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efggjohannes316

Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von aller seiner Arbeit ausruhen können, so wie Gott am

siebten Schöpfungstag von seinen Werken ruhte. Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von aller seiner

Arbeit ausruhen können, so wie Gott am siebten

Schöpfungstag von seinen Werken ruhte.

SEPTEMBER / OKTOBER 2019

,


EDITORIAL

DANKE! So titelt diese Ausgabe von INKONTAKT. Am 6. Oktober ist Erntedankfest, passt es deshalb in diese

Ausgabe? Die Antwort ist JA und NEIN. JA deshalb, es zeitlich passt und NEIN, weil es nicht nur einen

besonderen Tag geben dürfte, an dem wir uns bei Gott bedanken.

Dank ist zeitlos, dankbar leben eine Herausforderung für die Menschheit und erst recht für Christen. Die Frage

muss erlaubt sein: ist unser Lebensstil von Dankbarkeit geprägt oder sind wir mehr dem Jammern und Klagen

zugewand? Wenn wir uns die Synonyme anschauen, wird sehr schnell deutlich, wie nah uns diese

Gefühlsregungen sind: Murren, jammern, klagen, nörgeln, etwas aussetzen, brummig, bissig, unzufrieden,

sauer, verdriesst, launisch, verstimmt, grimmig, lustlos

Ich zitiere die Journalistin Katja Ollech: „Wer ständig nörgelt, erzieht sein Gehirn zu negativen Gedanken - und

das macht krank. Unter der ständigen Unzufriedenheit leiden Körper und Psyche.“

Und weiter schreibt sie: „Gelegenheiten zum Jammern gibt es unzählige: Die Bahn kommt zu spät, das Wetter

ist schlecht und die Arbeit macht keinen Spaß. Doch wenn Nörgeleien zum Dauerzustand werden, ist Vorsicht

geboten. Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass chronische Unzufriedenheit das Gehirn verändert

– mit schwerwiegenden Folgen…..Jammern setzt den Körper unter Stress; er schüttet das Stresshormon

Cortisol aus. Ein dauerhaft hoher Cortisol-Spiegel erhöht das Risiko für bestimmte Krankheiten wie

Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes und Depressionen.“

Ollech stützt ihre Thesen auf Forschungsergebnisse namhafter Wissenschaftler und Universitäten.

Haben wir nicht allen Grund dankbar zu sein und zu leben? Schauen wir uns einmal an, was Paulus den

Ephesern schreibt:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im

Himmel durch Christus. Eph. 1,3

Dieser Vers sagt uns, dass uns Gott Gnade und Frieden geschenkt. Er ist unser Vater, und Jesus Christus ist

unser Herr. Wir sind nicht mehr ohne Gott in dieser Welt, wir haben Jesus Christus als Herrn, durch den wir mit

Gott versöhnt sind.

Wir haben so viel, wofür wie dankbar sein sollten!

Ps 28,7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn traut mein Herz und mir ist geholfen. Nun ist mein

Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.

Jetzt, gerade schreibt mir Sarah:

„Ich fuhr Richtung Gummersbach fühlte mich auf der Fahrt wohl und sicher, hörte dabei modernen Lobpreis und

sang für den Herrn. Dann sah ich links ein Kreuz am Himmel und kam plötzlich von der Straße ab und rammte

um ein Haar in die Leitplanke und wie durch eine schützende Hand riss ich das Lenkrad noch in aller letzter

Sekunde herum und kam zurück auf die Spur.“

Danke Jesus!

2


IMPRESSUM

EFGG Erkelenz,

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

EFGG Erkelenz ist vereinsrechtlich

organisiert im

GiFBGG

(Gemeinden im Freikirchlichen Bund der

Gemeinde Gottes e.V.).

Der GiFGG gehört zum FBGG

(Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes

e.V.) als Dachverband.

Beide Vereine sind als gemeinnützig

anerkannt –

Redaktion und Layout:

Heinz Hepp

inkontakt(@)efgg-erkelenz.de

Bildnachweis: freie Bilder Pixabay

Alle Artikel von externen Quellen sind

entsprechend. gekennzeichnet

Anschrift:

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

Internet:

www.efgg-erkelenz.de

INHALT

Autor

EDITORIAL 2

INHALT / IMPRESSUM 3

DIE „FÜNF SPRACHEN DER DANKBARKEIT“ RÜDIGER PUCHTA 4

„…UND DER TAG KAM, AN DEM ICH JESUS SABRINA 6

ALLES ABGEBEN DURFTE !“

WAS IST DANKBARKEIT? DAVID STEINDL-RAST 7

SEID ÜBERSTRÖMEND IN DANKBARKEIT – SIMON SCHUSTER 8

AUS DEM LEBEN EINES CHRISTEN

«WER DANKBAR LEBT, SIEHT AUCH JÜRGEN WERTH 12

WEITER»

ALS CHRIST IMMER DANKBAR SEIN ? NUR JESUS 14

VERSUCHS DOCH MAL MIT DANKBARKEIT JOYCE MEYER 16

Seite

„HAB DANK“ HEINZ HEPP 17

DANKBAR SEIN MACHT GLÜCKLICH JUDITH WISCHHOF 20

DIE SIEBEN WORTE FÜR LOBPREIS LIVENET 21

ES TUT GUT, DANKBAR ZU SEIN. UND UNBEKANNT 22

MINDESTENS EINEN GUTEN GRUND

DAFÜR GIBT'S IMMER.

DIE TUGEND DER DANKBARKEIT RALF KAEMPER 23

DANKBARKEIT – IST EINE EINSTELLUNG UNBEKANNT 28

RADIKAL GNÄDIG ERF 28

KINDERKIRCHE 31

KURZGESCHICHTEN 32

TERMINE 34-35

Gemeindepastor:

Rüdiger Puchta,

Am Schneller 10

Telefon: 02431 / 5310

Email: Pastor(@)efgg-erkelenz.de

Seelsorger / Ältester:

Heinz Hepp (BCE) Theologe

Telefon: 02433 / 3079264

Email: seelsorger(@)efgg-erkelenz.de

Bankverbindung:

Gemeinden im Freikirchlichen Bund der

Gemeinde Gottes e.V. Hamburger

Volksbank

IBAN: DE30 2019 0003 0000 1910 35 BIC:

GENODEF1HH2

3


Die „fünf Sprachen

der Dankbarkeit“

Es ist nun schon einige

Jahre her, da hat der

amerikanische

Eheberater Gary

Chapmann ein Buch

herausgebracht, um die

Kommunikation und das

partnerschaftliche Miteinander zu stärken:

„Die fünf Sprachen der Liebe“. Dabei spricht

er folgende „Sprachen der Liebe“ an und

entfaltet sie für die Praxis:

(1) Die Liebessprache des Lobes und der

Anerkennung

(2) Die Liebessprache der Zweisamkeit

(3) Die Liebessprache der Geschenke

(4) Die Liebessprache der Hilfsbereitschaft

(5) Die Liebessprache der Zärtlichkeit

Ich frage mich oft: Wenn das auf die Liebe

zutrifft, gibt es dann auch so etwas, wie eine

„Sprache der Dankbarkeit“? Beim Bibellesen

finde ich viele Ansätze für diesen „Sprachstil

der Dankbarkeit“. Hier sind zwei Beispiele:

Mose fordert kurz vor seinem Sterben und dem

Einzug der Israeliten in das gelobte Land im

Namen Gottes auf: Vergiss bei all deinen

Sättigungen den nicht, dem du es zu verdanken

hast. (5. Mo 8,10) Und Paulus schreibt an die

Thessalonicher: Seid dankbar in allen Dingen,

denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus

an euch. (1. Thess. 5,18)

Wie füllen wir das mit Leben? Welche

„Sprache und Ausdrucksform“ geben wir

unserer Dankbarkeit, damit sie nicht nur ein

„Akt der Höflichkeit“, sondern eine konkrete

„Ausdrucksform unseres Alltages“, ja sogar

ein „prägender Lebensstil“ unserer

Jüngerschaft und Jesusnachfolge sein

kann? Ein Zitat aus einem

Lebensberatungsbuch – ohne christlichen

Bezug – hat mich an dieser Stelle sehr hellhörig

gemacht: Gelebte Dankbarkeit öffnet die Pforten

zur Liebe, zum Glück und zu einer neuen

Genussfähigkeit. Wer dankbar ist, kann kein

Muffel sein. Bewusst gelebte Dankbarkeit ist der

einfachste Weg, begeistert seinen Weg zu

gehen.

Hier kommen nun einige Impulse dazu –

abgeleitet aus Gottes Wort - als „fünf Sprachen

der Dankbarkeit“! Damit Dankbarkeit in unserem

Leben und unserer Jesusnachfolge konkret zur

Entfaltung kommt und unsere Sprache und

unseren Lebensstil bestimmt.

1. „Jubilierende“ Dankbarkeit: Lobpreis und

Anbetung

Das ist die höchste und feierlichste Form der

Dankbarkeit. Unser Herz, unser Lob, unsere

Gedanken, unser Mund – ja eigentlich alles in

uns erhebt Gott, den Schöpfer aller guten Gaben

- und man kann gar nicht anders, als ihn

anzubeten, zu loben und zu preisen. Im AT wird

uns David vorgestellt, der ganz besonders diese

„Sprache der jubilierenden Dankbarkeit“ gelebt

hat: Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN

danken und lobsingen deinem Namen, du

Höchster... (Psalm 92,2) Gehet zu seinen Toren

ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben;

danket ihm, lobet seinen Namen! (Psalm 100,4)

Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich

will dir lobsingen unter den Leuten. (Psalm

108,4)

Wofür jubilieren wir in unserer Dankbarkeit?

Wir loben und jubilieren vor allen Dingen über

Gott selbst und wie er sich uns als zugewandter

und dennoch heiliger, allmächtiger Gott

offenbart. Wir loben und jubilieren über seine

Segnungen: Versorgung, Gesundheit,

Bewahrung – all das sind gnadenvolle

Zuwendungen aus seiner Schöpferhand. Wir

loben und jubilieren über seine Liebe und

Gnade, die er uns am allergrößten in der Gabe

seines Sohnes Jesus Christus zeigt: Gelobt sei

Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,

der uns gesegnet hat, mit allem geistlichen

Segen... (Eph. 1,3)

Wann jubilieren wir in unserer Dankbarkeit?

Nicht nur am Sonntag im Gottesdienst, sondern

jeden Tag. So soll es zumindest sein. Welchen

Raum nimmt die Sprache der „jubilierenden

Dankbarkeit“ in unserem Leben ein?

2. „Dienende“ Dankbarkeit: Teilen und

Opfern

In Hebräer 13,6 lesen wir: Gutes zu tun und mit

andern zu teilen vergesst nicht; denn solche

Opfer gefallen Gott. Die „dienende Dankbarkeit“

ist eine sehr praktische und edle Ausdrucksform

unserer Dankbarkeit: Unser anvertrautes Hab

und Gut mit anderen zu Teilen. Etwas abgeben

zu können. Zu opfern – aus Dankbarkeit. Das

gefällt Gott. Nicht nur der- oder diejenige, mit

denen wir teilen, freuen sich darüber, sondern

vor allen Dingen Gott. Auch damit ehren wir in.

4


Gott sieht dabei auf unsere Motivation, auf unser

Herz. Darauf kommt es ihm an; nicht auf die

Höhe der Summe oder den materiellen Wert.

Das „berühmte Scherflein einer armen Witwe“ ist

bei ihm mehr wert als so manche pompöse

Spende eines Reichen, der es nicht aus reinem

und dankbarem Herzen spenden will.

Das Reich Gottes „lebt“ davon, dass Menschen

mit dieser „dienenden Dankbarkeit Gott die Ehre

geben“: Die erste Gemeinde in Jerusalem wird

uns in Apg. 4 so beschrieben. Es herrschte in der

ganzen Gemeinde eine Atmosphäre dieser

„dienenden Dankbarkeit“. Barnabas wird als

besonderes Vorbild genannt. Es finden sich in

der Tat zu allen Zeiten Menschen, die Gott sehr

gesegnet hat mit materiellen Möglichkeiten und

einem Herzen, das gerne gibt, das gerne teilt,

das gerne Gott zur Ehre opfert. Welchen Raum

nimmt die Sprache der „dienenden Dankbarkeit“

in unserem Leben ein?

3. „Vertrauende“ Dankbarkeit: Zuversicht in

Gott im Blick auf unsere Versorgung...

In Philipper 4,6 lesen wir die vertrauten Verse:

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen

lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit

Danksagung vor Gott kundwerden!

Hier wird u. a. auch eine Dankbarkeit

angesprochen, „die in Gott ruht“ und uns

Zuversicht schenkt im Blick auf unsere vielen

Versorgungsfragen. Hier geht es Paulus darum,

mit einem dankbaren Herzen alles zuversichtlich

von Gott zu erwarten, was wir zum Leben

brauchen. Das meine ich mit „vertrauender

Dankbarkeit“: Ich weiß mich versorgt von

meinem Herrn und dieses Wissen stillt mein

Herz und lässt mich dankbar sein. „Vertrauende

Dankbarkeit“ weiß sich getragen und umsorgt

von Gottes Güte. Am Ende führt sie zur

Gelassenheit im Blick auf unsere vielen

Alltagsherausforderungen. Welchen Raum

nimmt die Sprache der „vertrauenden

Dankbarkeit“ in unserem Leben ein?

4. „Wertschätzende“ Dankbarkeit:

Zufriedenheit

Hier habe ich lange nachgedacht und mich

gefragt, wie ich das ausdrücken kann. Ich

glaube, es gibt eine „Dankbarkeit, die tief in Gott

ruht - und uns deshalb Frieden schenkt – tiefen,

inneren Frieden, der in der Tat höher ist als alle

Vernunft“. Von diesem Frieden spricht Paulus in

Philipper 4,7: Und der Friede Gottes, der höher

ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne

in Christus Jesus bewahren.

Dieser Friede führt zu einer Zufriedenheit, die

sich nicht an äußeren und schwierigen

Umständen orientiert. Dieser Friede ist eine

Gabe Gottes, die wir dringend brauchen und die

uns in Christus geschenkt wird. Dieser Friede

lässt uns dankbar sein und bleiben: Trotz

Mangel und Begrenzungen in unserem Leben,

trotz Leid, Trauer und Schmerzen. Ich muss hier

an Nick Vujicic denken, diesem Mann ohne

Arme und Beine, den Christus durch seinen

Frieden zu einem dankbaren, zufriedenen

Menschen geformt hat, der heute als sein

Werkzeug anderen Menschen (unter anderem

als Motivationstrainer) dient. Wie zufrieden bist

Du eigentlich mit Deinem Leben?

5. „Sinnliche“ Dankbarkeit: Genießen

können

In Psalm 34,9 lesen wir: Schmecket und sehet,

wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf

ihn trauet! Können wir das eigentlich noch:

„Schmecken und sehen, wie freundlich der Herr

zu uns ist“? Ich weiß, es hört sich zunächst

befremdlich an - „sinnliche Dankbarkeit“ - und

doch darf auch diese „Sprache der Dankbarkeit“

nicht vergessen werden.

Wie könnte das praktisch aussehen? Freude am

Leben, Freude an den Gaben, Freude an den

Menschen an meiner Seite! Es ist gar nicht so

schwer: Ein schöner Abendspaziergang nach

getaner Arbeit, ein schönes Essen. Selbst ein

schlichtes, einfaches Essen wird mit einem

dankbaren und frohen Herzen“ zur Spezialität

und Delikatesse. Jeder sollte hier auf eine

„sinnliche Entdeckungsreise“ der unzählig vielen

Freundlichkeiten Gottes gehen.

Ich wünsche allen viel Freude und Segen

beim Aufspüren und Einüben dieser „fünf

Sprachen der Dankbarkeit“. Am Ende lebt es

sich leichter und andere werden es spüren. Und

vielleicht werden sie durch uns zu neuer

Dankbarkeit und zu einem neuen Aufblick zu

IHM, dem Schöpfer und Geber aller guten

Gaben, ermutigt.

Rüdiger Puchta

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HERZLICH WILLKOMMEN SABRINA

„…UND DER TAG

KAM, AN DEM ICH

JESUS ALLES

ABGEBEN DURFTE !“

Name: Sabrina

Alter: 33 Jahre

Aus Erkelenz

Verheiratet

2 Kinder

Krankenschwester, Praxisanleiter

Wie ich zurück zu dir fand....

Das Wort Schaf bekam für mich eine ganz neue

Bedeutung.“Mensch, bin ich ein Schaf! Habe ich

wieder meinen Schlüssel verlegt“ oder „Ach

Mann, ich Schaf! Das habe ich total vergessen in

dem Stress!“

SCHAF.So oft benutzte ich dieses Wort in ganz

unbedachter, keiner großen Bedeutung.

Jahrelang! Denke ich heute über das Schaf

nach, dann steigt in mir ein Glücksgefühl auf. Ein

warmes, liebevolles, inneres Gefühl.Ein Bild liegt

vor meinen Augen, wie ER seine Hände nach mir

ausstreckt, mich zu sich winkt, in seine sicheren

Arme: Er holt SEIN verlorenes Schaf zu sich

zurück. MEIN Vater, MEIN Herr in seiner

einzigartigen Vollkommenheit, erfüllt mit einer

unbeschreiblichen Liebe.

Ich möchte euch heute

davon berichten, welche

Wege unser Herr nutzte, um

mich endlich für sich zurück

zu gewinnen und damit

meine Seele zu heilen. Viele

Hände hat er mir in meinem

bisherigen Lebensweg

gereicht, aber ich habe sie so oft verkannt. Nicht

angenommen, nicht begriffen.

Ich bin katholisch getauft worden und meine

Eltern haben ihr best mögliches getan, um mir

die „richtigen“ Werte- und Normen mit auf den

Weg zu geben. Kommunion und Firmung waren

natürlich ein MUSS. Und auch so, nur so, habe

ich diese Akte empfunden. Ohne zu verstehen,

ohne zu fühlen oder zu begreifen.

Bereits als kleines Kind hatte ich viele

Begebenheiten, die mich immer wieder darauf

schließen ließen, dass es etwas

Übernatürliches, geistliches gibt, was ich aber

kein bisschen erklären konnte. Auch meine

Eltern konnten es nicht, hatten auf meine Frage

nach dem Tod keine für mich beruhigende

Antwort. Geplagt von Träumen, deren

(manchmal) tragischen Inhalte sich in die

Realität umsetzten, bekam ich immer mehr

Angst und nahm Abstand von der „geistigen“

Welt.

„Du bildest dir das alles ein“, „denk nicht darüber

nach, das ist nicht von Gott erlaubt“ waren

Sätze meiner Eltern, die vielleicht selber damit

überfordert waren.

Meine Seele litt seit meiner frühen Jugend unter

Depressionen und Panikattacken. Ich glaubte

nicht mehr an einen liebenden Gott. Ich suchte

nach der Bestrafung meiner Taten, die alles so

entstehen ließen, was meinen Weg so steinig

machte.

Als ich meine Ausbildung als Krankenschwester

machte und oft Sterbende begleitete, kam ich

immer wieder damit in Berührung, dass es nach

dem Leben etwas geistliches gab, was ich

dennoch nicht im Ansatz erklären oder deuten

konnte. Trotzdem bekam ich meine Kurve nicht.

Ich war eine miserable Ehefrau, stieß meinem

damaligen Mann vor den Kopf. Meine Ehe

scheiterte und meine geliebte Tochter war das

Ergebnis einer wahnsinnig sündhaften Ehe.

Dieser Trümmerhaufen galt mir, von mir alleine

verschuldet. Lange suchte ich nach der

passenden Absolution meines damaligen

Mannes, mir dieses alles zu vergeben. Aber die

bekam und bekomme ich bis heute nicht.

Mir ging es miserabel wie nie zuvor. Ich litt

Monate lang unter den schlimmsten

Schuldgefühlen, das Paket wurde gefühlt immer

schwerer.

Im Nachtdienst musste ich dann wie immer

Tabletten stellen. Und da war sie: SEINE Hand!

Ich las einen Namen einer Patientin, meines

Alters. Und da war es wieder: Dieses Gefühl,

was ich nicht mit Menschenverstand erklären

konnte. DIESMAL folgte ich diesem Gefühl.

Diesmal ließ ich mir nicht einreden.“ Das bildest

du dir ein“

Ich gab dieser Frau meine Nummer und sagte:

„Ich weiß nicht warum, ich mache das sonst nie.

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Aber hier ist meine Nummer. Wenn du mal reden

magst, melde dich ruhig.“

Und sie meldete sich. Mein Engel! Ziemlich

schnell brachte sie mich auf den Weg zu meinem

Herrn, zu meinem ERLÖSER von dieser Schuld,

von diesen Depressionen, diese Lasten. Sie

zeigte mir wie ich Gott begegnen kann. Sie

erklärte mir wer Jesus war, was Sünden sind und

wer der heilige Geist ist. Und der Tag kam, an

dem ich Jesus alles abgeben durfte. An dem ich

alles vor sein Kreuz bringen und abladen durfte.

Ich bin geliebt! Ich bin eins der SCHAFE, was er

nicht vergisst! Ich bin frei und ich habe meine

Aufgaben und Gaben, die ich für ihn einsetzen

darf.

Ich betete nun lange für eine passende,

lebendige Gemeinde, in der ich willkommen,

vielleicht gebraucht bin. Ich war wochenlang

schon auf der Suche und wieder schickte Gott

mir meinen Wegweiser. Auf einer katholischen

Taufe traf ich auf eine Familie. Sie berichteten,

dass bei Ihnen die Erwachsenentaufe üblich

war, statt die Kindstaufe. Ich wurde hellhörig und

wir kamen ins Gespräch. Direkt am folgenden

Tag kam ich zum ersten Gottesdienst hier in

diese Gemeinde und ich wusste, ich bin hier

richtig.

Ich bin gerettet, mein Leben gehört ihm, ich will

ihm dienen. Ich bin ein Teil seiner

SCHAFSHERDE geworden.

Sabrina

Liebe Sabrina, wir können einfach nur sagen:

„HERZLICH WILLKOMMEN ZUHAUSE“ IN

DEINER EFGG.

WAS IST

DANKBARKEIT?

David Steindl-Rast ist ein aus Österreich

stammender US-amerikanischer

Benediktinermönch,

Eremit, spiritueller Lehrer

und weltweit tätiger

Vortragsreisender

Dankbarkeit verstehen

wir als Haltung einer

dialogischen

Achtsamkeit. Mit dialogisch ist gemeint, dass

wir diese Achtsamkeit interaktiv

in Beziehung zu unseren Mitmenschen leben.

"Herz spricht zu Herz" hat Br. David Steindl-

Rast die Dankbarkeit in aller Kürze auf unserem

Netzwerktreffen am Holzöstersee Anfang Mai

2013 beschrieben.

Unsere Aufmerksamkeit auf die Haltung der

Dankbarkeit zu richten, ist eine Form achtsamer

spiritueller Praxis, die den Vorzug hat, dass sie

sehr schnell Resultate zeigt. Wenn wir uns am

Morgen vornehmen, dankbar zu sein für alles,

was uns an diesem Tag begegnet, werden wir

am Abend vielleicht bereits spürbar glücklicher

sein.

Dankbarkeit heißt, den gegebenen Augenblick

und jede gegebene Gelegenheit, einfach alles,

was uns begegnet, als Gabe,

als Geschenk wahrzunehmen. Wenn wir alles,

was uns begegnet, als Geschenk erkennen und

nicht einfach als selbstverständlich hinnehmen,

wachen wir auf zu einer neuen Lebendigkeit.

Das gibt uns tausend Gelegenheiten, uns zu

freuen! Und es schenkt uns auch unzählige

Gelegenheiten, den Sinn in Situationen zu

entdecken zu lernen, die uns zuerst einmal gar

nicht als Geschenke erscheinen.

Nehmen wir an, wir seien uns einig, dass

Dankbarkeit jene volle Lebendigkeit sei, nach

der wir uns alle sehnen. Dann ist also die vor uns

liegende Aufgabe einfach genug: Wir müssen

erlernen, dankbar zu leben. Die Schlüsselfrage

lautet: Wie fangen wir das an?

In Zeiten, in denen wir körperliche, emotionale

und spirituelle Schwierigkeiten durchleben, ist es

für uns fast unmöglich, uns dankbar zu fühlen.

Dennoch können wir uns dafür entscheiden,

dankbar zu leben, uns dem Leben in aller seiner

Fülle mutig zu öffnen.

Was bedeutet denn Dankbarkeit? Es ist

das Gewahrsein der Einzigartigkeit eines

jeden gegebenen Moments. Natürlich ist jeder

Augenblick ein gegebener Augenblick - er ist ein

Geschenk. Je älter wir werden, desto bewusster

werden wir uns darüber, dass jeder Augenblick

7


einzigartig ist. Die Wahrnehmung dessen stärkt

unsere Freude am Leben; und mit Freude

meinen wir das Glück, das nicht davon abhängt,

was gerade passiert. Denn das ist wirklich das,

was der menschliche Verstand ersehnt:

andauernde Freude.

Dazu kann uns eine einfache Gedächtnisstütze

wie "Stop-Look-Go!", also "Halt inne-Schau hin-

Handle!" hilfreichsein: Wir müssen

innehalten, denn sonst hasten wir direkt in den

nächsten Augenblick, ohne den gegebenen

Augenblick auch nur wertgeschätzt zu haben.

Wir müssen hinschauen, denn wenn wir einfach

nur innehalten, und das war’s dann, kommt nicht

viel dabei heraus. Das heißt, wir können nach

den Gelegenheiten schauen, die uns in diesem

Augenblick angeboten werden. Und dann erst

können wir handeln. Das wiederum bedeutet,

dass wir nun etwas mit dieser Gelegenheit tun

können. Und dann wird diese einfache

Gedächtnisstütze "Stop-Look-Go!" zu einer

wahren spirituellen Praxis, die einfach im Alltag

umzusetzen ist.

Die spirituelle Praxis der Dankbarkeit hängt von

keiner Sprache ab, keiner Kultur, keiner Religion

– sie hängt von nichts ab. Jeder Mensch kann

das erkennen und es selbst ausprobieren. So

einfach ist das.

Dankbarkeit macht auch schöpferisch. Das

Stichwort ist hier wieder "Gelegenheit". Genau

betrachtet sind wir ja nicht für dies oder jenes

dankbar, sondern immer für die Gelegenheit,

uns daran zu freuen. Und wenn wir erst einmal

wach werden für die unzähligen Gelegenheiten,

uns zu freuen, die wir zuvor freudlos als gegeben

hinnahmen, dann vervielfältigt sich sofort unsere

Lebensfreude. Es geschieht aber noch etwas

Weiteres: Wir kommen in Übung und lernen,

jede gegebene Gelegenheit beim Schopf zu

packen - das macht uns schöpferisch. Jetzt sind

wir nämlich imstande, auch mit Situationen

umzugehen, in denen uns etwas begegnet,

wofür wir nicht dankbar sein können. Wir fragen

uns dann ganz spontan:“Wozu schenkt mir das

jetzt Gelegenheit?“ Meist ist es Gelegenheit,

Neues zu lernen. Menschen, die zu einer

solchen Haltung fähig sind, erfahren nicht nur

viel mehr Freude, sie sind auch im höchsten

Grade schöpferisch.

Zuletzt sei noch darauf hinweisen, dass einige

von uns dem Begriff Dankbarkeit mit Skepsis

begegnen. Das mag mitunter daran liegen, dass

fast jeder von uns Situationen kennt, in denen

Dankbarkeit von uns erwartet wurde, obwohl wir

uns nicht dankbar gefühlt haben. Diese mit dem

Begriff Dankbarkeit in Verbindung stehenden

unangenehmen Gefühle können uns bei der

Beschäftigung mit der Dankbarkeit als spirituelle

Praxis im Wege stehen. Dies zu sehen, kann

hilfreich sein, um der Praxis der Dankbarkeit die

schöpferische Chance zu geben, die sie

verdient.

Quelle: Auszüge aus Texten von Br. David

Steindl-Rast

SEID ÜBERSTRÖMEND

IN DANKBARKEIT –

AUS DEM LEBEN EINES

CHRISTEN

SIMON SCHUSTER

Simon Schuster ist gebürtiger

Sachse. Er ist 23 Jahre alt und

studiert im vierten Jahr

Theologie am Reformatorisch-

Theologischen Predigerseminar

in Hannover. Sein Schwerpunkt

liegt im Fachbereich "Biblische Theologie", vor

allem im Neuen Testament. In seiner Freizeit liest

er gern und spielt Gitarre und Klavier. Er liebt

Soundtracks.

Vielleicht hat dich schon mal ein Freund, der kein

Christ ist, gefragt, was das Leben der Christen

ausmacht. Wovon ist das Leben der Christen am

meisten bestimmt? Es könnte auch sein, dass du

dich das selbst gefragt hast. Wir glauben daran,

dass der vollkommene Gott uns durch Jesus

Christus vor seinem Gericht gerecht gesprochen

hat, dass wir also unschuldig vor ihm stehen,

obwohl wir seine Gebote so oft bewusst und

unbewusst übertreten haben. Sogar, dass er uns

als Kinder angenommen hat und über alle

Maßen liebt. Das ist eine wunderbare Nachricht.

Aber was machen Christen denn nun den

ganzen Tag. Wie denken sie und handeln sie?

Anders gefragt: Was hat diese Nachricht mit

dem Alltag zu tun?

8


Jesu Herrschaft und unser Dank

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen,

wollen wir einen Blick in den Kolosserbrief

werfen. Wie du natürlich an der Überschrift

schon längst gesehen hast, geht es um das

große Thema Dankbarkeit. Lass uns erforschen,

was Paulus über Dankbarkeit im Kolosserbrief

schreibt. Ich möchte schon einmal die These

voranstellen, dass Dankbarkeit eines der

wichtigsten Themen dieses Briefes ist.

Am Anfang des Briefes schreibt Paulus den

Inhalt seiner Gebete auf: zum Einen dankt er

Gott, dass die Christen in Kolossä an Gott

glauben und die anderen Christen von Herzen

lieb haben. Ab Vers 9 schreibt er darüber, was

er von Gott erbittet. Er bittet Gott, dass die

Gläubigen Gottes Wille erkennen, dass sie also

wissen, was Gott gefällt und was sie tun sollen.

Dann benutzt Paulus vier Begriffe, um dieses

Leben zu beschreiben. Wie sieht das christliche

Leben, das Gott gefällt, aus: a) sie bringen gute

Werke; b) sie erkennen Gott immer besser; c) in

Anfechtungen sind sie standhaft; d) und sie

danken Gott mit Freude.

„…um des Herrn würdig zu wandeln zu allem

Wohlgefallen, und dass ihr Frucht bringt in jedem

guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes

und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine

herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut

und mit Freude dem Vater danksagt.“

Da ist zum ersten Mal das Danken. Einer von

vier wichtigen Aspekten, die Christen

auszeichnen sollen, ist Dankbarkeit. Und das

leuchtet ja ein. Vor allem anderen sind wir

Christen Menschen, die von Gott errettet sind,

weil er uns so sehr liebt. Da ist doch die erste

und natürlichste Reaktion, dass wir Ihm dafür

dankbar sind. Wenn ein Mensch zum Glauben

kommt, ist eine der ersten Reaktionen, dass er

zu Gott betet und ihm dafür dankt, dass er ihn

gerettet hat durch Jesus Christus.

Ok, merk dir diese Stelle und dann lass uns die

nächste Stelle betrachten. Das ist 2,6-7, die

Kernthese des gesamten Buches:

„Wie ihr nun Jesus Christus den

Herrn empfangen habt, so wandelt auch in ihm,

indem ihr gewurzelt seid und auferbaut werdet in

ihm und befestigt werdet in dem Glauben, in dem

ihr belehrt worden seid, und indem ihr in

Dankbarkeit überströmt.“

Ich habe die Worte „den Herrn“ kursiv

geschrieben, weil darauf die Betonung liegt.

Darum geht es Paulus. Man könnte auch

übersetzen: Wie ihr Christus Jesus als den

Herrnempfangen habt, so wandelt auch…“ Das

ist das große Thema: Wir sollen so leben, dass

Jesus Christus als Herr unseres Lebens

verkündigt wird. Jesus ist nicht nur ein Mensch,

auch nicht nur ein Kumpel oder ein

Lebensberater. Paulus schreibt in 1,15-23 wer

Jesus ist: Er ist der Herr über die Schöpfung,

über alles Sichtbare und alles Unsichtbare, und

er ist der Herr der Gemeinde, der auch uns

errettet hat. Wir Christen sollen so leben, dass

durch unser Leben verdeutlicht wird, dass Jesus

Christus der Herr ist, über alles und somit auch

über uns.

Und was bedeutet das? Paulus benutzt wieder

vier Aspekte, wie schon in Kapitel 1: gewurzelt

werden, auferbaut werden, befestigt werden,

überströmend sein in Dankbarkeit. Es ist

ziemlich auffällig, dass die ersten drei Wörter

passiv sind. D.h. das sind keine Sachen, die du

und ich machen, sondern die Gott an uns macht.

Das einzige aktive Verb ist: überströmend sein

oder auch überfließen, was sich auf die

Dankbarkeit bezieht. Lass dir das auf der Zunge

zergehen: indem wir ohne Ende Gott danken

verkündigen wir Jesus als unseren Herrn!

Jesus Christus wird dann als Herr unseres

Lebens verkündigt, wenn wir den christlichen

Glauben immer besser verstehen, darin fest

werden, sodass wir nicht zweifeln, und

schließlich, wenn wir über alle Maßen Gott

danken. Mit anderen Worten: die Menschen um

uns herum erkennen, dass Jesus Christus unser

Herr ist, wenn wir felsenfest am Glauben

festhalten und wenn wir Dankbarkeit gegenüber

Jesus Christus ausstrahlen. Im Danken wird

Jesus als Herr anerkannt und verkündigt.

Zurück zum Alltag…

Wie sieht es nun mit unserem Alltag aus? Ich

hatte schon gesagt, dass Gebet und vor allem

das Dankgebet im Grunde die natürlichste Folge

unserer Errettung ist. Aber wenn wir unseren

Alltag mal anschauen, wird schnell deutlich,

dass das Danken für uns gar nicht so

selbstverständlich ist. Zumindest geht es mir oft

so, dass ich nur für die Bewahrung in der Nacht

danke, für das Essen, eine gute Zensur und dass

9


Gott mir vergibt (was auch oft nur als so eine

allgemeine Formulierung gesagt wird). Oft muss

ich mich zwingen, mir wirklich mal eine halbe

Stunde am Tag freizuhalten, um Gott für seine

Errettung zu danken. Geschweige denn, dass

ich überreich an Dankbarkeit bin und meine

Dankbarkeit nur so aus mir heraussprudelt!

Eigentlich ist der Undank ein Zeichen dafür, dass

die Rettungsbotschaft unseres himmlischen

Vaters uns nicht mehr (genug) mit Freude erfüllt.

Kennst du das?

Aber vielleicht ist es bei dir auch so, dass du

schon jeden Tag eine Zeit hast, in der du Gott

dankst, aber irgendwie fehlt dir der „Stoff“ zum

danken. Man bedankt sich kurz für das

Evangelium, dass die Sünden vergeben sind,

und dann hört es schon auf. Dabei ist doch das

Evangelium so vielschichtig. Ich möchte dir kurz

einige Dinge aufzählen, die Teil des

Evangeliums sind: Vergebung der Sünden,

Befreiung von der versklavenden Macht der

Sünde, Befreiung von der Macht des Teufels,

Adoption in Gottes Familie, Bürger des Reiches

Gottes zu sein, das Jesus verwaltet, dass Jesus

dein König ist, dein Prophet, dein Priester, dass

er gestorben ist, dass er Herr ist über alles

Sichtbare und Unsichtbare, dass es die

Sicherheit gibt, dass wir bei ihm sein werden,

dass eine unaussprechliche Freude in der

Ewigkeit auf uns wartet, dass er uns seinen

Heiligen Geist gibt, um sein Wort zu verstehen

usw.

Du siehst: das Evangelium ist sehr vielseitig und

für jeden einzelnen Aspekt können wir wirklich

dankbar sein! Am besten liest du vor dem Gebet

einen kurzen Abschnitt aus der Heiligen Schrift,

damit du immer neue Teile des Evangeliums

entdeckst und dafür danken kannst. Sozusagen:

Erst Tanken, dann Danken. Wenn wir den

ganzen Reichtum des Evangeliums sehen, dann

ist es keine Mühe, dass man sich jeden Tag 20-

30 Minuten in sein Zimmer zurückzieht, und Gott

umfassend dankt. Ja, wir Menschen sind Sünder

und das heißt, dass doch immer eine Mühe und

Last in unserem Leben bleiben wird, auch beim

Danken. Aber mit dem Wort Gottes sind wir in

diesem geistlichen Kampf um die Freude an Gott

siegreich.

Ich hoffe, dass dich dieser Einblick in den

Kolosserbrief zum Nachdenken anregt, wie

wichtig Danken ist und wie es bei dir mit

Dankbarkeit aussieht. Ich kann dir schon mal

verraten, dass es das längst nicht war. Es wird

noch richtig edel.

Bisher haben wir gesehen, dass Dankbarkeit ein

wesentlicher Bestandteil unseres Christseins ist.

Sie ist ein Teil des Lebens, das Gott gefällt (Kol

1,9-12). Des Weiteren drücken wir mit der

Dankbarkeit aus, dass Jesus unser Herr ist, und

dass er alles gibt, was wir brauchen (Kol 2,6-7).

Unser Dank ist ein Anerkennen und Bekennen

seiner Herrschaft. Dieser Gedanke ist auch für

die folgenden Punkte wichtig.

Seid allezeit dankbar!

Aber wie ich schon angedeutet habe, hat der

Kolosserbrief noch mehr zu bieten, wenn es um

Dankbarkeit geht. Ab Kapitel 3 behandelt Paulus

das Thema, wie Christen leben sollen. Wie du dir

jetzt sicher schon denken kannst, ist Dankbarkeit

ein ganz wichtiges Thema dabei. Lass uns 3,15

anschauen:

„Und der Friede Christi regiere in euren Herzen.

Zu diesem Frieden seid ihr auch berufen worden

in einem Leib. Und seid dankbar.“

Wir sollen also Frieden mit unseren

Geschwistern im Glauben haben. Aber der

nächste Satz ist irgendwie eigenartig. Paulus

sagt einfach so, dass wir dankbar sein sollen,

ohne zu sagen, wem oder wofür. Wem ist klar:

Gott. Aber wofür? Auch im nächsten Vers zählt

er keine Gründe auf, sondern kommt schon zu

einem neuen Thema. Fehlt da nicht

irgendetwas? Nein, im Gegenteil! Für Paulus ist

alles gesagt! Verstehst du: Hier müssen jetzt

nicht fünf bis zehn Punkte aufgelistet werden,

wofür man dankbar sein kann. Ein Christ

hat allen Grund dankbar zu sein. Schon allein

deshalb, weil er Christ ist. Wir haben vorher in

Kapitel 2,6-7 gesehen, dass wir Christen

Menschen sind, die Jesus Christus als Herr

haben. Und das ist alles, was dazu zu sagen ist.

Seid dankbar!

Ich finde das erstaunlich. Erst denkt man, dass

das irgendwie keinen richtigen Sinn ergibt, hier

einfach so diesen Satz „hin zu klatschen“, so

zwischen Tür und Angel. Aber wenn wir Kapitel

2,6-7 im Kopf haben, wird es klar: Gerade

dadurch, dass der Satz einfach nur so dasteht,

wird er richtig aussagekräftig. Gerade dadurch,

dass nicht viel dazu gesagt wird, ist alles gesagt,

10


was gesagt werden muss. Ich kann mir

vorstellen, wie sich Paulus mit einem Freund

oder Bekannten zu Hause unterhält. Und gerade

als der Freund gehen will und schon zur Tür

hinaus ist, ruft Paulus ihm noch laut hinterher:

Und sei dankbar! Ähnlich überraschend schreibt

Paulus diesen Vers in unserem Brief. Egal,

worüber sie gerade gesprochen oder diskutiert

haben: Dieser Mann hat gute Gründe, dankbar

zu sein. Oder anders gesagt: Er braucht gar

keine anderen Gründe, als schlicht und

ergreifend Jesus Christus als seinen Herrn zu

kennen. Das Spannende daran ist, dass wir

auch danken können, wenn es uns schlecht

geht. Natürlich haben wir dann auch das Recht

und sogar die Pflicht, Gott um Hilfe anzurufen.

Aber nur weil es mir gerade nicht so gut geht –

ändert das etwas daran, dass Jesus der Herr ist

und dass er mich durch seinen Tod errettet hat?

Niemals. Und darum haben wir immer Grund zu

danken. Paulus hat das selbst auch praktiziert.

Lies dir mal Apostelgeschichte 16 durch. Da wird

er mit Silas eingekerkert. Und um Mitternacht

loben sie Gott, und zwar obwohl sie im

Gefängnis sind und Schmerzen haben, denn

Hände und Füße waren gefesselt.

Irgendwann registrieren sie, wie spät es schon

ist und dann sagen sie sich: „Es ist jetzt ja schon

längst an der Zeit, Gott wieder zu loben.“ So als

gäbe es nichts Selbstverständlicheres, egal ob

mit oder ohne Ketten. Genial, oder?!

Aber das ist noch nicht genug. Im nächsten Vers

geht es gleich weiter.

Dankbarkeit und das Wort Gottes.

Kolosser 3,16:

„Das Wort des Christus wohne reichlich unter

euch, indem ihr euch gegenseitig in aller

Weisheit lehrt und ermahnt, und indem ihr mit

Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern

Gott in euren Herzen mit Dank singt.“

Dankbares Loben, dankbares Singen, ist ein

Mittel, durch welches das Wort Christi unter uns

wohnt. Der gemeinsame Lobgesang der

Gemeinde ist nicht nur eine Reaktion auf die

Verkündigung des Wortes, also auf die Predigt,

sondern die Lieder sind selbst schon

Verkündigung. Darum ist es so wichtig, dass die

Lieder wirklich mit der Botschaft der Bibel

übereinstimmen. So lernen wir durch die Lieder

falsche Dinge über Gott und seine Errettung.

Wenn wir wieder an 2,6-7 denken, dann heißt

„mit Danken singen“, dass wir singen, weil wir

Jesus als Herrn haben, und weil wir ihn als Herrn

über alle Welt und über die Gemeinde loben

wollen.

Dankbarkeit und die Ehre Gottes

Obwohl das alles schon ziemlich beeindruckend

ist, kannst du dir mittlerweile denken, dass

Paulus immer noch eins draufsetzt. Genau so ist

es auch, gleich Vers 17:

„Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk,

alles tut im Namen des Herrn Jesus, indem ihr

Gott dem Vater durch ihn dankt.“

Das ist der Höhepunkt von Kapitel 3. Viele Verse

lang zählte Paulus auf, welche guten

Eigenschaften die Gläubigen aufweisen und

welche schlechten sie ablegen sollen, und jetzt

fasst er alles zusammen, indem er sagt: Tut alles

im Namen des Herrn Jesus! Auch hier redet

Paulus wieder von „Herr“. Und dann kommt ab

Vers 18 die sogenannte Haustafel, also die

wichtigsten menschlichen Beziehungen: Familie

und Arbeit bzw. soziales Umfeld. In all diesen

Beziehungen sollen wir im Namen des Herrn

handeln. Lies dir diese Verse durch und achte

darauf, wie oft Paulus das Wort „Herr“ benutzt.

Jede Beziehung ist davon geprägt, dass Jesus

unser Herr ist.

Ok, so weit so gut, sagst du vielleicht. Aber wie

kann man denn im Namen des Herrn handeln?

Um das zu beantworten, schreibt Paulus weiter:

„indem ihr Gott dem Vater durch ihn dankt.“ Nur

wenn etwas mit Dankbarkeit getan ist, ist es zur

Ehre Gottes getan. Wenn wir zwar äußerlich das

Richtige tun, aber dabei mürrisch sind und

undankbar für alles Gute, das wir von ihm

empfangen haben und undankbar, was Jesu

Herrschaft angeht, dann ist es im Endeffekt doch

falsch. Dann wird Gott nicht geehrt. Gott wird

aber geehrt, wenn wir das, was wir tun, mit

Dankbarkeit für ihn tun. Vorausgesetzt natürlich,

dass es keine Sünde ist. Sünde mit Dankbarkeit

für Gott zu tun, ist sowieso paradox. Ich meine

jetzt das alltägliche Leben, z.B. die Beziehungen

in Familie und in der Schule. Das ist dann

alltäglicher Gottesdienst.

Jetzt haben wir eine ganze Menge von Paulus

gelernt: Dankbarkeit ist etwas, das wir schon

einfach darum haben sollten, weil wir Christen

sind. Wir sollen Gott auch dankbar mit Liedern

11


loben und so lernen wir aus Gottes Wort. Und

schließlich: Dankbarkeit ist die

Grundvoraussetzung für unsere Taten, wenn

Gott durch sie geehrt werden will.

Du ahnst es bereits: Einer geht noch!

Dankbarkeit und das Ende der Zeit

Gerade wenn die Haustafel beendet ist, legt

Paulus wieder nach. 4,2:

„Seid beharrlich im Gebet und wacht darin mit

Danksagung.“

Wenn es um das Wachen geht, wird im Neuen

Testament meistens auf Jesu Wiederkunft am

Ende der Zeit angespielt. Ich denke, dass das

auch hier gemeint ist. Wir Christen sollen, bis es

soweit ist, ausdauernd beten, und zwar mit

Dankbarkeit. Warum erwähnt er extra, dass wir,

was Jesu Wiederkommen angeht, mit

Dankbarkeit beten sollen? Ich erinnere wieder

an 2,6-7: Dankbarkeit hat doch damit zu tun,

dass Jesus der Herr ist. Wenn er sagt, wir sollten

mit Dankbarkeit wachen, sagt er damit implizit:

„Betet und dankt und seid euch bewusst, dass

Jesus der Herr ist.“ Wenn es auch viele Feinde

gibt, die gegen Jesus und seine Gemeinde

kämpfen und wir uns fragen, warum Gott nicht

eingreift, oder wenn wir uns fragen, wann Jesus

endlich kommt – dann müssen wir dankend

festhalten: Jesus ist der Herr. Er wird seine

Feinde dann endgültig vernichten und er wird

auch wiederkommen. Er vergisst nicht die Zeit

oder ist zu schwach, um wirklich eine neue,

vollkommene Welt zu schaffen. Nein, er ist der

Herr und das heißt, dass alles sehr gut werden

wird und er es unter Kontrolle hat. Wir sollen also

immer weiter beten und Gott danken, dass er am

Ende alles gut machen wird durch den Herrn

Jesus Christus.

So, das war nun wirklich der letzte Vers zum

Thema „Danken“ im Kolosserbrief, aber wie wir

gesehen haben, ist das Thema wichtiger als wir

uns oft bewusst sind. Darum ist es gut, weiterhin

das Wort Gottes zu studieren, denn es gibt noch

viel zu entdecken. Die Bibel ist ein Brunnen, der

nie ausgeschöpft werden kann. Also, los geht’s!

JÜRGEN WERTH ZUR DANKBARKEIT

«Wer dankbar

lebt, sieht auch

weiter»

Danken kommt von Denken. Stimmt das wirklich oder ist

das wieder eines dieser Wortspiele, die irgendwer

irgendwann mal erfunden hat? Jürgen Werths Texte sind

immer ganz nah am Leben. So auch in seinem neusten

Buch «Danken tut gut». Und für ihn ist der Titel mehr als nur

ein Wortspiel.

Danken kommt

tatsächlich von Denken.

Das germanische Wort

«danc» bedeutet

ursprünglich: Ich denke,

ich gedenke. Wobei sich

in das Gedenken

vielleicht

auf

geheimnisvolle Weise

dankbare Gedanken

mischen. Und eine

dankbare Gesinnung

entsteht.

Heisst: Wer denkt, wird dankbar? Heisst

umgekehrt: Wer undankbar ist, hat nicht

gedacht? Nicht nach-gedacht? Das jedenfalls

behauptet der Aphorismensammler Peter E.

Schumacher: «Nur wer denkt, kann danken.»

Ganz so einfach ist die Formel sicherlich nicht.

Aber sie weist in eine bedenkenswerte Richtung.

Gedankenlosigkeit ist ein weit verbreitetes

Phänomen in einer Zeit, in der wir so häufig so

wenig Zeit haben, all das aufzunehmen und zu

bedenken, was auf uns einströmt. «So vieles

verhuscht heute», sagte neulich ein guter

Freund. Aus Gedankenlosigkeit wird nicht selten

Danklosigkeit. Wir loten nicht mehr tief. Wir

schätzen nicht mehr viel. Wir wägen nicht mehr

sorgfältig. Es ist die Zeit der Gleichgültigkeit.

Und – zumindest hierzulande – die Zeit des

stillen und lauten Jammerns.

12


Das Leben neu bedenken

Dabei geht es uns heute richtig gut in

Mitteleuropa. Besser jedenfalls als allen

Generationen vor uns. Besser auch als vielen

Nachbarn. Besonders denen

im fernen Süden und im

Nahen Osten. Die aber sind

häufig viel dankbarer als wir.

Weil sie tiefer loten? Und ihre

Lebens-Mittel bewusster

wahrnehmen und schätzen?

Wir sollten unser Leben neu

bedenken. Die Lebens-Mittel,

die wir nutzen dürfen. Und

uns bedanken. Bei Menschen

und bei Gott. Denn, so

schreiben es die Initiatoren

des aktuell ausgerufenen

Jahres der Dankbarkeit, «ein

dankbares Leben ist ein

gesundes Leben. Körperlich,

seelisch und geistlich.»

Zufriedenheit

kann man lernen

Als unsere Kinder noch klein waren, hatten sie

ein kleines Bilderbuch über «Zarifa, das

unzufriedene Kamel». Dieses dumme

Wüstentier hatte wirklich ständig was zu

meckern. Immer fehlte etwas. Mal war es zu

warm, mal war es zu heiss. Mal war das Futter

zu feucht, mal war es zu trocken. Nie passte, nie

reichte, was ihm zugedacht war. Beim Vorlesen

spürte ich regelmässig, wie mir der Kamm

schwoll.

Manchmal habe ich Zarifa ärgerlich als Zeugin

bemüht, wenn unsere Kinder wieder einmal

etwas Neues zum Spielen oder zum Anziehen

wollten, obwohl sie gerade erst etwas Neues

bekommen hatten und die Schränke

überquollen. Und habe mich dann an meine

Kämpfchen mit Mutti im Kaufhof erinnert. Und

mich ein bisschen geschämt.

Es steckt offenbar tief in unseren Genen: Wir

übersehen, was wir haben. Und sehen, was wir

nicht haben. Und was uns, so glauben wir,

glücklich machen würde. Oder wenigstens

zufrieden. Ein bisschen zufriedener als vorher.

Dabei ist Zufriedenheit eine Lebenshaltung. Das

habe ich in einem Seminar bei einem USamerikanischen

Unternehmens- und

Lebensberater gelernt: «Contentedness is a

learned behaviour.» Zufriedenheit ist ein

gelerntes Verhalten. Will sagen:

Wer zufrieden ist, hat gelernt zu

sehen, was er hat. Wer

unzufrieden ist, hat gelernt zu

sehen, was er nicht hat. Aber

kann man das tatsächlich lernen?

Dankbarkeit praktisch werden

lassen

Zunächst: Zufriedenheit hat

etwas mit Dankbarkeit zu tun.

Wer dankbar ist, ist zufrieden. So

kann man selbst dann zufrieden

sein, wenn man gar nicht viel hat.

Ich möchte das auch sein. Ich

möchte das lernen. Und üben.

Jeden Tag.

Darum habe ich mir angewöhnt –

auf langen Autofahrten zum

Beispiel – all das aufzuzählen, was ich bin und

habe. Ich zähle es für mich selber auf. Aber ich

sage damit auch Danke.

• Für das Auto, das mich sicher an mein

Ziel bringt.

• Für die Strasse, die schlaglochfrei ist.

• Für die korruptionsfreie Ordnung, auf die

ich mich in diesem Land verlassen kann.

• Für die abwechslungsreiche Landschaft,

die ich geniessen kann.

• Für Sonne und Wolken und Wind und

Regen.

• Für den Wechsel der Jahreszeiten.

• Für die Musik aus dem iPod.

• Für die unzensierten Nachrichten und

Kommentare aus dem Radio.

• Für die Klamotten, die ich trage, und

dass ich heute wieder einmal die Qual

der Wahl hatte.

• Für das Frühstück, das mir gut getan hat.

• Für Mittag- und Abendessen, die auf

mich warten.

• Für das Haus, in dem ich wohnen darf.

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• Für die Menschen, mit denen ich mein

Leben teile. Die mich lieben und zuweilen

einfach aushalten.

• Für die Liebe, die mich trägt.

• Für die Aufgaben, die ich für andere

erledigen darf.

• Für die Lunge, mit der ich atme. Und

dass ich sprechen kann. Hören. Sehen.

Riechen. Fühlen. Und schreiben.

• Für den Glauben. Und dass ich beten

darf.

• Für das Ziel dieser Fahrt. Und meines

Lebens.

Manchmal bete ich. Und komme kaum an ein

Ende. Weil jedes Dankeschön ein neues

hervorlockt. Manchmal singe ich auch. Oft

schätzen wir was wir haben erst dann, wenn

wir's hatten. Wenn's weg ist. Unwiederbringlich

verloren. Dann aber ist es zu spät.

Der kleine und grosse Komfort meines Lebens,

alles, worauf mein Namensschild klebt, meine

Talente, meine Berufungen, die Alltage und die

Feiertage und Menschen – ich will nicht erst

warten, bis ich sie schmerzlich vermisse. Ich will

sie schon heute beachten und achten und

wertschätzen. Und Danke sagen. Und zufrieden

werden.

Am Ende manches Restaurantbesuchs steckte

er dem Ober ein grosszügiges Trinkgeld zu und

sagte: «Vielen Dank, Herr Ober. Sie haben uns

freundlich bedient. Es hat gut geschmeckt.

Bestellen Sie's auch in der Küche!»

Wer dankbar lebt, denkt nicht nur an den, den er

vor Augen hat. Er denkt auch an die, die er

überhaupt nicht zu Gesicht bekommt.

Normalerweise. Lokführer und Küchenpersonal.

Und zaubert ein Lächeln auf ihr verborgenes

Gesicht.

ALS CHRIST IMMER

DANKBAR SEIN ?

Quelle: Keine Tricks - nur Jesus. de

Wer dankbar lebt, denkt nicht nur weiter – er

sieht auch weiter

Die Kreuzkirchengemeinde in Lüdenscheid hatte

einen ungewöhnlich grossen Ausflug gemacht.

Mit einem Sonderzug war sie zum Rhein

gegangen. Am Ende des Tages hatte die Lok

zehn Waggons voller fröhlicher

Christenmenschen zurückgezogen auf die

Lüdenscheider Höhen.

Was folgte, war ein grosser Abschied auf einem

kleinen Bahnhof. Und zwei Gemeindepfarrer, die

an die Spitze des Zuges stiefelten, die Trittleiter

der Lok hochkletterten und sich beim Lokführer

bedankten. So etwas war dem bis dahin auch

nicht passiert. Die beiden Gemeindepfarrer

waren Ingfried Woyke und Paul Deitenbeck, ein

besondereres Lüdenscheider Original. Das

Dankesagen war bei ihm nicht nur zur zweiten,

sondern geradezu zur ersten Natur geworden.

Das geht doch gar nicht, immer dankbar sein.

Wie soll das gehen? Dafür passieren doch viel

zu oft nervige bis schlimme Dinge…

Das ist richtig für den irdisch-weltlichen Bereich.

Leben wir nur in dem? Nein, als neugeborener

Christ sind wir Bürger von Gottes Königreich.

Wenn schlimme Dinge in unserem Leben

geschehen, wenn Dinge uns widerfahren, die wir

noch nicht mal verstehen, dann gibt es _immer_

genügend Dinge, für die wir Gott dankbar sein

können.

Dazu fordert uns die Bibel auf: „Dankt für alles;

denn das will Gott von euch, die ihr Christus

Jesus gehört“ (1 Thessalonicher Kapitel 5,

Vers 18)

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Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle

Methode: Wenn Sie abends im Bett liegen,

finden Sie 5 Dinge, für die Sie Gott danken

können (Sie haben genug zu essen gehabt; Sie

haben sauberes Trinkwasser und und und). Gott

danken bringt schönen inneren Frieden.

Ich persönlich suche mir immer konkrete,

einfache Dinge in dem vergangenen Tag, für die

ich Gott danken kann. Natürlich gibt es auch

noch die „großen“ Hämmer, für die wir dankbar

sein können wie die Tatsache, daß Gott uns

liebt; daß Jesus gestorben ist, so daß all unsere

Sünden vergeben sind; daß wir nicht in die Hölle

müssen; daß wir für die Ewigkeit die herrliche

Gegenwart mit Gott und Jesus genießen werden

können (nein, Sie brauchen keine Angst vor Gott

oder Jesus zu haben)

Warum ist Dankbarkeit so wichtig?

Sie läßt den Teufel verzweifelt im Dreieck

springen

Probleme kommen niemals von Gott; sie

kommen immer vom Teufel, der uns jeden nur

erdenklichen Knüppel zwischen die Beine

werfen will, weil er die Menschen haßt. Sein Ziel:

Wir schauen auf das Problem… und sind von

Gott abgelenkt. Manchmal schafft es der Teufel

mit seinen Problemen sogar, Menschen an Gott

zweifeln oder verzweifeln zu lassen.

Wenn wir aber nicht auf die Probleme schauen,

sondern unerschütterlich auf unseren

himmlischen Vater und seine Liebe zu uns, wenn

wir Gott für das danken, was er uns jeden Tag

schenkt, dann spielen wir das Spiel vom Teufel

nicht mit. Wir schauen nicht auf die von ihm uns

in den Weg gestellten Probleme, sondern wir

schauen auf unseren himmlischen Vater und

danken und loben ihn. Der Teufel verzweifelt…

und sucht sich ein anderes Opfer. Natürlich wird

er wiederkommen. Aber je mehr Dankbarkeit

und Lob für Gott in unserem Leben ist, desto

weniger Angriffsfläche bieten wir dem Teufel.

Der Teufel braucht unser Jammern, unsere

Angst, unsere Verzweiflung, unsere

Hoffnungslosigkeit – damit kann er arbeiten. Mit

Dankbarkeit Gott gegenüber und mit unserem

Lob für Gott – damit kann der Teufel nicht in

unserem Leben gegen uns arbeiten. Also:

Gelobt sei Gott, egal was kommt!

Gott freut sich

Menschen meinen, sie müßten etwas tun, damit

Gott sie liebt. Falsch. Gott liebt uns unabhängig

von dem, was wir tun. Jesus ist für uns am Kreuz

aus Liebe zu uns gestorben, lange bevor wir

begannen, ihn zu lieben.

Wir können also nichts tun, damit Gott uns mehr

liebt, weil er uns schon perfekt und vollkommen

liebt, unser Verhalten kann aber Gott gefallen.

Beispiel: Als perfekter irdischer Vater liebt man

seine Kinder ganz gleich, was die machen und

anstellen. Wenn aber ein Kind einfach so den

Rasen mäht… ah, das ist aber toll, denken wir

dann als Eltern. Jedes Beispiel hinkt, so auch

dieses, aber Sie kriegen den Punkt mit: Der

Liebe, mit der Gott uns begegnet, können wir

nichts dazu tun (und auch nichts weg nehmen).

Aber ich denke, wenn Gott sieht, wie wir ihn an

erste Stelle haben, freut ihn das.

Statt also auf die Probleme und Schwierigkeiten

zu schauen, die der Teufel im irdisch-weltlichen

System aufbringt, schauen wir auf Gott und

Jesus, danken und loben sie. Mit dem göttlichen

perfekten „Nebeneffekt“: Statt daß uns Sorgen

kirre machen und buchstäblich krank machen

können, bringt der Blick auf Gott und Jesus und

das Vertrauen in deren Hilfe für uns wirklichen

Frieden und innere Gewißheit, daß Gott uns

_immer_ hilft (nicht immer so, wie wir uns das mit

unserem beschränkten Horizont vorstellen, aber

Gott hilft uns immer zu unserem Besten): „Wir

wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben,

alles zum Guten führt“ (Römer Kapitel 8, Vers

28)

Wie gehen wir mit Problemen um?

Kleiner Test: Problem taucht auf, woran denken

Sie

zuerst?

An Gott, der Ihnen umfassende Hilfe zugesagt

hat (Matthäus 6:24-34)?

Oder denken Sie zuerst an einen Freund, Ihre

Familie, Ihren Bankberater, Ihre eigenen

Möglichkeiten?

Ergebnis: Wenn Sie nicht immer zuerst an Gott

denken, dann ist Ihr Glaube noch nicht

felsenfest.

Ich denke mal, Sie werden so wie viele uns uns

sein: Sie denken nicht bei jedem Problem immer

15


zuerst nur an Gott als Ihren Helfer.

Ist das schlimm? Nein, überhaupt nicht. Gott

liebt Sie deswegen nicht weniger. Und — ganz

wichtig — Gott bestraft Sie deshalb auch nicht

(der Teufel, der alte Lügner, will Ihnen das gerne

einreden; aber Gott bestraft Sie nicht).

Aber wenn wir uns nicht zuerst an Gott wenden,

dann verschenken wir damit die größte Hilfe, die

größte Kraftquelle, die wundersamsten Wunder,

die uns im gesamten Universum zur Verfügung

stehen.

Unseren Glauben immer mehr stärken

Wie wir unseren Glauben stärker und

unerschütterlicher machen? Mehr beten (aka mit

Gott und Jesus sprechen); mehr Bibel lesen.

Denn die Lektüre von Gottes Wort ist geistige

Stärkung für unser wahres Ich, unseren nach

Gottes Ebenbild erschaffenen Geist. Denken Sie

an das Beispiel vom Haus auf dem Felsen, das

Jesus in Matthäus Kapitel 7, Verse 24 – 27 gibt;

unser Haus muß auf den Fels Glauben gebaut

sein.

Unterwegs auf spiritueller Reise

Ist der Weg dahin noch lang? Ja. Aber der Weg

ist herrlich. Bleiben Sie also am Ball. Fallen Sie

nicht auf die lügenhaften Einflüsterungen vom

Teufel herein. Schauen Sie auf Ihren Retter, der

Sie so dolle und umfassend liebt, daß er alle

Strafe, die Sie verdient hätten, auf sich

genommen hat, damit Sie tadellos und heilig vor

Gott sind (Kolosser 1:22). Nutzen Sie diese

Sohnschaft oder Tochterschaft, die Jesus Ihnen

ermöglicht hat. Jammern Sie nicht, zweifeln Sie

nicht, danken und loben Sie Gott und Jesus. Sie

werden sich wundern, wie dadurch ungeahnte

Kräfte Sie erfüllen; Kräfte, die Sie sich nach

irdisch-weltlichen Maßstäben nicht vorstellen

konnten.

Schlecht drauf?

Versuchs doch mal

mit Dankbarkeit

Ein Artikel von Joyce Meyer

Wir können für vieles sehr dankbar sein. Die

meisten von uns würden mir da zustimmen.

Doch wie schnell halten wir all das Gute in

unserem Leben für selbstverständlich und

fangen dann auch noch an, nur auf das zu

sehen, was uns fehlt. Dabei haben Millionen von

Menschen weltweit noch nicht einmal das zum

Leben Notwendige.

Ich werde nie vergessen, wie mein Sohn an

einem Wochenendeinsatz teilnahm, um

Obdachlosen zu helfen. Die Erlebnisse dort

berührten ihn zutiefst. Er rief mich an und

sagte: „Wenn ich mich noch einmal über

irgendetwas beschwere, dann schüttele mich

bitte, damit ich wieder zur Vernunft

komme.“ Nachdem er gesehen hatte, wie

manche Menschen leben, war er erschüttert

über seine eigene Undankbarkeit in der

Vergangenheit.

Ich will es uns einmal vor Augen malen: Die

Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben,

hätten gerne ein Haus, das sie sauber machen

müssten. Doch wie oft beschweren sich

Hausbesitzer über die viele Arbeit, die im Haus

anfällt. Ein Mensch, der kein Auto hat, träumt

davon, einen Wagen zu besitzen. Doch wie viele

Autobesitzer beschweren sich über laufende

Instandhaltungskosten und unerwartete

Reparaturen.

Man vergisst leicht, wie gut es einem

geht! Dankbar zu sein ist daher eine wichtige

Entscheidung, die wir immer wieder neu treffen

müssen.

Gott zu loben, während wir unseren

alltäglichen Verpflichtungen nachkommen,

ist eine sehr gute Sache. Ganz gleich in welchen

Bereich deines Lebens du gerade investierst –

das Haus, die Ehe, den Beruf, die Finanzen oder

auch die körperliche Fitness – du kannst Gott

dabei anbeten.

Eine weitere gute Angewohnheit ist,

die scheinbar unwichtigen Dinge des Leben,

16


die dir selbstverständlich erscheinen,

bewusst zu genießen. Kleine Dinge, wie die

Fähigkeit, sich anzuziehen, zur Arbeit zu fahren,

einkaufen zu gehen, E-Mails zu versenden und

Hunderte anderer Selbstverständlichkeiten des

Alltags. Mit ihnen verbringen wir die meiste Zeit

unseres Lebens. Deshalb sollten wir lernen, sie

wertzuschätzen und zu genießen.

Dankbarkeit ist eine Herzenshaltung, die

nicht nur Gott ehrt, sondern uns selbst

guttut! Wenn wir Gott loben, vertiefen wir

gleichzeitig unsere Beziehung zu ihm. Wusstest

du das? In der Bibel steht, dass Gott in den

Lobgesängen seines Volkes wohnt (siehe Psalm

22,4).

In meinen Veranstaltungen nehme ich

besonders gerne an der Lobpreiszeit teil, weil ich

es liebe dort zu sein, wo Gott gegenwärtig ist. Es

ist mir wichtig, Gott zu loben und zu preisen, um

mich ganz auf ihn auszurichten, bevor ich zu

Menschen spreche. Ich danke ihm für alles, was

er in meinem Leben getan hat und auch für die

Worte, die er mir aufs Herz gelegt hat. Außerdem

danke ich ihm für alles, was er noch tun wird.

Wir sollten Gott preisen, weil wir ihn lieben. Das

bringt uns ihm näher, sodass wir sein Reden

besser verstehen, es annehmen und uns im

Glauben daran festhalten können.

Tatsache ist, Gott braucht unseren Lobpreis

oder unsere Anerkennung nicht. Wir müssen ihm

nicht danken, um ihn glücklich zu machen oder

um irgendwelche geistlichen Auflagen zu

erfüllen. Auch bewegen wir ihn damit nicht,

etwas anderes für uns zu tun. Wenn wir Gott in

unserem Alltag loben, zeigen wir ihm, wie

dankbar wir sind, dass er ist, wer er ist.

Wenn wir Gott immer wieder danken,

erinnern wir uns selbst daran, was er in

unserem Leben alles getan hat. Unsere

Sichtweise wird erneuert und ermöglicht eine

gute, innere Haltung, die Freude in uns

hervorruft (siehe Psalm 16,11).

Wer Gott lobt, spricht Gebete, die aus einem

dankbaren Herzen kommen. Mit ihnen drücken

wir aus: „Ich liebe dich, Herr. Ich bete dich an.

Ohne dich kann ich nichts tun. Ich brauche heute

deine Hilfe.“

Jeder Augenblick unseres Lebens ist ein

wertvolles Geschenk Gottes. Wir können uns

entscheiden, dankbar zu sein und uns über

jeden Moment freuen. Einfach weil Gott gut

ist.

„HAB DANK“

HEINZ HEPP

Wenn unser Lobpreisteam dieses Lied

anstimmt, ist es für mich gleichzeitig Ermahnung

und Aufforderung. Eine Ermahnung deshalb,

weil Gott möchte, dass wir mit einem dankbaren

Herzen vor ihn treten sollen und eine

Aufforderung, weil Dankbarkeit der Lebensstil

eines Gotteskindes sein soll.

Hab dank von Herzen Herr

Hab dank du Heiliger

Hab danke denn du gabst Jesus deinen Sohn

In ihm spricht der Schwache ich bin stark

Und der Arme ich bin reich

Denn was ist mein?

Hab Dank

In ihm spricht der Schwache ich bin stark

Und der Arme ich bin reich

Denn war er am Kreuz gab ist mein

Gottes Wort fordert uns in 1. Thessalonicher

5:18 auf: seid dankbar in allen Dingen; denn

das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für

euch.

Wofür bist du dankbar?

Wenn du Lebensmittel im Kühlschrank hast,

Kleidung zu Anziehen, ein Dach über dem Kopf

und einen Platz zum Schlafen hast, geht es dir

besser als 75% der Weltbevölkerung.

Wenn du ein Bankkonto hast, in deinem

Portemonnaie und im Sparschwein Geld hast,

gehörst du zu den 8% Priveligierten der Welt.

Wenn du heute Morgen mit mehr Gesundheit als

Krankheit aufgewacht bist, geht es die besser als

die Millionen, die diese Woche nicht überleben

werden.

Wenn du noch nie die Gefahr einer Verfolgung,

die Einsamkeit einer Inhaftierung, die Qual der

Folter oder der Hungersnot erlebt hast, bist du

besser dran 500 Millionen Menschen auf der

Welt.

Wenn du an Gottesdiensten teilnehmen kannst,

ohne Angst vor Belästigung, Verhaftung, Folter

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oder Tod zu fürchten, genießt du die Freiheit, die

mehr als drei Milliarden Menschen auf der Welt

vermissen.

Und wenn deine Ehe hält und du deinen Partner

liebst, sind du selbst in Deutschland ein sehr

seltenes Exemplar.

Wir sind sehr gesegnet von einem gnädigen und

wunderbaren Gott. Ich möchte einige der

Gründe ansprechen, warum wir Gott dankbar

sein sollten.

I. Danke, weil Gott unser Souverän ist !

»Wir danken dir, Herr, du großer, allmächtiger

Gott, der du bist und immer warst. Du hast deine

große Macht bewiesen und die Herrschaft

angetreten. (Offenbarung 11:17)

A. Die Bedeutung des Dankes

1. Das hebräische Wort yadah

Die hebräische Sprache hat eine Vielfalt von

Wörtern für den Begriff „Dank“. Das Wort, das wir

im Deutschen als „Dank“ übersetzen, bedeutet

im Hebräischen viel mehr. Das Wort yadah

bedeutet "öffentliche Anerkennung".

2. „Ich werde deinen Namen nennen“

Der Missionar entwickelte eine Behandlungsmethode,

um die fortschreitende Blindheit zu

stoppen. Viele Leute kamen zu ihm, um ihn die

Operation durchführen zu lassen Vielen

Menschen gab er ihr Augenlicht wieder. Keiner

der Menschen, die diese Behandlung erhielten,

bedankte sich bei ihm, weil das Wort „Dank“

nicht Teil ihrer Sprache war. Stattdessen sagten

diese Leute ein Wort mit großer Bedeutung "Ich

werde deinen Namen nennen" und überall, wo

sie hinkamen, erzählten sie von dem Arzt und

wie er ihnen das Augenlicht rettete.

B. Gott ist allmächtig

1. Gott hat alle Macht

Unser Gott ist allmächtig und es gibt absolut

nichts außerhalb seiner Fähigkeit. Dieselbe

Kraft, die Joseph aus der Grube befreit hat, kann

dich in deinem Leben aus deiner Grube befreien.

Dieselbe Kraft, die das Rote Meer teilte, kann die

Schwierigkeiten deines Lebens teilen. Dieselbe

Kraft, die Christus Jesus von den Toten

auferweckt hat, kann dir neues Leben geben.

2. Gott hat alles Wissen

Unser Gott hat alles Wissen und es gibt nichts,

was er noch nicht kennt. Gott kann man nicht

überraschen. Gott wundert sich nie. Gott kennt

deine Vergangenheit, Gott kennt deine Zukunft

und Gott hat einen wunderbaren Plan für dein

Leben.

3. Gott hat alle Souveränität

Unser Gott regiert über die gesamte Schöpfung

und ist König aller Menschen. Es gibt nichts

jenseits seiner Autorität.

GEBE GOTT DANK!

II. Danke, weil Gott unsere Stärke ist

Ein erfahrener medizinischer Missionar berichtet

von seiner Arbeit in Indien. "Ich war viele Jahre

lang Medizin-Missionar in Indien und habe in

einer Region gearbeitet, in der es zu

fortschreitender Blindheit kam. Die Menschen

wurden mit gesundem Sehvermögen geboren,

aber es gab etwas in diesem Bereich, das dazu

führte, dass die Menschen im Laufe ihrer Reife

ihr Augenlicht verloren."

Höre mich, HERR, und sei mir gnädig! HERR,

komm du mir zu Hilfe!«

Du hast mein Klagelied in einen Freudentanz

verwandelt. Du hast mir die Trauerkleider

ausgezogen und mich mit einem Festgewand

bekleidet. (Psalm 30: 11-12)

A. Die Kraft Gottes bringt Freude hervor

1. Gottes Stärke unterstützt uns

18


Gott gibt uns Kraft, um auch die schwierigsten

Lebenssituationen zu meistern. Es ist Gottes

Stärke, die uns inmitten von Verzweiflung

Hoffnung umgibt. Es ist Gottes Stärke, die uns

Licht inmitten unserer Dunkelheit gibt. Es ist

Gottes Stärke, die uns in unserer Schwäche

Stärke gibt.

2. Gottes Kraft erfüllt uns

Gott erfüllt unser Leben mit Kraft und gibt uns

eine Ressource in seiner Kraft. Es ist diese Kraft,

die unser Klagen in Tanzen und unseren

Kummer in Freude verwandelt. Es ist diese Kraft,

die uns die Kraft gibt, über unsere eigenen

Fähigkeiten hinaus zu leben.

B. Die Kraft Gottes erzeugt Lob

1. Ein dankbares Herz

Du hast mir soviel gegeben. Gib mir noch ein

Ding mehr – ein dankbares Herz.

George Herbert (1593 - 1633), englischer Dichter und

Geistlicher (Metaphysical Poet)

2. Gottes Stärke macht uns dankbar

Die Kraft Gottes schüttet täglich Segen in unser

Leben. Lasst uns deshalb jeden Tag mit einem

dankbaren Herzen leben, das mit dem Lob

Gottes schlägt. Gott ist unsere Stärke und unser

Heil. Gott ist unser Fels. Lasst uns ihn erheben

und seinen Namen preisen.

GIB GOTT DANK!

III. Danke, denn Gott ist unser Retter

Ich danke dir, HERR, denn du hast mich erhört!

Du selbst hast mich gerettet. Du bist mein Gott,

dir will ich danken. Mein Gott, dich allein will ich

ehren! (Psalm 118: 21 + 28)

A. Gott hat uns Befreiung gebracht

1. Gott antwortet auf unsere Bitten

Wir dienen einem Gott, der sich um unsere

Bedürfnisse kümmert und auf unseren Hilferuf

hört. Gott weiß bereits, dass es über uns

hinausgeht, es selbst zu schaffen. Gott hört nicht

nur; er antwortet. Gott bringt Hilfe und

Gewissheit in unser Leben. Wir können mit der

Sicherheit leben, zu wissen, dass Gott bei uns

ist.

2. Gott bietet uns Vergebung an

Gott kennt bereits alle Sünden eines jeden

Menschen und liebt uns trotzdem. Gott hat das

Angebot gemacht, jedem, der ihn bittet, zu

vergeben. Gott hat Vergebung zu einem

Geschenk für alle Menschen gemacht.

B. Gott verdient unseren Dank

Ein junger Mann, Theologiestudent, half in

einem Such- und Rettungsteam. Während eines

Sturms wurde ein Schiff auf die Klippen

geworfen. Der junge Student gehörte zum

Rettungsteam. Er watete immer wieder ins kalte

Wasser und rettete 17 Passagiere. Die Folgen

waren für ihn erheblich. Seine Gesundheit war

dauerhaft geschädigt. Viele Jahre später, bei

seiner Beerdigung, stellte man fest, dass nicht

eine Person, die er in dieser Nacht gerettet hatte,

ihm jemals dafür gedankt hätte.

2. Gott hat Seinen Sohn geopfert, um uns zu

retten

Gott hat seinen einzigen Sohn geopfert, um uns

das Heil zu bringen. Denn Gott hat die Welt so

geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit

jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht,

sondern das ewige Leben hat.

Gott hat mehr getan, um uns zu retten, als wir in

Worte fassen können, und er verdient unseren

Dank.

George Washington, der Amerikanische

Präsident, verkündete 1779 die erste Nationale

Thanksgiving-Proklamation

Es ist die Pflicht aller Nationen, die Vorsehung

des allmächtigen Gottes anzuerkennen, seinem

Willen zu gehorchen, für seine Wohltaten

dankbar zu sein und demütig um seinen Schutz

und seine Gunst zu bitten. Beide Kammern des

Kongresses haben mich durch ihren

gemeinsamen Ausschuss gebeten, dem Volk

der Vereinigten Staaten einen Tag des

öffentlichen Dankes und Gebets zu empfehlen,

um die vielen bereits erhaltenen und

versprochenen Gaben des allmächtigen Gottes

mit Dankbarkeit anzuerkennen…

19


Preist den HERRN, denn er ist gut, und seine

Gnade hört niemals auf! Psalm 118: 29

(Ernte)Dank sollte kein einmal im Jahr stattfindender

Danktag sein, den wir auch als

Gemeinde feiern. Stattdessen sollten wir jeden

Tag mit einem dankbaren Herzen vor Gott leben.

GIB GOTT DANK!

Dankbarkeit:

Dankbar sein

macht glücklich

das Ersatzessen eigentlich ganz gut ist …

vielleicht sogar besser als der ursprüngliche

Plan.

Die positiven Dinge in unserem Leben nehmen

wir oft für selbstverständlich hin und übersehen

entsprechend oft das, was gut und schön ist.

Dabei ist eine Erkenntnis der Glücksforschung,

dass vor allem die Menschen glücklich sind, die

das Schöne in ihrem Leben bewusst sehen und

sich immer wieder vor Augen führen, wofür sie

dankbar sein können.

„Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück“

– Barry Neil Kaufman, Psychologie-Professor

von Judith Wischhof

Worüber hast du dich heute schon aufgeregt?

Was hat dich genervt? Und worüber hast du dich

schon so richtig gefreut? Wofür warst du

dankbar?

Ich bin mir fast sicher, dass dir zu den ersten

beiden Fragen so ganz spontan viel mehr einfällt

als zu meiner dritten und vierten Frage.

Unser Alltag wird beherrscht von Routine und

Pflichten. Und viele von uns haben das Gefühl,

dass sie ganz viele Stunden am Tag einfach

funktionieren müssen. Alles, was da den Ablauf

stört oder unseren Plänen im Wege steht,

bekommt meistens viel Aufmerksamkeit von

uns.

Dann regt man sich schon morgens auf, weil der

Zug mal wieder Verspätung hat. Ist gestresst,

weil der Kopierer so kurz vor der wichtigen

Besprechung schon wieder nicht vernünftig

funktioniert. Empfindet es als Ohrfeige des

Schicksals, dass beim Einkaufen gerade das

ausverkauft ist, was man sich eigentlich zum

Abendessen gönnen wollte. Und sitzt dann mit

dem Partner am Tisch und berichtet von dem

schlechten Tag und all den Ungerechtigkeiten

des Lebens.

Sei öfter dankbar

Wahrscheinlich wird man nicht erwähnen, wie

toll es war, dass man heute ausnahmsweise mal

einen Sitzplatz im Zug bekommen hat. Oder

dass eine Kollegin netterweise geholfen hat, den

Papierstau im Kopierer zu beheben, und daraus

ein nettes Gespräch entstanden ist. Oder dass

Das Dankbarkeitstagebuch

Um in Zukunft den Fokus etwas mehr auf die

schönen Dinge im Leben zu lenken, für die wir

dankbar sein dürfen, braucht es eine gehörige

Portion Achtsamkeit.

Dabei kann dir ein Dankbarkeitstagebuch helfen.

Also ein Buch, in das du jeden Tag – möglichst

abends – hineinschreibst, wofür du an genau

diesem Tag dankbar sein darfst.

Wenn ich an ein „normales“ Tagebuch denke,

dann sind das meistens eher Sorgen und Nöte,

die mir Anlass geben, in mein Tagebuch zu

schreiben. Und sobald es mir wieder gut geht

und ich mir meinen Frust nicht mehr von der

Seele schreiben muss, werden auch die

Einträge in meinem Tagebuch weniger.

Dein Dankbarkeitstagebuch soll sich ganz

bewusst von einem normalen Tagebuch

unterscheiden, denn hier schreibst du wirklich

20


nur die guten Dinge auf. Egal wie viele negative

Dinge sonst so passiert sind.

Das ist nicht immer einfach. Wenn man in einer

wirklichen Lebenskrise steckt und das Leben

gerade viel Schmerz verursacht, ist man oftmals

blind für die kleinen schönen Dinge im Leben.

Und doch gibt es gerade in dieser Zeit auch

Dinge, für die man dankbar sein darf. Für jeden

Moment, den man mit einem geliebten

Menschen verbringt, der vielleicht schwer krank

ist. Oder zum Beispiel für liebe Freunde, die uns

zuhören und beiseite stehen, wenn wir durch

schwierige Zeiten gehen. Und gerade in diesen

Lebenssituationen ist es wichtig, ganz gezielt

nach diesen kleinen Lichtblicken zu suchen, sie

wahrzunehmen und zu schätzen. Und die

gehören dann ins Dankbarkeitstagebuch.

Auch ohne große Lebenskrise gibt es immer

etwas, womit man die positiven Dinge im

eigenen Leben entwerten oder abschwächen

kann. Entscheidend ist, worauf du dich

konzentrieren willst: auf das, was gut ist, oder auf

das, warum die Sache noch nicht perfekt ist.

Vielleicht sagt dir das Gesetz der

Anziehung etwas. Dieses Gesetz besagt, dass

wir genau das anziehen, worauf wir unsere

Aufmerksamkeit richten. Wenn wir also z. B.

immer nur unsere Aufmerksamkeit auf unseren

Schmerz im Leben richten, dann ziehen wir nur

noch mehr Schmerz an. Wenn wir unsere

Aufmerksamkeit aber auf das Positive in

unserem Leben richten, dann ziehen wir umso

mehr Positives an.

Trag in dein Dankbarkeitstagebuch jeden Abend

ein, wofür du dankbar warst.

Um den Dingen, für die du dankbar sein

könntest, auf die Spur zu kommen, kannst du dir

folgende Fragen stellen:

• Was gibt es Gutes in meinem Leben?

• Was ist heute Schönes passiert?

• Was würde mir fehlen, wenn ich es nicht

mehr hätte?

• Was hat mich heute zum Lächeln

gebracht?

• In welchen Bereichen geht es mir besser

als anderen Menschen?

• Was hat mir Freude gemacht?

Und dann schreib deine Erkenntnisse täglich in

dein Dankbarkeitstagebuch.

Also, noch einmal ganz konkret:

• Besorg dir ein Notizbuch, das du zu

deinem neuen Dankbarkeitstagebuch

erklärst.

• Vereinbare mit dir einen täglichen

Termin. Am besten abends, weil du dann

zum Ende des Tages den Fokus auf die

schönen Dinge richtest, die dir im Laufe

des Tages begegnet sind. Vielleicht

kannst du es zur Erinnerung auf deinen

Nachtschrank oder auf dein Kopfkissen

legen.

• Beantworte dir täglich (!) die drei

folgenden

Fragen:

– Was gibt es Gutes in meinem Leben?

– Was würde mir fehlen, wenn ich es

nicht mehr hätte?

– In welchen Bereichen geht es mir

besser als anderen Menschen?

• Und dann erfreue dich täglich an dem,

was gut in deinem Leben ist, und lass

dieses Gefühl einfach zu – egal wie viel

Schlechtes es in deinem Leben gibt.

Denk daran: Sich auf die Dinge zu

konzentrieren, für die man dankbar ist, macht

uns glücklicher und zufriedener. Und deshalb

kann man diese Übung gar nicht oft genug

machen

Ich wünsche dir viele Momente, Menschen und

Dinge, für die du dankbar sein darfst – und eine

ordentliche Portion Achtsamkeit, um diese Dinge

auch zu erkennen.

GOTT ANBETEN

DIE SIEBEN WORTE

FÜR LOBPREIS

Im Hebräischen

gibt es sieben

verschiedene

Worte für

Lobpreis. Leider

wurden sie in

den meisten

Bibelübersetzungen

nur

mit «Preis»

übersetzt.

Dabei bedeutet

jedes Wort etwas ganz Spezielles:

Todah

21


Dankopfer oder Lobopfer, Dank oder Lobpreis

opfern, Gott mit erhobenen Händen danken,

einen Chor der Anbetung anstimmen.

Verwendet in Psalm 50, Vers 23: «Wer mir

dankt, der bringt ein Opfer, das mich ehrt.»

Yadah

Bedeutet zwei verschiedene Dinge: Preisen, die

Hände hochwerfen, bekennen, wie Gott ist und

was er tut. Und: Bekenntnis der eigenen Schuld

vor Gott. Yadah wird zum Beispiel in Psalm 105,

Vers 1 verwendet: «Preist den Herrn und ruft

seinen Namen aus, verkündet seine grossen

Taten allen Völkern!»

Barach

Gott segnen, Dank und Lob bringen, weil er die

Überfülle gegeben hat; Gott knieend anbeten.

Barach steht unter anderem in Psalm 34, Vers 2:

«Ich will den Herrn allezeit preisen; nie will ich

aufhören ihn zu rühmen.»

Halal

Gott rühmen, preisen, jauchzen, laut rufen,

schreien, sich nicht scheuen, ungewöhnlich zu

reagieren, tanzen, echte und tiefe Dankbarkeit

zeigen. Verwendet unter anderem in Psalm 148:

«Halleluja - lobt den Herrn! Lobt den Herrn im

Himmel, lobt ihn dort in der Höhe! Lobt Ihn ihr

himmlischen Heere! Lobt ihn Sonne und Mond,

lobt ihn ihr leuchtenden Sterne...»

Zamar

Gott mit Instrumenten preisen, ihn gekonnt mit

Saiten preisen, Harfe zum Lob Gottes spielen,

ihm Lieder singen. Zimra, ist übrigens das

hebräische Wort für «Lied» oder «Musik».

Psalm 150: «Halleluja, lobt den Herrn! Lobt

Gott in seinem Tempel. Lobt ihn, den

mächtigen im Himmel...»

Lobpreis, sanfte stille Anbetung der Kraft,

Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes. Gott für seine

Taten lobpreisen, gratulieren. Das Wort wird oft

in der hebräischen Poesie verwendet. Psalm 63,

Vers 4: «Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein

Leben! Darum will ich dich loben.»

Autor: Miriam Hinrichs

Quelle: Livenet.ch

Dankbar in jeder Lebenslage?

Es tut gut, dankbar zu sein.

Und mindestens einen

guten Grund dafür gibt's

immer.

Wofür bin ich eigentlich dankbar? Jetzt gerade

und in meinem Leben insgesamt? Bei dieser

Frage muss ich erst mal nachdenken. Meine

derzeitige Lebenssituation empfinde ich als nicht

ideal – mir ging es auch schon mal besser. Aber

letztens Endes haben wir reichen Europäer doch

allen Grund, dankbar zu sein. Von daher

jammere ich „auf hohem Niveau“, oder? Je

länger ich nachdenke, desto unangenehmer wird

mir meine Undankbarkeit. Viele Menschen auf

der Welt müssen unter Bombenhagel ausharren.

Ich sitze behaglich in meiner Wohnung und

schlürfe Tee. Und zwar nicht irgendeinen. Im

Supermarkt meines Vertrauens kann ich aus

einer Vielfalt wählen, sodass ich wahrscheinlich

nie alle Sorten probieren werde. Falls für meinen

verwöhnten Gaumen doch nicht das Passende

Tehillah

Aufforderung, den Herrn zu preisen, einen

Psalm oder eine Hymne zu singen, auch

Tanzen, lautes Sprechen, festlicher Jubel.

Dieses Wort drückt Glaube und Freude aus.

David verwendet Tehillah in Psalm 48, Vers

11: «In jedem Land kennt man deinen

Namen, dein Ruhm reicht bis an das Ende der

Welt.»

Schabach

22


dabei sein sollte, kann ich mir alternativ auch im

Internet exotische Produkte aus fernen Ländern

bestellen, die mir nach einiger Zeit bequem

geliefert werden – aus meinem Sessel muss ich

mich nur erheben, um dem Postboten die Tür zu

öffnen. Eine Krankenversicherung stellt sicher,

dass ich nicht gleich eine 50.000-Euro-

Rechnung kriege, wenn eine Operation nötig

werden sollte. Und selbst im Falle von

Arbeitslosigkeit muss niemand verhungern. Der

deutsche Staat kümmert sich. Ich falle sanft.

Dankbarkeit hat faszinierende Effekte

Natürlich kommen mir noch jede Menge andere

Dinge in den Sinn, für die ich dankbar sein kann.

Aber schon während ich diese wenigen Punkte

aufschreibe, merke ich, dass etwas in mir

passiert. Keine Gefühlsexplosion oder so. Aber

irgendwie hebt es meine Stimmung. Und das ist

laut neusten Forschungsergebnissen nicht

überraschend. Wissenschaftler haben

herausgefunden, dass Menschen, die

Dankbarkeit zum Beispiel mit Hilfe eines

Tagebuchs einüben, messbar mehr Optimismus

aufweisen. Körperliche Symptome wie

Kopfschmerzen oder Muskelverspanntheit

reduzieren sich. Sie schlafen besser und

müssen seltener zum Arzt. Von einem Anstieg

des Glücksniveaus um 25 Prozent ist die Rede!

Paulus rief seinerzeit die Christen in

Thessalonich auf: „Sagt in allem Dank! Denn

dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für

euch.“ (1 Thessalonicher 5,17).

Die meisten Menschen lernen schon als Kind,

dass es sich gehört, „danke“ zu sagen, wenn sie

etwas bekommen. Wie viel mehr trifft das

gegenüber Gott zu, dem Geber aller Dinge?

Aber spätestens nach den oben zitierten

Forschungsergebnissen wird klar: Gott fordert

nicht einfach nur Dank ein. Er möchte, dass ich

dankbar bin, weil er mir damit Gutes tun möchte.

Der beste Grund, dankbar zu sein

Deswegen gibt er mir auch gute Gründe zur

Dankbarkeit. Der Hauptgrund geht weit über

meinen Lieblingstee und ein funktionierendes

Gesundheitssystem hinaus. Der Apostel Paulus

hatte das alles nicht – beim Tee bin ich mir nicht

sicher, aber wenn er welchen hatte, konnte er ihn

nur selten in Ruhe genießen. Er wurde verfolgt,

ins Gefängnis gesteckt, angefeindet. Trotzdem

ist Dankbarkeit bei ihm ein großes Thema. Wie

ist das möglich?

„Da wir nun ein Reich empfangen, das nicht

zerstört werden kann, wollen wir dankbar sein“,

sagt die Bibel in Hebräer 12,28. Auf jeden

Nachfolger Jesu wartet ein neuer Himmel und

eine neue Erde. Für mein Leben ist das Happy

End schon garantiert, dafür bürgt Gott

höchstpersönlich.

DER DANK FÜR EINE HERRLICHE

ZUKUNFT HEBT MICH ÜBER DEN

ALLTAG HINAUS. GERADE

DADURCH KANN ICH NOCH

DANKBARER FÜR DIE KLEINEN

ANNEHMLICHKEITEN IM ALLTAG

SEIN.

Sie sind ein Bonus, den Gott mir noch oben

draufgibt. Jede kleine Sache ist ein zusätzliches

Zeichen von Gottes Güte – und sei es nur ein

Tee.

DIE TUGEND DER

DANKBARKEIT

von Ralf Kaemper

„Die Dankbarkeit ist die angenehmste aller

Tugenden; allerdings nicht die leichteste“,

schreibt der französische Philosoph André

Comte-Sponville (157). Denn Dankbarkeit setzt

eine innere Haltung voraus. Ich kann nur dann

dankbar sein, wenn ich weiß, dass ich abhängig

bin – von Gott selbst, aber auch von anderen

Menschen. Der Egoist dagegen, empfängt zwar

gerne etwas. Aber er will die Abhängigkeit nicht

zugeben. Er ist stolz, und er will niemanden

etwas schuldig sein. „In der Dankbarkeit liegt

Demut, und Demut ist schwer“, folgert Comte-

Sponville (160). Trotzdem hält er fest, dass die

Dankbarkeit „die angenehmste aller Tugenden

(ist) und das tugendhafteste aller Vergnügen“

(157).

Was ist Dankbarkeit?

Unter Dankbarkeit wird die Gesinnung eines

Menschen verstanden, der das an ihm

23


erwiesene Gute erkennt und anerkennt, sich

daran erinnert und es erwidert – in Wort und Tat.

Das deutsche Wort „Dankbarkeit“ stammt vom

alt- und mittelhochdeutschen danc ab, was

„denken“ oder „gedenken“ bedeutet.

Dankbarkeit in der Philosophie

Dankbarkeit war in der Antike hochgeschätzt.

Von Sokrates wurde sie zu den

ungeschriebenen Gesetzen gerechnet – von den

Göttern selbst gegeben und universell gültig.

Dass man eine Wohltat vergelten soll, wurde als

Grundprinzip der Gerechtigkeit gesehen. Erst

später setzt sich im 2. Jh. n.Chr. der griechische

Begriff eucharistia dafür durch, der eine

dankbare Gesinnung bezeichnet, die sich durch

Wort und Tat ausdrückt. Cicero wird die Aussage

zugeschrieben, dass „Dankbarkeit nicht nur die

größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter

aller anderen“ sei.

Auch Josef Pieper ordnet die Dankbarkeit der

Gerechtigkeit zu. Er schreibt: „Gerade der

Gerechte, ... je mehr er sich als ein Beschenkter,

ein vor Gott und den Menschen Verschuldeter

weiß – allein der gerechte Mensch wird sich

bereitfinden lassen, auch Ungeschuldetes zu

leisten. Er wird gewillt sein, dem anderen etwas

zu geben, das zu geben niemand ihn zwingen

kann. ... Dank zu sagen ist, obwohl natürlich

nicht-erzwingbar, eine eigentliche Gerechtigkeitspflicht.

Dennoch ist ‚dankbar sein‘ und

deshalb vielfach zum Dank auf. Überwiegend

zum Dank an Gott, er kennt aber auch

Dankbarkeit gegenüber Menschen (Römer

16,4). Dankbarkeit soll eine Grundhaltung des

christlichen Lebens sein: „Sagt allezeit für alles

dem Gott und Vater Dank im Namen unseres

Herrn Jesus Christus“ (Epheser 5,20; siehe auch

Kolosser 3,17; 1. Thessalonicher 5,18; Kolosser

3,15). Bitten sind mit gleichzeitigem Dank

verknüpft (Philipper 4,6; Kolosser 4,2; 1.

Timotheus 2,1). Der Dank selber ist stark mit der

Tat verbunden (z.B. Johannes 14,15). Handeln

aus Dankbarkeit steht im Gegensatz zu einem

Leben im Laster (Epheser 5,4). Und Festigkeit

und Wachstum im

Glauben ist ebenfalls im Dank verwurzelt

(Kolosser 2,7). Unterschlagener Dank ist eine

Ursünde des Menschen (Römer 1,21).

Die Aufforderung zur Dankbarkeit ist auch der

menschlichen Neigung zum Vergessen

geschuldet. Daher die häufige Aufforderung an

Gott zu denken und ihm zu danken (besonders

eindrücklich in 5. Mose 8). Unser Herr Jesus hat

‚danken‘ nicht dasselbe wie ‚bezahlen‘ und

‚entgelten‘“ (110).

Dankbarkeit in der Bibel

Dankbarkeit ist ein zentraler Gedanke sowohl im

Alten (hebr. jadah / barak) wie auch im Neuen

Testament (griech. eucharistia). Der Dank ist die

Antwort des Menschen an Gott, der ihm Leben

gibt, ihn versorgt und ihm seine Gnade gewährt.

Diese Haltung kommt beispielhaft im Gebet Jesu

bei der Speisung der 5000 zum Ausdruck. Jesus

„nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte

auf zum Himmel und dankte“ (Matthäus 14,19).

Auch in der Bibel wird deutlich, wie stark

„danken“ mit „denken“ zusammenhängt. Je mehr

der Mensch über Gott und sein Wirken

nachdenkt, desto mehr kommt er ins Staunen

über den Segen Gottes (z.B. Psalm 77,6.14).

Geistliches Denken führt zum Danken. Die

Haltung der Dankbarkeit bringt den Menschen

näher zu Gott. Er lernt Gott dadurch besser

kennen: „Wer Dank opfert, verherrlicht mich und

bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes

sehen lassen“ (Psalm 50,23).

Der neutestamentliche Begriff eucharistia ist von

seinen Grundworten her mit dem Gefühl der

Freude verknüpft. Dank erwächst aus der

Freude über das Empfangene. Doch Dank

geschieht nicht automatisch. Paulus fordert

deshalb bewusst das Abendmahl als eingesetzt

– als Denk-und Dankhilfe. „Dies tut zu meinem

Gedächtnis“ (1. Korinther 11,24; Lukas 22,19).

Die prägnanten Einsetzungsworte Jesu führten

dazu, dass der Begriff eucharistia im Laufe des

2. Jahrhunderts zur Bezeichnung für das

Abendmahl selbst wurde.

Vom Wesen der Dankbarkeit

Romano Guardini nennt drei Bedingungen für

Dankbarkeit: „Dank gibt es nur vom Ich zum Du.

Sobald das Bewusstsein der Person

verschwindet, der Apparat vordringt, stirbt er ...

Dank gibt es nur im Raum der Freiheit. Sobald

sich ein Müssen bildet oder der Anspruch regiert,

wird er sinnlos ... Und Dank gibt es nur in Ehren.

Wenn keine gegenseitige Achtung fühlbar wird,

geht er in Kränkung unter“ (159f.).

Dankbarkeit ist eine attraktive Tugend. „Echtes

Bitten und Geben, echtes Empfangen und

Danken ist schön“, schreibt Guardini (158).

Dankbarkeit unterscheidet den Menschen auf

der einen Seite vom Tier, auf der anderen von

24


der Maschine. „Geben und Danken, die den

Menschen aus dem Funktionieren der Maschine

wie aus dem Triebsystem des Tieres

herausheben, sind ja in Wahrheit der Widerhall

von etwas Göttlichem. Denn dass die Welt

überhaupt besteht und so unerschöpfliche Fülle

umfasst, versteht sich in keiner Weise von

selbst, sondern ist, weil es gewollt wurde; ist Tat

und Werk“ (160).

Die Existenz der Welt – und unsere Existenz –

ist nicht selbstverständlich. Guardini grenzt sich

von einem naturalistisch-gottlosen Natur-Begriff

ab: „Die Welt ist nicht „Natur“, sondern „Werk“;

Werk Gottes. Sie ist, weil er sie erdacht hat, und

weil er aus einem Geheimnis der Liebesfreiheit

heraus will, dass sie sei. So ist sie die währende

Gabe Gottes an uns. Auch dass ich selbst bin,

ist währende Gabe an mich. Dass ich bin, und

bin was ich bin, atmen kann und fühlen und

arbeiten – alles das ist in keiner Weise

selbstverständlich, sondern anbetender

Verwunderung wert. Das zu wissen, gehört zum

Grundbewusstsein des Menschen. Immerfort

sich aus der Hand Gottes zu empfangen, und

also auch dafür zu danken, gehört zur Wesenshaltung

des Menschen – des wirklichen

Menschen, der in seinem echten Wesen steht“

(160).

Vom Nutzen der Dankbarkeit

Der französische Philosoph André Comte-

Sponville – selber Atheist – weist darauf hin,

dass die Tugend der Dankbarkeit für den, der sie

praktiziert, sehr positive Folgen hat. Denn

Dankbarkeit macht frei, die Gegenwart zu

• Werden Sie sensibel für die Gunst und Güte,

die Ihnen andere Menschen gewähren. Bringen

Sie das ihnen gegenüber durch Dank zum

Ausdruck.

genießen. Denn „die Dankbarkeit freut sich über

das, was war oder ist: Sie ist also das Gegenteil

des Bedauerns oder Nachtrauerns.“ Damit ist

Dankbarkeit eine gute Hilfe gegen die

Bekümmertheit. Sie ist „Freude über das, was ist

oder war, gegen die Angst vor dem, was sein

könnte“ (162).

Die Undankbaren, so der französische

Philosoph, verpassen das Leben. „Sie können

nie satt, nie zufrieden, nie glücklich sein ... Die

Vergangenheit fehlt ihnen ebenso wie die

Zukunft. Der Weise hingegen freut sich, dass er

lebt, aber auch, dass er gelebt hat. Die

Dankbarkeit (charis) ist Freude des

Gedächtnisses, Liebe der Vergangenheit – nicht

Schmerz, dass etwas nicht mehr ist, nicht

Bedauern, dass etwas nicht war, sondern

freudiges Erinnern an das, was gewesen ist. Sie

ist wiedergefundene Zeit“ (163).

Und doch kommt Comte-Sponville als Atheist

hier an eine Grenze. Chesterton hat einmal

darauf hingewiesen, „dass es für einen Atheisten

der ärgste Augenblick ist, wenn er sich wahrhaft

dankbar fühlt und niemanden hat, dem er

danken kann“. Denn Dankbarkeit kann

„Augenblicke der reinsten Freude erzeugen, die

Menschen kennen ... Alle Güter sehen besser

aus, wenn sie wie Geschenke aussehen“ (74).

Dankbarkeit ist nur dann vollkommen und

vollständig, wenn sie einen Geber kennt, an den

sie sich richtet.

Hilfen zum Einüben von Dankbarkeit:

• Machen Sie sich zu bestimmten festen Zeiten

(z.B. am Morgen) regelmäßig bewusst, wie viel

Sie Gott verdanken. Danken Sie ihm konkret.

• Überlegen Sie, welche praktischen Folgen

Dankbarkeit für Sie heute haben kann. Setzen

Sie dies in die Tat um.

25


Konzert mit

Sefora Nelson

Samstag, 28.09.2019

19:30 Uhr

Efg-Hückelhoven-Baal

Fringstraße 8

41836 Hückelhoven - Baal

Ihre Musik hat schon viele von uns in guten,

aber auch schweren Zeiten begleitet, uns

tiefgreifend berührt und uns Gott

nähergebracht.

Obdachlose. Heute singt sie in ganz

Deutschland, Schweiz, Österreich und Italien.

2009 wurde Produzent Arne Kopfermann auf sie

aufmerksam. Im selben Jahr gewann sie den

SPRING-Song Contest 2009 mit ihrem

Song Thank You For Valleys. Nelson

veröffentlichte bei Gerth Medien auf Serien

wie Starke Frauen – sanfte Töne eigene Songs,

bevor dort im März 2010 ihr erstes

deutschsprachiges Solo-Album Wenn der Tag

kommt erschien. Im September 2012 erschien

ebenfalls bei Gerth Medien ihr zweites

Album Mehr als genug, Produzent war diesmal

Samuel Jersak. Am 6. März 2013 hatte Sefora

Nelson einen Auftritt bei der Groß-

Evangelisation Pro Christ in Stuttgart, die

vom ERF per Satellit in viele in- und

ausländische Gemeinden übertragen wurde. Im

Sefora Gaertig ist das zweitälteste von sieben

Geschwistern. Mit ihren Eltern (deutscher Vater

und italienische Mutter) zog sie 1990

nach Pfalzgrafenweiler. Mit sechzehn Jahren

wurde ihr Talent an der Oper gefördert. Nelson

entschied sich für einen Studiengang

in Chicago und studierte dort sechs

Semester Gesang und Theologie, bevor sie

nach Straßburg kam, um auch dort Musik und

Theologie zu studieren. Während ihres

Studiums sang sie in Gefängnissen und für

September 2015 gab sie ein Openair-Konzert im

Rahmen der 7.

Sächsischen Landesgartenschau in Oelsnitz/Er

zgeb. Im Sommer 2016 musste Sefora Nelson

wegen gesundheitlichen Problemen mit der

Stimme alle nachfolgenden Konzerte absagen.

Seit Sommer 2017 tritt sie wieder öffentlich auf.

Tickets: Vorverkauf 15€,

Abendkasse 18€

27


Dankbarkeit – ist eine

Einstellung

1. Thessalonischer 5, 18

Seid in allem dankbar; denn das ist der

Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

Lebensgeschichte

Ein 92-jähriger Mann beschloss nach dem Tod

seiner Frau, ins Altersheim zu gehen. Die

Wohnung schien ihm zu groß, und er wollte für

seine letzten Tage auch noch ein bisschen

Gesellschaft haben, denn er war geistig noch in

guter Verfassung.Im Heim musste er lange in

der Halle warten, ehe ein junger Mann zu ihm

kam und mitteilte, dass sein Zimmer nun fertig

sei. Er bedankte sich und lächelte seinem

Begleiter zu, während er, auf seinen Stock

gestützt, langsam neben ihm herging. Bevor sie

den Aufzug betraten erhaschte der Alte einen

Blick in eines der Zimmer und sagte. „Mir gefällt

es sehr gut.“ Sein junger Begleiter war

überrascht und meinte, er habe doch sein

Zimmer noch gar nicht gesehen.

Bedächtig antwortete der alte Mann. „Wissen

Sie, junger Mann, ob ich den Raum mag oder

nicht, hängt nicht von der Lage oder der

Einrichtung, sondern von meiner Einstellung ab,

von der Art, wie ich ihn sehen will. Und ich habe

mich entschieden, glücklich zu sein. Diese

Entscheidung treffe ich jeden Morgen, wenn ich

aufwache, denn ich kann wählen.

Ich kann im Bett bleiben und damit hadern, dass

mein Körper dies und jenes nicht mehr so

reibungslos schafft – oder ich kann aufstehen

und dankbar sein für alles, was ich noch kann.

Jeder Tag ist ein Geschenk, und solange

ich meine Augen öffnen kann, will ich sie auf den

neuen Tag richten, und solange ich meinen

Mund öffnen kann, will ich Gott danken für all die

glücklichen Stunden, die ich erleben durfte und

noch erleben darf.

RADIKAL

GNÄDIG

Wie ein Popsong von Musiker Matthew West

das Leben eines Menschen rettete.

Die Seligpreisungen aus Matthäus 5 sind einer

der außergewöhnlichsten und radikalsten Texte

der Bibel. Jesus stellt mit ihnen menschliche

Werte und Vorstellungen komplett auf den Kopf.

Zu unserem Schwerpunktthema „Radikal

anders“ haben wir Geschichten von

verschiedenen christlichen Musikern

gesammelt, die als Beispiel dienen, das die

Seligpreisungen zwar radikal anders, aber auch

wahr sind.

Seligpreisung 5:

„Gott segnet die Barmherzigen, denn sie

werden Barmherzigkeit erfahren.“

Der amerikanische Musiker Matthew West zog

sich für einige Wochen alleine in eine Hütte im

Wald zurück, um tausende von Briefen zu

lesen, die seine Fans ihm geschickt hatten.

Allerdings handelt es sich bei diesen Briefen

nicht um Fanpost, sondern um persönliche

Lebensgeschichten. Traurige und schöne

Momente in ihrem Leben, aus denen der

Künstler wiederum Songs schrieb. „Ich wollte

ein paar Lieder schreiben, inspiriert von den

28


Geschichten von Menschen und sehen was

Gott damit tun kann“, so der West über sein

Projekt „The story of your life“ („Die Geschichte

deines Lebens“) auf seiner Website.

Auf diese Art entstanden nicht nur mehrere

Alben, die der Musiker veröffentlichte. Sondern

unter all den 40.000 Briefen, die ihn bis heute

erreicht haben, sind zwei Geschichten, die auf

eine besondere Weise miteinander verbunden

sind.

Geschichte von Jordan weiter, immer und

immer wieder. Und dann erreichte ihn eines

Abends eine überraschende Nachricht. Sie kam

von einem jungen Mann, Robert: „Es stellte sich

heraus, dass Robert am Abend vorher auf

meinem Konzert war. In dem Brief bat er um

Hilfe, er war bereit ein neues Kapitel in seinem

Leben zu beginnen.“ erinnert sich der Sänger in

einem Interview. Robert war zu diesem

Zeitpunkt drogenabhängig. Seine Mutter hatte

ihn regelrecht zu dem Konzert mitgeschleppt

Eine

Kettenreaktion

Alles begann mit Jordans

Geschichte, der als Drogenabhängiger keine

Perspektive mehr für sein Leben sah, aber

durch das christliche Suchthilfeprogramm

„Teen challenge“ von den Drogen wegkam und

neuen Lebensmut fand. Er schrieb Matthew

West und erzählte ihm, dass seine Erfahrung

ein regelrechter Identitätswechsel war: Von

einem gescheiterten Abhängigen zu einem Kind

Gottes. Jordans Brief berührte den Künstler so

sehr, dass er sie im Lied „Hello my name is“,

nacherzählte, wie er in dem Video berichtet.

Mit seinem Album „The story of your life“ und

eben diesem Song ging Matthew West in den

USA auf Tour. Bei den Konzerten erzählte er die

und er

war nur mitgegangen,

weil sie ihm Geld dafür angeboten

hatte. Als er allerdings Jordans Geschichte und

das Lied „Hello my name is“ hörte, veränderte

sich etwas ihn ihm: Zum ersten Mal begann

Robert zu hoffen, dass es selbst für jemanden

wie ihn eine neue Chance geben könnte. Er

schrieb dem Musiker und bat ihm um Hilfe.

Eine zweite Chance

Als bekannter Künstler in der christlichen

Musikszene erreichen Matthew West tagtäglich

viele Emails. Doch als er Roberts Nachricht las,

29


spürte er sofort, dass er etwas tun musste. Er

meldete sich bei Robert zurück, ließ einige

Kontakte spielen und vermittelte ihm einen

Platz in einem Suchthilfeprogramm – dem

gleichen, durch das Jordan von den Drogen

losgekommen war. Und West schrieb den Song

„Grace wins“, während Robert noch auf Entzug

war. Es sollte ihm Hoffnung geben. „Während

ich das Lied geschrieben habe, schrieb Gott

eine Veränderung in Roberts Leben“, wie

Matthew West es selbst in dem Interview

erzählt.

Aber in dem Schatten des Schams

Von Schuld erdrückt

Höre ich dich meinen Namen rufen und sagen:

„es ist noch nicht vorbei"

Und mein Herz beginnt laut zu schlagen

Es übertönt den Zweifel

Ich bin unten, aber ich bin nicht raus

Es gibt einen Krieg zwischen Schuldgefühlen

und Gnade

Sie kämpfen in meinem Inneren

Aber ich bin der lebende Beweis:

Die Gnade gewinnt jedes Mal

Ich gebe mich nicht mehr geschlagen

Jetzt stehe ich im Sieg auf

Ich singe Halleluja

Denn Gnade gewinnt jedes Mal

Worte können nicht beschreiben wie es sich

anfühlt

Wenn Barmherzigkeit eine durstige Seele

durchflutet

Wenn die innere Gebrochenheit zu heilen

beginnt

Und wenn Gnade zurückbringt, was Schuld

gestohlen hat

Ein lebendiger Beweis für Gnade

Robert beendete erfolgreich das Programm,

sodass er heute frei von seiner Sucht ist und

neue Perspektiven für sein Leben hat. Was für

eine Kettenreaktion: Von Jordan, der bereit war,

seine Geschichte zu erzählen über Matthew

West, der nicht nur ein Song darüberschrieb,

sondern die Story auch noch weitererzählte, bis

hin zu Roberts Mutter, die ihren Sohn zu einem

Konzert mitnahm. Wie ein Puzzle fügte sich

eine freundliche Tat nach der anderen

zusammen und veränderte das Leben eines

Menschen. Die Bibel nennt das Barmherzigkeit:

Wenn Menschen für andere Menschen etwas

tun, um ihre Not zu lindern. Barmherzigkeit ist

Liebe in Aktion: Weder Jordan noch Matthew

West oder Roberts Mutter konnten ahnen,

welche Folgen ihre Taten haben würden. Sie

machten es trotzdem, in der Hoffnung, dass es

irgendjemanden helfen würde.

In einem Interview zu seinem Song erzählte

Matthew West: „Die große Nachricht ist, dass

das Ziel nicht Perfektion ist, sondern dass wir

der Beweis für einen perfekten Gott sind. Wenn

du sagst ‘Ich bin der lebende Beweis, dass

Gnade jedes Mal gewinnt‘, sagst du ‘Ich bin weit

davon entfernt perfekt zu sein, aber lass mich

dir von einem Gott erzählen, der vollkommen

ist‘.“ Wenn wir das wissen, dann können wir

auch anderen Menschen so begegnen, ohne

Vorurteile. Wir können ihnen eine zweite

Chance geben und darüber hinaus helfen. So

wie Matthew West: „Ich habe gelernt, dass das

Leben erfüllter ist, wenn wir eine Rolle in dem

Leben von anderen spielen.“

Quelle: ERF

Lyrics by Matthew West © 2015 Sparrow

Records

30


DER SCHOTTISCHE

DISKUSWERFER

Vor langer Zeit lebte in Schottland ein

Diskuswerfer. Er hatte sich selbst einen Diskus

aus Eisen hergestellt. Ein Diskus ist eine flache

Scheibe zum Werfen. Was er nicht wußte, war,

dass ein offizieller Diskus aus Holz ist und nur

einen eisernen Ring hat. Daher wog sein Diskus

3-4 mal mehr wie die der anderen Diskuswerfer.

Auf einem Feld in der Nähe seines

Elternhauses markierte er sich die damalige

DiskusRekordentfernung. Er trainierte Tag und

Nacht. Es dauerte Jahre bis es ihm gelang die

Zielmarke zu übertreffen. Danach ging er nach

England, um an einem ersten

Diskuswettbewerb teilzunehmen. Als er dort

ankam, wurde ihm ein offizieller Diskuss

ausgehändigt. Wisst ihr was das Ergebnis war?

Er schaffte einen neuen Rekord. Er warf

erheblich weiter als alle anderen Diskuswerfer.

Er blieb viele Jahre der ungeschlagene

Rekordhalter. Was war die Ursache dazu? Er

hatte unter schweren Umständen geübt.

Dadurch war er tüchtiger geworden als alle

anderen. Denke daran, wenn Du eine

besondere Last in Deinem Leben hast, dass

Jesus dir tragen hilft. Aber denke auch daran,

dass die Schwierigkeiten, die wir mit Gottes

Hilfe meistern, uns tüchtig machen für unser

Leben. Viele Menschen, die eine schwere

Jugend hatten, wurden besonders tüchtig.

Nach "Our Daily Bread,

SABINES RETTER

Es war kurz nach Mitternacht. Alles schlief

friedlich. Im ganzen Dorf war es ruhig, auch bei

Sabine und ihren Eltern. Doch Norle, die Katze

der Familie, fand keine Ruhe an dem Fußende

von Sabines Bett, wo sie sonst immer schlief.

Erschreckt von einem Knistern und hellem

Feuerschein, maunzte sie laut und sprang

Sabine mitten in das Gesicht. Sabine war sofort

hellwach. Was war denn das? Sie roch Rauch,

und als sie die Zimmertür öffnete, schlug ihr

Hitze entgegen. Das Treppenhaus stand in

Flammen. Panik kam in ihr hoch. Das Haus

brannte, was sollte sie tun? Die Feuerwehr

rufen, das war es. Sie wollte nach unten rennen

und ihre Eltern wecken. Doch es ging nicht. Die

Treppe brannte schon. Der Weg war

abgeschnitten. Als Sabine sich ihrer Lage

bewusstwurde, stürzte sie zum Fenster und

schaute verzweifelt nach unten. Es war zu

hoch, um zu springen. Sie war eingeschlossen.

Sie begann zu schluchzen: „Was soll ich denn

jetzt machen?„ Da kam ihr ein Gedanke, beten,

ja das konnte sie tun. „Herr Jesus„, stammelte

sie, „schau, ich bin hier im Zimmer, es brennt

und es gibt keinen Weg für mich nach draußen.

Bitte rette mich doch und Mami und Papi auch.„

Kaum hatte sie das gesagt, krachte vor íhrer Tür

ein Balken herunter. Erschrocken sprang sie

auf. Da, was war das? Da rief jemand ihren

Namen. Wieder hastete sie zum Fenster. Sie

sah ihre Eltern unter dem Fenster stehen, aber

da stand auch noch ein Junge daneben, der

wild mit den Armen winkte. Oh nein, es war

Manuel, der Junge, den sie nicht leiden konnte,

den niemand mochte. Aber jetzt war er ihre

einzige Hoffnung. „Sabine, keine Angst, ich hole

dich dort herunter. Ich werfe dir das Seil zu, und

du bindest es oben fest!„, schrie er, so laut er

konnte. Gesagt, getan. Dann kletterte Manuel

hoch, nahm Sabine auf seinen starken Rücken,

und gemeinsam kletterten sie hinunter. Dort

wurde sie von ihren Eltern in die Arme

geschlossen, die furchtbare Angst um ihre

Tochter gehabt hatten. Doch Sabine hatte nur

einen Gedanken. Sie ging zu Manuel und

entschuldigte sich für ihr gemeines Verhalten

von früher. Seitdem sah man die beiden oft

zusammen. Sabine würde nie vergessen, dass

Gott ihr ihren ehemaligen „Feind„ als Retter

geschickt hatte. Was denkt ihr, was wir von

dieser Geschichte lernen können? Kennst auch

du jemanden, den alle Kinder ablehnen? Tust

auch du es? Dann denk an Sabine! Gott hat

gerade den Jungen, den sie nicht mochte und

den alle ablehnten, für ihre Rettung gebraucht.

Für Gott war dieser Junge genau so wertvoll wie

jeder andere. Wir wollen freundlich sein auch zu

den Kindern und Menschen, die wir nicht so

gerne mögen. Der Herr Jesus wird uns dabei

helfen und segnen.

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...

Er erwiderte: "Niemand kann von uns

verlangen, dass wir uns um ihn bemühen; wir

sind doch selbst in Gefahr, umzukommen". -

"Wenn wir schon sterben müssen", antwortete

ich, "dann ist es schon besser, wir sterben im

Dienst an Anderen".

GNADE

Wenn ein Stück rohes Eisen, das noch

ungebraucht in der Schmiede herumliegt, reden

könnte, so würde es sagen: "Ich bin schwarz,

ich bin kalt, ich bin hart!" Das alles ist

vollkommen wahr. Aber nun lege dieses selbe

Stück Eisen in das Feuer der Esse und warte

nur ein wenig, bis das Feuer seine Macht an ihm

bewiesen hat. Jetzt würde es verwundert sagen

müssen: "Die Schwärze, die Kälte, die Härte ist

weg! Ich bin völlig verändert. Nun bin ich rot

st...att schwarz, nun bin ich glühend statt kalt,

nun bin ich biegsam statt hart, nun bin ich

brauchbar geworden für meine Bestimmung!"

Würde sich das Eisen selber rühmen? Nein, es

würde sich des Feuers rühmen, durch das es so

vollkommen umgewandelt wurde. - So ist auch

der Mensch von Natur schwarz, kalt und hart.

Aber wenn der Herr ihn mit seinen göttlichen

Einwirkungen berührt, wenn Jesu Blut ihn

reinigt, wenn er von Gottes Liebe erfüllt wird, so

verschwindet das, was er von Natur war.

Jedoch die Ehre der Verwandlung kommt nicht

dem Menschen, sondern dem Herrn zu.

Stanley Jones

NÄCHSTENLIEBE

Der indische Evangelist Sadu Sundar Singh

(1889-1929) berichtet in seinen Schriften: Als

ich einst mit einem Tibetaner im Gebirge im

Schneesturm wanderte, sahen wir einen Mann,

der den Abhang hinuntergestürzt war. Ich

sagte: "Wir müssen hingehen und ihm helfen".

Er wandte sich ab und ging seines Weges. Ich

aber stieg zu dem verunglückten Mann

hinunter, hob ihn mühsam auf meine Schultern

und trug ihn bergauf. Durch diese Anstrengung

wurde mir warm, und meine Wärme übertrug

sich auf den durchgefrorenen Verunglückten.

So wurden wir beide vor dem Erfrieren bewahrt.

Nach einiger Zeit fand ich meinen früheren

Begleiter wieder. Er lag im Schnee. Übermüdet

wird er sich wohl hingelegt haben und war so

erfroren. Da verstand ich Jesu Wort: "Wer sein

Leben liebhat, der wird's verlieren (Jo 12,25)

Autor unbekannt

DANKBARKEIT

Abraham Lincoln las als Junge den Satz: "Die

Menschen murren, weil keine Rose ohne

Dornen wächst, warum danken sie eigentlich

nicht dafür, dass Gott auf dornigen Stengeln so

schöne Rosen wachsen lässt?" Diesen Satz hat

er lebenslang nicht vergessen. Er hat ihm

geholfen, durch Dankbarkeit ein innerlich

reicher Mensch zu werden.

Autor unbekannt

EIN HIPPIE IN

AMSTERDAM

Ein Hippie sitzt in Amsterdam auf dem

Bürgersteig mit einer Bibel auf dem Schoß.

Dies allein ist schon auffällig. Der geneigte

Leser wird sicher noch mehr staunen, wenn er

erfährt, dass der Hippie in dieser Bibel mit

größter Aufmerksamkeit liest. Ein so richtig

32


ungewöhnliches Bild ergibt sich aber erst

dadurch, dass jener Hippie von Zeit zu Zeit

lauthals Sachen ausruft wie: „Halleluja“, „Gott

ist groß“ und „Preist den Herrn!“

Über diese ungewohnte Szene staunt dann

auch ein junger, dynamischer Theologe, der zu

eben dieser Zeit zu einem Kongress historischkritischer

Bibelauslegung in Amsterdam weilt.

Natürlich kennt dieser junge Menschenfreund

alle sektiererischen Richtungen ekstatischen

Christentums und denkt sich, dass er doch

diese Gelegenheit beim Schopf packen sollte,

der Verwirrung Einhalt zu gebieten.

Und so hockt er sich milde zu jenem Hippie und

befragt ihn, was denn Grund seiner freudigen

Ausbrüche

sei.

„Ja“, sagt der Hippie, „ich lese gerade in der

Bibel.“ Da dies für unseren Jung-Bibelprofi

gerade kein Grund für solchen Überschwang

ist, bemüht er sich redlich, sanft dem tieferen

Grund nachzuspüren. Und so erfährt er nach

einigen „Halleluja“ und „Gott ist gut“, dass der

Hippie gerade über Mose liest: „Gott tut ein

Wunder nach dem anderen. Da hat dieser

herrliche Gott das Rote Meer geteilt und das

ganze israelische Volk konnte sicher hindurch

auf der Flucht vor den Ägyptern.“

Nun wäre unser Theologe kein Freund der

Menschen, wenn er nicht auch diesem

verwirrten Hippie auf den rechten Weg helfen

könnte. Denn Wunder kann man natürlich heute

erklären. Und so zitiert er Quelle um Quelle

wissenschaftlicher Arbeiten und beweist dem

Hippie wortgewandt, dass alle Wissenschaft

zeigt, dass das Rote Meer damals nicht mehr

als eine 7 cm tiefe Pfütze war. Und der Hippie

ist tatsächlich heilsam berührt. Kein Halleluja

kommt mehr über seinen Mund, mit langem

Gesicht dankt er seinem aufklärerischen

Wohltäter und starrt leer auf seine Bibel. Unser

Theologe dagegen setzt beschwingt seinen

Weg fort, wieder eine gute Tat getan, eine

Schlacht

gewonnen.

Doch diesmal kommt er nicht weit. Kaum langt

er an der nächsten Ecke an, da hört er von

hinten den Hippie wieder, lauter und

überschwänglicher als zuvor klingt sein

„Halleluja“ durch die Straße.

Über so viel Unverstand gerät unser Theologe

verständlicher Weise in Rage, stürmt zurück

und fährt den Hippie an, was denn nun schon

wieder Grund seiner Lautäußerungen sei.

Wieder dauert es ein paar „Halleluja“, diesmal

sogar mehr als beim letzten Mal, bis der

Theologe erfährt, dass der Hippie eben

weitergelesen hat. Bis hierhin kann der

Theologe folgen, jedoch ergibt es für ihn noch

wenig Sinn. Dann aber erfährt er die

Einzelheiten, und auch wenn uns seine

Reaktion nicht überliefert ist, mag der Leser

getrost annehmen, dass es ihn deutlich

angeschlagen hat: „Gott hat ein noch viel

größeres Wunder getan: Er hat das gesamte

ägyptische Kriegsheer in einer 7 cm tiefen

Pfütze ertrinken lassen...“

Autor unbekannt

WENN ALLES

GESAGT IST, MUSS

DAS TUN

BEGINNEN

Ihr kennt die Geschichte von Donald, welcher

ein wenig früher als sonst aus dem Gottesdienst

nach Hause kam und den seine Frau fragte:

“Nun, Donald, ist die Predigt schon aus?” Er

antwortete: “O nein, gesagt ist zwar alles; aber

das Tun muss nun erst anfangen.”

Leider ist sie bei vielen Zuhörern schon aus,

wenn noch gar nicht angefangen ist, sie zu tun.

Sie haben die Predigt zwar mit angehört, aber

sie ist ihnen verloren gegangen, wie Wasser

durch ein Sieb geht und bis zum Gerichtstage

erinnern sie sich nichts mehr davon.

C. H. Spurgeon

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Herr, ich will dir danken unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn

deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und

deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

Psalm 57: 10-11

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