24.08.19 Lindauer Bürgerzeitung

achja23

32 24. August 2019 · BZ Ausgabe KW 34/19

AUS DER REGION

Zur gastlichen Fluchtalpe

BZ-Wandertipp: Unterwegs im Naturpark Wildental

Unser heutiger Wandertipp führt

uns in ein eher unbekanntes

Seitental des Kleinen Walsertales,

das Wildental. Das Tal im

gleichnamigen Naturpark führt

vom Ortsteil Mühle in Mittelberg

ostwärts. Unser Ziel ist die gastliche

Fluchtalpe. Der Weg selbst

ist nicht spektakulär, das Bergpanorama

sehr wohl.

Die Anfahrt ist sehr gut mit

öffentlichen Verkehrsmitteln

zu bewältigen. Mit der Bahn

geht es nach Immenstadt und

nach Umstieg weiter nach

Oberstdorf. Am Busbahnhof

fährt alle zehn Minuten der

Walserbus, Linie 1, bis nach

Bad am hintersten Ende des

Kleinen Walsertales. In Mittelberg,

Haltstelle Bödmen, steigen

wir in die Linie 4 um und

fahren zwei Haltestellen bis

Schwendle. Dort beginnt unsere

Wanderung.

Wer mit dem PKW anreist,

fährt über die B 308 bis Immenstadt

und dann weiter an

Oberstdorf vorbei ins Kleine

Walsertal bis Mittelberg. Am

Die gastliche Fluchtalpe liegt auf 1.390 m Seehöhe.

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Ortsende (Richtung Bad) biegen

wir links Richtung Wildental

ab und fahren bis zum

Wanderparkplatz Schwendle

(1.176 m).

Der Weg führt, vorbei am

ehemaligen Bergheim Moser,

bergwärts. Vorbei an der Unteren

Wiesalpe, dem Bachlauf

des Wildenbachs auf einem

Güterweg folgend, erreichen

wir die Innere Wiesalpe. Radfahren

ist übrigens im Wildental

nicht gestattet.

Die Bergsicht auf die Gipfel

um uns herum ist grandios.

Der Zwölfer- und Elferkopf, die

Schafalpköpfe und die Kanzelwand

bilden eine Traumkulisse.

Links ragen die Walserspitze,

die Oberstdorfer Hammerspitze

und die Hochgehrenspitze in

den Himmel. Am Talende gibt

es auch noch einen „Bilderbuch-Wasserfall“.

Von der Inneren Wiesalpe

geht es weiter, bis wir am Talende

die Fluchtalpe erreichen.

Die gastliche Alpe liegt auf

1.390 m Seehöhe. Bewirtschaftet

wird sie seit Generationen

Im Naturpark Wildental erwartet Wanderer eine Bilderbuchlandschaft. Hat man den Aufstieg zum Beispiel

zur Fluchtalpe bewältigt, wird man mit einem spektakulären Bergpanorama belohnt.

BZ-Fotos: WV

von der Familie Berktold aus

Oberstdorf. 1601 wurde sie

urkundlich zum ersten Mal

erwähnt. Damals gehörte die

Alpe noch zur Hinteren Wildenalpe.

Die Fluchtalpe wird

im Volksmund nur „Flucht“

genannt, womit die so genannte

„Schneeflucht“ gemeint ist.

Für den vorderen und hinteren

Wilden ist die Flucht der

natürliche Ort, um bei Schneeeinbruch

mit dem Vieh dorthin

zu ziehen. Trotz Neuzeit

und Technik ist es für die Älpler

nicht leicht, das Weideland

und die Bergwiesen mit den

ertragsarmen Steilhängen zu

bearbeiten. Tradition, die Liebe

zur Heimat und die Verpflichtung,

das Erbe der Altvorderen

zu erhalten, sind die Motivati-

on für die praktizierenden

Bergbauern.

Deftige, köstliche Brotzeiten

und leckere, selbstgebackene

Kuchen machen die Rast

auf der Sonnenterrasse perfekt.

Hier kann man die Bilderbuchlandschaft

um sich herum

so richtig genießen.

Nach der Rast geht es zurück

zur Inneren Wiesalpe. Hier halten

wir uns halbrechts Richtung

Höfle. Der Weg wird

schmaler und führt uns allmählich

steiler werdend hinunter

in den Weiler Höfle. Am

gegenüber liegende Talende

sehen wir jetzt das Walmendinger

Horn. Von Höfle geht

es auf einem Teersträßlein

zurück zum Ausgangspunkt in

Schwendle.

WV

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BZ WANDERTIPP

AUF EINEN BLICK

Leichte Wanderung auf guten

Wegen. Länge: rund 6,5 km

Höhenunterschied: 260 m

Dauer: gut 2 Stunden

Variante:

Wer es alpiner mag, lässt sich

von Riezlern aus auf die Kanzelwand

(1.968 m) gondeln. Der

Krumbacher Höhenweg führt zur

Fiderepaßhütte auf 2.067 m.

Jetzt geht es hinab zur Fluchtalpe

und weiter, wie beschrieben, nach

Höfle und zurück nach Riezlern.

Trittsicherheit und Bergerfahrung

nötig. Länge: 15 km, Höhenunterschiede:

600 m im Aufstieg und

1.460 m im Abstieg, Dauer: 5 Std.

Mehr Fotos und die Wanderkarte:

Klicken Sie auf unserer Homepage

diesen Beitrag auf S. 32 der BZ-

Ausgabe 34/19 an.

@ www.bz-lindau.de








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