Onl_FrischAuf-GP-Saisonheft2019_2020

suedwest.presse

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Hrbkova landet erneut

ganz vorne

Die Tschechin verteidigt ihren Titel bei der Wahl

zur Spielerin des Jahres vor Johanna Schindler

und Iris Guberinic

MICHAELA

HRBKOVA

Die Fans belohnten sie

erneut mit Platz eins.

VON: FRANK HÖHMANN

The same procedure as every year... So könnte

man die Wahl zur Spielerin des Jahres

auch beschreiben. Denn schon zum vierten

Mal in Folge landete Michaela Hrbkova auf

dem ersten Platz. Doch ist es für die Goalgetterin

der FRISCH AUF Frauen natürlich kein

lästiges Anhängsel, sondern vielmehr ein

willkommenes und sehr erfreuliches Ritual.

Von den Fans erneut als Spielerin des Jahres

ausgezeichnet worden zu sein, bedeutet der

32-Jährigen diesmal so viel wie in keiner der

drei vorangegangenen Spielzeiten. „Vielen

Dank an alle, die mir ihre Stimme gegeben

haben.“

„ICH WILL IMMER MEHR“

Schließlich war es keine einfache Spielzeit

für Michaela Hrbkova: Erst setzte eine

Wadenverletzung sie außer Gefecht. Dann

musste sie wegen eines Bruches des Augenhöhlenbodens

eine Zwangspause einlegen.

Trotzdem wurde sie erneut die erfolgreichste

Torschützin ihrer Farben und konnte

sich wieder in die Top Ten der Bundesliga-

Torschützenliste einreihen. Doch wer die

Tschechin kennt, der weiß, dass sie nie mit

sich zufrieden ist. „Ich stelle sehr hohe Anforderungen

an mich und will immer mehr“,

sagt Hrbkova. So wollte sie dem Team nach

ihrer Rückkehr noch mehr zurückgeben und

hätte ihre Mannschaft bei ihrem Comeback

auf der Platte gegen den Buxtehuder SV am

liebsten mit 15 Toren zum Sieg geworfen.

Doch es war zu viel Druck, den sie sich auferlegte.

Sie wollte es einfach zu gut machen

und so klappte an diesem Abend nicht viel.

Aber spätestens im Derby bei der Neckarsulmer

Sport-Union war Michaela Hrbkova

endgültig wieder die alte und schoss die

FRISCH AUF Frauen mit 16/8 Treffern fast

im Alleingang zum Erfolg. Doch nicht nur

ihre Unterarmwürfe sind gefürchtet. Auch

das Zusammenspiel, zum Beispiel mit Kreisläuferin

Petra Adamkova, funktioniert fast

blind. Zur Freude der Fans bleibt Michaela

Hrbkova noch mindestens bis 2021 unterm

Hohenstaufen.

Aufgeholt bei der Wahl zur Spielerin des Jahres

hat Johanna Schindler.

2017/2018 auf Rang drei, belegte

sie 2018/2019 den zweiten

Platz. Und 2019/2020? „Schauen

wir mal“, sagt die Österreicherin

mit einem Augenzwinkern. Haben

die Fans vor zwei Jahren

vor allem ihre grandiose

Leistung in der

Defensive honoriert,

durfte sie in der vergangenen

Spielzeit

ihr Können durch

mehr Einsatzzeit auch

in der Offensive zeigen.

Und das mit Erfolg. 50 Tore

gelangen ihr. Die Sympathie bei

der grün-weißen Anhängerschaft

wuchs weiter und spülte sie nun auf

den zweiten Platz. „Es freut mich sehr,

dass die Fans meine Leistungen so schätzen.“

Vielleicht geht bei der Abstimmung

aber noch mehr. Ihr Potenzial sieht auch

Trainer Aleksandar Knezevic als noch

nicht ausgeschöpft an. „Johanna macht

Woche für Woche, Monat für Monat

sehr große Fortschritte und hat vergangene

Saison auch ihre Qualitäten

im Angriff gezeigt.“ Knezevic lobt

den großen Willen der 25-Jährigen,

die die Wörter „Aufgeben“ und „Resignieren“

nicht zu kennen scheint.

Sie gibt bis zur letzten Sekunde alles,

egal wie der Spielstand lautet.

Nicht zuletzt deshalb genießt sie

bei den Göppingerinnen den Ruf

der „Arbeitsbiene“: immer fleißig

und kämpferisch eingestellt. Auch

die Mannschaft weiß, was sie an

Schindler hat. Deshalb wurde sie

zur neuen Spielführerin gewählt.

„GAR NICHT DAMIT

GERECHNET“

Den Sprung aufs Treppchen schaffte

auch Iris Guberinic als Dritte. Die

Spielführerin war davon total überrascht.

„Damit habe ich überhaupt

nicht gerechnet. Ich glaube, das hat

man mir auch angesehen. Vielen

Foto: Michael Schmidt

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