Berliner Zeitung 24.08.2019

BerlinerVerlagGmbH

6* Berliner Zeitung · N ummer 196 · 2 4./25. August 2019

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

24.5.19

24.5.19

MÄRKTE

▼ 11611,51 (–1,15 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

24.5.19

Stand der Daten: 23.08.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

23.8.19

▼ 59,10 (–1,58 %)

23.8.19

▼ 1,1065 (–0,16 %)

Quelle

23.8.19

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

Interhyp

0800/200151515 0,41 0,61 0,82

PlanetHome

089/76774188 0,41 0,61 0,82

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,41 0,61 0,82

Dr.Klein

0800/8833880 0,41 0,61 0,82

MKIB Online

030/6408810 0,65 0,67 0,96

Deutsche Bank

069/91010000 0,96 0,75 1,09

BBBank

0721/1410 0,68 0,79 1,18

Commerzbank

069/98660966 0,98 0,80 1,11

ING

069/50500109 0,65 0,78 1,15

Postbank

0228/55002010 1,19 0,88 1,19

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,68 0,69 1,16

Berliner Volksbank

030/30363300 0,69 0,72 1,06

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,65 0,92 1,45

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,88 0,93 1,23

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,96 1,06 1,46

Mittelwert von 95 Banken 0,68 0,79 1,11

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Pfanderhöhung: DerBundesverband

privater Brauereien forderteine

deutschlandweit einheitliche Pfanderhöhung

für Bierkisten auf mindestens

5Euro. Derzeitliegt das Pfand

für leereBierkisten meist bei 1,50

Euro.Wenn es bis Jahresende keine

bundesweite Einigung gebe,werde

das Pfandsystem zersplittern, warnte

der Verband. Für das Geld lohne

es sich für viele Verbraucher und

Großhändler nicht, die Kisten zurückzugeben.

(dpa)

Donald Trump feiertden Aufschwung undplantgleichzeitigKrisenpakete.

Von Karl Doemens

und Stefan Winter

Normalerweise ist Donald

Trump keinSuperlativzu

groß, um die konjunkturelle

Lage der USA zubeschreiben:

„Phänomenal“ und „unglaublich“

laufe die Wirtschaft unter

seiner Regierung. Am Freitag aber

schien der Präsident plötzlich von

maßloser Angst vor einer Rezession

befallen zu sein: „Wie üblich, tut

unsereNotenbank NICHTS!“, wetterte

er beiTwitter.Essei „unglaublich“,

dass die Fed die Zinsen nicht senke.

Dann attackierte er den von ihm

selbst berufenen Chef der unabhängigenBehörde:

„Ich fragemich, obJay

Powell oder der (chinesische) Präsident

Xi unser größter Feind ist.“

In weiteren Tweets nahm er sich

Chinavor:„WirbrauchenChinanicht

undwären,offengesagt,ohnesiebesser

dran.“ China hatte zuvor neue ImportzöllegegendieUSAangekündigt,

als Vergeltung gegen Zollpläne der

Amerikaner. Trump kündigte nun

seinerseitseine Reaktion an und setzte

ebenso ernsthaft wie hilflos hinzu,

US-Firmen sei hiermit „befohlen,

sich sofortumAlternativen zu bemühen“

und Produkte wieder in den

USA herzustellen.

Anlass für die Angriffe auf Powell

war dessen Eröffnungsrede beim

Treffen der Notenbanker inJackson

Trump schlägt um sich

Der US-Präsident fürchtet eine Rezession und findet Schuldige

Hole. Der Fed-Chef hatte nicht –wie

von Trump gefordert und von vielen

Börsianern erwartet –eine radikale

Lockerung der Geldpolitik angekündigt.

Powell äußerte sich eher vorsichtigund

legte sich nicht auf weitere

Zinssenkungenfest.

Die Notenbank werde „angemessen

handeln“, umdas Wirtschaftswachstumaufrecht

zu erhalten,sagte

erlediglich.WeilvieleAnlegermitklareren

Worten gerechnet hatten,

rutschte der Dow-Jones-Index an der

Wall Street danach ab –und Trump

tobte.

DerPräsidentfeierteinerseitsseine

angeblichen Erfolge in der Wirtschaft,

fordert andererseits aber Krisenpolitik.

Trotz der angeblich glänzenden

Lage des Landes haterindieser

Woche öffentlich ein ganzes Bündel

von mutmaßlich wachstumsfördernden

Maßnahmen ins Gespräch

gebracht –umdiesekurzdarauf wieder

zu dementieren. Erst forderte er

eine Zinssenkung um einen ganzen

Punkt und Anleihekäufe der Notenbank,

wie sie selbst inKrisenzeiten

umstritten sind. Dann fabulierte er

über eine Senkung der Kapitalertragsteuer

und der Sozialabgaben. Tags

„Meine einzige

Frage ist, wer unser

größerer Feind ist: Jay Powell oder der

Vorsitzende Xi“

Donald Trump, US-Präsident

darauf versicherte er: „Wir planen

keineSteuersenkungen.“

Eine Erklärung für die Kurvenfahrt

liegt nahe: Der Präsident weiß

schlichtweg nicht, was er tun soll.

„Die Wahrheit ist, dassTrump keinen

Plan B hat“, ist Starökonom Paul

Krugman überzeugt. Ganz offensichtlich

hat der Mann im Weißen

Haus darauf vertraut, dass ihn der

Wirtschaftsboomindie zweite Amtszeit

tragen wird. Doch nun ziehen

dunkle Wolken auf.

Zwar ist dieArbeitslosigkeit in den

USA immer noch extrem niedrig, und

FOTO: SUSAN WALSH/AP

die Auftragsbücher der Unternehmen

sind gut gefüllt. Doch in denvergangenen

Monaten hat sich das

Wachstumverlangsamt, die Zahl der

Neueinstellungensinkt,unddielangfristigenZinsensindunterdasNiveau

der kurzfristigen Raten gefallen, was

unter Ökonomen als Alarmzeichen

einer drohenden Rezession gilt. Im

Weißen Haus werdedie Entwicklung

besorgt beobachtet, berichtet die

„Washington Post“: „Jeder ist nervös“.

Angeblichwerdenselbst skurrile

Plänewie die Schwächung des Dollars

durch eine Währungstransaktionssteuer

diskutiert, um zu verhindern,

dass die Wirtschaft ausgerechnet

im Wahljahr 2020 auf Grund läuft.

Dochnach Meinungvieler Expertenwürde

keiner der Eingriffe die erhoffte

Wirkung haben. Die Zinsen

sind ohnehin niedrig, und Steuersenkungen

würden die RekordverschuldungderUSAvonderzeit22Billionen

Dollar nochhöhertreiben.

Vorallem liegt nach Meinung vieler

Kommentatoren die Ursache des

Übels ohnehin woanders. Sie wähnen

den eigentlichen Konjunkturkiller

im Weißen Haus: „Senkt die

Trump-Unsicherheits-Steuer!“,

überschrieb das konservative Wall

Street Journal einen bemerkenswerten

Leitartikel und forderte die Abkehr

des Präsidenten vonseinenerratischen

Strafzöllen und Handelskriegen.

Millionäre

im Visier

der SPD

Wiedereinführung der

Vermögenssteuer geplant

Von Andreas Niesmann

und Tim Szent-Ivanyi

Nach mehr als zwei Jahren Diskussionen

hat die SPD-interne

Kommission zur Wiedereinführung

der Vermögenssteuer ihre Arbeit beendet.

Der kommissarische SPD-

Chef Thorsten Schäfer-Gümbel kündigte

am Freitag an, schon kommende

Woche ein Konzept für eine Wiedereinführung

der Steuer vorzulegen.

Vorallem Multimillionäre und

Milliardäre habe er im Visier, sagte

Schäfer-Gümbel der „Rheinischen

Post“. Er peile eine Steuer in Höhe

voneinem Prozent auf das Vermögen

an und denke über einen Stufentarif

nach: „Wir wollen zwischen Reichen

und Superreichen unterscheiden“,

sagte der Sozialdemokrat aus Hessen.

Um Belastungen für Unternehmen

in wirtschaftlichen Schieflagen

zu vermeiden, sehe das Modell Verschonungsregeln

vor, erklärte der 49-

Jährige.„Wirwollen mit Freibeträgen

arbeiten, sodass die Vermögenssteuer

erst ab einem bestimmten

Vermögenswert fällig wird.“ Schon

am Montag will Schäfer-Gümbel sein

Konzept im SPD-Präsidium vorstellen.

Im Dezember soll ein Parteitag

die Forderung nach einer Wiederbelebung

der Abgabe in das Parteiprogramm

beschließen.

In der deutschen Wirtschaft stoßendiePläneaufAblehnungundKritik.

„Ich kann die SPD nur warnen, sie

droht mit Politikansätzen wie diesen

endgültig ihreAnschlussfähigkeit an

zentrale Teile der deutschen Wirtschaft

zu verlieren“, sagte Reinhold

vonEben-Worlée,Präsident des Verbands

„Die Familienunternehmer“,

dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

(RND). DerSPD-Vorschlag atme

„den Geist von Unredlichkeit“, so

Eben-Worlée.„Wenn es möglich wäre,

die bekannten Kollateralschäden

einer Vermögenssteuer in Bezug auf

Betriebsvermögen zu vermeiden,

hätten wir längst eine solche Steuer“,

betonte der Unternehmer. Ein Lösungsansatz,

wieman Vermögen besteuere

ohne die Wirtschaft zu beschädigen,

sei aber nicht in Sicht.

Während die SPD über Steuererhöhungen

nachdenkt, forderten

Finanzpolitiker der Unions-Bundestagsfraktion

eine Senkung der Unternehmenssteuern.

Sie plädieren dafür,

die von Konzernen und GmbHs

zu zahlende Körperschaftssteuer von

15 auf 10 Prozent abzusenken.

SAISONAUFTAKT

EINE VERLAGSBEILAGE DER BERLINER ZEITUNG

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„Saisonauftakt 2019/2020“

Die Themen in dieser Beilage:

■ Jubiläum 100 Jahre Bauhaus

■ Welterfolg Ein bisschen ABBA kommt nach Berlin

■ Premieren Aktuelle Themen im Fokus

Neue Opern und

viele Festivals

Ausstellungen zu

100 Jahren Bauhaus

Mauerfall-Jubiläum

und Festival of Lights

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