Berliner Zeitung 24.08.2019

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Berliner Zeitung · N ummer 196 · 2 4./25. August 2019 – S eite 32 *

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Panorama

LEUTE

ADOBE STOCK

NACHRICHTEN

Hanna Eschenhagen (25) hat den

besten Jobdes Universums ergattert.

Na gut, den besten Jobgleich nach

Strandtester auf Sansibar und Bibermanager

in Brandenburg. Eschenhagen

ist Norderneys neue Inselbloggerin.

DieKölnerin, die derzeit

noch als Küchenhilfe und Wanderführerin

in Griechenland tätig ist,

tritt im September den Dienst auf

der ostfriesischen Insel an. EinJahr

lang wirdsie in einem Internet-Blog

über Land, Leute und Strandleben

berichten. Denn man tau!

Russell Crowe (55) ist ein Grantler,

wie er im Buche steht. Es ist uns noch

in recht eindrücklicher Erinnerung,

wie der Schauspieler mal am Flughafen

ausflippte,weil die Hoverboards

seiner Söhne nicht mit an Bord durften.

Jetzt hat ein Basketballspiel seinen

Zorn entfacht. 1500 Dollar habe

er bezahlt, wetterte er vorseinen 2,7

Millionen Twitter-Followern –und

dann verstellten ihm mehrereMenschen

die Sicht aufs Spielfeld. „Eine

Farce!“, schimpfte Crowe.Glücklicherweise

wurde niemand verletzt.

MileyCyrus (26) ist nach nicht mal

acht Monaten Ehe mit Schauspieler

Liam Hemsworth (29) frisch getrennt.

Offiziell war zunächst zu hören,

das Liebes-Aus sei friedlich über

die Bühne gegangen. Keine Rede von

Streit oder den berühmten „unüberbrückbaren

Differenzen“, stattdessen

wünschte man sich gegenseitig

„nichts mehr als Gesundheit und

Glück“. Fast poetisch, aber auch ein

bisschen langweilig,

wenn wir ehrlich sind.

Fand wohl auch Skandalnudel

Cyrus

und lärmte auf

Twitter:„Ich

kann viele

Dinge zugeben,

aber ich weigere

mich zuzugeben,

dass meine

Ehe wegen Fremdgehens

endete.“

Popcorn! (avo./mit

dpa; AFP)

Fremdgeh-Gerüchte

überschatten ihre

schöne Trennung. STRMX

TIERE

Abgastest für unsere Milch- und

Fleischlieferanten. DPA/CARSTEN REHDER

Autofahrer aufgepasst: Ihrseid nicht

allein! Auch wir Fleischesser und

Milchtrinker,mithin also die überwiegende

Mehrheit der Menschen

trägt ganz erheblich zur Erzeugung

vonklimaschädlichem Treibhausgas

bei. Wissenschaftler vonder Universität

Kiel untersuchen zur Zeit den

Methan-Ausstoß vonRindern. Auf

ihrem Versuchsgut für ökologischen

Landbau –dem Lindhof –haben sie

zu diesem Zweck das liebe Vieh mit

allerlei Messgeräten behängt. Das

unschöne Ergebnis: Eine Kuhstößt

am Tagumdie 500 Liter Methan aus

und ist damit so klimaschädlich wie

ein Kleinwagen, der im Jahr seine

18 000 Kilometer –50Kilometer am

Tag–fährt. Nunwirdauf dem Lindhof

versucht, den Methanaustoß mit

einem Kräutermix in der Nahrung zu

minimieren. Lecker! (schl.)

Klimper,klimper

Länger,schwärzer,dichter: Falsche Wimpern stehen hoch im Kurs. Doch wehe, wenn sie abgenommen

VonNikolas Feireiss

Trends laufen irgendwann

aus –oder aber sie kippen

derart ins Extreme, dass es

beginnt, lächerlich zu werden.

Darankann man erkennen, dass

sie passé sind. Heute schlendern

Chefredakteurinnen in Paris lässig in

Sneakernzuihrem Platz in der ersten

Reihe der Fashion Show.Vor einigen

Jahren brauchten ihre Kolleginnen

noch eine stützende Hand, weil sie

sich auf ihren hohen Plateauschuhen

kaum halten konnten.

Im Rokoko, umein historisches

Beispiel zu nennen, waren die Perücken

irgendwann so hoch, dass sie

sich mitunter an den Kerzen der

Kronleuchter entzündeten. Der zunehmenden

Dekadenz der Epoche

machte die Französische Revolution

ein Ende.

Die Eröffnung eines Flirts

Heute kann man bei Google allein

zum Thema Wimpernverlängerung

weit über zwei Millionen Einträge

finden: Wasdie teuflischen Plateaus

in der Mitte des 20. Jahrhundertund

die Perücken im Rokoko waren, sind

aktuell die „Lashes“. So viel Wimper

war nie. Manche Frauen können die

Augen kaum noch öffnen, oder man

fragt sich, haben sie überhaupt Augen

unter den schwarzen Fliegenbeinen?

Da wird geklebt und gezuppelt,

gebogen und gelängt. Manche

kleben sich einen ganzen Wimpernkranz

aufs Lid, andere nur einzelne

Büschel. Wieder andere schwören

auf magnetische Hafttechniken

–oder auf die Premium-

Variante der dauerhaften

Wimpernverlängerung aus

dem Schönheitssalon.

Dabei gerät leicht in Vergessenheit,

dass Wimpern eigentlich dazu

da sind, die Augen vor Schmutz und

Staub zu schützen. Nach 100 bis 150

Tagen fallen sie aus,circa 150 bis 250

Wimpern inunterschiedlichen Längen

hat der Mensch durchschnittlich

am Oberlid. Wimpern können getuscht,

gebogen, gefärbt und eben

verlängertund aufgefüllt werden.

Sängerin Katy Perry AP Rapperin Nicki Minaj AP

Rapperin Cardi B

Schauspielerin Lily Collins

Keine Frage, dunkle, volle Wimpern

machen das Auge ausdrucksvoller

und den Blick verführerischer.

Ein koketter, schläfriger oder geheimnisvoller

Wimpernschlag hat

schon manchen Flirt eröffnet. Aber

man kann es eben auch übertreiben.

Frauen mit besonders üppigen Verdichtungen

und Verlängerungen berichten

davon, dass sie wie durch einen

schwarzenSchleier schauen.

Dass für die Schönheit mitunter

gelitten werden muss, ist eine Binsenweisheit.

Doch Leid hin oder her,

AP

WIREIMAGE

Dragqueen Blair St. Clair

Hotelerbin Paris Hilton

WIREIMAGE

vom Weinen ist mit falschen Wimpern

abzuraten. Auch von Freudentränen

und überhaupt jeder Art von

Flüssigkeit. Sietut den falschen Härchen

gar nicht gut. Augen waschen,

Augen reiben? Besser nicht! Gerade

unter der Dusche eine Herausforderung.

Die angeklebten Wimpern fallen

mit den eigenen alle vier bis fünf

Wochen aus. Dann muss sowieso

nachgeklebt werden. Unddiese Prozedur

kostet: beim erstmaligen Auffüllen

um die 200 Euro, aber auch

beim Nacharbeiten gerne mal 100.

Uber den Wolken

Zwei Stunden Zeit sollte man für

die Lash Extension schon mitbringen.

Geht es schneller, ist das ein

schlechtes Zeichen. Wimpernkleben

ist Feinarbeit –und die verlangt Geduld.

Damit nicht schon nach zwei

Wochen erste Lücken entstehen,

empfiehlt es sich, auf dem Rücken,

mindestens auf der Seite zu schlafen.

Nächtliche Bewegungen und Druck

tun der Pracht am Auge nicht gut.

Regelrechte Schockzustände

Frauen, die sich dazu entscheiden,

den eigenen Wimpern wieder eine

Chance zu geben, berichten von regelrechten

Schockzuständen, wenn

sie in den Spielgel schauen. Das eigene

Auge kommt ihnen am Anfang

nackt und blass, der Blick stumpf

und müde vor. Beieinigen soll es gar

zu Entzugserscheinungen kommen.

In Internetforen spricht man sich

gegenseitig Mutzu:„Halte durch, das

geht vorbei.“ Da mögen Stars wie

Katy Perry und Paris Hilton noch so

sehr klimpern–imAlltag erweist sich

die künstliche Wimpernpracht oft als

untauglich. Der finanzielle Aufwand,

die Einschränkungen bei der Gesichtspflege

und die „Verstümmelung“

der natürlichen Wimpern lassen

viele Nutzerinnen früher oder

später eine Kehrtwende machen.

Nach durchgestandenem Entzug

ist die Freude an der eigenen Augenpracht

umso größer. Manch eine,

das kann man ebenfalls in einschlägigen

Chats lesen, grübelt ein halbes

Jahr über das Thema „Wimper oder

nichtWimper?“ nach. Allen, die noch

mit sich ringen, sei gesagt: Jeder

Trend, jede Angewohnheit birgt die

Gefahr, insich zu überdrehen. Bei

Wimpernist das definitiv der Fall.

Genauso, wie man irgendwann

sein eigenes Parfum nicht mehr

riecht und dann zu viel aufträgt, ist

mehr Wimper nicht zwangsläufig

auch die schönereWimper.Wer sich

gern schminkt, kann betriebsblind

werden für zu stark gezupfte Augenbrauen,

zu viel Farbe im Gesicht oder

eben zu viel Wimper am Lid. Dievielen

Beautyblogs, YouTube-Seminare

und Influencerinnen tun ihr Übriges.

VomTaxifahrer zum Sänger: Der Südafrikaner Menzi Mngoma könnte demnächst in Hollywood Karriere machen

VonJohannes Dieterich

Jeder kennt Bass-, Tenor-oder Bariton-Sänger.

Von Uber-Sängern

aber hat bislang noch keiner gehört.

Zumindest bis Menzi Mngoma auf

der Bühne der sozialen Netzwerke

auftauchte: Ein südafrikanischer

Uber-Chauffeur,der bislang Kunden

mit einem VW-Polo in der Hafenstadt

Durban vonAnach Bbefördert

hat. Ihnen pflegt der 27-jährige Zulu

statt des obligatorischen Radiogedudels

ein selbstintoniertes Unterhaltungsprogramm

zu bieten: Am liebsten

singt er Tenor-Arien am Steuer

und am allerliebsten „La donna è

mobile“ vonVerdi.

Eines Tages im Mai stieg Kim Davey,

eine blonde Johannesburgerin,

in sein Taxi ein. Und als Menzi

Mngoma wie üblich seine

Stimme erhob, sei ihr gesamter

Körper „von Gänsehaut

überzogen“ worden:

„Seine Stimme hat

mich völlig überwältigt.“

Von der Hinterbank des

Polos zeichnete Davey mit

ihrem Handy die Darbietungen

des Über-Sängers

auf und lud das Video –

nicht ohne ihren Chauffeur vorher

um Erlaubnis gefragt zu haben –auf

ihreFacebook-Seite.

Damit landete die Buchhalterin

einer Juweliers-Kette einen viralen

Hit. Schon nach wenigen Tagen hatten

mehr als 600 000 Netzwerkbenutzer

das Video gesehen. Inzwischen

sind es weit über eine Million.

Darunter auch Martin Bester: Der

Menzi Mngoma in

Sangesmontur

MENZI MNGOMA/PRIVAT

FILMMAGIC

Moderator des Radiosenders

Jacaranda FM lud den

Zulu-Caruso in seine Morgenshow

ein. Alles Weitere

liest sich wie eine Geschichte

aus einem afrikanischen

Traum. Mngoma

wurde in die Kapstädter

Oper zum Vorsingen geladen,

der Durbaner Musikproduzent

Hendrik Joerges

nahm eine Single mit ihm auf. Er trat

beim Open-Air-Festival eines Versicherungskonzerns

auf …

Mngoma wuchs in einer bettelarmen

Familie auf, weder sein Vater

noch seine Mutter hatten jemals einen

festen Job. Das meiste, was er

heute kann, brachte sich der Sohn

selbst bei: einschließlich desVibratos,

der Atemtechnik und der theatralischen

Gestik. Um einige Veranstaltungen

in Musikwissenschaften belegen

zu können, heuerte er Anfang

dieses Jahres als Uber-Chauffeur an.

Auf Mngoma wartet jetzt der

nächste Karriereschritt: Wenn alles

gut geht, wird erbald nach Hollywood

fliegen, wo im Dezember die

weltgrößte Talentshow, iPOP, ansteht.

Allerdings braucht der Uber-

Chauffeur noch ein Flugticket und

müsste ab heute Tagund Nacht am

Steuer sitzen, um sich dieses vonseinem

Unter-Gehalt leisten zu können.

Zum Glück hat Kim Davey

schon eine Aktion zum Crowdfunding

gestartet. Wäre doch gelacht,

wenn dabei nicht das Geld für einen

einfachen Flug nach Hollywood zusammenkäme

– einen Rückflug

braucht der Über-Sänger nicht.

Prinz William und Herzogin

Kate reisen per Linienflug

Inmitten einer Debatte über klimaschädliche

Reisen vonPrinz Harry

(34) und Herzogin Meghan (38) in Privatflugzeugen

haben sich PrinzWilliam

und Herzogin Kate (beide 37) für

einen Linienflug entschieden.Wie

britische Medien berichten, reisten

die Royals samt ihren drei Kindern

am Donnerstag vonNorwich ins

schottische Aberdeen. Ziel der Reise

war höchstwahrscheinlich Schloss

Balmoral, wo Queen Elizabeth II. traditionell

den Sommer verbringt. Britische

Boulevardmedien hatten

Harryund Meghan, die gerne in sozialen

Netzwerken zum Klimaschutz

aufrufen, der Heuchelei bezichtigt.

Grund waren Berichte über mehrere

Urlaubstrips des Paars in Privatjets

innerhalb weniger Tage. (dpa)

Seenotretter schleppen

Heißluftballon ab

Der Ballon an der Leine der Seenotretter:

Sonst wäre es ins Wasser gegangen. DPA

Ungewöhnliche Rettungsaktion vor

Usedom: Seenotretter haben einen

Heißluftballon über der Ostsee an

die Leine genommen und den Ballonfahrer

und vier Ausflügler damit

voreiner drohenden Notlandung im

Wasser bewahrt. DerPilot des Ballons,der

die Retter rief, weil er fürchtete,die

Insel zu verfehlen, ließ eine

Leine herab.Damit nahm das Boot

den Ballon in Schlepp. (dpa)

Tomate aus dem All: Pläne

für Weltraum-Gewächshaus

Deutsche Forscher haben ein Konzept

zur Gemüseversorgung einer

bemannten Weltraummission auf

Mond oder Mars entwickelt. Experten

des Deutschen Zentrums für

Luft- und Raumfahrt(DLR) konzipierten

ein Gewächshausmodul, das

am Freitag in Bremen vorgestellt

wurde.Eskönnte den Angaben zufolge

mit einer kommerziellen Falcon-9-Rakete

ins All transportiert

werden. Laut DLR würde sich die

Hightech-Anlage nach der Landung

entfalten und hätte dann eine Anbaufläche

von30Quadratmeternfür

Obst und Gemüse im geschlossenen

System. Siekönnte rund 90 Kilo Nahrung

proMonat liefern. EinFiltersystem

könnte dabei aus Bioabfällen

und dem Urin der Astronauten sogar

eine Düngerlösung produzieren, die

die Pflanzenzucht antreibt. (AFP)

Elfenbeinhandel bleibt

weiterhin streng verboten

Dasfast 30 Jahrealte Verbot des Elfenbeinhandels

wirdnicht aufgeweicht.

Gegen den Protest mehrerer

Länder im südlichen Afrika lehnten

Vertreter der 183 Vertragsstaaten des

Washingtoner Artenschutzübereinkommens

(Cites) entsprechende Anträge

in Genf ab.Botsuana, Namibia

und Simbabwe argumentieren, sie

hätten ihreTieresogut geschützt,

dass die Bestände wachsen. Außerdem

wurde in Genf beschlossen, die

Giraffe besser zu schützen. (dpa)

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