Stahlreport 2019.09

markushuneke

74. Jahrgang | September 2019

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

9|19

Stahlhandel von damals bis heute –

mehr Produkte in komplexeren Prozessen


KARSTEN STAHLHANDEL

Karsten kann‘s!

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Wofür Rundschlingen im Stahlhandel

auch stehen: Produkte in Prozessen

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

zahlreiche Produkte des Stahlhandels brauchen

für ihren Eingang in Prozesse der Branche

Hilfsmittel – wie beispielsweise die auf

dem Titelbild abgebildeten Rundschlingen.

Differenziert man diesen Denkansatz, so sind

nicht nur die relevanten Produkte vielfältig,

breit ist auch das Spektrum der angesprochenen

Prozesse – vom Transport bis hin zur Ladungssicherung.

Die Rundschlingen der Wiedenmann-Seile GmbH (vgl. S. 20)

haben es auf den Titel dieser Ausgabe des Stahlreport zum Stahlhandelstag

anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des BDS (vgl.

S. 34f) aber auch deshalb geschafft, weil so die Entwicklungsgeschichte

dieser Distributionsbranche in den vergangenen fünf

Jahrzehnten aufgegriffen wird: Produkte mussten in Prozesse

eingebettet werden.

Das Interviewgespräch mit Professor Wittkämper über 50 Jahre

Entwicklung des Stahlhandels und des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel (BDS) macht das in diesem Heft in besonderer Weise

deutlich (vgl. S. 36ff): Die Branche hat es erfolgreich geschafft,

nicht nur ihre Produkte weiterzuentwickeln, sie hat sie auch in

die heute entscheidenden Prozesse eingebracht.

Dazu gehören auch die stahlhandelsspezifischen Lernprozesse;

über die entsprechenden Angebote wird in diesem Heft ebenfalls

ausführlich berichtet (vgl. S. 40 ff). Die schon angesprochene

Ladungssicherung gehört im Übrigen schon lange zu den Schulungsthemen

der Branche – spätestens, seit im Dezember 1984

ein erstes Gespräch des BDS mit anderen beteiligten Partnern

stattgefunden hat. Auch das zählt zur Geschichte des BDS. (Vgl.

12/84, S. 320ff)

Vor allem aber ging und geht es immer um Wertschöpfungsprozesse

– in der Stahlproduktion, im Stahlhandel und in der Stahlverarbeitung.

Auch davon wird in diesem Heft wieder ausführlich

berichtet (vgl. S.6 ff).

Viel Erkenntnisgewinn und Lesefreude wünscht

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

und BDS-Bereichsleiter Berufsbildung

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Gebr. Lotter KG – Geosonde für effiziente Erdenergie

7 Neues ERP-System bildet Stahlhandel besser ab

8 Westerhoff & Schaub Consulting – Beraten auf

Augenhöhe

10 Günther + Schramm – Strategischer Partner der

verarbeitenden Industrie

12 Klöckner & Co – Markt belastet Q2-Ergebnis

14 Führen in digitalen Zeiten

16 Köstner Stahlzentrum – Erweiterungsbau

fertiggestellt

ANARBEITUNG & LOGISTIK

Themen-Schwerpunkt Ladungssicherung

18 Progress: Gemeinsam innovativ

20 Null Fehler bei der Ladungssicherung

22 Textile Anschlagmittel aus eigener Herstellung

MESSEN UND MÄRKTE

24 Vorschau auf EMO – Weltleitmesse der

Metallbearbeitung

25 Kasto auf der EMO – Viel Neues im Portfolio

26 Meba auf der EMO – Starke Automaten

27 Saw Expo – Messe neu aufgestellt

29 Schweißen & Schneiden – Rückkehr nach Essen

BDS

32 Research: Unterschiedliche Stimmungslagen

34 50 Jahre BDS – 50 Jahre Branchen-Know-how

36 Interview mit Prof. Gerhard Wittkämper –

Stahlhandel 4.0

39 Interview mit SPD-MdB Oliver Kaczmarek –

Nachhaltige Bildungsförderung

42 Interview mit Dr. Ludger Wolfgart – „Damit Unternehmen

noch bessere Azubis bekommen!“

44 Recht – DSGVO: Die Bilanz nach einem Jahr

VERBÄNDE & POLITIK

46 Forum DistancE-Learning – Fachforum in Berlin

48 DVS-Kongress – Fügetechniker treffen sich in

Rostock

50 Impressum

PROGRAMM DES BDS-STAHLHANDELSTAGS 2019

52 Hintere Umschlagseite, außen

Stahlreport 9|19

3


Persönliches

Kurznachrichten

Fotos, 2: Hydro

Foto: VDMA

Christian Muckermann

und Stefan Knabben

sind in diesem Frühjahr bei Hydro in neue Aufgaben

gewechselt: Christian Muckermann (r.)

hat die Führung des Produktsektors Folie übernommen,

Stefan Knabben (l.) ist neuer Leiter

des Bereichs Lithographie. Das teilte die deutsche

Aluminium Rolled Products GmbH mit.

Der Hydro-Konzern mit Sitz in Norwegen sieht

sich seit mehr als einem Jahrhundert gut in

allen Segmenten des Aluminiummarktes vertreten

– von der Erzeugung des Primärmetalls bis

hin zum Recycling und zur Wiederverwendung.

Thilo Brodtmann

hat für Schlagzeilen gesorgt: Der Hauptgeschäftsführer

im Verband Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau (VDMA) erklärte zu der im

Juni vorgestellten Nationalen Weiterbildungsstrategie

der Bundesregierung: „Maschinenbaufirmen

brauchen keine Nachhilfe bei der Weiterbildung

ihrer Mitarbeiter.“ Er begründete zu

dieser plakativen Aussage,

Weiterbildung

müsse sich vor allem

an den Bedürfnissen

der Betriebe orientieren.

Nur dann sei

gewährleistet, dass

sich der Aufwand für

den Beschäftigten und

für das Unternehmen

lohnt. Dass ihre Mitarbeiter

mit dem technologischen Wandel Schritt

halten können, liege im ureigensten Interesse

der Unternehmen. Sie bräuchten deshalb keine

Nachhilfe bei der Weiterbildung – weder durch

die Politik noch durch die Gewerkschaften.

Schon heute trage die Wirtschaft nicht nur

finanziell, sondern auch inhaltlich die Verantwortung,

wie Weiterbildung erfolgreich organisiert

werden könne.

Uwe Hochgeschurtz

bleibt für zwei weitere Jahre VDIK-Vizepräsident.

Außer ihm wurden bei der Mitgliederversammlung

des Verbandes der Internationalen

Foto: Still

Kraftfahrzeughersteller (VDIK) im Frühjahr turnusgemäß

mehrere Vorstandsmitglieder wiedergewählt:

Peter Hornig (Geschäftsführer Scania

Deutschland GmbH), Frank Jürgens

(Sprecher der Geschäftsführung SKODA AUTO

Deutschland GmbH) sowie Wolfgang Schlimme

(Geschäftsführer CITROËN DEUTSCHLAND

GmbH). Maria Grazia Davino (Vorstandsvorsitzende

FCA Germany AG) wurde neu in den

VDIK-Vorstand berufen. Uwe Hochgeschurtz ist

Vorsitzender des Vorstandes der Renault

Deutschland AG. Zum VDIK-Vorstand gehören

weiterhin: Präsident Reinhard Zirpel sowie Alain

Uyttenhoven (Präsident Toyota Deutschland

GmbH) und Dr. Kolja Rebstock (Geschäftsführer

Mitsubishi Motors Deutschland Automobile

GmbH). Der VDIK vertritt seit 1952 die Interessen

der internationalen Pkw- und Nutzfahrzeughersteller

in Deutschland.

Matthias Haase

von der STILL GmbH in Hamburg ist einer von

14 Logistikhelden. Für diese bundesweite Kampagne

wurde er aus zahlreichen Bewerberinnen

und Bewerbern ausgewählt. Der 26-Jährige, der

seinen Master in

Mechatronics absolviert

hat, arbeitet als

Robotikexperte. Bei

Still bringt er Mensch

und Maschine auf

einen Nenner, indem

er den Übergang vom

klassischen Flurförderzeug

zur Robotik vollzieht.

Mit seiner fachlichen

Expertise bringt sich Matthias Haase von

der ersten Idee bis hin zur Entwicklung der Produkte

und Algorithmen für den finalen Einsatz

beim Kunden ein und begleitet so die gesamte

Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Performance,

Sicherheit und Ergonomie muss er hierbei

unter einen Hut bringen. Mit seiner landesweiten

Kampagne will Deutschlands

drittgrößter Wirtschaftsbereich Berufseinsteiger

und Jobsuchende für dessen Karrieremöglichkeiten

begeistern und die Wahrnehmung der

Logistikbranche in der Öffentlichkeit verbessern.

Thomas Junker

wird ab 1.1.20 neuer Hauptgeschäftsführer der

Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecyclingund

Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV).

Der 47-Jährige tritt damit die Nachfolge von

Dr. Rainer Cosson (66) an, der die Geschicke

von Europas größtem Stahlrecyclingverband

seit 2009 geleitet hat und zum 31.12.19 in den

Ruhestand wechselt. Diplom-Ingenieur Thomas

Junker verfügt über mehr als 19 Jahre Führungserfahrung

u.a. bei Töchtern der Deutsche

Bahn AG, der VAG Verkehrs-AG, Nürnberg,

sowie zuletzt bei den Stadtwerken Neumünster

(SWN), wo er als technischer Geschäftsführer

tätig war.

Willi Thomsen

ist im Frühjahr in Radebeul einstimmig zum

neuen Präsidenten der Gütegemeinschaft Leitungstiefbau

gewählt worden. Er folgte damit

auf Dr. Sven Lehmann, der dieses Amt 20 Jahre

innehatte. Die Mitglieder verabschiedeten Lehmann

mit Standing Ovations und ernannten ihn

aufgrund seiner langjährigen Verdienste zum

Ehrenpräsidenten. In seiner Antrittsrede hob

Thomsen den

Gemeinschaftssinn

hervor: „Vor allem als

Verein können wir

unsere Interessen

noch viel zielgerichteter

gegenüber der

Politik, aber auch in

der Zusammenarbeit

mit unseren Kunden

vertreten.“ Dipl.-Ing.

Thomsen, Geschäftsführender Gesellschafter

der Thomsen GmbH Tiefbauunternehmen in

Osterrönfeld, gehörte dem Präsidium als Vizepräsident

bereits mehrere Jahre an. In dieser

Funktion war er für die Finanzen zuständig und

brachte darüber hinaus sein Fachwissen auch

im Güteausschuss ein.

Foto: Hauptverband Deutsche Bauindustrie

Peter Kurth

ist Ende Juni von der in Brüssel tagenden FEAD-

Generalversammlung zum Präsidenten dieser

Europäischen Vereinigung der Abfallwirtschaft

und Umwelt-Services gewählt worden. Der 59-

Jährige ist Chef im Bundesverband der Deutschen

Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft

e.V. (BDE), den er seit 2008 mit

unterschiedlichen Amtsbezeichnungen ehrenamtlich

geleitet hat. Der in Siegburg geborene

CDU-Politiker war auch schon als Finanzsenator

in Berlin tätig, wo er heute hauptsächlich

wirkt, und er war Kandidat für das Oberbürgermeisteramt

in Köln.

Stephan Lemgen

und Reiner Temme

bleiben an der Spitze des Bauforums Stahl bzw.

des Deutschen Stahlbauverbands (DStV). Bei

4 Stahlreport 9|19


der gemeinsamen Mitgliederversammlung im

Juli in Hamburg wurde aber u.a. die jeweils

zweite Position neu besetzt: Alain Witry,

Geschäftsführer ArcelorMittal Commercial Long

Deutschland GmbH, wurde, nach seinem Austritt

im Jahre 2015, erneut in den Vorstand von

bauforumstahl e.V. (BFS) berufen. Er löst als

stellvertretender Vorsitzender Georges Axmann

ab. Als neuer Vizepräsident des DStV wurde

Christian Wurst, Geschäftsführer der WURST

Stahlbau GmbH, in den Vorstand entsandt. Er

ist damit Nachfolger von Ralf Luther. Der

Geschäftsführer der Stahlbau Magdeburg

GmbH wurde neuer Schatzmeister. BFS sieht

sich als Spitzenverband für das Bauen mit Stahl

in Deutschland, der gemeinsam mit dem DStV

die Anliegen seiner Mitglieder vertritt.

Thomas Bauer

ist von der Generalversammlung des Verbands

der Europäischen Bauwirtschaft (FIEC) im Juni

als „Erster Vizepräsident“ gewählt worden. In

dieser Funktion gilt er als „Designierter Präsident“

und wird dem amtierenden FIEC-Präsidenten,

Kjetil Tonning

aus Norwegen, nach

Ablauf von dessen

Amtszeit im Sommer

2020, im Amt nachfolgen.

Prof. Dr.-Ing. E.h.

Dipl.-Kfm. Thomas

Bauer, Mitglied des

Präsidiums des

Hauptverbands der

Deutschen Bauindustrie

(HDB), ist bereits seit 2017 Mitglied des

FIEC-Präsidiums; er leitet dort den Bereich Wirtschaft

und Recht. Die Organisation hat aktuell

31 Mitgliedsverbände in 27 europäischen Ländern

und vertritt als Dachverband die Interessen

der europäischen Bauwirtschaft gegenüber

den Europäischen Institutionen. Im Jahr 2018

belief sich das Bauvolumen in den 28 Mitgliedsstaaten

der Europäischen Union auf über 1,4

Bio. €, europaweit waren in den rund 3,3 Mio.

Baufirmen fast 15 Mio. Menschen beschäftigt.

Foto: HDB

Stefan Zecha

ist seit Ende Juni Vorsitzender der Abteilung

Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Die Stärkung

der kleineren mittelständischen Unternehmen

liegt mir sehr am Herzen“, sagte er aus

diesem Anlass. Zecha ist Geschäftsführender

Inhaber der ZECHA Hartmetall -Werkzeugfabrikation

GmbH mit über 130 Mitarbeitern in

Königsbach-Stein, unweit von Pforzheim. Stell-

vertretender Vorsitzender wurde Gerhard

Knienieder, Geschäftsführer der EMUGE-Werk

Richard Glimpel GmbH & Co. KG aus Lauf. In

seiner Antrittsrede dankte Stefan Zecha u.a.

seinem Vorgänger Lothar Horn, Geschäftsführer

der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn

GmbH, für dessen großes Engagement zum

Wohle der Branche in drei Amtszeiten seit

2009. VDMA-Präzisionswerkzeuge vertritt rund

180 Unternehmen der mittelständisch geprägten

Hersteller von Zerspanwerkzeugen, Spanntechnik,

Stanz- und Umformtechnik, Vorrichtungen,

Normalien und Formen.

Markus Horn

ist Anfang Juli anlässlich der World Cutting

Tools Conference 2019 am Tegernsee zum

neuen Präsidenten der European Cutting Tools

Association (ECTA) gewählt worden. Sie ist der

Europäische Verband der Hersteller von Zerspanungswerkzeugen

und Spannzeugen. In einem

dreijährigen Rhythmus

veranstaltet die

ECTA an wechselnden

Orten Weltkonferenzen.

Horn ist

Geschäftsführer der

Paul Horn GmbH in

Tübingen. Er dankte in

Foto: VDMA

seiner Antrittsrede

den ECTA-Mitgliedern

für das in ihn gesetzte

Vertrauen und seinem Vorgänger Marc Schuler

vom schweizerischen Unternehmen Dixi Polytool

SA für dessen Engagement und sagte:

„Lassen Sie uns gemeinsam an der Gestaltung

unserer Zukunft arbeiten.“

Johan Thyni und

Brian Nielsen

stehen nun der Spitze eines skandinavischen

Vertriebsteams der SCHMOLZ + BICKENBACH

Gruppe; der eine als Sales Manager im schwedischen

Boxholm, der andere als Sales Manager

im dänischen Nørresundby. Das Ergebnis

soll eine noch schnellere und verlässlichere Lieferung

maßgeschneiderter Blankstahlprodukte

sein. Die Niederlassungen sind Steeltecs-Bindeglieder

zwischen der Blankstahlproduktion in

den Werken in Deutschland sowie der Schweiz

und dem skandinavischen Markt. „Kein anderer

Stahlanbieter schafft es wie wir, innerhalb von

zwei Tagen eine Bestellung über mehrere Tonnen

Stahl direkt ab Stahlwerk abzuwickeln“, so

kommentiert der neue dänische Sales Manager

Brian Nielsen (l.) die Position seiner Niederlassung.

Brian Nielsens schwedischer Kollege

Fotos, 2: Steeltec

Johan Thyni (r.) ergänzt: „Dabei liefern wir kundenspezifisch

maßgeschneiderte Spezialstahllösungen

und bieten Service in höchster Qualität

direkt vor Ort.“

Jörg Feger

wurde mit Wirkung

vom 26.7.19 Gesamtprokura

für die BDS

AG – Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

verliehen. Die Eintragung

im Handelsregister

beim

Amtsgericht Düsseldorf

fand am 31.7.19 statt. Jörg Feger ist seit

16 Jahren beim BDS beschäftigt und steht als

Bereichsleiter Research den Akteuren der

Stahlbranche für Marktfragen zur Verfügung.

Foto: BDS

Paul Belche

ist Ende Juni gestorben. Der Stahlmanager

wurde 67 Jahre alt. In Luxemburg geboren,

war er über mehrere Stationen in der Arcelormittal-Gruppe

2005 zur Dillinger Hütte

gekommen. Als deren Vorstandsvorsitzender

hatte er bis 2011 zahlreiche Entscheidungen

getroffen, die der Wettbewerbsfähigkeit der

saarländischen Stahlindustrie gedient haben.

Das machten zahlreiche Nachrufe auf den

Verstorbenen deutlich, der einst in Aachen

Eisenhüttenkunde studiert hatte.

Helmut Uebbing

ist tot. Der Fachjournalist für montannahe

Themen starb in diesem Frühsommer im

Alter von 93 Jahren. In Fachkreisen bekannt

wurde der gebürtige Essener vor allem als

langjährig in Düsseldorf stationierter Wirtschaftskorrespondent

der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung. Rund drei Jahrzehnte berichtete

er für die FAZ von Rhein und Ruhr. Dafür

begleitete er sprachgewaltig auch zahlreiche

stahlwirtschaftliche Unternehmen mit fachlich-kritischer

Distanz.

Stahlreport 9|19

5


Stahlhandel

Berichte

Ganzheitliche

Anlagenkonzeption:

Ausrüstung eines

Bestandsgebäudes

mit ca. 160 m²

beheizter Fläche mit

zehn Lotter-Geosonden

und einer

drehzahlgeregelten

Wärmepumpe

(1-9 KW). Die Bohrarbeiten

und der

Einbau konnten an

einem Vormittag

ausgeführt werden.

Fotos: Gebr. Lotter KG

Gebr. Lotter KG: maßgeschneiderte Komplettlösung zur Erdwärme-Nutzung

Geosonde – effiziente Energie aus der Erde

Knapp 40 % der neugebauten Wohnhäuser in Deutschland nutzen zum Heizen und Kühlen dem

Umweltbundesamt zufolge bereits Umgebungswärme aus Erdreich, Grundwasser oder Umgebungsluft

– und damit eine kostenlose sowie CO 2 -neutrale Energiequelle. Mit der Lotter-Geosonde bietet die

Gebr. Lotter KG eine maßgeschneiderte Komplettlösung für oberflächennahe Geothermie.

Um die Erdwärme des oberflächennahen

Untergrunds für das

Heizen und Kühlen nutzbar zu

machen, wird die Wärme des Erdreichs

über Erdsonden, Erdwärmekollektoren

oder Erdwärmekörbe

zunächst einer Wärmepumpe zugeführt,

die die Wärme auf ein für

Gebäude nutzbares Niveau hebt. In

Zusammenarbeit mit erfahrenen Erdwärme-

und Wärmepumpenspezialisten

sowie den Genehmigungsbehörden

bietet die Lotter-Gruppe in

Kooperation mit der Geopunkt Bohrtechnik

GmbH „maßgeschneiderte

und sichere Komplettlösungen“ zur

Nutzung oberflächennaher Geothermie

an. Anwender können mit dieser

Lösung von einfachen Genehmigungsverfahren

sowie dem attraktiven

KfW55-Standard proftieren,

mit dem die Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW) seit 2016 Häuslebauer

fördert, die entsprechende

Energieeffizienz-Technolgien einbauen.

Vorteile gegenüber

Flächenkollektoren

Die Lotter-Geosonde aus Betonstahl

wird in Tiefen von ca. 4 bis 8 m unter

die Geländeoberkante eingebaut. Sie

bietet damit Vorteile gegenüber Flächenkollektoren,

die in ca. 1,5 m Tiefe

auf einer vergleichsweise viel größeren

Fläche verlegt werden müssen. Zudem

sind die Temperaturen im tieferen

Untergrund wesentlich höher. So kann

ein herkömmlicher Flachkollektor im

Winter lediglich Untergrundtemperaturen

von 4 bis 7 °C nutzbar machen.

Die Geosonde erschließt dagegen deutlich

höhere Temperaturen von 9 bis

11 °C. Die Betriebskosten können

laut Anbieter daher um ca. 12 bis 20 %

gesenkt werden. Die Temperaturen

lägen im Winter mit 9 bis 11 °C sogar

deutlich höher als im Sommer mit

7 bis 9 °C. Die Lotter Geosonde

erschließe damit sowohl die höchsten

Wintertemperaturen zum Heizen und

im Sommer die niedrigsten Untergrundtemperaturen

zum Kühlen.

Größere Wärmetauscher-Fläche

Die Lotter-Geosonde besitzt aufgrund

des im Vergleich zu herkömmlichen

Erdwärmesonden größeren Durchmessers

eine wesentlich größere

Wärmeaustauscherfläche je Meter

Einbaulänge. So erreiche sie einen

effektiveren Anlagenbetrieb und eine

Optimierung des Erdwärmetauschersystems.

Für die Lotter-Geosonde wird ein

hochwertiges 5-schichtiges Systemrohr

DUOPEX S5 der Roth Werke

GmbH verwendet. Dieses wird in

einem patentierten Produktionsverfahren

hergestellt und erfüllt höchste

Anforderungen bei maximaler Beanspruchung.

2

[ kontakt ]

GEBR. LOTTER KG

71631 Ludwigsburg

Tel. +49 7141 406-768

Mail: betonstahl@lotter.de

6 Stahlreport 9|19


Kooperation von Karsten Stahlhandel und abas Software

Neues ERP-System soll

Stahlhandel besser abbilden

Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Gängige ERP-Lösungen für den mittelständischen Stahlhandel bilden branchenspezifische Prozesse

teilweise nicht zufriedenstellend ab, so eine Analyse der abas GmbH & Co. KG gemeinsam mit der

Karsten Stahlhandel GmbH. Um diese Lücke zu schließen, entwickeln die beiden Unternehmen

gegenwärtig gemeinsam eine neue ERP-Lösung, mit dem Ziel, stahlhandelsspezifische Abläufe

besser zu integrieren. abas STAHL befindet sich gegenwärtig in der Testphase und richtet sich

vornehmlich an den mittelständischen Stahlhandel.

Während die Digitalisierung im

Stahlhandel vornehmlich auf Konzernebene

Tempo aufnimmt, sind sich

„viele mittelständische Unternehmen

zwar der Vorteile von Industrie 4.0

bewusst, wissen diese für das eigene

Geschäft aber noch nicht effektiv umzusetzen“.

Zu diesem Ergebnis kam

Anfang 2017 eine Studie des Stahlhandelshauses

Günther + Schramm.

„Mittelstand fehlt

passende ERP-Lösung“

Eine der Voraussetzungen für eine

erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprojekten

im mittelständischen

Stahlhandel ist eine an die spezifischen

Prozesse und Abläufe der

Branche angepasste ERP-Lösung. Während

Konzernunternehmen im Stahlhandel

in der Regel auf großskalierte

Software wie SAP oder Microsoft Dynamics

AX setzen, ist laut eigener Einschätzung

von Karsten Stahlhandel

und abas bei rund 60 % von über 170

Stahlhändlern ERP-Software im Einsatz,

die 20 oder mehr Jahre alt ist.

Rund 40 % der Befragten haben angegeben,

auf der Suche nach einem neuen

und besser passenden ERP-System zu

sein.

Keine Kapazitätsprobleme

Die 1980 in Karlsruhe gegründete abas-

Gruppe ist ein international tätiger

ERP-Anbieter, der sich auf Lösungen

für die mittelständische Fertigungsindustrie

konzentriert. Mit global über

1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

und sieben Standorten in Deutschland

profitieren derzeit über 3.300

Kunden sowohl von niedrigen Gesamtkosten,

dem Know-how des weltweiten

Partnernetzwerks sowie einer hohen

Lieferstärke. abas ERP ermöglicht Kun-

den eine individuelle Anpassung der

Geschäftslogik sowie der Programmoberfläche

bei gleichzeitiger Upgradefähigkeit.

Mit dem Portfolio von abas

ERP können mittelständischen Unternehmen

ihre Digitalisierungsstrategie

zukunftssicher umsetzen, so das Unternehmen.

Software- und Stahlhandels-

Know-how vereint

Für die Abbildung stahlhandelsspezifischer

Prozesse in der neuen ERP-

Lösung hat die Grevenbroicher Karsten

Stahlhandel GmbH ihr Knowhow eingebracht

hat. abas ERP mit replizierbaren

Spezifika der Stahlbranche

berücksichtigt unter anderem branchenspezifische

Geschäftsfälle und

Stahlspezifische Kriterien

Verkaufs- und Einkaufseinheiten mit automatischer Umrechnung

Restmengenverwaltung für einen optimalen Abverkauf und für

reduzierte Schrottausbuchungen

Intelligentes Preissystem vereinfacht die mehrstufige

Preisberechnung

Chargengebundene Artikelführung und automatische Zuordnung

von Zeugnissen pro Auftragsposition

Mehrstufige interne Anarbeitung

Mehrstufige externe Anarbeitung (Zukauf)

Einstufige Anarbeitung von Lagerartikeln (z.B. Verzinkung) zur

Steuerung von externen Veredelungsschritten: die Fremd leistungen

werden automatisch auf den Produktwerk aufgeschlagen

Hochregallageranbindung

Lagerbewertung – es wird weniger eingekauft als verkauft

Es wird etwas anderes verkauft als eingekauft

(Lager- und Zukauf veredelt)

Stammdaten in Excel zur individuellen Erweiterung

Zukaufgeschäft aus der Auftragszeile

Deckungsbeitragskorrektur im Zukauf bei abweichender

Mengenlieferung im Einkauf

Fertigungsrückmeldung im Auftrag je Arbeitsstation

Integration vorkonfigurierter Stammdaten

Buchungen. So ist die neue Lösung in

der Lage, nach Ein- und Verkauf differenzierte

Artikelnummern automatisiert

miteinander zu verknüpfen, mehrstufige

Anarbeitungen zu buchen sowie

durchschnittliche Einkaufspreise permanent

anzupassen.

Weitere Ziele des neuen ERP-Systems

sind die Verbesserung des Alleinstellungsmerkmals

(USP) des einsetzenden

Unternehmens, effizientere und

transparentere Prozesse, verbesserte

Kunden-Auswertungen auf Basis von

Business Intelligence, eine vollständige

digitale Integration aller Schnittstellen

sowie die Anpassung der Software an

individuelle Nutzer bei zugleich hoher

Zukunftsfähigkeit durch garantierte

Upgradefähigkeit. 2

abas ERP STAHL

Ja

Ja

Ja

Ja (automatischer

Versand mit DMS)

Ja

Ja

Extern Lager

(ein- und

mehrstufig)

Schnittst. möglich

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

[ kontakt ]

abas GmbH & Co. KG

Sven Hartmann

Geschäftsführer

76135 Karlsruhe

Tel. +49 721 96723-0

sven.hartmann@

abas.de

www.abas-erp.com

Karsten Stahlhandel

GmbH

Iris Karsten

Geschäftsführerin

41515 Grevenbroich

Tel. +49 2181 2260-00

iris.karsten@

karstenstahl.de

www.karstenstahl.de

Stahlreport 9|19

7


Stahlhandel

Bericht

Einen Draht zum Stahlhandel – Westerhoff & Schaub Consulting

Beraten auf Augenhöhe

Von der Kostenstruktur bis zur strategischen Ausrichtung: Bei komplexen

Fragestellungen kann ein Blick von außen dabei helfen, Probleme zu

diagnostizieren und – vor allem – Ansätze zur Lösung aufzeigen. Eine

erfolgreiche Beratung steht und fällt dabei mit der Nähe des Beraters

zur Kundenbranche – und dem Fingerspitzengefühl für das Zwischenmenschliche.

Für die Westerhoff & Schaub Consulting GmbH, spezialisiert

auf Unternehmen des Stahlhandels, ist eine gute Beratung immer eine

„Beratung auf Augenhöhe“.

Klassische Unternehmensberatungen können oft

nicht genügend Nähe zum Kunden und zur Kundenbranche

aufbauen. Im schlechtesten Fall analysieren teure Berater

und Beraterinnen in aufwendigen Erhebungsverfahren

Geschäftsprozesse und Organisationsstrukturen und geben

am Ende einen zwar detaillierten Bericht – erfassen die

Spezifika und Feinheiten des Unternehmens und der Branche

aber nicht adäquat. Unternehmen, Management und

Mitarbeiter bleiben dann letztlich mehr oder weniger

ratlos mit der Frage zurück, wie nun konkret gehandelt

werden sollte.

Tiefe Kenntnis des operativen Geschäfts

Für eine gute Beratung muss man jedoch nicht nur sein

Handwerk beherrschen, sondern auch Kunden gut kennen.

Speziell auf den Stahlhandel ausgerichtet,

bietet die Westerhoff & Schaub

„Wir beraten sehr vertriebsorientiert

mit dem zertifizierte Beratungsdienstleistun-

Consulting GmbH seit über 25 Jahren

Ziel der unmittelbaren gen in der Branche. Ob eine Schulung

operativen Umsetzbarkeit des Vertriebsteams, eine Analyse der

unserer Ergebnisse. Unsere Beschaffung oder der Kostenstruktur

Arbeitsergebnisse sind – die Tätigkeitsschwerpunkte des spezialisierten

Beratungsunternehmens

grundsätzlich messbar.“

sind vielfältig. Besondere Expertise

Rainer Westerhoff

hat das derzeit mit vier Mitarbeitern

agierende Unternehmen mit Sitz in

Mülheim in den Bereichen Strategie, Vetrieb, Beschaffung,

Führung und Organisation.

Weiteres profundes Stahlhandels-Knowhow hat kürzlich

Oliver Schaub, neben Westerhoff heute zweiter

Geschäftsführer des Beratungsunternehmens, eingebracht.

Als langjährige erfolgreiche Führungskraft im Stahlhandel

– unter anderem als Marketingleiter der Spaeter-Gruppe,

als Niederlassungsleiter bei der ArcelorMittal Stahlhandel

GmbH sowie als Geschäftsführer des Spaeter-Hauses

Hannover und der ESH EURO STAHL-Handel GmbH & Co.

KG – kennt Schaub den Stahlhandel – und auch die Sicht

der Stahlproduktion – in all seinen Facetten und Besonderheiten.

Vor allem das operative Geschäft hat den Manager

geprägt: In über zwei Jahrzehnten hat er Unternehmen

Experte für die Analyse von Geschäftsprozessen im

Stahlhandel: Rainer Westerhoff, Gründer und Geschäftsführer

Westerhoff & Schaub Consulting

im Stahlhandel als Führungskraft auch durch schwierige

Zeiten hindurch gesteuert und Erfahrungen mit Restrukturierungsmaßnahmen

gesammelt. Damit ist Schaub in

der Lage, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines

Stahlhandelsunternehmens auf allen Ebenen auf Augenhöhe

zu sprechen.

Gut beraten ist gut kommuniziert

Für Unternehmen ist ein Beratungsprojekt oft eine sensible

Angelegenheit – schließlich geht es um interne Abläufe

und Prozesse. Wie eine Beratung aber konkrekt aussieht,

welchen Umfang sie hat und um welche Themen es dabei

geht, hängt immer von der individuellen Fragestellung

ab. „Generell ist zu beobachten, dass die Marktanforderungen

immer schwieriger werden“, erläutert Oliver

Schaub. Verdrängungswettbewerb, Globalisierung, Auswirkungen

der geopolitischen Lage auf die Märkte, Digitalisierung

– das sind nur einige Stichworte der aktuellen

Herausforderungen.

8 Stahlreport 9|19


Umfangreiche operative Erfahrung als Führungskraft im

Stahlhandel: Oliver Schaub, Geschäftsführer Westerhoff &

Schaub Consulting

Um einen individuellen, zielorientierten Lösungsansatz

zu entwickeln, analysieren die Experten von Westerhoff

& Schaub Consulting zunächst in Interviews die Prozesse

des Unternehmens. „Die Aktzeptanz des Kunden hat für

uns einen hohen Stellenwert. Wir legen viel Wert darauf,

die betroffenen Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter abzuholen und mitzunehmen. Denn nur dann

kann eine echte Veränderung herbeigeführt werden“,

betont Rainer Westerhoff.

Auf Basis der erhobenen Daten entwickeln Westerhoff

und Schaub geeignete Handlungsstrategien, um die identifzierten

Problemzonen anzugehen.

Belastbare Aussagen mit dem PROFITguide

Ein wichtiges Instrument – und ein Alleinstellungsmerkmal

im „Beratermarkt Stahlhandel“ – ist der von Rainer Westerhoff

selbst entwickelte und über viele Jahre immer

weiter optimierte „PROFITguide“ – ein umfassendes Analysetool,

mit dem von der Ermittlung

jeweiliger Umsatzrenditen auf Kundenbasis

bis zur Simualtion von Preisund

Mengenvariationen belastbare uns dabei, Maßnahmen

„Oberste Prämisse ist für

Aussagen zur internen Kosten- und zu entwickeln, die sich

Leistungsstruktur speziell in Unternehmen

des Stahlhandels getroffen

sofort umsetzen und auch

messen lassen“

werden können. Der Profitguide bietet

Oliver Schaub

eine Grundlage für eine strukturierte

Problemanalyse:

z Zuordnung der direkten und indirekten

Kosten auf Kundenebene auf Basis der Positionen

als treibender Kostenfaktor

z differenzierte Kundensegmentierung und Transparenz

der Segmente nach Ertrags- und Verlustlage

z differenzierte Analyse der Kundensegmente nach Produktgruppen

(Produktbetrachtung)

z Ableitung von konkreten Maßnahmenplänen für den

Vertrieb (Handhabung der „Defizitären Groß- und Kleinkunden“

als Beispiel)

z Kontrolle der Veränderungen (Messbarkeit der Maßnahmen),

Kostentransparenz, Ertragstransparenz, Prozesstransparenz

„In den Profitguide sind unsere langjährigen Erfahrungen

in der Branche eingeflossen. Auf seiner Grundlage können

wir solide, praxisgerechte Aussagen treffen und haben

eine Basis dafür, entsprechende Handlungsmaßnahmen

zu empfehlen – wie die kluge Handhabung von Kleinlosen

bei Großkunden, um ein aktuell relevantes Thema zu nennen“,

so Rainer Westerhoff. 2

[ kontakt ]

Westerhoff & Schaub Consulting GmbH

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Stahlhandel

Bericht/Nachrichten

Foto: Gnther + Schramm

Stahlhandel im Wandel

Systemdienstleister als strategische

Partner der verarbeitenden Industrie

Die Anforderungen an Partner und Zulieferer steigen, auch aufgrund kleiner werdender

Losgrößen, stetig. Kerngeschäft des Metall- und Stahlhandels ist längst nicht mehr nur der

Handel, sondern ebenso der Zuschnitt und die Anarbeitung von Halbzeugen. Damit wird

der Händler immer mehr ein aktiver Teil der Wertschöpfungskette, statt nur Zwischenstation

im Beschaffungsvorgang zu sein. Doch wie können Stahl- und Metallhändler die Industrie

darüber hinaus dabei unterstützen, Prozesse zu verschlanken, wettbewerbsfähig zu bleiben

und die Finanz- und Unternehmenskennzahlen zu optimieren?

[ Kontakt ]

Günther + Schramm

GmbH

73447 Oberkochen

Tel. +49 7364 24-0

www.gs-stahl.de

Unternehmen verstehen ihren

Stahl- und Metalllieferanten heute

zunehmend als strategischen Partner,

der eine auf sie individuell

zugeschnittene Versorgung mit

Materialien und Dienstleistungen

sicherstellen muss. Es reicht längst

nicht mehr aus, dass Händler eine

breite Werkstoffpalette bevorraten

und diese zuverlässig liefern.

Die verarbeitende Industrie

sucht nach Möglichkeiten, die Entwicklung

neuer Produkte zu

beschleunigen, kürzer werdende

Produktionszyklen zu kompensieren

und Kosten zu senken. „Die Aufgabe

der modernen Werkstoffdistribution

ist es, kontinuierlich neue Dienstleistungen

zu entwickeln und

gemeinsam mit den Industrieunternehmen

neue Wege der Arbeitsteilung

zu finden“, erklärt Bernd Seibold,

Geschäftsführer der Günther

+ Schramm GmbH, Systemdienstleister

für Stahl, Edelstahl und Aluminium

in Süddeutschland. „Wir

bieten unseren Kunden zum Beispiel

flexible Konzepte, um sie bei einer

der derzeit wichtigsten Managementaufgaben

zu unterstützen: der Verbesserung

der Kapitalrentabilität“,

erläutert Seibold.

Mit reduzierten Lagerbeständen

zu mehr Kapitalrentabilität

Der Zugang zu Fremdkapital hat sich

in den vergangenen Jahren für viele

Unternehmen deutlich erschwert.

Aufgrund dieser Entwicklung sind

Unternehmen gezwungen, ihr Working

Capital, also ihr Nettoumlaufvermögen,

zu optimieren. Eine Möglichkeit

dazu besteht darin, die

eigenen Lagerbestände zu reduzieren

und an einen Systemdienstleister

auszulagern. „Wir arbeiten als externes

Lager für unsere Kunden, die

ihr eigenes Lager – oftmals inklusive

Sägepark – komplett auflösen. Bei

Bedarf realisieren wir zudem die

Werkstoffanarbeitung, liefern die

konfektionierte Ware just in time in

die Fertigung und verkürzen so die

Durchlaufzeiten in der Produktion“,

erklärt Seibold.

Fehlerquellen durch

Digitalisierung eliminieren

„Wir haben für unsere Kunden bereits

vielfältige Maßnahmen zum Bürokratieabbau

und zur Komplexitätsreduktion

entwickelt, darunter einen komplett

elektronischen Bestell- und

Lieferdatenaustausch, der die potenziellen

Fehlerquellen papiergebundener

oder telefonischer Bestellungen

eliminiert“, erklärt Bernd Seibold. Die

optimierte Abwicklung sorgt nicht

nur für eine Entlastung des Personals,

sondern steigert auch die Effizienz

und minimiert die Prozesskosten.

„Unsere Kunden initiieren eine Bestellung

entweder manuell oder sie erfolgt

automatisch nach Erteilung eines Fertigungsauftrages“,

erklärt Seibold.

In der Branche noch nicht so weit

verbreitet ist die Bestellung über

Onlineportale. Immer mehr Stahl-

10 Stahlreport 9|19


händler bieten aber Onlineshops für

einen einfachen und schnellen

Bestellvorgang an. Darüber hinaus

fungieren Webshops gleichzeitig als

Informationsplattform und automatisieren

verschiedenste Prozesse.

„Wir sehen an den Klickzahlen unseres

Onlineangebotes, dass viele unserer

Kunden dort die Verfügbarkeit

von Produkten prüfen oder Zolltarifnummern

recherchieren“, sagt

Seibold. Die Potenziale seien hier

aber längst noch nicht ausgeschöpft.

Serviceleistungen

zunehmend gefragt

Stärker als das Interesse an Webshops

steigt die Nachfrage seitens

der produzierenden Unternehmen

nach Serviceleistungen ihrer Systemdienstleister,

so das Unternehmen.

„Neben der Anarbeitung gehört

eine ausgefeilte Material- und Prozesslogistik

zu unserem Angebotsspektrum.

Durch Lageroutsourcing,

elektronische Datenverarbeitung

und kundenspezifische Verpackungslösungen

ermöglichen wir

unseren Kunden eine erhebliche

Steigerung der Prozesseffizienz“,

erklärt Bernd Seibold. „Insgesamt

ist davon auszugehen, dass mit der

Digitalisierung in der Stahlindustrie

ein großes wirtschaftliches Wachstumspotenzial

einhergeht, was sich

positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit

auswirkt“, sagt Bernd Seibold mit

Blick auf die Zukunft. 2

Maßarbeit in Stahl für Rollrahmenpresse

Feinkornstahl perfekt im Griff

Für eine Rollrahmenpresse der Wiedenmann-Seile

GmbH hat der Brennschneidspezialist

Jebens Kernelemente der Basiskonstruktion

gefertigt. Die hohe Druckbelastung des

4 m hohen und 2,8 m breiten und 13 t schweren

High-End-Aggregats von 3.193 kN erforderte

für Pressentisch und -einsätze Feinkornstahl

der Güte S690 QL. Materialbedingt

wesentlich höhere Streckgrenzen und Zugfestigkeiten

sowie die von vorgegebenen engen

Toleranzen machten dabei spezifische Anpassungen

beim Schneiden und Richten nötig. So

wurde der Feinkornstahl vor dem Brennschneiden

auf 150 °C vorgewärmt sowie Sauerstoffdruck

und Schnittgeschwindigkeit entsprechend

ausgelegt. Das autogene Brennen

erfolgte mit mehreren Brennern parallel.

Eine besondere Herausforderung bedeutete

das anschließende Richten der 120 mm dicken

Bleche aus hochfestem Stahl mit der Flamme.

Hier war die Kompetenz der Richtmeister bei

Jebens gefragt, um mit der Flamme anhand

genauer Beobachtung der Oberflächenfärbung

und regelmäßiger Messung der Temperatur

den Richtprozess exakt zu steuern.

Seit 2014 arbeitet Wiedenmann mit den Experten

aus Korntal-Münchingen zusammen – nicht

nur für Pressen, sondern auch für andere Sonderkonstruktionen

der eigenen Stahlmanufaktur.

Andere Brennschneidbetriebe konnten die

geforderten engen Lieferzeiten nicht immer leisten,

sodass Volker Kohlhepp, kaufmännischer

Leiter der Stahlmanufaktur und Mitglied der

Geschäftsleitung, damals nach einer Alternative

suchte. Für Jebens sprach Kohlhepp zufolge das

umfangreiche Lager an hochfesten Stählen in

den Dicken von 30 bis 300 mm und der gute

Zugriff auf Walzungen bei Dillinger – dem

Jebens-Mutterkonzern. „Viele unserer Lieferanten

können ab Lager maximal die Güte

S355J2+N liefern. Wir brauchten jedoch für

unsere zunehmend höherfesten Konstruktionen

einen zuverlässigen Lieferanten für die Materialgüten

S690QL und S960QL“, so Kohlhepp.

Bild: Jebens

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Stahlhandel

Bericht/Nachrichten

International im Rohrmarkt aktiv

Zehn Jahre PURES-tubes

Das Nürnberger Vertriebsbüro

PURES-tubes (PURchasing and salES) feiert

in diesem Jahr sein zehnjähriges

Bestehen. Seit der Gründung 2009 versorgt

das international tätige Unternehmen

Kunden mit Präzisionsrohren und

Fittings für serielle und mittlere Bedarfe.

Je nach Möglichkeit werden auch Anfragen

mit kleineren Bedarfen bearbeitet.

Klöckner & Co SE

Markt belastet Q2-Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBITDA) der Stahl- und Metalldistributionsgruppe

Klöckner lag im zweiten Quartal 2019 mit 51 Mio. € vor

wesentlichen Sondereffekten unterhalb des Vorjahreswertes von

85 Mio. €. Während Klöckner & Co im gleichen Vorjahreszeitraum

von einem sehr positiven Marktumfeld profitieren konnte, wurde das

Ergebnis diesmal durch negative Preis- und Mengeneffekte belastet.

Das Konzernergebnis belief sich auf 28 Mio. € – nach 33 Mio. € im

Vorjahresquartal.

Weiter auf einem guten Weg

sieht sich Klöckner & Co bei der digitalen

Transformation, sagte CEO Gisbert

Rühl bei der Präsentation der

Zahlen Anfang August. Als Folge stieg

der über digitale Kanäle erzielte

Umsatzanteil im 2. Quartal 2019 auf

29 % (Q2 2018: 20 %). Nach dem Einstieg

in das Beratungsgeschäft konnte

die Digitaleinheit kloeckner.i ein erstes

größeres Beratungsprojekt mit

einem DAX-30-Unternehmen erfolgreich

abschließen, so Rühl weiter.

Auch die von Klöckner & Co initiierte

unabhängige Industrieplattform XOM

Materials entwickele sich weiter

erfolgreich. Es konnten bereits 34

Händler und über 300 Kunden für die

Plattform gewonnen werden, darunter

ein weiterer großer internationaler

Stahlproduzent.

Für den weiteren Jahresverlauf

erwartete Rühl Belastungen aus einer

rückläufigen Nachfrage – insbesondere

aus der europäischen Automobil-

und Maschinenbaubranche.

Zudem würden die negativen Preiseffekte

in den USA voraussichtlich

höher ausfallen als ursprünglich

erwartet.

Bereits Ende Juli hat die Klöckner &

Co SE bekanntgegeben, ihr Führungsteam

neu aufzustellen. So hat

Jens Wegmann, Vorstand der Klöckner

& Co SE, das Unternehmen zum

31. Juli 2019 im Einvernehmen mit

der Gesellschaft verlassen. Seine

Aufgaben als COO werden in den

USA von John Ganem und in Europa

von Gisbert Rühl übernommen. Dr.

Oliver Falk übernimmt die Funktion

des CFO, die übergangsweise vom

Vorsitzenden des Vorstands, Gisbert

Rühl bekleidet wurde.

Der Konzernvorstand von Klöckner

& Co SE besteht somit zukünftig

aus Gisbert Rühl, Vorsitzender des

Vorstands und CEO Europa, Dr. Oliver

Falk, CFO, sowie John Ganem,

CEO Americas. Im Zuge der Neuaufstellung

des Vorstands wurde zudem

eine weitere Dezentralisierung der

Aktivitäten beschlossen. Mit diesem

Schritt will das Unternehmen die

unterschiedlichen Strukturen in den

Ländern noch stärker organisatorisch

berücksichtigen und in den Konzerngesellschaften

ein noch eigenständigeres

und unternehmerisches Handeln

fördern, hieß es dazu. 2

Bis etwa 2015 wurden nahezu 69 % der

Waren nach USA, 20 % nach Südeuropa

und 11 % nach Deutschland geliefert. Ab

2016, mit der Konzentration auf An- und

Verarbeitung sowie Fittings, verschob

sich der Umsatz nach Regionen für

Europa auf 60 % (hierbei besonders

Österreich, Portugal, Polen, Ungarn) und

für Deutschland auf 40 %. Pures-tubes

sieht sich in den Branchen Industrieanlagen/Maschinenbau

(mit einer Umsatzsteigerung

von 19 % auf 30 %), im

Bereich Energie, Wärmeanlagen, Pneumatik

und Hydraulik (von 28 % auf 45 %)

gut positioniert.

Das hat dem Unternehmen zufolge damit

zu tun, dass man sich auf die Beschaffung

nicht nur von Standards sondern

auch von Spezialitäten ausgerichtet hat.

Das Segment Sonstige Anwendungen

(unter anderem Bau- und Möbelindustrie)

ist über die Jahre mit 10 % gleich groß

geblieben. Im Bereich Automotive ist

durch das Auslaufen von Großaufträgen

besonders für die USA der Umsatzanteil

von 43 % auf 15 % zurückgegangen.

Für 2019 verzeichnet Pures-tubes im

Branchensegment Automotive bereits

heute einen doppelt so hohen Umsatz

wie in 2018. „Natürlich wollen wir in

allen Branchenbereichen nach wie vor

unsere Kunden mit fairen Preisen, gutem

Service und transparenten Abläufen (Prozessen)

bedienen und viele neue Kunden

dazu gewinnen“, so Firmenchef Holger

Villnow. Seit drei Jahren richtet er sein

besonderes Augenmerk auf den Energiebereich.

„Die Metallbranche muss sich

vor allem den Umweltanforderungen in

Europa und der Welt stellen. Energie und

Automotiv sind bekannter Weise die

herausragenden Themen der Zukunft“, so

Villnow.

12 Stahlreport 9|19


Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

Quelle: Nordwest

„Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“-Bewertung und

„Top-Company“-Siegel für Nordwest

Ausbildungskonzept kommt an

Nordwest als Arbeitgeber ausgezeichnet

Bereits zum siebten Mal in Folge hat

die Nordwest Handel AG das begehrte Siegel

„Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“

erhalten. Insgesamt 5.652 Auszubildende

und duale Studenten aus 145 Betrieben in

Südwestfalen haben dieses Jahr an der anonymen

und unabhängigen Umfrage der

Ertragswerkstatt GmbH teilgenommen.

Nordwest erzielte dabei ein sehr gutes

Ergebnis und reiht sich in die 25 % der am

besten bewerteten Unternehmen ein. „Dass

wir das Siegel nun zum siebten Mal in Folge

bekommen haben, zeigt, dass unser Ausbildungskonzept

den Nerv der jungen Leute

trifft und unsere zukünftigen Fachkräfte gut

auf ihre späteren Aufgaben bei uns vorbereitet“,

freut sich Ann-Christin Schmitz,

Ausbildungsverantwortliche bei Nordwest.

Bestätigt werde das Konzept aber auch

immer wieder durch die sehr guten Ergeb-

Markmiller feiert Jubiläum

150 Jahre Stahl- und Eisen-Knowhow

nisse, welche die Nordwest-Auszubildenden

bei ihren Abschlussprüfungen vor der IHK

erzielen.

Nordwest hat zudem das Siegel der Online-

Bewertungsplattform von Arbeitgeber

Kununu in diesem Jahr erstmalig erhalten

und gehört damit zu einem Kreis von rund

5 % aller auf Kununu genannten Unternehmen,

die dieses Siegel tragen dürfen. „Uns

ist es als Arbeitgeber wichtig, unseren Mitarbeitern

mit Wertschätzung zu begegnen,

den Einzelnen und seine Stärken zu fördern

sowie Erfolge gemeinsam zu erzielen und

diese auch gebührend zu feiern. Wir freuen

uns sehr, dass unsere Mitarbeiter mit Ihrem

Feedback viele dieser Themen bestätigen

und fast 95 % uns weiterempfehlen“,

beschreibt Christian Scherpner, Hauptbereichsleiter

Personal, die Bedeutung der

Auszeichnung für Nordwest.

Die W. Markmiller oHG mit Sitz in Rennertshofen hat im Juli ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert.

Das 1869 gegründete Familienunternehmen hatte dazu rund 270 Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden,

aktive Mitarbeiter wie Pensionäre sowie Freunde zur Geburtstagsparty eingeladen. Firmeninhaberin

und Geschäftsführerin Ulrike Lenz und Tochter Monika Heinzlmeir begrüßten die Gäste. Ulrike

Lenz hob in ihrer Ansprache die Loyalität ihrer Mitarbeiter hervor, die zum Erfolg beigetragen und an

der langen Unternehmensgeschichte mitgewirkt hätten, berichtete die Augsburger Allgemeine.

„Bei Markmiller wird Herzlichkeit gelebt. Ulrike Lenz und ihr Ehemann Hans verkörpern die kaufmännischen

und menschlichen Werte, wie sie nur in einem Familienunternehmen zu finden sind“,

sagte Dr. Christoph Grote vom Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler.

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von der einzelnen Tafel

über Pakete bis hin zur

kompletten Ladung

Dem Unternehmen gratuliert hat auch Jörg Feger vom Bundesverband Deutscher Stahlhändler

(BDS): Bei Markmiller als verlässlichem Partner fühle sich der Kunde immer gut aufgehoben. Weiterer

Gratulant war auch der Bürgermeister von Rennertshofen, Georg Hirschbeck, der bei Markmiller

selbst seine ersten Berufsjahre als damaliger Lehrling zum Groß- und Außenhandelskaufmann

verbracht hatte.

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Stahlreport 9|19

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Stahlhandel

Bericht

Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Softskills und Kommunikation werden noch wichtiger

Führen in digitalen Zeiten

Der Stahlhandel versteht sich als integrierter Wertschöpfungspartner zwischen herstellender und verarbeitender

Stahlindustrie. Die Digitalisierung hat damit eine besondere Bedeutung und wenn die digitale Transformation

im Stahlhandel noch im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen in den Startlöchern verortet wird, bedarf es

deshalb insbesondere heute Strategien, wie dieser Prozess zu gestalten ist. Ein Beitrag von Claus Pels-Leusden,

Partner bei der Personalberatung De Causmaecker GmbH, House of Consultants.

Grafiken: RWTH Aachen; Claus Pels-Leusden

Chancen und Risiken der Digitalisierung

müssen erkannt werden,

und Informationen sind derart nutzbar

zu machen, dass diese nachhaltig

den Kundennutzen für die Organisation

steigern. Es geht darum, die

richtigen Dinge zu tun und die Dinge

richtig zu machen.

Es stellt sich die Frage nach dem

„was“ und „wann“ etwas zu unternehmen

ist, bevor das „wie“ geklärt

wird. Die Studie „Digitalisierung im

Branchenfokus Stahl- und Metallhandel“

des Fraunhofer-Instituts für

Produktionstechnik und Automatisierung

(IPA) 1 zeigt klar die Ausrichtung

des Stahl- und Metallhandels:

Ein Ergebnis der Studie ist,

dass Digitalisierung und Industrie

4.0 im Stahlandel als Werkzeug zur

Bewältigung aktueller und künftiger

Herausforderungen erkannt werden.

Als Beispiele für anstehende Aufgaben

gelten: gesellschaftliche Herausforderungen,

der Fachkräftemangel,

Wettbewerbsvorteile, Kundenbindung,

Verschlankung von Geschäftsprozessen,

Produktivitätssteigerung

und Prozessstabilität, Qualität und

Kosten generell. Schwierigkeiten bei

Digitalisierungsprojekten sehen die

Unternehmen der Branche in der

Kosten/Nutzen-Abwägung sowie in

der Akzeptanz der Mitarbeiter.

Vor allem bei den Werkern sieht

die Fraunhofer-Studie eine geringe

Akzeptanz gegenüber den neuen

Entwicklungen, während in der Führungsebene

demnach bereits heute

eine größere Zustimmung herrscht.

Die Vier Komponenten von Führung und Innovation im Digitalen zeitalter Abb. 1

Insb. Fähigkeit zum Aufbau

vernetzter interner und

externer Strukturen

Insb. Fähigkeit zu Entwicklung und Einführung

neuer digitaler Geschäftsmodelle

Insb. Fähigkeit zur Schaffung einer

innovationsfreundlichen Unternehmenskultur

Insb. Fähigkeit zum Aufbau

„smarter“ Prozesse auf Basis

fortgeschrittener Analytik und

iterativer Optimierung

Eine Herausforderung für den Stahlhandel

besteht damit in der Entwicklung

der vier Komponenten von Führung

und Innovation im digitalen

Zeitalter (Bild 1).

Sechs Thesen zur Diskussion

Der Bundesverband Deutscher

Unternehmensberater BDU e.V. hat

in seinem Positionspapier zum

Thema „Führen in digitalen Zeiten“

sechs Thesen entwickelt (Bild 2).

Diese sechs Thesen bieten sich

als ein Fahrplan für die Gestaltung

des digitalen Transformationsprozesses

für Unternehmen an und werden

im Folgenden zur Diskussion

gestellt.

These 1: Führungskräfte müssen

Lösungen für die digitale Welt

schaffen.

Ausgangsfrage ist, ob ein Unternehmen

bereits eine digitale Strategie

entwickelt hat. Die Unternehmen

des Stahlhandels erwirtschaften ihre

Margen – anders als Start-ups – in

der Regel unter Beibehaltung ihres

klassischen Geschäftsmodells, um

in neue Geschäftsmodelle investieren

zu können. Diese Zweigleisigkeit

– Ambidextrie – der Transformation

ist nicht einfach zu steuern und eine

große Herausforderung.

These 2: Ohne digitalen

Kulturwandel keine digitale

Transformation.

Sieben Kernkompetenzen stehen

stellvertretend für Dynamik und

Geschwindigkeit in Märkten, Prozessen

und Organisationen:

14 Stahlreport 9|19


z vernetztes Denken

z Flexibilität

z Agilität

z Lernbereitschaft

z Spontanität

z Selbstmanagement

z Authentizität

Diese gilt es nach Relevanz und nach

dem Stand der Umsetzung zu bewerten

und erkannte Defizite abzubauen.

Führung in Zeiten der Digitalisierung Abb. 2 3

1 Führungskrafte müssen Lösungen für die digitale Welt gestalten

2 Ohne digitalen Kulturwandel keine digitale Transformation

3 Digitalisierung ist Chefsache

4 Gute Führung kontrolliert nicht, sie dirigiert flexibel und kreativ

5 Neue Kompetenzen brauchen Raum und Pflege – und eine neue Personalpolitik

6 Technologien schaffen Freiraum für Kreativität und Teamgeist

These 3: Digitalisierung ist

Chefsache.

Die Digitalisierung ist weder eine

Ressort-Aufgabe, noch kann sie von

der Unternehmensführung delegiert

werden. Das „was“ und „wann“ ist

Chefsache, das „wie“ kann dagegen

die IT-Leitung entscheiden. Zentrale

Fragen wie nach dem Umgang mit

Daten sowie das Für und Wider einer

persönlichen Kundenbetreung müssen

und können nur von der

Geschäftsleitung beantwortet werden.

Digitalisierung betrifft die

gesamte Belegschaft, sie muss von

allen Mitarbeitern getragen werden

und sollte von allen (vor-)gelebt werden.

These 4: Gute Führung kontrolliert

nicht, sie dirigiert flexibel

und kreativ.

Die Zeiten einsamer Kapitäne sind

vorbei. Wir brauchen auch keine

Visionäre, sondern Manager, die in

der Lage sind, ein Team aufzubauen,

das fähig ist, eigene Ideen zu entwickeln

und diese umzusetzen. Eine

attraktive und förderliche Arbeitsumgebung

wird zur Triebfeder für

den Erfolg, Raum und Zeit lösen sich

zunehmend auf: Mitarbeiter arbeiten,

wann und wo es probat

erscheint. Ergebnisse erhalten Vorfahrt

vor Anwesenheitspflicht und

„Nine-to-Five“-Mentalität.

These 5: Neue Kompetenzen

brauchen Raum und Pflege –

und eine neue Personalpolitik.

Ein hohes Verständnis für Zahlen

und Datenverarbeitung bei gleichzeitig

ausgeprägter Fähigkeit zur

zwischenmenschlichen Kommunikation

heißen die Herausforderungen

der Zukunft. Der Kampf um die

besten Talente ist im vollen Gange.

Es geht aber nicht nur darum, die

besten Talente zu finden und zu

gewinnen, es geht auch darum, diese

zu halten. Das bedeutet: Flexibler

und individueller werden, neue

Arbeitszeitmodelle implementieren,

Mitsprache fördern und Feedbackkultur

stärken.

These 6: Technologien schaffen

Freiraum für Kreativität und

Teamgeist.

Die Skalierungsmöglichkeiten von

Softwarelösungen werden dazu führen,

dass weltweit nur noch mit wenigen

Lösungsanbietern gearbeitet

werden wird: nur mit den Besten.

Es werden sich Standards etablieren,

die die Bedeutung der IT Leitung

wieder sinken lassen und es wird

wieder mehr um das „was“ und

„wann“ als über das „wie“ gerungen.

Ausblick

Es bleibt zu hoffen, dass der Fortschritt

der Technologien nicht dazu

Über den Autor

Claus Pels-Leusden ist Partner der Personalberatung

De Causmaecker & Partner in

Frankfurt a.M. Er hat ein Studium des Bergbauingenieurwesens

(RWTH Aachen, ENSMP,

TU Berlin) absolviert (M.Sc.) und war einige

Jahre in der französischen Industrie (Suez und

Vallourec) tätig. Claus Pels-Leusden war 25

Jahre im Vertrieb, Produktmanagement, Key

Account Management und NBD in den Bereichen

Infrastruktur, Automotive, Energie und

Rohstoffe für die Stahlindustrie tätig, davon

acht Jahre als Mitglied der Geschäftsleitung.

führen wird, dass immer weniger

Menschen immer mehr arbeiten,

damit immer mehr Menschen immer

weniger arbeiten. Vielmehr geht es

darum, frei werdende Zeit sinnvoll

für das gemeinsame Entwickeln

neuer Ideen, Produkte und neuer

Geschäftsmodelle zu investieren –

zum Nutzen der Kunden und damit

zur Wertsteigerung des eigenen

Unternehmens. Die Herausforderung

besteht darin, alle menschlichen Ressourcen

zu nutzen, denn zum ersten

Mal in der industriellen Revolution

wird der richtig ausgebildete Mensch

zum Engpass im Wachstum und

nicht eine Maschine. Deshalb muss

es unser aller Anliegen sein, in die

lebenslange Ausbildung zu investieren,

damit wir die Herausforderungen

gemeinsam meistern. Softskills

und Werte werden gefragter denn je

werden. Und der Mensch bleibt im

Mittelpunkt der Betrachtung. Die

Führung im Stahlhandel ist sich der

besonderen Herausforderungen der

digitalen Zeiten bewusst. 2

Quellen:

1) M. Sc. Florian Schumpp,

Dr.-Ing. Christoph Birenbaum,

Dr.-Ing. Marco Schneider

Fraunhofer-Institut für

Produktionstechnik und

Automatisierung IPA, Stuttgart

2) PD Dr. David Antons, Prof.

Dr. Erk Piening, Prof. Thorsten-Oliver

Salge: Führung

und Innovation in Zeiten der

Digitalisierung, VDMA e.V.

3) Christoph Adamczyk, Matthias

Bäcker, Ottmar Franzen,

Manuel Kreutz, Carsten

Suntrop, Philipp Wächter:

Führung in Zeiten der Digitalisierung,

Bundesverband

Deutscher Unternehmensberater

(BDU) e.V.

Stahlreport 9|19

15


Stahlhandel

Bericht

Die neue Halle des

Köstner Stahlzentrums

Diespeck

nach der Fertigstellung.

Neue Halle in Diespeck

Köstner stellt Erweiterungsbau fertig

Das Köstner Stahlzentrum im mittelfränkischen Diespeck gewinnt dank eines Hallenneubaus

nicht nur zusätzliche Kapazitäten, sondern investiert damit auch in mehr Leistungsfähigkeit und

wirtschaftlicheres Arbeiten.

Unweit des Stammhauses in

Neustadt an der Aisch bedient die

Richard Köstner AG in Diespeck

Kunden aus Industrie und Handwerk,

insbesondere Metallbau, Fahrzeugbau,

Schlossereien, Stahlbau

sowie Maschinen- und Anlagenbau.

Durch die steigende Nachfrage nach

Stahl samt Anarbeitungsprozessen

stieß der Betrieb langsam aber sicher

an seine Kapazitätsgrenzen. Die Fläche

für den Biegebetrieb war zu klein

geworden und es fehlten vor allem

Kommissionierflächen.

Zwei Schiffe für den

Biegebetrieb

Schließlich ließen Geschäftsführer

Dr. Norbert Teltschik und Niederlassungsleiter

Martin Trautner auf

dem Betriebsgelände zwischen

Bahnhofstraße und Aisch einige

ältere Gebäude abreißen und eine

neue Halle mit einem Volumen von

ca. 40.000 m³ errichten. Etwa 10 m

hoch ist der Baukörper an der B470.

Er besteht aus zwei Hallenschiffen

mit 84 bzw. 78 m Länge und einer

Breite von je 25 m.

In diesen Ende 2018 fertiggestellten

Erweiterungsbau zog Anfang

dieses Jahres der Betonstahl-Biegebetrieb

mit vier Krananlagen ein.

Einer war auf dem Betriebsgelände

bereits vorhanden, zwei schaffte

Köstner neu an. Einen Magnetkran

für den Betonstahl-Stabtransport

holte man aus dem Standort Plauen

an die Aisch. Zusammen mit Maschinen

und Technik investierte das

Familienunternehmen ca. 3,8 Mio.

€ in die Maßnahme, die Ende Juni

mit der Fertigstellung der Außenanlagen

abgeschlossen wurde.

Mehr Platz und

besserer Materialfluss

Für Geschäftsleitung und Beschäftigte

liegen die Vorteile auf der Hand.

Mit der zusätzlichen Fläche in der

durch das einfallende Tageslicht hell

und freundlich erscheinenden Halle

verfügt der Betrieb nicht nur über

mehr Platz für kommissionierte

Ware, sondern auch über eine Aufwertung

der Arbeitsatmosphäre und

genügend Raum, um die Abläufe zu

optimieren. Dies bewirkt Zeitersparnis,

bessere Qualität und mehr Kapazität.

Durch die räumliche Trennung

von Wareneingang und Warenausgang

wurde die innerbetriebliche

Logistik wesentlich verbessert, insbesondere

auch in den bereits vorhandenen

Hallen. Dort ist nun genügend

Raum für die gleichzeitige

Bestückung von drei anstatt bisher

nur von einem Lkw. 2

[ Kontakt ]

Richard Köstner AG

91413 Neustadt an der Aisch

Tel. +49 9161 668-0

www.koestner.de

16 Stahlreport 9|19


WIR sind Teil

Ihrer Erfolgsarchitektur.

Kai Michalski, Kundenberater

„Bei großen Bauprojekten erwarten

unsere Kunden auf allen Ebenen

Höchstleistung – von der Qualität

angearbeiteter Stahlprofile oder

montagefertiger Aluminiumbleche

bis zur Fähigkeit, gleichzeitig

flexibel und zuverlässig zu sein.“

www.kloecknerdeutschland.de

WIR machen den Mehrwert.


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Innovationen für die Betonstahl-Branche: die Richtbiegemaschine MSR 25 2BK sowie der Bügelautomat EBA S 16+ ARW 3D mit

Entnahmeroboter von Progress Maschinen & Automation auf der bauma 2019

Fotos: Progress

Progress Maschinen & Automation und bauma

Gemeinsam innovativ

Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Seit 65 Jahren zieht die bauma Besucher und Aussteller gleichermaßen

in ihren Bann. Die größte Messe der Welt konnte im April 2019 mit über

620.000 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Als

Aussteller seit langem dabei: die Progress Maschinen & Automation,

ein Unternehmen der PROGRESS GROUP. Ein Rück- und Ausblick.

[ kontakt ]

Progress Maschinen &

Automation AG

39042 Brixen

Italien

Tel. +39 0472 979100

info@progress-m.com

www.progress-m.com

Das 1961 in Brixen (Südtirol)

gegründete Unternehmen Progress,

aus dem später die Firma Progress

Maschinen & Automation hervorging,

ist seit vielen Jahren Aussteller

bei der weltweit bedeutendsten Fachmesse

der Baumaschinen- und Bergbaumaschinenbranche.

Ben Gorter war schon vor 21 Jahren

auf der bauma, die damals zum

ersten Mal in München Riem stattfand.

Der Area Sales-Manager bei

Progress Maschinen & Automation

erinnert sich: „Die bauma 1995 auf

dem alten Standort habe ich gerade

noch verpasst. Mein erster Besuch

im Jahr 1998 stand noch ganz im

Zeichen des Umbaus. Damals war

die Infrastruktur um das bauma-

Gelände noch nicht fertiggestellt.

Ohne die Parkplätze, die es heute

gibt, brauchten wir ewig bis wir

einen Platz zum Parken fanden oder

von dort ins Hotel kamen.“

Vom kleinen Player zum Vorreiter

Seit seinem ersten Besuch ist der

gebürtige Niederländer Stammgast

auf der bauma. Besonders im

Gedächtnis geblieben ist ihm dabei

die Entwicklung des eigenen Firmenstandes.

„Am Anfang waren wir

im Bereich Betonstahlverarbeitung

ja nur kleine Spieler und hatten dementsprechend

nur einen kleinen

Stand mit wenigen Maschinen.

Heute sind wir Vorreiter.“

Mit den Jahren wuchs der Stand

des Brixner Unternehmens ebenso

wie die bauma selbst. Doch die Fachmesse

und der Maschinenbauer

mussten in ihrer Geschichte auch

Rückschläge einstecken. So geriet

die bauma 1973 in den Strudel der

Rezession. Die bis dahin jährlich

stattfindende Messe fand erst wieder

im Jahr 1977 statt. Und auch Progress

musste aufgrund einer Baukrise

Anfang der Achtziger seine

Firmenstruktur neu ausrichten.

Durch Ehrgeiz und Innovationsgeist

gelang es dem Südtiroler

Betrieb jedoch, die Krise zu meistern.

So brachte die Firma im Jahr 1984

ihre erste Drahtrichtschneidemaschine

mit Rotor- und Rollenrichttechnik

auf den Markt. Drei Jahre

später folgten die ersten frei programmierbaren

Computer. Der Einsatz

für Nachhaltigkeit wurde schon

1987 mit dem Industriepreis für eine

bessere Umwelt in Europa belohnt.

Die bauma 2019

Auch 2019 war Progress Maschinen

& Automation wieder mit einem

18 Stahlreport 9|19


Stand auf der bauma vertreten. Auf

über 500 m² wurde den zahlreichen

Interessierten nicht nur ein Einblick

in die Welt der maschinellen Betonstahlbearbeitung

geboten, sondern

es wurden zugleich kulinarische

Köstlichkeiten aus Südtirol serviert.

Bei Speck, Schüttelbrot und erlesenen

Rot- und Weißweinen ergaben

sich so die idealen Voraussetzungen

für ein erfolgreiches Kundengespräch.

Bereits zwei Wochen vor Messebeginn

waren die Monteure mit

dem Aufbau der Maschinen beschäftigt.

Das Ergebnis konnte sich sehen

lassen: Mit der Präsentation der

Richtbiegemaschine MSR 25 2BK,

dem Bügelbiegeautomaten EBA S

16+ ARW 3D mit Entnahmeroboter,

sowie der Gitterträgerschweißanlage

VGA Versa habe Progress Maschinen

& Automation seinen Ruf als

Innovationsmotor erneut unter

Beweis gestellt.

Mit dem Schalungs- und Entschalroboter

Form Master wurde

auch am Stand der PROGRESS

GROUP Technologie aus dem Hause

Progress Maschinen & Automation

vorgestellt. Zudem ermöglichte es

eine „Multimedia-Stele“, per Video-

Live-Schaltung mit den Kollegen und

Interessenten vom anderen Stand

zu kommunizieren.

Für Ben Gorter war auch die diesjährige

bauma ein Pflichttermin.

„Besonders gut finde ich, dass man

seit ein paar Jahren den Bereich

Betonstahlverarbeitung in einer eigenen

Halle zusammengebracht hat.

So können sich Interessenten viel

einfacher einen Überblick über alle

Angebote verschaffen – gerade weil

Komplettlösungen immer häufiger

gefragt sind.“

Für die Zukunft gerüstet

Auch für die nächsten Jahre stehen

einige Veränderungen an. Wenn die

bauma 2022 erneut ihre Tore öffnet,

wird Progress Maschinen & Automation

bereits das neue PROGRESS

GROUP-Headquarter bezogen haben.

Die Bauarbeiten für den neuen siebenstöckigen

Firmensitz sollen

bereits 2020 abgeschlossen werden.

Mit drei neuen Werkshallen verfüge

das Brixner Industrieunternehmen

künftig über ausreichend Platz

für die Entwicklung und den Bau

neuer Maschinen. Ein wichtiger

bauma-Besucher seit über 20 Jahren: Ben Gorter,

Area Sales-Manager bei Progress Maschinen & Automation

infrastruktureller Schritt, der es Progress

Maschinen & Automation

ermöglichen soll, auch in den nächsten

Jahrzehnten innovative Entwicklungen

auf der bauma präsentieren

zu können. 2

Auf über 500 m² bekamen die zahlreichen Interessenten auf dem

Progress-Stand nicht nur ein Einblick in die Welt der maschinellen

Betonstahl bearbeitung geboten, sondern es wurden zugleich

kulinarische Köstlichkeiten aus Südtirol serviert – beste Voraussetzungen

für ein erfolgreiches Kundengespräch, so das Unternehmen.

Stahlreport 9|19

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachrichten

Bei der Ladungssicherung müssen verschiedenste Faktoren berücksichtigt werden. Dabei gilt es, Fehler zu vermeiden.

Foto: PFEIFER

Pfeifer-Sortiment für sichere Transporte

Null Fehler bei der Ladungssicherung

Richtige Ladungssicherung ist ein häufig unterschätztes Thema. Dabei ist sie für einen sicheren und

effizienten Warentransport unerlässlich. Sie verhindert das Verrutschen, Umfallen, Umherrollen,

Herabfallen und Beschädigen von Bauteilen und Gütern, vermeidet Lärm und sorgt für die Sicherheit

aller Verkehrsteilnehmer. Das Pfeifer-Sortiment für Ladungssicherung unterstützt Anwenderinnen und

Anwender bei einem sicheren Transport.

[ Kontakt ]

PEIFER Seil- und

Hebetechnik GmbH

87700 Memmingen

+49 8331 937-112

www.pfeifer.info

Beim korrekten Verladen und

Transportieren müssen verschiedenste

Faktoren wie Abmaße,

Gewicht, Schwerpunkt, Stapelfähigkeit

und Befestigungspunkte des zu

transportierenden Bauteils sowie

unterschiedliche Verzurrtechniken

berücksichtigt werden. Zahlreiche

Normen, zunehmende Kontrollen

im Straßengüterverkehr und strenge

rechtliche Vorgaben stellen Transportunternehmen

vor zusätzliche

Herausforderungen. Zudem schleichen

sich bei der Sicherung leicht

Fehler ein. Diese können schwere

Folgen haben. Dabei können Fehler

mit wenig Aufwand einfach vermieden

werden – und so für mehr

Sicherheit sorgen. Zudem spart die

Vermeidung von Fehlern Zeit und

Kosten.

Rutschhemmendes

Material verwenden

Eine zu geringe Reibung zwischen

Ladung und Ladefläche oder Verschmutzung

der Ladefläche können

dazu führen, dass die Ladung verrutscht

oder von der Ladefläche fällt.

Alle Flächen sollten daher von

Schmutz und anderen Flüssigkeiten

sowie von Schnee und Eis gesäubert

werden. Zusätzlich sollte auch

rutschhemmendes Material, beispielsweise

die Antirutschmatte der

PFEIFER Seil- und Hebetechnik

GmbH, eingesetzt werden. Mit ihrer

Hilfe wird die Ladung schneller und

effektiver gesichert, da weniger Zurrgurte

verwendet werden müssen.

Zurrmittel vor jeder

Anwendung prüfen

Zurrmittel werden häufig über

scharfe und raue Kanten gespannt

und gezogen. Diese beschädigen oder

zerstören die Zurrmittel sogar. Bei

der Verwendung von sogenannten

„ablegereifen“ Zurrmitteln, deren

Verschleißgrenze also nach DIN

12195-2 bis -4 erreicht oder überschritten

ist, ist eine einwandfreie

Ladungssicherung jedoch nicht

gewährleistet. Eine Kontrolle der

Zurrgurte vor jeder Anwendung ist

daher unumgänglich. Pfeifer- Zurrgurte

sind konform der DIN EN

12195-2 und erfüllen beim Kauf die

Qualitätsanforderungen. Zusätzlich

schonen Kantenschoner die Zurrmittel

und erhöhen dazu die Kraftübertragung.

Passende Lösung für

jeden Anwendungsfall

Der Spezialist für Ladungssicherung

Pfeifer bietet passende Lösungen für

jeden Fall der Ladungssicherung –

ob Diagonal- oder Niederzurren, ob

Zurrkette oder Zurrgurt. Außerdem

unterstützt Pfeifer Kunden bei der

Berechnung und Dokumentation der

Ladungssicherung sowie bei der Realisierung

von Sonderlösungen –

selbst bei kleineren Stückzahlen.

Zudem unterstützt Pfeifer Kunden

über den Kauf hinaus: ob im Service

bei der jährlichen Prüfung durch ausgebildete,

erfahrene Prüfer oder bei

Seminaren, in denen es um korrekte

Ladungssicherungsthemen geht. 2

20 Stahlreport 9|19


Hohe Zugfestigkeit, geringe Dehnung

Hochleistungsfasern für

Schwerlastzurrungen

fehr Lagerlogistik

Logistiklösungen nach Maß

mit Schweizer Präzision

Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Um Wirtschaftlichkeit und Handling

beim Heben und Sichern schwerer

Bauteile und Maschinen weiter zu verbessern,

verarbeitet SpanSet unterschiedlichste

Hochleistungsfasern. Mit

ihren außergewöhnlichen mechanischen

Eigenschaften und ihrem geringen

Gewicht sind sie für die Anschlag- und

Ladungssicherungstechnik besonders

vorteilhaft.

Die Neuentwicklung „MaXafe“ ist ein

Schwerlastzurrsystem aus speziellen

Hochleistungsfasern zum Diagonal- und

Schrägzurren: Das Zurrsystem vereint

extrem hohe Zugfestigkeit mit einer

außergewöhnlich niedrigen Dehnung von

maximal 2 % – laut Norm darf ein Zurrgurt

bis zu 7 % Dehnung aufweisen. Der

neue, nur 55 mm breite Zurrgurt zeigt

dem Unternehmen zufolge dieselbe Festigkeit

wie ein handelsüblicher 75 mm-

Gurt, ist aber aufgrund der Material- und

Gewichtsreduktion leichter und daher

einfacher in der Handhabung. SpanSet

bietet das Schwerlastzurrsystem in zwei

Varianten an: die zweiteilige Variante

mit einer Lashing Capacity (LC) von

5.000 und die im Carlash-System Prinzip

vernähte Variante mit einer Zurrkraft

von 10.000 daN.

[kontakt]

SpanSet GmbH & Co. KG

52531 Übach-Palenberg

+49 2451 4831-0

www.spanset.de

„MaXafe“ von SpanSet: extrem hohe Zugfestigkeit

vereint mit einer außergewöhnlich

niedrigen Dehnung von maximal 2 %

Foto: SpanSet

Moderne Lagerlogistik ist so vielfältig

wie das Lagergut. Von maßgeschneiderten

Systemlösungen bis zur Standardvariante:

fehr-Lageranlagen richten sich nach

den Anforderungen der Kunden. Vom einzelnen,

manuell bedienbaren Lagerturm bis

zur vollautomatisierten Lagerhalle erhalten

Anwender exakt jene Lösung, die sie brauchen,

so das Unternehmen. Entsprechend

den Anforderungen der Branche stellt fehr

in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess

eine hocheffiziente und individuelle

Lagerlösung zusammen, die funktioniert

und individuell zum Unternehmen passt,

wirbt der Lagerspezialist. Auch im Bereich

Retrofit der Anlagen ist fehr ein starker

Partner für komplexe Aufgaben. Für den

Die ZURRPACK GmbH Spezialistin

für Ladungssicherung und Lastaufnahme,

befindet sich auf Wachstumskurs. Mitte des

letzten Jahres haben die Geschäftsführer

Hans-Günter Gaule und Jörg Herkommer

eine Wachstumsstrategie 2021 ins Leben

gerufen, welche dem Unternehmen zufolge

jetzt erste Früchte zeigt. In 2019 konnte bis

jetzt ein Umsatzwachstum von über 10 %

erzielt werden, so das Unternehmen.

Pünktlich zum 35-jährigen Jubiläum verschreibt

sich das Unternehmen zudem einer

neuen Produktstrategie: Neben den Produktlinien

„ZURRPACK Basic“ und „ZURR-

PACK Individual“ soll künftig der Fokus

noch stärker auf spezifischen Sonderlösungen

für die Ladungssicherung und das

Heben von Lasten liegen. Hierfür wurde die

Produktlinie „ZURRPACK Solution“ ins

Leben gerufen.

technischen Service und Support ist ein

umfassend ausgebautes Netz an Stützpunkten

rund um die Uhr verfügbar – ebenso wie

für Original-Ersatzteile. Das Serviceteam

von fehr sorgt mit Erfahrung, Wissen und

hocheffizienter Ersatzteil-Logistik für

höchste Performance über den gesamten

Lebenszyklus jeder fehr Lageranlage.

[kontakt]

fehr Lagerlogistik AG

8406 Winterthur

Schweiz

Tel. +41 (0) 52 260 56 56

www.fehr.net

Zurrpack auf Wachstumskurs

Ladungssicherung und Heben von Stahlelementen

So konnte Zurrpack in der Vergangenheit

bereits zahlreiche Kundenprojekte erfolgreich

abschließen. Unter anderem hat das

Unternehmen für die bessere Transportsicherung

von Stahlrohren ein eigenes

„Buglasching-Netz“ entwickelt, welche das

Wegrutschen von Stahlrohren verhindert.

Zurrpack versteht sich als „One-Stop-

Shop“, wenn es um die Ladungssicherung

geht. Auch für den Bereich Stahl stellt sich

das Sortiment der Schwaben sehr umfassend

dar: Zurrgurte, Zurrketten, Ratschen

mit erhöhter Vorspannkraft, Antirutschmatten,

abriebfeste Gurtbänder und Hebemittel

gehören ins Portfolio.

[kontakt]

ZURRPACK GmbH

Zurrgurte + Hebegurte

89160 Dornstadt

+49 7348 20050

www.zurrpack.eu

Foto: Zurrpack

Zurrpack: umfassendes

Sortiment für

die Ladungssicherung

von Stahl

Stahlreport 9|19

21


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Wiedenmann fertigt

Standard- bzw. kundenspezifische

Rundschlingen und

Hebebänder „Made

in Germany“ nach

höchstem Qualitätsstandard.

Foto: Wiedenmann

Wiedenmann Seile

Textile Anschlagmittel

aus eigener Herstellung

Die Wiedenmann-Seile GmbH ist ein traditionsreicher Spezialist im Bereich der Hebe- und

Steigschutztechnik. Das mittelständische Unternehmen mit seinem Hauptsitz im unterfränkischen

Marktsteft bietet ganzheitliche Dienstleistungs-Lösungen auch für den Stahl- und

Metallhandel an.

[ Kontakt ]

Wiedenmann-Seile

GmbH

97342 Marktsteft

+49 9332 5061-0

www.wiedenmannseile.de

Bei allem technologischen

Fortschritt behält das Unternehmen

immer auch die über 200-jährige

Tradition im Auge. So werden in den

werkseigenen Seilereien auch heute

noch Seile, Taue und Trossen egal

ob Hanf-, Chemiefaser- oder Stahldrahtseile

verarbeitet. Das „Spleißen“,

so wird das Verflechten eines

Tauendes nach traditioneller Handwerkskunst

genannt, ist für die Seiler-Fachleute

der Wiedenmann-Seile

GmbH auch heute noch eine ganz

einfache Übung.

Rundschlingen „Made in Germany“

Auch bei der Herstellung von textilen

Anschlagmitteln hat das familiengeführte

Unternehmen das historische

Wissen um die traditionelle Herstellung

von früher bis heute in die

moderne Gegenwart transferiert. In

den eigenen Nähereien werden bereits

seit den 1970er-Jahren unter anderem

Standard- bzw. kundenspezifische

Rundschlingen und Hebebänder

„Made in Germany“ nach höchstem

Qualitätsstandard hergestellt.

Auch kundenspezifische Spannund

Zurrgurte werden hier gefertigt

– nicht nur zur Ladungssicherung.

Die Stärke von Wiedenmann ist hierbei

die ausgeprägte Flexibilität bei

Lieferzeiten, Stückzahlen und Spezifikation.

Von dem „teilweise ruinösen“

Preiskampf um das billigste Produkt

habe man schon vor langer Zeit

Abstand genommen. Solche vergleichbaren

Standardprodukte werden deshalb

nur zugekauft.

Ganzheitliche Lösungen

aus einer Hand

Der Mut zur Nische hat sich ausgezahlt.

Der Industrie-Betrieb hat für

die meisten seiner Kunden „ganzheitliche

Lösungen aus einer Hand“ parat.

In den meisten Fällen heißt das, dass

Wiedemann am kompletten Prozess

der Wertschöpfung über den gesamten

Lebenszyklus eines Produktes

beteiligt ist: von der Beratung über

die Konzeption zur Produktion und

danach bei Unterweisung, Wartung

und Revision.

Bei der Prüfung, Revision und

Reparatur ist das Unternehmen längst

auch mit Produkten anderer Hersteller

beschäftigt, ebenso beim Verkauf.

Da die vorhanden Wartungs- und

Instandhaltungssysteme am Markt

im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung

dem Unternehmen zufolge

nicht wirklich überzeugt haben,

wurde nach gründlicher Analyse der

eigenen sowie der spezifischen Anforderungen

der Kunden das eigene

Bestands-, Wartungs- und Instandhaltungs-RFID-System

„tagIDeasy“

entwickelt und erfolgreich am Markt

etabliert. Es erleichtert und vereinfacht

vor allem die Handhabung der

jährlichen Prüfungen zur Unfallverhütungsvorschrift

(UVV) immens,

wirbt der Hersteller.

Stahlmanufaktur für

Lastaufnahmemittel

Ein weiteres Geschäftsfeld des Unternehmens

ist die eigene Stahlmanufaktur

(zertifizierter Schweißfachbetrieb

nach DIN EN 1090-2 und DIN

EN ISO 3834-2) und der Fachbereich

Kran- & Hebetechnik. Bestens qualifizierte

Mitarbeiter konstruieren und

fertigen dort neben hydraulischen

Werkstattpressen und bauaufsichtlichem

Stahlbau vor allem kundenindividuelle

Lastaufnahmemittel wie

Lasttraversen, C-Haken, Krangabeln,

Sondergreifer, Ablage- und Transportgestelle

auf höchstem und rechtssicherem

Niveau. Neben Firmen aus

dem Maschinen- und Anlagenbau

setzen auch Betreiber von Kraftwerken

sowie Industriedienstleister auf

das Know-how des unterfränkischen

Spezialisten im Bereich Sonderstahlbau.

2

22 Stahlreport 9|19


Kontinuierliche Ladungsüberwachung auch während der Fahrt

iGurt macht die Ladungssicherung intelligent

Transportschäden durch schlecht gesicherte Fracht sind Alltag

im Transportgewerbe; immer wieder kommt es durch schlingernde

und kippende Lastzüge zu folgenschweren Unfällen und

Schäden an der Ladung. Mit einer intelligenten Ladungssicherung

rückt BPW Bergische Achsen KG einer der Hauptursachen zu Leibe:

Der iGurt kontrolliert und dokumentiert die Spannung des Zurrgurts

und verspricht massive Einspareffekte.

Durch eine intelligente Ladungssicherung will BPW dazu beitragen,

Schadensfälle massiv zu reduzieren und neben den Kosten auch das

Unfallrisiko zu senken: Der „iGurt“ ist ein smartes Sicherungssystem,

das die richtige Vorspannkraft des Zurrgurtes anzeigt und während

der Fahrt laufend überwacht.

Das handliche Gerät lässt sich leicht am Zurrgurt befestigen, so dass

die einmalige Ausrüstung der auf dem Fahrzeug mitgeführten Zurrgurte

schnell erledigt ist, so das Unternehmen. Alle im Einsatz

befindlichen Geräte zeigen die jeweilig angelegte Vorspannkraft auf

deren Gehäuse an und senden die Daten zusätzlich per Bluetooth

auf das Smartphone des Fahrers. Lockert sich einer der Zurrgurte,

schlägt die Smartphone-App des iGurt-Systems sofort Alarm. Auch

eine zu hohe Vorspannkraft, die empfindliches Ladegut beschädigen

könnte, wird angezeigt.

Das robuste, schlagfeste Gehäuse des iGurts ist auf den Dauereinsatz

im Trailer ausgelegt. Eine Batterieladung hält rund ein Jahr,

wobei ein Austausch der Batterie zügig erledig ist.

Foto: BPW

„Smartes“ Sicherungssystem iGurt überwacht die Vorspannkraft

während der Fahrt

Die Smartphone-App des iGurts sorgt auch für eine lückenlose

Dokumentation der korrekten Ladungssicherung über den gesamten

Transportprozess. Das iGurt-System wurde in enger Partnerschaft

mit Speditionen entwickelt und erfolgreich in der Praxis getestet, so

das Unternehmen.

www.bit.ly/bpwigurt

Die Weinmann Aach AG ist ein starker Partner für Stahl, Edelstahl, Aluminium

und Buntmetalle. Mit rund 50.000 Quadratmetern Gesamtlagerfläche, moderner

Lagertechnik und 50 firmeneigenen LKW sorgen wir dafür, dass Material

in allen erdenklichen Formen und Güten schnell und reibungslos an Sie ausgeliefert wird.

Weitere Infos unter www.weinmann-aach.de


Messen

und Märkte

Berichte

Countdown für die EMO Hannover 2019

Weltleitmesse der

Metallbearbeitung

Vom 16. bis 21. September 2019 präsentieren internationale Hersteller

von Produktionstechnologie zur EMO Hannover smarte

Technologien. Unter dem Motto "Smart technologies driving

tomorrow’s production" zeigt die Weltleitmesse der Metallbearbeitung

die gesamte Bandbreite moderner Metallbearbeitungstechnik.

Vorgestellt werden neueste

Maschinen plus effiziente technische

Lösungen, produktbegleitende

Dienstleistungen, Nachhaltigkeit in

der Produktion und vieles mehr.

Schwerpunkte der EMO Hannover

sind in diesem Jahr unter anderem

spanende und umformende Werkzeugmaschinen,

Fertigungssysteme

sowie der automatisierte Materialfluss,

Computertechnologie und

Industrieelektronik.

Die Fachbesucher der EMO kommen

aus allen wichtigen Industriebranchen,

wie unter anderem dem

Maschinen- und Anlagenbau, der

Automobilindustrie und ihren Zulieferern

sowie dem Stahl- und Leichtbau.

Die EMO Hannover ist der wichtigste

internationale Treffpunkt für

die Fertigungstechnik weltweit,

wirbt der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW),

Organisator der Messe.

Zur EMO Hannover 2017 kamen

fast 2.230 Aussteller aus 44 Ländern

rd. 130.000 Fachbesucher aus 160

Ländern.

Neben den Austellerpräsentationen

bietet die EMO Hannover 2019

auch wieder ein breites Rahmenprogramm

begleitender Seminare, Konferenzen

und Foren – mit Themen

wie Addivitve Manufacturing, einer

Sonderschau Jugend sowie einer

„industrie 4.0 area“. 2

EMO Hannover 2019

wann: 16.-21.09.2019

wo: Hannover Messe

Foto: Deutsche Messe

Foto: Sedus Stoll AG

Spannende Start-ups auf der EMO 2019: In einer Konzeptstudie entwickelte Cell-

Core ein bionisches Design für einen Stuhlträger.

24 Stahlreport 9|19


Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Kasto auf der EMO 2019

Viel Neues im Portfolio

Jede Menge Innovationen hat der Säge- und Lagertechnik-Spezialist Kasto auf der EMO 2019

(16. – 21. September) in Hannover im Gepäck: In Halle 15 auf Stand E 54 sind unter anderem

ein effizientes Energierückspeise- und -speicherkonzept für Automatiklager sowie neue

Sägemaschinen für jeden Bedarf zu sehen. Außerdem werden in der „Smart Solutions Corner“

digitale Lösungen vorgestellt und können live erlebt werden.

Fertigung deutlich flexibler und

leistungsfähiger gestalten, die Arbeitsbedingungen

verbessern und die

Betriebskosten erheblich senken. Für

die KASTO Maschinenbau GmbH &

Co. KG sind diese Themen schon

längst keine Zukunftsmusik mehr.

Das Unternehmen bietet seine automatischen

Lagersysteme auf Wunsch

mit einer Energierückspeisung und

einem integrierten Energiespeicher

an. Überschüssige Bewegungsenergie,

die beispielsweise beim Abbremsen

des Regalbediengerätes oder beim

Senken des Hubwerks entsteht, lässt

sich damit in Strom umwandeln, zwischenspeichern

und flexibel nutzen.

Dies senkt nicht nur die Stromkosten,

sondern verbessert auch die Netzqualität,

da die Entnahme aus dem Stromnetz

kontinuierlicher stattfindet und

Lastspitzen vermieden werden. Auch

bestehende Kasto-Lagersysteme lassen

sich nachträglich mit einer Energierückspeisung

und -speicherung

ausrüsten. KASTO demonstriert das

Energiekonzept auf der EMO anhand

eines Turmlagersystems vom Typ

UNITOWER.

Smart Solutions live erleben

Ein weiteres Highlight auf dem Messestand

ist die „Smart Solutions Corner“:

Hier präsentiert Kasto seine Entwicklungen

rund um die Themen

Digitalisierung und Industrie 4.0. Dazu

zählt unter anderem das Warehouse

Management System KASTOlogic, das

nicht nur die durchgängige Verwaltung

und Steuerung automatischer

Lagersysteme ermöglicht, sondern

auch ein mobiles Bestandsmanagement

von manuellen Lagerbereichen.

Ebenfalls ausgestellt sind die

Maschinenzustandsanzeige KASTOapp,

die Sägeplanerstellung KASTOoptisaw

sowie die interaktive Fernwartelösung

KASTO VisualAssistance.

Anhand eines Videos können Besucher

erleben, wie sich die Prozesse

rund um die Themen Lagern, Sägen

und Materialhandling mit den Lösungen

von Kasto aus einer Hand ganzheitlich

automatisieren und optimieren

lassen.

Säge-Sortiment um weitere

Modelle vergrößert

Die KASTOmiwin ist eine Doppelgehrungsbandsäge

für Abläng- und Gehrungsschnitte

zwischen -45 und +60 °.

Sie ist insbesondere für Zuschnitte

im Stahlbau, Stahlhandel, Anlagenbau

sowie im Sondermaschinenbau konzipiert

und als halb- sowie vollautomatische

Ausführung erhältlich.

Ebenfalls auf der EMO ausgestellt

ist die universelle Bandsäge-Baureihe

KASTOwin. Die Maschinen sind für

das Serien- und Produktionssägen von

Vollmaterialien, Rohren und Profilen

konzipiert. Sie bieten eine flexible

Lösung für ein breites Spektrum an

Anwendungsfällen.

Ein weiterer Allrounder für die

Stahlbearbeitung ist die Produktionskreissäge

KASTOvariospeed. Der

CNC-gesteuerte Sägeautomat kann

flexibel unterschiedliche und auch

schwer zerspanbare Werkstoffe bearbeiten

und eignet sich für den mannlosen

Betrieb, insbesondere im

Zusammenspiel mit einem Sägezentrum

KASTOcenter. Erstmals auf der

EMO 2019 zu sehen ist die neue KAS-

TOvariospeed C18, die über einen

größeren Schnittbereich von 180 mm

verfügt. 2

[ kontakt ]

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

77865 Achern

Tel.: +49 7841 61-0

www.kasto.com

EMO, 16.-21.9.2019

Halle 15, Stand E54

Foto: Kasto

KASTO zeigt auf der EMO unter anderem ein effizientes

Energierückspeise- und -speicherkonzept für Automatiklager.

Stahlreport 9|19

25


Messen

und Märkte

Berichte/Nachricht

MEBA auf der EMO 2019

Starke Automaten

und vernetzte

Sägelösungen

Metall-Bandsägen-Spezialist MEBA präsentiert

auf der EMO in Hannover vom 16. bis 21. September,

Halle 15, Stand F14, neben mehrfach ausgezeichneter

Doppelgehrungstechnologie auf

130 m 2 eine Palette von Geradschnittautomaten

für unterschiedliche Anwender, eingebunden

in jeweils passende Gesamtkonzepte für den

effizienten Sägeprozess.

MEBAxtreme für extreme Sägeaufgaben und Schnittleistung

Foto: MEBA

Auch beim Thema Digitalisierung

hat MEBA die verschiedenen

Nutzer im Fokus. MEBA sei stolz

darauf, sich als mittelständisches

Familienunternehmen seit vielen Jahren

mit mutigen Projekten fit gemacht

zu haben für die Anforderungen der

Digitalisierung, so das Unternehmen.

Unter der Überschrift MEBAconnect

entwickelt das mittelständische Familienunternehmen

für all seine Kundengruppen

smarte, für sie sinnvolle

und machbare Lösungen zum vernetzten

Sägen. Auf der EMO ist MEBA

Teil der „mav industrie 4.0 area“, ein

Gemeinschaftsprojekt des Vereins

Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) und der konradin mediengruppe.

Gemeinsam mit anderen Entscheidern

der Produktionstechnik

zeigt MEBA in Halle 9, Stand F32,

auf einer zweiten Ausstellungsfläche

die bereits umgesetzten Projekte zur

Digitalisierung, wie beispielsweise

die intelligente MEBA-Steuerung, den

hocheffektiven MEBA-Teleservice

oder auch den MEBA NC-Server mit

all seinen positiven Auswirkungen

auf den Sägeprozess genauso wie auf

die gesamte Wertschöpfungskette.

Erstmals auf einer Messe und als

Novum in der Sägetechnik präsentiert

MEBA seine Vorhaben im Bereich

Internet of Things (IoT). Die Nutzung

von IoT-Diensten in MEBAMetall-

Bandsägen hat zum Ziel, Maschinenzustände

aus der Ferne frühzeitig

erkennen zu können und im Ergebnis

Störfälle und Stillstandzeiten auf ein

absolutes Minimum zu reduzieren.

Egal, ob kleiner Handwerksbetrieb

oder großer Industriebetrieb – Störfälle

und Stillstandzeiten der Produktionsanlagen

kosten viel Geld. Geld,

das sich im nationalen und internationalen

Wettbewerbsdruck kein

Betrieb leisten kann. Details über die

Einbindung von IoT-Diensten in MEB-

Metall-Bandsägemaschinen werde es

auf der EMO auch im Rahmen von

Präsentationen geben.

Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Starke Geradschnittautomaten

Jede Baureihe der MEBA 90° -Automaten

unterscheidet sich in Größe,

Schnittbereichen und gezielt eingesetzten

technischen Features, ausgerichtet

auf die jeweiligen Anforderungen

der Anwender. Auf der EMO

gibt es drei unterschiedliche Kategorien

zu sehen:

z Den NC-Automaten MEBApro 260

AP. Der kompakte, platzsparende

Automat ebnet den Weg in die Automation

und arbeitet durch seine

Serientauglichkeit eine große

Anzahl an Aufträgen in kürzester

Zeit ab. Trotz einfacher Bedienung

lasse er technische Höchstleistung

und 4.0-Gängigkeit nicht missen.

z Der Hochleistungsautomat MEBAmat

330 zeigt, was vernetztes

Power-Sägen in Industrie und Stahlhandel

bedeutet: Bei geringen Life-

Cycle-Kosten arbeitet er seine Aufgaben

im Dauereinsatz ab. Dabei

sind auch Vollmaterialien aus

schwer zerspanbaren Werkstoffen

kein Problem. Vernetzt arbeitend

ist das Kraftpaket eine effiziente

Lösung für den rationellen Produktionseinsatz.

Auf der EMO 2019

steigt der MEBAmat 330 in eine

neue Dimension der 4.0-Tauglichkeit

ein. Immer mehr einzelne

Arbeitsabläufe rund um den Sägeprozess

mit dem MEBAmat 330 werden

auf intelligente Art und Weise

vernetzt. Speziell Handhabungsund

Transportaufgaben, teilweise

auch Bearbeitungsschritte, werden

künftig automatisiert erledigt.

z Für extreme Sägeaufgaben und

Schnittleistung auf höchstem Qualitätsniveau

gibt es MEBAxtreme.

Neu ausgestattet mit der MEBA-

Dünnschnitt-Technologie, erreicht

der Geradschnittautomat in schwerer

Bauweise eine drastische

Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz.

Immense Einsparungen,

vor allem bei der Bearbeitung

von wertvollen Materialien

oder im Massenschnittbereich, sind

das Ergebnis. 2

26 Stahlreport 9|19


Aussteller auf dem

BDS Stahlhandelstag 2019

Menschen und Märkte

Das Messegeschehen

der nächsten Monate

Messen bilden – Menschen und

Märkte. Deshalb verfolgt die Redaktion

des Stahlreport regelmäßig das entsprechende

Veranstaltungsgeschehen im

deutschsprachigen Raum. Dabei ist der

Handel mit Werkstoffen, insbesondere

mit Stahl, als Verbindung zwischen Produktion

und Verarbeitung naturgemäß

relativ häufig involviert. Zwischen Mitte

September 2019 und Mitte März 2020

stehen u.a. die folgenden Events an, die

oft Ausstellungs- und Kongresselemente

miteinander verbinden:

z EMO Hannover. Die Welt der Metallbearbeitung.

Hannover, 16.-21.9.19

z Deburring Expo. Fachmesse für Entgrattechnolgien

und Präzisionsoberflächen.

Karlsruhe, 8.-10.10.19

z Parts2clean. Internationale Leitmesse

für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung.

Stuttgart, 22.-24.10.19

z Blechexpo. Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung. Stuttgart,

5.-8.11.19 (mit Beteiligung auch des

Bundesverbandes Deutscher Stahlhandel

– BDS AG; vgl. Vorbericht in

10/19)

z Schweißtec. Internationale Fachmesse

für Fügetechnologie. Stuttgart,

5.-8.11.19

z Formnext. Leitmesse für additives

Manufacturing. Frankfurt,

19.-22.11.19

z Swissbau. Fachmesse der Bau- und

Immobilienwirtschaft in der Schweiz.

14.-18.1.20, Basel

z Nortec. Fachmesse für Produktion.

Hamburg, 21.-24.1.20

z Learntec. Fachmesse und Kongress für

digitale Bildung. Karlsruhe,

28.-30.1.20

z digitalBAU, Fachmesse für digitale

Lösungen in der Baubranche. Köln,

11.-13.2.20

z Bautec. Fachmesse für Bauen und

Gebäudetechnik. Berlin, 18.-21.2.20

z Internationale Eisenwarenmesse. Köln,

1.-4.3.20

z LogiMAT. Fachmesse für Intralogistik-

Lösungen und Prozessmanagement.

Stuttgart, 10.-12.3.20

z Metav. Internationale Messe für

Technologien der Metallbearbeitung.

Düsseldorf, 10.-13.3.20

Quellen: Messe Düsseldorf

Friedrichshafen und Düsseldorf

Saw Expo: Messe für die

Sägebranche neu aufgestellt

Die Messe Düsseldorf GmbH ist neuer Veranstalter der Saw Expo,

einer Special Interest-Messe der Sägebranche, die sich nun alle

zwei Jahre in Friedrichshafen treffen soll – erstmals vom

8.-11.6.21. Im Rahmen der Tube Düsseldorf ist die jetzt neu formierte

Messe ab 2020 in den geraden Jahren auch in Düsseldorf

geplant; dann als Sonderpavillon für die Bereiche Sägen und

Trennen in der Halle 6 des dortigen Messegeländes.

Sägen, Trennen und industrielles

Schneiden sind in vielen Fertigungsprozessen

unverzichtbar.

Gerade in der Rohrtechnologie spielen

sie eine wichtige Rolle. Rohre

aus unterschiedlichen Materialien

wie Stahl, Aluminium, Eisen- und

Nichteisenmetallen, Plastik, Holz

und Verbundstoffen werden so in

Form gesägt und für unterschiedliche

Industrieanforderungen angepasst.

Zur Saw EXPO im Juni 2021

in Friedrichshafen werden Hersteller

von Sägemaschinen und

alternativen Trenntechnologien,

Sägewerkzeugen, Trowalanlagen,

Entgratern, Zulieferer, Hersteller

von Zubehör und Verbrauchsstoffen,

periphere Maschinen und Systeme

sowie Dienstleister erwartet.

Lohnsägereien, Gebrauchtmaschinen,

Verbände, Verlage und das

Thema Wissenschaft/Forschung

sollen das Angebotsspektrum

ergänzen.

Auf der Besucherseite richtet

sich die Fachmesse dann an Anwender

von Säge- und Trennverfahren

– regional, national und international.

Sie sollen aus der Metallbearbeitung

kommen, der Metallverarbeitung,

dem Stahlhandel, aus dem

Maschinenbau, der Automobilindus-

Unter diesen beiden Messezeichen

soll die Saw Expo ab 2020

eine neue Heimat finden.

trie, der Chemie- und Pharmaindustrie,

der Rohrindustrie, aus dem

Recycling, dem Fensterbau sowie

aus Lager- und Logistikunternehmen.

Damit übernehme die Messe

Düsseldorf GmbH „die Fachmesse

für die Fertigungstechnologien

Sägen und Trennen, die sich passgenau

in das wachsende Portfolio

Metals and Flow Technologies einfügt“,

freute sich Friedrich-Georg

Kehrer, Global Portfolio Director der

Messe Düsseldorf.

Friedrichshafen sei ein idealer

Standort, „da viele Unternehmen im

Süden Deutschlands und in den

benachbarten Ländern Schweiz,

Österreich und Italien produzieren“,

ergänzte Daniel Ryfisch, Deputy

Director des Global Portfolios Metals

and Flow Technologies und verantwortlich

für die Durchführung der

Saw Expo.

Stefan Motte (Initiator und Inhaber

der Portale Sägebörse und Sägemanagement)

arbeitet mit den Messemachern

vom Rhein zusammen.

Mit Stefan Motte haben die Düsseldorfer

einen ausgewiesenen Fachmann

an ihrer Seite, der auf mehrere

Jahrzehnte Expertise in der Sägebranche

blickt und die Saw Expo

weiterhin begleitet. 2

Stahlreport 9|19

27


Messen

und Märkte

Nachrichten/Bericht

Neue Fachmesse in Köln:

Digitale Lösungen

in der Baubranche

Foto: Messe Karlsruhe

Bei der Delina-Preisverleihung 2019 in Karlsruhe.

Als neue Fachmesse will eine innovative

Präsentation vom 11.-13.2.20 in

Köln eine Brücke zwischen Technologie

und Industrie bauen. Es handelt sich um

einen weiteren Ansatz, eine „Fachmesse

für digitale Lösungen in der Baubranche“,

so der Untertitel, in der deutschen Messelandschaft

zu etablieren. Neben namhaften

Ausstellern aus der Baubranche

soll es in der Domstadt zudem ein vielseitiges

Rahmenprogramm geben.

Zukunft des Lernalltags

Innovationspreis auf der Learntec

Auf Europas Leitmesse für digitale

Bildung, der Learntec in Karlsruhe, werden

auch 2020 wieder Konzepte und Projekte

ausgezeichnet, die innovative Zukunftstechnologien

und Medien mit dem Lernalltag

vereinen: der Innovationspreis Delina.

Die Auszeichnung wird in enger Zusammenarbeit

mit dem Digitalverband BITKOM e.V.

und mit Unterstützung der time4you GmbH

sowie der p-didakt GmbH in den vier Kategorien

„frühkindliche Bildung und Schule“,

„Hochschule“, „Aus- und Weiterbildung“

sowie „Gesellschaft und lebenslanges Lernen“

verliehen. Die preiswürdigen Projekte

können aus den unterschiedlichsten Bereichen

stammen und von Mobile Learning

über Virtual Classrooms bis Blended Learning

alle Aspekte der digitalen Bildung

abdecken. Bewerben können sich Unternehmen

ebenso wie Schüler und Studenten,

Lehrer und Erzieher, Anwender oder

Anbieter. Voraussetzung ist ein interessantes

Projekt rund um digitales Lernen. Die

Bewerber können auf www.learntec.de ein

Online-Formular ausfüllen und hochladen.

Jedes Projekt wird nach Ende der Bewerbungsphase

von einer Fachjury aus Wissenschaft,

Forschung und Wirtschaft begutachtet.

Die Jury nominiert anschließend die

interessantesten Projekte, die sich auf der

LEARNTEC 2020 einem Fachpublikum präsentieren

dürfen. Der nächste Messetermin

ist vom 28.-30.1.20.

Als Europas größte Fachmesse für digitale

Bildung lockt die Learntec jährlich mehr als

11.900 Entscheider aus der Industrie, Beratungsbranche,

dem Handel und Vertrieb

sowie aus Bildungseinrichtungen nach

Karlsruhe. Diese können sich bei über 340

Ausstellern zu den Möglichkeiten digitalen

Lernens informieren. Der begleitende Kongress

bietet an drei Tagen mehr als 300

Referenten mit Vorträgen und Workshops.

www.learntec.de

Erweiterte Swissbau

Der Schweizer Messemarkt ist in Bewegung: Nach der Absage der „Ineltec“ und „Sicherheit“

im Februar erreichen die Messegesellschaft in Basel (MCH) nach eigenen Angaben

Fragen betroffener Aussteller, die an alternativen Präsentationsmöglichkeiten interessiert

sind. Die Antwort: Als Fachmesse der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft will nun die

nächste Swissbau vom 14.-18.1.20 der Gebäudetechnologie und Sicherheitsbranche eine

interdisziplinäre Business-Plattform anbieten. Da es bereits in der Vergangenheit zwischen

Ineltec, Sicherheit und Swissbau Sektorenüberschneidungen gab, hat die MCH Group entschieden,

die Swissbau zu stärken und mit den Themen Gebäudeautomation, Energie im

Gebäude, Licht und Beleuchtungstechnik sowie Gebäudesicherheit auszubauen. Damit

erschließt sich den Ausstellern neu das Potenzial von über 21.000 Architekten, Innenarchitekten

sowie weiteren Fachplanern und Ingenieuren.

Damit reagieren die Ausstellungsveranstalter,

die Messe München und der Bundesverband

Bausoftware (BVBS), nach

eigenen Angaben auf die große Nachfrage

nach einer Plattform für digitale Produkte

und Lösungen in der Baubranche. Mit der

digitalBAU soll in den Zwischenjahren der

Weltleitmesse BAU, die zuletzt Anfang

2019 in München stattgefunden hat, eine

wichtige Dialogplattform für Planer, Architekten

und Ingenieure sowie die gesamte

Industrie geschaffen werden, hat u.a. der

BVBS verlautbaren lassen.

Knapp ein Jahr vor Messebeginn verzeichnete

das neue Angebot offenbar erste

Erfolge: „Es interessieren sich schon

mehr als 100 Veranstalter für die neue

Messeplattform, die sich aktuell auf einer

Fläche von 17.000 m 2 präsentieren“,

sagte Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Messe München. Erwartet werden

rund 12.000 Besucher.

Als ebenso innovativ wie das Veranstaltungskonzept

gilt auch die Aufplanung

der Messe: Das Herzstück der Ausstellungsfläche

ist ein Boulevard, der durch

alle Präsentationsbereiche führt und an

eine digitale Datenbahn erinnern soll.

Das vorgesehene Rahmenprogramm

besteht u.a. aus einem Kongress sowie

drei Foren. In diesen Zusammenhängen

geht es um die Umsetzung konkreter

Bauprojekte sowie um Leitfragen der

Branche. Gesucht werden beispielsweise

Antworten auf die Frage, wie das Wohnen

und Arbeiten der Zukunft aussehen.

www.swissbau.ch

www.digital-bau.com

28 Stahlreport 9|19


Foto: Messe FDüsseldorf

Foto: Messe Friedrichshafen

Neue Zeiten – auch für das Schweißen und Schneiden. 2017 fand die gleichnamige Messe

in Düsseldorf statt, 2021 ist sie wieder in Essen.

Messe Schweißen und Schneiden

Rückkehr nach Essen

Nach ihrem kurzen Gastspiel 2017 in Düsseldorf aufgrund der

Modernisierungsarbeiten in der Messe Essen kehrt die „Schweißen &

Schneiden“ 2021 zu ihren Wurzeln zurück – vom 13.-17.9.21.

Mit einer überarbeiteten thematischen Hallenaufteilung will die Messe

für noch mehr Struktur und eine verbesserte Orientierung sorgen.

„Wir freuen uns, der weltweit

wichtigsten Messe der Füge-, Trennund

Beschichtungsbranche bestmögliche

Rahmenbedingungen bieten zu

können“, so Projektleiterin Christina

Kleinpaß. Gemeinsam mit dem Messebeirat

hat ihr Team für die SCHWEIS-

SEN & SCHNEIDEN die neue Hallenaufteilung

entwickelt. Das soll für

Aussteller und Besucher sorgen.

Die Veranstaltung wird erneut das

gesamte Gelände der Messe Essen

belegen:

z In den Hallen 1, 1A, 2 und 3 finden

sich die Bereiche Oberflächentechnik/Wärmebehandlung,

Gas-, Betriebsund

Zusatzwerkstoffe sowie Ausrüstung,

Sicherheit und Gesundheit. Ein

Teil der Halle 2 ist für die Qualitätssicherung

reserviert.

z Unternehmen rund um das Schweißen

und Fügen haben in der Galeria

sowie den Hallen 4, 5 und 6 ihren

Platz.

z Ein Teil der Halle 6 sowie die gesamte

Halle 7 sind für Aussteller der Bereiche

Schneiden und Trennen vorgesehen.

z Angebote rund um Dienstleistung

und Digitalisierung werden in der

Halle 8 direkt am neuen Eingang

Ost positioniert.

Insgesamt stehen der Schweißen &

Schneiden vier Messeeingänge zur

Verfügung. Damit die Fachbesucher

ausreichend Zeit haben, sich über

alle Neuheiten zu informieren, hat

die Messe am langen Donnerstag bis

20 Uhr geöffnet.

2017 kamen rund 50.000 Besucher

aus mehr als 120 Ländern.

Darunter waren vor allem Entscheider

aus den Branchen Automobil- und

Fahrzeugbau, Schiffsbau, Maschinenund

Anlagenbau, aus der Rohrfertigung

und dem Leitungsbau, dem

Bergbau sowie dem Baugewerbe, der

chemischen Industrie und der Herstellung

von Metallerzeugnissen, die

ein Ordervolumen in Höhe von

2 Mrd. € generiert haben. 2

www.schweissen-schneiden.com

Rechtzeitig festgelegt

Termine für

die übernächste Eurobike

Noch vor dem Startschuss zur aktuellen

28. Auflage vom 4.-7.9.19 hat die Messe

Friedrichhafen für die Eurobike die künftige

Ausrichtung sowie den Veranstaltungstermin

für das folgende Jahr festgelegt: Mit einem

Mix aus Fach- und nachgelagerter Konsumentenansprache

wird sich die Fahrradmesse

2020 an den ersten drei Tagen (2.- 4.9.) ausschließlich

dem Fachpublikum widmen und

endet am vierten Messetag (5.9.) mit einem

gezielten Festival Day für alle Fahrradfans.

„Wir freuen uns, dass wir die Termine bereits

bis einschließlich 2020 fixiert haben. Es ist im

Interesse aller Marktpartner, eine frühe Planungssicherheit

zu haben und damit sicherzustellen,

dass die Eurobike als der Saison-

Höhepunkt für alle Akteure durchgeführt

wird. Die Bandbreite des Angebots am

Bodensee ist weltweit einzigartig. Hier spiegeln

wir die Entwicklungstrends im klassischen

Fahrrad- und E-Bike-Segment wider –

aber auch Produktinnovationen und neue

Player aus dem Bereich der Micro Mobility,

die zeigen, dass diese Mobilitätsalternativen

nicht nur nachhaltiger, sondern meist auch

effektiver sind“, erklärten Messe-Geschäftsführer

Klaus Wellmann und Eurobike-

Bereichsleiter Stefan Reisinger.

Auf konstantem Terminkurs bleiben auch die

Eurobike-Mediaevents im Jahr 2020:

z 18. bis 19. April 2020: VELOBerlin in Berlin

z Juni/Juli 2020: Eurobike Media Days und Urban

Mobility Media Days

z 2. bis 5. September 2020: Eurobike in Friedrichshafen

Die Eurobike in diesem Jahr will neben dem

rein fachlichen Austausch an drei Werktagen

(4.-6.9.19) am Samstag, 7.9.19, mit dem Festival

Day auch wieder die Konsumentenbegeisterung

für das Fahrrad zelebrieren.

www.eurobike-show.de.

Stahlreport 9|19 29


Messen

und Märkte

Berichte/Nachrichten

Werkzeugbaumesse Moulding Expo

Sonderschau und Initiative

Eine Sonderschau zur innovativen Metallbearbeitung und eine

Fairness-Initiative waren Teil der Werkzeugbaumesse Moulding Expo,

die vom 21.-24.5.19 in Stuttgart stattgefunden hat.

„Mit der dritten Auflage hat die Moulding

Expo ihren Platz unter den Top-Werkzeugbaumessen

der Welt insbesondere

durch die hohe Besucherqualität und hohe

Internationalität wieder bestätigt“, sagte

Markus Heseding, Geschäftsführer der

Fachverbände Präzisionswerkzeuge sowie

Mess- und Prüftechnik im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

in seiner Bilanz. Die Anzahl von knapp

13.000 Besuchern kam zwar an die der Vorveranstaltung

nicht ganz heran, dafür sei

aber die Besucherqualität – knapp 80 %

Entscheidungsträger – auf dem etablierten

Niveau geblieben.

„Auch in diesem Jahr hat wieder eine

sehr beachtliche Anzahl an VDMA-Mitgliedern

auf der Moulding Expo ausgestellt:

Vertreten waren insbesondere die Bereiche

Werkzeug- und Formenbau, Normalien,

Vorrichtungen, Zerspanwerkzeuge, Spanntechnik

und Längenmesstechnik mit mehr

als 1.200 m 2 Standfläche.“ So der Verband.

Erstmalig präsentierte der VDMA-Fachverband

für Präzisionswerkzeuge eine Sonderschau

Metallbearbeitung innovativ (MBi)

– mit zwölf Mitgliedsunternehmen aus den

Bereichen Zerspanwerkzeuge, Spanntechnik

und Normalien. Ausgestellt waren aktuelle

Technologien für die Fertigung, die

einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit

der Werkzeugbauten leisten.

Der VDMA-Werkzeugbau nutzte das

wichtigste Branchenevent des Jahres, um

die neue INITIATIVE FAIRNESS+ der Öffentlichkeit

zu präsentieren. Unter dem Motto

„EIN PLUS FÜR ALLE“ wirbt die Initiative

um eine bessere, effizientere und erfolgreichere

Zusammenarbeit aller Partner entlang

der Wertschöpfungskette Werkzeugbau.

Damit zielt sie darauf ab, eine

Win-Win-Situation für alle beteiligten Unternehmen

– vom Materiallieferanten bis zum

Werkzeugbaukunden – zu schaffen, damit

alle gemeinsam noch wettbewerbsfähiger

werden und die großen Herausforderungen

der Zukunft meistern können. (www.fairnessplus.net)

2

Die nächste Moulding Expo ist

für die Zeit vom 8.-11.6.21 wieder

in Stuttgart geplant.

Montanes Messequartett

Bright World of Metals

ist zu Ende gegangen

Nach fünf Messetagen ist Ende Juni

die Bright World of Metals zu Ende gegangen

und hat nach Einschätzung ihrer Macher ihre

internationale Führungsposition als weltweit

wichtigste Messeplattform der Metallurgieund

Gießereitechnik eindrucksvoll untermauert

– in den zwölf Messehallen des Düsseldorfer

Geländes. Sowohl auf Aussteller- als

auch auf Besucherseite habe das montane

Messequartett gute Ergebnisse erzielen können.

Rund 72.500 Besucher aus 118 Ländern

wurden an den fünf Messetagen von rund

2.360 Ausstellern aus aller Welt in den Messehallen

begrüßt. Vor allem in Übersee sei

die Nachfrage nach europäischer Metallurgie-

und Gießereitechnik sehr groß – und

hier insbesondere aus der asiatischen

Region „Diese hohe Internationalität auf Aussteller-

und Besucherseite ist ein wesentlicher

Erfolgsgarant der Bright World of

Metals und macht das Messequartett so

unverwechselbar. Für die Metall- und Gießerei-Profis

aus der ganzen Welt sind GIFA,

METEC, THERMPROCESS & NEWCAST ein

absolutes Muss“, so Friedrich-Georg Kehrer,

Global Portfolio Director Metals and Flow

Technologies Messe Düsseldorf GmbH.

Additives Manufacturing

Formnext in Frankfurt am Main

Die Formnext hat sich zur Leitmesse für

additives Manufacturing, besser bekannt als

3D-Druck, sowie die nächste Generation intelligenter

industrieller Fertigungs- und Herstellungsverfahren

entwickelt. Diese Dynamik soll

auch zum nächsten Ausstellungstermin deutlich

werden – vom 19.-22.11.19 in Frankfurt.

Rund ein halbes Jahr vor Messebeginn hatten

sich bereits mehr als 500 Aussteller für die

nächste Messeauflage angemeldet. Damit hat

bereits jetzt die belegte Fläche für die Formnext

2019 die Größe der Vorjahresmesse

übertroffen.

Wachstum verzeichnet die Formnext nach

Veranstalterangaben entlang der gesamten

Prozesskette. Eine besonders starke Entwicklung

zeigt der Bereich Postprocessing, der für

die industrielle Weiterentwicklung der Additiven

Fertigung als entscheidend gilt. „Hier

haben zahlreiche Unternehmen aus traditionellen

Industriebereichen die Marktchancen

ergriffen und sehr spannende Produkte und

Technologien entwickelt“, so Sascha F. Wenzler,

Bereichsleiter Formnext, Mesago Messe

Frankfurt GmbH.

Aufgrund des starken Wachstums findet die

Formnext 2019 erstmals in den Messehallen

11 und 12 und damit im modernsten Teil des

Frankfurter Ausstellungsgeländes statt.

Das dynamische Wachstum der Formnext

geschieht in einer Branche, die seit Jahren

zweistellig aufwärts strebt und inzwischen ein

Volumen von über 10 Mrd. Euro (plus 20 %)

erreicht hat.

Einmal mehr habe sich das Metallurgie-Messequartett

als Treiber von Trends und Innovationen

bewiesen. Insbesondere die Megathemen

„Additive Manufacturing“ und

„Industrie 4.0“ hätten sich wie ein roter

Faden durch die Messehallen gezogen und

seien auf großes Interesse bei den Fachbesuchern

gestoßen. Aber auch die Themen

Energieeffizienz und Ressourcenschonung

hätten das Geschehen geprägt.

Das Fazit von Burkhard Dahmen, Präsident

der METEC und Vorsitzender der Geschäftsführung

der SMS group, fällt dementsprechend

positiv aus: „Die diesjährige METEC

setzt ein klares Statement und Signal für die

Zukunft der Metallurgie und Stahlerzeugung.

Die nächste Bright World of Metals mit den

Leitmessen GIFA, METEC, THERMPROCESS

& NEWCAST steht im Juni 2023 auf dem Programm;

das konkrete Datum wird in den

nächsten Monaten festgelegt.

30 Stahlreport 9|19


Jubiläumsmesse

Metallbearbeitung in Stuttgart

Foto: Koelnmesse

Impression von der Internationalen

Eisenwarenmesse 2019.

Erste Buchungsphase abgeschlossen

Viel Interesse an der

Eisenwarenmesse in Köln

Die erste Buchungsphase für die

nächste Internationale Eisenwarenmesse

vom 1.-4.3.20 in Köln hat in diesem Jahr

besonders großes Interesse offenbart: Die

Liste der teilnehmenden Unternehmen verzeichnete

zum Stichtag knapp 5 % mehr Teilnehmer

als zum Vergleichszeitpunkt der letzten

Messe. Das hat die Kölner Messe

mitgeteilt.

Die Veranstaltung hat für den Hartwarenhandel

traditionell eine herausgehobene Bedeutung.

Auch konzeptionell gibt es für die

INTERNATIONALE EISENWARENMESSE Neuheiten:

Neben der Weiterentwicklung der

Top-Themen DIY-Boulevard (Do it yourself), E-

Commerce und Start-Up, gibt es Änderungen

in der Aufplanung.

Bereits zum 20. Mal schlägt vom 15.-19.9.20 das Herz der Metallbearbeitung in

Stuttgart. Dann präsentieren an fünf Messetagen namhafte Aussteller ihre Innovationen

und Weiterentwicklungen für die metallbe- und verarbeitende Industrie – anlässlich der

AMB, der internationalen Ausstellung für Metallbearbeitung.

Gemeinsam mit der Branche war diese Plattform 1982 geschaffen und seitdem konsequent

weiterentwickelt worden. 2018 hatte die AMB Bestmarken aufgestellt: Noch nie

konnte so viel Ausstellungsfläche (125.800 m 2 ) belegt werden und kamen so viele Aussteller

(1.553) sowie Besucher (91.016 aus 83 Ländern) auf das Messegelände.

„Mit der neuen Paul Horn Halle (Halle 10) ist uns 2018 ein wichtiger Schritt im Masterplan

der Messe Stuttgart und nicht zuletzt auch für die Weiterentwicklung der AMB gelungen –

das dringend notwendige Flächenwachstum“, erläuterte Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher

der Geschäftsführung der Messe Stuttgart.

Für die AMB 2020 erwartet der Messe-Chef erneut die volle Geländebelegung. „Der Flächenzuwachs

ermöglichte eine neue thematische Strukturierung der Hallen, die sehr gut

angenommen wurde und die für 2020 daher nur noch feinjustiert wird“, ergänzte Kromer

von Baerle.

Die mehr als 90.000 erwarteten Besucher finden demnach auf der AMB 2020 Lösungsansätze

und Konzepte für die Produktion von morgen und treffen auf bestehende sowie

potenzielle Partner. Dann stehen alle Neuheiten für spanende und abtragende Werkzeugmaschinen,

Präzisionswerkzeuge, Messtechnik und Qualitätssicherung, Roboter, Werkstück-

und Werkzeughandhabungstechnik, Industrial Software & Engineering, Bauteile

sowie Baugruppen und Zubehör im Fokus. Aktuelle Themen sollen u.a. die Digitalisierung in

der Fertigung, Additive Manufacturing in der Metallbearbeitung oder die Weiterentwicklungen

in der e-Mobilität sein.

Um das Wachstum der Messe voranzutreiben,

steht der Internationalen Eisenwarenmesse

2020 zusätzlich die Halle 11 mit einer

Gesamtfläche von mehr als 31.000 m 2 zur

Verfügung. Dies bedeutet mehr Fläche für

noch mehr Hardwarenthemen und eine klarere

Clusterung nach Segmenten auf der

gesamten Fläche. In der neuen Halle 11.1

präsentieren sich DIY-Aussteller rund um den

DIY-Boulevard (ehemals Halle 5.1) sowie in

der Ebene 11.2 Aussteller aus der Verbindungs-

und Befestigungstechnik sowie Werkzeuganbieter.

Die zentrale Eventbühne, das

EISENForum, zieht ebenfalls in die Halle 11.

Das Thema eCommerce wird auf der kommenden

Veranstaltung in Kooperation mit

dem „E-Commerce-Star“ Michael Atug präsentiert,

der sich zuletzt mit einem sehr offenen

Interview in der Eisenwarenzeitung zur

Zukunft der Branche geäußert hatte. Schon

jetzt stehen neben Michael Atug, Marcus

Diekmann und Hendrik Lennarz international

agierende Speaker aus dem E-Commerce

und Start-Up Bereich fest.

Vier Stimmen zur AMB

Was die AMB über die Jahre so attraktiv

für Aussteller und Besucher macht, dazu

hat die Messe Stuttgart als Veranstalterin

ihre eigene Meinung – und lässt vier

Unternehmen, die bereits 1982 mit dabei

waren, über ihre Verbindung zur AMB

berichten:

z Lothar Horn, Geschäftsführer der Paul

Horn GmbH, sieht eine besondere Verbindung

zur AMB: „Wir sind eng mit der

AMB verbunden und gemeinsam stetig

gewachsen. 1982 waren wir noch als

kleines schwäbisches Unternehmen als

Aussteller vor Ort, heute präsentieren

wir uns als Weltmarktführer für Präzisionswerkzeuge.

Die AMB ist für uns wie

das eigene Wohnzimmer, um unsere

Kunden zu begrüßen und setzt ganz klar

den Maßstab, was wir an Neuheiten

und Innovationen zeigen wollen“.

z Die AMB sei eindeutig das Kernstück

des Werkzeugmaschinenbaus und der

ideale Branchentreffpunkt in Süddeutschland,

berichtet Holger Hehl,

Gebietsverkaufsleiter Chiron-Werke

GmbH & Co. KG und ergänzt: „Hier stellen

alle Weltmarktführer ihre Neuheiten

vor und hier haben wir die Plattform,

um Kunden und Interessenten die Zerspanung

im Detail zu zeigen“.

z Werner Gerstner, Vertriebsleiter bei der

Carl Zeiss AG, war bereits selbst bei der

allerersten AMB 1982 dabei und ist bis

heute vom Messekonzept überzeugt.

„Die AMB hat schon immer Akzente

gesetzt und dabei viele Technologieveränderungen

miterlebt/mitgetragen. Alle

wichtigen Themen werden hier behandelt

und Aussteller zeigen, welche

Lösungsansätze sie zum Beispiel zu E-

Mobilität, Industrie 4.0 oder Internet of

Things im Portfolio haben“.

z Antonio Bottazzo, Verkaufsleiter der

Fritz Studer AG, ein Unternehmen der

United Grinding Group, schließlich kann

die Weiterentwicklung von der nationalen

Fachmesse zur internationalen Ausstellung

für Metallbearbeitung nur

bestätigen: „Die AMB hat sich mit den

Jahren konsequent weiterentwickelt

und zieht heute Fachbesucher aus aller

Welt nach Stuttgart“.

Stahlreport 9|19

31


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Keine Feierlaune im Feiertagsmonat

Das Jahr 2018 ist für die deutsche Stahldistribution positiv verlaufen. Im Schnitt konnte in den meisten Monaten

eine höhere Tonnage als üblich abgesetzt werden. Die weltweiten Konjunktur erwartungen trübten sich jedoch im

bisherigen Verlauf des Jahres 2019 nach und nach ein. Handelskonflikte und die immer noch ungeklärten Fragen

zum Brexit führen zu Unsicherheiten. Sorgen bereitet die Situation bei den Automobilherstellern. Die deutschen

Maschinenbauer schauen ebenfalls pessimistischer in die Zukunft. Auch wenn andere stahlverarbeitende Industriezweige,

allen voran die Bauwirtschaft, weiterhin gut beschäftigt sind, ist die Stahlnachfrage geringer als im

vergangenen Jahr. Besonders schwach verlief für die Stahldistribution der Feiertagsmonat Juni. Der Juli konnte die

fehlende Menge dann wieder einigermaßen kompensieren.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

Juli 2019 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zu den

genannten

statistischen Größen

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz verlief im Jahr 2018

recht erfreulich. Insgesamt wurden

bei Walzstahlfertigerzeugnissen 11,2

Mio. t abgesetzt. Dies ist der beste

Wert seit dem Jahr 2012. Im Vergleich

zum Vorjahr wurde 1,4 % mehr Menge

erreicht. Bei Rohren wurden sogar

deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Das Jahr 2019 ist für die deutsche

Stahldistribution mengenmäßig etwas

schwächer gestartet. Insgesamt wurden

im Januar etwas über 950.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse, im Februar

908.000 t und im März knapp

930.000 t abgesetzt.

Ähnlich verlief der April. Der

Lagerabsatz betrug 931.000 t. Vergleichsweise

gut zeigte sich der Mai.

954.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

wurden ausgeliefert. Dafür war wiederum

der Juni ungewöhnlich

schwach. Auch aufgrund der vielen

Feier- und wenigen Arbeitstage konnte

ein Lagerabsatz von lediglich 848.000

t verzeichnet werden. Der Juli zeigte

mit seinen 23 Arbeitstagen wieder ein

ordentliches Volumen auf. Der Absatz

verfehlte mit 999.000 t die Eine-Millionen-Tonnen-Schwelle

nur haarscharf.

Insgesamt wurde in den ersten

sieben Monaten dieses Jahres 4,5 %

weniger Menge als im Vorjahreszeitraum

abgesetzt. Besonders der Absatz

von Flachprodukten und Stabstahl

zeigte sich schwächer. Als einziges

Produkt konnte der Betonstahl weiter

zulegen.

Lagerbestand

Im vergangenen Jahr wurde der Jahreshöchstbestand

im Sommer erreicht.

Ende Juli 2018 wurden 2,56 Mio. t

Bestand gemeldet. Ab Herbst setzte

dann ein deutlicher Bestandsabbau

ein. Im Dezember beliefen sich die

bundesweiten Lagerbestände auf 2,22

Mio. t. Dabei lag der branchenweite

Bestand im Vergleich zum Vorjahresmonat

um knapp 5 % höher.

Zwischen Januar und März 2019

erfolgte der übliche Lageraufbau. Im

April und Mai wurden nur noch

geringe Mengen aufgebaut. Im Juni

und Juli wurde dann ein leichter Rückgang

der Bestände beobachtet. Ende

Juli 2019 wurden 2,41 Mio. t Bestand

gemeldet. Das sind knapp 6 % weniger

als Ende Juli 2018 bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite

bei Walzstahlfertigerzeugnissen lag

aufgrund der ungewöhnlich geringen

Absatzmengen im Juni bei 2,9 Monaten

bzw. 87 Tagen. Im Juli lag sie bei

2,4 Monaten bzw. 72 Tagen (vgl. Abbildung

1). Im Schnitt der ersten sieben

Monate 2019 lag die Lagerreichweite

bei 2,6 Monaten bzw. 78 Tagen. Damit

lag sie etwas höher als der Schnitt der

Monate Januar bis Juli 2018.

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge setzte sich der teilweise recht

starke Preisanstieg, der im Jahr 2016

angefangen hatte, im Jahr 2017 fort.

Auch in den ersten beiden Monaten

des Jahres 2018 konnten bei fast allen

Produkten Preissteigerungen festgestellt

werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild differenzierter. Große Veränderungen

wurden dabei jedoch nicht

festgestellt. In den Monaten Juni bis

September waren die Preise bei fast

allen Produkten wieder im Aufwärtstrend.

Der Oktober, November und

Dezember 2018 zeigten sich uneinheitlich.

Mitunter wurden auch sinkende

Preise beobachtet.

Auch im Januar und Februar 2019

wurde tendenziell von fallenden Verkaufspreisen

berichtet. Im März konnten

teilweise auch wieder Preissteigerungen

festgestellt werden.

Im April, Mai, Juni und Juli war die

Tendenz bei nahezu allen Produkten

rückläufig. Diese Rückgänge waren bei

Rohren und den meisten Flachprodukten

ausgeprägter als bei Langprodukten

32 Stahlreport 9|19


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

100

101

97 94 93

96

96

100

90 90

95 140

89

91 93 93 93

85

120

100

55

80

78 78 75 81 78 78 78 84 75 72 123 75 81 81 81 78 87 72

60

40

20

0

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Juli

2018

Aug.

2018

Sep.

2018

Okt.

2018

Nov.

2018

Dez.

2018

Jan.

2019

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2019

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2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

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2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

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2. Q. 2012

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4. Q. 2012

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2. Q. 2013

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2. Q. 2014

3. Q. 2014

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2. Q. 2015

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4. Q. 2015

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2. Q. 2016

3. Q. 2016

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2. Q. 2017

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3. Q. 2018

4. Q. 2018

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2. Q. 2019

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3. Q. 2012

4. Q. 2012

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3. Q. 2013

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4. Q. 2014

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4. Q. 2015

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2. Q. 2016

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4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 9|19

33


BDS

Kommunikation/Geschichte

Berufsbildung, Kommunikation, Research

50 Jahre BDS –

50 Jahre Branchen-Know-how

50 Jahre BDS – das sind nicht nur 50 Jahre Verbandsgeschichte, sondern auch fünf Jahrzehnte

Begleitung, Unterstützung und Förderung der Unternehmen des Stahlhandels

Was ließe sich alles erzählen aus den Jahren von

der Gründung des BDS aus seinen Vorgängerorganisationen

bis hin zur heutigen modernen BDS AG, die

„ihre“ Unternehmen als Dienstleisterin unterstützt!

Doch bei allem Wandel: Seit der BDS 1969 in der Stadthalle

Neuss gegründet wurde, sind seine Aufgaben im

Kern erstaunlich gleich geblieben.

So galt es früher, sich der „Pflege und Verbindung

zur Öffentlichkeit, ... zu Lieferwerken und Verbrauchern

...“ zu widmen (so in der ersten Satzung des BDS), einen

„Meinungs- und Erfahrungsaustausch“ anzuregen (und

nicht zu „netzwerken”) sowie den

„Einsatz ... neuzeitlicher

Methoden ... zur Vorschau auf Marktentwicklungen ...“

zu fördern – und nicht zuletzt, den „Ausbildungsstand“

zu fördern. Diesen Aufgaben ist der BDS mit seinen

drei Geschäftsbereichen Research, Kommunikation und

Berufsbildung auch heute noch verpflichtet.

Einige Herausforderungen sind allerdings andere

geworden. War es früher unter anderem der „Strukturwandel”,

die krisenhafte Entwicklung der Sektoren

Kohle und Stahl, die die Branche gefordert hat – um

nur eine Entwicklung zu nennen – sind heute Globalisierung,

demografischer Wandel und neue Technologien

die Großtrends, die die Unternehmen

im Stahlhandel herausfordern und

Die Vorsitzenden

des Vorstandsrats

seit Gründung des

BDS

Johannes Pasel

(1969–1973),

Ferrostaal

Dr. Wolfgang Irle

(1977–1981),

Hoesch Handel

Ernst Hoeher

(1981–1994),

Mannesmann

Handel

Oskar Heumüller

(1973–1977),

Thyssen

Handelsunion

2000

Mitgliedsunternehmen

1500

1000

500

0

1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991

34 Stahlreport 9|19


Eine kleine Auswahl der Fachbücher des BDS in

chronologischer Reihenfolge: Die Berufsbildung ist eine der

zentralen Aufgaben des Verbands – von Beginn an.

für die sie Lösungen und Konzepte finden müssen.

Als einer der entscheidenden Punkte kristallisiert

sich dabei heraus, dass das Knowhow und die Qualifizierung

der Mitarbeiterinnen und Miterbeiter unserer

Branche in umkämpfteren Märkten eine immer größere

Rolle spielt – und für den Erfolg der Unternehmen

immer wichtiger werden. Daher ist die Aus- und Weiterbildung

der Beschäftigten des Stahlhandels neben

der Branchen-Kommunikation und der compliancegerechten

Erhebung von Marktdaten nicht nur eine

der wichtigen Aufgaben des BDS der Vergangenheit

und Gegenwart – sondern auch und vor allem

der Zukunft. 2

Josef von Riederer

(1995–2003),

Thyssen Handelsunion

Eberhard Frick

(seit 2003),

Friedrich Kicherer

Mann der ersten Stunde – Dr. Wilhelm Flory

Er war neben Richard Röchling

(Vorsitzender der Süddeutschen

Eisenhandels-Vereinigung

(SEV), Frankfurt) und

Horst Elfe (Vorsitzender der

Fachvereinigung Eisen- und

Stahlhandel (FES), Berlin) in

der BDS-Gründungsphase der

„Mann der ersten Stunde“.

Nachdem der gebürtige Koblenzer

18-jährig bei Carl Spaeter

als Lehrling eintrat, schaffte er

es beim Duisburger Unternehmen

im Laufe seiner Karriere

Dr. Wilhelm Flory

*12.01.1896

†17.02.1988

bis an die Unternehmensspitze. Seit 1931 widmete Dr.

Flory seine Kräfte auch der Gemeinschaftsarbeit der

Branche. Von 1948 bis 1969 war er Vorsitzender der

Fachvereinigung Eisen- und Stahlhandel (Bochum/Düsseldorf),

welche dann in den BDS e.V. überging. Darüber

hinaus leitete Dr. Wilhelm Flory die Arbeitsgemeinschaft

Deutscher Eisenhandel (ADE) und war

Präsidialmitglied des Gesamtverbandes des Deutschen

Groß- und Außenhandels. Er war Mitglied im Beratenden

Ausschuß der Montanunion sowie im Ausschuß

„Interzonenhandel“. Seine Mitgliedschaft in der Vollversammlung

der Niederrheinischen IHK ist ebenfalls

erwähnenswert. Übergangsweise übernahm der „Grand

Old Man“ des Stahlhandels die Funktion des geschäftsführenden

Vorstandsmitglieds des neuen BDS e.V., bis

ihm Heinz H. Wersig ab dem 1.11.1970 in dieser Funktion

folgte. Herr Dr. Flory war von 1969 bis zu seinem

Tod Ehrenvorsitzender des Vorstandsrats des Bundesverbandes

Deutscher Stahlhandel.

12

10

8

Entwicklung des

BDS seit 1969:

weniger Mitgliedsunternehmen,

aber steigende

Absatzzahlen

1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 20022003200420052006200720082009 2010 2011 2012 2013 2014

6

4

2

0

Absatz in Mio. to

Stahlreport 9|19

35


BDS

Kommunikation

Interviewgespräch mit Professor

Gerhard W. Wittkämper zum BDS-Jubiläum

Der Stahlhandel 4.0:

Produkte in Prozessen

Einen passenderen Ort für dieses Interviewgespräch hätte

es kaum geben können: Weit schweift der Blick über die

Höhen und Täler des Nordschwarzwaldes sowie über

Baden-Baden – jenen Kurort, von dem aus immer wieder

Politik gemacht oder zumindest beeinflusst worden ist

und wird. Hier, in einem Haus am Hang, haben Professor

Wittkämper und seine Frau ihren Alterssitz genommen

und ist er zum Gespräch über 50 Jahre Bundesverband

Deutscher Stahlhandel bereit sowie darüber, was aus

dieser Geschichte über Produkte in Prozessen zu folgern

ist – für den Stahlhandel 4.0.

Fünf Jahrzehnte lang hat Prof.

em. Dr. iur. Dr. h.c. Gerhard W. Wittkämper,

Jahrgang 1933, den 1969

gegründeten Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) als Autor

und Referent sowie in der verbandseigenen

Schiedskommission mitgestaltet,

auch noch als Direktor des

Instituts für Politikwissenschaft der

Westfälischen Wilhelms-Universität

zu Münster, konstruktiv-kritisch

begleitet und immer wieder zum

Stahlhandel – seiner ersten Ausbildungsbranche

– Stellung genommen;

in offizieller Funktion zuletzt

als Festredner auf dem Stahlhandelstag

zum 40-jährigen BDS-Jubiläum

in Hamburg. Seit 2016 lebt der

inzwischen 86-jährige und verwitwete

Vater von sechs Kindern mit

seiner zweiten Ehefrau, einer Ärztin,

in Baden-Baden (zur ausführlichen

Vita vgl. Kasten am Schluss des

Interviewgesprächs).

Verabredet war ein Rückblick

zur Entwicklung des BDS in Sachen

Brancheninformation und Berufsbildung,

zur Rolle von Innovationen

dabei sowie zu den drei Funktionen,

die Gerhard W. Wittkämper in seinem

Berufsleben wichtig waren und

sind. Ergeben haben sich im Blick

nach vorne zudem einige „Herausforderungspakete“,

welche die

Zukunft des Verbandes stark beeinflussen

dürften.

„Brancheninformation

und Berufsbildung,

eine Einheit in Vielfalt“

Der gemeinsame Blick zurück fällt

auch auf das Jahr 1984, als der

damals erst eineinhalb Jahrzehnte

existierende BDS e.V. für seine kommerzielle

Tochter, die Bochumer

Beratungs- und Vertriebsgesellschaft

mbH (BVG), nach mehreren Ämterwechseln

eine Nachfolge für die

vakant gewordenen Funktionen der

„Schriftleitung von Lernen und Leisten“

sowie des Seminarwesens

suchte – und sich dabei an die guten

Erfahrungen der verbandlichen

Anfangsjahre erinnerte, als Georg

Richtsteig diese beiden Funktionen

langfristig in einer Hand vereinte.

In dieser Situation war es Wittkämper,

damals schon Inhaber des

Münsteraner Lehrstuhls für Politikwissenschaften,

der seinem Verband

die Adresse eines angehenden Absolventen

weitergab, dem er die Bewältigung

dieser Aufgabe zutraute. Dreieinhalb

Jahrzehnte später sitzen sich

Empfehlender und Empfohlener als

Interviewpartner gegenüber und blicken

gemeinsam auf die damals initiierte

Entwicklung zurück sowie in

die Zukunft.

Seither ist aus der „Schriftleitung

von Lernen und Leisten“ die „Chefredaktion

des Stahlreport“ geworden

und aus dem Seminarwesen ein

komplexes System der Berufsbildung.

Geblieben, ja sogar noch verstärkt

worden, ist die Idee, Brancheninformation

und Berufsbildung

im Sinne einer verbandlichen Leistung

als einheitliche Herausforderung

zu betrachten, die von der Stahldistribution

vielfältig bewältigt

werden muss.

Zwei Säulen

Der Erfolg der Branche und der verbandlichen

Arbeit im Stahlhandel in

den vergangenen fünf Jahrzehnten

ruht nach Ansicht Wittkämpers vor

allem „auf zwei Säulen: der Weiterbildung

und dem Innovationswillen.“

36 Stahlreport 9|19


Gerhard W. Wittkämper macht das

an seinem Lieblingsbeispiel deutlich,

das ihn sein Berufsleben lang

begleitet hat: Stahlrohre. Bereits als

Auszubildender stellte er einen

damals viel beachteten Katalog dieser

Produkte zusammen, der dann

zur Grundlage für das gleichnamige

BDS-Fachbuch wurde, das bis heute

immer wieder neu aufgelegt worden

und natürlich auch in seiner Handbibliothek

in Baden-Baden vertreten

ist – in den beiden nach Form und

Inhalt von Dr. Axel Willauschus

inzwischen neu gestalteten Bänden.

Stahlrohrprodukte seien ein

Beleg dafür, wie stark die wissenschaftlich-technische

Entwicklung

der Werkstoff- und Konstruktionsbereiche

in den letzten fünf Jahrzehnten

gewesen sei, die vom Stahlhandel

bei der Vermarktung dieser

Produkte zwangsläufig habe begleitet

werden müssen.

Wittkämper: „Das, was man während

meiner Lehre als Groß- und

Außenhandelskaufmann 1954 bis

1956 als Stahlhandel bezeichnete,

ist mit der heutigen Welt des Stahlhandels

nur noch dem Namen nach

und in Kernfunktionen vergleichbar.

Diese Branche hat konsequent den

Weg der Innovation beschritten und

sich fundamental gewandelt. Die

Innovation aber hat als Rückgrat

Brancheninformation und Berufsbildung.

Daher lese ich bis heute die

Zeitschrift Stahlreport, die diesen

Wandel stets begleitet, widergespiegelt

und damit unterstützt hat.“

Drei Funktionen

Mit großem Interesse habe er diese

und weitere Entwicklungen verfolgt,

denn beruflich seien ihm stets drei

Aufgaben wichtig gewesen: natürlich

seine wissenschaftlichen Funktionen

mit dem Schwerpunkt Direktor des

Instituts für Politikwissenschaften

der Westfälischen Wilhelms-Universität

zu Münster, sodann Veröffentlichungen

zu den für ihn relevanten

Themen etwa aus den Bereichen der

Politik- und Verwaltungswissenschaften

sowie drittens – und das in besonderer

Weise – die Befähigung, Mandate

in der Wirtschaft erfolgreich

wahrnehmen zu können.

FotoS: BDS

„Dabei hat mich der Stahlreport oft

unterstützt“, räumt der Forscher und

Lehrer mit einem verschmitzten

Lächeln ein: Diese Fachzeitschrift

sei immer voll mit gut recherchierten

Beispielen, wie Unternehmen der

Stahldistribution und verwandter

Bereiche allgemeine technische bzw.

wirtschaftliche Entwicklungen in

konkretes Handeln umsetzen. Und

auf solche Vorbilder habe er bei der

Wahrnehmung seiner Mandate etwa

im Maschinen- und Formenbau

sowie in der Logistik und der Bauwirtschaft

gerne zurückgegriffen.

Gerhard Wittkämper blättert bei

dieser Aussage wie zum Beleg seiner

These in einer Bundestagsdrucksache

zu Digitalisierung:

„Solche Fundamentalinnovationen

wie Digitalisierung, Künstliche

Intelligenz und das Arbeiten mit

Algorithmen müssen mit Augenmaß

in die Praxis umgesetzt werden –

und dabei hilft Best Practice.“

Und wo sieht Wittkämper die

„Herausforderungspakete“ für die

Verbandsarbeit des BDS in der

Zukunft?

„Permanenter Wandel,

Kompliziertheit

und Komplexität

der Probleme“

Rund 2.700 Mitglieder hatte der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

bei seiner Gründung, heute sind es

Im Interviewgespräch mit Dr. Ludger Wolfgart:

Prof. Dr. Gerhard W. Wittkämper

weniger als 500 Unternehmen. Das

sei aber nur eine Chiffre aus den vielen

Aspekten des Wandels.

„Zunehmend komplizierter und

komplexer“ geworden sei auch die

Welt der Branchenverbände, kommentiert

Wittkämper mit Blick auf

fünf Jahrzehnte BDS. Und er hat eine

zunächst überraschende Antwort

bereit: „Da hilft und das verlangt

mehr Teamfähigkeit!“ Diese (Auf-)

Forderung will der Politikwissenschaftler

und Volljurist vor allem

auch auf das Ehrenamt bezogen

sehen:

Wie auch schon vor 50 Jahren

seien Verbände nach wie vor auf

das Ehrenamt angewiesen. In ihm q

„… Fundamentalinnovationen

wie Digitalisierung,

Künstliche Intelligenz und

das Arbeiten mit Algorithmen

müssen mit Augenmaß

in die Praxis umgesetzt

werden – und dabei hilft

Best Practice.“

Stahlreport 9|19

37


BDS

Kommunikation

Die Vita

Markt und Mitglieder

In solchen Gruppen bildet sich nach

Einschätzung von Wittkämper auch

sehr gut das ab, was er als „Zusammenspiel

im Marktdreieck“ versteht

– „mit den Ecken Branche, Kunden

und Innovationen“.

Als Beispiel dafür verweist der

als Kaufmann im Groß- und Außenhandel

ausgebildete Wissenschaftler

auf den Deutschen Qualifikationsrahmen.

In der Form dieses DQR

habe die Branche spätestens seit

dem Stahlhandelstag 2009 in Ham-

qkomme

es auf die Bereitschaft zur

Vernetzung nach dem Prinzip der

„open books“ an, aber zunehmend

auch auf die Fähigkeit, sich und

seine Arbeit vor Überforderung zu

schützen: „Vernetzung mit Verstand“.

In diesem Zusammenhang

würden solche verbandlichen Einrichtungen

wie die Erfahrungsaustauschgruppen

(Erfa-Gruppen) in

Zukunft eine eher wichtigere Rolle

spielen – etwa im hochsensiblen

Bereich der Digitalisierungsinvestitionen.

Vom Kaufmann im Groß- und Außenhandel

bis zum Hochschullehrer

Er ist sozusagen der lebende Beweis dafür, wie wichtig

für unsere Gesellschaft durchlässige Bildungsund

Karrieresysteme sind: Gerhard W. Wittkämper

startete als Auszubildender im Stahlhandel und

betrachtet seine Branche heute als emeritierter

Hochschullehrer für Politische Wissenschaften:

z 1933 geboren in Solingen

z 1954 Abitur in Solingen

z 1954-1956 Lehre Groß- und Außenhandelskaufmann

Mülheim/Ruhr, Schwerpunkt Stahlexport

Stahlrohre und -profile

z 1956 Kaufmannsgehilfenprüfung IHK Essen

z 1956-1964 Studium Jura, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

(ab 1959) Universität zu Köln, 1.

und 2. Juristische Staatsprüfung (nach jur. Referendardienst),

1962 Promotion zum Dr. iur.

z 1964-1969 Forschungs- und Dozententätigkeit

z 1969-1971 Syndicusanwalt IBM in internationaler Funktion

z 1971-1975 o. Professur in Köln f. Politikwissenschaft und Lehrauftrag

Universität Karlsruhe (Planung), 1977 Honorarprofessur Erziehungs -

wissenschaftliche Fakultät Universität zu Köln

z 1975-1998 o. Professor Politikwissenschaft, Gründungsdirektor und

Direktor des Instituts f. Politikwissenschaft der Universität Münster,

dort nach Emeritierung 1998 bis 2015 weitere Lehr- und Forschungstätigkeit

z 1999 Fakultätsmedaille Fakultät f. Luft- und Raumfahrttechnik Universität

Stuttgart; Ehrendoktor der Föderativen Universität Rjasan, Russland

z In der gewerblichen Wirtschaft Funktionen als Vorsitzender und Mitglied

von Bei- und Aufsichtsräten (Branchen: Stahlhandel; Logistik; Maschinen-

und Formenbau, Systemtechnik; Hoch- und Tiefbau)

z Ehrenamtliche und Beratungstätigkeiten in Politik und Verwaltung

z ca. 500 wissenschaftliche Publikationen

Eine wichtige Nahtstelle in dieser beruflichen Karriere erwähnt Wittkämper

auch noch: „… nämlich, dass ich seinerzeit für Georg Richtsteig

neben mehreren Auflagen der seinerzeitigen Röhrenfibel und einem Drittel

der Erstauflage des Stahl-Lexikons etwa 50 Aufsätze bezogen auf

Stahlhandels- und Normungsfragen für das damalige Lernen und Leisten

schreiben durfte.“

Karriere vom Kaufmann

im Groß- und

Außenhandel bis

zum Hochschullehrer:

Prof. em. Dr.iur.

Dr. h.c Gerhard W.

Wittkämper

Foto: privat

burg „eine bildungspolitische Innovation

mit Signalwirkung“ mit dem

Interesse der Unternehmen auf die

Bindung qualifizierten Personals in

Einklang gebracht.

Ähnlich könne sich die verbandliche

Aufgabe der Marktbegleitung

und Mitgliederbetreuung in Sachen

Weiterentwicklung der Digitalisierung

oder der Anwendung Künstlicher

Intelligenz entwickeln – als

kollektive Hilfestellung bei der

Bewältigung gesamtgesellschaftlicher

Entwicklungen. Der neueste

Bericht der Bundesregierung zu

Forschung und Technologie böte

dafür zahlreiche Anhaltspunkte.

Qualität und Compliance

Trotz dieser Verschiebung von

Schwerpunkten der verbandlichen

Marktbegleitung und Mitgliederbetreuung

in wettbewerblich unbedenklichere

Bereichen seien freiwillige

Verpflichtungen der

Unternehmen zu richtigem Verhalten

in Zukunft wichtiger denn je –

zeigt sich Wittkämper von Compliance

überzeugt, auch als Weiterentwicklung

des seit 2009 auch in der

BDS-Berufsbildung etablierten Qualitätsmanagements.

Prozessorientierte Werkzeuge

wie Compliance und Qualitätsmanagement

passen nach Ansicht von

Wittkämper sehr gut zu der neuen

Wirklichkeit, die sich in den letzten

fünf Jahrzehnten auch für die Unternehmen

des Stahlhandels herauskristallisiert

habe: das Denken in

Wertschöpfungsketten vom Produkt

her, kurz: „ Produkte in Prozessen!

Das ist ein Gebot in einer Branche,

die neben Stahldistribution, das,

was man einmal Anarbeitung

nannte, längst zu einer immer vielfältiger

und unentbehrlicher werdenden

Produktionspartnerschaft

mit Industrie und Handwerk entwickelt

hat.“

„In diesen Zusammenhängen hat

die Produktion die Leistungen des

Handels immer mehr zu schätzen

gelernt.“ Diese Marktposition gelte

es, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten

zu sichern und weiter auszubauen

– blickt Gerhard W. Wittkämper

in die ferne Zukunft. 2

38 Stahlreport 9|19


Berufsbildung

Ein Stahlreport-Interview mit SPD-MdB Oliver Kaczmarek

Nachhaltige Bildungsförderung

und politische Willensbildung

Politische Willensbildung ist ein dauerhafter Prozess;

beispielsweise in der Bildungsförderung sozusagen

eine Endlosschleife zwischen der Evaluation von Unterstützungsprogrammen

und Vorschlägen für deren

nachhaltige Verbesserung. Diesen Vorgängen hat sich

in besonderer Weise Oliver Kaczmarek MdB verschrieben,

der bildungs- und forschungspolitische Sprecher

der SPD-Bundestagsfraktion. Das wurde Ende 2018

auf einer Tagung der Friedrich Ebert-Stiftung deutlich

(vgl. Heft 1/2 19, S. 57), als der Sozialdemokrat für

seine Partei die Offenheit dieses Prozesses betonte.

Der „Stahlreport“ nahm ihn beim Wort und bat ihn um

ein Interview über Themen, zu denen Betroffene mitreden

können – auch Verbände, wie die des Stahlhandels

oder des Fernunterrichts:

Stahlreport: Die von Ihnen

sozusagen eingeforderte Bürgerbeteiligung

setzt Informationen ebenso

voraus wie Möglichkeiten der Kommunikation.

War die Tagung in der

Friedrich Ebert-Stiftung insofern ein

typisches Beispiel für den politischen

Alltag des Oliver Kaczmarek?

Oliver Kaczmarek: Der Dialog mit

den Bürgerinnen und Bürgern ist

mir ein besonderes Anliegen und

geht weit über Tagungen der Friedrich-Ebert-Stiftung

hinaus. In jeder

Woche, die ich in meinem heimischen

Wahlkreis Unna I verbringe,

nutze ich meine Zeit für Dialogformate.

Das fängt an mit meiner

AnsprechBar mit der ich wöchentlich

auf verschiedenen Plätzen stehe,

geht weiter über Haustürbesuche

und schließt mit dialogorientierten

Abendveranstaltungen. Dabei geht

es nicht nur um das Informieren

über Politik, sondern vor allem ums

Zuhören und die Anliegen der Bürgerinnen

und Bürger.

Stahlreport: Welche Bedeutung hat

für Sie in diesem Zusammenhang,

dass Organisationen – in diesem Fall

also eine Stiftung – Informationen

und Kommunikationsmöglichkeiten

bündeln; ist das nicht vielleicht

schon etwas zu viel und zu sehr organisierter

Lobbyismus?

Oliver Kaczmarek: Ich finde nicht,

dass die plural aufgestellten politischen

Stiftungen organisierten Lobbyismus

betreiben. Die Stiftungen

arbeiten nach streng wissenschaftlichen

Kriterien, um politische Debatten

zu bereichern. Im Gegensatz zu

klassischen Interessens- oder Branchenvertretern

verfolgen sie einen

ganz anderen Ansatz.

Zur Person

Stahlreport: Kommen wir zu den

Informationsinhalten und Kommunikationsformen:

Der Koalitionsvertrag

enthält eine Fülle von Bildungsthemen.

Wer bietet dazu eine

Übersicht – bzw., in welchem Vorhaben

sind ggf. die einzelnen Themen

so gebündelt, dass man sich rasch

über bisher erzielte Fortschritte

informieren kann?

Oliver Kaczmarek: Die SPD hat im

Zuge des Mitgliedervotums über den

Eintritt in die Koalition umfassend

über die Ergebnisse der Verhandlungen

informiert. Auf den Seiten

der Bundespartei finden Sie wie zu

allen wichtigen Themenfeldern auch

kurze Zusammenfassungen für den

Bereich Bildung. Für die konkrete

Umsetzung zeichnet die SPD-Bundestagsfraktion

verantwortlich. Zu

allen aktuellen bildungspolitischen

Themen informieren wir umfassend. q

Oliver Kaczmarek wurde 1970 in Kamen geboren und

trat mit 18 Jahren in die SPD ein. Nach dem Abitur

begann er in Bochum ein Studium der Geschichte und

Sozialwissenschaften, das er mit dem Staatsexamen

abschloss. Im Anschluss an eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter

der Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle

Bergmannsbetreuung nahm Kaczmarek im Jahr 2000

seine Arbeit als Jugendbildungsreferent im SPD-Landesverband

Nordrhein-Westfalen auf. 2003 wechselte er in

das dortige Schulministerium, wo er bis zu seiner Wahl

in den Bundestag 2009 tätig war.

Dem deutschen Parlament gehört der ledige Vater einer

Tochter seitdem als direkt gewählter Abgeordneter des

Wahlkreises Unna I an und ist derzeit u.a. bildungs- und

forschungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Oliver Kaczmarek MdB

ist bildungs- und

forschungspolitischer

Sprecher der SPD-

Bundestagsfraktion.

Fotos: Deutscher Bundestag

Stahlreport 9|19

39


BDS

Berufsbildung

qEin

weiteres spannendes Angebot

hat die Süddeutsche Zeitung mit

ihrem „Koalitionstracker“ aufgelegt.

Hier kann man schnell einen groben

Überblick erhalten.

Stahlreport: Nehmen wir aus diesem

Spektrum beispielsweise die Vorhaben

zur beruflichen Bildung heraus,

die ja besonders bei den Akteuren

der Wirtschaft auf großes Interesse

stoßen. Wie können etwa in diesen

Bereichen tätige Verbände mit der

Politik kommunizieren, ohne sich

dem Vorwurf einer zu großen Einflussnahme

auszusetzen?

Oliver Kaczmarek: In der SPD-Bundestagsfraktion

war uns klar, dass

der Gesprächsbedarf zur Novelle des

Berufsbildungsgesetzes groß ist. Deswegen

haben wir Anfang Juni 2019

eine große Konferenz zur Zukunft

der Aus- und Weiterbildung veranstaltet.

Hier konnten alle Interessierten

und selbstverständlich auch

relevante Verbände in den direkten

Dialog mit uns treten.

Stahlreport: Aus der Vielzahl der Themen,

zu denen informiert und kommuniziert

werden sollte, interessiert

den Stahlhandel und die Fernunterrichtsbranche

der Deutsche Qualifikationsrahmen

in besonderer Weise.

Haben sich die SPD oder gar die

Große Koalition zu diesem Ordnungsinstrument

für die Eingruppierung

von unterschiedlichen schulischen,

akademischen und beruflichen

Abschlüssen bereits eine abschließende

Meinung gebildet?

Oliver Kaczmarek: Seit 2012 haben

der Deutsche und der Europäische

Qualifikationsrahmen für mehr Vergleichbarkeit

von Abschlüssen in

der Europäischen Union geführt. Es

besteht aber nach wie vor Uneinigkeit

darüber, inwiefern die Gleichwertigkeit

von beruflicher und akademischer

Ausbildung sich im

Qualifikationsrahmen widerspiegeln.

Für die SPD ist es wichtig, dass wir

hier zu einer umfassenden Gleichwertigkeit

kommen.

Stahlreport: Herr Kaczmarek, herzlichen

Dank für dieses Interview – zu

dem es hoffentlich bald in passendem

Rahmen eine Fortsetzung gibt. 2

Seminarangebot in Lüdenscheid zu einem komplexen Thema:

Nichtrostende Stähle

und ihre Produktformen

Immer komplexer werden die in der Industrie herzustellenden Produkte

aus Stahl. Die BDS-Berufsbildung der Branche greift diese Entwicklung

auf und bietet in Sachen nichtrostende Stähle erstmals ein

Seminar an, das sowohl werkstoff- als auch produktbezogen gestaltet

wird – vom 28.-30.10.19 in Lüdenscheid. Es ersetzt die bisher

getrennten Schulungsveranstaltungen zu den Themen der nichtrostenden

Stähle und beispielsweise der entsprechenden Rohrprodukte.

Das neue und dreitägige Seminar

besteht aus drei Teilen zur Werkstoffkompetenz,

zu Lang- und Flach -

erzeugnissen sowie zu Rohren und

Rohrzubehör. Diese Module bauen

schlüssig aufeinander auf und sollen

vor Ort durch eine Werksbesichtigung

bei VDM Metals im benachbarten

Werdohl anschaulich ergänzt werden.

z Seminarteil zur Werkstoffkompetenz:

- Einteilung und Bezeichnungssystem

der Stähle nach EN 10020 und

EN 10027

- Legierungselemente nichtrostender

Stähle

- Sorten und Anwendungen (Austenitische,

Duplex- sowie ferritische

und martensitische Edelstähle)

- Metallurgie der nichtrostenden

Stähle

- Korrosion

z Seminarteil zu Flach- und Langerzeugnissen:

- Herstellverfahren und Einsatzgebiete

- Lieferformen

- Oberflächenausführungen, Oberflächenbearbeitung

und -veredlung

- Be- und Verarbeitung (Zerspanen

Schneiden, Sägen und andere

Trennverfahren)

- EN-Normen der Flach- und Langerzeugnisse

- Reklamationsfälle

z Seminarteil zu Rohren und Rohrzubehör:

- geschweißte Edelstahlrohre der EN

Weitere

10217-7 für die Medienführung

Details und

Anmeldemöglichkeiten:

Wynands-

(Leitungsrohre, Rohre in der Papierund

Zellstoffindustrie, Lebensmittelrohre

der EN

BDS@stahlhandel.com.

10357)

- geschweißte Edelstahlrohre der EN

10296-2 im Stahl- und Metallbau

- nahtlose Edelstahlrohre der EN

10216-5 für Medienleitungen und

als Hollow Bars

- ungenormte Edelstahlrohre (Konrohre,

Flachovalrohre, Hohlprofile)

- Schraubfittings EN 10241,

Schweißfittings EN 10253-4, Flansche

EN 1092-1

Die Seminarteilnehmer/-innen sollen

am Ende der Veranstaltung über das

notwendige Wissen eines Fachverkäufers

und Facheinkäufers Edelstahl verfügen,

um bei Kunden und Lieferanten

als kompetente Gesprächspartner wahrgenommen

zu werden. Sie haben zudem

Beratungskompetenz, da sie die wichtigsten

Edelstahlgüten und ihre Eigenschaften

kennengelernt haben. Ferner

sind Themen der Korrosion und des

Korrosionsschutzes anhand von Fallbeispielen

vermittelt worden. Vor diesen

Hintergründen soll das Erlernte am

Arbeitsplatz direkt umgesetzt werden

können. Dabei kann auf ein umfangreiches

Seminarskript zurückgegriffen

werden, das jeder Veranstaltungsteilnehmer

erhält. Angesichts dieser

anspruchsvollen Lernziele ist das Seminar

für Auszubildende nur bedingt

geeignet. Vortragende in Lüdenscheid

sind Dr. Dipl.-Ing. Manfred Feurer (Institut

für Werkstoffberatung), Birgit Lammert

(Ullner & Ullner GmbH) sowie Dr.

Axel Willauschus (CTM Consulting &

Technical Management). Sie haben das

neue Seminar gemeinsam für den Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) konzipiert und werden auch in

Lüdenscheid als Vortragende entsprechend

kooperieren. 2

40 Stahlreport 9|19


Prüfbescheinigungen und Produkthaftung

Seminarangebot vor dem Stahlhandelstag in Neuss

Im Stahlhandel und verwandten Branchen

nimmt die technische bzw. wirtschaftliche

Bedeutung von Prüfbescheinigungen gemäß

DIN 10204 ständig zu. Kaum ein Stahlerzeugnis

beispielsweise wird ohne ein solches Dokument

vertrieben. Angesichts dieser Bedeutung

für die Produkthaftung bietet der BDS regelmäßig

entsprechende Schulungen an – das

nächste Mal unmittelbar vor dem Stahlhandelstag,

nämlich am 18.9.19 in Neuss. Wegen der

großen Nachfrage soll noch in diesem Jahr ein

zweiter Termin angeboten werden.

Angesprochen werden sollen mit diesem

Seminarangebot vor allem technisch und kaufmännisch

tätige Führungskräfte des Stahlhandels

oder verwandter Branchen. Ziel der Veranstaltung

ist es, den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern mehr Sicherheit im Umgang mit

Prüfbescheinigungen zu geben sowie ihnen

die rechtlichen Risiken aus deren Ausstellung

und Verwendung aufzuzeigen. Referenten sind

deshalb ein Techniker und ein Jurist: Dipl.-Ing.

Jochen Adams aus Duisburg und Rechtsanwalt

Tim Lieber aus Düsseldorf.

Verkaufen im Stahlhandel

Vertriebserkenntnisse in einem Kölner Seminar

Rund ein Dutzend Detailaspekte aus

dem Vertrieb greift Thomas Katlun auf,

wenn er am 14./15.10.19 Interessenten

aus dem Stahlhandel im Rahmen des

nächsten Verkaufsseminars schult – in

Köln. Der Trainer und Berater ist zu diesem

Thema für den BDS auch in der Ausbildung

sowie im Fernstudium unterwegs.

Für die in der Domstadt angesprochene

Zielgruppe der Verkäuferinnen und Verkäufer

hat sich Thomas Katlun die Grundlagen

ebenso vorgenommen wie die zentralen

Verkaufsthemen und einige Extras:

So geht es bei den Grundlagen um Basisregeln

der Kommunikation („Miteinander

reden“), um die Psychologie des Verkaufens,

um Kaltakquise am Telefon und um

die Planung des Verkaufsgesprächs.

Zentrale Themen sind dann die Gesprächsphasen,

Verhandlungen auf Augenhöhe sowie

das Erkennen der und das Reagieren auf Einwände.

Unterstützende Körpersprache, neurolinguistische

Aspekte, der Umgang mit Respekt

(„Zollen und Bekommen“) sowie das

z Was sind Prüfbescheinigungen nach DIN EN

10204:2005? Wie sind sie rechtlich einzuordnen?

z Worin liegen die Unterschiede zwischen

einem Werkzeugnis „2.2“ und Abnahmeprüfzeugnissen

„3.1“ und „3.2“?

z Wie verhalten sich diese zu den Bescheinigungen

nach der alten Norm?

z Wer kann/darf Prüfbescheinigungen ausstellen:

Hersteller/Händler/Besteller, Prüflabore?

z Was ist bei der Weitergabe von Prüfbescheinigungen

zu beachten, und wer haftet für

Fehler in einem solchen Dokument?

z Wem gegenüber besteht eine solche Haftung

– gegenüber dem Käufer gegenüber Dritten?

z Muss der Käufer Prüfbescheinigungen ähnlich

untersuchen wie die Ware selbst?

z Machen Angaben in Prüfbescheinigungen

die Untersuchung der Ware entbehrlich?

Individuelle Auskunfts- und Anmeldemöglichkeiten

zu diesem Seminarangebot hält

der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) bereit: Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Hinterfragen der eigenen Positionen sind

Extras, die am Ende des zweitägigen Seminars

angesprochen werden.

Das Schulungsangebot ist für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Stahlhandels

gedacht, die – auf der Basis bereits

gemachter Erfahrungen – ihre Erfolge im

Verkauf verbessern wollen. Vor diesem Hintergrund

ist das Seminar für Auszubildende

nur bedingt geeignet, und wer sich in vom

Verkauf in Richtung Marketing weiterentwickeln

will, dem sei das Fernstudium des

Bundesverbandes Deutscher Stahlhandel

(BDS) empfohlen.

Referent und Trainer Thomas Katlun verfügt

über mehr als 25 Jahre Erfahrung als Führungskraft

zu Verkauf/Vertrieb/Marketing.

Seit längerer Zeit arbeitet der Hamburger

zu diesem Thema eng mit dem Stahlhandel

zusammen.

Weitere Details und Anmeldemöglichkeiten

gibt es beim BDS: Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Produktwissen über Grobbleche

Schulungsangebot

in Wernigerode

Manchmal tritt Stahl ganz massiv

auf – z.B. in Form von Grobblechen.

Diese Produkte sind für den Stahlhandel

nicht nur wirtschaftlich wichtig. Sie stehen

zudem für technisch anspruchsvolle

Herstellungsverfahren und Anwendungen,

die auch den Kaufleuten geläufig

sein sollten – und deren Lernziele im

Seminar „Grobbleche“ vom 10.-11.10.19

in Wernigerode damit umschrieben sind.

Handlungsorientiert bedeutet dies: Die

Teilnehmer sollen grundlegende Kenntnisse

über das Produkt Grobblech so

umfassend und vertieft erwerben, dass

sie Kunden qualifiziert beraten und in

Reklamationsfällen fachgerecht argumentieren

sowie sachgerecht entscheiden

können. Dem besseren Produktverständnis

soll insbesondere auch das umfangreiche

Besichtigungsprogramm bei der

Ilsenburger Grobbleche GmbH dienen.

Außer den Vortragenden aus diesem Herstellerwerk

übernehmen es vor allem zwei

Referenten, den Seminarteilnehmern das

notwenige Know-how zu vermitteln: Dr.

Dipl.-Ing. Manfred Feurer aus Michelstadt

und Metallbaumeister Ralf Schorries

(Bachelor Professional) aus Sophiental.

Sie sprechen über Themen wie:

z Stahlherstellung

z Wärmebehandlungen

z Walzprozesse

z Herstellung von Bandblech und Quartoblech

z Werkstoffprüfung

z Stahlsorten für die Herstellung von Grobblech

und Band

z Anomalien

z Normung

z Anarbeitung

z Zertifikate/Abnahmen

Mit diesem Seminarangebot angesprochen

sind Mitarbeiter*innen des Stahlhandels,

die für ihre Tätigkeit in der Branche

fundierte Kenntnisse über Grobblech

benötigen. Besonderes technisches Wissen

wird nicht vorausgesetzt; trotzdem

ist diese produktkundliche Schulung für

Auszubildende nur bedingt geeignet.

Einzelheiten und

Anmeldemöglichkeiten gibt es beim

BDS: Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Stahlreport 9|19 41


BDS

Berufsbildung

Überbetriebliche Ausbildungsbegleitung

als Thema eines Interviews mit Ludger Wolfgart

„Damit die Unternehmen noch

bessere Azubis bekommen!“

Das Thema der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung hat sich der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) auf die Fahnen geschrieben – war vor

kurzem der Verbandszeitschrift zu entnehmen. Dr. Ludger Wolfgart ist bei der

heutigen BDS AG seit fast 35 Jahren für Brancheninformation und Berufsbildung

zuständig, als Chefredakteur des „Stahlreport“ und Bereichsleiter Berufsbildung.

Im Auftrag der Richard Köstner AG aus Neustadt/Aisch, einem der BDS-

Mitgliedunternehmen, sprach Stefan Beck von Pressebeck in Würzburg deshalb

mit dem 64-Jährigen über Ziele, die mit firmenübergreifenden Lehrleistungen

der Branche verfolgt werden.

Foto: BDS

Im Interview: Dr.

Ludger Wolfgart,

Chefredakteur Stahlreport

und BDS-

Bereichsleiter

Berufsbildung.

Weitere Themen des insgesamt vierteiligen Interviews,

das nachfolgend aktualisiert und etwas gekürzt

wiedergegeben wird, waren die mögliche Attraktivität

des Stahlhandels für Nachwuchskräfte, die Gründe für

den Boom beim Blended Learning sowie das Zukunftsmodell

Fernunterricht.

Stefan Beck: Herr Dr. Wolfgart, in der April-Ausgabe

des Stahlreports erschien ein Artikel zur überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung. Warum steigt aus Ihrer

Sicht der Bedarf an solchen Angeboten?

Ludger Wolfgart: Weil es nicht nur um das Interesse und

den Bedarf an guter Ausbildung im Unternehmen geht,

sondern um den Stahlhandel insgesamt. Deshalb ist es

gut, wenn die Branche überbetriebliche Themen einbringt.

Manche Nachwuchskräfte müssen Dinge lernen, die im

eigenen Unternehmen gar nicht vertreten sind; aus welchen

Gründen auch immer. Das kann – stark vereinfacht –

sowohl Produkte als auch Dienstleistungen betreffen.

Stefan Beck: Der BDS will ein Pilotprojekt zur überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung starten?

Ludger Wolfgart: Die überbetriebliche Ausbildungsbegleitung

hat eine lange Tradition in Deutschland.

Meist fanden solche Angebote im Rahmen von Präsenzveranstaltungen

statt, beispielsweise in Nürnberg. Das

ist für die Azubis logistisch oft sehr aufwändig. Infolge

der Digitalisierung halten nun zunehmend Fernunterricht

und Konzepte des Blended Learning Einzug. Darunter

versteht man die Mischung aus realen und virtuellen

Lernangeboten sowie Selbststudium. Das neue Bildungsmuster

ist nachhaltig, also sowohl ökonomisch als auch

ökologisch und sozial. Deshalb will der BDS nun eine

neue Initiative starten, um die lange Tradition der überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung in moderner Form

und damit nachhaltig fortzusetzen.

Stefan Beck: Das heißt aber nicht, dass sich die Unternehmen

bei der Ausbildung jetzt zurücklehnen können!?

Ludger Wolfgart: Nein, auf keinen Fall! Wir wollen und

können die ausbildenden Unternehmen nicht aus der Verantwortung

entlassen! Wir verstehen diese überbetriebliche

Ausbildungsbegleitung als Ergänzung, die über die jeweilige

Ausbildung in den Betrieben hinausgeht.

Stefan Beck: Welches Ziel verfolgt der BDS mit dem

angedachten Pilotprojekt?

Ludger Wolfgart: Es geht darum auszuprobieren, wie

erfolgreich Blended Learning, also die Mischung unterschiedlicher

Ausbildungsformate funktioniert. Beim

Blending Learning geht es – wie vorhin angesprochen

– u.a. um Präsenzunterricht vor Ort sowie Studienunterlagen,

die man zuhause bearbeitet, und um virtuelle

Bildungsformate in denen man sich via Internet über

eine Bildungsplattform austauscht.

Stefan Beck: Welche Unternehmen sind jetzt schon

dabei?

Ludger Wolfgart: Keine! Wir haben ja Ende des letzten

Jahres erst einmal eine Umfrage bei Stahlhandelsfirmen

gestartet . Demnach ist das Interesse an zusätzlichen

und überbetrieblichen Maßnahmen besonders

groß. Eine konkrete Zahl an Firmen, die bei diesem

Projekt teilnehmen würden, liegt mir derzeit noch

nicht vor. Ich weiß aber, dass das Bewusstsein um

die Bedeutung von zusätzlicher Qualifikation in vielen

Firmen sehr ausgeprägt ist. Ein Beispiel dafür ist ja

auch die lange Ausbildungstradition bei der Richard

Köstner AG. Ich weiß das, weil ich immer wieder mit

Köstner in Verbindung stehe, wenn es um das Thema

Fernstudium zur Betriebswirtin/zum Betriebswirt

BDS geht.

42 Stahlreport 9|19


Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Stefan Beck: … Ausbildungsbegleitung, Fernstudium …?

Ludger Wolfgart: Zur Unterscheidung: Bei der Ausbildungsbegleitung

geht es um die unterste Stufe der beruflichen

Bildung, beim Fernstudium geht es um die höchste

Stufe. Wenn ich von Stufen rede, meine ich immer den

Deutschen Qualifikationsrahmen, der alle Bildungsabschlüsse

auf acht Niveaus systematisiert. Stufe vier

bedeutet z.B. die Ausbildung zum Kaufmann im Großund

Außenhandel, Stufe sieben im Fernstudium die Weiterqualifikation

zum Betriebswirt Stahlhandel (BDS).

Stefan Beck: Welche Lerninhalte sollen bei dem Pilotprojekt

angeboten werden?

Ludger Wolfgart: Es geht im Kern um drei Themenschwerpunkte:

Technik mit Material- und Produktkunde

sowie Anarbeitung. Dann zweitens Wirtschaft mit kaufmännischen

Kenntnissen und den Aspekten der Führungskompetenz.

Hinzu kommt der Bereich Methodik;

der umfasst z.B. solche Dinge wie Rhetorik und Präsentationstechnik.

Stefan Beck: Wann soll das Pilotprojekt starten, und

wie könnte es losgehen?

Ludger Wolfgart: Einen konkreten Startzeitpunkt kann

ich Ihnen noch nicht nennen, der hängt auch von Fördermöglichkeiten

ab. Aber: Das angedachte Konzept

sieht vor, dass wir zunächst mit Betriebsbesichtigungen

bei Firmen beginnen, die Kunden von Stahlhändlern

sind. Damit wird deutlich, welche Produkte und Werte

aus dem Material entstehen, die der Stahlhändler liefert.

Stefan Beck: Was haben die teilnehmenden Unternehmen

davon? Worin liegt der wesentliche Benefit?

Ludger Wolfgart: Es geht um Bemühungen, damit die

Unternehmen bessere Azubis bekommen – und diese

eine noch bessere Ausbildung erhalten. Ich meine, dass

es eine große Chance und attraktiv für Betriebe sowie

Mitarbeiter ist, wenn man – zusätzlich zur Ausbildung

– sein Wissen erweitern kann. Ich bin überzeugt, dass

die überbetriebliche Ausbildungsbegleitung auch die

Chance für Unternehmen erhöht, Nachwuchs erfolgreich

anzusprechen. Das ist ja inzwischen ein großes Problem.

Stefan Beck: Eine solche Ausbildungsbegleitung erhöht

auch die Chancen später auf dem Arbeitsmarkt!

Ludger Wolfgart: … ganz genau! Wobei ich an dieser

Stelle darauf hinweisen will, dass solche Ausbildungsprogramme

nicht deshalb formuliert werden, um eine

spätere Rotation zu anderen Arbeitgebern in derselben

Branche zu erreichen. Es gibt eindeutige Compliance-

Regeln, wie man im Wettbewerb miteinander umgeht.

Auch die Berufsbildung orientiert sich daran. Ich bin

sicher: Mit der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung

schaffen wir einen großen Mehrwert für alle.

Stefan Beck: Vielen Dank für das Gespräch!

Drei Jahrgänge

Fernstudium zum Betriebswirt

Derzeit betreut der BDS in drei Jahrgängen gleichzeitig weit über 40 Fernstudentinnen bzw. Fernstudenten

auf ihrem Weg zur Betriebswirtin/zum Betriebswirt. In dem traditionsreichen Weiterbildungsgang,

der seit über 20 Jahren angeboten wird, gibt es inzwischen mehr als 500 Absolventen.

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Motivation mit?

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Know-how!

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berufsbegleitendes Fernstudium

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Betriebswirt Stahlhandel (BDS)

Während der neue Jahrgang

2019, der im Sommer mit einem Einführungsseminar

begonnen hat (vgl.

7/8 19, S. 58f), die ersten inhaltlichen

Einheiten aus den drei Fachbereichen

Technik, Wirtschaft und

Methoden bearbeitet, sind die Jahrgänge

2017 und 2018 dabei, insbesondere

ökonomische und pädagogische

Themen zu vertiefen.

Für die beiden letztgenannten

Jahrgänge endet dies am 1.10.19 in

Gegengenbach mit der schriftlichen

Prüfung zur Ausbildereignung bzw.

Mitte Januar 2020 in Rösrath mit

der Wirtschaftsprüfung. Die praktische

Prüfung zur Ausbildereignung

soll sich dann im Juni 2020 –

für den Jahrgang 2017 in Verbin-

dung mit der Abschlussprüfung –

in Gengenbach anschließen. Bis

dahin müssen diese Fernstudenten

auch ihre Studienarbeit geschrieben

haben, zu der in diesem August die

konkreten Vorbereitungen begonnen

haben.

Der Jahrgang 2018 konzentriert

sich nach der Wirtschaftsprüfung

auf die noch nicht bearbeiteten technischen

Themen der Werkstoff- und

Produktkunde sowie der Anarbeitung.

Das sind im kommenden Jahr

auch die inhaltlichen Schwerpunkte

für den Jahrgang 2019, der sich Mitte

Januar 2020 ebenfalls in Rösrath

zum Prüfungsworkshop trifft, um

rechtzeitig ein Gefühl für den bisherigen

Lernerfolg zu entwickeln.

Das dreijährige Fernstudium des

Bundesverbandes Deutscher Stahlhandel

(BDS) qualifiziert für einen

gleichnamigen Betriebswirtschaftsabschluss.

Im Jahrgang 2017 gilt

Entsprechendes auch für Teilnehmer

aus dem Wirtschaftsverband Großhandel

Metallhalbzeug (WGM) sowie

aus dem Verband Deutscher Metallhändler

(VDM). BDS, WGM und

VDM hatten in Sachen Fernstudium

zeitweise kooperiert – auf der Basis

vieler gemeinsamer Themen im

Werkstoffgroßhandel. 2

Informationen zum

Fernstudium hält der BDS bereit:

Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Stahlreport 9|19 43


BDS

Recht

Datenbewusstsein gestiegen, Unternehmen ringen aber mit mehr Bürokratie

DSGVO – Die Bilanz nach einem Jahr

Mit diesem Artikel aus unserer bisher veröffentlichten Reihe „Die EU-Datenschutz-

Grundverordnung in Unternehmen“ von Rechtsanwalt Dr. Thorsten Hauröder und

Rechtsanwältin Bahar Beyaz von Henseler & Partner Rechtsanwälte mbB werden die

bisherigen Auswirkungen der DSGVO seit ihrer Geltung am 25. Mai 2018 aufgeführt.

Fotos: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Bahar Beyaz,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Rechtsanwalt

Dr. Thorsten Hauröder,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Wenngleich der Zeitraum von

einem Jahr viel zu kurz für die Beurteilung

einer gefestigten Rechtspraxis

erscheint, kann dennoch resümiert

werden, dass bisher nur

wenige Gesetze seit Beginn ihrer

Geltung für so viel Aufregung und

Aufmerksamkeit gesorgt haben wie

die DSGVO im Mai 2018. Die

gefürchteten Abmahnfälle und Bußgelder

in Millionenhöhe sind zwar

zumindest in Deutschland ausgeblieben.

Von einer Entwarnung kann

dennoch nicht die Rede sein. Noch

immer ringen Unternehmen mit dem

bürokratischen Mehraufwand und

der praktischen Umsetzung der

Anforderungen der DSGVO.

Erschwert wird deren Schicksal

durch die unklaren Vorgaben der

DSGVO und die fehlenden praktischen

Anleitungen zur Handhabung

durch die Behörden.

Deutschland bei

Bußgeldern relativ mild

Die tatsächlich seit mittlerweile fast 25

Jahren existierenden europäischen Vorgaben

zum Datenschutz erlangten

zuletzt wegen der nunmehr vorgesehenen

empfindlichen Bußgelder eine

enorme Beachtung. Umfragen bei den

Landesdatenschutzbehörden ergaben,

dass bisher in Deutschland ca. 100 Bußgelder

verhängt wurden. Die „aktivste“

Behörde ist hierbei die in Nordrhein-

Westfalen mit 36 Bußgeldern, wohingegen

in acht Bundesländern bisher

kein Bußgeld verhängt wurde. Auch

die Divergenz der Höhe der Bußgelder

ist auffallend und der Grund hierfür

bislang nicht ersichtlich: Im Saarland

liegt der Durchschnitt bei 198 €, in

Baden-Württemberg das höchste Bußgeld

hingegen bei 80.000 €.

Doch im Vergleich zum europäischen

Ausland sind die Bußgelder

in Deutschland relativ mild: Die französische

Datenschutzbehörde CNIL

verhängte gegenüber einer US-Amerikanischen

Suchmaschine wegen

unzureichender Erfüllung der Informationspflichten

nach Art. 13

DSGVO ein Bußgeld von 50 Mio. €.

In Portugal wurde gegen ein Krankenhaus

ein Bußgeld von 400.000 €

fällig, unter anderem weil zu viele

Personen Zugriff auf Patientendaten

hatten. Die britische Datenschutzaufsichtsbehörde

ICO kündigte ein

Bußgeld in Höhe von 200 Mio. €

gegen eine Fluggesellschaft und 110

Mio. € gegen eine Hotelkette an –

in beiden Fällen wegen unzureichender

technischer Sicherheitsvorkehrungen

und den damit verbundenen

Datendiebstählen von Kundendaten.

Die Zurückhaltung der deutschen

Behörden ist aber keinesfalls

als Aufforderung zu verstehen, die

Vorgaben der Datenschutzbehörden

nicht so genau zu nehmen. Diese

haben bereits angekündigt, dass es

aufgrund der gestiegenen Anzahl

von Beschwerden auch zu vermehrten

Kontrollen und höheren Bußgeldern

kommen wird.

DSGVO-Rechte werden

stärker eingefordert

Am 8. Mai 2019 übergab der Bundesbeauftragte

für den Datenschutz

und die Informationsfreiheit (BfDI),

Ulrich Kelber, seinen 27. Tätigkeitsbericht

über die Jahre 2017 und 2018

an den Präsidenten des Deutschen

Bundestages. Vor allem die Auswirkungen

der DSGVO spielten darin

eine vorrangige Rolle: Im Zeitraum

25.5. bis 31.12.2018 führte der BfDI

insgesamt 48 Informations-, Beratungs-

und Kontrollbesuche bei

Behörden und Unternehmen durch,

nahm 7.293 Meldungen von Datenschutzverstößen,

6.507 allgemeine

Anfragen, 3.064 Beschwerden nach

Art. 77 DSGVO und 22 Beschwerden

nach § 60 BDSG entgegen.

In einem Zeitraum von gut sieben

Monaten sind es damit insgesamt

9.615 Vorgänge, die zusammengerechnet

mehr als doppelt so

viele wie im gesamten Jahr 2017

ergeben. „Dies zeigt einerseits den

gestiegenen Beratungsbedarf und

44 Stahlreport 9|19


andererseits, dass die Bürgerinnen

und Bürger ihre Rechte seit Einführung

der DSGVO stärker einfordern“,

so Ulrich Kelber.

Behörden setzen sich intensiver

mit DSGVO auseinander

Die erhöhte Aktivität der Landesdatenschutzbehörden

lässt ebenfalls

auf eine erhöhte Auseinandersetzung

mit der DSGVO schließen. So

veröffentlichte der Landesdatenbeauftragte

für Datenschutz und Informationsfreiheit

Baden-Württemberg,

dass im Jahr 2018 insgesamt

2.714 Beschwerden für den nichtöffentlichen

Bereich eingingen. Im

Jahr 2017 lag die Zahl bei 1.872.

Außer-dem führte die Behörde im

Jahr 2018 insgesamt 2.948 Beratungen

durch, im Jahr 2017 hingegen

nur 795.

Die Landesbeauftragte für Datenschutz

und Informationsfreiheit

Nordrhein-Westfalen berichtet von

insgesamt 12.000 schriftlichen Eingaben

im Jahr 2018. In den Jahren

2016 und 2017 hingegen lag diese

Zahl konstant bei etwa 4.400. Außerdem

erhielt die Behörde von Mai bis

Dezember 2018 mehr als 1.200 Meldungen

zu Datenpannen.

Im Vergleich zu den Vorjahren

ist dies ein enormer Anstieg: Im Jahr

2017 erhielt sie 60, im Zeitraum von

Januar bis Mai 2018 erhielt sie 61

Meldungen. Auch die Zahl der

Online-Meldungen durch Unternehmen

für Kontaktdaten der Datenschutzbeauftragten

lag bis zum 31.

Dezember 2018 bei etwa 22.000. Die

Behörde betont, dass die telefonischen

Anfragen in den genannten

Zahlen nicht einmal berücksichtigt

sind.

Der beachtliche Anstieg der

Anfragen und Beschwerden erforderte

eine immense personelle Aufstockung

in den Behörden. Nachdem

diese nun die erste Flut der Arbeit

bewältigt haben dürften, ist als

nächstes ein proaktives Vorgehen

durch Anfragen und Kontrollen zu

erwarten.

Bußgelder vermeiden

Bußgelder lassen sich nur durch Einhaltung

aller datenschutzrechtlichen

Normen vermeiden.

Für alle, die (noch) nicht mit der

Umsetzung der Anforderungen der

DSGVO begonnen haben oder in den

letzten Zügen sind, eine Checkliste

mit den wichtigsten, jedoch nicht

abschließenden Aufgaben:

1. Schaffung eines Datenbewusstseins:

Welche Daten werden wie

und von wem verarbeitet?

2. Bestellung des Datenschutzbeauftragten

und Meldung bei der

zuständigen Aufsichtsbehörde

3. Anlegen von Verfahrensverzeichnissen

4. Umsetzung der Informationspflichten

durch das Erstellen von

Datenschutzerklärungen für Webseitenbesucher,

Kunden, Vertragsund

Geschäftspartner und Angestellte

5. Anlegen von Verarbeitungsverzeichnissen

6. Überprüfung, Überarbeitung und

Aufsetzen von Auftragsverarbeitungsverträgen

7. Durchführung einer Datenschutzfolgenabschätzung,

sofern vorgesehen

8. Einführung von technischen und

organisatorischen Maßnahmen

9. Organisation von Melde- und

Benachrichtigungspflichten bei

Datenpannen

10. Mitarbeiterschulungen und Sensibilisierungen

Startschuss zum Feinschliff

Im Ergebnis lässt sich festhalten,

dass das einjährige Bestehen der

DSGVO zumindest ein geändertes

Datenbewusstsein geschaffen hat,

so dass das primäre Ziel der DSGVO,

den Schutz der personenbezogenen

Daten von natürlichen Personen zu

stärken, langfristig gesehen erreicht

werden wird. Wieviel Zeit dies noch

in Anspruch nehmen wird, lässt sich

aktuell nicht beurteilen. Fest steht

jedoch, dass nunmehr der Startschuss

zum Feinschliff der Umsetzung

der DSGVO gefallen ist.

Die Europäische Kommission

legte jüngst einen Bericht vor, aus

dem hervorgeht, dass die meisten

Mitgliedstaaten den erforderlichen

Rechtsrahmen eingerichtet haben

und das neue System zur Stärkung

der Datenschutzvorschriften

greift.

Vor dem Hintergrund, dass selbst

in den 16 Bundesländern Deutschlands

eine große unterschiedliche

Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden

verzeichnet wird, stellt sich

die Frage, ob auch das weitere Ziel

der DSGVO – die Schaffung des europaweiten,

einheitlichen Datenschutzes

– in naher Zukunft erreicht wird.

Denn nur durch eine gemeinschaftliche

Einordnung des Datenschutzes

als „neues Grundrecht“ lässt sich

das „digitale Zeitalter“ im Sinne des

effektiven Rechtsschutzes aller Unionsbürger

in Einklang mit den wirtschaftlichen

Herausforderungen

bringen

Passend in diesem Sinne äußerte

sich Věra Jourová, EU-Kommissarin

für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung:

„Die Datenschutz-Grundverordnung

trägt Früchte. Sie gibt

den Europäerinnen und Europäern

starke Instrumente an die Hand, mit

denen sie die Herausforderungen

der Digitalisierung bewältigen und

die Kontrolle über ihre personenbezogenen

Daten übernehmen können.

Die Datenschutz-Grundverordnung

eröffnet den Unternehmen Chancen,

die digitale Revolution optimal für

sich zu nutzen, und ist zugleich vertrauensbildend.

Sie eröffnet über

Europa hinaus Möglichkeiten für

digitale Diplomatie und fördert so

einen auf hohen Standards basierenden

Datenverkehr zwischen

jenen Ländern, die die Werte der EU

teilen. Aber die Arbeiten müssen

fortgesetzt werden, damit die neuen

Datenschutzvorschriften in vollem

Umfang Gültigkeit erlangen und

wirksam werden.“ 2

DSGVO & Co.

Seit dem 25. Mai 2018 ist in der Europäischen Union die

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) anzuwenden. Diese

sieht für Unternehmen strengere Anforderungen und Vorgaben

für den Umgang mit personenbezogenen Daten ihrer

Mitarbeiter und Kunden vor. Im Zuge einer umfassenden

Datenschutzrechtsreform wurde außerdem das Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) durch das neue Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG-neu) ersetzt, welche die DSGVO ergänzt.

Die E-Privacy-Verordnung, voraussichtlich ab 2020 geltend,

soll ebenfalls an die DSGVO anknüpfen und deren Regelungsbereich

spezifisch für die Nutzung elektronischer Kommunikationsdienste

und -vorgänge komplettieren.

Stahlreport 9|19

45


Verbände

XXXXXXXXXX

und Politik

Bericht/Nachrichten

Forum DistancE-Learning in Berlin

Im Mittelpunkt

Das FDL denkt in diesem Sommer – vor

allem an den Herbst: Dann wird in Berlin

das Fachforum veranstaltet und werden

die Studienpreise verliehen (4.11.),

bevor auf der Mitgliederversammlung

(5.11.) ebenfalls in der deutschen

Hauptstadt wichtige Weichen für die

Zukunft des Fernlernens gestellt werden.

Die Spreemetropole stand zudem

im Mittelpunkt, als Ende Mai das 50-

jährige Jubiläum des Verbands gefeiert

werden konnte (vgl. 7/8 19, S. 57).

Thema des ganztägigen Fachforums

ist die Rolle der Künstlichen

Intelligenz in der Bildung (vgl. 5/19,

S. 41), die Studienpreise werden im

Rahmen einer abendlichen Gala nochmals

in den bereits traditionellen Kategorien

verliehen – und zur Mitgliederversammlung

liegt der Fokus vor

allem auch auf den Möglichkeiten, die

sich für das Forum DistancE-Learning

(FDL) aus der neuen Geschäftsstelle

in Berlin ergeben: Pädagogik, Preise

und Politik.

Pädagogik

Das ganztägige Fachforum am 4.11.19

im Hotel „Park Inn“ am Berliner Alexanderplatz

bietet u.a. drei Fachvorträge,

fünf Workshops und eine Podiumsdiskussion.

Das Motto der

Veranstaltung lautet „Künstliche Intelligenz

und Bildung – Chancen für DistancE-Lerning“.

(www.fachforum-distance-learning.de)

Auf die Dominanz pädagogischer

Aspekte dieser Programmpunkte zur

Künstlichen Intelligenz (KI) weisen

u.a. die entsendenden Institutionen

der Vortragenden hin:

z Prof. Dr. habil. Olaf Zawacki-Richter

ist Leitender Direktor des „Center

für Lebenslanges Lernen“ der Carl

von Ossietzky-Universität in Oldenburg.

Sein Thema: „Forschung und

Entwicklung zur KI in der Bildung:

Anwendungen, Potenziale und

Herausforderungen“.

z Vom Leibnitz-Institut für Bildungsforschung

und Bildungsinformation

in Frankfurt/Main kommt Prof. Dr.

Hendrik Drachsler. Er spricht über

„Multimodale Lern-Unterstützung

mit Sensoren und Augumented Reality

(AR) und Virtual Reality (VR)“

z In ihrem Fachvortrag „Was kommt?

Was geht? Was bleibt?“ widmet sich

Prof. Dr. Eva Cendon vom Institut

für Bildungswissenschaft und

Medienforschung der FernUniversität

Hagen der Zukunft des Lehrens

im DistancE-Learning mit KI.

Preise

Im Anschluss an das Fachforum werden

im Rahmen einer festlichen

Abendveranstaltung in „Clärchens

Ballhaus“ in der Berliner City die Studienpreise

2020 verliehen. Seit mehr

als 30 Jahren ehrt das FDL mit seinen

Studienpreisen die Besten der Besten

der ganzen Branche.

Herausragende Absolventen werden

– entsprechend des Urteils einer

Jury – in unterschiedlichen Kategorien

ebenso ausgezeichnet wie der Service

und das Studienangebot des Jahres.

Mit einem Online-Voting wird vor der

Preisverleihung in der Hauptstadt

zudem der Tutor des Jahres gesucht.

(www.studienpreis-distance-learning.de).

Alle drei Wettbewerbskategorien

zeichnen sich dadurch aus, dass in

ihnen nicht nur Lern- und Lehrleistungen

bewertet werden, sondern vor

allem auch damit verbundene soziale

Komponenten.

Politik

Seit Anfang dieses Jahres ist das FDL

mit seiner Geschäftsstelle nicht mehr

in Hamburg, sondern in Berlin vertreten.

Der Verband hat damit die Konsequenz

aus der Politisierung auch

des Bildungsbereichs gezogen, in dem

es auf entsprechende Vernetzung

ankommt, die in der deutschen Hauptstadt

besonders ausgeprägt ist.

Deshalb werden sich die Rahmenbedingungen

für dieses Berliner Engagement

wie ein roter Faden durch die

Mitgliederversammlung am 5.11.19

ziehen. Aber auch andere Fragen zur

Struktur und Arbeit des Verbandes

werden bei diesem Treffen wieder eine

Rolle spielen.

Das Wirken des FDL basiert auf der

Arbeit seiner über 100 Mitglieder, unter

ihnen der BDS, in der Gruppe der Fernunterrichts-

und der Fernstudienanbieter

sowie auf dem Engagement im Pädagogischen

Arbeitskreis. 2

46 Stahlreport 9|19


Wohnungsbau-Tag

Studieren und referieren

Steine gegen Holz

Interessensvertreter im Clinch

Der inzwischen elfte Wohnungsbau-Tag

fand im Frühsommer in Berlin

statt – und bestand wiederum aus der

Vorstellung einer aktuellen Studie sowie

im zweiten Teil aus prominent besetzten

Referaten. Es war ein Faktencheck.

Mehr Häuser aus Holz – wollte die

grün-schwarz Regierung dem Land Baden-

Württemberg verordnen. Doch der Dachverband

der Steinhersteller DGfM kündigte

juristische Schritte gegen diese Offensive

an: Steine gegen Holz.

Wer eigentlich baut Deutschland? – Diese

Kernfrage nach den „Bauherren der Republik“

stand im Fokus des diesjährigen

Wohnungsbau-Tages. Mehr noch: Es ging

um die „Inventur 2019 zum Bauen und

Wohnen“ (so der Untertitel der Studie) –

und dabei insbesondere auch um die akuten

Engpässe beim Wohnungsbau. Die

aktuelle Studie zum Wohnungsbau-Tag

vom PROGNOS-Institut benennt die Kriterien,

die das Bauen in Deutschland langsam

und vor allem auch teuer machen.

Ebenso werden aus Sicht der Veranstalter

Trends und verfehlte Ziele beim Wohnungsbau

sowie Gefahren für die Märkte

in A-, B- und C-Standorten genannt. Auch

diese Probleme wurden im Rahmen einer

vormittäglichen Pressekonferenz benannt.

Die Nachmittagsveranstaltung zu den so

angesprochenen Themen fand in der Landesvertretung

von Bayern in Berlin statt –

unter prominenter Beteiligung fast aller

politischen Parteien sowie von Vertretern

der Regierungen im Bund und in den Ländern.

Auch sie nahmen zu dem Tagesmotto

Stellung, wonach Bauen in

Deutschland „Zu wenig, zu teuer, zu weit

weg“ bedeutet. Thematisiert wurden insbesondere

Engpässe beim Bauland, Kapazitätsprobleme

in der Bauwirtschaft,

deren konjunkturelle Perspektiven sowie

die Herausforderungen bei den Mieten.

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksund

Wohnungsbau (DGfM) wirft der Landesregierung

vor, Baden-Württemberg eine

„Holzbau-Pflicht“ zu verordnen – ein „Baustoff-Diktat

fürs Holz“. Die DGfM hat in Briefen

an die baden-württembergische Politik

unmissverständlich klar gemacht, dass „die

‚Holzbau-Offensive‘ rechtlich nicht überleben“

wird. Dies gehe aus einer rechtlichen

Stellungnahme hervor, welche die DGfM auf

der Grundlage der bisherigen Planungen der

Landesregierung beauftragt hatte.

Juristen sehen u.a. einen Punkt als kritisch

an: Das Land stoße – als größter Waldbesitzer

in Baden-Württemberg – mit dem

Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb

schnell an die Grenzen, wenn es den Holzbau

fördere und damit mittelbar über die

Geht gegen die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg

vor: der DGfM-Vorsitzende Dr. Hannes

Zapf.

eigene Förderung selbst einen Profit erwirtschafte.

In ihrem Schreiben an die Landespolitik

greift die DGfM auch die ökologische Argumentation,

die das Land Baden-Württemberg

für die „Holzbau-Offensive“ ins Feld

führt, offensiv an: So liege der tatsächliche

Holzanteil beim Holzhaus meistens nur bei

7 bis 10 %. So der Vorsitzende der DGfM,

Dr. Hannes Zapf.

POWERFUL SOLUTIONS –

PASSIONATE PEOPLE

AUTOMATISCHE

GEHRUNGSKREISSÄGE

KKS 463 NA

Foto: DGfM

Beteiligt an der Doppelveranstaltung

waren gleich mehrere verbandliche

Akteure:

z Industriegewerkschaft Bauen – Agrar –

Umwelt

z Bundesverband deutscher Wohnungs- und

Immobilienunternehmen

z Deutscher Mieterbund

z Bundesverband Freie Immobilien- und Wohnungsunternehmen

z Zentralverband Deutsches Baugewerbe

z Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel

z Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksund

Wohnungsbau

Mannloser Betrieb




Vertikale Bohrachse













Kreissägen Lackieranlagen









Strahlanlagen Transportsysteme




KALTENBACH GmbH + Co.

KG




16.-21.09.2019

WWW.KALTENBACH.COM


15 | STANDF52

Stahlreport 9|19

47


Verbände

XXXXXXXXXX

und Politik

Bericht/Nachrichten

Auch Additive Manufacturing gehört zu

dem vom DVS betreuten Themenspektrum.

So können Funktionsbauteile direkt

mit dem Verfahren des selektiven Laserstrahlschmelzens

aus Material mit der

Werkstoffnummer 1.2709 hergestellt werden

– wie hier auf dem Stand des ifw Jena

während der Messe RapidTech 2018.

Quelle: DVS

Die Fügetechniker treffen sich in Rostock nicht nur zum Kongress

Neues vom Schweißen

und verwandten Verfahren

Für den diesjährigen DVS-Kongress am 16./17.9 in Rostock hat der Verband ein umfangreiches

sowie vielfältiges Programm zur Fügetechnik aufgestellt. 24 Sessions mit mehr als 70 Fachvorträgen

und Anwenderbeispielen werden präsentiert und zeigen ein großes Themenspektrum auf.

Der DVS – Deutscher Verband

für Schweißen und verwandte Verfahren

hat für sein Branchentreffen

– mit Blick auf den Veranstaltungsort

Rostock – besonderen Wert auf Vorträge

rund um die Themen „Offshore“,

„Schiffbau“ sowie „Anlagen-,

Rohrleitungs- und Behälterbau“

gelegt. Es werden aber auch Ergebnisse

aus dem Einsatz von virtuellen

Schweißtrainern in der Aus- und

Weiterbildung oder Roboter- und

Automatisierungslösungen präsentiert.

Zum Einsatz von virtuellen

Schweißtrainern in der Aus- und

Weiterbildung hatte der DVS in diesem

Frühsommer eine neue Broschüre

veröffentlicht. Auf 24 Seiten

informiert das Heft auf Deutsch und

Englisch über unterschiedliche virtuelle

Trainingssysteme, über ihr

didaktisches Potenzial sowie ihren

Nutzen in der Bildung. Im DVS

beschäftigt man sich seit mehr als

15 Jahren mit Virtual Welding Training

Systems.

Auch in anderem Rahmen kümmert

sich der DVS um die Nachwuchsförderung

– so etwa alle zwei

Jahre mit dem Wettbewerb „Jugend

schweißt“, der von der EMW AG

unterstützt wird, nach eigenen Angaben

Deutschlands größter Hersteller

und international einer der wichtigsten

Anbieter für Lichtbogen-

Schweißtechnik.

Schließlich sucht der Verband

derzeit auch nach Fachvorträgen

zum thermischen Beschichten. Sie

sollen auf der internationalen Konferenz

„ITSC- International Thermal

Spray Conference“ vom 10.–12.6.20

in Wien gehalten werden.

Ein weiteres Thema auf dem

Kongress in Rostock ist Additive

Manufacturing. Zu diesen Fertigungsverfahren

gibt es – u.a. vom

DVS unterstützt – am 12.11.19 in

Halle/Saale auch eine erste eigene

Fachtagung.

Der DVS CONGRESS, der von

einer Fachausstellung begleitet wird,

bleibt aber die wichtigste Veranstaltung

der fügetechnischen Branche.

Unter diesem Dach werden auch die

Große Schweißtechnische Tagung und

der Studentenkongress veranstaltet.

Der DVS CONGRESS 2019 wird von

einer Fachausstellung begleitet.

Der DVS ist ein technisch-wissenschaftlicher

Verband, der sich

mit mehr als 120 Jahren Erfahrung

für die rund 250 verschiedenen Verfahren

des Fügens, Trennens und

Beschichtens engagiert. Die Hauptgeschäftsstelle

des gemeinnützig

anerkannten Verbandes ist in Düsseldorf.

Die gut 19.000 Mitglieder

werden durch die 13 DVS-Landesverbände

und 74 DVS-Bezirksverbände

direkt vor Ort betreut. 2

48 Stahlreport 9|19


Fotos, 2: IBU

IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs.

WSM-Nachhaltigkeitsexperte Andre Koring.

Globale Lösung

Automobilzulieferer haben keine Angst vor Nachhaltigkeitsprüfung

Automobilhersteller binden ihre Zulieferer

zunehmend in das Thema Nachhaltigkeit ein

und machen es zum Vergabekriterium. Der IBU

sieht seine Mitglieder darauf mit seiner Hilfe gut

vorbereitet und fordert die Produzentenseite im

Gegenzug auf, weltweit gleiche Maßstäbe anzulegen.

Bernhard Jacobs, Geschäftsführer im Industrieverband

Blechumformung (IBU): „Es ist ein notwendiger

Schritt in die Zukunft. Unser Wirtschaftsverband

Stahl- und Metallverarbeitung

(WSM) hat mit Andre Koring früh einen Experten

eingestellt. Der Diplom-Umweltwissenschaftler

leitet den Fachbereich Umwelt und

Arbeitsschutz und steht Unternehmen unterstützend

zur Seite. Er ist auch im Dialog mit

anderen Zuliefererindustrien.“

Transport und Inhalte

BDSV betont die Rolle von Stahlschrott

Durch die Vorarbeit des Verbands beschäftigten

sich rund 240 IBU-Mitgliedsunternehmen seit

Langem mit den Leitprinzipien zur Nachhaltigkeit

der Lieferkette. „Die Einhaltung von Menschenrechten,

der bewusste Umgang mit Rohstoffen

und der Umweltschutz sollten für jedes

Unternehmen und jede Branche Maßstab des

alltäglichen Handelns sein“, betonte Jacobs.

Der IBU forderte Automobilhersteller wie VW

allerdings auch auf, weltweit gleiche Anforderungen

zu stellen. „In einem Hochlohnland wie

Deutschland den Mindestlohn zu prüfen, ist grotesk“;

so Jacobs. „Beginnen sollten die Verantwortlichen

dort, wo die Gefahr der Nichteinhaltung

am größten ist.“

Der Verband der Automobilindustrie will voraussichtlich

im Herbst ein Modellverfahren namens

COSAX (Corporate Sustainability Assessment

Exchange) vorstellen. Es soll unterschiedliche

Nachhaltigkeitskriterien innerhalb eines Überprüfungsprotokolls

beleuchten. Geplant ist,

dass COSAX ab dem kommenden Frühjahr eingesetzt

wird.

Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung

D 05. – 08. NOV. 2019

a STUTTGART

Blechbearbeitung

im Weltformat

Die 14. Blechexpo bildet mit über 1.200

Ausstellern aus ca. 35 Nationen das aktuelle

Weltangebot an Produkten und

Lösungen für die industrielle Bearbeitung

von Blechen, Rohren und Profilen ab.

Das praxisnahe Messe-Duo Blechexpo

und Schweisstec ist die weltweit einzige

Veranstaltung für die komplementären

Technologien Blechbearbeitung und

Fügetechnik.

5 Blechbearbeitungsmaschinen

5 Trenn- und Umformtechnik

5 Rohr- und Profilbearbeitung

5 Füge- und Verbindungslösungen

5 Blech-, Rohr-, Profil-Halbzeuge

Der BDSV hat einmal mehr die bedeutende Rolle von Stahlschrott betont – und das

gleich doppelt. Es geht dem Verband dabei um den wirtschaftlichen Transport dieses Sekundärrohstoffs

und um Fachinformationen zu diesem Material.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation senkt zum Jahresbeginn 2020 den Grenzwert

für Schwefel im Schiffstreibstoff von bisher 3,5 auf 0,5 %. Die Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) begrüßt zwar grundsätzlich das Vorhaben,

die Seetransporte emissionsärmer zu gestalten. Stahlschrott ist der weltweit am meisten

gehandelte Sekundärrohstoff. Allein 2018 wurden international 105 Mio. t des klimafreundlichen

Recyclingmaterials gehandelt. Der Einsatz des neuen Treibstoffs und die damit verbundenen

Umrüstungen ließen jedoch deutliche Kostensteigerungen erwarten.

Um welche Werkstoffdetails es bei Stahlschrott im Einzelnen geht, macht z.B. das „Handbuch

legierter Stahlschrott“ deutlich, das neu auf den Markt gekommen ist. Es war im vergangenen

Jahr bewusst für die Praktiker in den Betrieben vor Ort konzipiert worden. Auf rund 100 Seiten

werden alle relevanten Fachbegriffe dazu erläutert.

Zeitgleich: 7. Schweisstec –

Internationale Fachmesse

für Fügetechnologie

Der Verband ist im Netz unter der Adresse

www.bdsv.org vertreten. www.blechexpo-messe.de Bäg

Stahlreport 9|19

49

Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG

+49 (0) 7025 9206-0

blechexpo@schall-messen.de


Verbände

XXXXXXXXXX

und Politik

Nachrichten

Wissenschafts- und Hochschulpreis

BME-Auszeichnungen erneut ausgelobt

Der Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik (BME) hat zwei

Auszeichnungen erneut ausgelobt:

z Wissenschaftliche Höchstleistungen in den

Bereichen Materialwirtschaft, Einkauf, Supply

Chain Management und Logistik zeichnet

BME auch 2020 mit dem „BME-Wissenschaftspreis

Hans Ovelgönne“ aus. Mit dem

Award würdigt der Verband seit 1988 Wissenschaftler*innen,

die eine herausragende

Habilitationsschrift oder Dissertation in diesen

Bereichen vorgelegt haben. Die Dotierung

beträgt für Habilitationsschriften

5.000 € für den Gewinner und 5.000 € für

den Lehrstuhl, an dem die Arbeit betreut

wurde. Die Dotierung für Dissertationsschriften

beträgt entsprechend je 3.500 €. Einsendeschluss

ist der 30.9.19.

z Ebenfalls ausgeschrieben wird der „BME-

Hochschulpreis“ für herausragende Di -

plom-, Master- und Staatsexamensarbeiten

zum Themenkomplex Einkauf, Supply Chain

Management und Logistik. Die eingereichten

Arbeiten müssen 2019 an einer Universität,

(Fach-)Hochschule oder einer vergleichbaren

Bildungseinrichtung abgeschlossen worden

sein. Es werden insgesamt zwei Preise

vergeben in den Kategorien „Uni-Abschlussarbeiten“

und „FH-Abschlussarbeiten“. Der

Hochschulpreis ist pro Kategorie mit

2.000 € dotiert. Das Preisgeld wird unter

den Beteiligten je zur Hälfte aufgeteilt. Einsendeschluss

ist der 15.12.19.

Details gibt es unter www.bme.de

(Initiativen, Awards/Förderpreise) zu

erfahren.

Karrieren und Konjunktur bedrohen den Maschinenbau

Vor einer doppelten Gefahr warnt der deutsche Maschinenbau: Karrieren und Konjunktur.

In der Branche waren im Juli 34.000 Ausbildungsstellen in den technischen Berufen nicht

besetzt, dem standen 21.000 unvermittelte Bewerber gegenüber – eine rechnerische

Lücke von 13.000. „Setzt sich dieser Trend fort, wird sich der Fachkräftemangel zu einem

Strukturproblem und zu einer dauerhaften Wachstumsbremse entwickeln, ganz unabhängig

von konjunkturellen Schwankungen, wie wir sie aktuell beobachten“, warnte Jörg

Friedrich, Leiter der Abteilung Bildung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

Gründe für diese Entwicklung seien die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger und

der gleichzeitige Trend zum Studium, erläutert er. Laut Bundesagentur für Arbeit waren

zum Start des Ausbildungsjahres 2019 mehr als 240.000 Ausbildungsstellen unbesetzt –

das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren.

ZDB: Unverzichtbarer Partner für das Bauklima

Die deutsche Bauwirtschaft hat sich einmal mehr als unverzichtbarer Partner in die aktuelle

Klimadebatte eingebracht. „Es liegt großes Potenzial darin, die Baubranche aktiv einzubinden.

… Die Schritte … müssen aber an die Bedürfnisse der mittelständischen Bauunternehmen

angepasst sein, die gut 70 % der Branche ausmachen, erklärte Felix Pakleppa,

Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) im August. Das

Klimakabinett sei aufgefordert, in seinen Beratungen bis zum 20. September ein pragmatisches

Konzept zu entwickeln, das die finanziellen Mehrbelastungen für den Baumittelstand

und vor allem die bürokratischen Anforderungen an die Unternehmen auf ein Mindestmaß

begrenzt,“ so Pakleppa weiter. Es sei darüber hinaus wichtig, den Gebäudesektor als ein

Feld zu begreifen, durch das über eine höhere Energieeffizienz ein signifikanter Beitrag

zum Klimaschutz geleistet werden könne.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Titelbild:

Wiedenmann-Seile GmbH

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 36.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung männlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

50 Stahlreport 9|19


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.09. Duisburg

Prüfbescheinigungen (Seminar) 18.09. Neuss

Grobbleche (Seminar) 10.-11.10. Wernigerode

Verkauf im Stahlhandel 14.-15.10. Köln

Nichtrostende Stähle und ihre Produktformen (Seminar) 28.-30.10.

Lüdenscheid

Betonstahl 19.-20.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM


aussteller und Sponsoren

des BDS-Stahlhandelstags

Programm Stahlhandelstag 2019

Tag 1: Donnerstag, 19. September 2019

13:00 – 14:00 Uhr Empfang und Registrierung der Teilnehmer

Mittagsimbiss

Öffnung der kongressbegleitenden Ausstellung

14:00 – 14:15 Uhr Eröffnung des Kongresses

Eberhard Frick, Friedrich Kicherer

Heinz Herbort, Kerschgens Werkstoffe & Mehr

Oliver Ellermann, Bundesverband Deutscher Stahlhandel

14:15 -15:15 Uhr Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen der Stahlwelt

Prof. Dr. Roland Döhrn,

RWI – Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung

15:15 – 15:45 Uhr Kaffeepause

15:45 – 16:45 Uhr Die Zukunft des Stahls in der Elektromobilität

Dirk Habecke, RockTechLithium

16:45 – 17:15 Uhr Kaffeepause

17:15 – 18:00 Uhr (K)ein Rückblick: 50 Jahre BDS

Nadine Dlouhy & Friends

ab 18:30 Uhr

Abendveranstaltung

Tag 2: Freitag, 20. September 2019

9:00 – 9:30 Uhr Empfang und Begrüßungskaffee

9:30 – 10:30 Uhr Stahlschrott: Handelsware oder Abfallprodukt?

Sebastian Will,

bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe & Entsorgung

10:30 – 11:00 Uhr Kaffeepause

11:00 – 12:30 Uhr Der Ausblick der Stahlerzeuger

Dr. Christian Piehl, B-Tec Concept

Wilbert Bosch, BENTELER Steel/Tube

12:30 Uhr Mittagsimbiss

13:00 Uhr Ende des Stahlhandelstags

Aussteller

z abas GmbH & Co. KG, Karlsruhe

z alnamic AG, Neuss

z De Causmaecker & Partner,

Frankfurt Airport

z DIP Concept GmbH, Köln

z Dr. Demuth Derisol Lackfarben

GmbH & Co. KG, Northeim

z Fehr Lagerlogistik AG,

Winterthur – CH

z GWS Gesellschaft für

Warenwirtschafts-Systeme mbH,

Münster

z Ingenieurbüro Roth, Unterheinriet

z Kaltenbach GmbH + Co. KG, Lörrach

z KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH,

Berlin

z Karsten Stahlhandel GmbH,

Grevenbroich

z Kasto Maschinenbau GmbH & Co,

Achern

z KI GmbH, Bielefeld

z Krause Maschinenhandels- & Service

GmbH, Achim

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen

GmbH, Westerheim

z MEPS International Ltd,

Sheffield – UK

z Messe Düsseldorf GmbH – Tube

2020, Düsseldorf

z Messe Essen GmbH – CUTTING

WORLD ® , Essen

z Nissen & Velten Software GmbH,

Stockach

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z Progress Maschinen & Automation

AG, Brixen – I

z P4S Partners 4 Steel: Behringer

GmbH, Rösler Oberflächentechnik

GmbH, Vernet Behringer

z Scheffer Krantechnik GmbH,

Sassenberg

z SE Padersoft GmbH & Co. KG,

Paderborn

z SHComputersysteme GmbH, Speyer

z Vetten Krane & Service GmbH, Neuss

z Voortman Steel Machinery,

Rijssen – NL

z XOM Materials GmbH, Berlin

Sponsor

z P4S Partners 4 Steel:

Behringer GmbH,

Rösler Oberflächentechnik GmbH,

Vernet Behringer

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