25.08.2019 Aufrufe

Altlandkreis Ausgabe September/Oktober 2019 - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel

Ernstfried Prade - ein Surfpionier auf der Roten Couch; Kunst oder Krempel - die Ballettschule Schongau im Modeon; Verkehrssündern auf der Spur - ein Tag im Zeichen von Verkehrskontrollen; Gärtnerhof Sonnenwurzel - eine solidarische Landwirtschaft; Das Erfolgsrezept des ECP - familiäres Umfeld und professionelle Strukturen; 150 jahre Freiwillige Feuerwehr Schwabsoien; Da Bungalou-Festival im Peitinger Wellenfreibad - 18 Bands auf drei Bühnen; MFC Schongau - Flugakrobaten über Burggen; Mit diesen Schulranzen starten Sie gut ins neue Schuljahr; Bezirksmusikfest und Bezirkslandjugentag in Reichling; Oberland-Ausstellung in Weilheim; Veranstaltungskalender für September und Oktober 2019.

Ernstfried Prade - ein Surfpionier auf der Roten Couch; Kunst oder Krempel - die Ballettschule Schongau im Modeon; Verkehrssündern auf der Spur - ein Tag im Zeichen von Verkehrskontrollen; Gärtnerhof Sonnenwurzel - eine solidarische Landwirtschaft; Das Erfolgsrezept des ECP - familiäres Umfeld und professionelle Strukturen; 150 jahre Freiwillige Feuerwehr Schwabsoien; Da Bungalou-Festival im Peitinger Wellenfreibad - 18 Bands auf drei Bühnen; MFC Schongau - Flugakrobaten über Burggen; Mit diesen Schulranzen starten Sie gut ins neue Schuljahr; Bezirksmusikfest und Bezirkslandjugentag in Reichling; Oberland-Ausstellung in Weilheim; Veranstaltungskalender für September und Oktober 2019.

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<strong>Ausgabe</strong> 55 | <strong>September</strong> / <strong>Oktober</strong> <strong>2019</strong><br />

.de<br />

Eine Produktion von<br />

mit Veranstaltungskalender <strong>für</strong> zwei Monate<br />

Titelbild: mauritius images/Volkerpreusser/Alamy<br />

Blick vom Schnalzberg auf Böbing<br />

Familiär & professionell<br />

<strong>Das</strong> Erfolgsrezept des ECP<br />

Auf der Roten Couch<br />

Ernstfried Prade aus Kinsau


Fuß aufs Brett<br />

Er<br />

war Deutscher Meister<br />

im Windsurfen,<br />

gründete mit zwei<br />

Gleichgesinnten eine<br />

der bekanntesten<br />

Surfbrett-Firmen der<br />

Welt und hat im Laufe<br />

seines bisherigen<br />

Lebens mehr als 30<br />

Patente angemeldet:<br />

Ernstfried rie<br />

Prade, Designer aus<br />

Kinsau, ist wahrlich ein Genie.<br />

Inzwischen ist<br />

der<br />

Vater von<br />

sechs Kindern 73, doch<br />

sein erfinderischer Freigeist treibt ihn unentwegt<br />

an. Noch immer designt er Surfbretter und Kajaks,<br />

stellte neulich eine aufblasbare Hundebox bei „<strong>Das</strong><br />

Ding des Jahres“ vor und fliegt beinahe wöchentlich<br />

nach China. Im großen Interview auf der Roten<br />

Couch verrät der enge Freund von Windsurf-Legende<br />

Robby Naish, welche Verbindung er zu Fußballstar<br />

Cristiano Ronaldo hat, warum Hawaii seine zweite<br />

Heimat ist und er dank eines ehemaligen US-Präsi<strong>den</strong>ten<br />

der bestbewachte Mann der Welt war. Noch<br />

weiter zurück liegt der Tag, an dem das größte Straßenbauprojekt<br />

in der Geschichte des Schongauer<br />

<strong>Altlandkreis</strong>es überraschend begraben wurde. Warum<br />

die Queralpenautobahn „A98“ trotz weit vorangeschrittener<br />

Planungen doch nicht gebaut wurde?<br />

Wir haben Antworten bekommen von der Autobahndirektion<br />

Südbayern, einem Vertreter der hiesigen<br />

Wirtschaft sowie von direkt betroffenen Grundstückseigentümern.<br />

<strong>Das</strong> gewerbliche Grundstück von Marcel<br />

Nussberger fasst rund zwei Hektar, befindet sich<br />

nördlich von Reichling und hebt sich sowohl optisch<br />

als auch inhaltlich deutlich ab von <strong>den</strong> dort umliegen<strong>den</strong><br />

Feldern. „Sonnenwurzel“ heißt sein in der<br />

Region einzigartiges Projekt. Unweit von diesen rund<br />

angelegten Gemüsefeldern feiern die Reichlinger ihr<br />

Bezirksmusik- und Landjugendfest. Erstmals mit einem<br />

Festwirt aus dem eigenen Dorf, der eine hochinteressante<br />

Vita vorzuweisen hat. Wir haben Magnus<br />

Ostenrieder zu seinem von Überstun<strong>den</strong> geprägten<br />

Leben als Küchenchef der Münchner Großgastronomie<br />

befragt. Jede Menge Speisen wer<strong>den</strong> auch<br />

Anfang <strong>Oktober</strong> im Rahmen der Oberland Ausstellung<br />

über die Theke gehen. Organisator Josef Albert<br />

Schmid spricht in unserer <strong>September</strong>/<strong>Oktober</strong>-<strong>Ausgabe</strong><br />

über Neuerungen und Highlights. Für Eishockey-Fans<br />

war sicherlich die vergangene Saison des<br />

EC Peiting ein Highlight. Zum Saisonstart <strong>2019</strong>/2020<br />

wollten wir von Ex-Spieler und Vorsitzen<strong>den</strong> Thomas<br />

Zeck wissen: Wie schaffen es die Peitinger, mit derart<br />

vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs in der<br />

dritthöchsten Liga Deutschlands erfolgreich zu bestehen?<br />

Eine gute Ausbildung ist auch das höchste<br />

Gut hiesiger Unternehmen. Zum Ausbildungsstart<br />

am 1. <strong>September</strong> stellen wir die Wiedereinführung<br />

eines immens wichtigen Lehrberufes vor, wir weisen<br />

auf die Ausbildung zweier namhafter Mittelständler<br />

hin und wir stellen einen jungen Musikbegabten vor,<br />

der sein berufliches Glück mittelfristig in Zürich und<br />

langfristig in Hollywood sucht. Der Spruch „auf gesun<strong>den</strong><br />

Beinen stehen“ hat in Sachen Ausbildungsberufe<br />

eine hohe Relevanz, bekommt im Behandlungsraum<br />

von Susanne Kinzelmann-Gullotta jedoch<br />

eine komplett andere Bedeutung. Die Gründerin der<br />

ersten ganzheitlichen Fußschule Deutschlands hat<br />

großartige Behandlungserfolge aufzuweisen, wie<br />

am eigenen Fuße erfahren hat,<br />

Ihr Johannes Schelle<br />

Ja, ich will ...<br />

- meine Bestattungsform selbst wählen<br />

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> > > AUS DEM INHALT<br />

Seite 4<br />

Kunst oder Krempel?<br />

Die Ballettschule Schongau<br />

mit Auftritten im Modeon<br />

Seite 6<br />

Verkehrssündern auf der<br />

Spur: ein Tag im Zeichen von<br />

Verkehrskontrollen<br />

Seite 9<br />

Nehmen Sie Platz!<br />

Ernstfried Prade im großen<br />

Interview auf der Roten Couch<br />

Seite 16<br />

Gärtnerhof Sonnenwurzel, eine<br />

solidarische Landwirtschaft —<br />

gesundes Biogemüse <strong>für</strong> alle<br />

Seite 20<br />

<strong>Das</strong> Erfolgsrezept des ECP:<br />

familiäres Umfeld und<br />

professionelle Strukturen<br />

Seite 28<br />

Jubiläum, Jugendgruppe und<br />

neues Fahrzeug: Schwabsoier<br />

Feuerwehr feiert 150-Jähriges<br />

Seite 30<br />

Musikfestival im<br />

Wellenfreibad Peiting —<br />

18 Bands auf drei Bühnen<br />

Seite 34<br />

MFC Schongau,<br />

Flugakrobaten am<br />

Himmel über Burggen<br />

Seite 42<br />

THW lädt zu Gaudi-Wettkampf:<br />

Sandsack-Challenge <strong>für</strong> die<br />

ganze Familie<br />

Seite 48<br />

Mit diesen Ranzen<br />

starten Schüler in das<br />

neue Schuljahr<br />

Seite 52<br />

Obacht, Stimmung!<br />

Bezirksmusik- und<br />

Landjugendfest in Reichling<br />

Seite 56<br />

Die Giftige mit dem schwarzen<br />

Zick-Zack-Muster: heimische<br />

Schlangenarten im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Seite 68<br />

„Wie eine eigene, kleine<br />

Stadt!“ Die Oberland-<br />

Ausstellung in Weilheim<br />

Seite 85<br />

Jede Menge Termine: unsere<br />

Veranstaltungstipps <strong>für</strong><br />

<strong>September</strong> und <strong>Oktober</strong><br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 3


Ballettschule Schongau mit Auftritten im Modeon<br />

Kunst oder Krempel?<br />

Schongau | „Wir sind eine große<br />

Familie“, schwärmt Gitti Frommhold-Horber<br />

von der besonderen<br />

Atmosphäre in der Schongauer<br />

Ballettschule, die sie 1979 übernommen<br />

hatte. Zugegeben, eine<br />

ganz schön große Familie,<br />

zählt die Ballettschule<br />

doch mittlerweile<br />

fast 300<br />

Schüler. Aus Marktoberdorf,<br />

Rottenbuch,<br />

<strong>Das</strong> Team der Ballettschule Schongau (von links): Anne Blackwell, Gitti<br />

Frommhold-Horber, Inga Jäger und Herbert Groß.<br />

Peißenberg, Unterdießen<br />

und vielen weiteren Ortschaften<br />

der Region kommen<br />

sie – aus Schongau sowieso. Seit<br />

1976 gibt es eine Ballettabteilung<br />

im TSV Schongau, ehe sie Frommholder-Horber<br />

mit 20 Schülern<br />

übernahm, seit 1980 ist die Ballettschule<br />

eigenständig und seit<br />

1987 in <strong>den</strong> Räumlichkeiten an der<br />

Marktoberdorfer Straße heimisch.<br />

Längst zählt neben klassischem<br />

Ballett auch Jazz-Dance zum Angebot,<br />

spätestens mit dem Einstieg<br />

von Tanzpädagoge Herbert Groß<br />

Anfang des Jahrtausends haben<br />

auch Hip-Hop-Einflüsse Einzug<br />

gehalten. Komplettiert wird das<br />

Lehrerteam durch Inga Jäger, die<br />

allwöchentlich „Body Art“ anbietet<br />

und Anne Blackwell, seit 2007<br />

dabei und seit sieben Jahre gar<br />

Gesellschafterin.<br />

„<strong>Das</strong> Wichtigste ist die Vermittlung<br />

der Freude am Tanzen“, spricht<br />

Gitti Frommhold-Horber über das<br />

primäre Ziel der Ballettschule<br />

Schongau. Ein bestimmtes Talent<br />

wird insbesondere bei <strong>den</strong> ganz<br />

Kleinen nicht vorausgesetzt, ganz<br />

im Gegenteil: „Die Verantwortung<br />

gegenüber <strong>den</strong> Kindern ist enorm<br />

wichtig“, sagt Anne Blackwell. Ein<br />

Beispiel hier<strong>für</strong> sei der berühmte<br />

„Spitzentanz“, <strong>den</strong> Kinder erst ab<br />

einem gewissen Alter erlernen<br />

sollten und erst, wenn sie mindestens<br />

sechs bis acht Jahre Ballettunterricht<br />

hatten. Viel zu wenig ausgeprägt<br />

ist zuvor die Muskulatur,<br />

auch Knochen sind dann noch zu<br />

weich. „Mittlerweile haben auch<br />

Ärzte erkannt, dass Ballett gesundheitsfördernd<br />

sein kann“, sagt Gitti<br />

Frommhold-Horber. Einst bei Medizinern<br />

teilweise verpönt, wird es<br />

heute allen voran wegen des Erlernens<br />

einer gera<strong>den</strong> Haltung geschätzt.<br />

Klar, schließlich gehören<br />

Bauchmuskel- und Rückenmuskelübungen<br />

ganz selbstverständlich<br />

zum Training, „sind in <strong>den</strong> Einheiten<br />

versteckt“, wie Anne Blackwell<br />

berichtet.<br />

Grundlage ist immer das klassische<br />

Ballett, auch wenn nicht jeder<br />

<strong>für</strong> die ganz große Tanz-Karriere<br />

gemacht ist. Viel zu sehr spielen<br />

hier<strong>für</strong> körperliche Voraussetzungen<br />

eine Rolle. „Die meisten<br />

machen es ohnehin aus Spaß am<br />

Tanzen“, freut sich Gitti Frommhold-Horber<br />

über <strong>den</strong> Enthusiasmus<br />

ihrer Schüler. Obwohl an<br />

der Ballettschule Schongau kein<br />

elitärer Stil vorherrscht, der einem<br />

womöglich aus so manchem<br />

Hollywood-Streifen zum Thema in<br />

<strong>den</strong> Sinn kommt, gehört <strong>den</strong>noch<br />

eine gehörige Portion Disziplin<br />

zum Ballett. Die kleinsten Schüler,<br />

vier Jahre alt, trainieren in der<br />

Früherziehung „Pre-Primary“ und<br />

„Primary“ einmal die Woche. Mit<br />

zunehmen<strong>den</strong> Alter und Können<br />

steigern sich auch die wöchentlichen<br />

Einheiten, <strong>für</strong> viele kommt<br />

mit „Modern-Dance“, „Jazz-<br />

4 | altlandkreis


iologisch wirksam durch Auszüge der<br />

Ölessenzen von Zitrone, Lavendel und Eukalyptus<br />

Zirbenbetten<br />

<br />

<br />

Ausdrucksstark: k Die Ballettabende fin<strong>den</strong> d alle zwei Jahre statt. ttt<br />

Dance“ oder der „Company“ ein<br />

weiteres Tanzangebot hinzu. „Wir<br />

versuchen, ein Konkurrenz<strong>den</strong>ken<br />

zwischen <strong>den</strong> Schülern zu vermei<strong>den</strong>“,<br />

sagt Gitti Frommhold-<br />

Horber, wohlwissend, dass das<br />

Tanzgeschäft ein hartes Business<br />

ist. Will man Profi-Tänzer wer<strong>den</strong>,<br />

übt man je<strong>den</strong> Tag – auch solche<br />

Schüler gibt es an der Ballettschule,<br />

wenngleich dies nicht das vorrangige<br />

Ziel der Lehrer ist. Auch<br />

Anne Blackwell weiß nur zu gut,<br />

welch hartes Geschäft das Tanzen<br />

sein kann, ist sie doch einst unter<br />

anderem in der Deutschen Oper in<br />

Berlin oder im Nationaltheater in<br />

München aufgetreten. Nach ihrer<br />

Hochzeit mit einem Oberammergauer<br />

war die Profi-Tänzerin dann<br />

auf der Suche nach einer Schule,<br />

die nach <strong>den</strong> Richtlinien der Royal<br />

Academy of Dance (kurz: RAD)<br />

unterrichtet und wurde schließlich<br />

in Schongau fündig. Die RAD, auch<br />

Gitti Frommhold-Horber besitzt<br />

ein offizielles Lehrerzertifikat, ist<br />

mit knapp 13 000 Mitgliedern die<br />

weltweit größte Organisation, die<br />

pädagogische Leitlinien <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Unterricht in klassischem Ballett<br />

herausgibt, sowie Prüfungen <strong>für</strong><br />

Ballettlehrer und -schüler abnimmt.<br />

Auf eben diese Prüfungen<br />

wer<strong>den</strong> die Tänzerinnen und Tänzer<br />

in der Ballettschule Schongau<br />

optimal vorbereitet. Be<strong>den</strong>ken,<br />

die Kindern fernab der Schule<br />

weiterem Prüfungsstress auszusetzen,<br />

brauchen Eltern laut<br />

Gitti Frommhold-Horber nicht<br />

zu haben. „Die Kinder haben<br />

Spaß daran und brauchen<br />

auch dieses Ziel vor Augen.“ Positiver<br />

Nebeneffekt: Kinder haben<br />

bereits Disziplin gelernt, ehe sie<br />

auf die Grundschule gehen – so<br />

manche Lehrerin bedankte sich<br />

bereits.<br />

Von Nachwuchsproblemen<br />

keine Spur<br />

Mittelfristiges Ziel von Gitti Frommhold-Horber<br />

und Anne Blackwell<br />

ist es, eine weitere RAD-Lehrerin<br />

zu bekommen, die bestenfalls bereits<br />

in der Ballettschule Schongau<br />

ausgebildet wurde. Denn während<br />

viele andere Vereine und Institutionen<br />

über Nachwuchsmangel<br />

klagen, müssen sie bei der Ballettschule<br />

das eine oder andere<br />

Kind auf eine Warteliste setzen.<br />

Mit <strong>den</strong> Räumlichkeiten und allen<br />

voran mit <strong>den</strong> Tanzpädagogen<br />

ist schlicht eine Grenze erreicht.<br />

Ist man mal in der Ballettschule<br />

Schongau aufgenommen, darf<br />

man sich unter anderem auf die<br />

traditionellen Ballettabende freuen,<br />

heuer am 26. und 27. <strong>Oktober</strong>.<br />

Einst im Schongauer Pfarrheim<br />

gestartet, fin<strong>den</strong> diese seit 1991<br />

aus Platzgrün<strong>den</strong> alle zwei Jahre<br />

im Modeon in Marktoberdorf statt,<br />

welches rund 800 Zuschauer fasst.<br />

Am Samstag ab 19 Uhr, Sonntag<br />

ab 16 Uhr, wer<strong>den</strong> dann rund 250<br />

Schüler auf der Bühne stehen, einige<br />

Stücke begleitet von Michael<br />

Kurschatke am Klavier, der seit gut<br />

25 Jahren auch die RAD-Prüfungen<br />

musikalisch umrahmt. „Kunst oder<br />

Krempel“ lautet das Motto des<br />

diesjährigen Ballettabends, wobei<br />

die griechische Vase, eine Stradivari<br />

oder eine Handtasche im Vordergrund<br />

stehen können, das Publikum<br />

darf letztlich entschei<strong>den</strong>.<br />

„Wir wünschen uns viele glückliche<br />

Zuschauer und Spaß <strong>für</strong> die<br />

Tänzer“, sagen Gitti Frommhold-<br />

Horber und Anne Blackwell unisono,<br />

betonen im gleichen Atemzug<br />

die enorme Unterstützung durch<br />

rund 60 freiwillige Helfer hinter<br />

der Bühne. Karten <strong>für</strong> die Ballettabende<br />

gibt es <strong>für</strong> 19 Euro (Kategorie<br />

1) und 16 Euro (Kategorie 2)<br />

am Samstag, 5. <strong>Oktober</strong>, von 9 bis<br />

12.30 Uhr in der Balletschule und<br />

ab 14. <strong>Oktober</strong> bei Huber Mo<strong>den</strong> in<br />

Schongaus Altstadt. Freuen dürfen<br />

sich die Zuschauer neben hochkarätigem<br />

Ballett und modernen<br />

Tanz auch auf ausgefallene Kostüme,<br />

welche stets mit großem Aufwand<br />

entworfen und angefertigt<br />

wer<strong>den</strong>. Dabei ist es gar nicht mal<br />

so leicht, eine 250-köpfige Familie<br />

auszustatten.<br />

tis<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 5<br />

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Ein Tag im Zeichen von Geschwindigkeits-Kontrollen<br />

Verkehrssündern auf der Spur<br />

Weilheim-Schongau | Es ist Dienstagvormittag<br />

kurz nach halb Neun,<br />

leichter Nieselregen, als Polizeihauptkommissar<br />

Manuel Seltier<br />

<strong>den</strong> dunkelgrauen BMW 330er inspiziert.<br />

Besonders in <strong>den</strong> Kofferraum<br />

wirft er einen genauen Blick,<br />

schließlich ist hier die gesamte<br />

Technik verbaut. Seltier ist Dienstgruppenleiter<br />

bei der Verkehrspolizei<br />

(VPI) Weilheim und einer von<br />

gut einer Handvoll entsprechend<br />

ausgebildeter Beamten, die das<br />

sogenannte Provida-Auto steuern<br />

dürfen. Provida steht <strong>für</strong> „Proof-<br />

Video-Data-System“ und ist, wie<br />

im Falle des BMWs, in ein ziviles<br />

Auto eingebaut. Dazu zählen bewegliche<br />

Vorder- und Rückkameras,<br />

Bildschirm in der Armatur<br />

sowie eine ausgeklügelte Technik,<br />

die – wann immer gewünscht –<br />

die gefilmten Bilder aufzeichnet<br />

und in Echtzeit auswertet. <strong>Das</strong> Ziel:<br />

Raser, Drängler, letztlich alle, die<br />

<strong>den</strong> Verkehr gefähr<strong>den</strong>, überführen<br />

zu können. „Wichtig ist, dass<br />

alle Eichmarken angebracht sind“,<br />

erklärt Manuel Seltier<br />

mit Blick auf die<br />

kleinen, run<strong>den</strong>, orangefarbenen<br />

Aufkleber, von <strong>den</strong>en es unter anderem<br />

am kleinen Rechenzentrum<br />

im Kofferraum eine ganze Menge<br />

gibt. Einwandfreie Aufkleber garantieren,<br />

dass an der Hardware<br />

nicht manipuliert wurde.<br />

Nach dem kurzen Equipment-<br />

Check geht es Richtung A95, um<br />

die sich die VPI Weilheim komplett<br />

kümmert, ebenso wie um<br />

die Überwachung der Geschwindigkeit<br />

übergeordneter Bundes-<br />

und Staatsstraßen in <strong>den</strong><br />

Landkreisen Weilheim-Schongau,<br />

Bad Tölz-Wolfratshausen sowie<br />

Manuel Seltier mit Provida-BMW.<br />

Rechts der Bildschirm<br />

mit Geschwindigkeitsanzeige.<br />

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6 | altlandkreis<br />

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<strong>Das</strong> Großgerät im mobilen Caddy.<br />

Es kann auch ausgebaut wer<strong>den</strong>.<br />

Garmisch-Partenkirchen. „Wenn<br />

wir mit dem Provida auf der Autobahn<br />

unterwegs sind, beobachten<br />

wir in der Regel immer<br />

Verstöße“, prognostiziert Manuel<br />

Seltier auf der rund 20-minütigen<br />

Fahrt von der Dienststelle<br />

zur A95-Anschlussstelle bei Seeshaupt.<br />

Er sollte Recht behalten:<br />

Nach etwa zehn Minuten<br />

fällt ihm ein dunkler Mazda CX5<br />

auf, der im 120er-Bereich definitiv<br />

zu schnell unterwegs ist.<br />

Seltier nimmt die Verfolgung<br />

auf, drückt aufs Gas, schaltet die<br />

Kamera scharf. Tatsächlich: Der<br />

Mazda ist zu schnell, fährt knapp<br />

150 Stun<strong>den</strong>kilometer statt der<br />

erlaubten 120. Im Baustellenbereich,<br />

kurz vor dem Dreieck<br />

Starnberg, bremst er zwar runter,<br />

fährt <strong>den</strong>noch weitaus mehr als<br />

die vorgeschriebenen 60. Noch<br />

dazu überholt er im Überholverbot.<br />

Manuel Seltier zieht bei einer<br />

günstigen Gelegenheit am Mazda<br />

vorbei, schert wieder ein und<br />

fährt per Knopfdruck das Anhalte-<br />

Signal über dem Kofferraum mit<br />

der blicken<strong>den</strong> Aufschrift „Polizei<br />

folgen“ aus. Gemeinsam wird die<br />

Autobahn Richtung Autobahnpolizeistation<br />

Oberdill verlassen,<br />

man hält hier im Auslaufbereich.<br />

Seltier belehrt <strong>den</strong> Autofahrer,<br />

der sich einsichtig zeigt. Die<br />

Stimmung ist trotz der Situation<br />

auffallend entspannt. Nach Aufnahme<br />

der Personaldaten und<br />

Überprüfung des Führerscheins<br />

sowie der Fahrzeugpapiere darf<br />

er weiterfahren. Ihn erwartet<br />

nun ein empfindliches Bußgeld:<br />

Rund 120 Euro <strong>für</strong> die überhöhte<br />

Geschwindigkeit. Für das Überholen<br />

trotz Verbotes wären 70 Euro<br />

fällig, wobei in diesem Fall das<br />

schwerwiegendere Vergehen zu<br />

100 Prozent, das weniger schwere<br />

zu 50 Prozent geahndet wird. Hinzu<br />

kommen Auslagen von 28,50<br />

Euro. Macht summa summarum<br />

gut 185 Euro plus <strong>den</strong> einen oder<br />

anderen Punkt in Flensburg.<br />

Großgerät vor<br />

Wielenbach<br />

„Der Verkehr ist heute eher ruhig“,<br />

sagt Manuel Seltier zurück<br />

auf der Autobahn. Zwischendurch<br />

beobachtet er immer mal <strong>den</strong> Ansatz<br />

eines Vergehens, schaltet die<br />

Kamera ein, letztlich aber stets<br />

wieder aus. Beobachten Provida-<br />

Fahrer einen Verkehrsverstoß und<br />

nehmen es auf, müssen sie einige<br />

Aspekte beachten. Ein Beispiel:<br />

Ist jemand zu schnell unterwegs,<br />

muss der Polizist die exakt gleiche<br />

Geschwindigkeit wie der Vorausfahrende<br />

einhalten. Wäre er zu<br />

schnell, das Auto im Bildschirm<br />

würde entsprechend größer wer<strong>den</strong>,<br />

wäre die Strafe anfechtbar.<br />

Einspruchsverfahren gebe es laut<br />

Manuel Seltier immer wieder.<br />

„Völlig unverständlich“, wie er<br />

findet, schließlich ist alles bildlich<br />

dokumentiert. Begeht man hingegen<br />

als Polizist nur <strong>den</strong> kleinsten<br />

Fehler, wird der Bußgeldbescheid<br />

erst gar nicht rausgeschickt. „Wir<br />

wollen nieman<strong>den</strong> zu Unrecht<br />

bestrafen“, sagt Polizeihauptkommissar<br />

Manuel Seltier.<br />

Mittlerweile ist kurz vor Mittag,<br />

Manuel Seltier fährt zurück zur<br />

Polizeiinspektion, macht dabei<br />

einen kurzen Schlenker Richtung<br />

Wielenbach. Hier hat Thomas Sibein<br />

in einer Ausbuchtung der<br />

B2 einen VW-Caddy, von dem es<br />

bei der VPI Weilheim zwei gibt,<br />

inklusive des sogenannten Großgerätes<br />

abgestellt. Er lässt direkt<br />

aus dem Kofferraum „fotografieren“,<br />

geblitzt wer<strong>den</strong> sowohl<br />

entgegenkommende als auch<br />

wegfahrende Fahrzeuge. Alle, die<br />

schneller als die erlaubten 70<br />

Stun<strong>den</strong>kilometer fahren, bekommen<br />

ein erstaunlich scharfes Bildchen<br />

zugeschickt – stets mit dem<br />

weniger erfreulichen Bußgeldbescheid<br />

im Anhang. „Schneller“<br />

bedeuten in diesem Fall übrigens<br />

alle Geschwindigkeiten jenseits<br />

der 84 Stun<strong>den</strong>kilometer. Aus<br />

„einsatztaktischen Grün<strong>den</strong>“, wie<br />

Sibein erklärt, wird heute erst ab<br />

Stufe zwei geblitzt. Der eine oder<br />

andere Fahrer hat entsprechend<br />

Glück, könnten doch eigentlich<br />

alle geblitzt wer<strong>den</strong>, die 74 oder<br />

schneller fahren. Einstellen kann<br />

dies Thomas Sibein manuell, Aufbau<br />

und Nivellierung des Geräts<br />

dauern rund eine halbe Stunde.<br />

Mit der Wasserwaage richtet Sibein<br />

das Gerät entsprechend der<br />

Straßenneigung aus, muss dabei<br />

unter anderem auf <strong>den</strong> Stand<br />

des Autos achten. Theoretisch<br />

hätte er <strong>den</strong> Blitzer auch außerhalb<br />

des Autos aufbauen und<br />

<strong>den</strong> durchaus bekannten Caddy<br />

etwas versteckter parken können.<br />

„<strong>Das</strong> Gerät zeichnet nur Fotos auf,<br />

wenn bereits ein Verstoß begangen<br />

wurde“, sagt Thomas Sibein<br />

an einem Laptop sitzend. Seit gut<br />

einer Stunde steht er an dieser<br />

Stelle, fünf „Raser“ sind bis dato<br />

aufgezeichnet wor<strong>den</strong>.<br />

„Insgesamt gibt es vier Kategorien“,<br />

erklärt der Leiter der VPI<br />

Weilheim, Hubert Schwaiger, kurz<br />

nach der Mittagspause die<br />

MIT HOL- UND<br />

BRINGSERVICE!<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Ein Stück Heimat.<br />

Die Seniorenzentren<br />

der AWO Oberbayern<br />

TAGESPFLEGE<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 7


Thomas Sibein kann in Echtzeit<br />

mitverfolgen, wer zu schnell fährt.<br />

Auswahl der Kontrollpunkte. Erste<br />

Kategorie: Unfallhäufigkeitspunkte,<br />

also jene Stellen, an <strong>den</strong>en es<br />

bereits vermehrt zu Unfällen gekommen<br />

ist, entsprechend mehr<br />

Polizeipräsenz gezeigt wer<strong>den</strong><br />

muss. „Alleine das reicht häufig<br />

schon aus“, sagt Schwaiger.<br />

Die zweite Kategorie beschreibt<br />

Unfallgefahrenpunkt – Orte, an<br />

<strong>den</strong>en es zukünftig zu Unfällen<br />

kommen könnte. Kategorie drei<br />

sind Lärmschutzpunkte, Kategorie<br />

vier sonstige Stellen, die sich Polizeibeamte<br />

aufgrund persönlichen<br />

Empfin<strong>den</strong>s ansehen möchten.<br />

„Kategorie drei und vier dürfen<br />

nach Vorgabe vom Innenministerium<br />

zusammen maximal 20<br />

Prozent der Messzeit ausmachen“,<br />

erklärt Schwaiger und räumt<br />

gleichzeitig mit dem Vorwurf auf,<br />

die Polizei würde an willkürlichen<br />

Stellen kontrollieren. Dabei sei<br />

der stetige Ansporn: „Wir wollen<br />

die Anzahl der Verletzten und Getöteten<br />

senken“, sagt Schwaiger.<br />

Und Hauptunfallursache auf <strong>den</strong><br />

Straßen ist nun mal zu hohe Geschwindigkeit.<br />

Allein im Einsatzbereich<br />

der Polizeidirektion Oberbayern<br />

Süd gab es 2018 insgesamt<br />

99 Verkehrstote, davon 40 wegen<br />

überhöhter Geschwindigkeit.<br />

Neben Provida und Großgerät<br />

gibt es als weitere Möglichkeit die<br />

Geschwindigkeitsmessung per Lasergerät,<br />

wovon nicht nur die VPI<br />

welche besitzt, sondern auch die<br />

Polizeiinspektion (PI) Weilheim,<br />

um beispielsweise Innerorts zu<br />

kontrollieren. Neben der Polizei<br />

gibt es mit dem Kommunalen<br />

Zweckverband im Übrigen noch<br />

eine zweite Instanz, die sich um<br />

die Verkehrsüberwachung kümmert,<br />

sobald Gemein<strong>den</strong> diesen<br />

engagieren. „<strong>Das</strong> wird oft verwechselt“,<br />

sagt Martin Hackl, seit<br />

1. April Sachbearbeiter Verkehr bei<br />

der PI Weilheim.<br />

An diesem Dienstagnachmittag ist<br />

Martin Hackl mit Kollege Christian<br />

Steuer an der Ammerbrücke der<br />

B472 zwischen Huglfing und Peißenberg<br />

im 60er-Bereich positioniert<br />

– ein Unfallhäufigkeitspunkt.<br />

Sie bauen das Lasergerät etwas<br />

versteckt hinter einem Baum auf,<br />

der als natürliche Tarnung verwendet<br />

wer<strong>den</strong> darf. Eine künstliche<br />

Verschleierung des Gerätes,<br />

etwa durch ein Zelt, wäre nicht<br />

erlaubt. „Man merkt, dass die<br />

entgegenkommen<strong>den</strong> Autos warnen“,<br />

spricht Hackl das auffallend<br />

langsame Tempo der Autofahrer<br />

Richtung Peißenberg an. Verärgert?<br />

„Ganz und gar nicht. Wenn<br />

wir hier einmal Präsenz zeigen,<br />

wirkt das nach. Es wird ja auch<br />

über das Radio verbreitet“, sagt<br />

der Polizeihauptkommissar und<br />

entkräftet damit <strong>den</strong> Vorwurf,<br />

möglichst viel abkassieren zu<br />

wollen. Nach gut einer halben<br />

Stunde kommt dann doch ein silberner<br />

Golf mit erhöhter Geschwindigkeit<br />

angerauscht. Steuer gibt<br />

ein Zeichen, Hackl stellt sich etwas<br />

auf die Fahrbahn und winkt das<br />

Fahrzeug raus. Drei junge Männer<br />

aus der Nähe von Kiel, die an der<br />

Ammer Kajakfahren möchten, haben<br />

das Tempo-60-Schild schlicht<br />

übersehen, waren mit knapp 80<br />

Stun<strong>den</strong>kilometern unterwegs.<br />

Die Folge: 30 Euro Bußgeld.<br />

Dennoch ist auch in dieser Situation<br />

die Stimmung keineswegs<br />

angespannt, vielmehr endet es<br />

in einer interessierten Konversation.<br />

Der ganze Tag hat deutlich<br />

gezeigt, wie wichtig solcherlei<br />

Kontrollen der Polizei insbesondere<br />

an Gefahrenstellen sind. Als<br />

präventive Maßnahme übrigens<br />

weitaus wichtiger <strong>den</strong>n als reine<br />

Abkassier-Methode. Im Zweifel<br />

gilt immer, je<strong>den</strong>falls an diesem<br />

Dienstag: Pro Autofahrer. tis<br />

Der Klassiker:<br />

das Lasergerät<br />

Martin Hackl<br />

(mit Warnweste)<br />

belehrt drei junge Männer,<br />

die zu schnell unterwegs waren.<br />

8 | altlandkreis


Auf der Roten Couch<br />

Erfinder, Designer,<br />

Windsurfer<br />

Dank Surfbrett erstmals auf Wasser: Unsere Rote Couch mit<br />

Ernstfried Prade. Der Kinsauer Freigeist testet seine selbstdesignten<br />

Surfbretter, in diesem Falle ein aufblasbares SUP,<br />

auf dem Lech bei Kinsau.<br />

Foto: Johann Jilka


Kinsau | Ernstfried Prade ist 73,<br />

wohnhaft in Kinsau, Vater von<br />

sechs Kindern und ohne Übertreibung<br />

ein Genie. Geboren in Peißenberg,<br />

aufgewachsen in Oderding<br />

und später nach Weilheim<br />

gezogen, war er einer der ersten<br />

Windsurfer in Deutschland. Als<br />

gelernter Werkzeugtechniker und<br />

Designer gründete er im Jahre 1975<br />

gemeinsam mit zwei Mitstreitern<br />

die weltbekannte Surfbrett-Marke<br />

Mistral – und machte fortan die<br />

Mutter aller Trendsportarten, das<br />

Windsurfen, groß im deutschsprachigen<br />

Raum und darüber hinaus.<br />

Bis heute wird der Inhaber einer<br />

Grafikagentur gefeiert als „Godfather<br />

of Mistral“. Und bis heute<br />

designt er als freier Produktmanager<br />

ein Brett nach dem anderen.<br />

Wobei dies nur ein kleiner Teil<br />

seines Repertoires ist. Auch weit<br />

über die Surfbranche hinaus erfindet<br />

der rastlose Freigeist immer<br />

wieder neue, faszinierende Dinge.<br />

Im großen Interview auf der Roten<br />

Couch spricht Prade über Cristiano<br />

Ronaldo, seinen engen Freund<br />

Robby Naish, ein unvergessenes<br />

Treffen mit Ex-US-Präsi<strong>den</strong>t Jimmy<br />

Carter und sein zweites Zuhause<br />

am anderen Ende der Welt. Darüber<br />

hinaus verrät er <strong>den</strong> größten<br />

Fehler seines Lebens, listet<br />

zahlreiche Patente auf und erklärt<br />

die Vorzüge seiner jüngsten Erfindung:<br />

Eine aufblasbare Hundebox,<br />

die es bereits in eine beliebte TV-<br />

Sendung geschafft hat.<br />

Herr Prade, warum leben Sie nicht<br />

am Meer?<br />

Eigentlich leicht zu erklären: Zwar<br />

bin ich wahnsinnig viel gereist,<br />

war unter anderem über 30 Mal<br />

auf Hawaii über meistens vier,<br />

sechs oder acht Wochen hinweg.<br />

Aber: Die vier Jahreszeiten hier bei<br />

uns sind zehn Mal besser als ein<br />

Ort, an dem es immer nur warm<br />

ist. An Weihnachten, ob mit oder<br />

ohne Schnee, war ich immer daheim.<br />

Natürlich klingt es auch kurios,<br />

dass ich als Surfpionier und<br />

Brettdesigner hier in Bayern wohne.<br />

Aber das leiste ich mir, weil<br />

die Schönheit der Natur bei uns<br />

unvergleichlich ist. Und ich mich<br />

bis heute ganz klar als Bayer fühle.<br />

Außerdem habe ich mit diesem<br />

alten Bauernhof in Kinsau einen<br />

tollen Ort zum Leben und Arbeiten<br />

gefun<strong>den</strong>.<br />

„Klingt kurios“ trifft’s sehr gut.<br />

Wie sind Sie als „Oderdinger Bua“<br />

überhaupt zum Windsurfen gekommen?<br />

Segelsport auf dem Wasser hat<br />

mich immer schon fasziniert. Bereits<br />

als Zwölfjähriger habe ich<br />

in Dießen einen Segelschein gemacht,<br />

als 18-Jähriger war ich vier<br />

Wochen lang auf dem Atlantik und<br />

habe einen französischen Spezial-<br />

Segelkurs mitgemacht. Zum Windsurfen<br />

bin ich letztlich über eine<br />

befreundete Firma gekommen, in<br />

der ich im Jahre 1971 durch Zufall<br />

ein Foto von einem Windsurfer in<br />

einem <strong>Magazin</strong> entdeckt habe. Ich<br />

war wie elektrisiert und konnte<br />

mir nicht vorstellen, dass man auf<br />

einem Brett tatsächlich stehend<br />

und mit Segel in der Hand auf<br />

Wasser fahren kann. Dann, 1972,<br />

kam jemand mit einem solchen<br />

Segel-Brett an <strong>den</strong> Ammersee. Ich<br />

bin sofort hingefahren, war restlos<br />

begeistert und fuhr daraufhin<br />

nach Holland, wo ich mir ein eigenes<br />

Brett gekauft habe. Damit bin<br />

ich schließlich an <strong>den</strong> Atlantik gefahren,<br />

an die Stelle, die ich vom<br />

Spezial-Segelkurs kannte, und<br />

habe wie ein Verrückter angefangen,<br />

das Windsurfen zu üben.<br />

Inwiefern „wie ein Verrückter“?<br />

<strong>Das</strong> Rigg, also Mast und zusammengerolltes<br />

Segel, habe ich<br />

erstmal aufs Brett gelegt und bin<br />

durch die hohen Brandungswellen<br />

hinausgepaddelt. Weiter draußen<br />

im Meer waren große Anlegestellen<br />

<strong>für</strong> Öltanker. Um nicht wegzutreiben,<br />

habe ich mich dort mit<br />

einem Seil festgebun<strong>den</strong>, mich<br />

vorsichtig aufs Brett gestellt und<br />

erstmal versucht, trotz kräftiger<br />

Wellen einfach nur stehen zu bleiben<br />

auf dem Brett. Dann habe ich<br />

vorsichtig das Segel aufgezogen<br />

und bin immer nur Seillänge um<br />

Seillänge gefahren. Letztlich war<br />

ich einer der ersten Windsurfer in<br />

Deutschland, bin 1973 Bayerischer<br />

Meister auf dem Starnberger See,<br />

Deutscher Meister auf dem Chiemsee<br />

und Vize-Europameister auf<br />

Sylt gewor<strong>den</strong>.<br />

Insbesondere der Vize-EM-Titel hat<br />

Ihr Leben komplett auf <strong>den</strong> Kopf<br />

gestellt ...<br />

Der Sieger aus Holland und ich<br />

haben bei der EM einen Flug zu<br />

Hoyle Schweitzer nach Kalifornien<br />

gewonnen, dem Erfinder des<br />

Windsurfens. Wir duften vier Wochen<br />

lang bei ihm im Haus sein<br />

und ihm über die Schulter schauen.<br />

Als Designer war ich sofort<br />

Feuer und Flamme und habe auch<br />

erste Bretter <strong>für</strong> ihn designt – und<br />

zurück in Deutschland auch gleich<br />

ein Brett <strong>für</strong> die Firma Zarges in<br />

Weilheim konstruiert. Die wollten<br />

ein Alu-Brett auf <strong>den</strong> Markt bringen,<br />

woraus allerdings nichts gewor<strong>den</strong><br />

ist.<br />

Daraufhin haben Sie Ihr eigenes<br />

Ding gemacht?<br />

Gemeinsam mit einem großen<br />

Industriellen aus der Schweiz<br />

sowie einem Marketingexperten<br />

aus Deutschland habe ich 1975 die<br />

Firma Mistral gegründet. Eine fantastische<br />

Zeit, eine Aufbruchzeit,<br />

da Windsurfen damals die Mutter<br />

aller Trendsportarten war, die wir<br />

im deutschsprachigen Raum und<br />

darüber hinaus großgemacht haben.<br />

Allein 1985 haben wir über<br />

60 000 Bretter verkauft und ein<br />

Jahr später waren in Deutschland<br />

1,5 Millionen aktive Surfer auf<br />

dem Wasser. Ich habe damals ein<br />

Patent <strong>für</strong> einen Sicherheitsmast-<br />

Fuß angemeldet, was Mistral acht<br />

Millionen Schweizer Franken eingebracht<br />

hatte, weil die gesamte<br />

Surfbranche 20 Jahre lang dieses<br />

Ernstfried Prade (re.) testet seine Boards auf dem Lech. Redakteur Johannes<br />

Schelle (li.) und Herausgeber Peter Ostenrieder waren dabei.<br />

Patent verwen<strong>den</strong> musste. <strong>Das</strong><br />

war <strong>für</strong> uns ein riesen Start.<br />

Und bei Weitem nicht Ihr einziges<br />

Patent ...<br />

Bis heute habe ich sicherlich mehr<br />

als 30 Patente angemeldet. Überwiegend<br />

<strong>für</strong> die Bereiche SUP,<br />

Kajak und Windsurfen. Aber auch<br />

<strong>für</strong> andere Branchen. Anfang 2020<br />

kommt ein weiteres Mistral-Brett<br />

von mir auf <strong>den</strong> Markt. Es wird<br />

das erste mit Doppelkammer sein,<br />

bei dem jede Kammer exakt gleich<br />

groß ist. Heißt: Falls eine Kammer<br />

kaputt geht und Luft verliert, kann<br />

man über die zweite noch sicher<br />

ans Ufer paddeln.<br />

Von der Anzahl der Kammern mal<br />

abgesehen: Was zeichnet ein gutes<br />

Surfbrett aus?<br />

Ich bezeichne ein Surfbrett als<br />

Kunst. Bereits optisch muss es harmonisch<br />

aussehen – vorne etwas<br />

stärker aufgebogen, hinten nur<br />

leicht. Es braucht eine bestimmte<br />

Verteilung des Volumens. Hinten<br />

sollte es scharfkantig, vorne dagegen<br />

rund sein, damit man Kurven<br />

fahren kann. <strong>Das</strong> gilt übrigens<br />

sowohl <strong>für</strong>s Wellenreiten als auch<br />

Windsurfen und SUPn. Ganz wichtig<br />

ist auch die Hydrodynamik, um<br />

Auftrieb im Wasser in Vortrieb zu<br />

verwandeln.<br />

Wie genau läuft das Designen eines<br />

Surfbretts ab?<br />

Zunächst wird unterschie<strong>den</strong> zwischen<br />

einem steifen oder einem<br />

aufblasbaren Brett. Dann zeichne<br />

ich auf einem weißen Papier<br />

eine Outline mit Länge, Breite<br />

und Kurve des neuen Surfbretts.<br />

Anschließend eine Seitenansicht,<br />

wo ich Volumen und Kurven des<br />

Bretts sehen kann. Danach geht<br />

das Ganze in <strong>den</strong> Computer und<br />

wird berechnet, um daraus ein<br />

3D-Modell zu erstellen. Ist dieser<br />

Schritt erfolgt, geht das neue<br />

Brett schließlich in die Produktion,<br />

überwiegend in Südost-Asien.<br />

Sie konstruieren und designen seit<br />

Jahrzehnten: Wie viele Surfbretter<br />

haben Sie im Laufe Ihrer Karriere<br />

auf <strong>den</strong> Markt gebracht?<br />

Gute Frage. Es sind Hunderte.<br />

Auch <strong>für</strong> drei Olympia<strong>den</strong> habe<br />

ich Boards mitgestaltet. Immer<br />

wieder mit neuen Ideen. Zum Beispiel<br />

bringe ich seitlich oder an<br />

der Front Feinheiten wie „Wülste“<br />

an, die das Surfbrett kippstabiler<br />

machen.<br />

2016 wurde eines ihrer Surfbretter<br />

zum Besten der Welt gekürt. Wie<br />

stolz sind Sie auf diese Auszeichnung?<br />

Diese Goldmedaille war schon eine<br />

sehr große Auszeichnung <strong>für</strong> mich,<br />

weil sehr viele Bretter im Test waren<br />

und ausschließlich Fachhändler<br />

und Sportler abgestimmt haben.<br />

Also Leute, die richtig Ahnung<br />

10 | altlandkreis


haben von der Materie. Die Besonderheit<br />

dieses Bretts war und ist<br />

das Innenleben. Es wird mit einem<br />

speziellen Webeverfahren namens<br />

Drop-Stitch hergestellt, welches<br />

von einer deutschen High-Tech-<br />

Firma stammt und zuvor noch nie<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Bau von Surfbrettern verwendet<br />

wurde. Es handelt sich um<br />

Tausende dünne Fä<strong>den</strong> aus Kunststoff,<br />

die Decke und Bo<strong>den</strong> des<br />

Boards verbin<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> Ergebnis:<br />

Ein sehr leichtes und steifes Brett<br />

mit einem sehr guten Auftrieb.<br />

SUPs, die wir mittlerweile mit diesem<br />

Verfahren herstellen, wiegen<br />

nur noch sieben Kilogramm. Damit<br />

sind sie in etwa nur noch halb so<br />

schwer wie die besten Modelle aus<br />

2018.<br />

Wer hat Ihr preisgekröntes Board<br />

gekauft?<br />

Kaum zu glauben, aber unter anderem<br />

Fußballstar Cristiano Ronaldo.<br />

Eine Ihrer neuesten Erfi ndungen<br />

hat mit Windsurfen, Wellenreiten<br />

und SUPn überhaupt nichts zu tun:<br />

Sie heißt „Tami“, ist eine aufblasbare<br />

Box zum Transportieren von<br />

Hun<strong>den</strong>. Wie kam’s dazu?<br />

Meine Söhne haben zwei Hunde,<br />

die im Auto in <strong>den</strong> allseits bekannten<br />

Metallboxen aus Aluminium<br />

transportiert wer<strong>den</strong>. Als<br />

ich sie mal beobachtet habe, wie<br />

sie ihre Hunde in diese Box bitten,<br />

dachte ich mir: <strong>Das</strong> sieht aus<br />

wie ein Gefängnis. Außerdem<br />

muss es doch schmerzhaft sein,<br />

wenn sich die Hunde bei engen<br />

Kurven oder ruckartigen Bremsungen<br />

am harten Gehäuse stoßen.<br />

Dann hat meine Frau zu mir<br />

gesagt: „Warum machst du nicht<br />

aus dem gleichen leichten Material,<br />

mit dem du dieses preisgekrönte<br />

Surfbrett gebaut hast, eine<br />

Hundebox?“ Da wäre ich ehrlich<br />

gesagt nie draufgekommen –<br />

und habe sofort angefangen zu<br />

konstruieren. Es hat viele Monate<br />

gedauert, <strong>den</strong>n diese ursprünglich<br />

gerade Drop-Stitch-Fläche<br />

jetzt abzuwinkeln, war unheimlich<br />

schwierig. Gemeinsam mit meinem<br />

Ingenieur, Daniel Weinberger<br />

aus Apfeldorf, habe ich aber eine<br />

Methode zum Abwinkeln gefun<strong>den</strong><br />

und auch dazu ein Patent erhalten.<br />

Eine geniale Erfi ndung …<br />

Ich bezeichne „Tami“ als ein <strong>für</strong><br />

Hunde würdiges Transportsystem.<br />

Zusammengefaltet braucht<br />

es kaum Platz und das Aufblasen<br />

der Box dauert nur 20 Sekun<strong>den</strong>.<br />

Es gibt mittlerweile elf Modelle,<br />

von 2,5 bis 7 Kilogramm, die geeignet<br />

sind <strong>für</strong> <strong>den</strong> Kofferraum,<br />

die Rückbank, <strong>den</strong> Beifahrersitz,<br />

aber auch <strong>für</strong> das Heck eines größeren<br />

Motorrades. Neulich hatten<br />

wir „Tami“ im größten europäischen<br />

Zentrum <strong>für</strong> Crashtests in<br />

der Schweiz – mit 50 Stun<strong>den</strong>kilometer<br />

gegen eine Wand. In diesem<br />

Fall wird der Hund zu einem<br />

mehrere hundert Kilo schweren<br />

Geschoss, prallt in diese aufblasbare<br />

Hülle, die sich dann wie ein<br />

Airbag verformt, das Tier dadurch<br />

schützend auffängt und anschließend<br />

wieder sanft in die Ausgangsposition<br />

zurückfedert. Somit<br />

passiert weder dem Menschen im<br />

Auto, noch dem Hund in der Box<br />

noch dem Auto an sich etwas.<br />

Die Hundebox „Tami“ wurde sogar<br />

auf Pro7 bei „<strong>Das</strong> Ding des Jahres“<br />

vorgestellt – eine beliebte Sendung<br />

mit Joko Winterscheidt und Lena<br />

Gercke.<br />

Von dieser Sendung wusste ich<br />

und habe bei Pro7 angerufen.<br />

Die sagten gleich: <strong>Das</strong> wollen wir<br />

unbedingt sehen und haben ein<br />

Fernseh-Team zu uns nach Kinsau<br />

geschickt, um einen Film zu drehen.<br />

Der ist auch auf YouTube zu<br />

sehen und wurde bereits über 3,5<br />

Millionen Mal angeschaut.<br />

Wow. Wie viele Boxen wur<strong>den</strong><br />

schon verkauft?<br />

Wir sind in Sachen Verkauf erst am<br />

Anfang, legen erst gegen Ende des<br />

Jahres so richtig damit los. Bis jetzt<br />

haben wir um die tausend Stück<br />

verkauft.<br />

Wo ist „Tami“ erhältlich?<br />

Wer die Boxen direkt bestellen<br />

möchte, kann dies online unter<br />

www.sportvibration-dogbox.com<br />

tun. Wenn jemand bei uns in der<br />

Agentur in Kinsau anruft, bekommt<br />

er natürlich auch eine.<br />

Zig Surfbretter, eine aufblasbare<br />

Hundebox, und vieles davon mit<br />

einem internationalen Patent ausgestattet.<br />

Was haben Sie im Laufe<br />

ihres Designer-Lebens noch alles<br />

erfun<strong>den</strong>?<br />

Aufgrund der Flüchtlingskrise und<br />

der vielen Unfälle im Mittelmeer<br />

habe ich überlegt, wie man noch<br />

helfen kann. Meine Erfindung:


50 Euro sind<br />

Ihnen sicher!<br />

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Ein Rettungssystem <strong>für</strong> Schiffbrüchige,<br />

das vom Hubschrauber<br />

abgeworfen wird. Es handelt<br />

sich um eine Spinne, die sich im<br />

Wasser selbstständig aufbläst und<br />

an deren „Beine“ sich bis zu 200<br />

Leute dranklammern können und<br />

dadurch – bis zur eigentlichen<br />

Rettung durch ein Schiff – schon<br />

mal nicht ertrinken.<br />

Eine weitere Erfi ndung von Ihnen<br />

wird in Japan gebaut?<br />

Es handelt sich um eine sechseckige<br />

Tsunami-Box, die ich nicht<br />

erfun<strong>den</strong>, aber aktiv mitentwickelt<br />

habe. Durch Wetterumschwünge<br />

im fernen Osten kommt es immer<br />

häufiger zu großen Tsunamis. Die<br />

Box wird blitzartig durch ein spezielles<br />

Patronen-System aufgeblasen.<br />

Der von <strong>den</strong> Wassermassen<br />

bedrohte Mensch geht in die Box<br />

rein, und wenn die Welle kommt,<br />

bleibt sie wie ein schwimmender,<br />

dickwandiger Ball immer an der<br />

Wasseroberfläche.<br />

Haben Sie sich auch schon mal geärgert<br />

über geniale Ideen, die nicht<br />

von Ihnen stammen?<br />

Dazu fällt mir eher eine witzige<br />

Geschichte ein: Mein allererstes<br />

Patent war eine Skateboard-Bremse.<br />

Hintergrund: Ich habe 1969 mit<br />

großer Wahrscheinlichkeit das<br />

erste Skateboard in Deutschland<br />

gebaut – aus Rollschuhpaaren,<br />

die ich unter ein Brett geschraubt<br />

habe. Den Tipp hat mir damals ein<br />

amerikanischer Soldat, stationiert<br />

in Bad Tölz, gegeben. Je<strong>den</strong>falls<br />

sind wir jungen Burschen damit<br />

Rennen gefahren auf der Straße.<br />

Slalom um Cola-Dosen und<br />

bergab. Wir sind sehr oft brutal<br />

gestürzt und hatten immer offene<br />

Ellbogen. Ich dachte mir, das kann<br />

nicht sein, kann im schlimmsten<br />

Falle sogar tödlich en<strong>den</strong>. Also<br />

habe ich vom Fahrradlenker das<br />

Stück mit dem Bremsgriff abgeschnitten,<br />

habe zwei Klappen<br />

mit Feder an die Hinterräder des<br />

Skateboards geschraubt und so<br />

12 | altlandkreis<br />

Ernstfried Prade (li.) demonstriert t mit itTochter Kamilla Prade und Hündin<br />

„Tami“ eine seiner jüngsten Erfindungen: eine aufblasbare Hundebox.<br />

die weltweit erste Bremse <strong>für</strong> ein<br />

Skateboard gebaut – und diese als<br />

noch ganz junger Kerl als Patent<br />

angemeldet. Einige Jahre später<br />

wurde Skateboar<strong>den</strong> in Deutschland<br />

verboten, weshalb ich das<br />

Patent nicht weiterbezahlt habe.<br />

Im Nachhinein betrachtet war das<br />

mein zweitgrößter Fehler. Denn<br />

achte Jahre später kam ein riesiger<br />

Skateboard-Boom auf. Und ein<br />

Kanadier hat diese Bremse nach<br />

dem exakt gleichen Prinzip auf<br />

<strong>den</strong> Markt gebracht. Da konnte ich<br />

allerdings nix mehr machen, weil<br />

mein Patent bereits verfallen war.<br />

Was war Ihr größter Fehler?<br />

1981 hielt ich von einem Franzosen<br />

das erste Snowboard in der<br />

Hand. Und habe es als amtierender<br />

Produktmanager von Mistral<br />

gemeinsam mit einigen Kollegen<br />

abgelehnt mit der Begründung:<br />

Da fährst du gegen <strong>den</strong> Baum<br />

und bist tot. Um 1990 hat schließlich<br />

der große Snowboard-Boom<br />

angefangen. Burton hat dieses<br />

Patent letztlich benützt und das<br />

Snowboard weltweit bekannt gemacht<br />

…<br />

Sie haben so unglaublich viel zu<br />

erzählen. Ist es Ihnen trotzdem<br />

möglich, ein absolutes Highlight<br />

aus Ihrem facettenreichen Leben<br />

herauszugreifen?<br />

Es war morgens auf Hawaii. Ich<br />

fahre zum Supermarkt, kaufe mir<br />

was zum Frühstücken, komme zurück<br />

an das Haus einer alten Lehrerin,<br />

bei der ich mich immer einquartiert<br />

habe. Und plötzlich steht<br />

überall die Polizei – im kompletten<br />

Wohngebiet. Ein Polizist hält mich<br />

an, frägt, was ich da will. Meine<br />

Antwort: „Ich wohne da, mein<br />

Pass liegt auf dem Zimmer.“<br />

Was war passiert?<br />

Jimmy Carter, der damalige USamerikanische<br />

Präsi<strong>den</strong>t, machte<br />

auf seinem Rückflug von Japan<br />

einen Stop-Over auf Hawaii.<br />

Hier<strong>für</strong> hat das Weiße Haus das<br />

schönste Haus gemietet – und das<br />

war offensichtlich das Haus dieser<br />

Lehrerin, die das Datum des<br />

Präsi<strong>den</strong>ten-Besuches vergessen<br />

hatte und verreist war. Jetzt war<br />

ich, kein Witz, einen ganzen Tag<br />

lang mit dem US-amerikanischen<br />

Präsi<strong>den</strong>ten und seiner Familie auf<br />

der Terrasse gelegen. Ich habe ihn<br />

gefragt, was er <strong>den</strong> ganzen Tag so<br />

macht, wie es läuft mit dem Regieren?<br />

Und ich habe ihm alles zum<br />

Thema Windsurfen erklärt. Leider<br />

hatte er einen Schlüsselbeinbruch,<br />

sonst hätte ich ihn sofort aufs Surf-


ett gestellt. Je<strong>den</strong>falls war er ein<br />

unheimlich netter Kerl. Und ich an<br />

diesem Tag der wohl bestbewachte<br />

Mensch der Welt.<br />

Diese Geschichte ist kaum zu glauben…<br />

(lacht) Wenn ich diese Geschichte<br />

erzähle, glauben es mir die Leute<br />

meistens nicht. Aber ich habe Gott<br />

sei Dank Fotos von diesem Tag, die<br />

alles beweisen.<br />

Kommt da noch mehr?<br />

Naja … Michael Schanze habe<br />

ich mal das Windsurfen auf dem<br />

Ammersee gelernt. Und ich hatte<br />

natürlich wahnsinnig viele schöne<br />

Erlebnisse bei Weltmeisterschaften<br />

und Olympia<strong>den</strong>. Nicht als<br />

aktiver Sportler, sondern als Konstrukteur,<br />

Designer und Produktmanager<br />

von Mistral.<br />

Apropos Mistral. Was halten Sie<br />

als Urgestein des Windsurfens<br />

vom nach wie vor recht jungen<br />

Trendsport Stand-Up-Paddling,<br />

kurz SUP?<br />

Da stehe ich voll und ganz dahinter.<br />

Ich bin sogar in ein Komitee<br />

gewählt wor<strong>den</strong>, das SUPn versucht,<br />

olympisch zu machen. Wobei<br />

es grundsätzlich ganz klar ein<br />

Breitensport <strong>für</strong> die ganze Familie<br />

ist und wunderbare Naturerlebnisse<br />

bietet. Um Seen herumgelaufen<br />

ist im Grunde jeder schon<br />

mal, aber nicht innerhalb eines<br />

Sees – das Ufer vom See aus zu<br />

sehen ist genial. Neulich erzählte<br />

mir jemand, dass er SUPn war auf<br />

dem Wörthsee. <strong>Das</strong> Wasser war<br />

glasklar und direkt neben seinem<br />

Brett stand eine riesige Forelle im<br />

seichten Wasser – ein unvergesslicher<br />

Moment.<br />

Und man braucht zum SUPn auch<br />

keinen Wind.<br />

<strong>Das</strong> ist der größte Vorteil. Man<br />

kann es bei nahezu jedem Wetter<br />

machen. Einen großen Nachteil<br />

hat das Stand-Up-Paddeling allerdings:<br />

Die krumm-buckelige<br />

Paddelbewegung. Lange habe<br />

ich mich mit zwei Ärzten darüber<br />

unterhalten. Meine patentiere Erfindung,<br />

die dieses Problem löst:<br />

Ein bewegliches Doppelpaddel,<br />

das auf einem dünnen Carbonrohr<br />

geführt wird. Die ersten Prototypen<br />

und das dazu passende Prospekt<br />

sind schon fertig. Es ist geeignet<br />

<strong>für</strong> SUPs und Paddelboote.<br />

Sehen sie <strong>den</strong> Hype um SUPs, bei<br />

allen Vorteilen, nicht doch mit einem<br />

weinen<strong>den</strong> Auge. Der Eindruck<br />

entsteht, dass ihr „Baby“<br />

Windsurfen vom Markt verdrängt<br />

wird …<br />

Ganz im Gegenteil. Eher kommen<br />

die Leute übers SUPn wieder zum<br />

Windsurfen. Die sind auf dem<br />

Starnberger See, müssen gegen<br />

Abend wieder zurück nach Seeshaupt,<br />

Gegenwind kommt auf<br />

und plötzlich rauscht an ihnen ein<br />

Windsurfer vorbei… Mensch, <strong>den</strong>ken<br />

die sich dann, wären wir nur<br />

auch als Windsurfer unterwegs.<br />

Sie sind jetzt 73, damit mindestens<br />

seit sechs Jahren im Rentenalter.<br />

Warum setzen Sie sich bei all dem<br />

Erreichten nicht zur Ruhe?<br />

<strong>Das</strong> mit der Rente ist so eine Sache...<br />

Ich habe viele Freunde, die<br />

in Rente sind, die aber auch nicht<br />

mehr so die alten sind und gesundheitliche<br />

Probleme haben.<br />

Zumindest einige davon. Dagegen<br />

die, die tätig bleiben, haben mir<br />

gezeigt, auch im hohen Alter noch<br />

geistig und körperlich fit zu sein.<br />

Bestes Beispiel sind die Surfski-<br />

Weltmeisterschaften am Atlantik.<br />

Vergangenes Jahr in Portugal war<br />

ein 83-Jähriger aktiv dabei, darüber<br />

hinaus viele über 60-Jährige.<br />

<strong>Das</strong> finde ich fantastisch. Auch ich<br />

stehe noch immer auf dem Brett.<br />

Hinzu kommt gesunde Ernährung:<br />

Wenig Fleisch, viel Gemüse und<br />

zum Frühstück in Wasser gekeimte<br />

Samen und Körner, die mir unglaublich<br />

viel Energie verleihen.<br />

Haben Sie auch Hobbys außerhalb<br />

des Surf- und Paddelsports?<br />

Eines meiner besten Hobbys ist<br />

E-Bike-Fahren. Einmal die Woche<br />

fahre ich von Kinsau über Hohenfurch<br />

in <strong>den</strong> Wald nördlich von Altenstadt<br />

bis nach Sachsenried und<br />

wieder zurück. <strong>Das</strong> ist ein tolles<br />

Erlebnis <strong>für</strong> Menschen in meinem<br />

Alter. Darüber hinaus male und<br />

zeichne ich sehr gerne. Aquarellieren<br />

will ich künftig wieder verstärkt<br />

in Angriff nehmen.<br />

Wo kommen Ihnen als Erfi nder und<br />

Designer die besten Ideen?<br />

Tatsächlich auch beim Radeln.<br />

Meistens, wenn ich mich oberhalb<br />

von Hohenfurch auf eine Bank setze<br />

mit Blick auf das Gebirge. Und im<br />

Flugzeug. Da nehme ich mir Bleistift<br />

und Papier, skizziere die Idee,<br />

fotografiere sie mit dem Handy ab<br />

und schon ist sie abgespeichert.<br />

Sie fliegen nach wie vor sehr viel.<br />

Stresst Sie das nicht?<br />

Eigenartigerweise habe ich überhaupt<br />

keine Probleme mit langen<br />

Flügen. Auch Zeitumstellungen<br />

machen mir nix aus. Im Januar,<br />

März, April und August war ich<br />

allein vier Mal in China, wo ich<br />

auch noch viele Inlandsflüge hatte.<br />

Kürzlich war ich auch in Portugal.<br />

Aber das macht mir nichts aus.<br />

Ganz im Gegenteil. <strong>Das</strong> ist <strong>für</strong> mich<br />

fast wie Urlaub. Allein das Essen in<br />

China ist ein Traum.<br />

Was erfi ndet Ernstfried Prade als<br />

nächstes?<br />

Ende dieses Jahres kommt ein<br />

vollkommen neues Windsurfing-<br />

Rigg auf <strong>den</strong> Markt, an dem ich<br />

seit drei Jahren mit einem Freund<br />

aus Berchtesga<strong>den</strong> arbeite. Es<br />

wird das erste Rigg ohne Masttasche<br />

sein. Ein Carbonmast, gebaut<br />

als Flügel, der viel leichter<br />

und windstabiler ist als bisherige<br />

Produkte. Darüber hinaus habe<br />

ich neulich einen Vertrag mit einer<br />

Produktionsfirma aus Portugal abgeschlossen<br />

– sie wer<strong>den</strong> von mir<br />

designte, aufblasbare Surf-Skier<br />

herstellen.<br />

Wird das die neue Mutter aller<br />

Trendsportarten?<br />

Im Rahmen eines Fotoshootings<br />

habe ich zu einem Holländer gesagt:<br />

Ich garantiere euch, in einigen<br />

Jahren fahren die Nordländer<br />

nicht mehr in die Berge zum<br />

Skifahren, sondern ziehen ihre<br />

Kurven mit aufblasbaren Wellenreit-Brettern<br />

im Meer. Der hat<br />

gesagt, dass ich spinne. Aber ich<br />

prognostiziere: <strong>Das</strong>s die Menschen<br />

eines Tages zu Hauf ins Meer gehen<br />

wer<strong>den</strong>, weil das ein super<br />

Sport ist.<br />

Abschließend noch ein Tipp <strong>für</strong> die<br />

Heimatverbun<strong>den</strong>en: Welche Seen<br />

in näherer Region empfehlen Sie<br />

zum Windsurfen?<br />

Ganz klar <strong>den</strong> Walchen- und <strong>den</strong><br />

Kochelsee. Dort herrscht nahezu<br />

immer eine zum Windsurfen geeignete<br />

Thermik. Und die Bergkulisse<br />

drumherum ist ohnehin ein<br />

Traum.<br />

js<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 13


„Dadurch fehlt uns ein wirtschaftlicher Umschlagplatz“<br />

Projekt Voralpenautobahn<br />

vor 40 Jahren gestorben<br />

Bis heute sichtbar: Aufschüttungen <strong>für</strong> das geplante<br />

Autobahnkreuz zwischen Antdorf und Penzberg.<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Es wäre das größte<br />

Straßenbauprojekt in der Geschichte<br />

Weilheim-Schongaus<br />

gewesen: Der Bau einer Voralpenautobahn,<br />

kurz A98. Vor ziemlich<br />

genau 40 Jahren ist dieses<br />

Vorhaben jedoch gestorben. „Die<br />

Gründe <strong>für</strong> die Aufgabe lagen im<br />

politischen Raum und waren eine<br />

Folge der Ölkrise sowie der damaligen<br />

Wachstumsprognosen“, sagt<br />

Josef Seebacher, Pressesprecher<br />

der Autobahndirektion Südbayern.<br />

Dabei waren die Planungen<br />

weitestgehend abgeschlossen,<br />

erste Maßnahmen bereits getroffen.<br />

Ein in Weilheim angestellter<br />

Polizist aus Peißenberg weiß von<br />

seinem Vater, „dass in unserem<br />

Wald zwischen Peißenberg und<br />

Böbing bereits Bäume <strong>für</strong> die<br />

Rodung markiert waren“. Florian<br />

Pfütze, damals noch Schüler, heute<br />

selbst Besitzer von Gut Achberg<br />

bei Oberhausen sagt: „Man glaubt<br />

gar nicht, wie oft meine Eltern und<br />

Großeltern Rotz und Wasser geheult<br />

haben.“ Zwölf Hektar Wald<br />

südlich seines Hofes hätten damals<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Bau der A98 weichen<br />

müssen. „Zwar hat es durchaus<br />

angemessene Ausgleichszahlungen<br />

gegeben, aber im Grunde<br />

sind meine Eltern und Großeltern<br />

enteignet wor<strong>den</strong>, da sie keine<br />

Chance hatten, sich gegen dieses<br />

Projekt und diese Trassenführung<br />

durch unseren Wald zu wehren.“<br />

Die Autobahn hätte das Gut und<br />

damit auch die Herzen der Besitzer<br />

in zwei Teile gerissen, was<br />

letztlich zwar nicht passierte.<br />

Aber: Einige Jahre, nachdem das<br />

Projekt A98 geplatzt war, konnte<br />

Florian Pfütze <strong>den</strong> Wald vom Staat<br />

zurückersteigern, um die alten Besitzverhältnisse<br />

wieder herzustellen.<br />

„Was ich natürlich gemacht<br />

habe.“ Gegen zwei Mitbietende<br />

von weiter auswärts musste er sich<br />

durchsetzen – ein Verlustgeschäft,<br />

das ihn viele schlaflose Nächte bereitet<br />

hat. Letztlich blieb sein und<br />

der Wald der Peißenberger von<br />

Rodungen verschont, was einige<br />

Kilometer weiter östlich nicht der<br />

Fall war.<br />

Rodung und Aufschüttung<br />

bei Penzberg<br />

Bei Penzberg und Antdorf wur<strong>den</strong><br />

im Zuge des Baus der A95 von<br />

München nach Garmisch-Partenkirchen<br />

Waldschneisen geschlagen<br />

und Rampen aufgeschüttet, um<br />

mittels Autobahnkreuz die A98 an<br />

die A95 anzuschließen. Diese von<br />

Gras bewachsene Kiesaufschüttung<br />

ist <strong>für</strong> Einheimische und aufmerksame<br />

Autofahrer bis heute deutlich<br />

erkennbar. Und nicht die einzige<br />

sichtbare Erinnerung an das Projekt<br />

„Voralpenautobahn“. In der<br />

Verkehrskarte „Deutschland Süd“,<br />

<strong>Ausgabe</strong> 1972 und 1973, ist die A98<br />

mit schwarz-gestrichelten Linien<br />

als „Trasse der Zukunft“ bereits eingezeichnet<br />

wor<strong>den</strong>. Aus dieser Verkehrskarte<br />

heraus lässt sich auch<br />

die geplante Streckenführung der<br />

Voralpenautobahn gut beschreiben.<br />

Sie hätte von Weil am Rhein<br />

bis zur A8 östlich des Irschenbergs<br />

führen sollen. Südlich von Kempten<br />

wurde sogar ein Teilstück realisiert,<br />

heißt heute A980. Und in Ba<strong>den</strong>-<br />

Württemberg gibt es nach wie vor<br />

heiße Diskussionen über einen Autobahnbau<br />

im Verlauf dieser A98,<br />

der laut Josef Seebacher jetzt in<br />

abgespeckter Form als B31 erfolgen<br />

soll. In Bayern hätte die Voralpenautobahn<br />

bei Wengen im Allgäu<br />

ihren Anfang genommen und sich<br />

südlich von Kempten und Marktoberdorf<br />

<strong>den</strong> Weg in Richtung Landkreis<br />

Weilheim-Schongau gebahnt.<br />

Der weitere Verlauf im Detail: Südlich<br />

am Fuße des Auerbergs sowie<br />

nördlich von Lechbruck und Steinga<strong>den</strong><br />

durch die „Butzau“, dann<br />

nördlich von Rottenbuch über die<br />

Ammerschlucht, recht knapp südlich<br />

von Böbing vorbei in Richtung<br />

Huglfing, dort südlich des Ortes<br />

weiter zwischen Obersöchering<br />

und Antdorf bis zu diesem halberrichteten<br />

Autobahnkreuz zwischen<br />

Antdorf und Penzberg, wo die<br />

Voralpenautobahn <strong>den</strong> Weilheim-<br />

Schongauer Landkreis wieder<br />

verlassen hätte und über Bad Tölz<br />

und Miesbach bis zur A8 verlaufen<br />

wäre.<br />

Wachstumsprognosen<br />

komplett daneben<br />

<strong>Das</strong>s das Projekt A98 auch aufgrund<br />

Wachstumsprognosen – der<br />

Verkehr würde in Zukunft eher abnehmen<br />

– platzte, ist aus heutiger<br />

Sicht nicht wirklich nachvollziehbar.<br />

Schließlich nahm das Verkehrsaufkommen<br />

die vergangenen<br />

Jahre und Jahrzehnte deutschlandweit<br />

nicht ab, sondern konstant<br />

und obendrein relativ deutlich zu.<br />

<strong>Das</strong> gilt auch <strong>für</strong> <strong>den</strong> Landkreis<br />

Weilheim-Schongau. Als Paradebeispiel<br />

dienen Verkehrszählungen<br />

an der B472. Die Bundesstraße<br />

verläuft ebenfalls parallel zu <strong>den</strong><br />

Alpen und gilt somit als eine Art


„abgespeckter Ersatz“ der Voralpenautobahn.<br />

Im Bereich Schongau<br />

befuhren diese Strecke im<br />

Jahre 1970 durchschnittlich 4 030<br />

Fahrzeuge pro Tag, 1990 waren<br />

es bereits 7 693 und 2010 stolze<br />

12 225! Im Bereich Peißenberg und<br />

Hohenpeißenberg waren es im<br />

Jahre 1990 schon 9 516 Fahrzeuge<br />

am Tag, 2015 durchschnittlich<br />

10 597. Und im Bereich Habach und<br />

Sindelsdorf? Dort hat sich das Verkehrsaufkommen<br />

auf der B472 von<br />

1990 bis 2015 in etwa verdoppelt –<br />

die Anzahl der Fahrzeuge pro Tag<br />

stieg in diesem Abschnitt von 6 414<br />

auf 12 385 an. Aktuellere Zahlen<br />

liegen dem staatlichen Bauamt<br />

Weilheim nicht vor. Wer allerdings<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

Landkreis regelmäßig per Pkw<br />

oder Lkw unterwegs ist weiß: Der<br />

Verkehr hat auch die vergangenen<br />

Jahre spürbar zugenommen. Insbesondere<br />

zu Stoßzeiten sind nicht<br />

nur die hiesigen Bundestraßen<br />

regelrecht verstopft – stockender<br />

Verkehr und damit verhältnismäßig<br />

lange Anfahrten sind die Folge.<br />

Speziell aus wirtschaftlicher Sicht<br />

wäre die Umsetzung der A98 sicherlich<br />

ein großer Segen. „Wenn<br />

wir in Richtung Schwarzwald<br />

wollen, müssen wir immer außen<br />

rumfahren“, sagt Dietmar<br />

Ahl, Vorsitzender des Unternehmerkreises<br />

Oberland, der die Infrastruktur<br />

an dieser Stelle weit<br />

über die Landkreisgrenzen hinaus<br />

betrachtet und feststellt: „Europaweit<br />

gesehen liegt Deutschland<br />

ziemlich genau im Zentrum,<br />

weshalb bundesweit an einigen<br />

Stellen große Umschlagplätze <strong>für</strong><br />

die Wirtschaft entstan<strong>den</strong> sind.“<br />

Als konkretes Beispiel nennt er<br />

riesige Speditionslager in und um<br />

Ulm. „Ein solcher Knotenpunkt<br />

fehlt dem Landkreis Weilheim-<br />

Schongau aufgrund einer fehlen<strong>den</strong><br />

Autobahnanbindung wie der<br />

damals geplanten A98.“ Ein weiteres<br />

regionales Problem, dass die<br />

Voralpenautobahn sicherlich gelöst<br />

hätte: Die zahlreichen Umgehungsstraßen,<br />

die oft kompliziert<br />

gebildet wer<strong>den</strong> mussten – oder in<br />

Zukunft gebildet wer<strong>den</strong> müssen.<br />

Stichwort „Umfahrung Weilheim“.<br />

Im Falle einer Autobahn mit „Stichen“<br />

zu <strong>den</strong> einzelnen Orten<br />

wären in Ahls Augen viele Umgehungsdiskussionen<br />

obsolet.<br />

Verkehrskarte mit A98<br />

bereits gedruckt<br />

Der Verkehrskarte aus 1972 und<br />

1973 nach hätten die Landkreisorte<br />

Steinga<strong>den</strong>, Rottenbuch, Huglfing<br />

und Iffeldorf beziehungsweise<br />

Penzberg eine Autobahnauf und<br />

-abfahrt bekommen. Fraglich<br />

bleibt, ob die A98 auch aus touristischer<br />

Sicht ein Segen wäre. Dietmar<br />

Ahl glaubt, „dass die Leute so<br />

oder so in unsere schöne Gegend<br />

kommen, dann lieber auf einer<br />

Linie als kreuz und quer“. Viele<br />

Landkreisbürger, die das verhältnismäßig<br />

ruhige Leben auf dem<br />

Land schätzen, sind dagegen froh,<br />

dass das Projekt im Jahre 1979 geplatzt<br />

ist. „Gott sei Dank wurde<br />

die Autobahn nicht gebaut, was<br />

meinen Sie, wie es hier bei uns<br />

zugehen würde“, so ein weitverbreiteter<br />

Tenor.<br />

<strong>Das</strong>s die Pläne der Voralpenautobahn<br />

40 Jahre später wieder<br />

ausgegraben wer<strong>den</strong>, ist trotz<br />

infrastrukturellen Vorteilen unrealistisch.<br />

„Allein aus Naturschutzgrün<strong>den</strong><br />

wäre es heutzutage unmöglich,<br />

ein solches Großprojekt<br />

umzusetzen“, sind sich Dietmar<br />

Ahl vom Unternehmerkreis Oberland,<br />

Josef Seebacher von der Autobahndirektion<br />

Südbayern sowie<br />

Florian Pfütze von Gut Achberg<br />

einig. Letzterer fügt noch an, „dass<br />

es damals schlichtweg andere Zeiten<br />

waren und der Mensch ganz<br />

klar an oberster Stelle stand –<br />

wenn der Staat gesagt hat, wir<br />

brauchen das, wurde es umgesetzt“.<br />

Rücksicht auf Tier- und Naturschutz<br />

nahm damals in der Tat<br />

kaum jemand. <strong>Das</strong>s heute genau<br />

das Gegenteil der Fall ist, wird von<br />

Naturliebhabern wohlwollend zur<br />

Kenntnis genommen. Während Gewerbetreibende<br />

sich sicherlich ein<br />

wenig ärgern, dass das Projekt Voralpenautobahn<br />

letztlich doch noch<br />

geplatzt ist. Allein die Vorstellung,<br />

in rund 15 Minuten von Steinga<strong>den</strong><br />

nach Penzberg zu kommen, ist <strong>für</strong><br />

viele ein Traum. Dadurch wür<strong>den</strong><br />

sich zahlreiche Betriebe viel Zeit<br />

und Geld sparen. Und auch <strong>für</strong><br />

Rettungskräfte wäre diese Verbindung<br />

ein Segen. Der ehemalige<br />

Leiter der Integrierten Leitstelle<br />

Oberland, Helmut Ochs, erzählte<br />

im großen Interview auf der Roten<br />

Couch vor knapp eineinhalb Jahren<br />

(März 2018), dass bei einem<br />

Unfall in Steinga<strong>den</strong> die Alarmglocken<br />

in der ILS sprichwörtlich<br />

doppelt läuten und oft von Haus<br />

aus die Luftrettung zusätzlich zum<br />

bo<strong>den</strong>gebun<strong>den</strong>en Rettungsdienst<br />

gerufen wird, weil der Ort in alle<br />

Richtungen betrachtet relativ weit<br />

von einem Krankenhaus entfernt<br />

liegt – egal ob Murnau, Weilheim,<br />

Schongau oder Füssen. Und die<br />

Straßen dorthin weit entfernt sind<br />

von einer doppel- oder gar dreispurigen<br />

Autobahn.<br />

js<br />

Unsere/Ihre neue<br />

Kanzlei<br />

GEORG<br />

STEUERBERATER<br />

SCHARF<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 15


Gärtnerhof Sonnenwurzel – eine solidarische Landwirtschaft<br />

Gesundes Biogemüse <strong>für</strong> Arm und Reich<br />

Reichling | Nördlich von Reichling<br />

heben sich zwei Hektar landwirtschaftliche<br />

Nutzfläche deutlich<br />

von <strong>den</strong> umliegen<strong>den</strong> Feldern ab.<br />

Ein 300 Quadratmeter großes Gewächshaus<br />

sticht sofort ins Auge.<br />

Drumherum befin<strong>den</strong> sich zahlreiche<br />

kleinere und größere Beete,<br />

genannt Blöcke. Einige davon<br />

sind nicht wie üblich geradlinig,<br />

sondern in Bögen angelegt. „Nach<br />

Energielinien“, erklärt Marcel<br />

Nussberger, 41, Gärtnermeister,<br />

Freigeist sowie Inhaber und Gründer<br />

des Gärtnerhofs Sonnenwurzel<br />

(www.sonnenwurzel.de). Auf<br />

seinem Areal im Freien baut er<br />

mit Mitarbeiterin Cécile, ebenfalls<br />

Gärtnermeisterin, so ziemlich alle<br />

Gemüse- und Kräutersorten an,<br />

die hier in der Region wachsen<br />

und gedeihen. Alles bio-zertifiziert,<br />

alles regional, alles saisonal.<br />

„Wir arbeiten sehr viel mit der<br />

Hand“, sagt Nussberger, der nur<br />

einen kleinen, sehr leichten Bulldog<br />

und auch nur wenige Maschinen<br />

besitzt, damit der Bo<strong>den</strong> so<br />

locker und fruchtbar wie nur möglich<br />

bleibt. „Natürlich ist das mit<br />

extrem viel schweißtreibender Arbeit<br />

verbun<strong>den</strong>.“ Aber Nussberger<br />

Marcel Nussberger begutachtet seine Kräuterpflanzen.<br />

und seinen Mitstreitern geht es<br />

um viel mehr als <strong>den</strong> Anbau und<br />

die Ernte von Gemüse. „Wie kann<br />

man es schaffen, Ideelles und<br />

Wirtschaftliches miteinander zu<br />

verschmelzen?“ Diese tiefgründige<br />

Frage stellte sich der Familienvater<br />

vor gut sechs Jahren, als ihm<br />

endgültig klar wurde, dass er mit<br />

seiner kleinen Gärtnerei, wie er<br />

sie bis 2013 betrieben hatte, nicht<br />

wirklich eine Familie ernähren<br />

kann. Daraus geboren ist letztlich<br />

ein ziemlich geniales und in der<br />

Region einzigartiges Projekt: Eine<br />

solidarische Landwirtschaft. Heißt:<br />

Menschen, die von Nussbergers<br />

Philosophie und Bioprodukten<br />

überzeugt sind, unterstützen ihn<br />

mit einem jährlichen Beitrag, bekommen<br />

im Gegenzug wöchentlich<br />

supergesundes und nährstoffreiches<br />

Bio-Gemüse direkt aus der<br />

Region. Wie viel Geld die Mitglieder<br />

beisteuern, „ist letztlich jedem<br />

selbst überlassen“. Schließlich<br />

sollen Arm und Reich gleichermaßen<br />

von gesun<strong>den</strong> Lebensmitteln<br />

aus der Region profitieren.<br />

Trotzdem muss Nussberger davon<br />

leben können, weshalb er großen<br />

Wert auf maximale Transparenz<br />

legt – einmal im Jahr lädt er alle<br />

Mitglieder zur großen Versammlung<br />

und rechnet vor, wie viel Geld<br />

er pro Jahr braucht, um vernünftig<br />

und in seinem Sinne arbeiten zu<br />

können.<br />

Verwendung<br />

hybridfreier Samen<br />

Aktuell sind es 90 Mitglieder, die<br />

sich diesem Projekt angeschlossen<br />

haben. Wer möchte, darf seine<br />

gewünschte Ware auf dem großen<br />

Feld eigenhändig ernten. Darüber<br />

hinaus kommen die Sonnenwurzel-Mitglieder<br />

über sogenannte<br />

Gemüse-Depots in Landsberg,<br />

Schondorf, Herrsching, Dießen,<br />

Weilheim und Reichling an ihre<br />

Ware – einmal wöchentlich wird<br />

dorthin das Frischgeerntete hingefahren.<br />

Die Liste der Arten und<br />

Sorten von Nussbergers Gemüse<br />

und Kräuter ist verdammt lang.<br />

Gurken, Tomaten, Zucchini, Salate,<br />

Karotten, Auberginen, Blumenkohl,<br />

Broccoli, Kohlrabi, Fenchel,<br />

Sellerie, Rhabarber, Kürbis,<br />

Spinat, Paprika, Pastinake, Rote<br />

Beete, Zwetschgen, Äpfel, Kartoffeln,<br />

zig verschie<strong>den</strong>e Kräuter.<br />

„Insgesamt sind es mindestens<br />

200 verschie<strong>den</strong>e Sorten“, sagt<br />

Nussberger, der ausschließlich<br />

hybridfreie Samen streut. „<strong>Das</strong> hat<br />

zwar <strong>den</strong> wirtschaftlichen Nachteil,<br />

dass das Gemüse etwas langsamer<br />

und eventuell auch nicht so<br />

üppig wächst wie im industriellen<br />

Gemüseanbau.“ Da<strong>für</strong> sei es gesünder,<br />

natürlicher und moralisch<br />

einwandfreier. „Wir verwen<strong>den</strong><br />

auch nur eigenes Saatgut oder<br />

Saatgut, das zu 100 Prozent von<br />

einem Bio-Betrieb stammt.“ Jungpflanzen<br />

wer<strong>den</strong> vom Sonnenwurzel-Team<br />

ebenfalls komplett<br />

eigenständig aufgezogen. Und das<br />

wohl Interessanteste: „Wir düngen<br />

unsere Pflanzen kaum, weil<br />

wir <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong> wachsen sehen<br />

wollen.“ <strong>Das</strong> wiederum zeigt sich<br />

deutlich beim Blick auf das zwei<br />

Hektar große Areal. Von Salat-,<br />

Karotten- oder Sellerie-Köpfen<br />

ist auf <strong>den</strong> ersten Blick wenig bis<br />

nix zu sehen, weil zwischen dem<br />

angebauten Gemüse jede Menge<br />

Unkraut in die Höhe sprießt.


„Aber genau das wollen wir so“,<br />

betont Nussberger ausdrücklich.<br />

Einerseits, weil dieses Unkraut<br />

zum Teil aus hochwertigen, schon<br />

fast vergessenen oder gar ausgestorbenen<br />

Pflanzen oder Kräutern<br />

besteht, die letztlich ebenfalls geerntet<br />

und an <strong>den</strong> Mann gebracht<br />

wer<strong>den</strong> können. Zum Beispiel die<br />

sogenannte Magentamelde, die<br />

Nussberger als „Urgroßvater des<br />

Spinats“ bezeichnet. Andererseits<br />

dient dieses Unkraut auch als idealer<br />

Naturdünger. „Wenn wir Beikraut<br />

jäten, wird es nicht gesammelt<br />

und entsorgt, sondern direkt<br />

an der Stelle des Ausrisses wieder<br />

abgelegt, wo es auf kurz oder lang<br />

zu nährstoffreicher Erde wird.“<br />

Hagelscha<strong>den</strong> wie<br />

Stich ins Herz<br />

Die meisten Mitglieder vom Sonnenwurzel-Projekt<br />

sind vollends<br />

überzeugt von Nussbergers Arbeit<br />

und Philosophie. Auch sein engeres<br />

Umfeld in Reichling oder um<br />

seinen Wohnort in Wessobrunn<br />

sind begeistert von der Idee und<br />

dem Konzept einer solidarischen<br />

Landwirtschaft. „Aber natürlich<br />

gibt es auch die, die <strong>den</strong> Kopf<br />

schütteln und absolut kein Verständnis<br />

haben <strong>für</strong> das sicherlich<br />

auch verrückte Projekt von uns.“<br />

Marcel Nussberger war noch nie<br />

der Typ, der sich nur des Geldes<br />

wegen gedankenlos einem System<br />

unterordnet. Deshalb wird er<br />

auch in Zukunft an seinem „Baby“<br />

Salatpflänzchen, die später auf dem großem Feld gedeihen.<br />

festhalten. Geplant ist die Erweiterung<br />

des Gemüse- und Kräuteranbaus<br />

auf einer zweiten Fläche<br />

über ebenfalls zwei Hektar. Darüber<br />

hinaus wünscht er sich inständig,<br />

dass die Solidargemeinschaft<br />

von 90 auf 120 Mitglieder<br />

anwächst. Denn bei allem Idealismus<br />

– noch ist Marcel Nussberger<br />

froh, wenn er am Jahresende in<br />

etwa die schwarze Null schreiben<br />

kann. Speziell heuer wird dieses<br />

Ziel wohl kaum zu erreichen<br />

sein. Dieses heftige Gewitter um<br />

Pfingsten mit Tennnisballgroßen<br />

Hagelkörnern hat sein Feld nahezu<br />

komplett zerstört. „Obwohl wir<br />

mittlerweile viel nachgesät haben<br />

und es verhältnismäßig wieder<br />

ganz or<strong>den</strong>tlich aussieht, wer<strong>den</strong><br />

wir wohl mit einem Ernteausfall<br />

von 50 bis 60 Prozent rechnen<br />

müssen.“ Für Nussberger, seine<br />

Frau und Mitarbeiterin Cécile ist<br />

diese Tatsache wie ein Stich ins<br />

Herz. „Aktuell fällt es uns echt<br />

schwer, klaren Kopf zu bewahren<br />

und unseren alltäglichen Aufgaben<br />

nachzugehen.“ Denn Ideen,<br />

das Projekt weiter voranzutreiben,<br />

hat Marcel Nussberger zu Hauf.<br />

Der Verein Sonnenwurzel e.V. <strong>für</strong><br />

angewandte Permakultur und Naturschutz<br />

wurde bereits gegründet.<br />

Die Vergrößerung der Anbaufläche<br />

ist fest eingeplant. Künftig<br />

noch mehr Schulklassen auf seine<br />

Felder locken, ist ihm ein wichtiges,<br />

bildungspolitisches Anliegen.<br />

Und natürlich auch ein wichtiger<br />

Schritt, noch mehr Menschen von<br />

seinem biozertifizierten Gemüse<br />

nördlich von Reichling zu begeistern.<br />

js<br />

www.boeglmueller.com<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 17


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Bernbeuren | Lang ist es her, dass<br />

am Auerberg die legendären Bergrennen<br />

stattfan<strong>den</strong>. Von 1967 bis<br />

1987 wur<strong>den</strong> hier insgesamt 21<br />

Rennen auf dem schwäbischen<br />

Rigi ausgetragen. Rennwagen und<br />

Motorräder rangen um die besten<br />

Zeiten, während sie die drei Kilometer<br />

lange Bergstrecke bewältigten.<br />

Der sagenumwobene Auerberg,<br />

1 055 Meter hoch gelegen,<br />

bildet eine historische Kulturlandschaft<br />

zwischen dem Allgäu im<br />

Westen und dem oberbayerischen<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> im Osten. Von Bernbeuren<br />

verläuft die Stichstraße bis<br />

kurz unterhalb des Gipfels. Vor<br />

dem Hintergrund seiner berauschen<strong>den</strong><br />

Aussicht und dem interessanten<br />

Streckenverlauf versprach<br />

er <strong>den</strong> Rennfahrern wie auch <strong>den</strong><br />

Besuchern, die zu jenen Zeiten in<br />

Massen kamen, Spannung pur.<br />

Die historischen Auerbergrennen<br />

wur<strong>den</strong> von einer Renngemeinschaft<br />

des Motorsportclubs Kaufbeuren,<br />

Marktoberdorf und Schongau<br />

durchgeführt. Es war immer<br />

ein großes Ereignis <strong>für</strong> Bernbeuren,<br />

in dem das Fahrerlager aufgebaut<br />

war und das als Startort<br />

fungierte. Hunderte von Fahrern<br />

und Tausende von Besuchern erlebten<br />

am Auerberg packen<strong>den</strong><br />

Motorsport, der vor über 30 Jahren<br />

endete.<br />

1. Auerberg Klassik<br />

im Jahr 2017<br />

Nach 30 Jahren gründeten schließlich<br />

sieben Bernbeurer einen<br />

Verein, um das Auerbergrennen<br />

wieder aufleben zu lassen. Für<br />

<strong>den</strong> 15. bis 17. <strong>September</strong> 2017<br />

setzte man die Veranstaltung an,<br />

zu der historische Motorräder bis<br />

Baujahr 1979 mit ihren Fahrern<br />

die Hauptrolle spielen sollten. Wie<br />

Vereinsvorstand, Hermann Köpf,<br />

betont, „wollten wir die Auerberg<br />

Klassik in bestimmtem Rhythmus<br />

wieder in Bernbeuren installieren.“<br />

Alle Beteiligten wie Anlieger,<br />

Grundbesitzer und Pächter sowie<br />

Gemeinderäte und Vereine eine<br />

wur<strong>den</strong><br />

gleich in die ersten Gespräche<br />

eingebun<strong>den</strong>. „Bei der neuen<br />

n<br />

Veranstaltung sollte es nicht mehr<br />

um das Fahren auf Zeit, sondern<br />

um einen Gleichmäßigkeitswett-<br />

itsw<br />

etttbewerb<br />

gehen“, erklärt Hermann<br />

Köpf.<br />

„Die Begeisterung und Überals<br />

Organisatoren<br />

vom Erfolg des<br />

Events<br />

überzeugt waren, beflügelte<br />

lte<br />

zeugung, mit der wir<br />

uns“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende.<br />

Schließlich h<br />

musste<br />

ste<br />

das Teilnehmerfeld zusammen-<br />

mengestellt,<br />

Platz <strong>für</strong> das Fahrerlager<br />

geschaffen, die Verpflegung durch<br />

die örtlichen Vereine und die<br />

organisatorischen Notwendigkeiten<br />

wie die Unterbrin-<br />

ri<br />

n-<br />

gung der Gäste sichergeestellt<br />

wer<strong>den</strong>. Doch am 15.<br />

<strong>September</strong> war es dann<br />

soweit. Bei acht Grad Celsius<br />

und Dauerregen war das<br />

Fahrerlager von historischen sch<br />

Motorrädern und seinen n Fahrern<br />

und Fahrerinnen gefüllt<br />

lt<br />

und am Sonntag darauf, auf,<br />

zum<br />

Rennen, kam die Sonne zum Vorschein.<br />

Und mit ihr säumten rund<br />

7000 (!) Besucher die Strecke, die<br />

auf <strong>den</strong> Tag genau 50 Jahre vorher<br />

zum allerersten Auerbergrennen<br />

im Jahr 1967 ebenso abgesperrt<br />

war. Wie damals breitete sich historische<br />

Rennatmosphäre aus, als<br />

sich 163 nostalgische Motorräder<br />

und Seitenwagen, von <strong>den</strong>en keines<br />

weniger als 38 Jahre zählte,<br />

auf <strong>den</strong> malerischen Weg zum<br />

Gipfel machten. Bergkönig 2017<br />

wurde der aus Immenstadt<br />

mens<br />

stammende mend<br />

Ali Kaba<br />

auf einer Honda<br />

CBX 1000. 00. Er<br />

war<br />

schon in<br />

<strong>den</strong><br />

1980er<br />

Jahren<br />

beim<br />

Auerberg-<br />

ergrennen<br />

am Start<br />

und schaffte mit<br />

der<br />

unglaublich geringen<br />

Zeitdifferenz<br />

eren<br />

enz<br />

von 0,07<br />

07<br />

Se-<br />

18 | altlandkreis


Liebevoll restaurierte t Oldtimer wird es jede Menge zu sehen geben.<br />

kun<strong>den</strong> aus <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Wertungsläufen<br />

<strong>den</strong> Gesamtsieg.<br />

Auf dem Bernbeurer Marktplatz<br />

fand zeitgleich ein Oldtimer-Treffen<br />

<strong>für</strong> Autos und Motorräder statt, zu<br />

<strong>den</strong>en sich seltene Ausstellungsfahrzeuge<br />

des<br />

BMW-Museums<br />

Muse<br />

ums<br />

München und des Motorsportmu-<br />

rtmu<br />

seums Hockenheim gesellten. ellt<br />

lten<br />

en. Vie-<br />

le der<br />

Besucher fühlten sich in ihre<br />

Jugend zurückversetzt und waren<br />

in stilechter ter Kleidung und<br />

mit<br />

zeitgemäßen Frisuren erschienen.<br />

n.<br />

Bei dem begleiten<strong>den</strong> eite<br />

en „Best-<br />

Dressed-Wettbewerb“ sed-<br />

rb“<br />

gewannen<br />

die<br />

Träger und<br />

Trägerinnen nen der origiinellen<br />

en Kleidung attraktive<br />

tive<br />

Preise.<br />

e.<br />

Foto: Hermann Köpf<br />

Schließlich hallte das Presseecho<br />

im Herbst 2017 quer durch Europa:<br />

„The hills are alive“, titelte<br />

die größte englische Motorrad-<br />

Zeitschrift „Motor Cycle News“.<br />

Und das französische Motorrad-<br />

Fachmagazin „Café Racer“ schickte<br />

neun<br />

Hochglanzseiten hinterher<br />

und schwärmte ebenfalls von der<br />

„Wiederbelebung el<br />

ebu der berühmten<br />

Motorradfahrten te auf <strong>den</strong> Auerberg“.<br />

Und<br />

so begeistert wie die<br />

Medien en berichteten, so euphorisch<br />

war auch<br />

das<br />

Echo in der Auerberggemeinde.<br />

geme<br />

Vom 13. bis 15.<br />

<strong>September</strong> em <strong>2019</strong><br />

„Natürlich freuen wir uns über <strong>den</strong><br />

Erfolg, <strong>den</strong> wir mit der ersten Aus-<br />

gabe<br />

der<br />

Auerberg Klassik hatten.<br />

<strong>Das</strong> stellt lt uns<br />

aber auch vor ein<br />

kleines Problem: Es wollen mehr<br />

Fahrer mit<br />

ihren Maschinen dabei<br />

sein. Bis zum Ende der Meldefrist<br />

hatten wir<br />

über 300 Anmeldungen“,<br />

erklärt Herman Köpf. Für<br />

die zweite <strong>Ausgabe</strong> des historischen<br />

Spektakels wer<strong>den</strong> aber<br />

nur 200 0 Fahrzeuge nach einer<br />

Vorauswahl zur Teilnahme<br />

zugelassen. Damit stellen<br />

die Veranstalter sicher,<br />

dass Rennfahrzeuge mit<br />

Historie bevorzugt wer-<br />

<strong>den</strong> können. Am zweiten<br />

Wochenende im <strong>September</strong><br />

– vom 13. bis 15. – ist<br />

es heuer wieder soweit. „Viele der<br />

Maschinen, die an <strong>den</strong> Start gehen<br />

wer<strong>den</strong>, wer<strong>den</strong> eine Augenweide<br />

<strong>für</strong> die Besucher, <strong>für</strong> Technikfreaks<br />

und Oldtimerfans“, verspricht<br />

Herman Köpf, der mit seinen Mitstreitern<br />

bereits wieder in die<br />

Planungen und Organisation des<br />

Events vertieft ist. „Außerdem versprechen<br />

die zwei Wertungsläufe,<br />

die jeder Fahrer und jede Fahrerin<br />

absolvieren muss, Spannung, weil<br />

er, beziehungsweise sie, bei der<br />

zweiten Runde so nah wie möglich<br />

an die Zeit der ersten herankommen<br />

muss.“ Bereits am Freitag,<br />

13. <strong>September</strong>, können ab 14 Uhr<br />

die Fahrerlager direkt neben der<br />

Auerberghalle bewundert wer<strong>den</strong>.<br />

Start der Rennen ist sowohl am<br />

Samstag, 14. <strong>September</strong>, als auch<br />

Sonntag, 15. <strong>September</strong>, ab 9 Uhr.<br />

Buntes Rahmenprogramm<br />

in Bernbeuren<br />

Auf dem Marktplatz der Auerberggemeinde<br />

wer<strong>den</strong> die Besucher<br />

der Auerberg-Klassik mit kulinarischen<br />

Köstlichkeiten verwöhnt.<br />

Die Bernbeurer Vereine sind mit<br />

Schmankerlstän<strong>den</strong> vertreten und<br />

bewirten die Gäste. Wie vor zwei<br />

Jahren findet auch heuer wieder<br />

ein ‚Best-Dressed‘-Wettbewerb<br />

statt. All jene, die sich im Stil vergangener<br />

Zeiten zwischen <strong>den</strong><br />

1920er und 1970er Jahren klei<strong>den</strong>,<br />

erhalten ermäßigten Eintritt und<br />

auf die Bestgekleideten warten<br />

wieder attraktive Preise – im Rahmen<br />

einer Party mit Live-Band am<br />

Samstagabend, 14. <strong>September</strong>, ab<br />

20 Uhr in der Auerberghalle wer<strong>den</strong><br />

die besten Kostüme prämiert.<br />

Auf dem Anwesen am Marktplatz 8<br />

können außerdem Bergrenner in<br />

einer Motorrad-Ausstellung bestaunt<br />

wer<strong>den</strong>. Die Präsentation<br />

mit exquisiten Leihgaben bekannter<br />

Museen und privater Sammler<br />

– sowohl Samstag als auch<br />

Sonntag von 9 bis 19 Uhr – lässt<br />

das Herz so manchen Bikers höher<br />

schlagen.<br />

hun<br />

Foto: Sébastien Nunes<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 19


<strong>Das</strong> Erfolgsrezept des EC Peiting<br />

Familiäres Umfeld und<br />

professionelle Strukturen<br />

Peiting | Seit Jahrzehnten behauptet<br />

sich der EC Peiting in Deutschlands<br />

dritthöchster Spielklasse,<br />

setzt sich ein ums andere Mal<br />

gegen Oberliga-Vereine aus wesentlich<br />

größeren Städten mit wesentlich<br />

höherer Finanzkraft durch.<br />

Noch beeindruckender: Knapp die<br />

Hälfte des Peitinger Kaders besteht<br />

aus Spielern, die im hauseigenen<br />

Nachwuchs ausgebildet wur<strong>den</strong>.<br />

Mit Florian Hechenrieder und Andreas<br />

Magg im Tor, mit Maximilian<br />

Söll, Alexander Winkler, Fabian<br />

Weyrich und Tim Rohrbach in der<br />

Verteidigung sowie Steven Wagner<br />

und Dominik Krabbat im Sturm gehören<br />

aktuell sogar acht waschechte<br />

Peitinger zum Stamm der ersten<br />

Mannschaft. Hinzu kommen mit<br />

Thomas Heger (Sturm) und Manuel<br />

Bartsch (Verteidigung) aus Schongau,<br />

mit Simon Maier (Sturm)<br />

aus Bad Bayersoien sowie mit<br />

Wahl-Peitinger Florian Stauder<br />

(Sturm) aus ursprünglich Garmisch-Partenkirchen<br />

vier weitere<br />

Spieler aus direkter Umgebung.<br />

„Für uns sind so viele Spieler aus<br />

der Region und aus dem eigenen<br />

Nachwuchs natürlich super“, sagt<br />

Thomas Zeck, 38, seit 2018 Vorsitzender<br />

des EC Peiting und selbst<br />

14 Spielzeiten <strong>für</strong> die Herren aktiv<br />

auf dem Eis. Er kennt die DNA des<br />

Vereins wie kaum ein zweiter. Auf<br />

die Frage nach dem Erfolgsrezept<br />

eines im Grunde kleinen Dorfvereins?<br />

„Ganz entschei<strong>den</strong>d ist in<br />

Peiting das familiäre Umfeld, in<br />

dem sich die Spieler pudelwohl<br />

fühlen.“ Paradebeispiel hier<strong>für</strong>:<br />

Verteidiger Brad Miller, USA, Spieler<br />

der Oberliga-Saison 2018/<strong>2019</strong><br />

und zugleich einer der wenigen<br />

Vollprofis im Kader des EC Peiting.<br />

Er hatte mehrere lukrative Angebote<br />

vorliegen, könnte ohne weiteres<br />

eine, womöglich auch zwei Liegen<br />

höher spielen und dort das Doppelte<br />

verdienen. Doch er entschied<br />

sich erneut <strong>für</strong> die „Wohlfühloase“<br />

Peiting, verzichtet da<strong>für</strong> auf viel<br />

Geld. „Von einem Spieler wie ihm<br />

erwarten wir natürlich, dass er voran<br />

geht und Akzente setzt“, sagt<br />

Thomas Zeck. Trotzdem sei es keine<br />

Selbstverständlichkeit, ihn behalten<br />

zu können.<br />

Hauptamtliche<br />

Nachwuchstrainer<br />

Familiäres Umfeld allein reicht<br />

jedoch nicht aus, um mit nur wenigen<br />

Vollprofis im Kader konstant<br />

im oberen Oberliga-Drittel zu<br />

stehen. Die Basis des Erfolgs: Professionelle<br />

Strukturen, beginnend<br />

im Nachwuchs. Inzwischen leistet<br />

sich der EC Peiting 14 Nachwuchstrainer<br />

<strong>für</strong> sieben Teams, darunter<br />

zwei hauptamtliche. Unter anderem<br />

engagieren sich <strong>für</strong> die U7, U9,<br />

U11, U13, U15, U17 und U20 auch<br />

aktive Herrenspieler und Ex-Profis<br />

wie Anton Saal als Trainer der U7,<br />

Andreas Magg als Torwart-Trainer,<br />

Markus Gleich als Trainer der U15<br />

oder Fabian Weyrich als Co-Trainer<br />

der U20. Sie alle sind ausgestattet<br />

mit dem Trainerschein. „Und<br />

natürlich absolute Vorbilder, auf<br />

die unsere Kinder, Schüler und<br />

Jugendlichen aufschauen“,<br />

sagt Thomas Zeck. Trainiert<br />

wird im Nachwuchs zwei bis<br />

drei Mal die Woche, hinzu kommen<br />

Turniere oder ein bis zwei<br />

Spiele an <strong>den</strong> Wochenen<strong>den</strong>. Wie<br />

viele <strong>den</strong> Sprung letztlich in die<br />

Herrenmannschaft schaffen? „In<br />

ganz guten Jahren maximal zehn<br />

Prozent, eher weniger“, sagt Thomas<br />

Zeck. <strong>Das</strong> klingt zunächst ernüchternd<br />

und zeigt zugleich, wie<br />

schwierig der letzte Sprung aus der<br />

Deutschen Nachwuchsliga (DNL)<br />

<strong>für</strong> U20-Junioren in die Oberliga-<br />

Mannschaft ist. Verhältnismäßig<br />

bringt der EC Peiting jedoch erstaunlich<br />

viele Spieler auf dieses<br />

hohe Level. Allen voran daran gemessen,<br />

dass mit Schongau und<br />

Peißenberg zwei weitere Vereine<br />

in unmittelbarer Nachbarschaft<br />

liegen, viele potentiell gute Spieler<br />

allein aufgrund ständiger Fahrerei<br />

gar nicht erst auf die Idee kommen,<br />

von Beginn an die Schlittschuhe <strong>für</strong><br />

Peiting ing zu schnüren. n. „Wer<br />

beispielsweise i i im Landkreis Landsberg<br />

Eishockey spielen möchte, hat<br />

im Grunde nur eine Anlaufstelle, in<br />

Weilheim-Schongau gibt es drei“,<br />

so Thomas Zeck über die Tatsache,<br />

dass viele andere Vereine die<br />

einzige Anlaufstelle weit und breit<br />

sind, somit mehr Spieler zur Auswahl<br />

haben und damit die Chance<br />

steigt, noch mehr potentielle Profis<br />

zu formen.<br />

Trotzdem kann verhältnismäßig<br />

kein anderer Oberligist mit dem<br />

EC Peiting in Sachen „Erfolg mit<br />

wenigen finanziellen Mitteln und<br />

eigenem Nachwuchs“ mithalten.<br />

„Wenn man allein die Größe des<br />

Ortes mit knapp 12000 Einwohnern<br />

in Betracht zieht und dann noch die<br />

Anzahl der vereinseigenen Spieler<br />

in unserer ersten Mannschaft aufzählt,<br />

fällt mir kein vergleichbarer<br />

Verein ein“, bekräftigt Thomas<br />

Zeck. Dazu gehört auch eine gesunde<br />

Beschei<strong>den</strong>heit der Vereinsverantwortlichen.<br />

Platz vier bis sechs<br />

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wurde <strong>für</strong> <strong>2019</strong>/2020 als Saisonziel<br />

ausgegeben. „Wir setzen uns keine<br />

utopischen Ziele, sondern versuchen<br />

vielmehr, unsere jungen<br />

Spieler weiterzuentwickeln“, sagt<br />

Thomas Zeck. Gefragt ist hier<strong>für</strong> viel<br />

Disziplin, Lei<strong>den</strong>schaft, Glück, Gesundheit<br />

und Trainingsfleiß. „Aber<br />

auch gezielte Belastungssteuerung,<br />

wo<strong>für</strong> Coach Sebastian Buchwieser<br />

und sein Team, dazu gehören auch<br />

unsere Physiotherapeuten und<br />

Ärzte, viel mit <strong>den</strong> Spielern kommunizieren<br />

und sich nach deren<br />

Fitness- und Gesundheitszustand<br />

erkundigen.“ Heißt: Wenn die Leiste<br />

bei zwei, drei Spielern zwickt,<br />

wird am Dienstag nur Gymnastik<br />

gemacht. Insgesamt trainiert die<br />

Erste des EC Peiting vier Mal die<br />

Woche. Am Wochenende wird zwei<br />

Mal gespielt. Speziell <strong>für</strong> Nicht-<br />

Profis ist dieser Rhythmus enorm,<br />

schließlich üben sie alle einen Vollzeitjob<br />

aus, studieren oder besuchen<br />

eine Schule. „Es gibt Spieler,<br />

die unterbrechen ihre Spätschicht,<br />

trainieren rund eine Stunde und<br />

arbeiten danach wieder weiter“,<br />

sagt Thomas Zeck. Urlaube wer<strong>den</strong><br />

ohnehin so gelegt, dass sie gut zum<br />

Spielplan passen. Und trotzdem<br />

kommt es regelmäßig vor, dass<br />

Spieler am Montagmorgen gegen<br />

6 Uhr von einem Auswärtsspiel<br />

zurückkommen und um 7 Uhr zur<br />

Arbeit gehen. „Natürlich versuchen<br />

die Spieler im Bus zu schlafen, aber<br />

das funktioniert nicht ansatzweise<br />

so gut wie zuhause im Bett“, erinnert<br />

sich Thomas Zeck nur zu gut<br />

an ECP-Spiele in Rostock oder im<br />

niederländischen Tilburg. Kurzum:<br />

Was insbesondere die Nicht-Profis<br />

während einer Eishockeysaison in<br />

der Oberliga leisten, ist nicht hoch<br />

genug einzuschätzen.<br />

Testspiel gegen<br />

die Mammuts<br />

> > > DERBY-KARTEN ZU GEWINNEN<br />

Saisonstart mit <strong>den</strong> Neuzugängen<br />

Nardo Nagtzaam, 29, aus Holland,<br />

Maximilian Schäffler vom EV Kaufbeuren<br />

sowie Youngster Liam Hättinen<br />

ist heuer am 27. <strong>September</strong><br />

um 19.30 Uhr zuhause gegen die<br />

EV Lindau Islanders. Bis dahin wer<strong>den</strong><br />

fünf Testspiele bestritten. Unter<br />

anderem am 21. <strong>September</strong> um 17<br />

Uhr zuhause gegen die EA Schongau.<br />

„<strong>Das</strong> hat es seit 15 Jahren nicht<br />

mehr gegeben“, sagt Thomas Zeck.<br />

Ein Grund <strong>für</strong> die wenigen Nachbarschaftsduelle<br />

war sicherlich der<br />

Niveau-Unterschied. „In Testspielen<br />

versuchst du in der Regel immer<br />

gegen höherklassigere Vereine<br />

zu spielen, um dich weiterzuentwickeln.“<br />

Trotzdem freut sich der<br />

Vorsitzende riesig auf einen „tollen<br />

Abend mit vielen Freun<strong>den</strong> und<br />

Fans aus der Nachbarschaft, zumal<br />

sich viele Spieler auf dem Eis aus<br />

früheren Zeiten kennen“. In der Tat<br />

spielen bei <strong>den</strong> Mammuts zahlreiche<br />

ehemalige Nachwuchsspieler<br />

des EC Peiting – es sind die, die<br />

<strong>den</strong> letzten Sprung in die Oberliga-<br />

Mannschaft, oft auch aus privaten<br />

und beruflichen Zeitgrün<strong>den</strong>, nicht<br />

ganz geschafft haben. Für <strong>den</strong><br />

schnellsten Mannschaftssport der<br />

Welt jedoch genauso brennen wie<br />

Hechenrieder, Winkler, Weyrich,<br />

Rohrbach und Co.<br />

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Für das Testspiel EC Peiting vs. EA Schongau mit anschließender<br />

Spielervorstellung des ECP verlost Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“<br />

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Surfen auf Bayerisch<br />

Mundartabend mit<br />

bayerischer Stubenmusik<br />

Rottenbuch | Unter dem Titel „Allrhand Duranand“<br />

findet am Donnerstag, 3. <strong>Oktober</strong>, im Rathaussaal<br />

Rottenbuch eine literarisch-musikalische<br />

Abendveranstaltung ganz besonderer Art<br />

statt. Der Peitinger Autor Hans Schütz liest Texte<br />

aus seinen Mundartbüchern, aber auch Texte,<br />

die noch nicht veröffentlicht wur<strong>den</strong> – und<br />

zwar im Ostallgäuer Dialekt seines Geburtsortes<br />

Lechbruck. Mit seinen pfiffigen und oftmals<br />

hintergründigen Texten zeigt der ehemalige<br />

Mittelschullehrer auf, dass Mundart auch im<br />

Jahr <strong>2019</strong> ihren Platz hat. Nicht zuletzt, weil<br />

im Dialekt so manches deutlich auf <strong>den</strong> Punkt<br />

gebracht wer<strong>den</strong> kann. Musikalisch<br />

umrahmt wird das<br />

Gelesene von original bayerischer<br />

Stubenmusik, gespielt<br />

von der Rudersauer Saitenmusik<br />

namens ns „Schwobs<br />

Drei“. Beginn bei<br />

freiem Eintritt ist<br />

um 20 Uhr.<br />

js<br />

Songs in the Night<br />

Altenstadt | Bereits<br />

zum vierten Mal lädt<br />

die Pfarreiengemeinschaft<br />

Altenstadt zu<br />

„Songs in the Night“<br />

in die örtliche Basilika.<br />

Es handelt sich<br />

um ein Konzert der<br />

besonderen Art, weil<br />

passend zu Musik<br />

und Gesang das Innere<br />

der historisch<br />

wertvollen Kirche mit<br />

verschie<strong>den</strong>en Farbspielereien ausgeleuchtet<br />

wird. Auftreten wird heuer am Samstag, 12.<br />

<strong>Oktober</strong>, der Gospel Chor der <strong>Pfaffenwinkel</strong> Realschule<br />

unter der Leitung von Sabine Braun.<br />

Unter dem Motto „one in him“ drehen sich Liederauswahl<br />

und Impulse rund ums Thema „Gemeinschaft“.<br />

Nähere Informationen onen hält die<br />

Internetseite www.pg-altenstadt.de<br />

bereit. Beginn bei freiem Eintritt t ist<br />

um 20 Uhr.<br />

js<br />

SUP von „Godfather of Mistral“ zu gewinnen!<br />

Kinsau | Ernstfried Prade aus<br />

Kinsau sitzt diesmal auf unserer<br />

„Roten Couch“. Der Erfinder,<br />

Designer und ehemalige<br />

Windsurfer hat 1974 die Firma<br />

„Mistral“ mitgegründet. Bis<br />

heute designt er <strong>für</strong> das weltweit<br />

bekannte Unternehmen<br />

Surfbretter, Kajaks und SUPs in<br />

allen Größen und Variationen.<br />

Eines davon können Sie, liebe Leser, nun gewinnen.<br />

Es handelt sich um das aufblasbare Stand-<br />

Up-Paddle-Board „Adventure – Edition Line“, das<br />

dank einer brandneuen Technologie nur 7,2 zwei<br />

Kilogramm wiegt. Ausgeliefert wird das blauweiß-graue<br />

Schmuckstück mit<br />

Hand-Luftpumpe und rollbarem<br />

Rucksack <strong>für</strong> bequemen<br />

Transport zum Gewässer Ihrer<br />

Wahl. Was wir von Ihnen, liebe<br />

Leser, <strong>für</strong> <strong>den</strong> SUP-Gewinn<br />

verlangen? Schicken Sie uns<br />

bis 15. <strong>September</strong> Ihr atemberaubendstes,<br />

lustigstes, kuriosestes<br />

oder verrücktestes Wassersportfoto<br />

„ever“ an „altlandkreis“, Birkland 40,<br />

in 86971 Peiting. Oder per E-Mail an info@altlandkreis.de.<br />

<strong>Das</strong> Foto, das der „altlandkreis“-<br />

Jury am ehesten zusagt, gewinnt! Wir<br />

freuen uns schon.<br />

js<br />

22 | altlandkreis


Kindertheater im Kulze<br />

Schwabniederhofen | Ein Theaterstück mit Schauspiel, Puppenspiel<br />

und Originaltext der gleichnamigen Buchvorlage: Eltern und<br />

Kinder ab drei Jahren dürfen sich freuen auf „Für Hund und Katz<br />

ist auch noch Platz“. Es wird gezeigt am Samstag, 28. <strong>September</strong>,<br />

um 16 Uhr im Kulze in Schwabniederhofen.<br />

Und zwar von Kindertheatermacher Achim<br />

Sonntag aus Wengen im Allgäu, der dieses<br />

Stück eigentlich nur als Geschichte<br />

vorlesen möchte. Doch als er das<br />

Riesenbuch, das auf der Bühne steht,<br />

aufschlägt, ist plötzlich die Hexe aus<br />

dem ersten Bild verschwun<strong>den</strong> und<br />

nur noch ihre Silhouette zu sehen.<br />

So<br />

bleibt Achim Sonntag nichts anders<br />

übrig, als selbst in die Rolle der Hexe zu<br />

schlüpfen. Die liest im Laufe ihrer Reise einen<br />

Hund, einen Vogel und einen Frosch auf. Ob der<br />

Besen dieser Last gewachsen ist? Erwachsene zahlen<br />

acht, Kinder fünf Euro Eintritt.<br />

js<br />

Alles funkelt, alles glitzert –<br />

2. Schongauer Wein-Nacht<br />

Schongau | Nach der erfolgreichem Premiere im vergangenen Jahr<br />

wird es auch heuer am Freitag, 11. <strong>Oktober</strong>, eine Schongauer Wein-<br />

Nacht des SPD Ortsvereins geben. Wie bereits 2018 sind sowohl<br />

Bürger aus Schongau als auch aus <strong>den</strong> umliegen<strong>den</strong> Gemein<strong>den</strong><br />

ins Jakob-Pfeiffer-Haus eingela<strong>den</strong>. Für <strong>den</strong> unterhaltsamen Teil<br />

sorgen die Partyband „Tohuwabohu“, die Comapany der Ballettschule<br />

sowie Conny Färe und Emma Ginär. Zudem wird es ein weiteres<br />

kleineres Kabarettstück geben, bei dem Daniel Blum in eine<br />

Rolle schlupfen wird. Der SPD-Ortsvorsitzende gehört mit Regina<br />

Haug, Kerstin und Ludwig Hahn, Esther Laue und Ivette Filoni zum<br />

Organisationsteam, welches darüber hinaus die Weinkarte um<br />

<strong>den</strong> einen oder anderen Tropfen erweitert hat. „Trotz des erweiterten<br />

Show-Programms anlässlich des 100-jährigen Jubiläums<br />

unseres Ortsvereins haben wir so viel Zeit wie möglich <strong>für</strong> Musik<br />

und Tanz offen gelassen, damit es <strong>den</strong> Zuschauern nicht langweilig<br />

wird auf <strong>den</strong> Stühlen“, verspricht Blum, der gleichzeitig das<br />

diesjährige Motto ausgibt: „Alles funkelt, alles glitzert.“ Blum und<br />

seine Kollegen freuen sich auf eine völlig unpolitische Feier und<br />

einen hoffentlich ausverkauften Saal. Karten können unter daniel.<br />

blum@spd-schongau.de oder<br />

08861 / 9336028 reserviert und<br />

dann an der Abendkasse abgeholt<br />

und bezahlt wer<strong>den</strong>. Einlass<br />

ist ab 18 Uhr, die<br />

Show beginnt um 19<br />

Uhr.<br />

tis<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 23


Besuchen Sie die<br />

Krankenhaus GmbH auf der<br />

Oberland-Ausstellung (Halle G)<br />

Neue Endoskopie am Weilheimer Krankenhaus<br />

„Direkt am Wohnort –<br />

besser geht’s nicht“<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

Weilheim / Schongau | <strong>Das</strong> Gastroenterologische<br />

Zentrum Weilheim-<br />

Schongau hat im Zuge der Umbau-<br />

und Sanierungsarbeiten eine<br />

neue Endoskopie im Krankenhaus<br />

Weilheim erhalten. Hier arbeitet<br />

das Gastroenterologie-Team unter<br />

der Leitung von Dr. Jochen Dresel,<br />

Chefarzt der Inneren Medizin am<br />

Krankenhaus Schongau. „Für die<br />

Versorgung der Weilheimer Bevölkerung<br />

und des Umlandes ist<br />

die Endoskopie eine enorme Verbesserung<br />

und sichert gleichzeitig<br />

eine wohnortnahe Versorgung der<br />

Patienten“, so Dresel. Die neue<br />

Endoskopie umfasst zwei Untersuchungsräume<br />

mit modernster<br />

Aufbereitung, einen Aufwachraum,<br />

einen großzügigen Stützpunkt im<br />

Wartebereich <strong>für</strong> die Patienten sowie<br />

einen Mitarbeiteraufenthalt.<br />

Die Bauzeit betrug neun Monate,<br />

die Fördersumme seitens des Bayrischen<br />

Staates belief sich auf 1,8<br />

Millionen Euro.<br />

Schwerpunkt<br />

Aufbereitung und Hygiene<br />

Endoskopie Weilheim v.l.n.r.: Christine Geiger (Sekretariat), Berenike<br />

Vogel (Endoskopie), Dr. Jochen Dresel (Leiter), Martina Faßl (Endoskopie),<br />

Dr. Christina Pusatko (Oberärztin), Tanja Klotz (Oberärztin), Andrea<br />

Groß (Endoskopie) und Andrea Immersperger (Endoskopie). Nicht auf<br />

dem Bild: Dr. Matilde Spampatti.<br />

Die Hygiene gilt in der neuen Endoskopie<br />

als oberstes Gebot, es<br />

herrschen hier die allerhöchsten<br />

Standards. Gerade deshalb wurde<br />

die Aufbereitung neu konfiguriert,<br />

Reinigungsgeräte sind mittlerweile<br />

speziell auf die endoskopischen Instrumente<br />

zugeschnitten.<br />

Rund 5 000 Untersuchungen wer<strong>den</strong><br />

im Gastroenterologischen<br />

Zentrum Weilheim-Schongau pro<br />

Jahr vorgenommen. Die Patienten<br />

je<strong>den</strong> Alters sind bei dem erfahrenen<br />

Personal bestens aufgehoben,<br />

zudem wer<strong>den</strong> alle gastroenterologischen<br />

Krankheitsbilder<br />

in <strong>den</strong> Krankenhäusern Weilheim<br />

und Schongau behandelt. Hier<strong>für</strong><br />

stehen modernste endoskopische<br />

Untersuchungstechniken und Therapiemöglichkeiten<br />

zur Verfügung.<br />

<strong>Das</strong> umfassende Spektrum beinhaltet<br />

Krankheiten von der Speiseröhre<br />

bis zum Darm.<br />

Da die Gastroenterologie ein zentraler<br />

Bereich der Inneren Medizin<br />

ist, der mehrere Organsysteme<br />

umfasst, gibt es zahlreiche Berührungspunkte<br />

zu anderen Fachabteilungen<br />

und ermöglicht so eine<br />

interdisziplinäre Zusammenarbeit<br />

mit diesen. Eine enge Kooperation<br />

wird etwa im Bauchzentrum<br />

praktiziert, welches unter der gemeinsamen<br />

Leitung von Prof. Dr.<br />

Dr. h.c. Reinhold Lang, Chefarzt der<br />

Allgemeinchirurgie und Dr. Jochen<br />

Dresel steht. Von der Aufnahme<br />

bist zur Nachsorge erfolgt alles in<br />

sorgfältig abgestimmter Zusammenarbeit<br />

zwischen Viszeralchirurgie<br />

und Gastroenterologie. Dieses<br />

Vorgehen ermöglicht kurze Entscheidungswege<br />

und damit eine<br />

schnelle Therapie.<br />

Der Weg<br />

ins Krankenhaus<br />

Im Normalfall fin<strong>den</strong> Patienten <strong>den</strong><br />

Weg in das Gastroenterologische<br />

Zentrum über niedergelassene<br />

Ärzte. Häufig aber auch über die<br />

Notaufnahme, wenn plötzlich Magenschmerzen,<br />

Schluckbeschwer<strong>den</strong><br />

oder Blutungen auftreten.<br />

So auch Matthias Wiedemann, 53


Jahre alt, direkt aus Weilheim. „Es<br />

war Samstagabend gegen 23 Uhr,<br />

als Herr Wiedemann und ich uns<br />

kennenlernten“, erinnert sich Chefarzt<br />

Dr. Jochen Dresel an diesen Tag<br />

im November und merkt an: „Ein<br />

typischer Notfall, allerdings von<br />

der heftigen Sorte.“ Matthias Wiedemann<br />

wurde mit akuten Blutungen<br />

im Magenbereich eingeliefert.<br />

Einen Tag zuvor war ihm, wie er<br />

rückblickend berichtet, der Kreislauf<br />

zusammengeklappt. Nachdem<br />

er allerdings bei grippalen Infekten<br />

häufiger mit dem Kreislauf zu<br />

kämpfen hatte, vermutete er zunächst<br />

nichts Schlimmeres. Dramatischer<br />

wurde es am kommen<strong>den</strong><br />

Tag: Kurz nach dem Einschlafen<br />

verspürte er einen Hustenreiz, hatte<br />

anschließend die ersten Tropfen<br />

Blut in der Hand. Jedoch war er<br />

auch hier noch nicht beunruhigt,<br />

hatte er doch kurz zuvor noch einen<br />

Früchtetee getrunken. Er schlief<br />

also nochmals ein, ehe er aufgrund<br />

eines erneuten Hustenreizes<br />

wieder aufwachte und letztlich das<br />

ganze Ausmaß erkannte – aus <strong>den</strong><br />

paar Tropfen wurde eine unübersehbare<br />

Menge Blut.<br />

Eine kritische<br />

Situation<br />

Matthias Wiedemanns Ehefrau<br />

verständigte sofort <strong>den</strong> Rettungsdienst,<br />

der nach knapp drei Minuten<br />

eintraf. „Ab diesem Zeitpunkt<br />

weiß ich nichts mehr“, beschreibt<br />

er die Situation, die Dr. Jochen<br />

Dresel auch hinterher als „äußerst<br />

kritisch“ einschätzt. Ein Problem:<br />

Für die notwendige Endoskopie<br />

musste Matthias Wiedemann sediert<br />

wer<strong>den</strong>. Da sein Kreislauf<br />

allerdings bereits im Keller war,<br />

mussten zunächst kreislaufstabilisierende<br />

Medikamente und eine<br />

Intubation in die Wege geleitet<br />

wer<strong>den</strong>. Andernfalls wäre Blut in<br />

die Lunge gelangt, was zwangsläufig<br />

zu einer Lungenentzündung<br />

geführt hätte – Aspirationspneumonie<br />

lautet das Fachwort hier<strong>für</strong>.<br />

Da bei Matthias Wiedemann relativ<br />

schnell klar war, woher die Blutungen<br />

stammen – was bei venösen<br />

oder arteriellen Blutungen aufgrund<br />

der Blutmengen nicht immer<br />

der Fall ist – konnten unmittelbar<br />

lebensrettende Maßnahmen<br />

eingeleitet wer<strong>den</strong>. Nach gut einer<br />

Stunde war Matthias Wiedemanns<br />

Zustand wieder stabil. Zwei Tage<br />

lag er anschließend auf der Intensivstation<br />

im künstlichen Koma.<br />

Sein erstes „Rollator-Rennen“ lieferte<br />

er sich fünf Tage nach seiner<br />

Einlieferung, nach insgesamt zehn<br />

Tagen durfte er das Krankenhaus<br />

wieder verlassen. Übermäßig<br />

aufpassen muss er seither nicht,<br />

nimmt eine Magenschutz-Tablette<br />

und etwas <strong>für</strong> <strong>den</strong> Blutdruck. „Die<br />

größeren Probleme sind mental“,<br />

sagt er und erinnert sich dabei an<br />

diesen Novemberabend, als ihn<br />

seine Frau vor dem Badezimmer-<br />

Spiegel auffangen musste, das war<br />

das letzte, was er mitbekommen<br />

hatte. Muss er heute husten, blickt<br />

er instinktiv in seine Hand.<br />

Regelmäßig zur Kontrolle<br />

im Krankenhaus<br />

Zunächst alle paar Wochen, mittlerweile<br />

in größeren Abstän<strong>den</strong>,<br />

kommt Matthias Wiedemann zur<br />

Kontrolle ins Weilheimer Krankenhaus,<br />

etwa zu Magenspiegelungen.<br />

Stets ambulant, sollte allerdings<br />

etwas nicht wie gewünscht verlaufen,<br />

bleibt er auch mal stationär.<br />

„Gott sei Dank war es nie mehr so<br />

akut“, sagt er spürbar erleichtert.<br />

Über mehrere Sitzungen wurde bei<br />

dem Patienten im Verlauf da<strong>für</strong> gesorgt,<br />

dass die Blutung nicht mehr<br />

auftreten kann. Grundsätzlich gibt<br />

es in der Endoskopie ein breites<br />

Arsenal an Metho<strong>den</strong> der Butstillung,<br />

etwa durch Metallklammern<br />

oder Fibrinkleber. <strong>Das</strong> hängt von<br />

Art der Blutung, Vorerkrankungen<br />

sowie Alter des Patienten ab. „<strong>Das</strong><br />

Schöne ist, dass wir technisch alles<br />

zur Verfügung haben und das Team<br />

das auch alles beherrscht“, so Dr.<br />

Jochen Dresel. Während es also <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Patienten verständlicherweise<br />

eine hochdramatische Situation<br />

war, ist es <strong>für</strong> Dr. Jochen Dresel,<br />

der seit 20 Jahren Endoskopien<br />

durchführt, und sein Team Routine.<br />

Neben <strong>den</strong> 5 000 Untersuchungen,<br />

die pro Jahr im Gastroenterologischen<br />

Zentrum Weilheim-Schongau<br />

vorgenommen wer<strong>den</strong>, sind<br />

es jährlich über 600 Blutungen,<br />

jedoch nicht immer so heftig wie in<br />

Mattias Wiedemanns Fall.<br />

Entspannte Atmosphäre<br />

trägt zur Genesung bei<br />

Matthias Wiedemann erinnert sich<br />

verständlicherweise nur ungern<br />

an die Zeit auf der Intensivstation<br />

zurück. „Ich habe<br />

nicht vor, mich daran<br />

zu gewöhnen“, sagt er<br />

heute. Spätestens ab<br />

dem Zeitpunkt, als er<br />

auf die Station verlegt<br />

wurde, habe er sich im<br />

Krankenhaus Weilheim<br />

rundum wohl gefühlt.<br />

„Bei Dr. Dresel war<br />

ich in jeder Hinsicht<br />

gut aufgehoben. Nicht<br />

Rund 5 000 Untersuchungen<br />

wer<strong>den</strong> pro Jahr im Gastroenterologischen<br />

Zentrum Weilheim-<br />

Schongau durchgeführt. Zumeist<br />

mit dem Endoskop (rechts).<br />

nur medizinisch, auch menschlich.“<br />

Auch jetzt, wenn er wieder<br />

zur Kontrolle zu Gast ist, schätzt er<br />

besonders die entspannte Atmosphäre<br />

– der eine oder andere Lacher<br />

mit <strong>den</strong> Mitarbeiter darf dabei<br />

nicht fehlen. Zudem lobt Matthias<br />

Wiedemann das Zeitmanagement<br />

in der Endoskopie: „Da warte ich<br />

bei anderen Ärzten deutlich länger.“<br />

Obwohl er zukünftig selbstverständlich<br />

zumindest längere<br />

Krankenhaus-Aufenthalte gerne<br />

vermei<strong>den</strong> würde, kann er das<br />

Krankenhaus Weilheim voll und<br />

ganz empfehlen: „Und alles direkt<br />

am Wohnort – besser geht es<br />

nicht.“<br />

tis<br />

> > >KONTAKT<br />

Sekretariat<br />

Gastroenterologisches Zentrum<br />

Christine Geiger, Renate Rohrmoser,<br />

Franziska Schnelzer<br />

Telefon: 08861 / 215-454<br />

Telefax: 08861 / 215-138<br />

E-Mail: gastrozentrum@kh-gmbh-ws.de<br />

Wieder gesund: Matthias<br />

Wiedemann mit Martina<br />

Faßl und Dr. Jochen Dresel,<br />

Leiter des Gastroenterologischen<br />

Zentrums.<br />

Die Notaufnahme ist an bei<strong>den</strong> Standorten<br />

24 Stun<strong>den</strong> an 365 Tagen im Jahr <strong>für</strong> Sie da!<br />

Telefon Weilheim 0881 / 188-0<br />

Telefon Schongau 08861 / 215-0<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 25


Besuchen Sie die<br />

Krankenhaus GmbH auf der<br />

Oberland-Ausstellung (Halle G)<br />

Umfangreiches Leistungsspektrum in Schongau und Weilheim<br />

Die Wirbelsäule –<br />

das Zentrum der Gesundheit<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

Schongau / Weilheim | Im Dezember<br />

2008 wurde Dr. Florian Soldner<br />

Chefarzt der neu geschaffenen<br />

Klinik <strong>für</strong> Wirbelsäulenchirurgie<br />

am Krankenhaus Schongau. Seit<br />

2015 verstärkt Dr. Bernd Höpfl,<br />

ebenso Facharzt <strong>für</strong> Neurochirurgie,<br />

als leitender Oberarzt<br />

das Team um Dr. Soldner. Im<br />

„altlandkreis“-Interview blicken<br />

die bei<strong>den</strong> Mediziner auf die letzten<br />

Jahre zurück, verraten, was sie<br />

sich <strong>für</strong> die Zukunft wünschen und<br />

geben Tipps, was jeder Einzelne<br />

<strong>für</strong> seine Wirbelsäule tun kann.<br />

Dr. Soldner, seit über zehn Jahren<br />

sind Sie nun Chefarzt der Klinik <strong>für</strong><br />

Wirbelsäulenchirurgie in Schongau.<br />

Wie zufrie<strong>den</strong> sind Sie mit der bisherigen<br />

Entwicklung?<br />

Dr. Florian Soldner: Der Anfang alleine<br />

war zunächst nicht ganz einfach.<br />

<strong>Das</strong> Instrumentarium musste<br />

neu angeschafft und das Personal<br />

angelernt wer<strong>den</strong>. Die Operationszahlen<br />

sind über die Jahre immer<br />

angestiegen. Außerdem hat<br />

die Schwere der Eingriffe zugenommen.<br />

Mittlerweile haben wir<br />

ein großes Einzugsgebiet. Auch<br />

die Zusammenarbeit mit einigen<br />

Reha-Kliniken funktioniert sehr<br />

gut. Seit 2015 können wir zudem<br />

die Neuronavigation nutzen: Ein<br />

computergestütztes Steuerungsgerät,<br />

das uns zeigt wie wir zielgenau<br />

Schrauben setzen können<br />

und mit dem wir uns am Patienten<br />

in Regionen orientieren, die wir<br />

selbst mit Röntgen nicht einsehen<br />

können. Mit Dr. Bernd Höpfl war<br />

es möglich, neue Techniken wie<br />

Nahezu alle Operationen im Wirbelsäulenbereich wer<strong>den</strong> unter dem<br />

Mikroskop durchgeführt. Eine filigrane Tätigkeit, die eine Menge Erfahrung<br />

voraussetzt.<br />

die Endoskopie hier anzubieten.<br />

Eine sehr gute Zusammenarbeit<br />

besteht mit der Schmerztherapie<br />

im Krankenhaus Schongau.<br />

Alles in allem bin ich mit der<br />

Entwicklung der Abteilung sehr<br />

zufrie<strong>den</strong>.<br />

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotential?<br />

Dr. Soldner: Es ist das Ziel, die<br />

Wirbelsäulenchirurgie in Weilheim<br />

weiter auszubauen. Die Herausforderung<br />

besteht darin, in<br />

bei<strong>den</strong> Krankenhäusern eine fachärztlich<br />

gute Versorgung <strong>für</strong> Wirbelsäulenpatienten<br />

anzubieten.<br />

Bisher wurde schwerpunktmäßig<br />

in Schongau operiert. <strong>Das</strong> soll sich<br />

jetzt ändern. Diesbezüglich besteht<br />

bereits eine Filialpraxis am<br />

Krankenhaus Weilheim.<br />

Dr. Höpfl, Sie sind derzeit häufig in<br />

Weilheim.<br />

Dr. Bernd Höpfl: Ich habe dort am<br />

Mittwochnachmittag mit der Filialsprechstunde<br />

begonnen. Die<br />

Sprechzeiten wer<strong>den</strong> wir sukzessive<br />

ausbauen. Zur Schmerztherapie<br />

nehmen wir Einspritzungen an der<br />

Wirbelsäule (Infiltrationen) vor.<br />

Wir operieren in Weilheim und<br />

betreuen die Patienten auf <strong>den</strong><br />

Stationen.<br />

Rückenschmerzen nehmen in der<br />

Bevölkerung deutlich zu. Warum?<br />

Dr. Soldner: Bedingt durch <strong>den</strong><br />

demografischen Wandel sehen<br />

wir vermehrt ältere Patienten, die<br />

entsprechend häufiger Wirbelsäulenerkrankungen<br />

aufweisen.<br />

Zudem wird die Diagnostik <strong>für</strong> die<br />

Patienten zugänglicher, vor allem<br />

die Kernspintomographie. So wer<strong>den</strong><br />

zum Beispiel bei dieser präzisen,<br />

strahlenfreien Untersuchung<br />

vermehrt auffällige Befunde festgestellt,<br />

oft ohne jegliche Relevanz.<br />

Patienten wer<strong>den</strong> hierbei<br />

erheblich verunsichert. Es bedarf<br />

unbedingt einer fachärztlichen<br />

Beratung durch einen Wirbelsäulenspezialisten,<br />

der dann die weiteren<br />

Behandlungsmöglichkeiten,<br />

sofern erforderlich, einleitet.<br />

Dr. Höpfl: Wir operieren zum Beispiel<br />

nur einen kleinen Teil der<br />

Bandscheibenvorfälle, die wir<br />

Dr. Bernd Höpfl


„Ziel ist immer, dass es dem Patienten langfristig gut geht!" Genau da<strong>für</strong> arbeitet das Team in der Klinik <strong>für</strong><br />

Wirbelsäulenchirurgie um Chefarzt Dr. Florian Soldner (4.v.l.) und Oberarzt Dr. Bernd Höpfl (5.v.l.).<br />

sehen. Wenn wir einen Patienten<br />

operieren, haben wir zuvor mindestens<br />

fünf Patienten gesehen,<br />

die wir nicht operieren müssen.<br />

Gibt es weitere Gründe, warum die<br />

Zahlen zunehmen?<br />

Dr. Höpfl: <strong>Das</strong> liegt auch daran,<br />

dass die Versorgung von Patienten<br />

mit Wirbelsäulenlei<strong>den</strong> besser<br />

gewor<strong>den</strong> ist. Die Möglichkeit,<br />

eine Kernspintomographie zu<br />

bekommen ist heute wesentlich<br />

einfacher. Auch ist die Erwartungshaltung<br />

angestiegen, sich<br />

fachärztlich frühzeitig behandeln<br />

zu lassen und möglichst schnell<br />

schmerzfrei zu wer<strong>den</strong>. Gerade im<br />

Alter ist die Schmerzfreiheit durch<br />

einen kleinen Eingriff — Infiltration<br />

oder kleine Operation — eine<br />

Möglichkeit, schnell wieder aktiv<br />

zu wer<strong>den</strong>.<br />

Welche Vorzüge hat die Krankenhaus<br />

GmbH in der Wirbelsäulenchirurgie?<br />

Dr. Soldner: Kleine Krankenhäuser<br />

haben <strong>den</strong> riesigen Vorteil gegenüber<br />

großen Einrichtungen, dass<br />

die Patientenversorgung durch ein<br />

kleines Team erfolgt. So sehen wir<br />

die Patienten vor der Operation,<br />

während des stationären Aufenthalts,<br />

nach der Operation und auch<br />

langfristig in unserer Praxis. Außerdem<br />

ist es <strong>für</strong> die Selbstkontrolle<br />

<strong>für</strong> uns Ärzte ganz wichtig, die<br />

Patienten langfristig zu begleiten.<br />

Rückenschmerzen hatte vermutlich<br />

jeder schon einmal. Wann gehe ich<br />

zum Arzt?<br />

Dr. Soldner: Erste Anlaufstelle ist<br />

der Hausarzt. Dieser weiß, dass bei<br />

bestimmten Symptomen eine fachärztliche<br />

Behandlung erforderlich<br />

ist. Alarmzeichen <strong>für</strong> <strong>den</strong> Patienten<br />

zum Arzt zu gehen sind Schwäche<br />

oder Taubheitsgefühl an Armen<br />

oder Beinen. Auch „Ischias-artige“<br />

Schmerzen gehören dazu. Hier<br />

sollte ebenfalls immer eine neurologische<br />

Untersuchung erfolgen.<br />

Präventive Maßnahmen sind ...<br />

Dr. Höpfl: Die Wirbelsäule ist das<br />

Zentrum des Bewegungsapparates,<br />

der um die Wirbelsäule herum<br />

aufgebaut ist. Wie es dem<br />

Menschen gesundheitlich geht,<br />

so geht es auch der Wirbelsäule.<br />

Man muss sich generell fit halten,<br />

oft genug bewegen, sollte kein relevantes<br />

Übergewicht haben. Ein<br />

Trugschluss ist es, zu <strong>den</strong>ken, Sport<br />

sei nur in jungen Jahren wichtig.<br />

Dabei sollte man sich umso mehr<br />

um seinen Körper kümmern, je älter<br />

man wird. Veranlagung spielt<br />

auch eine Rolle. Aber: Die Lebensführung<br />

übertrumpft eine ungünstige<br />

Veranlagung um einiges. Ein<br />

Mensch, der gesund lebt und regelmäßig<br />

seinen Sport macht, ist<br />

sicherlich fitter als ein geborener<br />

Athlet, der nur Computerspiele<br />

spielt und 30 Kilo zu viel wiegt.<br />

Ein Geheimtipp?<br />

Dr. Soldner: Die Bewegung muss<br />

Spaß machen, das ist das A und O.<br />

Ob man schwimmt, joggt, Fahrrad<br />

fährt, ist Ermessensache. Wichtig<br />

ist, einmal am Tag richtig ins<br />

Schwitzen zu kommen, egal bei<br />

was. So kann man etwa <strong>den</strong> Weg<br />

zur Arbeit zu Fuß gehen, laufen<br />

oder mit dem Fahrrad fahren. Jede<br />

Möglichkeit zur Bewegung sollte<br />

genutzt wer<strong>den</strong>. Und eine gesunde<br />

Ernährung ist wichtig.<br />

Die meisten Operationen wer<strong>den</strong><br />

mit dem Mikroskop durchgeführt –<br />

eine besonders fi ligrane Tätigkeit.<br />

Dr. Höpfl: Jede chirurgische Tätigkeit<br />

ist anspruchsvoll. Der Beruf<br />

des Neurochirurgen ist dadurch<br />

geprägt, dass man besonders fein<br />

arbeiten muss und hierzu eben<br />

das Mikroskop benutzt.<br />

Haben Sie Be<strong>den</strong>ken, in einem solch<br />

sensiblen Bereich wie der Wirbelsäule<br />

etwas kaputt zu machen?<br />

Dr. Soldner: Es ist wichtig, Respekt<br />

zu haben bei dem was wir<br />

tun. Dadurch, dass wir das Mikroskop<br />

benutzen und ein Gefühl<br />

entwickeln, wie wir mit einem<br />

Nerv umgehen, ist die Komplikationsrate<br />

gering. Wir operieren<br />

schonend, weil wir uns stets bewusst<br />

sind, was man einem Nerv<br />

zumuten kann. Wir haben sehr<br />

feine Instrumente.<br />

Obwohl Weilheim und Schongau<br />

eher kleine Krankenhäuser sind, ist<br />

das Leistungsspektrum außergewöhnlich.<br />

Dr. Höpfl: Die Patienten wer<strong>den</strong><br />

täglich von einem Facharzt gesehen.<br />

Außerdem haben wir die<br />

diagnostischen Möglichkeiten,<br />

auf die es ankommt. Wir bekommen<br />

beispielsweise unsere<br />

Kernspin-Diagnostik sehr schnell.<br />

Oft am gleichen, spätestens am<br />

nächsten Tag. Zudem ist im Notfall<br />

rund um die Uhr ein Neurochirurg<br />

verfügbar, was bei einem<br />

Kreiskrankenhaus nicht üblich ist.<br />

Im Notfall besteht sogar die Möglichkeit,<br />

lebensrettende Operationen<br />

am Schädel durchzuführen,<br />

wenn etwa Blutungen im Schädel<br />

auftreten. Hier kann im Einzelfall<br />

eine Verlegung in ein anderes<br />

Krankenhaus zu lange dauern.<br />

Dr. Soldner: <strong>Das</strong> „kleine“<br />

Krankenhaus<br />

bietet zudem die<br />

Möglichkeit der kurzen<br />

Wege. Man ruft<br />

<strong>den</strong> Chef der Chirurgie<br />

oder Gefäßchirurgie<br />

an, wenn <strong>für</strong><br />

eine Operation ein<br />

bestimmter Zugang<br />

benötigt wird, zum Beispiel durch<br />

<strong>den</strong> Bauch, die Lunge, oder die<br />

Flanke. <strong>Das</strong> interdisziplinäre Arbeiten<br />

klappt hier sehr gut.<br />

Wie sieht es generell mit dem konservativen<br />

Angebot aus?<br />

Dr. Höpfl: Wir haben in bei<strong>den</strong><br />

Krankenhäusern in Weilheim und<br />

Schongau ein gutes konservatives<br />

Angebot. Die Patienten ohne<br />

neurologische Ausfälle wer<strong>den</strong><br />

in der Regel zuerst konservativ,<br />

etwa durch Physiotherapie oder<br />

Analgetika, behandelt. Wir selbst<br />

bieten verschie<strong>den</strong>e direkte Infiltrationen<br />

an der Wirbelsäule an.<br />

Dr. Soldner: Es ist positiv, bei einem<br />

öffentlichen Krankenhausträger<br />

keinen Druck zur Steigerung<br />

der OP-Zahlen zu haben. Wir freuen<br />

uns, wenn wir einem Patienten<br />

ohne Operation helfen können.<br />

Unser Ziel ist immer, dass es dem<br />

Patienten langfristig gut geht. tis<br />

> > >KONTAKT<br />

Dr. Florian Soldner<br />

Klinik <strong>für</strong> Wirbelsäulenchirurgie<br />

Telefon Schongau: 08861 / 215-266<br />

Telefon Weilheim: 0881 / 188-8421<br />

Telefax: 08861 / 215-566<br />

E-Mail: neurochirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 27


Schwabsoier Feuerwehr feiert 150-Jähriges<br />

Jubiläum, Jugendgruppe<br />

und neues Fahrzeug<br />

Schwabsoien | Mit 48 aktiven Mitgliedern,<br />

zwei Fahrzeugen und<br />

einem kleinen Anhänger zählt die<br />

Freiwillige Feuerwehr Schwabsoien<br />

zu <strong>den</strong> kleinsten Wehren in<br />

der Region. Auch die Anzahl an<br />

Einsätzen ist überschaubar. Und<br />

<strong>den</strong>noch sind die Freiwilligen im<br />

ehemaligen Mühlendorf unverzichtbar.<br />

Allen voran bei Einsätzen<br />

in und um Schwabsoien selbst, wo<br />

die Männer und Frauen um Kommandant<br />

Norbert Schmid stets die<br />

ersten am Unfall- oder Brandort<br />

sind. Unfallstelle absichern, Erste<br />

Hilfe leisten, Feuer bekämpfen.<br />

Jeder Einsatz schreibt seine eigene<br />

Geschichte. Und weil in 150 Jahren<br />

Feuerwehr jede Menge Geschichten<br />

zusammenkommen, hat sich<br />

der Historische Kreis um Juditha<br />

Wolf an die Arbeit gemacht und<br />

eine 128 Seiten starke Chronik zu<br />

„150 Jahre Freiwillige Feuerwehr<br />

Schwabsoien“ herausgebracht.<br />

Allein der alten Schwarz-Weiß-<br />

Bilder wegen lohnt sich ein Blick<br />

in dieses Geheft. Zu sehen sind<br />

beispielsweise Fotos vom ersten<br />

Feuerwehrhaus, von uralten Urkun<strong>den</strong><br />

und Bauarbeiten, aber<br />

auch von Umzügen, Versammlungen,<br />

Feierlichkeiten sowie Übungen<br />

und Einsätzen. Dazwischen<br />

viel Text mit interessanten Anekdoten,<br />

die noch viel älter sind als<br />

der Verein. Zum Beispiel aus dem<br />

Jahre 1669, als „die Wirtschaft des<br />

Mathias Kiening“ niederbrannte,<br />

dank viel Schnee auf <strong>den</strong> Dächern<br />

jedoch alle Nachbarhäuser gerettet<br />

wer<strong>den</strong> konnten. Offiziell gegründet<br />

wurde der Verein der Freiwilligen<br />

Feuerwehr Schwabsoien<br />

letztlich am 1. Juni 1869 mit exakt<br />

zehn Mitgliedern. Zum damaligen<br />

Inventar zählte: Eine Druckspritze<br />

auf vier Rädern, zwei große Pickel,<br />

vier Dachhaken, zwei Gurte, 100<br />

Meter Schläuche, eine Schubleiter<br />

mit Seil, vier Rettungsseile mit<br />

Karabiner, drei Signalhörner samt<br />

Notenbücher, ein Stahlrohr, sechs<br />

Dachleitern, acht Messinghelme<br />

sowie eine Signalhupe.<br />

Aktive Frauen<br />

sind erwünscht<br />

Seither hat sich technisch und personell<br />

viel verändert. Der Verein<br />

zählt insgesamt 137 Mitglieder. Zu<br />

<strong>den</strong> 48 Aktiven im Alter zwischen<br />

17 und 60 gehören erfreulicherweise<br />

auch zwei Frauen. Und in<br />

Zukunft wird es sogar eine eigene<br />

Jugendgruppe geben. Fünf rührige,<br />

rund 14-jährige Burschen<br />

haben beim vergangenen Tag der<br />

offenen Türe sprichwörtlich Feuer<br />

gefangen, wer<strong>den</strong> der Soier Wehr<br />

noch in diesem Jahr beitreten.<br />

„Wobei wir uns natürlich freuen<br />

wür<strong>den</strong>, wenn sich noch mehr<br />

Nachwuchskräfte fin<strong>den</strong> lassen“,<br />

so Kommandant Norbert Schmid<br />

mit einem kleinen Aufruf, damit<br />

die Zukunft der Schwabsoier Feuerwehr<br />

langfristig gesichert ist.<br />

Denn aktuell sieht er seine Wehr<br />

im Verhältnis zu 1300 Einwohnern<br />

(mit Sachsenried) recht or<strong>den</strong>tlich<br />

aufgestellt. Und auch das Drumherum<br />

ist dank erfreulicher Unterstützung<br />

der Gemeinde zufrie<strong>den</strong>stellend.<br />

<strong>Das</strong> Feuerwehrhaus im<br />

Dorfzentrum mit großer Garage,<br />

Stüberl, Küche und Schulungsraum<br />

lässt keine Wünsche offen.<br />

Der Fuhrpark wird spätestens ab<br />

Anfang 2020 auf modernstem<br />

Stand sein – neben einem recht<br />

neuwertigen Löschgruppenfahr-<br />

28 | altlandkreis


Einen Brand verhindert: Die Schwabsoier Wehr bei einem Verkehrsunfall.<br />

zeug, das bestens ausgestattet<br />

ist zur Brandbekämpfung, wird<br />

das 35 Jahr alte Tanklöschfahrzeug<br />

durch einen neuen Lkw ersetzt.<br />

„Wir bekommen einen Gerätewagen<br />

Logistik, ein auf dem Markt<br />

relativ neues Modell, das dank<br />

Wechselcontainern mit unterschiedlichen<br />

Ausstattungen sehr<br />

flexibel einsetzbar ist.“ Norbert<br />

Schmid schwärmt an dieser Stelle<br />

und freut sich schon auf die Übungen<br />

mit diesem neuen Fahrzeug.<br />

Routine<br />

durch Übung<br />

Bis zu 18 Übungen stehen <strong>für</strong> die<br />

Freiwilligen Feuerwehr-Männer<br />

und -Frauen Schwabsoiens jährlich<br />

auf dem Programm. „Je nach<br />

dem, ob wir an einer Leistungsprüfung<br />

teilnehmen und wie viele<br />

gesonderte Übungen <strong>für</strong> unsere<br />

Atemschutzträger und Maschinisten<br />

auf dem Programm stehen.“<br />

Eine unter einem Baumstamm eingeklemmte<br />

Person befreien, oder<br />

eine Brandschutzübung in einem<br />

leerstehen<strong>den</strong> Haus sind nur zwei<br />

Übungsbeispiele aus jüngster Vergangenheit.<br />

Aber so ziemlich das<br />

wichtigste überhaupt <strong>für</strong> eine so<br />

kleine Feuerwehr wie der Schwabsoiener.<br />

Bei durchschnittlich zwölf<br />

bis 13 Einsätzen pro Jahr, darunter<br />

hauptsächlich harmlose Fälle<br />

wie Verkehrsumleitung beim Faschingsumzug<br />

oder das Beseitigen<br />

einer Ölspur, ist es <strong>für</strong> die Männer<br />

und Frauen umso schwieriger,<br />

bei einem schwerwiegenderen<br />

Einsatz von jetzt auf gleich richtig<br />

zu funktionieren. Heißt: Routine<br />

bekommen die Schwabsoier Feuerwehrler<br />

weniger durch Einsätze,<br />

sondern mehr durch fleißiges<br />

Üben. Umso wichtiger ist eine<br />

enge Zusammenarbeit mit <strong>den</strong><br />

großen Feuerwehren aus Peiting<br />

und Schongau. Und umso prägender<br />

sind Großeinsätze, die Schmid<br />

und Co. so schnell nicht vergessen<br />

wer<strong>den</strong>. Dazu zählt unter anderem<br />

das Jahr 2011, „wo wir drei sehr<br />

intensive Einsätze gehabt haben“.<br />

Gemeint ist der Großbrand zweier<br />

Bauernhöfe in Sachsenried, der<br />

Brand eines Wohnhauses sowie<br />

ein mühsam zu bekämpfendes<br />

Hochwasser am Kanal in Richtung<br />

Dienhausen, „wo<strong>für</strong> richtig viel<br />

Manpower notwendig war“.<br />

Festprogramm<br />

zum Jubiläum<br />

Von diesem Jahr der drei Großeinsätze<br />

wer<strong>den</strong> sich die aktiven und<br />

passiven Mitglieder sicherlich auch<br />

am Festwochenende des 21. und 22.<br />

<strong>September</strong> erzählen. Am Samstagabend<br />

wird auf 20 Uhr in die Maschinenhalle<br />

„vom Lautenbacher“<br />

eingela<strong>den</strong>. Nach Grußworten und<br />

einem Vortrag zur Geschichte der<br />

Schwabsoier Feuerwehr sorgt die<br />

Big Band aus Schongauer <strong>für</strong> musikalische<br />

Unterhaltung. Am Sonntag<br />

wird das 150-Jährige traditionell<br />

mit Kirchenzug (9.15 Uhr), Gottesdienst<br />

(9.45 Uhr), Frühschoppen,<br />

Mittagessen und Festausklang bei<br />

Kaffee, Kuchen und Blasmusik gefeiert.<br />

Herzlich eingela<strong>den</strong> sind<br />

an bei<strong>den</strong> Tagen alle Bürgerinnen<br />

und Bürger, nicht nur Mitglieder<br />

der Schwabsoier sowie umliegen<strong>den</strong><br />

Feuerwehren. Darüber hinaus<br />

der Hinweis: Wer an der 128 Seiten<br />

starken Feuerwehr-Chronik interessiert<br />

ist, darf sich gerne im Rathaus<br />

der Gemeinde Schwabsoien<br />

mel<strong>den</strong>.<br />

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am Tag der offen Tür gemacht.<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 29


Musikfestival im Wellenfreibad<br />

18 Bands auf<br />

drei Bühnen<br />

Peiting | Ein Musikfestival mit 18<br />

Bands, drei Bühnen und 1000 Tickets?<br />

<strong>Das</strong> gab’s im Schongauer<br />

<strong>Altlandkreis</strong> noch nie. BUNGA-<br />

LOU FESTIVAL heißt die verheißungsvolle<br />

Veranstaltung, die am<br />

Samstag, 28. <strong>September</strong>, von 11 bis<br />

24 Uhr im Wellenfreibad Peiting<br />

steigt. Und zwar bei jedem Wetter!<br />

Dahinter stecken die fünf Musiker<br />

der noch sehr jungen Band YOKIO.<br />

mit Sänger und Gitarrist Manuel<br />

Sachs, Gitarrist Sebastian Lang,<br />

Schlagzeuger Dominik Vicario,<br />

Keyboarder Franz Mader sowie<br />

E-Bassist, Trompeter und Hintergrund-Sänger<br />

Michael Schedel.<br />

„Wir haben im Herbst 2018 im<br />

Pfarrheim in Schongau-West eine<br />

Proben-Party gefeiert, zu der mehrere<br />

Leute gekommen sind – und<br />

es war stimmungsmäßig richtig<br />

cool“, sagt Michael Schedel, der<br />

sich an diesem Abend – wie seine<br />

Bandkollegen auch – gedacht hatte:<br />

„Schade, dass bei uns in diese<br />

Richtung so wenig geboten ist.“<br />

Die Idee, ein eigenes Musikfestival<br />

mit jungen Bands zu organisieren,<br />

war damit geboren. Nur wie? Und<br />

wo? Die fünf Bandmitglieder im<br />

Alter zwischen 18 und 24 Jahren<br />

spielen selbst erst seit eineinhalb<br />

Jahren zusammen, haben in Sachen<br />

„Musikfestival organisieren“<br />

keinerlei Erfahrung. Aber: Sie<br />

gehen die Sache von Beginn an<br />

professionell an. Schritt eins: Eine<br />

geeignete Location suchen und<br />

fin<strong>den</strong>. Die Stadt Schongau war<br />

von der Idee der Jungs eher weniger<br />

begeistert, hätte zwar <strong>den</strong> Bürgermeister-Schaegger-Platz<br />

zur<br />

Verfügung gestellt, allerdings <strong>für</strong><br />

eine recht hohe Platzgebühr. Peitings<br />

Marktgemeinde dagegen<br />

war begeistert, hat sofort zugesagt.<br />

Einzige Bedingungen: Es darf<br />

aus Lärmschutzgrün<strong>den</strong> nur bis 24<br />

Uhr gehen. Und pro verkauftes Ticket<br />

fließt ein Euro in die örtliche<br />

Kindergarten-Stiftung. Deal.<br />

„Müssen 500<br />

Tickets verkaufen“<br />

Seither arbeiten die fünf Jungs von<br />

YOKIO. täglich am ersten Open-<br />

Air-Musikfestival in Peiting. „Wir<br />

sind sehr gut im Zeitplan“, sagt<br />

Schedel. Leicht war das Organisieren<br />

bis dato jedoch nicht. Leute<br />

<strong>für</strong> etwas Neues zu begeistern, ist<br />

speziell in ländlicheren Regionen<br />

generell ein schwieriges Unterfangen.<br />

An dieser Stelle umso wichtiger:<br />

Ein schriftlich ausgearbeitetes<br />

Sponsoren-Konzept. Damit sind<br />

die Jungs von YOKIO. von Firma<br />

zu Firma gepilgert, um möglichst<br />

viele finanzielle Unterstützer zu<br />

gewinnen. Manche waren auf Anhieb<br />

dabei, haben gerne Geld gegeben,<br />

um im Gegenzug ihr Logo<br />

auf Plakaten und auf der Internetseite<br />

des Festivals präsentieren zu<br />

können. Andere waren skeptisch.<br />

Aber Schedel und Co. blieben<br />

hartnäckig, meldeten sich bei einigen<br />

Betrieben zwei oder gar drei<br />

Mal. „Letztlich müssen wir trotzdem<br />

noch 500 Tickets verkaufen,<br />

um mit Null Euro rauszugehen“,<br />

sagt Michael Schedel. Damit das<br />

klappt, wird die Werbetrommel<br />

fleißig gerührt. Instagram, Facebook,<br />

Plakate in unterschiedlichsten<br />

Größen sowie Vorberichte in<br />

allen örtlichen Medien – die Jungs<br />

von YOKIO. lassen sich auch hier<br />

nicht lumpen, arbeiten ganz nach<br />

dem Motto: „Gscheid oder gar<br />

net.“ Und gehen hier<strong>für</strong> auch ein<br />

nicht unerhebliches finanzielles<br />

Risiko ein. „Wir finanzieren neben<br />

der Unterstützung von Sponsoren<br />

Die Jungs von YOKIO. organisieren das Musikfestival im Peitinger Freibad.<br />

30 | altlandkreis


alles aus unserer eigenen Kasse“,<br />

sagt Michael Schedel. Die Gesamtkosten<br />

liegen bei rund 15 000<br />

Euro, hinzu kommen noch Steuern<br />

und die GEMA. „Doch wer nicht<br />

wagt, der nicht gewinnt“, so Michael<br />

Schedel über die wohl absolut<br />

richtige Einstellung zu diesem<br />

doch einzigartigen Projekt, „das<br />

wir mit dieser Debüt-Veranstaltung<br />

am 28. <strong>September</strong> bekannt<br />

machen, und die kommen<strong>den</strong> Jahre<br />

dann fest etablieren möchten“.<br />

Von Punk bis<br />

Blechblas-Musik<br />

Noch spannender: Wie kommt<br />

man an 18 Bands? „Viele haben<br />

wir über Facebook angeschrieben“,<br />

sagt Schedel, der auch von<br />

einer gewissen Eigendynamik berichtet.<br />

Die Band kennt eine Band,<br />

die eine Band kennt. Und so haben<br />

sich tatsächlich 18 Musikgruppen<br />

aus Nah und Fern gefun<strong>den</strong>: Mit<br />

Telquist, Good Wilson, Dirty Old<br />

> > > TICKETS ZU GEWINNEN<br />

Spice, Elephalooka, Bruchpilot,<br />

Storiiis, YOKIO., Kickabck, Secret<br />

reason, Kevin, Paranoia’s Paradise,<br />

Sitt’n Satt, Goat, 99 Problemz,<br />

Lin<strong>den</strong>berg Support, Tonic Walter<br />

und Felix H. sind so ziemlich alle<br />

Genres vertreten: Punk, Metal, Hip<br />

Hop, Indie, Hardrock, Softrock,<br />

Rock, Pop und vieles mehr. Und<br />

dank <strong>den</strong> „Brass Boys“ aus Schongau<br />

gibt’s sogar originelle Volksmusik<br />

sowie weltweit berühmte<br />

Coversongs in Blech-Version. Die<br />

dürfen auch gleich das Festival<br />

im Rahmen eines Frühschoppens<br />

eröffnen. Selbstverständlich<br />

bei jeder Menge leckerem Essen:<br />

Freibad-Kiosk-Betreiber Florian<br />

Keppeler grillt, sein Bruder Markus<br />

Keppeler macht Spanferkel,<br />

Burger und Vegetarisches. Und am<br />

Crêpes-Stand gibt’s süße Nachspeisen.<br />

Darüber hinaus wer<strong>den</strong><br />

neben klassischen alkoholischen<br />

und alkoholfreien Kaltgetränken<br />

wie Radler, Helles, Spezi, Apfelschorle<br />

und Wasser auch Wein<br />

und Gin Tonic angeboten. Wer<br />

also Lust hat auf ein einzigartiges<br />

wie buntes Musikfestival mit 18<br />

Bands, die über jeweils 40 bis 60<br />

Minuten auf insgesamt drei verschie<strong>den</strong>en<br />

Bühnen ihr musikalisches<br />

Können zeigen? Der sollte<br />

sich besser heute als morgen ein<br />

Ticket sichern – <strong>den</strong>n die Anzahl<br />

derer ist auf 1000 Stück begrenzt.<br />

Erhältlich sind die Festival-Karten<br />

<strong>für</strong> je 22 Euro bei Buch am Bach<br />

in Peiting, im Jeanscafé und Frauenzimmer<br />

Schongau sowie online<br />

unter www.bnglou.com.<br />

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Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost <strong>für</strong> das BUNGALOU<br />

FESTIVAL am Samstag, 28. <strong>September</strong>, von 11 bis 24 Uhr im Wellenfreibad<br />

Peiting 3 x 2 Tickets. Schicken Sie uns bis 15. <strong>September</strong><br />

eine Postkarte mit dem Slogan „18 Bands, 3 Bühnen, 1 000 Tickets“<br />

an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail<br />

an info@altlandkreis.de. Absenderadresse nicht vergessen, da die<br />

Tickets per Post versandt wer<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> Los entscheidet, der Rechtsweg<br />

ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 31


Was passiert bei einem Bombenfund?<br />

Eine logistische Meisterleistung<br />

Weilheim | Der Zweite Weltkrieg<br />

hat über die Menschen hierzulande<br />

und in vielen anderen Teilen<br />

der Welt unfassbares Leid gebracht,<br />

was weitreichend bekannt<br />

sein dürfte. Allein in München gab<br />

es bei insgesamt 73 Angriffen mehr<br />

als 6 000 Tote. Ein Umstand, der<br />

lange Zeit weitgehend unbekannt<br />

war: Nicht nur Großstädte wur<strong>den</strong><br />

während des Bombenkrieges getroffen,<br />

auch auf dem Land, unter<br />

anderem im oberbayerischen Alpenvorland,<br />

wur<strong>den</strong> gezielt Bomben<br />

abgeworfen. Wie etwa über<br />

dem Weilheimer Bahnhofsgelände<br />

am 19. April 1945, als überraschend<br />

78 amerikanische Jagdbomber die<br />

oberbayerische Kreisstadt angriffen.<br />

Hintergrund: Der Weilheimer<br />

Bahnhof wurde von <strong>den</strong> alliierten<br />

Streitkräften als wichtige Transportverbindung<br />

nach Sü<strong>den</strong> angesehen,<br />

sie vermuteten dort die<br />

Alpenfestung als Rückzugsort der<br />

Nationalsozialisten. So wurde in<br />

zwei Angriffswellen das Gelände<br />

komplett verwüstet, 25 Todesopfer –<br />

oder sogar noch mehr – forderte<br />

dieser Donnerstag. Insgesamt<br />

wur<strong>den</strong> von <strong>den</strong> Jagdbombern<br />

exakt 156 Sprengbomben vom Typ<br />

„GP 500 lb“ abgeworfen, wie erst<br />

kürzlich ein Forscher herausfand.<br />

Die Meldungen des damaligen<br />

Polizeioffiziers an seine Vorgesetzen<br />

vom 20. April 1945 sprechen<br />

noch von 250 Sprengbomben.<br />

Zerstört wur<strong>den</strong> in jedem Fall<br />

Bahnhof, Post, Fernmeldeamt<br />

und das Druckgebäude des Weilheimer<br />

Tagblatts, darüber hinaus<br />

die Zementfabrik „Geisenhofer“,<br />

das Lagerhaus „Fischer“ sowie<br />

das Werksgelände von „Zarges“.<br />

Getroffen wurde zudem ein Wohnhaus<br />

an der Nor<strong>den</strong>dstraße, 13<br />

weitere Gebäude erlitten schwere,<br />

132 leichte Schä<strong>den</strong>.<br />

Keine verlässlichen<br />

Prognosen möglich<br />

„Man geht davon aus, dass sieben<br />

bis 15 Prozent Blindgänger<br />

sind, also nicht gezündet haben“,<br />

Ein Bild der 250-Kilogramm-Sprengbombe, b die am 12. Mai 2014 in der<br />

Nähe der Bahngleise gefun<strong>den</strong> und letztlich entschärft wurde.<br />

sagt Anton Kappendobler, Kreisbrandinspektor<br />

des Landkreises<br />

Weilheim-Schongau. Bei 250 abgeworfenen<br />

Sprengbomben wären<br />

das zwischen 18 und knapp 40<br />

Blindgängern, bei 156 zwischen<br />

10 und 24. Bis heute wur<strong>den</strong> insgesamt<br />

18 dieser im Bo<strong>den</strong> versteckten<br />

Bomben gefun<strong>den</strong>, die<br />

letzte im Juni 2018. Man muss<br />

also kein Mathematik-Professor<br />

sein, um auszurechnen, wie viele<br />

solcher Blindgänger noch in<br />

der Umgebung des Weilheimer<br />

Bahnhofs liegen könnten. „Auf<br />

dem ‚könnten‘ sollte hier ganz<br />

klar die Betonung liegen“, sagt<br />

Anton Kappendobler. Denn, wie<br />

viele solcher Kriegsaltlasten noch<br />

zum Vorschein kommen, kann<br />

niemand abschließend prognostizieren,<br />

schließlich ist nicht genau<br />

dokumentiert, wie viele Bomben<br />

unmittelbar nach Kriegende 1945<br />

bereits gefun<strong>den</strong> und entschärft<br />

wur<strong>den</strong>.<br />

Wird eine Bombe entdeckt, zumeist<br />

von Bauarbeitern bei Baggerarbeiten<br />

oder Ähnlichem, wird<br />

sofort die Polizei verständigt. In<br />

wenigen Minuten setzt sich eine<br />

bis ins Detail durchgeplante Maschinerie<br />

in Bewegung, die sich<br />

dem Bombenfund annimmt. Die<br />

Aufgabe der Einsatzleitung: Alle<br />

Kräfte zu koordinieren, laut Anton<br />

Kappendobler sind dann rund<br />

500 bis 600 Kräfte sämtlicher<br />

Blaulicht-Gattungen im Einsatz.<br />

Beim letzten großen Fund im Juni<br />

32 | altlandkreis


2018, als an der Baustelle des<br />

neuen Busbahnhofes eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe<br />

gefun<strong>den</strong><br />

wurde, musste der Koordinationsstab<br />

aus <strong>den</strong> Räumlichkeiten<br />

des Landratsamtes heraus fungieren,<br />

da das Feuerwehrhaus – hier<br />

wäre normalerweise die Zentrale<br />

eingerichtet wor<strong>den</strong> – innerhalb<br />

des zu evakuieren<strong>den</strong> Bereichs<br />

gelegen hat. Ein Beispiel: Die<br />

Druckwelle, die eine solche Bombe<br />

bei einer Explosion auslöst,<br />

würde im Radius von 50 Metern<br />

bela<strong>den</strong>e Waggons umwerfen,<br />

bei Gebäu<strong>den</strong> zwischen 50 und<br />

100 Metern strukturelle Schä<strong>den</strong><br />

verursachen und in einem Radius<br />

von bis zu 600 Metern Glas zum<br />

Brechen bringen. Ganz abgesehen<br />

von einer Splitterwirkung in bis zu<br />

einem Kilometer Umkreis, da der<br />

Bombenmantel bis zu 2,5 Zentimeter<br />

stark sein kann.<br />

Bis ins Detail<br />

durchgeplant<br />

Der Landkreis kann sich durchaus<br />

glücklich schätzen, dass es mit<br />

Anton Kappendobler und seinen<br />

vielen Kollegen der „Behör<strong>den</strong><br />

und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“<br />

(BOS) Menschen<br />

gibt, die sich genau um solche<br />

Großeinsätze wie das Entschärfen<br />

einer Bombe kümmern.<br />

Bisher waren alle gefun<strong>den</strong>en<br />

Bomben mit sogenannten Aufschlagzündern<br />

versehen, noch<br />

keine mit einem chemisch-mechanischen<br />

Langzeitzünder, was<br />

die Entschärfung allen voran<br />

wegen der langen Zeitspanne<br />

deutlich erschweren würde. „Ein<br />

enormes Glück“, wie Anton Kappendobler<br />

sagt.<br />

Nachdem eine Bombe gefun<strong>den</strong><br />

und die Polizei alarmiert wurde,<br />

wird sofort der Kampfmittelräumdienst<br />

informiert und ein Koordinationsstab<br />

unter dem Begriff<br />

„THL Bombenfund“ eingerichtet.<br />

In der ersten Maßnahme „R“ in<br />

Kommunikation mit dem Kampfmittelräumdienst<br />

geht es darum,<br />

abzuschätzen, um welchen Bombentyp<br />

es sich handelt und wie die<br />

Begebenheiten vor Ort aussehen.<br />

125, 250, 500, 1 000 Kilogramm<br />

oder Luftmine? Welcher Zünder<br />

ist vorhan<strong>den</strong>? Wie tief oder flach<br />

liegt die Bombe? All das und viele<br />

weitere Faktoren beeinflussen<br />

<strong>den</strong> Räumungsradius. Die erste<br />

Sofortmaßnahme: Die Räumung<br />

der unmittelbaren Umgebung im<br />

Radius von 100 bis 200 Metern<br />

Querschnitt eines sogenannten Aufschlagzünders. Bisher hatten alle in<br />

Weilheim gefun<strong>den</strong>en Bomben einen solchen — glücklicherweise.<br />

um <strong>den</strong> Fund, bis weitere Schritte<br />

eingeleitet wer<strong>den</strong>. Dabei lassen<br />

die anfänglichen Zahlen die ganze<br />

Dimension gar nicht erkennen.<br />

Bei einem Evakuierungsradius von<br />

500 Metern rund um einen Bombenfund<br />

in Bahnhofsnähe in Weilheim<br />

müssen bereits rund 3 500<br />

Menschen evakuiert wer<strong>den</strong>. Bei<br />

1 000 Metern sind es bereits 12 000<br />

bis 14 000 Menschen. „<strong>Das</strong> würde<br />

zwischen zehn und 15 Stun<strong>den</strong><br />

dauern“, sagt Kappendobler über<br />

solch ein Mammutprogramm. Die<br />

logistische Herausforderung wäre<br />

riesig, noch dazu, weil beispielsweise<br />

das Krankenhaus sowie<br />

das Bürgerheim knapp innerhalb<br />

dieser definierten Grenzen liegen.<br />

„Da käme es dann darauf an, wo<br />

genau die Bombe gefun<strong>den</strong> wird.“<br />

Eine weitere Schwierigkeit: Sobald<br />

der Bahnverkehr steht, hat<br />

die Deutsche Bahn laut Anton<br />

Kappendobler Zugriff auf die RVO-<br />

Busse, um Pendler entsprechend<br />

zu transportieren. Da <strong>für</strong> eine Evakuierung<br />

aber verständlicherweise<br />

übermäßig viele Busse benötigten<br />

wer<strong>den</strong>, müssten diese „teilweise<br />

aus bis zu 50 Kilometern Entfernung<br />

angefordert wer<strong>den</strong>“, wie<br />

Kappendobler erklärt.<br />

Die Arbeit erleichtert in diesem<br />

Fall der sogenannte Artikel 15 des<br />

Bayerischen Katastrophenschutzgesetz,<br />

der es erlaubt, leitstellenübergreifend<br />

zu agieren sowie das<br />

geordnete Zusammenwirken aller<br />

Einsatzkräfte zu steuern. Ebenso<br />

wie die detaillierten Evakuierungspläne,<br />

die ständig überabeitet und<br />

weiter verbessert wer<strong>den</strong>, etwa<br />

Sammelunterkünfte ausweisen<br />

sowie sämtliche Maßnahmen und<br />

Schritte integriert haben. Nicht zuletzt<br />

deshalb sind bisher sämtliche<br />

Bombenentschärfungen rund um<br />

<strong>den</strong> Weilheimer Bahnhof erfreulicherweise<br />

glimpflich abgelaufen,<br />

wo<strong>für</strong> es insbesondere allen Frauen<br />

und Männern der BOS zu danken<br />

gilt, wie Anton Kappendobler<br />

abschließend betont.<br />

tis


Der MFC Schongau stellt sich vor<br />

Flugakrobaten am<br />

Himmel über Burggen<br />

Burggen / Schongau | „Wir sind<br />

ein ruhiger Verein, in dem das<br />

verträgliche Miteinander und die<br />

Hilfsbereitschaft, also die echte<br />

Kameradschaft, großgeschrieben<br />

wird", betont Gerald Müller, erster<br />

Vorsitzender des MFC Schongau.<br />

Der „Modellflugsportverein Schongau“,<br />

so die offizielle Bezeichnung,<br />

unterhält sein Übungsgelände mit<br />

Startplatz und Geräteschuppen<br />

am nördlichen Ortsausgang von<br />

Burggen. Schon von Weitem kann<br />

man bei schönem Wetter die Flugmodelle<br />

am Himmel beobachten,<br />

deren Piloten, am Bo<strong>den</strong> stehend,<br />

interessante Flugmanöver präsentieren.<br />

„Früher", so Gerald Müller weiter,<br />

„hatten wir unser Gelände drüben<br />

an der Straße Richtung Tannenberg.<br />

Durch <strong>den</strong> Bau des Gewerbegebietes<br />

mit <strong>den</strong> PV-Anlagen<br />

waren wir aber 2012 gezwungen,<br />

umzuziehen“. Also pachtete man<br />

nach längeren Bemühungen ein<br />

Grundstück, das nun östlich des<br />

Gewerbegebietes auf einer freien<br />

Fläche liegt und <strong>den</strong> Piloten günstige<br />

Start- und Landebedingungen<br />

bietet. Vor <strong>den</strong> ersten Flugabenteuern<br />

war der arbeitsaufwändige<br />

Einsatz der Mitglieder und eines<br />

Landschaftsgärtners erforderlich,<br />

um eine grobe Wiese in ein Flugfeld<br />

umzuwandeln.<br />

Da in dem Verein, dessen Gründung<br />

auf das Jahr 1971 zurückgeht,<br />

der Zusammenhalt der Mitglieder<br />

im Vordergrund steht, ist hier jeder<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> anderen da, hilft mit<br />

Rat und Tat, wenn es bei <strong>den</strong> Flugmodellen<br />

einmal Probleme geben<br />

Antriebskonzepten präsentieren.<br />

Manche der Nachbauten sind<br />

gar von ihren großen Vorbildern<br />

kaum zu unterschei<strong>den</strong>. Am Mo-<br />

sollte. Außerdem tut jeder etwas<br />

„Nur noch sel-<br />

selbst. st. Der MFC Schongau, der am<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Verein, so konnte nte 2014<br />

ten und vor allem 23. Mai 1971<br />

anlässlich slic<br />

eines „Tages<br />

von einem Vereinsmitglied eine<br />

PV-Anlage am Geräteschuppen<br />

installiert wer<strong>den</strong>, um <strong>den</strong> Mitgliedern<br />

die Möglichkeit zu geben, die<br />

Akkus ihrer Fluggeräte direkt am<br />

Übungsgelände aufzula<strong>den</strong>.<br />

Elektromotoren<br />

ersetzen Verbrenner<br />

„Im Flugmodellbau hat sich in<br />

<strong>den</strong> vergangenen Jahren einiges<br />

getan“, erklärt Gerald Müller.<br />

Früh übt sich: Auch junge<br />

Modellflugpiloten gehen in<br />

Burggen an <strong>den</strong> Start.<br />

bei schweren Modellen kommen<br />

heute Verbrennungsmotoren zum<br />

Einsatz. Die meisten Mitglieder<br />

fliegen heute mit Flugzeugen, die<br />

mit Elektromotoren und Akkus<br />

ausgestattet sind. So ist auch nur<br />

ein leises Summen in der Luft zu<br />

vernehmen, mischt man sich als<br />

Zuschauer an <strong>den</strong> Rand der Startund<br />

Landebahn.“<br />

Unter <strong>den</strong> Vereinsmitgliedern<br />

fin<strong>den</strong> sich Modellbauer, die im<br />

Handel erhältliche Bausätze verwen<strong>den</strong>,<br />

um daraus ihr Flugzeug<br />

zu bauen. Ebenso sind Tüftler<br />

und Experten anzutreffen, meist<br />

mit einem beruflich technischen<br />

Background, die am heimischen<br />

PC ihre eigenen Modelle planen<br />

und konstruieren, um sie dann<br />

in diffiziler Handarbeit zu bauen.<br />

<strong>Das</strong>s dabei technische Hilfsmittel<br />

wie CNC-Fräse oder gar der 3D-<br />

Druck Beistand leisten, versteht<br />

sich <strong>für</strong> die Technikfreaks unter<br />

<strong>den</strong> Modellbauern schon fast von<br />

der offenen Tür“ auf dem Bundeswehrgelände<br />

Altenstadt erstmals<br />

in Erscheinung getreten ist, konnte<br />

schließlich am 9. Dezember 1972<br />

von 19 Modellflugbegeisterten gegründet<br />

wer<strong>den</strong>. Heute zählt der<br />

Verein etwa 100 Mitglieder, von<br />

<strong>den</strong>en die Hälfte aktiv und immer<br />

mal am Fluggelände anzutreffen<br />

ist. Der Verein steht allen Menschen<br />

offen, die sich <strong>für</strong> <strong>den</strong> Flugmodellbau<br />

interessieren. Ob jung<br />

oder alt, männlich oder weiblich –<br />

die Faszination Modellflug erfasst<br />

alle gesellschaftlichen Schichten.<br />

Wer einmal Modellflugluft schnuppern<br />

möchte, kann jederzeit am<br />

Übungsgelände vorbeischauen.<br />

Hier findet sich die ganze Vielfalt<br />

der Welt von Flugzeugmodellen,<br />

die sich in <strong>den</strong> unterschiedlichsten<br />

Größen und mit vielseitigen


100 Mitglieder zählt der MFC Schongau — etwa die Hälfte sind aktiv.<br />

dellflugplatz Burggen stehen die<br />

Mitglieder des MFC Schongau<br />

Rede und Antwort und geben all<br />

jenen Tipps sowie hilfreiche Ratschläge,<br />

die in <strong>den</strong> faszinieren<strong>den</strong><br />

Modellflugsport hineinschnuppern<br />

möchten. Besonders jugendliche<br />

Neueinsteiger erfahren hier die<br />

notwendige Hilfe und Unterstützung,<br />

um ungewollte Fehlkäufe<br />

und schnellen Frust beim Erlernen<br />

des Fliegens zu vermei<strong>den</strong>.<br />

Lehrreicher Umgang<br />

mit Aerodynamik<br />

Detailgetreue Bastelarbeit, Spaß<br />

an der frischen Luft und Lerneffekte,<br />

wenn es um die Aerodynamik<br />

geht – kaum ein anderes<br />

Hobby bietet so viel Abwechslung<br />

wie der Bau und das Fliegen von<br />

Modellflugzeugen. Wer einsteigen<br />

will, verliert schnell <strong>den</strong> Überblick,<br />

<strong>den</strong>n die beliebte Freizeitbeschäftigung<br />

erfordert viel Know-how.<br />

Flugmodelle sind maßstabsgetreue<br />

Nachbildungen ihrer großen<br />

Pendants. Modellflieger gibt es als<br />

Sammelobjekte <strong>für</strong>s Regal sowie<br />

als funktionelle, ferngesteuerte<br />

Miniaturflugzeuge (RC). Vom Segelflugzeug,<br />

Motorflugzeug über<br />

Jets und Hubschrauber bis hin zum<br />

Multicopter fin<strong>den</strong> sich in der Szene<br />

alle möglichen Varianten.<br />

Obwohl die kleinen Modellflieger<br />

aussehen wie Spielzeug, ist das<br />

Fliegen nicht gerade kinderleicht.<br />

Wie auch in der realen Luftfahrt<br />

gelten die Gesetze der Aerodynamik<br />

und erfordern Wissen und ein<br />

wenig Erfahrung, um erfolgreich<br />

abzuheben. Hochwertige Flugmodelle<br />

liegen preislich zwischen<br />

300 und 500 Euro, zu <strong>den</strong>en die<br />

Kosten <strong>für</strong> die Funkfernsteuerung<br />

kommt. Dabei sollten Einsteiger<br />

bei der Materialbeschaffung auf<br />

geschäumte Kunststoffe wie EPP,<br />

EPO, Arcel, Elapoor oder Solidpoor<br />

zurückgreifen. Bei der Holzauswahl<br />

ist es ratsam, sich <strong>für</strong> Balsaholz und<br />

Sperrholz zu entschei<strong>den</strong>, da diese<br />

Holzarten besonders leicht und vor<br />

allem stabil sind. Außerdem wer<strong>den</strong><br />

noch Styropor und Bügelfolie<br />

zum Bespannen der Rumpfteile<br />

und des Leitwerks benötigt. Bei der<br />

Motorauswahl ist es <strong>für</strong> <strong>den</strong> Anfängerpiloten<br />

wichtig, die Größe, Art<br />

und das Gewicht seines Modelles<br />

zu kennen, um sein Modell mit<br />

dem passen<strong>den</strong> Motor nebst Akku<br />

auszustatten.<br />

In Deutschland, Österreich oder<br />

der Schweiz gibt es eine Menge<br />

Vereine, die sich <strong>den</strong> Modellflugzeugen<br />

aus Begeisterung widmen<br />

und über eigene Fluggelände verfügen.<br />

Als or<strong>den</strong>tliches Mitglied<br />

des Vereins kann man sein Modell<br />

dort abheben lassen. Abseits dieser<br />

Fluggelände braucht man die<br />

Erlaubnis des Grundstückeigners,<br />

um Flugzeuge fliegen zu lassen.<br />

Daneben ist es wichtig, sich über<br />

die Sperrgebiete und herrschen<strong>den</strong><br />

Höhenbegrenzungen zu informieren.<br />

hun<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 35


36 | altlandkreis


Sparkasse Oberland bietet Video-Chat an<br />

Bankgeschäfte im Schlafanzug<br />

Peiting | Der Kunde hat seinen Lebensmittelpunkt<br />

von Peiting nach<br />

Penzberg verlagert; zunächst beruflich,<br />

jetzt auch privat. Verständlicherweise<br />

gibt es dadurch einiges<br />

neu zu koordinieren. Da müssen<br />

Versicherungen und Institutionen<br />

über die Änderung des Wohnsitzes<br />

informiert, ein neuer Hausarzt<br />

gefun<strong>den</strong>, Festnetz und Internetanschluss<br />

angepasst wer<strong>den</strong>. Seine<br />

langjährige Bankberaterin jedoch,<br />

die kann der Kunde behalten. Viel<br />

mehr noch – sie kommt zu ihm<br />

nach Hause, von Peiting nach Penzberg.<br />

Auch nach <strong>den</strong> regulären Geschäftszeiten<br />

der Bank.<br />

„Der Kunde war sehr erleichtert, als<br />

ich ihm mitteilte, dass er durch <strong>den</strong><br />

Umzug seine gewohnte Bankfiliale<br />

nicht zu wechseln braucht“, lacht<br />

Gonca Karg. Sie ist Vermögensberaterin<br />

bei der Sparkasse Oberland;<br />

möchte ihr Kunde aus Penzberg einen<br />

Bankberatungstermin bei ihr,<br />

brauchen beide da<strong>für</strong> tatsächlich<br />

nur etwas Zeit – und einen Internetanschluss.<br />

„Sofort-Beratung“<br />

nennt sich dieser Service, der es<br />

<strong>den</strong> Sparkasse Oberland-Kun<strong>den</strong><br />

ermöglicht, bequem von zu Hause<br />

aus, zu einem Wunschtermin, in<br />

Bankgeschäften beraten zu wer<strong>den</strong>.<br />

„Beratung starten“<br />

per Knopfdruck<br />

Michael Lautenbacher, Direktor und<br />

Vorstandsmitglied der Sparkasse<br />

Oberland, zeigt sich absolut überzeugt<br />

von diesem „Full-Service“,<br />

der zudem noch einfach umzusetzen<br />

ist. Zur Demonstration klappt<br />

Lautenbacher sein Laptop auf, startet<br />

die Homepage der Sparkasse<br />

Oberland und öffnet sein E-Mail-<br />

Programm. „Über ein Formular auf<br />

unserer Internetseite können Sie Ihren<br />

Wunschtermin mit einem unserer<br />

da<strong>für</strong> geschulten Berater festlegen“,<br />

erklärt er. Ist es dann so weit,<br />

bekommt der Kunde kurz vorher<br />

eine Einladung per Mail. „Sie müssen<br />

dann nur noch auf <strong>den</strong> Button<br />

‚Beratung starten’ drücken!“, sagt<br />

Lautenbacher. Dann geht es auch<br />

Stationär in der Peitinger i Sparkassen-Filiale, l in Sachen Sofort-Beratung<br />

f überregional im Einsatz: (von links) Finanzberater Julian Förster mit <strong>den</strong><br />

bei<strong>den</strong> Vermögensberatern Gonca Karg und Andreas Holzmann.<br />

schon los. Und tatsächlich. Auf dem<br />

Laptop öffnet sich ein Fenster, Vermögensberaterin<br />

Gonca Karg erscheint.<br />

Beide lachen.<br />

Möglich macht das die eingebaute<br />

Webcam des Computers. Damit<br />

sieht die Vermögensberaterin auch<br />

ihr Gegenüber, in diesem Fall Direktor<br />

Michael Lautenbacher. Gonca<br />

Karg trägt ein Headset, um frei<br />

agieren zu können. Dann beginnt<br />

sie zu schreiben; auch das erscheint<br />

prompt auf dem Bildschirm, neben<br />

dem Fenster, das sie selbst zeigt.<br />

Der schwach zu vernehmende<br />

Glockenschlag der Pfarrkirche St.<br />

Michael im Hintergrund verrät: sie<br />

sitzt in Peiting, in der Filiale der<br />

Sparkasse Oberland am Hauptplatz.<br />

Mit Hilfe des Videochats „erscheint“<br />

sie <strong>den</strong>noch im Wohnzimmer ihres<br />

Kun<strong>den</strong>, wo auch immer dessen<br />

Wohnsitz ist – oder eben dort, wo<br />

die Sofort-Beratung gestartet wird.<br />

<strong>Das</strong> funktioniert auch mit Laptop<br />

oder Tablet; wer es klassisch bevorzugt,<br />

kann zudem rein telefonisch<br />

Kontakt aufnehmen.<br />

Wäsche aufhängen<br />

statt Wartezeiten<br />

„<strong>Das</strong> hat natürlich einen immens<br />

großen Vorteil <strong>für</strong> <strong>den</strong> Kun<strong>den</strong>“,<br />

bestätigt auch Andreas Holzmann.<br />

Der Vermögensberater gehört – neben<br />

Gonca Karg und Finanzberater<br />

Julian Förster – mit zum Sofort-<br />

Beratungs-Team der Sparkasse<br />

Oberland. Nicht nur falle dadurch<br />

die An- und Abfahrzeit zur Filiale<br />

weg, „auch benötigte Unterlagen,<br />

die der Kunde zu Hause aufbewahrt,<br />

sind so mit schnellem Griff<br />

zur Hand“, sagt er. Zudem gebe<br />

es keine Wartezeiten während des<br />

Beratungsgesprächs, etwa, weil der<br />

Berater Unterlagen kopieren<br />

oder Informationen<br />

an anderer Stelle<br />

einholen muss. Diese<br />

Zeitspanne, die der<br />

Kunde während des Filialbesuchs<br />

mit Warten<br />

überbrücken musste,<br />

kann nun sinnvoll genutzt<br />

wer<strong>den</strong>. „Manche<br />

Kun<strong>den</strong> gehen dann<br />

schnell mit dem Hund um <strong>den</strong><br />

Block“, sagt Andreas Holzmann,<br />

„sie trinken gemütlich eine Tasse<br />

Kaffee oder hängen Wäsche auf“.<br />

Diese Art von Freiheit setzt sich<br />

natürlich auch in der Erscheinung<br />

des Kun<strong>den</strong> fort. Manchmal könne<br />

man Sportkleidung erkennen,<br />

schildern beide Berater, manchmal<br />

eben auch die typische Kutte des<br />

Handwerkers, der soeben aus der<br />

Werkstatt nach Hause gekommen<br />

ist oder direkt aus seinem Betrieb<br />

mit <strong>den</strong> Beratern kommuniziert.<br />

Möglich ist eigentlich alles. Auch im<br />

Schlafanzug? Karg und Holzmann<br />

lachen. „Tatsächlich kann der Kunde<br />

selbst entschei<strong>den</strong>, wie er sich<br />

uns zeigen möchte“, sagt Gonca<br />

Karg. Viel preis gibt das Chatfenster<br />

sowieso nicht. Und wer beim Beratungsgespräch<br />

nicht gesehen wer<strong>den</strong><br />

möchte, kann das Cam-Fenster<br />

geschlossen halten. Er sieht dann<br />

<strong>den</strong> Berater, der ihn jedoch nicht.<br />

Auch anfängliche Berührungsängste<br />

legen sich schnell, bestätigen<br />

beide. „Wer die Sofort-Beratung<br />

einmal ausprobiert hat, der bleibt<br />

dabei“, sagt Gonca Karg.<br />

Alleinstellungsmerkmal<br />

im Oberland<br />

Verantwortlich <strong>für</strong> Projekt und Umsetzung<br />

ist Georg Summerer, Leiter<br />

Von links: Direktor und Vorstandsmitglied der<br />

Sparkasse Oberland Michael Lautenbacher, Vermögensberater<br />

Andreas Holzmann, Vermögensberaterin<br />

Gonca Karg und Georg Summerer, Leiter<br />

der Vermögens- und Privatkun<strong>den</strong>beratung.<br />

der Vermögens- und Privatkun<strong>den</strong>beratung<br />

bei der Sparkasse Oberland.<br />

Auch er ist überzeugt vom<br />

neuen Service. „Wir bleiben damit<br />

weiter regional, gehen aber noch<br />

mehr auf die Bedürfnisse unserer<br />

Kun<strong>den</strong> ein“, freut er sich. Tatsächlich<br />

hält die Bank mit der Sofort-<br />

Beratung ein Alleinstellungsmerkmal<br />

im Oberland. Nur etwa zehn<br />

Sparkassen in Bayern überhaupt<br />

bieten diesen Service an. „Peiting<br />

goes innovative“, möchte man fast<br />

sagen.<br />

Etwa 40 Prozent der Kun<strong>den</strong> nutzen<br />

bereits die Vorteile des Onlinebankings,<br />

bestätigt Georg Summerer.<br />

Zur Beratung kommt der überwiegende<br />

Anteil der Sparkassenkun<strong>den</strong><br />

noch in die Filiale vor Ort. „Da<br />

sind die Zahlen noch stark stationär“,<br />

sagt er. Individuelle Bedürfnisse<br />

erfülle die Direkt-Beratung da<br />

umso mehr. Tatsächlich könnte sie<br />

in ferner Zukunft <strong>den</strong> klassischen<br />

Filialbesuch ersetzen. In allen Fällen<br />

stehe die Sicherheit an oberster<br />

Stelle. „Die Verbindung zwischen<br />

Kun<strong>den</strong> und Berater erfolgt über<br />

eine verschlüsselte SSL-Verbindung“,<br />

sagt Michael Lautenbacher,<br />

der Berater selbst befindet sich in<br />

einem geschlossenen Raum, fern<br />

jeglichen Kun<strong>den</strong>kontakts. „Damit<br />

können wir Diskretion und Datenschutz<br />

gewährleisten“.<br />

rp<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 37


SAG MAL, DIESMAL MIT MICHAEL KÖGEL<br />

„Ganz Ingenried über<br />

einen Zebrastreifen“<br />

Erbenschwang | Aus dem winzigen<br />

Ingenrieder Ortsteil Erbenschwang<br />

in die sechstgrößte Stadt<br />

der Welt: Für seinen Arbeitgeber<br />

Hilti, bekannt <strong>für</strong> elektro-pneumatische<br />

Bohrhämmer, hat Michael<br />

Kögel zwei Jahre in Shanghai gelebt.<br />

Arbeitstechnisch war die Umstellung<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> 29-jährigen Versuchs-<br />

und Entwicklungsingenieur<br />

keine große. 40-Stun<strong>den</strong>-Woche,<br />

Kommunikation in Englisch und<br />

Aufgaben im gleichen Arbeitsfeld.<br />

Umso aufregender war <strong>für</strong> ihn das<br />

Leben vor und nach Dienstschluss<br />

sowie an Wochenen<strong>den</strong> und Urlaubstagen.<br />

Ein Kulturschock?<br />

Michael Kögel berichtet von Speisekarten<br />

aus Hinterhofrestaurants,<br />

auf ihn aufschauende Einheimische,<br />

Straßenüberquerungen zur<br />

Rush-Hour, einem blutüberströmten<br />

„Glück im Unglück“ und China<br />

als noch unentdeckte Schönheit.<br />

Sag mal Michael, wie ist Dein „Auslandseinsatz“<br />

zustande gekommen?<br />

Im Kreise der Kollegen habe ich<br />

mal in einem Nebensatz erwähnt,<br />

dass ich schon mal im Ausland<br />

war und mir gut vorstellen könnte,<br />

nochmals zu gehen. Mein Chef hat<br />

das offensichtlich mitbekommen<br />

und mich einige Zeit später gefragt,<br />

ob ich mir vorstellen könnte,<br />

<strong>für</strong> Hilti ins Werk nach Shanghai<br />

zu gehen. Da ich eh in ständigem<br />

Kontakt mit unseren Kollegen in<br />

China war und in etwa wusste,<br />

was dort beruflich auf mich zukommt,<br />

gleichzeitig mein Bauch<br />

mir „Ja“ gesagt hatte, ist die Entscheidung<br />

relativ schnell gefallen.<br />

38 | altlandkreis<br />

Dein Heimatdorf hat gerade mal<br />

1 000 Einwohner. Shanghai über 26<br />

Millionen. Wie groß war der „Kulturschock“<br />

<strong>für</strong> Dich?<br />

Ehrlich gesagt gar nicht so groß.<br />

Wenn du in der Stadt stehst, könnte<br />

es im Grunde jede Stadt dieser<br />

Welt sein. Es gibt zwar diese riesige,<br />

weltberühmte Skyline mit<br />

<strong>den</strong> superhohen Hochhäusern.<br />

Wobei das eher das Finanz- und<br />

Arbeitsviertel ist. In <strong>den</strong> klassischen<br />

Wohngebieten wur<strong>den</strong> viele<br />

alte Bauernhäuser umgebaut. Es<br />

gibt auch viele Alleen, weshalb<br />

Shanghai wesentlich grüner ist als<br />

gedacht.<br />

Wenn du im Wohngebiet stehst,<br />

könnte es rein optisch sogar ein<br />

Ort wie beispielsweise Schongau<br />

sein. Welch gigantische Dimension<br />

diese Stadt hat, zeigt sich erst,<br />

wenn du mit dem Flugzeug über<br />

sie fliegst, aus dem Fenster blickst<br />

und eine halbe Stunde lang nix<br />

anderes kommt als Häuser. Oder<br />

du mit Taxi oder Zug aus der Stadt<br />

willst und da<strong>für</strong> mindestens zwei<br />

Stun<strong>den</strong> brauchst.<br />

Wie funktioniert Shanghai logistisch?<br />

Im Zentrum dürfen keine Lkw fahren,<br />

stattdessen sind dort extrem<br />

viele Roller und ähnliche Gefährte<br />

unterwegs, die bei uns ehrlich gesagt<br />

niemals zugelassen wer<strong>den</strong><br />

wür<strong>den</strong>. Aber es funktioniert, was<br />

mich ziemlich beeindruckt hat.<br />

Und klar, die Bevölkerungsdichte<br />

ist enorm. Zur Rush-Hour gehst<br />

du mit 800 bis 1 000 Menschen<br />

gleichzeitig über einen Zebrastreifen<br />

– das sind so viele Menschen<br />

wie Ingenried Einwohner hat.<br />

„Eine unentdeckte Schönheit“: China außerhalb der Metropolen. MFC Schongau<br />

Selfie mit Menschenmassen: Michael Kögel mitten in Shanghai.<br />

Dein prägendstes Erlebnis?<br />

Da hat es natürlich viele gegeben.<br />

Ziemlich am Anfang meiner Zeit in<br />

Shanghai war ich an der weltberühmten<br />

Uferpromenade „Bund“,<br />

die größte Sehenswürdigkeit<br />

Shanghais. Plötzlich streckt mir<br />

ein Chinese sein Handy entgegen.<br />

Er wollte aber nicht, dass ich von<br />

ihm und seiner Gruppe ein Foto<br />

mache, sondern er wollte unbedingt,<br />

dass ich mit auf dem Foto<br />

bin. Da wurde mir zum ersten Mal<br />

bewusst, wie sehr die Chinesen<br />

auch heute noch auf die westliche<br />

Kultur aufschauen. Als „Weißer“<br />

wirst du dort extrem freundlich<br />

und respektvoll behandelt,<br />

manchmal schon fast so, als wärst<br />

du eine Art Superstar. <strong>Das</strong> war gewöhnungsbedürftig.<br />

Umso trauriger, dass Dir bei einem<br />

Verkehrsunfall keiner geholfen hat?<br />

Gegensätzlicher könnte diese Geschichte<br />

nicht sein: Ich hatte einen<br />

Unfall mitten in Shanghai. Ein<br />

Fahrradfahrer hat vor mir blitzartig<br />

gebremst, ich konnte aufgrund<br />

der enorm hohen Verkehrsdichte<br />

unzähliger Roller- und Radfahrer<br />

nicht rechtzeitig reagieren,<br />

fahre auf ihn auf, kippe zur Seite<br />

und werde gleichzeitig von einem<br />

hinter mir fahren<strong>den</strong> Rollerfahrer<br />

regelrecht von meinem Fahrrad<br />

gespickt. Unter Schock und blutüberströmt<br />

war ich am Straßenrand<br />

gestan<strong>den</strong> – und es hält und<br />

hält einfach keiner an, um mir zu<br />

helfen. Es sind bestimmt 100 weitere<br />

an mir vorbeigefahren, bis mir<br />

zumindest mal jemand ein Tempo<br />

zum Blut abtupfen gereicht hat. Da<br />

ging mir durch <strong>den</strong> Kopf: Krass, du<br />

bist in einer der größten Städte der<br />

Welt mit unfassbar vielen Menschen<br />

direkt um dich herum, und<br />

keiner hält an und hilft dir.<br />

Hast Du eine Ahnung, woran das<br />

liegen könnte?<br />

<strong>Das</strong> ist in China ein politisches<br />

Problem. Bis vor Kurzem war es<br />

so: Wenn dir in China jemand hilft,<br />

der Verunfallte hinterher aber<br />

Probleme hat, kann der Helfende<br />

zur Rechenschaft gezogen wer<strong>den</strong>.<br />

Zwar gilt dieses Gesetz seit<br />

zwei Jahren nicht mehr, aber in<br />

<strong>den</strong> Köpfen der Menschen ist die<br />

alte Regelung noch fest verankert.<br />

Heißt: Den Fall von unterlassener<br />

Hilfeleistung, wie wir ihn kennen,<br />

kennen die Chinesen (noch) nicht.<br />

Letztlich hatte ich Glück im Unglück,<br />

da ich nicht lebensgefährlich<br />

verletzt war und mit Schürfwun<strong>den</strong><br />

am Kopf, Prellungen und<br />

einer Gehirnerschütterung relativ<br />

glimpflich davonkommen bin.<br />

Wie stark warst Du arbeitstechnisch<br />

eingespannt?<br />

Wie in Kaufering auch, hatten wir<br />

eine ganz normale 40-Stun<strong>den</strong>-<br />

Woche sowie Samstag und Sonntag<br />

frei.


Und in Sachen Urlaub?<br />

In China sind alle Feiertage auf<br />

zwei Blöcken über jeweils zehn<br />

Tage gebündelt. „Chinese New<br />

Year“ und die „Gol<strong>den</strong> Week“ um<br />

<strong>den</strong> Nationalfeiertag. In diesen<br />

zwei Phasen machen fast alle Firmen<br />

dicht, sodass man Zeit zum<br />

Vereisen hat.<br />

Bist Du von Shanghai aus viel verreist?<br />

Sehr viel sogar. Ich war einige<br />

Male in anderen Ländern Asiens,<br />

aber auch innerhalb des Landes<br />

viel unterwegs. China ist in<br />

meinen Augen eine noch unentdeckte,<br />

facettenreiche Schönheit.<br />

Aufgrund der enormen Größe des<br />

Landes treffen sehr viele Kulturkreise<br />

aufeinander. Im Sü<strong>den</strong> haben<br />

die naheliegende Länder Vietnam,<br />

Laos, Thailand Einfluss auf<br />

das Aussehen der Menschen und<br />

Traditionen. Im kühlen Nor<strong>den</strong><br />

dagegen kommt das mongolischrussische<br />

in <strong>den</strong> Menschen durch –<br />

die sind auch äußerst trinkfest<br />

(lacht). Kulinarisch betrachtet ist<br />

China ohnehin total vielfältig. Es<br />

gibt eine Region, in der die Menschen<br />

so ähnlich essen wie wir<br />

in Bayern, viel Sauerkraut mit<br />

Würstel. In anderen Gegen<strong>den</strong><br />

wird sehr scharf mit einem speziellen<br />

Pfeffer gespeist. In Shanghai<br />

selbst eher süß-sauer, wie wir es<br />

aus <strong>den</strong> asiatischen Restaurants<br />

in Deutschland kennen. Im Sü<strong>den</strong><br />

dagegen wieder ganz anders. Und<br />

was mir ganz besonders aufgefallen<br />

ist: Dieser Mythos, Chinesen<br />

wür<strong>den</strong> alles essen, auch Hund,<br />

Katze und Maus, kann ich nicht<br />

bestätigen. Hunde habe ich auf<br />

keiner einzigen Speisekarte gesehen,<br />

auch nicht in Hinterhof-Restaurants.<br />

Und was auch auffallend<br />

war ...<br />

… das wäre?<br />

Die kleineren Orte und Städte<br />

sind oft sehr unterentwickelt. Man<br />

sieht sehr deutlich, dass die chinesische<br />

Regierung alles auf die<br />

Metropolen wie eben Shanghai<br />

konzentrieren möchte. Spekulativ<br />

wollen sie hiermit die Einkindpolitik<br />

aufrechterhalten, da dieses<br />

Gesetz gelockert wird, aber sich<br />

in großen Städten meistens die<br />

Menschen nicht mehr wie ein Kind<br />

leisten können.<br />

Was hat China landschaftlich zu<br />

bieten?<br />

Im Sü<strong>den</strong> ist die Landschaft unglaublich<br />

schön. Viele hohe Berge,<br />

viele Viertausender. Dort sieht<br />

es mit Flüssen, Gletschern und<br />

Baumgrenzen verblüffend ähnlich<br />

aus wie bei uns in <strong>den</strong> Alpen.<br />

Hattest Du auch mal Heimweh und<br />

bist an diesen freien Tagen nach<br />

Hause geflogen?<br />

Dank WhatsApp, Facetime und<br />

Skype hat man heutzutage generell<br />

wenig Heimweh. Am ehesten<br />

vermisst habe ich bestimmte Feierlichkeiten<br />

im Freundeskreis. Allerdings<br />

war ich beruflich ohnehin<br />

vier Mal <strong>für</strong> jeweils zwei Wochen<br />

wieder in Kaufering und konnte<br />

somit regelmäßig daheim vorbeischauen<br />

und meine Freunde abklappern.<br />

Vor 25 Jahren, ohne Handy<br />

und enorm hoher Gebühr zum<br />

nach Hause telefonieren wäre es<br />

sicherlich schmerzlicher gewesen.<br />

Wie unterschiedlich ist in Shanghai<br />

das Wetter im Vergleich zum Erbenschwanger?<br />

Im Winter sind die Leute ziemlich<br />

depressiv, weil es sehr viel regnet,<br />

die Temperaturen niedrig sind,<br />

aber es eigentlich nicht schneit.<br />

Und im Sommer ist es mit 45<br />

Grad extrem heiß. Wobei die Hitze<br />

dank zahlreicher Roof-Top-Bäder<br />

zum Abkühlen echt erträglich ist.<br />

Zumal in Shanghai wirklich alles<br />

mit Klimaanlagen ausgestattet<br />

ist. Egal ob Restaurant, Supermarkt,<br />

Firmengebäude, Taxi, Bus,<br />

Einkaufszentren, Wohnungen...<br />

Sobald du allerdings einen klimatisierten<br />

Bereich verlässt und<br />

rausgehst, schwitzt du aufgrund<br />

der hohen Luftfeuchtigkeit umso<br />

mehr. Da es allen so ergeht, auch<br />

<strong>den</strong> Einheimischen, ist es jedoch<br />

halb so wild, auch mal stinkig<br />

durch die Gegend zu laufen (lacht).<br />

Was bringt Dir der zweijährige<br />

China-Aufenthalt beruflich?<br />

Für mich persönlich war es sowohl<br />

privat als auch beruflich eine<br />

wertvolle Erfahrung, die ich definitiv<br />

nicht missen möchte. js<br />

Expertise<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 39


Aushängeschild der Stadt im <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

50 Jahre Bergsteigerchor<br />

Schongau | Jeder Weg beginnt mit<br />

dem ersten Schritt und so waren<br />

im Juli 1969 acht Bergkamera<strong>den</strong><br />

aus Schongau und seiner näheren<br />

Umgebung auf einer Führungstour<br />

auf die über 3 300 Meter „Hohe<br />

Geige“ in <strong>den</strong> Ötztaler Alpen.<br />

Während eines gemütlichen Hüttenabends<br />

kam <strong>den</strong> begeisterten<br />

Alpinisten und Alpenvereinsmitgliedern<br />

die Idee, einen Bergsteigerchor<br />

zu grün<strong>den</strong>. Neben Franz<br />

Wilde, der <strong>den</strong> Chor als Dirigent<br />

über 30 Jahre erfolgreich leitete,<br />

gehörten Heinrich Horn, Helmut<br />

Thaler, Peter Walk, Jürgen Knuthe,<br />

Manfred Angeli, Christian Bauer<br />

und Ernst Pfann zu <strong>den</strong> ersten<br />

Sängern des Chors.<br />

Anfang 2002 übergab Franz Wilde<br />

<strong>den</strong> Taktstock seinem Nachfolger<br />

Dieter Knirsch, der die erfolgreiche<br />

Arbeit seines Vorgängers fortsetzte.<br />

Zehn Jahre später übernahm<br />

der Oberammergauer Volksmusiker<br />

Peter Ostermeier die Chorleitung.<br />

Doch schon eineinhalb<br />

Jahre später, nach aufwändiger,<br />

wöchentlicher Pendelei zu <strong>den</strong><br />

Proben und zahlreichen Auftrittsterminen<br />

überließ er die Führung<br />

dem heutigen Chorleiter, Günter<br />

Brenner, der auf über 30 Jahre Erfahrung<br />

als aktiver Sänger zurückgreifen<br />

konnte.<br />

„Im Laufe der letzten Jahre<br />

schrumpfte der Chor wegen diverser<br />

Interna und fehlen<strong>den</strong> Nachwuchses.<br />

Man hatte das Akquirieren<br />

über einen längeren Zeitraum<br />

vernachlässigt und vom Bestand<br />

der zahlreichen Sänger gezehrt.<br />

Wir hatten Zeiten, da tourten wir<br />

mit 13 Leuten“, erzählt Vereinsvorstand<br />

Kurt Müller. „Und je mehr<br />

Sänger im Chor dabei sind, umso<br />

kraftvoller ist das Klangbild“, fügt<br />

Chorleiter Günter Brenner hinzu.<br />

„In Glanzzeiten bestand der Chor<br />

aus 42 Sängern. Heute sind wir<br />

froh, dass wir nach einer gewissen<br />

Durststrecke wieder auf 25 Sängern<br />

angewachsen sind.“<br />

Die Vereinsmitglieder, etwa 55 an<br />

der Zahl, kommen vorwiegend aus<br />

Schongau und Peiting, aber es sind<br />

auch Sänger aus Buching, Lechbruck,<br />

Weilheim und Peißenberg<br />

dabei. „Nachdem die Jugend wohl<br />

andere Interessen hat, liegt das<br />

Durchschnittsalter des Bergsteigerchors<br />

heute bei knapp 70 Jahren.<br />

Wir haben die gleichen Nachwuchsprobleme<br />

wie viel andere<br />

Vereine“, führt Kurt Müller aus.<br />

Dabei besteht das attraktive Repertoire<br />

des Schongauer Bergsteigerchors<br />

aus Bergliedern der gesamten<br />

europäischen Alpenregion. <strong>Das</strong><br />

Liedgut wird in deutscher, französischer,<br />

italienischer, ladinischer sowie<br />

slowenischer und kroatischer<br />

Sprache präsentiert. Also sehr europäisch<br />

gestaltet der Chor Konzer-<br />

In der Wies: Am Sonntag, 15. <strong>September</strong> <strong>2019</strong>, singt der Bergsteigerchor<br />

gemeinsam mit dem „Coro Cima d'Ambiez“ eine Messe in deutscher und<br />

italienischer Sprache.<br />

40 | altlandkreis


<strong>Das</strong> Fellhorn bei Oberstdorf ist am 22. <strong>September</strong> wieder Schauplatz <strong>für</strong><br />

eine Bergmesse und ein Bergliederkonzert.<br />

te, Bergmessen und Gottesdienste.<br />

Großen Einfluss auf das Liedgut<br />

hatte die jahrelange Freundschaft<br />

mit dem „Coro Cornet“ aus Romangnano<br />

im italienischen Trentino.<br />

So gehören das „La Montanara“,<br />

„Signore delle Cime“ oder das<br />

Ladinische „La Sera Sarenna“ zum<br />

Standardrepertoire des Chores.<br />

Höhepunkte einer<br />

erfolgreichen Karriere<br />

Imposant lesen sich die Meilensteine<br />

des Schongauer Bergsteigerchors,<br />

die ihn weit über die Grenzen<br />

hinaus bekannt und beliebt<br />

gemacht haben. So empfing Papst<br />

Johannes Paul II <strong>den</strong> Chor Anfang<br />

der 1990er Jahre zu einer Audienz.<br />

Unvergessen sind <strong>den</strong> Sängern<br />

auch die Auftritte beim früheren<br />

Bayerischen Ministerpräsi<strong>den</strong>ten<br />

Franz-Josef Strauß in Bonn und auf<br />

dem Hohen Peißenberg zu seinem<br />

60. Geburtstag sowie das 25-Jahr-<br />

Jubiläum, zu dem der ehemalige<br />

Bayerische Ministerpräsi<strong>den</strong>t, Günter<br />

Beckstein, gela<strong>den</strong> war.<br />

Der Schongauer Bergsteigerchor<br />

ist im gesamten Bundesgebiet,<br />

in Tirol und Südtirol sowie vielen<br />

Bundesländern Österreichs mit<br />

seinen erfolgreichen Auftritten<br />

ein gern gesehener Gast. Sogar in<br />

Alhorn bei Bremerhaven war der<br />

Chor bereits und hatte darüber hinaus<br />

erfolgreiche Auftritte in Stuttgart,<br />

Heidelberg, in der Oberpfalz,<br />

Tschechien und im Böhmerwald.<br />

Im regionalen Jahreskalender ist<br />

stets die Fischermesse ein Höhepunkt:<br />

Seit 1972 wird jedes Jahr<br />

am letzten Sonntag im April in der<br />

Lorenz-Kapelle in Epfach <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Kreisfischereiverein Schongau eine<br />

Messe gesungen. Auf besonderen<br />

Wunsch vom ehemaligen Vorstand<br />

des KFV und ehemaligen Peitinger<br />

Bürgermeister Klement Sesar wird<br />

die Waldlermesse zelebriert, bei<br />

der die Angler des Kreisfischereivereins<br />

Schongau <strong>den</strong> kirchlichen<br />

Segen anlässlich des Anfischens<br />

erhalten.<br />

Daneben sind die Bergmessen<br />

mit Bergliederkonzerten auf dem<br />

Fellhorn bei Oberstdorf ein Publikumsmagnet<br />

wie auch das Gemeinschaftskonzert<br />

des Sängerkreises<br />

Zugspitze in Murnau.<br />

Am Samstag, 14. <strong>September</strong>, um<br />

19.30 Uhr feiert der Bergsteigerchor<br />

sein 50-jähriges Bestehen.<br />

Im Jakob-Pfeiffer-Haus findet aus<br />

diesem Anlass ein Benefizkonzert<br />

zu Gunsten des ehemaligen Bergkamera<strong>den</strong><br />

Michl Dacher statt, der<br />

in Nepal eine Schule errichtet hat.<br />

Diese wurde vor einigen Jahren<br />

von einem Erdbeben zerstört und<br />

befindet sich derzeit im Wiederaufbau.<br />

Zu Ehren des Schongauer<br />

Bergsteigerchors wird der Trentiner<br />

Bergsteigerchor „Coro Cima<br />

d'Ambiez“ aus San Lorenzo Dorsino<br />

erwartet. Außerdem ist das<br />

Harfen-Duo, Marianne Baab und<br />

Irmi Barnsteiner des Trachtenvereins<br />

Alpenrose Peiting und die<br />

Stadtkapelle Schongau unter der<br />

Leitung von Andreas Immler sowie<br />

der Gospelchor „Joyful People“<br />

unter der Leitung von Marianne<br />

Hoffmann aus Hohenpeißenberg<br />

mit dabei. Einige der Sänger, die<br />

bereits 40 bis 50 Jahre dabei sind,<br />

wer<strong>den</strong> an dem Festabend von<br />

Frau Landrätin Andrea Jochner-<br />

Weiß und dem Schirmherren der<br />

Festlichkeit, Schongaus Bürgermeister<br />

Falk Sluyterman, geehrt.<br />

Nachdem Auftritte in der wohl<br />

schönsten Rokokokirche Deutschlands,<br />

der Wies in Steinga<strong>den</strong>,<br />

immer einen Höhepunkt darstellen,<br />

singt der Schongauer Bergsteigerchor<br />

dort am Sonntag, 15.<br />

<strong>September</strong>, um 11 Uhr gemeinsam<br />

mit dem Trentiner Bergsteigerchor<br />

„Coro Cima d'Ambiez“ eine Messe<br />

in deutscher und italienischer<br />

Sprache.<br />

hun<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 41


Technisches Hilfswerk lädt zu Gaudi-Wettkampf<br />

Alles <strong>für</strong> Pferd und Reiter<br />

Englisch und Western<br />

• Pferdedeckenwäsche, Pferdedeckenwaschservice<br />

Reparatur<br />

• Gebrauchte und Reitartikel Reparatur<br />

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etc.)<br />

Die Partnachklamm<br />

„Großes Kino“ <strong>für</strong> Groß & Klein<br />

Wilde Wasserfälle, unzählige Regenbogen im Sonnenlicht<br />

des Sommers, begleitet von beeindruckendem Getöse und<br />

purer Naturgewalt! Lass dich verzaubern!<br />

Tel: +49 8821 180 700 . partnachklamm.de<br />

Sandsack-Challenge<br />

<strong>für</strong> die ganze Familie<br />

Schongau | Bürger informieren,<br />

Fahrzeuge und Geräte vorstellen<br />

sowie jede Menge Gaudi haben<br />

im Rahmen eines nicht ganz so<br />

bierernsten Wettkampfs: Die Ziele<br />

der Sandsack-Challenge des<br />

THW Schongau sind klar definiert.<br />

Sie findet statt am Samstag, 7.<br />

<strong>September</strong>, von 10 bis 16 Uhr auf<br />

dem Marienplatz in Schongau<br />

und ist geeignet <strong>für</strong> die ganze<br />

Familie. „Seid dabei und beweist<br />

an sechs spannen<strong>den</strong> Stationen<br />

euer Geschick rund ums Thema<br />

Sandsack.“ So lautet die Beschreibung<br />

des Gaudi-Wettbewerbs.<br />

Zum Warmwer<strong>den</strong> an Station eins<br />

gilt es erstmal ein THW-Fahrzeug<br />

aus Papier zusammenzubasteln.<br />

An Station zwei wird’s deutlich<br />

sportlicher, indem ein Sandsack<br />

schnellstmöglich so lange mit<br />

Sand befüllt wer<strong>den</strong> muss, bis er<br />

im Optimalfall exakt sechs Kilogramm<br />

wiegt – wer näher dran<br />

ist am Zielgewicht, bekommt<br />

im Rahmen dieser Aufgabe am<br />

meisten Punkte. An dieser Stelle<br />

sei gesagt, dass der „echte“<br />

Sandsack <strong>für</strong> Hochwasserschutz<br />

20<br />

bis<br />

25<br />

Kilogramm<br />

wiegt,<br />

die Wettkampf-Jury<br />

hier<br />

also Milde<br />

walten lässt. Weiter geht’s an<br />

Station drei mit einem Ziel-Wurf-<br />

Wettbewerb, ehe an Station vier<br />

Sandsäcke transportiert und zu<br />

einer Schutzwand aufgeschichtet<br />

wer<strong>den</strong> müssen. Was an <strong>den</strong><br />

Stationen fünf und sechs geboten<br />

wird, soll laut THW-Vorsitzenderm<br />

Walter Frömmrich eine Überraschung<br />

wer<strong>den</strong>, wird deshalb im<br />

Vorfeld nicht verraten. Mitmachen<br />

kann bei diesem Wettbewerb je<strong>den</strong>falls<br />

jeder. Auch Eltern mit<br />

kleineren Kindern. Denn während<br />

sich die Erwachsenen austoben,<br />

sind die Jüngsten dank Hüpfburg,<br />

Malbücher und Kinderschminken<br />

bestens betreut und beschäftigt.<br />

15 Mitglieder bil<strong>den</strong><br />

<strong>den</strong> harten Kern<br />

Die Sandsack-Challenge findet<br />

an diesem Samstag nicht nur in<br />

Schongaus Altstadt statt. Auch alle<br />

anderen bayerischen Ortsverbände<br />

des Technischen Hilfswerks,<br />

unter anderem in Weilheim, Garmisch-Partenkirchen,<br />

Landsberg<br />

und Starnberg, wer<strong>den</strong> am 7. <strong>September</strong><br />

zum Schaufeln, Schleppen<br />

und Auftürmen bitten. Hauptziel<br />

dieser bayernweiten Aktion ist,<br />

Menschen <strong>für</strong> ein ehrenamtliches<br />

Engagement beim THW zu<br />

begeistern. „Die Nachwuchssorgen<br />

bekommen auch wir zu spüren“,<br />

sagt Walter Frömmrich. <strong>Das</strong><br />

Schongauer THW zählt derzeit 40<br />

aktive Mitglieder, wovon lediglich<br />

rund 15 Mitglieder <strong>den</strong> harten Kern<br />

bil<strong>den</strong>. „Dabei könnten wir locker<br />

50 bis 60 Aktive gebrauchen.“ Voraussetzungen<br />

<strong>für</strong> einen Beitritt<br />

beim Schongauer THW sind keine<br />

erforderlich. Lediglich das zehnte<br />

Lebensjahr <strong>für</strong> die Jugendgruppe<br />

sowie das 17. Lebensjahr <strong>für</strong> die<br />

Erwachsenen muss erreicht, darüber<br />

hinaus die Bereitschaft und<br />

Lust am Anpacken und Lernen<br />

vorhan<strong>den</strong> sein. Die Grundausbildung<br />

erfolgt intern und wird abgeschlossen<br />

mit einer Prüfung in<br />

Theorie und Praxis – 40 Fragen gilt<br />

es zu beantworten, 24 praktische<br />

Aufgaben zu meistern. Wer gut<br />

die Hälfte aller Aufgaben meistert,<br />

hat die Grundausbildung in<br />

der Tasche und<br />

darf als „ausgebildeter<br />

eter<br />

er Helfer“ bereits<br />

ei<br />

dabei sein<br />

bei<br />

Einsät-<br />

zen.<br />

Die<br />

Fach-<br />

42 | altlandkreis


Haupteinsatzgebiet des THW: Hochwasserbekämpfung, auch im Ausland.<br />

ausbildung zum Umgang mit <strong>den</strong><br />

technischen Geräten ist schließlich<br />

der zweite und sicherlich auch<br />

entschei<strong>den</strong>de Teil <strong>für</strong> eine aktive<br />

THW-Laufbahn, der nach oben<br />

keine Grenzen gesetzt sind. „Ein<br />

70-Jähriger kann bei uns ohne<br />

Weiteres noch als Funker fungieren,<br />

so lange er geistig gesund<br />

ist und diese Aufgabe gerne ausübt“,<br />

so Walter Frömmrich über<br />

ein klassisches Beispiel, warum es<br />

beim THW keine Altersgrenze nach<br />

oben gibt.<br />

Zum Einsatz kommt das THW – vor<br />

allem im Vergleich zur Feuerwehr –<br />

nur selten. en. „Wir haben durchschnittlich<br />

zwei bis drei Einsätze<br />

im Jahr“, sagt Frömmrich. Die<br />

haben es allerdings in sich, „weil<br />

es sich immer um Großeinsätze<br />

handelt“. Und die können in ganz<br />

Bayern, Deutschland, ja sogar im<br />

Ausland stattfin<strong>den</strong>. Die kürzesten<br />

Einsatzzeiten, an die sich der Vorsitzende<br />

im Rahmen seiner langjährigen<br />

Laufbahn erinnert? Vier<br />

Stun<strong>den</strong>. Die längsten? 16 Tage<br />

am Stück. „Die Einsätze über gut<br />

zwei Wochen waren jeweils zur<br />

Hochwasser-Bekämpfung.“ Einmal<br />

an der Elbe. Einmal in Frankreich<br />

nahe Marseille. In solchen<br />

Fällen sind die Schongauer ganz<br />

besonders gefragt, weil sie als<br />

„Fachgruppe <strong>für</strong> Wasserscha<strong>den</strong>“<br />

spezialisiert sind auf Hochwasserbekämpfung<br />

und Trinkwasserversorgung.<br />

„Im THW hat jede<br />

Ortsgruppe ihren eigenen Schwerpunkt“,<br />

sagt Frömmrich. Die Garmischer<br />

sind beispielsweise auf<br />

Infrastruktur, Ortung und Logistik<br />

spezialisiert. Heißt: Die einzelnen<br />

Ortsverbände arbeiten je<br />

nach Einsatz intensiv zusammen.<br />

Im Januar beispielsweise waren<br />

die Männer und Frauen des THW<br />

Schongau beim Schnee schippen<br />

in Sachrang (Ortsteil von Aschau<br />

im Chiemgau) und Bayerischzell<br />

(Landkreis Miesbach), um einsturzgefährdete<br />

Dächer von <strong>den</strong><br />

Schneemassen zu befreien.<br />

Fahrzeuge wer<strong>den</strong><br />

präsentiert<br />

Hier<strong>für</strong> notwendig ist nicht nur<br />

Kraft und Engagement, sondern<br />

auch die richtige technische Ausstattung.<br />

Der Schongauer Fuhrpark<br />

besteht derzeit aus einem<br />

Zugtruppenfahrzeug, fünf Lkw,<br />

sieben Anhänger sowie zwei VW-<br />

Bussen und einem Gabelstapler.<br />

Ausgestattet sind Lkw und Anhänger<br />

unter anderem mit großen<br />

Wasserpumpen, Kettensägen,<br />

Bohrer, Sicherungseile, Brennschneider,<br />

hydraulischen Scheren,<br />

Atemschutzgeräte, Fanggurte,<br />

einem Schweißgerät und vieles<br />

mehr. Wer mal einen Blick in einen<br />

dieser Anhänger oder Lkw werfen<br />

möchte, kann dies auch im Rahmen<br />

der Sandsack-Challenge auf<br />

Dächer von Schnee befreit: Die Männer des THW Schongau im Januar.<br />

dem Schongauer Marienplatz tun.<br />

Die aktiven Mitglieder des THW<br />

Schongau wer<strong>den</strong> die größten,<br />

wichtigsten und interessantesten<br />

Fahrzeuge und Anhänger in die<br />

Schongauer Altstadt chauffieren,<br />

aufsperren und <strong>den</strong> technischen<br />

Inhalt bis ins Detail vorstellen.<br />

Dabei selbstverständlich auch<br />

zu sehen: Sandsäcke. Allerdings<br />

die schweren mit bis zu 25 Kilogramm.<br />

js<br />

Große Wasserpumpen gehören zum Ausstattungsgut des THW Schongau.


Unsere Veranstaltungen:<br />

20.9.19<br />

19.00 Uhr<br />

Irischer Abend – John Herb & friends<br />

5.10.19<br />

19.30 Uhr<br />

Kabarett – Alexandra Stiglmeier<br />

12.10.19<br />

14.00 Uhr<br />

Kindernachmittag mit Fackelwanderung<br />

(Anmeldung erforderlich)<br />

19.10.19<br />

19.00 Uhr<br />

Ladies Night<br />

44 | altlandkreis<br />

Kunstcafé<br />

am Tor<br />

Inhaber:<br />

Lena Kaufmann-Friedberger<br />

Reservierung unter:<br />

0 88 67 - 92 10 40<br />

info@kunstcafe-rottenbuch.de<br />

www.kunstcafe-rottenbuch.de<br />

„Augen der Erde“ im „Nirvana“ Hirschau<br />

Schmerzfrei im<br />

Kopf und Fuß<br />

Hirschau | Die erste Fußschule in<br />

Deutschland ist vor 15 Jahren gegründet<br />

wor<strong>den</strong> – und befindet<br />

sich bis heute gut versteckt inmitten<br />

des Schongauer <strong>Altlandkreis</strong>es.<br />

Genaugenommen auf einem<br />

idyllisch gelegenen, malerisch<br />

gestalteten alten Bauernhof in<br />

der Hirschau, oberhalb des Lechs<br />

zwischen Peiting und Steinga<strong>den</strong>.<br />

Selbst <strong>für</strong> Einheimische, die selten<br />

mit dem Fahrrad unterwegs<br />

sind und sich abseits kaum auskennen,<br />

ist der Hof schwer auffindbar.<br />

Trotzdem kommen die<br />

Klienten von Körpertherapeutin<br />

Susanne Kinzelmann-Gullotta aus<br />

dem kompletten deutschsprachgien<br />

Raum, manchmal auch aus<br />

dem entfernteren Ausland. „Es<br />

waren sogar schon Neuseeländer<br />

bei mir“, sagt die 55-Jährige, die<br />

sich über die Jahre hinweg eine<br />

ganz eigene, sehr spezielle Form<br />

der Fuß-Therapie angeeignet<br />

hat. Damit behandelt sie Klienten<br />

mit klassischen Fußproblemen<br />

wie Knick-, Senk- und Spreizfuß,<br />

Hammerzehe oder Hallux Valgus.<br />

Darüber hinaus bildet sie aus zu<br />

sogenannten Fußberatern. „Da<br />

geht es um weit mehr als Einlagen<br />

<strong>für</strong> Schuhe.“ Gefragt ist Susanne<br />

Kinzelmann-Gullotta jedoch vor<br />

allem aus einem Grund: Sie kann<br />

Klienten dann weiterhelfen, wenn<br />

die Schulmedizin an ihre Grenzen<br />

stößt. Paradebeispiel hier<strong>für</strong>: Ein<br />

Mann, der einen Flugzeugabsturz<br />

überlebte, von <strong>den</strong> Ärzten aber<br />

die niederschmetternde Diagnose<br />

„Querschnittslähmung“ gesagt<br />

bekam. Ein an <strong>den</strong> Rollstuhl gefesseltes<br />

Leben wäre in diesem<br />

Falle die logische Folge. „Ich weiß<br />

noch genau, wie er mit zwei Fünfbeinkrücken<br />

das erste Mal zu mir<br />

gekommen ist“, sagt Kinzelmann-<br />

Gullotta. Weil dieser Mann von<br />

Natur aus ein „Kämpfer“ und Positiv<strong>den</strong>ker<br />

ist und sich von Beginn<br />

an mit aller Kraft gegen dieses<br />

Schicksal gewehrt hatte, kann er<br />

inzwischen – zumindest teilweise<br />

– ohne Krücken gehen. Ein<br />

Wunder? „Es zeigt zumindest eindrucksvoll,<br />

wozu der Mensch fähig<br />

ist, wenn er kämpft und sich intensiv<br />

mit sich und seinem Körper<br />

auseinandersetzt.“ Und zugleich<br />

das Glück hat, eine Therapeutin<br />

wie Susanne Kinzelmann-Gullotta<br />

Susanne Kinzelmann-Gullotta hat<br />

diesen Spezialball mitentwickelt.<br />

gefun<strong>den</strong> zu haben – sie weiß an<br />

<strong>den</strong> richtigen Hebeln anzusetzen<br />

und ist fest davon überzeugt: „ich<br />

sehe ihn noch ohne Krücken laufen.“<br />

Wellenmassage lockert<br />

Plantarmuskulatur<br />

Welch gewichtige Rolle dabei gesunde<br />

Füße spielen, „wird uns<br />

Menschen meistens erst bei Problemen<br />

bewusst“. Bei Susanne<br />

Kinzelmann-Gullotta war es nicht<br />

Mediteraner Stil: Der Eingangsbereich von „Augen der Erde“.


Arbeit im Stöckelschuh: Kinzelmann-Gullotta<br />

therapierte Füße von Stewardessen.<br />

anders. Als ehemalige professionelle<br />

Tänzerin litt sie aufgrund<br />

ständiger Überlastung massiv<br />

unter Fußproblemen. Ärzte und<br />

Physiotherapeuten konnten diese<br />

nicht wirklich beheben. Also fing<br />

Kinzelmann-Gullotta an, selbst<br />

an ihren Füßen zu forschen und<br />

machte schließlich ihre eigene<br />

„Schule“ auf. Gleichzeitig las sie<br />

in einem Buch die Geschichte einer<br />

Indianerin, die zum ersten Mal<br />

Schuhe unter ihren Füßen trug<br />

und dieses Gefühl als „wie Augenbin<strong>den</strong><br />

an <strong>den</strong> Füßen“ beschrieb.<br />

Aus dieser Beschreibung heraus<br />

entstand letztlich der Name von<br />

Kinzelmann-Gullottas ganzheitlicher<br />

Fußschule: „Augen der Erde.“<br />

Und so betrachtet die Therapeutin<br />

auch <strong>den</strong> Fuß des Menschen – ist<br />

dieser nicht gesund, verspannt<br />

und von Problemen behaftet, blockiert<br />

er nicht nur <strong>den</strong> Rest des<br />

Körpers, sondern auch <strong>den</strong> Geist<br />

und die Seele. Kurzum: „Man<br />

glaubt gar nicht, wie viel man über<br />

die Behandlung an Füßen<br />

erreichen kann.“<br />

Eine erste Behandlung<br />

dauert bei Kinzelmann-<br />

Gullotta rund eineinhalb<br />

Stun<strong>den</strong>. Zunächst<br />

schaut sie die Füße des<br />

Klienten ganz genau an<br />

und fragt ihn nach <strong>den</strong><br />

Beschwer<strong>den</strong>, anschließend<br />

analysiert sie die<br />

statische Ebene der<br />

Füße und Beine, sucht<br />

unter anderem nach<br />

Fehlbelastungen und Fehlstellungen.<br />

Es folgen zwei, drei passende<br />

Übungen, die erste Linderung verschaffen,<br />

ehe es sich der Klient auf<br />

einer Liege bequem machen darf.<br />

Nun greift Kinzelmann-Gullotta<br />

die Füße, fühlt in sie hinein und<br />

wendet eine spezielle, von ihr entwickelte<br />

Massage-Technik an: Die<br />

„Lebenswelle“, bei der unter anderem<br />

die Plantarmuskulatur gelockert<br />

wird. Darüber hinaus gibt<br />

sie ihren Klienten wertvolle Hilfe<br />

zur Selbsthilfe.<br />

Fußbehandlung als<br />

Seelentherapie?<br />

Bei einem Senkfuß helfe beispielsweise<br />

die „John-Wayne-Übung“:<br />

Beckenbreit und leicht in <strong>den</strong> Knien,<br />

quasi in Skifahrer-Manier, hinstellen<br />

und diese Position halten.<br />

Zum Ausgleich dieser Übung ist<br />

wiederum ein aktiver Streckprozess<br />

notwendig, der mit Hilfe eines<br />

Gummibandes gut funktioniert.<br />

iert<br />

Aber auch einfache „Übungen“<br />

mit Hilfe der Natur bewirken oft<br />

Wunder. Zum Beispiel sich barfuß<br />

in fließendes Gewässer stellen,<br />

oder die Füße am Seeufer unter<br />

die Wasseroberfläche gleiten lassen.<br />

Susanne Kinzelmann-Gullotta<br />

selbst behandelt ihre Klienten je<strong>den</strong>falls<br />

immer ganzheitlich, was<br />

letztlich ein ums andere Mal zu –<br />

auch <strong>für</strong> sie selbst – erstaunlichen<br />

Erfolgen führt. „Ist der Körper<br />

stabil, ist auch die Psyche stabil“,<br />

sagt Kinzelmann-Gullotta,<br />

die ihre Fußbehandlungen auch<br />

als Seelentherapie sieht und die<br />

Probleme ihrer Klienten oft nach<br />

nur ein, zwei Behandlungen lösen<br />

kann. Herumgesprochen haben<br />

sich diese therapeutischen Fähigkeiten<br />

nicht nur bis nach Neuseeland.<br />

Für die Lufthansa GmbH war<br />

Kinzelmann-Gullotta im Gesundheitsmanagement<br />

tätig. Sie verhalf<br />

Stewardessen zum schmerzfreien<br />

Ausgleich des schmerzhaften Stöckelschuh-Tragens.<br />

Außerdem hat<br />

sie in Zusammenarbeit mit einer<br />

Firma einen speziellen, handtaschentauglichen<br />

Massageball namens<br />

„Swing-Pointer“ entwickelt.<br />

Und zu guter Letzt auch noch all<br />

ihr Wissen über Körper, Geist und<br />

Füße des Menschen in ein sehr erfolgreiches<br />

Buch gepackt: Es heißt<br />

„Die Yoga-Fußschule“, ist 170<br />

Seiten stark und beinhaltet unter<br />

anderem Dutzende Übungen, um<br />

Fußprobleme in <strong>den</strong> Griff zu bekommen.<br />

js<br />

> > > BUCH UND MASSAGEBALL ZU GEWINNEN<br />

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost drei Mal das Paket<br />

„Die Yoga-Fußschule“ und „Swing-Pointer“ von Susanne Kinzelmann-Gullotta.<br />

Schicken Sie uns bis 15. <strong>September</strong> eine Postkarte<br />

mit <strong>den</strong> drei Stichwörtern „Augen der Erde“ an „altlandkreis“,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting. Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.<br />

de. Absenderadresse bitte nicht vergessen, da der Gewinn per Post<br />

zugesandt wird. <strong>Das</strong> Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Wir wünschen viel Erfolg!<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 45


Kunstcafé am Tor des ehemaligen Klosters<br />

<strong>Das</strong> Vertrauen des<br />

Dorfes erkämpft<br />

Rottenbuch | Ob man nun auf der<br />

Romantischen Straße von Würzburg<br />

nach Füssen unterwegs ist<br />

und noch die Pfarrkirche Mariä<br />

Geburt besichtigen möchte, auf<br />

einem der zahlreichen Pilgerwege<br />

des <strong>Pfaffenwinkel</strong>s oder eine<br />

Wanderung entlang des Milchwegs<br />

unternimmt: Ein Abstecher<br />

ins Rottenbucher Kunstcafé am Tor<br />

lohnt sich in jedem Fall. 2010 übernahm<br />

Lena Kaufmann-Friedberger<br />

das Café inmitten des ehemaligen<br />

Klosterdorfes, baute es in der Folgezeit<br />

nach ihren Vorstellungen<br />

um. Entstan<strong>den</strong> ist ein offenes Café<br />

mit insgesamt 60 Sitzplätzen an<br />

ganz unterschiedlich gestalteten<br />

Tischen. Dazu gibt es 70 Sitzplätze<br />

im Biergarten, die zum Kaffeetrinken<br />

und Verweilen einla<strong>den</strong>.<br />

Nervenaufreibende<br />

Umbauphase<br />

„Es war von vornherein klar, dass<br />

ich umbauen möchte“, erinnert<br />

sich Lena Kaufmann-Friedberger<br />

an die Anfangszeit. Gut 280 Quadratmeter<br />

Teppichbö<strong>den</strong> mussten<br />

rausgerissen wer<strong>den</strong>, „ein Fass<br />

ohne Bo<strong>den</strong>“, wie sich Kaufmann-<br />

Friedberger an <strong>den</strong> aufwändigen<br />

Umbau erinnert. „Wir kamen vom<br />

Hölzchen aufs Stöckchen“, spricht<br />

sie die Tatsache an, dass sich während<br />

der Renovierungsphase immer<br />

weitere kleinere Projekte auftaten.<br />

Noch am Tag der offiziellen<br />

Eröffnung, im Dezember 2010, sah<br />

es laut Lena Kaufmann-Friedberger<br />

aus wie „Kraut und Rüben“. Glücklicherweise<br />

stan<strong>den</strong> am gleichen<br />

Hier lässt es sich aushalten: 70 Plätze im Biergarten bietet t das Kunstcafé.<br />

Tag einige Damen aus dem Ort vor<br />

der Tür, bewaffnet mit Putzeimern –<br />

der Eröffnungsabend mit letztlich<br />

rund 130 Gästen war gerettet.<br />

Lena Kaufmann-Friedberger, gelernte<br />

Hotelfachfrau, schwebte<br />

nach zweijähriger Tätigkeit als<br />

Berufsschullehrerin wieder eine<br />

praxisnähere Tätigkeit vor, wollte<br />

hier<strong>für</strong> eigentlich einen alten<br />

Bauernhof umfunktionieren. Nach<br />

Besichtigung des zehnten Objektes<br />

gab sie dieses Vorhaben allerdings<br />

auf. Sie bewarb sich bereits<br />

<strong>für</strong> eine Stewardessen-Ausbildung,<br />

ehe sie im April 2010 vom Rottenbucher<br />

Café am Tor las, hinfuhr<br />

und aufgrund des strömen<strong>den</strong><br />

Regens zunächst nicht aussteigen<br />

wollte. „Ich bin froh, dass ich doch<br />

rein bin“, blickt sie heute mit einem<br />

Lächeln im Gesicht zurück.<br />

Die Verträge wur<strong>den</strong> geschlossen,<br />

zum 15. August 2010 übernahm sie<br />

schließlich ihr neues Café. Da in<br />

diesem Jahr die Oberammergauer<br />

Passionsspiele stattfan<strong>den</strong>, insbesondere<br />

die Zimmer der integrierten<br />

Pension entsprechend gebucht<br />

waren, schloss sie nicht sofort,<br />

sondern renovierte von <strong>Oktober</strong> bis<br />

Dezember.<br />

Heute freut sich Lena Kaufmann-<br />

Friedberger, dass alles wie erhofft<br />

gewor<strong>den</strong> ist, auch wenn viele<br />

Ideen erst in der Umbauphase entstan<strong>den</strong>.<br />

Ein kürzlich errichteter<br />

Pavillon im Außenbereich und ein<br />

Spielhaus <strong>für</strong> Kinder nebst Biergarten<br />

run<strong>den</strong> das Ambiente ab.<br />

„<strong>Das</strong> macht es vollkommen“, freut<br />

sich die Café-Chefin darüber, dass<br />

Eltern in Ruhe essen und trinken<br />

können, während sich die Kinder in<br />

Blickweite vergnügen. Sechs Doppel-<br />

und ein Familienzimmer gehören<br />

darüber hinaus zum Angebot<br />

des Kunstcafés am Tor, gerade<br />

im Sommer sind die Zimmer von<br />

Motorrad- oder Fahrradfahrern,<br />

ebenso von Pilgern belegt. Letztere<br />

sind übrigens auch der Grund, warum<br />

es in <strong>den</strong> Zimmern bewusste<br />

keine Fernseher gibt. „Die meisten<br />

46 | altlandkreis


wollen schreiben, zwischendurch<br />

was lesen, haben dadurch weniger<br />

das Bedürfnis, Fernseher zu<br />

schauen.“ Ein Aufenthaltsraum mit<br />

Fernseher steht <strong>den</strong>noch zur Verfügung.<br />

Cake-Truck und<br />

Männerfrühschoppen<br />

Frühstücksbuffet, Bauernhof-Eis<br />

ohne Zusatzstoffe, die meisten Produkte<br />

aus der Region, Bistroküche<br />

mit kleinen aber feinen Gerichten –<br />

die Speisekarte vom Kunstcafé<br />

am Tor zeigt sich fast so bunt wie<br />

dessen Einrichtung. Ursprünglich<br />

war geplant, unter anderem im<br />

Businessplan verankert, Catering<br />

zusätzlich anzubieten. „Allerdings<br />

haben sich die Prioritäten ein<br />

wenig verschoben“, erklärt Lena<br />

Kaufmann-Friedberger, die mittlerweile<br />

zweifache Mutter ist. Aber:<br />

Was nicht ist, kann sicherlich noch<br />

wer<strong>den</strong>, hat sie doch stets neue<br />

Ideen im Kopf. Momentan würde<br />

ihr eine Art „Cake-Truck“ im Stile<br />

der derzeit so angesagten Food-<br />

Trucks vorschweben. Schon jetzt<br />

backen eine langjährige Mitarbeiterin<br />

sowie ihre Mutter die täglich<br />

wechseln<strong>den</strong> Torten und Kuchen<br />

selbst, die von allen Seiten gelobt<br />

wer<strong>den</strong>. „<strong>Das</strong> lässt mich nicht los“,<br />

spricht sie über ihre Vision, die jedoch<br />

allenfalls Zukunftsmusik ist.<br />

Der Erfolg im Kunstcafé am Tor<br />

sollte sich nicht sofort einstellen,<br />

wie Lena Kaufmann-Friedberger<br />

gesteht. Rund dreieinhalb Jahre<br />

habe es gedauert, seitdem gehe es<br />

bergauf. „Man muss sich eben das<br />

Vertrauen des Dorfes erkämpfen.“<br />

Um dieser anfänglichen Skepsis<br />

entgegenzuwirken und sich kennenzulernen,<br />

bietet sie seit der Eröffnung<br />

monatlich ein, zwei kulturelle<br />

Veranstaltungen an: Konzerte,<br />

Kabarett, Lesungen. Während sie<br />

zunächst vieles ausprobierte, wird<br />

heute viel mehr hinterfragt, was<br />

auch Sinn ergibt. Etwa die gut laufen<strong>den</strong><br />

Irischen Abende mit Live-<br />

Musik in Pub-Atmosphäre. Weniger<br />

gut liefen indes die Lesungen, wo<br />

bei drei Versuchen jeweils nur eine<br />

Handvoll Leute anwesend waren –<br />

und vorerst eingestellt wur<strong>den</strong>.<br />

Gerne würde sie zukünftig vermehrt<br />

Kunstausstellungen jeglicher<br />

Art zeigen. „Wer sich angesprochen<br />

fühlt, darf sich gerne mel<strong>den</strong>.“<br />

Schon jetzt dürfen sich Kunstcafé-<br />

Besucher auf das Veranstaltungs-<br />

Programm im Herbst und Winter<br />

freuen. Unter anderem auf das<br />

Kabarett mit Alexandra Stiglmeier<br />

am Samstag, 5. <strong>Oktober</strong> um<br />

19.30 Uhr. Oder auf einen Kindernachmittag<br />

mit basteln, tanzen,<br />

malen, spielen und singen am<br />

Samstag, 12. <strong>Oktober</strong>, ab 14 Uhr<br />

und Fackelwanderung ab 19 Uhr.<br />

Ladies Night ist am Samstag, 19.<br />

<strong>Oktober</strong>, ab 19 Uhr, und auch die<br />

Adventsbrunche sowie die beliebte<br />

Feuertonne mit Glühwein, jeweils<br />

ab 18 Uhr an <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Sonntagen<br />

vor Weihnachten, werfen ihre<br />

Schatten voraus. Ein besonderes<br />

Highlight beim Männerfrühschoppen<br />

am 23. Dezember: Während<br />

die Herren ihre – zumeist – Hopfengetränke<br />

genießen, packt das<br />

Kunstcafé-Team auf Wunsch Geschenke<br />

ein. Viel mehr Win-win-<br />

Situation geht eigentlich kaum –<br />

ähnlich wie bei Rottenbuch und<br />

dem Kunstcafé am Tor.<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 47


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<strong>Altlandkreis</strong> | Am Dienstag, 10. <strong>September</strong>,<br />

beginnt das neue Schuljahr<br />

– und damit <strong>für</strong> zahlreiche Erstklässler<br />

ein neuer Lebensabschnitt.<br />

Hier<strong>für</strong> ganz entschei<strong>den</strong>d: Ein<br />

passender Schulranzen. Auf welche<br />

Kriterien Eltern und Großeltern<br />

beim Kauf achten sollten? Experte<br />

Robert Seitz, Inhaber des gleichnamigen<br />

Fachhandels <strong>für</strong> Schreibwaren,<br />

zählt an dieser Stelle sechs<br />

entschei<strong>den</strong>de Punkte auf: Der<br />

Ranzen muss gut und dicht am Körper<br />

sitzen. Innerhalb der Schulterund<br />

Beckenhöhe abschließen, also<br />

weder zu tief noch zu hoch getragen<br />

wer<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> Tragegurtsystem<br />

sollte unbedingt höhenverstellbar<br />

und mitwachsend sein. Eine ergonomische<br />

Rückenpolsterung<br />

besitzen. Er sollte rundum stabil<br />

sein und eine hohe Standsicherheit<br />

aufweisen. Und ganz wichtig: Bei<br />

Dämmerung und Dunkelheit gut<br />

sichtbar sein, weshalb integrierte<br />

Reflektoren unerlässlich sind. Allen<br />

voran im Herbst und Winter, wenn<br />

die Schüler sich überwiegend im<br />

Dunkeln auf <strong>den</strong> Weg zum Schulhaus<br />

machen. Damit die Kun<strong>den</strong><br />

von Robert Seitz diese entschei<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

Punkte nicht mitschreiben<br />

oder auswendig lernen müssen,<br />

überreicht er ihnen in der Regel<br />

ein Din-A4-großes Info-Blatt, spielerisch<br />

aufgezogen und gestaltet<br />

mit dem Titel „Ranzen Rudi hilft!“.<br />

Diese Sponge-Bob-ähnliche Komikfigur,<br />

in diesem Falle kein gelber<br />

Schwamm, sondern ein blauer<br />

Schulranzen mit Gesicht, Hän<strong>den</strong><br />

und Beinen, kommt bei Kindern,<br />

Eltern und Großeltern extrem gut<br />

an und trägt sicherlich auch dazu<br />

bei, dass die Ranzen-Party Ende Januar<br />

oder Anfang Februar eine Riesengaudi<br />

ist und inzwischen schon<br />

fast Kultstatus erreicht hat.<br />

780 Gramm<br />

Leergewicht<br />

Ranzen-Party? Die findet mittlerweile<br />

seit neun Jahren im Schongauer<br />

Autohaus Becher statt und<br />

ist laut Robert Seitz der Info-Spott<br />

schlechthin in Sachen Schulranzen-<br />

Kauf. „Die meisten kommen in<br />

Gruppen.“ <strong>Das</strong>s habe <strong>den</strong> großen<br />

Vorteil, dass sich Eltern, Großeltern<br />

und Kinder untereinander<br />

absprechen können über Modell,<br />

Farbe und Motive. Schließlich will<br />

der kleine Maxi wissen, mit welchem<br />

Schulranzen sein Kindergartenfreund<br />

Stefan künftig in die<br />

Grundschule pilgert. Es geht um<br />

Trend, um Coolness. Und in diesem<br />

Punkt auch darum, wegen<br />

Robert Seitz,<br />

Experte in Sachen<br />

Schulranzen.<br />

des Schulranzens nicht zum Außenseiter<br />

degradiert zu wer<strong>den</strong> –<br />

Mobbing ist auch hier ein riesen<br />

Thema. Grundsätzlich fällt Robert<br />

Seitz seit Jahren auf, „dass die Kun<strong>den</strong><br />

großen Wert auf hohe Qualität<br />

legen“. Die meisten entschei<strong>den</strong><br />

sich <strong>für</strong> ein Oberklasse-Modell. Die<br />

klare Nummer eins <strong>für</strong> angehende<br />

Erstklässler war und ist heuer die<br />

Ranzenart „Cubo“ von „ergobag“.<br />

Die Modelle „Schlaubär“ und „Perlentauchbär“<br />

waren aus dieser<br />

Reihe die Renner schlechthin. Zwei<br />

große Hauptfächer, eine mittelgroße<br />

Front-Tasche <strong>für</strong> die Brotzeit<br />

und ein oder zwei Flaschenhalter<br />

an der jeweiligen Seite. Erhältlich<br />

ist dieser Ranzen in drei Modellgrößen,<br />

die leer zwischen 780 und<br />

1 100 Gramm wiegen und zwischen<br />

19 und 20 Liter Fassungsvolumen<br />

aufweisen. Grund <strong>für</strong> drei marginal<br />

unterschiedliche Modelle?<br />

„Ein kleines, zierliches Mädchen<br />

braucht das leichteste Modell, das<br />

48 | altlandkreis


auch etwas schmaler geschnitten<br />

ist“, so Robert Seitz. Farblich haben<br />

sich die künftigen männlichen<br />

Erstklässler hauptsächlich <strong>für</strong> ein<br />

dunkelblaues Modell entschie<strong>den</strong>.<br />

Die Mädels <strong>für</strong> <strong>den</strong> Ranzen in Pink.<br />

Nicht zu vergessen: Die Auswahl<br />

passender, tennisballgroßer Sticker<br />

mit Lieblingsmotiv. Bei Jungs besonders<br />

beliebt ist ein klassischer<br />

Fußball in Weiß-Schwarz, bei Mädels<br />

die Zeichentrickfigur Cinderella.<br />

Oder, in diesem Falle bei bei<strong>den</strong><br />

Geschlechtern gleichermaßen: Ein<br />

Dinosaurier-Aufkleber, der dank<br />

Klettverschluss – wie alle anderen<br />

Sticker auch – beliebig ausgetauscht<br />

wer<strong>den</strong> kann.<br />

Preislich liegen die Oberklasse-<br />

Ranzen bei rund 200 Euro. Mit Regen-Kit,<br />

Feder- und „Schlamper“-<br />

Mäppchen bei rund 240 Euro. Ein<br />

stolzer Preis, der sich aber lohnt<br />

und runtergerechnet auch nur<br />

bei wenigen Cent pro Tag liegt.<br />

Schließlich tragen ihn die Kinder<br />

täglich über meistens drei Jahre<br />

hinweg bei Wind und Wetter, knallen<br />

ihn immer wieder mal unsanft<br />

auf <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong> oder schleudern ihn<br />

gaudihalber um die eigene Achse –<br />

die Ranzen machen also, speziell<br />

die von <strong>den</strong> Jungs, was mit. Und<br />

da<strong>für</strong> muss die Qualität nun mal<br />

stimmen. Zumal der Qualitätsunterschied<br />

zwischen Oberklasse-<br />

und Billigprodukt laut Robert<br />

Seitz speziell im Schulranzen-<br />

Geschäft sehr deutlich sei. Nichtsdestotrotz<br />

gibt es auch brauchbare<br />

Modelle ab 50 Euro. Aber warum<br />

wer<strong>den</strong> diese Ranzen nur drei Jahre<br />

getragen? „Weil dann der pinke<br />

Erstklass-Ranzen mit Cinderella-<br />

Sticker schlichtweg zu uncool ist.“<br />

Heißt: Ab der dritten, spätestens<br />

vierten Klasse wollen die meisten<br />

Schüler einen noch sportlicheren<br />

Ranzen, genannt Schulrucksack.<br />

Der ist optisch und auch von der<br />

Funktionalität her kaum zu unterschei<strong>den</strong><br />

von einem Berg-, Bike-,<br />

oder Wanderrucksack, wozu diese<br />

Modelle auch durchaus hergenommen<br />

wer<strong>den</strong>. „Satch“ ist hier<br />

die Trendmarke der Stunde, hat<br />

in der Tat zahlreiche coole Modelle<br />

<strong>für</strong> Mädels und Jungs anzubieten.<br />

Zwei große Hauptfächer,<br />

in die alle wichtigen Unterlagen<br />

hineinpassen, prägen auch hier<br />

<strong>den</strong> Aufbau. Und auch die eigene<br />

Fronttasche sowie die seitlichen<br />

Halterungen <strong>für</strong> Getränke sind mit<br />

<strong>den</strong> Erstklass-Ranzen vergleichbar.<br />

Vor allem die Farbwahl ändert<br />

sich beim Kauf eines Schulrucksacks<br />

jedoch deutlich im Vergleich<br />

zu <strong>den</strong> Schulanfängern: Die Jungs<br />

entschie<strong>den</strong> sich heuer vor allem<br />

<strong>für</strong> einen schwarzen Rucksack<br />

mit silbergrauen Streifen und Flecken.<br />

Die Mädels setzen verstärkt<br />

auf ein dunkelblaues Modell mit<br />

bunten Farbaufdrücken. 24 bis 30<br />

Liter Volumen fassen diese<br />

Schulrucksäcke,<br />

wiegen zwischen 1 100 und<br />

1 400 Gramm und kosten mit gut<br />

100 Euro deutlich weniger als die<br />

Erstklass-Modelle.<br />

Endspurt mit<br />

Umhängetasche?<br />

Wie lange diese stylischen Schulrucksäcke<br />

getragen wer<strong>den</strong>? „Von<br />

vielen tatsächlich bis zum Ende<br />

ihrer Schulzeit.“ Andere steigen<br />

ab der achten, neunten oder zehnten<br />

Klasse auf Stu<strong>den</strong>tenähnliche<br />

Umhängetaschen um. Oder,<br />

weil nach wie vor schwer beliebt<br />

bei Jugendlichen: Auf einen einfarbigen,<br />

schlichten Rucksack<br />

der Trendmarke „Eastpack“. Von<br />

Eltern sicherlich verschrien, weil<br />

gefühlt nur halb so viel Inhalt Platz<br />

hat. Von <strong>den</strong> jugendlichen Schülern<br />

da<strong>für</strong> umso mehr geliebt.<br />

„Eastpack ist einfach cool“, hört<br />

man noch heute von vielen Seiten.<br />

Und es handelt sich, ganz wichtig,<br />

um einen einfachen Rucksack,<br />

nicht um einen Ranzen. Der Begriff<br />

Ranzen ist nämlich <strong>für</strong> die meisten<br />

Kinder ein eher altmodischer<br />

Begriff. Und er passt auch nicht<br />

mehr wirklich als Bezeichnung<br />

zu <strong>den</strong> verschie<strong>den</strong>en Modellen.<br />

Selbst die Oberklasse-Modelle <strong>für</strong><br />

Erstklässler gleichen optisch und<br />

vom Aufbau her einem Sport- und<br />

Freizeitrucksack. Und diese Form<br />

von Schulranzen kommt speziell in<br />

ländlicheren Regionen wie hier in<br />

Weilheim-Schongau besonders gut<br />

an. „<strong>Das</strong> hängt sicherlich auch mit<br />

dem Freizeitverhalten der Familien<br />

zusammen, das sich ja überwiegend<br />

draußen in der Natur oder in<br />

<strong>den</strong> Bergen abspielt“, sagt Robert<br />

Seitz. In Großstädten nämlich, das<br />

weiß Seitz von mehreren Kollegen,<br />

seien die Ranzenartigeren Modelle<br />

der bekannten Marke<br />

„Scout“ beliebter. js<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 49


Küchenchef und Festwirt aus Lei<strong>den</strong>schaft<br />

„Jeder Gast ist gleich“<br />

Wir wünschen allen<br />

Besuchern der Festtage in Reichling<br />

viel Freude und <strong>den</strong> Vereinen<br />

gutes Gelingen!<br />

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Reichling | <strong>Das</strong> extrem frühe Aufstehen<br />

hat Magnus Ostenrieder<br />

damals von einer Bäckerlehre abgeschreckt.<br />

Stattdessen lernte der<br />

Reichlinger Koch. Aufstehen um 7<br />

Uhr, in die Arbeit fahren um 7.30<br />

Uhr, schuften bis 22 oder 22.30 Uhr,<br />

dann wieder zurück nach Hause.<br />

„Sieben Tage die Woche mache ich<br />

inzwischen nicht mehr“, sagt der<br />

39-Jährige. <strong>Das</strong>s er trotzdem noch<br />

Woche <strong>für</strong> Woche schier unzählige<br />

Überstun<strong>den</strong> aufbaut, ist ihm<br />

selbstverständlich bewusst. „Aber<br />

ohne würde es in der Gastronomie<br />

nicht laufen.“ Auch nicht auf allerhöchstem<br />

Niveau, wo sich Ostenrieder<br />

seit vielen Jahren bewegt. Nach<br />

seiner Ausbildung in Bad-Kohlgrub<br />

kochte er im Wald- und Schlosshotel<br />

Friedrichsruhe – fünf Sterne,<br />

bekannt als Deutschlands bestes<br />

Wellness-Hotel. Danach, von seiner<br />

vierjährigen, heimatnahen Station<br />

in der Epfacher Sonne mal abgesehen,<br />

ausschließlich in <strong>den</strong> hochfrequentierten<br />

Großgaststätten Münchens:<br />

Stellvertretender Küchenchef<br />

in der Augustiner Großgaststätte,<br />

Küchenchef im Augustiner-Keller,<br />

Küchenchef im Augustiner-Zelt auf<br />

dem Münchner <strong>Oktober</strong>fest, stellvertretender<br />

Küchenchef im Donisl<br />

sowie aktuell Küchenchef in der<br />

Waldwirtschaft Großhesselohe.<br />

Außerdem seit 2018 Küchenchef im<br />

Wiesn-Zelt Zur Schönheitskönigin,<br />

darüber hinaus Küchenchef beim<br />

alljährlichen Frühlingsfest in der<br />

Landeshauptstadt – die Liste der<br />

Stationen von Magnus Ostenrieder<br />

ist <strong>für</strong> einen Koch verhältnismäßig<br />

kurz, da<strong>für</strong> umso klangvoller. Kurzum:<br />

Er hat mit viel Fleiß und Herzblut<br />

Karriere gemacht als Koch. Und<br />

ist als Küchenchef verantwortlich<br />

<strong>für</strong> was? „Im Grunde <strong>für</strong> alles“, sagt<br />

Sinn <strong>für</strong> Humor ist im harten Beruf<br />

von Magnus Ostenrieder essentiell.<br />

er und grinst. Ganz normal kochen,<br />

Personal einstellen, Lebensmittel<br />

einkaufen, Azubis lehren, Arbeitszeiten<br />

der Mitarbeiter dokumentieren<br />

und die volle Verantwortung<br />

übernehmen – er ist unter anderem<br />

voll haftbar, sollte es zu einem Hygiene-Verstoß<br />

kommen.<br />

Ochsenfleisch aus<br />

der Nachbarschaft<br />

Warum Magnus Ostenrieder sich<br />

von Beginn an auf die traditionell<br />

bayerische Küche konzentrierte?<br />

„Weil es <strong>für</strong> mich nix besseres<br />

gibt“, sagt er. Seine persönlichen<br />

Lieblingsgerichte sind Rindsroula<strong>den</strong><br />

und geschmorte Ochsenbackerl.<br />

Dazu ein frischgezapftes<br />

Augustiner. Herrlich. Und bald<br />

auch in unmittelbarer Region zu<br />

genießen? Mit seiner langjährigen<br />

Erfahrung als Küchenchef auf<br />

höchstem Niveau wagte er Anfang<br />

April <strong>den</strong> Schritt zur Selbstständigkeit,<br />

wird in Zukunft neben seinen<br />

Tätigkeiten als Küchenchef in der<br />

Waldwirtschaft, auf der Wiesn und<br />

dem Frühlingsfest immer häufiger<br />

als Festwirt in Erscheinung<br />

treten. Sein erster großer Auftritt:<br />

<strong>Das</strong> Bezirksmusik- und Landjugendfest<br />

in Reichling. Fünf Tage im<br />

3 000-Mann-Zelt mit acht warmen<br />

Speisen, zwei kalten, vier als Imbiss<br />

sowie fünf verschie<strong>den</strong>e Beilagen.<br />

Die Speisekarte ist bewusst kleiner<br />

gewählt als bei vergleichbaren<br />

Veranstaltungen, trotzdem vielfältig<br />

genug und qualitativ umso hochwertiger.<br />

An erster Stelle gelistet:<br />

Ochsenbraten mit Semmelknödel<br />

und Kartoffelsalat aus Fleisch von<br />

Ochsenzüchter Alexander Karl aus<br />

Reichlingsried, also aus direkter<br />

Nachbarschaft. Darüber hinaus<br />

gibt‘s Rollbraten, Wiener Schnitzel,<br />

Ofenkartoffeln mit Kräuterquark<br />

und Salat, Kässpätzle mit Röstzwiebel,<br />

Currywurst, Lachs- und Fischsemmel,<br />

Schnitzel, Leberkäse, Obadzda<br />

und Bayerischen Wurstsalat.<br />

„Dies natürlich mit einem süffigen<br />

Bier“, so Magnus Ostenrieder, der<br />

an dieser Stelle aus markenrechtlichen<br />

Grün<strong>den</strong> keinen Namen nennen<br />

darf. Fakt ist: Aufgrund seiner<br />

langjährigen Tätigkeiten profitiert<br />

er von exzellenten Kontakten zu <strong>den</strong><br />

verschie<strong>den</strong>sten Brauereien. <strong>Das</strong><br />

gilt auch <strong>für</strong>s Küchen- und Bedienpersonal.<br />

„<strong>Das</strong> Essen muss warm<br />

sein, das Bier frisch, und die Leute<br />

müssen schnell bedient wer<strong>den</strong>“,<br />

sagt er. 50 bis 60 Männer und Frauen<br />

wer<strong>den</strong> in Reichling schweißtreibende<br />

Arbeit verrichten. Die erfahrenen<br />

Servicekräfte kommen aus<br />

ganz Bayern, zum Teil sogar aus<br />

Österreich. In Sachen Ausstattung<br />

50 | altlandkreis


ist Magnus Ostenrieder ebenfalls<br />

bestens ausgestattet. Riesige Öfen<br />

und Kochtöpfe mit Kippfunktion,<br />

große Arbeitsplatten aus Edelstahl,<br />

Grillplatten, Spülmaschinen, Kühlschränke,<br />

Anbauzelt, Maßkrüge,<br />

Teller und Besteck – einen großen<br />

Teil der Ausstattung stellt er selbst,<br />

wird hier<strong>für</strong> auch bald einen Hallenteil<br />

zur Lagerung anmieten. Den<br />

Rest, zum Beispiel Maßkrüge, Teller<br />

und Besteck, leiht er sich aus.<br />

Fußballer, Schauspieler<br />

und Geschäftsleute<br />

Obwohl das Bezirksmusik- und<br />

Landjugendfest in Reichling (siehe<br />

Seite 52/53) das erste große<br />

Festwirt-Projekt <strong>für</strong> Magnus Ostenrieder<br />

wer<strong>den</strong> wird, hält sich die<br />

Nervosität bei ihm in Grenzen. Ganz<br />

im Gegenteil: „Ich habe schon jetzt<br />

richtig Bock darauf.“ Wohl auch,<br />

weil er ganz genau weiß, was zu<br />

tun ist, um mehrere tausend Musiker<br />

und Festbesucher glücklich zu<br />

machen. Im Rahmen des <strong>Oktober</strong>festes<br />

sei es <strong>für</strong> ihn ganz normal,<br />

5 500 Essen am Tag „rauszuhauen“.<br />

Da haut <strong>den</strong> lei<strong>den</strong>schaftlichen<br />

Koch so ein fünftägiges Fest<br />

in einem 3000-Mann-Zelt sicher<br />

nicht um. Apropos Umhauen. Auf<br />

die Frage, wie er all diese Dinge<br />

unter einen Hut bringt, verweist<br />

Magnus Ostenrieder auf die kalte<br />

Jahreszeit. „Über <strong>den</strong> Winter<br />

wer<strong>den</strong> Überstun<strong>den</strong> abgebaut.“<br />

Dann arbeitet er oft nur zwei Tage<br />

die Woche und nutzt die freie Zeit,<br />

um seiner anderen großen Lei<strong>den</strong>schaft<br />

nachzugehen: Skifahren<br />

und Skitouren. Mehrere Skiurlaube<br />

sowie diverse Tagestouren von daheim<br />

aus braucht der 39-Jährige,<br />

um sich vom massiven Küchen- und<br />

Veranstaltungsstress ausreichend<br />

zu erholen. Wobei er mittelfristig<br />

ohnehin etwas kürzertreten möchte<br />

in Sachen Küchenchef in der Großgastro.<br />

Geht sein Plan als Festwirt<br />

mit drei bis vier Veranstaltungen<br />

pro Jahr auf, wäre das in jedem<br />

Falle drin. „<strong>Das</strong> ist zwar ein harter<br />

Weg, weil sehr viel dahintersteckt.“<br />

Aber: Festwirte sind mittlerweile<br />

rar gesät, wer<strong>den</strong> immer weniger.<br />

Und die Erfahrung, die Magnus Ostenrieder<br />

als Koch und Küchenchef<br />

vorzuweisen hat, ist ohnehin nur<br />

schwer zu toppen – und bestückt<br />

mit unzählig vielen Anekdoten aus<br />

der Kategorie „unvergessen“. Als<br />

er als Azubi in Bad Kohlgrub seine<br />

erste Suppe kochte, vergaß er umzurühren<br />

– zwei Stun<strong>den</strong> später war<br />

die Suppe nicht mehr zu retten. Daraus<br />

lernte er offensichtlich schnell,<br />

hatte im Laufe seiner Karriere auch<br />

schon mit Alfons Schuhbeck zu tun<br />

und arbeitete unter anderem <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> weltbekannten österreichischen<br />

Koch Eckart Witzigmann. Und<br />

wenn mal wieder die Spieler des FC<br />

Bayern München, bekannte Ex-Profis,<br />

Schauspieler oder hochrangige<br />

Geschäftsleute seine Gerichte in der<br />

Waldwirtschaft in Pullach verköstigt<br />

wer<strong>den</strong>? „Für mich ist jeder Gast<br />

gleich“, sagt Magnus Ostenrieder,<br />

der trotz aller Erfolge und Erlebnisse<br />

am und neben dem Kochtopf auf<br />

dem Bo<strong>den</strong> geblieben ist.<br />

js<br />

Kochender Küchenchef: Magnus<br />

Ostenrieder in der Großgastro.<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 51


Bezirksmusik- und Landjugendfest in Reichling<br />

Obacht, Stimmung!<br />

Reichling | Wenn das mal kein<br />

Nachspiel haben wird – und zwar<br />

ein grandioses: Noch bevor der<br />

Startschuss zu <strong>den</strong> Vorbereitungen<br />

<strong>für</strong> das 48. Bezirksmusikfest gemeinsam<br />

mit dem 49. Bezirkslandjugendtag<br />

in Reichling gefallen<br />

war, wussten die Trompeter in <strong>den</strong><br />

Reihen des Musikvereins schon,<br />

wen sie gerne als Hauptattraktion<br />

auf die Bühne stellen möchten.<br />

Mit Vlado Kumpan haben sich die<br />

Musiker allerdings einen Künstler<br />

herausgepickt, der es ihnen nicht<br />

gerade leicht machen wird. <strong>Das</strong><br />

Spiel des gebürtigen Slowaken,<br />

als „Stern am Blasmusikhimmel“<br />

bekannt, wird unter Kennern<br />

hochgelobt, die musikalische Latte<br />

damit deutlich erhöht. „Die Jungs<br />

himmeln ihn an“, bestätigt Kathrin<br />

Bleicher lachend, die innerhalb<br />

von „Musik verein(t) Reichling“<br />

als Vorsitzende fungiert. Da Vlado<br />

Kumpan nun tatsächlich am Freitag,<br />

13. <strong>September</strong>, ab 20 Uhr mit<br />

seinen Musikanten auf der Bühne<br />

des Festzeltes am Reichlinger<br />

Fußballplatz stehen wird, heißt es<br />

<strong>für</strong> die Trompeter bis dahin eines<br />

mit Nachdruck: üben, üben, üben!<br />

Ein wenig Stolz auf das Engagement<br />

der Trompeter, das letztendlich<br />

zur Zusage des Künstlers<br />

geführt hat, ist Kathrin Bleicher<br />

schon. Dennoch ist sie gespannt,<br />

wie Kumpan bei <strong>den</strong> Festgästen<br />

ankommen wird. Tatsächlich<br />

begibt sich der Verein damit auf<br />

einen experimentellen Weg; das<br />

Jahr über umringt von anderen<br />

Festlichkeiten dieser Machart, will<br />

man dem Publikum im Reichlinger<br />

Festzelt so auch ein wenig<br />

Abwechslung bieten. Schon der<br />

zeitliche Abstand zu <strong>den</strong> Wertungsspielen<br />

ist ein Novum <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Verein, sie fan<strong>den</strong> bereits Mitte<br />

Mai statt und damit abgekoppelt<br />

vom Bezirksmusikfest. <strong>Das</strong> stellte<br />

die Verantwortlichen allerdings<br />

auch vor die große Frage, wie dieser<br />

nun fehlende Programmpunkt<br />

musikalisch aufgefangen wer<strong>den</strong><br />

könnte. Herausgekommen ist nun<br />

„Blosmusi united – mi spiela<br />

mitnand!“, Programmpunkt am<br />

Festsonntag gegen 17 Uhr. Alle<br />

Musiker, die zum Bezirksmusikfest<br />

eingela<strong>den</strong> sind, wer<strong>den</strong> darin<br />

aufgerufen, sich spontan zum<br />

Improvisieren auf eine von zwei<br />

Bühnen zu begeben. Kathrin Blei-<br />

Freuen sich auf zahlreiches Erscheinen: Die Frauen und Männer des Musikvereins Reichling.<br />

52 | altlandkreis


cher hat dies einige i Male schon<br />

erlebt, etwa wenn sich unzählige<br />

Posaunisten unterschiedlichster<br />

Vereine <strong>für</strong> ein Stück zusammentun.<br />

„<strong>Das</strong> ist der totale Wahnsinn“,<br />

schwärmt sie, nicht nur aus musikalischer<br />

Sicht. Auch optisch sei<br />

das ein Ereignis, und bleibe einem<br />

Musiker mit Herzblut lange im Gedächtnis.<br />

Garderobe der<br />

besonderen Art<br />

Der Musikverein<br />

Reichling um 1938.<br />

Nicht immer ergeben sich solche<br />

Arrangements; zumeist verstauen<br />

die Musiker ihre Instrumente nach<br />

getanem Auftritt im Fahrzeug,<br />

um anschließend <strong>den</strong> Festverlauf<br />

ungestört genießen zu können.<br />

Spontanes Improvisieren sei so<br />

nicht einfach, gesteht Bleicher.<br />

Doch auch da<strong>für</strong> habe man eine<br />

Lösung gefun<strong>den</strong> – eine, die Schule<br />

machen dürfte: Ein alter Feldstadel<br />

in unmittelbarer Nähe zum<br />

Festzelt wird da<strong>für</strong> kurzerhand<br />

zur „Instrumenten-Garderobe“<br />

umfunktioniert. Dort können die<br />

teilnehmen<strong>den</strong> Musiker ihr Instrument<br />

zwischenlagern, erklärt<br />

Kathrin Bleicher. Kommt es zum<br />

spontanen musikalischen Intermezzo,<br />

ist Tuba, Posaune oder<br />

Saxophon schnell aus der Instrumentengarderobe<br />

geholt. „Wir<br />

sind sehr gespannt, was musikalisch<br />

passieren wird“, sagt sie.<br />

Neuland betritt der Verein, hinter<br />

dem sich die Reichlinger Ortsteile<br />

musikalisch versammeln, auch<br />

mit der Gestaltung des Festmontags,<br />

16. <strong>September</strong>. Gemeinsam<br />

mit Festwirt Magnus Ostenrieder<br />

und der Landjugend, die ebenfalls<br />

zum Ausrichterteam gehört, hat<br />

man die „Feierabendchallenge“<br />

ins Leben gerufen. Ostenrieder,<br />

der selbst aus Reichling stammt,<br />

beweist sein Können unter anderem<br />

als Küchenchef des Augustinerzelts<br />

auf der Wiesn. Ihn als Festwirt<br />

gewinnen zu können, ist ganz<br />

großes Kino <strong>für</strong> alle Beteiligten<br />

(siehe Seite 50/51). Und ein ganz<br />

neues Kaliber in Sachen Festzelt.<br />

Allein der Stromaufwand sei hoch<br />

wie nie, sagt Kathrin Bleicher. Zur<br />

Freude des Vereins kümmert sich<br />

eine Reichlinger Elektrofirma um<br />

die benötigte Spannung. Mit dem<br />

gastronomischen Schwergewicht<br />

Magnus Ostenrieder geht es im<br />

Rahmen des Bezirksmusikfests<br />

dann auch dem klassischen Tag<br />

der Betriebe „an <strong>den</strong> Kragen“. Mit<br />

„Chef zahlt Platte“ oder dem „Nixzwinger-Paket“<br />

– <strong>für</strong> die Damen,<br />

die „ja wieder koan Hunger ham“,<br />

schmunzelt Kathrin Bleicher –<br />

wollen die Festausrichter so neuen<br />

Schwung in eine alte Tradition<br />

bringen. Und selbst der Ochs am<br />

Spieß kommt aus Reichling, direkt<br />

von der Weide des Landwirts<br />

Alexander Karl, der zudem zweiter<br />

Vorsitzender beim Musikverein<br />

Reichling ist. Ergänzt wird dieser<br />

Betriebsabend 2.0 passend mit einem<br />

Wiesn-Warm-up und un-<br />

<br />

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<br />

<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 53


terhaltsamen Spielrun<strong>den</strong>. „Wer<br />

möchte, kann sich als Gruppe dazu<br />

anmel<strong>den</strong>“, sagt Kathrin Bleicher.<br />

Jedoch gelte auch hier der Grundsatz:<br />

keiner muss, man kann!<br />

Charisma<br />

und Können<br />

Apropos Können – das sich hinter<br />

„Musik verein(t) Reichling“ die<br />

Kapellen der Ortsteile so harmonisch<br />

vereinen, das ist <strong>für</strong> Kathrin<br />

Bleicher nach wie vor eine besondere<br />

Geschichte. Nicht nur „können“<br />

die Musiker sehr gut miteinander,<br />

was bereits zu einigen<br />

familiären Verbindungen geführt<br />

hat. Zum anderen habe Dirigent<br />

Lars Scharding großen Anteil an<br />

dieser Harmonie, sagt Bleicher.<br />

Sein Fachwissen, gepaart mit<br />

einer großen Portion Charisma,<br />

kommt an bei <strong>den</strong> Musikern – und<br />

bringt dem Verein stetigen Zulauf.<br />

„Knapp vier Prozent unserer<br />

Einwohner spielen bei uns“, freut<br />

sich die Vorsitzende. 65 aktive Musiker<br />

zählt der Verein heute, allein<br />

<strong>2019</strong> ist er um 13 neue Mitglieder<br />

gewachsen. Erreicht wird zudem<br />

auch das junge Publikum; unter<br />

dem Zusammenschluss Jungbläser<br />

Lechrain – dazu zählen die<br />

Musikvereine aus Pürgen, Rott,<br />

Thaining, Pflugdorf-Stadl, Pitzling,<br />

Hofstetten-Hagenheim und<br />

Reichling – findet die Ausbildung<br />

des Vereinsnachwuchses statt, der<br />

Die Vorstandschaft der Landjugend Reichling um <strong>den</strong> ersten Vorsitzen<strong>den</strong><br />

Manuel Schäferle (hintere Reihe, 3. von rechts).<br />

<strong>den</strong>noch Mitglied im jeweiligen<br />

Musikverein bleibt. Zudem profitiere<br />

man davon, dass sich die<br />

Jungbläser der einzelnen Ortschaften<br />

untereinander so gut kennenlernen.<br />

„Sie bringen Schwung in<br />

die Vereine. Alt neben jung – eine<br />

Bereicherung <strong>für</strong> uns alle“, freut<br />

sich Bleicher.<br />

Groß ist nun die Vorfreude auf das<br />

bevorstehende Bezirksmusikfest;<br />

auch unter der Landjugend, die<br />

mit dem Bezirkslandjugendfest<br />

gleichzeitig ihr 70. Vereinsjahr<br />

feiern kann. Umso mehr hoffen<br />

alle Beteiligten auf großen Zuspruch<br />

der Bevölkerung, <strong>den</strong>n viel<br />

Vorbereitung und Planung war<br />

vonnöten, um diesem Großereignis<br />

einen würdigen Rahmen zu<br />

verleihen. So manche Nacht habe<br />

man sich dabei um die Ohren geschlagen,<br />

sagt Kathrin Bleicher.<br />

„Allein einige Stun<strong>den</strong> Diskussion<br />

fielen auf die Auswahl der Biersorte“,<br />

lacht sie. Vorgelegt haben<br />

die Reichlinger Musiker – wenn<br />

man so will – bereits mit <strong>den</strong> Wertungsspielen.<br />

Dort erreichte der<br />

Verein 88 Punkte, ein „sehr großer<br />

Erfolg <strong>für</strong> uns“, so die Vorsitzende.<br />

Auch das darf am Festwochenende<br />

nun gefeiert wer<strong>den</strong> – gemeinsam<br />

mit allen Besuchern. rp<br />

> > > FESTPROGRAMM ZUM BEZIRKSMUSIK- UND -LANDJUGENDFEST<br />

DONNERSTAG, 12. SEPTEMBER<br />

18 Uhr Sternmarsch und Stimmungsmusik<br />

FREITAG, 13. SEPTEMBER<br />

20 Uhr Vlado Kumpan und seine Musikanten<br />

SAMSTAG, 14. SEPTEMBER<br />

14 Uhr Spiel ohne Grenzen<br />

20 Uhr Stimmung im Festzelt mit der<br />

Radlerband<br />

FESTSONNTAG, 15. SEPTEMBER<br />

9 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug, Festmesse<br />

am Höhenberg, anschl. Frühschoppen<br />

13 Uhr Gemeinschaftschor und Festzug<br />

17 Uhr „Blosmusi united – mi spiela mitnand“<br />

20 Uhr Festaustanz mit <strong>den</strong> „Moor-Buam“<br />

MONTAG, 16. SEPTEMBER<br />

14 Uhr Kreisseniorennachmittag im Festzelt<br />

18 Uhr Feierabendchallenge mit dem Musikverein<br />

Reichling – „Chef zahlt Platte“<br />

54 | altlandkreis


Im <strong>Altlandkreis</strong> heimische Schlangenarten<br />

Die Giftige mit dem<br />

Zick-Zack-Muster<br />

Schlange verführt. Später wurde<br />

in katholischen Gottesdiensten<br />

davon gepredigt, dass Schlangen<br />

vom Teufel besessen seien – und<br />

wer von einer Kreuzotter gebissen<br />

wird, stirbt und kommt in die Hölle.<br />

„Was natürlich totaler Quatsch<br />

war und ist“, sagt Thomas Lücke.<br />

Zwar sei das Gift einer im Schongauer<br />

<strong>Altlandkreis</strong> heimischen<br />

Kreuzotter in der Konzentration<br />

intensiver als das einer Diamantklapperschlange<br />

– letztere ist<br />

immerhin die größte Klapperschlange<br />

der Welt, deren Biss <strong>für</strong><br />

Kreislauf-Probleme leme<br />

oder Allergien<br />

lerg<br />

können grundsätzlich kritischere<br />

re<br />

Auswirkungen haben. So oder so<br />

sollte man<br />

sich im Falle le eines es<br />

Bis-<br />

ses wie folgt verhalten: Ruhe be-<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Sie sind lang, dünn,<br />

haben keine Beine, existieren seit<br />

150 Millionen Jahren und wer<strong>den</strong><br />

von vielen Menschen ge<strong>für</strong>chtet:<br />

Schlangen. Woher diese Angst<br />

kommt? „Einerseits ist der Mensch<br />

an Tiere mit vier Beinen und Fell,<br />

oder an Tiere mit zwei Beinen und<br />

Federn gewöhnt. Eine Schlange<br />

passt da so gar nicht ins Bild“,<br />

sagt Thomas Lücke, 57, Fachmann<br />

<strong>für</strong> Reptilien und Inhaber<br />

des Reptilienhauses in Oberammergau.<br />

Die Angst vor Schlangen<br />

hängt aber auch mit alten Überlieferungen<br />

n und religiösen en Ansichten<br />

zusammen. Bereits Adam<br />

und Eva wur<strong>den</strong> der<br />

biblischen<br />

Erzählung nach im Paradies von<br />

einer „hinterlistigen“ is<br />

ti<br />

n“<br />

und<br />

„bösen“<br />

Menschen tödlich en<strong>den</strong> kann.<br />

n.<br />

Jedoch besitzt die<br />

Kreuzotter ter mit<br />

maximal m 18<br />

Milligramm ligr<br />

wesent-<br />

lich<br />

weniger er<br />

Gift im Körper, r, und<br />

ist<br />

dadurch durc<br />

deutlich ungefährlicher.<br />

her.<br />

Heißt: Wer hierzulande tatsächlich<br />

von einer Kreuzotter gebissen<br />

wird, hat im schlimmsten Falle mit<br />

starker Übelkeit, einer Schwellung<br />

rund um die Bissstelle sowie mit<br />

Erbrechen zu kämpfen. Und bei<br />

Kindern? „Hier wirken sich die<br />

Symptome natürlich stärker aus,<br />

sind in der Regel aber auch nicht<br />

lebensbedrohlich“, sagt Thomas<br />

Lücke. Den letzten Todesfall durch<br />

<strong>den</strong> Biss einer Kreuzotter habe es<br />

im Jahre 1956 gegeben – und auch<br />

nur, weil die betroffene Person an<br />

einer Vorerkrankung litt. Herz-<br />

56 | altlandkreis


wahren, sich nicht anstrengen und<br />

sich per Auto ins nächstgelegene<br />

Krankenhaus fahren lassen – und<br />

auf gar keinen Fall Alkohol trinken<br />

sowie die Bisswunde aufschnei<strong>den</strong><br />

oder aussaugen. Gegengift<br />

wird im Regelfalle eines Kreuzotter-Bisses<br />

nicht verabreicht. „<strong>Das</strong><br />

baut der Körper selbst wieder ab“,<br />

sagt Thomas Lücke. Allerdings bekommt<br />

das Biss-Opfer Mittel gegen<br />

Schmerzen und Schwellung<br />

verabreicht, was die Sache erträglicher<br />

macht.<br />

Drei Kreuzotter-Bisse<br />

pro Jahr<br />

Stock“, sagt Lücke. Andere sehen<br />

das Entdecken einer Schlange als<br />

Mutprobe an und möchten sie<br />

fangen. Dabei gilt <strong>für</strong> uns Menschen<br />

im Falle „Schlange entdecken“<br />

immer: Stören, einfangen<br />

und töten strikt verboten. Schlangen<br />

stehen auf der Liste artenbedrohter<br />

Tiere, sind außerdem extrem<br />

menschenscheu und möchten<br />

einfach nur ein ruhiges, stressfreies<br />

Leben in naturgeschützten<br />

Lebensräumen verbringen. Zum<br />

Verteidigungs-Biss kommt es nur<br />

dann, wenn sich das Reptil akut<br />

bedroht fühlt. „Und eine auf sie<br />

zukommende Pranke eines Mannes<br />

sieht eine Schlange nun mal<br />

als Bedrohung an“, sagt Thomas<br />

Lücke, der beim Entdecken einer<br />

wildleben<strong>den</strong> Schlange folgendes<br />

rät: Beobachten, so lange und intensiv<br />

man möchte, aber stets in<br />

einem gesun<strong>den</strong> und respektvollen<br />

Abstand zum Reptil von rund<br />

einem Meter. Und dabei versuchen<br />

zu erkennen, um welche Art<br />

In Weilheim-Schongau sowie <strong>den</strong><br />

benachbarten Landkreisen kommt<br />

es durchschnittlich zu zwei bis<br />

drei Kreuzotter-Bissen pro Jahr,<br />

deutschlandweit sind es 60 bis 70.<br />

Dabei auffallend: In 80 Prozent der<br />

Fälle wer<strong>den</strong> Männer an der Hand<br />

gebissen. Was eindeutig zeigt, wer<br />

in unserer Gesellschaft <strong>den</strong> Hel<strong>den</strong><br />

spielen möchte. „Viele meinen,<br />

n,<br />

die Schlange von<br />

der<br />

Straße ret-<br />

ten zu müssen, sen,<br />

verwen<strong>den</strong> en dabei<br />

aber<br />

keinen<br />

es sich handelt? Wieviele ele Schlan-<br />

gen<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

eim-<br />

ho<br />

er<br />

Landkreis derzeit eit<br />

vorkommen,<br />

omme<br />

men,<br />

können weder er Naturschützer tzer<br />

noch<br />

Behör<strong>den</strong> en<br />

noch Experte Thomas<br />

Lücke genauer sagen. Fakt<br />

ist: Die<br />

Population<br />

der wenigen<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 57


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Arten, die hierzulande heimisch<br />

sind, ist trotz Artenschutz-Status<br />

stabil. Mit wenigen Arten gemeint<br />

ist die Kreuzotter – die einzig<br />

giftige Schlange in der Region.<br />

Darüber hinaus die Ringelnatter,<br />

die Barrenringelnatter sowie die<br />

Schlingnatter.<br />

Farbe hängt vom<br />

Lebensraum ab<br />

Die Ringelnatter, die hierzulande<br />

am häufigsten vorkommt und,<br />

weil tagaktiv, auch am häufigsten<br />

gesehen wird, lebt hauptsächlich<br />

in feuchteren Gebieten wie<br />

Mooren, an Bächen, Weihern und<br />

Seen. Sie wird bis zu 20 Jahre alt,<br />

1,80 Meter lang, kann ausgezeichnet<br />

schwimmen und kennzeichnet<br />

sich vor allem durch helle, halbmondförmige<br />

Flecken am Kopf,<br />

die durch einen schwarzen Strich<br />

getrennt sind. Die Farbe ihres Körpers<br />

ist normalerweise grüngräulich,<br />

kann aber auch silbergrau bis<br />

tiefschwarz sein. „Die Farbe hängt<br />

unter anderem von der Höhe des<br />

Lebensraumes ab“, sagt Thomas<br />

Lücke. Die Ringelnatter kommt<br />

auch in <strong>den</strong> Ammergauer Alpen in<br />

bis zu 2 000 Metern Höhe vor, wo<br />

es wesentlich kühler ist als unten<br />

im Tal. Um diesen Temperaturunterschied<br />

zu kompensieren, hilft<br />

ein schwarzer Körper, der wärmendes<br />

Sonnenlicht absorbiert.<br />

Auf dem Speiseplan der Ringelnatter<br />

stehen Fische, Frösche,<br />

Kröten sowie gelegentlich auch<br />

Mäuse und Vögel. Wobei auch<br />

die Schlange selbst nicht unbeliebt<br />

ist bei anderen Lebewesen –<br />

die Liste der Feinde ist ziemlich<br />

lang: Igel, Marder, Wiesel, Krähen,<br />

Greifvögel wie Bussard, Milan und<br />

Falke, Fischreiher, aber auch große<br />

Frösche. Und nicht zu vergessen:<br />

Auto- und Radfahrer. Heißt:<br />

Um die Population trotz dutzender<br />

Feinde aufrecht zu erhalten,<br />

braucht eine Schlange jede Menge<br />

Nachwuchs. Ringelnatter-Männchen<br />

und Ringelnatter-Weibchen<br />

Thomas Lücke, Inhaber des Reptilienhauses<br />

in Oberammergau.<br />

paaren sich zwischen Mai und<br />

Juni, ehe sie bis zu 40 (!) Eier an<br />

feuchtwarmen Südhängen oder in<br />

Komposthaufen ablegt und ausbrüten<br />

lässt. Zwischen Juni und<br />

<strong>September</strong> schlüpfen aus rund 90<br />

Prozent aller Eier Baby-Schlangen,<br />

von <strong>den</strong>en es allerdings nur rund<br />

fünf ins geschlechtsreife Erwachsenen-Leben<br />

schaffen.<br />

Schlingnatter wird<br />

oft verwechselt<br />

Die nacht- und dämmerungsaktive<br />

Kreuzotter wird nur 60 bis<br />

80 Zentimeter lang, ist da<strong>für</strong> dicker<br />

als die Ringelnatter und lebt<br />

überwiegend an Waldrändern,<br />

Feuchtgebieten oder ebenfalls in<br />

bis zu 2 000 Meter hohen Bergen.<br />

Sie kennzeichnet sich durch ein<br />

„V“ oder „X“ auf dem Kopf, darüber<br />

hinaus sticht ihr silber-grauer<br />

oder brauner Körper mit schwarzem<br />

Zick-Zack-Muster ins Auge.<br />

„Wobei es auch komplett kupferfarbene<br />

oder komplett schwarze<br />

Kreuzottern gibt“, sagt Thomas<br />

Lücke. Interessant: Sie kann, je<br />

nach Bedarf, mit oder ohne Giftzähne<br />

zubeißen. Außerdem brütet<br />

sie entgegen der Ringel- und<br />

Schlingnatter ihre acht bis zehn<br />

Jungen im eigenen Körper aus,<br />

ist somit eine lebend-gebärende<br />

Schlange. Rein optisch oft mit<br />

Kreuzottern verwechselt wird die<br />

ungiftige, schlanke und sehr zierliche<br />

Schlingnatter, auch Glattnatter<br />

genannt, weil sie auf ihrem silberglänzen<strong>den</strong><br />

Körper viele braune<br />

Punkte trägt – und die ähneln der<br />

Kreuzotter tatsächlich. Allerdings<br />

gilt diese tagaktive Schlingnatter<br />

als scheueste heimische Schlangenart,<br />

die selbst in Naturschutzgebieten<br />

äußerst selten anzutreffen<br />

ist. Sowohl die Speisekarte<br />

als auch die Liste der Feinde ist<br />

<strong>für</strong> Kreuzotter und Schlingnatter<br />

vergleichbar mit der Karte und<br />

Liste der Ringelnatter. Gleiches<br />

gilt <strong>für</strong> die eher aus dem Sü<strong>den</strong><br />

und Westen stammende Barrenringelnatter,<br />

die sich von der<br />

„normalen“ Ringelnatter durch<br />

größere Flecken am Körper, da<strong>für</strong><br />

weniger markante Kopfzeichen<br />

unterscheidet. Was wiederum alle<br />

vier Schlangen gemeinsam haben:<br />

Sie bewegen sich Ziehharmonikaartig<br />

fort, wachsen bis an ihr Lebensende,<br />

häuten sich hier<strong>für</strong> alle<br />

sechs bis acht Wochen und halten<br />

über die kalte Jahreszeit einen<br />

tiefen Winterschlaf. Und das wohl<br />

Wichtigste beim Thema heimische<br />

Schlangenarten, weil auch hier<br />

über Generationen hinweg falsche<br />

Behauptungen weiterzählt wur<strong>den</strong>:<br />

Die Blindschleiche zählt zur<br />

Gattung der Echsen, ist somit keine<br />

(!) Schlange und wirft im Falle<br />

einer Gefahrensituation auch nicht<br />

ihr Schwanzende ab.<br />

js<br />

58 | altlandkreis


ALLERLEI IM ALTLANDKREIS<br />

Fohlen und Omas Kuchen<br />

Deutschlands größter<br />

Kaltblutfohlenmarkt<br />

Rottenbuch | Er ist ein Fest <strong>für</strong> Rosserer und Freunde<br />

heimischen Brauchtums: Deutschlands größter<br />

Kaltblutfohlenmarkt, der traditionell immer am<br />

ersten Freitag im <strong>September</strong> auf der großen Festwiese<br />

vor dem Fohlenhof in Rottenbuch stattfindet –<br />

heuer am 7. <strong>September</strong>. Im Mittelpunkt stehen die<br />

herausgeputzten Stuten mit ihren Fohlen, die ab<br />

8 Uhr in der Früh vor Ort sind und im Ring vorgestellt<br />

wer<strong>den</strong>. Die Auktion beginnt um 10 Uhr.<br />

Eine Schau ist auch<br />

das bunte Treiben und<br />

Angebot um <strong>den</strong> Ring.<br />

Neben einem großen<br />

Festzelt mit Bewirtung<br />

und Blasmusik reihen<br />

sich einige Marktbu<strong>den</strong><br />

mit Leckereien sowie<br />

Pferdezubeanderhör<br />

anein-njs<br />

Rezeptaufruf: „Alle lieben Omas Kuchen“<br />

Weilheim | Die drei Damen der<br />

Hauswirtschafterei haben sich <strong>für</strong><br />

die Oberland-Ausstellung <strong>2019</strong> etwas<br />

Besonderes einfallen lassen:<br />

Einen Wettbewerb unter dem Titel<br />

„Alle lieben Omas Kuchen“. Damit<br />

verbun<strong>den</strong>: Ein Aufruf. „Wir<br />

suchen Rezepte mit Rührteig, die<br />

noch aus Omas Rezepte-Sammlung<br />

stammen und schon immer an die nächste<br />

Generation weitergegeben wur<strong>den</strong>“, sagt Projektleiterin<br />

Silvia Schlögel. Wenn auch Sie, liebe Leser,<br />

so ein altbewährtes Rezept besitzen, dürfen Sie es<br />

bis Sonntag, 15. <strong>September</strong>, an folgende Adressen<br />

schicken: E-Mail unter hallo@diehauswirtschafterei.de,<br />

Fax unter 08861 / 259702 oder Post an „Die<br />

Hauswirtschafterei“, Ramsau 6, 86971 Peiting.<br />

Die Gewinner des Expeditions-<br />

Buches von Franziska Bär<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Es ist ein packender, 285 Seiten<br />

starker Erfahrungsbericht über eine<br />

400-Kilometer-Wanderung, <strong>den</strong> Franziska<br />

Bär aus Schongau da zu Papier gebracht<br />

hat. In „Ins Nirgendwo, Bitte!“ erzählt sie<br />

von ihrer Reise durch das am dünnsten besiedelte<br />

Land der Welt – die Mongolei. Mit<br />

dabei: Wasserkocher, Zelt, Freund Felix und<br />

eine gehörige Portion Ungewissheit. Drei unserer<br />

Leser durften wir im Rahmen unseres<br />

Gewinnspiels der vergangenen <strong>Ausgabe</strong> mit<br />

je einem Exemplar des Buches eine Freude<br />

machen: Irmgard Hahn aus Peiting, Maria<br />

Haggenmüller aus Schwabsoien sowie Richard<br />

Baarfüßer aus Böbing. Wir wünschen<br />

allen Gewinnern viel Vergnügen mit dem<br />

Buch. Alle, die diesmal weniger Glück hatten,<br />

wünschen wir indessen mehr<br />

Erfolg bei unseren aktuellen Gewinnspielentis<br />

Unter allen Einsendungen wird<br />

fortan eine Vorauswahl getroffen<br />

– die zehn Finalisten wer<strong>den</strong><br />

dann bis Freitag, 20. <strong>September</strong>,<br />

benachrichtigt. Und dürfen ihren<br />

selbstgebackenen Kuchen am<br />

Mittwoch, 2. <strong>Oktober</strong>, einer Jury<br />

auf der Oberland-Ausstellung in<br />

Weilheim präsentieren. Als erster<br />

Preis winkt ein Wellness-Wochenende <strong>für</strong> zwei<br />

Personen mit Halbpension im Rottaler Hof in Bad<br />

Birnbach. Als zweiter Preis ein 100-Euro-Gutschein<br />

<strong>für</strong> Urlaub auf dem Bauernhof. Außerdem gibt’s<br />

Schmankerlkörbe der in Halle R ausstellen<strong>den</strong> stellen<strong>den</strong> Direktvermarkter.<br />

Darüber hinaus kommen<br />

alle Rezepte der Finalisten in ein neues<br />

Buch der Hauswirtschafterei.<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 59


Alpakas hautnah auf dem Saliterhof<br />

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Peiting-Kurzenried | „Schaue einem<br />

Alpaka niemals zu tief in<br />

die Augen, sonst ist es um dich<br />

geschehen“, sagt Thomas Lein<br />

mit einem unübersehbaren Lächeln<br />

auf <strong>den</strong> Lippen. So war es<br />

bei ihm, im Jahr 2013, als er und<br />

Gattin Bärbel Schlamp über eine<br />

Freundin auf eine Fernsehserie<br />

aufmerksam wur<strong>den</strong>, in der die<br />

Tiere mitwirkten. Während eines<br />

Urlaubs am Bo<strong>den</strong>see kamen sie<br />

zum ersten Mal mit echten Alpakas<br />

in Kontakt – und haben sich sofort<br />

in die Tiere verliebt. Mittlerweile<br />

sind 32 Alpakas auf dem Saliterhof<br />

im Weiler Kurzenried, kurz vor Peiting,<br />

beheimatet. Drei davon sind<br />

Hengste, schließlich betreibt das<br />

Ehepaar Schlamp-Lein längst eine<br />

eigene Zucht, das nötige Fachwissen<br />

hier<strong>für</strong> haben sie sich über<br />

zahlreiche Schulungen und Vorträge<br />

angeeignet. „Wir wer<strong>den</strong> noch<br />

auf 50 anwachsen“, blickt Thomas<br />

Lein in eine nicht allzu entfernte<br />

Zukunft. Doch was macht die Tiere<br />

eigentlich aus, abgesehen vom<br />

zugegebenermaßen ziemlich niedlichen<br />

Erscheinungsbild? „Es sind<br />

ganz ruhige, entschleunigte Tiere,<br />

mit <strong>den</strong>en man hervorragend der<br />

ganzen Hektik entfliehen kann“,<br />

Gerade bei schönem Wetter lässt es sich auf dem Saliterhof aushalten.<br />

so Lein. Gerade deshalb „verirren“<br />

sich immer mehr Manager aus <strong>den</strong><br />

großen Städten aufs Land, unternehmen<br />

mit <strong>den</strong> Alpakas Wanderungen,<br />

betreiben so Wellness <strong>für</strong><br />

Körper und Seele zugleich.<br />

Wärmend, glänzend<br />

und ohne Wollfett<br />

Ursprünglich stammen Alpakas<br />

aus Südamerika, ihr Hauptverbreitungsgebiet<br />

befindet sich in <strong>den</strong><br />

Hochebenen der An<strong>den</strong>, vor allem<br />

in Peru, Chile und Bolivien. Seit<br />

der Zeit der Inkas wer<strong>den</strong> sie speziell<br />

zur Wollproduktion gezüchtet,<br />

zählen Alpakafasern doch weltweit<br />

zu <strong>den</strong> wertvollsten Naturfasern,<br />

da sie sehr gute Temperatureigenschaften<br />

haben, extrem weich sind<br />

und einen edlen Glanz aufweisen.<br />

Vor allem <strong>für</strong> Allergiker ist die Faser<br />

geeignet, weil sie kein Lanolin,<br />

also Wollfett beinhaltet. „Obwohl<br />

es leicht ist, wärmt es, das glaubt<br />

man gar nicht. Wie natürliches<br />

Gore-Tex“, erklärt Thomas Lein.<br />

Zunächst hatten Bärbel Schlamp<br />

und er angedacht, auf dem Saliterhof<br />

lediglich in der Alpaka-<br />

Wollproduktion tätig zu<br />

60 | altlandkreis


sein, haben hier<strong>für</strong> seit Februar<br />

2017 in der eigenen Wollmühle<br />

die entsprechen<strong>den</strong> Maschinen <strong>für</strong><br />

die Verarbeitung von Alpakawolle<br />

stehen. Der Hofla<strong>den</strong>, in dem es<br />

alle möglichen Alpakaprodukte<br />

gibt, von Strickjacken über Bettdecken<br />

bis zu Mänteln, Ponchos<br />

oder Pullis, befindet sich derzeit<br />

im Ausbau. Da es in Europa nicht<br />

viele solcher Wollmühlen gibt, laut<br />

Thomas Lein „vielleicht zehn oder<br />

zwölf“, verarbeiten sie auf dem<br />

Saliterhof darüber hinaus die Wolle<br />

vieler anderer Züchter.<br />

Neben <strong>den</strong> Wolleigenschaften<br />

zeichnen sich Alpakas vor allem<br />

durch Neugier sowie ihren ruhigen<br />

und friedlichen Charakter aus, was<br />

sie unter anderem <strong>für</strong> tiergestützte<br />

Therapie interessant macht. Da sie<br />

zudem nicht allzu groß sind, fassen<br />

Menschen schnell Vertrauen, auch<br />

wenn diese bis dato mit Tieren<br />

in keinem engen Kontakt waren.<br />

„Die Erfolge entsprechen <strong>den</strong>en<br />

der Delphintherapie“, freut sich<br />

Thomas Lein darüber, gemeinsam<br />

mit einer ausgebildeten Therapeutin<br />

solch eine Therapie und auch<br />

Coaching <strong>für</strong> Firmen am Saliterhof<br />

anbieten zu können.<br />

Erdmännchen, Wallabys<br />

und Wollschweine<br />

Ein paar Pferde, einige Katzen,<br />

Erdmännchen, in Kürze Wallabys,<br />

Wollschweine sowie Sei<strong>den</strong>hühner<br />

und natürlich jede Menge Alpakas:<br />

Der Saliterhof in Kurzenried<br />

bei Peiting ist ein echter Erlebnishof<br />

gewor<strong>den</strong>, wo sowohl Alt<br />

als auch Jung vergnügte Stun<strong>den</strong><br />

verbringen können. „Wie letztlich<br />

alles wurde, war eigentlich gar<br />

nicht angedacht“, berichtet Thomas<br />

Lein von der intensiven Umbau-<br />

und Neubauphase, die trotz<br />

Eröffnung auch heute noch nicht<br />

vollends abgeschlossen ist. „Ich<br />

glaube, so richtig fertig wer<strong>den</strong><br />

wir nie“, spricht Lein über die vielen<br />

Ideen, die seine Ehefrau und<br />

er <strong>für</strong> ihren Hof noch haben. Eine<br />

Streuobstwiese soll ebenso entstehen<br />

wie ein großes Gewächshaus,<br />

in dem möglichst viel wächst, was<br />

direkt im hofeigenen Stüberl verwertet<br />

wer<strong>den</strong> kann. Anfänglich<br />

war lediglich ein kleineres Hof-<br />

Café geplant, von <strong>den</strong> heutigen<br />

Dimensionen und der Nachfrage<br />

bezüglich des Restaurants mit im<br />

Außen- maximal 120, im Innebereich<br />

70 Sitzplätzen, war zunächst<br />

nie die Rede. „<strong>Das</strong> entwickelte sich<br />

eigentlich erst während des Baus<br />

und nach der Eröffnung“, berichtet<br />

Thomas Lein, dass erst kürzlich die<br />

große Gastroküche geliefert wurde.<br />

Gerade deshalb lief während<br />

der Eröffnungswoche im Mai noch<br />

nicht alles rund, schließlich musste<br />

in der zu kleinen Küche noch etwas<br />

improvisiert wer<strong>den</strong>. „Bayerische<br />

Küche mit dem gewissen Etwas“,<br />

beschreibt Thomas Lein die Speisekarte<br />

im Hof-Stüberl, die sich<br />

ebenfalls in <strong>den</strong> letzten Wochen<br />

entwickelt hat. Bei <strong>den</strong> Gerichten<br />

wird besonders auf Regionalität<br />

oder Eigenherstellung geachtet,<br />

vieles wird aus der direkten landwirtschaftlichen<br />

Nachbarschaft bezogen,<br />

wie etwa die Milch <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Cappuccino. Diese benötigt Lein<br />

auch <strong>für</strong> sein Bauernhof-Eis, welches<br />

auf dem Hof hergestellt wird.<br />

Ähnlich wie mit <strong>den</strong> Alpakas hat<br />

er sich die Eisherstellung nahezu<br />

selbst beigebracht, hat hier<strong>für</strong> viel<br />

ausprobiert.<br />

Veranstaltungshalle bietet<br />

Platz <strong>für</strong> 400 Personen<br />

Damit Eltern in Ruhe essen können,<br />

gehört mittlerweile ein<br />

Spielplatz zum Saliterhof – auch<br />

dieser war in der Ursprungsplanung<br />

noch nicht integriert, wurde<br />

deshalb erst im Laufe des Augusts<br />

fertiggestellt. Stallführungen, Kindergeburtstage,<br />

Wanderungen,<br />

Events jeglicher Art wie Seminare<br />

oder Hochzeiten können beim<br />

Saliterhof gebucht wer<strong>den</strong>. Die<br />

Hofweihnacht, schon vor offizieller<br />

Eröffnung beliebt, steht selbstverständlich<br />

auch heuer im Veranstaltungskalender,<br />

ebenso wie spezielle<br />

Motto- und Themenabende.<br />

Peruanische Nacht, italienischer<br />

Abend oder Candle-Light-Dinner,<br />

was schon in der Eröffnungswoche<br />

ausgesprochen gut ankam.<br />

„Wir sind sehr glücklich, dass es<br />

die Leute so annehmen“, zeigt<br />

sich Thomas Lein erleichtert und<br />

erzählt von Stammgästen, die nahezu<br />

jedes Wochenende kommen,<br />

„weil es immer etwas neues gibt“.<br />

Wem die Räumlichkeiten des Stüberls<br />

zu klein sind, kann auf dem<br />

Saliterhof übrigens in die neue<br />

Halle ausweichen. Vielleicht fährt<br />

zu dieser in etwas fernerer Zukunft<br />

– wie dann über das gesamte<br />

Areal – eine Bauernhof-Bahn.<br />

Auch das ist eine Idee von Thomas<br />

Lein, die zwar noch äußerst vage,<br />

aber sicherlich nicht auszuschließen<br />

ist.<br />

tis<br />

Ein Blick in das Restaurant<br />

auf dem Saliterhof.<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 61<br />

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Leeder | Im <strong>September</strong> beginnt<br />

das mittlerweile 186. <strong>Oktober</strong>fest<br />

und damit das größte Volksfest<br />

der Welt. Dann wer<strong>den</strong> sich erneut<br />

über sechs Millionen Besucher<br />

auf der Münchner Theresienwiese<br />

tummeln, die meisten der<br />

männlichen Wiesn-Gänger dabei<br />

heutzutage ganz selbstverständlich<br />

in Tracht gekleidet. Lederhose,<br />

Hemd, Strümpfe oder Socken,<br />

Haferlschuh, wahlweise Janker,<br />

Weste und Trachtenhut. <strong>Das</strong>s allen<br />

voran Touristen aus Australien, <strong>den</strong><br />

USA, dem Nor<strong>den</strong> Deutschlands<br />

oder sonstwoher es mit der bayerischen<br />

Tradition nicht ganz so genau<br />

nehmen, stört insbesondere die<br />

einheimischen Besucher des <strong>Oktober</strong>festes.<br />

Da wer<strong>den</strong> schon mal<br />

die Flip-Flops zur Lederhose getragen<br />

oder schnell noch ein ganzes<br />

Outfit aus Stoff am Hauptbahnhof<br />

gekauft. „Dann sollte man es lieber<br />

gleich bleiben lassen“, findet etwa<br />

Manfred Bär. Mit dieser Meinung<br />

dürfte der Säckler mit dem gleichnamigen<br />

Geschäft aus Fuchstal-<br />

Leeder „Bär Leder & Tracht“ sicherlich<br />

nicht alleine dastehen. „<strong>Das</strong><br />

Schlimmste ist tatsächlich, wenn<br />

sie aussehen wie Robin Hood –<br />

vogelwild. <strong>Das</strong> gehört echt verboten“,<br />

echauffiert sich der passionierte<br />

Lederhosenmacher über so<br />

manchen exotischen Ausreißer auf<br />

der Wiesn. Umso wichtiger findet<br />

Bär daher das Bewahren alter Sitten,<br />

schließlich sei „die Tradition<br />

doch das Schönste“.<br />

Altleder-Optik<br />

seit jeher beliebt<br />

Trotz aller Kritik an der Massenware<br />

erkennt Manfred Bär im Konsumverhalten<br />

der Menschen ein Rückbesinnen<br />

auf das Handgemachte.<br />

Gerade in der Region sei eine<br />

zeitlose, saubere Hose eigentlich<br />

immer gefragt. Der Trend geht laut<br />

des Säcklers immer schon zu kurzen<br />

„Krachledernen“ in Altleder-<br />

Optik – gespeckt, geschliffen, wild.<br />

„Seit jeher gefragt“, sagt Manfred<br />

Bär. Gerade deshalb müssen Kun<strong>den</strong><br />

bei ihm durchaus langfristig<br />

planen, schließlich häufen sich<br />

die Anfragen. Bei handgemachten,<br />

maschinenbestickten Hosen muss<br />

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„Grüß Gott“: Manfred Bär in seinem gleichnamigen i Trachtengeschäft.<br />

häft<br />

62 | altlandkreis


mit drei Monaten gerechnet wer<strong>den</strong>,<br />

bei Handbestickten ist es gar<br />

bis zu einem Jahr Wartezeit. Letztlich<br />

gibt es bei „Bär Leder & Tracht“<br />

alles rund um die männliche<br />

Tracht, unter anderem individuell<br />

bestickte und gelaserte Gürtel und<br />

Hosenträger, wo<strong>für</strong> sich Manfred<br />

Bär kürzlich einen eigenen Laser<br />

angeschafft hat. Machte Ende der<br />

1990er-Jahre die nach Deutschland<br />

rüber geschwappte Landhausmode<br />

es <strong>den</strong> traditionellen Säcklern noch<br />

schwer, kann Bär seit einiger Zeit<br />

wieder ein Um<strong>den</strong>ken ausmachen.<br />

Wurde lange viel von der Stange<br />

gekauft, stehen wieder vermehrt<br />

die Themen Qualität, Heimat und<br />

Regionales im Vordergrund. „Auch<br />

junge Leute, die noch in die Lehre<br />

gehen, sparen ihr Geld <strong>für</strong> eine<br />

Lederhose“, spricht Manfred Bär<br />

darüber, dass sich viele Männer nur<br />

einmal im Leben eine gescheite Lederhose<br />

kaufen. Er selbst vergleicht<br />

es immer mit dem Konsum von<br />

Fleisch. „Lieber esse ich nur einoder<br />

zweimal die Woche teureres<br />

Fleisch vom Metzger, als je<strong>den</strong> Tag<br />

<strong>für</strong> 99 Cent vom Discounter.“ Mit<br />

„gescheit“ meint Manfred Bär im<br />

übrigen nicht nur die von Hand<br />

bestickten, Sämisch-Hirschlederhosen,<br />

die durchaus bis zu 2500<br />

Euro kosten können. Auch konfektionierte<br />

Exemplare, dann zumeist<br />

Wildbock ab rund 250 Euro, hat<br />

das Fuchstaler Geschäft im Angebot,<br />

schließlich gebe es genügend<br />

Kun<strong>den</strong>, die zwar nicht so häufig<br />

Tracht tragen, <strong>den</strong>noch or<strong>den</strong>tlich<br />

ausgestatten sein wollen. Maßgeschneiderte<br />

Lederhosen gibt es ab<br />

700 Euro aufwärts, „die meisten<br />

lassen sich etwas machen <strong>für</strong> 1000<br />

bis 1500 Euro“.<br />

„Bär Leder & Tracht“ gibt es seit<br />

dem Jahr 2000. Zunächst war Manfred<br />

Bär Werkzeugmechaniker,<br />

musste jedoch Mitte der Neunzigerjahre<br />

wegen seines dritten<br />

fußballbedingten Kreuzbandrisses<br />

umschulen, da er <strong>den</strong> standintensiven<br />

Beruf nicht mehr ausführen<br />

konnte. Er entschied sich <strong>für</strong> eine<br />

Ausbildung zum Säckler, schon damals<br />

mit Ziel, ein eigenes Geschäft<br />

zu eröffnen. Zunächst übernahm er<br />

ein bestehendes Trachtengeschäft<br />

in Reutte in Tirol, ehe er zur Jahrtausendwende<br />

wieder in die Heimat<br />

zurückkehrte.<br />

Geöffnet hat „Bär Leder & Tracht“<br />

mittwochs, donnerstags und freitags,<br />

jeweils von 14 bis 18 Uhr sowie<br />

samstags von 10 bis 13 Uhr. „Sonst<br />

würde ich nichts mehr fertig bekommen“,<br />

spricht Manfred Bär darüber,<br />

dass es ihm an Anfragen nicht<br />

mangelt. <strong>Das</strong> Geschäft aus diesem<br />

Grunde weiter auszubauen, womöglich<br />

sogar eine weitere Filiale<br />

zu eröffnen, schwebt ihm indessen<br />

ganz und gar nicht vor. „<strong>Das</strong> ist absolut<br />

nicht mein Ziel, sonst wären<br />

wir wieder beim Thema Massenware.“<br />

Viel lieber kreiert er seine<br />

Lederhosen in einer überschaubaren<br />

Zahl. So bleibt auch noch Zeit<br />

<strong>für</strong> Korrekturen an der Tracht, die er<br />

selbstverständlich auch vornimmt,<br />

sollte wider Erwarten etwas kaputt<br />

gehen oder der Bauch aufgrund des<br />

ein oder anderen Bierzeltbesuches<br />

wachsen. Seine Kun<strong>den</strong> kommen<br />

von nahezu überall her, allen voran<br />

aus dem schwäbischen Bereich<br />

und dem Oberland. Aber auch Kun<strong>den</strong><br />

aus <strong>den</strong> Vereinigten Staaten<br />

oder Japan haben sich schon nach<br />

Leeder verirrt und bei „Bär Leder<br />

& Tracht“ ausstatten lassen. Um<br />

beim nächsten <strong>Oktober</strong>fest-Besuch<br />

definitiv besser auszusehen als ein<br />

Großteil der anderen Touristen. tis<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 63


Jubiläums-Programm zu „150 Jahre DAV“<br />

Bergfilme in Farbe<br />

und Schwarz-Weiß<br />

Auf dem Gipfel<br />

des Mont Blanc<br />

Peißenberg | Der Deutsche Alpenverein<br />

feiert heuer 150-Jähriges.<br />

Aus diesem Anlass lädt die Sektion<br />

Peißenberg Ende <strong>September</strong><br />

in die Tiefstollenhalle. Dort<br />

gezeigt wird ein zum Jubiläum<br />

ausgewähltes Filmprogramm. Genaugenommen<br />

kommt unter dem<br />

Titel „Berge 150“ eine Auswahl der<br />

besten Bergfilme aus 100 Jahren<br />

Filmgeschichte auf die Leinwand.<br />

Skifahren, Klettern, Bergsteigen<br />

und Expeditionen zu <strong>den</strong> höchsten<br />

Gipfeln dieser Welt – damals und<br />

heute. „Wir begeben uns auf eine<br />

Zeitreise durch ein turbulentes<br />

Jahrhundert“, heißte es von Seiten<br />

der Veranstalter. Schließlich sei der<br />

Bergfilm eines der ältesten Filmgenres<br />

überhaupt. In der Tat höchst<br />

beeindruckend sind die alten Aufnahmen<br />

der Bergfilm-Pioniere, die<br />

mit einfachster Ausrüstung sehr<br />

schweres, sperriges Film-Equipment<br />

an zum Teil schwindelerregen<strong>den</strong><br />

Passagen positionierten –<br />

und trotzdem <strong>für</strong> damalige Verhältnisse<br />

spektakuläre Aufnahmen<br />

produzierten. Heute wird die facettenreiche<br />

Welt der Berge und<br />

des Bergsports immer häufiger mit<br />

wenigen Gramm leichten Actionkameras<br />

und flinken Drohnen auf<br />

die Bildschirme gezaubert – messerscharf<br />

und hochauflösend. Diese<br />

Entwicklung von schwarz-weiß<br />

zu farbig zieht sich wie ein roter<br />

Fa<strong>den</strong> durch dieses zweistündige<br />

Bergfilm-Programm. Es wer<strong>den</strong><br />

unter anderem Ausschnitte gezeigt<br />

aus „Der weiße Rausch“, „Der Berg<br />

ruft“, „Nanga Parbat“, „Keeper of<br />

the Mountains“, „Tamara“, „Die<br />

Seilbahn“ sowie „Der Blitz – Inferno<br />

am Montblanc“.<br />

Eine Million Mitglieder<br />

Die Geschichte der DAV-Gründung<br />

reicht bis ins Jahr 1869 zurück,<br />

als deutsche und österreichische<br />

Bergsteiger <strong>den</strong> Deutschen Alpenverein<br />

als „bildungsbürgerlichen<br />

Bergsteigerverein“ ins Leben gerufen<br />

haben. Bis heute wuchs der<br />

DAV zum größten Bergsportverein<br />

der Welt, zählt aktuell rund eine<br />

Million Mitglieder aus insgesamt<br />

355 selbstständigen Sektionen. Mit<br />

Sportkletterern, Naturschützern,<br />

Hüttenwirten,<br />

Familiengruppen,<br />

klassen. Dabei kommen weder der<br />

Skibergsteigern, Expeditionsteilnehmern<br />

Spaß am Sport und die Stärkung<br />

und Kulturliebhabern des Gemeinschaftsgefühls noch<br />

treffen sich auf der „Plattform“ eine qualifizierte Ausbildung zu<br />

DAV Gleichgesinnte, die allesamt kurz. Letztere sorgt wiederum <strong>für</strong><br />

ein gemeinsames Ziel verbindet: Sicherheit im alpinen Gelände,<br />

Die einzigartige Bergwelt <strong>für</strong> kommende<br />

Generationen zu erhalten.<br />

was Unfälle präventiv verhindert.<br />

Für diese Ausbildungsvielfalt steht<br />

Hier<strong>für</strong> notwendig ist nicht nur auch die AV-Sektion Peißenberg<br />

eine politische und ideologische – der größte Verein in Weilheim-<br />

Unabhängigkeit, sondern auch Schongau, der am Donnerstag,<br />

eine große Fachkompetenz in allen<br />

Bereichen des Alpinismus – Sicherheit<br />

26. <strong>September</strong>, alle Interessierten<br />

recht herzlich in die Tief-<br />

und Ausbildung, Natur und stollenhalle Peißenberg einlädt.<br />

Umwelt, Hütten und Wege, Leistungssport<br />

sowie Alpines Museum<br />

und Bibliothek.<br />

Rund 10000 lizenzierte Trainer<br />

und Trainerinnen engagieren sich<br />

momentan in <strong>den</strong> einzelnen Sektionen,<br />

leiten Sommer wie Winter<br />

Kurse und Touren in allen Schwierigkeitsgra<strong>den</strong><br />

Beginn der Filmvorführung ist um<br />

20 Uhr, Einlass bereits um 19 Uhr.<br />

Vorverkaufskarten sind <strong>für</strong> 15 Euro<br />

in der Geschäftsstelle der Sektion<br />

Peißenberg, bei PeissenBuch oder<br />

über E-Mail-Anfrage unter sektion@alpenverein-peissenberg.de<br />

erhältlich. Darüber hinaus <strong>für</strong> 17<br />

und <strong>für</strong> alle Alters-<br />

Euro an der Abendkasse.<br />

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Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost 3 x 2 Karten <strong>für</strong> das Filmprogramm<br />

„Berge 150“ am Donnerstag, 26. <strong>September</strong>, um 20 Uhr in<br />

der Tiefstollenhalle Peißenberg. Schicken Sie uns bis 15. <strong>September</strong><br />

eine Postkarte mit dem Stichwort „Der Berg ruft“ an „altlandkreis“,<br />

Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.<br />

de. Absenderadresse bitte mitangeben! <strong>Das</strong> Los entscheidet, der<br />

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!<br />

64 | altlandkreis


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Saisonal-regional – Rezepte der Hauswirtschafterei<br />

Kochen wie auf einer Alm<br />

Peiting | Herbstzeit ist Wanderzeit.<br />

Dazu gehört? Eine zünftige Einkehr<br />

auf einer der unzähligen urigen<br />

Hütten, die es im Alpenraum gibt.<br />

Für alle, die köstliche Hüttenküche<br />

auch Zuhause genießen wollen,<br />

wer<strong>den</strong> die drei Damen der Hauswirtschafterei<br />

ein neues Kochbuch<br />

auf <strong>den</strong> Markt bringen. Es heißt<br />

„Hüttenküche <strong>für</strong> Dahoam“. Darin<br />

verstecken sich nicht nur bewährte<br />

Rezepte aus der sogenannten<br />

Alpenküche, sondern auch jede<br />

Menge neue Kreationen, umsetzbar<br />

mit regionalen Lebensmitteln.<br />

Kurzum: <strong>Das</strong> Buch, das pünktlich<br />

zur Oberland-Ausstellung erscheint,<br />

beinhaltet <strong>für</strong> wirklich<br />

je<strong>den</strong> Geschmack etwas. Vom feinen<br />

Gaumenkitzler über kräftige<br />

Suppen und „was zum Sattwer<strong>den</strong>“<br />

bis hin zu süßen Speisen und<br />

Nachspeisen <strong>für</strong> Gschleckerte. Ihr<br />

Regionalmagazin „altlandkreis“<br />

war bereits zum Probeessen einiger<br />

Hüttenküchen-Gerichte eingela<strong>den</strong><br />

– und ohne Übertreibung<br />

hellauf begeistert.<br />

Doch Rezepte allein zeichnen dieses<br />

neue Kochbuch nicht aus. Für<br />

alle, die an Wochenen<strong>den</strong> oder<br />

freien Tagen lieber die Küche der<br />

Hüttenwirte vor Ort genießen<br />

möchten, hält dieses Buch auch<br />

einige tolle Wandertipps parat.<br />

Schließlich sind die Damen der<br />

Hauswirtschafterei selbst gerne in<br />

<strong>den</strong> Bergen unterwegs und haben<br />

<strong>für</strong> ihr neuestes Werk einige ihrer<br />

Lieblingshüttenwirte besucht. Und<br />

von <strong>den</strong>en sogar das eine oder<br />

andere Lieblingsrezept verraten<br />

bekommen. Heißt: Einige Rezepte<br />

aus „Hüttenküche <strong>für</strong> Dahoam“<br />

gibt’s eins zu eins auf <strong>den</strong> vorgeschlagenen<br />

Hütten, die auch aus<br />

sportlicher Sicht alle Interessen<br />

66 | altlandkreis<br />

abdecken. Einige sind <strong>für</strong> junge<br />

Familien und Rentner über eine<br />

gemütliche Tour erreichbar. Andere<br />

erfordern Kondition und liegen<br />

sogar bis auf 2 200 Metern Höhe.<br />

Wer die sportliche Ertüchtigung<br />

grundsätzlich scheut und es bis<br />

zur Oberland-Ausstellung nicht<br />

mehr erwarten kann? Im Folgen<strong>den</strong><br />

stellen die Damen der Hauswirtschafterei<br />

schon mal drei Rezepte<br />

aus ihrem neuen Kochbuch<br />

vor:<br />

Gefüllte Rösti<br />

ZUTATEN:<br />

800 g – 1 kg Pellkartoffeln<br />

(festkochend)<br />

Salz, Pfeffer<br />

Butterschmalz zum Ausbacken<br />

FÜLLUNG:<br />

150 g Romadur<br />

100 g roher Schinken,<br />

dünn geschnitten<br />

ZUM ANRICHTEN:<br />

2 Zwiebeln<br />

1 EL Butterschmalz<br />

4 Scheiben roher Schinken,<br />

dünn geschnitten<br />

Schnittlauch<br />

ZUBEREITUNG: Die Kartoffeln<br />

schälen und grob reiben. Mit Salz<br />

und Pfeffer würzen. Den Romadur<br />

in Scheiben schnei<strong>den</strong>. Die Hälfte<br />

der Kartoffeln in einer weiten<br />

Pfanne mit heißem Butterschmalz<br />

verteilen und etwas andrücken.<br />

Den Schinken und <strong>den</strong> Romadur<br />

darüberlegen. Die restlichen Kartoffeln<br />

daraufgeben und ebenfalls<br />

In einer Pfanne serviert:<br />

Die gefüllte Rösti.


leicht andrücken. Die Rösti von Die Äpfel schälen, vierteln, entker-<br />

bei<strong>den</strong> Seiten goldbraun backen. nen und klein schnei<strong>den</strong>. Auf dem<br />

Dabei vorsichtig wen<strong>den</strong> und Teig verteilen.<br />

nochmals etwas Butterschmalz Für <strong>den</strong> Guss die Butter schmelzen<br />

dazugeben. Die Zwiebeln schälen und die restlichen Zutaten unterrühren.<br />

Den Guss über die Äpfel<br />

und in Ringe schnei<strong>den</strong>. Im heißen<br />

Butterschmalz goldbraun rösten.<br />

Den Schinken dazugeben und Die Backzeit beträgt circa 45 Minu-<br />

geben und backen.<br />

mitrösten. Auf der Rösti verteilen ten bei 180 Grad (160 Grad)<br />

und mit Schnittlauch bestreut servieren.<br />

Puderzucker<br />

Den abgekühlten Kuchen dann mit<br />

bestäuben.<br />

Apfel-Mandelkuchen<br />

ZUTATEN MÜRBTEIG:<br />

200 g Mehl<br />

100 g Zucker<br />

100 g Butter<br />

1 Ei<br />

BELAG:<br />

1 kg Äpfel<br />

GUSS:<br />

100 g Butter<br />

150 g Zucker<br />

1 EL Vanillezucker<br />

3 EL Sahne<br />

3 EL Mehl<br />

100 g Mandelblättchen<br />

ZUM BESTÄUBEN:<br />

Puderzucker<br />

Apfel-Mandelkuchen als Nachspeise.<br />

Tiroler Toast<br />

ZUTATEN:<br />

4 Scheiben Landbrot<br />

12 dünne Scheiben<br />

roher Schinken<br />

2 EL Rapsöl<br />

2 Kartoffeln<br />

Salz<br />

1 Apfel<br />

150 g Berg- o. Rotschmierkäse<br />

ZUM ANRICHTEN:<br />

1–2 rote Zwiebeln<br />

1 EL Butterschmalz<br />

Schnittlauch<br />

ZUBEREITUNG: Die Brotscheiben<br />

auf ein mit Backpapier ausgelegtes<br />

Backblech legen und bei 200<br />

Grad (180 Grad) kurz anrösten.<br />

Den rohen Schinken im heißen Öl<br />

knusprig braten und auf die Brotscheiben<br />

legen.<br />

Die Kartoffeln gründlich waschen,<br />

in dünne Scheiben hobeln und im<br />

Bratfett des Schinkens 10 Minuten<br />

rundum kräftig anbraten und salzen.<br />

Den Apfel waschen, vierteln<br />

und entkernen. In kleine Würfel<br />

schnei<strong>den</strong>, zu <strong>den</strong> Kartoffeln geben<br />

und kurz mitbraten. Auf dem<br />

Schinken verteilen. Die Zwiebeln<br />

zum Anrichten schälen und in Ringe<br />

schnei<strong>den</strong>. Im heißen Butterschmalz<br />

goldbraun rösten.<br />

Den Käse in Scheiben schnei<strong>den</strong>.<br />

Über die Kartoffeln legen und <strong>den</strong><br />

Toast kurz überbacken.<br />

Backzeit: Circa 5 Minuten bei 200<br />

Grad (180 Grad).<br />

Den Toast mit <strong>den</strong> Zwiebeln und<br />

etwas Schnittlauch anrichten.<br />

Die Hauswirtschafterei und Ihr<br />

Regionalmagazin „altlandkreis“<br />

wünschen Ihnen, liebe Leser, gutes<br />

Gelingen beim Ausprobieren<br />

der leckeren Alm-Rezepte. js<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 67<br />

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auf einer Messe: Zwei<br />

Escape-Rooms, aus <strong>den</strong>en sich<br />

kleinere Teams mit gewiefter Taktik<br />

schnellstmöglich versuchen,<br />

wieder hinaus ans Tageslicht zu<br />

rätseln. Die Oberland-Ausstellung<br />

in Weilheim, heuer von Mittwoch,<br />

2. <strong>Oktober</strong>, bis Sonntag, 6. <strong>Oktober</strong>,<br />

ist vollgepackt mit Highlights.<br />

Im Mittelpunkt stehen jedoch<br />

rund 300 Aussteller aus über 28<br />

Branchen, die ihre Produkte mit<br />

Infostän<strong>den</strong>, Vorführungen und<br />

ORLA-Chef Josef Albert tSchmid<br />

Mitmachaktionen präsentieren<br />

wer<strong>den</strong>. Die meisten Gewerbetreiben<strong>den</strong><br />

kommen aus Weilheim<br />

und Umgebung wie beispielsweise<br />

Peiting, Peißenberg, Schongau<br />

oder Oberhausen. Es sind aber<br />

auch Unternehmer und Vertreiber<br />

aus Südtirol, Norddeutschland<br />

oder Tschechien vor Ort. Die<br />

Schwerpunkte der ORLA <strong>2019</strong> wer<strong>den</strong><br />

gelegt sein auf folgende Themen:<br />

Gesundheit, Bauen, Wohnen,<br />

Holz, Heimat, Landwirtschaft,<br />

Freizeit, Energie, Umwelt und<br />

Nachhaltigkeit. „Branchenmäßig<br />

ist es uns wichtig, möglichst viele<br />

Bereiche abzudecken, so dass<br />

jeder Verbraucher die Regionalmesse<br />

optimal <strong>für</strong> sich nutzen<br />

kann“, sagt Josef Albert Schmid,<br />

federführender Veranstalter der<br />

ORLA <strong>2019</strong>. Er und seine Mitarbeiter<br />

der JWS GmbH organisieren<br />

die Oberland-Ausstellung, die alle<br />

zwei Jahre stattfindet, bereits seit<br />

2005. Die ersten Grundsteine <strong>für</strong><br />

heuer wur<strong>den</strong> unmittelbar nach<br />

der Messe 2017 gelegt. Verbesserungsvorschläge,<br />

Besprechungen,<br />

Terminvereinbarungen. Auf<br />

die Frage, was und wie viel sein<br />

Team konkret zu organisieren hat,<br />

antwortet Josef Albert Schmid zunächst<br />

humorvoll gemeint: „Die<br />

bessere Frage wäre wohl, was<br />

organisieren wir nicht?“ Beim genaueren<br />

Hinschauen wird schnell<br />

klar: Er hat absolut recht.<br />

Riesengroßer<br />

Organisationsaufwand<br />

Eine Messe wie die ORLA ist <strong>für</strong> Josef<br />

Albert Schmid wie eine eigene,<br />

kleine Stadt auf Zeit. „Der Aufbau<br />

der Hallen und das Einrichten der<br />

Wände <strong>für</strong> die Ausstellerstände,<br />

also alles das, was der Besucher<br />

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Impressionen der<br />

Oberland-Ausstellung 2017<br />

68 | altlandkreis


letztlich zu Gesicht bekommt, ist<br />

nur die eine Seite der Medaille.“<br />

Die Aussteller müssen im Vorfeld<br />

angeschrieben, Briefe verschickt<br />

und potentielle Besucher informiert<br />

wer<strong>den</strong>. Presseberichte, Interviews,<br />

Facebook-Updates und<br />

ein stets aktualisierter Internetauftritt<br />

seien ebenfalls unabdingbar.<br />

Kurzum: Von einzelnen Stän<strong>den</strong><br />

der Aussteller abgesehen, organisieren<br />

Josef Albert Schmid und seine<br />

Mitarbeiter die komplette Veranstaltung<br />

im Vor- und Nachlauf.<br />

Da<strong>für</strong> sind nicht nur viele fleißige<br />

Hände von Nöten, sondern auch<br />

ein gehöriger Schatz an Erfahrung.<br />

Und die bringt das familiengeführte<br />

Unternehmen mit. Die Josef<br />

Werner Schmid GmbH, benannt<br />

nach Josef Alberts Vater, sitzt in<br />

Mörslingen, Landkreis Dillingen,<br />

und organisiert Verbraucherausstellungen<br />

wie die ORLA bereits<br />

seit 1976. „Da die meisten Messen<br />

alle zwei Jahre stattfin<strong>den</strong>, sind es<br />

durchschnittlich sechs Messen im<br />

Jahr“, sagt Josef Albert Schmid.<br />

Neben der Messe in Weilheim organisiert<br />

die JWS GmbH vergleichbare<br />

Veranstaltungen an insgesamt<br />

15 verschie<strong>den</strong>en Standorten. Zum<br />

Beispiel in Aalen, Lohr am Main,<br />

Karlsfeld oder Dillingen an der<br />

Donau. <strong>Das</strong> Ziel solcher Veranstaltungen<br />

grundsätzlich? „Es geht darum,<br />

die ortsansässige Wirtschaft<br />

zu fördern. Messen sind Plätze,<br />

auf <strong>den</strong>en Angebot und Nachfrage<br />

direkt aufeinandertreffen.“<br />

<strong>Das</strong> Besondere an der Weilheimer?<br />

„Im Vergleich zu großen<br />

Messen ist es hier die Regionalität.<br />

Durch das fast schon familiäre Verhältnis,<br />

das zwischen Ausstellern<br />

und Besuchern herrscht, verliert<br />

die Veranstaltung die Anonymität.“<br />

Neben <strong>den</strong> zahlreichen Anbietern<br />

aus der Gegend treffen sich Freunde<br />

und Familien, was eine ganz<br />

spezielle, wohlige Atmosphäre<br />

schafft.<br />

Stadthalle<br />

statt Festzelt<br />

Neben <strong>den</strong> eingangs erwähnten<br />

Neuheiten wie Pool, offener Baustelle<br />

sowie Escape-Rooms wer<strong>den</strong><br />

<strong>für</strong> die Besucher aller Altersklassen<br />

viele weitere Attraktionen<br />

geboten sein. Zum Beispiel ein<br />

bei Kindern und Jugendlichen sehr<br />

beliebter Fahrradparcours namens<br />

„Pumptrack“, ein Kletterturm zum<br />

Hinaufkraxeln, aber auch Probefahrten<br />

mit E-Autos. Komplett neu<br />

im Vergleich zu <strong>den</strong> vergangenen<br />

Messen: Es gibt diesmal kein<br />

Festzelt im klassischen Stil – die<br />

kulinarischen Köstlichkeiten sowie<br />

Bühnenauftritte mit Musik und<br />

Tanz gibt‘s diesmal in der Weilheimer<br />

Stadthalle unter dem Motto<br />

„Gute Stube“. Darüber hinaus am<br />

dort angrenzen<strong>den</strong> Wikinger-<br />

Biergarten mit Wikinger-Schiff, auf<br />

dem musiziert wird. Die Festbewirtung<br />

übernimmt heuer Familie<br />

Drexl vom gleichnamigen Wirtshaus<br />

in Raisting. Heißt: In Sachen<br />

Speis und Trank sowie Gesel-<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 69


ligkeit müssen die Besucher trotz<br />

Baustelle, wegen der heuer kein<br />

Festzelt errichtet wird, keinerlei<br />

Abstriche machen. „Wir erwarten<br />

ten<strong>den</strong>ziell sogar eher noch mehr<br />

Besucher als 2017, weil sich das<br />

Angebot keinesfalls vermindert,<br />

sondern verbessert hat“, sagt Josef<br />

Albert Schmid. 36180 Besucher<br />

wur<strong>den</strong> vor zwei Jahren gezählt.<br />

Dank einer Umfrage der Kassen-<br />

Mitarbeiter an <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Eingängen<br />

„Ost“ und „West“ konnte sogar<br />

die exakte Herkunft von immerhin<br />

6900 Besuchern im Jahre 2017 bestimmt<br />

– und mit <strong>den</strong> daraus gewonnen<br />

Daten eine Grafik erstellt<br />

wer<strong>den</strong>. Sie wurde unter anderem<br />

auf www.orla-weilheim.de veröffentlicht<br />

und zeigt, dass die meisten<br />

Besucher aus dem kompletten<br />

Landkreis Weilheim-Schongau<br />

sowie zu Teilen aus Garmisch-<br />

Partenkirchen, Starnberg, Landsberg<br />

und Bad Tölz-Wolfratshausen<br />

kommen. Darüber hinaus aber<br />

auch einige aus dem Allgäu, direkt<br />

aus München oder der Augsburger<br />

Gegend. Vereinzelt sogar aus halb<br />

Deutschland.<br />

Ins persönliche<br />

Gespräch kommen<br />

Diese Besucherstatistik von 2017<br />

zeigt relativ deutlich, wie beliebt<br />

die Oberland-Ausstellung in Weilheim<br />

bei <strong>den</strong> Bürgern ist. Und das<br />

kommt natürlich <strong>den</strong> dort ausstellen<strong>den</strong><br />

Gewerbetreiben<strong>den</strong> zu<br />

Gute. Josef Albert Schmid sieht die<br />

ORLA deshalb nicht als Win-win-,<br />

sondern als Win-win-win-Situation,<br />

da Besucher, Aussteller und<br />

er mit seinem Organisations-Team<br />

gleichermaßen von der Messe<br />

profitieren. Nirgends können Besucher<br />

sich so schnell und an nur<br />

einem Ort über verschie<strong>den</strong>e Angebote<br />

informieren, darüber hinaus<br />

mit <strong>den</strong> jeweiligen Unternehmern<br />

direkt ins Gespräch kommen.<br />

Für die Unternehmer wiederum ist<br />

die ORLA eine ideale Marketing-<br />

Plattform. „Sie bietet ihnen die<br />

Möglichkeit, einerseits ihren Kundestamm<br />

zu pflegen, andererseits<br />

Neukun<strong>den</strong> zu gewinnen und darüber<br />

hinaus Kontakte mit neuen,<br />

potentiellen Geschäftspartnern<br />

zu knüpfen.“ Und <strong>für</strong> Josef Albert<br />

Schmid und seine Mitarbeiter, die<br />

während der Messe wieder selbst<br />

vor Ort sein wer<strong>den</strong>, sich unter<br />

anderem um Kasse, Info-Büro und<br />

24-Stun<strong>den</strong>-Security kümmern?<br />

„Für uns ist es an diesen fünf Tagen<br />

immer wieder beeindruckend,<br />

zu sehen, welch magentische<br />

Wirkung die ORLA weit über die<br />

typische 45-Minuten-Fahrzeitzone<br />

hinaus hat.“ Und was in enger Zusammenarbeit<br />

mit Stadt, Landratsamt<br />

und hiesigen Unternehmern<br />

temporär auf die Beine zu stellen<br />

ist.<br />

js<br />

70 | altlandkreis


Ausbildung zum Brillenmacher<br />

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<br />

Kinsau | Der Beruf des Brillenmachers<br />

ist seit Jahrzehnten ausgestorben.<br />

Eigentlich. Die Kinsauer<br />

Brillenmanufaktur Funk schickt<br />

sich derzeit an, der verstaubten<br />

Brillenmacher-Ausbildung neues<br />

Leben einzuhauchen, hat die<br />

Manufaktur im neuen Gebäude<br />

extra hier<strong>für</strong> ausgerichtet sowie<br />

die ehemaligen Geschäftsräume<br />

zu Schulungszwecken umgebaut.<br />

Doch der Reihe nach: Bis<br />

vor gut 30 Jahren waren auf dem<br />

deutschen Arbeitsmarkt sowohl<br />

Optiker als auch Brillenmacher<br />

anzutreffen, entsprechend gab es<br />

auch beide Ausbildungszweige.<br />

Nachdem allerdings die großen<br />

Brillen-Firmen ihre Produktionen<br />

vorwiegend gen Osten verlagert<br />

hatten, sank die Nachfrage nach<br />

Nachwuchs in dem handwerklich<br />

geprägten Ausbildungszweig. Und<br />

auch der Ausbildungsrahmen des<br />

Optikers hat sich in <strong>den</strong> letzten<br />

Jahren stark gewandelt. Als Dieter<br />

Funk, Gründer und Geschäftsführer<br />

der gleichnamigen Brillenmanufaktur,<br />

einst seine Optiker-<br />

Ausbildung absolvierte, stan<strong>den</strong><br />

noch vermehrt handwerkliche<br />

Inhalte, wie das Anfertigen von<br />

Brillenfassungen, auf dem Stun<strong>den</strong>plan.<br />

Mittlerweile wird laut<br />

Funk die Praxis mehr und mehr<br />

vernachlässigt, das Technische<br />

rückt in <strong>den</strong> Hinter-, medizinische<br />

und theoretische Aspekte in <strong>den</strong><br />

Vordergrund. „<strong>Das</strong> Brillenmachen<br />

wird eigentlich nicht mehr gelehrt,<br />

lediglich touchiert. Dabei besteht<br />

die Gefahr, dass Augenoptiker zu<br />

Brillenverkäufern degenerieren“,<br />

be<strong>für</strong>chtet Dieter Funk.<br />

Ein eigenes<br />

Konzept<br />

Mit Handwerkskammer und Innung<br />

hatte Dieter Funk intensiv<br />

gesprochen, ob die Brillenmacher-<br />

Ausbildung nicht doch irgendwie<br />

wiederzubeleben sei – mit negativem<br />

Ergebnis. Den Brillenmacher<br />

wird es also auch zukünftig nicht<br />

als expliziten Ausbildungszweig<br />

geben. Der einfache Grund: Es<br />

fehlen schlicht die Ausbildungsbetriebe,<br />

bei <strong>den</strong>en Lehrlinge unterkommen.<br />

Funk aber ließ nicht<br />

72 | altlandkreis


locker, recherchierte und plante<br />

weiter. Entstan<strong>den</strong> ist eine eigene<br />

Lösung, der Funk’sche Weg,<br />

wenn man so will. Wer bei Funk<br />

seine dreijährige Ausbildung zum<br />

Augenoptiker startet, hat die Möglichkeit,<br />

in einem anschließen<strong>den</strong><br />

Jahr die Tätigkeit des Brillenmachers<br />

von der Pike auf zu erlernen.<br />

„Wir bil<strong>den</strong> so aus wie früher“,<br />

verspricht Dieter Funk. Der Lohn<br />

<strong>für</strong> Absolventen ist neben dem<br />

Optiker-Gesellenbrief ein über die<br />

Zusatzausbildung ausgestelltes<br />

Zertifikat. „Mit dieser Kombination<br />

hat man in Mitteleuropa sehr gute<br />

Chancen“, spricht Dieter Funk bewusst<br />

über Frankreich und Italien,<br />

wo einige traditionelle Manufakturen<br />

die Produktionsverlagerung<br />

Richtung Osten überlebt haben.<br />

Selbstverständlich wäre es dem<br />

Firmenchef und passionierten<br />

Brillenmacher noch viel lieber,<br />

wür<strong>den</strong> seine Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

nach dem Abschluss bei Funk<br />

bleiben, in Kinsau heimisch wer<strong>den</strong>,<br />

oder in einem der Funk Optik<br />

Stores in Berlin, München oder<br />

Wien Karriere machen. „Was besseres<br />

kann gar nicht passieren.“<br />

Finanztechnisch dürfen sich die<br />

Lehrlinge im dann vierten, also<br />

zusätzlichen Ausbildungsjahr,<br />

übrigens über eine Mischform<br />

der Bezahlung freuen, beziehen<br />

ein deutlich höheres Gehalt als<br />

während der ersten drei Jahre.<br />

Die Theorie hält sich in Grenzen,<br />

vielmehr ist es ein praxisorientiertes<br />

Jahr, schließlich sind Aspekte<br />

wie Werkstoffkunde bereits in der<br />

Optiker-Ausbildung enthalten. Die<br />

ersten bei<strong>den</strong> Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

starten diesen <strong>September</strong> in das<br />

Abenteuer Optiker-Ausbildung<br />

mit Brillenmacher-Zusatz. Da<strong>für</strong><br />

haben sie bei Funk extra das<br />

ehemalige Firmengebäude umgebaut,<br />

wo die Brillenmanufaktur<br />

vor dem Umzug ins Kinsauer<br />

Gewerbegebiet beheimatet war.<br />

Entstan<strong>den</strong> sind Schulungsräume,<br />

in <strong>den</strong>en Lehrlingen sämtliche –<br />

weit über 150 – handwerklichen<br />

Schritte vermittelt bekommen, die<br />

es benötigt, eine Brille herzustellen.<br />

Zudem sollen hier zukünftig<br />

Fortbildungen <strong>für</strong> Optiker aus ganz<br />

Deutschland in Sachen Brillenmachen<br />

stattfin<strong>den</strong>.<br />

Azubis kamen<br />

von selbst<br />

Die Details der Brillenfertigung<br />

erlernte Dieter Funk selbst von<br />

drei Senioren der Branche, die<br />

zwar anfänglich wenig begeistert<br />

waren ihr Wissen weiterzugeben,<br />

später dann doch einwilligten. Die<br />

Dozenten-Tätigkeiten an der Funk-<br />

Akademie übernehmen drei Mitarbeiter<br />

sowie Dieter Funk, wobei<br />

er sich selbst gerne etwas zurücknehmen<br />

möchte. „Meine Mitarbeiter<br />

sollen sich ja auch weiterentwickeln.“<br />

Auf Lehrlings-Akquise in<br />

Form von Ausschreibungen oder<br />

Messen brauchten sie bei Funk<br />

indessen nicht gehen. Schnell<br />

hatte sich das Ausbildungsangebot<br />

rumgesprochen, die Bewerbungen<br />

flatterten quasi von<br />

selbst ins Haus. Gut eine Handvoll<br />

Interessenten wur<strong>den</strong> zum Probearbeiten<br />

eingela<strong>den</strong>, zwei kristallisierten<br />

sich dabei als derart geeignet<br />

heraus, so dass beide jetzt<br />

im <strong>September</strong> beginnen, obwohl<br />

zunächst mit nur einem geplant<br />

wurde. Läuft es wie gewünscht,<br />

wer<strong>den</strong> auch im kommen<strong>den</strong><br />

Jahr wieder zwei Auszubil<strong>den</strong>de<br />

gleichzeitig starten dürfen. Voraussetzungen:<br />

Mittlere Reife, nicht<br />

die schlechtesten Noten in Mathe<br />

und Physik, handwerkliches Geschick<br />

sowie ein Gespür im Umgang<br />

mit Menschen. Die Lehrlinge<br />

dürfen wiederum laut Dieter<br />

Funk ein „Mega-Team“ erwarten.<br />

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre<br />

– das ist völliger Quatsch“,<br />

sagt Funk und ergänzt: „Wir nehmen<br />

unseren Ausbildungsauftrag<br />

verdammt ernst. Menschlich wie<br />

fachlich.“ Und diese Ausbildung<br />

könnte kaum abwechslungsreicher<br />

sein, schließlich ist bei der<br />

Brillenmanufaktur Funk in Kinsau<br />

alles unter einem Dach. Vom Rohmaterial<br />

über die Herstellung bis<br />

zum Kun<strong>den</strong>kontakt im integrierten<br />

La<strong>den</strong>geschäft.<br />

Vom Erfolg<br />

überrascht<br />

Heute wer<strong>den</strong> bei Funk auf rund<br />

900 Quadratmetern Produktionsfläche<br />

15 000 Gestelle im Jahr gefertigt.<br />

Wie Dieter Funk berichtet,<br />

gebe es lediglich noch „neun oder<br />

zehn Betriebe in Deutschland,<br />

die selbst fertigen“. Die meisten<br />

davon produzieren allerdings <strong>für</strong><br />

andere, können daher nicht so<br />

transparent damit umgehen. „Wir<br />

zeigen die Produktion jedem, der<br />

sich da<strong>für</strong> interessiert.“ <strong>Das</strong>s der<br />

Erfolg auch etwas mit Glück zu tun<br />

hat, gibt Dieter Funk ohne Umschweife<br />

zu. Vor knapp 13 Jahren<br />

waren seine Visionen groß, das<br />

Risiko aber ebenfalls. Der Markt<br />

hat sich seither in eine Richtung<br />

entwickelt, die Funk in die Karten<br />

spielt. „Dieses Nachhaltigkeits-Bewusstsein<br />

verhilft uns, mit unserer<br />

Philosophie erfolgreich zu sein“,<br />

sagt Dieter Funk. Handgemachtes<br />

wird längst wieder geliebt – auch<br />

deshalb braucht das Land wieder<br />

Brillenmacher.<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 73


Leo Brennauer studiert Filmkomposition in Zürich<br />

„Hollywood wäre<br />

mein größter Traum“<br />

74 | altlandkreis<br />

(m/w/d):<br />

Peiting | Für Leo Brennauer beginnt<br />

Mitte <strong>September</strong> ein neuer<br />

Lebensabschnitt. Er zieht von<br />

Peiting nach Zürich, wo er die<br />

kommen<strong>den</strong> drei Jahre an der<br />

Hochschule der Künste ein äußerst<br />

seltenes Studium antreten<br />

wird: Bachelor in Komposition <strong>für</strong><br />

Film, Theater und Medien. Dieser<br />

Studiengang wird europaweit nur<br />

in Rom, München, Zürich und im<br />

holländischen Arnheim angeboten,<br />

in <strong>den</strong> USA sogar nur ein einziges<br />

Mal. Darüber hinaus wer<strong>den</strong><br />

pro Jahr auch nur wenige Bewerber<br />

aufgenommen. Heißt: Wer in<br />

diesem speziellen Fach angenommen<br />

wird an einer Hochschule,<br />

muss gleichermaßen begabt wie<br />

ehrgeizig und fleißig sein. Leo<br />

Brennauer bringt diese Tugen<strong>den</strong><br />

mit, hat bereits im November<br />

2017 angefangen, sich akribisch<br />

auf <strong>den</strong> Bewerbungs-Marathon<br />

vorzubereiten. Die Hauptaufgabe<br />

bestand darin, fünf aufwendige<br />

Musikstücke eigenständig zu komponieren.<br />

Die Werke „Grashüpfer“<br />

und „Il Romantique“ sind von ihm<br />

komplett eigens geschaffene Werke<br />

– neue Musik zu unbekannten<br />

Filmen. Die drei anderen Werke:<br />

Von ihm neu komponierte Musik<br />

zu bereits bekannten Filmen. Leo<br />

Brennauer schickte die Unterlagen<br />

zeitgleich nach München und<br />

Zürich. Aus der Landeshauptstadt<br />

bekam er eine Absage ohne Begründung<br />

und Feedback, was<br />

angesichts der gut einjährigen,<br />

extrem arbeitsintensiven Vorbereitung<br />

ziemlich unverschämt gewesen<br />

ist. Nur ein Beispiel: <strong>Das</strong><br />

Musikalischer Allrounder: Leo Brennauer, hier am Mikrofon.<br />

Stück „Grashüpfer“ besteht aus<br />

42 (!) verschie<strong>den</strong>en Stimmen.<br />

Je<strong>den</strong>falls freute sich der begnadete<br />

Schlagzeuger, Klavierspieler,<br />

Filmeliebhaber und Computer-<br />

Freak umso mehr über die Zusage<br />

aus Zürich, wo<strong>für</strong> er drei weitere<br />

Bewerbungshür<strong>den</strong> erfolgreich<br />

überschreiten musste: Zunächst<br />

bekam er von der Hochschule einen<br />

tonlosen Film zugeschickt,<br />

<strong>den</strong> er mit einer Musikkomposition<br />

zum Leben erweckte. Es folgte<br />

ein Vorspiel in Schlagzeug, Klavier<br />

und Gesang. Dann klassische Prüfungen<br />

in Musiktheorie und Musikpraxis<br />

sowie Arbeiten am hauseigenen<br />

Equipment. Und zu guter<br />

Letzt: Eine Film-Analyse. „Durch<br />

Gehör bis ins kleinste Detail interpretieren,<br />

was der Regisseur mit<br />

welchen Akkor<strong>den</strong> an exakt dieser<br />

und jener Stelle <strong>für</strong> Stimmungen<br />

und Gefühle bei <strong>den</strong> Filmzuschauern<br />

hervorrufen möchte.“<br />

<strong>Das</strong> Herzstück <strong>für</strong> Filmkomposition<br />

ist ein leistungsstarker PC<br />

mit ultraschnellem Prozessor und<br />

überdurchschnittlich viel Arbeitsspeicher.<br />

Leo Brennauer hat sein<br />

jüngstes „Baby“ selbst zusammengestellt<br />

und eigenhändig aufgebaut.<br />

Am zweitwichtigsten: Spezial-Programme,<br />

genannt „Digital<br />

Audio Workstation“, die wiederum<br />

Zugriff auf „Virtuell Instruments“<br />

ermöglichen.<br />

Großes Orchester<br />

auf dem Rechner<br />

Zu Deutsch: Als Filmkomponist<br />

kauft man sich einzelne Instrumente,<br />

quasi ein großes Orchester,<br />

auf <strong>den</strong> Rechner. Aufgenommen<br />

wer<strong>den</strong> diese Töne von echten Orchestren<br />

in hochwertigen Studios<br />

wie beispielsweise im Silent Stage<br />

in Wien. Und diese hochqualitativen<br />

Aufnahmen kosten richtig


viel Geld. Leo Brennauer hat bislang<br />

3 000 Euro ausschließlich in<br />

Musik-Software investiert – und<br />

im Bereich Blech- und Holzbläser<br />

noch immer Luft nach oben. Die<br />

restliche Ausstattung ordnet Leo<br />

Brennauer der Kategorie „Low-<br />

Budget“ unter. Gemeint sind leistungsstarke<br />

Boxen, darüber hinaus<br />

Tastatur, Keyboard und zwei spezielle<br />

Controller, die rein optisch aussehen<br />

wie ein Mischpult eines DJs.<br />

All das ist am PC angeschlossen,<br />

um <strong>den</strong> selbigen damit zu bedienen.<br />

Kurzum: Filmmusik wird am<br />

PC gemacht. Anschließend einem<br />

Regisseur vorgestellt. „Und im Optimalfall<br />

dann zu Papier gebracht,<br />

um es <strong>für</strong> die finalen Aufnahmen<br />

von einem echten Orchester spielen<br />

zu lassen.“ Im deutschsprachigen<br />

Raum sei diese Methode,<br />

zumindest mit großen Orchestern,<br />

sehr selten. In Hollywood dagegen<br />

noch weit verbreitet. Überhaupt ist<br />

Leo Brennauer kein allzugroßer<br />

Fan von „verdruckster“ Filmmusik.<br />

Natürlich mag er auch diese traurigen<br />

und melancholischen Abschnitte<br />

– schließlich gehören zu<br />

einem guten Film Musiken in allen<br />

Stimmungslagen. Vielmehr steht<br />

er aber auf stimmungsvoll und<br />

ausgeflippt. Deshalb sieht sich Leo<br />

Brennauer langfristig ganz klar in<br />

<strong>den</strong> USA. Sein Plan: Nach diesem<br />

dreijährigen Bachelor-Studium in<br />

Zürich <strong>den</strong> Master in Filmkomposition<br />

an einer Hochschule in Los<br />

Angeles obendrauf setzen. Und so<br />

dem „Who is Who“ der Filmindustrie<br />

deutlich näher zu kommen.<br />

„Musik <strong>für</strong> Hollywoodfilme zu<br />

komponieren wäre definitiv die Erfüllung<br />

meines größten Traums.“<br />

Kombi aus Schlagzeug<br />

und Klavier<br />

Bis dahin wird es ein steiniger<br />

Weg. „Ein richtig guter Filmkomponist<br />

kann man meiner Einschätzung<br />

nach erst ab 40 Jahren plus<br />

sein“, sagt Leo Brennauer selbstkritisch.<br />

Instrumente auf höchstem<br />

Niveau spielen. Klänge unterschiedlichster<br />

Instrumente bis<br />

ins Detail heraushören. Komplexe<br />

Tonsätze lesen und schreiben.<br />

Extrem fit sein am PC. Alle Filme<br />

und Serien dieser Welt in- und<br />

auswendig kennen. Und das wohl<br />

Wichtigste: Empathie. Schließlich<br />

geht es in Filmen immer darum,<br />

Gefühle beim Zuschauer zu wecken.<br />

„Und das geht mit keinem<br />

Stilmittel so gut wie Musik.“ Insbesondere<br />

letzteres gelingt mit<br />

zunehmender Lebenserfahrung<br />

immer besser. Und vom 40. Geburtstag<br />

ist Leo Brennauer in der<br />

Tat noch ein ganzes Stück entfernt.<br />

Sein bisheriger Lebenslauf aber<br />

scheint nahezu perfekt zu sein <strong>für</strong><br />

das, was kommt: Bereits als Kind<br />

lernte er Flöte, Klavier und Schlagzeug,<br />

absolvierte nach seinem Realschulabschluss<br />

eine Lehre zum<br />

Einzelhandelskaufmann im Musikhaus<br />

Kirstein, wo er viele Kontakte<br />

in der Musikbranche knüpfte,<br />

darüber hinaus extrem viel lernte<br />

über Instrumente, Bühnen- und<br />

Studiotechnik. In dieser Zeit begann<br />

auch die Erfolgsgeschichte<br />

der Band Rigoros, die sich jetzt<br />

leider auflösen wird, weil auch die<br />

anderen Mitglieder sich beruflich<br />

verändern und zu weit voneinander<br />

entfernt wohnen wer<strong>den</strong>. Allerdings<br />

managte Leo Brennauer<br />

Rigoros über lange Zeit, sammelte<br />

reichlich Bühnenerfahrung auf<br />

kleinen und großen Konzerten und<br />

bekam tiefen Einblick in professioneller<br />

Arbeit im Tonstudio von Sebastian<br />

Keller in Altenstadt. Hauptberuflich<br />

meisterte er nach seiner<br />

Lehre zum Einzelhandelskaufmann<br />

und einem Jahr als Geselle <strong>den</strong><br />

Handelsfachwirt in Augsburg, übte<br />

jedoch parallel dazu wie ein Verrückter<br />

<strong>für</strong> die Aufnahmeprüfung<br />

an der Berufsfachschule <strong>für</strong> Musik<br />

in Krumbach: Leo Brennauer will<br />

dort Schlagzeug studieren, setzt<br />

sich im Bewerbungsfinale gegen<br />

zwölf Mitstreiter auch durch<br />

und bekommt <strong>den</strong> Studienplatz.<br />

Doch eine Sehnenschei<strong>den</strong>entzündung<br />

bremst ihn in der Folge<br />

aus. „Plötzlich war ich nur noch<br />

am PC gesessen und habe mit<br />

größter Lei<strong>den</strong>schaft angefangen<br />

zu komponieren.“ An dieser Stelle<br />

wichtig zu wissen: Leo Brennauer<br />

spielt auch ausgezeichnet Klavier.<br />

„Mozart, Bach und wie sie alle<br />

heißen… Mir ist kein Komponist<br />

bekannt, der nicht Klavier spielt“,<br />

sagt er an dieser Stelle. Und weil<br />

die Kombi aus Schlagzeug und<br />

Klavier noch idealer ist <strong>für</strong> Filmkomposition,<br />

bringt ihn Lars Binder,<br />

sein damaliger Dozent in<br />

Krumbach, auf diese zün<strong>den</strong>de<br />

Idee, eben Filmkomposition zu<br />

studieren. Leo Brennauer bezieht<br />

in dieser wunderschönen Schweizer<br />

Stadt ein 14 Quadratmeter<br />

kleines Zimmer, in dem nicht nur<br />

seine „fette“ Anlage samt Equipment<br />

Platz haben muss. „Sondern<br />

auch mein Bett.“ Quasi ein neuer,<br />

aufregender Lebensabschnitt auf<br />

engstem Raum.<br />

js<br />

Diese hochwertige Anlage nimmt<br />

Leo Brennauer mit nach Zürich.<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 75<br />

Wir suchen Auszubil<strong>den</strong>de <strong>für</strong> 2020!<br />

Die Weckerle GmbH ist ein erfolgreich agierendes und expandierendes<br />

Familienunternehmen mit Sitz in Weilheim und<br />

Peißenberg und gehört zur Weckerle Companies Gruppe mit<br />

weiteren Sitzen in Eislingen, der Schweiz, Frankreich, Italien,<br />

Russland, Brasilien, China, Indien und <strong>den</strong> USA. Mit <strong>den</strong><br />

Geschäftsbereichen Machines und Cosmetics ist das Unternehmen<br />

führend in der Herstellung innovativer und hochspezialisierter<br />

Abfüllanlagen <strong>für</strong> die Kosmetik-, Pharma- und<br />

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Entwicklung und Produktion von dekorativen Kosmetikprodukten<br />

im Auftrag namhafter Kosmetikkonzerne.<br />

Wir suchen zum 1. <strong>September</strong> 2020 engagierte und motivierte<br />

Auszubil<strong>den</strong>de (m/w/d)<br />

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Informationstechnologien<br />

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wachsen<strong>den</strong> Unternehmen<br />

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• Die Möglichkeit zur Absolvierung eines Trainee-Programms<br />

an einem ausländischen Standort nach der Ausbildung<br />

Haben wir Sie neugierig gemacht?<br />

Dann bewerben Sie sich bitte bis spätestens 30.09.<strong>2019</strong> über<br />

unser Jobportal unter www.weckerle.com<br />

Bei Rückfragen wen<strong>den</strong> Sie sich bitte an:<br />

Frau Marie-Claude Sisto<br />

Personalabteilung<br />

+ 49 881 - 92 93 1154


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Zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten bei Bihler<br />

„Man muss heute<br />

mehr bieten“<br />

Als größter deutscher Hersteller <strong>für</strong> Forsttechnik umfasst<br />

das Produktprogramm heute Forstseilwin<strong>den</strong>, Rückeanhänger,<br />

Ladekrane und Forstspezialtraktoren.<br />

Derzeit wer<strong>den</strong> rund 150 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Weitere Informationen:<br />

karriere.pfanzelt-maschinenbau.de<br />

Besuche uns am<br />

Tag der Ausbildung<br />

Am 19.09.<strong>2019</strong><br />

von 17:00 - 21:00 Uhr,<br />

im HOERBIGER Ausbildungszentrum,<br />

Pürschlingstraße 4 in 86971 Peiting<br />

76 | altlandkreis<br />

Halblech | Bihler ist der weltweit<br />

führende Systemlieferant <strong>für</strong> Automationslösungen<br />

in der Stanzbiege-,<br />

Schweiß- und Montagetechnik.<br />

Mehr als 1 000 Mitarbeiter<br />

im In- und Ausland setzen täglich<br />

alles daran, dass Kun<strong>den</strong> erfolgreich<br />

produzieren. Mit rund 800<br />

Mitarbeitern an bei<strong>den</strong> Standorten<br />

in Füssen und Halblech ist<br />

Bihler zudem einer der größten<br />

Arbeitgeber der Region. Sowohl<br />

die Weiterbildung der Mitarbeiter,<br />

als auch die Ausbildung junger<br />

Menschen genießen einen hohen<br />

Stellenwert. Davon zeugen nicht<br />

zuletzt die rund 100 Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong>,<br />

also über zwölf Prozent der<br />

gesamten Belegschaft, die ab <strong>September</strong><br />

in <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Werken in<br />

Füssen und Halblech sowie in der<br />

Verwaltung tätig sind. „Wir unterschei<strong>den</strong><br />

uns von anderen Unternehmen<br />

nicht in der Größenordnung,<br />

aber dadurch, dass wir ein<br />

Familienbetrieb sind“, sagt Lisa<br />

Haug, Junior-Personalentwicklerin<br />

und Verantwortliche <strong>für</strong> das Personalmarketing.<br />

„<strong>Das</strong> spürt man<br />

durch <strong>den</strong> ‚Bihler-Spirit‘, <strong>den</strong>n bei<br />

uns sind 40 Jahre Betriebszugehörigkeit<br />

keine Seltenheit“, erklärt<br />

Personalleiter Dominik Schütz.<br />

Egal ob Familienunternehmen<br />

oder nicht, natürlich ist auch bei<br />

Bihler längst das digitale Zeitalter<br />

angebrochen. Aus diesem Grund<br />

ist man derzeit dabei, <strong>den</strong> gewerblichen<br />

Ausbildungsbereich zu<br />

digitalisieren: Eine Lernsoftware<br />

wird mit Inhalten gefüttert, demnächst<br />

wer<strong>den</strong> Lernvideos gedreht,<br />

damit Auszubil<strong>den</strong>de mit <strong>den</strong> modernen<br />

Medien arbeiten können.<br />

„Schließlich fordern wir diese ‚digitale<br />

Kompetenz‘ auch von unseren<br />

Lehrlingen“, so Lisa Haug.<br />

Gemeinsame<br />

Kennenlern-Woche<br />

Mit Bihler-Technologie gefertigte<br />

Präzisionsteile fin<strong>den</strong> sich nahezu<br />

überall in unserem Alltag. Etwa im<br />

Auto bieten sie in Form von Gurtgehäusen,<br />

Kopfstützen, ABS- oder<br />

EPS-Systemen sowie Batterien <strong>für</strong><br />

Elektrofahrzeuge Sicherheit und<br />

Fahrkomfort. „Im Grunde ist jede<br />

Bihler-Maschine ein Unikat, extra<br />

angefertigt <strong>für</strong> die Bedürfnisse<br />

unserer Kun<strong>den</strong>“, sagt Dominik<br />

Schütz. Hier<strong>für</strong> braucht es neben<br />

qualifizierten Fachkräften auch<br />

entsprechen<strong>den</strong> Nachwuchs. „Für<br />

unsere Azubis nehmen sich unsere<br />

Ausbilder extrem viel Zeit“,<br />

verspricht Dominik Schütz. Besonders<br />

wichtig ist dem Unternehmen,<br />

die soziale Kompetenz zu<br />

fördern. Deshalb lernen Azubis in<br />

ihren ersten fünf Tagen bei Bihler<br />

die Firma gemeinsam spielerisch<br />

kennen. Gleichzeitig wird dabei<br />

ein gemeinsames Azubi-Leitbild<br />

entwickelt, bei dem jeder Einzelne<br />

> > > INFORMATION<br />

Girls-Day bei Bihler: Erste Bohrversuche<br />

unter Azubi-Aufsicht.<br />

mitsprechen darf und soll. „Den<br />

jungen Leuten muss heute einfach<br />

mehr geboten wer<strong>den</strong>“, spricht<br />

Dominik Schütz über <strong>den</strong> nicht<br />

einfacher gewor<strong>den</strong>en Arbeitsmarkt.<br />

Neben einem jährlichen<br />

Azubi-Ausflug – mal zum Radeln,<br />

mal eine andere Firma besuchen,<br />

mal zum Wasserskifahren – gibt es<br />

Tage der offenen Tür oder Projekte<br />

wie erst kürzlich, bei dem Azubis<br />

in Kooperation mit <strong>den</strong> Wertachtal-Werkstätten<br />

Spielhäuschen<br />

<strong>für</strong> Kinder gebaut haben. „Solche<br />

sozialen Engagements wer<strong>den</strong> wir<br />

verstärken“, sagt Dominik Schütz.<br />

Die Bewerbungsfrist <strong>für</strong> einen Ausbildungsstart im <strong>September</strong><br />

2020 bei Bihler endet heuer am 30. <strong>September</strong> <strong>2019</strong>. Bewerbungsunterlagen<br />

gehen an ausbildung@bihler.de. Weitere Informationen<br />

zu <strong>den</strong> einzelnen Berufen hält die Internetseite bereit:<br />

www.bihler.de/ausbildung.


Feilen, um <strong>für</strong> Werkzeug und Material<br />

ein Gefühl zu bekommen.<br />

Im vergangenen Jahr wurde jeder,<br />

der seine Ausbildung abgeschlossen<br />

hat, auch übernommen – die<br />

Übernahmequote liegt bei rund<br />

90 Prozent. Entschei<strong>den</strong> sich frisch<br />

ausgelernte Jung-Facharbeiter <strong>für</strong><br />

Bihler, so haben sie zum Beispiel<br />

die Möglichkeit, eine längere Zeit<br />

lang im Ausland zu arbeiten, unter<br />

anderem im Werk in Phillipsburg,<br />

New Jersey. „Die persönliche Weiterentwicklung<br />

ist uns sehr wichtig“,<br />

so Dominik Schütz.<br />

Obwohl es auch bei Bihler <strong>für</strong> die<br />

Berufe unterschiedliche Vorgaben<br />

gibt, seien Noten nicht das Allerwichtigste,<br />

wie Dominik Schütz<br />

beruhigt. Mindestens ebenso<br />

wichtig sind Eigenschaften wie<br />

Teamfähigkeit. „Bei uns bringt<br />

keiner eine Maschine alleine zum<br />

Laufen.“ Auch eine gewisse Technikaffinität<br />

ist sicherlich hilfreich.<br />

Jedes Jahr stellt Bihler rund 25 bis<br />

30 neue Azubis ein: Werkzeugmechaniker,<br />

Mechatroniker, Elektroniker<br />

<strong>für</strong> Automatisierungstechnik,<br />

Industrieelektriker <strong>für</strong><br />

Betriebstechnik, Technische Produktdesigner,<br />

Industriekaufleute,<br />

Informatikkaufleute, Fachkräfte<br />

<strong>für</strong> Lagerlogistik. Hinzu kommen<br />

meist zwei duale Stu<strong>den</strong>ten, die<br />

ihre Praxisphasen während des<br />

Studiums bei der Firma Bihler<br />

absolvieren. Hier bestehen beispielsweise<br />

in <strong>den</strong> Studiengängen<br />

Informatik, Mechatronik oder<br />

Maschinenbau Kooperationen mit<br />

<strong>den</strong> Hochschulen in Kempten,<br />

Augsburg und München. „Wir fin<strong>den</strong><br />

<strong>für</strong> je<strong>den</strong> das Passende“, verspricht<br />

Lisa Haug.<br />

„Ein Schnupperpraktikum ist immer<br />

empfehlenswert“, erklärt Lisa<br />

Haug und ergänzt: „Nahezu alle<br />

wollen dann auch zu uns kommen.“<br />

Eine klare, übersichtliche<br />

Bewerbung ist der erste wichtige<br />

Schritt. Mittlerweile wer<strong>den</strong> bei<br />

Bihler digitale Bewerbungen bevorzugt,<br />

so sparen sich auch die<br />

Bewerber Geld. <strong>Das</strong> Anschreiben<br />

sollte in jedem Fall fehlerfrei sein,<br />

bestenfalls mit dem richtigen Ansprechpartner.<br />

Kleiner Tipp: Bei<br />

einer Bewerbung <strong>für</strong> eine Ausbildung<br />

bei Bihler wäre das Ausbildungsleiterin<br />

Heidemarie Schindler.<br />

„Ein wenig anders, vielleicht<br />

mal etwas neben der Norm“,<br />

wünscht sich Dominik Schütz <strong>für</strong><br />

die Bewerbungsunterlagen, betont<br />

aber gleichzeitig: „Die Latte<br />

liegt nicht übermäßig hoch,<br />

schließlich ist es <strong>für</strong> die meisten<br />

die allererste Bewerbung.“ Sollten<br />

die eingereichten Unterlagen<br />

überzeugen, wird man zum Einstellungstest<br />

eingela<strong>den</strong>. Etwas<br />

Mathematik, ein bisschen Allgemeinwissen,<br />

„alles absolut machbar“,<br />

wie Lisa Haug sagt. Sollte<br />

auch der Test erfolgreich sein,<br />

kommt es zu einem Vorstellungsgespräch.<br />

„Die Frage, warum man<br />

sich <strong>für</strong> <strong>den</strong> entsprechen<strong>den</strong> Ausbildungsberuf<br />

entschie<strong>den</strong> hat,<br />

kommt mit Sicherheit“, plaudert<br />

Dominik Schütz aus dem Nähkästchen.<br />

Sich darüber zuvor Gedanken<br />

zu machen, schadet sicherlich<br />

nicht. Die Atmosphäre während<br />

des Gesprächs sei betont locker,<br />

befin<strong>den</strong> sich die Bewerber häufig<br />

doch erstmals in einer solch angespannten<br />

Situation. <strong>Das</strong> wissen<br />

auch Ausbilder sowie die Ausbildungsleiterin<br />

und helfen dementsprechend.<br />

„Einfach man selbst<br />

sein“, empfehlen Dominik Schütz<br />

und Lisa Haug. <strong>Das</strong> passt zu Bihler<br />

ohnehin am besten.<br />

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september / oktober <strong>2019</strong> | 77


Hoerbiger lädt zum „Tag der Ausbildung“<br />

Reinschnuppern in<br />

Theorie und Praxis<br />

Peiting | Die Firma Hoerbiger ist<br />

seit Jahrzehnten bekannt als einer<br />

der größten Ausbildungsbetriebe<br />

in Weilheim-Schongau. Ab ersten<br />

<strong>September</strong> beschäftigt der Konzern<br />

insgesamt 80 Azubis. Wie<br />

viele Azubis Jahr <strong>für</strong> Jahr neu dazu<br />

kommen, wird im Rahmen einer<br />

Bedarfsanalyse bereits weit im<br />

Voraus ermittelt. „Es wird geplant,<br />

welche und wie viele Fachkräfte<br />

wir in drei bis vier Jahren brauchen“,<br />

sagt Kerstin Giebel, Referentin<br />

<strong>für</strong> Personalmarketing und<br />

Recruiting bei Hoerbiger. Berücksichtigt<br />

wird bei dieser Rechnung<br />

sowohl die Dauer der Ausbildung<br />

über zwei bis dreieinhalb Jahre als<br />

auch die einjährige Bewerbungsfrist.<br />

Die vergangenen zwei Jahre<br />

war der Bedarf vergleichsweise<br />

sehr hoch – jeweils 26 neue Azubis<br />

wur<strong>den</strong> eingestellt. Für <strong>den</strong> 1. <strong>September</strong><br />

2020 sucht das Unternehmen<br />

16 neue Azubis <strong>für</strong> die Standorte<br />

in Schongau und Penzberg.<br />

Genaugenommen in <strong>den</strong> Berufen<br />

Elektroniker, Industriemechaniker,<br />

Maschinen- und Anlagenführer,<br />

Mechatroniker, Werkzeugmechaniker<br />

und Zerspanungsmechaniker.<br />

Heißt: Wer im kommen<strong>den</strong> Jahr<br />

eine Ausbildung bei Hoerbiger<br />

in einem dieser Berufe beginnen<br />

möchte, sollte sich in wenigen<br />

Wochen bewerben. Und im Optimalfall<br />

über die einzelnen Berufsbilder<br />

informiert sein. Eine<br />

ideale Informations-Gelegenheit<br />

bietet der „Tag der Ausbildung“<br />

am Donnerstagabend, 19. <strong>September</strong>,<br />

im Ausbildungszentrum an der<br />

Pürschlingstraße 4 in Peiting. Von<br />

17 bis 21 Uhr können Interessierte<br />

dort hautnah miterleben, mit welchen<br />

Werkzeugen und Maschinen<br />

welche Werkstoffe wie verarbeitet –<br />

und welche Produkte letztlich hergestellt<br />

wer<strong>den</strong>.<br />

Werkstücke und<br />

Geschenke fertigen<br />

Konkret geboten sind am Tag der<br />

Ausbildung mehrere Führungen<br />

durchs Ausbildungszentrum hindurch.<br />

Im direkten Austausch mit<br />

Azubis und Ausbilder können sich<br />

die Besucher über einzelne Berufsbilder<br />

umfassend informieren.<br />

Sie dürfen Metallverarbeitung an<br />

Bohr-, Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen<br />

hautnah miterleben und<br />

ausprobieren, indem gemeinsam<br />

mit Fachkräften Werkstücke sowie<br />

Geschenke zum Mitnehmen gefertigt<br />

wer<strong>den</strong>. Es gibt alle wichtigen<br />

Informationen zu Schnupperpraktika<br />

und zum Thema richtig und<br />

rechtzeitig Bewerben. Und sicherlich<br />

auch sehr interessant zu<br />

sehen sind zwei Azubi-Projekte:<br />

<strong>Das</strong> eine, ein neu gestalteter und<br />

eingerichteter Computerraum, ist<br />

bereits erfolgreich abgeschlossen.<br />

<strong>Das</strong> andere, die Aufbereitung eines<br />

Acht-Zylinder-Motors von Mercedes,<br />

welcher letztlich bei der Hoerbiger<br />

Kompressortechnik GmbH<br />

in Schongau ausgestellt wer<strong>den</strong><br />

soll, steht noch bevor. Aber auch<br />

viele weitere Fragen zum Thema<br />

Ausbildung bei Hoerbiger wer<strong>den</strong><br />

an diesem Tag ausführlich beantwortet.<br />

Zum Beispiel, wo sich <strong>für</strong><br />

die jeweiligen Ausbildungsberufe<br />

die Berufsschulen befin<strong>den</strong>? Me-<br />

Im Ausbildungszentrum von Hoerbiger arbeiten die jungen Männer und<br />

Frauen an modernen CNC-gesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen.<br />

78 | altlandkreis


tallberufe wer<strong>den</strong> beispielsweise<br />

in Weilheim, elektrische Berufe in<br />

Schongau oder Landsberg unterrichtet.<br />

Oder wie viel die Azubis im<br />

jeweiligen Lehrjahr verdienen? Im<br />

Falle Hoerbiger erfolgt die Bezahlung<br />

nach dem aktuellen Metalltarifvertrag:<br />

1 035 Euro im ersten,<br />

1 089 Euro im zweiten, 1 160 Euro<br />

im dritten und 1 207 Euro im vierten<br />

Lehrjahr.<br />

stattung. Kerstin Giebel beschreibt<br />

das Hoerbiger-Ausbildungszentrum<br />

so: „Es ist ausgestattet wie ein<br />

kleines Industrieunternehmen –<br />

und so funktioniert es auch.“<br />

Grundsätzlich bildet Hoerbiger<br />

neben <strong>den</strong> eingangs erwähnten<br />

Berufen <strong>für</strong> 2020 auch Fachkräfte<br />

<strong>für</strong> Lagerlogistik, Technische Produktdesigner,<br />

Werkstoffprüfer sowie<br />

Industrie- und Informatikkaufleute<br />

aus. Darüber hinaus haben<br />

Abiturienten die Möglichkeit eines<br />

Verbundstudiums mit der Kombination<br />

Maschinenbau-Studium<br />

und Industriemechaniker-Ausbildung<br />

oder Mechatronik-Studium<br />

und Mechatroniker-Ausbildung.<br />

Neu seit 2018 ist außerdem ein sogenanntes<br />

„Studium mit vertiefter<br />

Praxis“. Hoerbiger möchte mit diesem<br />

Modell ehemalige und außergewöhnlich<br />

gute Azubis gezielt fördern.<br />

Sie dürfen Maschinenbau an<br />

der Hochschule Kempten studieren,<br />

durchlaufen da<strong>für</strong> im Rahmen<br />

der Praxis-Semester verschie<strong>den</strong>e<br />

Abteilungen bei Hoerbiger. Verschie<strong>den</strong>e<br />

Abteilungen besuchen<br />

im Laufe ihrer Ausbildung auch<br />

die gewerblich-technischen Azubis,<br />

die sich am Donnerstagabend,<br />

19. <strong>September</strong>, ab 17 Uhr an der<br />

Pürschlingstraße 4 in Peiting umfassend<br />

informieren können über<br />

Ausbildungsberufe bei Hoerbiger –<br />

einem der größten Ausbildungsbetriebe<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

Landkreis.<br />

js<br />

„Wie ein kleiner<br />

Industriebetrieb“<br />

Vom bunten Rahmenprogramm<br />

und Informationspotential dieses<br />

Abends mal abgesehen, lohnt sich<br />

der Blick ins Ausbildungszentrum<br />

von Hoerbiger ohnehin – schließlich<br />

ist eine eigene Lehrwerkstätte<br />

an einem komplett eigenen Standort<br />

einzigartig in der Region. „Für<br />

die gewerblich-technischen Azubis<br />

im Landkreis Weilheim-Schongau<br />

bildet unser Ausbildungszentrum<br />

in Peiting <strong>den</strong> Mittelpunkt der praktischen<br />

Ausbildung“, sagt Kerstin<br />

Giebel. Vom ersten Tag an wer<strong>den</strong><br />

die Azubis in diesem Zentrum auf<br />

Abläufe und Prozesse in <strong>den</strong> großen<br />

Hoerbiger-Werken vorbereitet.<br />

Wobei von <strong>den</strong> angehen<strong>den</strong> Fachkräften<br />

auch immer wieder Prototypen<br />

gefertigt wur<strong>den</strong>, die später<br />

in Serie gegangen sind. Möglich<br />

ist dies nur dank professioneller<br />

Betreuung vier sehr erfahrener<br />

Ausbilder. Und natürlich einer<br />

hochwertigen technischen Aus-<br />

Du hast ein Ziel?<br />

HIER kannst<br />

Du es erreichen!<br />

Auch als Quereinsteiger<br />

Wir bil<strong>den</strong> Dich zum<br />

Industriemechaniker (m/w/d) aus<br />

Infos unter eirenschmalz.de<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 79


Wissenswertes aus der Geschäftswelt<br />

Anmeldung <strong>für</strong> Schongauer Ausbildungsmesse<br />

AUSSTELLER KÖNNEN SICH AB 4. NOVEMBER BEWERBEN<br />

Schongau | <strong>Das</strong>s die Schongauer Ausbildungsmesse<br />

im Jahr 2020 ausgerechnet am 1. April stattfin<strong>den</strong><br />

wird, ist laut Veranstalter Peter Ostenrieder „definitiv<br />

kein Scherz“. Auch kein Scherz: Bereits ab<br />

Montag, 4. November, können sich interessierte<br />

Aussteller <strong>für</strong> einen Platz in der Lechsporthalle 2020<br />

bewerben. <strong>Das</strong> hier<strong>für</strong> notwendige Anmeldeformular<br />

wird an diesem Montag online unter www.<br />

schongauer-ausbildungsmesse.de veröffentlicht.<br />

Wichtig zu wissen: Die Bestätigung einer Anmeldung<br />

erfolgt schriftlich durch <strong>den</strong> Veranstalter, kann<br />

also mehrere Tage dauern. Gleiches gilt <strong>für</strong> Absagen,<br />

falls die Veranstaltung überbucht wer<strong>den</strong> sollte.<br />

Letzteres war die vergangenen Jahre mehrfach nur einer Halle innerhalb nur eines Nachmittages<br />

Eltern mit derart vielen Ausbildungsbetrieben in<br />

der Fall, weshalb an der SAM 2020 interessierte in Kontakt. Flyer, Infobroschüren, Prototypen von<br />

Betriebe sich <strong>den</strong> Bewerbungs-Beginn am Montag,<br />

4. November, dick anstreichen sollten in ihrem aktionen und Vorführungen zeigen <strong>den</strong> Azubis von<br />

Maschinen und Produkten sowie Videos, Mitmach-<br />

Kalender. Grund des großen Andrangs ist das Konzept<br />

der Schongauer Ausbildungsmesse: An keinem te. Gold wert ist im Rahmen der SAM vor allem die<br />

morgen eindrucksvoll, was auf sie zukommen könn-<br />

anderen Tag im Jahr kommen Schüler, Lehrer und Möglichkeit persönlicher Gespräche. Ausbilder und<br />

Azubis stehen Rede und Antwort und erklären anhand<br />

ihrer eigenen Erfahrungen, wie die jeweilige<br />

Ausbildung in ihrem Betrieb vom ersten bis zum<br />

dritten oder gar vierten Lehrjahr ablaufen wird.<br />

Vergangenes Frühjahr, auf der SAM <strong>2019</strong>, zählte<br />

das Veranstaltungs-Team von Ostenrieder Design &<br />

Marketing 80 Aussteller aus 15 Branchen sowie<br />

1800 Besucher. Wer von Seiten der hiesigen Unternehmer<br />

auch 2020 dabei sein möchte, sollte ab<br />

Montag, 4. November, schnell sein.<br />

js<br />

Neue Optik <strong>für</strong> Schuhhaus Haslauer<br />

TRADITIONSGESCHÄFT AB MITTE SEPTEMBER IN NEUEM GLANZ<br />

Simulation:<br />

Ostenrieder Design & Marketing<br />

Peiting | Seit mehr als 105<br />

Jahren ist das Schuhgeschäft<br />

Haslauer im Ortskern<br />

Peitings Anlaufstelle<br />

<strong>für</strong> qualitativ hochwertige<br />

Schuhe. Wobei der Begriff<br />

„hochwertig“ hier nicht<br />

nur auf die entsprechen<strong>den</strong><br />

Marken, sondern insbesondere<br />

auch auf <strong>den</strong><br />

„gesun<strong>den</strong>“ Schuh zutrifft.<br />

Bereits in dritter Generation<br />

ist Markus Haslauer als<br />

Chef des Hauses geprüfter<br />

Orthopädieschuhmachermeister.<br />

Orthopädische<br />

Maßschuhe und Zurichtungen<br />

am Konfektionsschuh wer<strong>den</strong> hier nicht nur verkauft, sondern<br />

seit vielen Jahren auch in Handarbeit gefertigt. Neben <strong>den</strong> <strong>für</strong><br />

ein Orthopädiehaus (alle Kassen) üblichen Einlagen, dem digitalen<br />

Fußabdruck, Kompressionsstrümpfen oder Bandagen wird im Hause<br />

Haslauer nach wie vor auch der modische Schuh im Schuhgeschäft<br />

hochgehalten. Bekannte Marken wie Salomon, Gabor, Meindl oder<br />

auch Tamaris stehen <strong>für</strong> „modisch & gsund“, wie man auf dem neuen<br />

Schriftzug am Gebäude ab Mitte <strong>September</strong> lesen wird. Markus Haslauer<br />

legt Wert darauf, dass auch von außen das Schuhhaus zeitgemäß<br />

und modern, aber <strong>den</strong>noch gut zu Peiting passend, gestaltet wird. Der<br />

Verkauf und die Kun<strong>den</strong>betreuung laufen auch während der Renovierungsarbeiten<br />

in vollem Umfang weiter, so dass auch hinter dem<br />

Gerüst weiter gilt: „Ihre Füße in <strong>den</strong> besten Hän<strong>den</strong>“.<br />

op<br />

Thomas Geiger Thomas & Franz Geiger Lutz<br />

Weilheimer Str. 8 • 82398 Polling<br />

www.moebelstube-oberland.de<br />

Telefon: 08 81 / 9 27 88 11<br />

über 1000m 2 Ausstellungsfläche<br />

Montag bis Freitag 10 – 18 Uhr<br />

Samstag 10 – 13 Uhr<br />

und nach Vereinbarung<br />

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DAS ALTLANDKREIS-HEIMATRÄTSEL<br />

Tradition mit Lücken<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | <strong>Das</strong> Schongauer<br />

Volksfest hat eine lange Tradition,<br />

fand bereits 158 Mal statt. Auch<br />

heuer haben die Stadtverantwortlichen<br />

und Bürger mit einer weiteren<br />

Auflage gerechnet. Schließlich<br />

stand der Termin vom 5. bis 9.<br />

<strong>September</strong> bereits fest. Umso erstaunlicher<br />

war die Schlagzeile in<br />

der örtlichen Tageszeitung am 21.<br />

Juni, auch aufgegriffen von welt.de<br />

und sz.de: „Schongauer Volksfest<br />

überraschend abgesagt.“ Kurzfristig<br />

hatte Schausteller Ronny Grubart<br />

aufgrund Terminüberschneidung<br />

eine „Pause“ des Schongauer<br />

Volksfestes angekündigt. Heißt:<br />

Die 159. Auflage lässt noch länger<br />

auf sich warten. Wir möchten nun<br />

von Ihnen, liebe Leser, wissen:<br />

Wann hat in Schongau das allererste<br />

Volksfest stattgefun<strong>den</strong>? Diese<br />

Frage ist vor allem deshalb nicht<br />

so leicht zu beantworten, weil die<br />

jetzige „Pause“ nicht die erste in<br />

der Geschichte des Schongauer<br />

Volksfestes ist – erst 2015 feierte<br />

das Fest <strong>für</strong> Jung und Alt eine Wiedergeburt.<br />

Schicken Sie uns bis 15.<br />

<strong>September</strong> eine Postkarte mit der<br />

Lösung und dem Stichwort „Heimaträtsel“<br />

an „altlandkreis“, Birkland<br />

40, 86971 Peiting. Oder eine<br />

E-Mail an info@altlandkreis.de.<br />

Und gewinnen Sie mit etwas Glück<br />

eine von insgesamt fünf Familienkarten<br />

<strong>für</strong> Badespaß im Schongauer<br />

Plantsch. <strong>Das</strong> Los entscheidet,<br />

der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Viel Erfolg!<br />

js<br />

DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG<br />

Wo sich der Hinkelstein befindet, dessen Aufschrift an <strong>den</strong> Schutzpatron<br />

<strong>für</strong>s Vieh, <strong>den</strong> Heiligen Leonhard, erinnert? Die Richtige Lösung<br />

lautet „Unterried“ bei Prem. Gewusst haben das unter anderem Carina<br />

Weiß aus Peiting, Jasmin Reinsdorf aus Schongau, Josef Ott aus<br />

Prem, Ulrich Niggl aus Prem und Ulrich Weiß aus Peiting, die dank<br />

Losglück nun je eine Familienkarte <strong>für</strong> Badespaß im Plantsch gewonnen<br />

haben. Herzlichen Glückwunsch!<br />

> > > IMPRESSUM<br />

„altlandkreis“<br />

der „altlandkreis“ ist ein Medium von<br />

Birkland 40 in 86971 Peiting<br />

Telefon: 08869 / 91 22-16<br />

Fax: 08869 / 91 22-17<br />

Mail: info@altlandkreis.de<br />

Stand bei Drucklegung im August <strong>2019</strong>.<br />

Änderungen und Fehler vorbehalten.<br />

Auflage: 28000 Exemplare<br />

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine<br />

Erscheinungsgewähr übernommen.<br />

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten <strong>Ausgabe</strong> Nov./Dez. <strong>2019</strong>:<br />

Freitag, 25. <strong>Oktober</strong> <strong>2019</strong> (Anzeigenschluss: 7. <strong>Oktober</strong> <strong>2019</strong>)<br />

Herausgeber: Peter Ostenrieder<br />

Redaktion: Johannes Schelle, Tim Schmid, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)<br />

Mitarbeiter dieser <strong>Ausgabe</strong>: Hubert Hunscheidt, Regine Pätz<br />

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler<br />

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock,<br />

Irmgard Gruber, Jeannine Echtler, Christian Lechner<br />

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Straße 23, 84503 Altötting<br />

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Wei<strong>den</strong>bach 8, 82362 Weilheim<br />

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung<br />

an alle Haushalte im <strong>Altlandkreis</strong> Schongau und einzelnen<br />

angrenzen<strong>den</strong> Gemein<strong>den</strong><br />

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine<br />

und weitere technische Angaben fin<strong>den</strong> Sie auf unserer<br />

Webseite www.altlandkreis.de.<br />

Fotos: mauritius images/Volkerpreusser/Alamy, Holger Wieland,<br />

Johann Jilka, Peter Ostenrieder, Johannes Schelle, Tim Schmid,<br />

Regine Pätz, Irmgard Gruber, Tobias Gutmann, Esso-Autokarte<br />

<strong>Ausgabe</strong> 1972/73, Sébastien Nunes, Hermann Köpf, SPD-<br />

Ortsverein Schongau, Kulze Schwabniederhofen, PG Altenstadt,<br />

Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau, Foto Zacherl, Hans-<br />

Helmut Herold, FFW Schwabsoien, YOKIO., Tourist-Information<br />

Peiting, Anton Kappendobler, Stadtarchiv Weilheim i. OB.,<br />

Bezirksregierung Arnsberg, MFC Schongau, Sparkasse Oberland,<br />

Michael Kögel, Bergsteigerchor Schongau, THW Schongau,<br />

Kunstcafé am Tor, Magnus Ostenrieder, Musikverein Reichling,<br />

Landjugend Reichling, Gemeinde Rottenbuch, Deutscher<br />

Alpenverein, Bettina Eder, JWS GmbH, Funk international GmbH,<br />

Bihler, Hoerbiger Holding AG, Ronny Grubart, Lobster GmbH,<br />

Wennaël Würmli, Adobe Stock<br />

september / oktober <strong>2019</strong> | 81


Die Moor-Renaturierung im „Weiter Filz“<br />

Einzigartig in<br />

ganz Oberbayern<br />

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<strong>Altlandkreis</strong> | Moorlandschaften<br />

bekommen in Zeiten der Klimaerwärmung<br />

eine immer höhere Bedeutung.<br />

Sie können hohe Mengen<br />

an CO 2 aufnehmen und dauerhaft<br />

speichern, eignen sich somit ideal<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Klimaschutz. <strong>Das</strong> Problem:<br />

Rund 90 Prozent aller in<br />

Bayern und Deutschland gezählten<br />

Moorlandschaften sind aufgrund<br />

menschlicher Eingriffe vorbelastet,<br />

somit nicht mehr in ihrem ursprünglichen<br />

Zustand und dadurch<br />

keine zuverlässigen CO 2 -Speicher.<br />

Der Freistaat Bayern versucht<br />

gegen die Klimaerwärmung mit<br />

dem im Jahr 2014 verabschiedeten<br />

„Klimaschutzprogramm Bayern<br />

2050“ anzukämpfen. Teil der insgesamt<br />

elf Schwerpunktmaßnahmen:<br />

50 Moore wieder vernässen.<br />

<strong>Das</strong> Problem hierbei: Es gibt viele<br />

kleine Moore mit jeweils eigenen<br />

Grundstücksbesitzern – die alle<br />

an einen run<strong>den</strong> Tisch zu bekommen<br />

und von <strong>den</strong> notwendigen<br />

Renaturierungs-Maßnahmen zu<br />

überzeugen, gestaltet sich häufig<br />

als schwierig. Auch im Landkreis<br />

Weilheim-Schongau stimmen<br />

nicht alle Moorflächen-Besitzer<br />

<strong>den</strong> gut gemeinten Vorhaben der<br />

Naturschutzbehör<strong>den</strong> zu. Umso<br />

erfreulicher aus Sicht der Regierung<br />

von Oberbayern, dass vor<br />

Kurzem eine Moorlandschaft ins<br />

Klimaschutzprogramm neu aufgenommen<br />

wurde, die sicherlich als<br />

Vorzeigebeispiel <strong>für</strong> viele weitere<br />

Projekte dient. Es handelt sich um<br />

einen Teil der sogenannten „Moorkette“<br />

zwischen Peiting und Wessobrunn,<br />

die seit mehr als zwei<br />

Jahrzehnten in Privatbesitz ist.<br />

Industrieller<br />

Torfabbau bis 1991<br />

Vor knapp drei Jahrzehnten wurde<br />

auf diesem Fleckerl noch industriell<br />

Torf abgebaut. Und, wie in allen<br />

Torfabbau-Gebieten, massiv in<br />

die Natur eingegriffen.<br />

Hintergrund:<br />

Torf ist ein organisches<br />

Sediment, das nur in Mooren entsteht.<br />

Da Moore sehr wasserreich<br />

sind, Torf jedoch nur in getrocknetem<br />

Zustand brennbar und gut<br />

abbaubar ist, wur<strong>den</strong> zur Brennstoffgewinnung<br />

die Moorlandschaften<br />

massiv entwässert. Auch<br />

auf dieser heute einzigartigen<br />

Fläche der „Moorkette“ namens<br />

„Weiter Filz“ wurde alle 15 Meter<br />

ein Wassergraben gezogen. Zwar<br />

verlor die industrielle Gewinnung<br />

von Brennstoff in <strong>den</strong> 1960er Jahren<br />

zunehmend an Bedeutung.<br />

Dennoch wurde weiterhin intensiv<br />

Torf abgebaut, um Blumenerde<br />

herzustellen – hier<strong>für</strong> wur<strong>den</strong> die<br />

Moorflächen mit Fräsmaschinen<br />

bearbeitet. Eingestellt wurde der<br />

Torfabbau im „Weiter Filz“ aus<br />

wirtschaftlichen und Naturschutz-<br />

Grün<strong>den</strong> schließlich im Jahre 1991.<br />

Nun stand die Frage im Raum:<br />

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