Berliner Zeitung 22.08.2019

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6* Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

22.5.19

MÄRKTE

▲ 11802,85 (+1,30 %)

Rohöl je Barrel Brent inUS-Dollar

22.5.19

Euro in US-Dollar

22.5.19

Stand der Daten: 21.08.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

21.8.19

▲ 60,29 (+0,40 %)

21.8.19

▲ 1,1104 (+0,25 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom21.08.zum Vortag

21.8.19

Evotec 19,54 +6,08 WWWWWWWWWWW

Nemetschek 49,56 +4,73 WWWWWWWWW

Zalando 42,94 +4,48 WWWWWWWW

GEA Group 24,01 +3,98 WWWWWWWW

United Internet NA 28,75

+3,64 WWWWWWW

Delivery Hero 46,63 +3,60 WWWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom21.08.zum Vortag

Fresenius M. C. St. 60,04 WW –0,79

Deutsche Telekom NA14,88 WW –0,56

Commerzbank 4,93 WW –0,51

MetroSt. 14,29 WW –0,38

E.ON NA 8,18 WW –0,32

Dt. EuroShop NA 23,20 ±0,00

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 21.08. ±% z. 20.08.

Euro Stoxx 50 (EU) +1,33

3574/2909 3394,89

CAC 40 (FR) + 1,70

5673/4556 5435,48

S&P UK (UK) + 1,06

1562/1323 1453,98

RTS (RU) +1,23

1414/1033 1280,19

IBEX (ES) +0,97

9671/8286 8701,50

Dow Jones (US) +0,93

27399/21713 26203,22

Bovespa (BR) +0,94

106650/74275 100158,70

Nikkei (JP) – 0,28

24448/18949 20618,57

Hang Seng (HK) +0,10

30280/24541 26282,41

Stx Singap. 20 (SG) –0,26

1657/1350 1536,19

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Crédit Agricole **

ca-consumerfinance.de 1,31 1,41 -

Bank11

bank11.de 1,15 1,30 -

akf bank **

akf.de 1,05 1,20 1,20

VTB Direktbank

vtbdirekt.de 1,00 1,20 1,20

Renault Bank direkt **

renault-bank-direkt.de 1,00 1,20 -

Targobank

targobank.de 0,60 1,10 -

Santander

santander.de 0,60 0,90 1,22

ING

ing.de 0,07 0,12 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,05 0,05 0,05

Postbank

postbank.de - - -

Isbank

isbank.de 1,00 1,15 -

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - 0,15

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,72 0,89 0,78

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Auf Fernstreckenwerden Flugzeuge nochlangeauf Brennstoff angewiesen sein.

Grüner Sprit ist der Hoffnungsträger

Von Christian Ebner und Andreas Hoenig

Die deutsche Luftverkehrsindustrie

soll wettbewerbsfähiger

und gleichzeitig

umweltverträglicher

werden. Darin waren sich die

Teilnehmer der ersten Nationalen

Luftfahrtkonferenz am Mittwoch einig.

Wiedas zusammengehen könnte,ist

allerdings noch die Frage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) beschrieb den Branchengrößen

im Leipziger Flughafenhangar

der DHL die Lage: „Wir wollen keine

erzwungenen Einschränkungen

unserer Mobilität“, sagte sie –und

formulierte die Anforderungen, um

sie zu vermeiden.

EsgebezunehmendeKritik,stellte

Merkel mit Blick auf Fridaysfor Future

unddie neu entdeckte Flugscham

fest. „Umso wichtiger ist es, dass die

Branche zeigen kann, dass Wachstum

nicht immer mit mehr Wachstum

klimaschädlicherer Emissionen

verbunden ist.“ Es müsse eine Entkopplung

erreicht werden.

Während Greenpeace, der BUND

und Fluglärmgegner deutliche Einschränkungen

im Flugverkehr verlangen,

suchen Branche und Regierung

in ihrer „Leipziger Erklärung“

einen Weg zum klimafreundlichen

Luftverkehr. „Wir sind in einer Bringschuld,

den Luftverkehr nachhaltig

zu organisieren“, sagte der Präsident

des Flughafenverbands ADV, Stefan

Schulte.„Wer, wenn nicht wir,könnte

das schaffen?“ Merkel verwies auf

850000 Jobs und die Bedeutung des

Sektors für die Exportnation.

Vor dem DHL-Hangar war zwar

eine zweimotorige Maschine vom

TypDo228 Electric Flight Demons-

Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung

Jede Generationlebt etwa fünf Jahre länger als die vorherige –Versicherungen warnenvor einerVorsorgelücke

Von Rasmus Buchsteiner

Viele Menschen in Deutschland

unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung.

Das geht aus einer

Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands

der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV) hervor,

die dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND) vorliegt.

Grundlage der Studie ist eine Ende

Juli durchgeführte repräsentative

Befragung von 1017 Menschen ab

18 Jahren. Demnach rechnen die Befragten

im Mittel damit, dass sie etwa

83 Jahre alt werden. „Frauen schät-

Höhere Ticketsteuer könnteKerosin-Forschung finanzieren

NEUES PROPELLERFLUGZEUG WIRD IN LEIPZIG GEBAUT

Neustart: Erstmals seit etwa

60 Jahren könnte wieder ein

Flugzeug in Sachsen gebaut

werden. Bis zu 250 Arbeitsplätze

sollen durch die Produktion

des Flugzeugs mit

dem Namen D328NEU,eine

Weiterentwicklung der Dornier

328, am Flughafen

Leipzig/Halle entstehen,

sagte Nico Neumann, Produktionschef

der Firma328

SupportServices.

trator zusehen, aber „auf der Langstrecke

können wir langfristig nicht

auf Kohlenwasserstoffe verzichten“,

sagte der Präsident des Bundesverbands

der Deutschen Luft- und

Raumfahrtindustrie, Airbus-Manager

Klaus Richter. Wo heute noch fossiles

Kerosin verbrannt wird, könnte

bald synthetischer Kraftstoff eingesetztwerden,

produziert mit grünem

Stromdurch Wasserstoff-Dialyse.

DasProblem:Bislang stehenweltweit

nur geringste Mengen des klimaneutralen

Treibstoffs zu hohen Preisen

zur Verfügung. Merkel ficht das

nichtan: „Das war bei jeder Technologieso,

dass es am Anfang teuerist.“

Manfred Aigner, Direktor des DLR-

Instituts für Verbrennungstechnik,

mahntezur Geduld:„Für eineindustrielle

Produktion von vielen Tonnen

klimaneutralen Kerosins wird essicher

nochzehn Jahredauern.“

Elektromotor: Die Propeller

der D328NEU sollen leiser

rotieren als beim Vorgängermodell,

auch der CO 2 -Ausstoß

soll geringer sein. Perspektivisch

könne das Kleinflugzeug

auch elektrifiziert

werden, kündigte Thomas

Jarzombek (CDU), Luft- und

Raumfahrtkoordinator der

Bundesregierung,an. Entwickelt

werden soll der Flugzeugtyp

in Bayern.

Förderung: Die D328NEU

hat Platz für 39 Passagiere.

Das Flugzeug soll Ziele in

einer Entfernung bis zu 650

Kilometer anfliegen können.

Neben Passagier- und

Frachttransporten könnte es

im Rahmen vonRettungsund

Suchdiensten eingesetzt

werden. Sachsen fördertdas

Vorhaben mit bis zu 6,5 Millionen

Euro. Ende 2023 soll

der erste Flieger abheben.

zen ihre Lebenserwartung eher etwas

höher, Männer etwas niedriger

ein“, heißt es in der Studie.

Die Befragten rechnen insgesamt

damit, ein Alter vondurchschnittlich

82,8 Jahren zu erreichen. Legt man jedoch

die Sterbetafeln des Statistischen

Bundesamts zugrunde, können

sie erwarten, im Schnitt 87,7 Jahre

zu werden: Die Differenz beträgt

4,9 Jahre.

Laut der Studie der Versicherungswirtschaft

fällt es Jüngeren

schwerer,ihrestatistische Lebenszeit

zu bestimmen. 18- bis 29-Jährige

unterschätzen ihre statistische Lebenserwartung

im Schnitt um

6,9 Jahre. LautSterbetafel ist für diese

Altersgruppe von einer realen Lebenserwartung

vondurchschnittlich

89,6 Jahren auszugehen. 30- bis 39-

Jährige unterschätzen ihre Lebenserwartung

ebenfalls überproportional

stark –und zwar um im Schnitt

5,4 Jahre.

Laut GDVliegt die Ursache dafür,

dass die eigene Lebenserwartung

vielfach unterschätzt wird, in falsch

gewählten Referenzpunkten. Fast jeder

Zweite,der für die Untersuchung

befragt wurde,orientiertsich bei seiner

Selbsteinschätzung am Alter der

FOTO: FRANK MAY/DPA

Während der kommenden EU-

Präsidentschaft will Deutschland

eine industriepolitische Initiative

starten und zudem einen neuen Anlauf

zu einem einheitlichen Luftraum

über Europa nehmen. „Weil Passagierflugzeuge

in Europa Umwege

fliegen müssen, verbrauchen sie bis

zu 10 Prozent mehr Kerosin. DieUmsetzung

eines Single European Sky

wäre eine echte Klimaschutzmaßnahme“,

sagte Lufthansa-Chef CarstenSpohr.

DasGeldfür die Entwicklung neuer

Technik könnte aus der bestehenden

Luftverkehrsabgabe kommen,

die bisher ohne Zweckbindung in

den Bundeshaushalt fließt. Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) schlägt vor, das komplette Aufkommen

von rund einer Milliarde

Euro proJahr in die Forschung zu den

neuen Luftfahrttechnologien zu investieren.

Scheuer denkt sogar über

eine höhere Ticketsteuer nach, um

den Umbau zu beschleunigen. Als

Felder nannte er synthetische Kraftstoffe,

Triebwerkstechnologie und

die Aerodynamik. BundeswirtschaftsministerPeterAltmaier(CDU)

signalisierte Unterstützung. „Wir

müssen in Zukunft noch viel mehr

machen“ –aber Finanzminister Olaf

Scholz(SPD) „sitztauf der Kasse“.

Lufthansa-Chef Spohr reagierte

jedoch kritisch. DieFrage sei, wie viel

mehrUngleichheitdiedeutscheLuftverkehrsbranche

iminternationalen

Wettbewerb vertragen könne: „Der

eine muss es zahlen, der andere

nicht.“DiebisherigeAbgabewirdvon

den deutschenAirlinesseit Jahren als

Sonderbelastung kritisiert.

Die Airlines setzen ihre Hoffnungen

auf den grünen und öffentlich geförderten

Sprit: „Wenn wir es wirklich

schaffen, dass die Entwicklung nachhaltiger

Kraftstoffedurch bestehende

Einnahmen der Luftverkehrsteuer

unterstützt wird, dann können wir

einen wichtigen Beitrag zum klimaneutralen

Fliegen leisten“, sagte der

Geschäftsführer von Tuifly, Oliver

Lackmann.

Die Gewerkschafter Christine

Behle (Verdi) und Jörg Hofmann

(IG Metall) mahnten die Branche,

neben der Technologie die sozialen

Aspekte des Luftverkehrs nicht aus

den Augen zu verlieren. FaireArbeitsbedingungen

seien ebenfalls wichtig

für die gesellschaftliche Akzeptanz

der Branche,sagte Hofmann. „Ein Ticketpreis

von 9,90 Euro deckt weder

Steuernnoch Gebühren. Es muss jedem

klar sein, dass die Beschäftigten

dafür den Preis bezahlen“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied

Behle. (dpa)

Eltern, 39 Prozent blicken auf die Lebensdauer

der Großeltern. Lediglich

26 Prozent richten sich nach offiziellen

Statistiken. „Jede Generation lebt

im Schnitt etwa fünf Jahre länger als

die vorherige“, sagte GDV-Geschäftsführer

Peter Schwarkdem RND.

Der Verband fordert eine bessere

Aufklärung der Verbraucher. „Wir

setzenunsdafürein,dassdieLebenserwartung

in der geplanten Onlinerenteninformation

mitausgewiesen

wird“, forderte Schwark. „Wer seine

statistische Lebenserwartung nicht

kennt, sorgt womöglich nicht ausreichend

vor.“

Söder will

Strafzinsen

verbieten

VorstoßimBundesrat

angekündigt

Von Thomas Körbel

Bayerns Ministerpräsident Markus

Söder will Guthaben von

Kleinsparern vor Strafzinsen schützen.

„Wir werden als Freistaat Bayern

einen Vorstoß im Bundesrat starten,

dass Beträge bis 100000 Euro grundsätzlich

vonsolchen Strafzinsen ausgenommen

werden“, sagte der CSU-

Chef der „Bild“-Zeitung. Notwendig

sei ein gesetzliches Verbot, dass die

Negativzinsen auf Kleinsparer umgelegt

würden. Die Banken müssten

ihre Kosten anders ausgleichen. Negativzinsen

entsprächen nicht der

deutschen Finanzkultur. „Sparen

muss belohnt und darfnicht bestraft

werden“, sagte Söder.

Verbraucherschützer halten wenig

von dem Vorstoß. „Ein Gesetz

gegen Negativzinsen ist gut gemeint,

hätte aber vor allem Symbolcharakter“,

sagte Klaus Müller, Chef des

Bundesverbands der Verbraucherzentralen,

der „Augsburger Allgemeinen“.

DieDeutsche Kreditwirtschaft,

die Interessenvertretung der Spitzenverbände

von Banken und Sparkassen,

äußerte sich nicht.

Kreditinstitute im Euro-Raum

müssen aktuell 0,4 Prozent Strafzinsen

zahlen, wenn sie Geld bei der

Europäischen Zentralbank (EZB)

parken. Bisher geben nur wenige

Geldhäuser diese Zinsen an Privatkunden

mit besonders hohen Guthaben

auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto

weiter. Vertreter der Kreditwirtschaft

warnten zuletzt allerdings,

eskönnte mehr Verbraucher

treffen, sollten Europas Währungshüter

die Zinsen weiter senken und

nicht gegensteuern.

Schwere Zeit fürdeutsche Banken

„Es wirdfür Banken immer schwerer,

bei anhaltenden Negativzinsen eine

angemessene Profitabilität im Kundengeschäft

sicherzustellen“, sagte

die Präsidentin des Bundesverbands

der Deutschen Volksbanken und

Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak,

jüngst. „Insbesondere, wenn auf

die Weitergabe der negativen Zinsen

im Mengengeschäft verzichtet wird.“

DieEZB hatte angedeutet, der Negativzins

könnte verschärft werden.

Damit wollen die Währungshüter die

Kreditvergabe und so die schwächelnde

Wirtschaft im Euro-Raum

ankurbeln. Um die Institute nicht zu

sehr zu belasten, will die EZB aber

verschiedene Optionen prüfen, darunter

eine Staffelung des Negativzinses.

Deutsche Banken, die traditionell

einen Überhang an Kundeneinlagen

haben, sind vomStrafzins besonders

betroffen. Sie tragen nach Angaben

des Bankenverbands BdB etwa ein

Drittel der Belastungen aus dem negativen

Einlagenzins im Euro-Raum.

Für Verbraucherschützer Müller

ist der Vorstoß Söders nicht weitgehend

genug: Nach Auffassung der

Verbraucherschützer seien „Strafzinsen

bei bestehenden Verträgen bereits

rechtswidrig“. Weil Filialbanken

und Sparkassen vielfach Gebühren

bei Girokonten erhöhten, sei der effektive

Zins für diese Konten aber

heute schon häufig negativ.

„Sparen muss belohnt werden“:Markus

Söder.

FOTO: PAUL ZINKEN/DPA

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