Berliner Zeitung 17.08.2019

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Der Nächste, bitte: Olaf Scholz will jetzt doch SPD-Chef werden – Politik Seite 4

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Sonnabend/Sonntag,17./18. August 2019

Nr.190 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

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Liebe Grüße nach Moskau:

Briefe vom Ende der DDR

Im Magazin:

Jochen-Martin Gutsch

und der Klimawandel

Anpfiff

Union und Hertha in der

Bundesliga: Berlin startet in eine

besondere Saison.

Die Berliner Zeitung eröffnet sie mit

einer besonderen Ausgabe:

Alles zum Auftakt auf den

Seiten 2und 3, 8und 22 bis 24

FC Bayern

gegen

Hertha BSC

2:2

Die Kapitäne: Christopher Trimmel vom 1.FC Union (links) und Vedad Ibisevic von Hertha BSC. IMAGO (2)

Ist Berlin auf dem Wegzueiner

anerkannten und beachteten

Fußball-Stadt –sowie Madrid,

London oder Mailand?

Einerster Schritt ist jedenfalls getan,

denn in der nun gestarteten

neuen Bundesliga-Saison ist die

Hauptstadt zum ersten Mal seit 43

Jahren wieder mit zwei Mannschaften

in der Beletage vertreten. Zuletzt

war das in der Saison 1976/77 der

Fall, als Hertha BSC und Tennis Borussia

zu den Branchen-Größen gehörten.

Doch nun duellieren sich mit

dem 1. FC Union (Ost) und Hertha

(West) zwei Klubs äußerst unterschiedlicher

Herkunft, Historie und

Botschaft. Beide Klubs durchlebten

verschiedene Phasen ihres gemeinsamen

Daseins in einer Stadt, die

lange durch eine Mauer geteilt war.

Siefanden sich sympathisch, beachteten

sich später kaum oder übten

sich auch in Abneigung.

Es gibt ein Foto, das die beiden

Profis Olaf Seier, Kapitän des 1. FC

Union, und Dirk Greiser, Spielführer

der Hertha, beim Handschlag am

Mittelkreis zeigt. Es stammt aus dem

Januar 1990, wenige Monate nachdem

die Mauer gefallen war. Eswar

das sogenannte Wiedervereinigungsspiel

im Olympiastadion.

51 000 Fans beider Klubs kamen damals,sie

feierten die Teams und sich

selbst. Das Spiel endete mit einem

2:1 für die Hertha. Aber das Ergebnis

war eigentlich egal.

Union-Kapitän Olaf Seier, heute

60 Jahre alt, erinnert sich: „Das war

ein ganz großes Ereignis in meinem

Leben, wirklich die Erfüllung eines

Traums.Ich stand zum ersten Malim

gewaltigen Olympiastadion auf dem

Rasen und bewunderte die unglaubliche

Kulisse. Ich dachte damals: Ist

das alles wahr oder träume ich

doch?“ Dirk Greiser,heute 56, sagt in

der Nachschau: „Das war für mich

ein außergewöhnliches und bewegendes

Erlebnis in einer turbulenten

Zeit. Wir lernten die Spieler aus Köpenick

zum ersten Mal kennen und

genossen gemeinsam dieses Spiel.“

Nach diesem Treffen haben sich

die beiden populären Profis aus den

Augen verloren – genauso wie die

beiden Traditionsvereine und vorallem

deren zahlreiche Anhänger.Hertha

stieg am Ende der Saison in die

Bundesliga auf, aber auch sofortwieder

ab.Union verpasste den Aufstieg

in die Oberliga des Nordostdeutschen

Fußball-Verbandes.

Nun aber, im30. Jahr des Mauerfalls,ist

Union der 56. Klub,der in der

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall

verbindet die Berliner Vereine

mehr als sportliche Rivalität

Bundesliga angekommen ist. Hertha

dagegen gehört zum Inventar der

Liga, ist Gründungsmitglied und

steht auf Rang 12 der „Ewigen Bundesligatabelle“.

Endlich bekommt

Hertha BSC ernsthafte Konkurrenz

in der eigenen Stadt.

Bislang wähnt sich Hertha BSC als

der größte und wichtigste Fußballverein

Berlins. Und das bereits seit den

20er- und 30er-Jahren. Immerhin

sechsmal in Serie hatte die Mannschaft

das Endspiel um die Deutsche

Meisterschaft erreicht, zweimal –

1930 und 1931 –den Titel geholt. Es

Zwei Herzen

einer Stadt

VonMichael Jahn

folgten immer wieder gewaltige Brüche

in derVereinsgeschichte,genauso

wie sie Berlin erlebte.

Betroffen waren vor allem auch

die Fans. Als die Mauer Berlin teilte,

verlor Hertha zahlreiche Anhänger

im Osten der Stadt. Die mussten

Westfernsehen schauen, um ihre

Hertha zu sehen. Herthas Fans aber

solidarisierten sich so gut sie konnten

mit den Anhängern des 1. FC

Union. DerVerein galt als Underdog

in der DDR-Oberliga und pflegte als

Feindbild den vomStaat und den Sicherheitsorganen

gehätschelten

BFC Dynamo. Hertha-Fans reisten

häufig an die Alte Försterei. Dortrief

man gern gemeinsam und trotzig:

„Eisern Berlin!“ oder „Es gibt nur

zwei Meister an der Spree –Union

und Hertha BSC!“ Für dieWest-Berliner

Fußballfans war die Reise nach

Köpenick durchaus auch ein Abenteuer,

ein Nervenkitzel. Die gemeinsame

Ablehnung staatlicher Restriktionen

beider Fangruppen war wohl

ein wichtiger Antrieb für die damals

keimende Freundschaft.

Im Gegenzug fuhren Union-Anhänger

zu Spielen der Hertha ins sozialistische

Ausland, zu Duellen in

Prag oder Plowdiw und bildeten mit

ihren Hertha-Freunden eine beeindruckende

Kulisse. Nie waren sich

die beiden Fangruppen so nah wie

zu Zeiten, als die Mauer teilte.

Doch schon wenige Monate nach

dem Spiel im Januar 1990 begann die

Entfremdung. Die Ost-Berliner Fußballfans

bewegten wichtigere Dinge

als Fußball. Sie kämpften mit den

neuen gesellschaftlichen Anforderungen.„Sie

mussten dieWelt neu lernen“,

sagt ein Hertha-Anhänger, der

noch heute Freunde an der Alten

Försterei besitzt.

Die Fans aus den Mauerzeiten

sind in die Jahre gekommen. Die

junge Generation lebt lieber die

neue Rivalität. Unions Präsident

Dirk Zingler sagte zu den bevorstehenden

Duellen gegen Hertha: „Für

mich ist das ein Derby, das steht für

Rivalität, für Abgrenzung. Und für

Fußball-Klassenkampf in der Stadt.“

Das kam bei Hertha nicht besonders

gut an. Union tritt zu Recht selbstbewusst

auf. An der Alten Försterei

pflegt man weiter das Image des „etwas

anderen Vereins“, der sich gegen

die Kommerzialisierung des Fußballs

wehrt. Hertha übt dagegen den Spagat

zwischen Moderne und Tradition.

Die beiden Mannschafts-Kapitäne

von 1990, Olaf Seier und Dirk

Greiser, freuen sich schon auf die

beiden Derbys.Seier,sportlicher Leiter

des Vereins „Kietz für Kids –Freizeitsport

e.V.“ in Hohenschönhausen,

besitzt ein Privileg –inAnerkennung

seiner Verdienste bekam er

einst eine Dauerkarte auf Lebenszeit.

„Dann habe ich wenigstens

keine Schwierigkeiten, beim Derby

wieder dabei zu sein.“ Dirk Greiser,

Rechtsanwalt in Charlottenburg,

spricht von einer „gesunden Rivalität“.

Greiser: „Das Wichtigste aber

ist, dass sich beide Vereine mit Respekt

begegnen.“ Damit sollten

beide Fanlager gut leben können.

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2 Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Report

Einmal zum

Mitmachen, bitte!

Köpenick hat endlich einen Fußball-Erstligisten. Und für viele Unioner ist es, als würde

eine Reise zu Ende gehen. Dabei geht es am Sonntag erst richtig los. Im Bundesliga-

Reisegepäck befinden sich ein paar Fragen. Etwa diese: Ist dieser Klub nur besonders?

Oder muss er unbedingt anders sein? Und wie viele Legenden verträgt ein Verein?

Gewiss ist: Durch die Kreativität, die Hilfsbereitschaft und den Elan der Fans ist Union

besonders und anders geworden. Beobachtungen im Mitmachklub

Text: Paul Linke; Illustration: Matti Michalke

Wumme hat manchmal

diese Träume. Dann

steht er vor dem Stadion,

kramt in der Tasche

herum, merkt plötzlich, dass er

seine Arbeitskarte vergessen hat –er

kommt nicht rein. Selbst in Träumen

machen Ordner keine Ausnahmen,

nicht mal für einen wieWumme,den

im Stadion fast jeder kennt.

Oder er hat seine Musik nicht dabei,

die Playlist, die er stundenlang

für dieses Heimspiel vorbereitet hat;

zu Hause am Computer,MP3, legaler

Download, hochcodiert, Bands wie

Kasabian, Deichkind, Motörhead,

aber bloß keinen Mainstream –und

am Ende wie immer die Klubhymne

von Nina Hagen: „Den Sieg vor Augen,

den Blick weit nach vorn,ziehen

wir gemeinsam durch die Nation.“

Oder irgendwas mit der Musikanlage

geht schief, und dann gucken

alle Fans nach oben, unters Stadiondach,

zu seinem Arbeitsplatz, wo

Wumme, der Stadion-DJ des 1. FC

Union Berlin, nur ein paar Klicks und

Knöpfe braucht, um ein unverwechselbaresVorspiel

im deutschen Profifußball

zu starten. Gitarrenriffs und

griffige Melodien statt Moderation

und maue Gewinnspiele.

Undhier noch ein Hinweis für alle

Unioner, die es noch nicht wussten:

Wumme erfüllt auch Songwünsche,

die ihn über Mail, Facebook, Twitter

erreichen –aber nicht alle: „Wenn

sich einer Helene Fischer wünscht,

die kommt bei mir nicht.“

Wenn sich die Stadiontoreöffnen

Wumme trägt Jutebeutel, Kapuzenpulli,

Ohrring, die Haarezur Seite gelegt

und ein grünes Festivalbändchen

am Arm. Er war Anfang August

beim „Rocken am Brocken“, er sagt,

da hole er sich Inspiration. Undjetzt

holt sich Wumme erst mal ein Malzbier

im „Besser Späti als nie“ am

Schlesischen TorinKreuzberg.

An diesem Sonntag wird erwieder

nach Köpenick rausfahren. Um

sechs Uhr abends spielt Union daheim

gegen RB Leipzig, es ist das

erste Bundesligaspiel der Klubgeschichte

und für den ersten Bundes-

„Ich habe nicht

an den Aufstieg

geglaubt,

aus einer

Schutzhaltung

heraus.

Ich wollte nicht zu

enttäuscht sein,

wenn es nicht

klappt.“

Wumme alias Sven König

arbeitet bei einer Baufirma und

beschallt seit zwölf Jahren

die Zuschauer in der Alten Försterei.

ligasong, den akustischen Saisonstart,

ist Wumme zuständig. Wenn

die Stadiontore 120 Minuten vor

dem Anpfiff öffnen, die Ordner ihre

Stellung beziehen und die Schiedsrichter

die Netzeauf Balldurchlässigkeit

prüfen, drückt er auf Play.

Einmal, erinnertsich Wumme am

Späti, ist ihm eineWasserflasche aufs

Mischpult gekippt. Die Lautstärke

ging immer wieder von selbst rauf,

von selbst runter, das war bei einem

Testspiel in der Alten Försterei; jemand

brachte irgendwann doch

noch ein Ersatzgerät in seinen DJ-

Container auf der Gegengeraden.

Unddann, aber das ist nun schon

wirklich lange her, graue Oberligazeiten,

da hat Wumme einige Songs

doppelt gespielt und es nicht einmal

gemerkt, zu betrunken. Er sagt:

„Fußball ohne Bier zu gucken, das

war früher undenkbar.“

Früher war nicht alles schlechter.

Aber heute ist vieles besser. Köpenick

hat endlich einen Erstligisten.

Und für viele Unioner ist es, als

würde eine Reise zu Ende gehen. Dabei

geht es jetzt erst richtig los, neue

Reisestrapazen sind wohl zu erwarten.

Und imBundesligareisegepäck

schleppen sie die Frage mit sich: Ist

dieser Klub nur besonders, oder

muss er unbedingt anders sein?

Wumme heißt eigentlich Sven

König, ist 29, arbeitet als Fahrer für

eine Baufirma. Seit zwölf Jahren beschallt

er das Stadionvolk in Köpenick;

er ist da so reingerutscht, ist mit

der Aufgabe gewachsen wie der gesamte

Verein größer und professioneller

geworden ist mit der Zeit.

Ohne Menschen wie Wumme würde

er seine Besonderheit verlieren.

Union hat ein neues Stadion gebaut

vor zehn Jahren, beschäftigt

Stadiontechniker, nicht nur die Musikanlage

wurde erneuert. Wumme

kann sich noch erinnern, wie sie in

der Pause herumtelefonieren mussten,

um die Halbzeitstände aus den

anderen Stadien durchsagen zu können;

wie einer aus dem Container

runtergehen musste, um die Auswechselpläne

des Trainers zu erfahren.

DieWelt funktionierte analog.

Heute muss Wumme nicht mehr

eine CD mit zwanzig Songs brennen;

er bringt einfach seinen Laptop mit,

stöpselt alles ein, lädt die Playlist ins

Programm, raucht noch schnell eine

Zigarette gegen die Nervosität. Es ist

die Ruhe vordem Ansturm.

Undweiß er schon, was er spielen

wird amSonntag? „Ich habe mir die

ersten Gedanken und Ideen zusammengesammelt.

Aber ich bin gar

nicht so der Freund vonIdeengestaltung

oder Eventthemen. Ich werde,

ehrlich gesagt, nichts besonderes

draus machen, ich werde einfach

mein Ding durchziehen wie bisher.“

DerSchweige-Plan

Vor knapp drei Monaten ist Union

aufgestiegen –und nichts war mehr

wie bisher. Nach dem Abpfiff des

zweiten Relegationsspiels gegen den

VfB Stuttgarteroberten die Fans den

Platz. Sie schrien, sangen, tanzten,

sie weinten, herzten sich und rissen

Rasenstücke aus dem Boden; zwei

Tage später gab es einen Empfang im

Roten Rathaus,fand die große Jubelregatta

auf der Spreestatt.

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller sprach vonWirtschaftsunternehmen,

die auch Fußball

spielen: „Und bei Ihnen ist es

umgekehrt.“ Das war eine sehr gewagte

These für die Andersartigkeit

des Vereins und zugleich die erste

Lobeshymne aus der Bundesligaplaylist,

die fortan außerhalb von

Köpenick gespielt werden sollte.

Dann kam der Sommer.Das Warten.

DieVorfreude der Fans. Die Bekanntgabe

einer umstrittenen Immobilienfirma

als neuer Hauptsponsor.All

dieTransfergerüchte.Elf Spielerverpflichtungen.

Und mit dem

Erscheinen des Spielkalenders die

nächste Debatte.

Union wollte so gern mit einem

Heimspiel die Saison beginnen,

doch was der Verein auf keinen Fall

wollte: Fußballgäste aus Leipzig

empfangen, also einen Klub, den sie

nicht nur in Köpenick als künstliches

Konstrukt betrachten. RB gilt als ein

Synonym für Kommerzialisierung,

die absurden Millionenspielchen

der Fußballmoderne, als willkommenes

Feindbild für viele Traditionalisten

und Stadionromantiker.

Auf dem Kleintransporter, den

Unions Fanbetreuer für ihreFahrten

nutzen, prangt ein Schriftzug: „Wir

verkaufen unsere Seele. Aber nicht

an jeden!“ Daneben eine platt getretene

Red-Bull-Dose.RBpasst zur Köpenicker

Fußballkultur wie Helene

Fischer in Wummes Plattenregal.

Vor vier Jahren, damals noch in

der Zweiten Liga, als beide Klubs

letztmals in der Alten Försterei aufeinandertrafen,

hatten Union-Ultras

ein paar selbst gebastelte Botschaften

auf der Waldseite ausgebreitet.

„Das höchste Gut der Fans ist die

Selbstbestimmung!“ stand da in fetten

Lettern. Etwas kleiner:„Kommunikation

auf Augenhöhe“. Oder:

„Kreativen Spielraum lassen“.

Es war klar,dass sie auch diesmal,

vor einer viel größeren Öffentlichkeit,

ein Protestzeichen setzen werden

gegen einen Klub, der seine Basis

als passive Konsumenten versteht,

die sich nicht einmischen sollen

in die Entscheidungsfindung der

Spitzenfunktionäre.

Voreiner Woche,nach vielen Diskussionen

und mit der Unterstützung

der meisten Fanclubs, gab

dann das „Wuhlesyndikat“ bekannt,

die ersten fünfzehn Bundesligaminuten

im kollektiven Schweigen verbringen

zu wollen. In einer Mitteilung

der nicht nur im Block tonangebenden

Ultra-Gruppierung heißt es:

„Es gilt, den Protest weiter konsequent

ins Stadion zu tragen und zu

zeigen, dass wir mit der Idee vom

Fußball in Leipzig nicht einverstanden

sind.“ Neben dem stillen Widerstand

wird eseine „optische Aktion“

als „Zeichen des Unmuts geben“.

Torwart Rafal Gikiewicz meldete

sich zu Wort,gab sich als Gegner des

Stimmungsboykotts zu erkennen,

auf Instagram schrieb er:„Wir Spieler,

zusammen mit euch Fans, müssen

unserem Gegner zeigen, dass das

unser Platz ist, unser Haus.“ Trainer

UrsFischer sagte: „Das ist ein komisches

Gefühl. Normalerweise ist das

Stadion ein Tollhaus.“

Öffentliche Fankritik ist selten in

Köpenick, ein möglichst breiter Konsens

erwünscht. Doch bevor ein größerer

Riss zwischen Mannschaft und

Fanszene entstehen konnte, versprach

Klubpräsident Dirk Zingler in

einer Sondersendung auf Radioeins:

„Die Fans haben den Verein auf ihrer

Seite.“ Als Bauunternehmer weiß

Zingler bestens,wie man Risse kittet.

Zuvor hatte er schon gewarnt: „Ich

habe ein bisschen Angst davor, dass

um uns zu viele Themen gesponnen

werden, die weniger mit Sportzutun

haben. Wirtun uns selbst keinen Gefallen

und sollten darauf achten,

dass uns von außen kein Heiligenschein

aufgesetzt wird. Also,wir sind

nicht wirklich so viel anders als andere

Profivereine.“ Ein rhetorischer

Bremsvorgang war das,ein Stoppzeichen

für die beschleunigende Legendenbildung,

so musste man das

verstehen.

Neulinge stehen unter besonderer

Beobachtung, das ist in der Bundesliga

nicht anders. Zuletzt mussten

das der SC Paderborn, Greuther

Fürth oder der Darmstadt 98 erfahren.

Sie waren die Zwerge, die sich

mit ihren bescheidenen Mitteln,

baufälligen Stadien und Kabinentrakten

dem Fußballgigantismus

entgegenstellten. In den Vorberichten

hieß es,diese Klubs seien noch so

authentisch, dortwürde es nach Bier

und Bratwurst riechen –als wäredas

nicht überall der Fall.

Vermarkten und verkaufen

Aber so ging nun mal die Erzählung,

weil sich Größenunterschiede und

Gegensätze am besten vermarkten

und verkaufen lassen. Dabei war nie

so richtig klar,was echt war an dieser

Erzählung, was nur gewollt und von

außen konstruiert.

Jetzt ist da plötzlich Union in der

Bundesliga, und die Geschichtenerzähler

sind begeistert. Ziehen

Schubladen auf, nehmen Stempel

heraus: Kult-Klub, anders als die anderen,

ein bisschen der FC St. Pauli

des Ostens –und dann auch noch

dieses größtmögliche Gegensatzduell

mit Leipzig zum Ligastart.


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 3

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Report

In die Nische,inder Union es sich

gemütlich gemacht hatte, fällt nun

das Licht der Fernsehkameras, die

unverbrauchte Bilder suchen. Diese

Saison wird diesen Klub auf jeden

Fall verändern. Aber wie?

Matti Michalke hat ein Café am

Frankfurter Torals Treffpunkt vorgeschlagen

und eine Theorie mitgebracht,

wie Union und seine Fans zu

einer Einheit verschmolzen sind. In

guten wie in schlechten Zeiten. „Wir

haben etwas,das uns nachhaltig unterscheidet

von den anderen“, sagt

Michalke.InKöpenick gäbe es keine

einhundertjährige Tradition, keine

Trophäensammlung, das Selbstverständnis

des Klubs sei: „Wir haben

1968 mit Ach und Krach den FDGB-

Pokal gewonnen. Alle unsere Heldentaten

sind selbst gemacht.“

Michalke,55, gemütliche Erscheinung,

fester Händedruck, eindringliche

Stimme,ist so ein Selbstmacher.

Er hat damals am Stadion mitgebaut,

einen Fanclub mitbegründet, „Mein

erstes Union-Buch“ für Kinder illustriert;

seit diesem Monat moderiert

er das regelmäßige Fantreffen, bei

dem Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäreingeschlossener

Gesellschaft

über dies und das plaudern.

Aber angefangen hat alles mit dem

Projekt „Eiserne Menschen“, 2003

war das, in einem Fischladen in

Oberschöneweide.

Gemeinsam mit dem Fotografen

Georg Krause hatte Michalke die

Idee,Fußballfans zu porträtieren. Sie

schickten zehn Briefe und Faxe an

Union, erklärten mal kurz, mal in

Langform, was sie vorhaben; sie

wollten kein Geld, sondern Unterstützung

–und bekamen trotzdem

keine Antwort. „Aber das macht einen

Unioner aus“, sagt Michalke,

„wir haben es einfach gemacht.“ So

wie er früher als Kind losgelaufen ist,

wenn sein Opaihm zehn Mark in die

Hand drückte,umdreiBier und eine

Limo für die durstigen Unioner im

Stehblock zu holen.

Die Bilder entstanden hinten in

der Küche des Fischladens, verkauft

wurden sie vorne ander Theke; es

sprach sich schnell herum in der

Szene,immer mehr Fans kamen vorbei,

um sich ablichten zu lassen; und

bald schon stand auch ein Fernsehteam

aus Österreich vorder Ladentür

und wollte wissen, was das Projekt

mit der WM 2006 in Deutschland zu

tun habe.Eshatte gar nichts damit zu

tun. Michalke sagte ins Mikrofon:

„Wir fotografieren hier keine Spieler,

keine Trainer, keine Präsidenten und

keine Bonzen –was man halt so sagt.“

Der Beitrag wurde an einem

Sonntagabend auf 3Sat ausgestrahlt,

gleich am Montagmorgen rief

Unions damaliger Pressesprecher

an: „Herr Michalke, wir müssen reden.“

Also redeten sie –und plötzlich

hatte Union doch Interesse an dem

Fotoprojekt, stellte andere Räumlichkeiten

zur Verfügung. Der Bildband

„Eiserne Menschen“, 156 Seiten,

über 800 Aufnahmen, liegt heute

in den Fanshops aus. Es ist ein

Union-Familienalbum geworden,

das Vorwortstammt vonZingler,der

2004 das Präsidentenamt übernahm.

Einer findet sich immer

DerVerein habe daraus gelernt, sagt

Michalke,habe die kreativeKraft seiner

Fans erkannt und diese Amateureeinfach

machen lassen, weil es

kein Geld gab für Profis. So wie

Wumme zum ehrenamtlichen DJ

aufstieg, gab es viele andere, die Aufgaben

übernahmen. Mitbestimmung

war keine Forderung, sondern

eine Notwendigkeit. Die Fans wollten

ihrem Verein helfen. Union

wurde zum Mitmachklub.

Wo bekommen wir einen Sonderzug

her? Wie macht man ein Programmheft?

Undeinmal fragten sich

die Fans: Warum gibt es keine Spielankündigungsplakate?

Also: Wervon

uns kann das übernehmen? Einer

fand sich, wie immer. Und als dann

tausend fertige Plakate in die Geschäftsstelle

geliefert wurden, kamen

Fans freiwillig vorbei, um sie irgendwo

aufzuhängen.

Michalke sagt: „Früher gab es ein

Unvermögen zu kommunizieren,

was über ,Wir haben ein Torgeschossen‘

oder ,Wir haben einen neuen

Verteidiger verpflichtet‘ hinausging.“

Heute läuft das so ab: Einer

hat vor Weihnachten das Bedürfnis,

der verstorbenen Fans, Freunde, Familienangehörigen

oder ehemaligen

Klubfunktionäre imStadion zu gedenken,

also wird die Idee besprochen,

konzipiert und landet irgendwann

auf Zinglers Schreibtisch. Der

Präsident findet es gut, senkt aber

den Verkaufspreis von zwanzig auf

dreizehn Euro, weil die Gedenkbanner

seiner Meinung nicht teurer sein

sollen als eine Stehplatzkarte. Verluste?

Die Druckerei bietet Freundschaftspreise,

den Rest übernimmt

der Verein. Auch an diesem Projekt

war Michalke beteiligt.

Es gab über 500 Bestellungen. Ein

Mehraugenprinzip soll Missbrauch

verhindern, oder wie Michalke es

sagt: „Wir wollen uns keinen Martin

Bormann unterjubeln lassen.“

Wumme wird am Sonntag das

erste musikalische Bundesligasignal

aussenden, die Ultras werden ihre

erste stumme Bundesligabotschaft

platzieren, doch dazwischen, wenn

die Klubhymne läuft, werden Hunderte

Menschen ihre Gedenkbanner

in die Luft halten, siebzig mal siebzig

Zentimeter.

Selten ist ein Bundesligaklub mit

so viel Symbolik in seine erste Saison

gestartet. Undselten ist der Hype so

groß gewesen. Es wird Zeit, dass

Union wieder zu einem Fußballklub

schrumpft, der sportlich erst noch

beweisen muss, dass er wirklich ein

„erstklassiger Stoff“ ist, wie es die

Werbung für die neue Trikotkollektion

verspricht.

WerinKöpenick sagt, dass er in

die Stadt fährt, meint eigentlich nur

die Bahnhofsstraße, das Einkaufszentrum

Forum Köpenick; dort im

Keller befand sich mal ein Union-

Fanshop.Vor dem Eingang steht wieder

der Leierkastenspieler, rotes T-

Shirt, weißer Bart,ein Unioner.

Vorzwei Jahren ist der Fanshop,

den sie Zeughaus nennen, umgezogen:

raus aus dem Forumkeller,über

die Bahnhofsstraße, zwischen Drogeriemarkt

und Handyladen. „Das

hat unsereSichtbarkeit erhöht“, sagt

„Wir haben keine

einhundertjährige

Tradition, keine

Trophäensammlung.

Unser Selbstverständnis

ist: Wir

haben 1968 mit Ach

und Krach den

FDGB-Pokal gewonnen.

Alle

unsere

Heldentaten sind

selbst gemacht.“

Matti Michalke ist Werber, Illustrator

und Union-Fan. Er weiß, was

Selbermachen bedeutet.

Katja Baumgart. Nicht nur an den

Spieltagen sei der Laden voll. In den

Tagen nach dem Aufstieg hätten die

Fans die Lager komplett leer gekauft.

Shoppingprinzip: „Hauptsache, ich

habe etwas in der Hand, kann etwas

tragen, wo Union drauf steht.“

Baumgart, 47, Brille, Kurzhaarschnitt,

gewinnendes Lächeln, leitet

die drei Zeughäuser in Berlin, ihr

Büro befindet sich im ersten Stock,

im Fahrstuhl steht:„Duschaffst das!“

Es ist eine Bitte an die Angestellten,

während der Arbeitszeit auf das

Handy zu verzichten. In ihrem Büro

fragt Baumgart: „Willst du hier auf

der Ersatzbank sitzen?“ Man sei hier

schnell per Du, alle. Das habe ihr

schon immer gefallen.

Wenn man so will, dann ist Union

ein echter Transfercoup gelungen,

denn Katja Baumgart arbeitete vorher

für den FC Bayern, imFanshop

in der Mall of Berlin. Richtiger aber

ist: Sie ist zurückgekommen nach

Köpenick, wo der Stürmer Steffen

Baumgart, ihr Mann, Anfang der

Nullerjahre ein Publikumsliebling

war. Sie war die Spielerfrau, ein Fan,

dann Aushilfe im Fanshop,jetzt eine

Festangestellte. Und die Menschen,

die sie damals kennengelernt habe,

seien immer noch da. „Ich bin in

diese Aufgabe reingewachsen“, sagt

Baumgart,„wie der Verein auch.“

Im Zeughaus

Wenn es einen Ort gibt, an dem

Union gar nicht so viel anders ist als

die anderen Bundesligisten, dann im

Zeughaus, woman nicht nur neue

Trikots kaufen, sondern auch gleich

Mitglied werden kann. Mandarfsich

nur nicht von den in Rostfarbe gestrichenen

Regalen oder den Ziegelsteintapeten

an den Wänden ablenken

lassen. Corporate Design, sagt

man, die Schlosserjungs aus Oberschöneweide

lassen grüßen.

Mansollte sich lieber nur die Fanartikel

anschauen: Stockfahne,Hissfahne,

Zimmerfahne, das Spiel „Monopoly

Eisenland“, dann Kinderwagenketten,

Gurtpolster, Nummernschildhalter,

ein Hundefutternapf in

Vereinsfarben, der „GartenzwergPokal“

für 29,95 Euro,„optisches Highlight

für jeden Garten oder jedes

Fenstersims, super Geschenkidee

für jeden Union-Fan“. Könnte auch

„Hertha-Fan heißen“, der Stadtrivale

hat den „Gartenzwerg Currywurst“

im Sortiment, für 34,95 Euro.

Baumgart sagt also zu Recht: „Wir

haben unser Sortiment angepasst,

unsere Produktpalette in die Breite

erweitert, wir müssen uns vor den

anderen nicht verstecken.“

Die Erzählung von dem anderen

oder nur besonderen Mitmachklub

wird die Bundesliga in dieser Saison

noch eine Weile beschäftigen. Die

Unioner selbst auch. Sie werden ja

immer mehr, die Mitgliederzahlen

explodieren, bald könnten es mehr

sein als bei Hertha. Gleichzeitig haben

viele noch nicht begriffen, was

der Aufstieg bedeutet.

Katja Baumgart sagt in ihrem

Büro: „Wir hatten noch gar nicht die

Zeit zum Durchatmen, um zu behaupten,

dass wir jetzt richtig angekommen

sind in der Bundesliga.“

Matti Michalke sagt im Café:„Ich

bin ein chronischer Pessimist. Ich

habe immer gedacht: Das schaffen

wir nicht, das schaffen wir nicht –ich

wollte es aber. Man kann sich nicht

vonder Kommerzialisierung abwenden,

aber ich glaube,dem Verein gelingt

schon der Spagat. “

UndWumme sagt vor dem Späti:

„Ich habe nicht an den Aufstieg geglaubt,

aus einer Schutzhaltung heraus.

Ich wollte nicht zu enttäuscht

sein, wenn es nicht klappt.“

Es hat geklappt, und das Saisonmotto,

das man in Köpenick überall

hört und auf den Ankündigungsplakaten

für die anstehenden Zugsonderfahrten

lesen kann, heißt: „Gekommen,

um zu bleiben“. So heißt

ein Song vonWir sind Helden. Undso

geht derText weiter:„Gekommen, um

zu bleiben –wie ein perfekter Fleck.“

Union ist ein hartnäckig bunter Fleck.

Paul Linke

hat leider keinen Platz für

einen Gartenzwerg.


4* Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Politik

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis zum 1. September.Die neue Parteispitze soll dann in einer Mitgliederbefragung bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

SEAN GALLUP/GETTY IMAGES

Zurück auf Los

Elf Wochen nach dem Rücktritt von Andrea Nahles ist die SPD dort angekommen, wo sie schon einmal stand: bei Olaf Scholz. Der will nun doch Parteichef werden

VonAndreas Niesmann

und Gordon Repinski

Bei dem Brettspiel Monopoly

gab es früher eine

Ereigniskarte. Für Spieler,

die sie zogen, war die Karte

eine Strafe. „Gehen Sie zurück auf

Los. Gehen Sie direkt dorthin. Ziehen

sie nicht 4000 DM ein.“

Wenn man so will, hat die SPD bei

dem großen Spiel, an dessen Ende

eine neue Parteispitze stehen soll,

gerade diese Karte gezogen. Es geht

zurück auf Los. Das heißt in diesem

Fall: zurück zu Olaf Scholz. DerBundesfinanzminister,

Vizekanzler und

stellvertretende SPD-Chef bewirbt

sich um denVorsitz. Es ist der gleiche

Mann, der die SPD in den vergangenen

eineinhalb Jahren zusammen

mit Andrea Nahles geführthat.

Scholz bietet der Partei nun etwas

an, das sie bereits hatte. Anders als

beim Monopoly muss darin aber

nicht unbedingt eine Strafe liegen.

Die Kandidatur von Scholz könnte

sogar eine Chance sein. DieChance,

dass das Rennen um die SPD-Spitze

nun doch noch spannend wird.

Manch ein Konflikt, der bislang

überdeckt wurde, wird durch Scholz

scharfgestellt.

Für viele war die Nachricht, die

der Spiegel am Freitagvormittag verbreitete,

eine faustdicke Überraschung.

„Ich bin bereit anzutreten,

wenn ihr das wollt“, soll Scholz am

Montag den kommissarischen SPD-

Chefs Manuela Schwesig, Malu

Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel

telefonisch mitgeteilt haben. Widerspruch

habe es nicht gegeben,

berichtete das Magazin. Manch einer

wollte die Meldung gar nicht

glauben. Ausgerechnet Olaf Scholz.

Einen Neuanfang verkörpert der

61-Jährige frühere Hamburger Bürgermeister

nicht. Im Gegenteil: Für

viele Genossen steht Scholz geradezu

sinnbildlich für alles, was

schiefgelaufen ist in der SPD. Die

Liste der Kritikpunkte seiner Gegner

ist lang: Nahles-Intimus, Seeheimer,

Apparatschik, Karrierist. Nur 59,2

Prozent der Stimmen bekam Scholz

bei der letzten Wahl zum SPD-Vize

auf dem Bundesparteitag voreineinhalb

Jahren. Das war fast schon ein

Misstrauensvotum.

Außerdem hatte Scholz noch am

Tag des Nahles-Rücktritts erklärt,

warum er nicht für das Amt eines

kommissarischen Parteichefs und

schon gar nicht für das eines gewählten

Vorsitzenden zur Verfügung

stehe. Als Bundesfinanzminister sei

das „zeitlich nicht zu schaffen“. Das

alles spricht gegen Scholz.

Es gibt aber auch Argumente für

ihn: Er ist als Minister unumstritten,

seine Beliebtheitswerte in der Bevölkerung

sind gut –und er hat Wahlen

gewonnen. Nurwenige in der ersten

Reihe der SPD können das von sich

behaupten. Das wichtigste Argument

für die Kandidatur von Scholz

ist allerdings ein anderes: Sie bewahrt

den Prozess der SPD-Vorsitzendensuche

davor, völlig zur Farce

zu verkommen.

Bislang sind es allenfalls politische

Leicht- und Mittelgewichte,die

sich bereit erklärthaben, die SPD zu

führen, die meisten von ihnen stehen

für einen strammen Linkskurs.

MitScholz betritt nun ein Schwergewicht

den Platz. Ein erklärter Vertreter

des pragmatischen Flügels. Und

einer aus der ersten Reihe. Viele in

der SPD hatten sehnsüchtig darauf

gewartet. Die Frage ist nun, ob

Scholz der richtige Kandidat für

diese Genossen ist.

Scholz, so hört man aus seinem

Umfeld, werde die Kandidatur Anfang

der Woche erklären. Er werde

nicht alleine,sondernmit einer Frau

antreten. Und seine Ämter als Vizekanzler

und Finanzminister werdeer

selbstverständlich behalten. Scholz

wirddie Frage beantworten müssen,

woher die Zeit für den Bewerbungsprozess

mit 23 Regionalkonferenzen

kommen soll. Und was seinen Meinungsumschwung

ausgelöst hat.

Menschen, die ihn gut kennen,

sagen, er habe unter dem Zustand

und dem Erscheinungsbild der SPD

„Ich bin bereit anzutreten,

wenn ihr das wollt.“

Olaf Scholz

laut Spiegel in einer Telefonkonferenz mit den kommissarischen

SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Malu Dreyer und Manuela Schwesig

in den vergangenen Tagen und Wochen

extrem gelitten. DieAussage ist

glaubwürdig, Scholz ist seit 44 Jahren

Mitglied der SPD.Auch sollen ihn zuletzt

zahlreiche Genossen zu einer

Kandidatur gedrängt haben.

Vorallem die SPD-Mitglieder im

Bundeskabinett sollen ihre Verantwortung

gespürthaben, der Basis ein

Angebot zu machen. Der Spiegel berichtet

über ein vertrauliches Treffen

vonOlaf Scholz, Heiko Maas und Hubertus

Heil am vergangenen Sonntag.

Alle drei haben zuletzt erkennen lassen,

dass sie mit der Bewerbersituation

alles andere als glücklich sind.

Vorallem Arbeitsminister Heil konnte

seinen Frust über die Lage kaum verbergen.

Dabei spielt auch eine Rolle,

dass dasVerhältnis zwischen Heil und

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil,

der selbst mit einer Kandidatur liebäugelt,

belastet ist.

In der SPD ist es ein offenes Geheimnis,dass

Heil Klingbeil als SPD-

Vorsitzenden verhindern will. Öffentlich

sprach sich der Niedersachse

für Landeschef Stephan Weil

aus,selbst als der internschon abgewunken

hatte.

Durchdie Kandidatur des Finanzministers

ging am Freitag weitgehend

unter, dass mit dem niedersächsischen

Landesinnenminister Boris

Pistorius noch ein weiterer Vertreter

des pragmatischen Parteiflügels in

das Rennen um die Spitze eingreift.

Pistorius kandidiert, wie erwartet, im

Tandem mit der sächsischen Integrationsministerin

PetraKöpping.

Pistorius gilt in der niedersächsischen

SPD als Kandidat auf eigene

Rechnung. Landeschef Stephan Weil

lobt ihnzwar öffentlich, eine formelle

Unterstützungaber spricht er bislang

nicht aus.Esheißt, der Ministerpräsident

hätte es lieber gesehen, wenn

Pistorius sich auf seinen Job inder

Landesregierung konzentriert hätte.

Denn sollte Generalsekretär Lars

Klingbeil seine Kandidatur erklären,

würden zwei Niedersachsen in Konkurrenz

zueinander stehen. Solche

Situationen schätzt Weil nicht, zumal

er sich auch selbst ein Hintertürchen

für eine Kandidatur offenhält.

ImVergleich zuWeil,Klingbeil und

Scholz hat Pistorius einen Wettbewerbsvorteil:

Er hat eine überzeugende

Frau an seiner Seite.PetraKöpping

gilt in der SPD als Hoffnungsträgerin,

vor allem in den ostdeutschen

Landesverbänden bekommt sie viel

Zuspruch. Das Duo Pistorius/Köpping

gilt deshalb im bisherigen Kandidatenfeld

als Geheimtipp. Die

Frage, mit welcher Frau an seiner

Seite Olaf Scholz ins Rennen gehen

wird, ist noch offen. Ziemlich sicher

wirdeseine Vertreterin aus der zweiten

oder dritten Reihe werden, denn

die prominenten Sozialdemokratinnen

haben allesamt abgewunken.

Zuletzt erklärte am Donnerstag

Familienministerin Franziska Giffey,

dass sie definitiv nicht zur Verfügung

stehen werde. Siewolle den Kandidatenprozess

nicht durch das laufende

Prüfverfahren gegen ihre Doktorarbeit

belasten, teilte die Berlinerin mit.

In Mecklenburg-Vorpommern

hatte Ministerpräsidentin Manuela

Schwesig auf Giffey gesetzt, auch um

sich selbst den Druck vom Leib zu

halten. Schwesig bringt alle Eigenschaften

mit, die sich die SPD für ihre

Chefin wünscht: Sie ist vergleichsweise

jung, telegen, stammt aus Ostdeutschland,

verfügt über Machtbewusstsein

und Durchsetzungsfähigkeit.

Hätte Schwesig gewollt, hätte an

ihr kein Weg vorbeigeführt. Doch

Schwesig winkte gleich zu Beginn des

Verfahrens mit Hinweis auf die Aufgaben

im eigenen Landesverband ab.

Undanders als andere SPD-Spitzenkräfte

steht sie zu ihrem Nein.

Dass weder Schwesig noch Giffey

antreten, stellt auch Generalsekretär

Lars Klingbeil vorein Problem. Klingbeil

sucht immer noch nach einer Lösung,

die möglichst alle Parteiflügel

aufden Erneuerungsweg mitnehmen

würde. Beide Kandidatinnen wären

geeignet gewesen – jetzt muss der

Mann aus dem Heidekreis neu überlegen.

Doch das steht mit der Kandidatur

vonOlaf Scholz ohnehin an.

Zurück auf Los eben.

Liebe Yael,

ich schreibe dir aus dem Flugzeug

nach TelAviv, Platz 24 H, am Gang,

wie immer.Alex sitzt auf der anderen

Seite des Ganges.Auch das ist immer

so. Irgendwann nach dem 11. September,als

ich Flugangst hatte,habe

ich uns diese Sitzordnung angewöhnt.

Wir sitzen nebeneinander,

können aber trotzdem aufspringen,

wenn Gefahr droht.

Ich habe keine Flugangst mehr.

Für mich ist das immer wieder eine

Überraschung. Wenn das Flugzeug

abhebt, horche ich in mich hinein,

warte aufs Herzklopfen, darauf, dass

sich meine Muskeln anspannen,

mein Atem schneller wird. Aber da

ist nichts.Keine Angst, nicht ein bisschen

Nervosität. Ich kann mich zurücklehnen

und über verschiedene

Dinge nachdenken. Meinen Bluttest

zum Beispiel, den ich im Urlaub machen

ließ. Alle Werte waren in Ordnung,

nur mein Vitamin-D-Wert

nicht. Ausgerechnet. Vitamin Dwird

vom Körper produziert, wenn man

in der Sonne ist. In Israel gibt es pro

Jahr 3500 Sonnenstunden, in

TelAviv –Berlin

Wasist los mit dir,

Berlin?

Anja Reich

Deutschland nicht mal halb so viel.

Mein Vitamin-D-Wert müsste Spitze

sein, ist aber so niedrig, dass ich jetzt

Tabletten nehmen muss, die das

Sonnenlicht ersetzen sollen.

Ein anderes Paradox, das mir in

meinem Heimat-Urlaub aufgefallen

ist, ist die neue Tierliebe der Deutschen.

Keine „Tagesschau“ oder

„Heute“-Sendung, ohne dass mindestens

ein Schwein oder eine Kuh

über den Bildschirmflimmertund an

den Klimawandel erinnert wird.

Trotzdem habe ich nicht den Eindruck,

dass die Leute weniger Fleisch

essen oder sich über alternativeVerkehrsmittel

wie Tretroller freuen. Begeistert

bin ich von den neuen Radwegen

in der Stadt. Unglaublich, wie

viele es auf einmal gibt, wie viel Platz

manals Radfahrer plötzlich hat.

Am meisten aber hat mich beeindruckt,

wie freundlich alle zu mir waren.

Ich weiß nicht, wie es dir geht,

Yael,aberich habe das Gefühl, in den

anderthalb Jahren, die ich nicht mehr

hier lebe, hat sich die Stimmung in

der Stadt verändert. Autofahrer bedanken

sich, wenn sie vorgelassen

werden, Verkäufer lächeln und helfen,

wenn man etwas nicht gleich findet.

Im Media-Markt hat ein Verkäufer

mit Engelsgeduld an meinem Autoschlüssel

herumgefummelt. Die

Batterien waren alle, das Fach

klemmte. Irgendwann schaffte er es,

nahm die alten Batterien raus, setzte

die neuen ein und schickte mich mit

der leeren Packung und den Worten:

„Ich vertraue Ihnen“ zur Kasse.

Unser Auto ist nicht mehr das

neueste.Als mir kurze Zeit später das

Nummernschild abfiel, waren sofort

Polizisten zur Stelle, hoben es auf

und gaben es bei unseren Nachbarn

ab.Bevor ichüberhaupt merkte,dass

ichohne Nummernschild unterwegs

war, hatte ich bereits verschiedene

Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter.Und

keinen Strafzettel. Als

mir dann auch noch eine Nachbarin

in einer Notlage aushalf und für einen

Tagihr Auto borgte, ein Freund der

Nachbarin, mit dem ich vorher noch

nie ein Wort gewechselt hatte, den

neuen FernseherimWochenendhaus

installierte, und mich meine Friseurin

wieder wegschickte, weil sie

fand, dass meine Haaregut aussehen

und ich mir die 80 Euro für Schnitt

und Strähnen besser sparen sollte,

begann mir das Ganze langsam ein

wenig unheimlich zu werden. Wurde

ich voneiner versteckten Kamerabeobachtet?

War mein Berlin-Urlaub

Teil eines soziologischen Feldversuches,von

dem ich nichts wusste?

Aufdem Flughafen ging es weiter.

Alex und ich gerieten an den nettesten

israelischen Sicherheitsoffizier,

der uns je begegnet war.Erstellte sich

als Borisvor und nannte uns Alexander

und Anja. Als wären wir alte

Freunde. Ich sagte gerade zu Alex,

dass Menschen in ungewissen Zeiten

vielleicht enger zusammenrücken,

als ich plötzlich einen Stoß im Rücken

fühlte und sich ein Mann im Campinghemd

an mir vorbeischob.

„Hey“, rief ich, „Sie haben vorgedrängelt!“

DerManndrehtesich um,

sein Blick war finster.„Idiotin!“, murmelte

er und lief weiter. Ich war

sprachlos, dann musste ich lachen.

Der Urlaub war vorbei. Und Berlin

immer noch Berlin.

Über die Ankunft in TelAviv erzähle

ich dir beim nächsten Mal.

Deine Anja


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 5 *

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Politik

Trump plant

angeblich Kauf

von Grönland

US-Präsident besucht im

September Dänemark

Das angebliche Interesse vonUS-

Präsident Donald Trump an einem

Kauf Grönlands ist auf der Arktisinsel

und in Dänemark auf Verwunderung

und Kritik gestoßen.

„Selbstverständlich steht Grönland

nicht zum Verkauf“, stellte die Regierung

der politisch zu Dänemark gehörenden

Insel am Freitag klar.„Wir

haben eine gute Zusammenarbeit

mit den USA, und wir betrachten

dies als Ausdruck eines größeren Interesses

an Investitionen in unser

Land und an den Möglichkeiten, die

wir bieten“, hieß es in der kurzen

Stellungnahme der Regierung um

Sozialdemokrat Kim Kielsen weiter.

Der ehemalige dänische Ministerpräsident

Lars Løkke Rasmussen

schrieb auf Twitter: „Das muss ein

Aprilscherzsein.“

Das Wall Street Journal, die Washington

Post und der Sender CNN

hatten zuvor berichtet, Trump habe

Berater angewiesen, die Möglichkeit

zu prüfen, die zum dänischen Königreich

gehörende autonome Arktisinsel

zu erwerben. Wie seriös die Absichten

seien, sei selbst für seine Mitarbeiter

unklar.Essei etwa diskutiert

worden, ob eine solche Offerte überhaupt

legal sei, wie eine solche Operation

vonstatten gehen könne und

wodas Geld dafür herkommen solle.

Fest stehe, dass Trump, der als Immobilienunternehmer

reich wurde,

AnfangSeptember seinen ersten Dänemark-Besuch

plane.

Hoffentlich ein Witz

Der außenpolitische Sprecher der

dänischen Sozialliberalen, Martin

Lidegaard, schrieb auf Twitter, bei

der Kaufidee handele es sich hoffentlich

um einen Witz. Andernfalls

sei dies „ein schrecklicher Gedanke

mit dem Risiko einer Militarisierung

Grönlands“. Die grönländische Abgeordnete

Aaja Chemnitz Larsen

twitterte: „Nein, danke zu Trumps

Kaufplänen für Grönland!“ Vielmehr

müsse eine bessere und gleichberechtigte

Partnerschaft mit Dänemark

zueinem stärkeren und unabhängigeren

Grönland führen.

Für Washington ist Grönland

nach US-Berichten durch seine

Nähe zu Russland, die chinesischen

Interessen und die vermuteten Bodenschätze

strategisch wichtig. Die

USA betreiben in Thule einen Luftwaffenstützpunkt,

der Teil ihres Raketenwarnsystems

ist. 1951 hatten

die Vereinigten Staaten und Dänemark

ein Verteidigungsabkommen

geschlossen. Im Zweiten Weltkrieg

nutzten die USA die Insel für die

Luftbrücke über den Atlantik.

Truman bot 100 Millionen Dollar

Neusei die US-Idee eines Grönland-

Kaufs indes nicht, hieß es weiter:

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe

der damalige Präsident Harry Truman

1946 Dänemark 100 Millionen

Dollar für Grönland geboten. Einen

anderen Vorstoß soll es bereits 1867

gegeben haben.

Grönland mit seinen 56 000 Einwohnern

ist etwa sechsmal so groß

wie Deutschland, ein Großteil ist

ständig vonEis bedeckt. Geografisch

gesehen gehört die größte Insel der

Welt zu Nordamerika, politisch aber

zu Dänemark. Seit 1979 genießt sie

weitgehende Autonomie innerhalb

Dänemarks. (dpa)

USA

GRÖNLAND

Atlantischer

Ozean

DÄNEMARK

BLZ/HECHER

Zweites Standbein

Mehr als jeder vierte Bundestagsabgeordnete geht einer Nebentätigkeit nach. Die ist mitunter sehr lukrativ

VonChristian Burmeister

EinVortraghier,ein bisschen

„Beratung“ dort: Die 709

Bundestagsabgeordneten

haben seit dem Herbst

2017 durch Nebentätigkeiten zusammen

mindestens 16 Millionen

Euro eingenommen. Mehr als jeder

vierteVolksvertreter geht inzwischen

einem bezahlten Nebenjob nach.

Darunter auch prominente Politiker.

Bei der FDP arbeiten 53 Prozent

der Abgeordneten nebenher. Inder

CSU sind es immerhin noch 46 Prozent

(CDU: 34), am seltensten passiert

das bei den Grünen. Dort konzentrieren

sich 85 Prozent der Abgeordneten

ausschließlich auf ihre

Hauptaufgabe, hat eine Untersuchung

des Spiegel und der TransparenzinitiativeAbgeordnetenwatch.de

ergeben. Insgesamt arbeiten 202 Abgeordnete

nebenbei. Das entspricht

28 Prozent. In der vorigen Wahlperiode

waren es noch 22 Prozent.

Wechsel in die Wirtschaft

Gericht bestätigt

30 Listenplätze für

die AfD in Sachsen

Landesparteichef legt

Beschwerde ein

Sachsens AfD darf mit 30 Listenkandidaten

bei der Landtagswahl

am 1. September antreten. Das entschied

der sächsische Verfassungsgerichtshof

in Leipzig am Freitag.

Demnach war die Entscheidung des

Landeswahlausschusses vonAnfang

Juli rechtswidrig, nur 18 Kandidaten

der ursprünglich 61 Plätze umfassenden

Landesliste zuzulassen.

Die Leipziger Richter bestätigten

damit ihreEntscheidung zu Eilanträgen

vom 25. Juli. Damals hatten sie

die Listenplätze 19bis 30 vorläufig

genehmigt. Dabei wiesen sie darauf

hin, dass die Entscheidung des Landeswahlausschusses

nach vorläufiger

Bewertung „mit hoher Wahrscheinlichkeit

rechtswidrig“ sei.

Der Landeswahlausschuss hatte

seine Entscheidung unter anderem

damit begründet, dass die AfD ihre

Kandidaten auf zwei Parteitagen mit

zwei verschiedenen Versammlungsleitern

wählte und das anfangs beschlosseneWahlverfahren

später änderte.

Die ersten 30 Plätze der Liste

wurden in einem Einzelwahlverfahren

bestimmt, danach wählte die

AfD aus Zeitgründen im Block. Der

Wahlausschuss sah so die Chancengleichheit

der Kandidaten nicht gewährleistet.

AfD-Parteichef Jörg Urban

kündigte eine Beschwerde beim

Wahlprüfungsausschuss des Landtages

an. (dpa)

Neben ihrer Arbeit im Parlament haben viele Abgeordnete noch einen weiteren Job. IMAGO

202

Abgeordnete

arbeiten neben ihrer

Tätigkeit im Bundestag.

NEBENVERDIENST

300 000

Euro verdiente Peter Ramsauer

in dieser Legislaturperiode

als Strategieberater.

Telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

16

Millionen Euro haben die Abgeordneten

seit Herbst 2017

nebenbei eingenommen.

„Die Verquickung zwischen Politik

und Wirtschaft ist grundsätzlich ein

Problem“, sagt Abgeordnetenwatch-

Sprecherin Léa Briand der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Unternehmen und

Lobby-Verbände verschaffen sich einen

privilegierten Zugang zu Entscheidungsträgern,

indem sie Abgeordnete

bezahlen oder nach ihrer

Zeit im Bundestag als Lobbyisten beschäftigen.

Wir müssen endlich darüber

diskutieren, ob Lobby-Jobs von

Abgeordneten und Seitenwechsel in

die Wirtschaft nicht verboten gehören.“

Ähnliches gelte für hochrangige

Mitarbeiter von Abgeordneten,

die in Bereiche der Wirtschaft wechselten,

die sie vorher politisch bearbeitet

hätten.

Top-Verdiener im Bundestag ist

nominell der Steuerberater und

CSU-Abgeordnete Sebastian Brehm.

Er hat Einkünfte aus Mandaten in einer

Gesamthöhe von mindestens

1383 500 Euro angegeben. So viel

wie kein anderer. Allerdings: Als

Selbstständiger ist er verpflichtet,

seinen beziehungsweise den Bruttoumsatz

seines Unternehmens anzugeben.

Brehm sagt, der meiste Umsatz

werde durch seine Mitarbeiter

erwirtschaftet. Eine unabhängige

Mandatsausübung sei garantiert, die

Mandate stünden mit seiner Bundestagstätigkeit

nicht in Verbindung.

Einer der prominenteren Top-Verdiener

im Bundestag ist Peter Ramsauer

(CSU). Der ehemalige Verkehrsminister

erhielt in dieser Legislaturperiode

alleine als „Strategieberater“

mehr als 300 000 Euro. Von

wem, ist unklar. Nach den aktuellen

Verhaltensregeln dürfte Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble (CDU)

von den Abgeordneten verlangen,

wenigstens die Branche ihrer anonymisierten

Vertragspartner offenzulegen,

um mögliche Interessenkonflikte

zu erkennen. Laut Spiegel passiert

das bisher aber nicht. Briand:

„Wenn Abgeordnete die Geldgeber

vonMillionensummen verschweigen

können, ist das skandalös. Der Bundestag

muss umgehend wirksame

Transparenzpflichten beschließen.“

Berater,Redner,Publizist

Bei Ex-Gesundheitsministerin Ulla

Schmidt (SPD) ist wenigstens die

Branche bekannt. Sie erhielt in

knapp zwei Jahren mindestens

120 000 Euro für ihren Verwaltungsratsposten

beim Schweizer Pharmakonzern

Siegfried Holding AG. Der

langjährige Unions-Fraktionschef

Volker Kauder (CDU) ist als Berater

einer Bergbaufirma aktiv –und erhält

dafür eine monatliche Überweisung

zwischen 3500 und 7000 Euro.

Die Bezüge als Abgeordneter in

Höhe von 10083 Euro (brutto) sind

für Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel

(SPD) finanziell eher ein Zubrot:

Seine„publizistische Tätigkeit“ beim

Holtzbrinck-Verlag wird mit einem

monatlichen Betrag zwischen 15 000

und 30 000 Euro vergütet.

FDP-Chef Christian Lindner trat

seit Anfang der Wahlperiode 50-mal

als bezahlter Vortragsredner auf.

Sein Gesamthonorar: mindestens

311 500 Euro. Dakann auch Gregor

Gysi (Linke) kaum mithalten. Er

wurde 87-mal gebucht und erhielt

dafür mindestens 177 000 Euro.

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NACHRICHTEN

Mehr als 10 000 Menschen

protestieren in Hongkong

Trotz offener Drohungen aus Peking

mit militärischer Gewalt ist es am Freitag

in Hongkong zu neuen Protesten

gekommen. Nach ersten Schätzungen

gingen wieder mehr als 10 000 Menschen

für Freiheit und Demokratie auf

die Straße.Die staatlich kontrollierte

Zeitung Global Times warnte,notfalls

müsse die Zentrale„direkte Maßnahmen“

ergreifen. (dpa)

„Open Arms“ muss vor

Lampedusa ausharren

DasRettungsschiff „Open Arms“

wartet mit 134 Flüchtlingen an Bord

weiter auf eine Entscheidung. Am

Donnerstag und in der Nacht zum

Freitag wurden weitereFlüchtlinge

auf die Mittelmeerinsel Lampedusa

gebracht, weil sie medizinische oder

psychologische Hilfe brauchten, wie

die Hilfsorganisation ProactivaOpen

Arms berichtete. (AFP)

Trump fordertmehr Kliniken

für „Geistesgestörte“

Nach den Schusswaffenangriffen in

den USA hat Präsident Trump mehr

Anstalten für„Geistesgestörte“ gefordert.

Er ziehe ernsthaft die Errichtung

neuer Kliniken in Erwägung, um

„geistesgestörte und gefährliche

Menschen aus demVerkehr zu ziehen“,

sagte er in Manchester im US-

Bundesstaat NewHampshire. (AFP)

US-Abgeordnete Tlaib

verzichtet auf Israel-Besuch

Diedemokratische US-Abgeordnete

Rashida Tlaib will nun nicht mehr

nach Israel fahren. Nachdem Israel

Tlaib und der Abgeordneten Ilhan

Omar,zunächst generell eine Einreise

verweigerthatte,mühte sich Tlaib

darum, zumindest ihrebetagte Großmutter

im besetztenWestjordanland

besuchen zu dürfen –was Israel ihr

gestattete.Doch kurzdarauf änderte

Tlaib ihreMeinung und sagte den

Trip am Freitag komplett ab. (dpa)


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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▲ 11562,74 (+1,31 %)

17.5.19

16.8.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 58,65 (+0,43 %)

17.5.19

16.8.19

Euro in US-Dollar

▼ 1,1076 (–0,66 %)

Türken wollen

British Steel kaufen

Eine Tochter des türkischen Pensionsfonds

Oyak soll den insolventen

Stahlproduzenten BritishSteel

übernehmen.Das teilte die britische

Regierung mit. DieAtaerHolding

habe ein akzeptables Angebotfür alle

Teile des zweitgrößten britischen

Stahlherstellers vorgelegt. Beide Seiten

wollen nun in exklusiven Verhandlungen

die Einzelheitenklären.

Oyak ist der Pensionsfondsder türkischen

Streitkräfte und besitztAnteile

am türkischen Stahlproduzenten Erdemir.Die

Oyak-Geschäftsführung

bezeichnete die Investition als eine

der „größtenErrungenschaften der

türkischen Stahlindustrie“.

17.5.19

Stand der Daten:16.08.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

Quelle

aus DAX und MDAX vom 16.08. zum Vortag

16.8.19

United InternetNA 28,58 +14,00 WWWWWWWWWWW

1&1 Drillisch 24,02 +8,39 WWWWWWW

Commerzbank 5,00 +5,95 WWWWW

Norma Group NA 28,20 +4,83 WWWW

Deutsche Bank NA 6,16 +4,71 WWWW

GEA Group 22,89 +4,19 WWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom16.08.zum Vortag

Dt. EuroShop NA 22,54 WW –1,91

K+S NA 13,61 WW –1,13

Evotec 18,90 W –0,55

HugoBoss NA 49,29 W –0,10

Axel Springer vNA 62,85 W –0,08

Beiersdorf 110,00 +0,05 W

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 16.08. ±% z. 15.08.

Euro Stoxx 50 (EU) +1,41

3574/2909 3329,08

CAC 40 (FR) + 1,22

5673/4556 5300,79

S&P UK (UK) + 0,67

1562/1323 1436,55

RTS (RU) – 0,83

1414/1033 1239,81

IBEX (ES) +1,78

9671/8286 8670,40

Dow Jones (US) +1,20

27399/21713 25886,18

Bovespa (BR) +0,93

106650/74275 99978,90

Nikkei (JP) +0,06

24448/18949 20418,81

Hang Seng (HK) +0,87

30280/24541 25749,62

Stx Singap. 20 (SG) –0,32

1657/1350 1522,81

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

Interhyp

0800/200151515 0,41 0,61 0,97

PlanetHome

089/76774188 0,41 0,61 0,97

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,41 0,61 0,97

Dr.Klein

0800/8833880 0,41 0,61 0,97

MKIB Online

030/6408810 0,65 0,73 1,09

BBBank

0721/1410 0,68 0,79 1,18

Deutsche Bank

069/91010000 0,86 0,79 1,23

Commerzbank

069/98660966 1,17 0,83 1,16

ING

069/50500109 0,75 0,89 1,25

Postbank

0228/55002010 1,27 0,98 1,27

Berliner Volksbank

030/30363300 0,75 0,80 1,13

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,78 0,89 1,36

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,96 1,06 1,46

Berliner Sparkasse

030/86986969 1,03 1,08 1,44

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,83 1,10 1,69

Mittelwert von 95 Banken 0,70 0,82 1,18

Stand: 9.8.2019 Der Effektivzins beinhaltet Kosten derGrundschuldeintragung;unveränderter

Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Verträge kann man inzwischeninjeder Lebenslage schließen –manchmal sogar unbewusst.

Paragrafen gegen Kostenfallen

Von Frank-Thomas Wenzel

Christine Lambrecht will

ernst machen. Die Justizministerin

vonder SPD hat

angekündigt, ein Gesetz

auf den Wegzubringen, das Verbraucher

besser gegen Kostenfallen

schützen soll, wenn Konsumenten

beispielsweise Verträge mit Mobilfunkern,

Stromlieferanten, Fitnessstudios

abschließen oder ein Abonnement

bestellen.

Der Kern der geplanten Regelungen:

DiemaximaleLaufzeit der Kontrakte

soll auf ein Jahr begrenzt werden.

Bislang sind bis zu zwei Jahre

möglich. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen

(AGB) soll

außerdem festgelegt werden, dass

sich die Verträge nur noch um maximal

drei Monate automatisch verlängerndürfen.

Derzeit ist noch ein Jahr

möglich. Außerdem soll die Kündigungsfrist

auf einen Monat verkürzt

werden. Aktuell sind es drei Monate.

Mit solchen„Ärgernissen“ müsse

aufgeräumt werden, sagte Lambrecht

am Freitag. Verbraucher dürften

„nicht mit überlangen Laufzeiten

geknebelt werden“. Klaus Müller,

Vorstand des Verbraucherzentrale-

Bundesverbands (VZBV) begrüßte

den Vorstoß: „Die Verkürzung auf

zwölf Monate gibt Verbrauchern

mehr Freiheit und belebt den Wettbewerb“,

sagte er dem Redaktions-

Netzwerk Deutschland (RND). Das

Gesetz sei generell ein wichtiger,

längst überfälliger Schritt.

Von Erich Reimann

Wer ist billiger:AldioderLidl? Darüber

ist wieder einmal ein erbitterter

Konflikt zwischen den Erzrivalen

ausgebrochen. Gekämpft wird

nichtnur mitSonderangeboten, sondernauch

mit starkenSprüchen. Dabei

bekommen auch die anderengroßen

Lebensmittelhändler hin und

wieder ihrFett weg.

Aggressiv zeigtesich zuletztvor allemLidl.DerDiscounterausNeckarsulm

ließinetlichen Großstädten Plakate

kleben, aufdenen er die Konkurrenz

frontal angriff. „Lidl lohnt sich.

ALDI anderen sind teurer“, „Teurer

wäre EDEKAdent“ oder „So günstig,

da dreht sich der PENNY zwei Mal

um“,konntendie Verbraucherlesen.

Doch natürlich ließen die Wettbewer-

Regierung will überlange Laufzeiten etwa bei Handyverträgen verhindern

Der Trick: Verbraucher werden

scheinbar wahllos angerufen

und in ein Gespräch

über ihre Energieversorger

oder Telekommunikationsanbieter

verwickelt. Wenig

später bekommen sie eine

Bestätigung über den Wechsel

des Anbieters –obwohl

sie das garnicht wollten.

Das Gespräch diente nur dazu,

die persönlichen Daten

des Kunden zu erfahren.

Telekommunikationsunternehmen

kritisieren hingegen den Entwurf

aus dem Justizministerium. So

sagte eine Sprecherin des Mobilfunkers

Telefónica/O 2 demRND: „Schon

heute bieten wir für Kunden, die eine

hohe Flexibilität schätzen, verschiedene

Alternativen zu zweijährigen

Laufzeitverträgen.“ Neben Prepaid

ließen sich die meisten Verträge auf

Wunsch auch mit einmonatiger

Laufzeit buchen. Die Erfahrung zeige,

dass die Mehrheit der Kunden

aber die 24 Monate wähle, dasich

hier günstige Kombiangebote für die

Kunden kalkulieren ließen. „Eine

rechtliche Einschränkung dieser

Möglichkeiten kann aus unserer

Die Konkurrenz bekommt ihr Fett weg

Aldi und Lidl heizen mit Seitenhieben und Werbesprüchen denPreiskampfan

COLD CALLS

Die Rechtslage: Unerwünschte

Werbeanrufe, sogenannte

Cold Calls, können

mit einer Buße vonbis zu

300000 Euro bestraftwerden.

Auch der Versuch, das

Einverständnis des Empfängers

zu Beginn des Gesprächs

einzuholen, ist unzulässig.Betroffene

sollten

sich merken, was beworben

wurde, und die Telefonnummer

des Anrufers notieren.

DieAnlaufstelle: Die Bundesnetzagentur

in Bonn

überwacht den Markt, nimmt

Beschwerden an und kann

Bußgelder verhängen. Beschwerden

sind per E-Mail,

Onlineformular oder auch

postalisch per Formularausdruck

möglich. Die Behörde

kann allerdings nur tätig werden,

wenn ihr konkrete Fälle

–möglichst präzise –gemeldet

werden.

Sicht nicht im Interesse der Kunden

sein“, sagte die Sprecherin.

Lambrechts Vorgängerin Katarina

Barley (SPD) hatte bereits im März

EckpunkteeinesGesetzesgegenKostenfallen

vorgestellt. Angestrebt werde

nun, die Gesetzespläne „so

schnell wie möglich“ zu verabschieden,

sagte Lambrecht. Der nächste

Schritt ist ein Kabinettsbeschluss,

dann ist das Parlament am Zug. Bei

dem Gesetzesvorhaben geht es um

die Umsetzung von EU-Regeln in

deutsches Recht, wobei die Verschärfungen

strenger ausfallen sollen, als

es die Europäische Union verlangt.

Neben den verkürzten Fristen bei

Dienstleistungsverträgen ist auch

ber den Seitenhieb nicht aufsichsitzen.

Aldi feierte sich im Gegenzug nur

wenige Tage später in einer Digitalkampagne

als der „Erfinder vongünstig“.

Undder zum Edeka-Reich gehörende

Discounter Netto machte sich

in einerZeitungsanzeige über die angeblich

zu kleine Auswahlbei Lidl lustig

–mit dem Motto: „Duwillst aLidl

bit moreAuswahl? Dann geh doch zu

Netto!“

Die launigen Sprüche können allerdings

nicht darüber hinwegtäuschen,

dass es füralle Beteiligten um

viel geht. DenAuslöser für den aktuellen

Streit sieht der Handelsexperte

Matthias Queck vonRetailytics in der

Entscheidung von Aldi, immer mehr

Markenartikel ins Angebot aufzunehmen.

Das habe Folgen: „Aldi würde

offensichtlichgernauch die Preissetzungshoheit

bei den Markenartikeln

erobern,das Niveau,andem sichalle

anderen preislich orientieren müssen“,meintder

Branchenkenner.Bislang

habe Aldi dieseRollenur bei den

Eigenmarken innegehabt, bei den

Markenartikeln hätten jedoch Lidl

und andere den Ton angegeben.

„Seitdem Aldi immer mehr Markenartikel

anbietet, ist hier viel in Bewegung

geraten.“ Denn Aldi steht unter

Druck. LangeZeit war das Unternehmen

die unangefochtene Nummer

eins in der Discounterbranche.Doch

seit Jahren verkleinert Lidl die Lücke

zum Erzrivalen und ist ihm inzwischen

dicht aufden Fersen. Lidldenkt

denn auch garnicht daran, Aldi auch

beiMarkenartikeln dieFührungsrolle

zu überlassen. Im Gegenteil: „Unser

Ziel ist es, unsere Preisführerschaft

FOTO: JENS SCHULZE/EPD

geplant, den ungewollten Wechsel

von Strom- und Gaslieferanten zu

verhindern. Dasgeschieht häufig bei

Marketingaktionen via Telefon. Verbrauchern

werde vielfach erst klar,

dass sie einen neuen Vertrag abgeschlossen

haben, wenn das Kündigungsschreiben

vomalten Versorger

im Briefkasten liege, erklärte Lambrecht.

Die Justizministerin will nun

die Energieunternehmen dazu verdonnern,

dass telefonisch Vereinbarte

den Kunden noch einmal schwarz

auf weiß zu schicken. Erst nach der

Bestätigung durch den Verbraucher

wäre der neue Vertrag rechtsgültig.

Dassollauch für neue Handyverträge

gelten. Auch Mobilfunker nutzendas

Telefon für aggressiveMarketingaktionen.

Müller betonte: „Im

Telefongespräch kann keiner überblicken,

welche Konsequenzen ein

Vertragwirklich hat.“ Deshalb müsse

die Bestätigung im Nachgang bindend

sein.

Im ursprünglichen Eckpunktepapier

ging es auch darum, die

Durchsetzung von Ansprüchen

gegen Unternehmen zu erleichtern.

Die Haftung für Mängel beim Kauf

gebrauchter Produkte soll überdies

neu geregelt werden. Ferner will das

JustizministeriumbeiInkassoverfahrendie

Rechte der Bürger stärken. Bis

auf Letzteres seien alle Eckpunkte inzwischen

in einen Entwurf für ein

Paragrafenwerk eingeflossen, sagte

ein Sprecher des Ministeriums.Beim

Thema Inkasso müsse noch nachgearbeitet

werden.

undunsereStellungimLebensmittel-

einzelhandel als erster Discounter

mit Markenprodukten zu unterstreichen“,betont

das Unternehmen. Das

hat die Rivalitätweiter angeheizt. Bot

Aldietwadie1,25-Liter-FlascheCoca-

Cola aus seinem Dauersortiment im

Sonderangebotfür79statt99Centan,

so verkaufte sie Lidl für 77 Cent und

Aldi musstenachziehen.

Für ihre Kampagnen griffen die

Billiganbieter tief in die Tasche. Lidl

gabnachdemWerbemonitorder„Lebensmittel

Zeitung“ und des Marktforschers

Nielsen im ersten Halbjahr

fast 185 Millionen Euro für Werbung

aus,immerhin 13 Prozent mehr als im

gleichen Zeitraum des Vorjahres.Aldi

steigerte seine Werbeausgaben sogar

um mehrals 50 Prozent auf knapp 92

Millionen. (dpa)

Springer-Enkel

verkaufen Anteile

DieEnkeldes Verlegers Axel Springer,Ariane

Melanie und Axel Sven

Springer,verkaufen Teile ihrer Beteiligung

an den US-Investor KKR. Laut

KKR nehmen sie das Angebot für Aktien,

die insgesamt etwa 3,7 Prozent

des Grundkapitals an Axel Springer

entsprechen, an. Mitihren restlichen

gehaltenen Aktien blieben sie

als unabhängige Aktionäreim

Unternehmen. KKR steht vordem

Einstieg bei dem Berliner Medienkonzern.

Axel Springer will mit der

strategischen Partnerschaft die Digitalisierung

vorantreiben. DerUS-Investor

hat bereits 27,8 Prozent der

Anteile des Medienkonzerns erworben.

(dpa)

Hotels und Gastwirte

steigern Umsatz

Die Gastronomie legtzu.

Hoteliers und Gastwirte in Deutschland

haben im ersten Halbjahr gute

Geschäfte gemacht. DerUmsatz im

Gastgewerbe stieg um 2,7 Prozent

gemessen am Vorjahreszeitraum,

wie das Statistische Bundesamt mitteilte.Bereinigt

um Preiserhöhungen

(real) blieb ein leichtes Plus von

0,5 Prozent. Im Juni musste die

Branche,die seit geraumer Zeit von

der Konsumfreude der Verbraucher

profitiert, hingegen einen Dämpfer

hinnehmen: DieUmsätzegingen

real um 0,7 Prozent zurück.

Dennoch sei die Reise- und Ausgehfreude

der Menschen ungebrochen,

sagte Guido Zöllick, Präsident des

Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

(DEHOGA). (dpa)

Volkswagen liefert

weniger Autos aus

FOTO: SETTNIK/DPA

Trotz leichter Zuwächse im wichtigsten

Einzelmarkt China hat der

Autobauer Volkswagen im Juli die

rückläufigen Auslieferungen in

Europa nicht ausgleichen können.

Weltweit ging die Zahl der verkauften

Fahrzeuge im Vergleich zum

Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent

auf 886100 Stück zurück. In Europa

musste VW einen Rückgang um 3,6

Prozent auf 393600 Fahrzeuge verkraften.

Allerdings hatten die Auslieferungen

im Vorjahresmonat vorder

Umstellung auf den neuen Abgasund

Verbrauchstest WLTP auf besonders

hohem Niveau gelegen.

Konzernvertriebschef Christian

Dahlheim sprach voneinem soliden

Startins zweite Halbjahr. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 7 *

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

Flugbranche

stellt

Ansprüche

Bahn soll beim Transport

von Gepäck nacharbeiten

Zur Verlagerung weiterer Inlandsflüge

auf die Schiene stellt die

deutsche Luftverkehrswirtschaft zusätzliche

Ansprüche an die Bahn.

Neben der teils noch fehlenden

Schienenanbindung der wichtigen

Luftdrehkreuze müsse die Bahn insbesondere

beim Gepäcktransport

nacharbeiten, erklärte der Branchenverband

BDL. Die Bahn müsse

Gepäckstücke der Umsteiger entsprechend

der hohen Sicherheitsanforderungen

des Luftverkehrs aufnehmen

und zuverlässig an die Airlines

übergeben, verlangte BDL-

Hauptgeschäftsführer Matthias von

Randow während einer Onlinepressekonferenz.

Bislang ist es auch bei über Lufthansa

zugebuchten Bahn-Zubringerfahrten

nicht möglich, das Gepäck

bereits am Startbahnhof aufzugeben

und an den Zielort durchzuchecken.

DiePassagierekönnen bislang

ihr Gepäck erst am Flughafenbahnhof

Frankfurtübergeben.

Grundsätzlich sei die Einstellung

vonInlandsflügen auf Verbindungen

möglich, auf denen die Bahn bis zu

drei Stunden benötige, erklärte der

BDL. Das sei auf vielen Strecken bereits

passiert. Der Verband sprach

sich erneut dafür aus,den zweitgrößten

deutschen Flughafen München

an das Fernbahnnetz anzuschließen.

Der BDL erneuerte weitere Vorschläge:

So sollen den Passagieren im

Buchungsprozess leichter CO 2 -Kompensationszahlungen

angeboten

werden. Die Herstellung synthetischen

Kerosins müsse vorangetrieben

werden. Auch müsse der europäische

Luftraum weiter vereinheitlicht

werden, um klimaschädliche

Umwege der Flugzeuge zu vermeiden.

Die Fluggesellschaften investierten

in neues, effizienteres Fluggerät

und nähmen weiterhin an den internationalen

Programmen zum Emissionshandel

teil. Nationale Alleingänge

etwa zur Einführung einer

CO 2 -Bepreisung lehnt der BDL aber

weiterhin ab. (dpa)

Suche nach dem Positiven

Grundrente, Soli, Klimaschutz: Im Koalitionsschuss will die Groko Handlungsfähigkeitbeweisen

Von Rasmus Buchsteiner

und Tim Szent-Ivanyi

Um 16Uhr am Sonntagnachmittag

soll es losgehen

in Berlin –diesmal

aber nicht im Kanzleramt,

denn dort ist dann gerade „Tag

der offenen Tür“. Das wäre dann

doch zu viel Trubel angesichts der

Schwere der Themen, die sich die

Spitzen von CDU, CSU und SPD für

den Koalitionsausschuss vorgenommen

haben. Grundrente, Soli, Klimaschutz

–alles Fragen, bei denen die

Groko zuletzt weit auseinander lag.

Kurz vor den wichtigen Landtagswahlen

am 1. September in Sachsen

und Brandenburg geht es auch darum,

ob das schwarz-rote Regierungsbündnis

noch in der Lage ist,

Positiv-Botschaften zu setzen.

Söder willKlarheit vonder SPD

CSU-Chef Markus Söder will, wie aus

München zu hören ist, erst einmal

wissen, ob die SPD noch zur Groko

steht. Die parteiinternen Debatten

bei den Sozialdemokraten über ein

mögliches Ende des Bündnisses sorgen

bei der Union zunehmend für

Verunsicherung.

Söder machte vor dem Treffen

jedenfalls nicht den Eindruck, als

wolle er auf die schwierige Lage der

Sozialdemokraten übermäßig Rücksicht

nehmen. Mansei der Überzeugung,

dass der Gesetzentwurf von

Bundesfinanzminister Olaf Scholz

(SPD) zum Soli-Abbau, der Entlastungen

für 96,5 Prozent der bisherigen

Zahler vorsieht, verfassungswidrigsei.

In der Wirtschaft sieht man das

ähnlich. „Durch die Beibehaltung für

wenige Steuerpflichtige wird der Solidaritätszuschlag

faktisch eine Sondersteuer

für Unternehmen und Personen,

die mit ihrer wirtschaftlichen

Leistung das Wachstum im Land fördernsowie

Arbeitsplätzeund Ausbildung

schaffen und sichern“, heißt es

in einer Stellungnahme von acht

Wirtschaftsverbänden zu Scholz‘

Entwurf, die dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND) vorliegt.

Auf dem Tisch liegt inzwischen

auch ein Alternativplan vonBundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier

für denKlimaschutz gibt es eine füllevon Vorschlägen, aber nochkeinen fahrplan.

(CDU), der eine völlige Abschaffung

der Abgabe bis zum Jahr 2026 vorsieht

–sowie sofortige Entlastungen

für alle Zahler. Regierungssprecher

Steffen Seibert erklärt, es gelte,

grundsätzlich an den Koalitionsvertrag

zu erinnern, der eine schrittweise

Abschaffung des Solidaritätszuschlags

vorsehe. Scholz‘ Gesetzentwurf

sei ein guter und großer erster

FOTO: GREGOR FISCHER/DPA

Schritt dazu. Die Abstimmung zu

diesem Thema innerhalb der Regierung

laufe noch.

Ein weiteres Groko-Streitthema

war zumindest auf der vorläufigen

Tagesordnung für den Koalitionsausschuss

nicht zu finden: Die Grundrente.

Zwar hatte es zuletzt Annäherungen

geben, Arbeitsminister Hubertus

Heil (SPD) und Kanzleramtschef

Helge Braun (CDU) sondierten

mögliche Lösungen. In den Gesprächen

ging es auch um eine vorgeschaltete

„Einkommensprüfung“

durch die Rentenversicherung anstelle

einer umfassenden Bedürftigkeitsprüfung,

wie sie im Koalitionsvertrag

vorgesehen war. Die Positionen

liegen bei diesem Thema jedoch

noch weit auseinander. Allerdings:

Insbesondere die Wahlkämpfer von

CDU und SPD in Sachsen und Brandenburg

drängen intern darauf,

rasch eine Lösung zu präsentieren.

Oder zumindest das Signal, dass die

Grundrente kommt.

Kampf gegenSteuersparmodelle

Dagegen ist ein weiteres Thema –der

Klimaschutz – kaum geeignet, um

unmittelbar Handlungsfähigkeit zu

demonstrieren. Man wolle über den

Fahrplan für die anstehenden Entscheidungen

sprechen, wurden die

Erwartungen in Koalitionskreisen

gedämpft.

Bisher war vorgesehen, was Kanzlerin

Angela Merkel in dieser Woche

noch einmal bekräftigthatte: Biszum

20.September soll ein umfassendes

Konzept vereinbart werden –mit Finanzierung

und Vorgaben zur CO 2 -

Minderung. Anfang September sollen

zunächst die Spitzen der Koalitionsparteien

über Vorschläge dazu

beraten. Längst gibt es eine Fülle von

Ideen,dievoneinerMehrwertsteuersenkung

auf Bahn-Fahrkarten über

eine Reformder Kfz-Steuer bis hin zu

einer CO 2 -Bepreisung.

Finanzminister Scholz hat für den

Koalitionsausschuss noch ein anderesThema

auf dem Zettel. Es geht um

die Frage,wie der Staat gegen Steuersparmodelle

von Unternehmen vorgeht.

Nach einer EU-Vorgabe sollen

Steuerberater,Wirtschaftsprüfer und

Anwälte dazu verpflichtet werden,

Sparmodelle,die sie für international

tätige Klienten entwickeln, an die Finanzverwaltung

zu melden. Scholz

will diese Meldepflicht auf rein nationale

Gestaltungen ausweiten, was

die Union aber ablehnt. Auch die

Steuerberater sind dagegen. „Wir fordern

eine eins-zu-eins Umsetzung

der EU-Richtlinie“, sagte der Präsident

der Bundessteuerberaterkammer,Raoul

Riedlinger,dem RND.

Boeing hat

Probleme mit

dem Triebwerk

Einführung der777-8

muss verschoben werden

N achdemDebakelumdieBaureihe

737 Max muss der US-LuftfahrtkonzernBoeingdie

Einführung

der Ultralangstreckenversion des

neuen Modells 777X verschieben.

Boeing habe den Zeitplan des Entwicklungsprogramms

für die Variante

777-8 überprüft und angepasst,

teilte ein Konzernsprecher am Donnerstag

mit. Man halte aber an dem

Flugzeugtypen fest und arbeite eng

mit dem Triebwerklieferanten GE zusammen.

Beider Baureihe 777-9, die

eine kürzere Reichweite hat und von

der Lufthansa 20 Stück bestellt hat,

strebe Boeing weiterhin erste Auslieferungen

für das Jahr 2020 an.

Keine Angaben machte Boeing

zum neuen Zeitplan für die 777-8.

Boeing hatte vordreiWochen in Chicago

mitgeteilt, bei der 777X gebe es

wegen Problemen mit den Triebwerken

„erhebliche Risiken für den Zeitplan“.

Mit der Verschiebung bei der

777-8 könnte Boeing bei einem prestigeträchtigen

Projekt der australischen

Fluglinie Qantas ins Hintertreffen

gegenüber dem europäischen

Konkurrenten Airbus geraten.

Qantas will von 2023 an den Linienverkehr

auf der 17000 Kilometer

langen Strecke zwischen Sydney und

London aufnehmen. Der 21-stündige

Flug wäre die weltweit längste

Nonstop-Verbindung. Als Flugzeugtypen

sind eine modifizierte Version

der künftigen Boeing 777-8 und der

Ultralangstrecken-Airbus A350 im

Gespräch.

Boeing liegen nach eigenen Angaben

vomJuli Bestellungen für insgesamt

344 Flugzeuge vomTyp 777X in

beiden Varianten vor. Lufthansa will

mit der Boeing 777-9 auch eine neue

Business Class einführen. Der erste

dieser Flieger in der Lufthansa-Flotte

war für den Sommer 2020 geplant gewesen.

VordreiWochen hatte Boeing

dann allerdings mitgeteilt, wegen der

Triebwerksprobleme sei der erste

Flug der 777-9 auf Anfang 2020 verschoben

worden. Angestrebt sei daher,die

ersten Maschinen erst später

im Jahr auszuliefern. (dpa)

Traueranzeigen

Traurig nehmen wir Abschied von

Thomas Gründer

der nach schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren

am 1. August verstarb. Herr Gründer war als sehr engagierter,immer

hilfsbereiter und verlässlicher Müllwerker

seit mehr als 34 Jahren auf Berlins Straßen unterwegs.

Er wird immer als sehr beliebter Kollege bei allen in

Erinnerung bleiben und uns fehlen.

Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedanken

sind bei seinen Angehörigen und Freunden.

Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat

und die Beschäftigten

Wir nehmen Abschied von

meinem lieben Vater

Frank Winkler

*08.09.1960 †04.07.2019

In Liebe und Dankbarkeit im

Namen aller Angehörigen und

Freunde

Mandy Loskant

Die Trauerfeier mit anschließender

Urnenbeisetzung findet am 23.08.2019

um 11.00 Uhr auf dem Friedhof

Adlershof, Friedlander Straße 156

in 12489 Berlin-Adlershof statt.

Traueranzeige

Das schönste, was ein

Mensch hinterlassen

kann, ist ein Lächeln im

Gesicht derjenigen, die

an ihn denken.

Ihr Berater Im trauerfall

Tag&Nacht 49 10 11

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Bestattungen seit 1879

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Albrecht Hagen

*8.1.1936 †11.8.2019

Sigrid, Katja, Swantje,

Finn und Janeke

Die feierliche Urnenbeisetzung findet am Freitag,

dem 13. September 2019, um 12.15 Uhr

auf dem Waldfriedhof Heerstraße,

14053 Berlin-Charlottenburg, Trakehner Allee 1, statt.

Nachruf

Wir trauern um unsere Mitarbeiterin und Kollegin

Eva-Maria Heyne

die am 24.07.2019 verstorben ist.

Wir alle haben Frau Heyne als lebensfrohe, hilfsbereite und engagierte

Kollegin sehr geschätzt. Sie hinterlässt eine große Lücke, die sich nur

schwerlich schließen lässt. Wir betrauern diesen Verlust sehr.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Serviceeinheit Facility Management

Wir beraten Sie gern:

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am Samstag,

dem 24.08.2019

wieder in Ihrer


8* Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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·

Meinung

1. FC Union

AUSLESE

Manchmal ist

Schweigen nötig

Vonwegen

Wald und Savanne!

Markus Lotter

ist überzeugt, dass Rivalität den besonderen

Kick auslöst.

Protest? Muss sein, in seiner eindrücklichsten

Form,wenn man als Anhänger

eines Fußballklubs für bestimmte

Werte einsteht und im heimischen Stadion

ein Fußballklub zu Gast ist, der

diese Wertemit einem tabulosen und dadurch

auch fragwürdigen Geschäftsgebaren

konterkariert. Muss sein, auch

wenn dadurch der womöglich größte Tag

in der Geschichte dieses von Werten

durchdrungenen Fußballklubs eine

kleine Störung erfährt. Insofernist es nur

konsequent, dass die Ultras, aber auch

viele andere Fans des 1. FC Union am

Sonntag die ersten fünfzehn Minuten

des eisernen Bundesligadebüts mit einem

kollektiven Schweigen begleiten

werden. Dass man in Köpenick auch auf

der prominentesten Bühne, die der Fußball

hierzulande zu bieten hat, seine Ablehnung

gegenüber RB Leipzig, dem Antipoden

in der Union’schen Fußballwelt,

mit Schmiss zum Ausdruck bringt.

Deneinen oder anderen mag diese offen

zu Schau gestellte Antipathie nun irritieren,

aber ist es nicht so, dass gute Unterhaltung

und damit auch guter Sport

ohne Rivalität doch gar nicht erst denkbar

ist? Dass Rivalität vor allen Dingen im

Fußball den besonderen Kick hervorruft?

Real Madrid kontra FCBarcelona, Borussia

Dortmund kontraSchalke 04, ehemals

in den 70er-Jahren Bayern München gegen

Borussia Mönchengladbach, FC St.

Pauli kontra Hamburger SV. Und Union

kontraRBLeipzig.

Letztendlich ist der vom österreichischen

Milliardär Dietrich Mateschitz gepamperte

Nicht-Verein für Union also

nicht der misslichste, sondern der perfekte

Gegner für den Bundesligaauftakt.

Ein Gegner, andem sich am besten seine

Andersartigkeit spiegeln lässt.

Verbraucher

Einfach und billig

zugleich geht nicht

Frank-Thomas Wenzel

erwartet vomVerbraucher,selbst

aufzupassen, was er bestellt.

Es gab einmal ein Rabattgesetz. Es

schränkte die Möglichkeiten massiv

ein, Sonderangebote zu offerieren. Dahinter

steckte auch, dass der Gesetzgeber

Verbrauchernnicht zutraute zu erkennen,

wann etwas tatsächlich billig ist. Das Gesetz

ist 2001 abgeschafft worden. Jetzt will

die Justizministerin Christine Lambrecht

Unternehmen wieder an die kürzere

Leine nehmen. Bei Strom-, Gas- oder

Handyverträgen, die am Telefon abgeschlossen

werden, sollen schriftliche Bestätigungen

obligatorisch sein. Außerdem

will die Sozialdemokratin die Vertragslaufzeiten

bei Fitnessstudios oder im Mobilfunk

von zwei Jahren auf ein Jahr begrenzen.

Automatische Vertragsverlängerungen

und Kündigungsfristen sollen verkürzt

werden. Bei dem Gesetzesentwurf

gegen „Kostenfallen“ stellt sich wie beim

Rabattgesetz die Grundsatzfrage: Wie

mündig ist der Verbraucher?

Lange Laufzeiten können ein Ärgernis

sein. Aber Mobilfunker bieten längst auch

Kontrakte mit kurzer Laufzeit sowie Prepaid-Tarife

für flexible Kunden an. Doch

die Varianten sind teuer und sie machen

die Sache kompliziert. Wird's generell vereinfacht

–mit einer Kündigung in jedem

Fall schon nach einem Jahr –müssten die

Mobilfunker deutlich höhere Aufwendungen

einplanen, um alte Kunden zu halten

und neue zu gewinnen. Da diese Kosten

bei allen Anbietern gleichermaßen anfallen,

werden sie an die Kunden weitergegeben.

Dievom Ministerium unterstellte begrenzte

Mündigkeit der Verbraucher wird

ihren Preis haben, in der Gestalt höherer

Tarife für Telefonie,Datennutzung und geringerer

Subventionen für neue Handys.

Einfach und gleichzeitig extrem billig, das

geht leider nicht.

Es hat diesen kurzen, sehr kurzen

Moment gegeben. Anfang Juni,

nachdem Andrea Nahles als SPD-

Vorsitzende zurückgetreten war,

haben sich viele Genossinnen und Genossen

betreten angeblickt und sich gefragt: Wasist

aus unserer Partei geworden? Wie gehen wir

miteinander um? Wiekonnten wir uns selbst

nur an diesen Abgrund manövrieren? Es

wäre vieles möglich gewesen in diesem kurzenMoment.

Womöglich sogar ein ehrlicher

Neuanfang. Aber man muss es so hartsagen:

DieSPD hat es wieder mal vermasselt.

Man ahnte es bereits, als der Öffentlichkeit

eine Troika präsentiertwurde.Die gibt es

in der SPD immer dann, wenn die Ratlosigkeit

groß ist. Oder die innerparteilichen

Mehrheitsverhältnisse so diffus sind, dass

man sich erst mal auf Augenhöhe belauert,

bevor es wieder kracht. Anders als zuvor in

der Parteigeschichte hatte dieses Triumvirat,

bestehend aus Malu Dreyer, Manuela

Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel,

aber nicht einmal den Anspruch, führen zu

wollen. Nicht gemeinsam. Nicht gegeneinander.

Alle drei erklärten sofort, dass sie

nicht für den Vorsitz kandidieren, sondern

nur den Übergang, na ja, irgendwie moderieren

wollten. Daraus ist nun genau die quälende

Hängepartie geworden, die man befürchtet

hat.

Bis zum 1. September sollen sich Kandidatinnen

und Kandidaten melden, die SPD-

Chefs werden wollen. Man hätte gerne ein

Duo aus Frau und Mann, hieß es außerdem

von der Interims-Troika. Hoffnungsträger,

bitte melden.

Es sind jetzt noch zwei Wochen bis zum

Anmeldeschluss und vermutlich werden

nicht nur die SPD-Mitglieder aufatmen,

wenn wenigstens diese Etappe abgeschlos-

Die Deutschen sind demokratieverdrossen,

das las ich diese Woche in der Zeitung.

In Ostdeutschland sind laut der Studie,

die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung

durchgeführt wurde, sogar nur etwas mehr

als ein Drittel (36 Prozent) zufrieden mit der

Art und Weise, wie die Demokratie funktioniert.

ImWesten sind es knapp die Hälfte,ein

historischer Tiefpunkt. In dem Artikel wurde

der Studienautor Frank Decker zitiert, ein

Politikwissenschaftler an der Universität

Bonn: „Teile der Ostdeutschen sind noch

nicht wirklich angekommen in der liberalen

Demokratie.“ Noch nicht angekommen.

Es klingt, als gebe es einen Zug, in dem die

Ostdeutschen sitzen, einen Zug, der permanentVerspätung

hat. Soll ich ehrlich sein? Ich

bin auch nicht zufrieden damit, wie die bundesdeutsche

Demokratie im Moment funktioniert.

Binich auch nicht angekommen?

Deutschland ist ein Land der schlechten

Laune geworden, das erstaunlich wenig geregelt

kriegt. Viele Debatten verlaufen hysterisch,

destruktiv, manchmal sogar boshaft

und meist im Sande.

Ein Beispiel: Voreinigen Tagen schubste

ein 33 Jahre alter Deutscher eine 17-Jährige

auf dem Bahnhof Jüterbog ins Gleisbett. Ein

trauriger Vorfall, es gab dazu eine Meldung,

aber etliche linke Twitterer wiesen als Erstes

darauf hin, was der Fall wohl für eine große

Welle ausgelöst hätte, wenn der Täter kein

Deutscher gewesen wäre. Der Vorfall diente

als Vorlage dafür,einen Punkt gegenüber den

Rechten zu machen, zu zeigen, dass man

SPD

Eine Frau

für Olaf

Christine Dankbar

nimmt interessiertzur Kenntnis, dass Olaf Scholz jetzt

offenbar doch Zeit für den SPD-Vorsitz findet.

KOLUMNE

Seien Sie

doch mal

radikal!

Sabine Rennefanz

Recht hat, auf der richtigen Seite steht. So laufen

Diskussionen besonders in den sozialen

Medien oft. Es geht darum, sich selbst zu vergewissern,

wer man ist, wo man steht. Jemand,

der sich nicht so leicht einer Gruppe –

links, rechts, Ostdeutscher, Migrant, Nazi –

zuordnen möchte, fühlt sich zunehmend

verloren oder nicht ernst genommen.

Nun könnte man einwenden, das sei ein

kleines Beispiel. Und die großen Probleme

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

sen ist. Es ist nicht allzu verwegen, wenn

man behauptet, dass das mit den Hoffnungsträgern

nicht so ganz geklappt hat.

Bisher haben sich fünf Duos und zwei Einzelkandidaten

gemeldet.

Diebekanntesten unter ihnen waren bisher

Gesine Schwan und Ralf Stegner. Ralf

Stegner gibt auf Twitter Musiktipps,lacht nie

in der Öffentlichkeit und ist in der eigenen

Partei sehr umstritten, wie das so schön

heißt. Gesine Schwan ist Vorsitzende der

SPD-Grundwertekommission, hat für ihre

Partei zweimal als Bundespräsidentenkandidatin

gegen Horst Köhler verloren und wäre

lieber mit dem Juso-Vorsitzenden Kevin

Kühnertangetreten. Deraber hat in den vergangenen

zehn Wochen so wenige Interviews

gegeben wie noch nie in seinem jungen

Leben, damit ihn keiner fragt, ob er denn

nicht doch seinen Hutinden Ring wirft.

Das war nicht weiter schlimm, denn eigentlich

hatte man auf ein Wort vonder Frau

gewartet, auf die der Begriff Hoffnungsträgerin

wirklich gepasst hätte. Doch Franziska

Giffey will wegen der unklaren Lage um ihren

Doktortitel nicht antreten. Da machten es

die SPD-Oberen lieber wie früher:Man kungelte

in Hinterzimmern. Und weil die Männer

endlich mal wieder unter sich blieben,

gab’s auch gleich ein Ergebnis –Finanzminister

Olaf Scholz hat nun doch Zeit, um

SPD-Chef zu werden. Wir erinnern uns: In

der ARD-TalkshowAnne Will hatte er erklärt,

dass so ein Regierungsamt echt viel Arbeit ist

und dass da nicht genügend Zeit bleibt, nebenher

eine Partei zu leiten. Versteht man, er

ist ja nicht Angela Merkel.

Für den Olaf suchen sie jetzt noch eine

Frau, um das Kandidaten-Duo zu komplettieren.

Damit wirddie Neufindung der Partei

endgültig zur Farce. Denn obwohl man sich

bei der SPD mit dem vertraulichen Genossen-Duanredet,

ist doch eines klar:Kandidaten

und Kandidatinnen aus den hinteren

Reihen wirdnicht zugetraut, die SPD wieder

zum Erfolg zu führen.

Die große Frage ist, warum man es Olaf

Scholz zutrauen sollte. Wosind seine Ideen

für die Sozialdemokratie des neuen Jahrtausends?

Die SPD-Mitglieder haben bald die

Wahl zwischen Kandidaten, die ambitioniert

sein mögen, aber (noch) wenig Ausstrahlungskraft

haben, und einem Bewerber, der

für einiges von dem steht, was schiefgelaufen

ist. EinAufbruch ist nicht in Sicht.

Andres Nahles hatteübrigens kürzlich ihrenersten

öffentlichen Auftritt seit ihrem Abgang.

Es scheint ihr gut zu gehen.

wie der Klimawandel? IstDeutschland daVorreiter?

Der Meeresspiegel steigt, die Wälder

schrumpfen, die Insekten sterben. Alle Experten

sind sich einig, dass man schnell handeln

muss.Geredet wird viel,aber es passiertkaum

etwas.Selbstdie Grünen vertreteneine Politik

der kleinen Schritte,CO 2 -Steuer ja, aber nur 40

Euro pro Tonne, vielleicht könnte man die

Mehrwertsteuer auf Bahntickets senken.

Glaubt irgendjemand, man schafft eine

Wende ohne einschneidende Veränderungen?

Viele Bürger sind weiter als die Politik.

Neulich besuchte ich eine Veranstaltung mit

dem Pankower Bürgermeister Sören Benn:

Warumwerdennicht mehr Radwege gebaut,

fragte eine blonde Frau Mitte 40. Dann

würde sie auch weniger Auto fahren. Der

Bürgermeister redete sich raus, mit Abstimmungen,

Anträgen, Überlastung. Irgendwann

war die Frau so genervt, dass sie ihn

anschrie: „Seien Siedoch mal radikaler!“

Das letzte Mal, dass Deutschland sich

eine vergleichbare Riesenanstrengung zugetraut

hat, war die Vereinigung. Innerhalb

weniger Monate musste die DDR übernommen

werden, ein gewaltiger Kraftakt ohne

historische Parallelen. In kürzester Zeit

wurden komplizierte Vertragswerke geschrieben.

Dreißig Jahre ist das jetzt her. Gerade

wird viel darüber diskutiert, was falsch gelaufen

ist. Die Auswirkungen der Übernahme

damals waren so heftig und wirkmächtig,

dass man sich wohl keine großen

Tatenmehr zutraut.

Peter Wohllebens neuestes Buch, erschienen

am 12. August, steht auf

Platz 10 der Spiegel-Bestseller-Liste. Das

Buch „Wolfszeit“ des ehemaligen Feuilletonchefs

der Berliner Zeitung Harald Jähner

steht auf Platz 9. Aber Wohllebens

„Das geheime Leben der Bäume“, erschienen

2015, steht immer noch auf der

Bestsellerliste,inzwischen auf Platz 18.

Peter Wohllebens

„Das geheime Band

zwischen Mensch und

Natur“ übernimmt die

schwierige Aufgabe,

uns zu verdeutlichen,

dass wir besser sehen,

hören und riechen können,

als wir uns einbilden.

Wir haben lange

gelernt, dieVerkümmerung

unserer Sinne als

Startvorteil für die Entwicklung

unseres Gehirns

zu betrachten.

Wohlleben rüttelt an

Peter Wohlleben:

Das geheime

Band zwischen

Mensch

und Natur

Ludwig,22Euro

dieser Überzeugung. Ein aufrecht gehendes

Lebewesen hätte wenig davon, wenn

es so gut schnüffeln könnte wie ein Hund.

Oder gar ein Hai. Er nimmt Fischblut

noch in einer Verdünnung von 1:10 Milliarden

wahr. Gleich danach eine Ergänzung

typisch Wohlleben: „Das klappt

nicht bei menschlichem Blut …Wir gehören

nicht in ihr Beutespektrum und sind

ihnen daher in den allermeisten Fällen

völlig gleichgültig.“

Nicht anders begann der Mensch. Inzwischen

gibt es kaum noch etwas, das

nicht in sein Beutespektrum passt. Dafür

hat der einstige Homo sapiens sich eine

ganze Menge Prothesen zulegen müssen.

Das Repertoire ist inzwischen weit über

das Spektrum Fischernetz bis Infrarotkamerahinausgegangen.

Wohlleben möchte uns an unsere

Grundausstattung erinnern. Unsere

„Umwelt besteht nicht etwa primär aus

Schreibtisch, Couch und Fast-Food-Restaurant,

sondernaus Wald und Savanne –

zumindest sollte es bis heute so sein. Für

die beiden Letzteren sind wir perfekt ausgerüstet,

können jederzeit (nach ein paar

Wochen Training) mit wilden Geschöpfen

mithalten.“

Ich lese das, blicke auf mich und ich

weiß: Wohlleben irrt. Ob Wohlleben wohl

bereit wäre, mich zu widerlegen? In einem

gemeinsamen Trainingscamp? Lustig

wäre es in jedem Fall. Arno Widmann

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Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 – S eite 9

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Berlin

Job-Hopper:Torsten

Harmsen über die

neue Berufswelt

Seite 10

Kein Mädchen im Knabenchor: Mutter scheitert mit ihrer Klage Seite 12

Kein Rohrstock im Klassenzimmer: Zu Besuch im Schulmuseum Seite 15

Mit dem Laptop auf das Feld

Menschen aus der Stadt verlegen Arbeits- und Wohnort aufs Land. Die Digitalisierung macht es möglich.

Ein Besuch bei den Co-Workern von Coconat im Fläming

VonJulia Haak

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER (8)

Ein aufmerksamer Beobachter

kann das Besondere in

Klein-Glien bereits an den

Kleinigkeiten erkennen.

Etwa an den ungewöhnlich vielen

Autos,die vordem alten Gutshof mit

der dicken Eiche vor der Tür stehen.

An den Kennzeichen lässt sich ablesen,

dass ihreBesitzer aus München,

Hamburg und Berlin kommen. Das

sind nicht die üblichen Gäste eines

Landgasthofs im Fläming, einer Gegend

im Südwesten Brandenburgs.

Drinnen hat der Geruch nach Essen

gerade junge Leute zwischen

20 und 40 Jahren angelockt. Eben

noch saßen sie vor aufgeklappten

Laptops in allen möglichen Winkeln

des Hauses,inder Bibliothek im Ohrensessel,

draußen zwischen Sonnenblumen

und blühendem Oregano,

imGartenzimmer, woman an

kleinen Tischen ganz für sich sein

kann. Siehaben Konzepte ausgebrütet,

Strategien verabredet, an Texten

gefeilt. Nun stehen sie vor Töpfen

mit dampfendem Reis,Hummus,Joghurt,

Salat und Gemüseeintopf und

unterhalten sich. Man spricht sich

beimVornamen an. Es gibt vegan. Jeder

nimmt, so viel er will. Das ist im

Preis inbegriffen, wenn man sich an

diesem Ortzum Arbeiten einmietet.

Das alte Landgut von Klein-Glien

ist in den vergangenen zwei Jahren

ein Platz zum Arbeiten für Menschen

geworden, die dafür schnelles Internet

und eine Umgebung mit Gleichgesinnten

brauchen. „Relax and get

some work done“, also entspannen

und dabei auch noch etwas Arbeit

erledigen, das ist das Motto hier. Es

gibt Schaukeln in den Bäumen als

Sitzgelegenheiten, eine Sauna und

ein riesiges Wasserbecken mit einem

Schlauchboot darauf. Möbel und

Geschirr wirken eher zusammen gesucht,

aber das gehörtzum Konzept.

In Berlin, in Mitte oder Prenzlauer

Berg wäre dieser Co-Working-Space

mit dem klingenden Namen Coconat

nichts Besonderes. Inder Nähe

von Bad Belzig, 100 Kilometer vor

der Großstadt, erwartet man etwas

sen und Thüringen in den vergangenen

Jahren entstanden sind. Es wurde

erfragt, was die jungen Leute aufs

Land gebracht hat, warum sie in alten

Fabriken und Mühlen, Klöstern, Konsumläden

und Plattenbauten andere

Wohn- und Arbeitsformen ausprobieren,

was sie vorgefunden haben

und was sie bräuchten. Untersucht

wurde, welche Auswirkungen die

Internetgeschwindigkeit

Anteil der Haushalte mit einem Internetanschluss mit einer Datenübertragungsrate

von mindestens 50 Megabit pro Sekunde 2018, in Prozent

Prignitz

Havelland

Brandenburg

unter 50

50 bis unter 60

60 bis unter 79

70 bis unter 80

80 bis unter 90

90 bis unter 95

95 und mehr

Ostprignitz-

Ruppin

Potsdam-

Mittelmark

Potsdam

Teltow-

Fläming

Uckermark

Barnim

Elbe-Elster

Dahme-

Spreewald

Märkisch-

Oderland

Oder-

Spree

Frankfurt

Spree-Neiße

Oberhavel

Oberspreewald-

Lausitz

Cottbus

Wohnungsleerstand

Geschätzer Anteil leer stehender Wohnungen an allen Wohnungen

und Häusern, 2017, in Prozent

Prignitz

Brandenburg

unter 4

4bis 8

8bis unter 12

12 bis 14

14 bis 16

unter 16 und mehr

Ostprignitz-

Ruppin

Havelland

Potsdam-

Mittelmark

Potsdam

anderes.Und doch liegen die Digitalnomaden

von Coconat auch auf

dem Land vielleicht voll im Trend.

Das jedenfalls untersucht eine

Studie, die zu Beginn dieser Woche

vom Berlin-Institut für Bevölkerung

und Entwicklung und der Initiative

Neuland21 vorgestellt wurde. „Urbane

Dörfer“ ist der Titel und es geht

darin um ein interessantes Phänomen.

Offenbar führt die Tatsache,

dass Berlin wächst und die Stadt immer

voller und teurer wird, während

historische Gebäude und Höfe mit

Ländereien in Brandenburg und den

anderen Ost-Ländern leer stehen,

weil dort immer weniger Menschen

leben, bei fortschreitender Digitalisierung

zu neuen Wohn-, Arbeitsund

Lebensmodellen. 18 Projekte

wurden untersucht, die rund um und

ausgehend vonBerlin bis nach Sachburtshilfestation

befindet sich fast

50 Kilometer entfernt. „Die Infrastruktur

ist schwierig und man muss

das ruhige Leben mögen“, sagt sie.

Julianne Becker kommt aus den

USA. Siehat Kunst und Film studiert,

in Vietnam gelebt, kam zum Arbeiten

nach Berlin und beschäftigte sich mit

Co-Working und Start-ups. Coconat

hat sie mit drei Berliner Freunden gegründet.

„Die Idee entstand vor sieben

Jahren. Damals begann man in

Berlin über Überfüllung zu reden,

aber es war noch kein Topthema so

wie jetzt. Wir haben diskutiert, aufs

Land zu ziehen, wo es Natur gibt“,

sagt Julianne. Sie wollten dort aber

nicht nur wohnen, sondern einen

Platz zum Arbeiten für Menschen aus

der Großstadt in der Natur schaffen.

2015 machten sie einen ersten Versuch

im Havelland, aber es gab Pro-

Neuen auf die Orte haben und ob ihre

Projekte zu einer Bewegung „raus

aufs Land“ führen. Coconat ist eins

dieser 18 Projekte.

Julianne Becker hat es mit gegründet.

An diesem Tagsitzt sie mit

ihrem Essen im Gartenzimmer. Sie

ist 40 Jahrealt und mit ihrem zweiten

Kind schwanger. Letzteres lässt sie

gerade ein bisschen zweifeln an der

Entscheidung, auf dem Land zu leben,

denn die nächste Klinik mit Gebleme

mit dem Internet. „Dabei habe

ich gelernt, dass man nicht einen Ort

suchen kann und erwarten, dass es

dort Internet gibt, man muss umgekehrt

vorgehen“, sagt sie. „Vorallem

im ländlichen Raum der neuen Bundesländer

ist noch immer der Anschluss

ans weltweite Netz unzureichend.

Hier liegen besonders viele

Landkreise,indenen nicht einmal die

Teltow-

Fläming

Uckermark

Barnim

Elbe-Elster

Märkisch-

Oderland

Dahme-

Spreewald

Oder-

Spree

Frankfurt

Spree-Neiße

Oberhavel

Oberspreewald-

Lausitz

Cottbus

BLZ/TIEDGE; QUELLE: BERLIN-INSTITUT FÜR BEVÖLKERUNG UND ENTWICKLUNG UND NEULAND21 E.V.

Hälfte der Haushalte mit mindestens

50 Megabit pro Sekunde surfen

kann“, heißt es in der Studie.

In Klein-Glien verläuft die digitale

Hochgeschwindigkeitsleitung über

das Coconat-Areal. Die Internetverbindung

sei besser als in Friedrichshain,

sagt Julianne.Das WG-Zimmer

dort hat sie behalten, um ab und an

in der Stadtzusein, wo aber die Vielzahl

der Nutzer die Qualität der Datenverbindung

einschränke.

Es gibt kein Programm im Coconat.

„90 Prozent aller Menschen arbeiten

mit anderen besser als allein.

Menschen, die zu uns kommen, arbeiten

an verschiedenen Dingen,

manche bleiben ein paar Tage,treffen

andere, stellen ihnen ihreProjekte vor

und bekommen Feedback. Manche

bleiben für Wochen. Wir haben auch

Gruppen“, sagt Julianne.Bezahltwird

für den Platz zum Arbeiten, fürs

Übernachten und Essen. Man kann

ein Hotelzimmer im Haus nutzen

oder campen. 75 Prozent der Gäste

kommen aus Berlin, der Rest vonweiter

her.Mittlerweile trägt sich das Projekt

selbst und hat Angestellte, zwei

Hektar Land und eine Scheune sollen

auch noch gestaltet werden.

Als Fremdkörper fühlen sich die

Coconater im Fläming nicht. Von

Anfang an hatten sie geplant, sich in

der Region zu vernetzen. Mittlerweile

veranstalten sie Dorffeste,nehmen

am Fläming-Talk teil und wurden

regional für engagiertes Unternehmertum

ausgezeichnet.

In Bad Belzig ist passiert, was die

Studie noch vorsichtig als Möglichkeit

fürs Land insgesamt aufzeigt.

Ehemalige Gäste haben in der Umgebung

Häuser gekauft und eigene

Projekte gegründet. Bürgermeister

in umliegenden Gemeinden hätten

erkannt, welche Potenziale die

Gründer und Gäste aus den Städten

in den Fläming bringen. Sie wollten

gezielt Digitalarbeiter anwerben. Ob

das gewachsene Interesse von ehemals

stadtaffinen, digital arbeitenden

Menschen –die Studie nennt sie

„urbane Arbeitstouristen“ –aberein

Zeichen für eine neue Landbewegung

ist, kann die Untersuchung

nicht beantworten. Zu frisch sei das

Phänomen, erst müsse sich zeigen,

ob die bestehenden Projekte bleiben

undmehr Wirkungentfalten.

Julia Haak

sieht Vorteile im entspannten

Arbeiten auf dem Land.


10 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Berlin

Harmsens Berlin

Hopp, hopp,

von Job zu Job

Torsten Harmsen fragt sich,

ob es heute überhaupt

noch echte Berufe gibt.

Der wird mal’n Fußballer!“, sagte

kurz nach meiner Geburt ein

Mann, der in meinen Kinderwagen

reinguckte.„Der hat richtije Fußballerwaden.“

Der das damals sagte,

war ein Lehrer und Kollege meiner

Eltern. Später wurde er Mitbegründer

und Klubvorsitzender des 1. FC

Union. Doch trotz des Expertenblicks

ist aus mir leider kein Fußballer

geworden. Mitdem„was werden“

ist es ohnehin so eine Sache.

„Was für einen Beruf wollt ihr

denn mal ergreifen?“, fragte meine

über 80-jährige Tante aus Lichtenbergvor

Jahren einmal meine heranwachsenden

Töchter. Diese guckten

komisch. Denn „Beruf“ –soetwas

gibt es so gut wie gar nicht mehr.

Heute redet man gemeinhin vom

„Dschobb“. Damit ist das gemeint,

was man gerade so macht. Hopp,

hopp,hopp –von JobzuJob.

Und dann: Werkann heute noch

noch irgendwas „ergreifen“? Dieses

Wort hörtsich an, also ob man etwas

packt und nie mehr loslässt. Ein Beruf

fürs Leben, haha. Da lachen sich

die sogenannten Arbeitgeber den

Bauch scheckig.

Wie erkennt man überhaupt

noch einen Beruf? Früher war das

einfach. Zum Beispiel beim Schornsteinfeger.

Erlieferte das Vorbild für

eines der beliebtesten Kindergarten-

Faschingskostüme schwarz, mit Zylinder,

Leiter und Kaminbesen. Ja,

damals ging man wirklich noch als

Werktätiger zum Fasching. Nicht

alle, ich schon. Der Koch hatte eine

hohe Kochmütze auf. Der Zimmermann

trug Zunftkleidung mit Kordweste

–und unbedingt zu beachten:

„Am Arsch hängt der Hammer“. Der

Verkehrspolizist fuchtelte mit einem

schwarz-weißen Regulierstab und

blies in die Trillerpfeife. Der Lokführerwar

verrußt im Gesicht. DerDoktor

lief mit Stethoskop und Stirnspiegel

umher. Der Maler trug einen

bunt beklecksten Kittel. All diese Typen

waren im Alltag präsent.

Aber geh mal heute zum Kita-Fasching

als Versicherungsfritze, Pharmavertreter,

Werbe-Heini, Jobber einer

Zeitarbeitsfirma oder „Irgendwas

mit Medien“. Das wird schwierig.

Man braucht ganz kleine Vertreter-

Anzüge oder steckt das Kind einfach

in Jeans und schwarzenPullover.

Vordiesem Hintergrund finde ich

es interessant, dass es offenbar doch

noch Ideale gibt und den Wunsch

nach echter Berufung. Daszeigte mir

jüngst eine kleine Foto-Ausstellung

in einer Berliner Behörde. Sie hat 15

Jugendliche vorgestellt, vier davon

aus Deutschland, die anderen aus

Afghanistan, Syrien, Tschetschenien

und der Türkei. Die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen

haben die Vorstellung,

ihr Leben sollte groß und bedeutsam

sein. Die Visionen von ihren künftigen

Ichs lauten: „berühmter Fußballspieler“,

„bekannte Politikerin“,

„engagierte Ärztin“,„berühmter Musiker“

und „engagierte Sozialarbeiterin“.

Ohne solche Attribute wäre

man ja nur einfach Fußballspieler,

Politikerin oder Musiker. Würde das

für eine echte Berufung reichen?

Allein fünf Mädchen wollen Ärztin

werden. Ein Polizist, eine Erzieherin

und ein Automechaniker sind

auch unter den Zukunfts-Ichs. Egal,

was die Einzelnen antreibt –eines

haben sie alle gemeinsam: Siewollen

nicht einfach irgendwie durchs Leben

jobben. Sie wollen etwas sein,

das man durchaus mit den Begriffen

„Beruf“ und „ergreifen“ bezeichnen

kann, so antiquiertsich das auch anhört.

Nehmen wir ihnen nicht schon

jetzt die Illusionen. Drücken wir ihnen

einfach die Daumen.

Hätte ich auf den Fußballexperten

gehört, wäre ich vielleicht sogar

ein Star auf dem Rasen geworden. Na

ja, wenn ich meine Waden heute angucke:

doch eher nicht.

Wohnen und Bauen

Enormes Konfliktpotenzial bietet

das Thema Bauen und

Wohnen in den Haushaltsdebatten.

Ein Zankapfel wird das Vorkaufsrecht

sein, mit dem die Bezirke

Investoren Gebäude quasi

vor der Nase wegschnappen können,

um Luxusmodernisierungen

zu verhindern. „Wenn Bezirke das

Vorkaufsrecht ausüben, kostet

uns das enormviel Geld“, sagt Sibylle

Meister, haushaltspolitische

Sprecherin der

FDP-Fraktion. „Das

bringt nicht nur die

Wohnungsbaugesellschaften

in eine

schwierige Situation,

es schafft auch keine

einzige Wohnung mehr.“

Sie lehnt es ab, Gelder für Rückkäufe

auszugeben, die zudem von

Land bezuschusst werden und

weitereBereiche zu Milieuschutzgebieten

zu erklären. Das sorge

nicht einmal für stabile Mieten,

sagt sie.

Ein anderes Thema, das der

FDP auf den Nägeln brennt, ist die

Grundsteuer.Hintergrund ist eine

Reform auf Bundesebene, wodurch

auf Hausbesitzer höhere

Kosten zukommen könnten. Die

Liberalen wollen den sogenannten

Hebesatz senken – das will

auch Matthias Kollatz (SPD). Der

Hebesatz ist ein individueller Faktor

zur Ermittlung der Steuerschuld.

Miteinem geringeren Hebesatz

können Städte und Gemeinden

damit Einfluss auf die

Höhe der Steuerschuld nehmen.

Mit seiner Idee des solidarischen

Grundeinkommens

(SGE) will der Regierende

Bürgermeister

Michael Müller (SPD)

Langzeitsarbeitslosen

eine Chance und eine

sinnvolle Beschäftigung

bieten. Müller wollte das SGE auf

Bundesebene etablieren, doch

daraus wurde nichts, weil der

Bund eigene Projekte umsetzen

Personal

Auch die CDU ist mit der „exzessiven

Wohnungsaufkaufpolitik“

des Senats alles andere als

einverstanden. Der finanzpolitische

Sprecher der CDU, Christian

Goiny, wirbt stattdessen für das

eigene wohnungspolitische Konzept,

das unter anderem einen

Zuschuss für Haushalte mit mittleren

Einkommen vorsieht. Goiny

ist sich sicher: Der Senat mache

selbst aus der Sicht der Koalition

„schlechte Politik“.

Dassieht Steffen Zillich

naturgemäß ganz

anders.Der parlamentarische

Geschäftsführer

der Linksfraktion

spricht von einem „sehr

guten Haushaltsentwurf“,

der eine „sehr verlässliche Finanzierung“

der Entscheidungen garantiere,

die die rot-rot-grüne Koalition

getroffen habe. Dennoch

gebe es Gesprächsbedarf, etwa

bei der grundsätzlichen Frage, ob

es in der aktuellen Niedrigzinsphase

nicht klüger sei zu investieren

als in größerem Umfang

Schulden zu tilgen. „Wir wissen,

dass wir bauen müssen. Und wir

wissen, dass jeder Bau pro Jahr

20 Prozent teurer wird.“ Darüber

sei zu reden. Andererseits gebe es

auch Neubau-Investitionsprojekte,

auf die man verzichten

könnte, soZillich, etwa den Umbau

des Jahnsportparks. Dieser

sei bis zu Beginn der Special

Olympics für Menschen mit Behinderung

im Jahr 2023 im Jahnstadion

ohnehin unrealistisch.

Solidarisches Grundeinkommen

wollte. Der Regierende will

sein SGE trotzdem umsetzen,

jetzt eben mit Landesmitteln.

Im neuen

Haushalt stehen dafür

168 Millionen Euro zur

Verfügung – eine

Summe, bei der die FDP

Diskussionsbedarfsieht.„Wir

lehnen das ab“, sagt Sybille Meister,

haushaltspolitische Sprecherin.

Und: DasSGE sei „völlig falsch

aufgesetzt“.

Linken-Haushaltspolitiker Steffen

Zillich spricht von einem

„Steuerungsproblem“, wenn er

sich über den gigantischen Komplex

der Personalausgaben beugt.

Die Zahlen, mit denen dabei jongliert

wird, sind tatsächlich

schwindelerregend hoch. So sieht

der aktuelle Haushaltsentwurfvor,

dass im Jahr 2021 die Schallgrenze

von 10Milliarden Euro Personalausgaben

durchstoßen wird. Vorgesehen

sind exakt 10,536

Milliarden Euro. Zum

Vergleich: Im aktuellen

Haushaltsjahr

sind dafür 9,217 Milliarden

Euro veranschlagt.

Was aber ist dabei

ganz prinzipiell zu „steuern“?

AusSicht von Zillich stellt

sich zum Beispiel die Frage, was

mit dem Geld passieren soll, das

im Jahr zuvor nicht „abgeflossen“

ist – also gar nicht ausgegeben

wurde. Sohaben etwa die Bezirke

zuletzt rund 80 Millionen Euro der

für sie vorgesehenen „Personalmittel“

nicht eingesetzt. Einer der

Gründe dafür ist, dass die Bezirksämter

oft nicht genug Personal finden.

Teils ist das entsprechende

Fachpersonal gar nicht auf dem

Markt, teils sind die Stellen auf der

bezirklichen Verwaltungsebene

gegenüber denen auf der des Bundes

und der des Landes Berlin

schlicht nicht attraktiv genug. Zillich

plädiert dafür, die Bezirke im

Zweifel auch dabei besser zu beraten,

wie sie an ihr dringend benötigtes

Personal kommen können.

Ein weiterer Punkt betrifft die

Personalausstattung –explizit die

für die Umsetzung des geplanten

Mietendeckels.„Dieser muss ja als

Querschnittsaufgabe gleich in

mehreren Verwaltungen bearbeitet

werden. Dafür ist bisher überhaupt

nichts berücksichtigt“, sagt

Zillich.

Weniger Geld würde der Linke-

Politiker –wenn esnach ihm

ginge – für den Verfassungsschutz

ausgeben.

DieLinke sieht diese Institution

bekanntlich

sehr kritisch. „Ich

könnte mir für den Personalzuwachs

eine Null

vorstellen“, sagt Zillich. Da es

aber nicht alleine nach ihm geht,

sind im Doppelhaushalt zusätzlich

19 Stellen für den Verfassungsschutz

vorgesehen.

Beim Stichwort Personal wird

auch Daniel Wesener, haushaltspolitischer

Sprecher der Grünen

hellhörig. Man müsse darauf achten,

dass die zurVerfügung stehenden

Gelder überhaupt ausgegeben

werden können“, so Wesener.

Dazu müsse man sich fragen, wo

das Geld nicht ausgegeben werden

könne,weileben Personal fehle.Er

kritisiert, dass der Haushalt „aufgebläht“

werde, da die guten Jahresabschlüsse

größtenteils auf

nicht verausgabte Mittel zurückzuführen

seien. Trotzdem sei der

Haushalt„gelungen“.

Bildung und Schule

Mit der Kostenlos-Mentalität

der Regierung kann die Opposition

so gar nichts anfangen.

„Wir haben eine Koalition, die

über Wahlgeschenke wie dem

kostenlosen Schülerticket und

Mittagessen an Grundschulen regiert“,

kritisiertSibylle Meister,Finanzpolitikerin

der FDP-

Fraktion. Das seien Ausgaben,

die nicht einmalig

seien, sondern

fortlaufend. „Das ist

eine Belastung für die

Zukunft“, findet sie –

und fordertein Umdenken.

Das kostenlose Schülerticket

und Mittagessen an Grundschulen

lässt sich die Koalition tatsächlich

einiges kosten: Insgesamt

130 Millionen sind im Haushalt

eingeplant.

Das bisschen

Haushalt ...

... macht sich nicht allein. Stattdessen wird der

Doppelhaushalt 2020/2021 im Parlament hart

diskutiert werden. Konfliktpotenzial gibt es

reichlich. Ein Überblick

VonFrederik Bombosch, Gerhard Lehrke, Annika Leister,

Melanie Reinsch und Elmar Schütze

Rund 3300 Seiten dick und vier Aktenordner schwer ist der

Haushaltsentwurf für die Jahre 2020 und 2021, den das Parlament

in den kommendenWochen beraten wird. Es ist der erste

Haushalt in der Ära der Schuldenbremse –Berlin darf nur in

wirtschaftlich schlechten Zeiten Kredite aufnehmen, so will es das neue

Bundesgesetz. Das bedeutet, der Senat darf nicht mehr Geld ausgeben,

als er auch einnimmt. Im Jahr 2020 werden das etwa 31 Milliarden Euro

sein, im Folgejahr rund 32 Milliarden.

Im nächsten Haushaltsplan gibt es ein paar dicke Brocken, die Berlin

zu stemmen hat. DiemilliardenschwereSchulbauoffensivezum Beispiel,

das neue kostenfreie Schülerticket oder das Schulessen. Allein für die

Schaffung neuer Schulplätzesowie die Sanierung und Unterhaltung von

Schulbauten sind 620 beziehungsweise 752 Millionen Euro im neuen

Doppelhaushalt vorgesehen. Welchen Stellenwertdie Bildungspolitik generell

im neuen Haushalt hat, zeigt sich darin, dass die Senatsverwaltung

für Bildung, Jugend und Familie über den größten Einzeletat vorfügt.

Zwei Faktoren wirken sich positiv auf den Haushalt auf: die solide Lage

am Arbeitsmarkt und die historisch niedrigen Zinsen. Zwar hat auch das

überschnittliche Wachstum der Berliner Wirtschaft positiveEffekte,diese

werden aber durch das ebenfalls überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum

wieder kompensiert.

Der neue Haushalt hat all diese Faktoren berücksichtigt, gleichwohl

bleiben Risiken. Der Entwurf fußt nämlich auf den Steuerschätzungen

aus dem Mai. Im November gibt es neue Zahlen. Undaußerdem sitzt Berlin

immer noch auf einem Schuldenbergvon 57 Milliarden Euro.Rein statistisch

ist jeder Berliner mit 15 000 Euro verschuldet.

Am 12. Dezember soll das Gesetz über den Doppelhaushalt 2020/21

vomParlament verabschiedet werden. Es tritt am 1. Januar 2020 in Kraft.

Rückenwind bekommt die

FDP von AfD. Denn auch deren

haushaltspolitische Sprecherin

Kristin Brinker findet, dass sich

der Berliner Haushalt die Kostenlos-Angebote

nicht leisten könne.

Es müsse dringend mehr Geld für

die Bildung in die Hand genommen

werden. Die AfD fordert

zudem eine genauere

Kostenaufstellung

beim Thema

Schulbau: So sollten

die Nebenkosten für

alte und neue Schulgebäude

und Außenanlagen

auflistet werden, die

das Land auf Dauer zutragen

habe.Eine vernünftige Grundlage

fehle –soentstehe das „typische

Berlin-Problem“: „Man fängt etwas

an, aber stellt dann raschfest:

Wirbrauchen noch mehr Geld.“

Wissenschaft

Zu den

Feldern,

die aus

Sicht der

Berliner

Christdemokraten

viel

zu kurz kommen,

zählen die Wirtschaft, die

Kreativwirtschaft und die Wissenschaft.

Es gebe keine Akzente

im Haushaltsplan, bemängelt

der haushaltspolitische

Sprecher der CDU, Christian

Goiny. „Bei der

Wissenschaft gibt es zwar einen

Aufwuchs,aberinanderen

Bundesländern in etwa der

gleichen Höhe. Um den Vorsprung

zu halten und auszubauen,

muss es mehr Geld geben.“


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 11 *

···························································································································································································

Berlin

Auch ohne Greta und Fridays for

future wird das Giga-Thema

Verkehr,Umwelt und Klima in Berlin

noch lange Konjunktur haben.

Und damit für Zwist und Verteilungskämpfe

sorgen, auch beim

Spiel mit den Zahlen. Schließlich

geht es ums Geld. Viel Geld. „Ein

guter Ansatz“, freut sich daher der

verkehrspolitische Sprecher der

SPD, Tino Schopf, über die halbe

Milliarde Euro, die als Investition

in den Nahverkehr vorgesehen

sind. Aber: „Wir dürfen den Fußverkehr

nicht vergessen, sagt er,da

sei im Haushalt noch viel Luft nach

oben. Manmüsse mehr Geld in die

Hand nehmen, „um Kreuzungen

sicherer und Ampeln fußgängerfreundlicher

zu machen“. Zudem

müssten mehr Zebrastreifen entstehen.

DerÖPNV dürfe dabei aber

nicht vernachlässigt werden.

Verkehr, Umwelt, Klima

Im Haushalt 2020/21 sind sechs

Millionen Euro für die sogenannten

„Maßnahmen zur Verbesserung

des Fußverkehrs“ vorgesehen. „Da

müssen wir höher ansetzen“, sagt

Schopf, das Thema sei zu wichtig.

Als Vergleichsgröße benennt er die

vorgesehenen Ausgaben für

die Sicherheit im Fahrradverkehr.

Hier sieht der

Haushaltsentwurf 160

Millionen Euro vor.

Daniel Wesener, finanzpolitischer

Sprecher

der Grünen, kündigte

an, dass man aus

Sicht der Grünen ein Augenmerk

auf den Bereich Stadtnatur

und -grün setzen werde. Zudem sei

die „Ballungsraum-Zulage“, also

150 Euro mehr für Beamte und Angestellte

im öffentlichen Dienst,

mit den Grünen nicht zu machen.

DPA/CHRISTOPH SOEDER, SABINE HECHER (7)

DieOpposition hat beim Kampf

ums Geldverteilen eine eigene

Sicht: Die CDU kritisiert, dass zu

viel Geld in die Förderung der

Energie- und Umweltprojekte gesteckt

werde, aber Mittel nicht abflössen.

„Sie haben eine Velo

GmbH gegründet, um Radwege

zu planen, dabei haben wir

Tiefbauverwaltungen im

Senat und den Bezirken.

Da wird unnötig Geld

ausgegeben“, findet

Christian Goiny, finanzpolitischer

Sprecher.

Die AfD sieht einige Investitionen

in die Verkehrswende

kritisch. Elektrobusse seien

zurzeit teuer, die Technik sei nicht

ausgereift, Ladestationen fehlten.

„Hier Millionen zu investieren,

halten wir zum jetzigen Zeitpunkt

für absurd“, so Kristin Brinker.

Parks

Eswar ein Versprechen des

Senats an die genervten

Bürger und an die Bezirke: Seit

2016 hält die Berliner Stadtreinigung

(BSR) im Auftrag des

Landes ausgewählte Parkssauber.In46Grünanlagen

im ganzen

Stadtgebiet kehrt sie den

Unrat auf und leert die Mülleimer,

unter anderem im GörlitzerParkund

rund um den Weißen

See.

Bislang galt das als Erfolgsmodell.

Doch in den Haushaltsverhandlungen

ist ein

ernsthafter Konflikt um die

orangen Putztrupps erwachsen.

Der Grund: Stellte der Senat

das Pilotprojekt zunächst

als Entlastungsmaßnahme für

die klammen Bezirke dar, so

sollen sie jetzt an den Kosten

von jährlich rund 9Millionen

Euro beteiligt werden –mit einer

Million im nächsten Jahr

und zweien im Jahr darauf, wie

Finanzstaatssekretär Fréderic

Verrycken (SPD) in einem Brief

mitteilte.Eine faireSache?

Überhaupt nicht, finden die

zuständigen Stadträte, mit denen

die Berliner Zeitung gesprochen

hat.

„Wenn es

dazu

kommt,

dann

kündigen

wir

die Verträge

mit

der BSR“, sagte

Wilfried Nünthel (CDU), Umweltstadtrat

in Lichtenberg.

„Der Senat begeht Wortbruch“,

ärgerte sich auch Clara Herrmann

von den Grünen in

Friedrichshain-Kreuzberg. „Es

gab das Versprechen, dass die

Bezirke bei dieser Aufgabe

durch das Land entlastet werden

sollen.“

Das sei auch nötig. 2,1 Millionen

Euro bekam ihr Bezirk

2018 für die Verwaltung seiner

Parks, darunter große Anlagen

wie der Volkspark Friedrichshain

oder der Viktoriapark.

Dieses Geld deckte aber lediglich

die Fixkosten, alleine 1,1

Millionen Euro musste der Bezirk

für die Reinigung der Bürgersteige

vorden Parkszahlen.

Um die Grünflächen sauber zu

halten, gab Friedrichshain-

Kreuzberg nur 425 000 Euro

aus –die eigentlich für andere

Aufgaben vorgesehen waren.

Die BSR veranschlagt allein

für die Reinigung des Görlitzer

Parks die anderthalbfache

Summe. Das geht aus einer internen

Aufstellung der Umweltverwaltung

hervor, die der

Berliner Zeitung vorliegt. Der

Landesbetrieb arbeitet demnach

nicht günstiger als zuvor

die Bezirke –imGegenteil. Im

Schnitt vonsechs Parks, für die

Vergleichszahlen vorliegen, ergab

sich eineVerdoppelung der

Kosten. Im Görli stiegen sie sogar

auf den vierfachen Betrag.

Als Grund dafür nannte ein

Sprecher der Umweltverwaltung

die höhere Qualität,

sprich: häufigere Kontrollgänge.

Außerdem bezahle die

BSR ihre Mitarbeiter besser als

die Subunternehmer, die im

Dienst der Bezirke arbeiten.

Stadträtin Herrmann sagte

dazu: „Wenn wir viermal so viel

Geld hätten für diese Aufgabe,

könnten wir auch einen völlig

anderen Standardbieten.“

Doch es geht nicht allein

ums Geld, sondern wie so oft

ums Prinzip. Inden Bezirken

befürchtet man, dass die Beteiligung

an den Kosten nur der

Anfang ist –und sie mit dem

nächsten Haushalt die komplette

Summe tragen müssen.

Wer mit größter Wahrscheinlichkeit

der Leidtragende ist,

wenn Senat und Bezirke ihren

Konflikt nicht klären, ist klar:

Berlins ohnehin schütteres

Stadtgrün.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Mit Waffe auf Autofahrer gezielt.

In der Oberfeldstraße in Biesdorfhat

am Freitagnachmittag ein Mann mit

einer Waffe einen Autofahrer bedroht.

Er stand auf dem Balkon seiner

Wohnung und zielte mit einer

Langwaffe auf den Autofahrer.Ein

Spezialeinsatzkommando überwältigte

den verwirrtwirkenden Mann.

Kontrolleur rassistisch beleidigt.

Eine 41-Jährige hat am Donnerstagnachmittag

auf dem Bahnhof Amrumer

Straße in Wedding einen Fahrkartenkontrolleur

angegriffen. Der

Mann hatte sie in einer U-Bahn der

Linie 9aufgefordert, ihren Fahrschein

zu zeigen. Dastat sie nicht

und stieg am Bahnhof Amrumer

Straße aus.Der Kontrolleur folgte ihr.

Als er die Frau festhalten wollte,beschimpfte

sie ihn rassistisch und biss

ihm in einen Finger.

Betrügerin in Tegel gefasst.

Aufdem Flughafen Tegel ist am

Donnerstag eine 45-Jährige festgenommen.

Entgegen ihrer Aussage

dem Sicherheitspersonal 8500

Euro bei sich zu haben, entdeckten

die Beamten des Zolls insgesamt

29 000 Euro.Das Geld befand sich

in den Socken der Frau, in deren

Handtasche und ihrem Koffer.Die

Tochter der Frau sagte später,dass

das Geld aus Trickbetrügereien

stammt. DieMutter soll sich als falsche

Polizistin ausgegeben haben.

In der Wohnung der Frau wurden

weiteres Geld und Schmuck sichergestellt.

Mutter und Tochter wurden

festgenommen.

Verletzten Beifahrer zurückgelassen.

Ein23Jahrealter Fahrer eines Renault

Twingo ist am Nahmitzer

Damm in Marienfelde gegen einen

Ampelmast geprallt. DerFahrer,der

keinen Führerschein besitzt, flüchtete

zunächst zu Fußund ließ seinen

22 Jahrealten Beifahrer im Auto zurück.

Er wurde mit Verletzungen an

Kopf, Hals und Rumpf in eine Klinik

gebracht. Noch während der Unfallaufnahme

kehrte der angetrunkene

Fahrer zurück und gab zu, gefahren

zu sein. (ls.)

Mädchen darf nicht mitsingen

Berliner Gericht entscheidet über den Fall einer Neunjährigen, die unbedingt in einen Knabenchor will

VonJens Blankennagel

Als der Wachmann mit der

schusssicheren Weste am

Freitag sieht, wie groß der

Andrang vor der Tür des

Gerichtsgebäudes in Moabit ist, fragt

er überrascht: „Ist das wirklich so ein

interessanter Fall?“ Und alle in der

langen Schlange vor der Kontrolle

nicken. An diesem Tag sollen die

zwei Richter und drei Richterinnen

der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts

über eine grundsätzliche

Frage entscheiden: Darf ein Mädchen

in einem Knabenchor singen?

Das jedenfalls wollen ein neunjähriges

Mädchen und ihre Anwältin.

Die sagt zu Beginn: „Ich bin die

Mutter der Klägerin. Siehat mich gebeten

für sie und viele andere Mädchen

dieses Verfahren zu führen.“

Obwohl das Gericht an diesem

Tagimmer wieder auch einen Vergleich

beider Seiten ins Spiel bringt,

einigen sie sich nicht –und am Ende

steht eine klare Entscheidung: Der

Knabenchor muss das Mädchen

nicht aufnehmen. Grund: DieAblehnung

des Mädchens erfolgte aus

künstlerischen Gründen und nicht,

weil das Mädchen kein Junge ist.

DerVorsitzende Richter Jens Tegtmeier

sagt: „Über die Aufnahme in

den Chor entscheidet grundsätzlich

der Chorleiter. Als Gericht können

wir nur prüfen, ob die Entscheidung

juristisch korrekt erfolgt ist.“ Das ist

offenbar der Fall. Aber wegen der

Brisanz erlaubt das Gericht dem

Mädchen und ihrer Mutter, gegen

das Urteil in Revision zu gehen.

Das Kind singt seit vier Jahren

mehrmals pro Woche in Chören, ist

im Musikgymnasium und will in den

Staats- und Domchor. Der wurde

1465 gegründet und ist Berlins älteste

musikalische Einrichtung. Der

Ursprungsname war Singeknaben –

bis heute singen dortnur Knaben.

DieChorleitung hat das Mädchen

auch vorsingen lassen, lehnte es aber

ab,weil es nicht gut genug ist. Im Gericht

sagt Chorleiter Kai-Uwe Jirka

Die Mutter der Neunjährigen ist gleichzeitig ihre Anwältin.

dazu:„DasVolumen der Stimme und

die Klangkraft entspricht nicht den

Leistungen, die gleichaltrige Jungs

haben.“ Er habe beim Test ein fröhliches

Mädchen erlebt, das sehr gut

singen könne, trotzdem habe ihr

Können weder für den Knabennoch

für den Mädchenchor gereicht.

Wäre statt des Mädchens ein Junge

mit dem gleichen musikalischen Niveau

zum Test gekommen, hätte es

ebenfalls eine Ablehnung gegeben.

Die Ablehnung wollte das Mädchen

damals nicht akzeptieren. Ihre

Anwältin spricht im Gericht davon,

dass laut Grundgesetz Jungs und

DPA/PAUL ZINKEN

„Die Begründung des Chores für die

Ablehnung ist völlig unglaubwürdig.

Diese Ablehnung ist doch nur vorgeschoben,

denn das Mädchen wurde wegen ihres

Geschlechtes abgelehnt.“

Die Mutter des neunjährigen Mädchens, die auch deren Anwältin ist

Mädchen das gleiche Recht auf Teilhabe

an staatlicher Förderung haben

und dass das Mädchen auf unzulässige

Weise diskriminiert wurde.

„Die Begründung für die Ablehnung

ist völlig unglaubwürdig“, sagt sie.

„Die Ablehnung ist nur vorgeschoben.

DasMädchen wurde wegen seines

Geschlechtes abgelehnt.“

Bei einem solchen Fall geht um

viel mehr als um einen Chor. Geschlechterthemen

gehören heute zu

den heftig debattierten gesellschaftlichen

Fragen –inZeiten, in denen

noch immer über fehlende Gleichberechtigung

der Frauen und ihre

schlechtere Bezahlung diskutiert

wird, wie über MeToooder über das

Für und Wider von geschlechtergerechter

Sprache oder über 60 verschiedene

Geschlechtsidentitäten.

Für diesen konkreten Fall stellt

der Richter klar, dass zwei wesentliche

Eckpunkte des Grundgesetzes

miteinander kollidieren. Auf der einen

Seite ist das Mädchen, das sich

auf den Gleichbehandlungsgrundsatz

beruft. Auf der anderen Seite ist

der Chorleiter,dem das Grundgesetz

seine künstlerische Freiheit garantiert.

Er kann völlig unabhängig entscheiden,

werdortsingen darf.

Chorleiter Jirka sagt dazu: „Wir

sind keine Schule, sondern eine

Kunsteinrichtung.“ Er meint, dass

nicht jedes Kind dort singen könne,

sondern dass allein nach dem Niveau

der Stimme ausgewählt werde.

Natürlich stellt der Richter auch

die Frage,warum das Mädchen ausgerechnet

in diesen Chor wolle und

nicht einfach in einen Mädchenchor

gehe. „Sie will in diesen Knabenchor“,

sagt die Anwältin und Mutter.

„Es ist unsereerste Wahl.“ Denn dieser

berühmte Domchor sei nun mal

die Einrichtung mit der allerbesten

Ausbildung in ganz Berlin.

An diesemTagwirddann auch die

grundsätzliche Frage geklärt, ob

Mädchen durch eine entsprechende

Ausbildung tatsächlich so klingen

könnten wie Jungs. „Ja“, sagt Jirka.

„Aber nur mit Gewalt, die an Körperverletzung

grenzt.“ Chöre von Jungs

und Mädchen würden nun mal unterschiedlich

klingen. Jirka spricht

von unterschiedlichen Klangräumen.

Das liege an anatomischen

Gründen und auch am Testosteron –

und man wolle ja wohl nicht Mädchen

dieses Hormon spritzen, damit

sie wie Jungs klingen. „Warum soll

ein Mädchen überhaupt dazu ausgebildet

werden, dass es wie ein Junge

klingt.“ So etwas lehne er aus pädagogischen

und künstlerischen

Gründen ab. „Jedes Kind hat das

Recht, seine natürliche Stimme auszubilden.“

NACHRICHTEN

Verkehrskonzept für

die Museumsinsel

DieSenatsverwaltung fürVerkehr will

dasVerkehrschaos auf der Museumsinsel

beseitigen. Manarbeite an einem

Konzept, sagte Pressesprecher

JanThomsen. Im Herbst soll es vorliegen.

DieBerliner Morgenpost hatte

berichtet, dass die Museumsinsel

künftig für Touristenbusse gesperrt

werden soll. Siesollen vonAugust

2020 an in der Rathausstraße zwischen

Spandauer Straße und Poststraße

nur noch halten dürfen, um

Gäste aussteigen zu lassen. DieBodestraße

soll vollständig für den Straßenverkehr,die

Straße am Lustgarten

zu Teilen gesperrtwerden. (dpa)

Neue Kongresshalle auf dem

Messegelände eröffnet

Aufdem Messegelände am Funkturm

ist am Freitag die neue Kongresshalle

„hub27“ eröffnet worden. DasGebäude

bietet den Angaben zufolge

15 000 QuadratmeterVeranstaltungsfläche.Knappe

10 000 Quadratmeter

davon bestehen aus einer säulenfreien

Halle mit mobilen Trennwänden.

Messe-Chef Christian Göke

sagte im RBB,der Bauwerde dringend

gebraucht. Er solle als Ausweichfläche

dienen, während mehrere

Hallen saniertwerden. (dpa)

Stadionbau: Hertha wirft

Senat fehlenden Willen vor

Im Ringen um einen Stadion-Neubau

hat Hertha-PräsidentWerner Gegenbauer

dem Berliner Senat fehlenden

Willen vorgeworfen.„Wenn es einen

politischenWillen gäbe,wäreeine Lösung

im Olympiapark, der unter

mehreren Aspekten ideale Standort,

sicherlich zügig machbar“, schrieb

der Hertha-Chef in einer E-Mail an

dieVereinsmitglieder.Hertha will bis

2025 ohne öffentliche Mittel eine

reine Fußball-Arena neben dem

Olympiastadion bauen lassen. Berlin

ist Eigentümer des Geländes. (dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 13

· ·

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Berlin

Einschüsse aus einer MPi auf ein Lokal in Gesundbrunnen: Es ging um ein geplatztes Kokain-Geschäft zwischen Tschetschenen und Albanern.

ERIC RICHARD

Im Verborgenen

Neue Zahlen aus der Senatsinnenverwaltung geben einen Einblick in die dunkle Welt der Organisierten Kriminalität. Die Mafia taucht in der Statistik nicht auf

VonAndreas Kopietz

Internationale Banden arbeiten

arbeitsteilig. Siewenden Gewalt

an, waschen in aller Stille erbeutetes

Geld mit legalen Geschäften

und versuchen, Politiker

und Verwaltung zu bestechen. Oft arbeiten

sie im Verborgenen. Die Anonymität

der Großstadt und die gute

Verkehrsanbindung macht Berlin für

die sogenannte Organisierte Kriminalität

(OK) attraktiv.

59 OK-Verfahren haben Berliner

Polizei, BKA, Bundespolizei und Zoll

im vergangenen Jahr gegen verschiedene

Banden geführt. 17 betreffen die

Eigentumskriminalität. Dazu zählen

zum Beispiel Autodiebstahl und mitunter

Wohnungseinbruchs-Serien.

16 Verfahren betreffen den Rauschgifthandel

und -Schmuggel.

SchwereGewaltdelikte

DieOK-Fahnder hatten im vergangenen

Jahr insgesamt 462 Tatverdächtige

ermittelt. 289 von ihnen hatten

keinen deutschen Pass.Die fünf häufigsten

Nationalitäten der Tatverdächtigen

sind Bulgarien (45), gefolgt

von der Türkei (42), der Russischen

Föderation (29), Polen (29) und der

Ukraine (21). Diese Zahlen gehen aus

einer Antwort der Senatsinnenverwaltung

auf eine Anfrage des FDP-

Abgeordneten Marcel Luthe hervor.

Demnach sind die Banden in unterschiedlichen

„Geschäftsfeldern“

aktiv. Gruppierungen aus Armenien,

Aserbaidschan, Weißrussland, dem

Kosovo, Litauen, Polen und Serbien

zum Beispiel begehen Eigentumsdelikte.

Der Schmuggel von und der

Handel mit Rauschgift sind dagegen

Sache von Banden mit Mitgliedern

aus Deutschland, dem Libanon, Mazedonien,

Serbien und der Türkei

und der Russischen Förderation. Bei

Letzteren handelt es sich nach Angaben

von Ermittlern vor allem um

Menschen aus der russischen autonomen

Republik Tschetschenien.

Diese fallen immer wieder durch

schwere Gewaltdelikte auf. Etwa bei

einer Schießerei im August vergangenen

Jahres im Märkischen Viertel

oder im Mai2017, als nach einem geplatzten

Kokaingeschäft ein von Albanern

geführtes Lokal in Gesundbrunnen

von 16Schüssen aus einer

Maschinenpistole getroffen wurde.

Unter „Kriminalität im Zusammenhang

mit dem Nachtleben“ –

etwa Menschenhandel, Prostitution

und Zuhälterei –fallen nach Angaben

der Innenverwaltung derzeit Gruppierungen

aus Bulgarien, Deutschland,

Nigeria und Rumänien auf. In

Organisierte Kriminalität

Anzahl der Verfahren in Berlin

68

49

62

57 53

61

68

59

2011 '12 '13 '14 '15 '16 '17 '18 2011 '12 '13 '14 '15 '16 '17 '18

18 Gruppierungen sind laut Aufzählung

vor allem deutsche Kriminelle

aktiv.Dabei handelt es sich nach Angaben

von Ermittlern neben einigen

Autoschiebernoder Drogenhändlern

auch oft um Mitglieder arabischer

Clans, von denen viele die deutsche

Staatsbürgerschaft haben.

Wobei die Polizei zwischen Clanund

Organisierter Kriminalität unterscheidet.

OK ist nach bundesweiter

Definition unter anderem bestimmt

von Arbeitsteilung, planmäßiger Begehung

und gewerblichen Strukturen

sowie von Anwendung von Gewalt

oder „anderer zur Einschüchterung

Tatverdächtige

der Berliner OK-Verfahren

Nichtdeutsche Tatverdächtige

698

642 649

557

534

466

492

462

513

437

389

331 355 374 393

289

BLZ/HECHER; QUELLE: SEN BERLIN

geeigneter Mittel“ oder von„Einflussnahme

auf Politik, Medien, Verwaltung,

Justiz oderWirtschaft“.

Mehr Einflussnahme

Letzteres Kriterium sieht die Innenverwaltung

für 2018 bereits in elf Verfahren

erfüllt. Im Jahr 2017 gab es nur

in fünf Ermittlungsverfahren denVerdacht,

dass Verdächtige versuchten,

Politik, Medien, Verwaltung Justiz

oder Wirtschaft zu beeinflussen. Daraus

schließt der Abgeordnete Luthe

eine „deutliche Zunahme bei der Unterwanderung

der Berliner Politik

und Verwaltung durch die Organisierte

Kriminalität“. Das Gift der OK

sickere schleichend in die Gesellschaft

ein, meint er.

Interessanterweise gibt es seit Jahren

kein Verfahren gegen Gruppierungen

der fernöstlichen organisierten

Kriminalität. Auch gegen die italienische

Mafia wurde laut Innenverwaltung

kein Verfahren geführt. „In

derMasse,inder beiuns dieInformationen

ankommen, deutet aber sehr

viel darauf hin, dass es die italienische

Organisierte Kriminalität in Berlin

gibt. Esist davon auszugehen, dass

Berlin hier eine bedeutende Rolle

spielt“, sagt SandroMattioli vomVerein

Mafia Nein danke.„DieLeute,die

uns die Informationen geben, haben

meistens einen qualifizierten Zugang.“

Mattioli zufolge ist die Mafia

vor allem in der Geldwäsche aktiv,

etwa in der Immobilienbranche.

Beim Berliner Landeskriminalamt sei

nur niemand mehr explizit für das

Thema Italienische Organisierte Kriminalität

zuständig, sagt er.„Dassind

Kriminalitätsformen, die finden Sie

nur,wenn man danach sucht.“

Asiatische Organisierte Kriminalität

beschäftigte die Polizei Anfang der

90er-Jahre stark, als sich vietnamesische

Zigarettenhändler zum Teil mit

Schwertern tödliche Revierkämpfe

lieferten. Seitdem wurde es ruhig, die

Kriminellen machen weiter, ohne

Blutvergießen und abgeschottet.

Im Gegensatz zu Araberclans oder

Tschetschenen, die sich auch heute

auf offener Straße Revierkämpfe und

Racheakte liefern und so die Aufmerksamkeit

der Polizei auf sich lenken,

agieren die meisten OK-Banden

im Stillen. „Sie investieren in der Baubranche

und Wirtschaft und versuchen

auf die Verwaltung Einfluss zu

nehmen“, sagt Michael Böhl vom

Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Die Milieus seien sehr verschlossen.

„Wir brauchen Kapazitäten, um gezielt

zu suchen“, sagt er. Nötig seien

mehr Personal und eine Strategie.

„Berlin kann das nicht allein, die OK

ist deutschland- und weltweit vernetzt.“

Man brauche Schnittstellen

mit anderen Bundesländernund eine

Staatsanwaltschaft, die Auffälligkeiten

erkenne.

Tatsächlich haben Berlins Behörden

bislang nur bedingt einen Überblick

über die Organisierte Kriminalität.

EinOK-Lagebild will Berlin erst ab

diesem Jahr regelmäßig erstellen.

Andreas Kopietz

interessiertsich für die

Herrscher der Unterwelt.

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Geschäftsnummer: 60 VI 235/18

Datum: 05.08.2019

In dem Nachlassverfahren des am 26.01.1944 in

Raddack Kr. Cammin geborenen und am

20.07.2017 verstorbenen, mit letztem gewöhnlichen

Aufenthalt in Detmolder Straße 8, 10715 Berlin

Willy Waldemar Brandenburg kämen als Erben in

Betracht: Der erbberechtigte Sohn des Erblassers,

Heiko Jörg Carsten Thun, geboren am 24.01.1973

konnte bislang nicht am Verfahren beteiligt werden.

Er wird hiermit aufgefordert, sein Erbrecht geltend

zu machen oder ggf. auszuschlagen. Meldet binnen

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Berlin

Gute Chancen für die Zweitkarriere

Der Entschluss von Franziska Giffey,bei Aberkennungihres Doktortitels vom Ministeramt zurückzutreten, hat Berliner Politiker hellhörig gemacht

VonChristine Dankbar

Im Plenum des Berliner Abgeordnetenhauses

hat die Rücktritts-Ankündigung

von Bundesfamilienministerin

Franziska

Giffey (SPD) am Donnerstag

für einige Aufregung gesorgt –und

das bei allen Fraktionen. Daslag aber

vor allem daran, dass viele dachten,

sie habe ihr Amt bereits aufgegeben.

Giffey hatte zuvor erklärt, dass sie

wegen des Verfahrens um ihre Doktorarbeit

nicht für den Vorsitz der

Bundes-SPD kandidieren wolle.

Sollte ihr der Titel tatsächlich aberkannt

werden, werde sie aber auch

als Bundesministerin zurücktreten.

Wenige Informationen vonder FU

Giffey steht im Verdacht, bei ihrer

Doktorarbeit viele Passagen von anderen

Autoren abgeschrieben zu haben,

ohne dies ausreichend kenntlich

gemacht zu machen. Die Freie

Universität (FU) hat deshalb eine

Kommission eingesetzt, die darüber

befinden soll, ob sie ihren Doktortitel

verliert. Ob und vor allem wann

das der Fall sein wird, steht aber

noch in den Sternen.

Die Freie Universität gibt nur

spärliche Informationen über das

Verfahren. Bekannt ist nur, dass die

Arbeit seit Februar geprüft wird, aber

nicht von wem. Die Frankfurter Allgemeine

Zeitung hat daher am Donnerstag

herbe Kritik an dem Verfahren

geübt. Es geht dabei vor allem

um die Politikprofessorin Tanja Börzel,

die die Arbeit vonGiffey als Doktormutter

betreute.

Giffey hat die Doktorarbeit bei ihr

im Jahr 2009 eingereicht, den Titel

führtsie seit 2010. Laut Internetseite

VroniPlag wurden bisher auf „76 von

205 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert“.

Dies entspreche einem

Anteil von 37,1 Prozent aller Seiten,

heißt es auf der Seite der Aktivisten.

Als die Vorwürfe im Februar bekannt

wurden, war davon die Rede, dass

„wörtliche und sinngemäße Übernahmen

nicht kenntlich gemacht

worden sein sollen“. In anderen Fällen

habe die Verfasserin zudem Aussagen

ganz oder teilweise mit Quellen

belegt, „die dem Anschein nach

willkürlich gewählt“ seien oder mit

denen sich die dazugehörige Textstelle

nicht ausreichend belegen

lasse.

Tanja Börzel ist die Vorsitzende

des Promotionsausschusses des

Otto-Suhr-Institutes (OSI) für Politikwissenschaft

an der FU. Mögliche

Unregelmäßigkeiten dürften

auch ihre Amtsführung infrage stellen.

Das OSI hat offenbar auch bei

der Überprüfung des Titels die Federführung.

Mit Bestimmtheit sagen

kann man das nicht, denn die

FU gibt wenig Auskunft darüber,

wie das Gremium zusammengesetzt

ist. Es sei mit „fünf Personen

aus den Bereichen Hochschullehrende

und promovierte akademische

Mitarbeitende“ besetzt, hieß

Franziska Giffeybleibt vorläufig Bundesministerin.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

es am Freitag auf Nachfrage der Berliner

Zeitung. Es handele sich dabei

aber nicht um den Promotionsausschuss

des OSI. Tanja Börzelund ihr

Ehemann Thomas Risse, der ebenfalls

am OSI lehrt, gehörten dem

Überprüfungs-Gremium nicht an,

teilte die FU weiter mit. Mehr will

die Hochschule dazu nicht sagen.

Die Prüfung werde„voraussichtlich

noch einige Zeit in Anspruch nehmen“.

Dass Giffey sehr viel schneller für

sich eine Entscheidung getroffen

hat, rechnen ihr viele Parteifreunde

hoch an. Die SPD-Abgeordnete aus

Steglitz-Zehlendorf, Ina Czyborra,

findet es „wahnsinnig bedauerlich“,

dass der Politik und vor allem der

SPD mit der 41-Jährigen womöglich

bald ein großes Talent verloren geht.

Czyborra ist Bildungs- und Forschungsexpertin

ihrer Fraktion und

meint, dass Giffey mit diesem Schritt

womöglich auch ein wenig Druck

vonder FU genommen hat. Diese sei

im Dilemma. „Entweder erklären sie

die Arbeit für in Ordnung und setzen

sich demVorwurfeines Gefälligkeitsgutachtens

aus oder sie schaden

dem Ruf einer Spitzenpolitikerin“,

meinte die SPD-Abgeordnete. Nun

träfe ein solches Verdikt wenigstens

nicht eine amtierende Parteivorsitzende.

„Sie erspartsich mit ihrem Schritt

viele Diskussionen“, meinte ein anderer

SPD-Politiker zu Giffeys Entscheidung.

„Das könnte eine mögliche

Zweitkarriereschon leichter machen.“

Berlin wäre nicht Berlin,

wenn nicht bereits jetzt kräftig über

diese mögliche Zweitkarriere diskutiert

würde. Einig sind sich alle, dass

auch eine Aberkennung des Titels

kein Ende der politischen Laufbahn

für Giffey bedeuten muss.„Sie hat ja

keinen Fehler im Amt gemacht“,

hieß es am Freitag aus dem Abgeordnetenhaus.

Vielleicht nach Brandenburg?

Eine schnelle Anschlussverwendung

schließen viele Beobachter indes

aus. „Eine gewisse Karenzzeit wird

sie einhalten müssen“, heißt es auch

in der Berliner SPD. Die könnte Giffey

aber spätestens zur nächsten Abgeordnetenhauswahl

aufmischen,

die voraussichtlich im Herbst 2021

stattfindet.

Gut möglich, dass die in Frankfurt

(Oder) geborene Giffey aber

auch im Nachbarland Brandenburg

weiterarbeitet. Der SPD-Ministerpräsident

Dietmar Woidke

hat sie bereits heftig umworben

und als „wichtige Stimme aus dem

Osten“ bezeichnet. Aber erst einmal

muss er seine eigene Wiederwahl

sichern. In der SPD hat es

zurzeit eben niemand leicht.

Christine Dankbar

hat auch einmal kurz überlegt,

zu promovieren.

Füruns immo nur

mitSüdbalkon.

Rebecca ist seit sechs

Monaten verschwunden

Schwager der Schülerin gilt weiterhin als tatverdächtig

VonLutz Schnedelbach

Seit einem halben Jahr ist die 15-

jährige Rebecca aus Britz spurlos

verschwunden. DiePolizei geht weiter

von einem Tötungsdelikt

aus. Die Ermittler der

Mordkommission sind

sich sicher, dass das Mädchen

das Haus ihrer

Schwester am 18. Februar

nicht lebend verlassen hat.

Die Leiche des Mädchens

wurde bislang nicht gefunden.

Als tatverdächtig gilt

immer noch ihr Schwager

Florian R. Er ist auf freiem

Fuß. Ein Richter ließ ihn gehen, weil

es an Beweisen mangelte. Der Fall

sorgt weiter für bundesweite Schlagzeilen.

Wurde sie erwürgt oder starb sie

möglicherweise bei einem Stolperunfall?

Diesen beiden Fragen widmen

sich die Ermittler gegenwärtig intensiv.Eine

Antwortdarauf zu finden sei

Die vermisste

Rebecca aus Britz.

POLIZEI

aber sehr schwer,ohne die Leiche zu

haben, sagen sie. Beide Varianten

könnten zutreffen. Für die Varianten

spricht, dass keine Blutspuren am

letzten Aufenthaltsort des Mädchens

entdeckt worden sind. Für

einen Unfall spricht auch

der Zusammenhalt innerhalb

der Familie Rebeccas,

sagen Fahnder. Die Eltern

des Mädchens und deren

Schwester stehen weiterhin

voll und ganz hinter

Florian R. Möglicherweise

wäre das anders, wenn er

seine Schwägerin umgebracht

hätte. Kurz und gut,

die Ermittler kommen in ihrer Arbeit

nicht weiter.

Trotz der 2300 eingegangenen

Hinweise haben sie keine heiße

Spur.„Leider gibt es noch keinen Ermittlungsdurchbruch“,

sagte auch

Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

DieAktesei noch nicht

geschlossen.

Selbstfahrer in Tegel

Berliner können autonomen Bus testen

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berliner-zeitung.immowelt.de

Die Berliner können erstmals einen

selbstfahrenden Kleinbus

im normalen Straßenverkehr testen.

Der Elektrobus mit sechs Plätzen

fährt seit Freitag im Ortsteil Tegel

und verbindet die Endhaltestelle der

U6mit der Uferpromenade des Tegeler

Sees. Fahrgäste der Linie „See-

Meile“ brauchen keinen Fahrschein.

Bis Jahresende soll erprobt werden,

wie sich das Fahrzeug verhält

und wie das autonome Fahren bei

den Fahrgästen ankommt, sagte die

Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG), Sigrid Nikutta. Der Bus fährt

höchstens 15 Kilometer pro Stunde.

Eine Begleitperson ist an Bord, um

die Fahrt zu überwachen und bei

Problemen einzugreifen. Denn noch

sind Fahrzeuge nicht erlaubt, die

gänzlich ohne Fahrer auskommen.

Die Fahrstrecke ist gut 600 Meter

lang. „Es ist kein Katzensprung, sondernein

großer Schritt für den den öffentlichen

Personennahverkehr“,

sagteWirtschaftsstaatssekretär Christian

Rickerts. Erste Versuche wurden

schon auf dem Euref-Campus und

auf Charité-Geländen gestartet.

Der Bus in Tegel fährt werktags

von 7.30 Uhr bis 11.00 Uhr sowie

von15.00 Uhrbis 18.00 Uhr. An Wochenenden

ist er von 10.30 Uhr bis

17.30 Uhr unterwegs. Damit Fahrgäste

im Rollstuhl mitgenommen

werden dürfen, muss noch ein zusätzlicher

Sicherheitsgurt eingebaut

werden. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 15 *

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Brandenburg

Testgelände

für Drohnen

in der Mark

Sicherheitsrelevante

Szenarien geplant

In Baruth/Mark (Teltow-Fläming)

dürfen Drohnen auf einem Testgelände

höher als 100 Meter fliegen.

Aufdem Gelände Technische Sicherheit

im Ortsteil Horstwalde sollen so

in den kommenden Jahren sicherheitsrelevante

Szenarien geprobt

werden. Nach Betreiberangaben ist

es eines von sieben Drohnentestgeländen

in Deutschland.

Die Bundesanstalt für Materialforschung

und -prüfung (BAM) und

dieWirtschaftsförderung Land Brandenburg(WFBB)

unterschrieben am

Donnerstag eine entsprechendeVereinbarung,

teilte die WFBB am Freitag

mit. Demnach soll auf dem Testgelände

in einem Pilotprojekt zunächst

eineWetterdrohne aufsteigen

und in bis zu einem Kilometer Höhe

regelmäßig meteorologische Daten

sammeln.

Die Drohnen dürfen auf dem Gelände

bald höher als 100 Meter fliegen.

DPA

Drohnen dürfen in Deutschland

nur bis zu einer Höhe von 100 Metern

aufsteigen und müssen im

Sichtbereich des Piloten liegen, um

den Luftverkehr nicht zu gefährden.

Über dem für Privatpersonen nicht

zugängigen Testgelände in Horstwalde

befindet sich jedoch eine

Flugbeschränkungszone. Deshalb

können für dort Ausnahmegenehmigungen

erteilt werden. Weitere

mögliche Übungsszenarien sind laut

Angaben von BAM und WFBB der

Gasaustritt an einer defekten Pipeline,

der Brand eines Gefahrguttransporters

oder die Überwachung

von Kraftwerken, Mülldeponien

oder Brücken aus der Luft. Aber auch

bei Hochwasser oder unübersichtlichen

Bränden könnten die Drohnen

künftig relevant werden.

DieBAM betreibt das Testgelände

50 Kilometer südlich von Berlin seit

Anfang der 90er-Jahre. Unter anderem

werden dortVersuche zur Lagerung

und zum Transport von Gasen

durchgeführt, aber auch zur Zulassung

von Sprengstoffen sowie Falltests

an Behältern, die bei der kerntechnischen

Entsorgung zum Einsatz

kommen. (dpa)

Stets ohne Rohrstock

Historische Schulstunden im Gut Reckahn machen die Anfänge der allgemeinen Schulbildung lebendig

VonTorsten Müller,Reckahn

Ritze, ratze, ritze, ratze, fertig

ist die Miezekatze.“

Zeitlupenhaft malt Dorfschullehrer

Andreas Schlegel

einen Sütterlin-Schriftzug an die

Tafel und rezitiertlaut den Reim, der

seinen Schülernals Schreibhilfe dienen

soll. Diesitzen in seinem Rücken

und murmeln den Vers belustigt mit.

Die Damen und Herren, die dem

Schulalter schon längst entwachsen

sind, haben sich in viel zu enge Holzbänke

gequetscht, deren Tischplatten

gegen ihreKnie und Bäuche drücken.

Aber es stört sie nicht. Sie führen

geduldig alte Griffel über alte

Schiefertafeln. „Das Lesen und das

Schreiben muss man mit Eifer treiben“,

schreiben die Berliner Touristen,

die im Schulmuseum Reckahn

(Potsdam-Mittelmark) zu Gast sind.

Der schauspielernde Lehrer und

Museumsmitarbeiter Andreas

Schlegel geht mit ernster Miene

durch die Reihen, lobt hier, verbessert

dort und ist insgesamt sehr zufrieden

mit seinen Schäflein.

DerGeist der Aufklärung

Beihistorischen Unterrichtsstunden

in einem der ältesten Schulhäuser

Brandenburgs werden die Uhren

ganz bewusst um fast 250 Jahre zurückgestellt.

Sie führen in eine Zeit,

da auf dem Gut Reckahn des Landadel-Ehepaars

Friedrich Eberhard

und Christiane Louise von Rochow

„Ungeheuerliches“ vonstattenging.

Das gut betuchte Paar hatte 1773

erstmals auf dem platten Land des

Havelbruchs ein separates Schulhaus

mit eigener Unterrichtsstube

und Lehrerwohnung errichten lassen.

Bisdahin gingen die Landkinder

–wenn überhaupt –zum Bibeltext-

Lernen in die Pfarrstube oder zum

benachbarten Handwerksmeister.

Das Philanthropen-Ehepaar hielt

es aber ganz mit dem Geist der Aufklärung

und war überzeugt, dass

eine prosperierende Gutswirtschaft

nur mit einer vernünftig ausgebildeten

Bevölkerung zu haben ist. Deshalb

stellte es auch einen „richtigen“,

gut besoldeten Lehrer ein.

Gut 20 Jahre lang unterrichtete

der Kantor Heinrich Julius Bruns die

Kinder ungeachtet ihres Standes

erstmals im ländlichen Preußen vormittags

und nachmittags in zwei

Klassenstufen. Tagelöhnermädchen

und Handwerkerjungen, Bauernsöhne

und Pfarrerskinder lernten in

einer Anfänger- und einer Fortgeschrittenenklasse

Lesen, Schreiben,

Rechnen, Religion.

Das ist der eigentliche Lehrstoff,

den der 65-jährige Pensionär An-

Schiefertafel, Sütterlin und Tintenfass: So siehts im Klassenzimmer aus. VOLKMAR OTTO (3)

Lehrer Andreas Schlegel mit seinen in die Jahre gekommenen Schülern.

Federkiel, Tintenfass, Sanduhr:Die Ausstattung ist gut hundertJahre alt.

dreas Schlegel vermittelt. Als Teil eines

ganzen Reckahner Museumsund

Denkmalkomplexes erzählt es

ein bemerkenswertes Kapitel preußischer

Adels-, Land- und Schulgeschichte.Der

ehemalige Personalleiter

aus Brandenburg/Havel hat sich

auf seine Rententage wie einige weitere

„Museumslehrer“ selbst gern

noch mal auf die Schulbank gesetzt,

um sich in die Materie zu vertiefen.

Er liebt es, die Rolle des gestrengen,

doch gütigen Gelehrten zu übernehmen

und ihn auf diese Art dem Publikum

vonheute nahezubringen.

„Der Rücken ist gerade, die

Hände liegen über Kreuz auf dem

Tisch“, mahnt er zu korrekter Sitzhaltung.

Er kontrolliert die Reinlichkeit

vonFingernägeln und Ohren. Er

ist fordernd und hält es mehr mit

Lob als mit Tadel –ganz so, wie es

sein historisches Vorbild getan hat.

„Erwar ein Menschenfreund, ein ehrenwerter,

konsequenter Mann, der

zusammen mit der Gutsherrschaft

für damalige Verhältnisse Revolutionäres

geleistet hat“, sagt er seinen

Gästen am originalen Schauplatz,

der als Wiege der flächendeckenden

Alphabetisierung in der Mark gilt.

EinLied auf den Lippen

Die Ausstattung der Schulstube

stammt vor allem vom Anfang des

20. Jahrhunderts, aber wie schon zu

den Gründertagen sorgen die hohen

Fenster für helles Tageslicht, sind die

Wände mit belehrenden Schriftzügen

und Bildernausgestattet, stehen

Materialien wie Tintenfässchen und

Rechentafel zur Verfügung, sind in

den Bänken Federhalter eingelassen,

liegen Schiefertafel, Schwämmchen,

Läppchen und auch Auszüge

aus der „Kinderfreund“-Fibel bereit.

Es ist das Lesebuch, das der Gutsherr

Rochowpersönlich verfasst hat.

„Hier wurde nicht aus der Bibel gelesen,

hier gab es ein eigenes Bändchen

mit moralisierenden Alltagsgeschichten

aus der Welt der Landkinder“,

sagt der Museumslehrer.

Mit Hingabe vertiefen sich die

Schüler in die alte Schrift. „Nur keine

Angst“, sagt Andreas Schlegel,„einen

Rohrstock gibt’s bei mir nicht.“ In der

kinderfreundlichen Schule war die

Prügelstrafe selbstredend tabu. So

endet auch der lehrreiche Exkurs

nicht mit malträtierten Fingern, sondern

mit einem Lied auf den Lippen

–denn: „Lieder singen fällt unter die

Religion“, zitiertSchlegel seinen weisen

Vorgänger. Dann empfiehlt er

noch einen Abstecher in den benachbarten

Gutspark. Dort steht ein

Denkmal, das der Dienstherr seinem

Schulmeister errichten ließ. Es trägt

die Inschrift: „Erwar ein Lehrer!“

NACHRICHTEN

Landesrechnungshof macht

Platz für neue Fraktion

DerLandesrechnungshof zieht Ende

August aus dem Landtag aus und will

Anfang September seine Arbeit in

den Roten Kasernen in Potsdam aufnehmen.

Hintergrund ist, dass nach

der Landtagswahl im Parlamentsgebäude

Platz für eine weitereFraktion

benötigt werden könnte.„Wirwerden

bis zum Mittwoch vorder Wahl

mit 80 MitarbeiternunsereKisten

packen und umziehen“, sagte der

Präsident des Landesrechnungshofs,Christoph

Weiser.Inder zu

Ende gehenden Legislaturperiode

setzt sich das Parlament aus fünf

Fraktionen –SPD,CDU, Linke,

Grüne und AfD –sowie sechs fraktionslosen

Abgeordneten zusammen.

Beider Wahl am 1. September

könnte auch die FDP die Fünf-Prozent-Hürde

überspringen. (dpa)

RBB bleibt dabei: Freie

Wähler nicht in „Wahlarena“

DerRundfunk Berlin-Brandenburg

(RBB) hat seine Entscheidung bekräftigt,

die Freien Wähler nicht zur

geplanten „Wahlarena“ für die Brandenburger

Landtagswahl einladen.

ZumFernsehduell der Parteien am

Dienstag würden nur die Spitzenkandidaten

der Parteien eingeladen,

die die größten Chancen hätten, in

Fraktionsstärke in den Landtag einzuziehen,

teilte der RBB am Freitag

mit. Aufdieser Basis habe der Sender

gemäß der Entscheidung des Berliner

Verwaltungsgerichts neu über

die Teilnahme der FreienWähler entschieden:

„Diese erfüllen die Kriterien

nach den aktuellen Umfragen

nicht und werden daher nicht zur

,Wahlarena‘ eingeladen“, heißt es in

der Mitteilung. (dpa)

Cottbus erhält Zentrum für

strombasierte Brennstoffe

In Cottbus soll ein Kompetenzzentrumfür

die nachhaltige Erzeugung

und Nutzung vonstrombasierten

Brennstoffen entstehen. Dasteilte

Bundesumweltministerin Svenja

Schulze(SPD) am Freitag bei einem

Besuch in der Brandenburgischen-

Technischen Universität Cottbus-

Senftenbergmit, wo das Zentrum

seinen Standorthaben soll. Mitsogenannten

Power-to-X-Technologien

sind strombasierte Brenn-, Kraft und

Grundstoffe gemeint. Sieermöglichen

es,Stromüberschüsse,etwa bei

einem Überangebot erneuerbarer

Energien aus Sonne oder Wind, zu

speichernoder im Wärme- oder Verkehrsbereich

zu nutzen. (dpa)

Zwei Beine

müsst ihr sein

Die Berliner Werner Otto

und Hans-Jürgen Geschke

wurden vor 50 Jahren

als erste deutsche Sportler

Tandem-Weltmeister.

Was machen sie heute?

Fotos: Hennes Roth, JochenFrank (2)

AM

Morgen

lesen!

SONNTAG

Dervon hier


16 Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Einfühlsamer Artikel

über Demenz

Feuilleton: „Die Ermahnung “

von Harry Nutt

(16. August)

Dank an Harry Nutt für die liebevollen,

einfühlsamen Artikel zu den Begegnungen

mit seiner Mutter, die

mich immer sehr berühren. Ja, die

fortschreitende Demenz, so belastend

sie für die Angehörigen der Betroffenen

sein kann, ist doch oft auch

ein Segen für die Erkrankten, wenn

sie im Leben Schlimmes erlebt haben.

Und streben viele Menschen

danach, überwiegend im „Hier und

Jetzt“ zu leben, so tun das die von

Demenz Betroffenen automatisch.

Margit Rittau, per E-Mail

Jedes Urlauber-Dorf hat mehr

gepflegtes Grün als Berlin

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

Senat ist einäugig bei der Beurteilung radikaler Tendenzen

Berlin: „Wir wollen die Rigaer94 kaufen“,

von Andreas Kopietz und Annika Leister

(14. August)

Beim Senat gilt links vorrechts! Daszeigt sich einmal mehr durch den

Satz des Innensenators,die Rigaer 94 kaufen zu wollen; Linksradikale

werden belohnt, in dem man ihnen Ihre Bleibe kauft und diese durch

den Senat dann quasi verwalten lässt. Wäre die Rigaer ein Projekt

rechter radikaler Gruppen, dann wäre ein solcher Schritt undenkbar.

Die Räumung wäre wahrscheinlich schon lange vollzogen worden.

Dies zu recht! Beim Senat geht aber eben links vorrechts! Diese Einäugigkeit

der Beurteilung vonradikalen Tendenzen wirdLinksradikalen

weiter Auftrieb geben. Wie bei der laschen Freizügigkeit im Justizbereich

fügt sich ein Mosaiksteinchen zum anderen zur linkstoleranten

Stadt Berlin. Linksradikale aller Welt findet eure Heimat in dieser

Stadt!

Jörg Meyer,Berlin-Spandau, per E-Mail

Franziska Giffeysollte

weitermachen

Titel: „Giffeybietet Rücktritt an“ von

T. Cleven, D. Schübe und E. Schütze

(16. August)

Wieder einmal wird eine Politikerin

wegen ihrer Doktorarbeit an den

Pranger gestellt mit dramatischen

Konsequenzen: Frau Giffey hat als

Neuköllner Bezirksbürgermeisterin

und als Familienministerin ausgezeichnete

Arbeit geleistet. Der Doktortitel

hat außer in Unterschriften

in amtlichen Dokumenten dabei

keine Rolle gespielt. Die selbst ernannten

Plagiatsjäger vonVroniplag

sollten sich einem anderen Thema

zuwenden. Bei einer von der FU angenommenen

Doktorarbeit sollte

gelten „pacta sunt servanda“. Fau

Giffeys sollte der FU die kalte Schulter

zeigen und im Falle der Aberkennung

weiter ihreArbeit machen und

der FU damit zu erkennen geben,

dass sie auf den FU-Doktor-Titel

pfeift.

Dr.Fritz Schmidt, per Mail

Kaum zu überbietende

Dreistigkeit der AfD

Meinung: „Sie sind nicht das Volk“

von Jochen Arntz

(15. August)

Es ist in der Tateine kaum zu überbietende

Dreistigkeit, wenn AfD-

Funktionäre sich anmaßen, an der

friedlichen Revolution in der DDR

einen Anteil zu haben. Herr Höcke

beispielsweise war ein siebzehnjähriger

Schüler in Neuwied am Rhein,

als die Mauer fiel. Leider ist zu befürchten,

dass viele ihm die angemaßte

Attitüde des Freiheitskämpfers

abnehmen.

Prof. Wolf-Rüdiger Heilmann, Berlin

Boykottbewegung bestreitet

nicht Israels Existenzrecht

Berlin: „Das Grün leidet auch unter

den Grünen“ von Maritta Tkalec

(18. Juli)

Es hat mich sehr gefreut, dass Ihre

Zeitung sich einmal über den Zustand

der Grünanlagen äußert. Ich

bin Gartenbauingenieur und leitete

1992/93 die Bezirksgärtnerei in

Mitte. Wir kultivierten 140 verschiedene

Pflanzenarten und -sorten.

Diese wurden in Schalen und Kübeln

und auch auf Beeten mit Wechselpflanzung

ausgepflanzt. Da war Berlin

noch bunt. Inzwischen wurden

alle Blumen weggespart, die Schalen

und Kübel entfernt, Blumenbeete

mit Gehölzen bepflanzt, die Gärtnereien

geschlossen. Welch eine

Schande für die Weltstadt Berlin. Jedes

Dorf, das Touristen empfängt,

hat mehr gepflegtes Grün als Berlin.

Der Zustand der Grünflächen ist in

ganz Berlin mangelhaft. Eine normale

Pflege ist gar nicht möglich. Die

paar Gärtner sind Aschenputtel der

Stadt und räumen Dreck und Unrat

aus den Flächen. Richtige gärtnerische

Pflege ist nur minimal zu erkennen.

Alle Pflanzen verdursten, die

Bäume leiden unter der Hitze, die

Rasenflächen sind verbrannt, die

Gehölzehaben vor-zig Jahren einen

fachgerechten Pflegeschnitt erlebt.

Jürgen Torger,Berlin

Viele Verkehrsteilnehmer sind keine Engel

Tagesthema: „Mehr Rechte für

Radfahrer“ von Christian Burmeister

und Rasmus Buchsteiner

(16. August)

Positiv bei der beschriebenen Änderung

bzw. Anpassung der StVO finde

ich den Ansatz, Verkehrsteilnehmer,

die sich nicht an die Regeln halten

wollen, dafür im stärkeren Maße als

bisher zur Verantwortung zu ziehen.

Nurmit Apellen oder „aus der Portokasse“

zu zahlenden Bußgeldern

funktioniert kein Wandel der Einstellungen.

Es muss wehtun und vorWiederholung

abschrecken. Wasich allerdings

kritisch anmerken möchte,

ist die einseitige Fixierung der neuen

Regelungen auf Autofahrer. Es gibt

noch mehrVerkehrsteilnehmer im öffentlichen

Raum, die nicht allesamt

Engel sind. DieHälfte der Unfälle verschulden

Radfahrer selbst.

Bernd Heyde, per E-Mail

Ich kam vor ca. 30 Jahren als bereits

erfahrener Radfahrer aus der westdeutschen

Provinz nach Berlin und

habe seitdem zigtausend Kilometer

in Berlin hinter mir und möchte eine

Lanze für die professionellen Berliner

Verkehrsteilnehmer brechen –

Konflikte mit Bussen, Taxis und anderen

beruflich Verkehrenden waren

bisher die absolute Ausnahme. Gerade

Busfahrer zeichnen sich aus

meiner Perspektive als besonders

umsichtige Verkehrsteilnehmer aus.

Ichhoffe jedenfalls,dass ich auch zukünftig

meinem Gefühl der Sicherheit

im Straßenverkehr bei der Interaktion

mit Profis weiterhin trauen

kann!

Jelto Freseman-Buhr,

Berlin Schöneberg

Die Busspur wird auch vom Radverkehr

und den Taxis genutzt. Nun

noch E-Scooter und Pkw ab drei Personen.

Scheuer und einige Journalisten

haben offensichtlich keine Ahnung

von der Wirklichkeit, wenn sie

sich für die Maßnahmen aussprechen.

Rolf Dombrowsky, Dortmund

Die BVGträgt eine

hohe Verantwortung

Berlin: „Straße als Kampfplatz“ von

Philippe Debionne

(15. August)

Die BVG ist ein großartiges Unternehmen,

und ich hoffe der ÖPNV

wirdinden nächsten Jahren in Berlin

weiter an Bedeutung gewinnen.

Rücksicht auf schwächereVerkehrsteilnehmerInnen

muss dabei aber

eine Selbstverständlichkeit sein. Leider

scheint das im Moment nicht

ausreichend gewährleistet zu sein

und die mir aus den Medien bekannte

Reaktion der BVG finde ich

bisher völlig unzureichend. Bei

glaubwürdigen oder gar dokumentierten

Vorfällen –wie in dem Fall,

der in der Berliner Zeitung beschrieben

wurde –fände ich eine deutlichere

Stellungnahme angemessen.

Menschenleben zu gefährden ist

eine sehr ernste Angelegenheit. Die

BVGhat hier einige Verantwortung.

Timm Büchner

Radfahrer kennen oft

die Regeln nicht

Meinung: „Tödliche Umstände“

von Elmar Schütze

(14. August)

Die Der Autor beklagt zurecht die

Zahl der bei Verkehrsunfällen in Berlin

getöteten Radfahrer. Leider gibt

er dabei einen Hinweis, der zu eben

solchen tödlichen Unfällen führen

kann. Er behauptet, dass geradeaus

fahrende Radfahrer gegenüber

rechtsabbiegenden Fahrzeugen generell

Vorfahrt haben. Diese Regelung

sucht man in der Straßenverkehrsordnung

vergebens. Vorrang

haben Radfahrer nur, wenn sie Radwege

bzw Radspuren nutzen. Ansonsten

müssen sich beim Annäheren

aneine Kreuzung entsprechend

der beabsichtigten Fahrtrichtung genauso

einordnen wie andere Verkehrsteilnehmer

auch. Leider kennt

der überwiegende Teil der Radfahrer

die Regeln nicht oder ignoriertsie.

Stefan Pfüller,Berlin

Politik: „Israel will US-Abgeordnete

nicht einreisen lassen“ von dpa

(16. August)

Die Boykottbewegung BDS ist nicht

„anti-israelisch“ und schon gar nicht

antisemitisch, sondern pro-palästinensisch.

Dasist nicht dasselbe! Eine

friedliche und gerechte Koexistenz

von Israelis und Palästinensern ist

möglich, wenn man es nur will. BDS

bestreitet nicht das Existenzrecht Israels,

sondern proklamiert lediglich

ein gleiches Existenzrecht für die Palästinenser

in Freiheit, Würde und

Selbstbestimmung.

Joachim Mädlow,Berlin

Nicht immer reicher und

mächtiger –wie wäre das?

Stadtbild: „Einfach mal die Regeln

brechen“ von Barbara Weitzel

(16. August)

Der Artikel hat mich besonders berührt.

Bei der Lektüre fiel mir auch

der Schlager „Kinder an die Macht“

ein.Waswäredas für eineWelt, in der

die Großen und Reichen einfach mal

die Regeln brechen und nicht immer

reicher und mächtiger würden?

Danke an Frau Weitzel, ein wirklich

lesenswerter Artikel.

Dieter Büscher,per Mail

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute gibt es bei vielfach stark bewölktem Himmel lokal auch Regenfälle,

und es werden Höchstwerte von 23bis 26 Grad erzielt. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus Südwest. In der Nacht machen unzählige Wolken

den Sternen ihren Platz am Himmel streitig. Dabei reicht die Temperaturspanne

von 19 bis 16Grad.

Biowetter: Die Wetterlage ruft häufig

allgemeines Unwohlsein hervor.

Nach einem wenig erholsamen

Schlaf sind die Leistungs- und Reaktionsfähigkeit

gering. Aufgaben

fallen schwerer als gewohnt.

Pollenflug: Derzeit fliegen Pollen

von Beifuß in mäßiger bis hoher

Konzentration. Die Belastung durch

Gänsefuß- und Brennnesselpollen

ist schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 24Grad.

Wind: schwach aus Südwest.

Wittenberge

15°/23°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

17°/25° 15°/24°

Luckenwalde

16°/26°

Cottbus

14°/26°

Sonntag

Montag

Dienstag

bedeckt stark bewölkt bedeckt

17°/22° 17°/24° 16°/22°

Prenzlau

14°/23°

Frankfurt

(Oder)

14°/26°

Sturmtief Bernd ist im Seegebiet nahe Schottland zu finden und lenkt vorübergehend

wärmere Luft vor allem ins südöstliche Mitteleuropa. Das nachfolgende

Regenband überquert mit kühlerer Luft Frankreich und erfasst das nordwestliche

Deutschland, nachts auch das westliche Zentraleuropa. Im Mittelmeerumfeld

überwiegen Sonnenschein und Hochsommerwärme.

Sylt

16°/22°

Hannover

18°/23°

Köln

18°/24°

Saarbrücken

14°/23°

Konstanz

15°/26°

Hamburg

16°/22°

Erfurt

15°/25°

Frankfurt/Main

16°/23°

Stuttgart

15°/24°

Rügen

14°/20°

Rostock

14°/20°

Magdeburg

17°/24°

Nürnberg

14°/25°

München

12°/27°

Dresden

15°/25°

Deutschland: Heute breiten sich vielerortsreichlich

Wolken mit einzelnen

Regenfällen aus. Die

Höchstwertebetragen 20 bis

27 Grad, die Tiefsttemperaturen

19 bis 13Grad. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus Südwest.

Morgen erreichen die Temperaturen

19 bis 31Grad. Dazu ist es stark bewölkt,

gebietsweise regnet es. Der

Wind weht schwach bis mäßig aus

westlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 18°-20°

Nordsee: 18°-19°

Mittelmeer: 23°-32°

Ost-Atlantik: 17°-22°

Mondphasen: 23.08. 30.08. 06.09. 14.09.

Sonnenaufgang: 05:51 Uhr Sonnenuntergang: 20:28 Uhr Mondaufgang: 21:37 Uhr Monduntergang: 07:29 Uhr

Lissabon

31°

Las Palmas

35°

Madrid

37°

Reykjavik

15°

Dublin

18°

London

23°

Paris

22°

Bordeaux

30°

Palma

32°

Algier

37°

Nizza

28°

Trondheim

20°

Oslo

17°

Stockholm

20°

Kopenhagen

19°

Berlin

24°

Mailand

31°

Tunis

33°

Rom

29°

Warschau

24°

Wien

29° Budapest

28°

Palermo

28°

Kiruna

14°

Oulu

20°

Dubrovnik

29°

Athen

33°

St. Petersburg

25°

Wilna

24°

Kiew

19°

Odessa

26°

Varna

28°

Istanbul

28°

Iraklio

30°

Archangelsk

20°

Moskau

17°

Ankara

27°

Antalya

33°

Acapulco 33° Gewitte

Bali 33° sonn

Bangkok 32° Gewitte

Barbados 29° heite

Buenos Aires 19° Schaue

Casablanca 28° sonn

Chicago 30° heite

Dakar 29° heite

Dubai 38° sonn

Hongkong 33° Gewitte

Jerusalem 32° sonn

Johannesburg 25° sonn

Kairo 36° sonn

Kapstadt 23° sonn

Los Angeles 23° sonn

Manila 31° heite

Miami 35° heite

Nairobi 28° heite

Neu Delhi 32° bedeck

New York 30° Schaue

Peking 33° sonn

Perth 15° Rege

Phuket 34° wolk

Rio de Janeiro 28° sonn

San Francisco 21° wolk

Santo Domingo 32° wolk

Seychellen 27° heite

Singapur 32° Gewitte

Sydney 18° wolk

Tokio 35° heite

Toronto 29° Gewitte


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 – S eite 17 *

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Berlin

AM WOCHENENDE

Berliner Fundstücke:

Brezeln, Laser,Kiez-Gefühl

Schönes Wochenende Seite 19

Wankend im Wind:

Surfen lernen auf dem Müggelsee

Berlin bewegt sich Seite 20

Nordische

Botschaften

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

In manchen Wochen gehe ich

zwei-, dreimal essen. Es macht

mir immer noch richtig Spaß,

im Restaurant zu sitzen, mehr

sogar als am Anfang meiner Kritikerarbeit.

Die Erfahrung hat mich

selbstsicherer gemacht.

In den meisten Fällen gefällt mir,

was serviert wird. Richtig ärgern

muss ich mich eher selten. Wenn es

trotz sorgfältiger Vorauswahl einmal

wider Erwarten unterirdisch ist, sind

Siedie Ersten, die es erfahren.

Was mir ebenso selten passiert,

ist, dass mich ein Abend in einem

Lokal ein bisschen traurig stimmt.

Doch genau so ist es mir im Palsta,

das vor einem Jahr

direkt am Tempelhofer

Feld eröffnet

wurde,ergangen.

Es ist ein tolles

Restaurant, um das

gleich zu sagen. Einige

Kollegen priesen

die nordisch angehauchte

Küche,

die dort serviert

wird, als beste neue

Errungenschaft an.

Sie haben recht. Dafür

sprechen allein

schon die zu Beginn servierten, geschmacklich

intensiven Frühlingskartoffeln

mit einer fantastischen

Mayonnaise samt Liebstöckelaroma

und knusprigen Roggenkrümeln.

Dazu ein noch warmes Sauerteigbrot

in einen Tomatensalat getunkt,

der mit der reduzierten und erkalteten

Brühe aus eben diesen Tomaten

angemacht ist. Himmlisch!

DasPalsta ist eine absolute Bereicherung

für die Stadt. Warum also

stimmt mich seine Entdeckung

dann zugleich auch etwas trübsinnig?

Einer der wenigen Wermutstropfen

an meinem großartigen Berufist,

dass ich fast nie dasselbe Restaurant

mehrmals besuche. Einen

Lieblingsladen, wie viele ihn haben,

erlaube ich mir höchstens im Kopf.

Ichmuss schon rein beruflich immer

wieder Neues entdecken. Das Palsta

wirdleider nicht mein Stammrestaurant

werden. Schade!

Weil ich das wusste, habe ich so

viel wie möglich ausprobiert. Die

Empfehlung hier lautet: Teilen. Zwischen

Haupt- und Nebengerichten

wird nicht wirklich unterschieden.

Die Preise sind mehr als fair berechnet,

vorallem wenn man die Qualität

beachtet. So gutes Gemüse,wie etwa

die bereits erwähnten jungen Kartoffeln,

die Wildkräuter, die Kirschtomaten,

bekommt man vielleicht,

wenn man sie selbst anbaut. Angeblich

macht das der Koch Filip

Søndergaard auch. Dazu kursiert

eine schöne Legende: Der Name

Palsta ist finnisch, wie die in Helsinki

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

war im Restaurant Palsta.

gebürtige Wirtin, und bedeutet so

viel wie Schrebergarten. Es heißt

nun, die Wirtin habe ihren Koch in

einem Schrebergarten im Wedding

entdeckt. Eigentlich hatte sich der

Koch nach seinem letzten Job dorthin

zurückgezogen, um sich ausschließlich

der Tomatenzucht zu

widmen.

Wahr ist sicherlich, dass im Palsta

der Geschmack der Zutaten an erster

Stelle steht. Kein Gericht fällt gegenüber

dem anderen ab, das zieht sich

vomGemüse hin zum Fisch und den

Schweinerippchen, das einzige

Fleischgericht auf der Kartebei meinem

Besuch. Vom Schwein gibt es

neben süßsauer lackierten

Rippen ein

knuspriges, fettdurchzogenes

Bauchstück, das nur

so vorAroma strotzt.

Die leicht scharfe

Brennnessel-Gremolata

passt mit ihren

erdigen Noten

als Kontrast, besonders

Spaß machen

aber die lila

Chicoréeblätter, die

man mit ihrem essigsüßen

Dressing wie Chips dazu

wegknabbert.

Ein weiteres Highlight war das

Ceviche aus Kabeljau und Garnelen,

hier ist es als erfrischendes und cremiges

Löffelgericht interpretiert. Die

Limettensäure ist mit etwas Sauerrahm

abgemildert, was wunderbar

passt. Und die Meerrettichwurzel,

die zuletzt auf Fisch, längs geschnitzte

Gurke und süß eingelegte

Zwiebeln gehobelt wird, zieht das

peruanische Nationalgericht in eine

nordische Richtung. Zu den Speisen

wird imPalsta ausschließlich Naturwein

ausgeschenkt, weil er –sodie

Wirtin – ihrer Idee, wie eine gute

Landwirtschaft funktionieren soll,

näherkommt.

Ich wünschte, ich könnte jede

Woche im Palsta sitzen und so gut essen.

Geht leider nicht, wie traurig.

Palsta Oderstraße52, Neukölln. Dienstag

bisSonnabend 18–24 Uhr

Alle Gerichte zum Teilen:3–16 Euro.

Tempelhofer Feld

Oderstr.

Palsta

Selchowerstr.

Lichtenrader Str.

Herrfurthstr.

Schillerpromenade

Hermannstr.

50 m

Leinestr.

BLZ/FISCHER

Tina Hüttl war im Palsta

am Tempelhofer Feld. Und wünscht sich,

sie könnte jede Woche einmal dort sitzen

und so gut essen

Familienausflug

Spielen und

bauen mit Holz

VonBarbaraWeitzel

Mit Kindern Museen und Galerien

zu besuchen, ist wunderschön

und zugleich heikel. Mansieht

vieles mit neuen Augen, wegen ihres

Staunens und ihrer Fragen, ihrer Thesen

und Theorien. Aber Kinder wollen

nicht nur mit den Augen sehen.

Sie wollen immer alles anfassen. Immer.Alles.ObimSupermarkt,

im Zoo

oder eben im Museum.

Nun stehen aber, abgesehen von

einigen Mitmachmuseen, in diesen

Häusern immer diese Schilder.

Anfassen erlaubt –Holzkunst im Felleshus

BERNHARD LUDEWIG

Überall! „Bitte nicht berühren“ steht

darauf. Wenn sie höflich formuliert

sind. Gespannte Bänder und Geländer

halten die Betrachter von den

wertvollen Exponaten fern und zusätzlich

passt Wachpersonal auf,

dass niemand der Kunst zu nahe

kommt.

Das ist nachvollziehbar – aber

Kinderhände machen eben, was sie

wollen, das haben die Besitzer der

Hände oft gar nicht unter Kontrolle.

Im Felleshus, dem Gemeinschaftshaus

der Nordischen Botschaften,

müssen sie das auch nicht. Diefinnische

Ausstellung „Wild Wild Wood“,

in der sich alles um Holz, im Wald

und in der Stadt, als Baustoff und

Baum, dreht, fordert sogar zum Anfassen,

Spielen und Selberbauen auf.

Immer.Mit allem.

Wild Wild Wood Diefinnische Ausstellung zum

Anfassen. Felleshus Nordische Botschaften,

Rauchstr.1,Tiergarten. Sa u. So 11–16 Uhr,

Eintritt frei


18 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Schönes Wochenende

LOLA &FARRATI

FUNDSTÜCKE

VonJulia Grass

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

BERND WÄHNER

FRANCESCO CONTIERO

VonLola Knoblach

Wie Re-cycling

wirklich funktioniert

Ineiner großen Stadt wie Berlin gibt es viele Dinge,die nicht

mehr gebraucht werden und die deshalb ihren Wegauf die

Straße finden, wo sie dann eine gewisse Zeit hin- und hergeschwemmt

werden, bis sie irgendwann verschwinden.

In meiner Straße hängt seit ungefähr einem Jahr ein kleines

Mountainbike an einem Straßenschild. Farrati gruselt sich jedes

Mal, wenn wir daran vorbeifahren. Es hat keinen Sattel

mehr und ist natürlich einigermaßen mitgenommen, aber eigentlich

nicht unrettbar.Ich könnte ohne Umschweife noch

vier,fünf weiteresolcher vergessenen Räder nennen. Es gibt

ganz viele davon! Mankann zuschauen, wie sie nach und nach

immer schwächer werden: Zuerst kriegen sie einen Platten,

dann klaut jemand eine Pedale,ein Vorderrad verschwindet.

Farrati fängt an zu schluchzen. „Die Armen! Keiner hat sie lieb!

Undvermutlich haben sie noch nicht mal einen Namen!“

Unddabei wäreessoeinfach: Manbräuchte eine Schrottchaisen-such-und-leih-App.Besitzer

vonvergessenen Rädern

werden aufgefordert, die Schlösser abzumachen oder ihreErlaubnis

zu geben, sie abzuflexen. Dann bekommen die Räder

einen GPS-Empfänger und werden so per Smartphone auffindbar

für andereLeute.Die Fahrräder fahren sich wahrscheinlich

eher blöd, sind schlecht gewartet und auch nicht

sonderlich schön, aber man kann damit kostenlos zum nächsten

U-Bahnhof oder vonder Kneipe nach Hause fahren.

Wenn sich dabei herausstellen sollte,dass jemand das geliehene

Fahrrad lieb hat, könnte man gegen einen geringen

Kostenbeitrag den GPS-Empfänger deaktivieren lassen und

das Fahrrad behalten. Da macht doch das Wort „Re-cycling“

plötzlich Sinn: So finden die Fahrräder neue Freunde,die

sich vielleicht besser um sie kümmern, als sie es bisher kannten,

und die Menschen werden wieder ein kleines bisschen

mobiler.

Außerdem ist es auch noch eine gute Alternativezuden

Tausenden immer gleichen Mieträdern, die in Berlin inzwischen

in Haufen am Straßenrand liegen und vordenen sich

Farrati natürlich auch gruselt. Es wärequasi eine zeitgemäße

Version von„Zu verschenken“, nur dass es eben nicht um kaputte

Drucker und zerlesene Bücher geht.

Farrati ist begeistert. „Das machen wir! Wirretten alle vergessenen

Fahrräder!“, ruft es und fängt an, in der Werkzeugkiste

zu kramen. „Hm, so einfach ist es leider nicht“, gebe ich

zu bedenken, „wir leben in einer Welt, in der ,kostenlos‘ und

,zu verschenken‘ nicht gerade zu den Attributen einer geschäftsfähigen

Idee gehören.“

Farrati scheint mir nicht im Geringsten zuzuhören und beginnt

vergnügt zu summen. „Was suchst du da eigentlich?“,

frage ich. DasGerumpel hörtauf,Farrati strahlt über beide

Lenkerenden: Es hat den Bolzenschneider gefunden.

Geschichten vonLola&Farrati gibt es auch bei 100,6 FluxFM.

Essen

Urlaub

auf dem Teller

Ich bin eine große Freundin der mediterranen Küche. Allerdings:

Auch wenn das Angebot in Berlin groß ist, liegt man

oft mit der Wahl des Restaurants daneben. Einem vertraue ich

allerdings: Francesco Contiero, Chefkoch des Restaurants RichardinKreuzberg.

Dortfeiertman gerade die „Mediterranen

Wochen“. Für den Sommer hat Contiero ein leichtes Menü

kreiert, das dieVielfalt der Küche des Mittelmeerraumes abbildet,

mit Einflüssen aus Marokko, Syrien, Kroatien, Spanien

und selbstverständlich Südfrankreich. Catalanischer Pulpo-

Salat steht auf der Karte, Lamm mit Fenchel, Tabouleh und

mein persönlicher Favorit: Muschel-Sauté mit Safran. Das Richard

ist ein Sterne-Restaurant, die Preise sind dementsprechend

höher.Aber es ist trotzdem mein Tipp –besonders auch

für all jene,die dieses Jahr auf den Urlaub im Süden verzichten

und sich trotzdem etwas Schönes gönnen möchten.

Restaurant Richard KöpenickerStraße 174,Kreuzberg. Di–Sa 19–0Uhr,Menü

„Mediterrane Wochen“bis 31. August:75Europro Person,àlacarte ab 16 Euro

Lichtkunst

Tief im Netz

versinken

Wenn ich eins über das soziale NetzwerkInstagram sagen

kann, dann, dass ich dort immer einen Überblick bekomme

über das, was gerade angesagt ist. Scrolle ich derzeit

durch meinen Account, dann war gefühlt schon die Hälfte der

Menschen, denen ich dort folge, inden vergangenen Wochen

im Kraftwerk Berlin. In dem alten Industriebau ist derzeit die

Lichtinstallation Deep Webzusehen. 175 bewegliche Kugeln

werden von Lasern angestrahlt. Daraus entsteht ein Netz aus

Lichtstrahlen, in dem sich der Betrachter zum Takt elektronischer

Musik verlieren kann. Das Werk des Lichtkünstlers

Christopher Bauder und des Komponisten Robert Henke war

bereits 2016 zu Gast in Berlin. Nunist die Schau wieder da und

noch bis zum 24. August zu sehen.

Deep Web noch bis24. August im Kraftwerk, Köpenicker Straße 70, Mitte.Mo–Do

15–21 Uhr,Fr–Sa 13–23 Uhr, So 13–21 Uhr.Eintritt 12,50 Euro, ermäßigt 9,50

Euro,Live-Performances27,50Euro

DPA/CHRISTOPH SÖDER

Kiez-Gefühle

Ein Fest

der Straße

Etwas,das mich an Berlin sofortbegeisterthat, als ich vorelf

Jahren hierher zog, war die Sache mit den Kiezen. Kieze

kannte ich in der Form weder aus meiner kleinen Heimatstadt

noch aus anderen Großstädten Deutschlands. Der Kiez als

kleine Stadt in der Stadt, wo der Großstadtliebhaber, der an

sich die Anonymität Berlins schätzt, dann doch heimelige Gefühle

entwickelt und sich freut, wenn ihn Späti-Besitzer oder

Bäckereiverkäuferinnen am Sonnabendmorgen wiedererkennen.

Für mich ist das Kiezleben faszinierend. Ich lerne gern

neue Kieze kennen und bin deshalb oft auf Kiezfesten unterwegs.AmWochenende

wirdzum Beispiel in der Florastraße in

Pankow gefeiert. Gewerbetreibende der Florastraße bauen

ihre Stände auf den Bürgersteigen auf, am Sonnabend gibt es

einen Trödelmarkt, und zwischenWollankstraße und Garbatyplatz

wirdesProgramm auf diversen Bühnen geben.

Florameile in der Florastraße, Pankow.Saab15Uhr,Soab14Uhr,Trödelmarkt

Sonnabend15–18 Uhr

Süddeutschland in Berlin

Ja mei, wo gibt’sgute

Breze(l)n?

Heißt es nun Brezeln oder Brezen? In der Redaktion führen

wir diese Diskussion seit einigen Tagen. Wir haben eine

Journalistin aus Augsburg zuGast, die es sich zur Aufgabe gemacht

hat, gute Breze(l)n in Berlin zu finden. Gesternfrüh kam

sie freudestrahlend mit einem großen Karton in den Newsroom.

Darin ein Haufen Brezeln aus der Brezelbar in Kreuzberg. Ich

war etwas erstaunt, den Laden kannte ich noch nicht, obwohl

ich als gebürtige Baden-Württembergerin oft selbst echte Brezeln

vermisse.Knusprig müssen die sein und innen fluffig, nicht

zu viel Salz, nicht zu wenig. Ich komme schon wieder ins

Schwärmen! Unser Karton war jedenfalls innerhalb weniger Minuten

leer.Die Brezelnaus der Brezelbarkönnen mit dem süddeutschen

Original auf jeden Fall mithalten! Außer Brezeln gibt

es dorteinesolide Frühstückskarte –mitWeißwurst-Frühstück.

Brezelbar Friesenstraße 2, Kreuzberg.Mo–Sa 7–18 Uhr,So9–18Uhr.Brezelnfür

1Euro. Weitere Infos: brezelbar.de

IMAGO IMAGES

WOHIN AM WOCHENENDE?

Preußischer

Apoll am

Wasser

Ein Ausflug nach Köpenick –

erst zur Prinzen-Schau im

Schloss, dann hinaus an die

frische Luft

VonIda Luise Krenzlin

Prinz Louis Ferdinand, Porträt von Jean Laurent Mosnier,1799

STIFTUNG PREUSSISCHE SCHLÖSSER UND GÄRTEN BERLIN-BRANDENBURG/ROLAND HANDRICK

Auf nach Köpenick! Ob mit Rad

oder Bahn, Berlins schöner Bezirk

imSüdosten ist gerade im Sommer

einen Ausflug wert. Wo sich

Dahme und Spree treffen, gibt es

herrliche Uferwege, Ausflugslokale

mit Wasserblick, Flussbadestellen

und noch dazu Sehenswürdigkeiten

wie das Köpenicker Schloss.Esist eines

der bedeutenden Schlösser der

Hohenzollern, die erhalten geblieben

sind. Es wurde von1677 bis 1690

errichtet und liegt auf der herrlichen

Schlossinsel.

Die neue Ausstellung im Schloss

heißt „Der Preußische Apoll“ und

widmet sich dem schönsten Spross

der Preußen-Dynastie. Prinz Louis

Ferdinand von Preußen (1772–1806)

war ein Enkel des Soldatenkönigs

Friedrich Wilhelm I. Nach seinem

Todschrieb Theodor Fontane eine

Ballade über ihn. „Sechs Fuß hoch

aufgeschossen,/ Ein Kriegsgott anzuschaun,/

Der Liebling der Genossen,/

Der Abgott schöner Fraun,/

Blauäugig, blond, verwegen,/ Undin

der jungen Hand,/ Den alten Preußendegen/

–Prinz Louis Ferdinand.“

Prinz Louis war ein Liebling der

Frauen und ein hervorragender Pianist

dazu, der in den bekanntesten

Berliner Salons spielte. Die Ausstellung

widmet sich dem musikalischen

Schaffen des Prinzen, seiner Familie,

seinen Liebschaften. Zu sehen sind

Originaldokumente, Notenabschriften,

Kandelaber, die Berliner Salons

jener Zeit werden zum Leben erweckt.

Diese Musik und auch die

Kompositionen des Prinzen werden

in einer für die Ausstellung konzipierten

Konzertreihe aufgeführt.

Geboren wurde Prinz Louis Ferdinand

am 18. November 1772 im

Schloss Friedrichsfelde. Als Kind

spielte er auf weiten Wiesen, bevor

die Familie in die Wilhelmstraße zog

und sich ab 1785 das Schloss Bellevue

am Rande des Tiergartens errichten

ließ. Louis hatte den Nimbus

des strahlenden Heldenprinzen. Zum

Ärger seines Vaters Prinz Ferdinand,

jüngster Bruder des preußischen Königs

Friedrich II., machte er allerdings

Schulden ohne Ende, kaufte zuviel

Wein, Delikatessen, Schmuckstücke.

Ganz Berlin tratschte über den

rastlosen Lebenswandel des preußischen

Enfant terrible. Fontane dichtete:

„Die Generalitäten/ Kopfschütteln

früh und spät,/ Sieräuspernsich

und treten/ VorSeine Majestät,/ Sie

sprechen: Nicht zu dulden/ Istdieser

Lebenslauf,/ Die Mädchen und die

Schulden/ Zehren den Prinzenauf.“

Louis starb im Kampf gegen die

napoleonischen Truppen. Sein früher

Todmachte ihn endgültig zu einem

preußischen Helden.

Nach dem Besuch der Ausstellung

im Schloss sollte man nicht vergessen,

einmal über die Schlossinsel

zu spazieren. Überall blüht es,Bänke

laden zum Verweilen ein, auf der


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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Licht und

Klang und

Wagemut

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Ruckzuck-Süppchen

Die Berliner Geigerin

Mona Seebohm stand schon

mit vielen Stars auf der

Bühne. Die Musikerin spielt

nämlich ein

außergewöhnliches

Instrument, das sie selbst

erfunden hat:

eine Laser-Violine

VonFlorian Thalmann

Wenn Mona Seebohm

ihre Violine aus dem

Kasten holt, staunt der

Laie. Wer dachte, dass

die Instrumente stets aus Holz hergestellt

sein müssen, wird durch die

Musikerin definitiv eines Besseren

belehrt. Seebohm ist Profi-Violinistin,

aber längst nicht nur im klassischen

Sektor unterwegs –imGegenteil:

Miteiner besonderen Erfindung

hat sie ihren traditionellen Job revolutioniert.

Mona Seebohm spielt die

„Laser-Geige“, eine besondereForm

der Elektro-Geige. Während sie den

Bogen führt und dem Instrument

Töne entlockt, sendet eine spezielle,

daran montierte Vorrichtung Laserstrahlen

aus.Ihr Geigen-Spiel ist Musik-

und Lichtshowineinem.

Die Berlinerin hat mit dem besonderen

Instrument ein Alleinstellungsmerkmal,

eine Nische gefunden

– dabei begann ihre Karriere

ganz klassisch. „Im Alter von fünf

Jahren bekam ich meinen ersten

Geigenunterricht“, sagt sie. Recht

schnell entpuppte sie sich als Talent,

spielte im Schulorchester und in einem

Streichquartett. „Da meine

Mutter Cellistin ist, wurde ich auch

immer sehr eifrig gefördert.“ Der

erste große Auftritt kam im Alter von

14 Jahren, Seebohm spielte bei der

Nicolaimesse in Salzburg. „Das war

für mich ein Aha-Erlebnis.“

Sie besuchte Kompositionskurse,

lernte Klavier, mit 15 Jahren folgten

ihre ersten bezahlten Auftritte. Und

schnell war klar, dass sie das Musizieren

zum Beruf machen wird. „Ich

wollte mein Geld mit etwas verdienen,

hinter dem ich mit Leidenschaft

stehe“, sagt sie. „Eine Zeit lang bin

ich zweigleisig gefahren, habe nebenbei

gemalt, entschied mich dann

aber dafür, mich auf eine Sache zu

konzentrieren.“ Eine Entscheidung,

die sie weit brachte –heute ist Seebohm

41 Jahre alt und stand bereits

mit vielen Stars auf der Bühne.

Mona Seebohm mit ihrer Laser-Geige in ihrem Wohnzimmer in Zehlendorf BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER (2)

Sie trat als Soloviolinistin der

„Einfach ich“-Tour von Udo Jürgens

auf, reiste mit Max Raabe und seinem

Palastorchester durch Kanada

und die USA. Sie begleitete Andrea

Berg, Mark Forster, Semino Rossi,

Paul van Dyk und Adoro, spielt seit

vielen Jahren die erste Geige des Berliner

Salonorchesters.Das klassische

Genre genügt ihr schon lange nicht

Sie sieht sie aus, die Laser-Geige in ihrem Kasten.

mehr, stattdessen wechselt sie die

Musikrichtungen, je aufregender,

desto besser.„Ichliebe Herausforderungen.

Wenn man mich über dem

Urwald abwerfen würde, damit ich

den Ureinwohnern etwas vorspiele,

würde ich sagen: Alles klar, ich bin

dabei“, sagt sie.Auch deshalb führte

sie ihr größter Auftritt auf das Metal-

Festival Wacken –dort spielte See-

bohm vor60000 Zuschauern. Vorallem

die Laser-Geige hat ihr viele Engagements

gebracht und sie durch

die Welt geführt. Denn bisher ist

Mona Seebohm die Einzige, die ein

so außergewöhnliches Instrument

besitzt.„Ich wollte einfach mal etwas

anderes ausprobieren“, sagt sie. Bis

die Geige wie geplant funktionierte,

war es allerdings ein langer Weg. „Es

gab ein paar Fehlschläge.AmAnfang

war die Geige gar nicht spielbar –der

Bogen war zu schwer,ich konnte ihn

nicht richtig halten.“ DasInstrument

selbst verbog sich, weil der Laser-Anbau

zu viel Gewicht hatte. Erst eine

stabile E-Violine vomYamaha, kombiniert

mit Technik einer Laserfirma

in Bayern,brachte den Durchbruch.

Beim Spielen müsse man sich

dennoch umstellen, sagt Mona Sehboom.

„Wenn ich bei Auftritten drei

Sets spiele, merke ich das danach

schon in den Armen.“

PotsdamerSchlössernacht: Unanotteitaliana

Mona Seebohmspielt Vivaldi –allerdings ohne

Laser, sondernklassisch.Sa18, 19, 21 und 23

Uhr. Mehr Infos: potsdamer-schloessernacht.de

Die meisten Menschen assoziieren das kleine Nachbarland

Luxemburgmit Steueroase und Reichtum.Vielleicht kennen

sie Jean-Claude Juncker oder die Radrennsport-Gebrüder

Schleck. Daswar es dann aber häufig mit der Landeskunde.

Dabei gibt es in meinem Heimatland noch viel mehr zu entdecken,

auch kulinarisch. DieGromprekichelcher,eine luxemburgische

Kartoffelkuchen-Spezialität, sind bei einem Besuch

unumgänglich. Léa Linster ist übrigens auch Luxemburgerin.

IhrLeben als Spitzenköchin reflektiertsie nun in„Mein Leben,

Meine Rezepte“. Unter den köstlichen Rezepten darin ist auch

dieses.(ZS-Verlag, 24,99 Euro) (sap.)

Zutaten

Für die Suppe:

2Zwiebeln, 200 gKnollensellerie

1walnussgroßes Stück Ingwer

1kleine Kurkumawurzel

1Stange Lauch, feines Meersalz

Für die Einlage: 1Bund frische Kräuter

(z.B.Koriandergrün, Petersilie)

1–2 Handvoll Babyspinat

1Spritzer Zitronensaft

frisch gemahlener Pfeffer

feinstes Olivenöl

Zubereitung

Für die Suppe die Zwiebeln, den Sellerie,Ingwer und Kurkuma

schälen. Zwiebeln und Sellerie in feine Würfel schneiden, Ingwerund

Kurkuma fein reiben. DenLauch putzen, waschen

und den weißen bis hellgrünen Teil in Ringe schneiden. Das

vorbereitete Gemüse mit 1TLSalz und 1lWasser in einen Topf

geben, aufkochen und bei mittlerer Hitzeetwa 40 Minuten

weichgaren. DieSuppe pürieren, abkühlen lassen und sie als

Basis bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren. Gutverschlossen

hält sie sich 2bis 3Tage.Wenn der Hunger kommt,

für die Einlage Kräuter und Spinat waschen und trocknen.

Kräuter-und Spinatblätter kommen nun in die aufgekochte

Suppe und werden mit ihr noch einmal fein mit dem Stabmixer

püriert. MitZitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

ZumServieren einen Löffel Olivenöl obendrauf geben.

MATHIAS NEUBAUER

Wiese liegen Besucher und schauen

in dieWolken. Fast sieht man vonder

TIPPS

Inselspitze das älteste Flussbad Berlins,

1897 am Dahmestrand gegründet.

Feiner Sand, Wasser, ein Steg,

was will man mehr –wenn das Wetter

mitspielt.

Essen und trinken kann man in

einem der vielen Ausflugslokale, die

Schloss Köpenick Schlossinsel 1, Köpenick.

11–18 Uhr,Eintritt 6Euro, erm. 3

Euro. Die Ausstellung „Der preußische

Apoll“ ist bis zum 6. Oktober zu sehen.

schon zu Fontanes Lebzeiten die

Ufer der Dahme säumten. Auf der

Terrasse des Lokals Mutter Lustig ist

man den Wellen, den schreienden

Möwen und den vorbeituckernden

Köpenicker Schlosskonzert „Musikder

Salons –RomantischesCello“ am Sonntag

um 16 Uhr im Aurorasaal. Eintritt 25 Euro,

mit Führung 30 Euro (ab 14.30Uhr)

Booten ganz nah.

Der Name des Lokals erinnert

an Henriette Lustig. Sie wusch die

Wäsche der feinen Herrschaften

und betrieb ab 1835 die erste Lohnwäscherei.

Flussbad „Der Cöpenicker e.V.“ Gartenstraße

46–48, Köpenick. Sa 13–18 Uhr,

So 11–18 Uhr,Eintritt 3,50 Euro, erm.

2,50 Euro, Kinder bis 6Jahre Eintritt frei

In der Folgezeit entwi-

ckelte sich Köpenick zur Waschküche

Berlins, um 1900 sollen über

4000 Lohnwäscherinnen in den 87

6. Köpenicker Winzersommer Schlossinsel,

Luisenhain, Altstadt. Sa und So ab

11 Uhr,Bühnenprogramm ab 12 Uhr

Köpenicker Wäschereien gearbeitet

haben. Das Schloss Köpenick liegt auf einer Insel in der Dahme. IMAGO IMAGES Köpenick ist natürlich auch vom Wasser aus gut zu erkunden. IMAGO IMAGES


20 Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Berlin bewegt sich

Wankend im Wind

Der Anfang ist zum Verzweifeln. Aber eigentlich lässt sich Surfen vergleichsweise leicht erlernen

VonJulia Frese

Farbkleckse auf grauem See: An den gleichartigen Segeln erkennt man die Schülerinnen und Schüler der Surfschule am Müggelsee. An einem bewölkten Tagversuchte sich unsere Autorin (Mitte) erstmals auf einem solchen Brett.

THOMAS UHLEMANN

Das Surfsegel kommt mir

vor wie ein Sack Steine,

der mich in die Tiefe ziehen

will. Immer, wenn

ich es an seiner Leine aus dem Wasser

hole,verliertmein Körper die Balance

auf dem Brett und ich lande

platschend in den kühlen Fluten des

Müggelsees. „Beim Surfen ist das

Wichtigste, dass man gut aussieht“,

hat Surflehrer Martin Adam vorhin

lässig bei den Trockenübungen auf

der Uferwiese gesagt und kollektives

Gelächter der Kursteilnehmer geerntet.

Ich habe den Eindruck, das

klappt bei mir bisher noch nicht so

gut. Aber ich stehe ja auch erst seit

ein paar Minuten auf dem Brett.

Prüfung nach zwölf Stunden

An Land, auf dem Simulator-Brett,

hatte alles ganz einfach gewirkt:

Windrichtung prüfen, Segel aufrichten,

Füße in Fahrtrichtung aufstellen

und los. Dahatte sich der Boden unter

mir aber auch noch nicht bewegt.

Ausden Augenwinkeln registriere

ich, dass es zum Glück noch ein paar

weiteren Kursteilnehmern ergeht

wie mir. Andere hingegen reiten

schon elegant und mühelos über die

Wellen. Der Grundkurs in der Surfund

Segelschule Müggelsee besteht

aus vier Einheiten à drei Stunden.

EinTeil der heutigen Teilnehmer hat

schon einen Kurstermin hinter sich.

Ich beschließe, das als Ansporn zu

nehmen und krabbele zurück aufs

schwankende Brett.

Mein Hauptproblem scheint zu

sein, dass ich das Segel nicht senkrecht

genug halte.Dafür muss ich die

Arme länger ausstrecken und den

Körper gegen den Wind nach hinten

lehnen. Als Surflehrer Martin Adam

die Schwachstelle diagnostizierthat,

wird alles plötzlich viel einfacher.

Das Segel ist eigentlich gar nicht so

schwer, stelle ich fest. Und da ich

mich nun nicht mehr so nach vorne

beugen muss, umeszuhalten, kriegen

auch meine Füße besseren Halt.

Adam macht mir Mut: Er selbst hat

erst vor drei Jahren im Urlaub zum

ersten Malauf dem Surfbrett gestanden.

„Damals war ich mir sicher, ich

lerne das nie im Leben“, erinnert er

sich. Inzwischen gibt er, imWechsel

mit drei anderen Lehrern, regelmäßig

Kurse der Surf- und Segelschule

Müggelsee.

Windsurfen gehört also zu den

Sportarten, die man innerhalb kurzerZeit

–zumindest auf einem guten

Laienniveau –zubeherrschen lernt.

Um die Prüfung für den Grundschein

des Verbands Deutscher Wassersportschulen

abzulegen, genügen

zwölf Unterrichtsstunden. Der

Grundschein ist in ganz Berlin und

an den meisten weltweiten Verleihstationen

Voraussetzung, um an

Brett und Segel zu kommen. Die

meisten Anfänger greifen zunächst

auf Leihausrüstungen zurück, denn

eine neue Surfausrüstung kostet in

der Regel mehr als 1000 Euro.

Für uns gehören bei diesem Kurstermin

auch Neoprenanzüge dazu.

Nach ein paar Tagen wechselhaften

Wetters ist es selbst im flachen Teil

des Müggelsees für ein mehrstündiges

Badetwas zu kühl geworden. Bei

wärmeren Wassertemperaturen genügt

aber auch normale Badekleidung

zum Surfen. Um die Füße vor

Verbände: Es gibt mehrere

Dachorganisationen, eine ist

der Verband Deutscher Wassersportschulen(VDWS).

Auf

seiner Website kann man regional

nach Anbieternvon

Windsurf-Schulen suchen.

Info: www.vdws.de

ANSPRECHPARTNER

Wassersportschulen: Die

Surf- und SegelschuleMüggelsee

bietetbis September

an den WochenendenSurfkursean.

Alternativen: Das

Wassersportcenter am Wannseesowie

dieSegelschule

Hering am Nikolassee.

Trockenübung an Land: unsere Autorin mit Surftrainer Martin Adam.

Vereine: Der am Wannsee

ansässigeWSEV rühmt sich,

der älteste Windsurfverein

der Welt zu sein. Die Landessportbund-Website

listet nur

zwei Vereine auf: Tegeler SegelClub

e.V.und Yachtclub

Berlin-Grünau.

THOMAS UHLEMANN

scharfkantigen Steinen am Grund

des Sees zu schützen, tragen wir zusätzlich

zu den Neoprenanzügen

Surfschuhe.

Nachdem ich es endlich schaffe,

länger als ein paar Sekunden auf

dem Surfbrett stehen zu bleiben,

kommt die nächste Schwierigkeit.

Wenn ich das Segel in Windrichtung

ausgerichtet habe, komme ich zwar

vorwärts –aber nur in eine Richtung.

Dass das ein Problem ist, merke ich

spätestens, als mein Surfbrett unsanft

mit dem eines anderen Kursteilnehmers

kollidiert. Als wir im

letzten Moment panisch unsere

Surfsegel zur Seite ziehen, ruft uns

unser Lehrer vom Nachbarbrett aus

zu: „Probiert es doch mal mit der

Wende,die wir vorhin an Land geübt

haben!“ Stimmt, da war doch was.

Um in die andere Richtung zu fahren,

sollten wir mit dem Segel fest in

der Hand einmal um den Mast herumtrippeln.

Ich versuche es, setze

dabei aber leider einen Fuß zuweit

an den Brettrand und lande –mal

wieder –imWasser.

Fortgeschrittene Windsurfer, so

lerne ich später, beherrschen den

Wechsel von der einen auf die andere

Seite des Masts mit einem lockeren

Sprung. Außerdem können

sie in fast jede beliebige Richtung

fahren, indem sie wie beim Segeln

immer leicht schräg zum Wind hinund

herfahren. Kreuzen nennt sich

das. „Physikalisch funktionieren

Windsurfen und Segeln genau

gleich“, sagt Martin Adam. Die Luft

strömt zum Teil um das Surfsegel

herum, zum Teil drückt sie es vorwärts.

Im Grunde brauche ein Surfer außer

Brett und Segel bloß zwei Dinge:

eine kleine Wasserfläche und ein

bisschen Wind. An Letzterem hat es

in den vergangenen Wochen allerdings

etwas gehapert, sodass ein

paar Grundkurstermine kurz vorher

wiederabgesagt werden mussten.

Die Windvorhersage ist oft noch

ungenauer als die Regenvorhersage,

wie der Surflehrer aus Erfahrung

weiß. Aber ohneWind kann auch das

größte Surfsegel nichts ausrichten,

dann treibt das Brett eben bloß auf

der Stelle.„Wenn dieKursteilnehmer

schon hier sind und wir dann merken,

dass einfach absoluteWindstille

herrscht, kriegen sie vonuns zur Entschädigung

kostenlos eine Standup-Paddling-Leihausrüstung“,

sagt

Martin Adam. Der Kurstermin wird

dann natürlich gutgeschrieben.

Einmal um den Mast trippeln

Für unseren Kurs reicht der Wind

zum Glück. Wenn ich nicht gezwungen

bin die Richtung zu ändern,

komme ich inzwischen ganz gut

voran. Die Füße scheinen ihre Position

gefunden zu haben, ich stehe

nahezu aufrecht und dass der Untergrund

wackelt, merke ich kaum

noch.

Kurz vor Ende des Kurses gelingt

mir dann tatsächlich, was ich am

Anfang kaum für möglich gehalten

hätte: Mit kleinen, vorsichtigen

Schritten umrunde ich einmal den

Mast mit dem Surfsegel –ohne dabei

ins Wasser zu fallen. Beim

nächsten Mal schaffe ich esjavielleicht,

dabei auch noch gut auszusehen.

Wellen, Wasser,Wenden

Wellenreiter in Honolulu auf Hawai,

1929

IMAGO IMAGES

Geschichte

Die ersten Surfer waren Polynesier,

wie Forscher herausfanden.

Bereits im 12. Jahrhundert zeigen

Höhlenmalereien aus Ozeanien

Menschen, die mit Brettern über

Meereswellen reiten. Seefahrer

brachten die Idee des Surfens im

18. Jahrhundert nach Hawaii. Dort

wurde in den folgenden Jahrzehnten

jedoch nicht zum Spaß gesurft: Die

Hawaiianer praktizierten religiöse

Rituale auf dem Brett, um die Götter

milde zu stimmen.

Nachdem Missionare das Surfen

zunächst verboten, verhalfen Reiseschriftsteller

wie Mark Twain dem

Wellensportschließlich zu neuer Beliebtheit.

Ab Anfang der 60er-Jahre

entstand ein regelrechter Surf-

Boom, den auch Hollywoodfilme

wie „Endless Summer“ und „Gidget“

befeuerten. Als Kombination aus

Wellenreiten und Segeln entwickelte

der Amerikaner Newman Darby1964

das ersteWindsurf-Brett. (jfr.)

Die günstigsten Modell sind bereits

ab 20 Euro zu haben. O'NEILL

Ausstattung

Ein Brett, ein Segel, etwas Wasser

und etwas Wind –mehr braucht

der Windsurfer nicht. Aber das allein

lässt er sich oft einiges kosten.

Die Bretter unterscheiden sich

nach Breite, Länge und Volumen,

beim Segel kommt es auf die Fläche

an. Für Anfänger ist ein möglichst

großvolumiges Brett mit einer Länge

zwischen 220 und 280 Zentimeter

und einer Breite zwischen 50 und

100 Zentimeter am einfachsten zu

handhaben. Die Kosten für ein Brett

liegen je nach Modell bei 500 bis

1000 Euro. Dazu kommen Mast, Gabelbaum

und Segel für einige HundertEuro.

DieFläche des Segels und

die Höhe des Masts orientieren sich

an der Körpergröße und an dem Gewicht

des Windsurfers.

Um auch bei kälterenWassertemperaturen

warmzubleiben, lohnt es

sich zudem in einen Neoprenanzug

zu investieren. Günstige Modelle

gibt es bereits ab etwa 20 Euro. (jfr.)

Surfbretter gibt es in diversen

Breiten, Längen und Stärken.

SB

Bretter

Bei den Surfbrettern gibt es eine

große Vielfalt: Das ideale Anfängerbrett

ist breit und besitzt ein sogenanntes

Schwert, eine ins Wasser ragende

Platte. Die sorgt dafür, dass

das Board imWasser nicht so leicht

umkippt.

Auf Freeridebrettern lässt es sich

am besten ganz entspannt dahingleiten.

Für komplizierte Wendemanöver

und Geschwindigkeit sind sie

hingegen die falsche Wahl.

Wavebretter sind besonders klein

und wendig. Sie eignen sich für erfahrenereWellenreiter,die

sich auch

bei stärkerer Brise sicher auf ihrem

Board fühlen. Formulabretter sind

breiter und voluminöser und ragen

beim Surfen halb aus dem Wasser.

Durchdie geringe Reibung fahren sie

besonders schnell. Speedbretter

sind etwas für Profis – mit diesen

sehr schmalen Bretternkommt man

am einfachsten auf rasante Geschwindigkeiten.

(jfr.)


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 21 *

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Sport

ZAHLEN

Fußball

Bundesliga, 1. Spieltag

Bayern München -Hertha BSC 2:2 (1:2)

Borussia Dortmund -FCAugsburg Sa., 15.30

BayerLeverkusen -SCPaderborn Sa., 15.30

VfL Wolfsburg -1.FCKöln Sa., 15.30

Werder Bremen -Fortuna Düsseldorf Sa., 15.30

SC Freiburg -FSV Mainz 05 Sa., 15.30

Mönchengladbach -FCSchalke Sa., 18.30

Eintracht Frankfurt-1899 Hoffenheim So., 15.30

1. FC Union Berlin -RBLeipzig So., 18.00

Zweite Liga, 3. Spieltag

Hamburger SV -VfL Bochum 1:0 (0:0)

SV Sandhausen -1.FCNürnberg 1:0 (0:0)

VfB Stuttgart-FCSt. Pauli Sa., 13.00

Arminia Bielefeld -ErzgebirgeAue Sa., 13.00

SV Wehen Wiesbaden -Hannover96 Sa., 13.00

Holstein Kiel -Karlsruher SC So., 13.30

Dynamo Dresden -1.FCHeidenheim So., 13.30

SpVgg Fürth -Jahn Regensburg So., 13.30

VfL Osnabrück -Darmstadt 98 Mo., 20.30

1. Hamburger SV 3 6:1 7

2. Karlsruher SC 2 6:3 6

3. ErzgebirgeAue 2 5:2 6

4. 1. FC Heidenheim 2 5:3 4

5. Jahn Regensburg 2 4:2 4

6. Darmstadt 98 2 3:1 4

7. VfB Stuttgart 2 4:3 4

8. SV Sandhausen 3 4:4 4

9. SpVgg Greuther Fürth 2 3:3 3

10. VfL Osnabrück 2 2:3 3

11. 1. FC Nürnberg 3 3:7 3

12. Arminia Bielefeld 2 4:4 2

13. Hannover96 2 2:3 1

14. FC St. Pauli 2 2:4 1

15. Holstein Kiel 2 1:3 1

16. VfL Bochum 3 4:7 1

17. SV Wehen Wiesbaden 2 3:5 0

18. Dynamo Dresden 2 2:5 0

Dritte Liga, 5. Spieltag

Chemnitzer FC -1.FCMagdeburg 0:0

1860 München -SVMeppen Sa., 14.00

Viktoria Köln -SpVgg Unterhaching Sa., 14.00

Hansa Rostock -SGGroßaspach Sa., 14.00

KFC Uerdingen -FCIngolstadt Sa., 14.00

Würzburger Kickers -Preußen Münster Sa., 14.00

MSV Duisburg -FSV Zwickau Sa., 14.00

1. FC Kaiserslautern-Braunschweig So., 13.00

CarlZeiss Jena -Waldhof Mannheim So., 14.00

Hallescher FC -BayernMünchen II Mo., 19.00

1. FC Ingolstadt 4 8: 310

2. MSV Duisburg 411: 4 9

3. Hallescher FC 4 6: 2 9

4. Eintracht Braunschweig 4 8: 6 9

5. SpVgg Unterhaching 4 9: 7 8

6. Viktoria Köln 411: 9 7

7. Preußen Münster 4 6: 5 7

8. FSV Zwickau 4 4: 3 7

9. Waldhof Mannheim 4 6: 2 6

10. 1. FC Magdeburg 5 6: 6 6

11. 1. FC Kaiserslautern 4 6: 5 5

11. KFC Uerdingen 4 6: 6 5

13. Hansa Rostock 4 5: 6 4

14. SG Sonnenhof Großaspach 4 7: 9 4

15. 1860 München 4 5: 7 4

15. SV Meppen 4 5: 7 4

17. Würzburger Kickers 4 7:12 3

18. Bayern München II 4 6:11 3

19. Chemnitzer FC 5 6:11 2

20. CarlZeiss Jena 4 1: 8 0

Jenseits von Olot und Reus

Wieein Multimillionär aus Arizona die Fußballer von RCD Mallorca zurück in Spaniens erste Liga geführt hat

VonMatti Lieske

InNordamerika würde man Robert

Sarver nur ungern als Besitzer

seines Lieblingssportklubs

sehen. Da gehören dem

57-jährigen Multimillionär aus Arizona

die Phoenix Suns. Das Basketballteam

ist seit einem guten Jahrzehnt

eines der erfolglosesten in der

NBA, hat seit 2010 immer die Playoffs

verpasst und war in den vergangenen

drei Jahren jeweils Letzter in

der Western Conference. Auf der Insel

Mallorca hingegen ist Sarver ein

populärer Mann. Dort besitzt er den

Fußballklub RCDMallorca, der nach

sechs Jahren in der Zweit- und Drittklassigkeit

nun wieder Mitglied der

Primera División ist und am Sonnabend

mit einem Heimspiel gegen

SD Eibar in die neue Saison startet.

Dank RobertSarver.

Dabei fing die Sache gar nicht gut

an. Im Januar 2016 kaufte Sarvers

Konsortium für 21 Millionen Euro 80

Prozent der Anteile am Real Club Deportivo

Mallorca, dessen Haupteigner

bis dahin der deutsche Unternehmer

Utz Claassen gewesen war.

Dem Konsortium des US-Amerikaners

gehört auch der ehemalige

NBA-Spieler Steve Nash an, der Sarver

einst die beiden erfolgreichsten

Jahre bei den Suns beschert hatte,

gleich nach der Übernahme 2004.

Der kanadische Spielmacher wurde

zweimal zum besten Spieler der Liga

gewählt, scheiterte mit Phoenix allerdings

jeweils im Halbfinale.

Chaotisches Jahrzehnt

Wieder erstklassig: RCD Mallorca im Estadi de Son Moix.

Start: In Italien müssen Fußballfans

noch eine Woche

auf den Startder SerieAwarten.

In England, Frankreich

und Spanien sind die Favoriten

der höchsten Ligen

gleich gefordert. Real Madrids

Trainer Zinédine Zidane

steht nach einer durchwachsenen

Vorbereitung gegen

Celta Vigo unter Druck.

SAISONBEGINN IN SPANIEN

Stur: Dem Franzosen wurde

vorgeworfen, zu stur an alternden

Stars wie 2014-

Weltmeister Toni Kroos festzuhalten.

Euphorie herrscht

hingegen beim Stadtrivalen

Atlético. Der Klub demütigte

Real im Testspiel Ende Juli

mit 7:3 und geht am Sonntag

selbstbewusst ins erste

Spiel gegenden FC Getafe.

IMAGO IMAGES

Stark: Zusätzlich verstärkt

hat sich dasTeam vonCoach

DiegoSimeone mit dem

19 Jahre altenTalent Furacão

Félix. Der portugiesische

Stürmer wurde nach 26 Erstliga-Einsätzen

bei Benfica

Lissabon für geschätzte

127 Millionen Euro verpflichtet

und ist der teuerste Einkauf

in derAtlético-Geschichte.

Der Einstieg der Amerikaner just

zum 100. Geburtstag des Klubs beendete

ein äußerst chaotisches Jahrzehnt

beim RCD Mallorca, der 1997

in die erste Liga aufgestiegen war.

Dort feierte die „Ensaimada

mecánica“, wie das Team nach dem

traditionellen mallorquinischen Gebäck

genannt wurde, zunächst beachtliche

Erfolge: 1999 Europacup-

Finalist, 2001 Dritter in der Liga, 2003

spanischer Pokalsieger. Dann aber

zogMisswirtschaft ein, etliche Präsidenten

gaben sich die Klinke in die

Hand, die Schulden wuchsen, Spieler

schlossen sich aus Protest gegen

ausbleibende Gehälter in der Kabine

ein. Ein Konkurs konnte nur knapp

abgewendet werden, 2013 erfolgte

mit 40 Millionen Euro Schulden der

Abstieg in die Segunda A.

Dortkrebste man inmitten weiterer

Machtkämpfe am Tabellenende

herum, als Robert Sarver einstieg

und den damals 33-jährigen Schweizer

Anwalt Maheta Molango als Geschäftsführer

einsetzte.„Mallorca ist

ein Erstligaklub, der sich umständehalber

gerade in der zweiten Liga

aufhält“, sagte Sarver, der sich zuvor

vergeblich um den Kauf der Glasgow

Rangers bemüht hatte. Klares Ziel

war der Aufstieg, doch stattdessen

stieg Mallorca ein Jahr später trotz

umfänglicher Investitionen in Infrastruktur

und Mannschaft in die Segunda

Bund damit aus dem Profifußball

ab.

„Es ist alles schiefgegangen, was

schiefgehen konnte“, sagte Maheta

Molango, der einst bei Brighton &

Hove Albion in die Klubgeschichte

einging, als er bei seinem Debüt

nach 20 Sekunden ein Torerzielte.

Wütend forderten die Fans seinen

Rauswurf, doch Sarver hielt an ihm

fest, und Molango zeigte sich dankbar:„DerKlub

war ein Trümmerhaufen,

ohne die Amerikaner gäbe es ihn

nicht mehr. Aber sie wissen auch,

dass Investitionen nicht automatisch

Erfolg bedeuten.“

Riesige Begeisterung

In den dritten Ligen kämpfen 80

Teams um vier Aufstiegsplätze, statt

beim FC Barcelona oder bei Real Madrid

gastierte Mallorca nun in katalanischen

Kleinstädten wie Olot oder

Reus. Nicht zu reden vom Insel-

Derby gegen Atlético Baleares, die

ultimative Demütigung für die Fans.

Trotzdem kamen oft 10 000 Zuschauer

ins Stadion Son Moix in

Palma. Da nur drei Spieler geblieben

waren, musste eine neue Mannschaft

aufgebaut werden, der im Mai

2018 tatsächlich die direkte Rückkehr

in den Profifußball gelang.

Die folgende Zweitligasaison verlief

zwar weniger glatt, doch es

reichte zum fünften Platz, welcher

den Einzug in die Viererrunde um

den dritten Aufstiegsplatz hinter

Osasuna und Granada sicherte, das

sogenannte 50-Millionen-Euro-Turnier,bei

dem sich Mallorca gegen Albacete

und Deportivo La Coruña

durchsetzte. Allein an Fernsehgeldernbekommt

der Klub,der jährlich

immer noch acht Millionen Euro an

Kredit- und Steuerschulden abtragen

muss,nun mindestens 40 Millionen

Euro statt acht in Liga zwei.

Die Begeisterung über die Rückkehr

ist riesig in Mallorca, binnen 55

Minuten waren die 16 125 verfügbarenDauerkarten

für das rund 23 000

Zuschauer fassende Stadion verkauft.

Dass die mit zehn Zugängen

verstärkte Mannschaft, darunter der

zuvor ausgeliehene ehemalige St.

Pauli-Stürmer Ante Budimir,endlich

wieder dort ist, wo sie hingehört,

meint nicht nur Robert Sarver. Nun

muss sie nur noch ein bisschen erfolgreicher

spielen als dessen Phoenix

Suns zuletzt in der NBA.

NACHRICHTEN

Federer mit schnellster

Niederlage seit 16 Jahren

TENNIS. Roger Federer kassierte die

schnellste Niederlage auf der ATP-

Tour seit 16 Jahren. „Viele fragen

nach einer solchen Niederlage: Was

war los? Isterverletzt oder krank?

Aber so war es nicht“, sagte der

Schweizer.„Ichwar nicht gut genug,

und er war einfach besser.“ Er,das

war der Russe Andrei Rublew.Der

Weltranglisten-70. besiegte den

Grand-Slam-Rekordsieger in nur 62

Minuten mit 6:3, 6:4. Schneller verlor

Federer zuletzt beim Erstrunden-

Aus2003 in Sydney gegen den Argentinier

Franco Squillari.

Deutsche Hockeyteams

starten in die EM

HOCKEY. Deutschlands Hockey-

Teams haben bei der EM in Belgien

(bis 25. August) ihreerste Möglichkeit,

die Teilnahme an den Olympischen

Spielen 2020 zu sichern.

„Wenn wir zu einer EM fahren, dann

gehen wir immer davon aus,dass wir

Chancen haben, dortauch den Titel

zu gewinnen“, sagte DHB-Sportdirektor

Heino Knuf. Allerdings lösen

bei Männernwie Frauen nur die

kontinentalen Champions in Antwerpen

ihreTickets nach Japan direkt.

DieMänner starten am Sonnabend

(13.30 Uhr) gegen Schottland.

Triathlet Schomburg

qualifiziertsich für Olympia

TRIATHLON. Einen Tagnach Laura

Lindemann aus Potsdam hat sich Jonas

Schomburgfür die Olympischen

Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. Der

25-Jährige aus Langenhagen landete

am Freitag beim olympischen Testevent

in Japan bei schwierigen klimatischen

Bedingungen auf Platz zehn.

Für die Erfüllung der Norm des

Deutschen Olympischen Sportbundes

hätte Rang zwölf genügt.

Deutsche Basketballer

starten mit Sieg in Supercup

BASKETBALL. Diedeutschen Basketballer

sind beim ersten Auftritt

vonNBA-Profi Dennis Schröder im

WM-Sommer mit einem klaren Sieg

in den Supercup gestartet. DasTeam

vonBundestrainer Henrik Rödl bezwang

Ungarnzum Auftakt des Traditionsturniers

am Freitagabend in

Hamburgmit 83:62. Schröder kam

dabei auf 19 Punkte.Heute trifft die

Auswahl des Deutschen Basketball

Bunds auf Tschechien, das zuvor mit

96:86 gegen Polen gewonnen hatte.

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Sport

„Die Leute sehen, dass hier

ehrlich gearbeitet wird“

Die Leipziger Halstenberg und Demme im Doppelinterview

Diego Demme, 27, schüttelt

immer noch etwas

ungläubig den Kopf, weil

Marcel Halstenberg, 27,

ihn beim Billard mit 2:1 geschlagen

hat. „Obwohl ich besser bin“, sagt

Demme. Im Rahmen der Serie

„Abenteuer Bundesliga –Eine Rundreise

durch Unions neue Fußballwelt“,

die seit Montag im Berliner

Kurier online zu lesen und auch im

UNVEU-Magazin erschienen ist, haben

wir die beiden Fußballprofis von

RB Leipzig, die morgen Abend an der

Alten Försterei gastieren, zum Interview

imWohnmobil getroffen.„Wow,

schönes Ding“, sagt Demme,nimmt

auf dem nach innen gedrehten Beifahrersitz

Platz und schaut sich um.

„Meine Schwiegerelternhaben auch

so eines,nur nicht mehr ganz so neu

wie dieses“, ergänzt Halstenberg.

Ein Urlaub im Wohnmobil, wäre das

etwas für Sie?

Diego Demme: Ichhabe echt mal

darüber nachgedacht, mir einen

Bully zu kaufen und damit im Sommer

Richtung Schweden zu fahren.

Das fände ich cool. Aber meine

Freundin stellt sich quer.Sie sagt immer,dass

ich nicht der Typdafür sei.

Ich sei zu ungeduldig und würde

mich nur aufregen, wenn mal etwas

kaputtgeht oder schiefläuft. Sie

kommt aus einer Familie, die gerne

Camping-Urlaube macht. Ich muss

noch mal mit ihr reden, mich würde

das reizen.

Marcel Halstenberg: Ich

finde das auch cool. Wie

gesagt, meine Schwiegereltern

haben sich ein älteresModell

gekauft. Dashaben

sie sich letztes Jahr zugelegt

und sind glücklich.

DasDing irgendwo abstellen

und hinten drin schlafen,

morgens dann im Wagen

frühstücken oder

draußen unter der Markise

sitzen –vielleicht nehmen

den meine Frau und ich ja auch mal.

Ganz Köpenick freut sich auf das Debütjahr

in der Fußball-Bundesliga.

Wieist Ihr Draht zum 1. FC Union?

Demme: In der Zweiten Liga haben

wir ja schon gegen Union gespielt,

das waren heiße Duelle. Ich

kenne dort aber keinen Spieler persönlich.

Halstenberg: Florian

Hübner spielt dort inder

Innenverteidigung, mit

ihm habe ich zwei Jahre

lang in Dortmund gespielt.

Wir haben eine enge Verbindung,

er ist ein guter

Kumpel. Ich freue mich,

ihn wiederzusehen. Mit

Hannover hat er ja schon

mal in der Ersten Liga gespielt,

aber nicht so richtig

den Fußindie Tür bekommen.

Bei Union hat er in der Aufstiegssaison

richtig gute Leistungen

gezeigt.

Demme: Ich freue mich auf die

Stimmung an der Alten Försterei. Ich

erinnere mich noch an Spiele mit

dem SC Paderborn inder Zweiten

Liga, als Torsten Mattuschka noch

dortgespielt hat. Da können Siesich

ja sicher vorstellen, was da los war.

Diehaben ihn bei jeder Aktion gefeiert.

Wahnsinn!

Wie haben Sie die Relegationsspiele

gegen den VfB Stuttgartverfolgt?

Halstenberg: Union hat auswärts

zwei Tore gemacht und war in beiden

Spielen besser. Der Aufstieg ist

untermStrich verdient.

Demme: Das hat man natürlich

mitbekommen. Auf Instagram war

für ein paar Tage lang gefühlt alles

rot-weiß. Unter bestimmten Hashtags

konnte man Bilder und Videos

vom Aufstieg und der Feier sehen.

Hutab, da ging es richtig ab.

Morgen müssen Siemit RB zu Union.

Waswird Sie als Leipzig in Köpenick

erwarten?

Seit 2015

Leipziger:Marcel

Halstenberg

Seit 2016

Leipziger:Diego

Demme

Halstenberg: Sicherlich ein Hexenkessel.

DieFans leben denVerein.

Es wirdnicht einfach sein, in diesem

kleinen Stadion bei dieser Atmosphärezupunkten.

Gerade zum Auftakt

wird Union alles rausholen. Der

Spielplan hat es gut mit uns gemeint,

dass wir gleich zu Beginn das Ostderbyhaben.

Demme: Ich habe schon ein paar

Derbys in Ostwestfalen gespielt mit

Paderborn gegen Bielefeld oder mit

Bielefeld gegen Osnabrück. Ichfreue

mich total auf das Spiel gegen Union.

Aber mal was anderes: Fast noch

mehr freue mich aufs Berliner Derby,

da wirdeszur Sache gehen. Wenn es

zeitlich passt, werde ich auf jeden

Fall hinfahren. Das wird ein Highlight

in der Bundesliga.

RB feierte zuletzt Zehnjähriges. In

dieser Zeit schaffte es der Klub im

Schnelldurchlauf von der fünften in

die Erste Liga. Was hat sich seither

verändert?

Halstenberg: Ich denke, dass RB

mittlerweile fest zur Stadt Leipzig dazugehört.

Die Vorbehalte, die es zu

Beginn in der Region und in

Deutschland gab, sind nicht mehr

erwähnenswert. Die Leute sehen,

dass hier ehrlich und nachhaltig gearbeitet

wird, dass der Verein eine

klare Philosophie verfolgt und dass

sich etwas entwickelt.

Demme: Ichbin jetzt seit fünfeinhalb

Jahren hier und kenne noch die

Drittliga-Zeiten mit RB.

Die Fangemeinschaft ist,

wie derVerein auch, mitgewachsen.

Unsere Anhänger

sind klasse.Inder Stadt

werden wir schon sehr oft

angesprochen.

TOBIAS REETZ

Inwiefern haben sich auch

das Umfeld und die Strukturen

bei RB verändert?

Demme: Schon sehr,

gerade mit Blick auf die

Akademie. Ich erinnere

mich noch, wie wir uns in provisorischen

Containern umgezogen haben.

Mittlerweile ist alles viel größer

und sehr professionell. Das Umfeld

ist mitgewachsen, die Stadt, die

Fans, der Kader –Leipzig ist ein super

Bundesligastandort.

„Hungry for more“ lautet das Klub-

Motto in der Saison

2019/2020. Wann holt RB

den ersten Titel?

TOBIAS REETZ

Halstenberg: Wir alle,

da spreche ich auch für

Diego, wollen erfolgreich

sein und irgendwann mal

einen Titel holen. Mal

schauen, wann der Zeitpunkt

kommt. Wir arbeiten

jedenfalls hartdafür.

Wie ist der erste Eindruck

vonJulian Nagelsmann?

Demme: Man merkt sofort, dass

er Wert auf Ballbesitzfußball legt, auf

Pressing und Gegenpressing. Dastut

unserem Spiel, glaube ich, ganz gut.

Ist es ein Vorteil, dass Nagelsmann

fast das gleiche Alter hat wie seine

Spieler?

Demme: Ich denke schon. Die

Kommunikation ist zum Teil etwas

anders.Ich erinneremich, wie er bei

Hoffenheim immer an der Seitenlinie

mitgegangen ist. Als Gegner hast

du dich oft aufgeregt, aber wenn er

dein eigener Trainer ist, ist das super.

Ichmag das.Erist vonseiner Mentalität

an der Seitenlinie her, ein bisschen

wie Diego Simeone.

Marcel, Siesind aktuell Nationalspieler.

Sehen Sie sich schon als fester Bestandteil?

Halstenberg: Die Nationalelf

durchlebt einen Umbruch. Ich habe

zuletzt gegen Estland 45 Minuten gespielt

und hatte großen Spaß. Ich

möchte gute Leistungen im Verein

bringen und hoffe, dass ich auch in

Zukunft dabei bin.

Trainerziel:

Lucien Favre

startet mit dem

Vorjahreszweiten

Borussia

Dortmund am

Sonnabend gegen

Augsburg indie

57. Bundesliga-

Saison, um die

ersten drei Punkte

im Titelkampf zu

sammeln.

Trainerdebüts:

Gladbachs Coach

Marco Rose hofft

im Abendspiel

mit Borussia

Mönchengladbach

ebenso auf ein

erfolgreiches

Bundesliga-Debüt

wie Trainer David

Wagner bei Gegner

Schalke 04.

Trainerfreude:

Ein bisschen

eigenwillig

erwartet Coach

Steffen Baumgart

den Bundesliga-

Auftakt von

Aufsteiger

SC Paderborn in

Leverkusen: „Ich

freue mir den Arsch

wund“, sagte er.

Schaut voraus und jetzt auch öfter mal in den Rückspiegel: Unions Grischa Prömel.

Was ist ein Stammspieler?

Nun, die Trainer

dieser Welt definieren

diesen Begriff doch

sehr unterschiedlich. Der eine gibt

vor, er hätte 16 oder gar 18 von der

Sorte, was natürlich nicht der Realität

entspricht, aber für die Kaderpflege

vielleicht ganz zuträglich ist.

Andere sind etwas vorsichtiger, vermeiden

das Wort, soweit das nur irgendwie

geht, weil so ein „Stammspieler“

gern mal unter dem Verdacht

steht, Trainers Liebling zu sein.

Beim 1. FC Union ist die Sache noch

etwas komplizierter, allein schon

wegen der zahlreichen Sommerzugänge,

welche die Hierarchie in der

Mannschaft des Bundesligaaufsteigers

komplett durcheinandergewirbelt

haben. Aber auch wegen Trainer

UrsFischer,der bei Fragen nach dem

Personal am liebsten im Ungefähren

bleibt.

Fakt ist, dass bei den Eisernen vor

dem Bundesligadebüt am späten

Sonntagnachmittag gegen RB Leipzig

nur ein paar wenige„Stammspieler“

auszumachen sind. Torhüter Rafal

Gikiewicz zählt dazu, der in der

Vorsaison nicht die kleinste Formschwäche

erkennen ließ, und auch

in der Relegation gegen den VfB

Stuttgart seine Leidenschaft in die

richtigen Bahnen zu lenken wusste.

Auch Marvin Friedrich und Christopher

Trimmel sind an dieser Stelle zu

nennen, wobei Letztgenannter als

Der Jubel fiel verhalten aus. Zu

sehr schmerzte der Rücken

noch. „Die Tablette hatte noch nicht

gewirkt“, meinte Sebastian Polter

über seinen Treffer zum 4:1 am Montag

beim finalen Test vor dem Ligastart

gegen Lichtenberg 47. Zugezogen

hatte sich Unions Publikumsliebling

die Blessur Mitte der ersten

Halbzeit im Hans-Zoschke-Stadion,

als er mit überdehntem Rücken zum

Kopfball ansetzen wollte und ein

Verteidiger des Regionalligisten ihm

ins Kreuz sprang. Minutenlang

musste Unions muskulöser Angreifer

behandelt werden. Bange Blicke

am Rande: Bitte nicht durch so ein

vermaledeites Testspiel …

Schon in der Vorsaison hatte Polter

selten beschwerdefrei agieren

können, musste erst eine Achillessehnenverletzung

und später einen

Mittelfußbruch auskurieren. Darum

geriet er im Dauerduell mit Sebastian

Andersson bei Trainer Urs Fischer

ins Hintertreffen.

Selbst wenn er nicht mehr unumstrittener

Stammspieler ist bei dem

Schweizer Trainer, gedenkt der 28

Jahre alte Stürmer sich durchzubeißen.

Polter steht damit für die Qualität

im Kader der Unioner, die dadurch

gewachsene interne Konkur-

Der

Unverzichtbare

Warum Grischa Prömel im Bundesliga-Matchplan

von Union-Trainer Urs Fischer

Der

Unerschütterliche

Warum Sebastian Polter für

den gewachsenen internen Konkurrenzkampf

bei den Eisernen steht,

der Chancen und Risiken birgt

renz und für die Härten, die sie für

die Profis mit sich bringen kann,

aber auch die Chancen.

Immerhin diesmal ist die Verletzung

nicht so gravierend. Beim letzten

öffentlichen Training am Donnerstag

konnte Polter springen und

rennen. Er ist wieder beschwerdefrei.

Folgen hat die Partie in Lichtenbergfür

Sebastian Polter in positiver

Hinsicht. Mit dem Doppelschlag

zum 2:0 und 4:1 stellte er seinen Torriecher

unter Beweis. Er ist bereit.

Bereit für das Spiel gegen Leipzig am

die Schlüsselfigur ist

VonMarkus Lotter und Max Ohlert

VonMathias Bunkus

Leader außer Frage steht, aber noch

den Nachweis erbringen muss,ober

auch in der Bundesliga mit seinem

vonErfahrung getragenen Stellungsspiel

seine Tempodefizite wettmachen

kann. Im Mittelfeld sind fürs

Erste Christian Gentner und Marcus

Ingvartsen gesetzt. Der eine (Gentner),

weil er nach 377 Bundesligaspielen

für den VfB Stuttgart und

dem VfL Wolfsburg weiß, was es

braucht, um in der höchsten deutschen

Spielklasse bestehen zu können.

Derandere(Ingvartsen), weil er

mit seiner Ballsicherheit für Entlastung

sorgen, mit seiner Finesse hingegen

womöglich Spiele entscheiden

kann. Unddann ist da noch Grischa

Prömel, der infolge seiner herausragenden

Leistungen in der

Rückrunde der Aufstiegssaison und

einer beeindruckenden Vorbereitung

der Stammspieler beim 1. FC

Union ist.

Im Matchplan von Urs Fischer,

der ja für die Bundesliga doch ein

wenig anders aussieht als für die

Zweite Liga, ist der 24-Jährige der

Unverzichtbare. Prömel erläutert

wie folgt die Komplexität seiner Auf-

Sonntag (18 Uhr), das allererste Bundesligaspiel

der Eisernen.

DieSituation ist für Polter,der zusammen

mit Torsten Mattuschka

mit 42 Treffern bester Zweitligaschütze

der Köpenicker ist, dadurch

aber nicht einfacher geworden.

Nicht wenige erwarteten, dass Polter

im Sommer das Weite suchen würde

angesichts der gewachsenen Konkurrenz,

angesichts vonSpielernwie

Anthony Ujah, immerhin Unions

Rekordtransfer mit rund zwei Millionen

Euro Ablöse. Auch Marcus Ing-


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 23 *

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Sport

gabe: „Das neue System ohne Sechser

ist schon eine große Umstellung.

Man muss öfter mal in den Rückspiegel

gucken, schauen, was hinter

einem passiert. Sonst hat da ja immer

Manuel Schmiedebach abgesichert.

Nun kommt es in erster Linie

darauf an, dass ich mich mit Christian

Gentner entsprechend abstimme.“

Insofern darf bei Union

durchaus voneiner Doppel-Acht gesprochen

werden, die bei der Generalprobe

gegen CeltaVigo zumindest

eine Stunde lang ziemlich ansprechend

Fischers theoretischen Ansatz

in die Praxis zu übertragen wusste.

Dank an Nagelsmann

vertsen als Strafraumspieler und der

bullige Suleiman Abdullahi könntenn

ja in vorderster Front agieren und

nicht nur hinter den Spitzen oder auf

dem Flügel.

Denn nur ein klassischer Neuner

ist in UrsFischers 4-2-3-1-Lieblings-

formation vorgesehen. Zumindest,

was eine Startelf angeht. Ob Polter

also am Sonntag in der Alten Försterei

auflaufen darf, erscheint

fraglich. Vielleicht nicht von Beginn

an –was Unions Mann mit

der Nummer 9auf dem Rücken erst

einmal nebensächlich findet. Er

denkt nicht dran aufzugeben. Das

Ende des Transferfensters am 2. Sep-

tember macht ihm keine Sorgen.

„Endlich geht es los“, sagt er.

Erinnerungen an zwei Tore

Im DFB-Pokal bei Germania Halber-

stadt kam Sebastian Polter nicht

zum Einsatz, im Test gegen Lichten-

berg 47dagegen spielte er die vollen

90 Minuten. „Ich glaube nicht, dasss

ich mich zurückstellen muss oder

hinten anstellen muss“, sagt der 1,91

Meter große Angreifer. „Im Lauf der

Saison werden alle drei Stürmer

noch einmal wichtig. Auch ich werdee

wichtig sein.“ Ob er jetzt schon am

Sonntag seine Chance erhält? „Das

Für Prömel wird mit seinem ersten

Einsatz in der Bundesliga ein Kindheitstraum

wahr. Endlich Bundesliga,

endlich ganz oben. „Das ist etwas,

worauf ich meine Karriere lang

hingearbeitet habe. Ich freue mich

unheimlich auf mein erstes Bundesligaspiel.

Mich muss niemand motivieren“,

sagte er im Laufe der Woche

im Rahmen einer Gesprächsrunde,

berichtete dabei auch von seinen

Brüdern, die im Stadion an der Alten

Försterei zugegen sein werden. Zudem

vonseinen Eltern, die leider im

Urlaub wären und deshalb seinen

großen Moment nur im Fernsehen

verfolgen könnten.

SeinVater Roland gilt als einer seiner

wichtigsten Förderer, als derjenige,der

mit sanftem Druck den jungen

Grischa dazu brachte, beim

TSV/RSK Esslingen das Talent nicht

zu verschleudern. „Ich spielte lieber

auf Bolzplätzen. Erst als mir mein

Vater ein Fahrrad versprach, meldete

ich mich im Verein an“, so Prömel.

Als Entwicklungsbeschleuniger

nennt er aber einen anderen: nämlich

Julian Nagelsmann, der am

Sonntag, was der Sache eine doch etwas

eigenartige Note gibt, als Cheftrainer

von RBLeipzig mit von der

Partie sein wird. Prömel sagt: „Julian

Nagelsmann hat mich zu dem Spieler

gemacht, der ich heute bin. Als er

mich von den Stuttgarter Kickers

nach Hoffenheim geholt hat, war ich

ein ganz normaler zentraler Mittelfeldspieler.

Erhat mir erklärt, wie er

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Union Berlin

1

4.33

Der Rücken

ist wieder

schmerzfrei,

Sebastian Polter

bereit. MATTHIAS KOCH

RB Leipzig

*Quotenänderung vorbehalten

Suchtrisiken.glücksspielhilfe.de18+

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2

1.75

IMAGO IMAGES

sich einen Spieler auf meiner Position

vorstellt. Einer, der sowohl im

Angriff, als auch in der Verteidigung

arbeitet, immer in Bewegung ist,

gleichermaßen abschließen und

grätschen kann. Sicherlich haben

mich auch die anderen Trainer in

meiner Karriere geprägt, aber Julian

Nagelsmann hat mich zuerst geschliffen.“

Prömel ist dank des Einflusses

vonNagelsmann also zu einem Boxto-Box-Player

gereift, wie man in

England einen Spieler mit seinen Fähigkeiten

beschreibt. Also zu einem

Mittelfeldallrounder, dessen Aktionsradius

vomeigenen bis zum gegnerischen

Strafraum reicht. Bei

Union hat er indes gelernt, Verantwortung

zu übernehmen, im Spiel

selbst, wenn er die Kollegen mit klarenAnweisungen

auf Notwendigkeiten

hinweist. Aber auch über das

Sportliche hinaus,wenn es gilt, auch

mal zu einem heiklen Thema Stellung

zu nehmen. So hat er auch eine

Meinung zum für Sonntag angekündigten

fünfzehnminütigen Stimmungsboykott

der Union-Ultras.

„Klar ist es ein Thema, aber wir wollen

es jetzt nicht zu einem größeren

Thema machen, als es ist“, sagte er.

Und: „Wir haben in der Mannschaft

so kommuniziert, dass wir uns lieber

auf das Fußballspielen fokussieren

und uns nicht verrückt machen lassen

durch irgendwelche Nebengeräusche.“

muss man sehen. Der Trainer wird

da schon seine Pläne haben.“

An RB Leipzig jedenfalls hat Pol-

Erinnerungen. „Da war ja

ter beste

mal was.“ Polter lächelt breit, wenn

er an jene Spielzeit 2014/2015

denkt, als er in seinem ersten

Heimspiel für die Eisernen mit sei-

Toren zum 2:1 den Sach-

nen zwei

sen dieerste Pflichtspielniederlage

in der Zweiten Liga beibrachte und

bei etlichen Fans die Hoffnung

weckte, dass dem Emporkömmling

kein

Durchmarsch ins Fußball-

gelingt.

Oberhaus

Schreit das nicht aus Sicht der

Köpenicker nach einer Wiederholung?

„ Es darf amSonntag alles gesein,

wie es damals war“, sagt

nauso Sebastian Polter. „Angefangen von

dem Stimmungsboykott in den ersten

15 Minuten, wo es dann danach

losgehtund die Stimmung im Sta-

sagte der gebürtige

dion explodiert“,

Wilhelmshavener.

Sorgen, dass der Stimmungsboy-

haben könnte,

kott Auswirkungen

hat er nicht. „Das haben wir ja

schon erlebt. Das wird nur

geil, wenn die Jungs im Stadion

die letzten Sekunden

runterzählen und wir wissen:

Jetzt geht es los.“

Werspielt?

Voraussichtliche

Aufstellung

des 1. FC Union:

Rafal Gikiewicz –

Christopher Trimmel,

Marvin Friedrich,

Keven

Schlotterbeck,

Christopher Lenz –

Grischa Prömel,

Christian Gentner–

Sheraldo Becker,

Marcus Ingvartsen,

Marius Bülter –Sebastian

Andersson

Werfehlt?

Florian Hübner –

nach seiner Kapselverletzung

im Knie

ist der Innenverteidiger

noch imAufbautraining.

Werpfeift?

Schiedsrichter ist

Markus Schmidt

aus Stuttgart-

Sillenbuch.

Immer mal wieder in Berlin zu Gast: Uli Hoeneß.

Liebe Fans

von Union Berlin,

in all den Jahren, die ich nun schon im deutschen Fußball tätig bin, hat der FC

Bayern Aufsteiger kommen und gehen sehen.Viele haben sich schnell wieder

verabschiedet, manche konnten sich etablieren, nur ein paar wenige schrieben

Geschichte. Auf Union Berlin können wir uns freuen. Weil das ein Klub

ist, der eine ganz besondereAusstrahlung hat. Herzlich willkommen!

Leider weiß ich seinen Namen nicht mehr, aber ich kann mich noch gut

erinnern: Union hatte mal einen blonden Angreifer, recht groß. Er stand oft

einfach nur mit verschränkten Armen im Mittelfeld herum –aber wenn er

den Ball hatte,stürmte er los,mit einemWahnsinnstempo.Vor dem Torhat er

dann meistens für einen Kollegen abgelegt. Das war ein Typ, so passend zu

Union Berlin: Erfrischend anders und originell –einfach eine Schau, wie wir

in Bayern sagen. Union stand zu DDR-Zeiten im Schatten des Mielke-Klubs

BFC Dynamo,und es war immer toll, wie der Klub der Parteiführung getrotzt

hat. Wenn Menschen für ihre Überzeugungen auch gegen Widerstände eintreten

und sich nicht unterbutternlassen, muss das imponieren.

Eisern Union verbiegen? Geht nicht. DerKlub war ein Auffangbecken für

die, die anders dachten. EinTummelplatz für die, die mit dem System nicht

konform gegangen sind, das Menschen unterdrückt

hat. So eine Haltung verdient höchsten

Respekt –und zwar bis in die heutige Zeit. Ich

habe den Eindruck, bei Union Berlin ist der

Kampfgeist noch immer verwurzelt. Wir haben

bereits in der „Alten Försterei“ gespielt, und mir

gefällt, wie treu die Fans zu diesem Klub stehen.

Die Anhänger würden Union wohl selbst in die

tiefsten Niederungen des Fußballs folgen. Unvergesslich

ist, wie sie voreinigen Jahren mitgeholfen

haben, das Stadion zu modernisieren;

freiwillig und unentgeltlich –dakamen Reporter

aus allen Ecken der Welt, um darüber zu berichten.

Das ist eine wunderbare Geschichte, genauso

wie,dass in Unions Räumlichkeiten eine

Stiftung untergebracht ist, die sich um Flüchtlinge

kümmert. Es ist wichtig, dass sich Vereine

„Mir gefällt,

wie treu

die Fans

zu diesem

Klub

stehen.“

Uli Hoeneß

IMAGO IMAGES

ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind, gerade, wosich heutzutage so

viele Klubs zunehmend nur noch auf das Geschäft konzentrieren. Dass in

Berlin nun zum 30-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung erstmals seit

1976/77 wieder zwei Vereine aus der Hauptstadt im Oberhaus spielen, ist

eine feine Pointe der Fußballgeschichte.Erst fünf ehemalige DDR-Oberligisten

haben es überhaupt in die Bundesliga geschafft, daran sieht man, was für

eine reife Leistung der Aufstieg von Union Berlin ist. Ich bin sicher, dass die

„Eisernen“ mit ihrer Art, ihrer Stadionkultur,ihrer Geschichte eine Bereicherung

zwischen den vielen Etablierten sein werden. Als Aufsteiger hat man es

leider immer schwer,aber damit uns dieser bunte Farbklecks in der Bundesliga

länger erhalten bleibt, drücken sicher einige Menschen die Daumen.

Darumauchvon Seiten des FC Bayern:Viel Glück!

UliHoeneß

Bus trifft auf Barkas: Beide gondeln jetzt durch eine Liga.

IMAGO IMAGES


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 – S eite 24 *

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Sport

Der Neuer austanzt: Marko Grujic erzielt das 2:1 für Hertha BSC.

OTTMAR WINTER

Nico Santos, geboren am

7. Januar 1993 in Bremen

als Nico Wellenbrink, ist

ein eher durchschnittlich

begabter deutscher Singer-

Songwriter, aber dennoch ziemlich

erfolgreich, wie sich bei einem kurzen

digitalen Ausflug auf das Videoportal

umgehend zeigt. Er scheint

vorallen Dingen bei einem jüngeren

Publikum beliebt zu sein, was wohl

die Deutsche Fußball Liga (DFL)

dazu bewogen hat, ihn für das Eröffnungsspiel

der Bundesligasaison

2019/2020 zu engagieren. Leider

nicht als Sideact oder Balljunge,sondern

doch tatsächlich als Interpret

der Nationalhymne. Was nach dem

ersten Ton dazu führte, dass man

sich sogleich an die Brüh-im-Lichte-

Peinlichkeit der Pop- Künstlerin SarahConnor

erinnerte.

Ein Glück, dass a) die Sache mit

Santos schnell erledigt war und dass

b) der deutsche Fußball (Vorsicht:

schiefer Vergleich!) immer noch besser

ist als das,was man vondem Gros

der deutschen Barden zu hören bekommt.

Der Vortrag des FC Bayern

zum Saisonauftakt, aber vorallem der

von Hertha BSC war jedenfalls sehr

unterhaltsam, ja, ein erster vielversprechender

Werbestreifen für die

neue Spielzeit. Unddas Beste aus Berliner

Sicht: Hertha BSC verpasste

zwar den ersten Sieg in München seit

42 Jahren, setzte mit dem 2:2 beim

deutschen Rekordmeister aber schon

mal ein erstes Ausrufezeichen, ist zudem

die erste Mannschaft seit 2013,

die den Bayern im Auftaktspiel ein

Remis abtrotzen konnte.

Etwas zu euphorisch starteten die

Blau-Weißen in die Partie,eröffneten

mit ihrem ungebremsten Hurra-Stil

den Münchnern eigentlich viel zu

früh viel zu viel Platz im Mittelfeld.

Vielleicht war es aber auch einfach

nur ein Problem der Orientierung,

da Trainer Ante Covic sein Team im

Vergleich zum Pokalspiel in Eichstätt

nicht nur personell verändert, sondernineine

neue taktische Ordnung

gepackt hatte.

Lukas Klünter, der für Jordan Torunarigha

in die Startelf gerückt war,

Niklas Stark und Karim Rekik bildeten

eine Dreierabwehrkette. Davor

agierten Matthew Leckie, Marko

Grujic, Vladimir Darida und Maxi

Mittelstädt in einer Vierer-Mittelfeldreihe.Und

in der Offensivedurften

sich Ondrej Duda als Zehner,

Dodi Lukebakio, der Salomon Kalou

Wieim

Lehrvideo

Hertha BSC gelingt zum Saisonauftakt

bei Bayern München eine erste

Überraschung und kommt zu

einem 2:2

VonMaik Rosner

ersetzte,und Vedad Ibisevic als Doppelspitzeversuchen.

Die mangelhafte Abstimmung

zwischen den Mannschaftsteilen der

Hertha nutzen die Bayern schließlich

auch zur Führung, als über Joshua

Kimmich und Serge Gnabry der

Ball zu Robert Lewandowski gelangte,der

mit einer entschlossenen

Grätsche dann auch den Ball ins Tor

bugsierte (24.). In der Folge gab es allerlei

Anzeichen, das sich daraus ein

typischer Bayern-Sieg entwickelt.

Gnabryärgerte Hertha-Keeper Rune

Jarstein (26.), der schon in der Anfangsphase

mehrmals gekonnt sein

Torwarthandwerk zum Einsatz

brachte.Und immer wieder gerieten

Klünter, Mittelstädt und Rekik auf

den Flügeln in brenzlige Eins-gegen-

Eins-Situationen. Doch diese Bayern

sind offensichtlich keine typischen

Bayern mehr.Sie sind anfällig.

So brachte sich die zunächst so

angeschlagen wirkende Hertha innerhalb

vondreiMinuten in eine Situation,

die auf eine faustdicke

Überraschung hoffen ließ. In der 36.

Minute zog Lukebakio, der in der

Vorsaison im Trikot von Fortuna

Düsseldorf bekanntermaßen drei

Tore beim Gastspiel in München er-

zielt hatte,mit Schwung nach innen,

machte einen Schlenker,umsich mit

seinem linken Fuß schließlich an einem

Fernschuss zu versuchen. Womöglich

wäre der Ball im Toraus gelandet,

vielleicht auch in den Händen

von Manuel Neuer, dasich aber

über den Rücken von Ibisevic die

Flugbahn veränderte,jubelte Hertha

über den Ausgleich (36.). Doch damit

nicht genug. Nach einem gekonnten

Lupfer von Ibisevic eilte

Grujic allein auf Neuer zu, umkurvte

ebendiesen wie im Lehrvideo und

schob zur Führung ein.

Grujic war allerdings auch derjenige,

der in der 60. Minute im Übereifer

einen folgenschweren Aussetzer

hatte. Aus unerklärlichen Gründen

riss er im eigenen Strafraum Lewandoski

zu Boden, was Referee

Harm Osmers zunächst nicht erkannte.

Erst der Videoschiedsrichter

in Köln machte ihn umgehend darauf

aufmerksam, worauf Osmers

schließlich mit seinen Händen das

berüchtigte Rechteck formte. Lewandowski

verwandelte den Strafstoß

sicher.

DerRest war aus Hertha-Sicht leidenschaftliches

Verteidigen mit einem

Punkt als verdienten Lohn.

Das große Fressen

Die Bundesliga hat sich bereits 20 Spieler geleistet, die eine achtstellige Ablöse gekostet haben. Der Transfermarkt kennt kaum noch Hemmungen, die Preistreiberei wird immer wilder

VonFrank Hellmann

Max Eberl erinnert sich mit Erheiterung

an seine Anfänge

nach der aktiven Karrierezurück. Bevor

der Niederbayer vor knapp elf

Jahren den Posten des Sportdirektors

bei Borussia Mönchengladbach

übernahm –und zu einem der versiertesten

Manager der Bundesliga

aufstieg – hatte Eberl als Nachwuchskoordinator

am Niederrhein

gearbeitet. Unschätzbare Erfahrungen,

wie der 45-Jährige sagt, „alles

eine Nummer kleiner –und ein paar

Nullen weniger“. Mittlerweile ist

Gladbachs Manager fast gezwungen,

die Preistreiberei im Profifußball

mitzumachen, will die Fohlenelf

nicht den Anschluss verpassen.

Eberl stellt gravierende Veränderungen

fest. „Die Zahlen sind in den

vergangenen fünf, sechs,sieben Jahren

viel größer geworden“, sagte er

kürzlich bei einer Gesprächsrunde

mit dem Magazin Kicker. Heutzutage

würden die Verhandlungen

ganz anders geführt als früher. Ein

Beispiel:„Ein Spieler mit noch einem

Jahr Vertrag, der könnte fünf Millionen

kosten. Der Berater sagt auch:

Für fünf müsste man das hinkriegen.

Und der abgebende Verein sagt

dann:Wirwollen 15 Millionen. Dann

sind es statt drei auf einmal zehn

Millionen Unterschied.“

Heraus kommt, was in der Bundesliga

die Regel geworden ist: eine

achtstellige Ablösesumme.Inder aktuellen

Transferperiode haben aktuell

allein 20 Spieler mehr als zehn

Millionen gekostet. Die Preistreiberei

wird immer wilder. Der österreichische

Nationalspieler XaverSchlager

kostet den VfL Wolfsburg mal

eben 15 Millionen Euro. Eine vergleichbare

Summe blätterte Bayer

Leverkusen dem Vernehmen nach

für das französische Talent Moussa

Diaby hin. Und für den dänischen

U21-Nationalspieler RobertSkovbezahlte

die TSG Hoffenheim klaglos

rund zehn Millionen. Wohlgemerkt

nicht für die Spieler aus dem oberen

Regal des Sortiments.

Schon vor Jahren

warnte Heribert Bruchhagen,

damals noch Vorstandschef

bei Eintracht

Frankfurt, vor einer solchen

Entwicklung mit dem

prägenden Satz: „Die Flut

hebt alle Boote.“ Damit

war das Boot der Spielergehälter

gemeint, da die

Marktwerte der Spieler bei

einem Transfer erheblich steigen.

Vonden vor allem über die Medienerlöse

generierten Mehreinnahmen

profitieren in erster Linie die Akteure

und deren Agenten.

Als die Deutsche Fußball-Liga

(DFL) im Frühjahr die Finanzkennzahlen

der Bundesliga aus der Saison

2017/2018 offenlegte, waren auch

WarDortmund viel

wert:Nico Schulz

GETTY IMAGES

die Auszahlungen für Spielerberater

enthalten. Summa summarum flossen

205 Millionen Euro an die Vermittlerdienste.

Der Jahresumsatz eines

gehobenen Erstligisten.

Geht’s noch?

Vor der Saison 2012/

2013, als sich Bayern München

und Borussia Dortmund

im Champions-

League-Finale vonWembley

begegneten und mit

der deutschen Dominanz

einen Vorboten für den

WM-Triumph 2014 aussandten,

leistete sich die

Liga gerade mal sechs Transfers für

einen zweistelligen Millionenbetrag,

der Vereinen wie Werder Bremen

oder Eintracht Frankfurtals unüberwindbare

Schallmauer erschien.

Teuerster Deal vorsieben Jahren: der

Wechsel vonJavier Martínezzum FC

Bayern für 40 Millionen Euro, damals

eine neue Rekordablöse.

Heute gelten die 80 Millionen, die

der Branchenführer für Weltmeister

Lucas Hernández ausgab, gemessen

an internationalen Maßstäben als

handelsüblich. Landsmann Benjamin

Pavard war mit einem 35-Millionen-Preisschild

versehen. Dortmund

blättert dreimal je 25 Millionen

Euro hin, um sich mit Thorgan

Hazard, Nico Schulz und Julian

Brandt auf den Flügeln zu verstärken.

Mats Hummels war für den BVB

mehr als 30 Millionen Euro teuer.

Die Bosse Karl-Heinz Rummenigge

(FC Bayern) und Hans-Joachim

Watzke (BVB) haben sich das

Wehklagen fast abgewöhnt. Im Umkehrschluss

profitieren deutsche

Vereine bei Verkäufen ja auch von

opulenten Summen, die vor allem

aus der englischen Premier League

in den Marktgepumpt werden. Aber

am Ende der Nahrungskette lauern

die Global Player und die meisten

englischen Vereine. Nur fressen die

Großen die Kleinen jetzt schneller.

Die Bundesliga wirtschaftet mit Augenmaß,

hat aktuell laut dem Portal

transfermarkt.de rund 685 Millionen

Euro für Einkäufe ausgegeben und

für Verkäufe rund 520 Millionen eingenommen.

Im letzten DFL-Wirtschaftsreport

für 2017/2018 machten

Transfers bei den Erlösen 645,5

Millionen Euro aus, der Anteil war

größer als die Zuschauereinnahmen.

Neue Spieler kosteten 839 Millionen

Euro (22,6 Prozent der Ausgaben).

Noch können bis zur Schließung des

Transferfensters in zwei Wochen

diese Rekordmarken fallen.

Eberl hat am Mittwoch vomfranzösischen

Pokalsieger Stade Rennes

Linksverteidiger Ramy Bensebaini

verpflichtet. Der algerische Nationalspieler

soll rund neun Millionen

Euro gekostet haben. Dasist heutzutage

fast der normale Anschaffungspreis

für einen Durchschnittsprofi

mit Entwicklungspotenzial.


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 – S eite 25 *

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Feuilleton

Das fliegende Auge:

Claus Löser über die

Ufa-Filmnächte

Seite 28

„Man sollte nicht über das riesige Angebot erschrecken.“

Arno Widmann über Lektüreerfahrungen mit der Ausgabe Sämtlicher Schriften Alexander von Humboldts Seiten 26 und 27

Erst wird die Berliner Tanzszene an den Runden Tisch geladen, dann interessieren ihre Empfehlungen aber nicht weiter –gerade noch gut gelaunter Protest gegen den Finanzplan 2020/21 bei der Eröffnung von Tanz im August vor dem Hebbel-Theater.

ZTB/RICARDO SANZ

Wenn beim diesjährigen

Tanz im August Leute

in Grüppchen zusammenstehen

und hoch

erregt miteinander diskutieren,

dann sprechen sie nicht unbedingt

über die Aufführung, die sie gerade

gesehen haben. Sie reden stattdessen

über Kulturpolitik. Darüber, wer

schuld ist.Werwann welche strategischen

Fehler gemacht hat. Kurz:darüber,

wie es dazu kommen konnte,

dass der Senat die Tanzförderung in

seinem Haushaltsentwurf für die

Jahre 2020 und 2021 um gerade mal

700 000 Euro für außergewöhnliche

Maßnahmen aufgestockt hat. Denn

eigentlich hatten die Berliner Tanzschaffenden

auf einen großen Wurf

gehofft –und das zu Recht! Im Koalitionsvertrag

haben die Regierungsparteien

2016 eine wesentliche Stärkung

der Tanzszene vereinbart. Sie

sollte nicht sofort erfolgen, sondern

nach einer gründlichen Bestandsaufnahme

und der Aufstellung eines

Entwicklungsplans.

Genau das ist im vergangenen

Jahr passiert. Ein Runder Tisch, zusammengesetzt

aus Tanzschaffenden

und Tanzexperten, wurde einberufen.

Auch die Autorin dieser Zeilen

gehörte dazu. EinJahr lang wurde intensiv

an all dem gearbeitet, was es

für einen alle Bereiche umfassenden

Entwicklungsplan für den Tanz

braucht. 100 000 Euro hatte die Kulturverwaltung

für den Arbeitsprozess

bereitgestellt. Es gab Gruppen,

die Konzepte für Residenzen, Stipendien

und Tanzvermittlung ersannen

–und es gab eine Gruppe, inder die

Ansichten recht unversöhnlich aufeinanderprallten.

In dieser Gruppe

wurde die Idee für ein eigenes Haus

für den Tanz verhandelt.

Dass am Ende, nach mühsamem

und zähem Ringen, im Abschlussbericht

die Empfehlung für ein Tanzhaus

trotzdem an erster Stelle stand,

ist ein Zeichen für die ungeheure

Disziplin der Szene. Denn die Gründung

einer Landesbühne für Tanz

geht zunächst gegen die unmittelbarenInteressen

all jener,die unter inakzeptabel

prekären Bedingungen

arbeiten und von einem solchen

Haus selbst keine direkten Vorteile

hätten. Die Zustimmung gegen die

eigenen Interessen erfolgte aus der

politischen Einsicht, dass eine solche

Institution für den zeitgenössischen

Tanz längst überfällig ist.

Der zeitgenössische Tanz etablierte

sich ja erst als eigenständige

Kunstform, als die bürgerlichen Kultureinrichtungen

längst errichtet

waren. In Frankreich hat man auf

den Mangel bereits in den 80er-Jahren

mit der Gründung von 19nationalen

choreografischen Zentren reagiert.

In Deutschland hat das bislang

nur Nordrhein-Westfalen mit dem

Tanzhaus NRW und Pact Zollverein

geschafft. In Berlin verblieb der zeitgenössische

Tanz in der freien Szene

und professionalisierte sich dort–allerdings

unter entsprechend prekärenBedingungen.

Nun, das glaubten

alle,sollte endlich auch hier etwas an

der desolaten Lage geändertwerden.

Der im Abschlussbericht vorgelegte

Entwicklungsplan sieht nicht

nur eine Stärkung der bestehenden

Infrastruktur mit ihren vielfältigen

Einrichtungen vor, sondern viele

Bausteine sind erste Strukturmaßnahmen

hin zu einem zukünftigen

Tanzhaus.Und auch wenn die geforderten

sechs Millionen Euro zu hoch

gegriffen sein mögen: Mit den jetzt

vorgesehenen 700 000 Euro lassen

sich vielleicht ein paar Löcher stopfen,

aber keine neue Struktur bilden.

Dieser Haushaltsentwurf macht vor

allem eines deutlich: Der Kultursenator

Klaus Lederer nimmt die Empfehlungen

des Runden Tisches Tanz

nicht ernst. Warum, darüber streiten

sich nun die Beteiligten. Hätte sich

die Szene vielleicht ausschließlich

für ein Tanzhaus einsetzen müssen?

„Nein“, sagt die für den Tanz engagierte

Grünen-Politikerin und Kulturausschuss-Vorsitzende

Sabine

Bangert, „das kann man von der

In

schiefer

Lage

Eine wesentliche Stärkung der

Tanzszene ist im Koalitionsvertrag

vereinbart. Der Kultursenator sendet

dazu jetzt aber doppelte Botschaften aus.

Ein Deutungsversuch

VonMichaela Schlagenwerth

Dass der WegRichtung

Tanzhaus Schritt für Schritt und

Hand in Hand mit der Berliner

Tanzszene gegangen wird, hatte

diese geschickt geplant.

Es ist nicht der richtige Weg.

Szene mit ihren zum Teil ganz anders

gelagerten Interessen nicht verlangen.“

Dass die geschlossene Front für

ein Tanzhaus fehlte, ist nur eine der

Mutmaßungen. Dass Klaus Lederer

die Empfehlungen nicht ernst

nimmt, weil sie vonder Szene selber

kommen, ist eine weitere. Aber

warum hat er dann nicht externe

Profis berufen? Sie wären am Ende

wohl zu den gleichen Ergebnissen

gekommen. Etwa: In Berlin gibt es

aufgrund der bestehenden Infrastruktur

zu wenig große Bühnenproduktionen

im Tanz. Dieraren großen

Gastspiele, etwa imHaus der Berliner

Festspiele, werden regelrecht

überrannt. Und: International erfolgreiche

Künstler produzieren ihre

Stücke hier oft unterhalb der Armutsgrenze.

Dasalles ist hinlänglich

bekannt. Warumpassiertnichts?

„Kulturförderung ist Spitzenförderung“,

sagt Sabine Bangert. Es

geht nicht darum, die freien Produktionen

in der Breite auch nur annähernd

mit Bedingungen auszustatten,

wie sie in Landesbühnen die Regel

sind. Es geht darum, Strukturmaßnahmen

auf den Weg zu

bringen, die im Tanz auch jenseits

des Staatsballetts eine solche Spitzenförderung

ermöglichen. Wobei

der Tanz in Berlin inklusive Staatsballett

insgesamt eine Förderung

vonjährlich nur 15,3 Millionen Euro

erhält. Dasentspricht dem Etat einer

der kleineren Landesbühnen. Die

Förderung und die Bedeutung der

Kunstform Tanz befinden sich eindeutig

in Schieflage.

Warum interessiert sich der Kultursenator

nicht dafür? Warum erscheint

er nicht einmal zur Eröffnung

von Tanz im August, sondern

schickt seinen Kulturstaatssekretär

Torsten Wöhlert, der sich dann mit

den wütenden Protestierenden auseinandersetzen

darf? Hier sei eine

These gewagt. Die Berliner Tanzszene

hat sich in den vergangenen

Jahrzehnten notgedrungen so eng

vernetzt, dass sie, vor allem was die

ästhetischen Ausrichtungen angeht,

undurchlässig geworden ist. Wenn

die Entwicklung eines zukünftigen

Tanzhauses zu sehr in den Händen

der Szene läge,bestünde wieder dieselbe

Gefahr.Umdas zu verhindern,

müsste der Linke Klaus Lederer einen

rigorosen Cutmachen. Er würde

damit sowohl das Gros der Tanzszenegegen

sich aufbringen als auch

seine Koalitionspartner, vor allem

Sabine Bangert, die ganz auf die Kooperation

mit der Szene setzt. Aber

bevor er diesen unbequemen Weg

geht, so der Eindruck, den man gewinnen

muss, drückt er sich lieber

ganz um das Problem herum.

Sicher wird es bei den 700 000

Euro fürdie Umsetzung der Empfehlungen

des Runden Tisches nicht

bleiben. Das käme einem Bruch des

Koalitionsvertrages gleich. Aber

auch eine Erhöhung der Summe

wird noch lange kein Engagement

für ein Tanzhaus bedeuten. Darum

aber müsste es vor allem gehen.

Denn auch wenn sich ein Tanzhaus

nicht ohne die Tanzschaffenden der

Stadt betreiben lässt –damit etwas

Neues entstehen kann, sollte der

AuftraganExterne gegeben werden.

Die entsprechenden Entscheidungen

sollten der Kulturverwaltung

vorbehalten bleiben. Dass

derWeg Richtung Tanzhaus Schritt

für Schritt und Hand in Hand mit

der Szene gegangen wird, hatte

diese geschickt geplant. Es ist

nicht der richtige Weg. Der jetzige

Haushaltsentwurf macht deutlich:

Wird er weiter forciert, geht der

Tanz wiederleeraus.Von KlausLederer

allerdings müssten endlich

klareWorte kommen, wieerdie offensichtlichen

Probleme zu lösen

gedenkt.

Michaela Schlagenwerth

war 2018 Mitglied des

Runden Tisches Tanz.


26 * Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Göttin

des

Zorns

VonFrank Junghänel

Inder Regel investieren Fernsehredakteureviel

Fantasie in möglichst

einfache Filmtitel, in der Annahme,

dass das Publikum nicht gern überfordert

werden möchte. Indem hier

vorliegenden Fall hätte sich zum Beispiel

„Tod im Restaurant“ angeboten

oder auch „Sieben Schüsse auf den

Gastronomen“. Nun heißt der Film

mit den Dresdner Kommissarinnen

allerdings „Nemesis“, und da wird

man doch nachdenklich. Nemesis,

was war das gleich? Ein Gegenspieler,

soviel ich weiß. Google, google.

Ah ja, die Göttin des gerechten

Zorns, auch Todesengel. Das hätte

man gar nicht so genau wissen mögen,

denn nun ist man vom Vorspann

an besser im Bilde als die Polizei,

die ziemlich lange braucht, um

hinter die Tragödie zu kommen.

Besagter Restaurantleiter, ein sogenannter

Szenegastronom, wirderschossen

in seinem Büro gefunden.

DieKriminalistinnen Gorniak (Karin

Hanczewski) und Winkler (Cornelia

Gröschel) sind schnell am Tatort,

Letztere inJoggingsachen, was Anlass

für ein paar kleine Scherze gibt.

Die Sache sieht nach organisiertem

Verbrechen aus, Schutzgelderpressung.

Irgendetwas in dieser Richtung.

Der Mann war in Dresden gut

vernetzt, nicht zuletzt bei der Polizei,

weshalb Revierleiter Schnabel (Martin

Brambach), ganz aufgeregt ist.

Aber das ist er ja eigentlich immer.

Nun wird losermittelt. Die Frau

des Toten (Britta Hammelstein) gibt

den Kriminalistinnen einige Rätsel

auf, einerseits bricht sie effektvoll

zusammen, andererseits verhält sie

sich seltsam kontrolliert. Sie erzählt,

dass die Familie, die in einer weißen

Villa auf dem Weißen Hirsch wohnt,

was ein paar schöne Bilder gibt, vor

kurzem von maskierten Männern

überfallen worden sei, was ihre

Söhne bestätigen. Der Jüngere der

beiden,Valentin, benimmt sich recht

seltsam, der Ältere, Viktor,auch.

Also da stimmt was nicht und

bald deutet sich auch an, worauf das

alles hinausläuft. Stephan Wagner

hat das dünne Drehbuch von Mark

Monheim routiniert inszeniert –mit

Verfolgung und Showdown –, was für

den vielfachen Grimme-Preisträger

leider kein so gutes Zeugnis ist.

Tatort–Nemesis So., 20.15 Uhr,ARD

Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ist

auch beim Joggen im Dienst. DANIELA INCORONATO

TOP 10

Donnerstag,15. August

1 Zürich-Krimi ARD 4,57 16 %

2 Tagesschau ARD 4,33 16 %

3 Zapfenstreich ARD 3,95 15 %

4 Ein Mann namens... ZDF 3,72 13 %

5 heute ZDF 3,48 16 %

6 SokoStuttgart ZDF 3,21 18 %

7 heute-journal ZDF 3,18 13 %

8 Tagesthemen ARD 2,96 14 %

9 RTL akuell RTL 2,90 14 %

10 Notruf Hafenkante ZDF 2,74 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

Seit Monaten befinden wir

uns im Humboldt-Jahr. Es

gibt wohl Hunderte, weltweit

womöglich Tausende

Veranstaltungen über den Reisenden,

Naturforscher und Welterklärer

und sicher ein paar Dutzend Bücher

allein auf Deutsch.

Hier nur ein Hinweis auf die zehn

Bände seiner Sämtlichen Schriften,

die, herausgegeben von den beiden

in Bern lehrenden Germanisten Oliver

Lubrich und Thomas Nehrlich,

am Freitag im Deutschen Taschenbuch

Verlag (dtv) als „Berner Ausgabe“

erschienen. In diesen Bänden

geht es nicht um Humboldts „Kosmos“-Vorlesungen,

nicht um die„Ansichten

der Natur“, auch nicht um

seine großen Reiseberichte. Diese

Ausgabe versammelt nicht Humboldts

Bücher. Sie veröffentlicht

mehr als 800 Artikel, die er für wissenschaftliche

Zeitschriften schrieb. Die

meisten von ihnen werden hier zum

ersten Malwieder gedruckt.

Die Bände Ibis VII bringen die

Texte Humboldts.Die Bände VIII bis

X erschließen sie mit Übersetzungen,

Kommentaren, Inhaltsverzeichnissen,

Registern. Band Xbringt auf

650 Seiten 21 Essays. Darunter „Versuche

und Selbstversuche“ vonJutta

Müller-Tamm, „Kolonialismus“ von

Oliver Lubrich, „Politik und Engagement“

von Jobst Welge und „Visionen“

vonRaoul Schrott.

Niemand wirdsich hinsetzen, auf

Seite 7des ersten Bandes zu lesen

beginnen und, nachdem er 6949 Seiten

hinter sich gebracht hat, die Lektüre

beenden. Dem Systematiker sei

darum empfohlen, den Band VIII

aufzuschlagen. Darin findet er ein

chronologisches und ein alphabetisches

Inhaltsverzeichnis sämtlicher

Bände.Hier kann er in den überwältigenden

Textmassen nach dem suchen,

das ihn interessiert.

Humboldt schreibt über Grubengase,

Zitteraale, die Temperatur des

Erdinnern, die Schwankungen der

Goldproduktion mit Rücksicht auf

staatswirtschaftliche Probleme, musikalische

Felsen in Südamerika,

Meereshöhen, die Emanzipation der

Juden, Kometen, Zeremonien der Indios

in Mexiko,Erdbeben, das Nordlicht,

das Naturgefühl nach der Verschiedenheit

der Zeiten und der Völkerstämme,

Vulkane, den Einfluss

des Willens auf den Elektromagnetismus

und so weiter.

Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (1769–1859): Selbstbildnis. ULLSTEIN

Man sollte vor dem riesigen Angebot

nicht erschrecken, sondern

die Inhaltsverzeichnisse durchschlendern

wie eine unbekannte

Stadt. Was heißt hier Stadt!? Es ist

eine Welt, ja das Universum. So wie

er es kannte.Humboldt fuhr per Anhalter

durch die Galaxis.Nur dass da

draußen noch niemand war. Die

Erdbevölkerung hatte um 1800 gerade

eine Milliarde erreicht. Die

nordamerikanischen Prärien waren

noch so gut wie menschenleer wie

die vonHumboldt besuchten weiten

Steppen Asiens.

Humboldt beschäftigte sich nicht

nur mit allem und jedem, er las nicht

nur darüber. Das meiste davon erforschte

er.Ergab sich also nicht mit

dem zufrieden, was ihm mitgeteilt

wurde, was er sah, sondern hinterfragte

die Forschungsberichte, die

Untersuchungen der anderen und

seine eigenen Eindrücke. Nicht nur

auf logische Stringenz. Er wandte

sich den Sachen selbst zu, wollte wissen,

wie sie funktionieren. Er rechnete

nach, Experimente führte er

selbst durch. Zu Hause und unterwegs.Was

er sah, zeichnete er in seinen

Notizblock.

Ich habe bei der Lektüre der

Bände alles falsch gemacht. Ich fing

vorne auf Seite sieben an und ertrank

darum erst einmal im ersten

Band zwischen Grubenluft und Galvanismus.

Alexander von Humboldt

hatte in Göttingen Physik bei Georg

Christoph Lichtenberg (1742–1799)

und Anatomie und Zoologie bei Johann

Friedrich Blumenbach

(1752–1840) studiert, danach noch

acht Monate lang Bergkunde. Mit

Mitte zwanzig war Humboldt Bergrat.

Er untersuchte die Gesteine, die

Witterungsverhältnisse unter Tage,

entwickelte eine Grubenlampe und

den Vorläufer einer Atemschutzmaske.

In Selbstversuchen. Bei einem

davon fiel er in den giftigen

Grubendämpfen in Ohnmacht, und

die von ihm entwickelte Grubenlampe

half, ihn zu finden. Er sorgte

auch für besseresoziale Absicherungen

der Bergarbeiter.

Den Galvanismus probierte er

ausgiebig an Froschschenkeln aus.

1795 schrieb er:„Ichhabe gefunden,

dass man einen Froschnerven zerschneiden

und den oft Zoll langen

Zwischenraum mit anderen Nerven

gleichsam flicken kann. Man kann

Nerven von dreierlei Tieren, warmund

kaltblütigen, Fröschen und

Mäusen verbinden, die einzelnen

Stücke umkehren –der Versuch gelingt

immer, sobald man mit der silbernen

Pinzette Zink und Muskel berührt.

Auch mit andern tierischen

Substanzen, z. B. Muskelfleisch, gekochtem

Rindfleisch, Uterus einer

Maus,kann man Nerven flicken.“

Aber dabei beließ es Humboldt

nicht. Richtig spannend wurde die

Forschung für ihn erst, wenn der eigene

Körper mit ins Spiel gebracht

wurde: „Ein präparierter Froschschenkel

lag auf meiner linken Schulter.

Die rechte Wunde war mit Zink

bedeckt. DerSchenkel hupfte,ohnerachtet

er 8Zoll vom Zink ablag, sobald

ein Silberdraht ihn und den Zink

verband. Meine teilweise entblößte

Cutis (die beiden obersten Hautschichten)

leitete also unter der Oberhaut,

welche eine Brücke zwischen

beiden Wunden bildete, das galvanische

Fluidum weg. Lag der Schenkel

auf Glas und dies auf meiner linken

Schulter,soerfolgte,unter sonst gleichen

Umständen, kein Reiz.“

Man sieht den jungen Forscher

vorsich, wie er bei dem Versuch, den

Zuckungen des Frosches auf die

Spur zu kommen –man stritt damals

darum, ob die als Lebenszeichen

aufzufassen wären –, alles, das ihm

zwischen die Finger kam, durchprobierte

und so dabei war, einen Frankenstein-Frosch,

die Vorform eines

Cyborgzubauen. Jedenfalls aber begann

er zu ahnen, dass Lebewesen

gewissermaßen zusammengebastelt

sein könnten.

Für Alexander von Humboldt ist

Erkenntnis eine sinnliche Erfahrung.

Dieser Begriff ist wörtlich zu nehmen.

Humboldt befuhr die Meere,

Berge, Steppen und tropischen Regenwälder.

Man macht sich nur

schwer eine Vorstellung, welche

Strapazen er auf sich nahm, um zum

Beispiel zu wissen, auf welchem

Breitengrad in welcher Höhe die

Baum- und die Schneegrenzewaren.

Er kannte den Himalaja und die Anden,

zeichnete Gräser in den russischen

Steppen und in Lateinamerika,

Vulkane, Fische und Vögel der

Alten und der NeuenWelt. Alexander

vonHumboldt fuhr mit der Kutsche,

er ritt, ging, schwamm und kletterte

sich durch die Welt.

Wo er ging, fuhr, lag, saß und

stand, protokollierte Alexander von

Humboldt, was er sah: vomSternen-

Der

Wegins

Freie

himmel über die Wolken bis zu winzigen

Infusorien. Nichts entging seiner

Aufmerksamkeit, die Winde

nicht und nicht das Wetter.Nichts zu

groß und nichts zu klein. Über alles

schrieb er.Indicken Büchern, an denen

er viele, viele Jahre arbeitete.

Aber auch an kleinen Artikeln, die

manchmal nicht einmal eine ganze

Buchseite füllen. Das Veröffentlichen

war ihm wichtig, denn er

wusste, dass er sich vertun konnte,

dass er angewiesen war auf die Korrekturen

der anderen. Humboldt

schrieb, als er einen Fehler, den er

gemacht hatte, korrigierte: „Da mir

die Wahrheit, nicht aber meine Meinungen

wichtig sind, so werde ich

nicht anstehen, jeden andern Irrtum,

den ich bei einer so schwierigen

Untersuchung etwa begangen habe,

sobald er mir aufstößt, freimütig anzuzeigen.“

Jeder seiner Artikel steht

in einem ständigen Austausch mit

den Einsichten anderer. Jeder seiner

Beiträge ist eingebettet in einen Forschungsprozess,

andem viele beteiligt

sind. DasInternet wäresein Paradies

gewesen.

Alles interessierte ihn, über alles

schrieb er,behaupte ich. Über eines

aber schrieb Alexander von Humboldt

nicht, eines wird ausgespart –

bei Menschen, Tieren und fast auch

bei Pflanzen: die Sexualität. Eine

riesige Leerstelle, für jemanden der

sich so sehr für die Verbreitung der

Tier- und Pflanzenarten auf dem

Planeten interessierte. Humboldt

setzte seinen Körper schwersten

Strapazen aus. Er riskierte immer

wieder den Tod. Als 57-Jähriger lässt

er sich in einer Taucherkugel in die

Themse senken. Alles geht gut. Bei

einem der nächsten Versuche bricht

die Anlage zusammen. Alexander

von Humboldts Homosexualität ist

kein Geheimnis mehr. Aber man

weiß so gut wie nichts darüber, wie

er sie praktizierte.

DieWahrheit, das wusste Alexander

von Humboldt, wird nicht erkannt,

sondernerarbeitet. In körperlicher

Anstrengung. Siewirdnicht in

einer Reihe von Geistesblitzen enthüllt,

sondern„es ist, als ob man mit

Spießen und Stangen auf die Wahrheit

losgehen“ (Hegel) müsste.Ohne

Anschauung erreicht man nichts,

aber mit ihr allein ist auch noch

nicht viel gewonnen.

Man nennt Alexander von Humboldt

oft einen Universalgelehrten.

Am 14. September

werden wir den

250. Geburtstag Alexander

von Humboldts feiern.

Heute und hier nichts als

ein kleiner Vorgeschmack

VonArnoWidmann

Man zeigt ihn dann in seiner Bibliothek

in der Oranienburger Straße in

Berlin. Aber das ist nicht einmal ein

Bruchteil des wirklichen Alexander

von Humboldt. Der war unterwegs.

Eben nicht nur mit dem Kopf. Alexander

von Humboldt hatte mehr

gesehen von der Welt als irgend ein

anderer seiner Zeitgenossen. Er

hatte nicht nur die Ozeane befahren

und die Küstenstreifen besucht. Er

war jahrelang im Innern Asiens und

Amerikas unterwegs gewesen. Niemand

kannte die Erde besser als er.

Nicht nur die Erdoberfläche. Erinteressierte

sich für den Bauder Kontinente,

für alle Gesteine, vom Feldspat

bis zu Basalt und Granit, für ihrenUrsprung

und ihreGeschichte.

Aber das war Humboldt noch

lange nicht genug. Er ging weiter von

der Erdbeschreibung zur Weltbeschreibung.

Im „Kosmos“ schrieb er:

„Indem das allgemeine Naturgemälde

von den fernsten Nebelflecken

und kreisenden Doppelsternen

des Weltraums zu den tellurischen

Erscheinungen der Geografie der Organismen

(Pflanzen, Tieren und

Menschenrassen) herabsteigt, enthält

es schon das, was ich als das

Wichtigste und Wesentlichste meines

ganzen Unternehmens be-

„Man nennt

Humboldt einen

Universalgelehrten

und

zeigt ihn dann

in seiner Bibliothek.

Aber

das ist nur ein

Bruchteil des

wirklichen

Alexander von

Humboldt.

Der war

unterwegs.“


Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 27 *

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Feuilleton

Argument

für den

Museumsbau

Die Nationalgalerie plant

mit Gerhard Richter

VonIngeborg Ruthe

Humboldt auf Reisen: ein Gemälde von Friedrich Georg Weitsch aus dem Jahr 1806

trachte: die innere Verkettung des

Allgemeinen mit dem Besonderen.“

Beim Lesen in diesen zehn Bänden

wird einem –dafür sorgen die

auf fast jeder Seite zu lesenden Jahreszahlen

–bald klar,dass Alexander

von Humboldt ein großer Antipode

war.Wessen Antipode? Derder weltumstürzenden

Philosophie des

Deutschen Idealismus. Dessen

Gründungsurkunde, das sogenannte

„älteste Systemprogramm

des deutschen Idealismus“ entstand

wohl 1797. DieAutoren waren Georg

Wilhelm Friedrich Hegel

(1770–1831), Johann Christian Friedrich

Hölderlin (1770–1843) und

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

(1775–1854). 1801 veröffentlichte

Schelling „Über den wahren Begriff

der Naturphilosophie und die richtige

Art, ihre Probleme aufzulösen“.

Das Werk machte Epoche und begründete

die im 19. Jahrhundertakademisch

höchst erfolgreiche Disziplin

der Naturphilosophie.

1795 hatte der 1769 geborene

Alexander von Humboldt bereits –

wie erwähnt – eine Grubenlampe

und ein Atemgerät entwickelt. Nicht

zu vergessen: Er hatte auch die erste

deutsche Arbeiter-Berufs-Schule

gegründet. Einfach so. Ohne Vorge-

Der Mann und sein Arbeitszimmer:Alexander von Humboldt in der Oranienburger Straße.

setzte zu fragen und aus eigener Tasche

bezahlt. Männer –soweit ich

weiß nur Männer –durften sie besuchen.

Unterrichtet wurden von

Schichtende bis 23 Uhr „unter anderem

Mineralienkunde, bergmännisches

Rechnen und Bergrecht,

Maschinen- und Kompasskunde.

DieLehrbücher dafür schrieb Humboldt

selbst.“ (Wikipedia)

1806 erschien Hegels„Phänomenologie

des Geistes“. Seine ersten

Lateinamerikareisen hatte Humboldt

damals schon hinter sich. Als

die napoleonischen Truppen Berlin

besetzten, lebte Alexander von

Humboldt in der Friedrichstraße

189 in Berlin. Im November 1807

begleitete er eine Delegation des

Prinzen Wilhelm von Preußen für

Friedensverhandlungen nach Paris.

Die nächsten zwanzig Jahre lebte

Humboldt dort.

Mehrere Expeditionsversuche

scheiterten. Während der Napoleonischen

Kriege war die Welt mit anderem

beschäftigt. Vielleicht wuchs

ja darum Humboldts amerikanisches

Reisewerk so gigantisch an,

dass es bis heute Fragment blieb.

Der deutsche Idealismus bedurfte

keiner naturwissenschaftlichen

Forschung. Sein universalistischer

Anspruch war nicht aufs Reisen

angewiesen. Über Bern war Hegel

nie hinausgekommen.

Alexander von Humboldt

schrieb im „Kosmos“: „Die Kosmogonie

darfnicht mit dem Nichts anheben.

Sie setzt die Existenz aller,

jetzt in dem Weltall zerstreuten Materie

voraus, und beschäftigt sich

nur mit den mannigfaltigen Zuständen,

welche diese Materie durchlaufen

ist, bis sie ihre dermalige

Form und Mischung erhalten hat.

Was außerhalb dieses Kreises liegt,

gehört zu den Anmaßungen der

philosophierenden Vernunft.“ Das

waren sehr deutliche Worte gegen

die, die entschlossen waren, die

Welt auf den Kopf zu stellen.

In seinen „Kosmos“-Vorlesungen

erklärte er: „Einzelheiten der Wirklichkeit:

sei es in der Gestaltung oder

Aneinanderreihung der Naturgebilde,

seiesindem Kampfe des Menschen

gegen die Naturmächte oder

der Völker gegen die Völker; alles,

was dem Felde der Veränderlichkeit

und realer Zufälligkeit angehört:

können nicht aus Begriffen abgeleitet

(construiert) werden.“

Das ist die Botschaft Alexander

von Humboldts: Welt- und Naturgeschichte

sind eins. Es waren

IMAGO

diese Vorlesungen, mit denen er

1827 Berlin begeisterte. ImPublikum

saß jedermann vom König bis

zum Handwerker. Und jede Frau.

Humboldt war jetzt ein Star. Aber

er machte keine Schule. Dazu war

er zu einzigartig.

„Die Natur ist das Reich der Freiheit“

erklärte er einem verblüfften

Publikum, das in der Natur nichts

sah als den Ortder eisernwaltenden

Naturgesetze. Fern die zu leugnen,

erinnerte Alexander von Humboldt

daran, dass wir im Deutschen, wenn

wir das Haus verlassen, erklären, wir

gingen ins Freie. „Die Einsicht in

den notwendigen Zusammenhang

aller Veränderungen im Weltall“

macht die Menschheit frei. Sie erst

ermöglicht ihr, Technologien zu

entwickeln, die sie von der Abhängigkeit

vonihrer natürlichen Umgebung

befreien.

„Wissen und Erkennen“, schreibt

Humboldt „sind die Freude und die

Berechtigung der Menschheit; sie

sind Teile des National-Reichtums,

oft ein Ersatz für die Güter, welche

die Natur in allzu kärglichem Maße

ausgeteilt hat.“

Als Alexander von Humboldt

starb, war er fast neunzig Jahre alt.

DerÜberlebende einer kosmopolitischen

in einer immer nationalistischer

werdendenWelt. EinMann, für

den Erfahrungen nichts waren, worauf

man sich berufen konnte, die

sich aber –richtig formuliert –hervorragend

eigneten, geprüft zu werden.

Um ihn herum aber begann

schon das Jahrhundert der Ideologien,

späte Kinder einer sich verleugnenden

Aufklärung.

Wir blicken jetzt –nach Nationalismus

und Ideologie –zurück auf

Alexander von Humboldt als eine

ungenutzt gebliebene Möglichkeit.

Brauchten wir die einhundert Jahre

zwischen seinem Todund dem Ende

des Zweiten Weltkrieges, um uns

jetzt für ihn begeistern zukönnen?

Musste erst alles zugrunde gerichtet

werden, damit wir sehen, dass der

Mensch ein Stück Natur ist? Dass er

nur zusammen mit ihr begriffen

werden kann, dass er nur als ein Teil

vonihr überleben kann?

Arno Widmann

lässt sich nur zu gern von

Humboldt inspirieren.

SPSG

SÄMTLICHE SCHRIFTEN

Alexander von Humboldt:

Sämtliche Schriften

hrsg.von Oliver Lubrich und Thomas

Nehrlich, dtv,zehn Bände. Die handnummerierte

und limitierte Vorzugsausgabe

in geprägtem Feinleinen mit

individuellen Schutzumschlägen und

im leinenbezogenen Schmuckschuber

kostet 390 Euro; die Studienausgabe

in Hardcovermit Lesebändchen

250 Euro.

Ebenfalls bei dtv,hrsg. vonOliver

Lubrich und Thomas Nehrlich, ist

die Einstiegsdrogezuden „Sämtlichen

Schriften“ erschienen: „Der andere

Kosmos. 70 Texte, 70 Orte, 70 Jahre“,

448 Seiten, 30 Euro. Es ist eine

appetitanregende Auswahl aus

dem Gesamtwerk.

Der in Köln lebende Maler Gerhard Richter

vor einer seiner Abstraktionen. DPA

Was sollte Berlin versagt bleiben,

was Dresden, die Geburtsstadt

von Deutschlands berühmtesten lebenden

Maler,längst hat: ein Konvolut

von Meisterwerken Gerhard

Richters, das auch im gebührenden

musealen Raum präsentiert wird

und als Besuchermagnet wirkt. Im

Falle der Elbestadt ist es das Albertinum

an der Brühlschen Terrasse.

Und in der Hauptstadt sollen

künftige Richter-Säle der vorerst als

Modell existierenden, vonHerzog&

de Meuron entworfenen Galerie der

Moderne am Kulturforum zum

Wallfahrtsortder Kunst werden. Der

87-jährige, inKöln lebende und als

stilistisch wandelbarster Maler der

Welt gefeierte Richter,dessen Bilder

heute zu den teuersten überhaupt

zählen, hat am Donnerstag Kulturstaatsministerin

Monika Grütters

eine Zusage gegeben. Er wird der

Nationalgalerie und damit den

Staatlichen Museen zu Berlin,

Werke überlassen. Einzelheiten der

Vereinbarung, die Grütters mit einer

–wie es heißt –Charmeoffensive

beim Ehepaar Richter erzielt

hat, sind nicht bekannt.

Das ist umso erstaunlicher, als

GerhardRichter 2015 empörtauf das

Grütters’sche Kulturgutschutzgesetz

reagiert hatte. Niemand habe das

Recht, ihm vorzuschreiben, wohin er

seine Bilder verkaufe oder gebe,

grantelte er damals. Und: Ohnehin

gäbe es viel zu viel Kunst in Museen

und ständig müssten neue Räume

gefüllt werden. Ein ehrenvolles Angebot

der Stadt Köln, dem zufolge

am Rhein ein Gerhard-Richter-Museum

hätte entstehen können,

lehnte der Maler dankend ab und

düpierte damit seine Rheinischen

Fans. Und schon glaubte man, er sei

ein echter Gegner des Kultes um

seine Person.

Aber Berlin und insbesonderedie

Nationalgalerie scheinen für ihn

eine ganz andere Museumsliga darzustellen.

Die Staatlichen Museen –

Nationalgalerie und Kupferstichkabinett

– bieten bereits elf Meisterwerke

Richters aus allen Schaffensphasen

auf, eine dauerhafte Erweiterung

des attraktiven Bestandes in

der zukünftigen Galerie der Moderne

ist somit logisch. Nationalgalerie-Direktor

Udo Kittelmann

konnte bereits vor einem Jahr mit

der Zusage Richters für ein gewisses

Konvolut rechnen, in Zukunft werden

sie in prominenten Räumen des

neuen Ausstellungshauses präsentiert.

Bei den Bau- und Raumplanungen

der Architekten und der

Staatlichen Museen spielt dieser

Fakt daher längst eine wichtige Rolle.

DieVorsitzende des Stiftungsrates

der Preußen-Stiftung, Monika Grütters,

näht an die subtilen Verhandlungen

nun den Knopf an. Gerhard

Richters Zusage ist nicht zuletzt ein

unschlagbares Argument, Aufwand,

Nutzen und Kosten des Museumsbaus

im Bundestag zu rechtfertigen.

200 Millionen Euro hatder Haushaltsauschuss

2014 bewilligt. Inzwischen

aber ist längst von sehr viel

mehr die Rede.


28 Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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Tagestipp

Kreativ und anarchisch

Kinderzirkus in Berlin buchstabiert sich nicht nur Cwie Cabuwazi. Obwohl

diese ursprünglich Kreuzberger Initiative inzwischen bereits nach

Treptow, Tempelhof, Altglienicke und Marzahn ausgeschwärmt ist, behauptet

auch der Juxirkus noch immer einen festen Platz in dieser Stadt. Zumindest

in Schöneberg, wo er seit 31 Jahren sein kleines Zelt aufgeschlagen hat

und jedes Jahr zwei Programme bietet, die neben Charme und Witz auch artistisch

durchaus ihr Niveau haben. Immer wieder wechseln Jugendliche von

dortindie Artistenschule und werden manchmal sogar berühmt wie Carlos

Zaspel, der mit seinem Spinning Pole nicht nur im Finale der TV-Serie „Das

Supertalent“ war,sondernauch beim Zirkusfestival in Monaco.Juxirkus also,

Einblicke in kreativ-anarchische Jugendkultur heute und mit etwas Glück

schon Auftritte der Akrobatik-Stars vonmorgen. PetraKohse

Die Wunder der Natur Sommerprogramm desJuxirkus, Sa, 17.8., 17.30Uhr,für jedes Alter geeignet,

Hohenstaufenstraße,EckeMartin-Luther-Straße,Tel.:2155821

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Felix Krull –Stunde der Hochstapler

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

21.00: Tanz im August: Isadora Duncan

Dock 11 (& 448 12 22)

19.00: Black Hole–TrilogyAnd Triathlon

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: 68er Spätlese

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Aufzeichnungen aus der Unruhe

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(& 54 90 51 92) 19.30: Romeo&Julia(Globe

Ensemble Berlin)

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

19.30: Eine linkeGeschichte

HAU1(&25 90 04 27)

19.00: Tanz im August: Hard To Be Soft –ABelfast

Prayer(Oona Doherty)

HAU2(&25 90 04 27)

17.00: Tanz im August: White Dog (Latifa Laâbissi)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Zuhause bin ichDarling

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

20.00 Container: Herzstück

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Casting Clara

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

20.28: The Gold Projections I-IX

Prime Time Theater (& 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: Der Club der toten Döner)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Im Weißen Rössl

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: Hedda Gabler

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Charlys Tante

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

19.00: Gretchen89ff.

Shakespeare CompanyBerlin (& 21 75 30 35)

19.00: Maß fürMaß!

Theater an der Museumsinsel (& 47 01 89 49)

18.00: Die Vögel

20.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

Theater untermTurm (& 01 57 70 42 52)

19.00: Gut gegenNordwind

KABARETT/VARIETÉ

BKA (& 202 20 07)

20.00: EdithSchröder –unbeugsam bunt! (Ades

Zabel)

Chamäleon (& 400 05 90)

18.00, 21.30: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (& 204 47 04)

20.00: Zwei Zimmer,Küche: Staat!

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Elvis –Das Musical (Grahame Patric &The

Stamps Quartet)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Best-of Konzentrat der Freundlichkeit

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Sexy Circus –Extasya2019

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Sebastian Krämer (Mod.)

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Cabaret –Das Berlin-Musical

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Jump! (Starbugs Comedy)

KLASSIK

Apostel-Paulus-Kirche Hermsdorf (& 404 84 52)

17.00: Stefan Sobotta(Orgel), Music for awhile:

Nordlichter,Orgelwerkenorddeutscher und skandinavischer

Komponisten, vonBuxtehude, Böhm, Grieg u. a.

Bode-Museum (& 266 42 42 42)

16.00 Gobelinsaal: Yuri Mizobuchi (Mezzosopran),

Stephen Barchi(Bass), Haydnquartett Berlin, Berliner

Klassiktage –Rokokoenminiature, Joseph Haydn:

Streichquartett F-Dur op. 3Nr. 5„Serenadenquartett“;

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento D-Dur

„Salzburger Sinfonie“; Giovanni Battista Pergolesi:

„Die schlaue Bäuerin“

Genezareth-Kirche (& 627 31 81 33)

12.00: EnsembleKlangkombinat, Ltg.Jutta Garbas,

Chor-Konzertzur Marktzeit, Lieder vomBalkan, aus

Italien undGeorgien

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

16.00: Alexander Malter (Klavier), Werkevon Georg

Friedrich Händel, Franz Schubert, Franz Liszt, Richard

Wagner,Frédéric Chopin

KINDER

Archenhold-Sternwarte (& 536 06 37 19)

14.00: Stups, diekleine Sternschnuppe

Akrobatik

SONNABEND

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: Offenes Spielen, Ernährungs- und Bewegungsbaustelle

*Ökoinsel *Holzbauplatz*Kadens

Murmelbahnen *Kappla-Baustelle *Holzspiele *

MaleckeTagesticket: €1,-

Zuzüglich zum Hauseintritt: Schminken, Bootsausleihe,

Erlebniswelt orbitall (16.30 Uhr)

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

17.00: Gans derBär,Nicole Gospodarek,Puppentheater

Freilichtbühne am Weißen See (& 24 72 78 01)

16.00: Die Regenbogeninsel, Zuckertraumtheater,

Puppentheater (ab 2J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

17.00: Das tapfere Schneiderlein (ab 4J.)

SEZ (& 421 82 32 0/ -1)

15.00, 17.00Garten: Der Fischer und seine Frau,

Figurentheater Ernst Heiter

Theater an der Museumsinsel (& 47 01 89 49)

16.00: Puppenspiel des Dr.Faustus, Ein Faust für

Kinder

LITERATUR/VORTRAG

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

20.00: Kantinenlesen –Das Gipfeltreffen der Berliner

Lesebühnen, Dan Richter und Gäste

KONZERT

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.30: Rest Now, Paul

b-flat (& 283 31 23)

21.30: MfaKera+Blackheritagefeat. MikeRussell

East Side Gallery (Mühlenstr.)

14.00: East Side MusicDays–Street Music Festival

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

20.00: Ingrid Arthur &The Voices of America

Gretchen (& 25 92 27 02)

20.30: Hypnotic Brass Ensemble

Mensch Meier (Storkower Str.121)

14.00: Infant Sanchos, Moron, Spleen, Punx Picnic

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

21.30: Orania.Jazz: Matti Klein Soul Trio

Parkbühne Biesdorf (& 998 74 81)

17.15: Kolophon,Pat McManus Band, Horch

ufaFabrik (& 75 50 30)

15.00 Sommerbühne: COSOAFestival: 15 Chöre aus

Berlin, Deutschland und Europa. Anm. erf.

Waldbühne (& 018 06 57 00 70)

19.00: West-EasternDivan Orchestra, Michael Barenboim

(Violine), Ltg.Daniel Barenboim

Wild At Heart (& 611 70 10)

22.00: Argies +The Sins Of My Youth

Yaam (& 615 13 54)

19.00: SüdWest Kollektiv –SummerJam: Tuff Sound,

Guacayó, Stockdale und Quartessenz

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: The Groove Yard Bandits

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.30: Julia Kratz, Amouretrésistance

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: The Reggie Moore Quintet

CLUB

Anomalie ArtClub (Storkower Str.123)

12.00: Anomalie Open Air

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

23.00: Astra! Astra! Party! Hits! (Trash)

Badehaus (& 95 59 27 76)

23.30: Top90s Party

Begine (& 215 14 14)

20.00: LadiesRock it

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

16.00: Sample Music Festival, DJ RobertSmith u.a.

(HipHop-Electronic)

Gestrandet An Der Jannowitzbrücke (Rolandufer)

12.30: Open Air direkt am Wasser –JYR Release Party,

Philippe Autuori, Mad Shivers, KAISER66, BämBäm,

Floxyd, Phteven, Alex Daniell, TedWarehouse

Gretchen (& 25 92 27 02)

23.59: We Love Dancehall

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

21.00: Die Schöne Party–Endless Summer,Bensh,

Soundsista Monie, Vermona Inferno

Lido (& 69 56 68 40)

23.00: Paranoid (70s Hardrock &Protometal, 80s

Heavy Metal, Psychedelic Rock &Stoner,90s Pre-

Grunge)

SO36 (& 61 40 13 06)

22.00: Dancing with Tears in your Eyes, ED Raider,

Naked Zombie

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: Tresor meets Furthur Electronix, Peter van

Hoesen, Takaaki Itoh, MASA

BALLROOM

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

16.00: Argentinischer Tango, Ilana

20.00: Schwoof, Antoine

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Once Upon aTime in...

Hollywood Sa 15.45, 19.30, 23.00, So 16.30, 20.00; Und

wernimmt den Hund? So 14.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Leid und Herrlichkeit 15.20,

20.30; So wie du mich willst 18.00; Der Klavierspieler vom

Gare du Nord –Aubout des doigts (OmU) So 10.45; So wie

du mich willst –Celle que vous croyez(OmU) So 13.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Once Upon aTime in...

Hollywood 13.00, 16.30, Sa a. 20.00; Love &Bananas –An

Elephant Story(m. Gästen) So 20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 13.30, 16.50, 20.15,Saa.22.15; Rocketman

(OmU) So 11.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

14.00, 17.30, 21.00; Kursk (OmU) So 11.30; Und wer

nimmt den Hund? 13.20, 15.30,17.45, 20.00; VanGogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit So 11.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 14.00, 16.30, 19.00, 21.30; Unsere

große kleine Farm So 12.00; Ich war zuhause, aber... 14.00,

16.30, 19.00, 21.30; TelAviv On Fire So 11.45; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando –Toy Story IV(OF) 13.40,

16.00, 18.20, 20.40; They Shall Not Grow Old (OmU) So

11.30; Cleo 14.15, 16.30; Es gilt das gesprochene Wort

18.45; Yesterday(OmU) 21.15; Apocalypse Now–FinalCut

(OmU) So 10.45

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Und wer nimmt den Hund?

15.30, 18.00, 20.15, Sa a. 22.15; Pets II 15.00; Der unverhoffte

Charme des Geldes –Lachute de l‘empire americain

(OmU) 17.30; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter indie

Charts 20.00; Hereditary –Das Vermächtnis Sa 22.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 13.45, 16.00, 18.15, 20.30, So a. 11.00; Die

drei !!! 13.20, So a. 11.00;Photograph –Ein Foto verändert

ihr Leben für immer 15.30, 17.30,20.30; Leid und Herrlichkeit

18.00; Nur eine Frau 14.00; Yesterday 16.00, 21.00;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts 18.30, So a.

11.30; Benjamin Blümchen 13.30, 15.30; Der unverhoffte

Charme des Geldes 20.00; Geheimnis eines Lebens So

11.00; Pets II 13.30; Leberkäsjunkie 15.30, 17.45, 20.00;

Kroos So 11.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 12.15, 14.30; Once Upon aTime in...

Hollywood 17.00, 20.30; 3D: Der König der Löwen 11.45,

14.30; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

17.15; Fast &Furious: Hobbs &Shaw19.40; Once Upon a

Time in... Hollywood 22.45; Apollo 11 (OmU) 12.00; Pets II

14.20; 3D: Der König der Löwen 16.45; Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) 19.30; 3D: AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 23.00; Aladdin 11.15; Once Upon aTime

in... Hollywood 14.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw17.20,

Sa a. 23.15, So a. 22.50; 3D: AToy Story: Alles hörtauf kein

Kommando So 20.20; Die drei !!! 12.30, 14.50; 3D: Der

König der Löwen Sa 18.00, 23.15, So 20.15, 23.00; 3D: A

Toy Story:Alles hörtauf kein Kommando Sa 20.45; Spider-

Man: FarFrom Home So 17.20; Und wernimmt den Hund?

12.45, 20.30; Der König der Löwen 15.00, 17.45; Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 22.45; Berlin, ILoveYou

12.20; Yesterday Sa15.10, So 20.20; Und wer nimmt den

Hund? 18.00; Der König der Löwen Sa 20.20; John Wick:

Kapitel III 23.00; Traumfabrik So 15.10

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Kleiner Aladin und der

Zauberteppich 11.00; Willkommen im Wunder Park Sa

12.30; 3D: Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt Sa 14.00; Benjamin Blümchen Sa 16.00; Kurzfilmprogramm

ISa18.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 20.00; The Dead Don‘t Die (OmU) Sa 22.00; Kurzfilmprogramm

II Sa 23.55; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen So 12.30; Drachenzähmen leicht gemacht 3:Die

geheime Welt So 14.00; Pets II So 16.00; Leid und Herrlichkeit

So 18.00; Kurzfilmprogramm III So 22.00; Mister Link:

Ein fellig verrücktes Abenteuer 11.00; Die Wiese –Ein Paradies

nebenan Sa 12.40; Rocketman Sa 14.15; Edie –Für

Träume ist es nie zu spät Sa 16.15; Made in China (OmU)

Sa 18.00; Der unverhoffte Charme des Geldes –Lachute de

l‘empire americain (OmU) 19.30; Berlin, ILove You (OmU)

Sa 21.40; Spider-Man: Far From Home (OmU) Sa 23.40;

Another Day ofLife –Jeszcze dzien zycia (OmU) So 12.45;

Ein ganz gewöhnlicher Held –The Public (OmU) So 14.15;

Eine moralische Entscheidung –Bedoone tarikh, bedoone

emza (OmU) So 16.15; Made in China So 18.00; The Dead

Don‘t Die (OmU) So21.40; Cleo (OmenglU) So 23.20;

Machtdas alleseinenSinn? –Und wenn ja –warum dauert

es so lange? Sa 11.00; YesterdaySa12.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu Sa 14.45, So 12.45; Pets II Sa 16.30;

Leid und Herrlichkeit Sa 18.00; Another Earth Sa 20.00;

Codependent Lesbian Space Alien Seeks Same Sa 22.00;

Der Goldene Handschuh So 11.00; Benjamin Blümchen So

14.30; Spider-Man: FarFrom Home So 16.00; In Flammen

geboren So 18.00; Advantageous So 20.00; Spider-Man:

FarFrom Home (OF) So 22.15

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Die Wiese –Ein Paradies

nebenan 12.00; Traumfabrik 13.45; Kroos 16.00;

Yesterday(OmU) 18.15; Ich war zuhause, aber... 20.30; The

Dead Don‘t Die (OmU) Sa 22.30; Rocketman (OmU) So

22.30; Campus Galli –Das Mittelalter-Experiment 12.30;

Push –Für das Grundrecht auf Wohnen (OmU) 14.15; Yoga:

Die Kraft des Lebens –Debout (OmU) 16.00; Erde (OmU)

17.45; Lord of the Toys 20.00; Free Solo (OmU) 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Traumfabrik 11.00; Men in

Black: International 11.00; Aladdin 11.00, 17.30, So a.

14.30; Die drei !!! 11.10, 14.45; Once Upon aTime in...

Hollywood 11.15, 15.15, 16.30, 19.00, 20.10, 22.45; Der

König der Löwen –The Lion King (OF) 11.15; Pets II 11.30,

Sa a. 13.45, So a. 14.45, 16.45; Der König der Löwen

11.30, 14.15, 22.30, Sa a. 16.15, 19.10, So a. 16.45,

19.30; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00, 16.30, Sa a. 11.30, 19.30, So a. 11.15, 19.15; Und

wer nimmt den Hund? 17.15, Sa a. 11.40; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 11.40, 14.20, 17.15, 20.30, Sa a. 22.00,

So a. 22.20; Made in China 11.50; Benjamin Blümchen

12.00, 14.30; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.00, 14.30, 17.00, 22.30, Sa a. 20.00, Soa.19.45;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts 13.45; Abikalypse

13.45; Spider-Man: Far From Home 17.00, 20.00,

Sa a. 14.00, So a. 13.45; Rocketman (OF) Sa 14.00; Yesterday

Sa14.15, So 17.15; Bohemian Rhapsody (OF) Sa

14.20, 22.15; 3D: Der König der Löwen 16.30, 20.00,

23.00; AStar Is Born(OF) Sa 16.45; Mamma Mia! Here We

Go Again Sa 17.00; Yesterday (OF) Sa 17.15, So 14.15; X-

Men: Dark Phoenix 17.30; 3D: Der König der Löwen –The

Lion King (OF) Sa 19.30; Berlin, ILove You19.40; Annabelle

III Sa 19.45, 22.20, So 20.00, 22.40; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw (OF) Sa 19.50; Anna 20.20, 23.10; Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.30; 3D: Spider-Man:

Far From Home Sa 22.10, So 22.00; Killerman Sa 22.50,

So 22.10; John Wick: Kapitel III 23.00; Mission Mangal So

11.30; AStar Is Born So14.00; Bohemian Rhapsody So

17.00; Mamma Mia! Here We Go Again(OF) So 19.15; Rokketman

So 19.30; Long Shot –Unwahrscheinlich, aber nicht

unmöglich So 22.30

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) TelAviv On Fire (OmU)

16.00; Rocketman (OmU) 18.00; Yesterday (OmU) 20.15;

OBeautiful Night Sa 22.30; The Dead Don‘t Die (OmU) So

22.30; Lord of the Toys 16.00; Cleo (OmenglU) 18.00; Das

melancholische Mädchen 20.00; Acid – Kislota (OmU)

21.45; Messer im Herz –Uncouteau dans le coeur (OmU)

23.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00)Pets II 13.20, So a. 10.45;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 13.45, 17.00, 20.00, Sa a.

23.00; Der König der Löwen 13.45, 17.15, 19.40, So a.

11.00; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.00,

16.45, 19.40, Sa a. 23.00, So a. 11.15; 3D: Der König der

Löwen 14.15, 16.45, 20.15; Benjamin Blümchen 14.15, So

a. 11.30; Die drei !!! 14.30, So a. 11.15; Once Upon aTime

in... Hollywood 15.45, 16.30, 19.30, 20.10, Sa a. 22.20, So

a. 11.00; Spider-Man: FarFrom Home 17.00, 20.00; Child‘s

Play Sa22.45; Anna Sa 23.00; Annabelle III Sa 23.15;

Aladdin So 10.45

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Fisherman‘s Friends –Vom Kutter

in die Charts Sa 14.00, So 20.00; Pets II Sa 16.05, So

16.00; TheDead Don‘t Die Sa 18.00, So 14.00; So wie du

mich willst Sa 20.00, So 18.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.50; 3D: Der König der Löwen 11.50,

14.30, 17.20, 20.00, Sa a. 22.45; 3D: AToy Story 12.00,

14.30; Pets II 12.10, 14.45, 17.40; Der König der Löwen

12.10, 14.50, 16.45, 17.50, 20.20; Bailey 12.15; Benjamin

Blümchen 12.20, 14.40, 17.25; AToy Story 12.30,

15.00, 17.30, 19.30, Saa.23.00; Die drei !!! 12.40,

15.10; Fast &Furious: Hobbs &Shaw14.15, 17.10, 20.00,

Sa a. 22.30; Once Upon aTime in... Hollywood 14.20,

17.00, 19.50, Sa a. 22.00; Spider-Man 16.50, 20.10, Sa

a. 22.20; Anna 19.40; Yesterday19.45; Annabelle III 20.30,

Sa a. 23.00; Men in Black: International Sa 22.50; Child‘s

PlaySa23.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 14.30, 18.00, 21.30; B Yesterday (OmU)

14.30, 19.30; Es gilt das gesprochene Wort 17.00; The

Dead Don‘t Die (OmU) 22.00

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) La flor (OmU) Sa

12.00; Princess Cyd (OmU) Sa 12.30, 22.15; Das melancholische

Mädchen 14.30, Sa a. 22.30; Dene wos guet geit

(OmU) 16.15; Ich war zuhause, aber... 17.45, 20.00; Der

unverhoffte Charme des Geldes (OmU) 18.00; Acid (OmU)

20.30; La flor (OmU) So 12.00; Para Aduma (OmU) So 12.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 11.15, 14.30, 17.45, 21.00; Alfons Zitterbakke

11.00; Cleo 13.15; Pets II 15.30; Fisherman‘s Friends

(OmU) 17.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

20.00; Tel Aviv On Fire (OmU) Sa 23.15; Die Winzlinge

10.45; Checker Tobi 13.00; Benjamin Blümchen 15.00; Vox

Lux (OF) Sa 17.15; Acid (OmU) Sa 19.45, So 19.30; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU)Sa22.00;Tel Aviv On Fire

(OmU)So17.15; High Life (OmU) So 21.45

KINO

Damals auf dem Mond

Claus Löser über die diesjährigen Ufa-Filmnächte,

in denen weite Reisen in die menschliche Provinz

Sechs Menschen starten in den Kosmos.Auf

der erdabgewandten Seite des Mondes soll

es enorme Goldvorkommen geben. Diese

zu erkunden, ist Ziel der Expedition, die als

Vorhut einer neuen Kolonisation die Gefahren auf

sich nimmt. Start und Landung verlaufen relativ

glatt, doch dann, auf dem Trabanten, entfachen

sich die üblichen Konflikte aus Leidenschaft und

Liebe, Eifersucht und Ehrgeiz. Das Sextett scheint

die 400 000 Kilometer nur deshalb zurückgelegt zu

haben, um hier dieselben Kleinkriege auszufechten

wie schon auf der Erde. Fritz Langs Epos „Frau

im Mond“ kam im Herbst

vor 90Jahren in die Kinos.

Es blieb für lange Zeit einer

der wenigen deutschen

Beiträge zum Science-Fiction-Genre.

Erst bei der

Defa folgte 1960 mit Kurt

Maetzigs „Der schweigende

Stern“ eine Fortsetzung.

Jetzt gibt es die Möglichkeit

einer Wiederbegegnung.

DieLegende„Frauim

Mond“ wird im Rahmen

der diesjährigen Ufa-Filmnächte

auf der Museumsinsel

gezeigt –begleitet vom

nicht minder legendären

Jeff Mills an den Turntables.

Der Mann aus Chicago hat

dabei richtig viel zu tun,

denn der von ihm musikalisch

kommentierte Film

dauertfast drei Stunden. Es

handelt sich dabei um ein

merkwürdiges Werk –anachronistisch

und wegweisend

in einem. Als eine der

letzten Großproduktionen als Stummfilm konzipiert,

steckt es doch gleichzeitig voller beängstigender

Visionen. Nicht nur, dass Fritz Lang hier

den bis heute üblichen Countdown, also das Zählen

von zehn bis null, bis zum Start der Rakete erfunden

hat. Viele Momente im Design der Raumflugkörper

fanden sich später bei den Nazis und bei

der Nasa wieder.Was kein Zufall ist. Als Fachberater

hatte Fritz Lang den Raketenforscher Hermann

Oberth gewinnen können. Der aus Siebenbürgen

stammende Wissenschaftler gehörte als Seniorpartner

zum Team um Wernher von Braun in Peenemünde.Beim

Startder Apollo 11 zum Mond vor

50 Jahren saßerauf der Ehrentribüne.Ein weiteres,

fast makabres Detail in„FrauimMond“: die Mondrakete

im Film trägt den pathetischen Namen

„Friede“. Ausihr wurdespäter faktisch die V2.

Im Mittelpunkt der drei Stummfilmnächte steht

mit „Ein toller Tag“ eine 1927 von Richard Oswald

vollendete Arbeit. Hier gestalten sich die Settings

und Ansprüche wesentlich bescheidener. Esgeht,

kurz gesagt, um die Allgegenwart der Provinz. Ein

Fabrikantvon Mottenkugeln begibt sich aus seiner

Heimatstadt namens„Essig an der Gurk“nach Berlin,

um hier mal richtig die Puppen tanzen zu lassen.

Doch sein hedonistischer Ehrgeiz fällt auf sich

selbst zurück, er ist der Metropole einfach nicht gewachsen

–oder umgekehrt. Zuletzt ist er heilfroh,

seine eigene Frau wieder in die Arme schließen zu

unternommen werden.

DAS FLIEGENDE AUGE

Emil Jannings und Pola Negri in Ernst Lubitschs

„Madame Dubarry“

IMAGO

Sputnik (✆ 694 11 47) Checker Tobi und das Geheimnis

unseres Planeten Sa 14.45, So 15.00; TelAviv On Fire Sa

16.15; Cleo (OmenglU) Sa 18.00, So 20.15; Filmkonzert:

Die unglaubliche Geschichte des Mister C. Sa 20.00; O

Beautiful Night (OmenglU) Sa 22.30; Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter indie Charts So 16.30; My Days of Mercy

(OmU) So 18.30; Burning –Beoning (OmU) So 22.00; Rico,

Oskar und die Tieferschatten Sa 14.30, So 15.00; Unsere

große kleine Farm –The Biggest Little Farm (OmU) Sa 16.15,

So 16.45; Love after Love (DF) Sa 18.00; Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter in die Charts (OmU)Sa19.45, So 20.15;

Rocketman (OmU) Sa 22.00; TelAviv On Fire (OmU) So

18.30; OBeautiful Night (OmenglU) So 22.15; Kinobar im

Sputnik B-Movie: Lust &Sound in West-Berlin (OmenglU)

So 22.00

Yorck (✆ 78 91 32 40) Benjamin Blümchen 14.30; Once

UponaTime in... Hollywood16.30, 20.00; New Die drei !!!

14.00; Und wer nimmt den Hund? 16.10, 18.20; Leid und

Herrlichkeit 20.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Die drei !!! 14.15, So a.

10.45; Der König der Löwen 14.45, 17.15, 20.00, So a.

12.30; Benjamin Blümchen 15.00, So a. 10.30, 12.45;

Pets II 15.15, So a. 10.00, 12.15; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 15.15, 17.30, 20.15, So a. 10.15, 13.00;

Once Upon aTime in... Hollywood 16.30, 19.45; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 17.15, 20.15; Yesterday 17.30;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts 20.00; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang So 10.00; Pokemon Meisterdetektiv

PikachuSo12.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Yesterday Sa13.00,

So 13.30; Die drei !!! Sa 13.15, So 10.30, 15.45;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts Sa 14.30,

20.15, So 13.15, 18.00;

können. Zufällig hatte auch sie sich auf den Wegan

die Spree gemacht. „Ein toller Tag“ galt lange als

verloren, wurde aber kürzlich in Moskau wiedergefunden,

wohin er als Kriegstrophäe nach 1945 entführtwordenwar.Die

nun restaurierte Fassungbesticht

vor allem durch optische Brillanz. Inhaltlich

könnte der Film als Bagatelle behandelt werden.

Doch es ist wichtig, sich beim Blick auf die Filmgeschichte

nicht nur auf Leuchttürme wie „Frau im

Mond“ zu fokussieren. Richard Oswald (der „Vater

des Aufklärungsfilms“) war ein Vielfilmer, dessen

zahlreiche Arbeiten seinerzeit vonMillionen Menschen

gesehen wurden. Davon

abgesehen, dass die

Trivialität ureigener Bestandteil

der Kulturgeschichte

war und ist und

deshalb auch ernst genommen

werden muss, steckt

„Ein toller Tag“ doch voller

spannender Momente. Es

gibt schöne Varietészenen,

verrückte Travestien, seltene

Berliner Außenaufnahmen

und experimentell

animierte Zwischentitel mit

bissigen Kommentaren.

Letzterewurdenvom filmischen

Multitalent Paul

Morgan geschrieben. Er

verstarb 1938 im Konzentrationslager

Buchenwald.

Der als kauziger Reviervorsteher

auftretende Kurt

Gerron wurde 1944 in

Auschwitz ermordet. Es

gibt keinen deutschen Film

aus der Weimarer Zeit, der

ohne Wissen um die Verbrechen

späterer Jahregesehen werden kann. Den

Abschluss der Ufa-Nächte bildet Ernst Lubitschs

„Madam Dubarry“ (1919), in dem die Mätresse von

Ludwig XV. imParis des 18. Jahrhunderts in Tumulte

gerät, die in die Revolution münden. Siegfried

Kracauer beschrieb dasWerkaus seinem USamerikanischen

Exil als eine Spiegelung der aktuellen

Stimmungen im damaligen Deutschland.

Nach dem verlorenen Krieg und der gescheiterten

Revolution fanden fast täglich Demonstrationen

statt, so auch am Tagder Premieream18. September.

Während der Aufführung tobten vor der Tür

des ausverkauften Zoo-Palastes Straßenkämpfe.

Kracauer stelltedie ironische Frage,obessichdeshalb

schonumeinen revolutionärenFilmhandele.

Sicher nicht. DochPolaNegri,Emil Jannings,Reinhold

Schünzel oder Eduard von Winterstein zu erleben,

macht auch noch heute ungemeinen Spaß.

9. Ufa-Filmnächte Museumsinsel 21.August: „Eine tolleNacht“

(Livemusik vonThe Sprockets), 22. August;„FrauimMond“ (mitJeff

Mills an den Turntables), 23.August: „Madame Dubarry“ (Livemusik

vonEkkehardWölk undAncienRégime), Beginnjeweils 21 Uhr

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.Er

kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

3D: Spider-Man: Far From Home Sa 15.30, 23.00, So

13.00; Photograph –Ein Foto verändertihr Leben für immer

Sa 15.30, So 17.30; Once Upon aTime in... Hollywood

20.00, Sa a. 17.00, 22.15, So a. 16.30; Und wernimmt den

Hund? Sa 18.00, 20.15, So 15.30, 20.00; So wie du mich

willst Sa 18.00, So 10.30, 20.30; Einfach Tanzen –Die Choreografin

Henrietta HornSa23.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30; 3D: AToy Story: Alles hört

aufkeinKommando 11.30, 14.00; RoyalCorgi: Der Liebling

der Queen 11.45; Pets II 12.00, 14.15, 17.15; Der König

der Löwen 12.00, 14.00, 16.55; Benjamin Blümchen

12.00, 14.30, 17.45; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.00, 14.30, 17.00, 20.15, Saa.23.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 14.00, 16.30, 20.00, Sa a.

22.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw14.00, 16.45, 19.45,

Sa a. 23.00; Die drei !!! 14.45; 3D: Der König der Löwen

16.45, 19.45, Sa a. 22.50; Spider-Man: Far From Home

17.10; 3D: Spider-Man:Far From Home 19.45, Sa a. 22.45;

Yesterday 19.55; Annabelle III Sa 20.00, 23.00; Anna

20.10; John Wick: Kapitel III Sa 22.50; Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) So 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98)Der kleine DracheKokosnuss –Auf

in den Dschungel! 15.00; Cleo Sa 16.45; Axel, der Held

(OmenglU) Sa 18.45; Cleo (OmenglU) Sa 20.45, So 21.15;

Alfons Zitterbacke–Das Chaos ist zurück So 16.45; Axel, der

Held (m. Gästen) So 19.00; Alfons Zitterbacke–Das Chaos

ist zurück Sa 16.00; Ausgeflogen Sa 17.45, So 19.45; Kaviar

Sa 19.30, So 21.30; Kleine Germanen (OmenglU) Sa

21.30; Die Wiese –Ein Paradies nebenan So 16.00; Mirai:

Das Mädchen aus der Zukunft So 17.45


Babylon (✆ 242 59 69) Woodstock 50!: Wieich den Krieg

gewann –How IWon the War (OmU) Sa 13.45; Woodstock

50!: Zabriskie Point (OF) Sa 14.00; Woodstock 50!: Janis:

Little Girl Blue (OF) Sa 14.15; 60‘s France: Weekend

(OmenglU) Sa 16.00; IndoGerman Film: Mission Mangal

(OmenglU) Sa 16.15, So14.00; 60‘s France: Alphaville:

Lemmy Caution gegen Alpha 60 –Alphaville: Une etrange

aventure de Lemmy Caution (OmenglU) Sa 16.15; 60‘s

France: Hiroshima mon amour (OmenglU) Sa 18.00; 60‘s

France: Die Verachtung –Lemepris (OmenglU) Sa 18.00;

Woodstock 50!: Jimi Hendrix (OF) Sa 18.30; 60‘s France:

Außer Atem –About de souffle (OmenglU) Sa 20.00; 60‘s

France: Belle dejour –Schöne des Tages (OmenglU) Sa

20.00, So 16.15; Woodstock 50!: Woodstock (OF) Sa

20.30; 60‘s France: Jules und Jim –Jules et Jim (OmenglU)

Sa 21.45; 60‘s France: Zwei oder drei Dinge, die ich vonihr

weiß –2ou3choses, que je sais d‘elle (OmenglU) Sa

22.00;StummfilmumMitternacht: Der Klosterjäger (m. Live-

Musikbegleitung) Sa 23.59; Woodstock 50!: Taking Woodstock

(OmU) So 14.00; Woodstock 50!: Die Reifeprüfung –

The Graduate (OmU) So 14.00; CinemAperitivo: Il comandante

elacicogna –Der Kommandant und der Storch

(OmenglU; m. Gespräch) So 16.00; 60‘s France: Muriel oder

die Zeit der Wiederkehr –Muriel ou le temps d‘un retour

(OmenglU) So16.15; Axel, der Held So 18.15; Woodstock

50!: BlutigeErdbeeren –The Strawberry Statement (OF) So

18.30; Woodstock 50!: The Doors (OmU) So 18.30; 60‘s

France: Letztes Jahr in Marienbad –L‘annee derniere aMarienbad

(OmenglU)So20.00; 60‘s France: Schießen Sie auf

denPianisten–Tirez sur le pianiste (OmenglU) So 20.45

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Yesterday

(OmU) 10.30, 12.45, 15.00, 17.15, 19.45, 22.15;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts (OmU)

10.15, 19.00; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

12.30; Pets II 14.30; Rocketman (OmU) 16.15, 21.30

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Pets II11.00,

14.50, 17.10;Fast&Furious: Hobbs &Shaw11.00, 14.10,

16.40, 20.00, 23.00; Der König der Löwen 11.00, 13.50,

16.15, 19.10; Benjamin Blümchen 11.15, 14.40; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 11.20, 14.00, 16.45,

20.00, 22.40; Die drei !!! 13.40, Sa a. 11.50;Aladdin Sa

12.00; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.10, 14.45,17.20; 3D: Pets II 12.20; Once Upon aTime

in... Hollywood 13.10, 16.40, 19.20, 20.20, 22.15; 3D: Der

König der Löwen 15.00, 17.50, 20.20, 23.15; YesterdaySa

17.00, So 19.50; Spider-Man: Far From Home 17.20,

19.40; Annabelle III 22.45, Sa a. 19.50; Avengers: Endgame

Sa 20.45;Child‘s PlaySa22.50; Killerman 23.10; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu So 11.50; 3D: Aladdin So 12.00;

Drei Schritte zu Dir So 17.00; 3D: Avengers: Endgame So

20.45; Anna So 22.50

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Berlin Babylon

(Omdt+englU) 15.00, So a. 11.00; Ich war zuhause, aber...

(OmenglU) 17.00, 19.15, So a. 13.00; Der Junge muss an

die frische Luft (OmenglU) Sa 21.30; The Favourite –Intrigen

und Irrsinn (OmU) So 21.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 14.45, 18.00, 21.15, So a. 11.30; Burning –

Beoning (OmU) 14.15, So a. 11.15; Derunverhoffte Charme

des Geldes –Lachute de l‘empire americain (OmU) 17.15;

Once Upon aTime in...Hollywood (OmU) 20.00; Es gilt das

gesprochene Wort (OmU) 14.30, 21.30, So a. 10.15; So wie

du mich willst –Celle que vous croyez(OmU) 17.00, 19.15,

So a. 12.30; The Dead Don‘t Die (OmU) 14.45, 22.00, So

a. 10.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 17.00,

19.30, So a. 12.30

International (✆ 24 75 60 11) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 15.30, 19.00, 22.30; Tarantino Retro:

DjangoUnchained (OmU) So 12.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Komm, bleib bei mir –

Come Live with Me (OF) Sa 20.00; Wir wollen Blumen und

Märchen bauen So 17.00; Mädchen im Rampenlicht –Ziegfeld

Girl(OF) So 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 12.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00; Pets II 12.00, 14.30, 17.30; Kleiner

Aladin und der Zauberteppich 12.00; Die drei !!! 12.00,

14.05; Der König der Löwen 12.00, 14.40, 17.15, 19.40,

Sa a. 23.00; Benjamin Blümchen 12.00; AToy Story: Alles

hörtauf kein Kommando 12.00, 14.00, 16.45, 19.50, Sa a.

23.00; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

12.00, 14.30, 17.15; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

–Toy Story IV(OF) 14.00; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw14.10, 16.30, 19.45, Sa a. 22.50; 3D: Der König der

Löwen 14.15, 17.00, 20.00; Spider-Man: Far From Home

14.20, 16.50; Once Upon aTime in... Hollywood 16.35,

19.30, 20.30, Saa.22.30; Aladdin 17.30; Once Upon a

Time in... Hollywood (OF) 20.00, Sa a. 22.20; Der König der

Löwen –The Lion King (OF) 20.10; Annabelle III 20.15, Sa

a. 23.00; Killerman Sa 23.10

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Aladdin (DF) Sa 14.00, So 12.00;

Unsere große kleine Farm –The BiggestLittle Farm (OmU) Sa

16.20, So 22.00; Apollo 11 (OmU) Sa 18.00, 23.50, So

14.20; So wie du mich willst –Celle que vous croyez(OmU)

Sa 19.50, So 16.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) Sa 21.50, So 19.50; Koudelka –Shooting Holy Land

(OmenglU; m.Gast u. Gespräch) So 18.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Once Upon aTime in...Hollywood

(OF) 13.30, 17.00, 20.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Yesterday (OmU) 14.00; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 16.30, 20.00; Unsere

große kleine Farm 14.00; Der unverhoffte Charme des Geldes

16.15, 18.50; The Dead Don‘t Die (OmU) 21.30; Once

Upon aTime in...Hollywood (OmU) 14.00, 17.30, 21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 14.30, 18.00, 21.30, 22.10; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando –Toy Story IV(OF) 15.15, 17.30,

19.50, So a. 22.30; TheyShall Not GrowOld (OmU) 15.00;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmenglU) 17.15,

20.00; Creepy Crypt: Preview: Crawl (OF) Sa 22.30; Photograph

–Ein Foto verändert ihr Leben für immer (OmU)

16.40; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 19.00,

21.30; Der unverhoffte Charme des Geldes –Lachute de

l‘empire americain (OmU) So 14.00; So wie du mich willst

–Celle que vous croyez(OmU) 16.00; Der König der Löwen

–The Lion King (OF) 18.15; Apocalypse Now –Final Cut

(OmU)20.45

UCI LuxeGropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Die drei !!!

11.40; Der König der Löwen 11.50, 14.40, 17.30; Pets II

12.00, 14.30, 17.10; Benjamin Blümchen 12.10, 14.20,

17.40; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.20,

14.50, 17.20,20.15, Sa a. 23.00; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw14.00, 16.30, 20.30, Sa a. 22.40; Once Upon aTime

in... Hollywood 14.10, 16.45, 19.50,Saa.22.45; Spider-

Man: Far From Home 19.40; 3D: Der König der Löwen

20.10; Annabelle III So 20.00

Wolf (✆ 921 03 93 33) Tonari no Totoro –Mein Nachbar

Totoro 12.00; Das melancholische Mädchen (OmenglU) Sa

12.30, So21.20; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 13.40, Sa a. 20.50, So a. 18.50; VoxLux (OmU) Sa

14.10, 23.10,So16.20; WirKinder aus Bullerbü Sa 16.10;

Ich war zuhause, aber... (OmenglU) Sa 16.40, 21.00, So

14.10, 19.00; Field Trip (OmU) Sa 18.30; The Dead Don‘t

Die (OF) Sa 18.50, So 12.00, 21.10; Messer im Herz –Un

couteau dans le coeur (OmU) Sa 23.10; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft So 16.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Benjamin Blümchen

14.30; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

20.00; Pets II So 12.30; Die drei !!! 14.00; Und wernimmt

den Hund? 16.10, 18.20, 20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Once Upon aTime

in... Hollywood16.30, 20.00; Once Upon aTime in... Hollywood

14.30, 18.00, 21.30; Pets IISo11.00; Cleo So

13.00; Benjamin Blümchen 13.45; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 14.15, 15.45, 18.15, 20.30, Sa a.

22.45; Geheimnis eines Lebens So 11.15; Und wer nimmt

den Hund? 15.15, 17.30, 19.45; Yesterday (OmU) 22.00;

Unsere große kleine Farm So 11.00; Die drei !!! So 13.00;

Leid und Herrlichkeit 15.15, 17.50, 20.30; Leid und Herrlichkeit

–Dolorygloria (OmU) So 12.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) Once

Upon aTime in... Hollywood 14.00, Sa a. 19.30, So a.

19.45; Benjamin Blümchen 14.00, So a. 12.00; Der König

der Löwen 14.15, 17.00, So a. 12.10; Pets II 14.20, So a.

11.50; Und wernimmt den Hund? 19.00, Sa a. 14.30; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 16.45, 20.15, 22.40,

Sa a. 14.30, So a. 11.30, 14.15;

Berlin, ILove You20.00, Sa a. 14.45; Die drei !!! 14.50, So

a. 11.45; Once Upon aTime in...Hollywood (OmU) 16.15,

20.30, 21.45; Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die

Charts 16.30; So wie du mich willst 19.15, Sa a. 17.00, So

a. 17.15; Es gilt das gesprochene Wort Sa 17.15; Leid und

Herrlichkeit 17.30, 19.45; Yesterday 17.40; Der König der

Löwen –The Lion King (OmU) 19.45, 22.30; Der unverhoffte

Charme des Geldes 21.15; Leid und Herrlichkeit –Dolor y

gloria (OmU) 22.30; Yesterday (OmU) 22.45; The Dead

Don‘t Die (OmU) Sa 23.00; Kuddelmuddel bei Pettersson

und Findus So 12.30; Cleo So 17.40

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Kursk (OmU) 17.30; Die Grube

(OmU) 19.30; Acid –Kislota (OmU) 20.45

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Der Himmel über Berlin

(OmenglU) Sa 15.45; The Dead Don‘t Die (OmU) Sa 18.00,

So 20.30; Film-Screening (Only People Who Decided to

Leave, Can See Everything) Sa 20.00; Holiday –Sonne,

Schmerz &Sinnlichkeit (OmU) 22.15; Casablanca (OmU)

Sa 23.59; Herr Zwilling und Frau Zuckermann So 15.00;

Rote Räte- Die bayrische Revolution aus der Sicht von Augenzeugen

So 17.15; Gundermann So 18.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 3D: AToy Story:

Alles hörtauf kein Kommando 12.00, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.05; Die drei !!! 12.05, 14.25, Sa a.

17.20; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.05,

14.20, 17.05,19.55, 22.35; Pets II 12.10, 14.20; Der König

der Löwen 12.10, 14.35, 17.20,19.45; Der kleine Drache

Kokosnuss –Auf in den Dschungel! 12.15; Benjamin

Blümchen 12.15, 14.30, So a. 17.20; Spider-Man: FarFrom

Home 14.15, 16.45, 19.45; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

14.15, 16.50, 20.05, 22.40; Aladdin 14.25; Once Upon a

Time in... Hollywood 15.00, 16.30, 19.50, 22.30; 3D: Der

König der Löwen 17.00, 19.55, 22.40; Drei Schritte zu Dir

17.10; Yesterday17.15, 19.50;3D: MeninBlack: International

Sa 19.40; Anna 19.45; Berlin, ILove You19.55; Annabelle

III 22.30; 3D: Spider-Man: Far From Home 22.35;

John Wick: Kapitel III 22.45; Child‘s Play 22.45; Men in

Black: International So 19.40

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang 13.15; Und wernimmt den

Hund? 15.30, 18.00, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Cleo 18.00; Yesterday20.15, So

a. 15.30

Odeon (✆ 78 70 40 19) Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 16.30, 20.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Sowie du mich willst 18.00; So

wie du mich willst –Celle que vous croyez(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Pets II 10.00,

12.05, 14.30; Die drei !!! 10.00; Der König der Löwen

10.00, 11.55, 14.00, 17.00, 19.45, Sa a. 23.00; Benjamin

Blümchen 10.00, 12.10; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 10.00, 12.20, 14.55, 17.30, 20.30, Sa a.

23.10; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw14.30, 16.40, 20.00,

Sa a. 23.00; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

20.15, Sa a. 22.35; 3D: Der König derLöwen 17.40; Spider-

Man: FarFrom Home 20.05

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Edie –Für

Träume ist es nie zu spät Sa 13.45; Geheimnis eines Lebens

Sa 15.45, So 13.30; Yesterday Sa18.00, So 15.30; Cleo

Sa 20.15, So 18.15; Der Fall Collini So 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Fisherman‘s Friends –Vom

Kutter in die Charts 12.00, 14.30, 17.15, 20.00, Sa a.

22.40

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) Pets II

10.00, 12.15, 14.25, 17.40; Kleiner Aladin und der Zauberteppich

10.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 10.00,

14.30, 16.40, 19.50, 23.00; Die drei !!! 10.00, 12.15,

14.40; Der König der Löwen 10.00, 14.00, 17.00, 20.00,

23.00; Benjamin Blümchen 10.00, 12.00; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 10.00, 12.00, 14.30, 17.00,

19.55, 22.40; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando –

ToyStory IV(OF) 12.00; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 12.30, 14.20; Leberkäsjunkie 15.00, 20.00;

Once Upon aTime in... Hollywood 16.50, 19.30, 23.00;

Spider-Man: Far From Home 17.00; 3D: Der König der Löwen

17.25, 20.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

20.15; Annabelle III 22.30

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 12.45, 15.00, 18.15, 20.30, So a.

10.45; Der König der Löwen 13.15, 15.45, 18.00; Die drei

!!! 13.30; Benjamin Blümchen 15.45, Sa a. 13.45, So a.

11.30; Pets II 15.45; Once Upon aTime in... Hollywood

17.15, 20.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw17.45, 20.30;

3D: Der König der Löwen 20.30; TKKG –Jede Legende hat

ihren Anfang So 11.00; Pumuckl und sein Zirkusabenteuer

So 11.15; Berlin, ILove YouSo13.15

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Andrej Tarkowskij: Andrej Rubljow

(OmU) Sa 20.00; Andrej Tarkowskij: Nostalghia (OmU) So

20.00;MagicalHistoryTour:Die Geschichten vomKübelkind

Sa 19.00; Magical HistoryTour:Chemi bednieri ojakhi –My

HappyFamily (OmU) So 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) Pets II

Sa 12.30, 14.00, So 13.00, 13.40; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 12.30, 14.00, 18.00, Sa a. 15.15,

17.00, So a. 17.50; Der König der Löwen 14.10, 17.15, Sa

a. 12.50, 20.20, So a. 12.40, 19.20; Once Upon aTime in...

Hollywood 13.00, 14.00, 17.00, 18.00, Sa a. 15.10, 19.10,

20.00, 21.00, 22.10, So a. 15.00, 19.00, 20.15, 22.15;

3D: Der König der Löwen 13.10, 16.20, 22.50, Sa a. 19.15,

So a. 20.40;Benjamin Blümchen Sa 13.10, So 13.30; TKKG

–Jede Legende hat ihren Anfang Sa 13.30; Drei Schritte zu

Dir 20.10, Sa a. 13.30, 16.10, So a. 13.20, 17.05; Aladdin

19.50, Sa a. 13.30, 16.40, So a. 16.30; 3D: AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 16.30, Sa a. 13.30, 20.00,

22.30, So a. 15.15, 20.40, 23.00; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 13.40, 19.30, Sa a. 16.40, 22.50, So a. 16.30,

22.40; Glam Girls: Hinreißend verdorben Sa 13.50; Cleo

13.50; Spider-Man: Far From Home 22.30, Sa a. 14.00,

16.40, 19.15, Soa.13.50, 16.45, 19.10; Die drei !!!

14.00, So a. 16.30; Rocketman 19.15, Sa a. 16.10; 3D:

Pets II Sa 16.30, So 16.50; Berlin, ILove You16.30;Made

in China 16.40; Leid und Herrlichkeit 19.40, Sa a. 16.40,

So a. 16.10; Annabelle III Sa17.15, 19.50, 22.40, So

20.30, 23.00; Yesterday 17.20, Sa a. 19.50, So a. 20.00;

John Wick: Kapitel III 19.30, 22.20; Der Fall Collini 19.40;

Avengers: Endgame 20.30; 3D: Spider-Man: FarFrom Home

Sa 20.45, So 20.50; Anna 22.40; Men in Black: International

22.50; Child‘s Play Sa22.50, So 23.00; X-Men: Dark

Phoenix 23.00; Killerman 23.00, So a. 20.00

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00) Pets II –

The Secret Life of Pets 2(OF) 13.30; Once Upon aTime in...

Hollywood(OF) 13.30, 15.50, 16.40, 19.35, 20.15, 23.00;

Berlin, ILove You(OF) 13.35; Aladdin (OF) 13.40; 3D: AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando –Toy Story IV (OF)

13.40, 17.00; Der König der Löwen –The Lion King (OF)

14.00, 16.30, 20.00; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

–Toy StoryIV(OF) 14.00, 17.30, 20.05, 22.40; 3D:

Der König der Löwen –The Lion King (OF) 14.30, 17.10,

19.45, 22.45; Yesterday(OF) 16.30; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw (OF) 16.50, 20.10, 23.30; 3D: Spider-Man: Far

From Home (OF) 19.30; 35mm: Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 20.30; Spider-Man: Far From Home (OF)

22.40; Anna –Anna (OF) Sa 23.15; Annabelle III (OF) So

23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) Once Upon aTime

in... Hollywood Sa 11.30, So 22.50; Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 15.15, 19.00, Sa a. 22.50, So a. 11.30

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Es gilt das gesprochene

Wort Sa 20.00; Sneak Preview(OmU) So 19.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Pets II 16.00, Sa a. 10.00, 12.00; Die

drei !!! 14.30, Sa a. 10.00, 12.15; Der König der Löwen

10.00, 12.30, 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Benjamin

Blümchen 10.00, 12.00, 14.00; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 10.00, 12.15, 14.30, 16.45, 18.00,

20.15, 22.45; Fast &Furious: Hobbs &Shaw14.00, 17.00,

20.00, 22.30; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

19.00, 20.15, 22.15

Casablanca (✆ 677 5752) Die drei !!! 14.15; Unsere

große kleine Farm Sa 16.15; YesterdaySa18.15, So 20.30;

Leid und Herrlichkeit Sa 20.30; Cleo So 16.15; Made in

China So 18.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Der

König der Löwen 11.15, 14.00, 16.50, 19.40; Aladdin

11.15; TKKG –Jede Legende hat ihren Anfang 11.30; Der

König der Löwen 11.30, 14.30, 17.20, 20.10, Sa a. 22.50;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 11.30, 14.15,

16.45, 19.40, Sa a. 22.45; Die drei !!! 11.45; Benjamin

Blümchen 12.00, 14.30; 3D: AToy Story: Alles hörtauf kein

Kommando 12.00, 14.45, 17.15; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Pets II 14.10;

Once Upon aTime in... Hollywood 15.30, 16.30, 19.15,

20.00, Sa a. 22.20; 3D: Aladdin 16.50; 3D: Spider-Man:

FarFrom Home 19.45; John Wick: Kapitel III Sa 19.45; 3D:

Avengers: Endgame Sa 22.20; Child‘s PlaySa22.50; Anna

Sa 23.00; Annabelle III So 19.40

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00; Pets II 12.00, 14.30; Die drei

!!! 12.00; Der König der Löwen 12.00, 14.00, 17.00,

19.30, Sa a. 23.00; Benjamin Blümchen 12.00, 14.30; A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.00, 14.30,

17.00, 19.45, Sa a. 23.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

12.30, 14.10,17.00, 19.45, Sa a. 22.30; 3D:AToyStory:

Alleshörtauf kein Kommando14.10;Once Upon aTime in...

Hollywood 16.30, 19.30, 20.30, Sa a. 22.15; Spider-Man:

FarFrom Home 16.45; AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando

–Toy Story IV(OF) 16.45; 3D: Der König der Löwen

17.15, 20.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

20.15; Annabelle III Sa 23.10

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Liebesfilm Sa

19.30, So 14.00; The Dead Don‘t Die (OmU) Sa 21.00;

Kinderfilm desMonats: Dumbo So 16.00; Das Glück meiner

Schwester (m. Einführung) So 18.30; Don‘t Give aFox

(OmU) So 20.30

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 4714001) Berliners –Searching Direction

with director (OmenglU) Sa19.30; Santa &Andres

(OmU)21.00; Das melancholische Mädchen So 19.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando Sa 10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 19.45, So

10.15, 12.30, 14.45, 17.00, 19.15; Und wer nimmt den

Hund? Sa 11.00, 15.30, 20.15, So 10.30, 15.00, 19.45;

Benjamin Blümchen Sa 13.15, So 12.45; Fisherman‘s Friends

–Vom Kutter in dieCharts Sa 17.45, So 17.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Yoga: Die Kraft des

Lebens Sa 14.00; Der unverhoffte Charme des Geldes

15.30; Leid und Herrlichkeit Sa 18.00; So wie du mich willst

Sa 20.30, So 18.00; 7Bürgen &7Bürger in 7Filmen: Zuwanderung

nach Siebenbürgen – Erfolgsgeschichten So

11.00; Pünktchen und Anton So 13.30; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) So 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Pets II 13.15; Benjamin

Blümchen 15.15; Fisherman‘s Friends 17.45; Yesterday

20.30; Unsere große kleine Farm So 11.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Magie der Wildpferde 16.00; Britt-

Marie war hier –Britt-Marie var här (OmU) 18.00; Nonna

Mia! –Metti la nonna in freezer (OmU) 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Und wernimmt den Hund? 13.45,

16.00, 18.15, 20.30; Der Klavierspieler vom Gare du Nord

So 11.30

FREILUFTKINOS

B-ware! Open Air FMP1 (✆ 63 41 31 15) Among Righteous

Men Sa 21.00; Nur eine Frau (OmenglU) So 21.00

B-ware! Open Air Prinzessinnengärten (✆ 63 41 31 15)

Free Solo (OmU) Sa 21.15

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Isle of Dogs

–Ataris Reise (OmU) Sa 21.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Der Junge muss

an die frische Luft (OmenglU) Sa 20.45; The Favourite –Intrigen

und Irrsinn (OmU) So 20.45

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49) Bohemian

Rhapsody(OmU) So 21.00

Freiluftkino Kreuzberg Shoplifters: Familienbande –Manbiki

kazoku (OmU) Sa 20.30

Freiluftkino Rehberge YesterdaySa20.30; The Cakemaker

(Omdt+englU) So 20.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Bohemian Rhapsody

(OmU) So 20.45

Open-Air-Kino Schlosspark Biesdorf (✆ 998 74 81)

So wie du mich willst So 20.45

Openair Kino Spandau (✆ 333 6081) 100 Dinge Sa

20.45

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

The Dead Don‘t Die (OmU) Sa 20.45; Nur eine Frau So

20.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Yesterday Sa

21.00; Green Book –Eine besondere Freundschaft (OmU)

So 21.00

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz

(✆ 89 37 14 31) Der Vorname Sa 21.00; Preview: Diego

Maradona (OmU) So 20.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die kleinen

Hexenjäger 15.00; Mid90s (OmU) Sa 17.00; Caravaggio

(OmU) Sa19.00; Streik –Enguerre (OmU) Sa 21.15, So

19.00; Mid90s So 17.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Die drei !!! Sa

13.45, 16.00, So 14.00, 16.15; Benjamin Blümchen

14.15, 16.15; Es gilt das gesprochene Wort Sa 14.30; Und

wer nimmt den Hund? 14.45, 16.45, 18.45, 20.45; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 17.00, 20.15, Soa.

11.30; Leid und Herrlichkeit Sa 18.15, So 20.45;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts 18.15,

20.45, So a. 12.00; Yesterday (OmU) Sa 20.45, So 11.45;

What Our Fathers Did: ANazi Legacy So 12.45; Der unverhoffte

Charme des Geldes So 14.30; Preview: Gloria: Das

Leben wartet nicht So 18.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33) Traumfabrik

11.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.00; Der

König der Löwen 11.00, 13.50, 17.05, 20.15; 3D: AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 11.00, 13.40; Royal

Corgi 11.15; Pets II 11.15, 14.20, 17.25; Benjamin Blümchen

14.00, Sa a. 11.15; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 11.15, 14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00;

Spider-Man: Far From Home 13.40, 16.45; Once Upon a

Time in... Hollywood 13.40, 16.15, 19.50, Sa a. 20.15,

22.45; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 13.40, 16.30, Sa a.

19.40, 23.00, So a. 20.15; 3D: Der König der Löwen 16.50,

20.00, Sa a. 23.00; Die drei !!! 17.20; Yesterday 19.40;

3D: Spider-Man: Far From Home 19.50; Annabelle III Sa

23.00; Überraschungsfilm So 9.00; Once Upon aTime in...

Hollywood(OF) So 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 12.30, 15.00, 17.30; 3D: AToy

Story: Alles hörtauf kein Kommando 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Rebellinnen: Leg‘ dich nicht mit ihnen an! Sa 17.15, So

20.00; Drei Schritte zu Dir Sa 20.00, So 17.15

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Pets II 14.20,

17.40, So a. 12.00; Die drei !!! 14.20, 17.30, So a. 12.40;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.20, 17.00,

19.45, Saa.23.15, So a. 11.45; Der König der Löwen

14.30, 17.10, 19.50, Sa a. 22.40, So a. 11.45;Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.40, 17.00, 20.15, Sa a. 23.00;

Drei Schritte zu Dir 14.40; Benjamin Blümchen 14.40, So a.

12.20; 3D: Der König der Löwen 15.00, 17.45, 20.15, So

a. 12.15; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

15.00, 17.30, So a. 12.20; Once Upon aTime in... Hollywood

15.30, 16.30, 19.15, 20.00, Sa a. 22.30; 3D: Aladdin

Sa 16.40; 3D: Avengers: Endgame 19.30; Yesterday20.00;

3D: Spider-Man: FarFrom Home 20.00; Annabelle III 20.30,

Sa a. 23.10; Spider-Man: Far From Home Sa 22.50, So

11.50, 16.40; Anna Sa 23.00; John Wick III Sa 23.10; 3D:

Godzilla 2Sa23.20; Child‘s Play Sa23.45; Aladdin So

11.45; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu So 11.50

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Benjamin Blümchen

12.30, 14.45; Der König der Löwen 12.30, 15.00,

17.45; Pets II 12.30; Die drei !!! 15.15; Once Upon aTime

in... Hollywood 17.00, 20.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

17.30, 20.30; 3D: Der König der Löwen 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28) AToy Story:

Alles hörtauf kein Kommando 12.30, 15.00, 17.15, 19.45,

Sa a. 23.15; Benjamin Blümchen 12.45, 14.45; Die drei !!!

13.00; Pets II 13.30, 15.30; Der König der Löwen 15.15,

20.30; Once Upon aTime in...Hollywood17.00, 20.00, Sa

a. 22.00; 3D: Der König der Löwen 17.30; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 17.45, 20.15,Saa.23.10; Annabelle II Sa

23.30; Traumfabrik So 10.30

Kino-Cafe Dahme (✆ 03 54 51/343) Benjamin Blümchen

17.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93) Fast &

Furious: Hobbs &Shaw17.00, 19.30

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pets II 13.45; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 15.00, 17.30, 20.30,

So a. 11.00; Die drei !!! 15.45; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw18.00, 20.00, So a. 11.30

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/84 75 84)

Die drei !!! Sa 15.00, So 16.00; Der große Diktator Sa

20.00; The Hate UGiveSo18.00; Unsere große kleine Farm

So 20.30

Union Fürstenwalde (✆ 033 61/73 6440) Pets II Sa

14.45, So 16.30; Die drei !!! Sa 16.30, So 14.45; Axel, der

Held Sa 18.15; Gundermann Sa 20.15; Der Jungemuss an

die frische Luft So 18.15; Back to Maracana So 20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (✆ 033 71/40 16 41)

Der König der Löwen 15.15, 17.45, 20.15; Benjamin Blümchen

Sa 15.30, So 13.15; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 15.30, 17.45, 20.00, Sa a. 22.35; Fast &Furious:Hobbs

&Shaw17.20, 20.00, Sa a. 22.00; Brightburn:

Sa 22.40; Tolkien So 13.15; Die drei !!! So 13.15; Pets II

So 15.30

Tagestipp

Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019 29 · ·

·······················································································································································································································································································

KINO

SONNTAG

Schilder einer Ausstellung

I talienischer Markt“ steht auf einem gediegen-goldfarbenen Holzschild,

und darüber die Zahl „908A“. Wasdas zu bedeuten hat, erläutert die Gemäldegalerie

in einem kurzenText und führtzugleich die Idee zu einer außergewöhnlichen

Ausstellung aus:„Inder Frühphase der Galerie bestand die Beschilderung

lediglich aus an den Rahmen angebrachten Nummern, die auf

den entsprechenden Eintrag im Handkatalog verwiesen. Dies sollte weitreichende

Folgen haben: Bis heute arbeitet die Gemäldegalerie mit ‚Katalognummern‘

anstelle von Inventarnummern.“ Während man beim Ausstellungsbesuch

also vor allem auf Bildkomposition, Farbgebung und historischen

Kontext achtet, will diese Ausstellung aufs Archivarische am Rande

verweisen. So wurden die Verweise aufjüdische Stifter,allen voranJames Simon,

in derNS-Zeit entfernt, und handgeschriebene Schilder aus der Nachkriegszeit

verweisenauf den Mangel jener Jahre. HarryNutt

Gemäldegalerie Sonntag 11–18 Uhr,Matthäikirchplatz

Kunst

Paul (Jeremy Mockridge) und Cleo (Marleen Lohse) kommen sich näher.

WELTKINO

Cleo

Gemeinsam mit ihrer Zufallsbekanntschaft Paul (Jeremy Mockridge)

und dessen Schatzkarte begibt sich Cleo (Marleen Lohse)

auf die Suche nach einer magischen Uhr. Mithilfe des Zauberutensils

hofft sie, ein Unglück aus ihrer Kindheit rückgängig zu

machen –den Verlust ihres Vaters. Nachdem sich den beiden

Abenteurernkurzerhand auch noch Hobby-Schatzsucher Günni

sowie Zille anschließen, beginnt für die vier eine Reise quer durch

Berlin, bis hin zum Teufelsberg. Als sie die Uhrschließlich finden,

muss Cleo eine Entscheidung treffen: Soll sie in der Zeit zurückreisen

und so ihren Vater retten, auch wenn das heißt, dass sie

Paul niemals kennenlernen wird? (BLZ)

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Die Blechtrommel

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

11.00: Früh-Stücke

19.00: Tanz im August: Isadora Duncan

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: 68er Spätlese

HAU1(&25 90 04 27)

17.00: Tanz im August: Hard To Be Soft –ABelfast

Prayer(Oona Doherty)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 18.00: Zuhause bin ichDarling

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

20.00 Container: Herzstück

Naturpark Schöneberger Südgelände

(& 70 09 06 70) 14.00Brückenmeisterei: Fräulein

Brehms Tierleben: Felis silvestris –Die Wildkatze

16.00 Brückenmeisterei: Fräulein Brehms Tierleben:

Bos primigenius taurus –Die Kuh

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Casting Clara

Prime Time Theater (& 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: Der Club der toten Döner)

Radialsystem (& 288 78 85 88)

15.00: Tanz im August: Kata (Compagnie par Terre/

Anne Nguyen)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

18.00: Im Weißen Rössl

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: Hedda Gabler

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

18.00: Charlys Tante

Sophiensaele (& 283 52 66)

19.00 Festsaal: Tanz im August –RE-Perspective

Deborah Hay: The Man Who GrewCommon in Wisdom

/ Fire (EvaMohn /Ros Warby)

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

19.00: Dido &Aeneas (Sasha Waltz &Guests und

Akademie für Alte Musik Berlin)

Theater an derMuseumsinsel (& 47 01 89 49)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

18.00: Leere.Wiese. (TheaterJugendKollektiv)

Theater Thikwa (& 61 20 26 20)

16.00 Studio:Mit.Anderen.Worten. (Jugendtheatergruppe

Thikwa)

KABARETT/VARIETÉ

Chamäleon (& 400 05 90)

15.30: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

19.00: Elvis–DasMusical (Grahame Patric &The

Stamps Quartet)

Kookaburra (& 48 62 31 86)

19.00: Humor Erectus –Open Stage

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

18.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

14.30: The Band –Das Musical

Theater im Palais (& 201 06 93)

16.00: KurtTucholsky.Affenkäfig Berlin (Gastspiel

Nicole Haase)

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

19.00: Cabaret –Das Berlin-Musical

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

18.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Jump! (Starbugs Comedy)

KLASSIK

Centre Bagatelle (& 868 70 16 68)

19.30: Edizione Bella Italia, Klassikhits aus Italien

Französische Friedrichstadtkirche

(& 20 64 99 22) 16.00: ThomaskantorGotthold

Schwarz (Bass), Kilian Nauhaus (Orgel), Musikalische

Vesper,Werkevon Johann Sebastian Bach, Georg

Böhm, Max Reger u. a. Dazu Lesungen

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

16.00: Alexander Malter (Klavier), Werkevon Georg

Friedrich Händel, Franz Schubert, Franz Liszt, Richard

Wagner,Frédéric Chopin

Schloss Köpenick (& 266 42 42 42)

16.00 Aurorasaal: Radu Nagy(Violoncello), Catalin

Serban (Klavier), Berliner Klassiktage: Musik der

SalOns –Romantisches Cello, Ludwig vanBeethoven:

Mozartvariationen; Bernhard Romberg: Divertimento

über österreichische Volkslieder op.46, 3Nocturnes;

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Cellosonate B-Dur op. 45

KINDER

Archenhold-Sternwarte (& 536 06 37 19)

14.00: Besuch im Sternenhaus

FELD –Theater für Kinderund Erwachsene

(& 54 08 69 48) 16.00: Die gestiefelte Katze, Daniel

Wagner,(ab 4J.)

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: OffenesSpielen,Ernährungs- und Bewegungsbaustelle*Ökoinsel

*Holzbauplatz *Kadens

Murmelbahnen *Kappla-Baustelle *Holzspiele *

MaleckeTagesticket: €1,-

Zuzüglich zum Hauseintritt: Schminken, Bootsausleihe,

Erlebniswelt orbitall (16.30 Uhr)

FigurentheaterGrashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

16.00: Gans der Bär,Nicole Gospodarek, Puppentheater

Freilichtbühne am Weißen See (& 24 72 78 01)

16.00: Aufder Suche nach der Dunkelheit, Theater

Malinka (ab2J.)

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

16.00: 15. Sommer-Familientheater-Reihe: Pippi

Langstrumpf –wie alles begann ..., Berliner KinderTheater

(ab 4bis 9J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

17.00: Das tapfere Schneiderlein (ab 4J.)

PuppentheaterFelicio (& 44 67 35 30)

16.00: MarionettenzirkusPiccoli eGrandi

Theater an der Museumsinsel (& 47 01 89 49)

16.00: Puppenspiel des Dr.Faustus, Ein Faust für

Kinder

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

16.00: Konrad oder Das Kind ausder Konservenbüchse,

(ab 7bis 11 J.)

Theater der kleinen Form (& 29 35 04 61)

16.00: DieMückeund der Bär,Evelyn Geller,Puppentheater

(ab 3bis 8J.)

LITERATUR/VORTRAG

Baiz (Schönhauser Allee 26a)

20.00: Reformbühne Heim &Welt, Ahne, Falko

Hennig,Jakob Hein, HeikoWerning

Café Chagall (& /4 41 58 81)

20.00 1. Geschoss im Galerieraum: lauter niemand

literaturlabor

Museum Reinickendorf (& 404 40 62)

15.00Gedenkort:Hannah Höch –Refugium in Heiligensee,

FriederikeSchuster.Anm. erf.

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

20.00: Hufeland, EckeBötzow, Lea Streisand

KONZERT

b-flat (& 283 31 23)

21.00: MAGE feat. Martina Gebhardt, Good vibes with

good friends

Badehaus (& 95 59 27 76)

19.00: Awon &Phoniks, Anti-Lilly,Relatiiv

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

19.00: Brüning &Betancor,5.Frauensommer –Ich

mein dich!

Diakoniezentrum Heiligensee (Keilerstr.19)

16.30: Trawyikamienie, Kultur im Café

East Side Gallery (Mühlenstr.)

14.00: East Side Music Days –Street Music Festival

Freilichtbühne an der Zitadelle (& 333 40 22)

11.00: MagicofGospel, Umsonst &Draußen

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (& 44 31 51 00)

19.30: SonnyThet &Freunde, Sonnywird 65 /50

Jahre‚auf der Bühne’

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

20.00: Open Stage–playyour songs unplugged!

ufaFabrik (& 75 50 30)

15.00 Sommerbühne: COSOAFestival: 15 Chöre aus

Berlin, Deutschland und Europa. Anm. erf.

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

11.00: Stand-Arts, Jazz Brunch

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: Tribute to LouisArmstrong –Declan Forde(p),

Johannes Böhmer (tp), Igor Spallati (b), Matt Griffiths

(dr)

CLUB

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.30: SundaySelection, Mystic Roots

Else Open Air Club (An den Treptowers 10)

14.00: Bar XElse, Legowelt, The Hacker,Young Marco,

Vladimir Ivkovic, Identified Patient, Jetti &Post,

Homeboy

Festsaal Kreuzberg (& 551 50 65 87)

16.00: African Beats &Pieces: Local Legends

Maze (& 55 51 84 54)

6.00: aMAZEthing Afterhour,2hertz, kubi, Henrikos.

Sagert

Mokum (Danziger Str.56)

19.00: Chillie Sunday!

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 21.00: Liquid Brunch with Supernoa

and Sing on stage

Suicide Club (Revaler Str.99)

23.00: Electric Sound Garden, Sokool, Milou,

Swaytone,Residents

Yaam (& 615 13 54)

16.00: High Five –AHip Hop Journey, JorgeAlistano,

E-nnaoui Youssef, The SWAG (band), live-acts:

Veto030, magalie &Nae, 051.Crew, Ryaam

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

15.00: Tanztee, Evan, Josefina, Ingmar,Sascha

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Bellmer Balboa, Romolala DingDong &Šimon

Sova

Kulturbrauerei/Soda (& 44 31 51 55)

19.00: Soda Social Club, El Puma DJ,Fabinho FM,

Papa Peter,Panterra, Amador

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

16.00: ArgentinischerTango, Gaia, Leandro und

Freund*innen


30 Berliner Zeitung · N ummer 190 · 1 7./18. August 2019

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TV-Programm am Sonnabend

Tagesschau 24

12.15 Besser geht immer 13.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.15 Mondmänner mitHammer und

Sichel 14.00 Tagesschau-Nachrichten 14.15 Welt

ohne Geld 15.00 Tagesschau-Nachrichten 15.30

Plusminus 16.00 Tagesschau-Nachrichten 16.30

Gaffen statt helfen? 17.00 Tagesschau-Nachrichten

17.30 Keine Fahrscheine, bitte! 18.00 Tagesschau-Nachrichten

18.30 Zapp 19.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.30 Weltspiegel-Reportage 20.00

Tagesschau 20.15 Napoleon 21.02 PlanetWissen

22.00 Geschichten 22.30 extra 3 23.15 Weltspiegel-Reportage

23.45 DieTagesschauvor 20 Jahren

0.00 Tagesthemen 0.20 betrifft 1.05 Extra

1.15 Napoleon 2.00 Planet Wissen

ONE

12.10 MDR Kultur 12.25 Brisant 13.05

Hollywood'sBest Film Directors 13.30 Spiel ohne

Grenzen 15.00 Lindenstraße 15.30 Lindenstraße

16.00 Lindenstraße 16.30 Lindenstraße 17.00

Lindenstraße 17.30 Lindenstraße 18.00 Die

schwarzenBrüder. Historienfilm, D/CH 2013

19.40 Brisant 20.15 DerZürich-Krimi. Borchert

und die Machtder Gewohnheit. TV-Kriminalfilm, D

2018 21.45 MDRKultur 22.00 Zazy. Drama, D/I

2016 23.30 Agatha Christies Poirot. Todimdritten

Stock. TV-Kriminalfilm, GB 1989 0.20 Agatha

Christies Poirot. Urlaub aufRhodos. TV-Kriminalfilm,

GB 1989 1.10 Doctor Who 1.55 Doctor Who

2.40 Hustle –Unehrlich währtamlängsten

ZDF NEO

6.00 TerraX6.45 TerraX7.25 TerraX8.10 Terra

X 8.55 TerraX9.40 TerraX10.20 TerraX11.05

TerraX11.50 TerraX12.50 TerraX13.35 TerraX

14.20 TerraX15.05 TerraX15.50 TerraX16.35

Die glorreichen1017.20 Die glorreichen 10

18.05 SketchHistory 18.25 Topfgeldjäger 19.20

Topfgeldjäger 20.15 Evan Allmächtig. Komödie,

USA 2007 21.40 Kidnapping Freddy Heineken.

Actionfilm, GB/NL/B/USA2015 23.05 DasPenthouse.

Mysterythriller,USA 2013 0.20 Kidnapping

Freddy Heineken. Actionfilm,GB/NL/B/USA2015

1.45 (für HG) Midnight Sun –Mordunter arktischer

Sonne. Gefangen im Berg.TV-Kriminalfilm, S/F

2017 3.35 Eichwald, MdB

ZDF INFO

7.30 Die Regierung wird mich töten. Dokumentarfilm,

DK/GB/GUA/E2013 9.00 Blutige Reifen.

Dokumentarfilm, USA 2014 10.30 Aufgeklärt–

Spektakuläre Kriminalfälle 14.15 Dem Verbrechen

auf derSpur 18.45 (für HG)Den Tätern aufder

Spur 19.30 (für HG) Zeugenschutz –Abschied vom

altenLeben 20.15 Aufgeklärt–Spektakuläre Kriminalfälle.

Motiv Eifersucht?Der Fall Ingrid vanBergen

21.00 Aufgeklärt–Spektakuläre Kriminalfälle.

Leben mitder Schuld –Der Fall LolitaBrieger

21.45 Aufgeklärt –Spektakuläre Kriminalfälle. Die

Lust am Töten: Jürgen Bartsch 22.30 Aufgeklärt–

Spektakuläre Kriminalfälle 23.15 Aufgeklärt–

Spektakuläre Kriminalfälle 0.00 Aufgeklärt

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kammermusik Die Préludes von Sergej Rachmaninow,

ca. 56 Minuten

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Giuseppe Verdi: „Ernani” Oper in vier Akten,

ca. 175 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Jules Massenet: „Don Quichotte” Oper in

fünf Akten, ca. 176 Minuten

22.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Die besondere Aufnahme Lamento Johann

Sebastian Bach: Concerto d-Moll BWV 1052;

Concerto f-Moll BWV 1056; Tangos im Stil von

Horacio Salgán, Osvaldo Pugliese, ca. 60 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Atelier neuer Musik Modern und maltesisch?

Die zeitgenössische Szene auf Malta. Von Magdalene

Melchers, ca. 45 Minuten

MAGAZIN

1.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Deutschlandfunk Radionacht Klanghorizonte.

„Produced by Manfred Eicher”. Fünf Jahrzehnte

ECM Records, ca. 235 Minuten

5.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Aus den Archiven „Freiheit herrscht nicht”.

Erich Fried im Porträt, ca. 55 Minuten

11.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Gesichter Europas Allein auf der Insel –Großbritannien

und die Einsamkeit, ca. 55 Min.ten

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Painkillers. Die Opiatkrise in den USA.

Mit Bernhard Schütz, Thomas Arnold, Martin

Engler,Britta Steffenhagen. Von Lorenz Rollhäuser,ca.

55 Minuten

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Nochmal Nr.1(5/8): Im Land des

Schlagers. Von Benjamin Teske, ca. 26 Minuten

23.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lange Nacht Die törichte Neigung,inder Welt

herumzuschweifen. Eine Lange Nacht über Robinson

Crusoe, ca. 175 Minuten

JAZZ /BLUES

10.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Klassik –Pop –etcetera Mit Omer Meir Wellber

(Dirigent), ca. 55 Minuten

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Fay Claassen. Mit Lothar Jänichen,

ca. 30 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kabarett Salzburger Stier 2019 und seine

Preisträger Patti Basler,Lisa Eckhart sowie Simon

und Jan (2). Moderation: RobertAsam,

ca. 56 Minuten

2.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Tonart Chansons und Balladen, ca. 115 Min.

ARD

8.25 (für HG) DiePfefferkörner 9.50 (für HG)

Tagesschau 9.55 (für HG) Giraffe, Erdmännchen

&Co. 10.45 (für HG) Hallo Schatz –Vom Plunder

zum Prachtstück 11.30 (für HG) Quarks im Ersten

12.00 (für HG) Tagesschau 12.05 (für HG) In

aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 12.55 (für

HG) Tagesschau 13.00 (für HG) Familie für Fortgeschrittene.

TV-Drama, D2011 14.30 (für HG)

Linda geht tanzen. TV-Liebeskomödie, D2011

16.00 (für HG) Wwie Wissen 16.30 (für HG)

Weltspiegel-Reportage 17.00 (für HG) Tagesschau

17.10 (für HG) Brisant 17.50 (für HG)

Tagesschau 18.00 (für HG) Sportschau. Fußball:

3. Liga 18.30 (für HG) Sportschau. Fußball: Bundesliga,

1. Spieltag 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Verstehen Sie Spaß? –Spezial

Gäste:Tim Mälzer (Fernsehkoch),

Beatrice Egli (Sängerin), Mark Foster

(Sänger), Hans Sigl (Schauspieler),

Otto Waalkes (Komiker)

Moderation: Guido Cantz

23.20 (für HG) Tagesthemen

23.40 (für HG) Das Wort zum Sonntag

23.45 (für HG) Traffic –Die Macht des Kartells

Drama, D/USA 2000

Mit Michael Douglas, Benicio DelToro,

Catherine Zeta-Jones u.a.

Regie: Steven Soderbergh

RTL

6.50 Verdachtsfälle. Doku-Soap 7.50 Familien

im Brennpunkt. Doku-Soap 8.50 Familien im

Brennpunkt. Doku-Soap 9.50 Familien im

Brennpunkt. Doku-Soap 10.55 Der Blaulicht-

Report 11.50 Der Blaulicht-Report 12.50 Der

Blaulicht-Report 13.45 Der Blaulicht-Report

14.45 Der Blaulicht-Report. Aufregende Geschichten

aus dem Berufsalltag von Polizisten,

Sanitätern und Notärzten 15.40 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal. Moderation: Sükrü

Pehlivan 16.45 Die Superhändler –4Räume,

1Deal. Moderation: Sükrü Pehlivan 17.45

Best of ...! 18.45 aktuell 19.05 Life –Menschen,

Momente, Geschichten. Moderation:

Annika Begiebing

20.15 Die größten DSDS-Momente aller

Zeiten

Die Doku zeigt noch einmal die

emotionalsten, die dramatischsten und

die witzigsten Momente aus 16 Jahren

der Show.

22.30 Die Erfolgsgeschichte ModernTalking

23.30 Das Sommerhaus der Stars –Kampf

der Promipaare Show

1.30 Best of ...! Show

2.20 Der Blaulicht-Report

3.00 Familien im Brennpunkt. Doku-Soap

3.50 Verdachtsfälle.Doku-Soap

TV-Tipps

ZDF

Sat.1

MDR WDR Arte

14.00 (für HG) Fußball: 3. Liga 15.55 (für HG)

Aktuell 16.00 (für HG) Fußball: Regionalliga

Nordost 18.00 (für HG) Familienbande 18.15

(für HG) Unterwegs in Sachsen-Anhalt 18.45

(für HG) Glaubwürdig 18.54 (für HG) Sandmann

19.00 (für HG) MDR Regional 19.30

(für HG)Aktuell 19.50 (für HG) Klabautergeschichten

am Kelbraer Meer 20.15 (für HG)

Die Party mit Ross Antony 22.20 (für HG) Aktuell

22.25 (für HG) Olaf macht Mut 23.10 (für

HG) Wüstenblume. Drama, A/D/D/A 2009

1.05 (für HG) Fußball: Regionalliga Nordost

Bayern

17.15 Blickpunkt Sport 17.45 (für HG) Zwischen

Spessart und Karwendel 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 (für HG) Gut zuwissen

19.30 (für HG) Kunst &Krempel 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Pfarrer Braun:

Grimms Mördchen. Grimms Mördchen. TV-Kriminalfilm,D2010

21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Pfarrer Braun. Schwein

gehabt!TV-Kriminalfilm, D2010 23.30 (für

HG) Pfarrer Braun. Kur mit Schatten. TV-Kriminalfilm,

D2010 1.00 (für HG) Eine Liebe in St.

Petersburg. TV-Melodram, D2009

Vox

9.40 (für HG) Pitch Perfect. Musikkomödie,

USA 2012 11.50 Shopping Queen 12.50

Shopping Queen 13.50 Shopping Queen

14.50 Shopping Queen 15.50 Shopping

Queen 16.55 Der Hundeprofi 18.00 hundkatzemaus

19.10 Tierbabys –süß und wild!

20.15 (für HG)The Amazing Spider-Man 2:

Rise of Electro. Actionfilm, USA 2014 23.00

(für HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Mord auf Raten 0.00 (für HG)

Medical Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Spiel mit dem Feuer

Super RTL

13.40 Spirit: wild und frei 14.10 Friends –

Freundinnen auf Mission 14.40 Sally Bollywood

15.10 What's New Scooby-Doo? 15.35

What's New Scooby-Doo? 16.00 What's New

Scooby-Doo? 16.20 What's New Scooby-Doo?

16.45 What's New Scooby-Doo? 17.15 Sally

Bollywood 17.40 Die Nektons –Abenteurer der

Tiefe 18.10 Grizzy &die Lemminge 18.40

WOW Die Entdeckerzone 19.10 Voll zu spät!

19.40 Angelo! 20.15 (für HG) Wickie und die

starken Männer. Abenteuerfilm, D2009 21.55

(für HG) Himmelskind. Drama, USA 2016

Sport1

17.00 Motorsport: Porsche Carrera Cup 17.30

Motorsport –Porsche GT Magazin 18.00 ADAC

MX Masters 18.30 Die PS-Profis –Mehr Power

aus dem Pott. Eine Rennsemmel für Fatboy-

Slim 19.30 Die PS-Profis –Mehr Power aus

dem Pott. Ein Minivan für den Familienpapa

20.30 Die PS-Profis –Mehr Power aus dem

Pott. Ein amerikanischer Straßenkreuzer für

den Münchner 21.00 Boxen. Kampfabend

22.00 Boxen. Hauptkampf.Vincent Feigenbutz

–Cesar Nunez (E) 0.00 Sport-Clips

PROSIEBEN, 20.15 UHR DRAMA

Begabt –Die Gleichung eines Lebens

Nachdem Todihrer Mutter wird die Kleine Mary (MckennaGrace) in die

Obhutihres Onkels Frank (Chris Evans)übergeben. Während das junge

Mädchen heranwächst,entgeht dem ehemaligenPhilosophieprofessor Frank

nicht, dassMaryein ganz erstaunliches Talentfür Zahlen an den Taglegt. Das

Talentdes jungen Mädchens ruft schließlich Franks ehrgeizigeMutter Evelyn

aufden Plan,die MarysGabeumjeden Preis fördern will. Frank hingegen

will seiner Nichte eine möglichstunbeschwerteKindheit ermöglichen und

weistseine Mutter zurück. Mitihrem Streit um das Wohlergehen des kleinen

Mädchens landen Frank und Evelyn schließlich vorGericht. ProSiebenzeigt

das herzergreifende Familiendramamit ChrisEvans („Captain America“)und

MckennaGrace („Captain Marvel“)als Free-TV-Premiere. Die Regie beidem

Independentfilm übernahm Marc Webb (“TheAmazingSpider-Man“).

(USA/2017)

Foto: ProSieben

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VOX, 20.15 UHR ACTIONFILM

The Amazing Spider-Man 2

Nachdem derschüchterneSchüler Peter Parker voneiner genmanipulierten

Spinne gebissen wurde, verfügt derjunge Mann über ganz erstaunliche

Superkräfte. In derVerkleidung des „Spider-Man“ sagt der Teenager fortan dem

Bösenden Kampfan. Nachdem er in seinem erstenAbenteuerseinen Gegenspieler

Lizard besiegt hat, stehtnun ein weiterer gefährlichen Gegnerauf derMatte:

Er bekommtesmit dem Oscorp-Mitarbeiter MaxDillonzutun. Mitdem „Green

Goblin“ tauchtzusätzlich noch ein zweiterAntagonistauf der Bildfläche aufund

die „freundliche Spinne“hat bald alle Hände voll zu tun. Zweiterund letzter Auftrittfür

Andrew Garfieldinder Rolle desweltberühmten Marvel-Helden.Der aktuelle

Spider-Man-Film„Spider-Man:Far From Home“läuft derzeit in denKinos.

(USA/2014)

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prisma

TV-Magazin pris

Bequem reisen

mit dem Bus

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•u.v.m.

Berliner Zeitung Leserreisen

ZDF NEO, 21.40 UHR ACTIONFILM

Kidnapping Freddy Heineken

Dienstag

neu!

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

/leserreisen

LESERREISEN

Die Gangster Cor VanHout(JimSturgess) und Willem Holleeder (Sam

Worthington) wollen an das ganz großeGeld rankommen und glaubenden

perfekten Plan zu haben: Beierstbester Gelegenheit entführen sie Alfred „Freddy“

Heineken, den steinreichen Erbenund Vorstandsvorsitzenden des Brauerei-

Imperiums Heineken. Nachdem sich zwischen den Kidnappern und ihrer Geiselein

gefährliches Psychospiel entwickelt gehtschon bald alles schief,was nur

schief gehen kann. VonRegisseur Daniel Alfredsonroutiniertinszenierter Krimi

nach bekanntem Fall. Die Rolle des Alfred Heineken spielt AnthonyHopkins.

(Gbr./Nl./USA/2015)

8.45 heute Xpress 8.50 (für HG) Bibi Blocksberg

9.15 (für HG) Bibi und Tina 9.40 (für HG)

Bibi und Tina 10.05 (für HG) Lassie 10.25

heute Xpress 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante

11.15 (für HG) SOKO Wismar 12.00 heute

Xpress 12.05 (für HG) Menschen –das Magazin

12.15 (für HG) Bettys Diagnose 13.00 (für

HG) Bettys Diagnose 13.45 (für HG) Inga Lindström:

Das Herz meines Vaters. TV-Melodram,

D2009 15.15 Die Küchenschlacht 16.00 (für

HG) Bares für Rares 17.00 (für HG) heute

Xpress 17.05 (für HG) Länderspiegel 17.35

(für HG) plan b 18.05 (für HG) SOKO Kitzbühel

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Da

kommst du nie drauf!

20.15 (für HG) Wilsberg Die fünfte Gewalt

TV-Kriminalfilm, D2017

Mit Leonard Lansink, Oliver Korittke,

Ina Paule Klink u.a.

21.45 (für HG) Der Staatsanwalt

Sugardaddy. Krimiserie

22.45 (für HG) heute-journal

23.00 (für HG) Das aktuelle Sportstudio

0.25 heute Xpress

0.30 Jürgen Klopp –die Dokumentation

Dokumentation

1.15 (für HG) Varg Veum Gefährten des Todes

TV-Kriminalfilm,N2011

5.55 Weibsbilder 6.15 Weibsbilder 6.45 Promis

Privat 7.45 Promis Privat 8.45 Promis Privat

9.40 Promis Privat 10.35 Promis Privat.

Designer Harald Glööckler besucht heute ein

großes Event. 11.35 Navy CIS. Geheimniskrämer.Krimiserie

12.30 Navy CIS. Der schmale

Grat. Krimiserie 13.20 Navy CIS. Verräterische

Zeichen. Krimiserie 14.15 Navy CIS. Der gute

Sohn. Krimiserie 15.10 Navy CIS. Missionare.

Krimiserie 16.05 Navy CIS. Aquamarin. Krimiserie

17.00 Auf Streife –Die Spezialisten.Reportagereihe

18.00 Auf Streife –Die Spezialisten.

Reportagereihe 19.00 Grenzenlos –Die

Welt entdecken. Istrien –Kroatiens schöne

Halbinsel 19.55 Nachrichten

20.15 The Boss Baby

Animationsfilm, USA 2017

Regie:Tom McGrath, Hendel Butoy

Synchronsprecher: K.Dieter Klebsch,

Cornelia Meinhardt, Daniele Rizzo,

Claude-Albert Heinrich

22.15 Promi Big Brother

Moderation: Jochen Schropp, Marlene

Lufen

23.45 Knallerkerle

0.15 Knallerkerle

0.45 Promi Big Brother

Mod.: Jochen Schropp,Marlene Lufen

13.30 (für HG) Servicezeit 14.00 (für HG)

Fußball: 3.Liga. 5. Spieltag: MSV Duisburg –

FSV Zwickau 16.00 (für HG) Lachgeschichten

17.00 (für HG) Heimathäppchen 17.15 (für

HG) Meisterküche 17.45 (für HG) Kochen mit

Martina und Moritz 18.15 (für HG) Einfach und

köstlich –Kochen mit Björn Freitag 18.45 (für

HG) Aktuelle Stunde 19.30 (für HG) Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Hirschhausens Quiz des Menschen 23.20 (für

HG) nuhr gefragt 0.05 (für HG) nuhr gefragt

0.50 (für HG) Lachgeschichten

NDR

12.45 (für HG) Weltreisen 13.15 (für HG) Azoren

–Oasen im Atlantik 14.00 (für HG) Fußball:

3. Liga. 5. Spieltag: 1860 München –SV

Meppen. Aus München 16.00 (für HG) WaPo

Bodensee. Genug ist genug 16.45 (für HG)

Der Pferdeversteher 17.30 (für HG) Tim Mälzer

kocht! 18.00 (für HG) Nordtour 18.45 (für HG)

DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Kaum zuglauben!

XXL 22.15 Die Superpauker XXL 23.50 Das

Quiz der wilden Supertiere 0.35 (für HG) Quizduell

1.20 (für HG) Dingsda

Kabel eins

11.00 Castle 12.55 Castle 13.40 Castle

14.30 Castle 15.25 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 16.20 News 16.30 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 17.30 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 18.20 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 19.15 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 20.15 Hawaii

Five-0. Undercover 21.15 Hawaii Five-0 22.15

Scorpion. Im Minenfeld 23.10 Criminal Minds:

Beyond Borders. Yeti 0.05 Hawaii Five-0. Undercover

1.00 Hawaii Five-0. Bereit für ein

Spiel? 1.45 Scorpion. Im Minenfeld

RTL 2

12.15 Die Schnäppchenhäuser –Jeder Cent

zählt 13.15 Die Schnäppchenhäuser –Jeder

Cent zählt 14.15 Der Trödeltrupp –Das Geld

liegt im Keller 15.15 Der Trödeltrupp –Das

Geld liegt im Keller 16.15 Zuhause im Glück –

Unser Einzug in ein neues Leben 18.15 Zuhause

im Glück –Unser Einzug in ein neues Leben

20.15 Serenity –Flucht inneue Welten. Sci-Fi-

Film, USA 2005 22.30 Game of Thrones –Das

Lied von Eis und Feuer 23.35 Game of Thrones

–Das Lied von Eis und Feuer 0.50 The

Walking Dead 1.40 The Walking Dead

Eurosport 1

14.00 Radsport: BinckBank Tour 15.00 Radsport:

BinckBank Tour. 6. Etappe 16.45 Radsport:

Arctic Race of Norway. 3. Etappe 18.00

Skispringen: Sommer Grand Prix 19.00 Snooker:

World Main Tour. International Championship:

Finale 19.55 Eurosport News 20.00

Leichtathletik: Mannschafts-EM 20.55 Rugby:

Herbst Tests. Frankreich –Schottland 23.00

Rallye: FIA-EM 23.30 Eurosport News 23.35

WATTS. Die August-Ausgabe der Eurosport-

Clipshow 0.00 Radsport: Tour of Utah

RBB

5.20 Panda, Gorilla &Co. 6.10 Schloss Einstein

6.35 Schloss Einstein 7.00 Lindenstraße

7.30 Selbstbestimmt! Das Magazin 8.00

Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 Der letzte

Patriarch. TV-Drama, D/SIN 2010 10.30 Der

letzte Patriarch. TV-Drama, D/SIN 2010 11.55

Verrückt nach Meer 12.45 Verrückt nach Meer

13.35 Luzyca 14.05 Rund um ... 17.25 Was

heißt hier eigentlich arm? 17.55 Sandmann

18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin 18.30

Unterwegs mit fahrendem Volk. Das „theater

89„auf Sommertour 19.00 Heimatjournal

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Charité

Heimatschuss /Schwere Geburt

Historienserie, D2019

Mit Mala Emde, Ulrich Noethen, Jannik

Schümann

21.50 rbb24

22.05 Charité

Letzte Hoffnung /Verschüttet

23.40 Charité

Im Untergrund /Stunde Null

1.15 Familie Jones –Zuperfekt, um wahr

zu sein Drama,USA 2009

Mit David Duchovny, Demi Moore u.a.

ProSieben

8.30 Fresh off the Boat 9.25 Last Man Standing

10.20 Baby Daddy 11.20 Superior Donuts.

Die Not mit den Noten. Comedyserie

11.45 Die Simpsons. Der rasende Wüterich/

Die Apu und Manjula Krise/L.S.–Meisterin

des Doppellebens/Am Anfang war die Schreiraupe/Sicherheitsdienst

„Springshield„/

Schickt die Klone rein. Zeichentrickserie 14.35

Twoand aHalf Men. Das Traumpaar/Zehn Finger,

zehn Zehen/Willkommen in Malibu. Comedyserie

16.00 Style your Star –It's About You

17.00 taff weekend 18.00 Newstime 18.10

Die Simpsons. Die Queen ist nicht erfreut!/Der

Dicke und der Bär. Zeichentrickserie 19.05

Galileo. Moderati