Berliner Kurier 24.08.2019

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BERLINER KURIER, Sonnabend, 24.August 2019

Bei dem Terroranschlag

starben 12 Menschen.

Amri warmit einem gekaperten

Transporter auf

den Markt gefahren.

Fotos: dpa, BKA

Terrorist Amri verübte

am 19. Dezember

2016 ein Blutbad auf

dem Weihnachtsmarkt

an der Gedächtniskirche.

Er

wurde vier Tage später

in Italien vonder

Polizei erschossen.

Bereits im März vergangenen

Jahres wollte der Amri-Untersuchungsausschuss

das Video

vom Tatort des Weihnachtsmarkt-Anschlags

in Berlin einsehen.

Doch erst jetzt liegen die

Aufnahmen vor. Beim RBB übt

das Mitglied des Amri-Untersuchungsausschusses

Konstantin

von Notz von Bündnis

90/Die Grünen Kritik an der

Praxis. Dass das erst jetzt

kommt, irritiere maximal, sagte

er in einem Interview mit dem

RBB. Er kritisiert in dem Zusammenhang

auch ausdrücklich

die Zusammenarbeit der

Sicherheitsbehörden mit dem

Bundestagsuntersuchungsausschuss.

Für Konstantin von

Notz passt der Umgang der Sicherheitsbehörden

mit diesem

Video ins Bild. „Wir haben den

Eindruck, dass man vonseiten

der Ermittlungsbehörden versucht,

so wenig Steine wie möglich

umzudrehen, weil man

Sorge hat, was man darunter

finden kann.“ Der Bundestagsabgeordnete

forderte, dass der

Ausschuss diese Bilder akribisch

auswertet. Denn sie

könnten tatsächlich Aufschluss

darüber geben, ob Anis Amri

das Attentat –wie bislang von

der Generalbundesanwaltschaft

angenommen –allein begangen

hat oderobesdoch Mitwisser,

vielleicht sogar Mittäter,

gegeben hat.

Die Aufnahmequalität ist

nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes,

bedingt „durch

die schwachen Lichtverhältnisse

zum Zeitpunkt“, zu schlecht

und eine wie auch immer geartete

„Verbesserung oder Aufbereitung“

nicht möglich.

Die Nachricht von der Verzögerung

der Ermittlungen sorgte

auch in den sozialen Netzwerken

für Irritationen. So schreibt

ein Nutzer: „Der Rest der Bevölkerung

wiederum hat ein

Anrecht darauf, umfassend und

objektiv informiert zu werden.

Um bei Wahlen korrekt entscheiden

zu können. Auch und

ganz besonders die Angehörigen.

Und sie können wählen,

was sie wollen, das BKA und die

Bundesanwaltschaft benehmen

sich wie ein Staat im Staate. Leider

wird es wieder passieren.

Auch die Schlamperei der Behörden.

Ich habe aber den Eindruck

dass es sich um gar keine

Schlamperei handelt, sondern

um ein ganz bewusstes Vorgehen

eben dieser Behörden.“

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