Records presents, Inkaa, Senora, Dali

House of Weekend (Alexanderstr.7)

19.00 Rooftop +Club: OpenAir Wednesdaypres.

Full Moon

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Mittwochs

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Ladies first, Size, Crease

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: CountryClub Karaoke

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

:Bumtamtam, MikeBook, Dirrtydishes, VomFeisten,

Mr.Schug

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: Bonito House Club –Tresor NewFaces,Ersatz

Olfolks(live), DanSnazelle (live), Wht Moth, Nothing

is Real

WaterGate (✆ 61 28 03 94)

23.55: Mittwoch: Head To Toe, Ninetoes, Re You,

Amine Edge,Sibel

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt,Evan&Friends

Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19)

20.00: TangoVicioso

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.30: El Ocaso –TangoArgentino

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Argentinischer Tango, Michael Rühl &friends

MUSEEN

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadtder Spione, tgl. 10-20 Uhr

Ephraim-Palais (✆ 240 02 -1 62)

12.00: Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt, Di-So 10-

18, Mi 12-20 Uhr

Feuerwehrmuseum Berlin (✆ /38 71 09 33)

9.00: Die Berliner Feuerwehr vonden Anfängen bis

zur Gegenwart, Di/Do 9-16, Mi 9-19, Fr/Sa 10-14

Uhr;Feiert. geschl.

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: EuropäischeMalerei vom13. bis zum 18.

Jahrhundert, Bruegel, Dürer,Rembrandt u. a., Di-Fr

10-18, Do 10-20, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

10.00: Schilder einer Ausstellung –Bildbeschriftungender

Gemäldegalerie von1830 bis heute, Di-Fr

10-18, Do 10-20, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

Keramik-MuseumBerlin (✆ 321 23 22)

:100. Ausstellung des KMB –ein Rückblick, Fr-Mo

13-17 Uhr

Museum für Kapitalismus (Köpenicker Straße 172)

16.00: Kapitalismus

Museum in der Kulturbrauerei (Knaackstr. 97)

10.00: Nach dem Mauerfall (1990-1995), Daniel

Biskup, Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Museum The Kennedys (Auguststr.11-13)

10.00: Die Kennedy-Sammlung,Di-Fr 10-18, Sa/

So 11-18 Uhr

Musikinstrumenten-Museum (✆ 25 48 11 78)

9.00: 800 europäische Musikinstrumente aus vier

Jahrhunderten, Di-Fr 9-17, Do 9-20, Sa/So/Feiert.

10-17 Uhr

Ramones Museum Berlin (✆ 75 52 88 90)

10.00: Ausstellung zur US-Punkrockband „The

Ramones“, tgl. 10-22 Uhr

Samurai ArtMuseum (Clayallee 225d)

14.00: Yoroi: Die Rüstungen der Samurai, Mi/Fr/So

14-18 Uhr

Stasi Museum Berlin (✆ 553 68 54)

10.00 Haus 1: Staatssicherheit in der SED-Diktatur,

Mo-Fr 10-18, Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

Trabi-Museum Berlin (✆ 30 20 10 30)

10.00: Die Welt der Trabis, tgl. 10-18 Uhr

Urban Nation –Museum for Urban Contemporary

Art (Bülowstr.7)10.00: UNique. UNited. UNstoppable,

Di-So 10-18 Uhr

KINO

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 0200)

Der König der Löwen 14.00, 17.00, 19.45;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

(OmU) 14.10, 19.20; Berlin, I Love You (OmU)

14.10, 19.40; Benjamin Blümchen 14.15, 16.40;

Die drei !!! 14.20; Und wer nimmt den Hund?

14.30,19.00; Der König der Löwen –The Lion King

(OmU) 14.30,16.45, 22.30; Pets II 14.40, 16.40;

Der unverhoffte Charme des Geldes – La chute

de l‘empire americain (OmU) 16.50, 21.15; Cleo

16.50; Ein Becken voller Männer –Legrand bain

(OmU) 17.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 17.15, 20.10, 22.40; So wie du mich willst–

Celle que vous croyez (OmU) 19.00; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 19.30; Yesterday

(OmU) 19.40, 22.10; Es gilt das gesprochene

Wort 21.30;Avengers: Endgame (OmU) 21.40; The

Dead Don‘t Die (OmU) 22.15

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Der Funktionär 18.15;

Die Grube (OmU) 19.30; Acid – Kislota (OmU)

20.45

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Gundermann

18.00; The Dead Don‘t Die (OmU) 20.15; Messer

im Herz –Uncouteau dans le coeur (OmU) 22.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.15, 16.50, 19.55,

22.40; Der König der Löwen 14.15, 17.05, 19.35;

3D: Der König der Löwen 14.20, 17.10, 19.55,

22.45;Aladdin 14.20; Spider-Man: Far From Home

14.25, 17.00; Pets II 14.30, 17.25; Benjamin

Blümchen 14.35, 16.50; Abikalypse 14.45; Die

drei !!! 14.55, 17.25; Yesterday 17.10, 19.50;

Drei Schritte zu Dir 17.10; Berlin, ILove You 17.20,

19.55; 3D: Men inBlack: 19.45; 3D: Spider-Man:

Far From Home 19.50, 22.35; Anna 19.55,22.45;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood 20.00;

Annabelle III 20.05, 22.40; Child‘s Play 22.30;

John Wick: Kapitel III 22.35; Long Shot –Unwahrscheinlich,

aber nicht unmöglich 22.40

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Der König

der Löwen 13.30, 16.30, 19.30; Yesterday 13.45,

19.45; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 13.50,

16.30, 19.50; 3D: Der König der Löwen 14.10,

14.45, 17.10, 17.40, 20.15; Benjamin Blümchen

14.10, 16.45; Die drei !!! 14.20, 16.50; Made

in China 14.40; Pets II 14.50, 17.10; Abikalypse

17.00; 3D: Spider-Man: Far From Home 19.30;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood 19.30;

BTS: Bring the Soul –The Movie 20.00; Annabelle

III 20.30

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Aladdin 14.45, 17.40; Made in China 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Der Klavierspieler vom

Gare duNord 18.00; Cleo 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19)Fisherman‘s Friends –Vom

Kutter indie Charts (OmU) 17.15; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 20.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) So wie du mich willst

18.00; So wie du mich willst – Celle que vous croyez

(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Pets

II 10.00, 11.55; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

10.00, 12.45, 16.00, 19.30; Die drei !!! 10.00,

12.10; Der König der Löwen 10.00, 13.15, 14.00,

16.30, 20.00; Benjamin Blümchen 10.00, 12.45,

14.35, 17.40; Aladdin 15.00; Spider-Man: Far

From Home16.55, 20.00;3D: DerKönig derLöwen

17.00; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

20.00; Dirty Dancing 20.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Geheimnis

eines Lebens 15.45;Yesterday 18.00; Cleo

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 0711) Fisherman‘s Friends –

Vom Kutter in die Charts 14.30, 17.15,20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Pets II 10.00, 12.25, 14.55, 17.20; Kleiner Aladin

und der Zauberteppich 10.00, 12.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 10.00, 13.00, 16.15, 19.30,

19.50, 22.45; Die drei !!! 10.00, 12.25, 14.55;

Der König der Löwen 10.00, 14.00, 17.00, 20.00,

23.00; Benjamin Blümchen 10.00, 12.25, 14.50,

17.20; 3D: Der König der Löwen 10.30, 13.30,

16.30; Aladdin 15.00; Spider-Man: Far From Home

16.35; Leberkäsjunkie 17.25, 19.30, 22.00; Und

wer nimmt den Hund? 20.00, 22.30; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood 20.00; Dirty Dancing

20.00; AnnabelleIII 22.45; Anna 22.45;JohnWick:

Kapitel III 23.00

Thalia MovieMagic (✆ 7743440) Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 15.15,17.45,20.30; Der König der

Löwen 15.15, 18.00, 20.30; Pets II 15.45; Benjamin

Blümchen 15.45; Die drei !!! 18.00; Berlin,

ILove You 18.00; Preview: Once Upon aTime in...

Hollywood 20.15; Yesterday 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Andrej Tarkowskij: Der

Spiegel –Serkalo (OmenglU) 20.00; Magical History

Tour: Der subjektive Faktor 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

TKKG 12.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 12.30,

15.30, 17.00, 19.00, 19.30, 20.20, 22.30; Die

drei !!! 12.30, 13.50, 17.15; Aladdin 12.30,

19.00; Der König der Löwen 12.40, 13.50, 16.00,

19.10, 22.20; Benjamin Blümchen 12.50, 13.20,

16.20; Pets II 13.00, 15.40,16.50; Leid und Herrlichkeit

13.10, 16.50, 20.00; 3D: Der König der

Löwen 13.10, 15.10, 16.20, 18.20, 19.30, 22.50;

Yesterday 13.40, 16.30,20.00; Drei Schritte zu Dir

13.40,20.30; Cleo 13.45; 3D: Spider-Man 13.50,

17.15, 19.30; 3D: Pets II 13.50, 18.10; Spider-

Man: Far From Home 14.00, 16.30, 22.20; Kroos

14.00, 16.10; Avengers 16.00, 20.15; Glam Girls

16.10; Made in China 16.30; Berlin, ILove You

16.40, 19.50, 22.50; Rocketman 17.20; Der Fall

Collini 19.15; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

19.30, 20.30, 22.00; John Wick III 19.40,

22.50, 23.00; Killerman 19.50, 22.40; Annabelle

III 20.50, 23.00;Anna 22.30; X-Men 22.40; Child‘s

Play 23.00

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 02 00)

Spider-Man: Far From Home (OF) 13.30; 3D: Der

König der Löwen (OF) 13.30, 17.15, 20.10, 23.00;

Aladdin (OF) 13.30, 16.40; Yesterday (OF) 13.45,

16.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw (OF) 13.45,

16.35, 19.50, 23.15; Der König der Löwen –The

Lion King (OF) 13.45, 16.30, 16.45,19.20, 23.15;

Pets II (OF)14.20,17.00;Men in Black (OF) 14.20,

22.50; 3D: Spider-Man (OF) 16.50, 20.00, 23.15;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

19.30; Rocketman (OF) 19.50; Berlin, ILove You

(OF) 19.50; 3D: X-Men (OF) 22.20; Annabelle III

(OF) 22.50; JohnWick III (OF) 23.10

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.30; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw (OF) 12.50, 23.00; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 16.00; Preview: Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 19.15

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Acid (OmU)

20.00

TREPTOW

Astra (✆ 6361650) Yesterday10.00; Spider-Man:

Far From Home 10.00; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 10.00, 14.00, 17.00, 19.00, 20.15, 22.00;

Der König der Löwen 10.00, 12.30, 14.00, 16.30,

19.00, 22.00; Benjamin Blümchen 10.00, 12.00,

14.00, 16.00; Pets II 14.30; 3D: Der König der

Löwen 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Die drei !!!

16.30; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

20.15

Casablanca (✆ 677 5752) Yesterday 16.15; Britt-

Marie war hier 18.30; Dancing Queens 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 13.50, 16.45,

20.00; 3D: Der König der Löwen 13.50, 16.45,

20.10; Spider-Man: Far From Home 14.00, 16.45;

Pets II 14.00, 16.30; Die drei !!! 14.10, 17.00;

Der König der Löwen 14.10, 14.40, 17.00, 17.30,

19.40; Benjamin Blümchen 14.15, 17.10; Abikalypse

14.40; 3D: Aladdin 17.05, 19.15; Preview:

Once UponaTime in...Hollywood 19.30; John Wick:

Kapitel III 19.40; 3D: Spider-Man: Far From Home

19.45; Anna 20.15; Child‘s Play 20.20

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Der

König der Löwen 14.00, 16.00, 19.45; Benjamin

Blümchen 14.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

14.10,16.00, 17.15, 19.30; 3D: Der König der Löwen

14.10, 17.00; Pets II 14.45, 17.30; Aladdin

15.00; Spider-Man: Far From Home 16.50, 19.45;

Undwer nimmt den Hund?17.10, 19.45; Der König

der Löwen (OF) 19.45; Preview: Once Upon aTime

in...Hollywood 20.00; Killerman 20.20

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Burning

21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Paule und Julia

18.00; La flor (OmU) 19.30

Toni &Tonino Tonino (✆ 92 79 12 00) Benjamin

Blümchen 11.45, 14.00; Pets II 16.15;Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter indie Charts 18.15, 20.45;

Der König der Löwen 10.15, 12.45, 15.15, 17.45,

20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) TelAviv On Fire

16.00; Der unverhoffte Charme des Geldes 18.00;

So wie dumich willst 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Der altedeutsche

Film: Liebe, Tod und Teufel 15.45; Kroos 18.00;

Fisherman‘s Friends – Vom Kutter in die Charts

(OmU) 20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Stan &Ollie (OmU) 18.00;

OnceAgain –Eine Liebe inMumbai (OmU) 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Leid und Herrlichkeit

15.30,20.30; Und wer nimmt den Hund? 18.15

FREILUFTKINOS

B-ware! OpenAir FMP1 (✆ 63 41 31 15) Leave No

Trace (OmU) 21.00

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Messer

im Herz (OmU) 21.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 4603) Priscilla:

Königin der Wüste –The Adventures ofPriscilla,

Queen of the Desert (OmU) 21.00

Freiluftkino Kreuzberg The Doors (OmU) 21.15

Freiluftkino Rehberge Der Fall Collini 21.00

Open-Air-KinoSchlossparkBiesdorf (✆ 998 74 81)

Traumfabrik 20.50

Openair KinoSpandau (✆ 333 60 81)Inden Gängen

21.00

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

Bohemian Rhapsody (OmU) 21.00

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain 25 km/h

21.00

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31) Made in China 21.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 8112) Under

the Tree –Undir trenu (OmU) 17.00; Mid90s

(OmU) 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Der König

der Löwen 13.30, 16.15, 20.45; Fisherman‘s

Friends –Vom Kutter in die Charts 13.45, 20.45;

Benjamin Blümchen 14.00; Und wer nimmt den

Hund? 14.15, 18.45, 20.45; Die drei !!! 16.00;

Cleo 16.00; Leid und Herrlichkeit 16.15,20.45; Es

gilt das gesprochene Wort 18.15; Der unverhoffte

Charme des Geldes 18.15; What Our Fathers Did: A

Nazi Legacy 18.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 7233)

Spider-Man: Far From Home 13.40, 16.50; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 13.45, 17.00, 19.40,

20.25; Der König der Löwen 13.45, 16.45; Aladdin

13.55; Die drei !!! 14.00, 16.30; 3D: Der König

der Löwen 14.10, 17.00, 20.20; Pets II 14.20,

17.10; Benjamin Blümchen 14.20, 17.15; Yesterday

17.10, 20.10; 3D: Spider-Man: Far From Home

19.30; Avengers: Endgame 19.50; Preview: Once

Upon aTime in... Hollywood 20.00; Annabelle III

20.10

Waschhaus Kino Potsdam (✆ 03 31/271 5626)

Leto 21.30

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Aladdin

15.00; Der König der Löwen 17.30; Dirty Dancing

20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 03375/469777)

Traumfabrik 17.15; Made in China 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Fast &Furious:

Hobbs &Shaw14.20,16.50,20.00; Diedrei

!!! 14.20, 17.00; Abikalypse 14.20; Der König der

Löwen 14.30, 17.15, 20.00; Benjamin Blümchen

14.30, 16.50; Men in Black: 14.45; 3D: Der König

der Löwen 14.45,15.00,17.30,17.45, 20.20;

Spider-Man: Far From Home 14.50, 17.45, 19.40;

Pets II 14.50, 17.30, 20.15; 3D: Aladdin 16.50;

Drei Schritte zuDir 17.30; Preview: Once Upon a

Time in... Hollywood 19.30; 3D: Avengers: Endgame

19.40; John Wick: Kapitel III 19.45; Yesterday

20.30; Annabelle III 20.40

Filmforum Schwedt (✆ 033 32/44 92 90) Benjamin

Blümchen 17.00; Der König der Löwen 17.15,

19.45; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 17.15,

20.00; Spider Murphy Gang –Glory Days of Rock

‚n‘ Roll 17.30; Preview: Once Upon aTime in... Hollywood

19.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Der

König der Löwen 15.00, 17.45, 20.30; Benjamin

Blümchen 15.15; Pets II 15.30; Fast &Furious:

Hobbs & Shaw 17.30, 20.30; Yesterday 17.45;

Preview: Once Upon aTime in... Hollywood 20.30

filmpalastEisenhüttenstadt (✆ 033 64/40 83 10)

Benjamin Blümchen 15.45; Pets II 16.15; Der König

der Löwen 17.00,20.30; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 17.15, 20.00; Die drei !!! 17.45; 3D: Der

Königder Löwen 18.00; Preview: Once Upon aTime

in...Hollywood 19.30; Spider-Man: Far From Home

20.15

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Benjamin Blümchen 14.00, 16.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.15, 17.15, 20.30; Die drei !!!

14.30, 16.30; Der König der Löwen 14.45, 17.00,

19.30;3D: DerKönig der Löwen18.00, 20.15;Pets

II 18.30; Preview: OnceUponaTime in... Hollywood

20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Der König der Löwen 17.00; 3D: Der König der Löwen

19.15

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Der König

der Löwen 15.00,17.30, 20.00; Pets II 16.00; Spider-Man:

Far From Home 18.00; Yesterday 20.45

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/847584)

3D: Pets II 16.00; Unsere große kleine Farm 18.00;

Rocketman 20.15

Union Fürstenwalde (✆ 033 61/73 64 40) Die

drei!!! 16.30; Ausgeflogen 18.15; Yesterday 20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (✆ 03371/40 16 41)

Pets II 15.30; Der König der Löwen 15.30, 17.45,

20.15; Benjamin Blümchen 15.45; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 17.15, 20.00; Die drei !!! 17.45;

Ein Becken voller Männer 20.15


26 * Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

WordPress-Firma kauft

Blog-PlattformTumblr

WERKSTATT

Objektive

für das

Smartphone

VonDaniel Dangelmaier

Die Smartphone-Kameras werden

immer besser, aber viele

Modelle verfügen lediglich über einen

digitalen Zoom. Der schafft es

zwar, dass auf der Aufnahme das

Motiv wie gewünscht größer dargestellt

wird, aber dadurch leidet meistens

die Qualität –die Aufnahmen

wirken oft unscharf.

Wer anspruchsvoller fotografieren

will, sollte deshalb auf spezielle

Objektive für Mobilgeräte zurückgreifen.

Im Gegensatz zu ihren großen

Vorbildernwerden sie allerdings

nicht direkt auf die Geräte geschraubt

wie bei den Spiegelreflexkameras.

Häufig sind die ObjektiveinClips

eingearbeitet, die auf das Smartphone

oder das Tablet geklemmt

werden. Dashat den Vorteil, dass der

Nutzer sie bei Bedarfeinfach auf sein

Gerät setzt und danach wieder abnimmt.

Doch Achtung bei der Positionierung

der Klammer: Liegt das

Okular nicht direkt auf der Kamera,

werden Bildteile abgeschnitten oder

durch die Krümmung des Objektivs

verfremdet. BeiClips,die auf das Design

und der Kameraplatzierung bestimmter

Modelle abgestimmt sind,

kann das nicht passieren. Dafür sind

sie leider nicht mit jedem Mobilgerät

kompatibel.

Alternativ gibt es Magnetsysteme

zur Fixierung. Die Hersteller liefern

ihreObjektivezusammen mit einem

selbstklebenden Metallring aus, der

um die Kameralinse des Smartphones

geklebt wird. An ihm haften die

magnetisierten Aufsätze. Besitzer eines

Geräts mit Metallgehäuse brauchen

diesen kleinen Ring natürlich

nicht. Schnelle Bewegungen sollten

mit magnetbasierten Lösungen vermieden

werden, da sich das Zubehör

sonst unter Umständen verschiebt

oder abfällt.

Den größten Halt gewähren Hüllen

mit einlassenden Gewinden oder

Öffnungen. In sie können die Linsen

fest eingedreht oder gedrückt werden.

Selbst ohne Objektive haben

diese Hüllen einen praktischenWert,

denn sie bieten Schutz vor Sturzschäden

und Spritzwasser. Beim

Kauf müssen Smartphone-Fotografen

jedoch darauf achten, dass sie

genau für ihr Modell gedacht sind.

Abhängig von Verarbeitung und

Art kostet ein Objektivsystem zwischen

wenigen Cent und weit mehr

als 100 Euro. Dabei muss günstig

nicht gleich billig sein: Das von

Amazon-Kunden gelobte 3-in-1-

Clip-on-Set von Mpow mit Makroobjektiv

für zehnfache Vergrößerung

sowie einem Weitwinkel- und

einem Fischaugenaufsatz kostet

nur 10,49 Euro. Eine Makrolinse

mit Magnethalterung vom namhaften

Hersteller Monochrome ist

bereits für 2,20 Euro zu haben und

nützliche Hüllen von Qichenlu

samt verschraubbaren Linsen werden

ab etwa 25 Euro angeboten.

Eine Garantie für gelungene Fotos

bieten die Spezialobjektiveleider

nicht. Hält der Fotograf sein Smartphone

nicht völlig ruhig, ist die Gefahr

groß, dass die Aufnahme verwackelt.

Die Linsen verfügen nämlich

nicht über Stabilisatoren, die Wackler

ausgleichen könnten.

Daniel Dangelmaier

schreibt seit 17 Jahren

über Digitales.

Clara (Juliette Binoche) würde zu gerne von ihrem jungen Geliebten angesprochen werden, aber er bemerkt ihre Nähe nicht.

Nur nicht zeigen, wer man ist

In „Wie du mich willst“ legt Juliette Binoche sich eine falsche Facebook-Identität zu. Gefährlich, nicht nur im Film

VonJörg Hunke

Natürlich geht es wieder

um die ganz großen Gefühle

und die Lust, sich

in Leben und Liebe wirklich

frei zu fühlen –soist es eigentlich

immer, wenn Juliette Binoche

auf der Kino-Leinwand zu sehen ist.

Nurgeht sie diesmal zu weit. In dem

gerade angelaufenen Drama „Sowie

du mich willst“ erfindet sie eine neue

Identität bei Facebook, verwendet

als ClaraFotos und Videos einer jungen

Frau, um zunächst ihren Geliebten

auszuspähen und später eine

Liebschaft im Netz zu genießen. Das

kann nicht gut ausgehen. Undtut es

auch nicht.

Horst heißt nicht Horst

Experten wie die Autorin Victoria

Schwartz sprechen in so einem Fall

von „Realfake“, also dem Vorgang,

eine Identität im Netz so glaubhaft

zu konstruieren, dass sich erst im

Laufe der Zeit herausstellt, dass es

die Person nicht gibt, sondern jemand

ganz anderes dahinter steckt,

von dem man nichts weiß. Victoria

Schwartz ist vorsieben Jahren selbst

Opfer geworden, hat darüber gebloggt

und das Buch „Wie meine Internet-Liebe

zur Albtraum wurde“

geschrieben. Eines der bekanntesten

Opfer ist wohl die ZDF-Moderatorin

Dunya Hayali, die vor einem Jahr

dem Deutschlandfunk ausführlich

erzählte,wie ein vermeintlicher Pfleger

nach ihrer Reportage über ein Altenheim

mehrereWochen über Twitter

mit ihr in Kontakt stand.

Victoria Schwartz hat den französischen

Film noch nicht gesehen,

aber sie will in den nächsten Tagen

ins Kino gehen, um das nachzuholen.

Der Film ist handwerklich gut

gemacht, aber die Qualen des Opfers

Falsche Freunde: Von„Realfake“

oder „Catfishing“ ist

die Rede, wenn jemand sich

in den sozialen Medien wie

Facebook eine falsche Identität

zulegt, um eine Freundschaft

zu schließen. Wieoft

so etwas passiert, ist noch

nicht bekannt.

werden kaum thematisiert. Eher nebenbei

erfährt der Zuschauer –Achtung

Spoiler-Alarm –, wie dramatisch

der junge Mann reagiert, als er

vondem hinterlistigen Vorgehen seiner

Geliebten erfährt.

Als Victoria Schwartz hört, dass

der Film sich vorallem um dieTäterin

dreht, spricht sie voneiner verpassten

Chance, sich des Themas ernsthafter

anzunehmen: „Fast alle Opfer leiden

psychisch sehr, wenn sie herausfinden,

dass ihr Gegenüber –mit dem sie

eine große emotionale Nähe verband

–nicht echt ist. Leider stoßen sie auf

wenig Verständnis. Das Faken wird

noch immer bagatellisiert und die

Opfer belächelt.“ Erste Studien zu

dem Thema werden erst jetzt an der

Privaten Hochschule in Göttingen erstellt.

Victoria Schwartz ist im

deutschsprachigen Raum übrigens

nach eigenen Angaben die einzige

Anlaufstelle für Hilfesuchende. Seit

2013 berät sie nicht nur Opfer, sondern

auch Realfakes, die sich über

ihre Website (www.realfakes.net) an

sie wenden.

Im Film fragt die Therapeutin, ob

sich Clara nicht schuldig fühle. Ihre

HILFE IN DER NOT

Wahre Freunde: In Deutschland

bietet die Buchautorin

Victoria Schwartz auf ihrer

Webseite www.realfakes.net

Hilfe an. In den USA haben

NevSchulman und Max Joseph

für die TV-Show„Catfish“

Opfer und Täter zusammengebracht.

Keine Freunde: Juliette Binoche

legt sich als Clara eine

falsche Identität bei Facebook

zu. Irgendwann wird es

ihr in dem Kinofilm „Wie du

mich willst“ zu viel, sie beendet

die Liebschaft. Der Regisseur

bemüht sich um einem

versöhnlichen Schluss.

Antwort: „Für mich sind soziale Netzwerkeder

Untergang und gleichzeitig

das Rettungsboot.“ Sie weiß, was sie

tut, genießt aber gleichzeitig die tiefe

Emotionalität beim Flirten mit ihrem

jungen Geliebten.

Eine falsche Identität im Netz zu

erstellen, das ist zunächst einmal

nicht strafbar. Gesetzlich sind

Diensteanbieter sogar dazu verpflichtet,

„die Nutzung von Telemedien

anonym oder unter einem

Pseudonym zuermöglichen, soweit

dies technisch möglich und zumutbar

ist“. So steht es im Telemediengesetz.„Denkt

man sich einen Fantasienamen

aus und ist damit in sozialen

Netzwerken unterwegs, so ist dies

nicht strafbar“, teilt auch DavidGeßner,

Berliner Fachanwalt für Medienrecht,

der Berliner Zeitung mit. „Vielmehr

ist es heute üblich, nicht mit

dem Klarnamen im Netz unterwegs

zu sein, um nicht von jedem zu finden

zu sein“, ergänzt der Jurist.

Ein überzeugendes Beispiel

nannte der Psychologe Wolf Ortiz-

Müller im Deutschlandfunk: „In

Chatrooms würde man nie annehmen,

dass derjenige, der sich da als

Mehr IT-Spezialisten in Berlin

Horst anmeldet, im wirklichen Leben

Horstheißt.“

Die Sache mit falschen persönlichen

Angaben im Netz ist viel verbreiteter,

als die meisten Nutzer

glauben, denn beim Online-Kauf

von Produkten oder Dienstleistungen

geben gut 41 Prozent der Verbraucher

angeblich falsche personenbezogene

Datenan. In den meisten

Fällen geht es um Telefonnummern,

Geburtsdaten und die

E-Mail-Adresse, teilte das IT-Sicherheitsunternehmen

RSA Security vor

einiger Zeit mit.

Tränen undSelbstmitleid

ALAMODE FILM

Wasaber nicht geht: Den Namen einer

fremden Person zu nutzen. „Hintergrund“,

sagt Geßner,„istdas Recht

am eigenen Namen.“ Wasauchjustiziabel

ist:Bildereineranderen Person

unberechtigterweise in sozialen

Netzwerken öffentlich zugänglich zu

machen. „Grundlage ist hier das

Rechtameigenen Bild“, sagt Geßner.

Irgendwann beendet Clara die digitale

Beziehung, wie es ihrem Geliebten

dabei geht, das erfährtder Zuschauer

lange Zeit nicht. Die Geschichte

bleibt bei Claire, ihren Tränen

und ihrem Selbstmitleid. Wie es

den Opfern meistens geht, weiß VictoriaSchwartz:

„Viele ziehen sich danach

aus dem Internet zurück, verdammen

das Medium so ein bisschen

und hadern auch mit sich

selbst.“

Der Film nimmt am Ende absurde

Wendungen auf der Suche

nach einem versöhnlichen Schluss.

In der Realität ist das Happy End

meist weit entfernt. „Das Schlimme

ist, dass viele,eigentlich die meisten,

nicht mit ihrem Umfeld darüber reden

können. Weil dann Häme

kommt: ‚Ja, hab ich dir doch gleich

gesagt‘“, sagt Schwartz.

Die Hauptstadt belegt noch Platz zwei im bundesweiten Ranking, aber der Rückstand auf Hamburg wird geringer

Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ITK-Berufen

an allen Beschäftigten im jeweiligen Bundesland

in Klammern Veränderung zum Vorjahr in Prozent

1 Hamburg

2 Berlin

3 Hessen

4 Baden-Württemberg

5 Bayern

6 Bremen

15 Brandenburg

16 Mecklenburg-Vorpommern

0,9 % (+0,1)

0,9 % (+0,0)

3,2 % (+0,2)

3,1 % (+0,1)

3,0 % (+0,1)

3,0 % (+0,1)

2,6 % (+0,1)

4,1% (+0,1)

BLZ/BAUM; QUELLE: BFA

Berlin ist der wichtigste Standort

für Start-ups in Deutschland

und ist auch im Bereich der Forschung

zu digitalen Themen vorne,

aber die meisten IT-Spezialisten arbeiten

nicht in der Hauptstadt. Der

Interessenverband Bitkom ermittelt

jährlich die Zahlen für die Bundesländer

und wie imVorjahr liegt Hamburg

wieder vorn. Inder Hansestadt

arbeiten 4,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten als

Informatiker oder in anderen Berufen

der Informations- und Kommunikationstechnologie

(ITK). Dassind

mehr als 800 000 Menschen. Allerdings

ist der Vorsprung von Hamburg

zum Zweitplatzierten, Berlin,

geschrumpft, denn in der Hauptstadt

wuchs die Zahl der Angestellten

um 0,2 Prozent im Vergleich zu

Hamburg 0,1 Prozent. In absoluten

Zahlen die Hauptstadt liegt Berlin allerdings

deutlich vor Hamburg:

47 126 zu 40 131 Mitarbeiter.

Im unteren Teil der Statistik ist

Brandenburg mit etwa 8000 Mitarbeiternzu

finden, immerhin ging es

um ein Prozent nach oben.Weit abgeschlagen

ganz am Ende wird Mecklenburg-Vorpommern

geführt mit

5118 Fachkräften und einem Anteil

von 0,9 Prozent, im Bundesdurchschnitt

sind es 2,4 Prozent. (BLZ)

DieBlog-PlattformTumblr bekommt

einen neuen Besitzer.Die FirmaAutomattic,

die hinter der bekannten

Blogging-SoftwareWordPress steckt,

kauft Tumblr dem amerikanischen

Telekommunikations-RiesenVerizon

ab.Erwolle Tumblr unverändertfortführen,

sagte Automattic-Chef Matt

Mullenweg demWall Street Journal.

Tumblr war 2013 vomInternet-KonzernYahoo

übernommen worden.

DiedamaligeYahoo-Chefin Marissa

Mayerwollte dringend mehr junge

Nutzer zu demWeb-Pionier lotsen

und war deswegen bereit, gut eine

Milliarde Dollar für Tumblr hinzublättern.

Tumblr wurdeunter dem

Dach vonYahoo allerdings nicht zu

einer so großen Erfolgsgeschichte wie

die vonFacebook füreinen ähnlichen

Betrag gekaufte FotoplattformInstagram.

(dpa)

Stuckrad-Barre über die

Folgen des Überangebots

DerSchriftstellers Benjamin von

Stuckrad-Barre(44, „Panikherz“) genießt

die digitalen Produktionsmöglichkeiten.

„Früher musste man fünf

Jahreimöffentlich-rechtlichen

Rundfunk mit einem Redakteur Mittag

essen oder so,damit man mal

was ausprobiert“, sagte vonStuckrad-Barrevor

Beginn seines Podcasts

„JaJa, NeeNee“ mit der Schauspielerin

Jasna Fritzi Bauer (30,„Axolotl

Overkill“) an diesem Donnerstag

auf Spotify.„Jetzt könnten wir mit einem

Telefon eine Fernsehsendung

drehen. Dasist ja erstmal toll“, sagte

vonStuckrad-Barre. DerNachteil:

Weil anderedas auch machen, ist ein

Überangebot entstanden. „Indiesem

Dschungel das herauszufinden,

was einem taugt, ist die Schwierigkeit.

DasMachen ist viel einfacher.“

(dpa)

Nach YouTube-Aus wollen

die Lochis zunächst verreisen

Immer unterwegs, nie Zeit für die Eltern:

Die Lochis wollen das ändern.

DPA

VordreiMonaten kündigten DieLochis

ihren Abschied vonYouTube an

–nach ihrer Abschiedstournee im

Herbst wollen die Zwillinge dann mit

der Familie verreisen. „Wir wissen,

dass wir nach unserem letzten Konzert

erst mal in den Urlaub fahren“,

sagte RobertLochmann der Berliner

Morgenpost. Sieseien in den vergangenen

Jahren zu wenig zu Hause gewesen,

sagte sein Bruder Heiko,den

Familienurlaub hätten ihreEltern

wirklich verdient. (dpa)

Scout24 verdient mehr dank

des Auto-Handels

DerOnlinemarktplatz-Betreiber

Scout24 hat seinen Umsatz im ersten

Halbjahr vorallem dank der

Portale Auto24 und Immobilienscout24

gesteigert. Dasteilte das

Unternehmen in München mit. Die

Erlöse verbesserten sich in den ersten

sechs Monaten um fast ein

Fünftel auf rund 300 Millionen

Euro.Das Ergebnis vorZinsen, Steuernund

Abschreibungen (Ebitda)

aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit

wuchs um 10,9 Prozent auf

154 Millionen Euro. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 27

· ·

Herbst 2019 4,50 €

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) LivenachNeun 9.55

(für HG)Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-

Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG)

Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Verrückt nachMeer. Mystisches

Myanmar 17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 Brisant

18.00 (für HG) Gefragt –Gejagt 18.50 (für

HG) Hubertund Staller. Stegmit Aussicht 19.45

(für HG) Wissen voracht–Werkstatt 19.55 (für

HG) Börse voracht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Operation Zucker.

Jagdgesellschaft

TV-Drama, D2015 Mit Nadja Uhl,

Mišel Maticevic, André Szymanski u.a.

21.45 (für HG) Plusminus

DasWirtschaftsmagazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Maischberger Gäste: Joachim

Gauck, Charles M. Huber,Idil Baydar,

Hans-Ulrich Jörges, Simone Baum

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 (für HG) Operation Zucker.

Jagdgesellschaft TV-Drama, D2015

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Susanna Ohlen, Jan Hahn 8.30 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12. Moderation:

Roberta Bieling 14.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte

–Mein Leben 17.00 Meine Geschichte –

Mein Leben 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv

–Das Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05

(für HG) Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Die Bachelorette

Doku-Soap

Um das Einzeldate mit Gerda genießen

zu können, muss einer der Männer zu

ihr aufs Boot schwimmen und wieder

zurück.

22.15 sternTVVom Model zur Müllfrau:

Barbara Meier /Über 40 und noch

Jungfrau /Spülmittel im sternTV-Test /

Wie eine fünffache Mutter mit Downsyndrom

ihr Leben meistert

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) CSI: Den Tätern auf der Spur

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Arte

15.00 (für HG) Brüderchen und Schwesterchen.

TV-Familienfilm, D2008 16.00 (für HG) MDR

um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für

HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Klabautergeschichten am Kelbraer

Meer (3/5) 20.15 (für HG) Exakt 20.45

Exakt –Die Story 21.15 (für HG) Die Spur der

Täter 21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG)

Tatort. Todesschütze. TV-Kriminalfilm, D2012

23.35 (für HG) Olaf macht Mut 0.20 unicato

1.20 Mach mal ... ! 1.35 (für HG) Lindenstraße

Bayern

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir

in Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Promi,Playboy, frommer Pilger 19.30

(für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Grizzlys hautnah

21.00 (für HG) Grizzlys hautnah 21.45 (für

HG) Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Zwei

am großen See –Angriff aufs Paradies. TV-Komödie,

D2005 23.35 (für HG) ABBA –Der

Film. Musikfilm,AUS/S 1977 1.10 (für HG)

Music ofthe Heart. Drama, USA 1999

Vox

13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00 Mein

Kind,dein Kind –Wie erziehst du denn? 15.00

Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und eine

Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen

18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das

perfekte Dinner 20.15 (für HG) MagnumP.I.

21.15 (für HG)Magnum P.I. 22.10 (für HG) The

Good Doctor 23.05 (für HG)The Good Doctor

0.00 nachrichten 0.20 (für HG) Medical Detectives–Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Zeugen

der Opfer 1.10 (für HG)Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Der letzte Wille

Super RTL

13.10 5Freunde –Für alle Fälle 13.40 Angelo!

14.05 Die Nektons –Abenteurer derTiefe

14.35 Grizzy &die Lemminge 14.55 Dragons

–Auf zu neuen Ufern 15.20 Voll zu spät!

15.50 Spirit: wild und frei 16.20 Zig &Sharko

–Meerjungfrauen frisst man nicht! 16.45

Coop gegen Kat 17.15 Sally Bollywood 17.40

Die Nektons –Abenteurer der Tiefe 18.10 Grizzy

&die Lemminge 18.40 WOW Die Entdeckerzone

19.10 Voll zu spät! 19.40 Angelo! 20.15

(für HG) Dr.House 21.10 (für HG) Dr.House

22.00 (für HG) Dr.House 23.55 Comedy total

Sport1

15.30 Lost &Sold. Pokerface 16.00 Lost &

Sold. Schweres Gepäck 16.30 Find It, Fix It,

Flog It –Schätze aus der Scheune 17.30 Storage

Hunters. Teeparty 18.30 StorageWars –

Geschäfte in NewYork. Bauchgefühl 19.30

Sport1 News 20.00 Die PS-Profis –Mehr Power

aus dem Pott. Frankreich spezial 21.00 Die

PS-Profis –Mehr Power aus dem Pott. Ein Oldtimer

für Anke 22.00 Fußball: La Liga-Serie A

Cup 22.45 Fußball: Die MLS-Highlights 23.15

Sport1 News 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Ringo, Kim

und Sidney 11.15 (für HG) SOKO Wismar. Eiszeit

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00

(für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Unter Geiern

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG) hallo

deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Wismar. Die Freuden

des Alters 19.00 (für HG) heute 19.25 (für

HG) Die Spezialisten –ImNamen der Opfer

20.15 (für HG) Sorry für alles

Gäste: Horst Lichter,Rebecca Mir,

Michael Wendler,Markus Krebs,

Thomas Gottschalk

Moderation: Steven Gätjen

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Am Puls Deutschlands

#wasmichimostenstoert

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Völkische Siedler –Schattenwelten

auf dem Land

5.30 Frühstücksfernsehen. Mod.: Matthias Killing,Christian

Wackert, Marlene Lufen, Alina

Merkau, Jochen Schropp, Karen Heinrichs

10.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen

für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas,

Alexander Stephens, Isabella Schulien 11.00

Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für

Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander

Stephens, Isabella Schulien 12.00 Anwälte

im Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife.Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Promis Privat 19.00 Genial daneben

–Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Die Unglaublichsten ... Wunder

Mod.: Sonya Kraus. Egal, ob Essen,

Sonnenlicht oder Luft –Johanna Watkins

ist allergisch gegenalles.Obwohl sogar

Kontakt zu Menschenbei ihr einen Anfall

auslösen kann, ist sie glücklich verheiratet!

22.15 Promi Big Brother

Mod.: Jochen Schropp, Marlene Lufen

23.45 TopTen! Best of Promi Big Brother:

Skandal total –Die durchgeknalltesten

Promis

0.40 akte 20.19 Spezial

Promi Big Brother

14.20 (für HG) In aller Freundschaft 15.05 (für

HG) In aller Freundschaft 15.50 Erlebnisreisen

16.00 (für HG) Aktuell 16.15 Hier und heute

18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15 (für

HG) Achtung Mogelpackung! –Yvonne Willicks

deckt auf 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) das experiment

21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG)

Kritisch reisen 22.55 (für HG) Akte D 23.40

(für HG) Welt retten oder Gas geben? 0.10 (für

HG) Maischberger 1.25 (für HG) Quarks

NDR

16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für

HG) Leopard, Seebär &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) Wie geht das? 18.45

(für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Unsere

Eichhörnchen 21.00 (für HG) Heimatküche

21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG) Großstadtrevier.

Der Engel von St. Pauli 22.50 (für

HG) Neues aus Büttenwarder. Entführt 23.20

(für HG) Zapp 23.50 (für HG) 7Tage ... 0.20

Das Wartezimmer 0.45 (für HG) Visite 1.45

(für HG) Panorama 3 2.15 Mein Norden

Kabel eins

9.25 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.10

Without aTrace 12.05 Numb3rs 13.05 Castle

13.55 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 Die purpurnen Flüsse.

Thriller,F2000 22.25 Die purpurnen Flüsse

2–Die Engel derApokalypse. Actionthriller,

F/I/GB 2004 0.25 Die purpurnen Flüsse.

Thriller,F2000 2.10 Watch Me –das Kinomagazin.

Fisherman's Friend &weitere Neustarts

RTL 2

12.00 Hartz und herzlich –Die Eisenbahnsiedlung

von Duisburg 14.00 Die Reimanns –Ein

außergewöhnliches Leben 15.00 Hilf mir! Jung,

pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10 Krass

Schule –Die jungen Lehrer –Wie alles begann

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder kriegen

21.15 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder

kriegen 22.15 Die Babystation –JedenTag ein

kleinesWunder 23.20 Autopsie –Mysteriöse

Todesfälle 0.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

1.10 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

12.30 Leichtathletik: Mannschafts-Europameisterschaften.

3. Tag 14.00 Radsport:BinckBank

Tour 15.00 Radsport: BinckBank Tour. 3. Etappe

17.00 Olympische Spiele. Camps to Champs

17.30 Snooker:World Main Tour. International

Championship: Finale 19.30 Golf: US PGA Tour

20.30 EurosportNews 20.45 Radsport: Tour of

Utah 22.00 Radsport: Tour of Utah. 2. Etappe

0.00 Eurosport News 0.05 WATTS. Die August-

Ausgabe der Eurosport-Clipshow 0.30 Triathlon:

Olympiatest. Rennen der Damen

3SAT, 20.15 UHR TV-THRILLER

Mord in den Dünen

Die Berliner StreetworkerinLisa Hirth(AnnaLoos, r.)willdas Verschwindens

der 16-jährigen Pia aufklären. Dereinzige Hinweisden Lisa hat,ist

eine mysteriöseNachrichtauf ihrerMailbox,die aufdie Ostsee-Halbinsel Darß

führt. Da die Streetworkerin hinter dem Verschwinden des Mädchens eine

Entführungvermutet machtsie sich umgehend aufden WegRichtung Küste.

Hier taucht schonbald die Leiche eines weiteren Mädchens auf, mit dem Lisa

ebenfalls beruflichzutun hatte.Lisa, die die Inselnochaus Jugendtagenkennt

stürztsich gemeinsam mit dem Polizeipsychologen Hofer (Karl Markovics, l.)

und dem Inselpolizisten Enno,indie Ermittlungenund muss sichbaldlängst

verdrängten Ereignissen ausihrer Vergangenheit stellen. SpannenderInsel-

Krimi vonRegisseur TimTrageser.

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6 7 8 9 2 1 4 5 3

2 5 9 6 3 4 1 8 7

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Der Winzerkönig 12.55

Landschleicher 13.00 rbb24 13.05 Verrückt

nach Meer 13.55 Land –Liebe –Luft 14.40

Die rbb-Reporter 15.10 Stadt, Land, Haus

16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Die Ernährungs-Docs

Mit Anne Fleck,Matthias Riedl, Jörn

Klasen

21.00 Aufstehen im Sitzen

Bahnradkönigin Kristina Vogelstartet neu

21.45 rbb24

22.00 Magie der Moore –Das Nebelreich

Dokumentation

22.45 Magie der Moore–Bedrohtes Paradies

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Die Ernährungs-Docs

Bluthochdruck /Dünndarm-Fehlbesiedlung

/Rheuma

ProSieben

8.25 The Middle 9.15 Fresh off the Boat

10.15 Mike &Molly 10.40 How IMet Your Mother

11.35 2Broke Girls. Das große P(r)oblem/Liebe

im Container.Comedyserie 12.30

Mom. Krieg der Krankenpflegerinnen. Comedyserie

12.55 Twoand aHalf Men. Hinterlistig

und verschlagen/Frettchen, fass!/Die Menschenflüsterin.

Comedyserie 14.15 The Middle.

Der faule Zauber/Der Klempner-Klau. Comedyserie

15.10 The Big Bang Theory. Die

Mars-Bewerbung/Das große Reste-Essen/Die

Skywalker-Attacke/Über Nacht im Fort. Comedyserie

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die

Simpsons. Auf der Suche nach Mr.Goodbart/

Moho House. Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Das schwarze Schaf. Krankenhausserie

Mit Ellen Pompeo, Justin Chambers,

James Pickens jr.u.a.

21.15 Seattle Firefighters –Die jungen

Helden Lichtblicke. Actionserie

22.15 9-1-1 Notruf L.A.

Brennende Schuld. Krimiserie

23.15 Two and aHalf Men

Ich verstehe. Comedyserie

23.40 Two and aHalf Men

Die Industrielle-Revolutions-Show /

Hinterlistig und verschlagen

16.35 (für HG) Die Toten vonTurin 17.20 Auf

der Spur der Edelsteine 17.45 (für HG) Orientalische

Gartenlust 18.30 (für HG) Orientalische

Gartenlust 19.20 Arte Journal 19.40

Märkte –ImBauch von …20.15 Flussaufwärts.

Drama,B/NL/KRO 2016 21.45 (für HG)

Nordkorea –Kunst im Schatten der Bombe.

Dokumentarfilm,D/N 2019 22.40 Weichen

des Lebens. Romanze, F/J/CHN 2015 0.40

Nicht mehr ganz da. Animationsfilm, CDN/F

2016 0.50 Arte Journal 1.10 (für HG) Die

Beste aller Welten. Drama,A/D 2017

3Sat

13.20 Route 66 –Straße des amerikanischen

Traums 14.15 12.378 km Australien –Sven

Furrer auf Abwegen 18.30 nano 19.00 (für

HG) heute 19.20 Kulturzeit kompakt 19.30

Der Osten –Entdecke wodulebst 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Mord in den

Dünen. TV-Thriller,D2013 21.45 (für HG) Hallig

Hooge –Die Nummer 1imWattenmeer

22.00 (für HG) ZIB 222.25 (für HG) The Fall –

TodinBelfast. TV-Kriminalfilm, GB 2014 23.55

(für HG) Mensch, Leute! 0.25 10vor10 0.55

(für HG) Reisezeit –Traumhafte Ziele

Phoenix

12.45 Meine Tochter Anne Frank. TV-Dokudrama,

D2015 14.15 Der geheime Kontinent 15.45 (für

HG) Marco Polo –Entdecker oder Lügner? 16.30

(für HG) Freibeuter der Meere –Sir Francis Drake

17.15 Schlösserwelten Europas 17.30 phoenix

der tag 18.00 Cornwall –Eine Stadt ohne Plastik

18.30 Meine Tochter Anne Frank. TV-Dokudrama,

D2015 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Die schönsten Naturparadiese im Südwesten

21.45 (für HG)heute-journal 22.15 Momente

der Geschichte 1.15 (für HG) Die schönsten Naturparadiese

im Südwesten

Kika

12.30 Sherazade –Geschichten aus 1001

Nacht 13.45 TanzAlarm Club 14.10 (für HG)

Schloss Einstein 15.00 (für HG) Mako –Einfach

Meerjungfrau 15.45 Stoked 16.05 (für

HG) H2O –Abenteuer Meerjungfrau 16.55 (für

HG) Horseland, die Pferderanch 17.35 Eine

lausige Hexe 18.00 Bobby &Bill 18.15 Ben &

Hollys kleines Königreich 18.35 Wissper

18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Mia and

me –Abenteuer in Centopia 19.25 (für HG)

Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo! 20.00

(für HG) KiKA Live 20.10 Sam Fox

Dmax

19.15 Border Control –Spaniens Grenzschützer

(1+2) 20.15 Auction Hunters –ZweiAsse

machen Kasse 20.45 Hardcore Pawn: Das

härteste Pfandhaus Detroits 21.15 American

Chopper 22.15 VintageTech Hunters –Technik

mit Kultfaktor! 22.45 Slobby's World –Verrückte

Retro-Welt 23.10 DMAX News 23.15 Bad

Buddies –Echte Schadenfreu(n)de 23.45 Bad

Buddies –Echte Schadenfreu(n)de 0.15 DMAX

News 0.18 American Chopper 1.15 1000

Wege,ins Gras zu beißen

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 betrifft

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Markt

20.00 Tagesschau 20.15 FAKT 20.45 Panorama 3

21.17 Reinhold Beckmanntrifft... Gäste: Laura

Wontorra (Fernsehmoderatorin), Jörg Wontorra

(Fernsehmoderator) 22.00 Markt 22.45 Die Tagesschau

vor 20 Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30

Rabiat 0.15 defacto 1.00 Nachtmagazin 1.20

Mensch,Leute! 1.50 Extra 2.02 Brandenburgaktuell

2.30 Thüringen Journal 3.02 SWR Landesschau

Baden-Württemberg 3.47 Extra

ONE

12.45 Sturmder Liebe 13.35 Um HimmelsWillen

14.25 Wellnessfür Paare. TV-Komödie,D2016

15.55 Dawson's Creek 16.40 Dawson's Creek

17.25 Lindenstraße 17.55 Koslowski &Haferkamp

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder

Liebe 20.15 Agatha Christies Poirot. Todimdritten

Stock. TV-Kriminalfilm,GB1989 21.00 Agatha

Christies Poirot. Urlaub aufRhodos. TV-Kriminalfilm,

GB 1989 21.55 Eyewitness –Die Augenzeugen

22.55 Eyewitness–DieAugenzeugen 23.50

Agatha Christies Poirot. Todimdritten Stock. TV-

Kriminalfilm, GB 1989 0.40 Agatha Christies

Poirot. Urlaub auf Rhodos. TV-Kriminalfilm,GB

1989 1.30 Eyewitness–Die Augenzeugen

ZDF NEO

7.40 Topfgeldjäger 8.30 Lafer!Lichter!Lecker!

9.15 Baresfür Rares 10.10 Bares für Rares

11.00 3Pläne für meinschönstes Zimmer 11.45

DieRettungsflieger 12.30 DieRettungsflieger

13.15 Psych 14.35 KommissarStolberg 15.35

DieRettungsflieger 17.05 Psych 18.30 Bares für

Rares 19.20 Bares für Rares 20.15 (fürHG) Wilsberg.

DasJubiläum. TV-Kriminalfilm, D2008

21.45 Dead End 23.15 Wehrlos –Die Tochter des

Generals. Kriminalfilm, USA/D 1999 1.05 (für HG)

Wilsberg. Das Jubiläum. TV-Kriminalfilm, D2008

2.30 NeuimKino 2.35 AktenzeichenXY... gelöst!

4.05 TagX–MeinLeben danach 4.45 TagX–

Mein Leben danach

ZDF INFO

7.15 (für HG)Alles fürdie Tonne 7.45 (für HG)ZDF.

reportage 8.15 (für HG)planb8.45 (für HG) planet

e. 9.15 Täterjagd 13.00 DiePlastik-Invasion –

Coca-Colaund der vermüllte Planet. Dokumentarfilm,

F2018 13.45 Vergiftete Flüsse. Dokumentarfilm,

USA 2017 14.30 Mythos Gold 16.00 Schmutzige

Baumwolle –Sklaven der Textilindustrie 16.45

Dirty Fashion –Die Geheimnisse der Modeindustrie

17.30 DasgroßeGeschäftmit Altkleidern

18.15 LeschsKosmos 18.45 (für HG) TerraX

19.30 DDRmobil 20.15 Genial konstruiert 21.00

(für HG)Terra X 22.30 Geheimnisse der Sowjet-

Technik 23.15 Superjet Concorde 0.45 (für HG)

heute-journal 1.15 Die Schätze derErde

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Begegnungen mit dem Komponisten

und Dirigenten Friedrich Cerha. Wiener Nachkriegsjahre.

Mit Werken von Berg,Cerha,

Hauer,Frescobaldi, Ligeti, ca. 87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Solsberg Festival Mit Werken von Ravel,

Debussy,Britten, ca. 146 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Giuseppe Peranda: „Fasciculus

myrrhae”, Kyrie und Gloria aus der Missa in a

(Abendmusiken Basel, Leitung: Jörg-Andreas

Bötticher), ca. 30 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielweisen Wortspiel –Das Musik-Gespräch.

Der Pianist Aaron Pilsan gibt im Gespräch und

am Flügel Einblicke inFranz Schuberts „Wandererfantasie”,

ca. 45 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Vor 20Jahren. Kompositorische

Strategien für eine Musik des 21. Jahrhunderts.

Hans GHelms im Gespräch mit Carolin

Naujocks, ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Hanya Yanagihara: „Das Volk der

Bäume” (23/38), ca. 30 Minuten

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises

Birgit Birnbacher liest ihren Text

„Der Schrank”, ca. 30 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rafik Schami: „Die geheime Mission

des Kardinals” (18/40), ca. 26 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Länderzeit Verkehrslenkung in den Kommunen,

ca. 80 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Bei uns dehaam” Aus dem Leben einer

hessischen Familie, ca. 57 Minuten

JAZZ /BLUES

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Zwischen Drama und Oper: Die

Schauspielmusik, ca. 56 Minuten

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Sivan Talmor,ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge

Lieder.Sommer der LiedermacherInnen. Georg

Ringsgwandl: „Wuide unterwegs”, ca. 55 Min.

23.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Jazz Multifaced. Die SWR-Jazzpreisträgerin

2019 Liz Kosack, ca. 30 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 187 · M ittwoch, 14. August 2019 – S eite 28 **

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Panorama

LEUTE

Alanis Morissette (45) und ihr Mann,

der Rapper Souleye, der mit bürgerlichem

Namen MarioTreadway heißt,

pflegen eine lieb gewonnene Tradition.

Auch Kind Nummer 3, das gerade

das Licht der Welt erblickte,bekommt

einen ungewöhnlichen Namen.

Zumachtjährigen Ever Imre

und der dreijährigen Onyx Solace gesellt

sich nun das Baby Winter Mercy

Morissette-Treadway (deutsch etwa:

Winter Gnade Morissette-Treadway).

Wirwünschen dem Kleinen alles

erdenklich Gute und auf Formularen

immer ausreichend Platz für

die Unterschrift.

Shah Rukh Khan (53) und seine Frau

Gaurihaben ihredreiKinder Aryan,

Suhana und AbRamgenannt –auch

nicht eben alltäglich. Derzeit möchte

sich der Bollywood-Star jedenfalls

ganz seiner Familie widmen, was

seine Fans in die Lage bringt, auf einen

neuen Film noch warten zu

müssen. Betrachtet man allerdings

die Tatsache,dass Khan seine große

Karrierebeinahe abgebrochen hätte,

wiegt das Warten nicht mehr ganz so

schwer.Bei den Dreharbeiten zu einem

seiner ersten Filme plagten den

indischen Schauspieler große

Selbstzweifel: „Ich dachte ich sei so

schlecht, dass ich mich bereitmachte,einen

Flieger zurück nach

Hause zu nehmen.“ Daswar knapp!

Eva Herzigova (46) und ihr Mann

Gregorio Marsiaj haben drei Jungen,

die ganz klassisch George,Philipe

und Edwardheißen.Wirmöchten an

dieser Stelle einmal munter drauflos

orakeln, dass im Falle einer Tochter

der Name Greta gar nicht so abwegig

gewesen wäre. Zumindest outete

sich das Topmodel der

90er jetzt als Fander 16-

jährigen schwedischen

Klimaaktivistin Greta

Thunberg: „Sie verkörpertdas,was

ein

Supermodel heute

haben muss.Das

hat eben nicht

mehr nur mit Ästhetik

zu tun.“ Ein

Kompliment, das

auf den zweiten

Blick dann irgendwie

doch keins ist.

(avo./mit AFP,dpa)

Sie kann sich für

junge Klimaaktivistinnen

erwärmen. IMAGO IMAGES

TIERE

Die Geburteines Ferkels ist eine

schmierige Sache. AFP/CHIP SOMODEVILLA

Es gibt Königinnen für alle Gelegenheiten:Weinköniginnen,

Schönheitsköniginnen,

Spargelköniginnen und

im US-Bundesstaat Iowasogar eine

Schweinekönigin. Gracie Greiner (18)

heißt sie und ist auf unserem Foto gerade

auf der IowaState Fair zugange –

einer der größten staatlichen, auch

wegen ihrer landwirtschaftlichen

Wettbewerbe berühmten Messen in

den USA. Greiner führthier einer

Schulklasse eigenhändig die Geburt

eines Ferkels vor.Wieauf unseren Bild

rechts zu sehen, scheint das zumindest

einem Mädchen nicht zu behagen.

So ist das mit uns Städtern: Zu

viel Tier ist auch nicht gut. EinLob auf

die Pork Queen of Iowa! (schl.)

Ein Mann blickt auf die zerstörte Morandi-BrückeinGenua, kurz vor ihrer kontrollierten Sprengung am 28. Juni 2019.

Eine offene Wunde

Der verheerende Brückeneinsturz von Genua lässt die Stadt auch ein Jahr danach immer noch nicht los

VonRegina Kerner,Rom

Anna Rita Certo ging wie jeden

Morgen zur Arbeit und

ahnte nicht, dass sie nie

wieder nach Hause kommen

würde. Jedenfalls nicht in das

Zuhause in der Via Porro, direkt unter

der Morandi-Brücke, wosie aufgewachsen

ist und mehr als sechs

Jahrzehnte gewohnt hat. Am 14. August

2018, kurz vor Mittag, stürzte

das Autobahn-Viadukt urplötzlich

ein. Ein 200 Meter langes Teilstück

der vierspurigen Fahrbahn gab nach

und riss Autos und Lkw 45 Meter in

die Tiefe.43Menschen starben.

Die Häuser unter dem einsturzgefährdeten

Brückenstumpf blieben

wie durch ein Wunder unversehrt,

waren aber nicht mehr bewohnbar.

Fast 600 Menschen verloren ihr

Zuhause, darunter die Verwaltungsangestellte

Anna Rita Certo.

Schweigeminute für die Toten

Eine regelrechte Schneise der Verwüstung

haben zwei kleine Brüder

im oberfränkischen Kulmbach

hinterlassen. Diebeiden Brüder,vier

und sechs Jahre alt, hätten zunächst

„ihreMutter ausgetrickst“, seien von

zu Hause „ausgebüxt“ und hätten

Dinge von Grundstücken geklaut,

sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Daswar aber nur der verhältnismäßig

harmlose Auftakt.

43 Menschen wurden am

14. August 2018 in den Tod

gerissen, als einTeil der Fahrbahn

des Viadukts in die

Tiefe stürzte. Noch immer ist

nicht aufgeklärt, was genau

zu der Tragödie führte.

Ein Jahr nach der Tragödie wird am

Mittwochvormittag in Genua an die

Toten erinnert. Für etwa 450 Angehörige

ist eine Gedenkstunde geplant,

zu der Premier Giuseppe Conte und

andere Spitzenpolitiker aus Rom anreisen

wollen –trotz Regierungskrise.

Ortdes Gedenkens ist der erste Pfeiler

der neuen Brücke, deren Bau Ende

Juni nach einem Entwurf von Stararchitekt

RenzoPiano begonnen hat.

Anna Rita Certowirdsich zur gleichen

Zeit mit ehemaligen Nachbarn

am Rand ihres immer noch abgesperrten

früheren Wohnviertels treffen.

Sie werden sich an den Händen

halten und eine Schweigeminute für

die Toten einlegen.

DieWohnblocks sind verschwunden,

wurden in den vergangenen

Monaten ebenso abgerissen wie die

Brückenreste, die lange wie Mahnmale

über der Stadt aufragten. Das

allerletzte noch stehende Element

der Schrägseilbrücke, auf der anderen

Seite des Polcevera-Tals, wird

derzeit in kleine Stücke zerlegt. Die

Abrissarbeiten sollen dann in wenigen

Tagen abgeschlossen sein, wie

die Firma Ati Demolitori mitteilte.

Nur hohe Schuttberge in der Sperrzone

zeugen noch von dem, was

einst dort stand, erzählt Anna Rita

Certo am Telefon. Die Trümmer

durften bisher nicht abtransportiert

werden, weil sie Asbest enthalten.

„Dass Brücke und Häuser jetzt

wegsind, schafft endgültig Abstand“,

sagt Certo. Es habe ihr geholfen, emotionale

Distanz zu finden. Ihre Freun-

PAPST SCHREIBT AN GENUESEN

PapstFranziskus hat den

BürgernGenuas einJahr danach

Mut zugesprochen.

„Verlierteure Hoffnung nicht,

lasstsie euchnicht rauben!“,

schrieb er in einem am Dienstagveröffentlichten

Brief.

In dem Brief, den die Lokalzeitung

Il Secolo XIX druckte,

bezeichnete das katholische

Kirchenoberhaupt den Einsturz

der Morandi-Brückeals

„Katastrophe, die hätte verhindertwerden

können“.

din und frühereNachbarin Giusy Moretti

dagegen hat die jähe Veränderung

immer noch nicht verarbeitet:

„Auch wenn man froh sein kann, mit

dem Leben davongekommen zu sein

–man trauert umein verlorenes Zuhause.“

Die Mittsechzigerin vermisst

den Zusammenhalt im Eisenbahnerund

Arbeiterviertel unter der Brücke.

Zwar hat sie eine neue Wohnung in

der Nähe gefunden. Aber die meisten

ihrer alten Nachbarn sind weit

weg gezogen. Anna Rita Certo etwa

lebt jetzt in der Altstadt.

Als Koordinatorin des Anwohner-

Komitees hat Giusy Moretti ein Jahr

lang darum gekämpft, dass die 250

obdachlos gewordenen Familien angemessen

versorgt werden. Mit Erfolg:

Neben einer Entschädigung von

im Schnitt 300 000 Euro für das verlorene

Eigentum bekamen sie entweder

miet- und nebenkostenfrei städtische

Unterkünfte gestellt oder 700

Euro monatlich, wenn sie sich selbst

Außer Rand und Band

Vier und sechs Jahre alt: Zwei Brüder hinterlassen in Kulmbach eine Spur der Verwüstung

Miteinem Gasbrenner und brennbaren

Flüssigkeiten hätten die Jungen

sodann einen Carport angezündet.

Auf der Suche nach Löschwasser öffneten

sie anschließend einen Keller

in der Nachbarschaft „und setzten

den geöffneten Keller unter Wasser“.

Dann bewaffneten sich die Brüder

„mit den unterschiedlichsten Werkzeugen,

die sie in der Nachbarschaft

an sich nehmen konnten“, wie die

Polizei mitteilte –darunter auch eine

Spraydose mit weißem Lack.

Mit ihr besprühten sie ein Garagentor,eine

Haustür und zwei Autos.

Den Sachschaden, den die Brüder

bei ihrem Streifzug verursachten,

schätzte die Polizei auf 15 000 Euro.

Anwohner des Ortsteils Ziegelhütten

alarmierten am Montagnachmittag

schließlich die Polizei, die die Kinder

mithilfe des Jugendamtes „an ihre

IMAGO IMAGES

eine Bleibe suchten. „Wir sind nicht

vergessen worden wie die vielen Erdbebenopfer

in Italien“, so Moretti.

„Die Leute konnten neu anfangen.“

Nun, nach einem Jahr, enden Mietfreiheit

undfinanzielle Hilfen aber.

Ermittlungen laufen noch

Die Autobahnbrücke war nicht nur

die Hauptverbindung zwischen Mittelitalien

und der Côte d’Azur. Sie

verband auch den Westen und Osten

von Genua. Die ligurische Hafenstadt

ist seit einem Jahr zweigeteilt

und staugeplagt. Bürgermeister

Marco Bucci drückt aufs Tempo, damit

der 200 Millionen Euro teure

Brücken-Neubau bis Weihnachten

fertig und ab April 2020 befahrbar

sein wird. Für alles zahlen muss der

private Autobahnbetreiber Autostrade

per l’Italia, der zum Konzern

der Familie Benetton gehört. Ihm

hatte die Populisten-Regierung in

Rom gleich nach dem Unglück die

Schuld gegeben. Zwar deutet alles

darauf hin, dass in Beton eingegossene

Stahlseile wegen mangelnder

Wartung gerissen sind und so das

Unglück auslösten. Die Ermittlungen

der Justiz gegen 21 Verdächtige

sind aber noch nicht abgeschlossen.

Renzo Pianos neue Brücke wird

eine nüchterne,helle Stahlkonstruktion

sein. Häuser stehen keine mehr

darunter, ein Park und Sportstätten

sind geplant. „Ich wünsche mir,dass

etwas Schönes entsteht“, sagt Anna

Rita Certo. Viel wichtiger sei aber,

dass die Sicherheit der Brücke künftig

ständig überwacht wird.

hellauf begeisterte Mutter“ übergab,

wie es hieß.

Bei Fällen wie in Kulmbach zahlt

in der Regel keine Haftpflichtversicherung.

Zudem sind Kinder unter

14 Jahren strafrechtlich nicht zur

Verantwortung zu ziehen. Und die

Eltern dürfen auch nicht unbedingt

haftbar gemacht werden. Kurzum,

die Geschädigten könnten auf ihren

Schäden sitzen bleiben. (BLZ/dpa)

Vorwürfe

gegen Placido

Domingo

Opernstar soll Kolleginnen

sexuell belästigt haben

Er ist ein Superstar der Opernszene,

war einer der „Drei Tenöre“

und begeistert seit 50 Jahren

mit seiner Kunst ein Millionenpublikum

auf den Bühnen der Welt. Jetzt

aber werden gegen den spanischen

Sänger Placido Domingo schwere

Anschuldigungen erhoben. Mehrere

Frauen werfen dem 78-Jährigen sexuelle

Belästigung vor. Acht Opernsängerinnen

und eine Tänzerin sagten

der Nachrichtenagentur AP, Domingo

habe versucht, sie in sexuelle

Beziehungen zu zwingen, indem er

ihnen einen JobinAussicht stellte.

DieNachrichtenagentur hat nach

eigenen Angaben mit den mutmaßlich

Betroffenen sowie „knapp drei

Dutzend“ Künstlern gesprochen,

darunter Orchestermusiker, Bühnenpersonal

und Gesangslehrer. AP

berichtet von Übergriffen in einem

Zeitraum von30Jahren, angefangen

in den 1980er-Jahren. Eine Frau

sagte, Domingo habe ihr unter den

Rock gefasst, drei andere berichten

von feuchten Küssen auf den Mund,

die er erzwungen habe –inder Garderobe

und einem Hotelzimmer.

Domingo nannte die Anschuldigungen

„zutiefst beunruhigend“. DPA/RICARDO RUBIO

Die Frauen beschreiben ein ähnliches

Verhaltensmuster: Domingo

soll spät nachts angerufen und um

private Treffen gebeten haben. Andere

soll er im Auto mitgenommen

haben und dort zudringlich geworden

sein. Zwei Frauen sagten, sie

hätten Domingos Drängen nachgegeben

aus Angst, es sich mit dem

einflussreichen Mann zu verscherzen.

Anderesagten, sie glauben, ihre

Karrieren seien nicht mehr so gut gelaufen,

nachdem sie Annäherungsversuche

abgewehrthätten.

Nur eine der Frauen traute sich

aus der Anonymität heraus. Die frühere

Opernsängerin Patricia Wulf

(61) erklärte gegenüber AP,Domingo

habe ihr 1998 immer wieder Avancen

gemacht, wollte in ihre Garderobe

kommen, habe sie abgefangen.

Siehabe immer wieder klargemacht,

dass sie kein Interesse habe.Weil sie

Bedenken hatte, ihre Arbeit zu verlieren,

habe sie die Belästigungen

nicht angezeigt: „Erist sowas wie ein

Gott in meinem Business.“

Domingo nannte die Anschuldigungen

„zutiefst beunruhigend und,

so wie sie dargelegt werden, unzutreffend“.

Er sei stets davon ausgegangen,

dass seine Interaktionen und Beziehungen

mit anderen einvernehmlich

gewesen seien. „Ich erkenne allerdings,

dass die Regeln und

Standards, an denen wir heute gemessen

werden –und auch gemessen

werden sollten –ganz anderesind als

in derVergangenheit.“

Einige Opernhäuser haben auf die

Vorwürfe regiert. DieOper in Los Angeles

hat eine Untersuchung der Belästigungsvorwürfe

veranlasst. Die

Orchestervereinigung von Philadelphia

zogihreEinladung an Domingo

für ihr Eröffnungskonzertzurück. Die

Metropolitan Oper in New York will

das Ergebnis der Untersuchung in

Los Angeles abwarten. (BLZ/AFP)


BERLIN


2 I ABI ZUKUNFT

MITTWOCH, 14. AUGUST 2019 I VERLAGSBEILAGE

GRUSSWORT

Hilfe und

Orientierung

Jugendsenatorin Sandra

Scheeres ist Schirmherrin

der 2. ABI Zukunft

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Schülerinnen und Schüler,

mit dem Abitur naht das Ende der

Schulzeit –und der Start in eine

neue, aufregende Lebensphase.

Junge Menschen mit ordentlichem

Abschluss haben heute

die Qual der Wahl. Was passt

am besten zu meinen Interessen,

Stärken und Zukunftsvorstellungen:

Ausbildung oder Studium?

Handwerk, Industrie oder Wissenschaft?

Öffentlicher Dienst oder

freie Wirtschaft?

Die Möglichkeiten sind so vielfältig

wie das Leben in unserer

Stadt. Bei der Berufs- und Studienorientierung

hilft auch dieses Jahr

wieder die Informationsmesse für

die Zeit nach dem Abitur – die

‚ABI Zukunft Berlin‘. Vom kleinen

Ausbildungsbetrieb bis zur großen

Universität sind viele Aussteller

vor Ort, bieten kompakte Informationen

und stehen für persönliche

Gespräche zur Verfügung. Darunter

ist übrigens auch die Senatsverwaltung

für Bildung, Jugend und

Familie: Wer sich für einen pädagogischen

Beruf interessiert, ist

herzlich willkommen!

Ich wünsche allen Besucherinnen

und Besuchern einen spannenden

und informativen Tag auf der

‚ABIZukunft Berlin‘! Undfür alle weiterführenden

Fragen gibt esunsere

Jugendberufsagentur mit Standorten

in allen Berliner Bezirken:

www.jba-berlin.de.

Senatorin Sandra Scheeres

SENBJF

Ihre Sandra Scheeres

Senatorin für Bildung,

Jugend und Familie, Schirmherrin

der ABI Zukunft Berlin 2019

Abitur –und was dann?

Tausend Möglichkeiten nach dem Abitur –Antworten gibt es auf der 2. ABI Zukunft

JF MESSEKONZEPT GMBH & CO. KG

Großer Besucherandrang auf der 1. ABI Zukunft Berlin in 2018

Für viele junge Menschen ist

es der erste große Einschnitt

im Leben: Die Schule ist geschafft,

das Abi in der Tasche.

Aber wie geht es weiter? Erstmal

chillen? Oder reisen? Oder

die Welt retten? Oder möglichst

schnell an die Uni? Sehen die Abiturienten

die vielen Chancen, oder

lähmt sie die Qual der Wahl? Viele

haben keinen Plan, was sie nach

der Schule machen sollen.

So können sie aus rund

19000 Studiengängen und 450

Ausbildungsberufen wählen. Doch

die vielen Möglichkeiten tragen

auch zu Orientierungslosigkeit

bei. Der Druck, sich richtig zu entscheiden,

ist enorm.

Das hat mehrere Gründe.

Früher war man sich als

junger Mensch einig, was

die Übergangsschritte sind:

Ausbildung oder Studium, Beruf

und Kinder. Das ist heute anders.

Alles muss perfekt sein und

oftmals prallen mit dem Eintritt ins

Studium oder in die Ausbildung

Anspruch und Wirklichkeit

aufeinander. Heutzutage haben

die jungen Menschen ein wichtiges

langfristiges Karriereziel. Zudem

soll sich ihre Arbeit an ihre

Bedürfnisse anpassen. Hierzu

zählen flexible Arbeitszeiten, das

heißt eine ausgewogene Work-

Life-Balance ist ihnen wichtig. Sie

möchten den Job finden, der zu

ihnen passt.

Die Abiturienten brauchen

Zeit, um sich im Dschungel der

Möglichkeiten zurechtzufinden.

Um ihre Träume und Visionen zu

verwirklichen, bietet ihnen die

zweite ABI Zukunft Berlin die Möglichkeit,

sich Klarheit über ihren

Weg zu verschaffen.

Nach den Sommerferien ist

es in Berlin soweit: Die zweite

ABI Zukunft Berlin öffnet mit über

70 Ausstellern am 17. August

2019 ihre Türen im Estrel Congress

Center, Convention Hall II,

Sonnenallee 225. Eine Riesenchance

wartet auf die Besucher/

innen, denn auf der ABI Zukunft

dreht sich alles nur darum, was

es für die/den Einzelne(n) an

Möglichkeiten nach dem Abitur

gibt: Studieren, auch dual, eine

Ausbildung machen, einen Freiwilligendienst

antreten oder sich Zeit

für sich nehmen?

Und um den richtigen Weg

einzuschlagen, können sie auf

der ABI Zukunft Berlin Antworten

von „A wie Auslandsaufenthalt“

bis „Z wie Zuschuss und Finanzierung

eines Studiums“ bekommen.

Egal, in welche Richtung

die Entscheidung geht, die ABI

Zukunft Berlin hält für alle relevanten

Bereiche Angebote und Informationen

mit entsprechenden

Experten parat.

Neben dem großartigen Ausstellerangebot

bietet das Rahmenprogramm

viele Specials in

Form von Vorträgen, Workshops,

Standaktionen und einem Bewerbungsmappencheck.

Des Weiteren ermöglicht die

ABI Zukunft Berlin auch den rund

30 Prozent Studienabbrechern

eine Neuorientierung. Oft sind diese

jungen Menschen zu schnell in

ein Studium eingestiegen und nun

frustriert, dass sie mit den Leistungsanforderungen

nicht zurechtkommen

oder das gewählte Fach

sie nicht begeistert. Dabei gibt es

so viele Wege, motiviert nach vorne

zu schauen, denn viele Wege

führen nach Rom.

Eltern hingegen eröffnet die

ABI Zukunft Berlin einen Einblick

in die Bildungsmöglichkeiten ihrer

Kinder. Spannend wird es auch für

sie, wenn sich das eigene Kind

entscheidet für längere Zeit ins

Ausland zu gehen. Wer seinen

Kindern die Selbstständigkeit

zutraut, einen Auslandsaufenthalt

erfolgreich zu meistern, wird

eine Menge erstaunlicher Veränderungen

feststellen. Denn ein

Auslandsaufenthalt eröffnet die

Chance, tief in eine andere Welt

einzutauchen. Auf der ABI Zukunft

Berlin gibt es viele Informationen

zu diesem Thema, wie in dem

Workshop „Mein Kind will ins Ausland

– Informationen für Eltern“

von Eurodesk Deutschland.

Am 17. August 2019 können

Schüler/innen und Eltern bei Ausstellern

Antworten auf ihre Fragen

erhalten und Kontakte zuAusbildern,

Hochschulen, Universitäten

und Bildungseinrichtungen vor Ort

knüpfen.

Die Messe ist am Samstag,

17.8.2019 von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Eintritt und die Teilnahme

an Vorträgen und Workshops

ist kostenlos.

Alle Informationen unter:

www.abi-zukunft.de.

Veranstaltungsdaten:

ABI Zukunft Berlin

Estrel Congress Center –

Convention Hall II

Sonnenallee 225

12057 Berlin

GRUSSWORT

Berufe erleben

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister

zur Messe

Liebe Schülerinnen und Schüler,

sehr geehrte Eltern, Lehrkräfte

und Aussteller,

dieFrage „Abi geschafft –doch wie

geht‘s weiter?“ stellen sich angehende

Abiturienten und Abiturientinnen

wohl mit am häufigsten.Wie

und wohin soll der berufliche Weg

führen? Ausbildung, Studium, ein

Freiwilligenjahr…

Es gibt viele Möglichkeiten, die

sichnach demAbitur anbieten. Hier

die richtige Entscheidung zu treffen,

kann eine große Herausforderung

sein. Schülermessen wie die ABI

Zukunft Berlin bieten jungen Menschen

eine zentrale Anlaufstelle,

um unverbindlich Ausbildungs- und

Studiengängeund ganz individuelle

Karrierechancen zu entdecken. Unkompliziert

und unmittelbar kommen

hier Gespräche mit regionalen

und überregionalen Unternehmen

und Hochschulen zustande und unterschiedliche

Berufsfelder werden

erlebbarer.Ich freue mich, dass die

ABI Zukunft Berlin 2019 im Bezirk

Neukölln stattfindet. In Neukölln

leben Menschen mit verschiedensten

Hintergründen, Lebensentwürfen

und Erwartungen an ihren

Heimatbezirk. Das macht unseren

Bezirk zu einem der spannendsten,

kulturell vielfältigsten und perspektivisch

herausforderndsten Arbeitsumfelder

Deutschlands. Diese

Vielfalt spiegelt sich auch in den

Aufgaben und Tätigkeitsfeldern unseres

Bezirksamtes wider. Welche

beruflichen Möglichkeiten Ihnen

bei einem öffentlichen Dienstleister

offenstehen,finden Sie am Ausstellungsstand

des Bezirksamtes

Neukölln. Als Schirmherr wünsche

ich allen Beteiligten dieser Messe

einen interessanten und informativen

Tag undvor allem viel Erfolg bei

der Suche nach Angeboten für die

berufliche Zukunft.

BA NEUKÖLLN

Bezirksbürgermeister Martin Hikel

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister

Berlin-Neukölln, Schirmherr

der ABI Zukunft Berlin 2019


MITTWOCH, 14. AUGUST 2019 I VERLAGSBEILAGE

ABI ZUKUNFT l 3

Knigge für

die Messe

Eine gute Vorbereitung

führt zu Erfolg

GETTYIMAGES/JUPITERIMAGES

Eltern sind stolz auf ihre Kinder, denn sie wissen, was diese ambesten können. Aus den Fähigkeiten lässt sich nicht selten auch ein Beruf machen.

Eltern kennen die Talente und

Fähigkeiten ihrer Kinder am besten

Sie sind die besten Berufsberater. Tipps für die Unterstützung bei der Zukunftsorientierung

Vor der Messe

•Die Namen der Aussteller

notieren, die du kennenlernen

möchtest: zu finden unter:

www.abi-zukunft.de.

•Gezielte Fragen aufschreiben,

zum Beispiel „Wie ist der Ablauf

der Ausbildung?“ oder „Welche

Berufsperspektiven habe ich

nach meinem Studium?“

•Eigene Aussagen vorbereiten.

Was erzählst du über dich, was

sind deine Wünsche für deine

berufliche Zukunft?

•Antworten auf Fragen zu

Stärken und Schwächen

vorbereiten: die eigenen Stärken

kennen und Schwächen

benennen, die auch Vorteile

sein können, wie manchmal

zu hilfsbereit zu sein und nicht

„Nein“ zu sagen.

•Ziele für den Messebesuch

festlegen. Geht es um allgemeine

Infos zu Beruf, Auslandsjahr

oder Studium oder

um gezielte Fragen?

Eltern sind bedeutsam im Prozess

der Berufs- und Studienorientierung

ihrer Kinder. Sie

sind die erste Anlaufstelle, weil

sie ihr Kind am besten kennen.

Eltern wissen, wo ihr Kind

Stärken hat, welche Talente es

mitbringt, denn diese kommen

zum Beispiel in Hobbys zum Ausdruck:

Im Sport zeigt sich der

Bewegungsdrang, bei Schulsprechern

die Kommunikationsfreudigkeit,

bei Fahrradschraubern

die Technikbegeisterung.

Und weil Eltern bei der BerufswahleinesowichtigeRolle

spielen,

sollten sie sich ebenfalls die Zeit

nehmen, die ABI Zukunft Berlin zu

besuchen, denn ihnen eröffnet die

Messe einen Einblick in die Bildungsmöglichkeiten

ihrer Kinder.

Die Messe ABI Zukunft ist seit

2011 das Erfolgskonzept für die

Zeit nach dem Abitur. Diese Messe

zeichnet sich dadurch aus,

dass sie sich nicht nur auf die Bedürfnisse

zukünftiger Abiturienten

konzentriert, sondern auch Hilfestellungen

für Eltern anbietet.

Die Tatsache, dass auf der

ABI Zukunft Berlin zu100 Prozent

alles auf die Bedürfnisse zukünftiger

Abiturientinnen und Abiturienten

zugeschnitten ist, erleichtert die Berufsorientierung

der Kinder enorm.

Mit dem Besuch der ABI Zukunft

können sich Eltern und

ihre Kinder jede Menge Zeit und

Umwege ersparen, denn auf der

ABI Zukunft kann man sich über

Ausbildung, Studium, Auslandsaufenthalt,

duales Studium, FSJ,

und vieles mehr informieren und

jeder Aussteller kann dabei ein

Volltreffer sein.

Infos zum Auslandsjahr

Es gibt zum Beispiel wertvolle

Tipps zu Themen wie Studienfinanzierung,

Wohnraumbeschaffung

und das Beantragen von

Stipendien. Außerdem erfahren

Eltern, wie sie die Fähigkeiten, Interessen

und Talente der eigenen

Kinder ermitteln. Am Samstag,

17. August 2019 gibt es darüber

hinaus um 12:45 Uhr (Dauer:

45 Minuten) einen speziellen

Eltern-Workshop mit dem Titel

„Mein Kind will ins Ausland –Informationen

für Eltern“.

Wer nicht gleich nach dem

Abitur eine Ausbildung oder ein

Studium aufnehmen möchte oder

eine Zeit auf den Studien- oder

Ausbildungsplatz warten muss,

hat mit einem Auslandsaufenthalt

eine interessante Option für

die zeitliche Überbrückung. Eurodesk

Deutschland beantwortet in

diesem Workshop alle wichtigen

Fragen rund um die Organisation

und Durchführung von Auslandsaufenthalten.

•Welche Auslandsprogramme

eignen sich für das Kind nach

der Schule?

•Welche Markttrends gibt es?

Warum werden bestimmte Auslandsprogramme

besonders

nachgefragt und welche Tücken

haben sie inne?

•Wie kann der Auslandsaufenthalt

finanziert werden und

welche Förderprogramme

gibt es?

•Wie lässt sich eine seriöse Vermittlungsorganisation

finden?

•Was sollte beachtet werden?

•Was versteht man unter guten

Rahmenbedingungen eines

Auslandsaufenthaltes?

•Welche Qualitätssiegel und

-standards gibt es?

•Welche neutralen Beratungsangebote

zu Auslandsaufenthalten

können Eltern nutzen?

Der Veranstalter der ABI Zukunft

Berlin empfiehlt allen Eltern:

„Überlassen sie, als Eltern die

Zukunft ihres Kindes nicht dem

Zufall, sondern unterstützen sie

ihr Kind mit dem Besuch der ABI

Zukunft Berlin aktiv bei der Berufs-

und Zukunftsorientierung.

Eine gute Vorbereitung auf den

Besuch der Messe ist die Erfolgsgarantie,

um das bestmögliche

Ergebnis zu erzielen.“

Zur Selbstreflexion ermuntern

Wer sich die Zeit nimmt, die

ABI Zukunft Berlin gemeinsam

mit dem Kind zu besuchen, kann

auch im Gespräch mit ihnen bleiben

und mit ihnen über Ideen und

Wünsche sprechen.

Ein Tipp kann auch sein, das

eigene Kind zur Selbstreflexion

zu ermuntern. Eltern könnten

sagen: „Setz dich doch mal

einfach hin und denk über dich

nach. Erstelle eine Liste mit

dem, was du kannst, was du

willst, was deine Stärken und

deine Schwächen sind.“ Solche

Gespräche können der Schlüssel

zu neuen interessanten Ideen

sein. Gelingt das, kann die

Suche nach dem richtigen Beruf

eine produktive und spannende

Phase sein.

JF MESSEKONZEPT GMBH & CO. KG

Auf der Messe

•Eigeninitiative zeigen. Tritt an

die Messestände heran und

zeige Interesse. Mach dir Notizen,

denn wer fragt, gewinnt.

•Begrüße die Menschen am

Stand mit „Hallo“ oder „Guten

Tag“ und stell dich mit deinem

Namen vor. Schaue deinem

Gegenüber in die Augen.

•Trage angemessene Kleidung.

Schalte Dein Handy während

des Messebesuchs aus. Ein

klingelndes Handy ist unhöflich.

•Achte auf ein positives und offenes

Auftreten sowie auf einen

freundlichen Gesichtsausdruck.

Nach der Messe

•Jetzt heißt es, die neu gewonnenen

Kontakte, Eindrücke und

Erfahrungen zu nutzen. Schreib

die Personaler oder Berater

ein paar Tage nach der Messe

an und bedanke dich für das

freundliche Gespräch oder schicke

direkt deine Bewerbungsunterlagen

zu.


4 I ABI ZUKUNFT

MITTWOCH, 14. AUGUST 2019 I VERLAGSBEILAGE

Für den Berufseinstieg sind

Fremdsprachenkenntnisse

und Auslandsaufhalte nicht

nur sinnvoll, sondern schon fast

ein Muss. Kein Wunder, dass viele

junge Menschen nach dem Abi ins

Ausland wollen. Hier können sie

nicht nur ihre Sprachkenntnisse

verbessern, sondern gleichzeitig

ihre Softskills trainieren und

Selbstvertrauen aufbauen.

Doch am Anfang steht meist

die Qual der Wahl: Work &Travel

oder Au Pair? Sprachreise oder

Praktikum? USA oder China? Es

gibt verschiedenste Wege, wie der

Auslandsaufenthalt gelingt und fit

für die berufliche Zukunft macht.

Wer nach dem Abi seine

Fremdsprachenkenntnisse verbessern

möchte, kombiniert am

besten einen Auslandsaufenthalt

mit einem Sprachkurs vor Ort.

Vorteile der Sprachreise: Start,

Reiseziel und Dauer können individuell

gewählt werden –von zwei

Wochen bis hin zu einem ganzen

Jahr. Nach dem Unterricht durch

zertifizierte Sprachlehrer können

die Schüler ihr neu erlerntes Wissen

direkt in der Praxis anwenden.

Abi und weg –die beliebtesten

Auslandsmöglichkeiten nach der Schule

Wie Sprachreisen, ein Auslandsstudium oder Au Pair-Programme

Fremdsprachenkenntnisse und Lebenslauf aufbessern

Schnell ein Land kennenlernen

Sprachreisen bieten neben den

Sprachkursen viele organisierte

Freizeitprogramme und Ausflüge

an. Das spart nicht nur eine

Menge an organisatorischer Arbeit,

sondern bietet noch einen

Nebeneffekt: Man lernt schnell

und unkompliziert Land und Kultur

kennen und knüpft neue Kontakte

und Freundschaften.

Niklas Kukat ist Geschäftsführer

des Bildungsuntern