AJOURE´ Magazin September 2019
Entdecke jetzt die AJOURE´ E-Magazin September Ausgabe mit Cover-Star Miley Cyrus!
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#FITNESS<br />
TOPFIT MIT DER<br />
KETTLEBELL<br />
EFFEKTIVE<br />
ÜBUNGEN FÜR<br />
DEIN WORKOUT<br />
ZUHAUSE<br />
+#FOOD<br />
KARTOFFEL VS.<br />
SÜSSKARTOFFEL<br />
WELCHE KNOLLE<br />
IST GESÜNDER?<br />
#LIFESTYLE<br />
SPOTIFY NEU<br />
ENTDECKEN<br />
SO HOLST DU<br />
ALLES AUS DEM<br />
MUSIKDIENST RAUS<br />
#LIEBE<br />
CASUAL DATING<br />
DARAUF SOLLTEST DU<br />
BEIM EROTISCHEN<br />
TREFFEN ACHTEN<br />
Miley Cyrus<br />
#FASHION<br />
GÜNSTIGE FAIR<br />
FASHION LABELS<br />
QUALITÄT MUSS<br />
NICHT TEUER SEIN<br />
#BEAUTY<br />
NATURKOSMETIK<br />
MIT CBD<br />
WAS IST DRAN<br />
AN DEM HYPE?<br />
SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
WWW.AJOURE.DE<br />
Foto: Sony Music
AJOURE MAGAZIN SEITE: 2 | SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
Foto: Masson / stock.adobe.com
AJOURE / EDITOR<br />
from the editor<br />
ALLES NEU MACHT DER... - SEPTEMBER!<br />
Wenn du dich durch unsere neue Ausgabe klickst, wirst du schnell feststellen,<br />
dass sich Einiges geändert hat. Unsere Themen haben eine neue<br />
Reihenfolge, neue Kategorien sind dazugekommen und andere Bereiche<br />
sind dafür in den Hintergrund gerückt. Warum? Nun, ab und zu wird<br />
es einfach Zeit, das bisherige Konzept zu überdenken und zu optimieren.<br />
Was ist wirklich relevant? Worauf möchten wir unseren Fokus legen?<br />
Welche Message möchten wir vermitteln? Diese und noch viele weitere<br />
Fragen sind mit eingeflossen und wir hoffen, dir ein noch interessanteres<br />
und informativeres <strong>Magazin</strong> bieten zu können, das mehr Tiefgang besitzt,<br />
aber natürlich trotzdem noch jede Menge Unterhaltungswert hat.<br />
Was hat sich nun also konkret geändert? Zuerst einmal haben Umweltthemen<br />
ihren eigenen Bereich bekommen, in dem es hauptsächlich darum<br />
gehen wird, was wir tun können, um unseren Teil zum Umweltschutz<br />
beizutragen. Aber auch unsere Fashion- und Beautythemen werden ihren<br />
Fokus auf Nachhaltigkeit und Naturkosmetik haben. Ebenso bei unseren<br />
Reiseartikeln werden wir ein besonderes Hauptaugenmerk auf das Thema<br />
Nachhaltigkeit haben. Nach wie vor werden wir in den Bereichen Fitness<br />
und Food vor allen Dingen deine Gesundheit im Auge haben. Und für<br />
dein Glück und Wohlbefinden findest du in den Rubriken Erfolg und<br />
Liebe viele Ratschläge und Anregungen. Zu guter Letzt sorgen unsere<br />
Lifestyle-Themen für Unterhaltung und geben dir einige Tipps für deinen<br />
Alltag mit auf den Weg.<br />
Wie du siehst, ist auch unsere <strong>September</strong>-Ausgabe wieder vollgepackt<br />
mit jeder Menge spannender Themen. Wir wünschen dir ganz viel<br />
Spaß beim Entdecken unseres neuen E-Mags!<br />
-liche Grüße<br />
Melanie Bojko<br />
Editor-in-chief: Melanie Bojko | E-Mail: redaktion@ajoure.de<br />
/AjoureGermany /ajoure_germany /ajoure<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 3 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
09 / <strong>2019</strong><br />
KETTLEBELL<br />
48 WORKOUT<br />
Fitness<br />
48 FIT MIT DER KETTLEBELL<br />
Effektive Übungen für dein Workout<br />
zuhause<br />
20<br />
MILEY CYRUS<br />
IM INTERVIEW<br />
52 10.000 SCHRITTE AM TAG<br />
So veränderst du durch Gehen<br />
deinen Körper<br />
54 KUNG FU FIGHTING<br />
Das erwartet dich in einer Kurs-<br />
Stunde<br />
People<br />
Food<br />
20 MILEY CYRUS<br />
Die She-Ro unserer Zeit im<br />
Interview über ihr neues Album<br />
58 DER KNOLLEN-VERGLEICH<br />
Süßkartoffel vs. Kartoffel - welche ist<br />
gesünder?<br />
PRIORITÄTEN<br />
SETZEN<br />
8<br />
28 SERIENHIT LOST<br />
Was wurde eigentlich aus den Stars<br />
der Mysterie-Serie?<br />
60 KOFFEINFREI<br />
So wirst du morgens ohne Kaffee<br />
wach<br />
Erfolg & Motivation<br />
08 PRIORITÄTEN SETZEN<br />
Dinge, für die wir uns mehr Zeit<br />
nehmen sollten<br />
10 FIND YOUR HAPPINESS<br />
Geniale Tipps gegen schlechte<br />
Laune<br />
12 INTROVERTIERT?<br />
So machst du eine persönliche<br />
Stärke daraus<br />
12 ENTWICKLE DICH WEITER<br />
Mit Persönlichkeitsentwicklung zu<br />
mehr Erfolg im Leben<br />
34 MADELINE JUNO<br />
„Was bleibt“ - Ein Album, so echt,<br />
wie es nur geht<br />
Umwelt<br />
40 ZERO WASTE<br />
Wie funktioniert plastikfrei leben<br />
und einkaufen?<br />
42 FLUGSCHAM<br />
Wie sinnvoll ist eine CO2-<br />
Kompensation?<br />
44 NACHHALTIGE BANKEN<br />
Dein positiver Beitrag zur<br />
Finanzwirtschaft<br />
62 WECKE DEN SPARFUCHS<br />
Mit diesen Tipps sparst du beim<br />
Wocheneinkauf richtig Geld<br />
Travel<br />
68 IM HERBST AN DIE OSTSEE<br />
So schön kann ein Wochenend-Trip<br />
in der Nebensaison sein<br />
70 REISE NACH TSCHERNOBYL<br />
Wie sicher ist der Abenteuertrip in<br />
die Geisterstadt?<br />
72 KEEMALA RESORT PHUKET<br />
In Thailand trifft Luxus auf<br />
Nachhaltigkeit<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 4 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / EDITOR<br />
INHALT<br />
84<br />
UMSTIEG AUF<br />
NATURKOSMETIK<br />
100<br />
DIE ABNEHMEN ABSOLUT<br />
90<br />
DURCH<br />
DÜMMSTEN INTERVALL-FASTEN?<br />
DIÄTEN<br />
Fashion<br />
76 MUST-HAVE BASICS<br />
Die 9 besten Key-Pieces für einen<br />
minimalistischen Kleiderschrank<br />
78 GÜNSTIGE FAIR FASHION<br />
5 Eco-Fashion-Labels für den<br />
kleinen Geldbeutel<br />
Beauty<br />
84 NATURKOSMETIK<br />
So gelingt dir der Umstieg auf<br />
natürliche Produkte<br />
90<br />
DATING-TREND KONDO-ING<br />
und...<br />
3 FROM THE EDITOR<br />
Alles neu macht der... - <strong>September</strong>!<br />
112 IMPRESSUM<br />
86 CBD IN DER KOSMETIK<br />
Was ist dran an dem Beauty-<br />
Hype?<br />
Liebe & Beziehung<br />
MUST-HAVE<br />
BASICS<br />
76<br />
90 KONDO-ING BEIM DATEN<br />
Hilft das Aufräumprinzip auch in<br />
der Liebe?<br />
Lifestyle<br />
92 CASUAL DATING<br />
Darauf solltest du beim ersten<br />
Sextreffen achten<br />
94 MÄNNER UND KUSCHELN<br />
Was das starke Geschlecht wirklich<br />
darüber denkt<br />
96 SCHMERZEN NACH DEM<br />
SEX<br />
Das sind die Ursachen<br />
102 NATRON LIFEHACKS<br />
Was das Alltagswundermittel so<br />
alles kann<br />
104 RIEN NE VA PLUS<br />
Die 10 besten Casino- und Zocker-<br />
Filme<br />
108 SPOTIFY NEU ENTDECKEN<br />
So holst du alles aus dem Musik-<br />
Streamingdienst raus<br />
102<br />
108<br />
WAS DU ÜBER DEINEN<br />
KÖRPERFETTANTEIL<br />
WISSEN SOLLTEST SPOTIFY<br />
NEU ENTDECKEN
AJOURE / PEOPLE<br />
Fotos: svitlananiko / stock.adobe.com; Sølve Sundsbø<br />
Ajouré INTERVIEW<br />
MENSCHEN<br />
Und<br />
PERSÖNLICHKEITEN<br />
AJOURE.DE/PEOPLE<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 6 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: zolotareva_elina / stock.adobe.com<br />
ERFOLG & MOTIVATION<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 7 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Dinge,<br />
FÜR DIE WIR UNS MEHR<br />
ZEIT NEHMEN<br />
SOLLTEN<br />
Früh wird uns beigebracht, im Leben Ziele<br />
zu setzen und unsere Prioritäten ihnen<br />
entsprechend auszurichten. Meistens<br />
steht dabei die Arbeit im Vordergrund,<br />
die eigene berufliche Weiterentwicklung<br />
oder die bestmögliche Entwicklung der<br />
Kinder, natürlich im Hinblick auf ihren<br />
späteren beruflichen Erfolg.<br />
Aber Geld ist nicht alles und der Beruf<br />
sollte im Normalfall auch nur ein Drittel<br />
des Tagesablaufs ausfüllen. Ein weiteres<br />
Drittel benötigen wir für einen erholsamen<br />
Schlaf. Und das letzte Drittel? Häufig<br />
wird es übersehen oder geht aus Unwissenheit<br />
in den beiden vorgenannten<br />
Teilen auf. Wir finden, das letzte Drittel<br />
des Tages braucht definitiv mehr Aufmerksamkeit.<br />
Zum Beispiel für...<br />
• Soziales<br />
Großfamilie, Partnerschaft, Freundschaft<br />
– das alles ist wichtig, das muss<br />
einmal deutlich gesagt werden. Ein<br />
gutes Verhältnis zu Nachbarn und Geschäftskollegen<br />
reicht nicht aus, um den<br />
menschlichen Verstand genügend zu erfüllen.<br />
Jawohl, den Verstand, nicht bloß<br />
das romantische Herz! Wir Menschen<br />
sind soziale Wesen, unsere Hirnstruktur<br />
verlangt lebenslang nach sozialem<br />
und emotionalem Anspruch, sonst drohen<br />
Depressionen und Burnout. Ganz<br />
besonders solltest du dir das zu Herzen<br />
nehmen, wenn in deinem familiären<br />
Umfeld Kinder leben. Sie benötigen weit<br />
mehr als nur die Aufmerksamkeit der<br />
Bezugserzieherin und Spielmöglichkeiten<br />
mit Gleichaltrigen, um ein gesundes<br />
Selbstbewusstsein und ein angemessenes<br />
Verständnis unserer Gesellschaft zu entwickeln.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 8 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
• Gesundheit<br />
• Genuss<br />
Fotos: Dasha Petrenko; simona / stock.adobe.com<br />
Gesundheit ist ein weites Feld, dafür sollten<br />
wir uns definitiv mehr Zeit im Alltag<br />
nehmen. Wichtige Stichpunkte sind<br />
etwa Sport, Ernährung und Ruhephasen.<br />
Letzteres ist wichtig, damit das Training<br />
sich auszahlt und die Muskeln wachsen<br />
können, statt durch sture Überforderung<br />
unverstanden zu verkümmern. Meditation<br />
oder Yoga bieten sich besonders an,<br />
damit entspannst und dehnst du nicht<br />
nur gezielt deinen Körper, sondern erweiterst<br />
auch deinen geistigen Horizont<br />
und schonst deine Nerven.<br />
• Klima-, Tier- und Umweltschutz<br />
„Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an<br />
alle gedacht“ – die aktuellen Nachrichten<br />
verdeutlichen immer wieder, wie<br />
falsch das alte Sprichwort liegt. Es ist unbedingt<br />
notwendig geworden, dass wir<br />
– jeder Einzelne von uns – aktiv ein bisschen<br />
unserer Zeit opfern, um dem Planeten<br />
etwas zurückzugeben. Sei es, eine<br />
regelmäßige Wegstrecke konsequent mit<br />
dem Rad zurückzulegen, ausgesetzten<br />
Hundebabys ein neues Zuhause zu bieten<br />
oder einmal im Jahr einen Fluss von<br />
Plastikabfall zu säubern.<br />
• DIY<br />
Selbermachen ist in, kinderleicht zu<br />
lernen und praktisch grenzenlos. Im<br />
Internet findest du für nahezu alle Lebenslagen<br />
ein Video, eine ausführliche<br />
Anleitung oder einen ganzen Blog mit<br />
Tipps und Tricks, wie du deine eigenen,<br />
wertvollen Ideen materiell manifestieren<br />
kannst. Von Schmuck über Kleidung<br />
und Badeartikeln bis hin zum Gartenparadies<br />
inklusive Igelhaus und Vogeltränke.<br />
Und das ist auch gut so. Leider geht<br />
bei den typischen Konsumgütern die<br />
Individualität verloren und damit auch<br />
ein Stück Persönlichkeitsentwicklung.<br />
Wie soll man sich auch selbst finden,<br />
wenn man dasselbe trägt wie jeder in der<br />
Peergroup, dasselbe isst, die Wohnung<br />
deckungsgleich einrichtet? Überdies ist<br />
Selbermachen meistens günstiger als<br />
kaufen und oft birgt es nie dagewesene<br />
Gelegenheiten für Zusammenkünfte<br />
innerhalb der Familie. So kann jedes<br />
Mitglied sich als Teil der Gemeinschaft<br />
wahrnehmen, die eigenen Stärken und<br />
Schwächen erfahren und echtes Teamwork<br />
erleben.<br />
Mal für ein paar Stunden der Realität<br />
entfliehen und in einer guten Geschichte<br />
abtauchen statt auf der Fahrt zur Arbeit<br />
nebenbei einen Podcast zu hören, ein<br />
richtiges Streichorchester erleben oder<br />
eine Ausstellung besuchen, anstatt die<br />
Bilder oder die Musik zu googeln – das<br />
sind unwiederbringliche Momente einer<br />
sinnlichen Harmonie, die in unserer<br />
schnellen, hochtechnisierten Welt<br />
beinahe verloren geht. Einfach vor der<br />
Haustür sitzen und das Geschehen auf<br />
der Straße zu beobachten, bleibt älteren<br />
Ehepaaren vorbehalten, die dann auch<br />
noch misstrauisch beäugt werden. Wir<br />
finden, es ist wichtig und auch richtig,<br />
ab und an den Fuß vom Gaspedal zu<br />
nehmen und bewusst zu entschleunigen<br />
– um dann mit frischer Kraft und neuem<br />
Tatendrang wieder voll durchzustarten!<br />
• Bildung<br />
Wir lernen nicht für die Noten, den Abschluss<br />
oder für den Chef. Wir lernen<br />
für uns. All das Wissen, das wir uns aneignen,<br />
verbleibt unauslöschbar in unserem<br />
persönlichen Datenspeicher, dem<br />
Gehirn. Auch wenn wir meinen, die<br />
genauen Inhalte kurz nach der Prüfung<br />
erfolgreich verdrängt zu haben, werden<br />
sie eigentlich nur ins Unterbewusste verschoben<br />
und beeinflussen so weiter unsere<br />
tagtäglichen kleineren und größeren<br />
Entscheidungen.<br />
Vor diesem Hintergrund solltest du<br />
bewusst entscheiden, was du lernen<br />
möchtest und den Lernprozess aktiv in<br />
die Richtung treiben, in der du dich weiterentwickeln<br />
möchtest. Ansonsten riskierst<br />
du, nur das aufzunehmen, was die<br />
Werbung dich glauben machen möchte.<br />
• Eigene Projekte<br />
Mach mehr aus deinen Hobbys und Talenten.<br />
Setz dir eigene Ziele und entwickle<br />
einen konkreten Plan, um sie zu erreichen.<br />
Das schafft mehr Selbstvertrauen<br />
in die eigenen Fähigkeiten und verhindert,<br />
dich von den Plänen anderer allzu<br />
sehr vereinnahmen zu lassen. Natürlich<br />
ist es manchmal ebenso sinnvoll, sich<br />
mit anderen zusammenzutun, falls die<br />
Interessen sich sinnbringend ergänzen.<br />
Gründe eine Band, trainiere mit deiner<br />
Laufgruppe für den nächsten Halbmarathon<br />
oder entwickle mit ein paar Nerds<br />
unterschiedlichster Fachgebiete die neueste<br />
Millionen-App. Ganz egal wofür du<br />
dich entscheidest, triff die Entscheidung<br />
für dich und bleib dabei, solange es sich<br />
für dich richtig anfühlt. Selbst wenn das<br />
bedeutet, dass du die Band wieder verlassen<br />
musst, um ein Soloprojekt zu starten.<br />
Dies ist dein Leben, also solltest du<br />
dir auf jeden Fall die Zeit nehmen, dir<br />
aktiv Gedanken darum zu machen, wie<br />
du es verbringst.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 9 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
11 GENIALE TIPPS GEGEN<br />
SCHLECHTE LAUNE<br />
Kein Mensch ist ständig nur gut gelaunt.<br />
Zu der Palette unserer Gefühle<br />
und Stimmungen gehört auch, gelegentlich<br />
mal schlechter Stimmung zu sein.<br />
Meistens gibt es dafür einen triftigen<br />
Grund wie Streit, Ärger auf der Arbeit<br />
oder eine traurige Nachricht. Wenn du<br />
es dir leisten kannst, dann gönne dir<br />
eine kurze Auszeit, in der du dich deinem<br />
Seelenschmerz hingibst. Es ist besser,<br />
die unangenehmen Gefühle für den<br />
Moment zu akzeptieren, als sie zu verdrängen.<br />
Zudem hat Verdrängung den<br />
unangenehmen Nebeneffekt, dich meist<br />
zu sehr unpassender Gelegenheit wieder<br />
einzuholen.<br />
Doch es gibt auch die Art von schlechter<br />
Laune, die dich unangekündigt, aus<br />
heiterem Himmel und scheinbar ohne<br />
Anlass überkommt, nur um dir den<br />
Tag zu vermiesen. Unter den folgenden<br />
Tipps findest du garantiert welche, die<br />
dir dabei helfen, sie schnell wieder zu<br />
vertreiben.<br />
1. Steh zu deiner schlechten Laune<br />
Um deine schlechte Stimmung<br />
aufzubrechen, solltest du sie dir eingestehen,<br />
anstatt sie zu verleugnen. Wenn du<br />
an dich die Erwartung stellst, immer gut<br />
drauf sein zu müssen, fällt dir das vermutlich<br />
nicht so leicht. Beschließt du, sie<br />
zuzulassen und auszuleben, dann suche<br />
nach dem Auslöser.<br />
Meist steckt ein banaler Grund dahinter,<br />
der genauerer Betrachtung nicht<br />
standhält. Um dein Umfeld nicht zu nerven,<br />
ziehst du dich dafür am besten für<br />
eine Weile zurück.<br />
2. Kontrolliere deine Atmung<br />
Deine Atmung hat großen Einfluss auf<br />
dein Wohlbefinden. Bei Aufgeregtheit,<br />
Angst oder Stress atmest du in der Regel<br />
zu flach und produzierst nicht genügend<br />
Sauerstoff, um dich wohlzufühlen.<br />
Atme deshalb langsam und tief in deinen<br />
Bauch hinein. Das gelingt dir noch besser,<br />
wenn du bei jedem Atemzug zählst.<br />
Du wirst erstaunt sein, wie viel ruhiger<br />
und lebendiger du dich fühlst, wenn du<br />
bei „10“ angekommen bist.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 10 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
3. Nimm dich nicht so ernst<br />
Fotos: zhu difeng; BillionPhotos.com / stock.adobe.com<br />
Oder gehe noch einen Schritt weiter und ziehe deine schlechte<br />
Laune ins Lächerliche, indem du dich in deiner Situation auf<br />
die Schippe nimmst. Was ist heute alles schiefgelaufen? Bestimmt<br />
hat sich die ganze Welt gegen dich verschworen, nur um<br />
dich zu ärgern. Schau in den Spiegel und betrachte, was für<br />
ein Gesicht du ziehst. Es gefällt dir nicht? Dann zieh doch die<br />
Mundwinkel hoch!<br />
4. Erinnere dich an etwas Schönes<br />
Setze deiner miesen Laune eine schöne Erinnerung entgegen.<br />
Denk an etwas Schönes und versetze dich in die Stimmung<br />
hinein, wie es sich damals für dich angefühlt hat.<br />
Wenn dir nicht sofort eine Erinnerung in<br />
den Sinn kommt, dann krame in alten<br />
Fotos aus Urlauben und in Briefen<br />
von lieben Menschen. Werde nicht<br />
melancholisch, sondern erfreue<br />
dich daran, das alles erlebt haben<br />
zu dürfen.<br />
5. Geh an die frische Luft<br />
Das Gegenmittel zu Anspannung<br />
und flacher<br />
Atmung ist Bewegung in<br />
frischer Luft. Egal wohin<br />
du gehst, frische Luft tut dir<br />
gut und zu laufen entspannt<br />
dich. Wenn du dich bewegst,<br />
lockerst du dich und beginnst<br />
automatisch tiefer zu atmen. Mach<br />
dir bewusst, dass du lebendig bist<br />
und etwas bewegen kannst. Es steht dir<br />
frei, aktiv zu werden und Dinge zu ändern,<br />
die dich stören.<br />
6. Setz dich in Bewegung<br />
Wenn du so richtig Dampf ablassen willst, dann powere dich<br />
aus. Sport entspannt deine verkrampften Muskeln. Mach<br />
deinen Lieblingssport und strenge dich an, bis du auf andere<br />
Gedanken gekommen bist. Durch die körperliche Belastung<br />
schüttet dein Körper Glückshormone aus und du bekommst<br />
erneutes Vertrauen in deine Leistungsfähigkeit.<br />
7. Schlaf dich richtig aus<br />
Falls du müde und überlastet bist, ist es höchste Zeit für eine<br />
Auszeit. Wenn du Erholung benötigst, bist du sowieso nicht<br />
leistungsfähig. Stöpsel dich aus, lass die digitale Welt außen vor<br />
und gönne dir einen Kurzurlaub fürs Gehirn.<br />
Denk nicht an Verpflichtungen oder daran, wer etwas von<br />
dir möchte. Denke nur an dich und verschaffe dir die Ruhe,<br />
die du brauchst.<br />
8. Gönn dir ein Entspannungsbad<br />
Je nach Tageszeit hilft dir auch eine erfrischende Dusche, um<br />
auf andere Gedanken zu kommen. Wasch dir die schlechte<br />
Laune vom Körper, tanke Energie und wage dich erfrischt<br />
an neue Aufgaben. Am Abend hilft dir ein warmes Bad, um<br />
den Tag loszulassen. Wenn du Zeit hast, dann verlängere die<br />
Auszeit und geh in die Therme. Das alles ist Nahrung für das<br />
Belohnungszentrum in deinem Gehirn.<br />
9. Höre deine Lieblingsmusik,<br />
singe und tanze<br />
Im Auto, unter der Dusche<br />
oder in der Badewanne<br />
machst du es<br />
wahrscheinlich sowieso.<br />
Singe laut. Singen hilft<br />
gegen Trübsal! Du<br />
musst keine Madonna<br />
sein, um deinen Lieblingssong<br />
aus vollem<br />
Hals loszuschmettern.<br />
Wenn du die Gelegenheit<br />
hast, dann tanze dazu.<br />
Lass einfach los und befreie<br />
deine Seele. Es wirkt, garantiert.<br />
10. Umgebe dich mit positiven<br />
Menschen<br />
Wenn du selbst mies drauf bist, brauchst du nicht noch jemand,<br />
der seinen Schrott bei dir ablädt. Triff dich mit einer<br />
Freundin, die dich mit ihrer positiven Energie aufbaut und<br />
dich so nimmt wie du bist. Oder ruf jemand an, von dem du<br />
weißt, dass er meistens gut drauf ist. Nichts ist so ansteckend<br />
wie gute Laune! Du kannst sie irgendwann zurückgeben.<br />
11. Lächle die schlechte Stimmung weg<br />
So absurd es klingen mag, versuche zu lächeln, wenn du<br />
schlechte Laune hast. Du kannst deine seelische Verfassung<br />
allein dadurch beeinflussen, dass du deinen Mundwinkel<br />
nach oben ziehst. Das Gehirn lässt sich austricksen, weil es<br />
keinen Unterschied macht, aus welchem Grund du lächelst.<br />
Schon nach einer Minute schüttet es Glückshormone aus<br />
und du fühlst dich besser.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 11 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Introvertiert?<br />
So machst du eine Stärke daraus!<br />
Du kennst Sprüche wie „Du sagst ja nie was!“, „Du bist so still!“, „Du redest wohl nicht mit jedem!“,<br />
„Lach doch mal!“ „Geht‘s dir nicht gut?“, „Geh doch mal mehr aus dir heraus!“, „Geh doch mal mehr<br />
unter Menschen!“, „Aus dir wird man nicht schlau!“, „Du bist wohl was Besseres!“ und und und. Weil<br />
du offensichtlich nicht mit dem Strom schwimmst, wird dein Verhalten falsch und mitunter sogar als<br />
arrogant interpretiert. Dies nervt natürlich auf die Dauer und entspricht so gar nicht deiner Wahrnehmung.<br />
Am Ende wirst du unsicher und fragst dich vor allem, warum du dich unter vielen Menschen<br />
nicht gerade wohlfühlst? Dieses Szenario kommt dir vielleicht bekannt vor.<br />
Foto: Yakobchuk Olena / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 12 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Du bist nur anders -<br />
nicht schwächer!<br />
Bist du in Meetings & Co. manchmal sprachlos, obwohl du<br />
eigentlich etwas sagen möchtest? Geht dir gelegentlich durch<br />
den Kopf, warum du nicht mehr Freunde hast? Stehst du auf<br />
Partys oft verloren da, weil du nicht weißt, was du sagen sollst<br />
oder es dir einfach zu blöd erscheint, nur oberflächlich zu<br />
quatschen? Beneidest du manchmal die lauten, extrovertierten<br />
Menschen - wünschst du dir manchmal, so zu sein wie<br />
sie? Keine Sorge: Du bist absolut ok - du bist nur anders!<br />
Du brauchst eben eher Ruhe, wo andere nach Partys lechzen.<br />
Du gehörst einfach zu der Spezies Mensch, die mit ihrer Umwelt<br />
nicht im Übermaß kommuniziert - du bevorzugst eben<br />
eine eher „minimalstimulierende“ Umwelt. Du bist eher ein<br />
leiser, sogenannter introvertierter Mensch - dies ist kein Makel.<br />
Du solltest wissen, es gibt etwa genauso viele extrovertierte<br />
wie introvertierte Menschen. Auch ist ein extrovertierter<br />
Mensch nicht generell erfolgreicher als ein introvertierter<br />
Mensch - beide verfügen über spezielle Stärken und auch<br />
Schwächen. Es gibt im Übrigen auch nicht DEN extrovertierten<br />
und nicht DEN introvertierten Menschen, kein Mensch<br />
ist nur extrovertiert oder nur introvertiert - die Übergänge<br />
sind vielmehr fließend, wir tragen also auch Teile beider Seiten<br />
in uns. Wenn du jedoch in Zukunft präsenter werden<br />
möchtest, dann geben wir dir ein paar wertvolle Tipps.<br />
Steh zu dir!<br />
Erst einmal: Steh zu dir! Du bist gern allein - wenn du dich<br />
zurückziehen möchtest, dann tu es nach Möglichkeit auch!<br />
Du besitzt die einzigartige Fähigkeit, dir selbst zu genügen -<br />
eine Fähigkeit, die Extrovertierten eher fremd ist. Betrachte<br />
deine Introvertiertheit nicht als Makel, artikuliere sie gleichwohl<br />
nicht ständig - mit letzterem setzt du dich nicht nur<br />
selbst herab, sondern nervst auch die Umwelt. Dein Freundeskreis<br />
mag vielleicht kleiner sein als jener eines extrovertierten<br />
Menschen. Dafür ist er aber nicht weniger erlesen<br />
- ganz im Gegenteil: Du zählst eben nicht gleich Hinz und<br />
Kunz zu deinen Freunden, sondern nur wirkliche Freunde,<br />
mit denen dich eine eher tiefe Freundschaft verbindet. Du<br />
wählst die Menschen, mit denen du dich umgibst, eben in<br />
besonderer Weise aus - du bist ein wählerischer Mensch, du<br />
bist kein Mainstream. Dies passt zu dir - bist du doch eben<br />
ein eher tiefgründiger Mensch.<br />
Stärke beweisen!<br />
Sei dir deiner Stärken bewusst und nutze sie! Du bist stark,<br />
weil du über eine überproportional ausgeprägte Beobachtungsgabe<br />
verfügst. Du verfügst über ein hohes Maß an Empathie<br />
und Menschenkenntnis. Du bist ein Individualist - das<br />
ist stark! Für dich stellt es normalerweise kein Problem dar,<br />
als Ein-Mann- oder Ein-Frau-Team zu arbeiten: Ganz im<br />
Gegenteil - du bist gerne Einzelkämpfer, wo andere lieber im<br />
Team arbeiten. Zwänge dich nicht ohne Not in Team-Situationen<br />
- genieße vielmehr die Ruhe sowie Konzentration, die<br />
dir dabei hilft, die tatsächlich tollen Dinge zu tun.<br />
les gut vorbereitet. Was du sagst, ist so gut wie immer wohl<br />
durchdacht - kein Bullshit! Und mit deiner Ausdauer übertriffst<br />
du die anderen mitunter um Längen - ein großer Vorteil<br />
nicht zuletzt im Job.<br />
Vermeintliche Schwächen<br />
offensiv angehen!<br />
Deine vermeintlichen Schwächen solltest du offensiv angehen:<br />
Egal ob in Diskussionen, bei Partys oder in welchem<br />
Rahmen auch immer - verkrieche dich nicht! Sag, was dir<br />
wichtig erscheint - auch wenn du nicht alles bis ins Detail vorab<br />
recherchiert hast. Trau dich, verschaffe dir Gehör - auch<br />
mit deiner Stimme. Dabei darf es ruhig mal etwas lauter sein<br />
- du bist doch schließlich kein Leisetreter, du hast vielmehr etwas<br />
Wichtiges zu sagen. Wenn du jetzt meinst, andere könnten<br />
mit dir beziehungsweise deinem Verhalten manchmal<br />
überfordert sein, dann trau ihnen ruhig zu, dich auszuhalten.<br />
Deine Umwelt beneidet dich!<br />
Vergiss letztlich nicht: Deine Umwelt beneidet dich insgeheim<br />
um deine Stärken - deine Empathie, dein Einfühlungsvermögen,<br />
deine Selbstreflexion! Dir entgeht außerdem so gut wie<br />
nichts - du kriegst alles in deiner Umgebung ohne große Anstrengung<br />
mit, was anderen in der Regel entgeht. Dies kann<br />
dir unschätzbare Vorteile nicht nur im Beruf, sondern auch<br />
im Privatleben bringen. Die Umwelt ist an deinem Daten-Input<br />
höchst interessiert, bringt er letztlich auch ihr Vorteile.<br />
Deine Mitmenschen sind aber noch von anderen Persönlichkeitseigenschaften<br />
beeindruckt: Du kannst nämlich gut zuhören,<br />
du hörst eben nicht dich am liebsten reden. Wenn du<br />
dann doch mal redest, imponierst du den anderen mit guten<br />
Ratschlägen. Spiele dies aus - gerade im Beruf, indem du eine<br />
entsprechende Beschäftigung suchst! Versicherungsvertreter<br />
dürfte nicht der optimale Job sein, vielmehr dürftest du dich<br />
bei einer wissenschaftlichen Tätigkeit weitaus wohler fühlen.<br />
Kein Platz für Selbstzweifel!<br />
Nutze die positive Wahrnehmung der anderen, setze deine<br />
Stärken bewusst ein! So bleibst du dir selbst treu und fühlst<br />
dich gut in deiner Haut. Somit gelingt es dir, deine Sachen<br />
auf die Reihe zu bekommen und kannst am Ende das tun,<br />
was dir wirklich wichtig ist. Es ist nämlich vor allem deine<br />
Fantasie, die dich in deinen Möglichkeiten beschränkt.<br />
Halte immer die Augen auf: Du wirst sehen, es gibt so viele<br />
„Gleichgesinnte“ - du musst also keinesfalls immer gegen den<br />
Strom schwimmen und viel Kraft aufwenden, um dich gut<br />
zu fühlen. Und wenn du mal wieder Selbstzweifel hast und<br />
so sein möchtest wie die lauten Extrovertierten, dann sage<br />
dir einfach: „Ich bin ok - ich hab was, was die anderen nicht<br />
haben“. Denke in solchen Situationen ruhig mal an so geniale<br />
introvertierte Menschen wie Bill Gates oder Albert Einstein -<br />
gesteigertes Selbstvertrauen inklusive.<br />
Auf dich kann sich im Prinzip jeder verlassen. Du hast auch<br />
nicht selten einen genauen Plan - du bist in der Regel auf al-<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 13 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
ENTWICKLE DICH!<br />
MIT PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG<br />
ZU MEHR ERFOLG IM LEBEN<br />
Die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit<br />
bringt tatsächlich mehr Erfolg im<br />
Leben. Das zeigte vor ein paar Jahren eine<br />
Studie: Sie ergab, dass Erfolg mehr von der<br />
Persönlichkeit als von Intelligenz abhängt.<br />
Deshalb sollte jeder daran arbeiten, seine<br />
Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben.<br />
Aber wie geht das konkret?<br />
Persönlichkeit ist veränderbar<br />
Neben feststehenden Faktoren gehören zur<br />
Persönlichkeit auch zahlreiche veränderbare.<br />
Man bleibt also nicht sein Leben lang<br />
gleich, sondern entwickelt sich stetig weiter.<br />
Das hört mit der Kindheit nicht auf. Wie<br />
das zu erklären ist, darüber sind die Forscher<br />
nicht einig, doch hauptsächlich gibt<br />
es drei Richtungen. Jede davon vertritt einen<br />
anderen Ansatz.<br />
Persönlichkeit in der Theorie:<br />
+ psychodynamisches Modell -<br />
nach Sigmund Freud und C. G. Jung<br />
+ lebenslange Entwicklung - nach Paul Baltes<br />
+ Stufentheorie - nach James E. Marcia<br />
und Erik H. Erikson<br />
Foto: Rawpixel.com / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 14 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Persönlichkeit hängt auch von dir ab<br />
Was auch immer davon am ehesten zutrifft,<br />
eines steht fest: Deine Persönlichkeit lässt<br />
sich verändern. Sie sollte das sogar tun, weil<br />
du dann mehr Erfolg haben kannst. Das<br />
gibt dir eine große Freiheit, denn was aus<br />
dir wird, hängt nicht mehr nur von Erziehung<br />
und Umwelt ab. Selbst wenn diese<br />
Faktoren auch eine große Rolle spielen, bist<br />
vor allem du für dein Leben verantwortlich.<br />
Dies sind die Persönlichkeitsmerkmale,<br />
die sich ändern lassen:<br />
+ Eigenschaften<br />
+ Verhalten<br />
+ Fähigkeiten<br />
+ Gewohnheiten<br />
Der Zweck ist aber nicht, sich selbst in irgendeiner<br />
Art zu heilen. Vielmehr ist die<br />
Anlage zur Persönlichkeitsentwicklung<br />
schon da, und nun willst du das Beste daraus<br />
machen. Wer eine Therapie sucht, weil<br />
er unzufrieden mit sich ist, wird hier nicht<br />
fündig! Der Unterschied zwischen beidem:<br />
Therapie heißt oft Umkehr, du willst dich<br />
dann ändern oder Probleme bewältigen.<br />
Wer aber eine Persönlichkeit entwickeln<br />
möchte, will sich weiterentwickeln, also die<br />
Anlagen in sich entdecken und fördern. Du<br />
gehst dann den Weg weiter, auf dem du sowieso<br />
schon bist.<br />
Das ist Persönlichkeitsentwicklung nicht:<br />
+ Imitieren anderer<br />
+ Eigentherapie<br />
+ ein anderer Mensch werden<br />
Persönlichkeitsentwicklung:<br />
Wie geht das konkret?<br />
Persönlichkeitsentwicklung soll dich also<br />
voranbringen, ohne dich von dir selbst zu<br />
entfernen. Klingt schwierig, ist es aber nicht,<br />
denn es gibt konkrete Schritte auf dem<br />
Weg dahin. Konkret kannst du allerdings<br />
erst werden, wenn du weißt, wo du zurzeit<br />
stehst. Dazu braucht es Selbstreflexion. Wir<br />
nennen es Selbsterkenntnis - aber lass dich<br />
von dem großen Wort nicht abschrecken.<br />
Eigentlich geht es nur darum, zu verstehen,<br />
was dich heute ausmacht. Sozusagen der aktuelle<br />
Stand der Dinge.<br />
Erkenne dich selbst<br />
Das gehört dazu:<br />
+ Fähigkeiten<br />
+ Vorlieben<br />
+ Charakter / Temperament<br />
+ Stärken und Schwächen<br />
Merkst du etwas? Jedes gewöhnliche Vorstellungsgespräch<br />
verlangt dir das ab! Deshalb<br />
ist diese Analyse vermutlich nicht neu<br />
für dich. Neu ist nur das, was nun folgt.<br />
Akzeptiere, wer du bist<br />
Scheinbar ist es eine Selbstverständlichkeit,<br />
aber dennoch nicht jedem klar: Ändern<br />
kannst du dich nur, wenn du dich vorher<br />
selbst akzeptierst. Das betrifft alle Seiten<br />
von dir, auch solche, die dich vielleicht<br />
stören. Sie gehören dennoch zu dir! Mach<br />
auch nicht den Fehler, andere imitieren zu<br />
wollen, denn jeder Mensch ist einzig. Wer<br />
seine Persönlichkeit entwickeln möchte,<br />
sollte darum zunächst lernen, sich selbst<br />
anzunehmen.<br />
Verändere, was dir nicht passt<br />
Dies ist die eigentliche Arbeit: Durchhaltevermögen<br />
gehört ebenso dazu wie ein<br />
starker Wille und Disziplin. Überdies noch<br />
Mut: Einfach wird das Ganze nicht! Es wird<br />
zudem nicht von heute auf morgen klappen.<br />
Doch Stück für Stück wirst du positive Veränderungen<br />
an dir bemerken.<br />
Das ist deine Belohnung:<br />
Entwickelte Persönlichkeiten nennt man<br />
auch reif. Was das eigentlich heißt, machen<br />
sich aber nur wenige Menschen klar. Häufig<br />
kommt es ganz von allein, mit steigendem<br />
Lebensalter und zunehmender Lebenserfahrung.<br />
Wer nicht warten möchte, bis er<br />
oder sie alt und weise ist, hat das Prinzip<br />
verstanden: Bereits vor dem Lebensabend<br />
lässt sich die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln.<br />
Resultat ist nicht nur eine höhere<br />
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben.<br />
+ Erfolg beruflich wie auch privat<br />
+ mehr Kompetenz bei der Lösung von Problemen<br />
+ Krisen leichter bewältigen<br />
+ mentale Stärke<br />
+ mehr Ruhe und Zeit für sich selbst<br />
+ realistische Einschätzung der eigenen<br />
Möglichkeiten<br />
Bei vielen Menschen stellt sich im Ergebnis<br />
auch mehr Gelassenheit ein. Klar: Je mehr<br />
wir mit unserem Leben zufrieden sind, desto<br />
gelassener können wir in die Zukunft<br />
blicken. Dabei geht es aber nicht darum,<br />
Hindernissen auszuweichen. Im Gegenteil!<br />
Hindernisse, Probleme, Krisen werden dich<br />
desto weniger aus der Bahn werfen, je weiter<br />
du in deiner Persönlichkeitsentwicklung<br />
fortgeschritten bist.<br />
Persönlichkeitsentwicklung: Diese Probleme<br />
können auftauchen<br />
Probleme können sich bereits dadurch ergeben,<br />
dass du überhaupt beginnst, an dir<br />
zu arbeiten. Zum Glück gibt es aber ein<br />
paar hilfreiche Tipps, wie du solche Probleme<br />
möglichst weit reduzieren kannst.<br />
+ Bleibe realistisch: Je klarer du dich selbst<br />
siehst, umso deutlicher wirst du auch sehen,<br />
was du ändern kannst - und was auf keinen<br />
Fall.<br />
+ Übernimm Verantwortung für dich selbst:<br />
Lerne, dich selbst zu achten! Dazu gehört<br />
auch, liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben,<br />
wenn sie dir schaden.<br />
+ Akzeptiere persönliche Grenzen: Manches<br />
geht einfach nicht, egal, wie sehr du<br />
es dir wünschst. Das musst du irgendwann<br />
akzeptieren, um voranzukommen. Andernfalls<br />
stagniert deine Entwicklung, weil<br />
du stets am immer gleichen Problem knabberst.<br />
Was noch passieren kann<br />
- Vielleicht wird dein Leben etwas weniger<br />
bequem.<br />
- Du lernst vielleicht Seiten an dir kennen,<br />
die dir nicht ganz geheuer sind.<br />
- Manch ein sogenannter Freund wird sich<br />
vielleicht von dir verabschieden.<br />
- Ablehnung anderer kann nicht ausgeschlossen<br />
werden.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 15 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Es ist nicht<br />
wenig Zeit,<br />
die wir haben,<br />
sondern es<br />
ist viel Zeit,<br />
die wir nicht<br />
nutzen.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 16 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION<br />
Fotos: Rawpixel.com / stock.adobe.com<br />
Sei darum stets offen zu deinen Freunden.<br />
Erkläre ihnen, was du gerade tust. Nur<br />
dann haben sie eine Chance, dich zu verstehen<br />
und auf deinem Weg zu begleiten.<br />
Mehr wissen heißt aktiv lernen<br />
Viel lesen ist nicht jedem gegeben. Gute<br />
Freunde können auch helfen, denn Wissen<br />
erlangen wir nicht nur aus Büchern,<br />
sondern auch aus Gesprächen. Lerne<br />
aktiv mehr über dich und deine Persönlichkeit.<br />
Höre aufmerksam zu, wenn dir<br />
jemand Feedback gibt. Lehne nicht gleich<br />
ab, was dir nicht passt, sondern durchdenke<br />
es - verwerfen kannst du es dann<br />
immer noch!<br />
Tagebuch führen hilft übrigens sehr.<br />
Dazu musst du nicht nur deine Gedanken<br />
ordnen, ein wichtiger Punkt bei der Persönlichkeitsentwicklung.<br />
Du kannst auch<br />
später nachlesen, auf welchem Stand du<br />
zu einer bestimmten Zeit warst - und ob<br />
sich seither überhaupt etwas geändert hat.<br />
Das kannst du erreichen:<br />
> Deine Empathie mit anderen steigt.<br />
> Bei Problemen kannst du nicht nur<br />
schnell, sondern auch angemessen reagieren.<br />
> Langfristige Ziele verlierst du nicht<br />
mehr so rasch aus den Augen.<br />
> Hinterfragen schwächt dich nicht, sondern<br />
stärkt dich.<br />
> Du wirst selbstständiger handeln und<br />
so, wie es deiner Persönlichkeit entspricht.<br />
Persönlichkeitsentwicklung<br />
durch Ausprobieren<br />
Die beste Methode zur Persönlichkeitsentwicklung<br />
besteht immer noch darin,<br />
etwas Neues auszuprobieren. Häufig<br />
lernst du dann nicht nur eine Fähigkeit,<br />
sondern triffst auch viele neue Menschen.<br />
Sie kennen dich nicht von früher,<br />
weshalb du hier gute Chancen hast, von<br />
ihnen in deiner Persönlichkeitsentwicklung<br />
akzeptiert zu werden.<br />
Das alles eignet sich zum Ausprobieren:<br />
+ Sport<br />
+ neues Hobby<br />
+ Ehrenamt<br />
+ neue Projekte im Job<br />
Kleine Schritte sind übrigens stets besser<br />
als große. Lass dir Zeit bei dem, was<br />
du tust. Allzu viel auf einmal lässt sich<br />
sowieso nicht erreichen, denn es soll ja<br />
auch ein Lerneffekt einsetzen.<br />
Entwickle deine Stärken,<br />
nicht die Schwächen<br />
Was selbstverständlich klingt, ist es im<br />
Alltag nicht immer. Manchmal fokussierst<br />
du vielleicht auf deine Schwächen,<br />
während eine Stärke ungenutzt brach<br />
liegt. Beginne lieber damit, denn hier<br />
kannst du reale Erfolge auch sehen. Vergiss<br />
nicht, dich zu belohnen, wenn etwas<br />
gut klappt. Das Belohnungssystem hilft<br />
dir, den Erfolg in deinem Unterbewusstsein<br />
zu verankern!<br />
Und noch eines: Nimm dir ab und zu<br />
eine Auszeit. Setz dich nicht zu sehr unter<br />
Druck, sondern gehe realistisch an<br />
deine Persönlichkeitsentwicklung heran.<br />
Andernfalls besteht die Gefahr, dass du<br />
dir zu viel auf einmal vornimmst und<br />
verzweifelst.<br />
So kann deine Persönlichkeitsentwicklung<br />
starten - Anregungen<br />
+ Stress reduzieren: Smartphone regelmäßig<br />
abschalten<br />
+ Zeitmanagement: früher aufstehen, den<br />
Tag besser nutzen<br />
+ Fitness: Morgens / abends eine Runde<br />
um den Block laufen<br />
+ Ernährung: mehr Gemüse / Obst zu<br />
sich nehmen<br />
+ soziale Beziehungen: alte Freundschaften<br />
wieder aufnehmen<br />
+ Partnerschaft: Gefühle offener zeigen<br />
Kommst du gar nicht allein zurecht, hilft<br />
übrigens ein Profi. Coaching wird auch<br />
auf diesem Gebiet in den letzten Jahren<br />
immer erfolgreicher.<br />
Coaching zur<br />
Persönlichkeitsentwicklung<br />
Zwar ist das ziemlich teuer, kann aber<br />
da helfen, wo du selbst immer scheiterst.<br />
Denn ein Coach wird dich intensiver betreuen,<br />
als du selbst das vielleicht tust. Er<br />
schafft Verbindlichkeiten und kann zudem<br />
ganz anders über dich nachdenken.<br />
Und er hat nicht deinen inneren Schweinehund!<br />
Fazit Persönlichkeitsentwicklung<br />
Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess.<br />
Er begleitet dich durch dein ganzes<br />
Leben und erweitert deinen Horizont. Du<br />
kannst ihn gar nicht umgehen, denn er<br />
findet sowieso statt. Doch du kannst ihn<br />
steuern und somit ein bisschen beschleunigen.<br />
Das bringt dir nicht nur mehr Erfolg<br />
im Leben. Es hilft dir auch, Hindernisse<br />
gestärkt anzugehen und dich in die<br />
Richtung zu entwickeln, in die du willst.<br />
Denn Persönlichkeitsentwicklung macht<br />
dich nicht zu einem neuen Menschen:<br />
Sie holt vielmehr das Beste aus dir heraus,<br />
was in dir steckt!<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 17 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
ENTSPANNT AUCH AM FLUGHAFEN LESEN<br />
mit<br />
DEN ENTERTAINMENT-APPS VON<br />
Lufthansa<br />
Eurowings<br />
Austrian airlines<br />
Swiss air<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 18 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE MAGAZIN SEITE: 19 | SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
Foto: rh2010 / stock.adobe.com
AJOURE / INTERVIEW<br />
Interview<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 20 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
MILEY<br />
CYRUS<br />
DIE SHE-RO UNSERER ZEIT<br />
„She Is Coming“ ist nur die erste von drei EPs, die mit jeweils sechs neuen Songs erscheinen wird. Einer<br />
der Tracks, der auf ihrer neuen EP ebenfalls zu hören sein wird, ist der im Juli <strong>2019</strong> veröffentlichte Song<br />
„Mother´s Daughter“, welcher weltweit innerhalb von nur vier Wochen bereits 44 Millionen Mal gestreamt<br />
wurde. Miley Cyrus ist ein Ausnahmetalent – und dies sicherlich nicht nur als Sängerin, sondern<br />
auch als Schauspielerin. Aktuell ist sie in der neuen Staffel der Erfolgsserie „Black Mirror“ zu sehen. Dies<br />
alles sind mehr als genug Gründe, um zu erfragen, was sie über die Entstehung ihrer neuen EP zu erzählen<br />
hat, was sie von Black Mirror hält und wie ihre Tourpläne für die kommende Zeit aussehen.<br />
Foto: Sony Music<br />
Deine neue Veröffentlichung trägt den Titel<br />
„She Is Coming”. Wofür steht „She“ für dich?<br />
Miley: „‘She’ repräsentiert für mich ‘Power’. Die<br />
‚She’s in meinem Leben waren die stärksten, stabilsten,<br />
kraftvollsten, selbstbewusstesten, mutigsten<br />
und dreistesten Menschen. Und deshalb steht<br />
‚She‘ nicht notwendigerweise für ein Geschlecht,<br />
es repräsentiert eine Art Zustand von Kraft. Ich<br />
fahre ein sehr schnelles Auto, das ich ‚She‘ genannt<br />
habe, weil sie schnell ist, sehr flott, sie hat’s<br />
drauf und bringt mich dahin, wohin ich hinmuss.<br />
Ich denke einfach, ‚She‘ steht für Power. Dann<br />
denke ich - in Bezug auf die Frauenbewegung -<br />
Frauen beginnen, sich zurückzuholen, was ihnen<br />
gehört, um wieder Macht zu gewinnen. Das ist<br />
das, worum es bei ‚She‘ geht. ‚She Is Coming’ ist<br />
die Macht der ‚She-Ros’. Mein Vater nannte mich<br />
neulich eine ‚She-Ro‘ und ich dachte mir, dass es<br />
genau das ist, wie ich von jedem Mann in meinem<br />
Leben gesehen werden will. Ich will, dass er mich<br />
als She-Ro sieht, als SHE.R.O. Es geht darum, ein<br />
Boss zu sein und die Kontrolle über das eigene<br />
Schicksal zu haben.“<br />
Wie hat Streaming und die Art und Weise, wie<br />
Fans Musik konsumieren, deine Ideen rund um<br />
diese Veröffentlichung beeinflusst?<br />
Miley: „Die Art, wie Leute heutzutage Musik<br />
konsumieren, hatte definitiv einen großen Einfluss<br />
darauf, wie ich meine Musik veröffentliche,<br />
als noch zuvor – und ich bin ein sehr experimenteller<br />
Mensch. Ich mache gerne Dinge, die vor<br />
mir noch niemand versucht hat. Dazu schaue ich<br />
mir an, was es bedeutet, wie es funktioniert und<br />
vielleicht einen Trend auslöst und zu einem Weg<br />
werden könnte, wie Menschen verschiedenartige<br />
Werke kreieren können, ohne dass sie das Gefühl<br />
bekommen, es mangele an Kohäsion bzw. Zusammenhang.<br />
Denn das ist ein Wort, das ich immer<br />
und immer und immer wieder gehört habe:<br />
‚kohäsiv‘.<br />
Ich habe gerne Songs wie ‚Mother‘s Daughter‘, die<br />
mehr Rock’n’Roll/Pop sind, wie ein M.I.A. Song<br />
oder so etwas in der Art. Und dann habe ich da<br />
noch Songs mit Mark Ronson, die wie Bonnie Tyler,<br />
Joan Jett oder Stevie Nicks klingen.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 21 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
Wenn die Menschen sich ein ganzes Werk<br />
auf diese Weise komplett anhören - nicht<br />
jeder ist so komplex, ganz besonders in<br />
der Art, wie man aufwächst. Ich bin die<br />
Hälfte meines Lebens in Los Angeles aufgewachsen,<br />
die andere Hälfte in Nashville,<br />
dazwischen lebte ich eine kurze Zeit mit<br />
meinen Dad in einer Stadt in Kanada. Ich<br />
habe also recht viele verschiedene Arten<br />
von Kultur mitbekommen.<br />
Auch wenn du dir einige der Produzenten<br />
anschaust, mit denen ich gearbeitet<br />
habe, u.a. Andrew Wyatt mit seinem eher<br />
Alternative-Background, und Mark Ronson,<br />
der diese vintage, moderne Variante<br />
des Oldschool Grooves macht sowie Mike<br />
Will, mit dem ich alles Mögliche zusammen<br />
gemacht habe. Wir haben ungefähr<br />
23 Songs gemacht, Lieder wie ‚We Can’t<br />
Stop‘ und ‚Maybe You’re Right‘, das Country-Elemente<br />
hat und er dennoch etwas<br />
Neues damit ausprobieren wollte.<br />
Es ist also einfach ein cooles Mosaik aller<br />
Dinge, die ich vorher schon einmal war.<br />
Wenn man den Leuten achtzehn Songs<br />
auf einmal gibt, ist das schon ziemlich<br />
viel, was man verdauen muss. Nicht jeder<br />
Song bekommt dabei die nötige Quality-Time,<br />
denn es ist so viel, das man verarbeiten<br />
muss. Die Leute wollen sich die<br />
Platte schnell anhören, anstatt sechs Songs<br />
auf einmal und man will sich die Songs<br />
immer und immer wieder anhören und<br />
allmählich richtig verstehen. Ob man nun<br />
ein Hörer ist, ein Fan oder ein Medienvertreter,<br />
die Leute sollten jedem Song einfach<br />
mehr Respekt und Aufmerksamkeit<br />
schenken.“<br />
An diesem Projekt hast du mit jungen,<br />
weiblichen Kreativen gearbeitet. Was<br />
kannst du uns über diese Kollaborationen<br />
sagen?<br />
Miley: „Wenn man als junges Mädchen<br />
oder Frau in der Musikindustrie arbeitet,<br />
sei es nun bei ‘Hannah Montana‘ oder sogar<br />
schon davor, herrscht ein Mangel an<br />
Ernsthaftigkeit, die Leute nehmen dich<br />
nicht ernst. Selbst wenn sie es tun, fühlt<br />
es sich nicht so an, denn du bist verunsichert.<br />
Du bist jeden Tag von Menschen<br />
umgeben, die älter sind und offensichtlich<br />
mehr wissen, weil sie wesentlich mehr Erfahrung<br />
haben.<br />
Aber die Jugend hat auch etwas für sich,<br />
weil du nicht so oft verletzt wurdest und<br />
du wirklich nicht so abgestumpft bist.<br />
Foto: Sony Music<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 22 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE AJOURE / INTERVIEW / PEOPLE<br />
Du hast auch eine neue Perspektive auf Sexualität,<br />
Geschlecht, Musik, auf das alles.<br />
Du hast nur diese Perspektive und ich<br />
denke, dass man gerade als jüngere Frau<br />
nicht immer die Möglichkeit hat eingestellt<br />
zu werden. Viele meiner Freunde haben<br />
College-Schulden, die sie noch abbezahlen<br />
und sie leben nicht einmal den Traum,<br />
den sie leben wollen, weil sie Jobs haben,<br />
die ihnen irgendwann die Inspiration nahmen.<br />
Denn sie versuchen immer noch,<br />
ihre Ausbildung abzubezahlen, für die sie<br />
eine Schule besuchten, um etwas machen<br />
zu können, was eigentlich gar nicht ihr Ziel<br />
war. Sie wollten eigentlich nur irgendetwas<br />
tun, weil sie das Gefühl hatten, dass ihnen<br />
das College aufgezwungen wurde.<br />
Ich denke, dass die Menschen tun sollten,<br />
was für sie und ihren Lebensweg das Beste<br />
ist und was sie an ihr Ziel bringt. Aber<br />
meistens sind die Dinge, die wir in Schulen<br />
oder anderen Programmen lernen, nicht<br />
das, was wir wirklich in unserem Leben<br />
machen wollen. So ist es eigentlich wirklich<br />
lustig, dass Gray Sorrenti [Fotografin]<br />
noch immer in der High School ist. Sie und<br />
ich arbeiteten jeden Tag nach 14 Uhr, weil<br />
sie dann mit dem Unterricht fertig war.<br />
Aber ich möchte nicht, dass irgendjemand<br />
denkt, er könnte kein großes Mainstream-Popalbum-Cover<br />
machen, nur weil er<br />
in der High School ist. Ich habe Fotoshootings<br />
für Albumcover gemacht, als ich elf<br />
Jahre alt war. Deshalb schaue ich nie auf<br />
jüngere Mädchen und denke, dass sie etwas<br />
nicht können, denn ich hatte noch<br />
nicht einmal alle meine Zähne, als ich<br />
zum ersten Mal bei den Grammys saß. Ich<br />
glaube einfach nicht, dass man vollständig<br />
ausgewachsen sein muss, um vollständig<br />
entwickelt zu sein.“<br />
Wie unterscheiden sich die drei Teile<br />
dieser Veröffentlichung hinsichtlich des<br />
musikalischen Stils und der Visuals?<br />
INTERVIEW<br />
Miley: „Bei ’She Is Coming’ dreht sich alles<br />
um Power und Personality und wirkliches<br />
Repräsentieren. Indem ich mich selbst<br />
‚She‘ nenne, gebe ich mir selbst Power und<br />
das sind große Fußabdrücke, die es zu füllen<br />
gilt. Denn es gibt so viele unglaubliche<br />
Frauen, ganz besonders in dieser Industrie<br />
und ich möchte jemand sein, auf den<br />
sie stolz sein können. Wir haben also diese<br />
Hyper-Popkultur mit Lo-Fi gemischt,<br />
denn ich denke nicht, dass ich nur das<br />
eine oder das andere bin. Ich bin gerne<br />
experimentell und gerne etwas mehr lo-fi.<br />
Ich verwende alte Vintage-Kameras oder<br />
nehme sogar ein Musikvideo mit meinem<br />
Handy auf, weil das so einfach ist, aber<br />
ich mag auch die Aufpoliertheit des Pop.<br />
Ich wollte eine Mischung finden zwischen<br />
Lo-Fi-Ästhetik und Bangern, die so overthe-top<br />
sind, dass es schon fast surreal<br />
ist. Meine Songs sind so real, dass ich die<br />
Menschen gerne in eine Art Fantasiewelt<br />
versetze, so dass man trotzdem noch das<br />
bekommt, was man sich von Pop wünscht:<br />
eine Art Realitätsflucht.“<br />
Der Song „Mother’s Daughter” hat einen<br />
sehr kraftvollen Text. Kannst du uns<br />
mehr über den Song sagen?<br />
Miley: „‘Mother’s Daughter‘ handelt davon,<br />
dass niemand versuchen soll, dir<br />
deine Freiheit zu nehmen, dir ein Etikett<br />
zu verpassen, was du mit deinem Körper<br />
machen kannst oder nicht und dass<br />
niemand versuchen soll, dich zu ändern.<br />
Tatsächlich habe ich neulich ‚I Can’t Be<br />
Tamed‘ gesungen und dachte, ich schreibe<br />
wohl seit fünfzehn Jahren immer den<br />
gleichen Song. Denn als ich fünfzehn war,<br />
war die Aussage meiner Songs: ‚Versucht<br />
mich nicht zu verändern, und wenn Jungs<br />
versuchen, mich zu ändern, es ihnen aber<br />
nicht gelingt und sie es trotzdem versuchen,<br />
bin ich weg.‘ Und darum geht es in<br />
‚Mother’s Daughter‘ ebenfalls. Ich würdige<br />
damit auch Frauen, die als so vieles<br />
betitelt wurden. Zum Beispiel wurden wir<br />
Hexen genannt, weil wir über Magie verfügen,<br />
heilen können und Leben hervorbringen.<br />
Wenn man neidisch darauf ist,<br />
dann sagt man möglicherweise, dass man<br />
eine Hexe sei, weil man eine magische<br />
Person ist. Der Song sagt also: ‚Hallelujah,<br />
I’m a witch, I’m a witch, Hallelujah‘. Ich<br />
bin lediglich eine Hexe, weil du denkst,<br />
dass mir Magie innewohnt. All dies, was<br />
Frauen Erniedrigendes entgegengeschleudert<br />
wurde, kehre ich um und benutze es,<br />
um den Leuten zu zeigen, dass sie eigentlich<br />
Angst vor den Frauen haben, sie haben<br />
Angst vor unserer Power.“<br />
Du hast bei einigen Projekten auch mit<br />
RuPaul gearbeitet, auch bei diesem hier.<br />
Welche Erfahrungen hast du gemacht?<br />
Miley: „Ich bin definitiv mehr aus dem<br />
Häuschen wegen eines RuPaul-Features,<br />
als wenn ich Gott auf meinem Album<br />
hätte. Das ist für mich Gott. Das ist für<br />
mich meine Göttin. Es gibt für mich keine<br />
höhere Macht und der Grund, warum<br />
ich sage, dass Ru für mich wie eine Göttin<br />
und eine höhere Macht ist, liegt darin,<br />
dass das, was sie predigt und ihre Lehren<br />
in mir die stärksten Gefühle auslösen. Das<br />
ist das, was für die meisten Menschen<br />
Religion bedeutet. Religion ist das, was<br />
dich voll und ganz und ohne Angst fühlen<br />
lässt, und wenn ich Rus Show sehe, habe<br />
ich einfach nie das Gefühl, dass es etwas<br />
gibt, was ich nicht tun kann. Sie sagt dir<br />
einfach jeden Tag, dass du alles bist, dass<br />
du alles sein kannst, was du sein möchtest.<br />
Selbst in dieser Show verwenden die Menschen<br />
Humor, um sich besser zu fühlen.<br />
Negativen Worten die Kraft nehmen und<br />
sie in Humor verwandeln. So habe ich es<br />
immer gemacht. Es tut nur weh, wenn andere<br />
Leute sich über dich lustig machen,<br />
wenn du nicht mit ihnen lachst. Das Leben<br />
ist lustig und ihre Perspektive ist die<br />
beste.“<br />
Kannst du uns etwas über den Song<br />
„D.R.E.A.M.“ und die Arbeit mit den<br />
Wu Tang Clan-Mitgliedern RZA und<br />
Ghostface Killah erzählen?<br />
Miley: „Als ich ‘D.R.E.A.M.‘ schrieb,<br />
war ich inspiriert von dem Original<br />
‚C.R.E.A.M.‘ Ich saß auf der Couch,<br />
hörte mir die Beats an und dachte, dass<br />
‚C.R.E.A.M.‘ der coolste Titel überhaupt<br />
ist. CASH RULES EVERYTHING<br />
AROUND ME - und ich wünschte, es<br />
gäbe ein richtig gutes Wort mit ‚D‘, damit<br />
ich ‚D.R.E.A.M.‘ daraus machen könnte.<br />
Dann stellte sich heraus, dass ‚Drugs‘ das<br />
beste Wort war. In dem Song ‚Drugs Rules<br />
Everything Around Me‘ geht es aber<br />
nicht nur um Partys, sondern auch um die<br />
Zeile ‚we’re just trying to fill the lonely‘. Es<br />
ist teilweise eine Partyhymne, aber es soll<br />
auch zeigen, wo wir mit dem Zustand der<br />
Welt angekommen sind. Ich denke, es war<br />
sehr wichtig, dass sie ihren Segen gegeben<br />
haben und Ghost auf der Platte zu haben,<br />
war das Allercoolste.“<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 23 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
Auf der Platte gibt es auch eine Kollaboration<br />
mit Mike Will und Swae Lee. Wie kam<br />
das zustande?<br />
Miley: „Mike Will produzierte ‚Party At The<br />
Street’ mit Swae Lee, einer seiner Künstler bei<br />
Ear Drummers. Mike und ich haben in der<br />
Vergangenheit so viel zusammen gemacht,<br />
zwischen uns herrscht die beste Chemie und<br />
weil wir über einen langen Zeitraum so viel<br />
miteinander gearbeitet haben, stehen Swae<br />
und ich uns sehr nahe. Wir haben ein paar<br />
Festivals zusammen gespielt, ich habe ein<br />
paar Musikvideos mit ihnen gemacht und<br />
wir haben uns immer zu gleichen Zeiten<br />
das gleiche Studio geteilt. Aber dieser Song<br />
hat sich einfach richtig angefühlt. Ich denke,<br />
er zeigt Swae auf eine ganz andere Art und<br />
Weise, fast schon in einer Alternativ-Welt<br />
und ich finde, das macht er ziemlich gut. Auf<br />
der Platte ergänzt sich das Stück mit Songs<br />
wie ‚The Most‘ und ‚D.R.E.A.M.‘ sehr gut.<br />
Das sind diese Midtempo-Partysongs, so wie<br />
auch ‚We Can’t Stop‘ war und ich denke, das<br />
ist Mike Wills Spezialität. Midtempo-Banger.“<br />
INTERVIEW<br />
Du hast beim Radio 1 Big Weekend deine<br />
neuen Songs gespielt. Wie war das?<br />
Miley: „Ich liebe es, Songs des neuen Albums<br />
zu spielen, aber ich freue mich besonders<br />
darauf, Shows zu spielen, wenn die Leute<br />
mitsingen können. Das ist das, was mir bei<br />
Auftritten am besten gefällt, wenn man es<br />
hinbekommt, dass jeder mitsingt. Man kann<br />
ihre Leidenschaft sehen, welcher Song bei<br />
wem ankommt. Manche Leute singen bei<br />
Songs wie ‚Mother’s Daughter‘ lauter, die<br />
von Women Empowerment handeln, andere<br />
singen lauter zu ‚We Can’t Stop‘. Sie lieben<br />
die Hits. Die Reaktionen der Menschen zu<br />
beobachten und wie sie Songs verschieden<br />
singen, weil ein Lied ihnen mehr bedeutet als<br />
ein anderes, das macht mich glücklich. Ich<br />
freue mich also sehr darauf, die Songs des<br />
Albums live zu spielen, wenn es erst einmal<br />
veröffentlicht ist.“<br />
Du spielst in diesem Jahr beim Glastonbury<br />
Festival. Was können wir erwarten?<br />
Miley: „Glastonbury hatte ich schon immer<br />
auf meiner Bucket-List, nicht nur als Künstler.<br />
Ich wollte immer schon einmal im Publikum<br />
sein und so ist für mich ein Traum<br />
in Erfüllung gegangen. Besonders, weil die<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 24 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
Platte einen Monat zuvor veröffentlicht sein<br />
wird und hoffentlich das ganze Publikum<br />
mitsingt. Es ist definitiv eine Erfahrung, die<br />
ich kaum erwarten kann.“<br />
Gibt es Tourpläne für die Zukunft?<br />
Miley: „Ja, ich will auf jeden Fall auf Tour<br />
gehen. Ich denke, wir werden auf eine für<br />
mich neue Art auf Tour gehen. Ich habe nie<br />
wirklich auf Festivals gespielt. Nach Europa<br />
zu kommen und bei diesen Festivals aufzutreten,<br />
lässt mich überlegen, ob das die richtige<br />
Zeit ist, um auf Tour zu gehen. Will ich<br />
so lange Zeit von meiner Familie getrennt<br />
sein, von meinen Schweinen, von meinem<br />
Hund? Bis jetzt denke ich, kann ich ein wenig<br />
reisen und ich will Shows spielen. Aber<br />
ich will Shows auf eine andere Art und Weise<br />
spielen. Ich will auf Tour gehen und dennoch<br />
meine Familie beisammenhalten und kann<br />
immer noch zwischendurch zu Hause sein.<br />
Ich denke, es gibt einen Weg, wie ich diese<br />
Balance hinbekomme, die ich vorher noch<br />
nicht hatte.“<br />
Stichwort ASMR – beteiligst du dich daran?<br />
Miley: „Ich beschäftige mich gerne mit Kultur<br />
und was die Kids so machen, was sie viral<br />
machen und worauf sie anspringen. Ich beteilige<br />
mich gerne an der Konversation und<br />
nehme wahr, was im Augenblick so passiert.<br />
ASMR ist etwas, das ziemlich durch die Decke<br />
gegangen ist und das wirklich sehr stimulierend<br />
ist. Ich bin sogar auf Playlisten gegangen.<br />
Spotify hat z.B. jetzt ASMR-Playlisten.<br />
Mein Lieblings-ASMR ist vermutlich ‚Paris<br />
Hilton shucking corn’. Sie sagt: ‚Hier sind<br />
überall Haare vom Maiskolben’. Ich denke, es<br />
ist wirklich interessant und ich bin gerne Teil<br />
der Dinge, die gerade passieren, die jeder gerade<br />
viral macht. Wenn es für sie viral ist, ist<br />
es hoffentlich auch für mich viral.“<br />
Stichwort “Black Mirror” – warst du bereits<br />
ein Fan der Serie, bevor du damit zu<br />
tun hattest?<br />
Foto: Sony Music<br />
Miley: „Ich war schon immer ein großer<br />
‚Black Mirror‘-Fan. Ich habe mir jede Folge<br />
von jeder Staffel angeschaut. Ich denke,<br />
dass Charlie [Brooker] wirklich ein Genie<br />
ist, die Art und Weise, wie er diese Episoden<br />
schreibt. Ganz offensichtlich ist die Technik<br />
das Zentrum unseres Lebens. Damit machen<br />
wir alles, nicht nur Kommunikation. Meine<br />
ganze Welt ist auf meinem Telefon.“<br />
Foto: Katja Kuhl<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 25 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: nikomsolftwaer / stock.adobe.com
AJOURE / PEOPLE<br />
WAS WURDE EIGENTLICH AUS<br />
DEN STARS VON<br />
LOST?<br />
STAR-PORTRAIT<br />
Fotos: Buena Vista Pictures; abc<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 28 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / PEOPLE<br />
Lost ist und bleibt eine der einflussreichsten<br />
TV-Serien aller Zeiten. Auch wenn das<br />
Ende der Serie besonders von Fans kritisiert<br />
wurde, darf der Einfallsreichtum und<br />
die unglaubliche Geschichte, die die Serie<br />
erzählte, nicht vergessen werden. Nun ist<br />
es schon neun Jahre her, dass die letzte Folge<br />
Lost über die Bildschirme flackerte. Die<br />
Schauspieler, die zwischen 2004 und 2010<br />
die gestrandeten Inselbewohner verkörperten,<br />
mussten sich nach dem Ende der Serie<br />
neue Rollen suchen und hatten durch den<br />
Erfolg von Lost oft die Möglichkeit, in großen<br />
Filmen und Serien mitzuwirken. Manche<br />
hast du bestimmt in anderen Serien<br />
oder Filmen wiedererkannt, andere hast du<br />
nach dem Ende der Serie vielleicht nie mehr<br />
gesehen.<br />
größere Rollen in den Filmen „Alex Cross“,<br />
„Extinction“ und „World War Z“, wo er an<br />
der Seite von Brad Pitt versuchen musste,<br />
die Welt vor einer Zombie-Apokalypse zu<br />
bewahren. Seine letzte Rolle hatte Fox bislang<br />
im 2015 erschienenen „Bone Tomahawk“,<br />
einem brutalen Western.<br />
Ein Grund für seine wenigen Projekte<br />
könnte die Klage einer Busfahrerin sein, die<br />
Matthew Fox anzeigte, da er sie geschlagen<br />
haben soll. Als Fox eine Gegenklage einreichte<br />
und die Vorwürfe abstritt, zog die<br />
Frau ihre Klage zurück. Trotzdem sagte Fox<br />
in Interviews, dass der Vorfall seiner Karriere<br />
geschadet habe.<br />
Privat ist Fox verheiratet und hat zwei Kinder.<br />
Evangeline Lilly – Kate Austen<br />
Zuge dessen war sie auch in „Avengers:<br />
Endgame“ zu sehen, der heute einer der erfolgreichsten<br />
Filme aller Zeiten ist. Momentan<br />
arbeitet sie an den Filmen „Dreamland“<br />
und „Happy Life“, in denen sie Nebenrollen<br />
übernehmen wird. Die Filme sind für 2020<br />
geplant.<br />
Privat war Lilly lange mit Dominic Monaghan<br />
zusammen, der in Lost Charlie spielte.<br />
Das Paar trennte sich allerdings und heute<br />
lebt Lilly zusammen mit einem Crew-Mitglied<br />
von Lost auf Hawaii.<br />
Jorge Garcia - Hugo Reyes<br />
Matthew Fox – Dr. Jack Shephard<br />
Obwohl Lost vor allem durch das großartige<br />
Ensemble an Charme gewann und die<br />
Gespräche zwischen den oft sehr unterschiedlichen<br />
Charakteren das Grundgerüst<br />
der Serie bildeten, war es wohl Matthew Fox<br />
als Dr. Jack Shepard, dem am ehesten die<br />
Hauptrolle in der Serie zugesprochen werden<br />
kann. Er war in allen Episoden der Serie<br />
zu sehen und somit von 2004 bis 2010 Teil<br />
von Lost.<br />
Nach dem Erfolg der Serie wechselte Fox,<br />
der davor schon in mehreren Serien zu sehen<br />
war, in die Filmwelt. 2012 spielte er in „Emperor<br />
- Kampf um den Frieden“ die Hauptrolle,<br />
wo er als amerikanischer General die<br />
Kapitulation Japans nach dem 2. Weltkrieg<br />
überwachen musste. Außerdem hatte Fox<br />
Auch die Hauptdarstellerin der Serie, Evangeline<br />
Lilly alias Kate Austen, war in allen<br />
Folgen der Serie dabei. Die Kanadierin hat<br />
von allen Schauspielern des Lost-Ensembles<br />
wohl die meisten hochkarätigen Rollen<br />
nach dem Serienende ergattern können.<br />
Auch sie entschied sich nach Lost dafür, der<br />
Serienwelt den Rücken zu kehren und sich<br />
als Filmschauspielerin zu versuchen.<br />
Direkt nach dem Ende der Serie wurde sie<br />
als Tauriel in den „Hobbit“-Filmen von Peter<br />
Jackson gecastet und war in „Smaugs<br />
Einöde“ und „Die Schlacht der Fünf Heere“<br />
zu sehen. Danach stieg sie in das „Marvel<br />
Cinematic Universe“ ein und war als Wasp<br />
in „Ant-Man and the Wasp“ zu sehen. In<br />
Der Sympathieträger und Tollpatsch aus<br />
Lost war ebenfalls für die gesamte Dauer<br />
der Serie dabei und beendete zusammen<br />
mit den Hauptdarstellern 2010 die Arbeit<br />
an Lost. Seitdem setzt Garcia auf eine Mischung<br />
von Serien und Filmen. Seit 2010<br />
hatte er große Rollen in Serien wie „Alcatraz“,<br />
„Californication“ und „Maggie“. Seine<br />
bekannteste Serienrolle nach Lost ist aber<br />
ohne Zweifel die des Jerry Ortega in der<br />
Neuauflage von „Hawaii-Five-0“. Hier war<br />
er von 2013 bis <strong>2019</strong> zu sehen.<br />
Neben diversen Serien ist Garcia auch in<br />
Filmen wie „The Healer“, „Get a Job“ oder<br />
„Die lächerlichen Sechs“ zu sehen. Außerdem<br />
hatte er Gastauftritte in „How I Met<br />
Your Mother“ und „BoJack Horseman“.<br />
Zusammen mit seiner Freundin produzierte<br />
Garcia zudem einen Podcast zu Lost, er<br />
betreibt auch einen eigenen Blog.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 29 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / PEOPLE<br />
Josh Holloway – James Ford<br />
Der in der Serie auch oft Sawyer genannte<br />
James Ford wurde von Josh Holloway ebenfalls<br />
118-mal, also für die gesamte Laufzeit<br />
der Serie, verkörpert. In Lost war er oft Gegenspieler<br />
Jacks und hielt sich eher bedeckt.<br />
Auch nach dem Ende der Serie ist es um<br />
den Schauspieler Holloway eher still geworden.<br />
Er hatte einen kleinen Auftritt in<br />
„Mission Impossible - Phantom Protokoll“,<br />
aber ansonsten wirkte er in fast keinen und<br />
nur unbedeutenden Filmen mit. Die Serien<br />
„Intelligence“ und „Colony“ sind die einzigen<br />
Projekte nach Lost, in denen Holloway<br />
größere Rollen übernahm.<br />
Er war nach dem Serienende auch in mehreren<br />
TV-Werbespots zu sehen und hatte<br />
einen Gastauftritt in der Serie „Community“,<br />
wo er in einer Paintball-Episode einen<br />
mysteriösen Kämpfer verkörpert..<br />
Privat ist Holloway verheiratet und hat eine<br />
Tochter.<br />
Terry O’Quinn – John Locke<br />
Als harter Kerl mit einem dunklen Geheimnis<br />
eroberte Terry O’Quinn als John Locke<br />
die Herzen der Fans der Serie, er wurde sogar<br />
mit einem Emmy für seine Leistungen<br />
ausgezeichnet. Sein Erfolg in der Serie hat<br />
ihn wohl dazu bewogen, weiter in der Serienwelt<br />
zu bleiben, denn seit dem Abschluss<br />
der Serie in 2010 war O’Quinn beinahe ausschließlich<br />
in Serien zu sehen. Rollen in Serien<br />
wie „666 Park Avenue“, „Falling Skies“,<br />
„Gang Related“, „Full Circle“ und „Secrets<br />
and Lies“ dominieren seine Karriere. Von<br />
2015 bis 2018 war er zudem in „Patriot“ als<br />
Tom Tavner zu sehen, von 2011 bis 2018<br />
hatte er wie sein ehemaliger Kollege Jorge<br />
Garcia Auftritte in „Hawaii-Five-0“.<br />
2012 ließ sich O’Quinn von seiner Frau<br />
scheiden, sie hatten gemeinsam zwei Kinder.<br />
Naveen Andrews – Sayid Jarrah<br />
Als Sayid Jarrah hält sich Naveen Andrews<br />
zunächst bedeckt und beteiligt sich wenig<br />
an den Expeditionen der anderen Gestrandeten.<br />
Später in der Serie wird er aber zu<br />
einem wichtigen Bestandteil des Ensembles.<br />
Er wurde für seine Rolle in Lost für einen<br />
Golden Globe nominiert.<br />
Nach dem Ende der Serie blieb auch<br />
Andrews Großteils bei Serien. Er spielte<br />
in „Sinbad“, „Once Upon A Time in Wonderland“<br />
und „Instinct“ mit. Seine größte<br />
Serienrolle nach Lost war wohl die des<br />
Jonas Maliki in „Sense8“. Außerdem war<br />
Andrews zusammen mit Naomi Watts 2013<br />
in „Diana“, einem Film über die verstorbene,<br />
britische Prinzessin, zu sehen.<br />
Obwohl Andrews in Lost einen ehemaligen<br />
irakischen Soldaten spielt, ist er im echten<br />
Leben ein britischer Staatsbürger mit indischen<br />
Wurzeln. Er hat zwei Kinder, Jaisal<br />
und Naveen Joshua.<br />
STAR-PORTRAIT<br />
Fotos: Buena Vista Pictures; Richard Foreman FOX<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 30 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / PEOPLE<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 31 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE MAGAZIN SEITE: 32 | SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
Stoppt den Klimawandel,
Künstler: Matthew Cusick<br />
bevor er unsere Welt verändert.<br />
www.greenpeace.de/helfen<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 33 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
MADELINE JUNO<br />
„WAS BLEIBT“<br />
EIN ALBUM, SO ECHT, WIE ES NUR GEHT<br />
Wenn es in Deutschland um authentische<br />
deutsche Musikerinnen geht, dann gehört<br />
Madeline Juno wohl zu den ersten Personen,<br />
die einem in den Sinn kommen. Musik<br />
war für Madeline schon in frühen Jahren<br />
ein Anker, der ihr nicht nur Halt geben<br />
konnte, sondern der in der Lage war, sie<br />
emotional aufzufangen. Madeline weiß<br />
heute genau, worin ihre Stärken liegen und<br />
wenn ihr dennoch eine fehlen sollte, dann<br />
trainiert sie sich diese einfach an. Am 06.<br />
<strong>September</strong> erscheint ihr neues Album „Was<br />
bleibt“ und sie ist zurecht stolz darauf, dass<br />
die Songs alles andere als „stumpf “ sind.<br />
Wir haben uns mit der impulsiven Löwin,<br />
die eigentlich ein Skorpion hätte werden<br />
sollen, getroffen und waren neugierig, worum<br />
es in ihrem neuen Album geht, wofür<br />
„Was bleibt“ steht und wie Musik ihr geholfen<br />
hat, mit diversen Situationen umzugehen.<br />
Am 06. <strong>September</strong> erscheint dein viertes<br />
Album „Was Bleibt“. Bist du aufgeregter<br />
als bei deinen vorhergegangenen Alben<br />
kurz vor einer Veröffentlichung?<br />
Irgendwie gar nicht. Ich kann dir aber<br />
auch nicht sagen, warum ich nicht aufgeregt<br />
bin. Es ist irgendwie so, dass je älter<br />
ich werde, ich alles relativ realistisch betrachte.<br />
Alles was mit Aufregung zu tun<br />
hat, sind Erwartungshaltungen. Erwartungen<br />
an die Platte, Platzierungen und<br />
an vieles mehr. Ich bin nicht wirklich sehr<br />
aufgeregt, aber ich freue mich extrem,<br />
dass das Album erscheint. Ich frage mich<br />
jetzt nicht ständig, was mit dem Album<br />
passiert und wo es platziert wird, denn<br />
ich weiß, dass es sehr schwer ist, aber ich<br />
freue mich auf die Zeit, die vor mir liegt.<br />
Während es bei deinen früheren Alben<br />
viel um Zwischenmenschliches geht,<br />
sind bei „Was Bleibt“ die personenbezogenen<br />
Texte weg. Woran liegt das?<br />
Fotos: Danny Jungslund<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 34 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
Es war keine bewusste Entscheidung. Ich<br />
bin seit ein paar Jahren in einer festen<br />
Beziehung und das nimmt einem diese<br />
wahnsinnig dramatischen zwischenmenschlichen<br />
Sachen weg. Wenn man<br />
glücklich ist, dann hat man das Drama<br />
nicht mehr, worüber man schreiben<br />
kann. Der Song „Vor dir“ ist sehr positiv<br />
und zwischenmenschlich, dann gibt es<br />
den Song „Geliehen“, welcher das Gegenteil<br />
von dem anderen Song ist, aber das<br />
sind die einzigen beiden Lieder, die über<br />
Beziehungen gehen. Alles andere sind<br />
Themen, die mich über Jahre begleitet<br />
und nicht losgelassen haben. Mit meinem<br />
neuen Album will ich Menschen mit Themen<br />
ansprechen, die mich als Menschen<br />
einfach bewegen und nicht als Madeline,<br />
die zu Hause hockt und gerade angepisst<br />
oder verletzt ist. Der Song „Schwarz-<br />
Weiß“ klingt zwar wie ein Beziehung, er<br />
handelt aber von Freundschaften und<br />
Menschen, die einfach so aus dem Leben<br />
verschwinden. Ich glaube, die Entscheidung<br />
„Was bleibt“ in Form von Fragen zu<br />
schreiben, hat sich so eingeschlichen. Ich<br />
hatte an das Leben viele Fragen, die mich<br />
generell bewegen. Sei es Depressionen,<br />
schlaflose Nächte oder Konflikte mit mir<br />
selbst. Auf dem Album „Was bleibt“ geht<br />
es um das Künstlerleben und das weckt<br />
mich täglich. Alles was ich habe, gehört<br />
mir eigentlich nicht. Diese ganzen Streaming-Zahlen<br />
und die Fans, die ich habe<br />
- nichts davon gehört mir. Die Musik, die<br />
ich schreibe, gehört mir nicht, die Frage<br />
ist, was bleibt am Ende? Es hat sich einfach<br />
so eingeschlichen.<br />
Wie sind die Ideen zu deinem neuen Album<br />
und die ganzen, teilweise sehr harten<br />
Texte, entstanden?<br />
Vor 12 Jahren hätte ich wahrscheinlich<br />
gesagt, dass ich beim Schreiben genau in<br />
dieser emotionalen Situation sein muss,<br />
um so schreiben zu können. Aber bei<br />
meinem neuen Album war es zum ersten<br />
Mal so, dass ich wahnsinnig viel zurückgeblickt<br />
und reflektiert habe und auch<br />
Themen aufgriff, die Teil meines Lebens<br />
waren und die mich in der Vergangenheit<br />
verletzt und bewegt haben. Während ich<br />
diese Songs geschrieben habe, war ich relativ<br />
konstant und bei mir. Ich habe mich<br />
einfach in die Situation zurückversetzt,<br />
was sehr gut funktioniert hat. Ich kenne<br />
mich ja selbst und auch meine Macken<br />
sowie meine Hochs und Tiefs. Wahrscheinlich<br />
kenne ich mich sogar besser,<br />
als mir recht ist, deshalb weiß ich was ich<br />
immer wieder durchmache. Wenn ich<br />
jetzt gerade eine Hochphase habe, kann<br />
ich mich bestenfalls noch an die Tiefphasen<br />
erinnern und dann auch darüber<br />
schreiben. Ich saß auch oft genug schon<br />
im Studio und habe über emotionale Dinge<br />
geschrieben und gesungen und saß am<br />
Ende des Tages vollkommen aufgelöst zu<br />
Hause. So etwas passiert einfach, aber ich<br />
glaube, generell ist das Songwriting und<br />
das Verarbeiten von Themen wie diese<br />
sehr therapeutisch. Ich bin allerdings<br />
der Meinung, dass ich nur auf diese Art<br />
und Weise so authentisch rüberkommen<br />
kann, wie ich es tue. Also kann ich selbst<br />
nur authentisch sein, wenn ich es zu 100%<br />
fühle.<br />
Die Zuhörer werden nicht selten aber<br />
vor allem bei „Automatisch“ anfangs<br />
auf eine völlig falsche Fährte gelockt.<br />
Beinahe ein Pop-Track, der einen Tanzen<br />
lassen will. Schmunzelst du bei dem<br />
Gedanken daran, wie das Gesicht der<br />
Leute entgleisen könnte, wenn sie verstehen,<br />
um was es eigentlich geht?<br />
Nein. Aber genau das habe ich mir erhofft,<br />
dass vielleicht irgendwann einmal<br />
bei einem Hörer der Schalter umgestellt<br />
wird. Ich liebe es, mit solchen Sachen<br />
zu spielen. Das habe ich auf dem letzten<br />
Album auch einmal gemacht und dachte<br />
„ok, let‘s do it again“. Ich finde es wahnsinnig<br />
spannend, denn ich wollte einen Song<br />
auf dem Album haben, der super tanzbar<br />
ist und auf den man loslassen kann.<br />
Meistens konsumiert man Musik im Auto<br />
oder irgendwo und sie läuft einfach nur so<br />
nebenher. Dazu kommt, dass man oftmals<br />
gar nicht richtig hinhört und nie so wirklich<br />
beim Text ist. Ich kenne das von mir,<br />
denn wie oft höre ich Songs, die links ins<br />
Ohr rein gehen und auf der anderen Seite<br />
wieder rauskommen und du selbst weißt<br />
gar nicht, worum es thematisch eigentlich<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 35 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
ging. Eigentlich sollte das aber nicht so<br />
sein, denn wenn ein Song dich richtig abholt,<br />
dann bist du auch dabei. Ich glaube,<br />
viele Menschen konsumieren Musik beiläufig<br />
und nebenher und ich wollte produktionell<br />
einen Song haben, der einen<br />
irgendwie tanzen lassen möchte, wollte<br />
aber thematisch dennoch einen Twist einbauen.<br />
Irgendwie ist es relativ gut geglückt<br />
und ich glaube, viele Menschen, die mich<br />
verfolgen und die mich als Künstler kennen,<br />
checken das, denn ich habe eine sehr<br />
emotional „angeknipste“ Fanbase, die<br />
dies durchschauen und auf sich beziehen.<br />
INTERVIEW<br />
„Gib doch nach“ tut beim Zuhören beinahe<br />
weh. Wie ist der Song entstanden,<br />
wie schwer war es, die Bedeutung in<br />
Worte zu fassen? Dennoch poppig und<br />
keinesfalls Ballade. Wie passt das zusammen?<br />
Ich wollte einfach weiter die Popschiene<br />
fahren. Besonders seit ich Deutsch singe,<br />
ist es elektronischer geworden. Frühere<br />
Alben waren noch englisch und so viele<br />
Leute haben sich gewundert, dass ich auf<br />
einmal deutsch singe. Einige waren sicherlich<br />
der Meinung, man könne doch<br />
nicht einfach so von Englisch zu Deutsch<br />
wechseln, aber ich denke, dass ich das<br />
durchaus konnte. Ich denke, dass ich jetzt<br />
meinen Sound gefunden habe und wollte<br />
ein poppiges Album machen, bei dem<br />
die Themen nicht egal sind. Bei dem Song<br />
„Gib doch nach“ gibt es keine richtige<br />
Handlung, sondern es ist eine Situation,<br />
ein Daseinszustand, der in Form eines<br />
Textes aufgefasst wurde. Eigentlich geht es<br />
um Momente, in denen ich zum Beispiel<br />
völlig irrational denke oder vielleicht gar<br />
nicht denke, sondern einfach durchdrehe<br />
und irrational handle. All das wollte ich<br />
in einen Song packen. Der Song hat einen<br />
tragenden Beat, es ist keine Ballade und<br />
ich wollte, dass es antreibt und dennoch<br />
diesen „emotionalen Abfuck“ einfängt.<br />
Welches ist dein persönlicher Lieblingstrack<br />
auf dem neuen Album?<br />
Das kommt und geht immer. Eigentlich<br />
ist es immer der Song, den du gerade als<br />
letztes fertiggemacht hast, da er am aktuellsten<br />
ist. Jetzt gerade ist mein Favorit<br />
der allererste Track „Zu zweit allein“. Der<br />
Song ist sozusagen das Intro zum Album<br />
und „Was bleibt“ ist der letzte Track. Diese<br />
beiden Songs sind die einzigen beiden<br />
Lieder auf dem Album, die so akustisch<br />
sind, denn ich bin nicht unbedingt der<br />
Über-Fan von akustischen Liedern. Ich<br />
wollte, dass das Album mit einem sehr rohen<br />
und nahen Song beginnt und deshalb<br />
mag ich ihn wohl jetzt gerade am meisten.<br />
In dem Song geht es um meinen damaligen<br />
langjährigen allerbesten Freund,<br />
mit dem ich leider nicht mehr befreundet<br />
bin. Es geht sozusagen einfach nur um die<br />
Frage, wie es wohl gewesen wäre, wenn<br />
die Freundschaft nicht auseinandergebrochen<br />
wäre.<br />
Nach einigen Lieder deines neuen Albums,<br />
von denen viele hart waren,<br />
kommt auf einmal der Song „Vor dir“.<br />
Ein Song voller Gefühle und irgendwie<br />
so das Gegenteil der anderen Lieder.<br />
Wie passt das zusammen?<br />
Man hat immer im Hinterkopf, dass das<br />
Radio emotionale Songs nicht so wirklich<br />
spielt, sondern lieber einfache Lieder, die<br />
jeder versteht. Aus Erfahrung sprechend<br />
kann ich so nicht schreiben. Das bedeutet,<br />
dass ich mich nicht hinsetzten kann und<br />
einen Text verfasse, bei dem ich mir vorher<br />
überlege, ob die Radiosender diesen<br />
spielen würden. Es wäre unauthentisch bis<br />
zum Gehtnichtmehr. Ich kann nur über<br />
Dinge schreiben, die mich bewegen. „Vor<br />
dir“ ist ein Song, den zum Beispiel ich auf<br />
meine Beziehung projizieren könnte. Ich<br />
bin glücklich, dass es meine Partner gibt<br />
und wir uns gefunden haben. Seit dieser<br />
Mensch in meinem Leben ist, ist so Vieles<br />
einfach besser beziehungsweise besser<br />
mit ihm. Darum wollte ich einen Song<br />
schreiben, der Menschen die Möglichkeit<br />
gibt, dieses Lied auf Menschen in deren<br />
Umfeld zu beziehen.<br />
Wer sich etwas mit dir und deiner Person<br />
beschäftigt, der erfährt schnell, dass<br />
du seit jungen Jahren unter Depressionen<br />
leidest, so wie ca. 300 Mio (WHO)<br />
andere auf dieser Welt. Half dir Musik<br />
bei dem Umgang und der Verarbeitung<br />
deiner Gefühle? Ist es wie eine Art Eigentherapie<br />
für dich?<br />
Total. In wahnsinnig jungen Jahren, als<br />
ich elf oder so war, natürlich noch nicht.<br />
Damals war ich zwar auch schon ein sehr<br />
emotionaler Mensch, aber nicht so, dass<br />
ich mich mit mir selbst beschäftigt habe.<br />
Foto: Danny Jungslund<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 36 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / INTERVIEW<br />
Da war Musik für mich noch kein so bewusstes Ding, trotz<br />
dass meine Familie sehr musikalisch war. Wirklich wichtig<br />
wurde Musik für mich, als ich etwa 12 wurde und angefangen<br />
habe Gitarre zu spielen und meine ersten Songtexte<br />
zu schreiben. Ab diesem Zeitpunkt war Musik etwas, was<br />
mich zu 100 Prozent gestützt hat – in jeglicher Form. Natürlich<br />
war ich damals noch ein Kind und heute sehe ich<br />
logischerweise alles etwas anders, aber das Medium „Musik“<br />
ist geblieben. Durch Musik kann man noch tiefer in<br />
ein gewisses Gefühl sinken und fühlt sich darin aufgefangen.<br />
Es ist ein merkwürdiges Phänomen. Ich selbst konsumiere<br />
nur Musik, die so ein Gefühl nur krasser macht bzw.<br />
verstärkt. Ich höre Musik, um mich verstanden zu fühlen.<br />
Genau das war schon sehr früh bei mir gegeben. Es ist bittersüß<br />
und ich würde es für nichts anderes eintauschen<br />
wollen.<br />
Im Song „Borderline“ heißt es: „Oh Gott, ich hasse dich<br />
und dann mich“. Kannst du uns das etwas beschreiben?<br />
Was passiert da mit dir?<br />
Ich bin sehr impulsiv. Wenn man manchmal mit einer Situation<br />
unzufrieden ist, ist es wohl menschlich, erst einmal<br />
aufzubrausen und zu sagen „du hast das und jenes gemacht…“.<br />
Man projiziert das auf einen anderen Menschen,<br />
weil der vielleicht gerade am nächsten bei dir dran ist. Eigentlich<br />
ist der Ursprung von so vielen Dingen aber intern,<br />
weil du mit so vielen Dingen manchmal nicht klarkommst<br />
oder zu viel in etwas hineininterpretierst. Klar macht Person<br />
XY vielleicht etwas, was dir nicht passt. Aber man muss<br />
sich dann die Frage stellen, weshalb einem selbst das nicht<br />
passt. Was ist mein Problem, dass ich hiermit nicht klarkomme?<br />
Und dann bemerkt man, dass man vielleicht über<br />
das Ziel hinausgeschossen ist und das alles nur halb so wild<br />
ist. Genau um dieses ewige Hin und Her geht es in dem<br />
Song. Diese Extreme, die dich komplett in die eine oder<br />
die andere Richtung manövrieren. Du hasst jemanden und<br />
im nächsten Moment liebst du ihn. Du kommst super mit<br />
einer Person aus und im nächsten Moment herrscht sozusagen<br />
Krieg.<br />
Tourdaten:<br />
23.10.<strong>2019</strong> Dortmund, FZW<br />
24.10.<strong>2019</strong> Hannover, LUX<br />
25.10.<strong>2019</strong> Osnabrück, Kleine Freiheit<br />
26.10.<strong>2019</strong> Frankfurt, Zoom<br />
27.10.<strong>2019</strong> Frankenthal, Gleis 4<br />
29.10.<strong>2019</strong> Hamburg, Knust<br />
30.10.<strong>2019</strong> Bremen, Lagerhaus<br />
31.10.<strong>2019</strong> Berlin, Musik & Frieden<br />
03.11.<strong>2019</strong> Dresden, Groovestation<br />
04.11.<strong>2019</strong> Freiburg, Jazzhaus<br />
05.11.<strong>2019</strong> München, Ampere<br />
06.11.<strong>2019</strong> Köln, Club Volta<br />
07.11.<strong>2019</strong> Stuttgart, ClubCANN<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 37 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Nachhaltig denken...<br />
Foto: rangizzz / stock.adobe.com
Foto: rangizzz / stock.adobe.com<br />
UMWELT
AJOURE / UNWELT<br />
Zero<br />
Waste<br />
Plastikfrei<br />
leben und<br />
einkaufen?<br />
Alle reden davon, plastikfrei(er) zu leben.<br />
Doch die konsequente Umsetzung ist<br />
viel schwerer als gedacht. Viele Bereiche<br />
unseres Lebens sind mittlerweile mit unzähligen<br />
und für unverzichtbar gehaltenen<br />
Kunststoffutensilien bestückt. Uns ist<br />
die Unmenge an Müll, die jeder einzelne<br />
Deutsche damit produziert, kaum noch<br />
bewusst.<br />
Wenn du einmal den Kunststoffmüll eines<br />
Monats in einem großen Papiersack<br />
sammelst und am Monatsende diese<br />
Menge mit 12 multiplizierst, ahnst<br />
du, wo das Problem liegt: bei jedem<br />
einzelnen. Die Industrie beruft sich<br />
auf eine hohe Nachfrage nach hygienischen<br />
Verpackungen. Nur wenn<br />
diese nicht mehr gegeben ist, wird sie<br />
ihre Haltung ändern.<br />
1. Coffee to go -<br />
Kaffeetrinken geht auch anders<br />
Weil 320.000 weggeworfene Coffee-to-go-Einwegbecher<br />
mit Plastikdeckel<br />
in der Stunde für Deutschland zu viel Müll<br />
sind, solltest du dir noch heute einen wiederverwendbaren<br />
Kaffeebecher für unterwegs<br />
kaufen. Es passt genauso viel hinein,<br />
aber die Müllberge schrumpfen um einiges.<br />
2. Flüssigseife und Seifenspender adé,<br />
Handseife genügt<br />
Flüssigseife im Kunststoff-Dosierspender<br />
ist zweifelllos hygienisch und praktisch.<br />
Aber am Ende landet die Flasche im Müll.<br />
50 Jahre später wird sie zu Mikroplastik.<br />
Minimal besser ist es, die Flasche mehrfach<br />
zu verwenden und Nachfüll-Flüssigseife<br />
zu kaufen. Umweltfreundlicher<br />
sind Handseifen in Kartonverpackungen<br />
oder selbstgemachte Flüssigseife.<br />
Foto: pauchi / stock.adobe.com; mvg Verlag<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 40 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / UMWELT<br />
3. Plastikfreie Zahnhygiene ist möglich<br />
Blitzende Zähnchen sollten nicht um den<br />
Preis von Müllbergen erreicht werden.<br />
Tausche deine Kunststoffzahnbürste gegen<br />
eine aus nachwachsenden Materialien, die<br />
Zahnpasta-Tube gegen ein Gläschen mit<br />
Zahnpulver oder achte auf umweltfreundliche<br />
Zahnseide mit Bienenwachs-Beschichtung.<br />
Auch kleine Beiträge helfen,<br />
Müllberge zu verkleinern.<br />
4. Getränke nur noch in der<br />
Glasflasche<br />
Der Handel denkt in Sachen Plastikflaschen<br />
nur um, wenn immer mehr Kunden<br />
nach Getränken in Glasflaschen verlangen.<br />
Getränke in Dosen und Plastikflaschen<br />
sollten aus deinem Haushalt verschwinden.<br />
Plastikflaschen benötigen mehr als 50<br />
Jahre, um zu verrotten. Umweltfreundlicher<br />
ist Leitungswasser aus nachfüllbaren<br />
Trinkflaschen.<br />
5. Silikon und Kunststoff<br />
adé - Holzlöffel sind besser<br />
Selbst auf Weihnachtsmärkten werden<br />
bunte Silikongeschirre und Plastiklöffel als<br />
Trend-Küchentools vermarktet. Kauf lieber<br />
nebenan einen langlebigen Rührlöffel<br />
aus Oliven- oder Thuja-Holz. Was unsere<br />
Großmütter schon nutzten, hält ein Leben<br />
lang. Wer will schon Mikroplastik und<br />
Weichmacher ins Essen rühren?<br />
6.Wiederverwertete<br />
Schraubgläser ersetzen Plastikboxen<br />
In Unverpackt-Läden wird alles ohne<br />
Kunststoff-Umverpackung verkauft. Vorbildliche<br />
Supermärkte haben nichts dagegen,<br />
wenn du an der Frischetheke deine<br />
Brotdose über den Tresen reichst. Ein wiederverwendetes<br />
Schraubdeckelglas spart<br />
im Jahreslauf jede Menge Alu- oder Frischhaltefolie<br />
ein.<br />
Nutze ab jetzt Gläser für Büroklammern,<br />
Bleistifte, Nudeln oder deinen Mittags-Nudelsalat.<br />
7. Kauf Smoothies oder Joghurt<br />
nur im Glas<br />
Es gibt fast immer Alternativprodukte aus<br />
Glas im Verkaufsregal. Verzichte ganz bewusst<br />
auf den 1.000sten Joghurtbecher aus<br />
Plastik oder den Smoothie in Plastikflaschen.<br />
Die Fruchtsäure löst Weichmacher<br />
und anderes aus dem Kunststoff. Selbstgemachte<br />
Smoothies haben übrigens auch einen<br />
höheren Gesundheits- und Genusswert.<br />
8. Komplett verpackungsfrei<br />
statt Nachfüllpack<br />
Viele Shampoos oder Duschgels gibt es<br />
heute schon im Nachfüllkanister zu kaufen.<br />
Noch besser sind Produkte, die in<br />
komplett plastikfreien Online-Shops wie<br />
„Monomeer“ oder „Beechange“ zu kaufen<br />
sind. Hier findet sich beispielsweise vollkommen<br />
verpackungsfreie Haarseife mit<br />
verschiedenen Duftnoten, Zahnputzpulver<br />
im Glas oder feste Salbei-Zitronen-Zahncreme<br />
am Holz-Stiel. Einfach mal probieren.<br />
9. Einwegrasierer sind unnötig,<br />
plastikfrei ist machbar<br />
Einweg-Rasierer sind absolut überflüssig.<br />
Auch ein Nassrasierer stellt wegen seiner<br />
austauschbaren Klinge Abfall her. Heute<br />
gibt es bereits Holzrasierer, bei denen nur<br />
die Klinge auf dem Müll landet. Rasierhobel,<br />
Rasiermesser oder elektrische Rasierer<br />
halten jahrelang. Sie verursachen den geringsten<br />
Müllanteil. Dazu kaufst du Rasierseife<br />
in der Pappschachtel.<br />
10. Schwierig, aber möglich:<br />
müllfreie Damenhygiene<br />
Auch deine Damenhygiene-Artikel sind<br />
am Anwachsen der Plastik-Müllberge beteiligt.<br />
Etwa 10.000 bis 17.000 Tampons<br />
landen in einem einzigen Frauenleben auf<br />
dem Müll. Probiere es einmal mit sauberen<br />
Alternativen: mit jahrelang verwendbaren<br />
Menstruationstassen oder waschbaren<br />
Monatsbinden bzw. Slip-Einlagen von<br />
„Lunapads“ oder „Kulmine“ aus Bio-Baumwolle.<br />
11. Obst und Gemüse ohne<br />
Kunststoffverpackungen<br />
Es ist nicht nachvollziehbar, warum selbst<br />
Bio-Obst und -gemüse mehrfach in Kunststoff<br />
verpackt wird. Kauf nur lose Gemüse<br />
und Obstsorten - zum Beispiel auf dem<br />
Wochenmarkt oder im Bioladen. Wenn<br />
die Nachfrage nach in Plastik verpacktem<br />
Obst und Gemüse sinkt, passt sich nach<br />
einer Weile auch das Sortiment der Supermärkte<br />
den Kundenwünschen an.<br />
12. Plastiktüten sind absolut<br />
verzichtbar<br />
Hättest du alle Plastiktüten gesammelt, die<br />
du im Jahreslauf erhalten hast, wäre dein<br />
Küchenfußboden einen oder zwei Meter<br />
hoch bedeckt. Verzichte zukünftig darauf,<br />
Einkäufe in Kunststofftaschen zu transportieren.<br />
Nimm stattdessen einen Einkaufskorb<br />
mit oder nutze einen Shopper<br />
zusammen mit mehrfach verwendbaren<br />
Papiertüten, um einzukaufen.<br />
13. Plastik-Strohhalme -<br />
Unmengen davon schwimmen im Meer<br />
Dass auch kleine Beiträge eine große Wirkung<br />
entfalten können, belegt das Beispiel<br />
Plastik-Strohhalm. Allein der Verzicht darauf<br />
würde die Weltmeere um 40 Milliarden<br />
Strohhalme im Jahr allein aus Deutschland<br />
entlasten. Inzwischen gibt es gute Alternativen<br />
aus Glas, Aluminium oder auch Papier.<br />
14. Alles Deo oder was?<br />
Selbstgemacht ist besser.<br />
Ein Deodorant ohne Plastikspender ist<br />
kaum zu bekommen. Mancher Hersteller<br />
hat bereits feste Deos in Pappverpackung<br />
im Angebot. Umweltfreundlicher sind<br />
aber Deos aus Eigenherstellung. Aus drei<br />
Esslöffeln Kokosöl, zwei Teelöffeln Natron<br />
und zwei Teelöffeln Kartoffelstärke kannst<br />
du ganz einfach ein Neutral-Deo herstellen.<br />
Zuerst wird das Kokosöl auf dem Herd<br />
geschmolzen, mit den anderen Zutaten<br />
versetzt und gegebenenfalls mit einigen<br />
Tropfen eines ätherischen Öls deiner Wahl<br />
versetzt. Die Zutaten kannst du so anpassen,<br />
dass die Konsistenz stimmt. Das Ganze<br />
kommt in ein Schraubdeckelglas. Mit<br />
den Fingern verteilst du bei Bedarf etwas<br />
Selfmade-Deo unter den Achseln.<br />
Buchtipp:<br />
Christoph Schulz:<br />
„Plastikfrei für Einsteiger“<br />
(mvg, 14,99 Euro)<br />
https://amzn.to/2SvM8ON<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 41 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / UMWELT<br />
Flugscham<br />
Wie sinnvoll<br />
ist eine<br />
CO2-<br />
Kompensation?<br />
Das Weltklima verändert sich, so<br />
viel ist klar! Als Hauptauslöser für<br />
die schleichende Temperaturerwärmung<br />
sowie drastische Wetterveränderungen<br />
gelten von Menschen<br />
verursachte Treibhausgase. Jährlich<br />
werden weltweit 30 bis 40 Milliarden<br />
Tonnen CO2 durch Industrie,<br />
Fahrzeuge, Flugzeuge und heimische<br />
Heizungen in die Luft geblasen.<br />
Umweltschützer und Klima-Apostel<br />
haben es mit ihren Mahnungen jetzt<br />
zunehmend auf den Einzelkonsumenten<br />
und insbesondere das Fliegen<br />
abgesehen.<br />
Das Problem mit dem CO2<br />
Tatsächlich macht CO2 trotz der<br />
enormen Emissionen nur einen<br />
winzigen Teil der gigantischen Erdatmosphäre<br />
aus. Dennoch können<br />
bereits kleinste Mengen dynamische<br />
Systeme empfindlich stören. Bewiesen<br />
ist dieser Einfluss zwar noch<br />
nicht und Gegner der Klimawandel-Theorien<br />
führen gerne ins Feld,<br />
dass es klimatische Veränderungen<br />
auf der Erde schon immer gegeben<br />
hat und weiterhin geben wird. Eines<br />
liegt jedoch auch für den Laien klar<br />
auf der Hand: es kann nicht allzu<br />
gut für den Planeten, die Umwelt,<br />
Mensch und Tier sein, wenn Unmengen<br />
von schädlichen Substanzen<br />
und Giften in die Atmosphäre<br />
gelangen! Die letzten 100 Jahre ist<br />
die Durchschnittstemperatur auf<br />
der Erde um ca. 1° Grad gestiegen.<br />
Das klingt zuerst minimal, trotzdem<br />
ist dieser kleine Anstieg dafür<br />
verantwortlich, dass Gletscher<br />
und die Pole schmelzen! Geht diese<br />
Entwicklung weiter, wären dramatische<br />
Wetterveränderungen sowie<br />
weitreichende Katastrophen durch<br />
Überschwemmungen oder Hitzeperioden<br />
zu befürchten.<br />
CO2 und das Fliegen<br />
Die meisten Treibhausgase entstehen<br />
durch die industrielle Verbrennung<br />
fossiler Brennstoffe wie Erdöl,<br />
Erdgas und Kohle. Kohlekraftwerke<br />
pusten eine enorme Menge in Luft<br />
und grundsätzlich fällt überall, wo<br />
geheizt und Motoren betrieben werden,<br />
CO2 an. Private Haushalte tragen<br />
durch PKW-Nutzung, Heizung,<br />
unter Energieeinsatz hergestellte<br />
Konsumgüter und die Nutzung von<br />
Flugzeugen zum CO2-Ausstoß bei.<br />
Der Klima-Hype rund um das Fliegen<br />
hat derzeit einen Höhepunkt<br />
erreicht. Klimaschützer rechnen beruflichen<br />
Vielfliegern wie auch ganz<br />
normalen Urlaubsfliegern die eigene<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 42 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / UMWELT<br />
Fotos: TheModernCanvas; phaisarnwong2517 / stock.adobe.com<br />
CO2-Schandtat vor und fordern vehement<br />
einen Ausgleich. Um die freiwillige<br />
Bereitschaft der Menschen zu dieser<br />
Abgabe zu steigern, wird „Flugscham“<br />
propagiert. Neben all der Schwarzmalerei,<br />
den täglichen Terrormeldungen und<br />
gesellschaftlichen Ängsten sollen wir<br />
uns jetzt also auch noch kräftig schämen,<br />
wenn es mit dem Flieger in die<br />
schönste Zeit des Jahres geht.<br />
Ein paar Daten und Fakten<br />
In Deutschland liegen die CO2-Emissionen<br />
jährlich bei etwa 900 Millionen<br />
Tonnen CO2. Laut Berechnungen diverser<br />
Umweltschutzorganisationen<br />
entfallen etwa 11 Tonnen CO2 auf jeden<br />
einzelnen Bundesbürger. Dem privaten<br />
Flugvergnügen käme, wenn man denn<br />
überhaupt fliegt, dabei ein Großteil der<br />
jährlichen Klimabilanz zu. Immerhin<br />
verursacht ein achtstündiger Flug bereits<br />
3,8 Tonnen CO2 pro Person. Sogenannte<br />
Klima-Kompensatoren mahnen<br />
jeden einzelnen Flieger für die verursachte<br />
Umweltverschmutzung einen<br />
freiwilligen Ausgleich zu leisten.<br />
Den eigenen CO2-Ausstoß<br />
kompensieren<br />
Im Internet finden sich inzwischen zahlreiche<br />
Rechner, hinter denen große Organisationen<br />
stehen. Die Ergebnisse und<br />
Werte fallen dabei je nach System leicht<br />
unterschiedlich aus. Gibt man die Werte<br />
für den eigenen Flug ein, erscheint der<br />
Ausgleichsbetrag. Diesen kann der Abgabe-Willige<br />
dann an eine entsprechende<br />
Organisation zahlen und so den eigenen<br />
ökologischen Fußabdruck neutralisieren.<br />
Nur leider scheint es wie immer so, dass<br />
nur ein bestimmter Anteil der Bevölkerung<br />
an solchen Aktionen teilnimmt.<br />
Die Mahnungen und Schlechte-Gewissen-Kampagnen<br />
treffen vor allem wieder<br />
diejenigen, die sich aus Gewissensbissen<br />
schon gar nicht mehr zum Discounter<br />
trauen oder Bananen aus konventionellem<br />
Anbau essen können. Der Rest der<br />
Bevölkerung, berufliche Vielflieger und<br />
Privatjet-Besitzer werden sich wahrscheinlich<br />
nur in Ausnahmefällen um<br />
solche Abgaben scheren.<br />
Wohin die Gelder fließen<br />
Umweltorganisationen, die sich die<br />
CO2-Kompensation auf die Fahne geschrieben<br />
haben, wachsen derzeit wie<br />
Pilze aus dem Boden. TheCompensators<br />
beispielsweise kaufen mit Spendengeldern<br />
Emissionsrechte und lassen sie<br />
dann löschen. Atmosfair investieren in<br />
Projekte, die der Abholzung von Wäldern<br />
in Drittweltländer entgegenwirken<br />
sollen und Myclimate investiert in Windräder<br />
sowie Solarbrenner für die arme<br />
Landbevölkerung. Andere Organisationen<br />
forsten Regenwald in Asien oder<br />
Südamerika systematisch auf. Eigentlich<br />
eine gute Sache, oder?<br />
Bitte immer kritisch bleiben!<br />
Wer etwas Gutes tun kann und möchte,<br />
sollte das absolut tun! Dann aber, weil<br />
er oder sie Freude dabei empfinden und<br />
nachher mit einem guten Gefühl in den<br />
Flieger steigt. Wer nur aus Schuld und<br />
Scham die letzten Heller abdrückt, die<br />
eigentlich für Pizza und Eis im heiß geliebten<br />
Urlaubsland gedacht gewesen<br />
wären, sollte es besser sein lassen!<br />
Sicher ist es wichtig, dass jeder einzelne<br />
seinen Beitrag leistet, wenn er kann.<br />
Was bei all diesem Aktionismus jedoch<br />
völlig auf der Strecke zu bleiben scheint,<br />
ist die Tatsache, dass Lobbyisten der<br />
großen Industrienationen immer noch<br />
alternative Antriebstechniken, die theoretisch<br />
längst möglich wären, unterdrücken.<br />
So werden weiter Unmengen CO2<br />
ausgestoßen und einzelne Verbraucher<br />
mit einer Flugscham mürbe gemacht.<br />
Das kann einzelnen Menschen, die sich<br />
bisher überhaupt keine Gedanken um<br />
Umwelt und das eigene Konsumverhalten<br />
machten, nicht schaden, anderen<br />
schon. Gehörst du nun zu den Menschen,<br />
die sich vor Horrormeldungen<br />
nicht mehr vor die Tür trauen, dann<br />
vergiss die Flugscham bitte ganz schnell!<br />
Stiftung Warentest hat’s getestet<br />
Wer immer sich dazu entscheidet, sollte<br />
gut auf die kompensierende Organisation<br />
und deren Arbeitsstil achten.<br />
Kommt eine Firma mit positiven Leitsätzen<br />
daher und scheint wahrhaftig<br />
engagiert, dann steht der CO2-Neutralisierung<br />
wohl kaum etwas im Wege!<br />
Solche Firmen, die extrem mahnen und<br />
ausschließlich über schlechtes Gewissen<br />
und Schuldzuweisungen arbeiten, solltest<br />
du möglichst meiden. Zudem ist inzwischen<br />
ein ausführlicher Bericht der<br />
Stiftung Warentest zu den Klima Kompensatoren<br />
und deren Arbeit erhältlich.<br />
„Klimaneutral“ scheint sich zu einem<br />
neuen Trend zu entwickeln. Doch nicht<br />
überall müssen die Versprechungen<br />
auch gehalten werden, zumal dieses Siegel<br />
nicht geschützt ist. Reiseunternehmer,<br />
Hoteliers und Busunternehmen<br />
bieten immer öfters teurere Tickets und<br />
Raten für Übernachtungen als angeblich<br />
„klimaneutral“ an. Kleine Beträge<br />
locken oftmals damit, das beim Reisen<br />
aufkommende schlechte Gewissen<br />
schnell und nebenbei zu beruhigen.<br />
Gibt ein Anbieter jedoch nicht gleichzeitig<br />
leicht verfügbar und transparent<br />
weitere Informationen über den Verbleib<br />
der Gelder, solltest du solche Tarife<br />
besser meiden.<br />
Umweltschutz ist eine gute Sache! Allerdings<br />
machen Medien, Politik und Wissenschaft<br />
den Menschen heute schon<br />
mit so vielen Dingen Angst, dass wir<br />
sicher nicht auch noch eine Flug- oder<br />
Urlaubsscham brauchen. Viele Menschen<br />
sparen sich den Jahresurlaub hart<br />
zusammen oder junge Menschen freuen<br />
sich lange auf die ersehnte Weltreise.<br />
Wer kann, sollte einen sinnvollen, vertretbaren<br />
und bezahlbaren Beitrag leisten<br />
und ansonsten einfach auch mal mit<br />
dem Auto oder dem Zug in den Urlaub<br />
fahren.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 43 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / UMWELT<br />
Warum<br />
nachhaltige<br />
Banken<br />
auf dem Vormarsch sind<br />
Unser wirtschaftliches System ist<br />
kapitalistisch geprägt, denn Geld<br />
wird als Tauschmittel für Arbeitszeit,<br />
Dienstleistungen und Waren<br />
genutzt. Somit spielt Geld spielt<br />
eine ziemlich große Rolle in der<br />
Welt und ihrer weiteren Entwicklung.<br />
Du kannst dein Geld in die<br />
Hand nehmen und Einfluss darauf<br />
nehmen. Wir zeigen dir wie!<br />
Deine Macht als Konsumentin<br />
Du bist in einer kapitalistischen<br />
Welt kein Mensch, sondern eine<br />
Konsumentin. Du konsumierst die<br />
Produkte und Dienstleistungen<br />
der Unternehmen und bezahlst<br />
dafür. Dadurch hast du einen gewissen<br />
Einfluss auf die verschiedenen<br />
Anbieter. Wenn du beispielsweise<br />
keine Produkte aus Plastik kaufst<br />
und andere es dir gleichtun, haben<br />
die entsprechenden Unternehmen<br />
keine Chance mehr, weil die Produktion<br />
unwirtschaftlich wird. Unsere<br />
Handlungen werden immer nachhaltiger,<br />
mittlerweile steigt die Zahl<br />
der Bio- und Unverpackt-Läden an.<br />
Deine Einflussnahme als Konsument<br />
wird sich also lohnen.<br />
Deine Macht als Investorin<br />
Falls du dein Geld unter deinem<br />
Kopfkissen lagerst, bist du nur begrenzt<br />
als Investorin unterwegs.<br />
Falls du jedoch ein Girokonto bei<br />
“Nachhaltige Banken”<br />
einer Bank hast und dort dein Geld lagerst,<br />
kann die Bank dieses Geld für sich nutzen.<br />
Sie verleiht dein Geld gegen Zinsen und<br />
verdient so daran. Dein Geld wird beispielsweise<br />
von Unternehmen geliehen, die<br />
dann Maschinen davon kaufen oder Mitarbeiter<br />
einstellen – um so vielleicht Dinge<br />
aus Plastik oder Waffen herzustellen. Du<br />
hast also einen gewaltigen Einfluss auf die<br />
Unternehmen, kannst diesen bei einer herkömmlichen<br />
Bank aber nicht steuern. Möglicherweise<br />
wird dein Geld für erneuerbare<br />
Energien, Bildung oder andere nachhaltige<br />
Dinge genutzt. Vielleicht wird es jedoch für<br />
Waffen, Kinderarbeit, fossile Energieträger<br />
oder andere schädliche Dinge genutzt – du<br />
hast keine Kontrolle darüber.<br />
Du kannst dir die Kontrolle wiederholen,<br />
indem du beispielsweise Anleihen oder Aktien<br />
von nachhaltigen Unternehmen kaufst.<br />
Alternativ kannst du dein Geld in entsprechende<br />
Fonds stecken. Im Alltag wirst du<br />
ohne Girokonto nicht weit kommen, denn<br />
die Miete, Energiekosten, dein Lohn und<br />
vieles andere läuft über Banken und Konten.<br />
Somit könnte deine Bank dein Geld für<br />
jede erdenkliche Investition nutzen, auch<br />
wenn das mitunter fragwürdige Unternehmen<br />
sind. Denn Banken investieren vor allen<br />
Dingen für ihren größtmöglichen Profit<br />
und nicht nach ethischen Gesichtspunkten.<br />
Fotos: Lumina Images; hui_u / stock.adobe.com; GLS Bank, Ethikbank, Tomorrow Bank, UmweltBank, Triodos Bank<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 44 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / UMWELT<br />
Die Auswahl der Bank ist also mindestens<br />
genauso wichtig wie dein Konsumverhalten.<br />
Das Zünglein an der Waage<br />
Im Alltag ist es uns meistens gar nicht<br />
bewusst, aber im Endeffekt sind wir<br />
Menschen für alles verantwortlich. Wir<br />
fördern oder boykottieren Unternehmen<br />
mit jeder Kaufentscheidung, die wir treffen.<br />
Wir stellen den Banken und damit<br />
den Unternehmen das Geld zur Verfügung.<br />
Natürlich könntest du die Gewinne,<br />
die du bei einer herkömmlichen Bank<br />
durch Aktien und Zinsen machst, für<br />
gute Zwecke spenden. Dabei gibt es nur<br />
einen kleinen Haken: Das Geld wurde -<br />
zumindest teilweise - durch Atomkraft,<br />
Waffen oder Kinderarbeit verdient. Das<br />
kannst du auch mit der Investition in Biolebensmittel<br />
und nachhaltiger Kleidung<br />
nicht kompensieren.<br />
Die unterstützten Unternehmen, beispielsweise<br />
Nestle, zerstören die Umwelt<br />
und kümmern sich nicht um die Menschenrechte.<br />
Sie leihen sich dein Geld von<br />
deiner Bank und bauen damit neue, ausbeuterische<br />
Firmen auf. Du solche Firmen<br />
durch den Nichtkauf ihrer Produkte zwar<br />
als Konsumentin boykottieren, unterstützt<br />
sie aber als Investorin. Dieser Prozess wird<br />
erst stoppen, wenn diese Firmen kein Geld<br />
mehr bekommen. Das geht zum einen<br />
über deine Kaufentscheidung, zum anderen<br />
über deine Investitionen.<br />
Eine Alternative muss her<br />
Heutzutage ist niemand mehr gezwungen,<br />
sein Geld an solche Banken zu verleihen.<br />
Es gibt nachhaltige Banken, die<br />
keine Atomkraft, Kinderarbeit, Waffenexporte<br />
oder Verstöße gegen die Menschenrechte<br />
unterstützen. Die Gewinne<br />
durch Zinsen und andere Anlageformen<br />
sind zwar niedriger, dafür unterstützt du<br />
die Nachhaltigkeit.<br />
Hier eine Auswahl nachhaltiger<br />
Banken, die wir empfehlen können:<br />
GLS Bank<br />
Die GLS Bank ist eine Genossenschaft<br />
und bezeichnet sich selbst als „erste sozial-ökologische<br />
Universalbank der Welt“.<br />
Sie möchte den Kunden nachhaltige<br />
Dienstleistungen, soziale und ökologische<br />
Investitionen sowie eine konsequente<br />
Transparenz anbieten. Die Zentrale der<br />
Bank befindet sich in Bochum, es gibt<br />
jedoch auch Filialen in Stuttgart, München,<br />
Berlin, Frankfurt, Freiburg und<br />
Hamburg. Sie hat derzeit rund 200.000<br />
Kunden und 50.000 Mitglieder.<br />
https://www.gls.de/<br />
Triodos Bank<br />
Die Triodos Bank bezeichnet sich als „Europas<br />
führende Nachhaltigkeitsbank“. Sie<br />
wurde 1980 von der niederländischen Triodos-Stiftung<br />
gegründet und betreut weltweit<br />
über 681.000 Kunden. Die Bank finanziert<br />
ausschließlich Projekte, Unternehmen<br />
und Institutionen, die einen Mehrwert für<br />
Mensch und Umwelt schaffen.<br />
https://www.triodos.de/<br />
EthikBank<br />
Die EthikBank ist an die Volksbank Eisenberg<br />
eG angeschlossen und beschreibt sich<br />
selbst als „ethisch-ökologische Direktbank“.<br />
Sie hat derzeit etwa 20.000 Kunden und finanziert<br />
mit den Kapitaleinlagen ausschließlich<br />
soziale und ökologische Maßnahmen.<br />
Sie finanziert auf diesem Wege Passiv- und<br />
Energiesparhäuser, erneuerbare Energien,<br />
Elektroautos und kulturelle Projekte.<br />
https://www.ethikbank.de/<br />
Tomorrow Bank<br />
Die Bank ist noch sehr jung, sie wurde nämlich<br />
erst 2018 ins Leben gerufen. Sie richtet<br />
sich an Nutzerinnen und Nutzer in deinem<br />
Alter und kann nur über eine App genutzt<br />
werden. Später soll es aber auch die Online-Banking-Funktionen<br />
über die Webseite<br />
geben.<br />
https://www.tomorrow.one/<br />
UmweltBank<br />
Diese Bank versteht sich als rein ökologische<br />
Bank und finanziert dementsprechend nur<br />
ökologisch sinnvolle Projekte. Die Schwerpunkte<br />
liegen dabei in den Bereichen Wasser-,<br />
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 45 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
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Jeder von uns hat ihn schon einmal gehört,<br />
den Begriff „Kettlebell“. Doch was steckt genau<br />
dahinter? Ist der Hype rund um die Gewichtskugel<br />
realistisch und wirklich so ein<br />
effektives Trainingsmittel oder doch nur ein<br />
Fitnessgerät wie jedes andere? Im Folgenden<br />
findest du nicht nur viele Fakten rund um<br />
die Kettlebell, sondern auch noch die Top 10<br />
Übungen für den gesamten Körper. Inklusive<br />
Gestaltungshilfe für dein persönliches Kettlebell-Workout!<br />
Was hat es mit der Kettlebell auf sich?<br />
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Du hast schon öfter davon gehört, dich aber<br />
noch nie genauer damit beschäftigt? Bei der<br />
Kettlebell handelt es sich um ein traditionelles<br />
Trainingsgerät und nicht um eine neue<br />
Fitnesserscheinung aus dem zwanzigsten<br />
Jahrhundert. Vielen ist die Kettlebell auch als<br />
„Kugelhantel“ bekannt. Die Geschichte der<br />
Kugelhantel beginnt bereits im 18. Jahrhundert<br />
in Russland. Sie stand damals symbolisch<br />
für Kraft und Stärke und wurde als Trainingsgerät<br />
beim Militär eingesetzt. Doch in den<br />
letzten Jahren hat die kugelförmige Hantel<br />
ihre Aufmerksamkeit zurückerlangt. Tendenziell<br />
werden Kettlebell-Übungen eher mit<br />
weniger Gewicht und dafür mehr Wiederholungen<br />
ausgeführt. Wichtig dabei ist, die<br />
Übungen sauber und mit Körperspannung<br />
durchzuführen.<br />
Vorteile von Kettlebell-Übungen:<br />
• Neue Reize für die Muskelfasern werden<br />
gesetzt<br />
• Muskeln können von unterschiedlichen<br />
Winkeln aus bearbeitet werden<br />
• Cardio und Kraft werden trainiert<br />
• Es wird kein Fitnessstudio benötigt<br />
• Für jedes Fitness-Level geeignet<br />
• Gezielt Schwachstellen können trainiert<br />
werden<br />
• Die komplexen Übungen beanspruchen<br />
direkt mehrere Muskelgruppen<br />
• Es gibt einen hohen Nachbrenneffekt,<br />
der besonders gut zum Abnehmen ist<br />
• Ein vielseitiges Training ist möglich<br />
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Training neu kombinieren. So schnell hast du<br />
dein eigenes Workout zusammengestellt.<br />
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 48 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
1<br />
Swing<br />
1. Stelle dich breitbeinig in eine leichte Kniebeuge,<br />
wobei der Rücken gestreckt ist.<br />
2. Richte dich auf, indem du deine Hüfte blitzartig<br />
nach vorne bringst und die Kettlebell mit beiden<br />
Armen gestreckt bis auf Brusthöhe bringt.<br />
3. Lass sie dann kontrolliert zwischen die Beine<br />
zurückpendeln und hole neuen Schwung.<br />
Fortgeschrittene können sich auch an einarmigen<br />
Swings versuchen.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen:<br />
ganzer Körper, Fokus liegt auf dem Rücken<br />
Schwierigkeitsgrad: mittel – hoch<br />
Darauf ist zu achten: Schwung aus den Beinen/<br />
der Hüfte holen, nicht aus den Armen!<br />
2<br />
1. Stelle dich etwas breiter als schulterbreit hin, die Beine<br />
bleiben dabei leicht gebeugt. Die Kettlebell steht mittig vor<br />
dir.<br />
2. Greife dann mit beiden Händen nach der Kettlebell,<br />
umfasse sie mit beiden Händen und achte darauf, dass der<br />
Daumen immer über dem Zeigefinger liegt. Die Arme sind<br />
gestreckt und die Ellbogen liegen eng an den Rippen an.<br />
3. Jetzt führst du leichte eine Kniebeuge aus, indem du das<br />
Gesäß Richtung Fersen führst und die Hüfte nach hinten<br />
drückst. Der Rücken bleibt gerade und dein Blick ist nach<br />
vorne gerichtet.<br />
4. Nun richtest du dich auf und streckst die Knie durch, die<br />
Hüfte wird nach vorne geschoben und Bauch und Gesäß<br />
angespannt.<br />
5. Dann beginnst du das Gewicht erneut abzusenken.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen: Oberschenkelmuskulatur,<br />
das Gesäß und der untere Rücken<br />
Schwierigkeitsgrad: leicht<br />
3<br />
Goblet Squat<br />
1. Halte mit beiden Händen eine Kettlebell vor deiner Brust.<br />
2. Dann gehst du in die Hocke, als würdest du dich hinsetzen,<br />
so tief, dass der Po kurz vorm Boden ist - mindestens so, dass<br />
deine Beine parallel zum Boden sind.<br />
3. In der Position kurz halten und kontrolliert in die Ausgangsposition<br />
zurückkehren.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen:<br />
Oberschenkel, unterer Rücken, Po<br />
Schwierigkeitsgrad: mittel – hoch<br />
Darauf ist zu achten: Der Gewichtsschwerpunkt ist während<br />
der gesamten Übung auf den Fersen, nicht auf dem Vorderfuß!<br />
Deadlift<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 49 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
4<br />
Kickbacks<br />
1. Du stehst gerade mit leicht geöffneten Beinen<br />
und hast am besten etwas zum festhalten (z.B.<br />
eine Wand) in der Nähe.<br />
2. Der Bauch ist fest angespannt, der Rücken aufrecht.<br />
Nehme eine Kettlebell in die Hand und lege<br />
diese auf einer deiner Pobacken ab. Halte sie fest.<br />
3. Nun beginnst du das Bein so hoch es geht nach<br />
hinten anzuheben und nutzt das Gewicht der<br />
Kettlebell, um den Muskel besser zu reizen. Der<br />
Rücken bleibt dabei gerade und etwas nach vorne<br />
gelehnt. Anschließend wechselst du das Bein.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen:<br />
hintere Oberschenkelmuskulatur, Gesäß<br />
Schwierigkeitsgrad: leicht<br />
5<br />
Lunges<br />
1. Stelle dich aufrecht hin und spanne den Bauch fest an.<br />
2. Nehme nun eine Kettlebell in die linke und eine in die<br />
rechte Hand. Hier empfiehlt sich, anfangs mit sehr wenig<br />
Gewicht zu arbeiten.<br />
3. Halte den Arm gestreckt neben dem Körper.<br />
4. Mache jetzt mit dem rechten Bein einen tiefen Ausfallschritt<br />
nach vorn. Das Knie<br />
sollte nicht über die Fußspitze<br />
hinausragen.<br />
5. Komme in die Ausgangsposition<br />
zurück.<br />
Beanspruchte<br />
Muskelgruppen:<br />
Beine, Gesäß, Arme<br />
Schwierigkeitsgrad:<br />
leicht - mittel<br />
6Push-ups<br />
1. Stelle zwei Kettlebells auf Schulterhöhe neben dich.<br />
2. Umfasst sie mit den Händen und spanne den Bauch fest.<br />
3. Nun kommst du in eine Liegestützposition. Du stützt dich nur auf den<br />
Händen an den Kettlebells und den Fußspitzen ab.<br />
4. Nun machst du in dieser Position Liegestütze.<br />
Fortgeschrittene können dabei abwechselnd einen Arm samt Kettlebell vom<br />
Boden abheben.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen: Arme, Bauch, Rücken<br />
Schwierigkeitsgrad: mittel<br />
Um langsam in ein Kettlebell-<br />
Training einzusteigen und es zu<br />
erlernen, ist es empfehlenswert,<br />
mit leichten Gewichten zu beginnen.<br />
Du solltest dich vorerst<br />
auf die Ausführung und Technik<br />
konzentrieren. Wenn du diese<br />
sicher beherrschst, kannst du<br />
auch beim Gewicht variieren.<br />
Du kannst auch – je nach deinem<br />
Trainingslevel - die oben<br />
genannten Übungen durch Sätze<br />
und Wiederholungen steigern.<br />
Fotos: lordn / stock.adobe.com; <strong>AJOURE´</strong> Redaktion<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 50 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
7<br />
Seitstütz<br />
8<br />
1. Setze dich hin und winkle die Beine an.<br />
2. Lehne dich mit dem Oberkörper leicht nach<br />
hinten.<br />
3. Nun hebst du die Kettlebell abwechselnd zur<br />
rechten und linken Seite, ohne sie dabei abzusetzen.<br />
4. Auf Höhe deines Bauchs machst du immer eine<br />
kurze Pause und hältst die Position.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen:<br />
Bauch, Rücken, Arme<br />
Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer<br />
1. Stelle eine Kettlebell auf Schulterhöhe vor dich auf den Boden.<br />
2. Umfasse sie mit der linken Hand, streckt den Arm gerade durch, er<br />
sollte sich direkt unter der Schulter befinden.<br />
3. Spanne deinen Bauch fest an und hebe den Körper vom Boden ab.<br />
4. Du stützt dich nur noch auf der linken Hand und den Fußaußenkanten<br />
ab.<br />
5. Halte diese Position so lange du kannst und wechsle anschließend<br />
die Seiten.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen: seitliche Oberschenkelmuskulatur,<br />
seitliche Bauchmuskulatur, Arme, Schultern<br />
Schwierigkeitsgrad: mittel<br />
Russian twist<br />
9<br />
Turkish Get Up<br />
1. Du liegst auf dem Rücken und dein linkes Bein ist angewinkelt, das<br />
rechte Bein ist gestreckt.<br />
2. Nun drückst du die Kettlebell mit dem gestrecktem linken Arm nach<br />
oben und richtest die Brustwirbelsäule auf.<br />
3. Dann drehst du dich auf die andere Seite und verwendest den rechten<br />
Arm als Unterstützung, um dich nach vorne in eine Ausfallschrittposition<br />
zu bewegen.<br />
4. Ziehe nun dein rechtes Bein unter der Hüfte durch, damit du dich<br />
auf dem rechten Knie abstützen kannst. Dein Blick ist auf die Kettlebell<br />
gerichtet.<br />
5. Zum Schluss richtest du dich über das linke Knie langsam in den<br />
Stand auf.<br />
6. Nach einigen Wiederholungen wird der Arm gewechselt.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen: gesamter Körper<br />
Schwierigkeitsgrad: schwer<br />
10<br />
1. Stelle dich hüftbreit hin. Dein Oberkörper ist gerade.<br />
2. Nimm die Kettlebell mit dem linken Arm und halte ihn<br />
an deiner linken Seite gestreckt.<br />
3. Nun winkelst du den Arm an und bringst die Kettlebell<br />
vor die Brust.<br />
4. Anschließend denkst du deinen Arm wieder zurück in<br />
die Ausgangsposition.<br />
5. Die Spannung im Arm sollte immer erhalten bleiben.<br />
Beanspruchte Muskelgruppen: Bizeps<br />
Schwierigkeitsgrad: leicht<br />
Bizeps Curl<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 51 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
10.000 Schritte am Tag:<br />
Das geschieht mit deinem Körper<br />
10.000 Schritte am Tag – so viel sollte jeder laut<br />
WHO täglich gehen. In einer Gesellschaft, in der das<br />
Sitzen aber immer mehr unseren Alltag einnimmt,<br />
ist das gar nicht so einfach. Wer<br />
jedoch sein allgemeines Wohlbefinden<br />
verbessern möchte,<br />
kommt um Bewegung nicht herum.<br />
Deshalb gehen wir näher<br />
auf die Empfehlung der WHO<br />
ein und helfen dir dabei, wie du<br />
dieses Ziel erreichen kannst.<br />
Vielleicht fragst du dich gerade,<br />
wer diese utopische Empfehlung eigentlich festgelegt<br />
hat? Die Antwort darauf wird dich vermutlich<br />
ebenso stutzig machen wie uns. Tatsächlich stammt<br />
diese Zahl von einer japanischen Schrittzählerfirma<br />
während einer Marketingkampagne im Jahr 1964.<br />
Sie wurde anfangs rein willkürlich festgelegt, ohne<br />
etwaige wissenschaftliche Untersuchungen.<br />
Dennoch hat sich diese hohe Zahl<br />
bis heute durchgesetzt und beeinflusst<br />
nach wie vor die Medien.<br />
Mittlerweile wird diese Festlegung<br />
jedoch von unterschiedlichen Studien<br />
unterstützt, wobei es aber<br />
immer wieder zu Abweichungen<br />
kommt. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass<br />
dieses Ziel von nicht sportaffinen Menschen kaum<br />
erreichbar ist.<br />
Fotos: Siam / stock.adobe.com; <strong>AJOURE´</strong> Redaktion<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 52 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
Sport im Berufsalltag –<br />
Ist das überhaupt möglich?<br />
Eine berechtigte Frage, die sich viele Berufstätige<br />
nach einer solchen Aussage<br />
stellen. Wie soll es bei einem Ganztagsjob<br />
überhaupt möglich sein, 10.000 Schritte zu<br />
erreichen? Grundsätzlich sind die meisten<br />
Menschen einfach froh, nach einem<br />
anstrengenden Arbeitstag nach Hause zu<br />
kommen und die Beine hochzulegen.<br />
Andere wiederum möchten einfach den<br />
restlichen Tag mit der Familie verbringen<br />
und wieder andere gehören einfach nicht<br />
zu der Sorte, die sich für Sport motivieren<br />
kann. Wer sich zusätzlich noch ein schlechtes<br />
Gewissen einredet, wieder keinen Sport<br />
gemacht zu haben, tendiert nicht selten zu<br />
Stress. Dieser Teufelskreis ist tückisch, aber<br />
dennoch nicht unüberwindbar.<br />
Gibt es ein minimales Ziel?<br />
Experten raten solchen Menschen, sich ein<br />
Ziel von mindestens 6.000 Schritten pro<br />
Tag zu setzen. Wer jedoch trotzdem seine<br />
Gesundheit nachhaltig verbessern will,<br />
muss dennoch die 10.000 Schritte knacken.<br />
Positive Auswirkungen durch Bewegung<br />
Egal ob du nun mit einer kleineren Schrittzahl<br />
beginnst oder dich sofort an die 10.000<br />
Schritte wagst: Gehen macht nicht nur fit,<br />
sondern sorgt zudem für eine Reihe positiver<br />
Effekte. Du senkst nicht nur dein Risiko,<br />
an Alzheimer, Krebs, Altersdiabetes<br />
oder Osteoporose zu erkranken, du kannst<br />
auch Stress reduzieren, Rückenschmerzen<br />
lindern und sogar Depressionen verbessern.<br />
Zusätzlich schläfst du bei ausreichender<br />
Bewegung um einiges besser.<br />
Ein weiterer positiver Aspekt des regelmäßigen<br />
Gehens: Es können sogar andere<br />
Sportarten damit ersetzt werden. Zudem<br />
hat ausreichend Bewegung noch weitere<br />
Effekte, die du nicht missen solltest:<br />
1. Du wirst seltener krank<br />
Wenn du regelmäßig um die 10.000 Schritte<br />
machst, härtest du dich nicht nur ab,<br />
sondern stärkst auch dein Immunsystem.<br />
Gleichzeitig wird das Risiko, an einem<br />
Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken,<br />
minimiert.<br />
2. Stärkeres Herz<br />
Genügend Bewegung ist Voraussetzung für<br />
ein gesundes und starkes Herz. Anders als<br />
bei Leistungssportarten trainierst du dein<br />
Herz nicht zu stark, sondern sanft. Wenn<br />
du daher jeden Tag eine gewisse Anzahl an<br />
Schritte – vorzugsweise 10.000 – machst,<br />
wird dein Herz mit jedem Mal stärker.<br />
3. Mehr Kreativität<br />
Studien beweisen: Wer sich an der frischen<br />
Luft bewegt, wird kreativer. Falls dich also<br />
ein Problem belastet und dir einfach keine<br />
Lösung in den Sinn kommt, könnte dir<br />
vielleicht ein Spaziergang helfen. Du siehst<br />
nicht nur alles gelassener, sondern kannst<br />
zudem mit neuem Elan an die Sache herangehen.<br />
4. Du fühlst dich besser<br />
Bist du oft nervös und kannst nicht richtig<br />
abschalten? Dann ist Gehen die ideale<br />
Lösung für dich. Du kommst nicht nur auf<br />
andere Gedanken, sondern kannst dich<br />
auch besser entspannen. Lass einfach deine<br />
Seele baumeln und du wirst schon bald<br />
merken, wie sich deine Laune langsam verbessert.<br />
5. Du nimmst ab<br />
Jeder, der gerne ein paar Pfunde weniger<br />
hätte, kommt um regelmäßige Bewegung<br />
nicht drum herum. Wer jedoch nicht<br />
stundenlang am Laufband hängen möchte,<br />
kann bereits mit einem regelmäßigen Spaziergang<br />
den überschüssigen Pfunden den<br />
Kampf ansagen. Wenn du es noch dazu<br />
schaffst, 10.000 Schritte zu machen, steht<br />
einem schlanken Körper eigentlich nichts<br />
mehr im Weg.<br />
10.000 Schritte am Tag –<br />
Wie schaffe ich das?<br />
Zwar mag diese hohe Zahl am Anfang äußerst<br />
erschreckend wirken, dennoch ist es<br />
gar nicht so schwierig, mehr Bewegung in<br />
den Alltag zu bringen.<br />
1. Treppe statt Aufzug<br />
Egal ob beruflich oder privat: Nimm die<br />
Treppe! Das tut nicht nur deiner Figur gut,<br />
sondern hilft dir auch dabei, auf die Anzahl<br />
der notwendigen Schritte zu kommen.<br />
2. Fahrrad vs. öffentliche<br />
Verkehrsmittel<br />
Natürlich hängt dieser Punkt stark davon<br />
ab, wo du wohnst, aber wenn deine Arbeitsstelle<br />
nicht zu weit entfernt ist, könntest<br />
du dorthin auch mit dem Fahrrad fahren<br />
oder zu Fuß gehen.<br />
Willst du am Morgen oder nach Feierabend<br />
nicht auf die Bequemlichkeit der<br />
Öffis verzichten, kannst du trotzdem etwas<br />
Gutes für deinen Körper tun und für den<br />
Anfang ein oder zwei Stationen früher aussteigen.<br />
Auf diese Weise startest du nicht<br />
nur wacher in den Tag, sondern kannst<br />
auch besser durchatmen und Stress abbauen.<br />
3. Spaziergang während der<br />
Mittagspause<br />
Nutze deine wertvolle Mittagspause nicht<br />
nur dafür, deine letzten Snacks zu verdrücken,<br />
sondern lege einen kurzen Spaziergang<br />
ein. Dieser muss auch nicht immer<br />
gleichlang sein – Hauptsache, du bewegst<br />
dich.<br />
4. Verabrede dich mit Bekannten zum<br />
täglichen Spaziergang<br />
Zusammen ist es einfacher als alleine. Zusätzlich<br />
vergeht die Zeit schneller und es ist<br />
nicht ganz so langweilig, als alleine durch<br />
die Wälder zu schlendern. Bereits einmal<br />
in der Woche kann ein solches Treffen dabei<br />
helfen, die eigene Gesundheit zu verbessern.<br />
5. Stepper vor dem Fernseher<br />
Wenn du keine Lust hast, spazieren zu gehen,<br />
kannst du dir auch einen Stepper besorgen.<br />
Diesen platzierst du ganz einfach<br />
vor dem Fernseher. Mit dieser Ablenkung<br />
vergeht nicht nur die Zeit schneller, du<br />
machst vielleicht sogar mehr Schritte, weil<br />
du auf die Uhrzeit vergisst.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 53 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
KICK IT:<br />
DAS ERWARTET DICH IN<br />
EINER KUNG FU STUNDE<br />
Immer mehr schwappt die Welle<br />
der chinesischen Kampfkünste<br />
zu uns rüber, die uns bereits<br />
seit vielen Jahren begleitet. So<br />
kennt wohl jeder die spektakulären<br />
Kampfszenen aus Jackie<br />
Chan-Filmen und kann mit<br />
dem Begriff Kung Fu etwas anfangen.<br />
Doch was auf der Kinoleinwand<br />
so einfach aussieht,<br />
ist in Wahrheit ein hartes Stück<br />
Arbeit. Genauso kann man den<br />
Begriff „Kung Fu“ auch übersetzen.<br />
Es gehört viel Disziplin<br />
dazu und ist ein ziemliches<br />
Stück Arbeit, um ein wahrhaftiger<br />
Meister des Kung Fu zu<br />
werden.<br />
Kung Fu für mehr<br />
Lebensqualität<br />
Dieser Kampfsport schult den<br />
gesamten Körper und ist eine<br />
ausbalancierte Mischung aus<br />
Kraft und sanfter Bewegung.<br />
Technik und Schnelligkeit gehen<br />
Hand in Hand mit Stärke,<br />
Präzision und Ausdauer. Körper<br />
und Geist im Fokus bereitet<br />
dich Kung Fu darauf vor, dich<br />
bei Gefahren selbst zu schützen.<br />
Es gibt dir neue Energie und<br />
verbessert dein Körperbewusstsein<br />
nachhaltig. Gewappnet<br />
mit einer effizienten Methode<br />
der Selbstverteidigung steigert<br />
es dein Selbstbewusstsein und<br />
lässt dich gestärkt durch die<br />
Welt marschieren.<br />
Von nichts kommt nichts<br />
Jeder noch so kleine Muskel in<br />
deinem Körper wird beim Training<br />
mobilisiert. Es bringt dich<br />
an deine Grenzen und zeigt dir,<br />
wozu du fähig bist. Wer genügend<br />
Willensstärke zeigt, kann<br />
es im Kung Fu weit bringen.<br />
Doch vordergründig geht es<br />
bei diesem Kampfsport nicht<br />
um Wettbewerbe. Im Mittelpunkt<br />
stehst du und dein Körper.<br />
Kung Fu zeigt dir deine<br />
Schwachstellen und stellt dich<br />
selbst auf die Probe. Im Kampf<br />
gegen dich selbst besiegt du deinen<br />
Schweinehund. Bequemlichkeit<br />
und Faulheit haben bei<br />
diesem Sport nichts verloren. Er<br />
wird dir zeigen, wie viel Spaß<br />
Bewegung macht und dich zu<br />
neuen Höhen aufsteigen lassen.<br />
Egal wie jung oder alt, wie athletisch<br />
oder unsportlich du bist<br />
- mit dieser Kampfkunst wirst<br />
du das Beste aus dir herausholen.<br />
Du wirst Blut und Wasser<br />
schwitzen und es wird dir gefallen.<br />
Was dich erwartet<br />
Mit der Grußformel „Amitoufou“<br />
startet der Meister seine<br />
Stunde. Ein Ausdruck des Respektes<br />
vor dir, der Welt und<br />
der Kampfkunst. Diese gibt dir<br />
die Kraft für das Kommende<br />
und bereitet dich vor. Der Kung<br />
Fu-Meister wird Shifu genannt.<br />
Übersetzt bedeutet es so viel<br />
Lehrer oder Vater. Er wird dir<br />
die nötige Haltung und Respekt<br />
beibringen und dir die Werte<br />
von Freundschaft und Herzlichkeit<br />
vermitteln. Der Shifu<br />
bereitet seine Schüler auf ein<br />
gutes und fröhliches Leben vor<br />
und sorgt dafür, dass sie zu guten<br />
Menschen herangezogen<br />
Fotos: serhiibobyk / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 54 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FITNESS<br />
werden. Du siehst also, dass<br />
auch die innere Einstellung ein<br />
existenzieller Teil der Kung Fu-<br />
Kunst ist.<br />
Das Warm-up<br />
Das Training beginnt mit intensiven<br />
Atemübungen. Durch<br />
das tiefe in den Bauch atmen<br />
wird dein Geist für die folgenden<br />
Übungen geöffnet. Mental<br />
hochkonzentriert geht es weiter<br />
mit Dehnübungen. Zuerst die<br />
Hüften, dann die Knie, Arme<br />
und der restliche Körper. Diese<br />
einfachen Übungen lockern<br />
deine Muskeln und Sehnen auf<br />
und helfen dir gleichzeitig, die<br />
verschiedenen Bewegungsabläufe<br />
zu verinnerlichen. Schon<br />
dabei zeigt sich, dass Kung Fu<br />
nichts für schwache Gemüter<br />
ist. Minutenlang in überdehnten<br />
Positionen wirst du an deine<br />
Schmerzgrenzen kommen<br />
und diese überwinden müssen.<br />
Weiter geht es mit Kickübungen<br />
und Kampfformen. Stetig<br />
werden diese wiederholt und<br />
eingeprägt. Sie sind ein wichtiges<br />
Standbein für das erfolgreiche<br />
Anwenden des Kung Fu in<br />
Verteidigungssituationen. Selbst<br />
im Schlaf wirst du diese abrufen<br />
können.<br />
Auge um Auge, Zahn um Zahn<br />
Paarweise aufgereiht trainierst<br />
du unter Anleitung verschiedene<br />
Angriff- und Abwehrtechniken.<br />
Du musst deine gesamten<br />
Kraftreserven mobilisieren, um<br />
mithalten zu können. Dabei<br />
geht es alles andere als zimperlich<br />
zur Sache. Austeilen und<br />
einstecken können lautet hier<br />
die Devise. Immer und immer<br />
wieder werden die Bewegungen<br />
in Kampfsimulationen erprobt<br />
und verbessert. Angriff und<br />
Verteidigung stehen auf dem<br />
Plan. Stabilisierung des Körpers<br />
während einer Attacke, das Vorausschauen<br />
der gegnerischen<br />
Bewegung für die Abwehr. Alle<br />
diese Punkte werden nun nach<br />
und nach abgearbeitet, wiederholt,<br />
vertieft. Immer routinierter<br />
wirst du die Übungen<br />
ausführen können und immer<br />
erfolgreicher wirst du diese bewältigen.<br />
Du wirst lernen den Schmerz<br />
zu ertragen und härtest so deinen<br />
gesamten Körper nach und<br />
nach immer weiter ab. Deine<br />
körperlichen Schwachstellen<br />
verschwinden und zurückbleibt<br />
ein gefestigter Körper, der für<br />
jede Gefahrensituation gewappnet<br />
ist. Deine Selbstsicherheit<br />
wächst unaufhörlich und du<br />
wirst von diesem Gefühl profitieren<br />
und als neuer Mensch<br />
in der Gesellschaft ankommen.<br />
Deine Eleganz und Ausstrahlung<br />
werden sich immer weiter<br />
ins Positive verbessern. Dein<br />
Umfeld wird dich kaum wiedererkennen.<br />
Entspannter Ausklang<br />
Nach dem anstrengenden Teil<br />
folgt das „cool down“. Erneut<br />
folgen Atem- und Dehnübungen.<br />
Die Energie sammelt sich<br />
und du kommst zur Ruhe. Du<br />
lässt das Gelernte Revue passieren<br />
und reflektierst das Training<br />
ganz genau. Mit dem Respektgruß<br />
wird das Training beendet.<br />
Leichte Blessuren sind durchaus<br />
möglich und zeigen den Erfolg<br />
der Trainingseinheit an. Du<br />
wirst merken, wie viel du und<br />
dein Körper geleistet haben.<br />
Schon nach der ersten Stunde<br />
wirst du wertvolle Tipps für deinen<br />
Alltag mitnehmen. Kung<br />
Fu wird dich mitreißen wie eine<br />
Droge, von der man nicht genug<br />
haben kann.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 55 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
FITNESS<br />
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AJOURE / FOOD<br />
Süßkartoffel vs. Kartoffel<br />
Welche ist gesünder?<br />
Soll ich zur farbenprächtigen Trendknolle oder doch zum<br />
erdfarbenen Klassiker greifen? In nahezu jedem Supermarkt<br />
hast du inzwischen die Wahl zwischen der derzeit besonders<br />
angesagten Süßkartoffel und der altbekannten Kartoffel.<br />
Doch was hat die länglich geformte, rötliche Namensvetterin<br />
unseres altbewährten Erdapfels wirklich zu bieten? Wer hat<br />
in Bezug auf Nährstoffe, Vitamine und Mineralien die Nase<br />
vorn? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt<br />
und erklären, wann du am besten zu welcher Variante greifst.<br />
Süßkartoffel und Kartoffel -<br />
zwei botanisch Fremde mit ähnlichem Namen<br />
Beide Pflanzen stammen aus Südamerika, beide werden mittlerweile<br />
mit Erfolg in Deutschland angebaut - und doch gehören<br />
Süßkartoffel und Kartoffel botanisch betrachtet nicht<br />
einmal der gleichen Familie an.<br />
Fotos: pinkyone; kab-vision / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 58 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FOOD<br />
Die Kartoffel zählt zu den Nachtschattengewächsen, während<br />
die Süßkartoffel unter die Familie der Windengewächse<br />
fällt. In einem Atemzug genannt werden die beiden<br />
Sorten dennoch aus gutem Grund. Sie ähneln sich nicht<br />
nur in der äußeren Form, sondern lassen sich auch in der<br />
Küche vergleichbar einsetzen. Um den Gesundheitswert<br />
der Lebensmittel vergleichen zu können, hilft allerdings<br />
der Blick auf die Inhaltsstoffe - und hier werden weitere<br />
Unterschiede offenkundig.<br />
Nährstoffzusammensetzung -<br />
Schlankmacher versus Kraftpakt?<br />
Vornweg das Wichtigste für alle, die ihre Figur im Blick<br />
behalten wollen: Beide Sorten enthalten wenig Fett und<br />
haben im Vergleich zu anderen typischen Beilagen wenig<br />
Kalorien. Beim Fettgehalt hat dabei die Süßkartoffel knapp<br />
die Nase vorn, während die Kartoffel beim Kaloriengehalt<br />
Punkte sammeln kann. Doch zu den nackten Zahlen: Die<br />
Süßkartoffel bringt es je 100 g auf nur 0,1 g Fett und circa<br />
108 Kalorien. Unsere vertraute Bekannte kommt hingegen<br />
mit 0,3 g Fett und circa 80 Kalorien noch etwas figurfreundlicher<br />
daher. Die Unterschiede im Kaloriengehalt<br />
lassen sich mit den enthaltenen Kohlenhydraten erklären.<br />
Süßkartoffeln bestehen zu 20 % aus Kohlenhydraten und<br />
enthalten je 100 g 4 g Zucker. Kartoffeln haben demgegenüber<br />
nur 14 % Kohlenhydrate und enthalten weniger als<br />
einen Gramm Zucker.<br />
Du hattest die Kartoffel bislang eher als Dickmacher abgespeichert<br />
und bist überrascht über ihren - wenn auch<br />
knappen - Sieg? Der Mythos lässt sich mit den häufigsten<br />
Zubereitungsarten erklären. In der Fritteuse oder in heißem<br />
Fett gebraten sind sowohl Kartoffeln als auch Süßkartoffeln<br />
alles andere als kalorienarme Schlankmacher.<br />
Hältst du dich hingegen an fettsparende Garmethoden,<br />
sind beide Sorten ein hervorragender Kraftspender für<br />
deinen gesundheitsbewussten Alltag.<br />
Vitamine und Mineralien - gesunde Inhaltsstoffe für<br />
strahlende Schönheit<br />
Kalzium und Magnesium haben zunächst einmal beide<br />
Sorten in etwa gleicher Menge zu bieten. Unterschiede<br />
gibt es allerdings bei den einzelnen Vitaminen und weiteren<br />
Mineralstoffen.<br />
Ein Blick ins Innere der Süßkartoffel<br />
Mit ihrem höheren Gehalt an den Vitaminen A, C und<br />
E gilt die Süßkartoffel als wahrer Jungbrunnen, der als<br />
sanftes Anti-Aging-Mittel wirkt. Schon an der auffälligen<br />
Farbe wird zudem ein weiterer Inhaltsstoff mit wertvollen<br />
Eigenschaften für unsere Gesundheit deutlich. Die Farbe<br />
kommt durch den hohen Gehalt an Carotinoiden und<br />
dabei vor allem Beta-Carotin zustande. Diese Stoffe wirken<br />
als Antioxidantien und können damit nach aktuellen<br />
Studien verschiedenen Krankheiten von Krebs bis hin zu<br />
Herz-Kreislauf-Beschwerden oder gar Alzheimer vorbeugen.<br />
In Kombination mit weiteren enthaltenen sekundären<br />
Pflanzenstoffen wirkt die Süßkartoffel zellschützend und<br />
unterstützt ein strahlendes, jugendliches Erscheinungsbild.<br />
Hinzu kommt nicht zuletzt die positive Wirkung der<br />
Pflanzenstoffe auf den Blutzuckerspiegel. Nach neusten<br />
wissenschaftlichen Erkenntnissen fördern sie die Verwertung<br />
des vom Körper produzierten Insulins und tragen außerdem<br />
zum schnellen Transport des Zuckers in die Zellen<br />
bei. Auf diese Weise wird die Bauchspeicheldrüse entlastet<br />
und der Blutzuckerspiegel steigt nach der Mahlzeit langsamer<br />
an.<br />
Kann die Kartoffel da mithalten?<br />
Betrachtest du den Vitamingehalt, sieht es zunächst<br />
schlecht für die Kartoffel aus. Sie enthält die genannten<br />
wertvollen Vitamine in weitaus geringerer Menge. Doch<br />
vorschnell abschreiben solltest du sie dennoch auf keinen<br />
Fall. Denn ihre Stärken liegen im Bereich der Mineralien.<br />
Kartoffeln liefern zum einen jede Menge wertvolle Folsäure,<br />
die der Körper für die Zellteilung und zur Blutbildung<br />
benötigt. Gerade in der Schwangerschaft solltest du darauf<br />
achten, ausreichend Folsäure zu dir zu nehmen - und hast<br />
mit der Kartoffel genau das richtige Lebensmittel dafür gefunden.<br />
Doch damit nicht genug. Zum anderen kann die Kartoffel<br />
auch bei den Mineralien Kalium, Eisen und Phosphor<br />
punkten. Von diesen unter anderem ebenfalls für die Blutbildung<br />
und zudem für den Knochenaufbau wichtigen<br />
Stoffe stecken in der Kartoffel weit mehr als in der Süßkartoffel.<br />
Darüber hinaus schafft es die Kartoffel bei einem<br />
Vitamin nach oben aufs Treppchen. In Sachen Vitamin B<br />
sieht die Süßkartoffel gegenüber der Kartoffel alt aus.<br />
In der Küche - Einsatzmöglichkeiten im Überblick<br />
Ob du die Süßkartoffel oder doch die klassische Kartoffel<br />
auf den Teller bringst, hängt bei allem Gesundheitsbewusstsein<br />
selbstverständlich auch von ihren Zubereitungsmöglichkeiten<br />
und ihrem Geschmack ab. Zwei wesentliche<br />
Unterschiede solltest du dabei im Blick behalten. Wie es<br />
der Name schon vermuten lässt, schmeckt die Süßkartoffel<br />
zum einen etwas süßer als die Kartoffel. Bei der Zubereitung<br />
kannst du zum anderen einen klaren Vorteil der Süßkartoffel<br />
nutzen: Sie lässt sich im Gegensatz zur Kartoffel<br />
auch roh verzehren. Ansonsten hast du bei beiden Sorten<br />
aber prinzipiell die freie Wahl. Sowohl klassisch gekocht<br />
als auch in diversen Gerichten verarbeitet zeigen sowohl<br />
Kartoffel als auch Süßkartoffel, was ihn ihnen steckt.<br />
Süßkartoffel oder Kartoffel? Ein Fazit<br />
Bleibt noch die Ausgangsfrage: Wer macht nun das Rennen<br />
um die Gesundheit? Wie so oft lässt sich diese Frage<br />
nicht eindeutig beantworten. Beide Sorten liefern bei<br />
einem vergleichsweise geringen Kaloriengehalt wertvolle<br />
Energie, halten lange satt und besitzen wertvolle Inhaltsstoffe,<br />
die unseren Körper positiv beeinflussen. Experten<br />
raten daher dazu, beiden Sorten einen festen Platz im Speiseplan<br />
einzuräumen und die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten<br />
im vollen Umfang auszuschöpfen. Vorsicht<br />
ist für Figurbewusste allerdings bei beiden Sorten in Kombination<br />
mit Fett geboten. Im Ofen gegart oder gekocht<br />
bereichern Süßkartoffeln und Kartoffeln deine Ernährung<br />
auf wohlschmeckende Art und Weise.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 59 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FOOD<br />
Koffeinfrei<br />
so wirst du morgens ohne Kaffee wach<br />
Der Wecker klingelt, die Augen sind klein und das Gefühl<br />
purer Müdigkeit will einfach nicht weichen - jetzt erst mal zur<br />
Kaffeemaschine. Für viele ist die Aussicht auf eine ordentlich<br />
große Tasse Kaffee die einzige, die für das Verlassen des weichen<br />
und warmen Betts entschädigt. Wäre das auch deine erste<br />
Option für den Morgen eines gewöhnlichen Werktags?<br />
Überlege dir das lieber noch einmal - denn der Kaffee, der am<br />
frühen Morgen einen Energieschub zu geben scheint und der<br />
im Winter zudem herrlich Hände und Magen wärmt, ist nicht<br />
unbedingt ein guter Wachmacher.<br />
Warum ist Kaffee so gar nicht ideal für<br />
den Start in den Morgen?<br />
2-3 Tassen Kaffee pro Tag - das ist der durchschnittliche<br />
Konsum von vielen Menschen jeden Tag. Viele schätzen das<br />
enthaltene Koffein, das subjektiv gefühlt wacher machen und<br />
die Müdigkeit vertreiben soll. Doch genau diese Substanz hat<br />
auch negative Auswirkungen. Erhöhter Blutdruck kann Menschen,<br />
die diesbezüglich vorbelastet sind, schaden, da das Herz und der<br />
Kreislauf nach dem Konsum stärker belastet werden. Zudem wirkt<br />
Koffein harntreibend - und das besonders bei empfindlichen Blasen.<br />
Die Wirkung lässt außerdem nach einer Zeit nach, die Dosis muss<br />
also erhöht werden, was wiederum den Puls und Herzschlag in die<br />
Höhe treibt. Wir zeigen dir andere fünf Wege, wie du morgens auch<br />
ohne Kaffee wach wirst und Energie für den Tag tankst!<br />
Alternativen für die tägliche Dosis Kaffee - so startest du richtig in<br />
deinen Tag<br />
1. Ingwertee - ein würdiger Ersatz<br />
Wer am Morgen eine „heißen Schubs“ braucht und vor allem im<br />
Winter eine warme Tasse eines Getränks liebt, wird mit Ingwertee<br />
fündig. Die braune Knolle aus Asien enthält viele wertvolle<br />
Elemente, wie zum Beispiel Kupfer, Zink, Borneo oder Gingerole.<br />
Letztere sorgen für den typisch scharfen Geschmack und haben<br />
Fotos: annaileish; Chinnapong / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 60 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FOOD<br />
eine antibakterielle Wirkung - damit<br />
sagst du vor allem an nassen und kalten<br />
Tagen Erkältungsviren den Kampf an!<br />
Zink und Vitamin C stärken zusätzlich<br />
den Immunsystem und schmecken<br />
kann die Knolle sogar auch. Ein wenig<br />
echter Bienenhonig mildert den<br />
durchdringenden Geschmack und<br />
verleiht dem Gebräu eine Süße - der<br />
ideale Start in den Tag, oder?<br />
2. Ein ausgewogenes Frühstück<br />
Zugegeben, diese Anregung klingt<br />
nicht gerade nach dem innovativsten<br />
Super-Tipp, hat jedoch ihre absolute<br />
Berechtigung. Ein ausgewogenes und<br />
leckeres Frühstück ist einer der besten<br />
Muntermacher überhaupt, denn<br />
Kreislauf und Stoffwechsel bekommen<br />
nach der Nacht neue Energie. Das ist<br />
mit ein wenig Aufwand verbunden, je<br />
nach Job oder Vorlesungsbeginn ist ein<br />
pikantes Rühr- oder Spiegelei mit sanft<br />
geröstetem Vollkornbrot und einem<br />
leckeren Gemüseaufstrich nicht die<br />
schnellste Option am Morgen. Doch<br />
wer suchet der findet - bereite dir dein<br />
Lieblingsfrühstück einfach schon am<br />
Abend zuvor zu! Bestens dafür geeignet<br />
sind Oat-Meals. Das sind Haferflocken<br />
in gemahlener oder grob zerkleinerter<br />
Form, die mit Joghurt, Quark, Milch<br />
und Obst angereichert werden und<br />
über Nacht quellen. Dieses Frühstück<br />
ist dank der vielen Ballaststoffe und<br />
Vitamine besonders sanft zu deinem<br />
Magen - und auf jeden Fall kein<br />
Pulstreiber wie Koffein!<br />
3. Ein eiskalter Schauer ...<br />
Diese Möglichkeit für den schnellen<br />
Adrenalin-Schub, der dich garantiert<br />
aufweckt, ist vielleicht nichts für zarte<br />
Gemüter. Eine kalte Dusche gibt dir auf<br />
jeden Fall Energie und das innerhalb<br />
weniger Sekunden. Der Grund: Das<br />
Gehirn reagiert blitzschnell auf die<br />
unangenehmen „Weckruf “, auch wenn<br />
es sich noch in den ersten Minuten nach<br />
dem Aufstehen im Halbschlaf befindet.<br />
Durch den kurzen Temperatursturz<br />
wird die Gehirnregion aktiviert, die mit<br />
der Wachsamkeit betraut ist - und das<br />
spürst du sofort. Dabei muss es nicht<br />
sofort die sibirische Version sein, bei<br />
der der Wasserhahn bis zum Anschlag<br />
nach rechts gedreht wird. Steigere dich<br />
ruhig langsam und versetze dir beim<br />
ersten Mal keinen überdimensionalen<br />
Kälteschock, schließlich soll der<br />
Tag ja gut beginnen. Kalte Duschen<br />
jedoch stärken deinen Kreislauf und<br />
tragen langfristig zu einem guten<br />
Immunsystem bei - eine überaus<br />
positive Begleiterscheinung!<br />
4. Drink me, baby ...<br />
Trinken ist wichtig, das wusstest<br />
du bestimmt schon vor diesem<br />
Artikel. Doch wusstest du auch,<br />
dass Flüssigkeitszufuhr am Morgen<br />
besonders positiv wirkt? Durch<br />
nächtliches Schwitzen (nicht nur im<br />
Sommer) und den Giftabbau mit<br />
anschließendem Ausscheiden verliert<br />
dein Körper Wasser und Elektrolyte.<br />
Da wir jedoch zu rund 90 Prozent aus<br />
Wasser bestehen, ist es immens wichtig,<br />
diesen Verlust der letzten 7 - 9 Stunden<br />
wieder auszugleichen. Beginne deshalb<br />
den Morgen mit einem neuen Ritual<br />
und nimm ein großes Glas Wasser zu dir.<br />
Ein wenig frischgepresster Zitronensaft<br />
gibt ihm einen Frischekick, zusätzlich<br />
kannst du selbst geerntete Minzblätter<br />
zerpflücken und kurz ziehen lassen. Die<br />
Zitrone verschafft dir nicht nur einen<br />
angenehmen Geschmack im Mund,<br />
sondern regt auch zusammen mit<br />
dem Wasser die Verdauung und den<br />
Stoffwechsel an.<br />
5. Dehnen und Gymnastik<br />
Der letzte goldene Tipp für deinen Wach-<br />
Kick in der Frühe: Bewegung. Keine<br />
Angst, das ist nicht zwingenderweise<br />
die ausgedehnte Laufrunde zum<br />
nächstgelegenen See. Auch in Form<br />
von Yoga, Tai-Chi oder schlichten<br />
Dehnübungen kannst du deinen Körper<br />
am Morgen aufwecken und den Herz-<br />
Kreislauf so richtig in Schwung bringen.<br />
Dein Puls wird durch Bewegung<br />
aktiviert und sendet diese Signale an<br />
die restlichen Synapsen in deinem<br />
Organismus. Angenehmer Nebeneffekt:<br />
Deine Muskeln erhalten gleich zu<br />
Beginn eine ausgedehnte Auflockerung<br />
und entkrampfen sich. Besonders bei<br />
einer nicht perfekt ergonomischen<br />
Matratze kann es manchmal zu<br />
Verspannungen an Nacken oder Rücken<br />
kommen. Mehr oder weniger sanfte<br />
Sportübungen - es reichen auch schon<br />
10 Minuten - schaffen hier Abhilfe und<br />
schicken dich auf jeden Fall mit einem<br />
guten Gefühl in den Tag. Musik verleiht<br />
zusätzliche Motivation und hebt noch<br />
einmal mehr die Laune - let‘s go!<br />
Fazit<br />
Ob Ingwertee, (Eis-)Dusche, ein<br />
gesundes leckeres Frühstück oder Yoga<br />
- es gibt viele Wege, wie du am Morgen<br />
wach werden kannst, ohne zwingend<br />
Kaffee zu konsumieren. Entdecke<br />
den besten Weg für dich persönlich<br />
und schaffe dir deine ganz eigene<br />
Morgenroutine.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 61 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FOOD<br />
Tipps<br />
für deinen<br />
nächsten<br />
Einkauf<br />
SO SPARST DU BEI LEBENSMITTELN GELD<br />
Im Supermarkt betören dich Sonderangebote, bunte Verpackungen<br />
und appetitliche Präsentationen – und schon landet mehr<br />
in deinem Einkaufswagen, als du dir eigentlich vorgenommen<br />
hast. Damit du den Versuchungen leichter widerstehen kannst,<br />
haben wir dir einige Tipps zusammengestellt. So kannst du beim<br />
Einkaufen Geld sparen!<br />
Nicht nur auf Augenhöhe suchen<br />
In Supermarktregalen ist es nicht dem Zufall überlassen, wo ein<br />
Produkt platziert wird. Günstige Produkte findest du oft unten<br />
oder ganz oben im Regal. Auf Augenhöhe befinden sich hinge-<br />
gen häufig Produkte, die teurer sind, zum Beispiel Markenartikel. Deshalb<br />
lohnt es sich, wenn du wirklich alle Preise mit dem Blick scannst und nicht<br />
das Erstbeste nimmst, das dir ins Auge sticht.<br />
Eigene Beutel und Gemüsenetze mitbringen<br />
Gewöhne dir an, immer einen Beutel in der Handtasche oder im Auto aufzubewahren,<br />
um auch für spontane Einkäufe gewappnet zu sein. Eine Tüte<br />
kostet zwar nicht die Welt, doch die Beträge summieren sich. Zusätzliche<br />
Gemüsenetze – die teilweise auch kostenpflichtig werden sollen – helfen dir<br />
zudem, Plastik zu sparen.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 62 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FOOD<br />
Keine Angst vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum!<br />
Das Preisgedächtnis trainieren<br />
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Verbrauchsdatum,<br />
sondern garantiert nur eine bestimmte Beschaffenheit des Produkts.<br />
Viele Supermärkte verkaufen Waren, deren MHD bald abläuft, jedoch<br />
günstiger. Entsprechende Schnäppchen sind oft mit einem<br />
bunten Preisschild markiert. Einige Discounter präsentieren solche<br />
Waren auch in einer eigenen Kiste, zum Beispiel im Kühlregal.<br />
Den Zustand von Obst und Gemüse überprüfen<br />
Obst und Gemüse tragen kein Mindesthaltbarkeitsdatum, das dir<br />
die Orientierung erleichtern könnte. Die Qualität, Haltbarkeit<br />
und Reife des Produkts kannst du jedoch mithilfe deiner Sinne<br />
einschätzen. Kondenswasser, das sich innerhalb einer Plastikverpackung<br />
sammelt, kann kritisch sein – denn das feuchte Milieu<br />
begünstigt die Entstehung von Schimmel. Loses Obst und Gemüse<br />
bietet hingegen den Vorteil, dass du dir einzelne Früchte bzw.<br />
Gemüse-Artikel aussuchen kannst, du noch richtig frisch sind.<br />
Außerdem kannst du bei losen Artikeln genau so viel kaufen, wie<br />
du verbrauchst. Wenn zum Beispiel von einem Dreierpack Paprika<br />
immer eine verschimmelt, bevor du sie essen kannst, solltest du<br />
ausrechnen, ob zwei lose Paprika nicht günstiger sind.<br />
Einkaufszettel vorbereiten<br />
Versuche, dir die Preise in verschiedenen Läden zu merken. Grundnahrungsmittel<br />
kosten in vielen Geschäften gleichviel, doch hier und<br />
da können Unterschiede auftreten. Manchmal passen die Supermärkte<br />
die Preise an – aber nicht genau gleichzeitig. Dadurch entsteht<br />
mitunter eine Übergangsphase, in der zum Beispiel Haferflocken bei<br />
einer Supermarkt-Kette schon teurer sind, während die Preise bei einem<br />
anderen erst etwas später anziehen. Indem du den Preisen von<br />
einzelnen Produkten, die du häufig kaufst, Beachtung schenkst, können<br />
dir solche Veränderungen auffallen.<br />
Preise vergleichen – aber richtig!<br />
Vielleicht erinnerst du dich noch an die Rechenaufgaben aus deiner<br />
Grundschulzeit, für die du Preise miteinander vergleichen musstest.<br />
Wenn du beim Einkaufen Geld sparen möchtest, lohnt es sich, diese<br />
Fähigkeit wiederzubeleben. Achte auf den Preis pro Kilogramm oder<br />
pro Liter, wenn du verschiedene Sorten von Nudeln, Duschgel und<br />
anderen Waren vergleichst. Bei Waschmittel und ähnlichen Produkten<br />
solltest du zudem die Verbrauchsmenge beachten. Auf dem Preisschild<br />
von Waschmittel findest du deshalb oft die Angabe, wie viel ein<br />
solches Produkt pro Waschladung kostet.<br />
Coupons und Punkte sammeln<br />
Fotos: Gorodenkoff; haushe / stock.adobe.com<br />
Ein Einkaufszettel hilft dir dabei, dich nicht von Angeboten verführen<br />
zu lassen. Schreibe dir in Ruhe auf, was du wirklich brauchst<br />
– und halte dich im Laden daran. Einige Punkte sind allerdings<br />
verhandelbar: Welches Gemüse gerade besonders günstig ist, kann<br />
sich schnell ändern. Für mehr Flexibilität kannst du also Punkte<br />
wie „Gemüse“ offenlassen und dich im Geschäft für das günstigste<br />
Angebot entscheiden.<br />
Planung: Angebote sichten<br />
Viele Supermärkte und Discounter veröffentlichen vorab, welche<br />
Produkte sie demnächst besonders preiswert anbieten. Entsprechende<br />
Informationen findest du meistens auch online. Dieses Wissen<br />
kannst du nutzen, um deine Einkaufsliste zu schreiben. Achte<br />
jedoch darauf, dich auch beim Lesen der Angebote nicht verführen<br />
zu lassen! Manche Discounter wiederholen ihre Preisaktionen in<br />
bestimmten Abständen: Saisonale Artikel kehren oft ein Jahr später<br />
in ähnlicher Form wieder, wenn sie sich gut verkauft haben. Bei anderen<br />
Produkten können die Abstände durchaus kürzer sein, zum<br />
Beispiel bei Preisaktionen für zeitlose Süßigkeiten.<br />
Verarbeitete Produkte sind oft teurer<br />
Häufig kannst du durch Selbermachen Geld sparen. Fertiggerichte<br />
zu kaufen, ist meistens teurer als das Essen selbst zuzubereiten –<br />
auch, wenn der Preis für eine Portion Instant-Nudeln auf den ersten<br />
Blick günstig erscheint. Das gilt sowohl für Mahlzeiten zum<br />
Aufwärmen als auch für Sandwiches & Co. Unter der Marinade von<br />
abgepacktem Fleisch kannst du zudem nicht erkennen, in welchem<br />
Zustand sich die Ware befindet.<br />
Manchmal findest du auf dem letzten Kassenzettel, in einem Werbeprospekt<br />
oder im Internet Coupons, mit denen du bei deinem nächsten<br />
Einkauf Geld sparen kannst. Häufig bezieht sich ein solcher Preisnachlass<br />
allerdings nur auf ein bestimmtes Produkt. In diesem Fall<br />
solltest du dich zuerst fragen, ob du das Produkt überhaupt benötigst<br />
oder ob es nicht Alternativen gibt, die sogar ohne Coupon noch günstiger<br />
sind. Neben Coupons bieten Payback-, Treuepunkte & Co. die<br />
Möglichkeit, an Prämien zu gelangen oder anderen Belohnungen zu<br />
erhalten.<br />
Nicht auf Marken achten<br />
Für viele Markenprodukte findest du Alternativen, die deutlich<br />
günstiger sind als das Original. Eigenmarken von Drogerien und<br />
Supermärkten bieten dir oft eine Auswahl von Basic-Produkten wie<br />
Körperpflegeprodukte und Grundnahrungsmittel, die ihren Zweck<br />
vollauf erfüllen und dabei auch noch preiswert sind.<br />
Den richtigen Moment abpassen<br />
Wenn du hungrig einkaufst, gehst du das Risiko ein,<br />
mehr zu kaufen als du beabsichtigt hast. Deshalb<br />
solltest du ein Geschäft am besten dann betreten,<br />
wenn du satt bist. Auch deine Stimmung kann<br />
sich auf dein Einkaufsverhalten auswirken.<br />
Neigst du zum Frust-Shopping? Dann<br />
hinterfrage deine Kaufentscheidungen<br />
in solchen Situationen besonders<br />
gründlich.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 63 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: treenabeena / stock.adobe.com
MENSCHEN<br />
Und<br />
PERSÖNLICHKEITEN<br />
&<br />
noch mehr interviews<br />
unter<br />
AJOURE.DE/PEOPLE<br />
Foto: Manuel Cortez
Foto: Rido / stock.adobe.com<br />
TRAVEL<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 67 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
6 GUTE GRÜNDE FÜR EINEN<br />
HERBSTTRIP AN DIE OSTSEE<br />
Die Ostseeküste Deutschlands ist in den Sommermonaten ein<br />
beliebtes und sehr gut besuchtes Reiseziel für viele Urlauber bundesweit.<br />
Die weitläufigen Sandstrände, das kühle, strahlend blaue<br />
Meer und unzählige gemütliche Restaurants laden zum Verweilen,<br />
Entspannen, Baden und Kraft tanken ein. Wer bereits einmal einen<br />
Ausflug an die Ostsee im Hochsommer unternommen hat, der<br />
weiß, dass es hier schnell ganz schön voll werden kann.<br />
Für viele deutsche Bundesländer ist der Anfahrtsweg an die Ostseeküste<br />
mit dem PKW relativ kurz. Aus diesem Grund entscheiden<br />
sich viele Menschen, besonders an den Wochenenden oder in<br />
der Ferienzeit, ganz spontan für einen Trip ans Meer. Deshalb wird<br />
es dort schnell ziemlich voll. Wenn du deinen Ostseetrip wirklich<br />
genießen möchtest, solltest du daher nicht im Sommer, sondern<br />
unbedingt im Herbst die Küste bereisen. Nachstehend haben wir<br />
sechs wirklich gute Gründe für dich zusammengestellt, warum<br />
sich ein Ausflug an die Ostsee im Herbst für dich so richtig lohnt.<br />
1. Farbenspiele des Herbstes<br />
Wenn der Herbst langsam beginnt, die Sommerferien längst vorüber<br />
sind und auch die letzten Sonnenanbeter die Strände verlassen<br />
haben, beginnt an der Ostseeküste die schönste Zeit des Jahres.<br />
Die bunt gefärbten Blätter an den Bäumen tauchen die Landschaft<br />
um die wunderschöne Küste herum in ein leuchtendes Farbenspiel.<br />
Hinzu kommen die letzten herbstlichen Sonnenstrahlen, die auf<br />
das ruhige, idyllische Meer hinabstrahlen. Unzählige Farbtöne<br />
sind durch dieses Naturspektakel zu erkennen und du wirst dich<br />
wie in einer anderen Welt fühlen. Eine solche natürliche Schönheit<br />
muss man einfach einmal gesehen haben. Und das Beste daran:<br />
Die atemberaubende Umgebung kannst du ohne jede Hektik genießen.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 68 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
Fotos: marcus_hofmann; contrastwerkstatt; pixs.sell / stock.adobe.com<br />
2. Die Preise sinken<br />
In der Hauptsaison können die Preise für Unterkünfte an der Ostseeküste<br />
rasant in die Höhe steigen. Bereits für ein verlängertes<br />
Wochenende wird man hier schnell mehrere hunderte Euro los.<br />
Zudem sind viele gute Hotels bereits lange im Voraus ausgebucht,<br />
sodass man häufig auf noch teurere Alternativen zurückgreifen<br />
muss. Im Herbst läuten die Hotels und Pensionen jedoch offiziell<br />
die Nebensaison ein. Dies hat zur Folge, dass die Preise enorm sinken.<br />
Als Urlauber im Herbst kannst du daher nicht nur bares Geld<br />
bei der Buchung einer Unterkunft für deinen Trip sparen, sondern<br />
hast zudem auch die Möglichkeit, zwischen vielen freien Zimmer<br />
in ganz unterschiedlichen Hotels zu wählen.<br />
3. Stau und stockenden Verkehr umgehen<br />
Durch den enormen Andrang in den Sommermonaten herrscht<br />
auf den Autobahnen, die Richtung Küsten führen, oftmals Stillstand.<br />
Die Straßen sind völlig überfüllt und es kommt zu lästigen<br />
Verkehrsbehinderungen und Staus. Wenn du dich nicht bereits<br />
vor Sonnenaufgang oder aber spät am Abend auf den Weg machst,<br />
musst du mit langen Fahrtwegen rechnen. Dies kann dir bereits vor<br />
Ankunft ordentlich die Laune verderben und kostet dich wertvolle<br />
Zeit, die du normalerweise bereits am Strand verbringen könntest.<br />
Entscheidest du dich jedoch für eine Reise in den Herbstmonaten,<br />
sind die Autobahnen frei und du kommst deutlich schneller ans<br />
Ziel.<br />
4. Ruhe genießen und entspannen<br />
Die turbulenten Sommermonate bringen unzählige Touristen an<br />
die Strände der Ostsee. Oftmals sind diese so überlaufen und überfüllt,<br />
dass von Ruhe und Entspannung keine Rede mehr sein kann.<br />
Ein Handtuch liegt dicht neben den nächsten. An etwas Privatsphäre<br />
oder Bewegungsfreiheit ist da nicht einmal zu denken. Im Herbst<br />
hingegen sind die weitläufigen Strände wie leergefegt. Erholsame<br />
Strandspaziergänge, bei denen du einfach einmal die Seele baumeln<br />
lassen kannst, sind somit möglich.<br />
Auch in den umliegenden Restaurants und Gaststätten sind keine<br />
Tischreservierungen von Nöten. Du kannst dich ganz spontan in<br />
einem gemütlichen Restaurant niederlassen und köstliche, frisch<br />
zubereitete Spezialitäten des Nordens genießen. Es herrscht kein<br />
hektischer Hochbetrieb mehr, sondern eine gesellige und ruhige<br />
Atmosphäre. Hektik und Alltagsstress sind mit einem Mal vergessen.<br />
5. Erfolgreiche Bernsteinsuche<br />
Bernstein gilt nach wie vor als beliebtestes Urlaubssouvenir der<br />
Ostseeküste. Nur selten gelingt es Touristen jedoch in der Realität<br />
einen solchen zu finden. In den Herbstmonaten erhöht sich die<br />
Chance, ein wertvolles Schmuckstück zu finden, allerdings enorm.<br />
Dies ist auf die Witterungsverhältnisse zurückzuführen. Durch<br />
stürmische Tage wird der Meeresboden ordentlich aufgewirbelt.<br />
Hierbei werden immer wieder wunderschöne und heiß begehrte<br />
Bernsteine an die Strände gespült. Es lohnt sich daher, beim Spazieren<br />
gehen die Augen offen zu halten<br />
6. Neue Seiten des Küstenlebens entdecken<br />
Während der Hochsaison sind die vielen kleinen Küstenorte für die<br />
meisten Besucher zweitrangig. An erster Stelle wollen alle Urlauber<br />
sich am Strand vergnügen, im Meer für etwas Abkühlung sorgen<br />
und ordentlich Sonne tanken. In der Nebensaison hingegen bieten<br />
sich völlig neue Möglichkeiten für Touristen, um die Ostseeküste<br />
von einer anderen Perspektive aus zu entdecken.<br />
Zum einen ist es in der Nebensaison möglich, die verschiedenen<br />
Küstenorte zu besuchen und etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.<br />
Außerdem besteht die Option, mit einem regionalen Fischer<br />
raus aufs Meer zu fahren, und ihm bei seiner Tätigkeit zuzusehen.<br />
Hierbei kannst du nicht nur eine ganze Menge lernen und neue<br />
Erfahrungen sammeln, sondern im Anschluss an den spannenden<br />
Bootsausflug den frisch gefangenen Fisch in verzerren. Grundsätzlich<br />
ist es in der Nebensaison möglich, mehr über das Leben der<br />
Einwohner und dessen Alltag zu erfahren.<br />
Auch der gewöhnliche Strandspaziergang kann im Herbst zu einem<br />
besonderen Abenteuer werden, beispielsweise dann, wenn man<br />
sich trotz kälterer Temperaturen in das kühle Nass wagt. Gummistiefel<br />
stellen hierbei die optimale Lösung dar. Die bunten, wasserabweisenden<br />
Treter, die stark an Kindheitstage erinnern, eigenen sich<br />
ideal für einen ausgiebigen Spaziergang ganz nah am oder sogar<br />
im Meer.<br />
Auch für Hundebesitzer eignet sich ein Besuch der Ostseeküste im<br />
Herbst ganz besonders. Anders als in der Hauptsaison ist es Hunden<br />
im Herbst nämlich gestattet, die gesamten Strände zu erkunden.<br />
Einem erholsamen Urlaub mit Vierbeiner steht somit nichts<br />
im Wege.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 69 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
Eine Reise nach Tschernobyl:<br />
Wie sicher ist der Abenteuertrip in die Geisterstadt?<br />
Obgleich noch immer der Geigerzähler ausschlägt, zählt Tschernobyl<br />
zu den beliebtesten Abenteuertrips der vergangenen Jahre.<br />
Schätzungsweise 70.000 Touristen besuchten 2018 das in der<br />
Ukraine liegende radioaktiv verseuchte Sperrgebiet: Tendenz<br />
steigend. Touranbieter melden für dieses Jahr bereits einen Buchungsanstieg<br />
um 30 bis 40 Prozent. Die Ursache für diesen Hype<br />
liegt unter anderem in der US-Erfolgsserie „Chernobyl“ von HBO<br />
begründet, die seit Mai dieses<br />
Jahres über Sky ausgestrahlt<br />
wird. Was dich auf deinem Trip<br />
nach Tschernobyl, 33 Jahre<br />
nach dem Supergau, erwartet<br />
und welche Sicherheitsvorkehrungen<br />
du beachten solltest,<br />
verraten wir dir hier.<br />
Die ukrainische<br />
Geisterstadt Prypjat<br />
Du stehst auf Horrorfilme?<br />
Dann ist die rund vier Kilometer<br />
vom Unglücksreaktor<br />
Tschernobyl entfernt gelegene<br />
und einst knapp 50.000 Einwohner<br />
beherbergende Geisterstadt<br />
Prypjat genau das<br />
Richtige für dich. Im Wind<br />
knarrende, längst verrostete<br />
Riesenradgondeln sowie mit<br />
rotbraunem Rost und Gras bedeckte<br />
Wagen eines Autoscooters<br />
erwarten den wagemutigen<br />
Besucher. Auf dem Gelände<br />
des einstigen Freizeitparks, der<br />
heute einem Gruselpark ähnelt,<br />
ächzt und knirscht es an allen<br />
Enden.<br />
Leerstehende und teils eingefallene<br />
Häuser mit zerbrochenen Scheiben säumen die verlassenen<br />
und menschenleeren Straßen. Schulen und Kindergärten,<br />
in denen keine Kinder mehr lachen oder toben. Ein bis an das<br />
Mauerwerk zugewuchertes Schwimmbad mit einem gruselig anmutenden<br />
Sprungturm. Leere, Zerfall und Düsternis, wohin man<br />
blickt. Jeder Schritt und jeder Laut hallt in den Ruinen nach. Die<br />
perfekte Kulisse für einen gelungenen Horrorfilm - mit einem<br />
Unterschied: Das Szenario ist „echt“. Das Gruselfeeling, von dem<br />
der Besucher hier erfasst wird, ist sonst höchstens aus Filmen<br />
oder Videospielen bekannt. In Prypjat bei Tschernobyl wurde aus<br />
Fiktion knallharte Realität.<br />
Wie es zu dem Unglück kam<br />
Vor nunmehr 33 Jahren, am 26. April<br />
1986, führte im Kernkraftwerk<br />
Tschernobyl, nahe der Stadt Prybjat,<br />
ein fehlgeschlagener Test zu der<br />
bekannten Nuklearkatastrophe. Für<br />
einen eventuellen Stromausfall sollte<br />
am Reaktor 4 des Kernkraftwerkes<br />
überprüft werden, ob dieser im<br />
Ernstfall noch genügend Strom liefert,<br />
um ihn sicher abzustellen. Der<br />
Versuch ging schief, und der Reaktorblock<br />
überhitzte und explodierte,<br />
wobei große Mengen radioaktiven<br />
Materials freigesetzt wurden. Alles<br />
in der Umgebung, egal ob Mensch,<br />
Tier oder Natur, war der Strahlung<br />
hilflos ausgesetzt. Schätzungsweise<br />
350.000 Menschen mussten evakuiert<br />
werden und ihr Zuhause verlassen.<br />
Es wurde eine Sperrzone von 30<br />
Kilometern Umkreis errichtet. Trotz<br />
der hohen Strahlenbelastung kehrten<br />
einige Menschen in die Sperrzone<br />
zurück und teilen sich nun die<br />
Region mit Touristen.<br />
Das heutige Prybjat<br />
Trotz Strahlenbelastung wurde die<br />
Stadt im Verlauf der Jahre wiederholt<br />
von illegalen Besuchern und<br />
Plünderern heimgesucht. Um für den Fall eines weiteren Unfalls<br />
schnelle Zufahrtswege zu schaffen, sind dort noch annähernd<br />
4.000 Arbeiter beschäftigt. Die Straßen wurden bereits dekontaminiert,<br />
was bedeutet, dass sie weitgehend von der schädlichen<br />
Strahlung befreit wurden. Die aktuelle Strahlung liegt bei einem<br />
Fotos: enolabrain; Stefan; konoplizkaya / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 70 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
Messwert von 0,97 Mikrosievert pro Stunde. Im Vergleich dazu<br />
liegt in Deutschland die natürliche Strahlung bei circa 2,0 Millisievert<br />
im Jahr. Umgerechnet entspricht dies einer Dosis von 0,23<br />
Mikrosievert pro Stunde. Bei kürzeren Aufenthalten im betroffenen<br />
Gebiet stellt dies also kein unmittelbares Gesundheitsrisiko<br />
mehr dar. Die Pflanzen und Tiere der Gegend haben sich offensichtlich<br />
gut an die Radioaktivität angepasst. Ein ausgedehntes<br />
Forschungsfeld hat sich hier für die Wissenschaft<br />
eröffnet. Die Forscher untersuchen<br />
seit Jahren die Entwicklung und<br />
Vegetation der heimischen Arten, wobei<br />
das Augenmerk besonders auf etwaige<br />
Veränderungen gerichtet wird.<br />
Touren und Ausflüge<br />
nach Tschernobyl<br />
25 Jahre nach dem verheerenden Unglück<br />
wurde Prybjat und die Umgebung<br />
für den Tourismus eröffnet. Die radioaktiv<br />
kontaminierte Stadt im Zentrum des<br />
Sperrgebiets wird laut Forbes <strong>Magazin</strong> in<br />
die Rubrik „world’s unique place to visit“<br />
eingestuft. Das Stichwort lautet: Dark<br />
Tourism. Für einen Besuch in Prypjat<br />
und den umliegenden Dörfern in der<br />
Sperrzone von Tschernobyl brauchst du<br />
eine gültige Zugangsberechtigung. Diese<br />
Berechtigung wird nur von ukrainischen<br />
Reiseveranstaltern ausgehändigt.<br />
Die geführte Reise startet in den meisten<br />
Fällen mit dem Bus oder Van ab dem 100<br />
Kilometer entfernt gelegenen Kiew und<br />
wird von professionellen Guides begleitet,<br />
die dich durch Prybjat und das Sperrgebiet führen. Ein zusätzliches<br />
Angebot besteht in Treffen mit Zeitzeugen, die den Besuchern<br />
einen hautnahen Einblick in die Geschehnisse vermitteln.<br />
Für einen nachhaltigeren Eindruck können mehrtägige Touren<br />
nach Tschernobyl gebucht werden.<br />
Der Preis für die eintägige Tour beläuft sich auf etwa 80 Euro und<br />
umfasst sowohl den Besuch des Atomkraftwerks in Tschernobyl<br />
als auch die Geisterstadt Prybjat. Zu den Stationen der Tour<br />
zählen verlassene Kindergärten und Schulen mit umgefallenen<br />
Stühlen und Regalen sowie auf dem Boden verstreuten Blättern.<br />
Desgleichen wird ein Krankenhaus besucht, in dem sich die verrosteten<br />
Bettchen der einstigen Säuglinge aneinanderreihen und<br />
die von Tieren zerfetzten Puppen herumliegen. Ein wahrlich<br />
grauenerregender Anblick. Das wie von Geisterhand sich drehende<br />
Riesenrad mit seinen verrosteten und schaukelnden Gondeln<br />
sowie das verfallene und leere Schwimmbad gleichen der Filmkulisse<br />
zu einem apokalyptischen Blockbuster; sie hinterlassen auch<br />
bei einmaligem Besuch einen unvergesslichen Eindruck.<br />
Für eine mehrtägige Tour findest du Übernachtungsmöglichkeiten<br />
in einem Hostel direkt im Sperrgebiet von Tschernobyl. Inklusive<br />
Dusche, WLAN und Fernsehen liegt der Preis für eine<br />
Übernachtung in dem einfachen Hostel bei umgerechnet 7 Euro.<br />
Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Auch als Gast des Hostels<br />
darfst du die Geisterstadt nicht in Eigenregie erkunden, sondern<br />
nur im Rahmen einer geführten Tour!<br />
Die Veranstalter weisen explizit darauf hin,<br />
dass die Teilnehmer der Touren ihr eigenes<br />
Trinkwasser sowie eigene Verpflegung für unterwegs<br />
mitbringen sollen. Die Lebensmittel<br />
und das Wasser in der Region gelten noch immer<br />
als radioaktiv kontaminiert und insofern<br />
als gesundheitsschädlich. Ein eigener Geigerzähler<br />
wird ebenfalls empfohlen, um während<br />
der Tour die Strahlenbelastung zu messen.<br />
Sollte kein eigener Geigerzähler vorhanden<br />
sein, kann er vor Ort ausgeliehen werden.<br />
Sicherheitshinweise für eine Reise<br />
nach Prybjat<br />
Wenn du eine Reise in das ehemals stark verseuchte<br />
Gebiet in Tschernobyl wagst, solltest<br />
du einige Sicherheitshinweise beachten. Trotz<br />
der vergangenen 33 Jahre seit dem Unglück<br />
sind durch die Nähe zum Reaktor die Gebäude<br />
und Pflanzen noch immer radioaktiv belastet.<br />
Aus diesem Grund ist das Sammeln von Pilzen<br />
und Beeren strengstens untersagt. Ebenso<br />
ist das Berühren von Pflanzen, der Wände<br />
von Gebäuden sowie sämtlicher Gegenstände<br />
verboten. Laut Veranstalter ist jedoch keine<br />
besondere Schutzkleidung vonnöten; langärmelige<br />
Kleidung und festes Schuhwerk reichen aus, um sich vor<br />
der noch bestehenden Strahlung zu schützen.<br />
Bei der Ein- und Ausreise ins Sperrgebiet wird der Strahlungslevel<br />
gemessen sowie die behördlichen Genehmigungen überprüft.<br />
Um diese Sicherheitsformalitäten kümmert sich im Normalfall<br />
der Veranstalter. Bei einem Aufenthalt in der Ukraine von bis zu<br />
90 Tagen brauchen Deutsche lediglich einen gültigen Reisepass;<br />
ein Visum wird nicht benötigt.<br />
Bist du bereit für eine Reise nach Tschernobyl?<br />
Ein Ausflug nach Tschernobyl ist nichts für schwache Nerven,<br />
doch unglaublich beeindruckend. Das havarierte Atomkraftwerk<br />
führt eindringlich das Ausmaß an Gefährlichkeit und Zerstörungskraft<br />
nuklearer Strahlung vor Augen. Es mahnt zu Vorsicht<br />
und Demut im Umgang mit radioaktivem Material und erinnert<br />
an die verheerenden und langanhaltenden Folgen für Mensch,<br />
Tier und Natur.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 71 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
KEEMALA<br />
RESORT IN<br />
PHUKET,<br />
THAILAND:<br />
WO LUXUS AUF<br />
NACHHALTIGKEIT<br />
TRIFFT<br />
Du planst deinen nächsten Urlaub und<br />
bist dir über eines genau im Klaren: Nachhaltigkeit<br />
steht an erster Stelle! Trotz dessen<br />
möchtest du verwöhnt werden und in<br />
reinem Luxus verweilen?<br />
Willkommen beim<br />
Keemala Resort in Phuket:<br />
Eines der innovativsten Resorts<br />
in ganz Thailand!<br />
Dort kannst du dem Alltag entfliehen und<br />
die Natur in höchstem Maße genießen.<br />
Denn in den tropischen Wäldern von<br />
Phuket herrscht absolute Stille. Die 38 Villen<br />
schlängeln sich um Bäume und Wasserfälle.<br />
Anstatt lauter Musik ausgesetzt zu<br />
sein, herrscht ihr eine Einkehr der Ruhe.<br />
Denn hier kannst du zu Vogelgesängen<br />
und anderen Tieren lauschen. Aber auch<br />
weitere Zimmer und Suiten, wie die Vogelnester<br />
sind ein einmaliges Erlebnis für<br />
Jung und Alt.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 72 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / TRAVEL<br />
Die Architektur:<br />
Im Einklang mit der Natur<br />
Fotos: Keemala Resort / Green Pearls<br />
Die Landschaftsbilder werden oft<br />
durch riesige Hotelbauten zerstört.<br />
Das Gegenteilige wurde durch den Bau<br />
dieses Resorts realisiert. Keine hohen<br />
Gebäude, die die Berglandschaft beeinträchtigen<br />
könnten. Die natürlichen<br />
Wasserressourcen, Bäume und Böden<br />
sind entweder unverändert geblieben<br />
oder wurden nur minimal verändert.<br />
Der hohe Einsatz von Glas reduziert<br />
außerdem das synthetische Licht, da<br />
der Anteil des natürlichen Tageslichtes<br />
gesteigert wird. Auch der Verbrauch<br />
von Holz wurde beim Bau reduziert.<br />
Anstatt dessen wurde umweltfreundliches<br />
Kunststoff verwendet, um die<br />
Abholzung der Wälder zu vermeiden.<br />
Geringer Co2-Abdruck:<br />
Eigenes Wasseraufbereitungssystem<br />
und vieles mehr!<br />
Bereits bei der Konzeption wurde darauf<br />
geachtet, natürliche Ressourcen zu<br />
nutzen und mit der Natur schonend<br />
im Einklang zu sein. Den CO2-Fußabdruck<br />
klein zu halten, ist eines der<br />
vielen umweltschonenden Ziele dieses<br />
Resorts. Beispielsweise wird jede<br />
Villa mit einem eigenen Wasseraufbereitungssystem<br />
versorgt. Die Wasserwerte<br />
werden zwei Mal jährlich in<br />
einem Labor überprüft, um eine gute<br />
Qualität zu gewährleisten. Das Abwasser<br />
wird gespeichert und auf den<br />
Plantagen zu Bewässerung eingesetzt.<br />
Zudem werden Wasserpflanzen im<br />
Bach, dem Wasserfall und in den anderen<br />
Gewässern genutzt, um eine<br />
natürliche Reinigung vornehmen zu<br />
können. Dementsprechend ist das<br />
nachhaltig erwirtschaftete Wasser klar<br />
und sauber, auch ohne den Einsatz von<br />
Chemikalien.<br />
Vorausschauend wurde auch der<br />
Plastikmüll bereits 2015 zum Thema<br />
gemacht, sehr innovativ für eine asiatische<br />
Insel. Trinkwasser erhalten die<br />
Gäste deswegen nur in Glasflaschen,<br />
Papierstrohhalme werden genutzt und<br />
die Toiletten sind mit speziellem Klopapier<br />
ausgestattet, welches aus Recyclingpapier<br />
und Stoff besteht. Des Weiteren<br />
werden die Gäste im Hotel über<br />
die Aktivitäten mit Tieren im Land<br />
aufgeklärt, bei denen diese ausgenutzt<br />
werden. Diese Touren werden im Hotel<br />
erst gar nicht angeboten, beispielsweise<br />
Tiger- und Delfinshows oder das Elefantenreiten.<br />
Im eigenen Areal können<br />
gerettete Tiere bestaunt werden. Sowohl<br />
Wasserbüffel als auch kleine Ziegen,<br />
Enten, Pfauen und Hühner leben<br />
in Keemala.<br />
Farm-to-Table:<br />
Der Anbau eigener Produkte<br />
Die Initiatoren dieses Resorts sind die<br />
beiden Geschwister Samornpun Somnam<br />
und Tanapong Somnam. Beide<br />
legen höchsten Wert auf die regionale<br />
Kultur und heimische Werte. Derzeit<br />
sind bereits rund 50 Prozent des Gemüses<br />
und der verwendeten Kräuter<br />
aus dem eigenen Bio-Garten des Resorts.<br />
Auch Kochkurse werden angeboten,<br />
um den Gästen zu zeigen, wie<br />
beispielsweise ein Thai-Curry zubereitet<br />
wird. Die Zutaten dafür werden<br />
selbstverständlich frisch im eigenen<br />
Garten geerntet. Der Fisch wird von<br />
umliegenden Dörfern bezogen. Auch<br />
die Mitarbeiter werden dahingehend<br />
geschult, umweltbewusst zu leben.<br />
Generell kann in einem der vier Restaurants<br />
gespeist werden. Vor allem<br />
im Mala Restaurant und der Mala Bar<br />
kann die einmalige Atmosphäre genossen<br />
werden.<br />
Beste SPA-Angebote<br />
Wellness-Angebote kannst du im Mala<br />
Spa genießen. Die traditionellen Heilmethoden<br />
und Kurse wie Yoga versetzen dich mit<br />
Sicherheit in Ausgelassenheit und Entspannung.<br />
Auch Massagen und ein perfekt durchdachtes<br />
Fitness-Programm lassen keinerlei Wünsche offen.<br />
Strände<br />
Ein kleiner, aber feiner Strand ist der Laem<br />
Singh. Er ist wenig frequentiert und malerisch<br />
anzuschauen. Dieser ist durch eine zehnminütige<br />
Fahrt mit dem Auto und einem Boot schnell<br />
erreichbar.<br />
Einer der Favoriten ist Nai Thon. Das Wasser ist<br />
dort kristallklar und das Schnorcheln ein absoluter<br />
Traum. In der Trockenzeit kann aufgrund der Wellen<br />
nicht geschwommen werden, die zu spürende<br />
Energie ist jedoch umso deutlicher spürbar. Die<br />
Fahrt vom Hotel dauert um die vierzig Minuten.<br />
Zu guter Letzt ist auch der Mai Khao-Strand empfehlenswert.<br />
Denn die Fahrt zu diesem Abschnitt<br />
inmitten des Nationalparks ist bereits beeindruckend.<br />
Innerhalb von 50 Minuten kannst du bereits<br />
dort sein. Auf dem Weg sind zudem auch<br />
der Layan Beach an der Nordspitze des Bang Tao<br />
Beach und der Nai Thon Beach anzutreffen. Auch<br />
ein Mittagessen auf dem Weg dorthin ist in vielen<br />
Tagesplänen vereint.<br />
Einzigartiges Hotel<br />
Möchtest du deinen gesunden Lebensstil fördern<br />
und in der heimischen Kultur Thailands<br />
versinken? In diesem Resort warten unvergessliche<br />
Stunden auf dich. Zeit, ganz für sich zu sein,<br />
und das mitten auf Phuket, das gibt es selten.<br />
Exzellentes Essen, das auf ökologischem Anbau<br />
basiert, Stille und Einkehr, ein eigener Pool und<br />
der kurze Weg zum Strand - alles Gründe, die für<br />
einen Besuch dieses Resorts sprechen. Breche aus<br />
dem Alltag aus und lande im Wunderland.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 73 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: PETA Deutschland e.V.
Foto: djile / stock.adobe.com<br />
FASHION
AJOURE / FASHION<br />
MUST-HAVE BASICS<br />
Die 9 besten Key-Pieces für einen minimalistischen Kleiderschrank<br />
Zwar ist die Mode immer im Wandel, doch es gibt auch<br />
gewisse immer modische Klassiker, die du in jeder Saison<br />
miteinander kombinieren kannst, ohne dadurch<br />
veraltet zu wirken. Daher sollten diese zehn Kleidungsstücke<br />
deinen minimalistischen Schrank füllen, damit<br />
du klamottenmäßig auf alle Fälle vorbereitet bist.<br />
T R E N D<br />
Style<br />
BELTED TRENCH COAT<br />
BEIGE<br />
€ 179,00<br />
TRENCHCOAT<br />
Als Dauerbrenner gilt hier der Camel<br />
Coat mit schlichtem Reverskragen<br />
und zwei Eingriff-Taschen.<br />
Inzwischen kannst du aber auch<br />
Modelle mit viel Schnickschnack<br />
wie besondere Knöpfe und Reißverschlüsse<br />
finden. Achte aber<br />
darauf, auf die Farben Schwarz,<br />
Marineblau oder Grau zurückzugreifen.<br />
Denn diese Farben gelten<br />
besonders bei einem Mantel als<br />
ein Zeichen des guten Geschmackes<br />
und lassen sich wunderbar<br />
kombinieren.<br />
ORGANIC<br />
COTTON JERSEY<br />
T-SHIRT - WHITE<br />
€ 19,00<br />
DAS WEISSE SHIRT<br />
Das weiße Shirt ergänzt perfekt eine Jeans und eine<br />
schwarze Lederjacke auf jeder Party. Aber auch mit Rock<br />
und Sneaker zauberst du ein tolles Sommer-Outfit. Und<br />
zu Hause kannst du es auch tragen, weil es unheimlich<br />
bequem ist und deine Bewegungsfreiheit nicht einschränkt.<br />
SCHWARZE PUMPS<br />
Schwarz lässt sich mit jeder Farbe kombinieren und wirkt dazu<br />
noch besonders erhaben. Deshalb machen schwarze Pumps<br />
immer einen besonders edlen Eindruck und eignen sich nicht nur<br />
für offizielle Anlässe, sondern auch zum Essen gehen, Party feiern<br />
oder auch fürs Theater.<br />
HÖGL<br />
PUMPS - SCHWARZ<br />
€ 160,00<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 76 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FASHION<br />
BIKER PRINCESS<br />
LEDERJACKE - SCHWARZ<br />
€ 199,95<br />
LIVING<br />
CRAFTS<br />
BANDEAU-BH<br />
SCHWARZ<br />
€ 32,99<br />
SCHWARZE<br />
LEDERJACKE<br />
Steht eine Party bevor und du<br />
weißt nicht, was du anziehen<br />
sollst? Dann ziehe deine Lederjacke<br />
an. Diese sollte aber unbedingt<br />
schwarz sein, damit sie dir<br />
den nötigen coolen Touch verleiht.<br />
Und achte vor dem Kauf, dass sie<br />
gut verarbeitet ist. Denn nur bei<br />
hochwertigem Leder hast du viele<br />
Jahre deine Freude damit und die<br />
zusätzlichen Euros machen sich<br />
durchaus bezahlt. Den Schnitt<br />
kannst du dagegen nach Belieben<br />
wählen.<br />
DER BH<br />
DIE WEISSE<br />
BLUSE<br />
Bei deiner Unterwäsche ist das<br />
wichtigste Kriterium, dass sie gut<br />
sitzt, damit du dich den ganzen<br />
Tag damit wohlfühlst. Ein gut stützender<br />
BH zaubert dir nicht nur<br />
eine schöne Silhouette, sondern<br />
verhindert auch das Durchschimmern<br />
deiner Nippel bei leichten<br />
Sommerstoffen. In den Farben<br />
Schwarz, Weiß oder Nude wird<br />
er unter deiner Kleidung fast unsichtbar.<br />
WEISSE<br />
SNEAKER<br />
Eine Bluse lässt sich nicht nur mit<br />
einem Blazer gut kombinieren –<br />
auch mit Lederjacke erzeugst du<br />
einen tollen Stilbruch, insbesondere,<br />
wenn sie weiß ist. Denn auch<br />
hier wirkt der Kontrast positiv. Je<br />
nachdem, ob du eine Jeans oder<br />
eine Stoffhose dazu trägst, wirkt<br />
der Look mehr casual oder edel.<br />
FELICITAAS<br />
HEMDBLUSE<br />
€ 69,95<br />
BLUE JEANS<br />
Fotos: PR / TRACDELIGHT; alonesdj / stock.adobe.com<br />
Sneaker harmonieren prächtig mit<br />
Lederjacke – insbesondere, wenn<br />
sie farblich einen Kontrast zur<br />
Oberkleidung bilden. Achte aber<br />
darauf, dass du nicht zu breite<br />
Sneaker ohne Zehenkappe wählst.<br />
Denn Modelle mit Zehenkappe<br />
und großer Breite wirken klobig<br />
und wirken meist zu aufdringlich<br />
für den Gesamteindruck deines<br />
Outfits.<br />
VEJA<br />
NET SUSTAIN V-10<br />
SNEAKERS - WEISS<br />
€ 125,00<br />
Als Basic gilt eine Skinny Jeans<br />
oder eine Flared Jeans. Am wichtigsten<br />
ist, dass diese dir im Schnitt<br />
steht und schön sitzt. Damit sie<br />
sich leicht mit anderen Kleidungsstücken<br />
kombinieren lässt, entscheide<br />
dich für ein Denim-Model,<br />
das nicht so ausgewaschen ist.<br />
ARMEDANGELS<br />
JEANS TILLY<br />
€ 99,95<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 77 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FASHION<br />
Geht faire Mode auch günstig?<br />
5 Eco-Fashion-Labels für den kleinen Geldbeutel<br />
Kleidung ist Teil unseres Alltags und oft ein sehr<br />
wichtiger. Laut Statistik sind Kleidungsartikel das<br />
am häufigsten gekaufte Online-Produkt. Und auch<br />
offline stehen sie schon an zweiter Stelle. Dabei ist<br />
die Modeindustrie eine der schädlichsten Branchen<br />
für Mensch und Natur. In Anbetracht der schlechten<br />
Bedingungen, unter denen die meisten Kleidungsstücke<br />
produziert werden, wenden sich immer mehr<br />
Menschen der fairen Mode zu. Jedoch hat diese noch<br />
immer den Ruf weit teurer zu sein, als ihre Verwandten<br />
aus der Fast Fashion. Mit dem aufkommenden<br />
Interesse an nachhaltiger Mode haben sich aber auch<br />
einige Fashionlabels gebildet, die durchaus mit den<br />
Preisen herkömmlicher Kleidung mithalten können.<br />
Hier präsentieren wir dir fünf Labels, die mit fairer<br />
und günstiger Mode punkten können.<br />
Armedangels<br />
Armedangels wurde 2007 in Deutschland gegründet.<br />
Mittlerweile wird ihr Sortiment auch in diversen<br />
Läden angeboten und so hat sich die Marke schon<br />
seit einiger Zeit auf dem Markt etabliert. Ihre Produkte<br />
bestehen ausnahmslos aus nachwachsenden<br />
Rohstoffen oder recyceltem Plastik und werden unter<br />
fairen Bedingungen in Europa und Asien produziert.<br />
Das Herkunftsland wird für jedes Produkt<br />
einzeln auf ihrer Website angegeben. Auch Zertifikate,<br />
wie GOTS, Fairtrade oder Fair Wear sind dort<br />
verzeichnet.<br />
Der zeitlose Stil und die hohe Qualität bilden einen<br />
soliden Grundstock. Außerdem zeichnet sich Armedangels<br />
durch ein großes Sortiment aus. Eines<br />
ist diesem Label auf jeden Fall gelungen: Stil unter<br />
umwelt- und menschenfreundlichen Bedingungen<br />
zu entwickeln.<br />
https://www.armedangels.de<br />
Grundstoff<br />
2007 gegründet, ist dieser Onlineshop bekannt<br />
für seine überaus preiswerten Waren. Basics, wie<br />
T-Shirts, gibt es dort beispielsweise schon ab 10€.<br />
Das Sortiment –inzwischen ausschließlich fair produziert<br />
- besteht hauptsächlich aus einer großen<br />
Auswahl an schlichten Kleidungsstücken.<br />
Die angebotenen Kleidungsstücke werden unter anderem<br />
von Labels wie ThokkThokk, Living Crafts,<br />
Fotos: instagram.com/dedicatedbrand; instagram.com/thoughtclothing; Logos: Armedangels, Grundstoff; ThokkThokk; Dedicated; Thought Clothing<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 78 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / FASHION<br />
MUD Jeans, HempAge und Bleed produziert.<br />
Auch auf deren Seite werden die<br />
entsprechenden Zertifikate angegeben<br />
und die Beschreibung jedes Produktes<br />
enthält Angaben zur Herstellung.<br />
https://www.grundstoff.net<br />
ThokkThokk<br />
Bei ThokkThokk wird alles biologisch,<br />
fair und vegan produziert. Der verwendete<br />
Baumwollstoff kommt hauptsächlich<br />
aus Indien und wird dann in<br />
Deutschland weiterverarbeitet. Schlichte<br />
Kleidungsstücke werden hier mit minimalistischem<br />
Grafikdesign versehen, das<br />
in Zusammenarbeit mit internationalen<br />
Künstlern entwickelt wurde. Kleidungsstücke<br />
findest du hier sowohl für Damen<br />
und Herren, als auch für Kinder.<br />
Der Shop achtet auch auf plastikfreie<br />
ökologische Verpackungen und der Versand<br />
erfolgt mit CO²-Ausgleich.<br />
Das Ziel dieses Labels ist es, faire Mode<br />
für jeden zugänglich zu machen und eine<br />
Alternative zu den gängigen Fast Fashion<br />
Labels zu bieten.<br />
Außerdem ist ThokkThokk seit 2014<br />
GOTS (Global Organic Textile Standard)<br />
zertifiziert und manche<br />
Produkte weisen zusätzlich<br />
noch weitere Zertifizierungen<br />
auf. Auch unterstützt das Label<br />
die indische Organisation<br />
SAVE, die sich für Kinder- und<br />
Frauenrechte einsetzt.<br />
www.thokkthokkmarket.com<br />
Die Kleidung besteht aus fair produzierter<br />
Bio-Baumwolle und wird zum größten<br />
Teil in Indien hergestellt. Hierbei<br />
stellen die Textilstandards GOTS und<br />
Fairtrade sicher, dass dies unter fairen<br />
Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung<br />
geschieht. Auf ihrer Website kannst<br />
du dich außerdem über die Zulieferer näher<br />
informieren.<br />
www.dedicatedbrand.com<br />
Thought Clothing<br />
Vormals unter dem Namen Braintree<br />
bekannt, bietet das faire Modelabel aus<br />
Australien eine große Auswahl an Herren-<br />
und Damenmode an. Inzwischen ist<br />
ihre Mode in über 1000 Shops vertreten.<br />
Von Beginn an setzte die Marke auf nachhaltige<br />
Rohstoffe wie Hanf, Bio-Baumwolle<br />
und Bambusfasern. Auch recycelte<br />
Materialien werden in der Produktion<br />
verwertet. Produktionsmuster und Altbestände,<br />
die keine Verwendung finden,<br />
spendet die Marke an Smart Works, Traid<br />
und In Kind Direct. Die Manufakturen<br />
werden laut Thought Clothing viermal<br />
pro Jahr überprüft, um faire Arbeitsbedingungen<br />
garantieren zu können.<br />
Nebenbei betreibt die Marke auf ihrer<br />
Website auch einen Blog, der sich neben<br />
Mode mit nachhaltigem Lebensstil beschäftigt.<br />
www.wearethought.com<br />
Dedicated<br />
Dedicated wurde 2006 in Schweden<br />
mit dem Ziel gegründet, eine<br />
nachhaltige Streetwear-Marke<br />
aufzubauen. Um dies zu verwirklichen,<br />
arbeitet Dedicated mit vielen<br />
verschiedenen Künstlern der<br />
Branche zusammen. Bei Dedicated<br />
gibt es vor allem ausgefallene<br />
Stücke, die mit ansprechenden<br />
Grafiken und Statements<br />
versehen sind.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 79 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Du bis
t Style<br />
Foto: Manuel / stock.adobe.com
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SO HOLST DU<br />
ALLES AUS DEM<br />
MUSIKDIENST RAUS<br />
#LIEBE<br />
CASUAL DATING<br />
DARAUF SOLLTEST DU<br />
BEIM EROTISCHEN<br />
TREFFEN ACHTEN<br />
Miley Cyrus<br />
#FASHION<br />
GÜNSTIGE FAIR<br />
FASHION LABELS<br />
QUALITÄT MUSS<br />
NICHT TEUER SEIN<br />
#BEAUTY<br />
NATURKOSMETIK<br />
MIT CBD<br />
WAS IST DRAN<br />
AN DEM HYPE?<br />
SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
WWW.AJOURE.DE<br />
Foto: Sony Music<br />
www.ajoure.de<br />
Foto: hocus-focus / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 82 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: Andrey Kiselev / stock.adobe.com<br />
BEAUTY
AJOURE / BEAUTY<br />
Natur<br />
Kosmetik<br />
SO GELINGT DIR DER UMSTIEG<br />
AUF NATÜRLICHE PRODUKTE<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 84 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: blackday; mizina / stock.adobe.com<br />
Naturkosmetik<br />
die besten Tipps und Infos<br />
Naturprodukte und Biomarken sind in aller Munde und in ganz<br />
verschiedenen Bereichen unseres Alltags auf dem Vormarsch. Kein<br />
Wunder, dass das auch für die Kosmetik gilt. Was spricht also dagegen,<br />
seinem Körper in Bezug auf die Hygiene- und Pflegeprodukte<br />
etwas Gutes zu tun? Schieb doch den chemischen Zusatzstoffen in<br />
deinen Kosmetika einen Riegel vor. Bye bye Silikon, auf Nimmerwiedersehen<br />
Parabene, Ciao Paraffin!<br />
Gründe für den Umstieg auf<br />
Naturkosmetik<br />
Die Gründe für den Umstieg sind vielseitig. Grundsätzlich ist<br />
eine solche Veränderung die einzige Möglichkeit, aus einem chemischen<br />
Teufelskreis auszubrechen. Denn die Silikon- oder Paraffinschichten<br />
aus den herkömmlichen Cremes, die sich auf der Haut<br />
absetzen, erscheinen auf den ersten Blick zwar pflegend, sorgen<br />
aber für einen Schweißstau unter der Oberfläche. Unter der schönen<br />
Silikon-Paraffin-Folie wird die Haut brüchig. Wäschst du die<br />
Schicht beim Duschen ab, fühlt sich das Gesicht unangenehm gespannt<br />
an. Folglich cremst du direkt nach. Und genau diesen Kreislauf<br />
solltest du beenden.<br />
Zudem gibt es einen ökologischen Grund, der für Naturkosmetik<br />
spricht. Denn bei vielen chemischen Pflegemitteln werden Mikro-Plastik-Partikel<br />
eingesetzt. Diese lassen sich von den Kläranlagen<br />
nicht aus dem Wasser filtern. So gelangen sie in die Gewässer,<br />
wo sie von Fischen und anderen Meeresbewohnern aufgenommen<br />
werden. Und diese landen dann womöglich später auf deinem Teller.<br />
Keine schöne Vorstellung, oder? Also lohnt es sich auch, auf<br />
Naturkosmetik zu setzen, um der Natur - und damit letztlich dir<br />
selbst - etwas Gutes zu tun.<br />
Wie läuft der Umstieg ab?<br />
Die hochwertigen Pflanzenöle aus den Naturmitteln dringen tief<br />
in deine Haut ein. Hier entfalten sie ihre volle Wirkung. Die geschädigten<br />
Zellen erhalten eine echte Frischzellenkur. Allerdings nimmt<br />
das ein wenig Zeit in Anspruch. Rötungen oder Pickel sollten dich<br />
in dieser Zeit nicht beunruhigen. Sie zeigen nur an, dass sich die<br />
Oberfläche an natürliche Einflüsse gewöhnt - schließlich gibt es<br />
keine Barriere aus Silikon und Paraffin mehr. Nach und nach bildet<br />
die Haut aber ihre eigenen Abwehrkräfte aus. Die verschiedenen<br />
chemischen Stoffe aus der Hornschicht werden ausgeschieden.<br />
Sollte deine Haut besonders empfindlich sein, empfehlen wir dir,<br />
sie mit einem milden Serum bei der Regeneration zu unterstützen.<br />
Auch eine wohltuende Pflegemaske kann eine gute Idee sein. Sobald<br />
sich die Haut von den schädlichen Stoffen befreit und auf die<br />
Umgebung eingestellt hat, freust du dich über herrlich glatte und<br />
strahlende Haut.<br />
Ähnlich sieht es bei deinen Haaren aus. Zunächst erscheinen sie<br />
trocken und matt. Das liegt an dem fehlenden lichtreflektierenden Silikonfilm.<br />
Mitunter reagiert das Haar zudem mit starkem Nachfetten.<br />
Doch auch das pendelt sich auf ein normales Maß ein, sodass du bald<br />
herrlich glänzende Haare präsentierst.<br />
Wichtige Tipps für den Umstieg<br />
auf Naturkosmetik<br />
Für einen erfolgreichen Umstieg solltest du einige Tipps berücksichtigen,<br />
damit kein Frust aufkommt. Zunächst einmal ist wichtig,<br />
dass du dir folgendes klar machst: Rom wurde nicht an einem Tag<br />
erbaut. Soll heißen, du musst nicht deine kompletten Gewohnheiten<br />
alle auf einmal umstellen. Vielleicht fängst du mit kleinen Schritten<br />
an und kommst so auch ans Ziel. Starte doch damit, dein Shampoo<br />
umzustellen. Hast du dich daran nach einiger Zeit gewöhnt, kommt<br />
das nächste Mittel dran, und so weiter. Dadurch hast du nicht eine<br />
große Hürde vor dir, sondern überspringst viele kleine spielend leicht,<br />
probiere es aus.<br />
Geduld ist gefragt<br />
Bei der Umstellung auf grüne Kosmetik solltest du dran denken,<br />
dass nichts von heute auf morgen passiert. Entscheidend ist, dass du<br />
den Mut nicht aufgibst. Bleib am Ball, wie es so schön heißt. Dein Körper<br />
benötigt eventuell mehrere Wochen - oder vielleicht sogar Monate<br />
- um die Umstellung zu bewältigen.<br />
Zunächst einmal kommt bei der Umstellung nämlich höchstwahrscheinlich<br />
ein wenig Frust auf. Denn dein Körper scheint zunächst mit<br />
den neuen Bedingungen so gar nicht einverstanden zu sein. Haut und<br />
Haare spielen verrückt. Aber keine Sorge, nach und nach gewöhnt er<br />
sich an die neuen Mittel.<br />
Überfordere deine Haut nicht<br />
AJOURE / BEAUTY<br />
Mach dir auch klar, dass nicht jedes Naturprodukt geeignet ist. Nur<br />
weil „Natur“ draufsteht, heißt das nicht automatisch, dass dein Körper<br />
die Inhaltsstoffe verträgt. Gerade bei ätherischen Ölen oder bei Präparaten<br />
mit hoher Alkoholkonzentration kann es zu Problemen kommen.<br />
Wer sich an den Naturprodukten versucht, der hat zunächst einmal<br />
eine neue und völlig unbekannte Auswahl vor sich. Da bekommt jeder<br />
Lust, sich durch das Sortiment zu probieren. Ausprobieren ist auf jeden<br />
Fall auch erlaubt und erwünscht. Kritisch wird es aber, wenn du ständig<br />
zwischen unterschiedlichen Produkten hin und her springst. Besonders<br />
empfindliche Haut ist mit diesen ständigen Umstellungen schnell überfordert.<br />
Im Übrigen ist zu beachten, dass allein eine Umstellung auf Naturkosmetik<br />
kein Garant für Erfolg ist. Wenn du spezielle Hautprobleme<br />
damit in den Griff bekommen willst, solltest du beachten, auch andere<br />
Bereiche deines Alltags zu verändern. Das gilt in besonderem Maße für<br />
die Ernährung. Hier ist es wichtig auf ausgewogene und gesunde Speisen<br />
zu achten. Denn die Nahrung hat einen entscheidenden Einfluss auf<br />
unsere Haut.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 85 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / BEAUTY<br />
CBD in der Naturkosmetik<br />
Was ist<br />
dran an<br />
dem Hype?<br />
Kaum ein Wirkstoff ist momentan häufiger Thema in der Beautyszene<br />
als CBD. Der in Hanfpflanzen enthaltene Wirkstoff verspricht<br />
gesunde und reine Haut, und sogar gegen schwerwiegende<br />
Hautprobleme wie Rosazea, Ekzeme und Akne soll CBD helfen.<br />
Doch was kann der Pflanzenstoff wirklich und ist CBD in Kosmetikprodukten<br />
legal?<br />
Wie sich CBD von der Droge aus der<br />
Cannabispflanze unterscheidet<br />
Weitaus bekannter als CBD ist der ebenfalls in Hanfpflanzen<br />
enthaltene Stoff THC, auch Tetrahydrocannabinol genannt, der<br />
wohl den meisten vorschwebt, wenn sie von Produkten hören, in<br />
denen Bestandteile der Hanfpflanze enthalten sind. THC gilt als<br />
illegales Rauschgift, das für seine freudig machenden und extrem<br />
entspannenden Highs bekannt ist. Im Gegensatz zu dem Rauschmittel<br />
THC ruft CBD keine Rauschzustände hervor, weshalb es<br />
in Kosmetika legal vertrieben werden darf und als unbedenklich<br />
gilt. Auch die Gewinnung von CBD unterscheidet sich von der<br />
des THCs, denn es kann nur aus weiblichen Hanfpflanzen gewonnen<br />
werden. CBD oder Cannabidiol gehört zu den Phytocannabinoiden,<br />
von denen mehr als einhundert in der Hanfpflanze gefunden<br />
werden können. Zwar besitzt auch CBD eine beruhigende<br />
Wirkung, ist aber nicht schädlich für das Nervensystem und wirkt<br />
antipsychotisch. Somit hat das in Kosmetika verwendete Hanfprodukt<br />
CBD nur wenig mit der berauschenden Droge gemein<br />
und wirkt nahezu gegenteilig.<br />
Beautywunder CBD - das kann das Hanfprodukt wirklich<br />
Hautberuhigende, entspannende und heilende Wirkungen werden<br />
CBD in der äußeren sowie inneren Anwendung zugeschrieben<br />
und das nicht umsonst: In Kosmetikprodukten wie Cremes,<br />
Lotionen und Balsam gilt der Wirkstoff der Cannabispflanze als<br />
echtes Allrounder-Talent, das die Haut durch enthaltenes Vitamin<br />
E in ihrer Regeneration unterstützt. In Kombination mit pflanzlichen<br />
Ölen stärkt es die natürliche Schutzfunktion der Haut und<br />
unterstützt die Zellregeneration, was es zum beliebten Inhaltsstoff<br />
für Anti-Aging-Produkte macht. Der Wirkstoff wirkt zudem antibakteriell<br />
und antiviral, was ihn besonders für die Gesichtspflege<br />
unreiner Haut optimal macht. Sogar schwerwiegende Hautunreinheiten<br />
und Akne lassen sich mit CBD in natürlichen Kosmetika<br />
wirksam und effektiv bekämpfen, wodurch der Wirkstoff in<br />
der Beautyszene große Bekanntheit erlangte.<br />
Auch für das Haar gilt CBD als nährreiche Wunderwaffe: Durch<br />
den hohen Proteingehalt des CBDs wird die Keratinsubstanz geschädigter<br />
Haare gestärkt, wodurch das Haar an Elastizität und<br />
Glanz gewinnt.<br />
Foto:s Africa Studio / stock.adobe.com; cbd-vital.de; ecco-verde.de<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 86 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / BEAUTY<br />
Da CBD eine natürlich entspannende und beruhigende<br />
Wirkung hat, wird es vermehrt bei Muskelkrämpfen und<br />
Gelenkbeschwerden angewendet, weil es hilft, Verspannungen<br />
zu lösen und Schmerzen sowie Entzündungen<br />
hemmt.<br />
CBD kann in der Behandlung von Hautkrankheiten<br />
eingesetzt werden<br />
Entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd,<br />
beruhigend - Die Liste der Wirkungen von CBD<br />
ist lang. Besonders bei schwerwiegenden Hautproblemen<br />
und Hautkrankheiten wie Ekzemen, Rosazea und<br />
Schuppenflechte kann der Wirkstoff der Hanfpflanze<br />
Abhilfe verschaffen. Auch Hautausschläge und Akne<br />
vermag der Pflanzenstoff zu lindern, was ihn nicht nur<br />
zu einem beliebten Inhaltsstoff für Naturkosmetik, sondern<br />
auch zu einem wahren Hautretter macht.<br />
So wird CBD angewendet<br />
Der pflanzliche Stoff kann von außen auf die Haut aufgetragen<br />
oder mit speziellen Mitteln zur Nahrungsergänzung<br />
aufgenommen werden. Am weitesten verbreitet<br />
ist die Verwendung von CBD als Zutat von natürlicher<br />
Kosmetik, in welcher der Stoff mit anderen pflanzlichen<br />
Inhaltsstoffen kombiniert wird. Während das rohe CBD<br />
eine grünliche Paste ergeben würde, die in der herkömmlichen<br />
Naturkosmetik wohl kaum Anklang finden<br />
würde, fällt der Wirkstoff in Cremes und Lotionen<br />
kaum auf: CBD ist schlecht in Wasser löslich, dafür aber<br />
umso besser in Ölen, was den Wirkstoff perfekt zur Anwendung<br />
in Kombination mit Pflanzenölen macht. Erhältlich<br />
ist der Stoff in vielen Drogerien und Kosmetikketten<br />
entweder als CBD-haltiges Hanföl, das vielseitig<br />
verwendbar ist, oder als fester Bestandteil eines fertigen<br />
Produkts wie Gesichtscreme oder Bodylotion.<br />
CBD Hydracalm<br />
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Fazit<br />
Obwohl der Wirkstoff der Hanfpflanze aufgrund seines<br />
Ursprungs, der dem des berauschenden THCs ähnelt,<br />
noch immer kritisiert wird und kaum handelsüblich ist,<br />
hält CBD viele vorteilhafte kosmetische Wirkungen für<br />
Haut und Haar bereit, die eine Beautyroutine sinnvoll<br />
ergänzen können. Besonders bei empfindlicher Haut<br />
oder gegen wiederkehrende Hautirritationen durch<br />
herkömmliche Kosmetika könnte der pflanzliche Stoff<br />
eingesetzt werden. CBD erfüllt ohne jeden Zweifel sein<br />
Wirkversprechen durch seine speziellen Eigenschaften<br />
und sorgt für wirksame Naturkosmetik, die in dieser<br />
Form bisher nicht existierte.<br />
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 87 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
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SEPTEMBER <strong>2019</strong><br />
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7<br />
GRÜNDE<br />
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Foto: hocus-focus / iStock Photo
Foto: Foto: Zamurovic mrdoomits / stock.adobe.com<br />
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LIEBE & BEZIEHUNG
AJOURE / MEN LIEBE / LIEBE & BEZIEHUNG & BEZIEHUNG<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 90 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE AJOURE MEN / LIEBE / & BEZIEHUNG<br />
Foto: rohappy / stock.adobe.com<br />
Kondo-ing<br />
Das<br />
steckt<br />
hinter<br />
dem<br />
Dating-Trend<br />
Falls du noch nichts von dem Netflix-Hit<br />
„Aufräumen mit Marie Kondo“ gehört hast,<br />
dann wird es höchste Zeit – denn Aufräumen<br />
und Ausmisten liegt gerade voll im<br />
Trend! Die Japanerin zeigt in ihrer unterhaltsamen<br />
Serie, wie Paare und Familien<br />
ihr Zuhause mit ganz bestimmten Strategien<br />
aufräumen können, um ein geordnetes<br />
und besseres Leben führen zu können.<br />
Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Alles,<br />
was in irgendeiner Weise Ballast ist und<br />
den Eigentümer nicht mehr auf positive<br />
Weise bereichert, gehört aussortiert. Laut<br />
Aufräumexpertin bringt dieses regelmäßige<br />
Ausmisten nicht nur mehr Ordnung<br />
in die eigenen vier Wände, sondern sorgt<br />
gleichzeitig für ein verbessertes Lebensgefühl.<br />
So lautet jedenfalls die Theorie dahinter.<br />
Dennoch kann dieses interessante Prinzip<br />
nicht nur auf deinen Kleiderschrank<br />
oder deine Wohnung angewandt werden,<br />
sondern auch auf dein Liebesleben – das<br />
beweist zumindest der neue Dating-Trend<br />
„Kondo-ing“.<br />
Kondo-ing:<br />
Was hat es<br />
mit diesem<br />
neuen Trend<br />
auf sich?<br />
Um diesem rätselhaften Dating-Trend auf<br />
die Spur zu kommen, müssen wir kurz einen<br />
Blick auf die Dating-App „Plenty of<br />
Fish“ werfen. Die junge Plattform nahm<br />
sich ein Beispiel an der bekannten Netflix-Serie<br />
und war sich eines sicher: Das<br />
Prinzip des Aufräumens kann auch auf<br />
das Liebesleben übertragen werden. Aus<br />
diesem Grund taufte die App diesen neuen<br />
Dating-Trend kurzerhand „Kondo-ing“,<br />
um der Aufräumexpertin alle Ehre zu erweisen.<br />
Das mag zwar für den ein oder anderen<br />
etwas eigenartig klingen, dennoch soll<br />
die App bei schwierigen Entscheidungen<br />
im Dating-Bereich genau gelegen kommen.<br />
Es heißt, in manchen Fällen könne<br />
„Kondo-ing“ Anwender sogar vor einem<br />
gebrochenen Herzen bewahren – was<br />
heutzutage viele Menschen davon abhält,<br />
überhaupt einen Schritt in den unbekannten<br />
Dating-Dschungel zu wagen. Eine<br />
App, die Liebessuchende vor emotionalem<br />
Schmerz bewahrt? Warum ist niemand<br />
früher darauf gekommen?<br />
Wie<br />
funktioniert<br />
Kondo-ing?<br />
Ähnlich wie bei Marie Kondos Aufräum-Prinzip,<br />
wo alle Gegenstände, die einem<br />
keine Freude mehr bereiten, entfernt<br />
werden, läuft es auch im Dating-Bereich.<br />
Was du also nicht mehr brauchst, wird<br />
ohne Rücksicht auf Verluste einfach aus<br />
deinem Leben gestrichen.<br />
Bringt dir eine bestimmte Person nur noch<br />
Leid? Dann lass sie los. Gibt es jemanden,<br />
der dir zuerst den Kopf verdreht hat, sich<br />
aber nun nicht mehr bei dir meldet? Sich<br />
aber laut Fotos prächtig mit den Freunden<br />
amüsiert? Dann probiere es mit „Kondo-ing“.<br />
Vielleicht hast du es aber auch<br />
einfach satt, ständig das fünfte Rad am Wagen<br />
zu sein, für das sich sowieso niemand<br />
wirklich interessiert? Dann befreie dich<br />
von dieser Last und öffne dich für Neues.<br />
Egal um welchen Grund es sich handelt,<br />
dieses Prinzip kannst du in den unterschiedlichsten<br />
Bereichen anwenden.<br />
Zusammengefasst können wir also sagen,<br />
dass es sich bei „Kondo-ing“ um einen<br />
emotionalen Frühjahrsputz handelt. Alles,<br />
was du nicht mehr in deinem Leben benötigst<br />
oder dir nicht guttut, wird losgelassen.<br />
„Kondo-ing“<br />
ist befreiend<br />
Zwar gehen die Meinungen zu diesem Dating-Trend<br />
auseinander, es ist aber dennoch<br />
bewiesen, dass sich das Ausmisten<br />
von emotionalem Ballast in deinem Leben<br />
positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt.<br />
Du bist nicht nur offener für Neues, sondern<br />
lässt dich auch nicht so schnell unterkriegen.<br />
Bevor du also geradewegs ins<br />
Messer läufst und dich wieder in jemand<br />
Falschen verliebst, vertrau auf „Kondo-ing“.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 91 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
CASUAL DATING:<br />
DARAUF<br />
SOLLTEST DU<br />
BEIM ERSTEN<br />
SEXTREFFEN<br />
ACHTEN!<br />
Casual Dating - hinter diesem unauffällig<br />
wirkenden Schlagwort versteckt sich das<br />
Lebensgefühl einer ganzen Generation. Immer<br />
mehr Frauen finden Gefallen an ungezwungenen<br />
Dates mit der Aussicht auf<br />
Sex - aber ganz ohne Verpflichtungen! Die<br />
Arbeit lastet dich vollkommen aus oder du<br />
hast schlicht und einfach keine Lust auf all<br />
diesen Stress, den eine Beziehung, egal wie<br />
gut diese ist, zwangsläufig mit sich bringt.<br />
Dennoch willst du nicht auf körperliche<br />
Nähe und Intimität verzichten? Dann ist<br />
Casual Dating auch für dich das richtige.<br />
Fotos: Antonioguillem; vadim_design; deagreez / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 92 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
Was ist Casual Dating?<br />
Bei Casual Dating geht es nur um das Eine.<br />
Männer und Frauen melden sich auf diversen<br />
Plattformen (egal ob online oder mittels<br />
Smartphone-App) an, geben ihr Alter, ihren<br />
Wohnort und natürlich ihre sexuellen Präferenzen<br />
an. Das Ganze wird durch ein oder<br />
mehrere aussagekräftige Fotos abgerundet.<br />
Anschließend klickst du dich durch die Profile<br />
der anderen Nutzer und hinterlässt Likes<br />
oder kurze Nachrichten bei denen, die<br />
du ansprechend findest. Eines führt zum<br />
anderen und im Nu flirtest du heftig online<br />
mit deinem Wunschpartner für das Casual<br />
Date. Es ist klar, ihr wollt beide das Gleiche.<br />
Eine Verabredung zu einem Sextreffen wird<br />
ausgemacht. Doch was nun? Worauf solltest<br />
du unbedingt vor und bei deinem ersten<br />
Sextreffen achten?<br />
Auf diese Punkte<br />
solltest du beim<br />
ersten Sextreffen<br />
achten!<br />
Ehrlichkeit siegt<br />
Bereits vor dem ersten Sextreffen solltest<br />
du gewisse Regeln beachten. Sei im Chat<br />
durchwegs ehrlich. Ihr werdet mit Sicherheit<br />
vorab darüber reden, welche Dinge<br />
euch interessieren und reizen. (Wenn ihr<br />
das noch nicht gemacht habt, solltest du dies<br />
vor eurem ersten Treffen unbedingt noch<br />
nachholen!) Es bringt hier nichts, wenn du<br />
große sexuelle Aufgeschlossenheit vorgaukelst,<br />
wenn diese nicht vorhanden ist. Der<br />
offene Umgang und Gespräche über solche<br />
Themen bilden die wichtigste Grundlage für<br />
ein Casual Date.<br />
Zu mir oder zu dir?<br />
Die Wahl des richtigen Ortes ist ein Thema<br />
für sich. Manche Frauen schwören darauf,<br />
dass ein Sextreffen in den eigenen vier<br />
Wänden stattfinden muss, weil sie sich hier<br />
am sichersten fühlen.<br />
Andere bevorzugen die Wohnung des Dates.<br />
Immerhin kannst du dann einfach<br />
gehen wann immer du willst. Unser Tipp<br />
hingegen ist: Trefft euch auf neutralem Boden.<br />
Ein erstes persönliches Kennenlernen<br />
bei einem Drink in einer Bar wirkt Wunder.<br />
Hier kannst du einfach überprüfen ob<br />
die Chemie auch im echten Leben stimmt.<br />
Durch die öffentliche Lage setzt du dich keinerlei<br />
Gefahren aus und kannst sicher und<br />
vollkommen entspannt in das Date starten.<br />
Seid ihr euch dann beide sicher, dass<br />
es auch zum Sex kommen soll, empfehlen<br />
wir weiterhin einen neutralen Ort wie ein<br />
Hotelzimmer. Beide Partner sind hier nicht<br />
vorbelastet und können sich vollkommen<br />
frei entfalten. Auch besitzen beide die Freiheit,<br />
das Date zu jedem Zeitpunkt beenden,<br />
zu dem sie wollen.<br />
Safety first!<br />
Vor allem Frauen haben häufig Sicherheitsbedenken<br />
bei Casual Dates. Das ist vollkommen<br />
verständlich und nur natürlich.<br />
Immerhin triffst du dich mit einer wildfremden<br />
Person und weißt nur die Dinge,<br />
die dir über das Internet mitgeteilt wurden.<br />
Wir empfehlen, dass du deine beste Freundin<br />
in deine Pläne einweihst. Macht untereinander<br />
aus, dass du dich regelmäßig (oder<br />
zumindest einmal) meldest und signalisierst,<br />
dass alles in bester Ordnung ist. Gib<br />
ihr die Adresse, wo du dich mit deinem Date<br />
triffst. Wechselt ihr später in eine Wohnung<br />
oder ein Hotelzimmer, lass dir die genaue<br />
Adresse geben und teile sie deiner Freundin<br />
mit. Du kannst dies gerne auffällig machen<br />
lassen und dein Date informieren. Das Wissen<br />
um solche Sicherheitsnetze ist äußerst<br />
abschreckend und kann Sexualtäter bereits<br />
im Vorfeld vertreiben.<br />
Doch auch wenn alles bestens läuft - auch<br />
beim Sex steht Sicherheit ganz oben! Bei<br />
einem Treffen mit fremden Menschen sollte<br />
Safer Sex immer(!) oberste Priorität haben.<br />
Da du dich nie darauf verlassen kannst,<br />
dass Männer sich um dieses Thema kümmern,<br />
geh vorbereitet zu deinem Sextreffen<br />
und bringe Kondome mit.<br />
Jetzt geht’s zur Sache<br />
Wenn es dann nun endlich zum heiß ersehnten<br />
Sex kommt, solltest du ohne große<br />
Erwartungshaltungen rangehen, so bleiben<br />
dir Enttäuschungen erspart, positive Überraschungen<br />
werden allerdings häufig auftreten.<br />
Du darfst nicht vergessen - ihr kennt<br />
euch nicht. Lasst euch dementsprechend<br />
Zeit, euch und eure Körper kennenzulernen.<br />
Setz dich und deinen Partner nicht<br />
unter Druck, sondern genießt die gemeinsame<br />
Zeit miteinander. Natürlich kannst<br />
du die Situation durch das Tragen von aufreizenden<br />
Dessous anheizen. Nach einer<br />
guten Kommunikation vorab können auch<br />
Sexspielzeuge einige Würze in das ganze<br />
Treffen bringen.<br />
Nach dem Sex ist vor dem Sex<br />
Wenn euer heißes Spiel vorüber ist, solltet<br />
ihr in euer jeweiliges Zuhause zurückkehren.<br />
Es handelt sich schließlich um ein Casual<br />
Date - Sex ohne Liebe. Schnell werden<br />
nach einer gänzlich gemeinsam verbrachten<br />
Nacht bei dem einen oder anderen<br />
doch Gefühle wach - die Wahrscheinlichkeit<br />
dadurch zutiefst enttäuscht zu werden,<br />
ist gigantisch. Am nächsten Tag könnt ihr<br />
ja gerne eine „Nachbesprechung“ machen.<br />
War das Treffen toll genug, um wiederholt<br />
zu werden? Was war gut, was hatte Potential<br />
zur Verbesserung? Auch zu diesem<br />
Zeitpunkt gilt wie während des gesamten<br />
Verlaufs von Casual Dating: Offene Kommunikation<br />
ist alles - damit wirst auch du<br />
mit Garantie großen Spaß beim Casual Dating<br />
haben!<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 93 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
Was Männer wirklich<br />
übers Kuscheln denken<br />
Nach der Arbeit erschöpft die Jogginghose<br />
anziehen und ab aufs Sofa – herrlich.<br />
Noch schöner wäre es ja aber, wenn sich<br />
der Partner dazugesellt. So eine Schmuse-Einheit<br />
täte jetzt nämlich richtig gut.<br />
Doch wie denken Männer eigentlich<br />
wirklich übers Kuscheln?<br />
Warum ist Kuscheln überhaupt<br />
wichtig<br />
Kuscheln tut gut und das nicht ohne<br />
Grund. Es gibt dir ein Gefühl von Geborgenheit,<br />
Zuneigung und Liebe. Es<br />
löst Anspannungen und sendet Beruhigungssignale<br />
an dein Gehirn, was erneutem<br />
Stress vorbeugt. Tatsächlich führt<br />
ein solch inniger Körperkontakt zu einer<br />
sofortigen Senkung des Stresshormons<br />
Cortisol.<br />
Gleichzeitig schüttet dein Körper Endorphine<br />
aus, die deine Stimmung steigen<br />
lassen. Auch das Oxytocin spielt eine<br />
Rolle: Es ist umgangssprachlich als Kuschel-Hormon<br />
bekannt und leistet durch<br />
seine positive Wirkung einen wesentlichen<br />
Beitrag für deine Gesundheit.<br />
Es ist eigentlich recht simpel zu verstehen:<br />
Der Hautkontakt ist einer der ursprünglichsten<br />
Kommunikations- und<br />
Kontaktwege des Menschen; Körperkontakt<br />
und Zärtlichkeiten zählen zu den<br />
menschlichen Grundbedürfnissen und<br />
festigen die zwischenmenschliche Beziehung.<br />
Damit ist Kuscheln manchmal<br />
sogar intimer als Sex. Und während ihr<br />
diese Zärtlichkeiten austauscht, nehmt<br />
ihr euch Zeit füreinander, bildet eine Art<br />
Symbiose.<br />
Und was denken die Männer<br />
nun darüber?<br />
Bei so vielen verblüffend guten Argumenten<br />
konnten wir dich mit Sicherheit<br />
schon vom Kuscheln überzeugen. Aber<br />
wie steht nun dein Partner dazu? Führt<br />
ihr bereits eine kuschelige Beziehung<br />
oder gibt es da dringenden Aufholbedarf?<br />
Vielleicht findest du ja schon im Folgenden<br />
heraus, ob dein Herzensmensch eher<br />
ein Genießer oder Skeptiker ist.<br />
Fotos: bernardbodo / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 94 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
Typ 1:<br />
der Kuschel-Genießer<br />
Ja, es gibt ihn, den Mann, der das Kuscheln<br />
mit all seinen Sinnen genießt. Er<br />
fühlt sich männlich, während er seinen<br />
starken Arm um dich legt, dich beschützt<br />
und dir Geborgenheit schenkt. Er zieht<br />
es vor, dir nah zu sein, ganz ohne Druck,<br />
einfach mal gehen lassen. Er strebt nach<br />
einer behaglichen und wohligen Nähe,<br />
möchte Innigkeit und Vertrautheit mit<br />
dir teilen. Und das vielleicht Wichtigste:<br />
Beim Kuscheln mit dir darf er ganz sein,<br />
wer er ist.<br />
Typ 2:<br />
Der Kuschel-Skeptiker<br />
Doch dann kennen wir auch ihn, den Kuschel-Skeptiker.<br />
Und vielleicht kennst du<br />
ihn ebenso gut wie wir. Dem Skeptiker<br />
ist das innige Schmusen oft lästig. Dein<br />
Kopf auf seiner Brust wird irgendwann<br />
so schwer, dass er – laut eigener Aussauge<br />
– keine Luft mehr bekommt und auch<br />
deine wunderschönen, langen Haare in<br />
seinem Gesicht scheinen ihn schier verrückt<br />
zu machen – nicht zuletzt, weil er<br />
den Fernseher nun nicht mehr sehen<br />
kann. Und irgendwie ist es ihm auch alles<br />
viel zu warm, so eng umschlungen.<br />
Aber deine Füße, die sind definitiv zu<br />
kalt. Der Skeptiker ist demnach nicht gerade<br />
entscheidungsfreudig. Und wenn er<br />
sich dann trotzdem zum Kuscheln überwindet,<br />
dann muss es laut ihm aber auch<br />
noch Sex obendrauf geben.<br />
Aber muss Kuscheln denn<br />
eigentlich immer zum Sex führen?<br />
Die Antwort lautet: Nein. Denn das Kuscheln<br />
selbst kann bereits eine große<br />
Wirkung erzielen. Das gängige Klischee<br />
besagt jedoch, dass Frauen dieser Form<br />
von Körperkontakt mehr zugetan sind als<br />
Männer. Doch Letztere sollten sich – zumindest<br />
ihrer Partnerin zuliebe – diesem<br />
zwischenmenschlichen Gebiet nähern.<br />
Denn es ist nicht einzig und allein der<br />
Sex, der dich und deinen Partner zusammenhält.<br />
Es geht um den Austausch von<br />
Zärtlichkeit im Gesamten. Denn all das,<br />
was dazugehört, schafft bereits Vertrauen<br />
und Intimität.<br />
Also ist es gar nicht notwendig, die eigene<br />
Beziehung über das Sexleben zu definieren.<br />
Auch das gemeinsame Kuscheln ist<br />
bedeutsam und sollte als eigenständiger<br />
Akt gepflegt werden. Vielleicht ist es für<br />
dich ja schon längst selbstverständlich,<br />
dass Kuscheln keine Einleitung für anschließenden<br />
Geschlechtsverkehr ist.<br />
Viele Männer scheinen dies jedoch noch<br />
nicht so richtig verstanden zu haben; das<br />
Kuscheln interpretieren sie eher als Startschuss.<br />
So machst du ihn zur Kuschelmaus<br />
Wenn du darunter leidest, dass dein<br />
Partner auch ganz gut ohne Kuscheln<br />
auskommt, dann raten wir dir, zunächst<br />
einmal herauszufinden, woran das liegen<br />
könnte.<br />
Vielleicht weiß dein Partner nämlich gar<br />
nicht so richtig, wie er auf dein Bedürfnis<br />
nach Nähe reagieren soll. Das könnte<br />
daran liegen, dass er solche körperlichen<br />
Zärtlichkeiten in seiner Kindheit eher<br />
seltener erlebt hat, was dir wiederum eine<br />
tolle Chance eröffnet, ihm zu zeigen, wie<br />
schön das sein kann.<br />
Warte nicht allzu lang damit, das Thema<br />
offen anzusprechen. Und am besten<br />
tust du es auch nicht in der entsprechenden<br />
Situation, sondern wartest auf einen<br />
„neutralen“ Moment, in dem die Gefahr<br />
eines Streits geringer ist. Kläre mit ihm<br />
Begriffe wie „Kuscheln“, „Vorspiel“, „Sex“<br />
und was dir noch so einfällt. Und frage<br />
ihn, was er sich genau darunter vorstellt.<br />
Dass er das Kuscheln möglicherweise mit<br />
Sex verknüpft, kann auch auf einem Missverständnis<br />
zwischen euch beruhen.<br />
Wir sprechen hier jedoch nicht von einer<br />
klaren Absage dem Sex gegenüber.<br />
Und so solltest du ihm das auch nicht<br />
vermitteln. Vielmehr geht es darum, die<br />
Bereiche künftig voneinander zu trennen.<br />
Dein Partner soll das lernen, was du<br />
schon ziemlich gut kannst: Das Kuscheln<br />
an sich wertzuschätzen.<br />
Viele Männer mögen es nicht, Zärtlichkeiten<br />
in der Öffentlichkeit auszutauschen<br />
und du kannst deinem Partner eben auch<br />
nicht alles abverlangen. Aber vielleicht<br />
findet ihr einen gemütlichen Ort in eurem<br />
Zuhause, an dem ihr ganz für euch<br />
nach Herzenzlust kuscheln könnt.<br />
Und wenn er dann immer noch meckert,<br />
dass ihm der nötige Komfort fehlt, wenn<br />
ihr eng umschlungen beieinander liegt,<br />
dann könnte eine neue Position die Lösung<br />
sein. Versucht es mit der Löffelchen-Stellung,<br />
legt euch gegenüber und<br />
verschlingt nur die Beine ineinander.<br />
Probiert euch aus und macht es euch so<br />
richtig kuschelig. Das wird wunderbar!<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 95 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
SCHMERZEN<br />
nach dem Sex,<br />
das sind die Ursachen<br />
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Foto: New Africa / stock.adobe.com<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 96 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG<br />
Am Sex haben die meisten Menschen<br />
Freude. Doch immer wieder<br />
kommt es vor, dass Frauen,<br />
seltener Männer, während<br />
oder nach dem Sex Probleme<br />
haben. Etliche Ursachen können<br />
Irritationen auslösen und<br />
die Beschwerden müssen nicht<br />
zwangsläufig auf eine Krankheit<br />
hinweisen. Meistens kann das<br />
Problem schnell behoben werden<br />
und der Spaß am Miteinander<br />
stellt sich rasch wieder ein.<br />
1. Wilder Sex<br />
Ist die Scheide zu trocken, kann<br />
es beim Eindringen zu mechanischen<br />
Reizungen kommen. Das<br />
kann beispielsweise an einem zu<br />
kurzen Vorspiel liegen. Abhilfe<br />
schafft hier – außer natürlich<br />
die Lust aufeinander – ein wenig<br />
Gleitgel oder einfach mehr Zeit<br />
füreinander.<br />
Ebenso kann durch wilden Sex<br />
gelegentlich der Gebärmuttermund<br />
und die Gebärmutter gereizt<br />
werden, und das führt zu<br />
Unterleibsschmerzen.<br />
Und weil die meisten Menschen<br />
beim Verkehr nicht merken, wie<br />
sehr sie sich anstrengen, ist selbst<br />
Muskelkater eine mögliche Ursache<br />
für Beschwerden im Bauchbereich.<br />
Treten die Schmerzen<br />
erst am nächsten Tag auf, ist dies<br />
wahrscheinlich der Grund.<br />
2. Die Regel<br />
Vor und während der Periode ist<br />
der Hormonhaushalt der Frau<br />
verändert. Geschlechtsverkehr<br />
wird dann, obwohl die Frau Lust<br />
hat, gelegentlich als unangenehm<br />
und schmerzhaft empfunden.<br />
Das ist zwar nicht schön, aber<br />
ungefährlich. Vielleicht ist es eine<br />
Lösung, in dieser Zeit auf die Penetration<br />
zu verzichten und auf<br />
andere Methoden zur Befriedigung<br />
zurückzugreifen. Das ist<br />
spannend und bereichert das Sexualleben.<br />
3. Wechseljahre<br />
Auch in den Wechseljahren verändert<br />
sich der Hormonhaushalt<br />
der Frau. Die Scheide wird trockener<br />
und das Eindringen des<br />
Gliedes kann schmerzhaft sein.<br />
Hier hilft eine Gleitcreme oder<br />
eine Hormonbehandlung.<br />
4. Zu enge Kleidung<br />
Manchmal belasten enge Hosen<br />
oder Einlagen das Gewebe<br />
so sehr, dass die Reizung beim<br />
Sex die Vorschädigung bis zur<br />
Schmerzgrenze verstärkt. Weite<br />
Kleidung ist ohnehin bequemer<br />
und zudem besser, als keinen Sex<br />
zu haben.<br />
5. Fehlende Entlüftung<br />
Je nachdem, wie das beliebte<br />
Rein-Raus-Spiel gespielt wird,<br />
pumpt der Penis des Mannes<br />
nach und nach Luft in die Vagina<br />
der Frau. Wenn diese nicht<br />
herausgelassen wird, dann macht<br />
diese Beschwerden. Vergleichbar<br />
mit Blähungen, die nicht abgelassen<br />
werden können.<br />
Dies waren die wahrscheinlichsten<br />
Ursachen, die für Schmerzen<br />
sorgen können, ohne dass Krankheiten<br />
vorliegen. Besonders bei<br />
jungen Frauen, die noch nicht<br />
viel Erfahrung haben, können<br />
diese Symptome verwirren. Doch<br />
keine Sorge, fast immer sind es<br />
ganz banale Dinge, die für das<br />
Unwohlsein in Frage kommen.<br />
Wichtig ist aber, dass bei starken<br />
Schmerzen, auch wenn natürliche<br />
Auslöser hinter den Beschwerden<br />
vermutet werden, umgehend ein<br />
Arzt aufgesucht wird!<br />
In Folge noch einige Möglichkeiten,<br />
die eine Erkrankung als<br />
Grund haben. Dies soll natürlich<br />
nicht die Beratung des Mediziners<br />
ersetzen, sondern lediglich<br />
als Orientierung bei ungewohntem<br />
Empfinden dienen.<br />
1. Infektionen<br />
Bakterien und Pilze können die<br />
Geschlechtsregion befallen und<br />
dort für Juckreiz sorgen. Gut verständlich<br />
ist, dass Sex dann ein<br />
eher unangenehmes Erlebnis ist,<br />
das womöglich für nachhaltige<br />
Schmerzen sorgt. Zum Glück gibt<br />
es heute gegen fast jeden Infekt<br />
ein wirksames Mittel, das den<br />
Erreger schnell und konsequent<br />
abtötet. Ein Besuch bei einem<br />
Arzt ist im Zweifelsfall erforderlich,<br />
zumal sich die Keime ohne<br />
Behandlung vermehren und andere<br />
Sexualpartner anstecken.<br />
Dies gilt insbesondere für typische<br />
Geschlechtskrankheiten wie<br />
Tripper, Herpes, Feigwarzen oder<br />
Syphilis. All diese Krankheiten<br />
sind heilbar, aber definitiv eine<br />
Sache des Facharztes.<br />
2. Allergien<br />
Neben Allergien gegen Metalle,<br />
Pollen und Tierhaare gibt es<br />
auch eine Allergie gegen Sperma.<br />
Das ist eine sehr unschöne Angelegenheit,<br />
besonders wenn die<br />
Nähe zueinander gesucht wird.<br />
Manchmal hilft nur der mit Kondomen<br />
geschützte Verkehr. Doch<br />
auch Unverträglichkeiten gegen<br />
Präservative und manche Gleitmittel<br />
sind möglich. Duftöle und<br />
billiger Intimschmuck machen<br />
regelmäßig Probleme und sollten<br />
im Intimbereich nicht verwendet<br />
werden.<br />
3. Vaginismus<br />
Mit Vaginismus wird das Verkrampfen<br />
der Scheidenmuskulatur<br />
bezeichnet. Er tritt aufgrund<br />
physischer und psychischer Probleme<br />
auf. Auch bei Frauen, die<br />
mit der Penetration einverstanden<br />
sind und ihren Partner mit<br />
Vorfreude erwarten, kann es dazu<br />
kommen. Zum Glück ist es möglich,<br />
auch diese Krankheit erfolgreich<br />
zu behandeln.<br />
4. Zysten<br />
Nicht jede Zyste, die sich im Unterleib<br />
bildet, ist gefährlich. Beim<br />
Sex aber können Druckgefühle<br />
und Schmerzen auftreten. Besonders,<br />
wenn er innenliegend,<br />
stechend und langandauernd ist,<br />
solltest du umgehend einen Arzt<br />
aufsuchen.<br />
5. Endometriose<br />
Normalerweise wird die Schleimhaut<br />
der Gebärmutter mit der<br />
Regelblutung ausgeschieden. Passiert<br />
dies nicht vollständig, kann<br />
es zu schmerzhaften Verwachsungen<br />
kommen. Auch hier kann<br />
der Arzt helfen.<br />
Abschließend möchten wir noch<br />
einmal darauf hinweisen, dass<br />
Probleme nach dem Geschlechtsverkehr<br />
immer wieder auftreten<br />
und meistens ganz natürliche<br />
Ursachen haben. Nur bei wiederkehrenden,<br />
unerklärlichen oder<br />
starken Schmerzen solltest du<br />
nicht zögern und einen Gynäkologen<br />
aufsuchen.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 97 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 100 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: Svetlana Fedoseeva / stock.adobe.com<br />
LIFESTYLE
AJOURE / LIFESTYLE<br />
Natron<br />
Was das Wundermittel alles kann<br />
Was ist Natron überhaupt?<br />
Unter der gängigen Bezeichnung<br />
Natron versteckt sich Natriumhydrogencarbonat<br />
(mit der chemischen<br />
Formel NaHCO3). Das Pulver,<br />
welches im Handel meist als<br />
Speisesoda, Backsoda, Backnatron<br />
oder Speisenatron angepriesen wird,<br />
darf nicht mit Natriumcarbonat (nur<br />
Soda) verwechselt werden. Das Pulver<br />
findet vielfältige Arten der Verwendung,<br />
unter anderem in der Lebensmitteltechnik<br />
aber auch in der<br />
Medizin, der Sportlerernährung und<br />
im Haushalt. Wir haben für dich die<br />
wichtigsten Verwendungsmöglichkeiten<br />
von Natron zusammengefasst.<br />
Natron im Haushalt: Die Küche<br />
Wir konzentrieren uns hier auf<br />
kleine Tipps zur Anwendung von<br />
Natron, welche dir das Leben in<br />
der Küche leichter machen sollen:<br />
- Angebrannte Speisereste in den<br />
Töpfen: Jeder kennt dieses Problem.<br />
Das Essen ist an den Töpfen<br />
angesetzt, die Reinigung ist mühsam<br />
und geht nur schleppend<br />
voran. Unser Tipp: Ein Esslöffel<br />
Natron in einem Liter Wasser<br />
auflösen und anschließend aufkochen<br />
lassen. Die Speisereste werden<br />
sich nun super einfach entfernen<br />
lassen.<br />
- Kalkflecken und Verkalkungen<br />
in der Küche? Kein Problem.<br />
Eine Paste, die du aus Natron und<br />
Wasser anmischen kannst, schafft<br />
Abhilfe!<br />
- Karottenschälen leicht gemacht: Du<br />
legst die Karotten in kochendes Wasser,<br />
gibst pro Liter Wasser einen halben Teelöffel<br />
Natron hinzu, nimmst die Karotten<br />
nach kurzer Wartezeit heraus und<br />
schreckst sie ab. Anschließend kannst du<br />
die Schale einfach abziehen.<br />
- Eier einfacher schälen: Ein Teelöffel<br />
Natron im Wasser beim Eierkochen sorgt<br />
dafür, dass das Ei deutlich einfacher zu<br />
schälen ist.<br />
- Nach einem langen Abend beim Kochen<br />
in der Küche stinken deine Hände.<br />
Unzählige Zwiebel und Knoblauchzehen<br />
wurden geschält, geschnitten und gepresst.<br />
Der hartnäckige Geruch kann sich<br />
für Stunden halten, egal wie sorgfältig<br />
du dir die Hände mit Seife wäschst. Ein<br />
wenig Natronpulver mit ein paar Tropfen<br />
Wasser zwischen den Händen verreiben,<br />
einwirken lassen und abwaschen - im Nu<br />
sind deine Hände wieder wohlriechend!<br />
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 102 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
Ajouré Lifestyle tipp<br />
Natron im Haushalt:<br />
Sonstige Anwendungen<br />
- Schuhe mit Schweißgeruch: Auch du<br />
wirst es kennen: Nach einem langen Tag<br />
in den Schuhen kannst du machen was du<br />
willst, die Schuhe müffeln vor sich hin. Egal<br />
ob Schuhdeo oder Auslüften, nichts schafft<br />
Abhilfe. Doch: Streu einfach etwas Natron<br />
hinein und schütte es morgens wieder aus.<br />
Der Geruch wird so neutralisiert.<br />
- Schuhe reinigen mit Natron? Ja, auch<br />
dies ist möglich. Vor allem für Schuhe aus<br />
Textil, die nicht in der Waschmaschine gereinigt<br />
werden dürfen, ist das eine perfekte<br />
Lösung. Etwas Natron auf einem feuchten<br />
Schwamm aufnehmen und damit die<br />
Schuhe (vor allem die hellen Teile) sanft<br />
einreiben. Im Bedarfsfall etwas einwirken<br />
lassen und später mit einem feuchten Tuch<br />
und klarem Wasser abwischen. Diese Reinigung<br />
funktioniert auch hervorragend bei<br />
Ledersandalen und schwarzen Abdrücken<br />
von den Zehen auf der Sohle.<br />
- Kleberreste entfernen: Meist wird zum<br />
Entfernen von Kleberresten Nagellackentferner<br />
auf Aceton-Basis verwendet. Immer<br />
mehr Nagellackentferner steigen allerdings<br />
auf weniger aggressive Mittel um, weswegen<br />
dieses Hausmittel häufig nicht mehr<br />
angewendet werden kann. Wir empfehlen:<br />
Halbiere eine Zitrone und reibe die<br />
Schnittfläche mit etwas Natron ein. Anschließend<br />
kannst du mit der Schnittfläche<br />
über die Kleberreste fahren und diese einfach<br />
entfernen.<br />
- Insekten auf der Autoscheibe: Vor allem<br />
im Frühsommer ist die Situation extrem.<br />
Nach einer kurzen Ausfahrt über das<br />
Land ist die Windschutzscheibe von oben<br />
bis unten mit toten Insekten verklebt, der<br />
Anblick ist nicht appetitanregend und die<br />
Sicht ist eingeschränkt. Meist können die<br />
Insekten nur mit speziellen, teuren Reinigungsmitteln<br />
entfernt werden. Doch etwas<br />
Natron-Pulver auf einem feuchten Lappen<br />
schafft Abhilfe und die Windschutzscheibe<br />
ist im Nu wieder sauber.<br />
Natron zur Körperpflege<br />
Man sollte meinen, ein Mittel, welches so<br />
gut zur Reinigung im Haushalt geeignet<br />
ist, wäre äußerst aggressiv und nicht zur<br />
Körperpflege geeignet? Weit gefehlt. Das<br />
Wundermittel Natron ist sogar sehr schonend<br />
zur Haut.<br />
- Unverträglichkeiten auf Parfüme und<br />
Zusatzstoffe? Die einfachste Lösung lautet<br />
Natron: Löse einfach vier Teelöffel Natron<br />
in einer Schüssel Wasser auf und reinige<br />
dir damit das Gesicht. Die Reinigung ist<br />
äußerst effektiv und die Haut fühlt sich<br />
weich und entspannt an. Das Natron aktiviert<br />
gleichzeitig den Rückfettungsmechanismus<br />
der Haut.<br />
- Zähneputzen und Natron: Etwas Natron-Pulver<br />
auf der Zahnbürste kann Zahnbeläge<br />
reduzieren und das Weiß der Zähne<br />
verstärken. Aggressive Säuren im Mundinnenraum<br />
werden neutralisiert und so der<br />
Schutz vor Karies gewährleistet.<br />
- Lästige juckende Mückenstiche? Auch<br />
hier ist Natron die Lösung. Einfach einen<br />
Brei aus Wasser und Natron anmischen<br />
und direkt auf die Stiche reiben. Sowohl<br />
der lästige Juckreiz als auch die Schwellung<br />
werden im Nu verschwinden!<br />
- Entspannung pur: Das Basenbad mit<br />
Natron! Du kannst dir eine wunderbare<br />
Entspannung gönnen, indem du in etwa<br />
100g Natron in dein Vollbad streust. Willst<br />
du dazu eine angenehme Duftnote haben,<br />
empfehlen wir dir fünf bis zehn Tropfen<br />
eines reinen ätherischen Öls deiner Wahl<br />
(am besten natürlich aus biologischem Anbau).<br />
Bei einem solchen Basenbad werden<br />
die Hautporen durch das heiße Wasser geöffnet,<br />
der hohe PH-Wert (durch das Natron)<br />
regt die Durchblutung der Haut an.<br />
Unser Spezial-Tipp: Streue das Natron<br />
nicht direkt in das Wasser, sondern verwende<br />
es in der Badewanne liegend als<br />
Peeling und reibe dich damit ein. Dadurch<br />
werden abgestorbene Hautzellen entfernt<br />
und die Wirkung des Natrons noch zusätzlich<br />
verstärkt.<br />
Kaiser Natron<br />
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Buchtipp:<br />
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AJOURE MAGAZIN SEITE: 103 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
DIE 10 BESTEN<br />
CASINO- UND<br />
ZOCKER-FILME<br />
Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas.<br />
Im wahrsten Sinne des Wortes: Denn<br />
die vielen Gelder, die täglich in die Wüstenmetropole<br />
getragen werden, verbleiben<br />
eben da. So mancher Traum ist am<br />
Roulette-Tisch geplatzt, andere wiederum<br />
sind mit der notwendigen Portion<br />
Glück beim Blackjack wahrgeworden.<br />
Das Glücksspiel schreibt die besten Geschichten.<br />
Dass die Film- und Fernsehbranche auf<br />
den Zug aufgesprungen ist, verwundert<br />
kaum. Zahlreiche Produktionen behandeln<br />
die Branche, zeigen sie von ihrer farbenfrohen<br />
als auch niederschmetternden<br />
Seite. Grund genug für uns, die besten<br />
Filme ausfindig zu machen und für spannende<br />
Abende vor dem Flachbildfernseher<br />
zu garantieren!<br />
Der Trumpf der Stochastik:<br />
21 (2008)<br />
Glücksspiele basieren auf Mathematik.<br />
Jeder Spieler besitzt eine leicht unterdurchschnittliche<br />
Gewinnchance, kann<br />
jederzeit erfolgreich sein, aber auch viel<br />
Geld einbüßen. Dass Casinos derart hohe<br />
Einnahmen verzeichnen, liegt in den<br />
meisten Fällen an Gier und Unwissen.<br />
Das MIT Blackjack Team bewies, dass es<br />
auch anders geht! Eine Gruppe von Studenten<br />
aus Massachusetts machte sich<br />
die Technik des Kartenzählens zu eigen<br />
und erleichterte reihenweise Casinos<br />
durch einen kleinen stochastischen Trick.<br />
Die Geschichte wurde derart legendär,<br />
dass sie anno 2008 mit Top-Besetzung<br />
verfilmt wurde. Mit Jim Sturgess, Kevin<br />
Spacey und Laurence Fishburne in den<br />
Hauptrollen wurden am Box Office über<br />
150 Millionen Dollar eingenommen.<br />
https://youtu.be/fJYiw1ta6vQ<br />
Mit Staraufgebot zu den Millionen:<br />
Ocean’s Eleven (2001)<br />
Ocean’s Eleven stellte zu Beginn des Jahrtausends<br />
die vielleicht größte Ansammlung<br />
an Filmstars aller Zeiten dar. George<br />
Clooney scharte unter anderem Brad Pitt,<br />
Matt Damon und Julia Roberts um sich,<br />
um den Casino-Besitzer Andy Garcia<br />
auszurauben. Das Glücksspiel selbst wird<br />
eher als Randerscheinung präsentiert.<br />
Doch die tollen Aufnahmen des Bellagios<br />
lassen jedes Zockerherz höherschlagen.<br />
Im Fokus der Produktion steht die Gerissenheit,<br />
mit der das Team den Millionencoup<br />
landen möchte – allerlei Irrungen<br />
und Wirrungen inklusive. Aber eben<br />
davon zehrt Vegas: Mit etwas Glück und<br />
Planung kann sich das Leben für immer<br />
verändern! Auch wenn wir dir selbstverständlich<br />
keinen spektakulären Raubzug<br />
nahelegen möchten.<br />
https://youtu.be/ZaXp5g3rhJ4<br />
Fotos: Nejron Photo / stock.adobe.com; Sony Pictures Germany; Warner Bros Gmbh; Universum Film Gmbh; Channel Four Films; Universal Pictures<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 104 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
Casino mal anders:<br />
Der Croupier (1998)<br />
Kein Vegas, dafür London: Der Croupier<br />
ist ein weiterer Film, der sich auf die<br />
Schattenseiten der Branche bezieht. Jack<br />
Manfred (Clive Owen) ist ein erfolgloser<br />
Autor, der einen Job als Croupier annimmt<br />
und sich immer weiter in düsteren<br />
Machenschaften verliert. Wollte er sich<br />
anfangs nur inspirieren lassen und Geld<br />
verdienen, geraten Berufs- und Privatleben<br />
auf einmal gleichermaßen aus den<br />
Fugen. Reichtum und blinkende Lichter?<br />
Nicht in diesem Film!<br />
https://youtu.be/LDWzeq5QGiA<br />
Nervenkitzel am Pokertisch:<br />
James Bond 007 – Casino Royale (2006)<br />
Das Glücksspiel begeistert nicht nur<br />
uns Normalsterbliche. Selbst Stars und<br />
Sternchen geben sich gern dem Glamour<br />
hin, der von renommierten Spielbanken<br />
ausgeht. Wusstest du etwa, dass James<br />
Bond ein leidenschaftlicher Zocker ist?<br />
In der Vergangenheit verging kaum ein<br />
Film ohne seine Präsenz in einem Casino!<br />
Sei es, um ein Turnier zu gewinnen<br />
oder Schurken auf den Zahn zu fühlen.<br />
Anders als bei Ocean’s Eleven wurden die<br />
Casinoszenen leider ausschließlich im<br />
Studio gedreht. Trotzdem fühlen sich regelmäßige<br />
Gäste der Edeletablissements<br />
umgehend wohl, wenn sie 007 an den<br />
Texas-Hold’em-Tischen sehen. Spannender<br />
ist nur noch die eigene Teilnahme!<br />
https://youtu.be/rSUm_uL20dE<br />
Von Licht und Schatten:<br />
Rounders (1998)<br />
Kaum ein Film zeigt die Glücks- und<br />
Pechsträhnen in Casinos so gut auf wie<br />
Rounders. Mike Dermott (Matt Damon)<br />
ist ein geschickter Pokerspieler, der sein<br />
Geld bei illegalen Turnieren verdient und<br />
von der World Series of Poker träumt.<br />
Ein bekannter Kniff kommt ihm gelegen:<br />
Poker ist nicht bloß ein Glücks-, sondern<br />
primär ein Strategiespiel. Sogar schlechte<br />
Hände können mit einem guten Bluff<br />
für den Gewinn sorgen. Später verschätzt<br />
sich Dermott mit einer fantastischen<br />
Hand und hinterfragt seine bisherige Leidenschaft.<br />
Poker oder Universität? Beides<br />
gestaltet sich zunehmend schwieriger.<br />
https://youtu.be/ldaLeV_RuzU<br />
Höhen und Tiefen: Casino (1995)<br />
Martin Scorsese hat ein hervorragendes<br />
Händchen für Gangster und zwielichtige<br />
Angelegenheiten. Casino ist der<br />
bekannteste und möglicherweise beste<br />
Mafiafilm, der jemals gedreht wurde.<br />
Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro),<br />
der sein Geld als Schlitzohr beim Wetten<br />
verdient, erhält den Auftrag, das Casino<br />
Tangiers zu leiten und erledigt seinen Job<br />
so gut, dass ganz Vegas verzaubert ist.<br />
Bald werden seine schmutzigen Geschäfte<br />
jedoch allzu offensichtlich. Gepaart mit<br />
privaten wie familiären Problemen ergibt<br />
sich ein Cocktail, der schwer zu verdauen<br />
ist und zahlreiche Leben kostet. Sämtliche<br />
Casino-Szenen wurden im berühmten<br />
Riviera gedreht.<br />
https://youtu.be/ZLdEAARR9XU<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 105 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
Poker und Drogen:<br />
Bube, Dame, König, grAS (1998)<br />
Im Casino kannst du viel gewinnen, aber<br />
genauso schnell alles verspielen! Diese<br />
Erfahrung sammeln vier Freunde, die<br />
ihr Geld mit kleinen Betrügereien aller<br />
Art ergaunern. Dann jedoch kommt alles<br />
anders: Es dauert nicht lang, da hat das<br />
Quartett beim Pokern einen Riesenberg<br />
Schulden angehäuft, den es konsequent<br />
binnen sieben Tagen bei der Mafia abzubezahlen<br />
gilt. Sollte das Unternehmen<br />
misslingen, droht der Verlust sämtlicher<br />
Finger. Fortan versuchen die Freunde,<br />
das Geld durch gestohlenes Marihuana<br />
anzuhäufen – und stolpern von einem<br />
Fettnäpfchen ins nächste. Unser Tipp: Sei<br />
vorsichtig, wo und mit wem du spielst!<br />
https://youtu.be/xEn2f0sFq1E<br />
Pechvogel mit Charme: The Cooler –<br />
Alles auf Liebe (2003)<br />
Bernie Lootz (William H. Macy) hat<br />
Pech – und zwar eine ganze Menge davon!<br />
Eben deshalb hat er über die Jahre<br />
hohe Schulden gemacht, die er nunmehr<br />
im Casino abarbeitet. Sein Unglück gilt<br />
dort als Talent. Denn Bernie hat die einzigartige<br />
Gabe, seine Umwelt mit Pech<br />
anzustecken. Dementsprechend wandert<br />
er von Tisch zu Tisch, sieht Spielern beim<br />
Roulette oder Blackjack zu und provoziert<br />
unbewusst ihre Verluste. Dabei ist<br />
er im Grunde ein netter und freundlicher<br />
Mann, der von seinem Boss ausgenutzt<br />
wird. Eine charmante Satire, die mit den<br />
Schattenseiten klassischer Casinos spielt!<br />
https://youtu.be/I1gLFd9zeKM<br />
Stets am Limit:<br />
The Gambler (2014)<br />
Spielsucht ist das gefährlichste Problem,<br />
das mit dem Glücksspiel einhergehen<br />
kann. Das weiß auch Jim Bennett (Mark<br />
Wahlberg), der längst das Erbe seines<br />
Großvaters verspielt hat und auf nichts<br />
als einen Schuldenberg blickt. Schlimmer<br />
noch: Er spielt mitunter in illegalen<br />
Casinos, in denen niemals sicher ist, ob<br />
er am Ende des Tages überhaupt auf eine<br />
Auszahlung seiner Gewinne spekulieren<br />
darf. Die Szenen am Roulettetisch sind<br />
magisch – wenngleich sie stets mit einer<br />
negativen Sicht skizziert werden. Aber<br />
Risiko gehört beim Casinobesuch nun<br />
einmal dazu! Wer nicht wagt, der nicht<br />
gewinnt.<br />
https://youtu.be/u7rcsaOhoaU<br />
Als Poolprofi zum Oscar:<br />
Die Farbe des Geldes (1986)<br />
Die Farbe des Geldes ist kein traditioneller<br />
Casinofilm. Im Grunde nimmt das<br />
Glücksspiel sogar eine nur untergeordnete<br />
Rolle ein. Dennoch möchten wir den<br />
Film in diese Liste aufnehmen, weil allein<br />
die Besetzung für sich spricht: Unter<br />
der Regie von Martin Scorsese entdeckt<br />
Paul Newman das Talent von Tom Cruise<br />
und bildet ihn prompt zum erfolgreichen<br />
Poolbillardspieler aus. In Nebenrollen<br />
fungieren unter anderem Forest Whitacker<br />
und Iggy Pop! Newman ist derart<br />
großartig, dass er für seine Rolle den<br />
Oscar für den besten Hauptdarsteller erhielt.<br />
Verdient, wie wir finden!<br />
Fotos: kalligra / stock.adobe.com; Alamode Film; Paramount Pictures Germany; Universal Pictures Germany; Touchstone Pictures<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 106 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Foto: Olesia Bilkei / stock.adobe.com
AJOURE / LIFESTYLE<br />
Mit diesen Tricks<br />
holst du alles aus<br />
Spotify heraus<br />
Ajouré Tech<br />
Spotify ist der größte Musik-Streaming-Dienst<br />
der Welt. Mehr als<br />
200 Millionen Menschen hören<br />
mit ihm täglich Musik. Der Streaming-Dienst<br />
spielt nicht einfach<br />
nur Musik ab. Er bietet auch verschiedenste<br />
Funktionen, von denen<br />
die meisten wahrscheinlich nichts<br />
wissen. Mit unseren 15 Tipps und<br />
Tricks holst du das Beste aus deinem<br />
Spotify-Abo heraus.<br />
1. Musik offline anhören<br />
Das wissen wahrscheinlich viele<br />
nicht, aber du kannst die Songs von<br />
Spotify auch offline hören. Allerdings<br />
benötigst du dafür ein Premium-Abo.<br />
Unter „Einstellungen“<br />
und dann „Wiedergabe“ aktivierst<br />
du den Offline-Modus. Diese Einstellung<br />
trennt das Programm von<br />
deinem Gerät.<br />
Nützlich, wenn du Datenvolumen<br />
sparen möchtest. Als Premium-Mitglied<br />
hast du auch die<br />
Möglichkeit, ganze Playlisten und<br />
Songs herunterzuladen. Dafür<br />
klickst du einfach auf den „Herunterladen“-Schalter.<br />
2. MP3s ohne Abo herunterladen<br />
Auch ohne Premium-Abo ist es möglich,<br />
ganze MP3s herunterzuladen. Dafür<br />
gibt es das Programm „Recordify“.<br />
Das Programm schneidet beim Hören<br />
mit und speichert die Songs als MP3 auf<br />
der Festplatte ab. Anschließend lassen sie<br />
sich zum Beispiel auf einen klassischen<br />
MP3-Player übertragen.<br />
https://www.recordify.de/<br />
3. Sound richtig einstellen<br />
Hole das Beste aus der Musik heraus,<br />
indem du die Sound-Einstellungen<br />
verwendest. Unter „Einstellungen“ →<br />
„Soundqualität“ wählst du zwischen<br />
verschiedenen Bitrates. Je höher, desto<br />
besser ist der Sound. Dadurch steigt aber<br />
auch das Datenvolumen. 96 KBit/s ist<br />
normal, 320 KBit/s ist die höchste Einstellung.<br />
Fotos: Eugenio Marongiu; Andrii A; Oleksii / stock.adobe.com; <strong>AJOURE´</strong> Redaktion / Spotify App Screenshots<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 108 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
4. Eigene Musik hochladen<br />
Das Musikangebot von Spotify ist riesig, kennt aber<br />
nicht jeden Song. Für die Hipster unter euch gibt es<br />
die Möglichkeit, Musik hinzuzufügen, die der Dienst<br />
nicht kennt. Unter anderem lassen sich Playlists von<br />
iTunes und dem Windows Media Player importieren.<br />
Auch der Import aus einem Ordner mit lokaler Musik<br />
ist möglich. Für Smartphone-Nutzer besteht der<br />
Dienst nur bei einem Premium-Abo. Hierzu müssen<br />
die Songs zuerst über die Spotify-Desktop-Version<br />
einer deiner Playlisten hinzugefügt werden. Nun<br />
kannst du sie auch per Smartphone über diese Playlist<br />
auf dein Gerät laden.<br />
5. Playlisten als Wecker auf dem Smartphone<br />
Möchtest du von deinen eigenen Playlisten geweckt<br />
werden? Dafür gibt es die Spotify-Wecker-App<br />
„MyAlarm“ für Android. Der Wecker begrüßt einen<br />
morgens auch mit Matheaufgaben und anderen<br />
Weckspielen.<br />
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.kolmajor.alarm<br />
6. Playlists mit Freunden<br />
bearbeiten<br />
Dass du deine Playlists mit deinen Freunden<br />
teilen kannst, weißt du bestimmt.<br />
Aber vielleicht nicht, dass du mit deinen<br />
Freunden Playlisten gemeinsam bearbeiten<br />
kannst. Dazu klickst du auf das Optionen-Symbol<br />
bei der Playlist und auf<br />
„Gemeinsame Playlist“. Anschließend auf<br />
„Teilen“ und „Playlistlink kopieren“. Alle,<br />
die den Link erhalten, können nun die<br />
Playlist bearbeiten.<br />
8. Optimierte Sound-Optionen<br />
Spotify bietet 22 unterschiedliche<br />
Sound-Optionen an. Mit ihnen lässt sich<br />
die Klang-Qualität und die Art des Klanges<br />
einstellen. Zum Beispiel mit Konzert-Hall<br />
oder verstärkten Bässen. Passend<br />
zu unterschiedlichen Musikrichtungen.<br />
Bei Android findet sich diese Option unter<br />
„Soundqualität“ und „Equalizer“, bei<br />
iPhone unter „Wiedergabe“.<br />
9. Optimierte Suche<br />
Ähnlich wie bei Google gibt es einige Optionen,<br />
mit denen du deine Suche präzisieren<br />
kannst. Schreibe „artist:“ vor dem<br />
Suchbegriff, um gezielt nach Künstlern<br />
zu suchen. Mit „track:“ suchst du nach<br />
Songs, „year:“ nach dem Jahr, „genre:“<br />
nach Musikstilen, „label:“ nach Musiklabeln,<br />
„album:“ nach speziellen Alben und<br />
„tag:new:“ nach kürzlich veröffentlichten<br />
Alben. Du kannst die Suchbegriffe auch<br />
miteinander kombinieren.<br />
10. Gelöschte Playlisten<br />
wiederherstellen<br />
Aus Versehen die Playlist gelöscht? Kein<br />
Grund, ihr nachzuweinen, denn sie lässt<br />
sich einfach wiederherstellen. Unter<br />
deinen Kontoeinstellungen auf der Spotify-Webseite<br />
findest du den Menüpunkt<br />
„Playlists wiederherstellen“. Damit bekommst<br />
du deine Playlist wieder.<br />
7. Pausen zwischen den Songs<br />
deaktivieren<br />
Standardmäßig sind Pausen zwischen den<br />
einzelnen Songs eingestellt. Du kannst sie<br />
allerdings auch deaktivieren, indem du<br />
die Option „Crossfade“ einschaltest. Dann<br />
gehen die Songs fließend ineinander über.<br />
Möchtest du keine fließenden Übergänge,<br />
dann aktiviere die nahtlose Wiedergabe.<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 109 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
AJOURE / LIFESTYLE<br />
11. Playlist anhand eines<br />
Liedes erstellen<br />
Gefällt dir dieser eine Songs besonders, hast<br />
aber keine Ahnung, ob es mehr von dieser<br />
Richtung gibt? Spotify kann dir helfen und<br />
automatisch eine Playlist mit Songs zusammenstellen,<br />
die ähnlich wie das eine Lied<br />
klingen. Dazu drückst du den Finger auf<br />
den Song, bis sich ein Menü öffnet. Klicke<br />
dann auf „Gehe zu Song-Radio“. Die automatisch<br />
erstellte Playlist findest du anschließend<br />
unter „Radio“.<br />
13. Besserer Sound mit Spotify Connect<br />
Wer besseren Sound möchte, spielt die<br />
Musik von Spotify über eine Hi-Fi-Anlage<br />
ab. Bluetooth macht es möglich, die Musik<br />
direkt an die Boxen zu senden. Premium-Accounts<br />
können „Spotify Connect“<br />
verwendet, um noch mehr aus dem Sound<br />
herauszuholen. Mit Spotify Connect ist der<br />
Sound wesentlich besser, da der Dienst die<br />
Musik mit 320 KBit/s direkt aus dem Internet<br />
streamt. Allerdings muss die Musik-Anlage<br />
auch Spotify Connect unterstützen.<br />
14. Songs in einer Playlist sortieren<br />
Auf Windows lassen sich Songs manuell mit<br />
Drag & Drop sortieren. Dazu müssen zuerst<br />
Kriterien wie „Künstler“ und „Songs“ ausgeschaltet<br />
werden. Du erkennst am grünen<br />
Pfeil, welche Kriterien gerade aktiv sind.<br />
Klick zwei Mal auf den Pfeil, um ihn zu deaktivieren.<br />
Nun kannst du die Playlist von<br />
Hand sortieren.<br />
12. Auf iPhones mit einem<br />
Wisch speichern<br />
Auf dem iPhone ist es ganz einfach, Songs<br />
mit dem Finger zu verwalten. Wische nach<br />
links über einen Song und klicke anschließend<br />
auf ein grünes Plussymbol, um ihn<br />
zu speichern. Wische nach rechts und der<br />
Song landet in der Warteschlange deiner<br />
Wiedergabeliste.<br />
Mit einem Android-Gerät kannst du lange<br />
auf den Song klicken, damit sich das Auswahl-Menü<br />
öffnet.<br />
15. Privatsphäre verbessern<br />
Normalerweise sehen Freunde auf Facebook,<br />
was du auf Spotify hörst, solange der<br />
Spotify-Account mit dem Facebook-Account<br />
verbunden ist. Legst du hingegen<br />
Wert auf mehr Privatsphäre, dann lässt sich<br />
das deaktivieren. Bei Windows findest du<br />
diese Option unter „Social“. Deaktiviere<br />
hier Optionen wie „Spotify“ oder „Facebook“.<br />
Spotify verfügt ebenfalls über eine<br />
„Private Session“. Damit deaktivierst du alle<br />
„Social“-Einstellungen bis zum Neustart<br />
der App.<br />
Fotos: Andrii A; Oleksii / stock.adobe.com; <strong>AJOURE´</strong> Redaktion / Spotify App Screenshots<br />
AJOURE MAGAZIN SEITE: 110 | SEPTEMBER <strong>2019</strong>
Happy<br />
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